Pamorelin LA 11,25 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionssuspension

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Triptorelinembonat
Verfügbar ab:
Medipha-Santé
ATC-Code:
L02AE04
INN (Internationale Bezeichnung):
Triptorelinembonat
Darreichungsform:
Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionssuspension
Zusammensetzung:
Triptorelinembonat 16.8mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
55394.00.00

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GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR ANWENDER

Pamorelin

LA 11,25 mg

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Depot-Injektionssuspension

Wirkstoff: Triptorelin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der

Anwendung dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals

lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen

Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben

sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Pamorelin LA 11,25 mg und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Pamorelin LA 11,25 mg beachten?

Wie ist Pamorelin LA 11,25 mg anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Pamorelin LA 11,25 mg aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

WAS IST PAMORELIN LA 11,25 mg UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?

Pamorelin LA 11,25 mg enthält Triptorelin, das dem Gonadotropin-Releasing-Hormon

ähnlich ist (GnRH-Analogon). Es handelt sich dabei um eine Formulierung mit

Langzeitwirkung, die 11,25 mg Triptorelin über einen Zeitraum von 3 Monaten (12 Wochen)

langsam freisetzt. Die Wirkung wird erzielt, indem der Spiegel des männlichen Hormons

Testosteron im Körper gesenkt wird.

Pamorelin LA 11,25 mg dient der Behandlung des lokal fortgeschrittenen, hormonabhängigen

Prostatakarzinoms (Krebserkrankung der Vorsteherdrüse) und des hormonabhängigen

Prostatakarzinoms, das sich auf andere Körperregionen ausgebreitet hat (metastasierendes

Karzinom).

Pamorelin LA 11,25 mg wird ebenfalls bei der Behandlung des lokalisierten Hochrisiko- oder

lokal fortgeschrittenen, hormonabhängigen Prostatakarzinoms in Kombination mit

Strahlentherapie angewendet.

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2.

WAS SOLLTEN SIE VOR DER ANWENDUNG VON PAMORELIN LA 11,25 mg

BEACHTEN?

Pamorelin LA 11,25 mg darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Triptorelinembonat, Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH),

anderen GnRH-Analoga oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile

dieses Arzneimittels sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Pamorelin LA 11,25 mg angewendet wird:

Wenn bei Ihnen depressive Verstimmungen auftreten. Es wurde bei mit Pamorelin LA

11,25 mg behandelten Patienten von Depressionen, die schwerwiegend sein können,

berichtet.

Wenn Sie gleichzeitig Arzneimittel zur Hemmung der Blutgerinnung einnehmen, da an der

Einstichstelle Blutergüsse entstehen können.

Wenn Sie ein starker Trinker oder Raucher sind, Osteoporose (Krankheit, die die Knochen

schwächt) haben oder in Ihrer Familie Osteoporose aufgetreten ist, sich ungesund

ernähren, krampflösende Arzneimittel (Arzneimittel gegen Epilepsie oder Anfälle) oder

Kortikosteroide einnehmen. Wenn Pamorelin LA 11,25 mg über einen längeren Zeitraum

angewendet wird, ist das Risiko für die Entwicklung schwacher Knochen erhöht,

insbesondere, wenn einer der genannten Punkte auf Sie zutrifft

Wenn Sie Herz-Kreislauf-Erkrankungen jeder Art, einschließlich Herzrhythmusstörungen

(Arrhythmien), haben, oder wenn Sie mit Medikamenten gegen diese Erkrankungen

behandelt werden. Das Risiko für Herzrhythmusstörungen kann bei der Anwendung von

Pamorelin LA 11,25 mg erhöht sein.

Wenn Sie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben.

Zu Beginn der Behandlung kommt es in Ihrem Körper zu einer vorübergehenden

Erhöhung der Testosteronmenge. Dies kann zu einer Verschlechterung der Symptome

Ihres Karzinoms führen. Bitte suchen Sie in diesem Fall Ihren Arzt auf. Ihr Arzt wird

Ihnen entsprechende Arzneimittel (ein Antiandrogen) geben, um zu verhindern, dass Ihre

Symptome sich verschlechtern.

Sie können (wie auch mit anderen GnRH-Analoga) Symptome aufgrund einer

Rückenmarksquetschung (z. B. Schmerzen, Taubheit oder Schwäche in den Beinen) oder

Harnröhrenverengung/-verschluss während der ersten Behandlungswochen bekommen.

Wenn entsprechende Beschwerden bei Ihnen auftreten, informieren Sie sofort Ihren Arzt,

der Sie diesbezüglich untersuchen und entsprechend behandeln wird.

Wenn Sie chirurgisch kastriert wurden, kann Triptorelin keine weitere Senkung des

Serumtestosteronspiegels bewirken und sollte deshalb nicht angewendet werden.

Wenn bei Ihnen diagnostische Funktionstests der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) oder der

Geschlechtsorgane anstehen, können die Ergebnisse irreführend sein, wenn Sie mit

Pamorelin LA 11,25 mg behandelt werden, oder die Behandlung erst vor kurzem abgesetzt

wurde.

Wenn Sie eine Ihnen unbekannte Vergrößerung (gutartiger Tumor) der Hirnanhangdrüse

(Hypophyse) haben, kann diese während der Behandlung mit Pamorelin LA 11,25 mg

entdeckt werden. Anzeichen dafür sind plötzliche Kopfschmerzen, Erbrechen,

Sehstörungen und Augenmuskellähmung.

Bitte wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn einer der oben genannten Punkte auf Sie zutrifft.

Die Anwendung des Arzneimittels Pamorelin LA 11,25 mg kann bei Dopingkontrollen zu

positiven Ergebnissen führen.

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Kinder und Jugendliche

Pamorelin LA 11,25 mg ist nicht für die Anwendung bei Neugeborenen, Kleinkindern,

Kindern und Jugendlichen vorgesehen.

Anwendung von Pamorelin LA 11,25 mg zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel

einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder

beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Pamorelin LA 11,25 mg kann bei gleichzeitiger Anwendung mit einigen Arzneimitteln zur

Behandlung von Herzrhythmusstörungen (z. B. Chinidin, Procainamid, Amiodaron und

Sotalol) zu Wechselwirkungen führen. Pamorelin LA 11,25 mg kann bei gleichzeitiger

Anwendung mit anderen Arzneimitteln (z. B. Methadon (Arzneimittel zur Schmerzlinderung

und als Bestandteil der Drogenersatztherapie), Moxifloxacin (ein Antibiotikum),

Antipsychotika für schwere psychische Erkrankungen) das Risiko für Herzrhythmusstörungen

erhöhen.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Pamorelin LA 11,25 mg

ist nicht für die Anwendung bei Frauen vorgesehen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Pamorelin LA 11,25 mg kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das

Reaktionsvermögen so weit verändern, dass z. B. die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am

Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt in

verstärktem Maß im Zusammenwirken mit Alkohol. Sie können sich schwindelig oder müde

fühlen oder Probleme mit dem Sehen, wie z. B. Verschwommensehen, haben. Diese

Beschwerden können als mögliche Nebenwirkungen der Behandlung oder aufgrund der

zugrundeliegenden Erkrankung auftreten. Wenn Sie eine dieser Nebenwirkungen bemerken,

sollten Sie kein Fahrzeug lenken und das Bedienen von Maschinen vermeiden.

Pamorelin LA 11,25 mg enthält Natrium.

Dieses Arzneimittel enthält Natrium, aber weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro

Durchstechflasche. Das Arzneimittel ist nahezu „natriumfrei“ und kann während einer

kochsalzarmen Diät angewendet werden.

3.

WIE IST PAMORELIN LA 11,25 mg ANZUWENDEN?

Pamorelin LA 11,25 mg wird bei Ihnen unter ärztlicher Aufsicht angewendet.

Die Behandlung des Prostatakarzinoms mit Pamorelin LA 11,25 mg erfordert eine

Langzeittherapie.

Für die Behandlung des lokalisierten Hochrisiko- oder lokal fortgeschrittenen,

hormonabhängigen Prostatakarzinoms, in Kombination mit Strahlentherapie, wird eine

Therapiedauer von 2-3 Jahren empfohlen.

Die übliche Dosis ist 1 Durchstechflasche Pamorelin LA 11,25 mg, die alle 3 Monate

(12 Wochen) in den Muskel injiziert wird.

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Ihr Arzt kann Blutabnahmen durchführen, um die Wirksamkeit der Behandlung zu

überprüfen.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die

Wirkung von Pamorelin LA 11,25 mg zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei

jedem auftreten müssen.

Holen Sie sofort ärztlichen Rat ein, wenn Sie eine der folgenden Symptome bemerken:

Schwierigkeiten beim Schlucken oder Probleme beim Atmen, Schwellung von Lippen,

Gesicht, Hals oder Zunge oder Auftreten von Nesselausschlag.

Diese können Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion oder eines Angioödems sein,

die in seltenen Fällen (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen) berichtet wurden.

Andere Nebenwirkungen, die auftreten können:

Wie auch bei der Behandlung mit anderen GnRH-Agonisten oder nach chirurgischer

Kastration gesehen, waren die Nebenwirkungen, die während der Triptorelin-Behandlung am

häufigsten beobachtet wurden, auf die erwarteten pharmakologischen Effekte zurückzuführen.

Zu diesen Nebenwirkungen zählten Hitzewallungen und verminderte Libido.

Bei Patienten unter Behandlung mit GnRH-Analoga wurde über eine vermehrte

Lymphozytenzahl berichtet.

Mit Ausnahme der allergischen Reaktionen und der Reaktionen an der Injektionsstelle ist von

allen Nebenwirkungen bekannt, dass sie im Zusammenhang mit dem veränderten

Testosteronspiegel stehen.

Sehr häufig: kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Hitzewallungen

Kraftlosigkeit

Übermäßiges Schwitzen

Rückenschmerzen

Kribbelgefühl in den Beinen

Verminderte Libido

Impotenz

Häufig: kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Übelkeit, trockener Mund

Schmerzen, Bluterguss, Rötung und Schwellung an der Injektionsstelle, Muskel- und

Knochenschmerzen, Schmerzen in den Armen und Beinen, Ödeme

(Flüssigkeitsansammlung im Gewebe), Unterleibsschmerzen, Bluthochdruck

Allergische Reaktion

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Gewichtszunahme

Schwindelanfälle, Kopfschmerzen

Libidoverlust, Depression, Stimmungsschwankungen

Gelegentlich: kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Zunahme der Blutplättchen

Herzklopfen

Summen im Ohr, Schwindel, Verschwommensehen

Bauchschmerzen, Verstopfung, Durchfall, Erbrechen

Benommenheit, Schüttelfrost, Schläfrigkeit, Schmerzen

Beeinflussung einiger Bluttestwerte (einschließlich erhöhter Lebertestwerte), erhöhter

Blutdruck

Gewichtsabnahme

Appetitlosigkeit, Appetitzunahme, Gicht (schwere Schmerzen und Schwellungen in den

Gelenken, normalerweise im großen Zeh), Diabetes, überhöhte Blutfettwerte

Gelenkschmerzen, Muskelkrämpfe, Muskelschwäche, Muskelschmerzen, Schwellung

und Schmerzempfindlichkeit, Knochenschmerzen

Kribbel- oder Taubheitsgefühl

Schlaflosigkeit, Reizbarkeit

Vergrößerung der männlichen Brustdrüsen, Brustschmerzen, Größenabnahme der Hoden,

Schmerzen in den Hoden

Atemschwierigkeiten

Akne, Haarausfall, Juckreiz, Hautausschlag, Hautrötung, Nesselausschlag

Aufstehen für nächtliches Wasserlassen, Probleme beim Wasserlassen

Nasenbluten

Selten: kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Rote oder violette Verfärbungen der Haut

Abnormes Empfinden in den Augen, Verschwommensehen oder Sehstörungen

Völlegefühl im Bauch, Blähungen, Geschmacksveränderungen

Schmerzen im Brustkorb

Gleichgewichtsstörungen

Grippeähnliche Beschwerden, Fieber

Entzündung von Nase/Rachen

Erhöhte Körpertemperatur

Gelenkversteifung, Gelenkschwellung, Versteifung der Skelettmuskulatur, Osteoarthritis

Gedächtnisverlust

Verwirrtheit, verminderte Aktivität, Hochgefühl

Atemnot beim Liegen

Blasenausschlag

Niedriger Blutdruck

Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Veränderungen im EKG (QT-Verlängerung)

Allgemeines Unwohlsein

Ängstlichkeit

Inkontinenz (Blasenschwäche)

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Über die zu ergreifenden Gegenmaßnahmen entscheidet Ihr behandelnder Arzt.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie

können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen:

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-

Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: http://www.bfarm.de

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen

über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

WIE IST PAMORELIN LA 11,25 mg AUFZUBEWAHREN?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen Pamorelin LA 11,25 mg nach dem auf dem Umkarton und den Etiketten nach

„Verwendbar bis:“ bzw. „Verw. bis:“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das

Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Die zubereitete Suspension muss sofort angewendet werden.

Nicht über 25°C lagern.

6.

INHALT DER PACKUNG UND

WEITERE INFORMATIONEN

Was Pamorelin LA 11,25 mg enthält

Der Wirkstoff ist Triptorelin.

1 Durchstechflasche enthält Triptorelinembonat entsprechend einer Menge von 11,25 mg

Triptorelin. Nach dem Auflösen in 2 ml Lösungsmittel enthält 1 ml der zubereiteten

Suspension 5,625 mg Triptorelin.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Pulver:

Poly(glycolsäure-co-milchsäure), Mannitol, Carmellose-Natrium,

Polysorbat 80

Lösungsmittel:

Wasser für Injektionszwecke

Wie Pamorelin LA 11,25 mg aussieht und Inhalt der Packung

Bei diesem Arzneimittel handelt es sich um Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer

Depot-Injektionssuspension. Das Pulver ist weiß bis weißlich, und das Lösungsmittel ist eine

klare Lösung.

Pamorelin LA 11,25 mg ist erhältlich in Packungen mit

1 Durchstechflasche, 1 Lösungsmittelampulle und 1 Blisterpackung mit 1 Einwegspritze und

2 Injektionsnadeln und in Packungen mit

2x 1 Durchstechflasche, 1 Lösungsmittelampulle und 1 Blisterpackung mit je

1 Einwegspritze und je 2 Injektionsnadeln.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

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Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Zulassungsinhaber

Medipha Santé

19 avenue de Norvège

91953 Courtaboeuf

Frankreich

Pharmazeutischer Unternehmer

Ipsen Pharma GmbH

76275 Ettlingen

Tel.: 07243 184-80

Fax: 07243 184-39

Hersteller

Ipsen Pharma Biotech SAS

Parc d’Activités du Plateau de Signes

Chemin Départemental 402

83870 Signes

Frankreich

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums

(EWR) unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Österreich, Deutschland: Pamorelin LA 11,25 mg

Dänemark, Finnland, Niederlande, Norwegen, Schweden: Pamorelin 11,25 mg

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im März 2018.

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Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt

(siehe auch Abschnitt 3):

1

VORBEREITUNG DES PATIENTEN VOR HERSTELLUNG DER

INJEKTIONSSUSPENSION

Bereiten Sie den Patienten auf die Injektion vor, indem Sie das Gesäß an der Injektionsstelle

desinfizieren. Dies ist als erstes nötig, da die Injektionssuspension nach Herstellung sofort

injiziert werden sollte.

2

VORBEREITUNG DER INJEKTION

In der Faltschachtel werden 2 Nadeln zur Verfügung gestellt:

Nadel 1:

20 G Nadel (38 mm Länge) ohne Sicherheitssystem zur Rekonstitution

Nadel 2:

20 G Nadel (38 mm Länge) mit Sicherheitssystem zur Injektion

Blasenbildung an der Oberfläche des Lyophilisats gehört zum normalen Erscheinungsbild des

Produkts.

2 a

Nehmen Sie die Lösungsmittelampulle. Klopfen Sie die eventuell in der

Ampullenspitze befindliche Lösung zurück in das Hauptreservoir der

Lösungsmittelampulle.

Drehen Sie Nadel 1 (ohne Sicherheitssystem) auf die Spritze. Den

Nadelschutz noch nicht entfernen.

Brechen Sie die Lösungsmittelampulle mit dem Brechpunkt nach oben auf.

Entfernen Sie den Nadelschutz von Nadel 1. Führen Sie die Nadel in die

Ampulle ein und ziehen Sie das Lösungsmittel vollständig in die Spritze

auf. Legen Sie die Spritze mit dem Lösungsmittel beiseite.

2 b

Nehmen Sie die Durchstechflasche mit Pulver. Klopfen Sie das Pulver, das

sich eventuell im oberen Bereich der Durchstechflasche angesammelt hat,

zurück auf den Flaschenboden.

Entfernen Sie die Plastikabdeckung von der Durchstechflasche.

Nehmen Sie die Spritze mit dem Lösungsmittel und durchstechen Sie den

Gummistopfen der Durchstechflasche senkrecht. Spritzen Sie das

Lösungsmittel langsam in die Durchstechflasche, nach Möglichkeit so,

dass es sich im oberen Teil der Durchstechflasche breitflächig an der

Flaschenwand ergießt.

Nadel 1 - 38 mm

Nadel 2 - 38 mm

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2 c

Ziehen Sie Nadel 1 über den Flüssigkeitsspiegel. Entfernen Sie die Nadel

nicht aus der Durchstechflasche. Stellen Sie die Suspension durch leichtes

Hin-und-her-Schwenken her. Drehen Sie die Durchstechflasche nicht um.

Stellen Sie sicher, dass ausreichend lang geschwenkt wurde und eine

homogene, milchige Suspension entstanden ist.

Wichtig: Vergewissern Sie sich, dass kein nicht suspendiertes Pulver in

der Durchstechflasche ist (wenn Pulververklumpungen vorhanden

sind, fahren Sie mit dem Schwenken fort, bis diese verschwunden

sind).

2 d

Wenn die Suspension homogen ist, tauchen Sie die Nadel ein und ziehen

Sie, ohne die Durchstechflasche umzudrehen, die Injektionssuspension

möglichst vollständig in die Spritze auf. Eine kleine Menge wird in der

Durchstechflasche verbleiben und muss verworfen werden. Dieser Verlust

ist durch Überfüllung abgedeckt.

Umfassen Sie die farbige Hülse, die die Nadel mit der Spritze verbindet.

Entfernen Sie Nadel 1, die zur Herstellung der Injektionssuspension

benutzt wurde. Drehen Sie Nadel 2 auf die Spritze.

Bewegen Sie den Sicherheitsschutz von der Nadel weg in Richtung

Spritzenzylinder. Der Sicherheitsschutz verbleibt in der gesetzten Position.

Entfernen Sie den Nadelschutz von der Injektionsnadel.

Entfernen Sie die Luft aus der Spritze und nehmen Sie die Injektion

unverzüglich vor.

3

INTRAMUSKULÄRE INJEKTION

Um eine Ausfällung (Präzipitat) zu vermeiden, injizieren Sie die

Suspension unverzüglich intramuskulär in das Gesäß.

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4

NACH DEM GEBRAUCH

Aktivierung des Sicherheitssystems mit einer Ein-Hand-Technik.

Hinweis: Belassen Sie Ihren Finger die ganze Zeit über hinter der

Sicherheitsschutzhülle.

Es gibt zwei Möglichkeiten, um das Sicherheitssystem zu aktivieren:

Methode A: Drücken Sie mit Ihrem Finger die Sicherheitsschutzhülle

nach vorne

oder

Methode B: Drücken Sie die Sicherheitsschutzhülle auf eine flache

Oberfläche.

In beiden Fällen drücken Sie mit einer schnellen und festen Bewegung

nach unten, bis Sie ein hörbares Klicken vernehmen.

Überprüfen Sie visuell, dass die Nadel komplett bedeckt bzw.

verschlossen ist.

Benutzte Nadeln, jede nicht verwendete Suspension oder andere Abfallstoffe

müssen in Übereinstimmung mit lokalen Anforderungen verworfen werden.

oder

fest drücken

verschlossen

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FACHINFORMATION

(Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels)

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Pamorelin

LA 11,25 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Depot-

Injektionssuspension

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Eine Durchstechflasche enthält Triptorelinembonat entsprechend einer Menge von 11,25 mg

Triptorelin.

Nach dem Auflösen in 2 ml Lösungsmittel enthält 1 ml der zubereiteten Suspension 5,625 mg

Triptorelin.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Depot-Injektionssuspension.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Pamorelin LA 11,25 mg ist indiziert zur Behandlung des

lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden, hormonabhängigen Prostatakarzinoms.

lokalisierten Hochrisiko- oder lokal fortgeschrittenen, hormonabhängigen

Prostatakarzinoms in Kombination mit Strahlentherapie. Siehe Abschnitt 5.1.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die empfohlene Pamorelin LA 11,25 mg-Dosis beträgt 11,25 mg Triptorelin

(1 Durchstechflasche), die alle 3 Monate (12 Wochen) als

intramuskuläre Einzelinjektion

verabreicht wird.

Klinische Daten haben gezeigt, dass bei lokalisiertem Hochrisiko- und lokal

fortgeschrittenem, hormonabhängigem Prostatakarzinom, eine begleitend und nach der

Strahlentherapie eingesetzte Langzeit-Androgenentzugstherapie einer kurzzeitigen

vorzuziehen ist (siehe auch Abschnitt 5.1).

In medizinischen Leitlinien wird für Patienten mit lokalisiertem Hochrisiko- oder lokal

fortgeschrittenem, hormonabhängigem Prostatakarzinom, die eine Strahlentherapie erhalten,

eine Androgenentzugstherapie mit einer Behandlungsdauer von 2-3 Jahren empfohlen.

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Bei nicht chirurgisch kastrierten Patienten mit metastasiertem, kastrationsresistentem

Prostatakarzinom, die mit GnRH-Agonisten wie Triptorelin behandelt werden und für eine

Behandlung mit Abirateronacetat, einem Inhibitor der Androgen-Biosynthese oder

Enzalutamid, einem Inhibitor der Androgenrezeptorfunktion in Frage kommen, sollte die

Behandlung mit GnRH-Agonisten fortgeführt werden.

Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion

Bei Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion ist keine Dosisanpassung

erforderlich.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Pamorelin LA 11,25 mg wurden bei Neugeborenen,

Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen nicht nachgewiesen, deshalb ist Pamorelin LA

11,25 mg bei diesen Altersgruppen nicht anzuwenden.

Art der Anwendung

Wie bei anderen Arzneimitteln zur Injektion ist die Injektionsstelle regelmäßig zu wechseln.

Vorsichtsmaßnahmen, die zu treffen sind, bevor das Produkt aufbereitet und verabreicht wird

Da Pamorelin LA 11,25 mg

eine Suspension aus einem Mikrogranulat ist, muss eine

unbeabsichtigte intravaskuläre Injektion unbedingt vermieden werden.

Pamorelin LA 11,25 mg

muss unter ärztlicher Überwachung verabreicht werden.

Hinweise zur Rekonstitution des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen GnRH (Gonadotropin-Releasing-Hormon), GnRH-Analoga oder

einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile des Arzneimittels (siehe auch

Abschnitt 4.8).

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Die Anwendung von GnRH-Agonisten kann eine Abnahme der Knochendichte verursachen.

Vorläufige Daten lassen darauf schließen, dass bei Männern ein Verlust der Knochendichte

vermindert werden könnte, wenn ein Bisphosphonat in Kombination mit GnRH-Agonisten

verwendet wird. Besondere Vorsicht ist geboten bei Patienten mit zusätzlichem Risiko für

eine Osteoporose (z. B. bei chronischem Alkoholmissbrauch, Rauchern, Langzeittherapie mit

Arzneimitteln, welche die Knochendichte vermindern, wie z. B. Antikonvulsiva oder

Kortikoide, Vorkommen von Osteoporose in der Familie, Mangelernährung).

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Die Behandlung mit GnRH-Agonisten kann in seltenen Fällen ein noch nicht diagnostiziertes

Hypophysenadenom der gonadotropen Zellen aufdecken. Bei diesen Patienten kann eine

Hypophysenapoplexie auftreten, die durch plötzliche Kopfschmerzen, Erbrechen,

Sehstörungen und Augenmuskellähmung charakterisiert ist.

Bei Patienten, die mit GnRH-Agonisten wie Triptorelin behandelt werden, besteht ein

erhöhtes Risiko für das Auftreten von Depressionen (die schwerwiegend sein können). Die

Patienten sollten diesbezüglich informiert und bei Auftreten von Symptomen entsprechend

behandelt werden. Patienten mit bekannter Depression sollten während der Therapie

engmaschig kontrolliert werden.

Anfänglich verursacht Triptorelin wie andere GnRH-Agonisten eine vorübergehende

Erhöhung des Serumtestosteronspiegels. Daraus folgend kann es in Einzelfällen während der

ersten Behandlungswochen fallweise zu einer vorübergehenden Verschlechterung der

objektiven und subjektiven Symptome des Prostatakarzinoms kommen. Während der

Anfangsphase der Behandlung sollte die zusätzliche Anwendung eines geeigneten

Antiandrogens in Betracht gezogen werden, um dem initialen Anstieg des

Serumtestosteronspiegels und einer Verschlechterung der klinischen Symptomatik

entgegenzuwirken.

Bei einer kleinen Zahl von Patienten kann es zu einer zeitweiligen Verschlechterung der

objektiven und subjektiven Symptome ihres Prostatakarzinoms (Aufflammen des Tumors)

kommen, und es kann eine zeitweilige Zunahme der tumorbedingten Schmerzen

(Metastasenschmerzen), die sich symptomatisch bewältigen lassen, auftreten.

Wie bei anderen GnRH-Agonisten sind Einzelfälle einer Rückenmarkskompression oder

Harnröhrenobstruktion beobachtet worden. Wenn es zur Entwicklung einer

Rückenmarkskompression oder Beeinträchtigung der Nierenfunktion kommt, sollte eine

Standardbehandlung dieser Komplikationen eingeleitet und in extremen Fällen eine sofortige

Orchiektomie (chirurgische Kastration) in Erwägung gezogen werden. Während der ersten

Behandlungswochen ist eine sorgfältige Überwachung indiziert, speziell bei Patienten, die an

vertebralen Metastasen leiden und ein erhöhtes Risiko für eine Rückenmarkskompression

haben, sowie bei Patienten mit Harnwegsobstruktion.

Triptorelin bewirkt nach einer chirurgischen Kastration keine weitere Senkung des

Serumtestosteronspiegels.

Nach Erreichen des Kastrationsniveaus von Testosteron gegen Ende des ersten Monats bleibt

dieses solange unverändert wie die Patienten ihre 3-monatliche (12-wöchentliche) Injektion

erhalten. Die Wirksamkeit der Behandlung kann durch die Messung der Serumspiegel von

Testosteron und prostataspezifischem Antigen überwacht werden.

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Langfristiger Androgenentzug, entweder durch bilaterale Orchiektomie oder durch

Anwendung von GnRH-Analoga, ist mit einem erhöhten Risiko für Knochenschwund

verbunden und kann zu Osteoporose und einem erhöhten Risiko für Knochenbrüche führen.

Eine Androgenentzugstherapie kann das QT-Intervall verlängern.

Bei Patienten mit QT-Verlängerung in der Anamnese oder Risikofaktoren für QT-

Verlängerung und bei Patienten, die gleichzeitig Arzneimittel einnehmen, die das QT-

Intervall verlängern können (siehe Abschnitt 4.5) soll der Arzt vor Beginn der Behandlung

mit Pamorelin LA 11,25 mg das Nutzen-Risiko-Profil einschließlich des Potenzials für

Torsade de Pointes bewerten.

Zusätzlich ergaben epidemiologische Daten, dass bei Patienten während der

Androgenentzugstherapie Änderungen im Stoffwechsel (z. B. Glucoseintoleranz) oder ein

erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen auftreten können. Prospektive Daten

konnten jedoch einen Zusammenhang zwischen der Behandlung mit GnRH-Analoga und

einer erhöhten kardiovaskulären Mortalität nicht bestätigen. Patienten, die ein erhöhtes Risiko

für metabolische oder kardiovaskuläre Erkrankungen haben, sollten vor Therapiebeginn

sorgfältig untersucht und während der Androgenentzugstherapie entsprechend kontrolliert

werden.

Aufgrund der möglichen Entstehung von Hämatomen an der Injektionsstelle ist bei

intramuskulärer Injektion bei Patienten, die mit Antikoagulantien behandelt werden, Vorsicht

geboten.

Die Anwendung von Triptorelin in therapeutischen Dosen bewirkt eine Unterdrückung des

hypophysären gonadalen Systems. Die normale Funktion ist üblicherweise nach Beendigung

der Behandlung wiederhergestellt. Während der Behandlung und nach Abbruch der

Behandlung mit GnRH-Analoga durchgeführte diagnostische Hypophysen-Gonaden-

Funktionstests können daher irreführend sein.

Pamorelin LA 11,25 mg enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Dosis,

d. h. ist nahezu natriumfrei.

Die Anwendung des Arzneimittels Pamorelin LA 11,25 mg kann bei Dopingkontrollen zu

positiven Ergebnissen führen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Wenn Triptorelin gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln, welche die Sekretion von

Gonadotropinen aus der Hypophyse beeinflussen, gegeben wird, ist Vorsicht geboten, und es

wird empfohlen, den Hormonstatus des Patienten zu überwachen.

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Da eine Androgenentzugstherapie das QT-Intervall verlängern kann, ist die gleichzeitige

Anwendung von Pamorelin LA 11,25 mg mit Arzneimitteln, die bekanntermaßen das

QT-Intervall verlängern oder Arzneimitteln, die Torsade de Pointes auslösen können, wie

Klasse IA- (z. B. Chinidin, Disopyramid) oder Klasse III-Antiarrhythmika (z. B. Amiodaron,

Sotalol, Dofetilid, Ibutilid), Methadon, Moxifloxacin, Antipsychotika usw. sorgfältig zu

evaluieren (siehe Abschnitt 4.4).

Kinder und Jugendliche

Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Pamorelin LA 11,25 mg ist nicht für die Anwendung bei

Frauen vorgesehen.

Tierexperimentelle Studien zeigten Auswirkungen auf die Reproduktionsparameter (siehe

Abschnitt 5.3).

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit

zum Bedienen von Maschinen durchgeführt. Die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen können jedoch beeinträchtigt sein, wenn beim Patienten Schwindel,

Somnolenz und Sehstörungen als mögliche Nebenwirkungen der Behandlung oder aufgrund

der zugrundeliegenden Erkrankung auftreten.

4.8 Nebenwirkungen

Da Patienten, die an lokal fortgeschrittenem oder metastasierendem, hormonabhängigem

Prostatakarzinom leiden, im Allgemeinen älter sind und bei dieser Altersgruppe auch häufig

andere Krankheiten zusammentreffen, berichteten mehr als 90 % der in klinischen Studien

eingeschlossenen Patienten über Nebenwirkungen, wobei die Bewertung der Kausalität oft

schwierig ist. Wie auch bei der Therapie mit anderen GnRH-Agonisten oder nach

chirurgischer Kastration gesehen, waren die während der Triptorelin-Behandlung am

häufigsten beobachteten Nebenwirkungen auf die erwarteten pharmakologischen Effekte

zurückzuführen. Zu diesen Wirkungen zählten Hitzewallungen und verminderte Libido.

Mit Ausnahme der immunallergischen Reaktionen (selten) und der Reaktionen an der

Injektionsstelle (< 5 %) ist von allen Nebenwirkungen bekannt, dass sie im Zusammenhang

mit dem veränderten Testosteronspiegel stehen.

Die folgenden Nebenwirkungen, von denen ein zumindest möglicher Zusammenhang mit der

Triptorelin-Behandlung angenommen wird, wurden berichtet. Von den meisten dieser

Wirkungen ist bekannt, dass sie in Zusammenhang mit einer biochemischen oder

chirurgischen Kastration stehen.

Seite 6 von 16

Die Häufigkeit der Nebenwirkungen wird wie folgt klassifiziert: Sehr häufig (≥ 1/10); häufig

(≥ 1/100 bis < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100); selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000);

nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Systemorgan-

klasse

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Zusätzlich nach

Marktein-

führung

(Häufigkeit

nicht bekannt)

Erkrankungen

des Blutes und

des Lymph-

systems

Thrombozytose

Herz-

erkrankungen

Herzklopfen

Verlängerung*

(siehe

Abschnitte 4.4

und 4.5)

Erkrankungen

des Ohrs und

des Labyrinths

Tinnitus, Vertigo

Augen-

erkrankungen

Seh-

beeinträchtigung

abnormes

Empfinden in

den Augen,

Sehstörung

Erkrankungen

des Gastro-

intestinaltrakts

Trockener

Mund, Übelkeit

Abdominal-

schmerzen,

Obstipation,

Diarrhoe,

Erbrechen

Bauchauf-

treibung,

Geschmacks-

veränderung,

Blähungen

Allgemeine

Erkrankungen

und

Beschwerden

am Verab-

reichungsort

Asthenie

Reaktionen an

der Injektions-

stelle (z. B.

Erythem,

Entzündung und

Schmerzen),

Ödeme

Lethargie,

peripheres Ödem,

Schmerzen,

Schüttelfrost,

Somnolenz

Schmerzen im

Brustkorb,

Dysstasie,

influenza-

ähnliche

Symptome,

Fieber

Unwohlsein

Erkrankungen

des Immun-

systems

Überempfind-

lichkeit

Anaphyl-

aktische

Reaktionen

Anaphyl-

aktischer Schock

Seite 7 von 16

Systemorgan-

klasse

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Zusätzlich nach

Marktein-

führung

(Häufigkeit

nicht bekannt)

Infektionen und

parasitäre

Erkrankungen

Naso-

pharyngitis

Untersuchungen

Gewichts-

zunahme

Erhöhte Alanin-

Aminotransferase,

erhöhte Aspartat-

Aminotransferase,

erhöhtes Kreatinin

im Blut, erhöhter

Blutdruck,

erhöhter Harnstoff

im Blut, Gamma-

Glutamyl-

Transferase

erhöht, Gewichts-

abnahme

Erhöhte

alkalische

Phosphatase im

Blut

Stoffwechsel-

und

Ernährungs-

störungen

Anorexie,

Diabetes mellitus,

Gicht, Hyper-

lipidämie,

Appetitzunahme

Skelett-

muskulatur-,

Bindegewebs-

und Knochen-

erkrankungen

Rücken-

schmerzen

Schmerzen der

Skelett-

muskulatur,

Schmerzen in

den Extremitäten

Arthralgie,

Knochen-

schmerzen,

Muskelkrämpfe,

Muskelschwäche,

Myalgie

Gelenkver-

steifung,

Gelenkschwel-

lung,

Versteifung der

Skelett-

muskulatur,

Osteoarthritis

Erkrankungen

des Nerven-

systems

Parästhesien in

den unteren

Extremitäten

Schwindel-

anfälle, Kopf-

schmerzen

Parästhesien

Gedächtnis-

störungen

Psychiatrische

Erkrankungen

Verminderte

Libido

Libidoverlust,

Depression*,

Stimmungs-

schwankungen*

Schlaflosigkeit,

Reizbarkeit

Verwirrtheit,

verminderte

Aktivität,

Euphorie

Ängstlichkeit

Seite 8 von 16

Systemorgan-

klasse

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Zusätzlich nach

Marktein-

führung

(Häufigkeit

nicht bekannt)

Erkrankungen

der Nieren und

Harnwege

Nykturie,

Harnverhalt

Harninkontinenz

Erkrankungen

der

Geschlechts-

organe und der

Brustdrüse

erektile

Dysfunktion

(einschließlich

fehlende

Ejakulation,

Ejakulations-

störung)

Unterleibs-

schmerzen

Gynäkomastie,

Brustschmerzen,

Hodenatrophie,

Hodenschmerzen

Erkrankungen

der Atemwege,

des Brustraums

und

Mediastinums

Dyspnoe,

Nasenbluten

Orthopnoe

Erkrankungen

der Haut und

des Unterhaut-

zellgewebes

Hyperhidrose

Akne, Alopezie,

Erythem, Pruritus,

Rash, Urtikaria

Blasen-

ausschlag,

Purpura

Angioödem

Gefäß-

erkrankungen

Hitzewal-

lungen

Hypertonie

Hypotonie

*Diese Häufigkeit basiert auf Klasseneffekt-Häufigkeiten, die für alle GnRH-Agonisten zutreffen.

Triptorelin verursacht innerhalb der ersten Woche nach der initialen Injektion der

Depotformulierung einen vorübergehenden Anstieg des zirkulierenden Testosteronspiegels.

Durch diese anfängliche Erhöhung des zirkulierenden Testosteronspiegels kann es bei einem

kleinen Prozentsatz der Patienten (≤ 5 %) zu einer vorübergehenden Verschlechterung der

objektiven und subjektiven Symptome ihres Prostatakarzinoms (Aufflammen des Tumors)

kommen; dies manifestiert sich zumeist in einer Zunahme der Harntrakt-assoziierten

Symptome (< 2 %) und Metastasenschmerzen (5 %), die symptomatisch behandelt werden

können. Diese Symptome sind vorübergehend und verschwinden in der Regel nach 1 bis

2 Wochen. In Einzelfällen kam es zu einer Verschlimmerung der Krankheitssymptome,

entweder zu einer Harnröhrenobstruktion oder einer Rückenmarkskompression infolge von

Metastasen. Daher sollten Patienten, die an vertebralen Metastasen und/oder an einer

Obstruktion des oberen oder unteren Harntrakts leiden, während der ersten Therapiewochen

engmaschig überwacht werden (siehe Abschnitt 4.4).

Seite 9 von 16

Die Anwendung von GnRH-Agonisten zur Behandlung des Prostatakarzinoms kann mit

einem vermehrten Knochenschwund einhergehen und zu Osteoporose führen sowie das

Risiko von Knochenbrüchen erhöhen. Als Folge kann es zu einer fälschlichen Diagnose von

Knochenmetastasen kommen.

Bei Patienten unter Behandlung mit GnRH-Analoga wurde über eine vermehrte

Lymphozytenzahl berichtet. Diese sekundäre Lymphozytose steht offensichtlich mit der

GnRH-induzierten Kastration in Verbindung und scheint darauf hinzuweisen, dass

Gonadenhormone in die Thymusrückbildung involviert sind.

Bei Patienten, die eine Langzeittherapie mit GnRH-Analoga in Kombination mit

Strahlentherapie erhalten, können mehr Nebenwirkungen auftreten; diese sind meist

gastrointestinal und mit der Strahlentherapie assoziiert.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-

Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden

Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen:

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: http://www.bfarm.de

4.9 Überdosierung

Die pharmakologischen Eigenschaften von Pamorelin LA 11,25 mg und seine

Anwendungsart machen eine versehentliche oder beabsichtigte Überdosierung

unwahrscheinlich. Es liegen keine Erfahrungen mit Überdosierungen am Menschen vor.

Tierversuche deuten darauf hin, dass keine anderen Wirkungen außer der beabsichtigten

therapeutischen Wirkung auf die Konzentration der Sexualhormone und das

Fortpflanzungssystem bei höheren Dosen von Pamorelin LA 11,25 mg auftreten. Wenn eine

Überdosierung auftritt, sollte diese symptomatisch behandelt werden.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe:

Hormone und verwandte Mittel, Gonadotropin-Releasing-

Hormon-Analoga

Seite 10 von 16

ATC-Code:

L02AE04

Wirkungsmechanismus und pharmakodynamische Wirkungen

Triptorelin, ein GnRH-Agonist, wirkt als potenter Hemmer der Gonadotropin-Ausschüttung,

wenn es kontinuierlich und in therapeutischen Dosen verabreicht wird. Studien an männlichen

Tieren und an Männern haben gezeigt, dass es nach Verabreichung von Triptorelin zu einem

anfänglichen und vorübergehenden Anstieg des zirkulierenden Spiegels des luteinisierenden

Hormons (LH), des follikelstimulierenden Hormons (FSH) und des Testosterons kommt.

Dagegen führt die längerfristige und kontinuierliche Verabreichung von Triptorelin zu einer

verminderten LH- und FSH-Ausschüttung und zur Unterdrückung der Steroidbiosynthese in

Hoden und Ovarien. Ungefähr 2 bis 4 Wochen nach Therapiebeginn kommt es bei Männern

zu einer Abnahme des Serumtestosteronspiegels in den Bereich, der normalerweise nach

chirurgischer Kastration beobachtet wird. Dies führt zu einer Atrophie der akzessorischen

Geschlechtsorgane. Diese Wirkungen sind im Allgemeinen nach Absetzen des Arzneimittels

reversibel.

In tierexperimentellen Modellen führte die Verabreichung von Triptorelin zur Hemmung des

Wachstums einiger hormonsensitiver Prostatatumoren.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Die Verabreichung von Pamorelin LA 11,25 mg bei Patienten mit fortgeschrittenem

Prostatakarzinom als intramuskuläre Injektion von insgesamt 3 Dosen (9 Monate) ergab bei

97,6 % und 92,5 % der Patienten, die die 3- bzw. die 1-Monatsform erhielten, sowohl die

Erreichung des Kastrationsniveaus nach den ersten vier Wochen als auch die Erhaltung des

Kastrationsniveaus von Testosteron vom 2. bis zum 9. Monat der Behandlung.

Für Patienten mit lokal fortgeschrittenem Prostatakarzinom wurde in mehreren

randomisierten klinischen Langzeitstudien gezeigt, dass die Androgendeprivationstherapie in

Kombination mit Strahlentherapie gegenüber der alleinigen Strahlentherapie von Vorteil ist

(RTOG 85-31, RTOG 86-10, EORTC 22863, D’Amico

et al.

, JAMA, 2008).

In einer randomisierten Phase III-Studie (EORTC 22961) mit 970 Patienten mit lokal

fortgeschrittenem Prostatakarzinom (hauptsächlich T2c-T4, einige T1c bis T2b Patienten mit

pathologischem, regionärem Lymphknotenbefall) wurde bei 483 Patienten eine Kurzzeit-

Androgenentzugstherapie (6 Monate) und bei 487 Patienten eine Langzeit-

Androgenentzugstherapie (3 Jahre), in Kombination mit einer Strahlentherapie, angewendet.

In einer Analyse auf Nicht-Unterlegenheit wurden die begleitend und nach der

Strahlentherapie angewendeten Kurzzeit- und Langzeit-Hormonbehandlungen mit GnRH-

Agonisten, vor allem Triptorelin (62,2 %) oder Goserelin (30,1 %), miteinander verglichen.

Insgesamt lag die 5-Jahres-Gesamtmortalitätsrate in den Gruppen „Kurzzeit-

Hormonbehandlung“ bzw. „Langzeit-Hormonbehandlung“ bei 19,0 % bzw. 15,2 %, mit

Seite 11 von 16

einem relativen Risiko von 1,42 (oberes einseitiges 95,71 % CI = 1,79; oder zweiseitiges

95,71 % CI = [1,09; 1,85], p = 0,65 für Nicht-Unterlegenheit und p = 0,0082 in einer post-

hoc-Analyse auf Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen). Die Prostatakarzinom-

spezifische 5-Jahres-Mortalität betrug in den Gruppen „Kurzzeit-Hormonbehandlung“ und

„Langzeit-Hormonbehandlung“ 4,78 % bzw. 3,2 %, mit einem relativen Risiko von 1,71

(95 % CI = [1,14; 2,57], p = 0,002).

Die Beurteilung der Gesamtlebensqualität mittels QLQ-C30 ergab keine signifikanten

Unterschiede zwischen den beiden Gruppen (p = 0,37).

Der Nachweis für die Anwendung bei lokalisiertem Hochrisiko-Prostatakarzinom beruht auf

veröffentlichten Studien zur Strahlentherapie in Kombination mit GnRH-Analoga. Es wurden

klinische Daten aus fünf veröffentlichten Studien analysiert (EORTC 22863, RTOG 85-31,

RTOG 92-02, RTOG 86-10 und D’Amico

et al.

, JAMA, 2008), die alle den Vorteil der

Kombination von GnRH-Analoga mit Strahlentherapie zeigen. Eine klare Differenzierung

zwischen den entsprechenden Studienpopulationen für die Indikationen lokal fortgeschrittenes

Prostatakarzinom und lokales Hochrisiko-Prostatakarzinom war in den veröffentlichten

Studien nicht möglich.

Klinische Studien haben gezeigt, dass bei Patienten mit metastasiertem,

kastrationsresistentem Prostatakarzinom die gemeinsame Gabe von Abirateronacetat, einem

Androgen-Biosynthese-Inhibitor oder Enzalutamid, einem Androgenrezeptor-Inhibitor und

GnRH-Analoga wie Triptorelin von Vorteil ist.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Nach einer intramuskulären Einzelinjektion von Pamorelin LA 11,25 mg bei Patienten mit

Prostatakarzinom war t

2 (2-6) Stunden und C

(0-85 Tage) war 37,1 (22,4-57,4) ng/ml.

Eine Akkumulation von Triptorelin wurde während der 9-monatigen Behandlung nicht

beobachtet.

Verteilung

Ergebnisse pharmakokinetischer Untersuchungen, die bei gesunden Männern durchgeführt

wurden, weisen darauf hin, dass nach intravenöser (i.v.) Bolusverabreichung Triptorelin

entsprechend einem 3-Kompartiment-Modell verteilt und eliminiert wird und die

entsprechenden Halbwertszeiten bei ungefähr 6 Minuten, 45 Minuten und 3 Stunden liegen.

Bei gesunden männlichen Probanden betrug das Verteilungsvolumen von Triptorelin im

Steady-state-Zustand nach i.v. Verabreichung von 0,5 mg Triptorelinacetat ca. 30 l. Da es

keine Hinweise darauf gibt, dass sich Triptorelin in klinisch relevanten Konzentrationen an

Plasmaproteine bindet, sind Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln aufgrund einer

Verdrängung vom Bindungsort unwahrscheinlich.

Seite 12 von 16

Biotransformation

Triptorelin-Metaboliten sind beim Menschen nicht nachgewiesen worden.

Humanpharmakokinetische Daten deuten jedoch darauf hin, dass durch Gewebsabbau

entstandene C-terminale Fragmente entweder in den Geweben vollständig abgebaut, im

Plasma rasch weiter abgebaut oder über die Nieren ausgeschieden werden.

Elimination

Triptorelin wird sowohl über die Leber als auch über die Nieren ausgeschieden. Nach i.v.

Verabreichung von 0,5 mg Triptorelin bei gesunden männlichen Probanden wurden 42 % der

Dosis als unverändertes Triptorelin im Urin ausgeschieden; dieser Prozentsatz erhöhte sich

bei Patienten mit beeinträchtigter Leberfunktion auf 62 %. Da die Kreatinin-Clearance

creat

) bei gesunden Probanden 150 ml/min und bei Personen mit beeinträchtigter

Leberfunktion nur 90 ml/min betrug, deutet dies darauf hin, dass die Leber ein Hauptort der

Triptorelin-Elimination ist. Bei diesen gesunden Probanden betrug die tatsächliche terminale

Halbwertszeit von Triptorelin 2,8 Stunden und die Triptorelin-Gesamtclearance 212 ml/min,

wobei letztere von einer Kombination aus hepatischer und renaler Elimination abhängig

war.

Andere spezielle Patientengruppen

Nach i.v. Verabreichung von 0,5 mg Triptorelin bei Patienten mit mäßiger Niereninsuffizienz

creat

40 ml/min) hatte Triptorelin eine Eliminationshalbwertszeit von 6,7 Stunden, bei

Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Cl

creat

8,9 ml/min) von 7,81 Stunden und bei

Patienten mit beeinträchtigter Leberfunktion (Cl

creat

89,9 ml/min) von 7,65 Stunden.

Die Auswirkungen von Alter und Rasse auf die Pharmakokinetik von Triptorelin wurden

nicht systematisch untersucht. Jedoch weisen pharmakokinetische Daten, die an jungen

gesunden männlichen Freiwilligen im Alter zwischen 20 und 22 Jahren mit einer erhöhten

Kreatinin-Clearance (ungefähr 150 ml/min) erhoben wurden, darauf hin, dass Triptorelin bei

jungen Personen doppelt so schnell eliminiert wird. Das hängt mit der Tatsache zusammen,

dass die Triptorelin-Clearance mit der Kreatinin-Gesamtclearance korreliert, die

bekanntermaßen mit zunehmendem Alter abnimmt.

Aufgrund der großen therapeutischen Breite von Triptorelin und da es sich bei Pamorelin LA

11,25 mg um eine Depotformulierung handelt, wird bei Patienten mit Beeinträchtigung der

Leber- oder Nierenfunktion keine Dosisanpassung empfohlen.

Pharmakokinetische/pharmakodynamische Zusammenhänge

Die Beziehung zwischen Pharmakokinetik und Pharmakodynamik von Triptorelin ist nicht

einfach zu bestimmen, da sie nicht-linear und von der Zeit abhängig ist. Nach primärer

Verabreichung an zuvor unbehandelte Personen verursacht Triptorelin eine dosisabhängige

Zunahme der Freisetzung von LH und FSH.

Seite 13 von 16

Bei Verabreichung als Depotformulierung stimuliert Triptorelin während der ersten Tage

nach der Verabreichung die LH- und FSH-Sekretion sowie als Folge die Testosteronsekretion.

Wie aus den Ergebnissen der verschiedenen Bioäquivalenzstudien hervorgeht, wird die

maximale Testosteronzunahme nach etwa 4 Tagen mit einem entsprechenden maximalen

Plasmaspiegel erreicht, der unabhängig von der Freisetzungsrate des Triptorelins ist. Diese

initiale Anregung bleibt trotz kontinuierlicher Triptorelin-Exposition nicht erhalten und wird

von einer progressiven und äquivalenten Abnahme der Testosteronspiegel gefolgt. Auch in

diesem Fall kann das Ausmaß der Triptorelin-Exposition merklich variieren, ohne dass die

Gesamtwirkung auf den Testosteronspiegel beeinflusst wird.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Die Toxizität von Triptorelin auf nicht genitale Organe ist gering.

Die beobachteten Effekte resultierten hauptsächlich aus der Übersteigerung der

pharmakologischen Wirkung von Triptorelin.

In Studien zur chronischen Toxizität bei klinisch relevanten Dosen führte Triptorelin zu

makro- und mikroskopischen Veränderungen der Fortpflanzungsorgane bei männlichen

Ratten, Hunden und Affen. Diese werden als Reaktion der Unterdrückung der

Gonadenfunktion durch die pharmakologische Aktivität des Wirkstoffs angesehen. Die

Veränderungen gingen während der Erholungsphase teilweise zurück. Nach subkutaner

Verabreichung von 10 µg/kg an Ratten an den Tagen 6 bis 15 der Gestation hatte Triptorelin

keine embryotoxische, teratogene oder sonstige Wirkung auf die Entwicklung der

Nachkommen (F1-Generation) oder auf ihre Fortpflanzungsleistung. Bei 100 µg/kg wurden

eine Verringerung der mütterlichen Gewichtszunahme und eine erhöhte Anzahl von

Resorptionen beobachtet.

Triptorelin ist weder

in vitro

noch

in vivo

mutagen. Die Anwendung bei Mäusen zeigte keine

onkogene Wirkung von Triptorelin bei einer Dosierung bis zu 6.000 µg/kg nach 18 Monaten

Behandlung. Eine 23-monatige Kanzerogenitätsstudie bei Ratten zeigte ein fast 100 %iges

Auftreten gutartiger Hypophysentumoren bei jeder Dosisstufe, die zum frühzeitigen Tod

führten. Das erhöhte Vorkommen von gutartigen Hypophysentumoren bei Ratten ist ein

häufig vorkommender Effekt bei der Behandlung mit GnRH-Agonisten. Die klinische

Relevanz ist nicht bekannt.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Pulver:

Poly(glycolsäure-co-milchsäure)

Mannitol

Carmellose-Natrium

Polysorbat 80

Seite 14 von 16

Lösungsmittel:

Wasser für Injektionszwecke

6.2 Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit

anderen Arzneimitteln gemischt werden.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

Nach Zubereitung sofort anwenden.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte die gebrauchsfertige Injektionssuspension sofort

angewendet werden. Wenn sie nicht sofort angewendet wird, ist der Anwender für die Dauer

und die Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich, die nicht länger als 24 Stunden bei

2°C - 8°C betragen sollte.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25°C lagern.

Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

6 ml Durchstechflasche (Glastyp I) mit Butylgummistopfen und Aluminium-Schnappdeckel.

Lösungsmittelampulle (Glastyp I) mit 2 ml sterilem Lösungsmittel zur Herstellung der

Injektionssuspension.

Originalpackung mit:

1 Durchstechflasche, 1 Lösungsmittelampulle und 1 Blisterpackung mit 1 Einwegspritze

und 2 Injektionsnadeln.

2x 1 Durchstechflasche, 1 Lösungsmittelampulle und 1 Blisterpackung mit je

1 Einwegspritze und je 2 Injektionsnadeln.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Die Injektionssuspension muss mittels einer sterilen Arbeitsweise hergestellt werden, und es

darf nur die Ampulle mit Lösungsmittel zur Injektion verwendet werden.

Die Anweisungen für die Herstellung, nachstehend und in der Gebrauchsinformation, sind

genau zu beachten.

Seite 15 von 16

Das Lösungsmittel muss unter Benutzung der beigepackten Nadel (20 G, ohne

Sicherheitssystem) in die beigepackte Spritze aufgezogen und in die Durchstechflasche, die

das Pulver enthält, überführt werden. Zur Herstellung der Suspension muss die

Durchstechflasche leicht hin und her geschwenkt werden, so lange bis eine homogene,

milchige Suspension entsteht. Drehen Sie die Durchstechflasche nicht um.

Es ist wichtig zu überprüfen, dass sich kein ungelöstes Pulver mehr in der Durchstechflasche

befindet. Die erhaltene Suspension muss dann, ohne die Durchstechflasche umzudrehen,

zurück in die Spritze aufgezogen werden. Die Nadel muss dann getauscht und die

Injektionsnadel (20 G, mit Sicherheitssystem) zur Verabreichung des Produkts verwendet

werden.

Da das Produkt eine Suspension darstellt, muss die Injektion unmittelbar nach der

Zubereitung erfolgen, um ein Präzipitat (Ausfällung) zu verhindern.

Nur zum einmaligen Gebrauch. Benutzte Nadeln, jede nicht verwendete Suspension oder

andere Abfallstoffe müssen in Übereinstimmung mit lokalen Anforderungen verworfen

werden.

7. INHABER DER ZULASSUNG

Medipha Santé

19 avenue de Norvège

91953 Courtaboeuf

Frankreich

Pharmazeutischer Unternehmer:

Ipsen Pharma GmbH

76275 Ettlingen

Tel.: 07243 184-80

Fax: 07243 184-39

8. ZULASSUNGSNUMMER

55394.00.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG / VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

16. März 2004 / 18. März 2009

10. STAND DER INFORMATION

März 2018

Seite 16 von 16

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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