Pamidronat-GRY 3 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Dinatriumpamidronat
Verfügbar ab:
TEVA GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
Disodium pamidronate
Darreichungsform:
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Zusammensetzung:
Dinatriumpamidronat 3.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
62532.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Pamidronat-GRY

®

3 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Dinatriumpamidronat

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Ihnen dieses Arzneimittel

verabreicht wird, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das medizinische

Fachpersonal.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das medizinische

Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Pamidronat-GRY

und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie beachten, bevor Ihnen Pamidronat-GRY

verabreicht wird?

Wie wird Pamidronat-GRY

verabreicht?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Pamidronat-GRY

aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Pamidronat-GRY

®

und wofür wird es angewendet?

Der Wirkstoff in Pamidronat-GRY

®

ist Dinatriumpamidronat. Pamidronat-GRY

®

gehört zur

Arzneimittelgruppe der Bisphosphonate, die die Regelung der Kalziummenge im Blut unterstützen.

Pamidronat-GRY

wird angewendet zur

Verminderung erhöhter Blut-Kalziumspiegel, die durch Krebs hervorgerufen wurden

Verminderung des Knochenabbaues bei Patientinnen mit Brustkrebs, welcher in die Knochen

gestreut hat

Verminderung von Knochenabbau und Frakturen bei Patienten mit multiplem Myelom

(Krebserkrankung des Knochenmarks).

2.

Was sollten Sie beachten, bevor Ihnen Pamidronat-GRY

®

verabreicht wird?

Sie dürfen Pamidronat-GRY

®

nicht verabreicht bekommen,

wenn Sie allergisch gegen Dinatriumpamidronat, andere Bisphosphonate wie Alendronsäure

oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Ihnen Pamidronat-

verabreicht wird:

wenn Sie eine kochsalzarme Diät einhalten müssen

wenn Sie andere Arzneimittel zur Senkung des Blut-Kalziumspiegels anwenden

wenn Sie Krampfanfälle haben

wenn Sie an der Schilddrüse operiert wurden

wenn Sie eine verminderte Anzahl an roten Blutkörperchen (Anämie), weißen Blutkörperchen

(Leukopenie) oder Blutplättchen (Thrombozytopenie) haben

wenn Sie Nierenprobleme oder Nierenfunktionsstörungen haben

wenn Sie Herzprobleme haben

wenn Sie irgendwelche Probleme mit der Leber haben

wenn Sie einen Kalzium- oder Vitamin-D-Mangel haben

wenn Sie eine Erkrankung mit Fieber wie einen grippalen Infekt oder Ähnliches hatten

falls Sie Schmerzen, Schwellungen oder ein Taubheits- oder Schweregefühl im Kieferbereich

haben oder hatten, oder falls sich ein Zahn lockert. Ihr Arzt empfiehlt vor der Behandlung mit

Pamidronat-GRY

möglicherweise eine zahnärztliche Untersuchung.

Falls Sie in zahnärztlicher Behandlung sind oder ein zahnchirurgischer Eingriff geplant ist, teilen Sie

Ihrem Zahnarzt mit, dass Sie mit Pamidronat-GRY

behandelt werden und informieren Sie Ihren Arzt

über die zahnärztliche Behandlung.

Während der Behandlung mit Pamidronat-GRY

sollten Sie eine gute Mundhygiene (einschließlich

regelmäßiges Zähneputzen) sicherstellen und regelmäßige zahnärztliche Routineuntersuchungen

wahrnehmen.

Nehmen Sie umgehend mit Ihrem Arzt oder Zahnarzt Kontakt auf, falls Probleme in Bezug auf Ihren

Mund oder Ihre Zähne auftreten, wie etwa lockere Zähne, Schmerzen oder Schwellungen, nicht

abheilende wunde Stellen oder Sekretaustritt im Mund oder Kieferbereich, da dies Anzeichen einer

Erkrankung sein könnten, die als Osteonekrose des Kiefers bezeichnet wird.

Patienten, die eine Chemotherapie und/oder Strahlentherapie erhalten, die Steroide nehmen, bei denen

ein zahnchirurgischer Eingriff durchgeführt wird, bei denen keine regelmäßigen zahnärztlichen

Untersuchungen durchgeführt werden, die an Zahnfleischerkrankungen leiden, die Raucher sind oder

zuvor mit Bisphosphonaten behandelt wurden (zur Behandlung oder Vorbeugung von

Knochenerkrankungen), haben möglicherweise ein höheres Risiko, eine Osteonekrose des Kiefers zu

entwickeln.

Insbesondere bei Patienten unter einer Langzeitbehandlung gegen Osteoporose besteht ein Risiko für

Knochenbrüche (Oberschenkelknochen, siehe Abschnitt 4 “Welche Nebenwirkungen sind möglich?").

Sie sollten sicherstellen, dass Sie nicht zu wenig Körperflüssigkeit haben, wenn Sie mit Pamidronat-

behandelt werden. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um sich zu vergewissern, wie viel Sie

trinken müssen.

Ihr Arzt wird im Rahmen Ihrer Überwachung bestimmte Untersuchungen durchführen wie Bluttests

und Nierenfunktionsprüfungen. Erinnern Sie Ihren Arzt daran, dass Sie Pamidronat-GRY

bekommen,

bevor solche Untersuchungen durchgeführt werden. Die Ergebnisse können durch Pamidronat-GRY

beeinflusst werden.

Kinder und Jugendliche

Pamidronat-GRY

ist zur Behandlung von Kindern nicht geeignet.

Anwendung von Pamidronat-GRY

®

zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal, wenn Sie andere Arzneimittel

einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder

beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden, auch wenn es sich um nicht

verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt. Informieren Sie insbesondere Ihren Arzt oder das

medizinische Fachpersonal, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel einnehmen/anwenden:

andere Bisphosphonate, z. B. Alendronsäure, Risedronsäure

andere Arzneimittel zur Senkung des Kalziumspiegels wie Calcitonin

alle Arzneimittel, die die Nierenfunktion beeinträchtigen

Thalidomid (Antikrebsmittel), da das Risiko von Nierenproblemen dadurch erhöht werden kann

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie Ihren Arzt um Rat bevor Ihnen dieses Arzneimittel verabreicht wird.

Wenn Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen, sollte Ihnen nicht Pamidronat-GRY

verabreicht werden, außer in Fällen einer lebensbedrohlichen Hyperkalzämie.

Das Stillen wird während einer Behandlung mit Pamidronat-GRY

nicht empfohlen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Pamidronat-GRY

kann Schläfrigkeit und Schwindel hervorrufen. In solchen Fällen sollten Sie KEIN

Fahrzeug führen oder Maschinen bedienen.

Pamidronat-GRY

®

enthält Natrium

Pamidronat-GRY

enthält weniger als 1 mmol (15 mg) Natrium pro maximaler Dosis (90 mg), d. h.,

es ist nahezu „natriumfrei“.

3.

Wie wird Pamidronat-GRY

®

verabreicht?

Pamidronat-GRY

wird Ihnen sehr langsam über einen Tropf (intravenöse Infusion) in eine Vene

verabreicht. Ein Arzt oder das medizinische Fachpersonal wird die Infusion vorbereiten und Ihnen Ihr

Arzneimittel verabreichen. Je nach Dosis kann die Infusion zwischen einer und mehreren Stunden

dauern.

Ihr Arzt wird entscheiden, wie viele Infusionen Sie benötigen und wie oft diese verabreicht werden.

Während der Behandlung werden Bluttests sowie möglicherweise Urintests durchgeführt.

Empfohlene Dosis:

Die Dosis, die Sie erhalten werden, ist abhängig von Ihrem Gesundheitszustand, Ihrem

Kalziumspiegel und Ihrer Nierenfunktion.

Bei Hyperkalzämie:

15 bis 90 mg als Einzelinfusion oder in mehreren Infusionen über 2 bis 4 Tage.

Bei Knochenerkrankungen und Knochenschmerzen:

90 mg alle 4 Wochen. Bei einigen Patienten wird

die Dosis alle 3 Wochen zur gleichen Zeit wie ihre Chemotherapie verabreicht.

Ihr Arzt hat Ihnen eventuell auch Kalzium und Vitamin D verordnet, das Sie während der Behandlung

mit Pamidronat-GRY

einnehmen.

Wenn Ihnen eine größere Menge Pamidronat-GRY

®

verabreicht wird, als Sie bekommen sollten

Da Ihnen dieses Arzneimittel durch einen Arzt oder das Pflegepersonal im Krankenhaus verabreicht

wird, ist es unwahrscheinlich, dass Sie eine zu geringe oder zu große Menge erhalten werden.

Falls Sie dennoch eine größere als die empfohlene Menge verabreicht bekommen haben, werden Sie

sorgfältig von Ihrem Arzt oder dem Pflegepersonal überwacht werden. Wenn Sie glauben, dass Ihnen

zuviel Pamidronat-GRY

verabreicht wurde, sprechen Sie unverzüglich mit Ihrem Arzt oder dem

medizinischen Fachpersonal darüber.

Wenn Ihnen kein Pamidronat-GRY

®

verabreicht wurde

Da Sie dieses Arzneimittel im Krankenhaus erhalten, ist es unwahrscheinlich, dass Sie eine Dosis

versäumen. Wenn Sie trotzdem eine Dosis nicht verabreicht bekommen haben oder glauben, dass Sie

eine Dosis versäumt haben, sprechen Sie unverzüglich mit Ihrem Arzt oder dem medizinischen

Fachpersonal darüber.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder das medizinische Fachpersonal.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Die Nebenwirkungen sind üblicherweise leicht und gehen im Laufe der Behandlung zurück.

Schwerwiegende Nebenwirkungen:

Informieren Sie bitte umgehend Ihren Arzt, wenn folgendes passiert:

Sehr häufig: Kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

grippeähnliche Beschwerden (Symptome) und leichtes Fieber (erhöhte Körpertemperatur), die

innerhalb von 48 Stunden nach der Behandlung eintreten und gewöhnlich nicht länger als 24

Stunden andauern. Informieren Sie Ihren Arzt, falls die Symptome länger andauern.

Gelegentlich: Kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Eine allergische Reaktion, die plötzlich auftretenden juckenden Ausschlag (Nesselsucht),

pfeifendes Atmen und Husten, Schwellungen an den Händen, Füßen, Knöcheln, des Gesichts,

der Lippen, des Mundes oder des Rachens (die Schluck- und Atembeschwerden hervorrufen

können) beinhalten kann.

Selten: Kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Ungewöhnliche (atypische) Brüche des Oberschenkelknochens, insbesondere bei Patienten

unter Langzeitbehandlung gegen Osteoporose, können selten auftreten. Wenden Sie sich an

Ihren Arzt, wenn Sie Schmerzen, Schwäche oder Beschwerden in Oberschenkel, Hüfte oder

Leiste verspüren, da es sich dabei um ein frühes Anzeichen eines möglichen

Oberschenkelknochenbruchs handeln könnte.

Einige Patienten verspüren kurz nach Behandlungsbeginn eine Zunahme der Knochenschmerzen.

Üblicherweise tritt nach einigen Tagen eine Besserung ein. Ist dies nicht der Fall, informieren Sie bitte

Ihren Arzt.

Dies sind schwerwiegende Nebenwirkungen. Sie benötigen möglicherweise unverzüglich

medizinische Hilfe.

Andere Nebenwirkungen:

Sehr häufig: Kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Fieber, Schüttelfrost, Müdigkeit, Hitzewallungen

Veränderung der Ergebnisse bei Blutuntersuchungen (einschließlich geringer Blut-Kalzium-

und Phosphatspiegel).

Häufig:

Kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Schmerz, Rötung oder Schwellung der Infusionsstelle, einschließlich Entzündung der Vene, die

manchmal zu einer Blutgerinnselbildung führen kann

Hautausschlag, ungewöhnliche Blutungen oder ungeklärte blaue Flecke

Gelenk-, Muskel-, Knochen- oder allgemeine Schmerzen

Übelkeit und Erbrechen, Appetitlosigkeit, Magenschmerzen, Magenschleimhautentzündung

(Gastritis), die Schmerzen und Übelkeit hervorrufen kann, Verstopfung oder Durchfall

Kopfschmerzen, Erschöpfung, Schlafstörungen

Bindehautentzündung (Konjunktivitis)

niedrige Kalziumkonzentration im Blut, die zu Muskelkrämpfen oder Kribbeln/Taubheit in

Händen und Füßen führen kann

hoher Blutdruck

Absinken der Anzahl der weißen Blutkörperchen (Leukopenie, Lymphozytopenie), wodurch

leichter Infektionen auftreten können

Absinken der Anzahl der roten Blutkörperchen (Anämie), die zu Schwäche oder Atemlosigkeit

führen kann

veränderte Laborwerte bei Blutuntersuchungen (einschließlich niedriger Magnesium- und

Kaliumkonzentrationen sowie erhöhter Kreatininkonzentration im Blut)

unregelmäßiger Herzschlag

Gelegentlich: Kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Muskelkrämpfe

Erregung, Schwindel oder Energielosigkeit, Krampfanfälle

Probleme mit dem Sehen, Augenentzündungen

niedriger Blutdruck

Verdauungsstörungen

Juckreiz

Nierenversagen

allergische Reaktionen, welche Probleme beim Atmen, Schwindelanfälle oder Schwellungen in

Gesicht und am Hals verursachen können

auffällige Werte beim Leberfunktionstest

erhöhte Harnstoffkonzentration im Blut

Selten:

Kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Nierenfunktionsprobleme, die Symptome wie Flüssigkeitsverhaltung, allgemeines Unwohlsein

und Erschöpfung verursachen können

Eiweiß (Proteine) im Urin

Sehr selten:

Kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

Herz- und Atemprobleme, wozu Atembeschwerden, Flüssigkeitsverhaltung oder Schmerzen im

Brustkorb und Lungenerkrankung gehören können

Nierenentzündung, Nierenprobleme und Verschlechterung einer vorbestehenden

Nierenerkrankung, z. B. Blut im Urin, unerwartete Veränderung der Urinmenge

Wiederauftreten von Herpes oder Gürtelrose

Verwirrtheit oder optische Halluzinationen (Sehen und Hören von Dingen, die nicht wirklich

vorhanden sind)

Gelbsehen, Augenentzündungen

Wasseransammlung in der Lunge (Lungenödem)

Verschlechterung vorbestehender Herzerkrankungen mit Kurzatmigkeit

anaphylaktischer Schock (schwerwiegende allergische Reaktion, welche Atembeschwerden und

Schwindelanfälle verursachen kann)

erhöhte Kalium- und Natriumkonzentrationen im Blut

Ohrenschmerzen, Ausfluss aus dem Ohr und/oder eine Ohrinfektion. Diese könnten Anzeichen

für eine Schädigung der Knochen im Ohr sein.

Nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Entzündung der Augenhöhle

schwere und in einigen Fällen bis zur Behinderung führende Schmerzen in Knochen, Gelenken

und/oder Muskeln, ungewöhnliche Brüche des Oberschenkelknochens (atypische

subtrochantäre und diaphysäre Frakturen)

Schmerzen im Mund, den Zähnen und/oder im Kiefer, Schwellungen oder nicht heilende wunde

Stellen im Mund oder Kiefer, Sekretaustritt im Mund- oder Kieferbereich, Taubheits- oder

Schweregefühl des Kiefers oder Lockerung von Zähnen. Dies könnten Anzeichen einer

Knochenschädigung im Kiefer (Osteonekrose) sein. Informieren Sie Ihren Arzt und Zahnarzt

umgehend, falls während der Behandlung mit Pamidronat-GRY

oder nach dem Absetzen der

Behandlung solche Symptome bei Ihnen auftreten.

Dinatriumpamidronat kann das Blut (Anzahl bestimmter Blutzellen und Blutchemie) beeinflussen. Ihr

Arzt wird daher zur Kontrolle Bluttests durchführen.

Bei Patienten, die Pamidronat erhielten, wurden Herzrhythmusstörungen (Vorhofflimmern)

beobachtet. Gegenwärtig ist nicht bekannt, ob diese Herzrhythmusstörungen durch Pamidronat

hervorgerufen werden. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn bei Ihnen während der Behandlung mit

Pamidronat Herzrhythmusstörungen auftreten.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das medizinische

Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben

sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website:

www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Pamidronat-GRY

®

aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Durchstechflasche und der äußeren Umhüllung nach

„Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich

auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Pamidronat-GRY

®

enthält

Der Wirkstoff ist: Dinatriumpamidronat. Jeder ml Konzentrat zur Herstellung einer

Infusionslösung enthält 3 mg Dinatriumpamidronat entsprechend 2,527 mg Pamidronsäure.

Eine Durchstechflasche enthält 15 mg, 30 mg, 60 mg oder 90 mg Dinatriumpamidronat.

Die sonstigen Bestandteile sind: Natriumhydroxid, Salzsäure und Wasser für Injektionszwecke.

Wie Pamidronat-GRY

®

aussieht und Inhalt der Packung

Jede Durchstechflasche enthält 15, 30, 60 oder 90 mg Dinatriumpamidronat als farblose

Lösung.

Pamidronat-GRY

ist in Packungen mit 1, 4 und 10 Durchstechflaschen erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

TEVA GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

Hersteller

Pharmachemie B.V.

Swensweg 5

2031 GA Haarlem

Niederlande

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Finnland

PAMIDRONATE TEVA 3 mg/ml, Infuusiokonsentraatti, liuosta varten

Belgien

PAMIDRONATE TEVA 3 mg/ml concentraat voor oplossing voor infusie

Tschechische Republik

Pamidronate - Teva 3 mg/ml

Dänemark

Pamidronatdinatrium „Teva“ 3 mg/ml, koncentrat til infusionsvæske,

opløsning

Frankreich

PAMIDRONATE DE SODIUM TEVA 3 mg/ml, solution à diluer pour

perfusion

Ungarn

Pamidronát TEVA 3 mg/ml koncentrátum oldatos infúzióhoz (15 mg/5 ml,

30 mg/10 ml, 60 mg/20 ml, 90 mg/30 ml)

Irland

TEVA Disodium Pamidronate 3 mg/ml concentrate for solution for infusion

Italien

Pamidronato TEVA 3 mg/ml Concentrato, soluzione per infusione

Luxemburg

Pamidronate Teva 3 mg/ml

Niederlande

Pamidronaatdinatrium 3 mg/ml PCH, concentraat voor oplossing voor

injectie

Norwegen

Pamidronat TEVA 3 mg/ml konsentrat til infusjonsvæske

Portugal

Pamidronato Teva 3 mg/ml Concentrado para Solução para Perfusão

Slowakei

Pamidronate - Teva 3 mg/ml

Spanien

PAMIDRONATO TEVA 3 mg/ml, concentrado para solución para perfusión

Schweden

Pamidronat Teva 3 mg/ml koncentrat till infusionsvätska, lösning

Vereinigtes Königreich

TEVA Disodium Pamidronate 3 mg/ml concentrate for solution for infusion

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Mai 2016.

__________________________________________________________________________________

Die folgenden Informationen sind nur für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Zusätzlich zu den Informationen in Abschnitt 3 werden hier praktische Informationen zur

Herstellung/Handhabung des Arzneimittels gegeben.

Inkompatibilitäten

Pamidronat bildet Komplexe mit zweiwertigen Kationen und darf daher nicht mit kalziumhaltigen

Lösungen zur intravenösen Anwendung gemischt werden.

Hinweise zur Anwendung und Handhabung

Muss vor der Anwendung verdünnt werden.

Die Konzentration an Dinatriumpamidronat in der gebrauchsfertigen Infusionslösung soll

90 mg/250 ml nicht überschreiten.

Lösungen, die Partikel enthalten, dürfen nicht verwendet werden.

Nicht verwendete Restmengen nach der Anwendung sind zu verwerfen.

Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung der gebrauchsfertigen Lösung

Nach Verdünnung in 0,9%iger Natriumchlorid-Lösung und 5%iger Glucoselösung wurde eine

chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Lösung für 96 Stunden bei

Temperaturen bis zu 25 °C nachgewiesen.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte die gebrauchsfertige Zubereitung sofort verwendet werden. Wird

sie nicht sofort verwendet, ist der Anwender für die Dauer und die Bedingungen der Aufbewahrung

verantwortlich. Sofern die Herstellung der gebrauchsfertigen Zubereitung nicht unter kontrollierten

und validierten aseptischen Bedingungen erfolgt, ist diese nicht länger als 24 Stunden bei 2–8 °C

aufzubewahren.

Versionscode: Z06

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Pamidronat-GRY

3 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jeder ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält 3 mg Dinatriumpamidronat

entsprechend 2,527 mg Pamidronsäure.

Eine Durchstechflasche mit 5 ml enthält 15 mg Dinatriumpamidronat.

Eine Durchstechflasche mit 10 ml enthält 30 mg Dinatriumpamidronat.

Eine Durchstechflasche mit 20 ml enthält 60 mg Dinatriumpamidronat.

Eine Durchstechflasche mit 30 ml enthält 90 mg Dinatriumpamidronat.

Dieses Arzneimittel enthält Natrium, aber weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro

Einzeldosis, d.h., es ist nahezu „natriumfrei“.

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Klare und farblose Lösung, frei von sichtbaren Partikeln.

pH: 7.0 – 8.0

Osmolalität: 31 mOsmol/l

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Behandlung von Erkrankungen, die mit einer erhöhten Osteoklastenaktivität einhergehen:

Tumorinduzierte Hyperkalzämie

Osteolytische Läsionen bei Patienten mit Knochenmetastasen infolge Brustkrebs in

Ergänzung zu einer spezifischen Tumortherapie

Osteolytische Läsionen bei multiplem Myelom Stadium III

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

An Patienten, die mit Dinatriumpamidronat behandelt werden, sollten die Packungsbeilage

und die Erinnerungskarte für Patienten ausgehändigt werden.

Dinatriumpamidronat darf keinesfalls als Bolusinjektion verabreicht werden (siehe

Abschnitt 4.4). Pamidronat-GRY 3 mg/ml ist ein Konzentrat zur Herstellung einer

Infusionslösung und muss daher immer vor der Anwendung in kalziumfreier Infusionslösung

(0,9 %ige Natriumchloridlösung oder 5 %ige Glucoselösung) verdünnt werden. Die

gebrauchsfertige Infusionslösung muss langsam infundiert werden (siehe auch Abschnitt

4.4).

Ausschließlich frisch zubereitete und klare Lösungen dürfen verwendet werden.

Zu Informationen über die Kompatibilität mit Infusionslösungen siehe Abschnitt 6.6.

Die Infusionsrate sollte 60 mg/Stunde (1 mg/min) niemals überschreiten, und die Konzentration der

Infusionslösung an Dinatriumpamidronat sollte 90 mg/250 ml nicht überschreiten. Eine Dosis von

90 mg gelöst in 250 ml Infusionslösung muss üblicherweise über einen Zeitraum von 2 Stunden

infundiert werden. Bei Patienten mit bekannter oder vermuteter eingeschränkter Nierenfunktion

(d. h. tumorinduzierte Hyperkalzämie oder multiples Myelom) wird empfohlen, eine Infusionsrate

von 90 mg in 500 ml Infusionslösung über 4 Stunden nicht zu überschreiten (siehe Abschnitt 4.2).

Um lokale Reaktionen an der Infusionsstelle möglichst gering zu halten, sollte die Kanüle

vorsichtig in eine relativ große Vene eingeführt werden.

Erwachsene und ältere Patienten

Vorrangig osteolytische Metastasen bei multiplem Myelom

Die empfohlene Dosis Dinatriumpamidronat zur Behandlung vorrangig osteolytischer

Metastasen bei multiplem Myelom beträgt 90 mg in einer Einzelinfusion alle 4 Wochen.

Bei Patienten mit Knochenmetastasen, die eine Chemotherapie im 3-Wochen-Zyklus

bekommen, kann die Infusion von 90 mg Dinatriumpamidronat auch im Abstand von 3 Wochen

erfolgen.

Tumorinduzierte Hyperkalzämie:

Vor und während der Verabreichung von Dinatriumpamidronat muss eine ausreichende

Rehydratation der Patienten mit 0,9%iger Natriumchloridlösung erfolgen.

Die Gesamtdosis eines Behandlungszyklus mit Dinatriumpamidronat richtet sich nach dem

anfänglichen Kalziumspiegel im Serum des Patienten. Die folgenden Richtwerte sind aus

klinischen Daten abgeleitet, die auf unkorrigierten Kalziumwerten beruhen. Innerhalb des

angegebenen Bereiches gelten die Dosierungen jedoch auch für rehydratisierte Patienten, deren

Kalziumwerte bezüglich Serumprotein oder Albumin korrigiert wurden.

Tabelle 1 Empfohlene Dosen in Abhängigkeit vom Serum-Kalziumspiegel

Initialer Serum-Kalziumspiegel

Empfohlene Gesamtdosis

(mmol/l)

(mg %)

(mg)

bis zu 3,0

bis zu 12,0

12,0

14,0

14,0

16,0

> 4,0

> 16,0

Die Gesamtdosis an Dinatriumpamidronat kann entweder als Einzelinfusion oder auf mehrere

Infusionen aufgeteilt über 2 – 4 aufeinander folgende Tage gegeben werden. Sowohl bei der

Initialbehandlung als auch bei jeder Wiederholung der Behandlung beträgt die Gesamtdosis pro

Behandlungszyklus maximal 90 mg.

Eine signifikante Senkung des Serumkalziums wird im Allgemeinen 24 – 48 Stunden nach Gabe

von Dinatriumpamidronat festgestellt und eine Normalisierung wird gewöhnlich innerhalb von 3

– 7 Tagen erreicht. Falls in dieser Zeit keine Normokalzämie erreicht wird, kann eine weitere

Dosis gegeben werden. Die Dauer des Ansprechens kann von Patient zu Patient variieren und

die Behandlung kann bei wiederauftretender Hyperkalzämie wiederholt werden. Bisherige

klinische Erfahrungen deuten darauf hin, dass die Wirksamkeit von Dinatriumpamidronat mit

zunehmender Zahl der Behandlungen nachlassen kann.

Besondere Populationen

Niereninsuffizienz

Dinatriumpamidronat soll Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <

30 ml/min) nicht appliziert werden, es sei denn, es liegt eine lebensbedrohliche

tumorinduzierte Hyperkalzämie vor, bei welcher der Nutzen der Behandlung das potenzielle

Risiko überwiegt. Da nur geringe klinische Erfahrungen mit Patienten mit schwerer

Niereninsuffizienz vorliegen, kann für diese Patienten keine Dosisempfehlung gegeben

werden (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).

Wie bei anderen i.v. gegebenen Bisphosphonaten wird eine Überwachung der Nieren

empfohlen, beispielsweise die Bestimmung des Serum-Kreatinins vor jeder Gabe von

Dinatriumpamidronat. Bei Patienten, welche Dinatriumpamidronat zur Behandlung von

Knochenmetastasen oder des multiplen Myeloms erhalten und darunter Anzeichen einer

Verschlechterung der Nierenfunktion zeigen, sollte die Behandlung mit Dinatriumpamidronat

eingestellt werden, bis die Nierenfunktion nicht mehr als 10 % vom Ausgangswert abweicht.

Diese Empfehlung basiert auf einer klinischen Studie, in der eine Verschlechterung der

Nierenfunktion wie folgt definiert war:

Bei Patienten mit normalem Kreatinin-Ausgangswert: Anstieg von 0,5 mg/dl.

Bei Patienten mit auffälligem Kreatinin-Ausgangswert: Anstieg von 1,0 mg/dl.

Eine pharmakokinetische Studie an Krebspatienten mit normaler oder eingeschränkter

Nierenfunktion hat ergeben, dass bei leichter (Kreatinin-Clearance 61

90 ml/min) bis mäßiger

Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance 30

60 ml/min) keine Dosisanpassung erforderlich ist.

Bei diesen Patienten sollte die Infusionsgeschwindigkeit von 90 mg/4 h (etwa 20-22 mg/h) nicht

überschritten werden.

Leberinsuffizienz

Obwohl Patienten mit Leberfunktionsstörung gegenüber Patienten mit normaler Leberfunktion

höhere mittlere AUC- und C

-Werte zeigten, wird dies als klinisch nicht relevant angesehen.

Da Pamidronat dennoch aus dem Plasma schnell und nahezu vollständig in die Knochen

übergeht und da es bei der chronischen Behandlung monatlich verabreicht wird, ist eine

Anreicherung der Substanz nicht zu erwarten. Daher ist bei Patienten mit leicht bis mäßig

eingeschränkter Leberfunktion keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).

Dinatriumpamidronat wurde nicht an Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion geprüft

(siehe Abschnitt 4.4). Dinatriumpamidronat sollte bei dieser Patientenpopulation mit Vorsicht

verabreicht werden.

Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre)

Es gibt keine klinische Erfahrungen mit Dinatriumpamidronat bei Kindern. Deswegen wird die

Anwendung von Dinatriumpamidronat nur bei Erwachsenen empfohlen, bis weitere

Erkenntnisse vorliegen.

4.3

Gegenanzeigen

Dinatriumpamidronat ist kontraindiziert

bei Patienten mit bekannter oder vermuteter Überempfindlichkeit gegen

Dinatriumpamidronat, andere Bisphosphonate oder einen der sonstigen Bestandteile von

Dinatriumpamidronat.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Allgemein

Dinatriumpamidronat darf keinesfalls als Bolusinjektion verabreicht werden. Es muss vor der

Anwendung immer verdünnt und im Anschluss als langsame, intravenöse Infusion gegeben

werden (siehe Abschnitt 4.2).

Die Flüssigkeitsbilanz der Patienten muss vor der Anwendung von Pamidronat-GRY 3

mg/ml beurteilt werden, um sich zu vergewissern, dass sie sich in einem ausreichend

hydrierten Zustand befinden. Dies ist besonders wichtig bei Patienten unter Diuretika-

Therapie.

Nach Beginn der Dinatriumpamidronat-Therapie sollte eine regelmäßige Kontrolle der

Standardlaborwerte für den Hyperkalzämie-Stoffwechsel (Serum, Kalzium, Phosphat)

erfolgen. Patienten nach einer Schilddrüsenoperation können besonders anfällig für die

Entwicklung einer Hypokalzämie aufgrund eines relativen Hypoparathyreoidismus sein.

Bei Patienten mit einer Herzerkrankung, insbesondere bei älteren Menschen, kann die

zusätzliche Zufuhr von Natriumchlorid eine Herzinsuffizienz auslösen (Linksherzinsuffizienz

oder Stauungsinsuffizienz). Fieber (grippeähnliche Symptomatik) kann ebenfalls zu dieser

Verschlechterung beitragen.

Bei einigen Patienten mit tumorinduzierter Hyperkalzämie sind Krampfanfälle infolge von

Elektrolytveränderungen aufgetreten, die im Zusammenhang mit der Hyperkalzämie und

ihrer effektiven Behandlung stehen.

Bei Patienten mit Anämie, Leukopenie oder Thrombozytopenie sollten regelmäßige

hämatologische Untersuchungen durchgeführt werden.

Dieses Arzneimittel enthält 0,65 mmol Natrium je maximale Dosis (90 mg). Wenn Patienten

eine kochsalzarme Diät einhalten müssen, sollten dies berücksichtigt werden.

Besondere Populationen

Niereninsuffizienz

Bisphosphonate wie Dinatriumpamidronat sind mit Nierentoxizität assoziiert, die sich als

Verschlechterung der Nierenfunktion und mögliches Nierenversagen manifestiert.

Verschlechterung der Nierenfunktion, Progression bis zum Nierenversagen und Dialyse sind bei

Patienten nach der ersten oder einer einzelnen Dosis Dinatriumpamidronat beobachtet worden.

Eine Verschlechterung der Nierenfunktion (einschließlich Nierenversagen) wurde auch nach

Dinatriumpamidronat-Langzeittherapien bei Patienten mit multiplem Myelom gemeldet.

Da Dinatriumpamidronat vorrangig unverändert über die Nieren ausgeschieden wird (siehe

Abschnitt 5.2), kann das Risiko unerwünschter Ereignisse in den Nieren bei Patienten mit

eingeschränkter Nierenfunktion erhöht sein.

Wegen des Risikos einer klinisch relevanten Verschlechterung der Nierenfunktion, die zum

Nierenversagen führen kann, sollte die Einzeldosis Dinatriumpamidronat nicht mehr als 90 mg

betragen und die empfohlene Infusionszeit eingehalten werden (siehe Abschnitt 4.2).

Wie bei anderen i.v. Bisphosphonaten ist die Überwachung der Nierenwerte empfehlenswert;

hierzu gehört die Messung des Serum-Kreatinins vor jeder Dosis Dinatriumpamidronat.

Bei Patienten, die über einen langen Zeitraum häufige Dinatriumpamidronat-Infusionen

erhalten, und hier insbesondere bei Patienten mit bestehender Nierenerkrankung oder einer

Prädisposition für Nierenstörungen (z. B. Patienten mit multiplem Myelom und/oder

tumorinduzierter Hyperkalzämie), sollten die Standardlabor- und klinischen Parameter der

Nierenfunktion vor jeder Dosis Dinatriumpamidronat geprüft werden.

Bei Patienten, die wegen Knochenmetastasen oder eines multiplen Myeloms mit

Dinatriumpamidronat behandelt werden, sollte die Behandlung eingestellt werden, wenn die

Nierenfunktion sich verschlechtert hat (siehe Abschnitt 4.2).

Dinatriumpamidronat soll Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance

< 30 ml/min) nicht appliziert werden, es sei denn, es liegt eine lebensbedrohliche

tumorinduzierte Hyperkalzämie vor, bei welcher der Nutzen der Behandlung das potenzielle

Risiko überwiegt. Da nur geringe klinische Erfahrungen mit Patienten mit schwerer

Niereninsuffizienz vorliegen, kann für diese Patienten keine Dosisempfehlung gegeben werden

(siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).

Dinatriumpamidronat darf nicht zusammen mit anderen Bisphosphonaten gegeben werden, weil

die kombinierten Wirkungen nicht untersucht wurden.

Die Erfahrungen mit der Anwendung von Dinatriumpamidronat bei Patienten, die sich einer

Hämodialyse unterziehen, sind sehr begrenzt.

Leberinsuffizienz

Da keine klinischen Daten vorliegen, kann keine besondere Empfehlung für die Anwendung

bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz gegeben werden (siehe Abschnitt 4.2).

Kalzium- und Vitamin-D-Ergänzung

Wenn keine Hyperkalzämie vorliegt, sollte bei Patienten mit vorrangig osteolytischen

Metastasen oder multiplem Myelom, die einen Kalzium- oder Vitamin-D-Mangel haben

könnten (z. B. durch Malabsorption oder mangelnde Sonnenlichtexposition) sowie bei

Patienten mit Osteodystrophie eine orale Kalzium- und Vitamin-D-Ergänzung verabreicht

werden, um das Risiko einer Hypokalzämie zu verringern.

Osteonekrosen im Kieferbereich

Über Osteonekrosen im Kieferbereich (ONJ) wurde in klinischen Studien und nach

Markteinführung bei Patienten berichtet, die mit Pamidronsäure behandelt wurden.

Der Beginn der Behandlung oder eines neuen Behandlungszyklus sollte bei Patienten mit nicht

verheilten, offenen Weichteilläsionen im Mund, außer in medizinischen Notfallsituationen,

verschoben werden.

Eine zahnärztliche Untersuchung mit angemessener präventiver Zahnbehandlung und eine

individuelle Nutzen-Risiko-Bewertung wird vor der Behandlung mit Bisphosphonaten bei

Patienten mit begleitenden Risikofaktoren empfohlen.

Die folgenden Risikofaktoren sollten in Betracht gezogen werden, wenn das individuelle Risiko

für das Auftreten einer ONJ beurteilt wird:

Potenz des Bisphosphonats (höheres Risiko bei hochpotenten Substanzen), Art der

Anwendung (höheres Risiko bei parenteraler Anwendung) und kumulative

Bisphosphonat-Dosis.

Krebs, Begleiterkrankungen (z. B. Anämie, Koagulopathien, Infektion), Rauchen.

Begleitende Therapien: Chemotherapie, Angiogenese-Inhibitoren (siehe Abschnitt 4.5),

Strahlentherapie an Hals und Kopf, Kortikosteroide.

Zahnerkrankungen in der Vorgeschichte, mangelhafte Mundhygiene, periodontale

Erkrankungen, invasive Zahnbehandlungen (z. B. Zahnextraktionen) und schlecht

sitzende Zahnprothese.

Während der Behandlung mit Dinatriumpamidronat sollten alle Patienten ermutigt werden, auf

eine gute Mundhygiene zu achten, routinemäßige zahnärztliche Kontrolluntersuchungen

durchführen zu lassen und sofort jegliche Symptome im Mund, wie z. B. Lockerung der Zähne,

Schmerzen oder Schwellungen oder nicht verheilende Wunden oder Sekretaustritt im Mund

oder Kieferbereich zu berichten. Während der Behandlung sollten invasive zahnärztliche

Eingriffe nur nach sorgfältiger Abwägung durchgeführt und in zeitlicher Nähe zur

Verabreichung von Pamidronat vermieden werden. Für Patienten, bei denen während der

Behandlung mit Bisphosphonaten eine Osteonekrose des Kieferbereichs auftritt, kann ein

dentalchirurgischer Eingriff zur Verschlechterung des Zustandes führen. Für Patienten, bei

denen zahnärztliche Eingriffe erforderlich sind liegen keine Daten vor, die darauf hinweisen,

dass ein Absetzen der Behandlung mit Bisphosphonaten das Risiko einer Osteonekrose des

Kiefers verringert.

Der Behandlungsplan für Patienten, die eine ONJ entwickeln, sollte in enger Zusammenarbeit

zwischen dem behandelnden Arzt und einem Zahnarzt oder Kieferchirurgen mit Expertise bei

der Behandlung von Kieferosteonekrosen erstellt werden.

Eine vorübergehende Unterbrechung der Behandlung mit Pamidronat sollte in Erwägung

gezogen werden, bis der Zustand behoben ist und die dazu beitragenden Risikofaktoren soweit

wie möglich begrenzt werden können.

Osteonekrosen des äußeren Gehörgangs

Bei der Anwendung von Bisphosphonaten wurde über Knochennekrosen des äußeren

Gehörgangs berichtet, und zwar hauptsächlich im Zusammenhang mit Langzeitbehandlungen.

Zu den möglichen Risikofaktoren für eine Knochennekrose des äußeren Gehörgangs zählen die

Anwendung von Steroiden und chemotherapeutischen Behandlungen und/oder lokale

Risikofaktoren wie z. B. Infektionen oder Traumata. Die Möglichkeit einer Knochennekrose des

äußeren Gehörgangs sollte bei Patienten, die Bisphosphonate erhalten und mit Ohrsymptomen,

einschließlich chronischer Ohreninfektionen, vorstellig werden, in Betracht gezogen werden.

Schmerzen in der Skelettmuskulatur

Erfahrungen aus der Anwendungsbeobachtung zeigen, dass schwerwiegende und in einigen

Fällen bis zur Behinderung führende Schmerzen in Knochen, Gelenken und/oder Muskeln bei

Patienten unter Bisphosphonaten auftreten können. Allerdings sind solche Beobachtungen

selten. Zu dieser Arzneimittelkategorie gehört auch Dinatriumpamidronat als Infusion. Die Zeit

bis zum Einsetzen der Symptome reichte von einem Tag bis mehreren Monaten nach Beginn der

Verabreichung des Mittels. Bei den meisten Patienten gingen die Symptome nach Abbruch der

Behandlung zurück. Bei einigen Patienten traten die Symptome erneut auf, wenn sie wieder das

gleiche Arzneimittel oder ein anderes Bisphosphonat bekamen.

Atypische Femurfrakturen

Atypische subtrochantäre und diaphysäre Femurfrakturen wurden unter Bisphosphonat-

Therapie berichtet, vor allem bei Patienten unter Langzeitbehandlung gegen Osteoporose.

Diese transversalen oder kurzen Schrägfrakturen können überall entlang des

Oberschenkelknochens auftreten, direkt unterhalb des Trochanter minor bis direkt oberhalb

der Femurkondylen. Diese Frakturen entstehen nach einem minimalen Trauma oder ohne

Trauma und manche Patienten verspüren Oberschenkel- oder Leistenschmerzen oft im

Zusammenhang mit Anzeichen einer Niedrig-Energie-Fraktur in bildgebenden Verfahren

Wochen bis Monate vor dem Auftreten einer manifesten Femurfraktur. Frakturen treten

häufig bilateral auf. Aus diesem Grund sollte bei Patienten, die mit Bisphosphonaten

behandelt werden und eine Femurschaftfraktur hatten, der kontralaterale Femur ebenfalls

untersucht werden. Über eine schlechte Heilung dieser Frakturen ist ebenfalls berichtet

worden. Bei Patienten mit Verdacht auf eine atypische Femurfraktur sollte ein Absetzen der

Bisphosphonat-Therapie, vorbehaltlich einer Beurteilung des Patienten, auf Grundlage einer

individuellen Nutzen-Risiko-Bewertung in Betracht gezogen werden.

Während einer Behandlung mit Bisphosphonaten sollte den Patienten geraten werden, über

jegliche Oberschenkel-, Hüft- oder Leistenschmerzen zu berichten und jeder Patient mit

diesen Symptomen sollte auf eine unvollständige Femurfraktur hin untersucht werden.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Dinatriumpamidronat wurde gleichzeitig mit gängigen Antikrebsmitteln eingesetzt, ohne dass

signifikante Wechselwirkungen beobachtet wurden.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Dinatriumpamidronat und Calcitonin bei Patienten mit

schwerer Hyperkalzämie kam es zu Synergieeffekten, die einen schnelleren Rückgang des

Serumkalzium verursachten.

Vorsicht ist geboten, wenn Dinatriumpamidronat zusammen mit anderen, potenziell

nierenschädigenden Arzneimitteln angewendet wird.

Bei Patienten mit multiplem Myelom kann das Risiko einer Niereninsuffizienz erhöht sein,

wenn Dinatriumpamidronat zusammen mit Thalidomid angewendet wird.

Da Dinatriumpamidronat an Knochen bindet, könnte es theoretisch bei einer

Knochenszintigrafie stören.

Vorsicht ist geboten wenn Pamidronat zusammen mit anti-angiogenetischen Arzneimitteln

angewendet wird, da eine erhöhte Inzidenz von ONJ bei Patienten beobachtet wurde, die

gleichzeitig mit solchen Arzneimitteln behandelt wurden.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Fertilität:

Es stehen keine Daten zur Verfügung.

Gebärfähige Frauen

Gebärfähige Frauen müssen während der Behandlung hochwirksame Verhütungsmethoden

verwenden.

Schwangerschaft:

Es liegen keine ausreichenden Daten zur Anwendung von Pamidronsäure, bei schwangeren

Frauen vor. Tierversuche ergaben keine eindeutigen Hinweise für eine Teratogenität.

Pamidronat könnte aufgrund der pharmakologischen Wirkung auf die Kalzium-Homöostase ein

Risiko für den Fötus und das Neugeborene darstellen. Bei Verabreichung an Tiere während der

gesamten Trächtigkeitsdauer kann Pamidronat Störungen der Knochenmineralisation,

insbesondere in den langen Röhrenknochen mit daraus resultierenden winkelförmigen

Distorsionen verursachen. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt

(siehe Abschnitt 5.3). Bei Ratten wurde Dystokie beobachtet.

Das mögliche Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. Deshalb sollte Pamidronat bei

schwangeren Frauen nicht angewendet werden, außer in Fällen einer lebensbedrohlichen

Hyperkalzämie.

Stillzeit:

Es ist nicht bekannt, ob Pamidronat-GRY 3 mg/ml beim Menschen in die Muttermilch

übergeht. Sehr begrenzte Erfahrungen deuten darauf hin, dass die Dinatriumpamidronat-

Konzentration in der Muttermilch unter der Nachweisgrenze liegt. Darüber hinaus ist die

orale Bioverfügbarkeit schlecht, sodass eine Gesamtresorption von Dinatriumpamidronat

eines gestillten Säuglings nicht wahrscheinlich ist. Eine Studie an säugenden Ratten hat

gezeigt, dass Dinatriumpamidronat in die Milch übergeht. Aufgrund der sehr begrenzten

Erfahrungen und dem potenziell wichtigen Einfluss von Dinatriumpamidronat auf die

Knochenmineralisierung wird das Stillen während der Dinatriumpamidronat-Therapie nicht

empfohlen.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Die Patienten sollten darüber informiert werden, dass nach einer Dinatriumpamidronat-Infusion

Schläfrigkeit und/oder Schwindelgefühl auftreten können. In diesem Fall sollten die Patienten

kein Fahrzeug führen, keine potenziell gefährlichen Maschinen bedienen oder sonstige

Tätigkeiten ausführen, welche aufgrund eines herabgesetzten Reaktionsvermögens gefährlich

sein können.

4.8

Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen von Dinatriumpamidronat sind im Allgemeinen leicht und vorübergehend.

Die häufigsten Nebenwirkungen sind eine asymptomatische Hypokalzämie und Fieber (Anstieg

der Körpertemperatur um 1–2 °C), das üblicherweise innerhalb von 48 Stunden nach der

Infusion auftritt. Das Fieber geht üblicherweise von selbst zurück und erfordert keine

Behandlung.

Die Nebenwirkungen (Tabelle 2) werden nach Häufigkeit aufgeführt, wobei die häufigsten

Ereignisse zuerst kommen und folgende Einteilung zugrunde gelegt wurde: Häufigkeitsangaben:

Sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100), selten

(≥ 1/10.000 bis < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000) einschließlich gemeldeter Einzelfälle, nicht

bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Die folgenden Nebenwirkungen wurden im Rahmen klinischer Studien und in der

Anwendungsbeobachtung von Dinatriumpamidronat gemeldet.

Da die Meldungen nach Markteinführung aus Populationen unbekannter Größe stammen und

Störfaktoren unterliegen, ist es nicht möglich, ihre Häufigkeit zuverlässig einzuschätzen (und

werden daher als „nicht bekannt“ eingestuft) oder einen kausalen Zusammenhang zur

Arzneimittelexposition abzuleiten.

Tabelle 2 Nebenwirkungen

Infektionen und parasitäre

Erkrankungen

Sehr selten: Reaktivierung von Herpes simplex,

Reaktivierung von Herpes zoster

Erkrankungen des Blutes

und des Lymphsystems

Häufig: Anämie, Thrombozytopenie Lymphozytopenie,

Leukopenie

Erkrankungen des

Immunsystems

Gelegentlich: allergische Reaktionen einschließlich

anaphylaktischer Reaktionen, Bronchospasmus, Dyspnoe,

Quinckes (angioneurotisches) Ödem

Sehr selten: anaphylaktischer Schock

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Sehr häufig: Hypokalzämie, Hypophosphatämie

Häufig: Hypokaliämie, Hypomagnesiämie

Sehr selten: Hyperkaliämie,

Erkrankungen des

Nervensystems

Häufig: symptomatische Hypokalzämie (Parästhesie,

Tetanie), Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Schläfrigkeit,

Gelegentlich: Krampfanfälle, Agitation, Schwindel,

Lethargie

Sehr selten: Verwirrtheitszustand, visuelle Halluzinationen

Augenerkrankungen

Häufig: Konjunktivitis

Gelegentlich: Uveitis (Iritis, Iridozyklitis)

Sehr selten: Skleritis, Episkleritis, Xanthopsie

Nicht bekannt: Augenhöhlenentzündung

Herzerkrankungen

Häufig: Vorhofflimmern

Sehr selten: Linksherzversagen (Dyspnoe, Lungenödem),

kongestive Herzinsuffizienz (Ödem) infolge

Flüssigkeitsüberladung

Gefäßerkrankungen

Häufig: Hypertonie

Gelegentlich: Hypotonie

Erkrankungen der

Atemwege, des

Sehr selten: akutes Atemnotsyndrom, interstitielle

Lungenkrankheit

Brustraums und

Mediastinums

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Häufig: Übelkeit, Erbrechen, Anorexie, Bauchschmerzen,

Diarrhöe, Obstipation, Gastritis

Gelegentlich: Dyspepsie

Erkrankungen der Haut

und des

Unterhautzellgewebes

Häufig: Hautausschlag

Gelegentlich: Pruritus

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Häufig: vorübergehende Knochenschmerzen, Arthralgie,

Myalgie, allgemeine Schmerzen

Gelegentlich: Muskelkrämpfe

Sehr selten: Knochennekrosen des äußeren Gehörgangs

(Nebenwirkung der Arzneimittelklasse der Bisphosphonate)

Nicht bekannt: schwerwiegende und in einigen Fällen bis

zur Behinderung führende Schmerzen in Knochen, Gelenken

und/oder Muskeln, Osteonekrosen im Kieferbereich*,

atypische subtrochantäre und diaphysäre Femurfrakturen*

Erkrankungen der Nieren

und Harnwege

Gelegentlich: akutes Nierenversagen

Selten: fokal-segmentale Glomerulosklerose einschließlich

kollabierender Variante, nephrotisches Syndrom

Sehr selten: Verschlechterung der Nierenfunktion bei

Patienten mit vorbestehender Nierenerkrankung, Hämaturie,

Nierentubulusstörung

Nicht bekannt: tubulointerstitielle Nephritis,

Glomerulonephropathie

Allgemeine Erkrankungen

und Beschwerden am

Verabreichungsort

Sehr häufig: Fieber und grippeähnliche Symptome,

manchmal begleitet von Unwohlsein, Rigor, Müdigkeit und

Hitzewallungen

Häufig: Reaktionen an der Infusionsstelle (Schmerzen,

Rötung, Schwellung, Verhärtung, Phlebitis

Thrombophlebitis)

Untersuchungen

Häufig: Anstieg des Serum-Kreatinins

Gelegentlich: abnorme Leberfunktionswerte, erhöhte

Harnstoffwerte im Serum

* Siehe „Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen“ unten

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen (Klasseneffekte):

Vorhofflimmern

Bei einem Vergleich der Wirkungen von Zoledronsäure (4 mg) und Pamidronat (90 mg) war in

einer klinischen Studie die Anzahl des unerwünschten Ereignisses Vorhofflimmern in der

Pamidronat-Gruppe höher (12/556; 2,2 %) als in der Zoledronsäure-Gruppe (3/563; 0,5 %). In

einer vorher durchgeführten klinischen Studie bei Patientinnen mit postmenopausaler

Osteoporose wurde beobachtet, dass unter Zoledronsäure (5 mg) im Vergleich zu Placebo eine

erhöhte Rate an Vorhofflimmern als schwerwiegende unerwünschte Ereignisse auftraten (1,3 %

im Vergleich zu 0,6 %). In einigen anderen Bisphosphonat-Studien wurde vereinzelt eine

erhöhte Inzidenz von Vorhofflimmern gemeldet. Der Mechanismus, auf dem die erhöhte

Inzidenz von Vorhofflimmern unter Zoledronsäure und Pamidronat beruht, ist nicht bekannt.

Osteonekrose des Kieferknochens

Über Osteonekrosen (im Kieferbereich) wurde in erster Linie bei Krebspatienten berichtet, die

mit Arzneimitteln, welche die Knochenresorption hemmen wie z. B. Pamidronat behandelt

wurden (siehe Abschnitt 4.4). Viele dieser Patienten erhielten gleichzeitig eine Chemotherapie

oder Kortikosteroide und wiesen Anzeichen einer lokalen Infektion einschließlich Osteomyelitis

auf. Die Mehrzahl der Berichte bezieht sich auf Krebspatienten nach Zahnextraktion oder

anderen zahnchirurgischen Eingriffen.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen:

Während der Anwendungsbeobachtung wurden folgende Nebenwirkungen beobachtet

(selten): atypische subtrochantäre und diaphysäre Femurfrakturen (unerwünschte Wirkung

der Substanzklasse der Bisphosphonate).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-

Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert,

jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn,

Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Patienten, welche eine höhere als die empfohlene Dosis erhalten haben, sollten sorgfältig

beobachtet werden. Tritt eine klinisch signifikante Hypokalzämie mit Parästhesien, Tetanie und

Hypotonie auf, kann diese durch Infusion von Kalziumgluconat aufgehoben werden.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Arzneimittel mit Einfluss auf die Knochenstruktur und die

Mineralisierung, Bisphosphonate

ATC-Code: M05 BA 03

Dinatriumpamidronat ist ein potenter Inhibitor der durch Osteoklasten verursachten

Knochenresorption. Dinatriumpamidronat geht eine starke Bindung mit Hydroxylapatitkristallen

ein und hemmt

in vitro

die Bildung und Auflösung dieser Kristalle.

In vivo

kann die Hemmung

der durch Osteoklasten verursachten Knochenresorption zumindest teilweise auf die Bindung

des Wirkstoffs an mineralisierten Knochen zurückgeführt werden.

Dinatriumpamidronat hindert die Vorstufen der Osteoklasten daran, an den Knochen zu

gelangen. Die lokale und direkte antiresorptive Wirkung des knochengebundenen

Bisphosphonats ist jedoch offenbar der Hauptwirkungsmechanismus

in vitro

in vivo

In experimentellen Studien wurde nachgewiesen, dass Dinatriumpamidronat die tumorinduzierte

Osteolyse hemmt, wenn es vor oder zum Zeitpunkt der Inokulation oder Transplantation von

Tumorzellen gegeben wird. Die Veränderungen biochemischer Parameter, welche den

hemmenden Effekt von Dinatriumpamidronat auf die tumorinduzierte Hyperkalzämie

widerspiegeln, sind die Senkung des Serumkalziums und -phosphats und sekundär die Abnahme

der Ausscheidung von Kalzium, Phosphat und Hydroxyprolin im Urin.

Eine Hyperkalzämie kann zu einer Reduktion des extrazellulären Flüssigkeitsvolumens führen

und die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) herabsetzen. Durch Kontrolle der Hyperkalzämie

verbessert Dinatriumpamidronat bei den meisten Patienten die GFR und reduziert erhöhte

Kreatininspiegel im Serum.

Klinische Studien an Patienten mit Brustkrebs und vorrangig osteolytischen Metastasen oder

mit multiplem Myelom haben gezeigt, dass Dinatriumpamidronat unerwünschte Ereignisse

im Skelettbereich verhinderte oder verzögerte (Hyperkalzämie, Frakturen, Strahlentherapie,

Operationen am Knochen, Wirbelsäulenkompression) und die Knochenschmerzen

verringerte.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Allgemeine Merkmale:

Dinatriumpamidronat besitzt eine starke Affinität für kalzifizierte Gewebe. Eine vollständige

Eliminierung von Dinatriumpamidronat aus dem Körper ist innerhalb des zeitlichen Rahmens

experimenteller Studien nicht zu beobachten. Kalzifizierte Gewebe werden daher als Ort der

“scheinbaren Elimination“ betrachtet.

Resorption:

Dinatriumpamidronat wird als intravenöse Infusion appliziert und ist somit per definitionem

vollständig resorbiert, wenn die Infusion beendet ist.

Verteilung:

Zu Beginn einer Infusion steigen die Plasmakonzentrationen von Dinatriumpamidronat rasch an

und sinken nach Beendigung der Infusion rasch wieder ab. Die scheinbare Verteilungs-

Halbwertszeit im Plasma beträgt etwa 0,8 Stunden. Scheinbare Steady-state-Konzentrationen

werden daher mit Infusionen von mehr als 2- bis 3-stündiger Dauer erreicht. Bei intravenöser

Infusion von 60 mg innerhalb einer Stunde werden maximale Dinatriumpamidronat-

Plasmakonzentrationen von etwa 10 nmol/ml erreicht.

Nach jeder Dosis Dinatriumpamidronat verbleiben in Tieren und Menschen vergleichbare

prozentuale Anteile der Dosis im Körper. Die Akkumulation von Dinatriumpamidronat im

Knochen wird daher nicht durch die Bindungskapazität begrenzt, sondern hängt ausschließlich

von der verabreichten kumulativen Gesamtdosis ab.

Der Anteil des an Plasmaproteine gebundenen, zirkulierenden Dinatriumpamidronats ist relativ

gering (etwa 54 %) und nimmt zu, wenn die Kalziumkonzentration pathologisch erhöht ist.

Elimination:

Dinatriumpamidronat wird offenbar nicht durch Biotransformation, sondern fast ausschließlich

über die Niere ausgeschieden. Nach einer intravenösen Infusion werden innerhalb von 72

Stunden etwa 20 – 55 % der Dosis als unverändertes Dinatriumpamidronat im Urin

wiedergefunden. Innerhalb des zeitlichen Rahmens experimenteller Untersuchungen verblieb

der Rest der Dosis im Körper. Der Anteil der im Körper verbleibenden Dosis ist unabhängig von

der Dosishöhe (Bereich 15-180 mg) und der Infusionsrate (Bereich 1,25-60 mg/h). Über die

Ausscheidung von Dinatriumpamidronat im Urin lassen sich zwei Eliminationsphasen mit

mittleren Halbwertszeiten von etwa 1,6 und 27 Stunden beobachten. Die scheinbare Gesamt-

Plasma-Clearance beträgt etwa 180 ml/min, die scheinbare renale Clearance beträgt etwa 54

ml/min. Die renale Clearance korreliert tendenziell mit der Kreatinin-Clearance.

Patientencharakteristika:

Die hepatische und metabolische Clearance von Dinatriumpamidronat ist unbedeutend. Daher

ist nicht zu erwarten, dass eine Einschränkung der Leberfunktion die Pharmakokinetik von

Dinatriumpamidronat beeinflusst. Somit weist Pamidronat-GRY 3 mg/ml hinsichtlich des

Metabolismus und der Proteinbindung ein geringes Potenzial für Wechselwirkungen mit

anderen Arzneimitteln auf (siehe Abschnitt 5.2 oben).

Besondere Populationen

Leberinsuffizienz

Die Pharmakokinetik von Dinatriumpamidronat wurde an männlichen Krebspatienten geprüft,

für die das Risiko von Knochenmetastasen bestand und die eine normale Leberfunktion (

n

= 6)

bzw. eine leicht bis mäßig eingeschränkte Leberfunktion (

n

= 9) aufwiesen. Jeder Patient erhielt

eine Einzeldosis von 90 mg Dinatriumpamidronat als 4-stündige Infusion. Es zeigte sich ein

statistisch signifikanter Unterschied in der Pharmakokinetik zwischen Patienten mit normaler

und mit eingeschränkter Leberfunktion. Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion zeigten

höhere durchschnittliche Werte für AUC (39,7 %) und C

(28,6 %). Der Unterschied wurde als

nicht klinische relevant eingestuft. Die Durchschnittsrate der logarithmisch transformierten

Parameter für Patienten mit eingeschränkter versus normaler Leberfunktion betrug 1,38 (90-%-

KI, 1,12-1,70,

p

= 0,02) für AUC und 1,23 (90-%-KI 0,89-1,70,

p

= 0,27) für C

Dinatriumpamidronat wurde trotzdem schnell aus dem Plasma abgebaut. Bei den Patienten war

innerhalb von 12 bis 36 Stunden nach der Verabreichung keine Arzneimittelkonzentration mehr

nachweisbar. Da Dinatriumpamidronat nur einmal monatlich verabreicht wird, ist keine

Arzneimittelakkumulation zu erwarten. Für Patienten mit leicht bis mäßig eingeschränkter

Leberfunktion wird keine Dosisanpassung von Dinatriumpamidronat empfohlen (siehe

Abschnitt 4.2).

Niereninsuffizienz

Eine pharmakokinetische Studie mit Krebspatienten zeigte für die Plasma-AUC von

Dinatriumpamidronat keine Unterschiede zwischen Patienten mit normaler Nierenfunktion und

Patienten mit leichter bis mäßiger Nierenfunktionsstörung. Patienten mit schwerer

Niereninsuffizienz (Kreatinin- Clearance < 30 ml/min) wiesen eine ca. 3fach höhere AUC auf

als Patienten mit normaler Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance > 90 ml/min). Da nur geringe

klinische Erfahrungen mit Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz vorliegen, kann für diese

Patienten keine Dosisempfehlung gegeben werden (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität

Die Toxizität von Dinatriumpamidronat ist durch direkte (zytotoxische) Effekte auf Organe mit

starker Durchblutung, insbesondere der Nieren, nach i.v. Exposition charakterisiert.

Reproduktionstoxizität

Studien an Ratten und Kaninchen haben ergeben, dass Dinatriumpamidronat mit toxischen

Effekten auf das Muttertier und Entwicklungsstörungen des Fötus verbunden waren, wenn es in

Dosen verabreicht wurde, die das 0,6- bis 8,3fache der höchsten für Menschen empfohlenen

Dosis für eine Einzelinfusion betrugen. Zu diesen Effekten gehörten eine verlängerte Geburt, die

eine Dystokie verursachte, und Verkürzung der Knochen beim Fötus. Die Daten aus

Tierversuchen deuten darauf hin, dass die Bisphosphonataufnahme in die Knochen des Fötus

größer ist als in die Knochen der Mutter.

Eine Studie bei säugenden Ratten zeigte, dass Pamidronat in die Milch übergeht.

Mutagenität und Kanzerogenität

Die Verbindung ist nicht mutagen und scheint kein karzinogenes Potenzial zu haben.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Natriumhydroxid (zur pH-Wert-Einstellung)

Salzsäure 36 % (zur pH-Wert-Einstellung)

Wasser für Injektionszwecke

6.2

Inkompatibilitäten

Pamidronat bildet Komplexe mit zweiwertigen Kationen und darf daher nicht mit

kalziumhaltigen Lösungen zur intravenösen Anwendung gemischt werden.

Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

Lösungen von Dinatriumpamidronat sind in lipophilen Nährlösungen, z. B. Sojabohnenöl,

nicht löslich.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

In der ungeöffneten Durchstechflasche: 3 Jahre

Haltbarkeit nach Verdünnung mit 5 %iger Glucose- oder 0,9 %iger Natriumchlorid-Lösung:

eine chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Lösung wurde für 96

Stunden bei 25°C nachgewiesen.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte die gebrauchsfertige Zubereitung sofort verwendet werden.

Wird sie nicht sofort verwendet, ist der Anwender für die Dauer und die Bedingungen der

Aufbewahrung verantwortlich. Sofern die Herstellung der gebrauchsfertigen Zubereitung nicht

unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen erfolgt, ist diese nicht länger als 24

Stunden bei 2 – 8 °C aufzubewahren.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Für die Aufbewahrung des verdünnten Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Farblose Glas-Durchstechflaschen zu je 5 ml, 10 ml, 20 ml und 30 ml (Typ I, Ph.Eur.) und

Brombutyl-Stopfen (Typ I, Ph.Eur.).

Packungsgrößen:

1, 4 oder 10 Durchstechflaschen mit 5 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

1, 4 oder 10 Durchstechflaschen mit 10 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

1, 4 oder 10 Durchstechflaschen mit 20 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

1, 4 oder 10 Durchstechflaschen mit 30 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Vor der Anwendung mit 5 %iger Glucose- oder 0,9 %iger Natriumchloridlösung zur

intravenösen Infusion verdünnen.

Die Konzentration an Dinatriumpamidronat in der gebrauchsfertigen Infusionslösung soll 90

mg/250 ml nicht überschreiten.

Lösungen, die Partikel enthalten, dürfen nicht verwendet werden.

Nicht verwendete Restmengen nach der Anwendung sind zu verwerfen.

Pamidronat-GRY 3 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung ist nur zum

einmaligen Gebrauch bestimmt.

Die gebrauchsfertige Infusionslösung sollte vor Verwendung visuell geprüft werden. Nur klare

Lösungen, die frei von sichtbaren Partikeln sind, dürfen verwendet werden.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

TEVA GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

62532.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 14. Dezember 2005

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 30. März 2010

10.

STAND DER INFORMATION

Mai 2016

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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