Pemetrexed EVER Pharma 25 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

13-06-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

06-08-2021

Wirkstoff:
Pemetrexed-Dinatrium 2.5 H<2>O
Verfügbar ab:
EVER Valinject GmbH (8168064)
Darreichungsform:
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Zusammensetzung:
Pemetrexed-Dinatrium 2.5 H<2>O (41929) 30,2 Milligramm
Verabreichungsweg:
intravenöse Anwendung
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Ja
Zulassungsnummer:
2204842.00.00
Berechtigungsdatum:
2021-05-17

Dokumente in anderen Sprachen

MMR MMR - Englisch

09-08-2021

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Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Pemetrexed EVER Pharma 25 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Pemetrexed

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Pemetrexed EVER Pharma und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Pemetrexed EVER Pharma beachten?

Wie ist Pemetrexed EVER Pharma anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Pemetrexed EVER Pharma aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was ist Pemetrexed EVER Pharma und wofür wird es angewendet?

Pemetrexed EVER Pharma ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Krebserkrankungen. Es enthält als

Wirkstoff Pemetrexed. Pemetrexed gehört zur Arzneimittelgruppe der sogenannten Folsäure-Analoga

und unterbricht Prozesse, die für die Zellteilung notwendig sind.

Pemetrexed EVER Pharma wird in Kombination mit Cisplatin, einem anderen Arzneimittel zur

Behandlung von Krebserkrankungen, zur Behandlung des malignen Pleuramesothelioms, einer

Krebserkrankung des Rippenfells, bei Patienten, die keine vorherige Chemotherapie erhalten haben,

eingesetzt.

Pemetrexed EVER Pharma wird auch in Kombination mit Cisplatin zur erstmaligen Behandlung von

Patienten in fortgeschrittenen Stadien von Lungenkrebs gegeben.

Pemetrexed EVER Pharma kann Ihnen verschrieben werden, wenn Sie Lungenkrebs im

fortgeschrittenen Stadium haben und Ihre Erkrankung auf eine anfängliche Chemotherapie

angesprochen hat oder größtenteils unverändert geblieben ist.

Pemetrexed EVER Pharma wird ebenfalls zur Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenen Stadien

von Lungenkrebs eingesetzt, nachdem vorher eine andere Chemotherapie angewendet wurde und die

Krankheit danach weiter fortschreitet.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Pemetrexed EVER Pharma beachten?

Pemetrexed EVER Pharma darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Pemetrexed oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn Sie stillen. Sie müssen während der Behandlung mit Pemetrexed EVER Pharma abstillen.

wenn Sie kürzlich eine Gelbfieberimpfung erhalten haben oder sie demnächst erhalten werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Pemetrexed EVER Pharma erhalten.

Wenn Sie ein Nierenleiden haben oder früher eines hatten, besprechen Sie dies bitte mit Ihrem Arzt

oder Krankenhausapotheker, da Sie möglicherweise Pemetrexed EVER Pharma nicht erhalten dürfen.

Bei Ihnen werden vor jeder Infusion Blutuntersuchungen durchgeführt werden; dabei wird überprüft,

ob Ihre Nieren- und Leberfunktion ausreicht und ob Sie genügend Blutzellen haben, um Pemetrexed

EVER Pharma zu erhalten. Ihr Arzt wird möglicherweise die Dosis ändern oder die Behandlung

verzögern, sofern es Ihr Allgemeinzustand erfordert und wenn Ihre Blutwerte zu niedrig sind. Wenn

Sie ebenfalls Cisplatin erhalten, wird Ihr Arzt dafür sorgen, dass Ihr Körper ausreichend Wasser

enthält und Sie die notwendigen Arzneimittel erhalten, um das Erbrechen vor und nach der Cisplatin-

Gabe zu vermeiden.

Bitte teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie eine Strahlentherapie hatten oder eine solche Therapie bei

Ihnen geplant ist, da eine frühe oder späte Strahlenreaktion mit Pemetrexed EVER Pharma möglich

ist.

Bitte sagen Sie Ihrem Arzt, ob Sie kürzlich geimpft wurden, da dies möglicherweise ungünstige

Auswirkungen mit Pemetrexed EVER Pharma haben kann.

Bitte teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie eine Herzerkrankung haben bzw. in Ihrer Krankengeschichte

hatten.

Sollte bei Ihnen eine Flüssigkeitsansammlung um die Lunge herum vorliegen, kann Ihr Arzt

entscheiden, diese Flüssigkeit zu beseitigen, bevor Sie Pemetrexed EVER Pharma erhalten.

Kinder und Jugendliche

Es gibt keinen relevanten Nutzen von Pemetrexed EVER Pharma in der Behandlung von Kindern und

Jugendlichen.

Anwendung von Pemetrexed EVER Pharma zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Krankenhausapotheker wenn Sie andere Arzneimittel

einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder

beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden. Dies gilt auch für Arzneimittel gegen

Schmerzen oder Entzündungen (Schwellungen), wie solche Arzneimittel, die „nichtsteroidale

Antiphlogistika“ (NSAIDs) genannt werden, einschließlich Arzneimittel, die nicht

verschreibungspflichtig sind (wie Ibuprofen). Es gibt viele verschiedenartige NSAIDs mit

unterschiedlicher Wirkdauer. Abhängig von dem geplanten Datum Ihrer Pemetrexed EVER Pharma-

Infusion und/oder dem Ausmaß Ihrer Nierenfunktion wird Ihr Arzt Ihnen sagen, welche anderen

Arzneimittel Sie einnehmen können, und wann. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob einige Ihrer

Arzneimittel NSAIDs sind, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Pemetrexed EVER Pharma wird, wie andere Arzneimittel zur Chemotherapie, nicht für die

gleichzeitige Anwendung mit attenuierten Lebendimpfstoffen empfohlen. Falls möglich, sind

inaktivierte Impfstoffe zu verwenden.

Schwangerschaft

Wenn Sie schwanger sind, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger

zu werden, sagen Sie es Ihrem Arzt. Pemetrexed EVER Pharma soll während der Schwangerschaft

vermieden werden. Ihr Arzt wird mit Ihnen das mögliche Risiko einer Anwendung von Pemetrexed

EVER Pharma während der Schwangerschaft besprechen. Frauen müssen während der Behandlung

mit Pemetrexed EVER Pharma zuverlässige schwangerschaftsverhütende Maßnahmen anwenden.

Stillzeit

Wenn Sie stillen, sagen Sie es Ihrem Arzt. Solange Sie mit Pemetrexed EVER Pharma behandelt

werden, muss abgestillt werden.

Fortpflanzungsfähigkeit

Männern wird empfohlen während der Behandlung und in den ersten 6 Monaten nach der Behandlung

mit Pemetrexed EVER Pharma kein Kind zu zeugen. Sie sollen deshalb in dieser Zeit eine sichere

Verhütungsmethode anwenden. Wenn Sie während der Behandlung oder den folgenden 6 Monaten

danach ein Kind zeugen möchten, fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker um Rat. Möglicherweise

möchten Sie sich vor Behandlungsbeginn über die Möglichkeit der Spermaeinlagerung beraten lassen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Nach der Anwendung von Pemetrexed EVER Pharma können Sie sich müde fühlen. Sie müssen im

Straßenverkehr und beim Bedienen von Maschinen vorsichtig sein.

Pemetrexed EVER Pharma enthält Natrium

Dieses Arzneimittel enthält 96,6 mg Natrium (Hauptbestandteil von Kochsalz/Speisesalz) pro Dosis

(500 mg Pemetrexed pro Quadratmeter Ihrer Körperoberfläche). Dies entspricht 4,8 % der für einen

Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung.

Wie ist Pemetrexed EVER Pharma anzuwenden?

Pemetrexed EVER Pharma 25 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung wird Ihnen

immer von medizinischem Fachpersonal gegeben. Die Pemetrexed EVER Pharma-Dosis beträgt

500 mg pro Quadratmeter Körperoberfläche. Ihre Körpergröße und Ihr Gewicht werden gemessen, um

die Körperoberfläche zu berechnen. Ihr Arzt wird die Körperoberfläche verwenden, um die

notwendige Dosis zu berechnen. Die Dosis wird möglicherweise in Abhängigkeit von Ihrem Blutbild

und Ihrem Allgemeinzustand angepasst oder die Behandlung verschoben. Ein Krankenhausapotheker,

das Pflegepersonal oder ein Arzt wird das Pemetrexed EVER Pharma-Konzentrat mit Natriumchlorid-

Lösung 9 mg/ml (0,9 %) oder Glucoselösung 5 % für Injektionszwecke mischen, bevor es bei Ihnen

angewendet wird.

Sie werden Pemetrexed EVER Pharma immer als intravenöse Infusion erhalten. Die Infusion dauert

etwa 10 Minuten.

Bei Anwendung von Pemetrexed EVER Pharma in Kombination mit Cisplatin:

Ihr Arzt oder Krankenhausapotheker wird die für Sie notwendige Dosis anhand Ihrer Körpergröße und

Ihres Gewichts berechnen. Cisplatin wird ebenfalls als Infusion in eine Ihrer Venen gegeben. Die

Infusion wird etwa 30 Minuten nach dem Ende der Infusion von Pemetrexed EVER Pharma beginnen.

Die Infusion von Cisplatin dauert etwa 2 Stunden.

Sie sollten normalerweise Ihre Infusion einmal alle 3 Wochen erhalten.

Zusätzliche Arzneimittel:

Corticosteroide: Ihr Arzt wird Ihnen Cortison-Tabletten verschreiben (entsprechend 4 mg

Dexamethason zweimal täglich), die Sie am Tag vor, am Tag während und am Tag nach der

Anwendung von Pemetrexed EVER Pharma einnehmen müssen. Sie erhalten dieses Arzneimittel, um

die Häufigkeit und Schwere von Hautreaktionen zu vermindern, die während der Krebsbehandlung

auftreten können.

Vitamingaben: Ihr Arzt wird Ihnen Folsäure (ein Vitamin) zum Einnehmen oder Multivitamine, die

Folsäure enthalten (350 bis 1.000 Mikrogramm), verschreiben, die Sie einmal täglich einnehmen

müssen, während Sie Pemetrexed EVER Pharma erhalten. Sie müssen mindestens 5 Dosen in den

7 Tagen vor der ersten Dosis Pemetrexed EVER Pharma einnehmen. Sie müssen die Einnahme der

Folsäure für 21 Tage nach der letzten Dosis Pemetrexed EVER Pharma fortführen. In der Woche vor

der Anwendung von Pemetrexed EVER Pharma und etwa alle 9 Wochen (entsprechend 3 Zyklen der

Behandlung mit Pemetrexed EVER Pharma) werden Sie außerdem eine Injektion von Vitamin B

(1.000 Mikrogramm) erhalten. Sie erhalten Vitamin B

und Folsäure, um die möglichen

Nebenwirkungen der Krebsbehandlung zu verringern.

Ihr Gesundheitszustand wird während der Behandlung engmaschig überwacht. Dazu gehören

routinemäßige Blutuntersuchungen, einschließlich Prüfungen der Leber- und Nierenfunktion.

Abhängig von den Ergebnissen dieser Tests kann Ihre Dosis geändert oder die Behandlung verschoben

werden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Sie müssen Ihren Arzt sofort informieren, wenn Sie das Folgende bei sich bemerken:

Fieber oder Infektion (häufig): wenn Sie eine Körpertemperatur von 38 °C oder darüber haben,

schwitzen oder andere Anzeichen einer Infektion haben (weil Sie dann möglicherweise weniger

weiße Blutkörperchen als normal haben, was sehr häufig ist). Infektionen (Sepsis) können

schwerwiegend sein und könnten zum Tode führen

Wenn Sie Schmerzen im Brustkorb (häufig) verspüren oder eine erhöhte Pulsrate haben

(gelegentlich)

Wenn Sie Schmerzen, Rötung, Schwellung oder Wundsein im Mund verspüren (sehr häufig)

Allergische Reaktionen: wenn Sie einen Hautausschlag (sehr häufig)/-brennen entwickeln oder

ein stechendes Gefühl (häufig) oder Fieber (häufig). Selten sind Hautreaktionen, die

schwerwiegend sind und zum Tode führen können. Wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn eine

heftige Rötung oder Jucken auftritt oder sich Blasen bilden (Stevens-Johnson-Syndrom oder

toxische epidermale Nekrolyse)

Wenn Sie sich müde oder schwach fühlen, rasch in Atemnot geraten oder blass aussehen (weil

Sie dann möglicherweise weniger Hämoglobin als normal haben, was sehr häufig ist).

Wenn Sie ein Bluten des Zahnfleisches, der Nase oder des Mundes feststellen oder eine andere

Blutung, die nicht zum Stillstand kommt, oder einen rötlichen oder rosafarbenen Urin oder

unerwartete Blutergüsse haben (weil Sie dann möglicherweise weniger Blutplättchen haben als

normal, was sehr häufig ist)

Wenn bei Ihnen eine plötzliche Atemlosigkeit, starke Brustschmerzen oder Husten mit blutigem

Auswurf auftritt (gelegentlich) (dies könnte ein Anzeichen für ein Blutgerinnsel in Ihren

Lungengefäßen sein [Lungenembolie])

Weitere Nebenwirkungen bei Pemetrexed EVER Pharma können sein:

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

Infektion

Pharyngitis (Halsschmerzen)

Niedrige Anzahl an neutrophilen Granulozyten (eine Art von weißen Blutkörperchen)

Niedrige Anzahl weißer Blutkörperchen

Niedrige Hämoglobinwerte (Anämie)

Schmerzen, Rötung, Schwellung oder Wundsein im Mund

Appetitverlust

Erbrechen

Durchfall

Übelkeit

Hautrötung

Hautabschuppungen

Blutwerte außerhalb des Normbereichs, die eine verringerte Funktionalität der Nieren anzeigen

Fatigue (Müdigkeit)

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Blutvergiftung

Fieber mit niedriger Anzahl an neutrophilen Granulozyten (eine Art von weißen

Blutkörperchen)

Niedrige Anzahl von Blutplättchen

Allergische Reaktion

Verlust von Körperflüssigkeiten

Geschmacksveränderung

Schäden an den motorischen Nerven, was zu Muskelschwäche und Atrophie (Muskelschwund)

hauptsächlich an Armen und Beinen führen kann

Schäden an den sensorischen Nerven, was zu Verlust von Empfindungen, brennenden

Schmerzen und instabilem Gang führen kann

Schwindel

Entzündung oder Schwellung der Bindehaut (die Membran, die die Augenlider auskleidet und

das Weiße des Auges bedeckt)

Trockene Augen

Tränende Augen

Trockenheit der Bindehaut (die Membran, die die Augenlider auskleidet und das Weiß des

Auges bedeckt) und der Hornhaut (der klaren Hautschicht vor Iris und Pupille)

Schwellung der Augenlider

Störungen am Auge wie Trockenheit, Tränen, Reizung und/oder Schmerzen

Herzversagen (Zustand, der die Fähigkeit Ihres Herzmuskels zu pumpen beeinflusst)

Unregelmäßiger Herzschlag

Verdauungsstörungen

Verstopfung

Bauchschmerzen

Leber: Erhöhung der Leber-Blutwerte

Vermehrte Pigmentierung der Haut

Juckende Haut

Ausschlag am Körper, bei dem jeder Fleck einem Bullauge ähnelt

Haarverlust

Nesselausschlag

Nierenversagen

Verringerte Nierenfunktion

Fieber

Schmerzen

Flüssigkeitsaustritt ins Körpergewebe, was zu Schwellungen führen kann

Brustschmerz

Entzündung und Geschwürbildung der Schleimhäute, die den Verdauungstrakt auskleiden

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Verringerung der Anzahl an roten und weißen Blutkörperchen und an Blutplättchen

Schlaganfall

Art von Schlaganfall, wenn eine Arterie zum Gehirn blockiert ist

Blutung innerhalb des Schädels

Angina (Brustschmerz durch reduzierten Blutfluss zum Herzen)

Herzinfarkt

Verengung oder Blockade der Koronararterien

Unnormaler Herzrhythmus

Mangelhafte Blutverteilung zu den Gliedmaßen

Blockade in einer der Arterien in Ihrer Lunge

Entzündung und Vernarbung von der Lungenhaut mit Atemproblemen

Durchtritt von hellrotem Blut aus dem Anus

Blutung im Gastrointestinaltrakt

Darmbruch

Entzündung der Speiseröhre

Entzündung der Dickdarm-Auskleidung, was mit inneren oder rektalen Blutungen verbunden

sein kann (nur in Kombination mit Cisplatin beobachtet)

Entzündung, Ödeme, Erythem und Ausdünnung der Schleimhaut der Speiseröhre verursacht

durch Strahlentherapie

Lungenentzündung verursacht durch Strahlentherapie

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

Zerstörung von roten Blutkörperchen

Anaphylaktischer Schock (schwere allergische Reaktion)

Entzündlicher Zustand der Leber

Rötungen an der Haut

Hautausschlag an den Stellen, die vorher einer Strahlentherapie ausgesetzt waren

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

Entzündungen an Haut und Gewebe

Stevens-Johnson-Syndrom (eine Art von schwerer Haut- und Schleimhautreaktion, die

lebensbedrohlich sein kann)

Toxische epidermale Nekrolyse (eine Art von schwerer Hautreaktion, die lebensbedrohlich sein

kann)

Autoimmunstörung, die zu Hautausschlägen und Blasenbildung an Beinen, Armen und Bauch

führen kann

Entzündung an der Haut, die charakterisiert ist durch das Vorhandensein von Blasen, die mit

Flüssigkeit gefüllt sind

Verletzlichkeit der Haut, Blasenbildung und Abschälen und Vernarbung der Haut

Rötung, Schmerzen und Schwellung hauptsächlich an den unteren Gliedmaßen

Entzündung an der Haut und dem Fettgewebe unter der Haut (Pseudocellulitis)

Entzündung an der Haut (Dermatitis)

Haut entzündet sich, wird juckend, rot, rissig und rau

Stark juckende Stellen

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Art von Diabetes primär hervorgerufen durch eine Nierenerkrankung

Nierenstörung, zu der das Absterben von tubulären Epithelzellen (diese bilden die Nierentubuli)

gehört

Jedes dieser Anzeichen und/oder Umstände kann bei Ihnen auftreten. Sie müssen Ihren Arzt so bald

wie möglich informieren, wenn die ersten Anzeichen dieser Nebenwirkungen auftreten.

Wenn Sie sich wegen möglicher Nebenwirkungen sorgen, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt darüber.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website:

www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

Wie ist Pemetrexed EVER Pharma aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton nach „verwendbar bis“ und dem Etikett

nach „verwendbar bis“, „verw. bis“ oder „EXP“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das

Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Nicht einfrieren.

Infusionslösung: Die chemische und physikalische Stabilität der der gebrauchsfertigen Zubereitung

wurde bei Kühlschranktemperatur (2 °C - 8 °C) für 28 Tage und für 7 Tage bei 20 °C - 30 °C

nachgewiesen. Aus mikrobiologischer Sicht ist das Produkt sofort anzuwenden. Andernfalls liegt die

Verantwortung für Aufbewahrungszeit und Aufbewahrungsbedingungen vor Verwendung beim

Anwender. Die Lösung darf normalerweise höchstens 24 Stunden bei 2 - 8 °C aufbewahrt werden,

sofern die Rekonstitution und die Verdünnung nicht unter kontrollierten und validierten aseptischen

Bedingungen stattgefunden haben.

Sie dürfen Pemetrexed EVER Pharma nicht verwenden, wenn Sie Folgendes bemerken: Anzeichen

von Partikeln.

Dieses Arzneimittel ist zur einmaligen Verwendung bestimmt. Nicht verwendetes Arzneimittel oder

Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Pemetrexed EVER Pharma enthält

Der Wirkstoff ist: Pemetrexed. Ein ml Konzentrat enthält 25 mg Pemetrexed (als Pemetrexed-

Dinatrium 2,5 H

Eine Durchstechflasche mit 4 ml Konzentrat enthält 100 mg Pemetrexed (als Pemetrexed-

Dinatrium 2,5 H

Eine Durchstechflasche mit 20 ml Konzentrat enthält 500 mg Pemetrexed (als Pemetrexed-

Dinatrium 2,5 H

Eine Durchstechflasche mit 40 ml Konzentrat enthält 1.000 mg Pemetrexed (als Pemetrexed-

Dinatrium 2,5 H

Die sonstigen Bestandteile sind: Trometamol, 3-Sulfanylpropan-1,2-diol, Citronensäure,

Natriumhydroxid-Lösung 3,8 % (zur Einstellung des pH-Werts), Salzsäure 3,6 % (zur

Einstellung des pH-Werts) und Wasser für Injektionszwecke.

medizinischen

Fachpersonal ist

weiterer Verdünnungsschritt

durchzuführen,

bevor

Anwendung erfolgt.

Wie Pemetrexed EVER Pharma aussieht und Inhalt der Packung

Pemetrexed EVER Pharma ist ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung. Es ist eine

wässrige, klare, leicht gelbliche oder gelb-grünliche Lösung.

Pemetrexed EVER Pharma ist in einer Durchstechflasche aus farblosem Glas mit einem

Gummistopfen und einer Aluminium-Kappe mit einem Flip-Off-Deckel aus Plastik erhältlich. Die

Durchstechflaschen können von einer Schutzhülle ummantelt sein.

Jede Packung Pemetrexed EVER Pharma enthält eine Durchstechflasche.

Packungsgrößen

1 x 4 ml Durchstechflasche (100 mg/4 ml)

1 x 20 ml Durchstechflasche (500 mg/20 ml)

1 x 40 ml Durchstechflasche (1.000 mg/40 ml)

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

EVER Valinject GmbH

Oberburgau 3

4866 Unterach am Attersee

Österreich

Hersteller

EVER Pharma Jena GmbH

Otto-Schott-Str. 15

07747 Jena

Deutschland

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Belgien

Pemetrexed EVER Pharma 25 mg/ml concentraat voor oplossing voor

infusie/solution à diluer pour perfusion/Konzentrat zur Herstellung einer

Infusionslösung

Dänemark

Pemetrexed EVER Pharma 25 mg/ml koncentrat til infusionsvæske, opløsning

Deutschland

Pemetrexed EVER Pharma 25 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer

Infusionslösung

Finnland

Pemetrexed EVER Pharma 25 mg/ml infuusiokonsentraatti, liuosta varten

Frankreich

Pemetrexed EVER Pharma 25 mg/ml, solution à diluer pour perfusion

Italien

Pemetrexed EVER Pharma 25 mg/ml concentrato per soluzione per infusione

Irland

Pemetrexed EVER Pharma 25 mg/ml concentrate for solution for infusion

Kroatien

Pemetrexed EVER Pharma 25 mg/ml koncentrat za otopinu za infuziju

Niederlande

Pemetrexed EVER Pharma 25 mg/ml concentraat voor oplossing voor infusie

Norwegen

Pemetrexed EVER Pharma 25 mg/ml konsentrat til infusjonsvæske, oppløsning

Österreich

Pemetrexed EVER Pharma 25 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer

Infusionslösung

Polen

Pemetrexed EVER Pharma 25 mg/ml koncentrat do sporządzania roztworu do

infuzji

Portugal

Pemetrexed EVER Pharma 25 mg/ml Concentrado para solução para perfusão

Rumänien

Pemetrexed EVER Pharma 25 mg/ml concentrat pentru soluţie perfuzabilă

Schweden

Pemetrexed EVER Pharma 25 mg/ml koncentrat till infusionsvätska, lösning

Slowakei

Pemetrexed EVER Pharma 25 mg/ml infúzny koncentrát

Slowenien

Pemetreksed EVER Pharma 25 mg/ml koncentrat za raztopino za infundiranje

Spanien

Pemetrexed EVER Pharma 25 mg/ml concentrado para solución para perfusión

Tschechische

Republik

Pemetrexed EVER Pharma 25 mg/ml koncentrát pro infuzní roztok

Ungarn

Pemetrexed EVER Pharma 25 mg/ml koncentrátum oldatos infúzióhoz

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Mai 2021.

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Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Die vollständigen Informationen können Sie der Fachinformation entnehmen.

Schwangeres Personal sollte dieses Arzneimittel nicht zubereiten oder verabreichen.

Hinweise für die Anwendung, Handhabung und Entsorgung

Verwenden Sie die erforderliche aseptische Technik bei der Verdünnung von Pemetrexed für

die Anwendung als Lösung zur intravenösen Infusion.

Berechnen Sie die Dosis und die Anzahl der notwendigen Durchstechflaschen von Pemetrexed

EVER Pharma.

Pemetrexed EVER Pharma darf nur mit Natriumchlorid-Lösung 9 mg/ml (0,9 %) oder Glucose-

Lösung 5 % für Injektionszwecke, ohne Konservierungsmittel, verdünnt werden. Verdünnen Sie

das benötigte Volumen Pemetrexed-Konzentrat auf 100 ml Gesamtvolumen. Diese Lösung ist

als intravenöse Infusion über einen Zeitraum von 10 Minuten zu verabreichen.

Pemetrexed-Infusionslösungen, die wie oben angegeben zubereitet wurden, sind kompatibel mit

Polyvinylchlorid- und Polyolefin-beschichteten Infusionssets und -beuteln. Pemetrexed ist mit

calciumhaltigen Lösungen inkompatibel, einschließlich Ringer-Lactat-Lösung und Ringer-

Lösung.

Pemetrexed EVER Pharma enthält Trometamol als sonstigen Bestandteil. Trometamol ist mit

Cisplatin nicht kompatibel; es führt zu einem Abbau von Cisplatin. Dieses Arzneimittel darf

nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden. Infusionsleitungen müssen nach der

Anwendung von Pemetrexed EVER Pharma gespült werden.

Parenteral zu applizierende Arzneimittel müssen vor der Anwendung auf Partikel und

Verfärbung kontrolliert werden. Nicht anwenden, wenn Partikel sichtbar sind.

Pemetrexed-Lösungen sind zur einmaligen Verwendung bestimmt. Nicht verwendetes

Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

Zubereitung und Vorsichtsmaßnahmen bei der Anwendung

Wie bei anderen potenziell toxischen Zytostatika soll die Handhabung und Zubereitung von

Pemetrexed-Infusionslösungen mit Vorsicht geschehen. Die Verwendung von Handschuhen wird

empfohlen. Sollte eine Pemetrexed-Lösung in Kontakt mit der Haut kommen, waschen Sie die Haut

sofort und gründlich mit Wasser und Seife. Wenn Pemetrexed in Kontakt mit der Schleimhaut kommt,

gründlich mit Wasser spülen. Pemetrexed wirkt nicht blasenbildend. Es gibt kein spezifisches Antidot

für Extravasate von Pemetrexed. Bis heute gibt es nur wenige Berichte über Extravasate von

Pemetrexed, welche von den Prüfern nicht als schwerwiegend eingestuft wurden. Extravasate von

Pemetrexed sollen mit den üblichen lokalen Standardmethoden für Extravasate anderer nicht-

blasenbildender Arzneimittel behandelt werden.

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FACHINFORMATION

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Pemetrexed EVER Pharma 25 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Ein ml des Konzentrates enthält 25 mg Pemetrexed (als Pemetrexed-Dinatrium).

Eine Durchstechflasche mit 4 ml Konzentrat enthält 100 mg Pemetrexed (als Pemetrexed-Dinatrium).

Eine Durchstechflasche mit 20 ml Konzentrat enthält 500 mg Pemetrexed (als Pemetrexed-Dinatrium).

Eine Durchstechflasche mit 40 ml Konzentrat enthält 1.000 mg Pemetrexed (als Pemetrexed-

Dinatrium).

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung

Dieses Arzneimittel enthält 2,7 mg Natrium pro ml.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

DARREICHUNGSFORM

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung.

Das Konzentrat ist eine wässrige, klare, leicht gelbliche oder gelblich-grünliche Lösung.

Der pH-Wert liegt zwischen 7,5 und 8,1.

KLINISCHE ANGABEN

Anwendungsgebiete

Malignes Pleuramesotheliom

Pemetrexed in Kombination mit Cisplatin ist angezeigt zur Behandlung von chemonaiven Patienten

mit inoperablem malignem Pleuramesotheliom.

Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom

Pemetrexed ist in Kombination mit Cisplatin angezeigt zur First-Line Therapie von Patienten mit lokal

fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom außer bei überwiegend

plattenepithelialer Histologie (siehe Abschnitt 5.1).

Pemetrexed in Monotherapie ist angezeigt für die Erhaltungstherapie bei lokal fortgeschrittenem oder

metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom außer bei überwiegend plattenepithelialer

Histologie bei Patienten, deren Erkrankung nach einer platinbasierten Chemotherapie nicht

unmittelbar fortgeschritten ist (siehe Abschnitt 5.1).

Pemetrexed in Monotherapie ist angezeigt zur Behandlung in Zweitlinientherapie von Patienten mit

lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom außer bei

überwiegend plattenepithelialer Histologie (siehe Abschnitt 5.1).

Dosierung und Art der Anwendung

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Dosierung

Pemetrexed darf nur unter der Aufsicht von Ärzten mit Erfahrung in der Anwendung von

antineoplastischen Arzneimitteln angewendet werden.

Pemetrexed in Kombination mit Cisplatin

Die empfohlene Dosis von Pemetrexed beträgt 500 mg/m² Körperoberfläche (KOF), verabreicht als

intravenöse Infusion über einen Zeitraum von 10 Minuten am ersten Tag jedes 21-tägigen

Behandlungszyklus. Die empfohlene Dosis von Cisplatin beträgt 75 mg/m² KOF als Infusion über

einen Zeitraum von 2 Stunden, etwa 30 Minuten nach Abschluss der Pemetrexed-Infusion am ersten

Tag jedes 21-tägigen Behandlungszyklus. Die Patienten müssen vor und/oder nach der Cisplatin-Gabe

eine angemessene antiemetische Behandlung sowie ausreichend Flüssigkeit erhalten (siehe Cisplatin-

Fachinformation für spezielle Dosierungshinweise).

Pemetrexed in Monotherapie

Bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom nach vorangegangener Chemotherapie beträgt

die empfohlene Dosis von Pemetrexed 500 mg/m² KOF, verabreicht als intravenöse Infusion über

einen Zeitraum von 10 Minuten am ersten Tag jedes 21-tägigen Behandlungszyklus.

Prämedikation

Zur Reduktion der Häufigkeit und Schwere von Hautreaktionen muss am Tag vor und am Tag der

Pemetrexed-Gabe sowie am Tag nach der Behandlung ein Corticosteroid gegeben werden. Das

Corticosteroid muss einer zweimal täglichen oralen Gabe von 4 mg Dexamethason entsprechen (siehe

Abschnitt 4.4).

Patienten, die mit Pemetrexed behandelt werden, müssen zur Reduktion der Toxizität zusätzlich

Vitamine erhalten (siehe Abschnitt 4.4). Patienten müssen täglich orale Gaben von Folsäure oder

Multivitamine mit Folsäure (350 bis 1.000 Mikrogramm) erhalten. Während der sieben Tage vor der

ersten Dosis Pemetrexed müssen mindestens 5 Dosen Folsäure eingenommen werden und die

Einnahme muss während der gesamten Therapiedauer sowie für weitere 21 Tage nach der letzten

Pemetrexed-Dosis fortgesetzt werden. Patienten müssen ebenfalls eine intramuskuläre Injektion

Vitamin B

(1.000 Mikrogramm) in der Woche vor der ersten Pemetrexed-Dosis erhalten sowie nach

jedem dritten Behandlungszyklus. Die weiteren Vitamin-B

-Injektionen können am selben Tag wie

Pemetrexed gegeben werden.

Überwachung

Bei Patienten, die Pemetrexed erhalten, sollte vor jeder Gabe ein vollständiges Blutbild erstellt

werden, einschließlich einer Differenzierung der Leukozyten und einer Thrombozytenzählung. Vor

jeder Chemotherapie müssen Blutuntersuchungen zur Überprüfung der Nieren- und Leberfunktion

erfolgen. Vor dem Beginn jedes Zyklus müssen die Patienten mindestens die folgenden Werte

aufweisen: absolute Neutrophilenzahl ≥ 1.500 Zellen/mm³; Thrombozytenzahl ≥ 100.000 Zellen/mm³.

Die Kreatinin-Clearance muss ≥ 45 ml/min betragen.

Das Gesamtbilirubin sollte ≤ 1,5-fache des oberen Grenzwertes betragen. Die alkalische Phosphatase

(AP), Aspartat-Aminotransferase (AST oder SGOT) und Alanin-Aminotransferase (ALT oder SGPT)

sollte ≤ 3-fache des oberen Grenzwertes betragen. Für die alkalische Phosphatase, AST und ALT sind

bei Vorliegen von Lebermetastasen Werte ≤ 5-fache des oberen Grenzwertes akzeptabel.

Dosisanpassungen

Am Beginn eines neuen Behandlungszyklus muss eine Dosisüberprüfung stattfinden unter

Berücksichtigung des Nadirs des Blutbildes oder der maximalen nicht-hämatologischen Toxizität der

vorhergehenden Therapiezyklen. Möglicherweise muss die Behandlung verschoben werden, um

genügend Zeit zur Erholung zu gestatten. Nach der Erholung müssen die Patienten entsprechend der

Hinweise in den Tabellen 1, 2 und 3 weiterbehandelt werden, die für Pemetrexed als Monotherapie

oder in Kombination mit Cisplatin anzuwenden sind.

3/19

Tabelle 1. Dosisanpassung für Pemetrexed (als Monotherapie oder in Kombination) und

Cisplatin – Hämatologische Toxizität

Nadir absolute Neutrophilenzahl < 500/mm³

Nadir Thrombozyten ≥ 50.000/mm³

75 % der vorigen Dosis

(sowohl Pemetrexed als auch Cisplatin)

Nadir Thrombozyten < 50.000/mm³ unabhängig

vom Nadir der absoluten Neutrophilenzahl

75 % der vorigen Dosis

(sowohl Pemetrexed als auch Cisplatin)

Nadir Thrombozyten < 50.000/mm³ mit Blutung

unabhängig vom Nadir der absoluten

Neutrophilenzahl

50 % der vorigen Dosis

(sowohl Pemetrexed als auch Cisplatin)

Diese Kriterien entsprechen der Definition der National Cancer Institute Common Toxicity Criteria

(CTC v2.0; NCI 1998) ≥ CTC Grad 2 Blutung.

Sollten Patienten nicht-hämatologische Toxizität ≥ Grad 3 entwickeln (ausgenommen Neurotoxizität),

muss die Therapie mit Pemetrexed unterbrochen werden, bis der Patient den Wert vor der Behandlung

oder darunter erreicht hat. Die Behandlung soll dann entsprechend der Richtlinien in Tabelle 2

fortgesetzt werden.

Tabelle 2. Dosisanpassung für Pemetrexed (als Monotherapie oder in Kombination) und

Cisplatin - Nicht-hämatologische Toxizität

Pemetrexed-Dosis (mg/m²)

Cisplatin-Dosis (mg/m²)

Jede Toxizität Grad 3 oder 4

außer Mukositis

75 % der vorigen Dosis

75 % der vorigen Dosis

Jede Diarrhoe, die eine

Hospitalisierung erfordert

(unabhängig vom Grad) oder

Diarrhoe Grad 3 oder 4

75 % der vorigen Dosis

75 % der vorigen Dosis

Grad 3 oder 4 Mukositis

50 % der vorigen Dosis

100 % der vorigen Dosis

National Cancer Institute Common Toxicity Criteria (CTC v2.0; NCI 1998)

Ausgenommen Neurotoxizität

Falls eine Neurotoxizität auftritt, muss die Dosis von Pemetrexed und Cisplatin gemäß Tabelle 3

angepasst werden. Die Behandlung ist beim Auftreten von Neurotoxizität Grad 3 oder 4 abzubrechen.

Tabelle 3. Dosisanpassung für Pemetrexed (als Monotherapie oder in Kombination) und

Cisplatin - Neurotoxizität

Grad

Pemetrexed-Dosis (mg/m²)

Cisplatin-Dosis (mg/m²)

0 - 1

100 % der vorigen Dosis

100 % der vorigen Dosis

100 % der vorigen Dosis

50 % der vorigen Dosis

National Cancer Institute Common Toxicity Criteria (CTC v2.0; NCI 1998)

Die Behandlung mit Pemetrexed muss abgebrochen werden, wenn bei Patienten nach

2 Dosisreduktionen eine hämatologische Toxizität oder nicht-hämatologische Toxizität Grad 3 oder 4

auftritt oder sofort beim Auftreten von Grad-3- oder -4-Neurotoxizität.

Besondere Patientengruppen

Ältere Patienten

Klinische Studien ergaben keinen Hinweis, dass bei Patienten im Alter von 65 Jahren oder darüber im

Vergleich zu Patienten im Alter unter 65 Jahren ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen besteht. Es

sind keine Dosisreduktionen erforderlich, welche über die für alle Patienten empfohlenen

hinausgehen.

Kinder und Jugendliche

Es gibt keinen relevanten Einsatz von Pemetrexed in der Behandlung von Kindern und Jugendlichen

mit malignem Pleuramesotheliom und nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom.

4/19

Patienten mit Nierenfunktionseinschränkung (Standardformel nach Cockcroft und Gault oder

glomeruläre Filtrationsrate gemessen mit der Tc99m-DPTA Serumclearance-Methode)

Pemetrexed wird hauptsächlich unverändert durch renale Exkretion eliminiert. In klinischen Studien

waren bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von ≥ 45 ml/min keine Dosisanpassungen

notwendig, die über die für alle Patienten empfohlenen Dosisanpassungen hinausgehen. Die Datenlage

bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von unter 45 ml/min war nicht ausreichend; daher wird die

Anwendung nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).

Patienten mit Leberfunktionseinschränkung

Es wurde kein Zusammenhang zwischen AST (SGOT), ALT (SGPT) oder Gesamtbilirubin und der

Pharmakokinetik von Pemetrexed beobachtet. Allerdings wurden Patienten mit einer

Leberfunktionseinschränkung von > dem 1,5-fachen des oberen Bilirubin-Grenzwertes und/oder

Aminotransferase-Werten von > dem 3,0-fachen des oberen Grenzwertes (bei Abwesenheit von

Lebermetastasen) oder > 5,0-fachen des oberen Grenzwertes (bei Vorhandensein von

Lebermetastasen) nicht speziell in den Studien untersucht.

Art der Anwendung

Zur intravenösen Anwendung nach Verdünnung.

Pemetrexed EVER Pharma sollte als intravenöse Infusion über 10 Minuten am ersten Tag eines jeden

21-tägigen Zyklus verabreicht werden.

Vorsichtsmaßnahmen bei der Handhabung/vor der Anwendung von Pemetrexed und Hinweise zur

Verdünnung von Pemetrexed EVER Pharma vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

Stillen (siehe Abschnitt 4.6).

Gleichzeitige Gelbfieberimpfung (siehe Abschnitt 4.5).

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Pemetrexed kann die Knochenmarkfunktion unterdrücken; dies manifestiert sich als Neutropenie,

Thrombozytopenie und Anämie (oder Panzytopenie) (siehe Abschnitt 4.8). Die

Knochenmarksuppression ist üblicherweise die dosislimitierende Toxizität. Patienten müssen im

Hinblick auf die Knochenmarksuppression überwacht werden und Pemetrexed darf nicht an Patienten

verabreicht werden, bevor deren absolute Neutrophilenzahl wieder einen Wert von

≥ 1.500 Zellen/mm³ und die Thrombozytenzahl wieder einen Wert von ≥ 100.000 Zellen/mm³ erreicht

hat. Eine Dosisreduktion für weitere Zyklen basiert auf dem Nadir der absoluten Neutrophilenzahl,

Thrombozytenzahl und maximaler nicht-hämatologischer Toxizität, wie sie in den vorangegangenen

Behandlungszyklen beobachtet wurden (siehe Abschnitt 4.2).

Eine geringere Toxizität und eine Reduktion der Grad 3/4 hämatologischen und nichthämatologischen

Toxizität wie Neutropenie, febrile Neutropenie und Infektion mit Grad 3/4 Neutropenie wurde

beobachtet, wenn eine Vorbehandlung mit Folsäure und Vitamin B

stattgefunden hatte. Daher

müssen alle mit Pemetrexed behandelten Patienten angewiesen werden, Folsäure und Vitamin B

prophylaktische Maßnahme zur Reduktion behandlungsbedingter Toxizität anzuwenden (siehe

Abschnitt 4.2).

Bei Patienten, die nicht mit Corticosteroiden vorbehandelt wurden, wurden Hautreaktionen berichtet.

Eine Vorbehandlung mit Dexamethason (oder Äquivalent) kann die Häufigkeit und Schwere von

Hautreaktionen verringern (siehe Abschnitt 4.2).

5/19

Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von unter 45 ml/min wurden nicht in ausreichender Anzahl

untersucht. Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von < 45 ml/min wird die Anwendung nicht

empfohlen (siehe Abschnitt 4.2).

Patienten mit leichter bis mittlerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance 45 bis 79 ml/min) müssen

die gleichzeitige Einnahme nichtsteroidaler Antiphlogistika (NSAIDs) wie Ibuprofen und

Acetylsalicylsäure (> 1,3 g täglich) für mindestens 2 Tage vor der Therapie, am Tag der Therapie und

mindestens 2 Tage nach der Therapie mit Pemetrexed vermeiden (siehe Abschnitt 4.5).

Bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Niereninsuffizienz, für die eine Therapie mit Pemetrexed

vorgesehen ist, soll die Einnahme von NSAIDs mit langer Halbwertzeit für mindestens 5 Tage vor der

Therapie, am Tag der Therapie und mindestens 2 Tage nach der Therapie mit Pemetrexed

unterbrochen werden (siehe Abschnitt 4.5).

Über schwerwiegende renale Ereignisse, einschließlich akutem Nierenversagen, wurde bei

Pemetrexed-Monotherapie oder in Kombination mit anderen Chemotherapeutika berichtet. Viele

Patienten, bei denen diese Ereignisse auftraten, hatten entsprechende Risikofaktoren für das Auftreten

von renalen Ereignissen, einschließlich Dehydratation, vorbestehendem Bluthochdruck oder Diabetes.

Nach der Markteinführung wurden bei Pemetrexed-Monotherapie oder in Kombination mit anderen

Chemotherapeutika ebenfalls nephrogener Diabetes insipidus und Nierentubulusnekrose berichtet. Die

meisten dieser Ereignisse bildeten sich nach dem Absetzen von Pemetrexed wieder zurück. Die

Patienten sind regelmäßig auf akute Nierentubulusnekrose, eine eingeschränkte Nierenfunktion sowie

Symptome von nephrogenem Diabetes insipidus (z. B. Hypernatriämie) zu überwachen.

Die Wirkung von Flüssigkeit im transzellulären Raum, wie z. B. Pleuraerguss oder Aszites, auf

Pemetrexed ist nicht vollständig bekannt. Eine Phase 2 Studie mit Pemetrexed mit 31 Patienten mit

soliden Tumoren und gleichbleibender Flüssigkeitsansammlung im transzellulären Raum zeigte

keinen Unterschied der Pemetrexed-Dosis, der normalisierten Plasma-Konzentration oder der

Clearance verglichen mit Patienten ohne Flüssigkeitsansammlung im transzellulären Raum. Daher soll

bei Flüssigkeitsansammlung im transzellulären Raum eine Drainage des Ergusses vor der Pemetrexed-

Behandlung in Betracht gezogen werden, diese ist aber nicht unbedingt notwendig.

Aufgrund der gastrointestinalen Toxizität von Pemetrexed in Kombination mit Cisplatin wurden

schwere Dehydratationen beobachtet. Daher müssen Patienten eine ausreichende antiemetische

Behandlung und angemessene Flüssigkeitszufuhr vor und/oder nach der Behandlung erhalten.

Schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse, einschließlich Myokardinfarkt, und zerebrovaskuläre

Ereignisse wurden in klinischen Studien mit Pemetrexed gelegentlich berichtet, wenn dieser Wirkstoff

üblicherweise in Kombination mit einem anderen zytotoxischen Wirkstoff verabreicht wurde. Die

meisten Patienten, bei denen diese Ereignisse beobachtet wurden, hatten vorbestehende

kardiovaskuläre Risikofaktoren (siehe Abschnitt 4.8).

Ein immunsupprimierter Status ist bei Krebspatienten häufig. Aus diesem Grund wird die

gleichzeitige Anwendung attenuierter Lebendimpfstoffe nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.3 und

4.5).

Pemetrexed kann das Erbgut schädigen. Geschlechtsreife Männer müssen angewiesen werden,

während der Behandlung und bis zu 6 Monate danach kein Kind zu zeugen. Es werden wirksame

kontrazeptive Maßnahmen oder Enthaltsamkeit empfohlen. Da die Möglichkeit einer irreversiblen

Schädigung der Fortpflanzungsfähigkeit durch Pemetrexed besteht, sollten Männer vor dem

Behandlungsbeginn darauf hingewiesen werden, Beratung hinsichtlich der Spermakonservierung

einzuholen.

Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung mit Pemetrexed wirksame Methoden

der Kontrazeption anwenden (siehe Abschnitt 4.6).

6/19

Es wurden Fälle von Strahlenpneumonitis bei Patienten berichtet, die vor, während oder nach ihrer

Pemetrexed-Therapie bestrahlt wurden. Diesen Patienten soll besondere Aufmerksamkeit gelten und

die Verabreichung von radiosensibilisierenden Substanzen soll mit Vorsicht erfolgen.

Bei Patienten, die Wochen oder Jahre zuvor eine Strahlentherapie erhalten hatten, wurden Fälle von

sog. „Radiation Recall“ berichtet.

Pemetrexed EVER Pharma enthält 96,6 mg Natrium pro Dosis (500 mg/m² Körperoberfläche

[basierend auf einer durchschnittlichen BSA von 1,79 m²]), entsprechend 4,8 % der von der WHO für

einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Pemetrexed wird hauptsächlich unverändert renal durch tubuläre Sekretion und in geringerem Ausmaß

durch glomeruläre Filtration ausgeschieden. Eine gleichzeitige Anwendung nephrotoxischer

Arzneimittel (z. B. Aminoglycoside, Schleifendiuretika, platinhaltige Arzneimittel, Ciclosporin)

könnte zu einer verzögerten Ausscheidung von Pemetrexed führen. Diese Kombination soll mit

Vorsicht angewendet werden. Sofern notwendig, sollte die Kreatinin-Clearance eng überwacht

werden.

Die gleichzeitige Anwendung von Substanzen, die ebenfalls tubulär sezerniert werden (z. B.

Probenecid, Penicillin), kann möglicherweise zu einer verzögerten Ausscheidung von Pemetrexed

führen. Wenn diese Arzneimittel mit Pemetrexed kombiniert werden, soll dies mit Vorsicht

geschehen. Falls notwendig, muss die Kreatinin-Clearance eng überwacht werden.

Bei Patienten mit normaler Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance ≥ 80 ml/min) können hohe Dosen

nichtsteroidaler Antiphlogistika (NSAIDs, wie Ibuprofen > 1600 mg/Tag) und Acetylsalicylsäure in

hoher Dosis (≥ 1,3 g täglich) zu einer verringerten Pemetrexed-Ausscheidung mit der Folge eines

vermehrten Auftretens von Nebenwirkungen führen. Daher ist Vorsicht geboten, wenn bei Patienten

mit normaler Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance ≥ 80 ml/min) hohe Dosen von NSAIDs oder

Acetylsalicylsäure in hoher Dosis angewendet werden.

Bei Patienten mit leichter bis mittlerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance 45 bis 79 ml/min)

muss die gleichzeitige Anwendung von Pemetrexed und NSAIDs (z. B. Ibuprofen) oder

Acetylsalicylsäure in hoher Dosis für mindestens 2 Tage vor der Therapie, am Tag der Therapie und

mindestens 2 Tage nach der Therapie mit Pemetrexed vermieden werden (siehe Abschnitt 4.4).

Da keine Daten hinsichtlich des Interaktionspotenzials mit NSAIDs mit langer Halbwertzeit wie

Piroxicam oder Rofecoxib vorliegen, soll die gleichzeitige Anwendung mit Pemetrexed bei Patienten

mit leichter bis mittelschwerer Niereninsuffizienz für mindestens 5 Tage vor der Therapie, am Tag der

Therapie und mindestens 2 Tage nach der Therapie mit Pemetrexed unterbrochen werden (siehe

Abschnitt 4.4). Bei gleichzeitiger Anwendung von NSAIDs ist es notwendig, die Patienten genau zu

überwachen, ob Toxizitäten auftreten, insbesondere Knochenmarkdepression und gastrointestinale

Toxizität.

Pemetrexed wird nur gering hepatisch metabolisiert. Ergebnisse aus In-vitro-Studien mit humanen

Lebermikrosomen deuten darauf hin, dass keine klinisch signifikante Inhibition der metabolischen

Clearance von Arzneimitteln zu erwarten ist, die von den Zytochromen CYP3A, CYP2D6, CYP2C9

und CYP1A2 metabolisiert werden.

Wechselwirkungen, die alle Zytostatika betreffen

Aufgrund eines erhöhten Thromboserisikos bei Krebspatienten werden häufig Antikoagulanzien

angewendet. Die große intra-individuelle Variabilität des Gerinnungsstatus während der Krankheit

und die Möglichkeit von Wechselwirkungen zwischen oralen Antikoagulanzien und antineoplastischer

Chemotherapie erfordert eine erhöhte Überwachungsfrequenz der INR (International Normalised

Ratio), wenn die Entscheidung getroffen wurde, den Patienten mit oralen Antikoagulanzien zu

behandeln.

7/19

Gleichzeitige Anwendung kontraindiziert: Gelbfieberimpfstoff: Gefahr einer tödlichen generalisierten

Impferkrankung (siehe Abschnitt 4.3).

Gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen: attenuierte Lebendimpfstoffe (ausgenommen Gelbfieber,

diese ist kontraindiziert): Gefahr einer systemischen, möglicherweise tödlichen, Erkrankung. Das

Risiko ist bei Patienten mit einer bereits bestehenden Immunsuppression aufgrund der

zugrundeliegenden Krankheit erhöht. Verwenden Sie einen inaktivierten Impfstoff, sofern verfügbar

(Poliomyelitis) (siehe Abschnitt 4.4).

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter/Verhütung bei Männern und Frauen

Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung mit Pemetrexed eine zuverlässige

Verhütungsmethode anwenden. Pemetrexed kann das Erbgut schädigen. Geschlechtsreife Männer

müssen angewiesen werden, während der Behandlung und bis zu 6 Monate danach kein Kind zu

zeugen. Es werden wirksame kontrazeptive Maßnahmen oder Enthaltsamkeit empfohlen.

Schwangerschaft

Es liegen keine Daten für die Verwendung von Pemetrexed bei Schwangeren vor, aber wie bei

anderen Antimetaboliten werden bei einer Anwendung in der Schwangerschaft schwere

Geburtsdefekte erwartet. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe

Abschnitt 5.3). Pemetrexed darf nicht während der Schwangerschaft angewendet werden, außer wenn

unbedingt erforderlich und nach sorgfältiger Abwägung des Nutzens für die Mutter und des Risikos

für den Fötus (siehe Abschnitt 4.4).

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Pemetrexed in die Muttermilch übergeht und unerwünschte Wirkungen beim

gestillten Säugling können nicht ausgeschlossen werden. Daher darf eine Mutter während der

Behandlung mit Pemetrexed nicht stillen (siehe Abschnitt 4.3).

Fertilität

Da die Möglichkeit einer irreversiblen Schädigung der Fortpflanzungsfähigkeit durch Pemetrexed

besteht, sollten Männer vor dem Behandlungsbeginn darauf hingewiesen werden, Beratung

hinsichtlich der Spermakonservierung einzuholen.

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von

Maschinen durchgeführt. Allerdings wurde berichtet, dass Pemetrexed Müdigkeit verursachen kann.

Daher müssen Patienten vor der aktiven Teilnahme am Verkehr oder dem Bedienen von Maschinen

gewarnt werden, wenn diese Wirkung auftritt.

Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Nebenwirkungsprofils

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen, die im Zusammenhang mit Pemetrexed standen,

entweder in der Mono- oder in der Kombinationstherapie angewendet, sind durch

Knochenmarksuppression bedingte Anämie, Neutropenie, Leukopenie, Thrombozytopenie und

gastrointestinale Toxizitäten, die als Anorexie, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe, Obstipation,

Pharyngitis, Mukositis und Stomatitis in Erscheinung treten. Andere Nebenwirkungen sind

Nierentoxizitäten, erhöhte Aminotransferasen, Alopezie, Müdigkeit, Dehydratation, Rash

(Hautrötung), Infektion/Sepsis und Neuropathie. Selten aufgetretene Ereignisse sind das Stevens-

Johnson-Syndrom und die toxische epidermale Nekrolyse.

8/19

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

In Tabelle 4 werden unerwünschte Ereignisse unabhängig vom Kausalzusammenhang mit Pemetrexed

gelistet, die entweder aus pivotalen Zulassungsstudien (JMCH, JMEI, JMBD, JMEN und

PARAMOUNT), in denen Pemetrexed in der Monotherapie oder in Kombination mit Cisplatin

eingesetzt wurde, oder aus der Zeit nach Markteinführung stammen.

Die Nebenwirkungen sind nach den MedDRA Systemorganklassen aufgeführt. Die folgende

Terminologie wurde zur Sortierung der Häufigkeit genutzt: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100,

< 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100), selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000) und

nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Tabelle 4. Häufigkeit von allen Graden an unerwünschten Ereignissen unabhängig von einer

Kausalität aus den pivotalen Zulassungstudien: JMEI (Pemetrexed vs. Docetaxel), JMDB

(Pemetrexed und Cisplatin versus Gemcitabin und Cisplatin), JMCH (Pemetrexed plus Cisplatin

versus Cisplatin), JMEN und PARAMOUNT (Pemetrexed plus Best Supportive Care versus

Placebo plus Best Supportive Care) und aus der Zeit seit Markteinführung

System-

organklasse

(MedDRA)

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Sehr selten

Nicht

bekannt

Infektionen

parasitäre

Erkrankun-

Infektion

Pharyngitis

Sepsis

Dermohypo-

dermitis

Erkrankun-

gen des

Blutes und

des Lymph-

systems

Neutropenie,

Leukopenie,

Hämoglobin

erniedrigt

Febrile

Neutropenie,

Thrombo-

zyten

erniedrigt

Panzytopenie

Immunver-

mittelte

hämolytische

Anämie

Erkrankun-

gen des

Immun-

systems

Hypersensi-

tivität

Anaphylak-

tischer

Schock

Stoffwech-

sel- und Er-

nährungs-

störungen

Dehydrata-

tion

Erkrankun-

gen des

Nerven-

systems

Geschmacks-

störung,

periphere

motorische

Neuropathie

periphere

sensorische

Neuropathie,

Schwindel

Schlaganfall,

ischämischer

Schlaganfall,

intrakranielle

Blutung

Augen-

erkrankun-

Konjunktivi-

tis, trockenes

Auge,

verstärkter

Tränenfluss,

Kerato-

konjunkti-

vitis sicca,

Augenlid-

ödeme,

oberflächige

Augener-

krankung

9/19

System-

organklasse

(MedDRA)

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Sehr selten

Nicht

bekannt

Herz-

erkrankun-

Herzversa-

gen,

Arrhythmie

Angina,

Myokardin-

farkt,

koronare

Herzerkran-

kung

Supraven-

trikuläre

Arrhythmie

Gefäß-

erkrankun-

Periphere

Ischämie

Erkrankun-

gen der

Atemwege,

des Brust-

raums und

Media-

stinums

Lungenem-

bolie, inter-

stitielle

Pneu-

monitis

b, d

Erkrankun-

gen des

Gastrointes-

tinaltrakts

Stomatitis,

Anorexie,

Erbrechen,

Diarrhoe,

Übelkeit

Dyspepsie,

Verstopfung,

Bauch-

schmerzen

Rektale

Blutung,

gastrointes-

tinale

Blutung,

intestinale

Perforation,

Ösophagitis,

Colitis

Leber- und

Gallen-

erkrankun-

Alaninami-

notransferase

erhöht,

Aspartatami-

notransferase

erhöht

Hepatitis

Erkrankun-

gen der Haut

und des

Unterhaut-

zellgewebes

Rash (Haut-

rötung),

Hautab-

schuppung

Hyperpig-

mentierung,

Pruritus,

Erythema

multiforme,

Alopezie,

Urtikaria

Erythem

Stevens-

Johnson

Syndrom

toxische

epidermale

Nekrolyse

Pemphigoid

bullöse

Dermatitis,

erworbene

Epidermo-

lysis bullosa,

Erythema-

töses Ödem

Pseudo-

cellulitis

Dermatitis,

Ekzem,

Prurigo

Erkrankun-

gen der

Nieren und

Harnwege

Kreatinin-

Clearance

erniedrigt,

Kreatinin im

Blut erhöht

Nierenver-

sagen,

verminderte

glomeruläre

Filtrations-

rate

Nephrogener

Diabetes

insipidus,

Nierentubu-

lusnekrose

10/19

System-

organklasse

(MedDRA)

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Sehr selten

Nicht

bekannt

Allgemeine

Erkrankun-

gen und

Beschwerden

am Verab-

reichungsort

Fatigue

Pyrexie,

Schmerzen,

Ödeme,

Brustschmer-

Schleimhaut-

entzündung

Untersuch-

ungen

Gammaglu-

tamyltrans-

ferase erhöht

Verletzung,

Vergiftung

und durch

Eingriffe

bedingte

Komplikat-

ionen

Strahlen-

ösophagitis,

Strahlenpneu

monitis

„Radiation

Recall“

mit und ohne Neutropenie

in einigen Fällen tödlich

führt manchmal zu Nekrosen an den Extremitäten

mit respiratorischer Insuffizienz

nur in Kombination mit Cisplatin beobachtet

hauptsächlich in den unteren Extremitäten

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

Überdosierung

Berichtete Symptome einer Überdosierung waren Neutropenie, Anämie, Thrombozytopenie,

Mukositis, sensorische Polyneuropathie und Hautrötung. Eine erwartete Komplikation einer

Überdosierung ist eine Knochenmarkdepression, die sich als Neutropenie, Thrombozytopenie und

Anämie manifestiert. Außerdem können Infektionen mit oder ohne Fieber, Durchfall und Mukositis

auftreten. Im Fall einer vermuteten Überdosierung müssen die Patienten mittels geeigneter

Blutuntersuchungen überwacht werden und, soweit notwendig, unterstützende Therapie erhalten. Die

Gabe von Calciumfolinat/Folinsäure zur Behandlung der Pemetrexed-Überdosierung sollte erwogen

werden.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Mittel, Folsäure-Analoga, ATC-Code: L01BA04

Pemetrexed ist ein antineoplastisches Antifolat, das seine Wirkung ausübt, indem es wichtige

folsäureabhängige metabolische Prozesse unterbricht, die für die Zellreplikation notwendig sind.

In-vitro-Studien zeigten, dass Pemetrexed als Antifolat mit mehreren Angriffspunkten wirkt, indem es

die Thymidylatsynthase (TS), Dihydrofolatreduktase (DHFR) und

Glycinamidribonucleotidformyltransferase (GARFT) blockiert, die folatabhängige Schlüsselenzyme

der de novo Biosynthese von Thymidin- und Purinnucleotiden sind. Pemetrexed wird sowohl von dem

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