Pemazyre

Europäische Union - Deutsch - EMA (European Medicines Agency)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-09-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

01-09-2021

Wirkstoff:
pemigatinib
Verfügbar ab:
Incyte Biosciences Distribution B.V.
ATC-Code:
L01EX20
INN (Internationale Bezeichnung):
pemigatinib
Therapiegruppe:
Antineoplastische Agenten,
Therapiebereich:
Cholangiocarcinoma
Anwendungsgebiete:
Pemazyre monotherapy is indicated for the treatment of adults with locally advanced or metastatic cholangiocarcinoma with a fibroblast growth factor receptor 2 (FGFR2) fusion or rearrangement that have progressed  after at least one prior line of systemic therapy.
Produktbesonderheiten:
Revision: 1
Berechtigungsstatus:
Autorisiert
Zulassungsnummer:
EMEA/H/C/005266
Berechtigungsdatum:
2021-03-26
EMEA-Code:
EMEA/H/C/005266

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B. PACKUNGSBEILAGE

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Pemazyre 4,5 mg Tabletten

Pemazyre 9 mg Tabletten

Pemazyre 13,5 mg Tabletten

Pemigatinib

Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle

Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Sie können dabei helfen, indem Sie jede

auftretende Nebenwirkung melden. Hinweise zur Meldung von Nebenwirkungen, siehe Ende

Abschnitt 4.

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Pemazyre und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Pemazyre beachten?

Wie ist Pemazyre einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Pemazyre aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Pemazyre und wofür wird es angewendet?

Pemazyre enthält den Wirkstoff Pemigatinib, der zu einer Gruppe von Krebsmedikamenten, den

sogenannten Tyrosinkinase-Hemmern, gehört. Es blockiert die Wirkung von Proteinen in der Zelle,

die Fibroblasten-Wachstumsfaktor-Rezeptor-Typen 1, 2 und 3 (FGFR1, FGFR2 und FGFR3) genannt

werden und das Zellwachstum regulieren. Krebszellen können eine abnorme Form dieses Proteins

aufweisen. Durch die Blockierung von FGFR kann Pemigatinib das Wachstum solcher Krebszellen

verhindern.

Pemazyre wird verwendet:

zur Behandlung von Erwachsenen mit Gallengangskarzinom (auch bekannt als

Cholangiokarzinom), deren Krebszellen eine abnorme Form des FGFR2-Proteins aufweisen,

wenn sich der Krebs auf andere Teile des Körpers ausgebreitet hat oder nicht durch eine

Operation entfernt werden kann und

wenn die Behandlung mit anderen Arzneimitteln nicht mehr wirksam ist.

2.

Was sollten sie vor der Einnahme von Pemazyre beachten?

Pemazyre darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Pemigatinib oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind,

Johanniskraut anwenden, ein Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Pemazyre einnehmen, wenn Sie

Folgendes haben:

Ihnen wurde gesagt, dass bei Ihnen eine Zunahme oder Abnahme eines Minerals in Ihrem Blut

vorliegt, das als Phosphor bezeichnet wird.

Seh- oder Augenprobleme

eine stark verminderte Leberfunktion. Ihre Behandlung muss möglicherweise angepasst werden.

eine stark verminderte Nierenfunktion. Ihre Behandlung muss möglicherweise angepasst

werden.

Krebszellen, die sich in das Gehirn oder Rückenmark ausgebreitet haben

Augenuntersuchungen werden empfohlen:

vor Beginn der Behandlung mit Pemazyre

alle 2 Monate während der ersten 6 Monate der Behandlung

danach alle 3 Monate oder sofort, wenn visuelle Symptome auftreten, einschließlich Lichtblitze,

Sehstörungen oder dunkle Flecken.

Informieren Sie Ihren Arzt sofort, wenn Sie irgendwelche Symptome hinsichtlich Ihres Sehvermögens

bekommen.

Sie sollten auch feuchtigkeitsspendende Augentropfen oder -gels verwenden, um trockene Augen zu

verhindern oder zu behandeln.

Pemazyre kann das ungeborene Kind schädigen. Eine wirksame Empfängnisverhütung muss während

der Behandlung und für mindestens 1 Woche nach der letzten Dosis von Pemazyre bei gebärfähigen

Frauen und bei Männern mit gebärfähigen Partnerinnen angewendet werden.

Kinder und Jugendliche

Pemazyre sollte nicht an Kinder oder Jugendliche unter 18 Jahren verabreicht werden. Es ist nicht

bekannt, ob es in dieser Altersgruppe sicher und wirksam ist.

Einnahme von Pemazyre zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich andere

Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen.

Insbesondere sollten Sie Ihren Arzt informieren, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel

einnehmen, damit der Arzt entscheiden kann, ob Ihre Behandlung geändert werden muss:

Johanniskraut: ein Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen. Sie dürfen während der

Behandlung mit Pemazyre kein Johanniskraut einnehmen.

Medikamente deren Wirkstoffnamen auf „-prazol“ enden: Diese werden verwendet um die

Freisetzung von Magensäure zu reduzieren. Vermeiden Sie die Einnahme dieser Arzneimittel

während der Behandlung mit Pemazyre

Itraconazol: ein Arzneimittel zur Behandlung von Pilzinfektionen

Rifampicin: ein Arzneimittel zur Behandlung von Tuberkulose oder bestimmten anderen

Infektionen

Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital, Primidon: Arzneimittel zur Behandlung von

Epilepsie

Efavirenz: Arzneimittel zur Behandlung einer HIV-Infektion

Cyclophosphamid, Ifosfamid: andere Arzneimittel zur Behandlung von Krebs

Methadon: ein Arzneimittel zur Behandlung starker Schmerzen oder zur Suchtbehandlung

Digoxin: ein Arzneimittel zur Behandlung von Herzerkrankungen

Dabigatran: ein Arzneimittel zur Verhinderung von Blutgerinnseln

Colchicin: ein Arzneimittel zur Behandlung von Gichtanfällen

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker

um Rat.

Schwangerschaft

Pemazyre kann das ungeborene Kind schädigen und sollte während der Schwangerschaft nicht

angewendet werden, es sei denn, Ihr Arzt gibt Ihnen andere Anweisungen. Vor Beginn der

Behandlung sollte ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden.

Verhütungsberatung für Männer und Frauen

Frauen, die mit Pemazyre behandelt werden, sollten nicht schwanger werden. Daher müssen

Frauen, die schwanger werden könnten, während der Behandlung und für mindestens 1 Woche

nach der letzten Einnahme von Pemazyre eine wirksame Empfängnisverhütung anwenden.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die für Sie am besten geeignete Methode zur

Empfängnisverhütung.

Männer sollten es vermeiden, ein Kind zu zeugen. Sie müssen während der Behandlung und für

mindestens 1 Woche nach der letzten Dosis von Pemazyre eine wirksame Methode zur

Empfängnisverhütung anwenden.

Stillzeit

Sie dürfen während der Behandlung mit Pemazyre und für mindestens 1 Woche nach der letzten

Einnahme nicht stillen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Pemazyre kann Nebenwirkungen wie Ermüdung oder Sehstörungen verursachen. Fahren Sie nicht

Auto und bedienen Sie keine Maschinen, wenn dies geschieht.

3.

Wie ist Pemazyre einzunehmen?

Die Behandlung mit Pemazyre sollte von einem Arzt begonnen werden, der Erfahrung mit der

Diagnose und Behandlung von Gallengangskarzinom hat. Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer

genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker

nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die empfohlene Dosis beträgt

1 Tablette Pemazyre 13,5 mg einmal täglich für 14 Tage, gefolgt von 7 Tagen ohne Einnahme von

Pemazyre.

Die Behandlung wird nach dem gleichen Schema fortgesetzt: 14 Tage Pemazyre einmal täglich,

gefolgt von 7 therapiefreien Tagen. Nehmen Sie Pemazyre während der 7 therapiefreien Tage nicht

ein. Ihr Arzt wird die Dosis anpassen oder die Behandlung abbrechen, falls erforderlich.

Art der Anwendung

Schlucken Sie die Tablette unzerkaut mit einem Glas Wasser jeden Tag zur gleichen Zeit. Pemazyre

kann mit dem Essen oder zwischen den Mahlzeiten eingenommen werden.

Die Tabletten dürfen nicht zerdrückt, gekaut, geteilt oder aufgelöst werden.

Dauer der Anwendung

Nehmen Sie Pemazyre so lange ein, wie es vom Arzt verordnet wurde.

Wenn Sie eine größere Menge von Pemazyre eingenommen haben, als Sie sollten

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie mehr Pemazyre eingenommen haben, als Sie sollten.

Wenn Sie die Einnahme von Pemazyre vergessen haben

Wenn Sie eine Dosis von Pemazyre über 4 Stunden oder mehr vergessen haben oder wenn Sie nach

der Einnahme von Pemazyre erbrechen, nehmen Sie keine weitere Pemazyre-Tablette ein, um die

vergessene Dosis nachzuholen. Nehmen Sie die nächste Dosis zur geplanten Uhrzeit ein.

Wenn Sie die Einnahme von Pemazyre abbrechen

Brechen Sie die Einnahme von Pemazyre nicht ab, ohne dies mit Ihrem Arzt zu besprechen, da dies

den Therapieerfolg beeinträchtigen kann.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Wenn Sie eine der unten genannten schweren Nebenwirkung bemerken, wenden Sie sich sofort an

Ihren Arzt. Diese Nebenwirkungen können mit der folgenden Häufigkeit auftreten:

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

niedriger Natriumgehalt im Blut; Symptome sind u. a. verminderte Denkfähigkeit,

Kopfschmerzen, Übelkeit, Gleichgewichtsstörungen, Verwirrtheit, Krampfanfälle, Koma.

Bluttests, die eine Erhöhung des Kreatinins zeigen, was auf Nierenprobleme hinweisen kann;

normalerweise verursacht ein erhöhtes Kreatinin keine Symptome, aber Symptome von

Nierenproblemen können Übelkeit und Veränderungen beim Wasserlassen sein.

Andere Nebenwirkungen können mit den folgenden Häufigkeiten auftreten:

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

hohe oder niedrige Phosphatwerte in Bluttests

Geschmacksstörungen

trockene Augen

Übelkeit

Entzündung der Mundschleimhaut

Durchfall

Verstopfung

Mundtrockenheit

Hautreaktionen mit Rötung, Schwellung und Schmerzen an Handflächen und Fußsohlen, was als

Hand-Fuß-Syndrom bezeichnet wird

Nageltoxizität, einschließlich sich vom Nagelbett lösender Nägel, Nagelschmerzen,

Nagelblutung, Brechen der Nägel, Farb- oder Texturveränderungen Ihrer Nägel, infizierte Haut

um den Nagel

Haarausfall

trockene Haut

Gelenkschmerzen

Ermüdung

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Ansammlung von Flüssigkeit unter der Netzhaut (der lichtempfindlichen Schicht auf der

Rückseite des Auges)

Entzündung der Hornhaut (der klaren äußeren Schicht des Auges)

reduzierte Sehkraft

Veränderungen der Wimpern, einschließlich abnorm langer Wimpern, eingewachsener Wimpern

abnormaler Haarwuchs

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können

Nebenwirkungen auch direkt über das in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Pemazyre aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Blisterpackung und auf dem Umkarton nach

EXP/verw. bis angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf

den letzten Tag des angegebenen Monats.

Dieses Arzneimittel erfordert keine besonderen Lagerungsbedingungen.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

6.

Inhalt der packung und weitere informationen

Was Pemazyre enthält

Der Wirkstoff ist Pemigatinib.

Jede 4,5 mg Tablette enthält 4,5 mg Pemigatinib.

Jede 9 mg Tablette enthält 9 mg Pemigatinib.

Jede 13,5 mg Tablette enthält 13,5 mg Pemigatinib.

Die sonstigen Bestandteile sind mikrokristalline Cellulose, Carboxymethylstärke-Natrium

(Typ A) (Ph.Eur.), Magnesiumstearat.

Wie Pemazyre aussieht und Inhalt der Packung

Pemazyre 4,5 mg Tabletten sind rund, weiß bis cremefarben mit „I“-Prägung auf der einen Seite und

„4.5“-Prägung auf der anderen Seite.

Pemazyre 9 mg Tabletten sind oval, weiß bis cremefarben mit „I“-Prägung auf der einen Seite und

„9“-Prägung auf der anderen Seite.

Pemazyre 13,5 mg Tabletten sind rund, weiß bis cremefarben mit „I“-Prägung auf der einen Seite und

„13.5“-Prägung auf der anderen Seite.

Die Tabletten werden in Blisterpackungen mit 14 Tabletten geliefert. Der Umkarton

enthält 14 oder 28 Tabletten.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

Incyte Biosciences Distribution B.V.

Paasheuvelweg 25

1105 BP Amsterdam

Niederlande

Hersteller

Incyte Biosciences Distribution B.V.

Paasheuvelweg 25

1105 BP Amsterdam

Niederlande

Tjoapack Netherlands B.V.

Nieuwe Donk 9

4879 AC Etten-Leur

Niederlande

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im {MM.JJJJ}.

Dieses Arzneimittel wurde unter „Besonderen Bedingungen“ zugelassen. Das bedeutet, dass weitere

Nachweise für den Nutzen des Arzneimittels erwartet werden.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur wird neue Informationen zu diesem Arzneimittel mindestens

jährlich bewerten und, falls erforderlich, wird die Packungsbeilage aktualisiert werden.

Weitere Informationsquellen

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.

ANHANG IV

SCHLUSSFOLGERUNGEN DER EUROPÄISCHEN ARZNEIMITTEL-AGENTUR ZUR

ERTEILUNG DER GENEHMIGUNG FÜR DAS INVERKEHRBRINGEN UNTER

„BESONDEREN BEDINGUNGEN“

Schlussfolgerungen der Europäischen Arzneimittel-Agentur

Genehmigung für das Inverkehrbringen unter „besonderen Bedingungen“

Der CHMP ist nach Prüfung des Antrages der Ansicht, dass das Nutzen-Risiko-Verhältnis positiv ist,

und empfiehlt die Erteilung der Genehmigung für das Inverkehrbringen unter „besonderen

Bedingungen“, wie im Europäischen Öffentlichen Beurteilungsbericht näher erläutert wird.

ANHANG I

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle

Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind

aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden. Hinweise zur Meldung von

Nebenwirkungen, siehe Abschnitt 4.8.

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Pemazyre 4,5 mg Tabletten

Pemazyre 9 mg Tabletten

Pemazyre 13,5 mg Tabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Pemazyre 4,5 mg Tabletten

Jede Tablette enthält 4,5 mg Pemigatinib.

Pemazyre 9 mg Tabletten

Jede Tablette enthält 9 mg Pemigatinib.

Pemazyre 13,5 mg Tabletten

Jede Tablette enthält 13,5 mg Pemigatinib.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Tablette.

Pemazyre 4,5 mg Tabletten

Runde (5,8 mm), weiße bis cremefarbene Tablette mit „I“-Prägung auf der einen Seite und „4.5“-

Prägung auf der anderen Seite.

Pemazyre 9 mg Tabletten

Ovale (10 x 5 mm), weiße bis cremefarbene Tablette mit „I“-Prägung auf der einen Seite und „9“-

Prägung auf der anderen Seite.

Pemazyre 13,5 mg Tabletten

Runde (8,5 mm), weiße bis cremefarbene Tablette mit „I“-Prägung auf der einen Seite und „13.5“-

Prägung auf der anderen Seite.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Pemazyre wird als Monotherapie angewendet zur Behandlung von Erwachsenen mit lokal

fortgeschrittenem oder metastasiertem Cholangiokarzinom mit einer Fibroblasten-Wachstumsfaktor-

Rezeptor-2 (fibroblast growth factor receptor 2, FGFR2)-Fusion oder einem FGFR2-Rearrangement,

das nach mindestens einer vorherigen systemischen Therapielinie fortgeschritten ist.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Die Therapie sollte von einem in der Diagnose und Behandlung von Patienten mit

Gallengangkarzinom erfahrenen Arzt eingeleitet werden.

Der Status der FGFR2-Fusionspositivität muss vor der Einleitung der Pemazyre-Therapie bekannt

sein. Die Beurteilung auf FGFR2-Fusionspositivität in Tumorproben sollte mit einem geeigneten

diagnostischen Test durchgeführt werden.

Dosierung

Die empfohlene Dosis beträgt 13,5 mg Pemigatinib einmal täglich für 14 Tage, gefolgt von 7 Tagen

ohne Therapie.

Wenn eine Dosis von Pemigatinib um 4 oder mehr Stunden versäumt wird oder Erbrechen nach der

Einnahme einer Dosis auftritt, sollte keine weitere Dosis verabreicht werden und die Dosierung mit

der nächsten geplanten Dosis wieder aufgenommen werden.

Die Behandlung sollte so lange fortgesetzt werden, wie der Patient keine Anzeichen für eine

Krankheitsprogression und keine inakzeptable Toxizität zeigt.

Bei allen Patienten sollte eine phosphatarme Diät eingeleitet werden, wenn der

Serumphosphatspiegel > 5,5 mg/dl ist, und eine zusätzliche phosphatsenkende Therapie sollte in

Betracht gezogen werden, wenn der Spiegel > 7 mg/dl ist. Die Dosis der phosphatsenkenden Therapie

sollte angepasst werden, bis der Serumphosphatspiegel wieder < 7 mg/dl beträgt. Eine anhaltende

Hyperphosphatämie kann zur Ausfällung von Calcium-Phosphat-Kristallen führen, die zu

Hypokalzämie, Weichteilmineralisation, Muskelkrämpfen, Krampfanfällen, QT-Intervall-

Verlängerung und Arrhythmien führen können (siehe Abschnitt 4.4).

Während der Behandlungspausen mit Pemazyre oder wenn der Serumphosphatspiegel unter den

Normalbereich fällt, sollte ein Abbruch der phosphatsenkenden Therapie und Diät erwogen werden.

Schwere Hypophosphatämie kann möglicherweise mit Verwirrtheit, Krampfanfällen, fokalen

neurologischen Befunden, Herzinsuffizienz, Ateminsuffizienz, Muskelschwäche, Rhabdomyolyse und

hämolytischer Anämie einhergehen (siehe Abschnitt 4.4).

Dosisanpassung aufgrund von Arzneimittelwechselwirkungen

Gleichzeitige Anwendung von Pemigatinib mit starken CYP3A4-Inhibitoren

Wenn die gleichzeitige Verabreichung mit einem starken CYP3A4-Inhibitor erforderlich ist, sollte die

Dosis von Patienten, die einmal täglich 13,5 mg Pemigatinib einnehmen, auf 9 mg einmal täglich und

die Dosis von Patienten, die einmal täglich 9 mg Pemigatinib einnehmen, auf 4,5 mg einmal täglich

reduziert werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).

Management von Toxizitäten

Für das Management von Toxizitäten sollten Dosisänderungen oder eine Unterbrechung der

Dosierung in Betracht gezogen werden.

Die Dosisreduktionen von Pemigatinib sind in Tabelle 1 zusammengefasst.

Tabelle 1:

Empfohlene Dosisreduktionsstufen von Pemigatinib

Dosis

Dosisreduktionsstufen

Zum ersten Mal

Zum zweiten Mal

13,5 mg einmal täglich oral

über 14 Tage, gefolgt

von 7 Tagen Therapiepause

9 mg einmal täglich oral

über 14 Tage, gefolgt

von 7 Tagen Therapiepause

4,5 mg einmal täglich oral

über 14 Tage, gefolgt

von 7 Tagen Therapiepause

Die Behandlung sollte dauerhaft abgebrochen werden, wenn der Patient 4,5 mg Pemigatinib einmal

täglich nicht verträgt.

Dosisänderungen bei Hyperphosphatämie sind in Tabelle 2 aufgeführt.

Tabelle 2:

Dosisänderungen bei Hyperphosphatämie

Nebenwirkung

Pemigatinib-Dosisänderung

> 5,5 mg/dl – ≤ 7 mg/dl

Pemigatinib sollte in der aktuellen Dosis fortgesetzt werden.

> 7 mg/dl – ≤ 10 mg/dl

Pemigatinib sollte in der aktuellen Dosis fortgesetzt werden,

eine phosphatsenkende Therapie sollte eingeleitet werden, das

Phosphat im Serum sollte wöchentlich überwacht werden, die

Dosis der phosphatsenkenden Therapie sollte bei Bedarf

angepasst werden, bis der Spiegel wieder < 7 mg/dl beträgt.

Pemigatinib sollte ausgesetzt werden, wenn der Spiegel nicht

innerhalb von 2 Wochen nach Beginn einer phosphatsenkenden

Therapie auf < 7 mg/dl zurückkehrt. Pemigatinib und die

phosphatsenkende Therapie sollten in der gleichen Dosis

wieder aufgenommen werden, wenn der Spiegel auf < 7 mg/dl

zurückkehrt.

Bei Wiederauftreten eines Serumphosphatspiegels

von > 7 mg/dl unter phosphatsenkender Therapie sollte

Pemigatinib um 1 Dosisstufe reduziert werden.

> 10 mg/dl

Pemigatinib sollte in der aktuellen Dosis fortgesetzt werden,

eine phosphatsenkende Therapie sollte eingeleitet werden, das

Phosphat im Serum sollte wöchentlich überwacht werden und

die Dosis der phosphatsenkenden Therapie sollte bei Bedarf

angepasst werden, bis der Spiegel wieder < 7 mg/dl beträgt.

Pemigatinib sollte ausgesetzt werden, wenn der Spiegel

für 1 Woche > 10 mg/dl bleibt. Pemigatinib und die

phosphatsenkende Therapie sollten 1 Dosisstufe niedriger

wieder aufgenommen werden, wenn das Phosphat im

Serum < 7 mg/dl ist.

Wenn es nach 2 Dosisreduktionen zu einem Wiederauftreten

des Serumphosphatspiegels > 10 mg/dl kommt, sollte

Pemigatinib dauerhaft abgesetzt werden.

Dosisänderungen bei seröser Netzhautablösung sind in Tabelle 3 aufgeführt.

Tabelle 3:

Dosisänderungen bei seröser Netzhautablösung

Nebenwirkung

Pemigatinib-Dosisänderung

Asymptomatisch

Pemigatinib sollte in der aktuellen Dosis fortgesetzt werden.

Eine Überwachung sollte wie in Abschnitt 4.4 beschrieben

durchgeführt werden.

Mäßige Abnahme der

Sehschärfe (bestkorrigierte

Sehschärfe 20/40 oder besser

oder ≤ 3 Linien vermindertes

Sehvermögen ab Baseline);

Einschränkung der

instrumentellen

Alltagsaktivitäten

Pemigatinib sollte bis zur Abheilung ausgesetzt werden. Bei

einer Verbesserung in der nachfolgenden Untersuchung sollte

Pemigatinib in der nächstniedrigeren Dosisstufe wieder

aufgenommen werden.

Bei Wiederauftreten, Fortbestehen der Symptome oder

ausbleibender Besserung in der Untersuchung sollte je nach

klinischem Zustand ein dauerhaftes Absetzen von Pemigatinib

erwogen werden.

Deutliche Abnahme der

Sehschärfe (bestkorrigierte

Sehschärfe schlechter

als 20/40 oder > 3 Linien

vermindertes Sehvermögen

ab Baseline bis auf 20/200);

Einschränkung der

Alltagsaktivitäten

Pemigatinib sollte bis zur Abheilung ausgesetzt werden. Bei

einer Verbesserung in der nachfolgenden Untersuchung kann

Pemigatinib möglicherweise in einer um 2 Dosisstufen

niedrigeren Dosierung wieder aufgenommen werden.

Bei Wiederauftreten, Fortbestehen der Symptome oder

ausbleibender Besserung in der Untersuchung sollte je nach

klinischem Zustand ein dauerhaftes Absetzen von Pemigatinib

erwogen werden.

Sehschärfe schlechter

als 20/200 im betroffenen

Auge; Einschränkung der

Alltagsaktivitäten

Pemigatinib sollte bis zur Abheilung ausgesetzt werden. Bei

einer Verbesserung in der nachfolgenden Untersuchung kann

Pemigatinib möglicherweise in einer um 2 Dosisstufen

niedrigeren Dosierung wieder aufgenommen werden.

Bei Wiederauftreten, Fortbestehen der Symptome oder

ausbleibender Besserung in der Untersuchung sollte je nach

klinischem Zustand ein dauerhaftes Absetzen von Pemigatinib

erwogen werden.

Besondere Patientengruppen

Ältere Patienten

Die Dosis von Pemigatinib ist bei älteren Patienten die gleiche wie bei jüngeren erwachsenen

Patienten (siehe Abschnitt 5.1).

Nierenfunktionsstörung

Bei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Nierenfunktionsstörung oder bei Patienten mit

terminaler Nierenerkrankung (end stage renal disease, ESRD) unter Hämodialyse ist eine

Dosisanpassung nicht erforderlich. Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung sollte die Dosis

von Patienten, die einmal täglich 13,5 mg Pemigatinib einnehmen, auf 9 mg einmal täglich und die

Dosis von Patienten, die einmal täglich 9 mg Pemigatinib einnehmen, auf 4,5 mg einmal täglich

reduziert werden (siehe Abschnitt 5.2).

Leberfunktionsstörung

Bei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung

erforderlich. Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung sollte die Dosis von Patienten, die

einmal täglich 13,5 mg Pemigatinib einnehmen, auf 9 mg einmal täglich und die Dosis von Patienten,

die einmal täglich 9 mg Pemigatinib einnehmen, auf 4,5 mg einmal täglich reduziert werden (siehe

Abschnitt 5.2).

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Pemazyre bei Patienten unter 18 Jahren ist nicht erwiesen. Es

liegen keine Daten vor.

Art der Anwendung

Pemazyre ist zum Einnehmen bestimmt. Die Tabletten sollten jeden Tag etwa zur gleichen Zeit

eingenommen werden. Die Patienten sollten die Tabletten nicht zerdrücken, kauen, teilen oder

auflösen. Pemigatinib kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

Gleichzeitige Anwendung mit Johanniskraut (siehe Abschnitt 4.5).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Hyperphosphatämie

Hyperphosphatämie ist eine pharmakodynamische Wirkung, die bei der Verabreichung von

Pemigatinib zu erwarten ist (siehe Abschnitt 5.1). Eine anhaltende Hyperphosphatämie kann zur

Ausfällung von Calcium-Phosphat-Kristallen führen, die zu Hypokalzämie, Weichteilmineralisation,

Anämie, sekundärem Hyperparathyreoidismus, Muskelkrämpfen, Krampfanfällen, QT-Intervall-

Verlängerung und Arrhythmien führen können (siehe Abschnitt 4.2). Weichteilmineralisation,

einschließlich kutaner Kalzifizierung und Kalzinose, wurde unter der Behandlung mit Pemigatinib

beobachtet.

Die Empfehlungen für das Management der Hyperphosphatämie umfassen eine diätetische

Phosphatrestriktion, die Verabreichung einer phosphatsenkenden Therapie und, falls erforderlich, eine

Dosisänderung (siehe Abschnitt 4.2).

Eine phosphatsenkende Therapie wurde von 28,5 % der Patienten während der Behandlung mit

Pemigatinib angewendet (siehe Abschnitt 4.8).

Hypophosphatämie

Während der Behandlungspausen mit Pemigatinib oder wenn der Serumphosphatspiegel unter den

Normalbereich fällt, sollte ein Abbruch der phosphatsenkenden Therapie und Diät erwogen werden.

Schwere Hypophosphatämie kann möglicherweise mit Verwirrtheit, Krampfanfällen, fokalen

neurologischen Befunden, Herzinsuffizienz, respiratorische Insuffizienz, Muskelschwäche,

Rhabdomyolyse und hämolytischer Anämie einhergehen (siehe Abschnitt 4.2). Hypophosphatämie-

Reaktionen waren bei 12,3 % der Teilnehmer ≥ Grad 3. Keines der Ereignisse war schwerwiegend,

führte zum Abbruch oder zu einer Dosisreduktion. Bei 1,4 % der Teilnehmer kam es zu einer

Dosisunterbrechung.

Bei Patienten mit Hyperphosphatämie oder Hypophosphatämie wird eine zusätzliche engmaschige

Überwachung und Nachbeobachtung hinsichtlich einer Dysregulation der Knochenmineralisation

empfohlen.

Seröse Netzhautablösung

Pemigatinib kann Reaktionen einer serösen Netzhautablösung verursachen, die möglicherweise mit

Symptomen wie verschwommenem Sehen, Glaskörperflusen oder Photopsie auftreten können (siehe

Abschnitt 4.8). Dies kann die Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen mäßig

beeinflussen (siehe Abschnitt 4.7).

Ophthalmologische Untersuchung, einschließlich optischer Kohärenztomografie (optical coherence

tomography, OCT), sollte vor Beginn der Therapie und alle 2 Monate während der ersten 6 Monate

der Behandlung, danach alle 3 Monate und bei visuellen Symptomen jederzeit dringend durchgeführt

werden. Bei Reaktionen einer serösen Netzhautablösung sollten die Richtlinien zur Dosisänderung

beachtet werden (siehe Abschnitt 4.2).

Während der Durchführung der klinischen Studie gab es keine routinemäßige Überwachung,

einschließlich OCT, um asymptomatische seröse Netzhautablösungen zu erkennen; daher ist die

Inzidenz asymptomatischer seröser Netzhautablösungen unter Pemigatinib nicht bekannt.

Bei Patienten mit klinisch bedeutsamen medizinischen Augenerkrankungen, wie z. B. Erkrankungen

der Retina, unter anderem zentrale seröse Retinopathie, Makula-/Netzhautdegeneration, diabetische

Retinopathie und frühere Netzhautablösung, sollte eine sorgfältige Abwägung erfolgen.

Trockene Augen

Pemigatinib kann trockene Augen verursachen (siehe Abschnitt 4.8). Die Patienten sollten je nach

Bedarf okuläre Demulzenzien zur Vorbeugung oder Behandlung von trockenen Augen verwenden.

Embryofetale Toxizität

Basierend auf dem Wirkmechanismus und den Ergebnissen einer tierexperimentellen

Reproduktionsstudie (siehe Abschnitt 5.3) kann Pemigatinib, wenn es an eine schwangere Frau

verabreicht wird, den Fötus schädigen. Schwangere sollten hinsichtlich des potenziellen Risikos für

den Fötus beraten werden. Gebärfähigen Frauen sollte geraten werden, während der Behandlung mit

Pemigatinib und für 1 Woche nach der letzten Dosis eine zuverlässige Verhütungsmethode

anzuwenden.

Männlichen Patienten mit Partnerinnen im gebärfähigen Alter sollte geraten werden, während der

Behandlung mit Pemigatinib und für mindestens 1 Woche nach der letzten Dosis eine zuverlässige

Verhütungsmethode anzuwenden (siehe Abschnitt 4.6).

Erhöhter Kreatininwert im Blut

Pemigatinib kann möglicherweise das Kreatinin im Serum erhöhen, indem es die renale tubuläre

Sekretion von Kreatinin vermindert; dies könnte aufgrund einer Hemmung der renalen Transporter

OCT2 und MATE1 auftreten und hat keinen Einfluss auf die glomeruläre Funktion. Innerhalb des

ersten Zyklus stieg das Kreatinin im Serum an (mittlerer Anstieg von 0,2 mg/dl) und erreichte

am 8. Tag den Steady-State, um dann während der 7 therapiefreien Tage zu sinken (siehe

Abschnitt 4.8). Alternative Marker der Nierenfunktion sollten in Betracht gezogen werden, wenn

anhaltende Erhöhungen des Kreatinins im Serum beobachtet werden.

Kombination mit Protonenpumpenhemmern

Die gleichzeitige Anwendung von Pemigatinib mit Protonenpumpenhemmern sollte vermieden

werden (siehe Abschnitt 4.5).

Kombination mit starken CYP3A4-Inhibitoren

Die gleichzeitige Anwendung von Pemigatinib mit starken CYP3A4-Inhibitoren erfordert eine

Dosisanpassung (siehe Abschnitte 4.2 und 4.5).

Kombination mit starken oder mittelstarken CYP3A4-Induktoren

Die gleichzeitige Anwendung von Pemigatinib mit starken oder moderaten CYP3A4-Induktoren wird

nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).

ZNS-Metastasen

Da unbehandelte oder fortgeschrittene Hirn-/ZNS-Metastasen in der Studie nicht zugelassen waren,

wurde die Wirksamkeit in dieser Population nicht untersucht und es können keine Dosisempfehlungen

gegeben werden, jedoch wird erwartet, dass die Penetration der Blut-Hirn-Schranke von Pemigatinib

gering ist (siehe Abschnitt 5.3).

Empfängnisverhütung

Basierend auf den Ergebnissen einer tierexperimentellen Studie und seinem Wirkmechanismus kann

Pemazyre, wenn es an eine schwangere Frau verabreicht wird, den Fötus schädigen. Frauen im

gebärfähigen Alter, die mit Pemazyre behandelt werden, sollte geraten werden, nicht schwanger zu

werden, und Männern, die mit Pemazyre behandelt werden, sollte geraten werden, während der

Behandlung kein Kind zu zeugen. Bei Frauen im gebärfähigen Alter und bei Männern mit

Partnerinnen im gebärfähigen Alter sollte während der Behandlung mit Pemazyre und für 1 Woche

nach Beendigung der Behandlung eine wirksame Methode zur Empfängnisverhütung angewendet

werden (siehe Abschnitt 4.6).

Schwangerschaftstest

Vor Beginn der Behandlung sollte ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden, um eine

Schwangerschaft auszuschließen

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Wirkungen von anderen Arzneimitteln auf Pemigatinib

Starke CYP3A4-Inhibitoren

Ein starker CYP3A4-Inhibitor (Itraconazol 200 mg einmal täglich) erhöhte den geometrischen

Mittelwert der AUC von Pemigatinib um 88 % (90 %-KI: 75 %, 103 %), was möglicherweise die

Inzidenz und den Schweregrad von Nebenwirkungen von Pemigatinib erhöhen kann. Bei Patienten,

die einmal täglich 13,5 mg Pemigatinib einnehmen, sollte die Dosis auf einmal täglich 9 mg und bei

Patienten, die einmal täglich 9 mg Pemigatinib einnehmen, sollte die Dosis auf einmal täglich 4,5 mg

reduziert werden (siehe Abschnitt 4.2).

CYP3A4-Induktoren

Ein starker CYP3A4-Induktor (Rifampin 600 mg einmal täglich) verringerte den geometrischen

Mittelwert der AUC von Pemigatinib um 85

(90 %-KI: 84 %, 86 %), was möglicherweise die

Wirksamkeit von Pemigatinib verringern kann. Die gleichzeitige Anwendung von starken CYP3A4-

Induktoren (z. B. Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital, Rifampicin) sollte während der

Behandlung mit Pemigatinib vermieden werden

(siehe Abschnitt 4.4). Die gleichzeitige Anwendung

von Pemigatinib mit Johanniskraut ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Falls erforderlich, sollten

andere Enzyminduktoren (z. B. Efavirenz) unter engmaschiger Überwachung eingesetzt werden.

Protonenpumpenhemmer

Die geometrischen Mittelwerte (90 %-KI) für C

und AUC von Pemigatinib

betrugen 65,3 % (54,7; 78,0) bzw. 92,1 % (88,6; 95,8), wenn es bei gesunden Probanden zusammen

mit Esomeprazol (einem Protonenpumpenhemmer) verabreicht wurde, im Vergleich zu Pemigatinib

allein. Die gleichzeitige Verabreichung eines Protonenpumpenhemmers (Esomeprazol) führte nicht zu

einer klinisch bedeutsamen Veränderung der Pemigatinib-Exposition.

Allerdings wurde bei mehr als einem Drittel der Patienten, die Protonenpumpenhemmer (proton pump

inhibitors, PPIs) erhielten, eine signifikante Verringerung der Exposition von Pemigatinib beobachtet.

PPIs sollten bei Patienten, die Pemigatinib erhalten, vermieden werden (siehe Abschnitt 4.4).

H

2

-Rezeptor-Antagonisten

Die gleichzeitige Verabreichung von Ranitidin führte nicht zu einer klinisch bedeutsamen

Veränderung der Pemigatinib-Exposition.

Wirkungen von Pemigatinib auf andere Arzneimittel

Wirkung von Pemigatinib auf CYP2B6-Substrate

In-vitro

-Studien zeigen, dass Pemigatinib CYP2B6 induziert. Die gleichzeitige Verabreichung von

Pemigatinib mit CYP2B6-Substraten (z. B. Cyclophosphamid, Ifosfamid, Methadon, Efavirenz) kann

deren Exposition möglicherweise verringern. Eine engmaschige klinische Überwachung wird

empfohlen, wenn Pemigatinib zusammen mit diesen Arzneimitteln oder einem P-gp-Substrat mit

einem engen therapeutischen Index verabreicht wird.

Wirkung von Pemigatinib auf P-gp-Substrate

In vitro

ist Pemigatinib ein P-gp-Inhibitor. Die gleichzeitige Verabreichung von Pemigatinib mit P-gp-

Substraten (z. B. Digoxin, Dabigatran, Colchicin) kann deren Exposition und damit deren Toxizität

möglicherweise erhöhen. Die Verabreichung von Pemigatinib sollte mindestens 6 Stunden vor oder

nach der Verabreichung von P-gp-Substraten mit einem engen therapeutischen Index erfolgen.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Empfängnisverhütung bei Männern und Frauen/gebärfähigen Frauen

Basierend auf den Ergebnissen einer tierexperimentellen Studie und seinem Wirkmechanismus kann

Pemigatinib, wenn es an eine schwangere Frau verabreicht wird, den Fötus schädigen. Frauen im

gebärfähigen Alter, die mit Pemigatinib behandelt werden, sollte geraten werden, nicht schwanger zu

werden, und Männern, die mit Pemigatinib behandelt werden, sollte geraten werden, während der

Behandlung kein Kind zu zeugen. Bei Frauen im gebärfähigen Alter und bei Männern mit

Partnerinnen im gebärfähigen Alter sollte während der Behandlung mit Pemigatinib und für 1 Woche

nach Beendigung der Behandlung eine wirksame Methode zur Empfängnisverhütung angewendet

werden. Da die Wirkung von Pemigatinib auf den Metabolismus und die Wirksamkeit von

Verhütungsmitteln nicht untersucht wurde, sollten Barrieremethoden als zusätzliche Form der

Empfängnisverhütung angewendet werden, um eine Schwangerschaft zu vermeiden.

Schwangerschaft

Bisher liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung von Pemigatinib bei Schwangeren vor.

Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Basierend

auf tierexperimentellen Daten und der Pharmakologie von Pemigatinib darf Pemazyre während der

Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dass eine Behandlung mit Pemigatinib

aufgrund des klinischen Zustandes der Frauen erforderlich ist. Vor Beginn der Behandlung sollte ein

Schwangerschaftstest durchgeführt werden, um eine Schwangerschaft auszuschließen.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Pemigatinib bzw. dessen Metaboliten in die Muttermilch übergehen. Ein

Risiko für den Säugling kann nicht ausgeschlossen werden. Das Stillen sollte während der Behandlung

mit Pemazyre und für 1 Woche nach Abschluss der Behandlung unterbrochen werden.

Fertilität

Es liegen keine Daten zu den Auswirkungen von Pemigatinib auf die menschliche Fertilität vor.

Tierexperimentelle Fertilitätsstudien wurden mit Pemigatinib nicht durchgeführt (siehe Abschnitt 5.3).

Basierend auf der Pharmakologie von Pemigatinib kann eine Beeinträchtigung der männlichen und

weiblichen Fertilität nicht ausgeschlossen werden.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Pemigatinib hat mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen. Nebenwirkungen wie Ermüdung und visuelle Störungen wurden mit Pemigatinib in

Verbindung gebracht. Daher wird bei der Teilnahme am Straßenverkehr oder beim Bedienen von

Maschinen zur Vorsicht geraten (siehe Abschnitt 4.4).

4.8

Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die häufigsten Nebenwirkungen waren Hyperphosphatämie (60,5 %), Alopezie (49,7 %), Diarrhoe

(46,9 %), Nageltoxizität (44,9 %), Ermüdung (43,5 %), Übelkeit (41,5 %), Geschmacksstörung

(Dysgeusie) (40,8 %), Stomatitis (37,4 %), Obstipation (36,7 %), Mundtrockenheit (34,0 %),

trockenes Auge (27,9 %), Arthralgie (25,9 %), Hypophosphatämie (23,1 %), trockene Haut (21,8 %)

und palmar-plantares Erythrodysästhesiesyndrom (16,3 %).

Die häufigsten schwerwiegenden Nebenwirkungen waren Hyponatriämie (2,0 %) und ein Anstieg des

Kreatinins im Blut (1,4 %). Keine schwerwiegende Nebenwirkung führte zu einer Dosisreduktion von

Pemigatinib. Eine schwerwiegende Nebenwirkung von Hyponatriämie (0,7 %) führte zu einer

Dosisunterbrechung. Eine schwerwiegende Nebenwirkung eines Anstiegs des Kreatinins im Blut

(0,7 %) führte zum Absetzen der Dosis.

Schwerwiegende Nebenwirkungen von Augenerkrankungen waren Netzhautablösung (0,7 %), nicht-

arteriitische ischämische Optikusneuropathie (0,7 %) und Verschluss einer Netzhautarterie (0,7 %).

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Nebenwirkungen sind in Tabelle 4 dargestellt. Die Häufigkeitskategorien sind sehr häufig (≥ 1/10) und

häufig (≥ 1/100, < 1/10). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach

abnehmendem Schweregrad angegeben.

Tabelle 4:

In der FIGHT-202-Studie beobachtete Nebenwirkungen – Häufigkeit nach Inzidenz

von behandlungsbedingten Ereignissen

Systemorganklasse

Häufigkeit

Nebenwirkungen

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Sehr häufig

Hyponatriämie, Hyperphosphatämie

Hypophosphatämie

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig

Geschmacksstörung (Dysgeusie)

Augenerkrankungen

Sehr häufig

Trockenes Auge

Häufig

Seröse Netzhautablösung

, Keratitis

punctata, verschwommenes Sehen,

Trichiasis

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig

Übelkeit, Stomatitis, Diarrhoe,

Obstipation, Mundtrockenheit

Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes

Sehr häufig

Palmar-plantares

Erythrodysästhesiesyndrom,

Nageltoxizität

, Alopezie, trockene Haut

Häufig

Haarwachstum anomal

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs-

und Knochenerkrankungen

Sehr häufig

Arthralgie

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Sehr häufig

Ermüdung

Untersuchungen

Sehr häufig

Kreatinin im Blut erhöht

Beinhaltet Hyperphosphatämie und Phosphor im Blut erhöht

Beinhaltet Hypophosphatämie und Phosphor im Blut vermindert

Umfasst seröse Netzhautablösung, Netzhautablösung, Abhebung des retinalen Pigmentepithels, Netzhautverdickung,

subretinale Flüssigkeit, chorioretinale Falten, chorioretinale Narbe und Makulopathie. Siehe unten „

Seröse

Netzhautablösung

“.

Beinhaltet Nageltoxizität, Nagelstörung, Nagelverfärbung, Nageldystrophie, Nagelhypertrophie, Nagelfurchung,

Nagelinfektion, Onychalgie, Onychoklasie, Onycholyse, Onychomadesis, Onychomykose und Paronychie

Beschreibung von ausgewählten Nebenwirkungen

Hyperphosphatämie

Hyperphosphatämie wurde bei 60,5 % aller mit Pemigatinib behandelten Patienten berichtet. Eine

Hyperphosphatämie über 7 mg/dl und 10 mg/dl wurde bei 27 % bzw. 0 % der Patienten festgestellt.

Eine Hyperphosphatämie entwickelt sich normalerweise innerhalb der ersten 15 Tage.

Keine der Reaktionen war vom Schweregrad ≥ 3, schwerwiegend oder führte zum Absetzen von

Pemigatinib. Eine Dosisunterbrechung trat bei 1,4 % der Patienten und eine Dosisreduktion

bei 0,7 % der Patienten auf. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die diätetische

Phosphatrestriktion und/oder die Verabreichung einer phosphatsenkenden Therapie zusammen mit

der 1-wöchigen Dosispause wirksame Strategien zur Steuerung dieses On-Target-Effekts von

Pemigatinib waren.

Empfehlungen zum Management einer Hyperphosphatämie finden Sie in den Abschnitten 4.2 und 4.4.

Seröse Netzhautablösung

Eine seröse Netzhautablösung trat bei 4,8 % aller mit Pemigatinib behandelten Patienten auf. Die

Reaktionen waren im Allgemeinen vom Schweregrad 1 oder 2 (3,4 %); Reaktionen vom Grad ≥ 3 und

schwerwiegende Reaktionen beinhalteten eine Netzhautablösung bei 1 Patient (0,7 %). Zwei

Nebenwirkungen von Netzhautablösung (0,7 %) und Abhebung des retinalen Pigmentepithels (0,7 %)

führten zur Dosisunterbrechung. Keine der Reaktionen führte zu einer Dosisreduktion oder zum

Absetzen der Behandlung.

Empfehlungen zum Management der serösen Netzhautablösung finden Sie in den

Abschnitten 4.2 und 4.4.

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Pemazyre (Pemigatinib)

Übersicht über Pemazyre und warum es in der EU zugelassen ist

Was ist Pemazyre und wofür wird es angewendet?

Pemazyre ist ein Krebsarzneimittel zur Behandlung von Erwachsenen mit Cholangiokarzinom

(Gallengangkarzinom oder Krebs der Gallenwege), wenn die Krebszellen eine abnorme Form eines

Rezeptors (Zielrezeptors) auf ihrer Oberfläche aufweisen, der als FGFR2 bezeichnet wird. Pemazyre

wird angewendet, wenn sich der Krebs auf andere Körperteile ausgebreitet hat oder nicht operativ

entfernt werden kann und sich nach vorheriger Behandlung mit mindestens einem Krebsarzneimittel

verschlechtert hat.

Cholangiokarzinom ist „selten“ und Pemazyre wurde am 24. August 2018 als Arzneimittel für seltene

Leiden („Orphan-Arzneimittel“) ausgewiesen. Weitere Informationen zur Ausweisung als Arzneimittel

für seltene Leiden finden sich hier: ema.europa.eu/medicines/human/orphan-designations/eu3182066

Pemazyre enthält den Wirkstoff Pemigatinib.

Wie wird Pemazyre angewendet?

Pemazyre ist in Form von Tabletten zum Einnehmen erhältlich. Das Arzneimittel ist nur auf ärztliche

Verschreibung erhältlich, und die Behandlung darf nur von einem in der Diagnose und Behandlung der

Erkrankung erfahrenen Arzt eingeleitet werden. Pemazyre wird in dreiwöchigen Zyklen angewendet, in

denen es zwei Wochen lang täglich eingenommen wird, gefolgt von einer Woche ohne Einnahme des

Arzneimittels. Die Behandlung kann so lange fortgesetzt werden, wie sie für den Patienten von Nutzen

ist und die Nebenwirkungen kontrollierbar sind.

Weitere Informationen zur Anwendung von Pemazyre entnehmen Sie der Packungsbeilage, oder

wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Wie wirkt Pemazyre?

Der Wirkstoff in Pemazyre, Pemigatinib, gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die als

Proteinkinase-Inhibitoren bezeichnet werden. Er wirkt, indem er die Aktivität von Rezeptoren, den

sogenannten Fibroblasten-Wachstumsfaktor-Rezeptoren (FGFR), blockiert. Anomale FGFR befinden sich

auf der Oberfläche von Krebszellen und sind am Wachstum und an der Ausbreitung des Krebses

beteiligt. Durch das Hemmen dieser Rezeptoren verringert Pemazyre das Wachstum und die

Ausbreitung des Krebses.

Pemazyre (Pemigatinib)

EMA/95344/2021

Seite 2/3

Welchen Nutzen hat Pemazyre in den Studien gezeigt?

Pemazyre verringerte wirksam die Größe der Krebsläsionen in einer Hauptstudie mit 108 Patienten mit

Gallengangkarzinom, die anomale FGFR2 aufweisen. Bei etwa 37 % der Patienten war eine

Schrumpfung des Krebses festzustellen, die im Durchschnitt 8 Monate anhielt.

Welche Risiken sind mit Pemazyre verbunden?

Sehr häufige Nebenwirkungen von Pemazyre (die mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen können)

sind hohe oder niedrige Phosphatspiegel im Blut, Alopezie (Haarausfall), Diarrhö (Durchfall), Probleme

mit den Nägeln, Müdigkeit, Nausea (Übelkeit), Dysgeusie (Geschmacksstörungen), Stomatitis

(Entzündung der Mundschleimhaut), Verstopfung, Gelenkschmerzen, Mund-, Augen- und

Hauttrockenheit, Ausschlag und Taubheitsgefühl an den Handflächen und Fußsohlen, niedrige

Natriumspiegel im Blut sowie hohe Kreatininspiegel im Blut, die Nierenprobleme verursachen können.

Pemazyre darf nicht mit dem pflanzlichen Arzneimittel Johanniskraut eingenommen werden. Die

vollständige Auflistung der im Zusammenhang mit Pemazyre berichteten Nebenwirkungen und

Einschränkungen ist der Packungsbeilage zu entnehmen.

Warum wurde Pemazyre in der EU zugelassen?

Pemazyre wird als wirksam bei Patienten mit Gallengangkarzinom erachtet, der nach mindestens einer

vorherigen Behandlung fortgeschritten ist und für den es keine anderen zugelassenen Therapien gibt.

Die Nebenwirkungen des Arzneimittels sind für die Patienten erträglich, wenn sie engmaschig

überwacht und gegebenenfalls behandelt werden. Die Europäische Arzneimittel-Agentur gelangte daher

zu dem Schluss, dass der Nutzen von Pemazyre gegenüber den Risiken überwiegt und dass es in der

EU zugelassen werden kann.

Pemazyre wurde unter „Besonderen Bedingungen“ zugelassen. Dies bedeutet, dass weitere Nachweise

für das Arzneimittel erwartet werden, die das Unternehmen bereitstellen muss. Die Agentur wird jedes

Jahr sämtliche neuen Informationen prüfen, die verfügbar werden, und die vorliegende Übersicht wird

gegebenenfalls aktualisiert.

Welche Informationen werden für Pemazyre noch erwartet?

Da Pemazyre eine Zulassung unter „Besonderen Bedingungen“ erteilt wurde, wird das Unternehmen,

das Pemazyre in Verkehr bringt, die abschließenden Ergebnisse der Hauptstudie zur Sicherheit und

Wirksamkeit von Pemazyre bereitstellen. Zudem wird es die Ergebnisse einer Studie vorlegen, in der

Pemazyre mit Gemcitabin und Cisplatin (anderen Arzneimitteln gegen Krebs) bei Patienten mit neu

diagnostiziertem Gallengangkarzinom verglichen wird.

Welche Maßnahmen werden zur Gewährleistung der sicheren und

wirksamen Anwendung von Pemazyre ergriffen?

Empfehlungen und Vorsichtsmaßnahmen zur sicheren und wirksamen Anwendung von Pemazyre, die

von Angehörigen der Heilberufe und Patienten befolgt werden müssen, wurden in die

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels und die Packungsbeilage aufgenommen.

Wie bei allen Arzneimitteln werden Daten zur Anwendung von Pemazyre kontinuierlich überwacht.

Gemeldete Nebenwirkungen von Pemazyre werden sorgfältig ausgewertet und alle notwendigen

Maßnahmen zum Schutz der Patienten ergriffen.

Pemazyre (Pemigatinib)

EMA/95344/2021

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Weitere Informationen über Pemazyre

Weitere Informationen über Pemazyre finden Sie auf den Internetseiten der Agentur:

ema.europa.eu/medicines/human/EPAR/pemazyre.

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