Pemazyre 13,5 mg tabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

24-01-2022

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-01-2022

Wirkstoff:
pemigatinibum
Verfügbar ab:
Incyte Biosciences International Sàrl
ATC-Code:
L01EX20
INN (Internationale Bezeichnung):
pemigatinibum
Darreichungsform:
tabletten
Zusammensetzung:
pemigatinibum 13.5 mg, cellulosum microcristallinum, carboxymethylamylum natricum A corresp. natrium 0.528 mg, magnesii stearas, pro compresso.
Klasse:
A
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
cholangiocarcinome
Zulassungsnummer:
68143
Berechtigungsdatum:
1970-01-01

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-07-2021

Fachinformation Fachinformation - Französisch

01-04-2020

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-07-2021

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

01-06-2021

Lesen Sie das vollständige Dokument

▼ Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle

Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Sie können dabei helfen, indem Sie

Nebenwirkungen melden. Hinweise zur Meldung von Nebenwirkungen, siehe Ende Kapitel «Welche

Nebenwirkungen kann PEMAZYRE haben?».

PEMAZYRE ist befristet zugelassen.

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen. Dieses Arzneimittel

ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere Personen weitergeben. Auch

wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

PEMAZYRE

Was ist PEMAZYRE und wann wird es angewendet?

Pemazyre enthält den Wirkstoff Pemigatinib, der zu einer Gruppe von Krebsmedikamenten, den

sogenannten Tyrosinkinase-Hemmern, gehört. Es blockiert die Wirkung von Proteinen in der Zelle, die

Fibroblasten-Wachstumsfaktor-Rezeptoren-Typen 1, 2 und 3 (FGFR1, FGFR2 und FGFR3) genannt

werden und das Zellwachstum regulieren. Krebszellen können eine abnormale Form dieses Proteins

aufweisen. Durch die Blockierung von FGFR kann Pemigatinib das Wachstum solcher Krebszellen

verhindern.

PEMAZYRE wird verwendet:

zur Behandlung von Erwachsenen mit Gallengangskarzinom (auch bekannt als Cholangiokarzinom),

deren Krebszellen eine abnormale Form des FGFR2-Proteins aufweisen und

wenn sich der Krebs auf andere Teile des Körpers ausgebreitet hat bzw. nicht operativ entfernt werden

kann und

wenn die Behandlung mit anderen Arzneimitteln nicht mehr wirksam ist.

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

Wann darf PEMAZYRE nicht eingenommen werden?

PEMAZYRE darf nicht eingenommen werden:

wenn Sie allergisch gegen Pemigatinib oder einen der Hilfsstoffe dieses Arzneimittels sind.

wenn Sie Johanniskraut anwenden, ein Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen.

Wann ist bei der Einnahme von PEMAZYRE Vorsicht geboten?

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin, bevor Sie

PEMAZYRE einnehmen:

Wenn Ihnen gesagt wurde, dass bei Ihnen eine Zunahme oder Abnahme eines Minerals in Ihrem Blut

vorliegt, das als Phosphor bezeichnet wird.

Wenn Sie Sehstörungen oder Augenprobleme haben.

Wenn Sie eine stark verminderte Leberfunktion haben. Ihre Behandlung muss dann möglicherweise

angepasst werden.

Wenn Sie eine stark verminderte Nierenfunktion haben. Ihre Behandlung muss dann möglicherweise

angepasst werden.

Wenn die Krebszellen sich bei Ihnen in das Gehirn oder Rückenmark ausgebreitet haben.

Wenden Sie sich unverzüglich an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie eines der Symptome verspüren,

die bei Erhöhung des Kreatinins in Ihrem Blut auftreten und auf Nierenprobleme hinweisen können:

Normalerweise verursacht ein erhöhtes Kreatinin keine Symptome, aber Symptome von

Nierenproblemen können Übelkeit und Veränderungen beim Wasserlassen sein.

Wenden Sie sich unverzüglich an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie eines der Symptome verspüren,

die bei hoher Phosphorkonzentration in Ihrem Blut (Muskelkrämpfe, Krampfanfälle, Herzrasen oder

Engegfühl im Brustkorb, Hautknötchen) bzw. bei niedriger Phosphorkonzentration in Ihrem Blut

(Verwirrung, Muskelschwäche, Krampfanfälle, Atemprobleme) auftreten können.

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin werden regelmässige Blutuntersuchungen veranlassen.

Augenuntersuchungen werden empfohlen:

Vor Beginn der Behandlung mit PEMAZYRE

Alle 2 Monate in den ersten 6 Behandlungsmonaten

Danach alle 3 Monate oder umgehend, wenn Augensymptome auftreten, einschliesslich Lichtblitze,

Sehstörungen oder dunkle Flecken.

Informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie eines der Symptome hinsichtlich Ihres

Sehvermögens feststellen: verschwommenes Sehen, Glaskörperflusen, Lichtblitze (Photopsie),

reduzierte Sehkraft, dunkle Flecken.

Sie sollten auch feuchtigkeitsspendende Augentropfen oder -gels verwenden, um trockene Augen zu

verhindern oder zu behandeln.

PEMAZYRE kann das ungeborene Kind schädigen. Gebärfähige Frauen und Männer mit gebärfähigen

Partnerinnen müssen während der Behandlung und für mindestens 1 Woche nach der letzten

Behandlung mit PEMAZYRE wirksame Verhütungsmethoden anwenden.

Kinder und Jugendliche

PEMAZYRE darf nicht an Kinder oder Jugendliche unter 18 Jahren verabreicht werden. Es ist nicht

bekannt, ob es in dieser Altersgruppe sicher und wirksam ist.

Einnahme von PEMAZYRE zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie andere

Arzneimittel einnehmen, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen, andere

Arzneimittel einzunehmen.

Insbesondere sollten Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin informieren, wenn Sie eines der folgenden

Arzneimittel einnehmen, damit sie/er entscheiden kann, ob Ihre Behandlung geändert werden muss:

Johanniskraut: ein Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen. Sie dürfen während der Behandlung

mit PEMAZYRE kein Johanniskraut einnehmen.

Arzneimittel, deren Wirkstoffnamen mit «-prazol» enden: Diese werden verwendet, um die Freisetzung

von Magensäure zu reduzieren. Vermeiden Sie die Einnahme dieser Arzneimittel während der

Behandlung mit PEMAZYRE.

Itraconazol, Ketoconazol, Voriconazol: Arzneimittel zur Behandlung von Pilzinfektionen.

Rifampicin, Rifabutin, Clarithromycin: Arzneimittel zur Behandlung von Tuberkulose und bestimmten

anderen Infektionen.

Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital, Primidon: Arzneimittel zur Behandlung von Epilepsie.

Efavirenz, Indinavir, Atazanavir, Nelfinavir, Ritonavir, Saquinavir: Arzneimittel zur Behandlung einer

HIV-Infektion.

Cyclophosphamid, Ifosfamid, Idelalisib, Doxorubicin: andere Arzneimittel zur Behandlung von Krebs.

Methadon: ein Arzneimittel für die Behandlung starker Schmerzen oder für Suchtbehandlungen.

Fexofenadin: Arzneimittel zur Behandlung von Allergien.

Digoxin, Diltiazem, Verapamil, Amiodaron: Arzneimittel zur Behandlung von Herzerkrankungen.

Dabigatran, Rivaroxaban, Apixaban: Arzneimittel zur Verhinderung von Blutgerinnseln.

Colchicin: ein Arzneimittel zur Behandlung von Gichtanfällen.

Essen Sie keine Grapefruit und trinken Sie keinen Grapefruitsaft, während Sie dieses Arzneimittel

einnehmen.

Autofahren und Bedienen von Maschinen

Pemigatinib hat einen mässigen Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit und auf die Fähigkeit Maschinen zu

bedienen. Es kann Nebenwirkungen wie Ermüdung oder Sehstörungen verursachen. Fahren Sie nicht

Auto und bedienen Sie keine Maschinen, wenn dies geschieht.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

an anderen Krankheiten leiden,

Allergien haben oder

andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen.

Darf PEMAZYRE während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Wenn Sie schwanger sind oder stillen oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin um

Rat.

Schwangerschaft

Pemazyre kann das ungeborene Kind schädigen und sollte während der Schwangerschaft nicht

eingenommen werden, es sei denn, Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin gibt Ihnen andere Anweisungen. Vor

Beginn der Behandlung muss ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden.

Verhütungsberatung für Männer und Frauen

Frauen, die mit Pemazyre behandelt werden, dürfen nicht schwanger werden. Daher müssen Frauen, die

schwanger werden könnten, während der Behandlung und für mindestens 1 Woche nach der letzten

Einnahme von PEMAZYRE eine wirksame Verhütungsmethode anwenden. Sprechen Sie mit Ihrem

Arzt bzw. Ihrer Ärztin über die für Sie am besten geeignete Verhütungsmethode.

Männer sollten es vermeiden, ein Kind zu zeugen. Sie müssen während der Behandlung und für

mindestens 1 Woche nach der letzten Behandlung mit PEMAZYRE eine wirksame Verhütungsmethode

anwenden.

Stillzeit

Sie dürfen während der Behandlung mit PEMAZYRE und für mindestens 1 Woche nach der letzten

Behandlung nicht stillen.

Wie verwenden Sie PEMAZYRE?

Die Behandlung mit PEMAZYRE muss von einem Arzt bzw. einer Ärztin begonnen werden, der/die

Erfahrung mit der Diagnose und Behandlung von Gallengangskarzinom hat. Nehmen Sie dieses

Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder

Apothekerin ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin nach,

wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die empfohlene Dosis beträgt:

1 Tablette PEMAZYRE 13,5 mg einmal täglich für 14 Tage, gefolgt von 7 Tagen ohne Einnahme von

PEMAZYRE.

Die Behandlung wird nach dem gleichen Schema fortgesetzt: 14 Tage PEMAZYRE einmal täglich,

gefolgt von 7 Tagen ohne Behandlung. Nehmen Sie PEMAZYRE während der 7 behandlungsfreien

Tage nicht ein. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird die Dosis anpassen oder die Behandlung abbrechen, falls

erforderlich.

Wie nehmen Sie PEMAZYRE ein?

Schlucken Sie die Tablette unzerkaut mit einem Glas Wasser jeden Tag zur gleichen Zeit. PEMAZYRE

kann mit dem Essen oder zwischen Mahlzeiten eingenommen werden.

Die Tabletten dürfen nicht zerdrückt, gekaut, geteilt oder aufgelöst werden.

Dauer der Einnahme

Nehmen Sie PEMAZYRE so lange ein, wie es der Arzt oder die Ärztin verordnet hat.

Wenn Sie eine grössere Menge von PEMAZYRE eingenommen haben, als Sie sollten

Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie mehr PEMAZYRE eingenommen haben, als Sie

sollten.

Wenn Sie die Einnahme von PEMAZYRE vergessen haben

Wenn Sie eine Dosis von PEMAZYRE über 4 Stunden oder mehr vergessen haben oder wenn Sie nach

der Einnahme von Pemazyre erbrechen, nehmen Sie keine weitere PEMAZYRE-Tablette ein, um die

vergessene Behandlung nachzuholen. Nehmen Sie die nächste Dosis von PEMAZYRE zur geplanten

Zeit ein.

Wenn Sie die Einnahme von PEMAZYRE abbrechen

Brechen Sie die Einnahme von PEMAZYRE nicht ab, ohne dies mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin zu

besprechen, da dies den Therapieerfolg beeinträchtigen kann.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann PEMAZYRE haben?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Wenn Sie eine schwerwiegende Nebenwirkung bemerken, wenden Sie sich umgehend an Ihren Arzt

oder Ihre Ärztin. Die Nebenwirkungen von PEMAZYRE können mit der folgenden Häufigkeit

auftreten:

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Personen betreffen):

Niedriger Natriumgehalt im Blut; Symptome sind u. a. verminderte Denkfähigkeit, Kopfschmerzen,

Übelkeit, Gleichgewichtsstörungen, Verwirrtheit, Krampfanfälle, Koma

Bluttests, die eine Erhöhung des Kreatinins zeigen, was auf Nierenprobleme hinweisen kann;

normalerweise verursacht erhöhtes Kreatinin keine Symptome, aber Symptome von Nierenproblemen

können Übelkeit und Veränderungen beim Wasserlassen umfassen

Andere Nebenwirkungen können mit den folgenden Häufigkeiten auftreten:

Sehr häufig (betrifft mehr als 1 von 10 Behandelten):

Hohe oder niedrige Phosphatwerte in Bluttests (siehe «Welche Vorsichtsmassnahmen sind bei der

Einnahme von PEMAZYRE zu beachten?»)

Geschmacksstörungen

Trockene Augen

Durchfall

Übelkeit

Entzündung der Mundschleimhaut

Verstopfung

Trockener Mund

Haarausfall

Nageltoxizität, einschliesslich sich vom Nagelbett lösende Nägel, Nagelschmerzen, Nagelblutung,

Brechen der Nägel, Farb- oder Texturveränderungen Ihrer Nägel, infizierte Haut um die Nägel

Trockene Haut

Hautreaktionen mit Rötung, Schwellung und Schmerzen an den Handflächen und Fusssohlen, was als

Hand-Fuss-Syndrom bezeichnet wird

Gelenkschmerzen

Ermüdung

Häufig (betrifft bis zu 1 von 10 Behandelten)

Veränderungen der Wimpern, einschliesslich abnormal lange Wimpern, eingewachsene Wimpern

Entzündung der Augenhornhaut (der klaren äusseren Schicht des Auges)

Ansammlung von Flüssigkeit unter der Netzhaut (der lichtempfindlichen Schicht auf der Rückseite des

Auges), kann mit Symptomen wie verschwommenes Sehen, Glaskörperflusen, Lichtblitze (Photopsie)

auftreten.

Reduzierte Sehkraft

Abnormaler Haarwuchs

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin

oder Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15-25°C) lagern.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Weitere Hinweise

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in PEMAZYRE enthalten?

Wirkstoffe

Der Wirkstoff ist Pemigatinib.

Jede 4,5 mg Tablette enthält 4,5 mg Pemigatinib.

Jede 9 mg Tablette enthält 9 mg Pemigatinib.

Jede 13,5 mg Tablette enthält 13,5 mg Pemigatinib.

Hilfsstoffe

Mikrokristalline Cellulose (E 460), Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A), Magnesiumstearat (E 572)

Zulassungsnummer

68143

Wo erhalten Sie PEMAZYRE? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

4,5 mg Tabletten: 14 oder 28 (Blister)

9 mg Tabletten: 14 oder 28 (Blister)

13,5 mg Tabletten: 14 oder 28 (Blister)

Zulassungsinhaberin

Incyte Biosciences International Sàrl, Morges

Diese Packungsbeilage wurde im Juli 2021 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

▼ Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle

Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind

aufgefordert, den Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung zu melden. Hinweise zur

Meldung von Nebenwirkungen, siehe Rubrik «Unerwünschte Wirkungen».

PEMAZYRE ist befristet zugelassen, siehe Rubrik «Eigenschaften/Wirkungen».

PEMAZYRE

Zusammensetzung

Wirkstoffe

Pemigatinib

Hilfsstoffe

Mikrokristalline Cellulose (E 460), Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph.Eur.), Magnesiumstearat

(E 572)

Jede 4,5 mg Tablette, 9 mg Tablette bzw. 13,5 mg Tablette enthält 0,176 mg, 0,352 mg bzw. 0,528 mg

Natrium.

Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro Einheit

4,5 mg, 9 mg und 13,5 mg Tabletten

4,5 mg: Runde (5,8 mm), weisse bis cremefarbene Tablette mit «I»-Prägung auf der einen Seite und

«4.5»-Prägung auf der anderen Seite.

9 mg: Ovale (10 x 5 mm), weisse bis cremefarbene Tablette mit «I»-Prägung auf der einen Seite und

«9»-Prägung auf der anderen Seite.

13,5 mg: Runde (8,5 mm), weisse bis cremefarbene Tablette mit «I»-Prägung auf der einen Seite und

«13.5»-Prägung auf der anderen Seite.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

PEMAZYRE wird als Monotherapie angewendet zur Behandlung von Erwachsenen mit lokal

fortgeschrittenem, inoperablem oder metastasiertem Cholangiokarzinom mit einer Fibroblasten-

Wachstumsfaktor-Rezeptor-2 (FGFR2)-Fusion oder einem FGFR2-Rearrangement, das nach mindestens

einer vorgängigen systemischen Therapielinie fortgeschritten ist (siehe «Klinische Wirksamkeit»).

Dosierung/Anwendung

Die Therapie sollte von einer/einem in der Diagnose und Behandlung von Patientinnen und Patienten

mit Gallengangkarzinom erfahrenen Ärztin/Arzt eingeleitet werden.

Der Status der FGFR2-Fusionspositivität muss vor der Einleitung der PEMAZYRE-Therapie bekannt

sein. Die Beurteilung auf FGFR2-Fusionspositivität in Tumorproben muss mit einem validierten

diagnostischen Test erfolgen.

Übliche Dosierung

Die empfohlene Dosis beträgt 13,5 mg Pemigatinib einmal täglich für 14 Tage, gefolgt von 7 Tagen

ohne Therapie.

Wenn eine Dosis von Pemigatinib um 4 oder mehr Stunden versäumt wird oder Erbrechen nach der

Einnahme einer Dosis auftritt, sollte keine weitere Dosis verabreicht werden und die Dosierung mit der

nächsten geplanten Dosis wieder aufgenommen werden.

Bei allen Patienten sollte eine phosphatarme Diät eingeleitet werden, wenn der Serumphosphatspiegel

über 5,5 mg/dl liegt, und eine zusätzliche phosphatsenkende Therapie sollte in Betracht gezogen werden,

wenn der Spiegel über 7 mg/dl ist. Die Dosis der phosphatsenkenden Therapie sollte angepasst werden,

bis der Serumphosphatspiegel wieder unter 7 mg/dl fällt. Eine anhaltende Hyperphosphatämie kann zur

Ausfällung von Calcium-Phosphat-Kristallen führen, die zu Hypokalzämie, Weichteilmineralisation,

Muskelkrämpfen, Krampfanfällen, QT-Intervall-Verlängerung und Arrhythmien führen können (siehe

Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Während den Behandlungspausen mit PEMAZYRE oder wenn der Serumphosphatspiegel unter den

Normalbereich fällt, sollte ein Abbruch der phosphatsenkenden Therapie und Diät erwogen werden.

Schwere Hypophosphatämie kann möglicherweise mit Verwirrtheit, Krampfanfällen, fokalen

neurologischen Befunden, Herzinsuffizienz, Ateminsuffizienz, Muskelschwäche, Rhabdomyolyse und

hämolytischer Anämie einhergehen (siehe Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Therapiedauer

Die Behandlung sollte so lange fortgesetzt werden, wie die Patientin oder der Patient keine Anzeichen

für eine Krankheitsprogression und keine inakzeptable Toxizität zeigt.

Dosisanpassung aufgrund unerwünschter Wirkungen/Interaktionen

Für das Management von Toxizitäten sollten Dosisänderungen oder ein Behandlungsunterbruch in

Betracht gezogen werden.

Die Dosisreduktionen von Pemigatinib sind in Tabelle 1 zusammengefasst.

Tabelle 1: Empfohlene Dosisreduktionsstufen von Pemigatinib

Dosis

Dosisreduktionsstufen

Zum ersten Mal

Zum zweiten Mal

13,5 mg einmal täglich oral über

14 Tage, gefolgt von 7 Tagen

Therapiepause

9 mg einmal täglich oral über

14 Tage, gefolgt von 7 Tagen

Therapiepause

4,5 mg einmal täglich oral über

14 Tage, gefolgt von 7 Tagen

Therapiepause

Die Behandlung sollte permanent abgebrochen werden, wenn die Patientin oder der Patient 4,5 mg

Pemigatinib einmal täglich nicht verträgt.

Dosisänderungen bei Hyperphosphatämie sind in Tabelle 2 aufgeführt.

Tabelle 2: Dosisänderungen bei Hyperphosphatämie

Nebenwirkung

Pemigatinib Dosisänderung

> 5,5 mg/dl bis

≤ 7 mg/dl

·Pemigatinib sollte in der aktuellen Dosis fortgesetzt werden.

> 7 mg/dl bis

≤ 10 mg/dl

·Pemigatinib sollte in der aktuellen Dosis fortgesetzt werden, eine phosphatsenkende

Therapie sollte eingeleitet werden, das Phosphat im Serum sollte wöchentlich

überwacht werden. Die Dosis der phosphatsenkenden Therapie sollte bei Bedarf

angepasst werden, bis der Spiegel wieder auf unter 7 mg/dl fällt.

·Pemigatinib sollte ausgesetzt werden, falls der Spiegel nicht innerhalb von

2 Wochen nach Beginn einer phosphatsenkenden Therapie auf unter 7 mg/dl fällt.

Pemigatinib und die phosphatsenkende Therapie sollten in der gleichen Dosis wieder

fortgesetzt werden, wenn der Spiegel auf unter 7 mg/dl fällt.

·Bei Wiederauftreten eines Serumphosphatpiegels von über 7 mg/dl unter

phosphatsenkender Therapie sollte Pemigatinib um eine Dosisstufe reduziert werden.

> 10 mg/dl

·Pemigatinib sollte in der aktuellen Dosis fortgesetzt werden, eine phosphatsenkende

Therapie sollte eingeleitet werden, das Phosphat im Serum sollte wöchentlich

überwacht werden. Die Dosis der phosphatsenkenden Therapie sollte bei Bedarf

angepasst werden, bis der Spiegel wieder unter 7 mg/dl beträgt.

·Pemigatinib sollte ausgesetzt werden, wenn der Spiegel 1 Woche lang über 10 mg/dl

bleibt. Pemigatinib und die phosphatsenkende Therapie sollten 1 Dosisstufe niedriger

wieder fortgesetzt werden, wenn das Phosphat im Serum unter 7 mg/dl fällt.

·Wenn es nach 2 Dosisreduktionen erneut zu einem Serumphosphatspiegel

über 10 mg/dl kommt, sollte Pemigatinib permanent abgesetzt werden.

Dosisänderungen bei seröser Netzhautablösung sind in Tabelle 3 aufgeführt.

Tabelle 3: Dosisänderungen bei seröser Netzhautablösung

Nebenwirkung

Pemigatinib Dosisänderung

Asymptomatisch

·Pemigatinib sollte in der aktuellen Dosis fortgesetzt

werden. Eine Überwachung sollte wie in Rubrik

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»

beschrieben erfolgen.

Mässige Abnahme der Sehschärfe

(bestkorrigierte Sehschärfe 20/40 oder besser

oder bis um 3 Linien vermindertes

Sehvermögen ab Baseline); Einschränkung der

instrumentellen Alltagsaktivitäten

·Pemigatinib sollte bis zur Abheilung ausgesetzt

werden. Bei einer Verbesserung bei der nachfolgenden

Untersuchung sollte Pemigatinib in der nächst

niedrigeren Dosisstufe wieder aufgenommen werden.

·Bei Wiederauftreten, Fortbestehen der Symptome oder

ausbleibender Besserung bei der Untersuchung sollte je

nach klinischem Zustand ein permanentes Absetzen

von Pemigatinib erwogen werden.

Deutliche Abnahme der Sehschärfe

(bestkorrigierte Sehschärfe schlechter als 20/40

oder um mehr als 3 Linien vermindertes

Sehvermögen ab Baseline bis auf 20/200);

Einschränkung der Alltagsaktivitäten

·Pemigatinib sollte bis zur Abheilung ausgesetzt

werden. Bei einer Verbesserung bei der nachfolgenden

Untersuchung kann Pemigatinib in einer um

2 Dosisstufen niedrigeren Dosierung wieder

aufgenommen werden.

·Bei Wiederauftreten, Fortbestehen der Symptome oder

ausbleibender Besserung bei der Untersuchung sollte

ein permanentes Absetzen von Pemigatinib erwogen

werden.

Sehschärfe schlechter als 20/200 im betroffenen

Auge; Einschränkung der Alltagsaktivitäten

·Pemigatinib sollte bis zur Abheilung ausgesetzt

werden. Bei einer Verbesserung bei der nachfolgenden

Untersuchung kann Pemigatinib in einer um

2 Dosisstufen niedrigeren Dosierung wieder

aufgenommen werden.

·Bei Wiederauftreten, Fortbestehen der Symptome oder

ausbleibender Besserung bei der Untersuchung sollte

ein permanentes Absetzen von Pemigatinib erwogen

werden.

Dosisänderungen bei anderen Nebenwirkungen sind in Tabelle 4 aufgeführt.

Tabelle 4: Dosisänderungen bei anderen Nebenwirkungen

Nebenwirkung

Pemigatinib Dosisänderung

Nebenwirkung

Grad 3

·Pemigatinib sollte abgesetzt werden, bis ein Rückgang auf Grad 1 oder die

Abheilung der Nebenwirkung erreicht ist.

·Bei einer Verbesserung kann Pemigatinib in einer niedrigeren Dosierung wieder

aufgenommen werden, wenn die Nebenwirkung innerhalb von 2 Wochen abheilt.

·Wenn die Nebenwirkung nicht innerhalb von 2 Wochen abheilt, sollte ein

permanentes Absetzen von Pemigatinib erwogen werden.

·Wenn es nach 2 Dosisreduktionen zu einem Wiederauftreten von Grad 3 kommt,

sollte ein permanentes Absetzen von Pemigatinib erwogen werden.

Nebenwirkung

Grad 4

·Ein permanentes Absetzen von Pemigatinib sollte erwogen werden.

Gleichzeitige Anwendung von Pemigatinib mit starken CYP3A4-Inhibitoren

Die gleichzeitige Anwendung von starken CYP3A4-Inhibitoren, einschliesslich Grapefruitsaft, sollte

während der Behandlung mit Pemigatinib vermieden werden. Falls die gleichzeitige Anwendung eines

starken CYP3A4-Inhibitors erforderlich ist, sollte die Dosis von Patienten, die einmal täglich 13,5 mg

Pemigatinib einnehmen, auf 9 mg einmal täglich und die Dosis von Patienten, die einmal täglich 9 mg

Pemigatinib einnehmen, auf 4,5 mg einmal täglich reduziert werden (siehe Rubriken «Warnhinweise

und Vorsichtsmassnahmen» und «Interaktionen»).

Patienten mit Leberfunktionsstörungen

Bei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung

erforderlich. Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung sollte die Dosis von Patienten, die

einmal täglich 13,5 mg Pemigatinib einnehmen, auf 9 mg einmal täglich und die Dosis von Patienten,

die einmal täglich 9 mg Pemigatinib einnehmen, auf 4,5 mg einmal täglich reduziert werden (siehe

Rubrik «Pharmakokinetik»).

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Nierenfunktionsstörung und bei Patienten mit terminaler

Nierenerkrankung unter Hämodialyse ist eine Dosisanpassung nicht erforderlich. Bei Patienten mit

schwerer Nierenfunktionsstörung sollte die Dosis von Patienten, die einmal täglich 13,5 mg Pemigatinib

einnehmen, auf 9 mg einmal täglich und die Dosis von Patienten, die einmal täglich 9 mg Pemigatinib

einnehmen, auf 4,5 mg einmal täglich reduziert werden (siehe Rubrik «Pharmakokinetik»).

Ältere Patienten

Die Dosis von Pemigatinib ist bei älteren Patienten die gleiche wie bei jüngeren erwachsenen Patienten

(siehe Rubrik «Eigenschaften/Wirkungen»).

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von PEMAZYRE bei Patienten unter 18 Jahren ist bisher nicht gezeigt.

Es liegen dazu keine Daten vor.

Art der Anwendung

PEMAZYRE ist zum Einnehmen bestimmt. Die Tabletten sollten jeden Tag etwa zur gleichen Zeit

eingenommen werden. Die Patientinnen und Patienten sollten die Tabletten nicht zerdrücken, kauen,

teilen oder auflösen. Pemigatinib kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Rubrik «Zusammensetzung» genannten

Hilfsstoffe.

Gleichzeitige Anwendung mit Johanniskraut (siehe Rubrik «Interaktionen»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Hyperphosphatämie

Hyperphosphatämie ist eine pharmakodynamische Wirkung, die bei der Verabreichung von Pemigatinib

zu erwarten ist (siehe Rubrik «Eigenschaften/Wirkungen»). Eine anhaltende Hyperphosphatämie kann

zur Ausfällung von Calcium-Phosphat-Kristallen führen, die zu Hypokalzämie, Weichteilmineralisation,

sekundärem Hyperparathyreoidismus, Muskelkrämpfen, Krampfanfällen, QT-Intervall-Verlängerung

und Arrhythmien führen können (siehe Rubrik «Dosierung/Anwendung»). Weichteilmineralisation,

einschliesslich kutaner Kalzifizierung und Kalzinose, wurde unter der Behandlung mit Pemigatinib

beobachtet.

Die Empfehlungen für das Management einer Hyperphosphatämie umfassen eine diätetische

Phosphatrestriktion, die Verabreichung einer phosphatsenkenden Therapie und, falls erforderlich, eine

Dosisanpassung (siehe Rubrik «Dosierung/Anwendung»). Eine phosphatsenkende Therapie wurde von

28,5 % der Patienten während der Behandlung mit Pemigatinib angewendet (siehe Rubrik

«Unerwünschte Wirkungen»).

Hypophosphatämie

Während den Behandlungspausen mit Pemigatinib oder wenn der Serumphosphatspiegel unter den

Normalbereich fällt, sollte ein Abbruch der phosphatsenkenden Therapie und Diät erwogen werden.

Schwere Hypophosphatämie kann möglicherweise mit Verwirrtheit, Krampfanfällen, fokalen

neurologischen Befunden, Herzinsuffizienz, Ateminsuffizienz, Muskelschwäche, Rhabdomyolyse und

hämolytischer Anämie einhergehen (siehe Rubriken «Dosierung/Anwendung» und «Unerwünschte

Wirkungen»).

Bei Patienten mit Hyperphosphatämie oder Hypophosphatämie wird eine zusätzliche engmaschige

Überwachung und Nachkontrolle hinsichtlich einer Dysregulation der Knochenmineralisation

empfohlen.

Seröse Netzhautablösung

Pemigatinib kann Reaktionen einer serösen Netzhautablösung verursachen, die möglicherweise mit

Symptomen wie verschwommenem Sehen, Glaskörperflusen oder Photopsie auftreten können (siehe

Rubrik «Unerwünschte Wirkungen»). Dies kann die Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen

von Maschinen mässig beeinflussen (siehe Rubrik «Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das

Bedienen von Maschinen»).

Ophthalmologische Untersuchung, einschliesslich optische Kohärenztomografie (OCT), sollte vor

Beginn der Therapie und alle 2 Monate während den ersten 6 Monaten der Behandlung, danach alle

3 Monate und bei visuellen Symptomen jederzeit dringend durchgeführt werden. Bei Reaktionen einer

serösen Netzhautablösung sollten die Richtlinien für Dosisänderungen beachtet werden (siehe Rubrik

«Dosierung/Anwendung»).

Während der Durchführung der klinischen Studie gab es keine routinemässige Überwachung,

einschliesslich OCT, um asymptomatische seröse Netzhautablösungen zu erkennen; daher ist die

Inzidenz asymptomatischer seröser Netzhautablösungen unter Pemigatinib nicht bekannt.

Bei Patienten mit klinisch bedeutsamen medizinischen Augenerkrankungen, wie z. B. Erkrankungen der

Retina, unter anderem zentrale seröse Retinopathie, Makula-/Netzhautdegeneration, diabetische

Retinopathie und frühere Netzhautablösung, sollte eine sorgfältige Abwägung erfolgen.

Trockenes Auge

Pemigatinib kann trockene Augen verursachen (siehe Rubrik «Unerwünschte Wirkungen»). Die

Patienten sollten je nach Bedarf okuläre Demulzenzien als Vorbeugung oder Behandlung von trockenen

Augen verwenden.

Erhöhter Kreatininwert im Blut

Pemigatinib kann möglicherweise das Kreatinin im Serum erhöhen, indem es die renale tubuläre

Sekretion von Kreatinin vermindert; dies könnte aufgrund einer Hemmung der renalen Transporter

OCT2 und MATE1 auftreten und hat möglicherweise keinen Einfluss auf die glomeruläre Funktion.

Innerhalb des ersten Zyklus stieg das Kreatinin im Serum an (mittlerer Anstieg von 0,2 mg/dl) und

erreichte am 8. Tag den Steady-State, um dann während der 7 therapiefreien Tage zu sinken (siehe

Rubrik «Unerwünschte Wirkungen»). Alternative Marker der Nierenfunktion sollten in Betracht

gezogen werden, wenn anhaltende Erhöhungen des Kreatinins im Serum beobachtet werden.

ZNS-Metastasen

Da unbehandelte oder fortgeschrittene Hirn-/ZNS-Metastasen in der Studie nicht zugelassen waren,

wurde die Wirksamkeit in dieser Population nicht untersucht und es können keine Dosisempfehlungen

gegeben werden, jedoch wird erwartet, dass die Penetration der Blut-Hirn-Schranke von Pemigatinib

gering ist (siehe Rubrik «Präklinische Daten»).

Embryofetale Toxizität

Basierend auf dem Wirkmechanismus und den Ergebnissen einer tierexperimentellen

Reproduktionsstudie (siehe Rubrik «Präklinische Daten») kann Pemigatinib, wenn es von schwangeren

Frauen eingenommen wird, Föten schädigen. Schwangere sollten hinsichtlich des potenziellen Risikos

für den Fötus beraten werden. (siehe Rubrik «Schwangerschaft, Stillzeit»).

Empfängnisverhütung

PEMAZYRE kann den Fötus schädigen, wenn es von einer schwangeren Frau eingenommen wird.

Gebärfähigen Frauen, die mit PEMAZYRE behandelt werden, sollte daher geraten werden, nicht

schwanger zu werden, und Männern, die mit PEMAZYRE behandelt werden, sollte geraten werden,

während der Behandlung kein Kind zu zeugen. Während der Behandlung mit PEMAZYRE und für

1 Woche nach Abschluss der Behandlung muss eine wirksame Verhütungsmethode angewendet werden

(siehe Rubrik «Schwangerschaft, Stillzeit»).

Schwangerschaftstest

Vor Beginn der Behandlung muss ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden, um eine

Schwangerschaft auszuschliessen.

Kombination mit Protonenpumpenhemmern

Die gleichzeitige Anwendung von Pemigatinib mit Protonenpumpenhemmern sollte vermieden werden

(siehe Rubrik «Interaktionen»).

Kombination mit starken CYP3A4-Inhibitoren

Die gleichzeitige Anwendung von Pemigatinib mit starken CYP3A4-Inhibitoren erfordert eine

Dosisanpassung (siehe Rubriken «Dosierung/Anwendung» und «Interaktionen»).

Kombination mit starken oder mittelstarken CYP3A4-Induktoren

Die gleichzeitige Anwendung von Pemigatinib mit starken oder mittelstarken CYP3A4-Induktoren wird

nicht empfohlen (siehe Rubrik «Interaktionen»).

Natrium

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Tablette, d. h., es ist praktisch

natriumfrei.

Interaktionen

Starke CYP3A4-Inhibitoren

Die gleichzeitige Anwendung von Pemigatinib mit starken CYP3A4-Inhibitoren sollte vermieden

werden und erfordert eine Dosisanpassung (siehe Rubrik «Dosierung/Anwendung»). Patienten sind

darauf hinzuweisen, während der Behandlung mit Pemigatinib weder Grapefruitsaft noch Grapefruits zu

sich zu nehmen.

Ein starker CYP3A4-Inhibitor (Itraconazol 200 mg einmal täglich) erhöhte den geometrischen

Mittelwert der AUC von Pemigatinib um 88 % (90%-KI: 75 %, 103 %), was möglicherweise die

Inzidenz und den Schweregrad von Nebenwirkungen von Pemigatinib erhöhen kann. Bei Patienten, die

einmal täglich 13,5 mg Pemigatinib einnehmen, sollte die Dosis auf einmal täglich 9 mg und bei

Patienten, die einmal täglich 9 mg Pemigatinib einnehmen, auf einmal täglich 4,5 mg reduziert werden

(siehe Rubrik «Dosierung/Anwendung»).

CYP3A4-Induktoren

Ein starker CYP3A4-Induktor (Rifampin 600 mg einmal täglich) verringerte den geometrischen

Mittelwert der AUC von Pemigatinib um 85 % (90%-KI: 84 %, 86 %), was möglicherweise die

Wirksamkeit von Pemigatinib verringern kann. Die gleichzeitige Anwendung von starken CYP3A4-

Induktoren (z. B. Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital, Rifampicin) sollte während der Behandlung

mit Pemigatinib vermieden werden (siehe Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Die

gleichzeitige Anwendung von Pemigatinib mit Johanniskraut ist kontraindiziert (siehe Rubrik

«Kontraindikationen»). Falls erforderlich, sollten andere Enzyminduktoren (z. B. Efavirenz) unter

engmaschiger Überwachung eingesetzt werden.

Protonenpumpenhemmer

Die geometrischen Mittelwerte (90%-KI) für Cmax und AUC von Pemigatinib betrugen 65,3 % (54,7;

78,0) bzw. 92,1 % (88,6; 95,8), wenn es bei gesunden Probanden zusammen mit Esomeprazol (einem

Protonenpumpenhemmer) verabreicht wurde, im Vergleich zu Pemigatinib allein. Die gleichzeitige

Verabreichung eines Protonenpumpenhemmers (Esomeprazol) führte nicht zu einer klinisch

bedeutsamen Veränderung der Pemigatinib-Exposition.

Allerdings wurde bei mehr als einem Drittel der Patienten, die Protonenpumpenhemmer erhielten, eine

signifikante Verringerung der Exposition von Pemigatinib beobachtet. Protonenpumpenhemmer sollten

bei Patienten, die Pemigatinib erhalten, vermieden werden (siehe Rubrik «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

H2-Rezeptor-Antagonisten

Die gleichzeitige Verabreichung von Ranitidin führte zu keiner klinisch bedeutsamen Veränderung der

Pemigatinib-Exposition.

Wirkung von Pemigatinib auf CYP2B6-Substrate

In-vitro-Studien zeigen, dass Pemigatinib CYP2B6 induziert. Die gleichzeitige Verabreichung von

Pemigatinib mit CYP2B6-Substraten (z. B. Cyclophosphamid, Ifosfamid, Methadon, Efavirenz) kann

deren Exposition möglicherweise verringern. Eine engmaschige klinische Überwachung wird

empfohlen, wenn Pemigatinib zusammen mit diesen Arzneimitteln verabreicht wird.

Wirkung von Pemigatinib auf P-gp-Substrate

In vitro ist Pemigatinib ein P-gp-Inhibitor. Die gleichzeitige Verabreichung von Pemigatinib mit P-gp-

Substraten (z. B. Digoxin, Dabigatran, Colchicin) kann deren Exposition und damit deren Toxizität

möglicherweise erhöhen. Die Verabreichung von Pemigatinib sollte mindestens 6 Stunden vor oder nach

der Verabreichung von P-gp-Substraten mit einem engen therapeutischen Index erfolgen.

CYP-Substrate

Pemigatinib ist in klinisch relevanten Konzentrationen weder ein Inhibitor von CYP1A2, CYP2B6,

CYP2C8, CYP2C9, CYP2C19, CYP2D6 und CYP3A4 noch ein Induktor von CYP1A2 und CYP3A4.

Transporter

Pemigatinib ist ein Substrat von P-gp und BCRP. Es wird nicht erwartet, dass P-gp- oder BCRP-

Inhibitoren die Exposition von Pemigatinib bei klinisch relevanten Konzentrationen beeinflussen.

In vitro ist Pemigatinib ein Inhibitor von OATP1B3, OCT2 und MATE1. Die Hemmung von OCT2

kann das Kreatinin im Serum erhöhen.

Schwangerschaft, Stillzeit

Empfängnisverhütung bei zeugungsfähigen Männern und gebärfähigen Frauen

Basierend auf den Ergebnissen einer tierexperimentellen Studie und seinem Wirkmechanismus kann

Pemigatinib, wenn es von einer schwangeren Frau eingenommen wird, den Fötus schädigen.

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Dokumentverlauf anzeigen

Teilen Sie diese Informationen