Paclitaxel OMNICARE 6 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Paclitaxel
Verfügbar ab:
OmniCare Pharma GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
Paclitaxel
Darreichungsform:
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Zusammensetzung:
Paclitaxel 6.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
73469.00.00

Seite 1 von 10

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Paclitaxel OMNICARE 6 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Paclitaxel

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische

Fachpersonal.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann

anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische

Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Paclitaxel OMNICARE und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Paclitaxel OMNICARE beachten?

Wie ist Paclitaxel OMNICARE anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Paclitaxel OMNICARE aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Paclitaxel OMNICARE und wofür wird es angewendet?

Paclitaxel gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln gegen Krebserkrankungen, die Taxane genannt werden.

Diese Stoffe hemmen das Wachstum von Krebszellen.

Paclitaxel OMNICARE wird angewendet bei

Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom):

zur Erstbehandlung (nach vorausgegangener Operation in Kombination mit dem platinhaltigen

Arzneimittel Cisplatin).

nach erfolgloser Standardbehandlung mit platinhaltigen Arzneimitteln.

Brustkrebs (Mammakarzinom):

zur Erstbehandlung einer fortgeschrittenen Erkrankung oder einer Erkrankung, die sich auf andere

Körperteile ausgebreitet hat (metastasierende Erkrankung). Paclitaxel OMNICARE wird entweder

mit einem

Anthracyclin

(z. B. Doxorubicin) kombiniert oder mit einem Arzneimittel namens

Trastuzumab

(für Patienten, bei denen Anthracycline nicht angezeigt sind und deren Krebszellen

ein Oberflächenprotein namens HER-2 aufweisen, siehe Packungsbeilage für Trastuzumab).

als zusätzliche Behandlung nach vorausgegangener Operation, im Anschluss an eine Anthracyclin-

/Cyclophosphamid-Behandlung (AC).

zur Sekundärbehandlung für Patientinnen, die auf eine Standardbehandlung mit Anthracyclinen

nicht angesprochen haben, oder bei denen eine derartige Behandlung nicht angezeigt ist.

Fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs:

in Kombination mit Cisplatin, wenn eine Operation und/oder eine Strahlentherapie nicht angezeigt

sind.

AIDS-assoziiertem Kaposi-Sarkom:

wenn andere Behandlungen (z. B. liposomale Anthracycline) versucht worden sind, aber keinen

Erfolg hatten.

Seite 2 von 10

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Paclitaxel OMNICARE beachten?

Paclitaxel OMNICARE darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch

gegen Paclitaxel, Macrogolglycerolricinoleat (polyoxyethyliertes Rizinusöl) oder

einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn Sie zu wenig weiße Blutkörperchen haben.

Ihr Arzt wird dies anhand von Blutproben überprüfen.

wenn Sie stillen.

wenn Sie eine schwerwiegende, unkontrollierte Infektion haben und Paclitaxel OMNICARE zur

Behandlung des Kaposi-Sarkoms angewendet wird.

Wenn eine dieser Gegebenheiten auf Sie zutrifft, sprechen Sie vor Beginn der Behandlung mit Paclitaxel mit

Ihrem Arzt.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Sie Paclitaxel

OMNICARE anwenden.

Um allergische Reaktionen zu vermindern,

erhalten Sie vor der Anwendung von Paclitaxel OMNICARE

andere Arzneimittel.

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Paclitaxel OMNICARE ist erforderlich

Wenn Sie

schwerwiegende allergische Reaktionen

bemerken (z. B. Schwierigkeiten beim Atmen,

Kurzatmigkeit, Engegefühl in der Brust, Blutdruckabfall, Schwindel, Benommenheit, Hautreaktionen wie

Ausschlag oder Schwellungen).

Wenn Sie

Fieber, starken Schüttelfrost, eine Halsentzündung oder Geschwüre im Mund

haben

(Anzeichen für eine Unterdrückung des Knochenmarks).

Wenn Sie

Taubheit, Kribbeln, nadelstichartige Empfindungen, Berührungsempfindlichkeit oder

Schwäche in Armen und Beinen

verspüren (Anzeichen einer peripheren Neuropathie); eine

Verringerung der Dosis von Paclitaxel OMNICARE könnte erforderlich sein.

Wenn Sie

schwerwiegende Leberprobleme

haben; in diesem Fall wird die Anwendung von Paclitaxel

OMNICARE nicht empfohlen.

Wenn Sie

Erregungsleitungsstörungen des Herzens

haben.

Wenn Sie während oder kurz nach der Behandlung mit Paclitaxel OMNICARE

schwerwiegend oder

anhaltend an Durchfall erkranken,

der mit Fieber und Bauchschmerzen einhergeht. Ihr Darm könnte

entzündet sein (pseudomembranöse Kolitis).

Wenn bei Ihnen

zuvor eine Bestrahlung des Brustkorbs

durchgeführt wurde (weil dadurch das Risiko

für eine Lungenentzündung erhöht sein könnte).

Wenn Sie einen

entzündeten oder roten Mund

haben (Anzeichen von Mukositis) und gegen Kaposi-

Sarkom behandelt werden. Sie könnten eine niedrigere Dosis benötigen.

Es wird empfohlen, aufgrund der Möglichkeit einer Extravasation, die Infusionsstelle während der

Verabreichung sorgfältig auf eine mögliche Infiltration zu überwachen.

Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt, wenn einer dieser Umstände auf Sie zutrifft.

Paclitaxel OMNICARE muss immer in eine Vene verabreicht werden.

Die Infusion von Paclitaxel

OMNICARE in eine Arterie kann eine Entzündung der Arterien auslösen und Schmerzen, Schwellung, Rötung

und Hitzegefühl verursachen.

Kinder und Jugendliche

Paclitaxel OMNICARE wird zur Anwendung bei Kindern

(unter 18 Jahren)

nicht empfohlen.

Anwendung von Paclitaxel OMNICARE zusammen mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor

kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel

handelt. Denn möglicherweise können Paclitaxel OMNICARE oder das andere Arzneimittel dann nicht so gut

wie erwartet wirken oder das Auftreten einer Nebenwirkung kann wahrscheinlicher werden.

Seite 3 von 10

Wechselwirkung bedeutet, dass unterschiedliche Arzneimittel sich gegenseitig beeinflussen können. Sprechen

Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie Paclitaxel zur selben Zeit wie die folgenden Präparate einnehmen:

Cisplatin

(zur Behandlung von Krebserkrankungen): Paclitaxel OMNICARE muss vor

Cisplatin

angewendet werden. Eine Überprüfung der Funktion Ihrer Nieren könnte häufiger erforderlich sein.

Doxorubicin

(zur Behandlung von Krebserkrankungen): Paclitaxel OMNICARE muss 24 Stunden nach

Doxorubicin angewendet werden, um hohe Doxorubicin-Werte in Ihrem Körper zu vermeiden.

Medikamente zur Behandlung von Infektionen (d. h. Antibiotika wie Erythromycin, Rifampicin usw.;

fragen Sie Ihren Arzt, die Pflegekraft oder einen Apotheker, wenn Sie nicht sicher sind, ob es sich bei

dem Medikament, das Sie einnehmen, um ein Antibiotikum handelt), einschließlich Medikamenten zur

Behandlung von Pilzinfektionen (z. B. Ketoconazol)

Medikamente zur Stimmungsstabilisierung, die manchmal auch als Antidepressiva bezeichnet werden

(z. B. Fluoxetin)

Medikamente,

Behandlung

Krampfanfällen

(Epilepsie)

angewendet

werden

Carbamazepin, Phenytoin)

Medikamente, die zur Senkung Ihrer Blutfettwerte angewendet werden (z. B. Gemfibrozil)

Medikamente, die bei Sodbrennen oder Magengeschwüren angewendet werden (z. B. Cimetidin)

Medikamente, die zur Behandlung von HIV und AIDS angewendet werden (z. B. Ritonavir, Saquinavir,

Indinavir, Nelfinavir, Efavirenz, Nevirapin)

ein Medikament namens Clopidogrel, das zur Verhinderung von Blutgerinnseln angewendet wird.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Paclitaxel OMNICARE darf nicht angewendet werden, wenn Sie schwanger sind, außer bei ausdrücklicher

Anordnung. Dieses Arzneimittel kann zu Geburtsfehlern führen. Deswegen dürfen Sie während der Behandlung

mit Paclitaxel nicht schwanger werden und müssen während und ein halbes Jahr nach Abschluss der

Behandlung mit Paclitaxel eine wirkungsvolle Verhütungsmethode anwenden. Falls Sie während der

Behandlung bzw. innerhalb eines halben Jahres nach Abschluss der Behandlung schwanger werden, informieren

Sie unverzüglich Ihren Arzt.

Stillzeit

Paclitaxel OMNICARE darf nicht angewendet werden, wenn Sie stillen. Sie müssen das Stillen beenden,

während Sie mit Paclitaxel OMNICARE behandelt werden. Beginnen Sie nicht wieder zu stillen, bevor Ihr Arzt

Ihnen mitgeteilt hat, dass dies wieder sicher ist.

Fortpflanzungsfähigkeit

Dieses Arzneimittel kann Sterilität verursachen, die dauerhaft sein kann. Männliche Patienten sollten sich vor

der Behandlung bezüglich Kryokonservierung von Spermien beraten lassen.

Sowohl Frauen als auch Männer im fruchtbaren Alter und/oder deren Partner müssen bis mindestens 6 Monate

nach der Behandlung mit Paclitaxel OMNICARE Schwangerschaftsverhütung anwenden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Dieses Arzneimittel enthält Alkohol. Deswegen ist es nicht ratsam, direkt nach einem Therapiekurs ein

Fahrzeug zu lenken. Sie dürfen sich in keinem Fall an das Steuer eines Fahrzeugs setzen, wenn sie sich

benommen oder unsicher fühlen.

Es gibt keinen Grund für Sie, zwischen den Behandlungen mit Paclitaxel nicht am Straßenverkehr

teilzunehmen. Sie sollten jedoch daran denken, dass Paclitaxel Alkohol enthält und daher nicht direkt nach einer

Behandlung Auto fahren oder Maschinen bedienen, aufgrund möglicher Wirkungen auf das zentrale

Nervensystem. Generell sollten Sie kein Kraftfahrzeug lenken oder eine Maschine bedienen, falls Sie sich

schwindelig oder benommen fühlen.

Seite 4 von 10

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Paclitaxel OMNICARE

Paclitaxel enthält

Polyoxyl-Rizinusöl

, das schwerwiegende allergische Reaktionen hervorrufen kann. Wenn Sie

allergisch gegen Rizinusöl sind, sprechen Sie vor der Anwendung von Paclitaxel mit Ihrem Arzt.

Dieses Arzneimittel enthält 49 Vol.-%

Ethanol

(Alkohol).

Das sind bis zu 23 g pro Dosis, entsprechend etwa 600 ml Bier oder etwa 250 ml Wein pro Dosis.

Diese Menge ist für Alkoholkranke schädlich.

Dies sollte bei Hochrisiko-Patienten wie Leberkranken oder Epileptikern berücksichtigt werden.

Ein gesundheitliches Risiko besteht u. a. bei Leberkranken, Alkoholkranken, Epileptikern, Patienten mit

organischen Erkrankungen des Gehirns, Schwangeren, Stillenden und Kindern.

Die Wirkung anderer Arzneimittel kann durch den Alkohol in diesem Arzneimittel verändert werden.

3.

Wie ist Paclitaxel OMNICARE anzuwenden?

Um allergische Reaktionen zu vermindern

, erhalten Sie vor der Anwendung von Paclitaxel OMNICARE

andere Arzneimittel. Diese Arzneimittel werden Ihnen als Tabletten oder/und als Infusion in eine Vene

gegeben.

Sie werden Paclitaxel OMNICARE als Tropfinfusion

in eine Ihrer Venen erhalten (als intravenöse

Infusion), dabei läuft die Lösung durch einen Filter. Paclitaxel OMNICARE wird Ihnen von medizinischem

Fachpersonal verabreicht, welches die Infusionslösung vor der Anwendung für Sie zubereiten wird. Die

Dosis, die Sie erhalten, wird auch von den Ergebnissen Ihrer Blutuntersuchung abhängen. In Abhängigkeit

von der Art und dem Schweregrad Ihrer Krebserkrankung werden Sie Paclitaxel OMNICARE entweder

alleine oder in Kombination mit anderen Arzneimitteln gegen Krebserkrankungen erhalten.

Paclitaxel OMNICARE sollte immer über einen Zeitraum von 3 oder 24 Stunden in eine Ihrer Venen

infundiert werden. Es wird üblicherweise alle 2 oder 3 Wochen angewendet, sofern Ihr Arzt nichts anderes

entscheidet. Ihr Arzt wird Sie über die Anzahl der für Sie erforderlichen Therapiekurse informieren.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt,

Apotheker oder das medizinische Fachpersonal.

Wenn Sie eine größere Menge von Paclitaxel OMNICARE erhalten haben, als Sie sollten

Ein Gegenmittel für eine Überdosis Paclitaxel OMNICARE ist nicht bekannt. Sie werden eine Behandlung Ihrer

Symptome erhalten.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann Paclitaxel OMNICARE Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten

müssen.

Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt bei Anzeichen einer allergischen Reaktion.

Diese Anzeichen

können beinhalten:

Gesichtsrötung mit Hitzegefühl (Flush),

Hautreaktionen,

Juckreiz,

Engegefühl in der Brust,

Kurzatmigkeit oder Atembeschwerden,

Schwellungen

Dies können alles Anzeichen schwerwiegender Nebenwirkungen sein.

Seite 5 von 10

Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt

wenn Sie

Fieber

starken Schüttelfrost, eine Halsentzündung oder

Geschwüre im Mund

haben

(Anzeichen einer Knochenmarksuppression).

wenn Sie

Taubheit oder Schwäche in Armen und Beinen

verspüren (Anzeichen einer peripheren

Neuropathie).

wenn Sie an

schwerwiegendem oder anhaltendem Durchfall erkranken

, der mit Fieber und

Bauchschmerzen einhergeht.

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

Leichte allergische Reaktionen wie Gesichtsrötung, Ausschlag, Juckreiz

Infektionen: hauptsächlich Infektionen der oberen Atemwege, Harnwegsinfektionen

Halsentzündung oder Geschwüre im Mund, entzündeter und roter Mund, Durchfall, Unwohlsein (Übelkeit,

Erbrechen)

Haarausfall (die Mehrzahl der Fälle von Haarausfall trat weniger als einen Monat nach Beginn mit

Paclitaxel ein; wenn es dazu kommt, ist der Haarausfall bei der Mehrheit der Patienten ausgeprägt (über

50%)).

Muskelschmerzen, Krämpfe, Gelenkschmerzen

Fieber, starker Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Blässe, Blutungen, erhöhte Neigung

zu blauen Flecken

Taubheit, Kribbeln oder Schwäche in Armen und Beinen (dieses sind Anzeichen einer peripheren

Neuropathie)

Untersuchungen können Folgendes ergeben: Abnahme der Anzahl der Blutplättchen, der weißen oder der

roten Blutkörperchen, niedriger Blutdruck

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Vorübergehende leichte Veränderungen der Nägel und der Haut, Reaktionen an Injektionsstellen

(Schwellung, Schmerzen und Hautrötung an der Einstichstelle)

Untersuchungen können Folgendes ergeben: langsamere Herzfrequenz, starker Anstieg der Leberenzyme

(alkalische Phosphatase und AST - SGOT)

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Schock aufgrund von Infektionen (man spricht von einem „Septischen Schock“)

Herzklopfen, Herzfunktionsstörung (AV-Block, Kardiomyopathie), schneller Herzschlag, Herzinfarkt,

Atemnot

Müdigkeit, Schwitzen, Ohnmachtsanfall (Synkope), erhebliche allergische Reaktionen, Phlebitis

(Entzündung der Venen), Schwellung des Gesichts, der Lippen, des Mundes, der Zunge oder des Halses

Rückenschmerzen, Brustschmerzen, Schmerzen an Händen und Füßen, Schüttelfrost, Bauchschmerzen

Untersuchungen können Folgendes ergeben: Starker Anstieg von Bilirubin (Gelbsucht), hoher Blutdruck,

Blutgerinnsel

Selten (kann bis zu 1 von 1000 Behandelten betreffen):

Verminderung der weißen Blutkörperchen mit Fieber und erhöhtem Risiko für eine Infektion (febrile

Neutropenie)

Erkrankung der Nerven mit Schwächegefühl in den Muskeln von Armen und Beinen (motorische

Neuropathie)

Herzversagen

Kurzatmigkeit, Lungenembolie, Lungenfibrose, interstitielle Pneumonie, Atemnot, Pleuraerguss

Darmverschluss, Darmperforation, Entzündung des Darms (ischämische Kolitis), Entzündung der

Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)

Juckreiz, Hautausschlag, Hautrötung (Erythem)

Blutvergiftung (Sepsis), Bauchfellentzündung, Pneumonie

Fieber, Austrocknung, Kraftlosigkeit, Ödeme, Unwohlsein

Schwerwiegende und möglicherweise tödliche Überempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktische Reaktion)

Untersuchungen können Folgendes ergeben: Anstieg des Kreatinins im Blut, was auf eine Beeinträchtigung

der Nierenfunktion hinweist

Seite 6 von 10

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10000 Behandelten betreffen):

Unregelmäßiger schneller Herzrhythmus (Vorhofflimmern, supraventrikuläre Tachykardie)

Plötzliche Funktionsstörung der Blut bildenden Zellen (akute myeloische Leukämie, myelodysplastisches

Syndrom)

Beeinträchtigungen des Sehnervs und des Sehvermögens (Flimmerskotom)

Gehörverlust oder Reduzierung des Hörvermögens (Ototoxizität), Ohrgeräusche (Tinnitus), Drehschwindel

(Vertigo)

Husten

Blutgerinnsel in einem Blutgefäß von Bauch und Darm (Mesenterialthrombose), Entzündung des Darms,

teilweise mit anhaltendem schweren Durchfall (pseudomembranöse Kolitis, neutropenische Kolitis),

Wassersucht (Aszites), Entzündung der Speiseröhre, Verstopfung

Schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen mit Fieber, Hautrötung, Schmerzen in den Gelenken

und/oder Entzündung der Augen (Stevens-Johnson-Syndrom), örtlich begrenzte Schälung der Haut

(epidermale Nekrolyse), Rötungen mit unregelmäßigen roten (absondernden) Flecken (Erythema

multiforme), Entzündung der Haut mit Blasen und Schälung (exfoliative Dermatitis), Nesselsucht,

Nagelverlust (Patienten sollten während der Behandlung Sonnenschutz an Händen und Füßen tragen)

Appetitlosigkeit (Anorexie)

Schwerwiegende und möglicherweise tödliche Überempfindlichkeitsreaktionen mit Schock

(anaphylaktischer Schock)

Störungen der Leberfunktion (hepatische Nekrose, hepatische Enzephalopathie (es wurden jeweils Fälle

mit tödlichem Ausgang berichtet))

Verwirrtheitszustände

Grand-Mal-Anfälle, Störungen der Gehirnnerven (autonome Neuropathie; Wirkung auf unbeabsichtigte

Körperfunktionen, was zu einem Darmverschluss und niedrigem Blutdruck führen kann), Krämpfe,

Erkrankung des Gehirns (Enzephalopathie), Schwindel, Kopfschmerzen, Koordinationsstörungen (Ataxie).

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Tumorlysesyndrom (durch Abbauprodukte absterbender Krebszellen verursachte Komplikationen), dieses

kann beispielsweise Muskelschwäche aufgrund erhöhter Kaliumspiegel im Blut, akutes Nierenversagen

aufgrund erhöhter Phosphatspiegel im Blut oder Krämpfe und Bewegungsstörungen aufgrund erniedrigter

Calciumspiegel im Blut verursachen

Augenkomplikationen (Makulaödem, Lichtblitze, Fleckensehen)

Venenentzündung

Hautverhärtung (Sklerodermie)

Entzündung und Gewebeschädigung durch das Immunsystem angreifende Körperzellen (Systemischer

Lupus erythematodus, der hauptsächlich charakterisiert ist durch wiederkehrende, rote Stellen auf der Haut,

die mit Entzündungsphasen von Gelenken, Sehnen und anderen Bindegeweben und Organen einhergeht)

Blutgerinnungsstörungen (Disseminierte intravasale Gerinnung, oder „DIG“, wurde berichtet. Dies betrifft

eine ernste Erkrankung, bei der Menschen zu leicht bluten, zu leicht Blutgerinnsel bilden oder beides.)

Andere mögliche Nebenwirkungen

Macrogolglycerolricinoleat (Ph. Eur.) kann schwere allergische Reaktionen hervorrufen.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder

Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Seite 7 von 10

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische

Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte,

Abt. Pharmakovigilanz,

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3,

D-53175 Bonn,

Website: www.bfarm.de

anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit

dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Paclitaxel OMNICARE aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett der Durchstechflasche und dem Umkarton nach

„Verwendbar bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den

letzten Tag des angegebenen Monats.

Ungeöffnete Originalpackung

Nicht über 25 °C lagern.

Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Nach Anbruch der Durchstechflasche, vor Verdünnung

Unter mikrobiologischen Gesichtspunkten kann das Arzneimittel nach dem erstmaligen Öffnen bis maximal 28

Tage bei 25 °C aufbewahrt werden. Andere Lagerzeiten und -bedingungen nach Anbruch liegen in der

Verantwortung des Anwenders.

Nach Verdünnung

Die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Infusionslösung wurde bei 5 °C und bei 25 °C

für einen Zeitraum von 7 Tagen bei Verdünnung mit 5 %iger Glucoselösung und 5 %iger Glucose in Ringer-

Lösung zur Injektion nachgewiesen, sowie über 14 Tage bei Verdünnung mit 0,9 %iger Natriumchloridlösung

zur Injektion. Unter mikrobiologischen Gesichtspunkten sollte die gebrauchsfertige Lösung sofort verwendet

werden. Wenn sie nicht sofort verwendet wird, liegen die Lagerzeiten und -bedingungen bis zur Verwendung in

der Verantwortung des Anwenders und sollten normalerweise nicht länger als 24 Stunden bei 2 °C – 8 °C liegen,

wenn die Verdünnung unter kontrollierten und sterilen Bedingungen stattgefunden hat. Nach Verdünnung zur

einmaligen Verwendung.

Das Arzneimittel ist für den einmaligen Gebrauch bestimmt.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das

Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

Seite 8 von 10

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Paclitaxel OMNICARE enthält

Der Wirkstoff ist Paclitaxel.

1 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält 6 mg Paclitaxel.

Die sonstigen Bestandteile sind

Citronensäure, Macrogolglycerolricinoleat 35 (Ph. Eur.) und Ethanol absolut.

Wie Paclitaxel OMNICARE aussieht und Inhalt der Packung

Paclitaxel OMNICARE 6 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung ist eine klare, farblose bis

hellgelbe, leicht viskose Lösung in Durchstechflaschen aus Glas.

Packungsgrößen:

1 x 5 ml Durchstechflasche (30 mg/5 ml)

1 x 16,7 ml Durchstechflasche (100 mg/16,7 ml)

1 x 25 ml Durchstechflasche (150 mg/ 25 ml)

1 x 50 ml Durchstechflasche (300 mg/ 50 ml)

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

OMNICARE Pharma GmbH

Feringastrasse 7

85774 Unterföhring

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im März 2018.

Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Paclitaxel OMNICARE 6 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Handhabungshinweise

ZYTOSTATIKUM

Handhabung von Paclitaxel OMNICARE

Wie bei allen zytostatischen Mitteln muss die Handhabung von Paclitaxel OMNICARE mit besonderer Vorsicht

erfolgen. Verdünnungen sind unter aseptischen Bedingungen nur von erfahrenen Personen und in besonders

ausgewiesenen Räumen vorzunehmen. Es sind Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, um einen Kontakt mit Haut

und Schleimhaut zu verhindern. Bei Hautkontakt wurde Kribbeln, Brennen und Rötung beobachtet. Bei

Inhalation wurde über Atemnot, Brustschmerz, Brennen im Rachen und Brechreiz berichtet.

Vorsichtsmaßnahmen bei Herstellung von Paclitaxel OMNICARE Infusionslösung

Es sollten ein Schutzraum und Schutzhandschuhe verwendet und ein Schutzkittel getragen werden.

Geöffnete Packungen wie Injektionsflaschen und Infusionsbeutel sowie benutzte Kanülen, Spritzen,

Katheter, Röhrchen und Reste von Zytostatika müssen als Sondermüll angesehen werden und

unterliegen lokalen Richtlinien zur Handhabung von Gefahrstoffen.

Im Falle eines Verschüttens sind untenstehende Anweisungen zu befolgen:

– es ist Schutzkleidung zu tragen

– zerbrochenes Glas muss in einem Abfallbehälter für Gefahrstoffe gesammelt werden

– kontaminierte Oberflächen müssen mit reichlich kaltem Wasser gründlich gereinigt werden

– die gereinigten Oberflächen müssen anschließend gründlich abgetrocknet werden und das hierzu

verwendete Material muss als Gefahrstoffabfall entsorgt werden.

Seite 9 von 10

Sollte Paclitaxel OMNICARE mit der Haut in Kontakt kommen, sofort mit viel fließendem Wasser und

anschließend mit Wasser und Seife abwaschen. Im Falle eines Kontaktes mit den Schleimhäuten sofort

gründlich mit Wasser abwaschen. Wenn Sie irgendwelche Beschwerden haben, suchen Sie einen Arzt

auf.

Sollte Paclitaxel OMNICARE mit den Augen in Kontakt kommen, spülen Sie diese mit reichlich

Wasser. Suchen Sie umgehend einen Augenarzt auf.

Zubereitung der Infusionslösung

Sogenannte „geschlossene Systeme“, z. B. ein Chemo-Pin oder ähnliches, sollte zur Entnahme der Dosen aus

der Durchstechflasche nicht verwendet werden, weil der Gummistopfen beschädigt werden kann, wodurch die

Sterilität verloren geht.

Zubereitung, Lagerung und Handhabung sollten nicht mit PVC-haltiger Ausrüstung erfolgen (siehe

„Inkompatibilitäten“ weiter unten).

Vor der Infusion muss Paclitaxel unter aseptischen Bedingungen verdünnt werden.

Die folgenden Infusionslösungen können zur Verdünnung verwendet werden: 0,9 %ige Natriumchlorid-

Infusionslösung oder 5 %ige Glukose-Infusionslösung oder 5 %ige Glukose mit 0,9 %iger Natriumchlorid-

Infusionslösung, oder 5 %ige Glukose in Ringerlösung auf eine Endkonzentration von 0,3 – 1,2 mg

Paclitaxel/ml.

In seltenen Fällen wurde über Ausfällungen während der Infusion von Paclitaxel berichtet, üblicherweise gegen

Ende einer 24-stündigen Infusion. Die Ursache für diese Ausfällungen ist unklar, man geht jedoch davon aus,

dass sie mit einer Übersättigung der verdünnten Infusionslösung in Zusammenhang stehen. Um die Gefahr von

Ausfällungen zu verringern, sollte Paclitaxel so bald wie möglich nach Herstellung der verdünnten

Infusionslösung verabreicht und übermäßiges Schütteln sollte vermieden werden.

Bei der Zubereitung kann die Lösung Schlieren bilden, welche auf das Lösungsmittel im Konzentrat

zurückzuführen sind; diese sind durch Filtrieren nicht zu beseitigen. Um die Gefahr von Ausfällungen zu

verringern, sollte Paclitaxel so bald wie möglich nach Herstellung der verdünnten Infusionslösung verabreicht

werden.

Infusionstechnik

Paclitaxel OMNICARE Infusionslösung muss als intravenöse Infusion über 3 oder 24 Stunden verabreicht

werden.

Paclitaxel OMNICARE Infusionslösung sollte über einen In-Line-Filter mit einer

0,22 µm

Mikroporenmembran infundiert werden. (Im Versuch mit einem entsprechenden Infusionssystem mit In-Line-

Filter wurde kein relevanter Wirkstoffverlust festgestellt.)

Die Infusionssets sind vor Gebrauch gründlich zu spülen. Während der Infusion ist das Aussehen der Lösung

regelmäßig zu inspizieren. Die Infusion ist bei Auftreten von Niederschlag zu stoppen.

Stabilität und Lagerbedingungen

Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen. Bei Lagerung im

Kühlschrank kann sich ein Niederschlag bilden, der sich bei Zimmertemperatur durch leichtes Schütteln bzw.

von selbst löst. Die Qualität des Arzneimittels ist dadurch nicht beeinträchtigt. Wenn Schlieren bestehen bleiben

oder ein unlöslicher Niederschlag festgestellt wird, ist die Durchstechflasche zu verwerfen.

Auf dem Etikett und dem Umkarton ist ein Verfallsdatum angegeben. Das Arzneimittel darf nach dem

Verfallsdatum nicht mehr verwendet werden.

Nach Anbruch der Durchstechflasche, vor Verdünnung

Unter mikrobiologischen Gesichtspunkten kann das Arzneimittel nach dem erstmaligen Öffnen bis maximal 28

Tage bei 25 °C aufbewahrt werden. Andere Lagerzeiten und -bedingungen nach Anbruch liegen in der

Verantwortung des Anwenders.

Seite 10 von 10

Nach Verdünnung

Die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Infusionslösung wurde bei 5 °C und bei 25 °C

für einen Zeitraum von 7 Tagen bei Verdünnung mit 5 %iger Glucoselösung und 5 %iger Glucose in

Ringerlösung zur Injektion nachgewiesen, sowie über 14 Tage bei Verdünnung mit 0,9 %iger Natrium-

chloridlösung. Unter mikrobiologischen Gesichtspunkten sollte die gebrauchsfertige Lösung sofort verwendet

werden. Wenn sie nicht sofort verwendet wird, liegen die Lagerzeiten und -bedingungen bis zur Verwendung in

der Verantwortung des Anwenders und sollten normalerweise nicht länger als 24 Stunden bei 2 °C – 8 °C liegen,

wenn die Verdünnung unter kontrollierten und sterilen Bedingungen stattgefunden hat. Nach Verdünnung zur

einmaligen Verwendung.

Inkompatibilitäten

Um die Exposition des Patienten mit dem Plastifizierer DEHP (Bis(2-ethylhexyl)phthalat) zu minimieren, der

aus PVC-plastifizierten Infusionsbeuteln, Sets oder anderen medizinischen Instrumenten ausgelaugt werden

kann, sollten verdünnte Paclitaxel-Lösungen in Flaschen, die kein PVC enthalten (Glas, Polypropen), oder

Plastikbeuteln (Polypropen, Polyolefin) aufbewahrt und mittels Polyethen-Infusionsbesteck verabreicht werden.

Die Verwendung von Filtereinrichtungen (z. B. IVEX-2), die kurze innere und/oder äußere plastifizierte PVC-

Schläuche enthalten, scheinen keine signifikante DEHP-Auslaugung zu bewirken. Dieses Arzneimittel darf mit

Ausnahme der weiter oben im Abschnitt „Herstellung der Infusionslösung“ genannten Substanzen nicht mit

anderen Arzneimitteln vermischt werden.

Entsorgung

Alle Materialien, die zur Verdünnung oder Verabreichung verwendet wurden oder die auf andere Weise mit

Paclitaxel in Kontakt gekommen sind, sollten den üblichen Standards für zytostatische Wirkstoffe entsprechend

entsorgt werden.

Dieses Arzneimittel ist für den Einmalgebrauch bestimmt.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu

entsorgen.

Seite 1 von 21

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

Seite 2 von 21

Fachinformation

Paclitaxel OMNICARE 6 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Paclitaxel OMNICARE 6 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält 6 mg Paclitaxel.

Eine 5 ml Durchstechflasche enthält 30 mg Paclitaxel

Eine 16,7 ml Durchstechflasche enthält 100 mg Paclitaxel

Eine 25 ml Durchstechflasche enthält 150 mg Paclitaxel

Eine 50 ml Durchstechflasche enthält 300 mg Paclitaxel

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:

527 mg/ml Macrogolglycerolricinoleat 35 (Ph. Eur.)

385 mg/ml Ethanol absolut

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung.

Klare, farblose bis hellgelbe, leicht viskose Lösung mit einem pH-Wert von 3,3 – 4,3 und einer Osmolarität von

> 4000 mOsm/l.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Ovarialkarzinom:

In der

First-line

Chemotherapie des Ovarialkarzinoms ist Paclitaxel OMNICARE angezeigt zur Behandlung von

Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom oder einem Resttumor (> 1cm) nach vorausgegangener

Laparotomie in Kombination mit Cisplatin.

Second-line

Chemotherapie des Ovarialkarzinoms ist Paclitaxel OMNICARE indiziert für die Behandlung

des metastasierenden Ovarialkarzinoms nach Versagen einer Standardtherapie mit platinhaltigen Arzneimitteln.

Mammakarzinom:

Paclitaxel OMNICARE ist indiziert zur adjuvanten Therapie von Patientinnen mit nodal-positivem

Mammakarzinom im Anschluss an eine Anthracyclin/Cyclophosphamid-Therapie (AC). Die adjuvante Therapie

mit Paclitaxel OMNICARE sollte als Alternative zu einer verlängerten AC-Therapie gesehen werden.

Paclitaxel OMNICARE ist indiziert zur First-line-Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden

Mammakarzinoms entweder in Kombination mit Anthracyclin bei Patientinnen, für die eine Anthracyclin-

Therapie geeignet ist, oder in Kombination mit Trastuzumab bei Patientinnen mit Überexpression des HER-2

(humaner epidermaler Wachstumsfaktor-Rezeptor 2) (3+ mittels immunhistochemischer Untersuchung) und für

die eine Therapie mit Anthracyclin nicht geeignet ist (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).

Seite 3 von 21

Als Monotherapie ist Paclitaxel OMNICARE indiziert für die Behandlung des metastasierenden

Mammakarzinoms bei Patientinnen, die nicht auf eine anthracyclinhaltige Standardtherapie angesprochen haben

oder nicht dafür in Frage kommen.

Fortgeschrittenes nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom:

Paclitaxel OMNICARE in Kombination mit Cisplatin ist indiziert für die Behandlung des nicht-kleinzelligen

Bronchialkarzinoms (NSCLC) bei Patienten, für die potenziell kurative chirurgische Maßnahmen und/oder

Strahlentherapie nicht angezeigt sind.

AIDS-assoziiertes Kaposi-Sarkom:

Paclitaxel OMNICARE ist indiziert zur Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem AIDS-assoziiertem

Kaposi-Sarkom (KS), bei denen eine vorausgegangene liposomale Anthracyclin-Therapie erfolglos blieb.

Die Daten zur Wirksamkeit in dieser Indikation sind begrenzt, eine Zusammenfassung der relevanten Studien ist

im Abschnitt 5.1 enthalten.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Bei allen Patienten muss vor der Anwendung von Paclitaxel OMNICARE eine Prämedikation mit

Kortikosteroiden, Antihistaminika und H

-Rezeptorantagonisten z. B. entsprechend dem nachstehenden Schema

erfolgen.

Tabelle 1: Dosierung

Arzneimittel

Dosis

Anwendung vor Paclitaxel

OMNICARE

Dexamethason

20 mg oral* oder i.v.

Bei oraler Anwendung:

etwa 12 und 6 Stunden

oder zur intravenösen Gabe:

30 bis 60 Minuten

Diphenhydramin**

50 mg i.v.

30 bis 60 Minuten

Cimetidin

oder Ranitidin

300 mg i.v.

50 mg i.v.

30 bis 60 Minuten

8 – 20 mg bei KS-Patienten

** oder ein vergleichbares Antihistaminikum, z. B. Chlorpheniramin

Paclitaxel OMNICARE muss vor der Anwendung verdünnt werden (siehe Abschnitt 6.6) und darf nur

intravenös gegeben werden.

Paclitaxel OMNICARE sollte über einen In-Line Filter mit einer Mikroporenmembran, deren Porengröße

maximal 0,22

m betragen sollte, infundiert werden (siehe Abschnitt 6.6).

First-line Chemotherapie des Ovarialkarzinoms:

Obwohl derzeit verschiedene Dosierungsschemata in Untersuchung sind, wird eine Kombinationsbehandlung

mit Paclitaxel OMNICARE und Cisplatin empfohlen. Abhängig von der Infusionsdauer werden zwei

Dosierungsschemata empfohlen: Paclitaxel OMNICARE 175 mg/m

, intravenös angewendet über 3 Stunden,

gefolgt von Cisplatin 75 mg/m

, in Intervallen von 3 Wochen, oder Paclitaxel OMNICARE 135 mg/m

Infusion über 24 Stunden, gefolgt von Cisplatin 75 mg/m

, mit 3 Wochen Pause zwischen den Therapiekursen

(siehe Abschnitt 5.1).

Seite 4 von 21

Second-line Chemotherapie des Ovarialkarzinoms:

Die empfohlene Dosierung von Paclitaxel OMNICARE ist 175 mg/m

, angewendet als Infusion über 3 Stunden,

mit 3 Wochen Pause zwischen den Therapiekursen.

Adjuvante Chemotherapie des Mammakarzinoms:

Die empfohlene Dosierung von Paclitaxel OMNICARE ist 175 mg/m

, angewendet als Infusion über 3 Stunden

alle 3 Wochen für vier Therapiekurse im Anschluss an eine AC-Therapie.

First-line Chemotherapie des Mammakarzinoms:

Bei Kombination mit Doxorubicin (50 mg/m

) sollte Paclitaxel OMNICARE 24 Stunden nach Doxorubicin

angewendet werden. Die empfohlene Dosierung für Paclitaxel OMNICARE ist 220 mg/m

, intravenös gegeben

über 3 Stunden mit 3 Wochen Pause zwischen den Therapiekursen (siehe Abschnitte 4.5 und 5.1).

Bei Kombination mit Trastuzumab ist die empfohlene Dosierung von Paclitaxel OMNICARE 175 mg/m

intravenös angewendet über 3 Stunden, mit 3 Wochen Pause zwischen den Therapiekursen (siehe Abschnitt

5.1).

Die Paclitaxel-Infusion kann am Tag nach der ersten Trastuzumab-Dosis begonnen werden, oder unmittelbar

nach einer Folgedosis von Trastuzumab, wenn die vorhergehende Trastuzumab-Dosis gut vertragen wurde (zu

Einzelheiten der Anwendung von Trastuzumab siehe Fachinformation für Herceptin

Second-line Chemotherapie des Mammakarzinoms:

Die empfohlene Dosierung von Paclitaxel OMNICARE ist 175 mg/m

, angewendet über einen Zeitraum von

3 Stunden, mit 3 Wochen Pause zwischen den Therapiekursen.

Behandlung des fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms (NSCLC):

Die empfohlene Dosierung von Paclitaxel OMNICARE ist 175 mg/m

, angewendet über 3 Stunden, gefolgt von

Cisplatin 80 mg/m

, mit 3 Wochen Pause zwischen den Therapiekursen.

Behandlung des AIDS-assoziierten Kaposi-Sarkoms (KS):

Die empfohlene Dosierung von Paclitaxel OMNICARE ist 100 mg/m

, angewendet als eine 3-stündige

intravenöse Infusion in zweiwöchigem Abstand.

Die Folgedosierung von Paclitaxel OMNICARE sollte auf die individuelle Verträglichkeit abgestimmt werden.

Paclitaxel OMNICARE sollte erst wieder angewendet werden, wenn die Neutrophilenzahl

1.500/mm

(mindestens

1.000/mm

bei AIDS-KS-Patienten) und die Thrombozytenzahl

100.000/mm

75.000/mm

bei AIDS-KS-Patienten) beträgt. Bei Patienten, bei denen eine schwere Neutropenie (Zahl der Neutrophilen

< 500/mm

für eine Woche oder länger) oder eine schwere periphere Neuropathie auftritt, sollte bei

nachfolgenden Behandlungskursen eine Dosisreduktion um 20% (25 % bei AIDS-KS-Patienten) erfolgen (siehe

Abschnitt 4.4).

Patienten mit Leberfunktionsstörung

Die unzureichende Datenlage erlaubt keine Empfehlung für eine Dosisanpassung bei Patienten mit leichter bis

mäßiger Leberfunktionsstörung (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2). Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung

dürfen nicht mit Paclitaxel OMNICARE behandelt werden.

Kinder und Jugendliche

Paclitaxel OMNICARE wird nicht empfohlen für die Anwendung bei Kindern unter 18 Jahren aufgrund des

Fehlens von Daten zur Unbedenklichkeit und Wirksamkeit.

Art der Anwendung

Die Anwendung von Paclitaxel OMNICARE sollte nur unter Aufsicht eines qualifizierten Onkologen und in

einer Einrichtung, die auf die Anwendung von Zytostatika spezialisiert ist, erfolgen (siehe Abschnitt 6.6).

Hinweise zur Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.

Seite 5 von 21

4.3

Gegenanzeigen

Paclitaxel OMNICARE darf nicht angewendet werden

bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Macrogolglycerolricinoleat (polyoxyethylisiertes

Rizinusöl) oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile (siehe Abschnitt 4.4).

bei Patienten mit einem Ausgangswert der Neutrophilenzahl von < 1.500/mm

(< 1.000/mm

bei AIDS-

KS-Patienten)

während der Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6)

bei AIDS-KS-Patienten mit gleichzeitig auftretenden schwerwiegenden, nicht behandelten Infektionen

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Paclitaxel OMNICARE sollte unter Aufsicht eines in der Zytostatika-Therapie erfahrenen Arztes angewendet

werden.

Da es zu erheblichen Überempfindlichkeitsreaktionen kommen kann, sollte eine geeignete Ausrüstung

für die Notfallbehandlung vorhanden sein.

Es wird empfohlen, aufgrund der Möglichkeit einer Extravasation, die Infusionsstelle während der

Verabreichung sorgfältig auf eine mögliche Infiltration zu überwachen.

Patienten müssen vor der Behandlung mit Paclitaxel mit Kortikosteroiden, Antihistaminika und H

Rezeptorantagonisten vorbehandelt sein (siehe Abschnitt 4.2).

Paclitaxel OMNICARE soll, wenn in Kombination eingesetzt, vor

Cisplatin angewendet werden (siehe

Abschnitt 4.5).

Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen,

charakterisiert durch behandlungsbedürftige Dyspnoe und

Hypotonie, Angioödem und generalisierte Urtikaria, sind unter Paclitaxel OMNICARE bei < 1 % der Patienten

nach geeigneter Prämedikation aufgetreten. Diese Reaktionen sind möglicherweise

Histamin-abhängig. Im Falle von schweren Überempfindlichkeitsreaktionen ist die Paclitaxel-Infusion sofort zu

beenden, eine symptomatische Behandlung sollte eingeleitet werden und der Patient darf nicht erneut mit

Paclitaxel behandelt werden.

Knochenmarksuppression

(vorwiegend Neutropenie) ist die dosislimitierende Toxizität. Häufige

Blutbildkontrollen sollten durchgeführt werden. Die Patienten dürfen erst wieder behandelt werden, wenn die

Zahl der Neutrophilen

1.500/mm

1.000/mm

bei AIDS-KS-Patienten) und die Zahl der Thrombozyten

wieder

100.000/mm

75.000/mm

bei AIDS-KS-Patienten) erreicht haben.

In der klinischen Studie zu AIDS-KS wurde den meisten Patienten Granulozyten-koloniestimulierender-Faktor

(G-CSF) gegeben.

Schwere kardiale Erregungsüberleitungsstörungen

wurden unter Paclitaxel OMNICARE als Monotherapie

selten berichtet. Wenn Patienten während der Paclitaxel-Anwendung deutliche Überleitungsstörungen

entwickeln, sollte eine geeignete Therapie eingeleitet werden und die weitere Paclitaxel-Behandlung unter

ständigem Monitoring der Herzfunktion durchgeführt werden. Hypotonie, Hypertonie und Bradykardie wurden

während einer Paclitaxel-Anwendung beobachtet; die Patienten zeigten im Allgemeinen keine Symptome und

benötigten keine Behandlung. Insbesondere während der ersten Stunde der Paclitaxel-Infusion wird eine häufige

Kontrolle der Vitalfunktionen empfohlen. Schwere kardiovaskuläre Ereignisse wurden häufiger bei Patienten

mit NSCLC als mit Mamma- oder Ovarialkarzinom beobachtet.

In der klinischen Studie zu AIDS-KS wurde ein einziger Fall einer Herzinsuffizienz beobachtet, der mit der

Behandlung mit Paclitaxel in Zusammenhang gebracht wurde.

Wenn Paclitaxel OMNICARE in Kombination mit Doxorubicin oder Trastuzumab zur Initialtherapie des

metastasierenden Mammakarzinoms angewendet wird, sollte die Herzfunktion sorgfältig überwacht werden.

Wenn Patienten für die Behandlung mit Paclitaxel OMNICARE in diesen Kombinationen geeignet sind, sollte

zu Beginn der Therapie eine kardiologische Untersuchung einschließlich Anamnese, körperlicher Untersuchung,

EKG, Echokardiogramm und/oder Multiple Gated Acquisition (MUGA)-Scan durchgeführt werden. Die

Herzfunktion sollte während der Behandlung weiter überwacht werden (z. B. alle 3 Monate). Die sorgfältige

Überwachung kann dazu beitragen, Patienten zu identifizieren, die Herzfunktionsstörungen entwickeln. Zur

Seite 6 von 21

Bestimmung der Untersuchungshäufigkeit der ventrikulären Funktion sollten die behandelnden Ärzte sorgfältig

die kumulative Dosis (mg/m

) des angewendeten Anthracyclins bestimmen. Wenn die Untersuchung eine

Verschlechterung der Herzfunktion, auch asymptomatisch, zeigt, sollten die behandelnden Ärzte den klinischen

Nutzen einer Therapiefortsetzung gegenüber der möglichen Schädigung des Herzens, einschließlich der

Entstehung eines irreversiblen Herzschadens, sorgfältig abwägen. Wenn die Therapie fortgesetzt wird, sollte die

Herzfunktion engmaschiger (z. B. alle 1 – 2 Therapiezyklen) überwacht werden. Weitere Einzelheiten siehe

Fachinformation für Herceptin

und Doxorubicin.

Obwohl

periphere Neuropathien

häufig vorkommen, sind schwere Symptome selten. In schweren Fällen wird

empfohlen, die Dosis in allen folgenden Paclitaxel-Kursen um 20 % (25 % bei AIDS-KS-Patienten) zu

reduzieren. Bei Patienten mit NSCLC und bei Patientinnen mit Ovarialkarzinom, die Paclitaxel OMNICARE im

Rahmen der

First-line

Chemotherapie erhielten, führte die Infusion von Paclitaxel OMNICARE über drei

Stunden in Kombination mit Cisplatin zu einer höheren Inzidenz von schwerer Neurotoxizität als eine

Paclitaxel-Monotherapie oder eine Therapie mit Cyclophosphamid, gefolgt von Cisplatin.

Es sollte besonders darauf geachtet werden, eine

intraarterielle

Anwendung von Paclitaxel OMNICARE zu

vermeiden, da in Tierversuchen zur lokalen Verträglichkeit nach intraarterieller Anwendung schwere

Gewebereaktionen auftraten.

Paclitaxel OMNICARE in Kombination mit einer Bestrahlung der Lunge kann unabhängig von der zeitlichen

Reihenfolge zur Entwicklung einer

interstitiellen Pneumonitis

beitragen.

Patienten mit Leberfunktionsstörung

kann ein erhöhtes Toxizitätsrisiko bestehen, insbesondere für

Myelosuppression von Grad 3 – 4. Es gibt keine Hinweise, dass bei Patienten mit geringfügig eingeschränkter

Leberfunktion die Toxizität von Paclitaxel OMNICARE bei einer Infusion über 3 Stunden erhöht ist. Bei

langsamerer Infusion kann bei Patienten mit mäßig bis schwer eingeschränkter Leberfunktion verstärkt

Myelosuppression beobachtet werden. Diese Patienten sollten bezüglich einer sich entwickelnden

Myelosuppression sorgfältig beobachtet werden (siehe Abschnitt 4.2). Die unzureichende Datenlage erlaubt

keine Empfehlung für eine Dosisanpassung bei leichter bis mäßiger Leberfunktionsstörung (siehe Abschnitt

5.2).

Für Patienten mit einer schweren, vorbestehenden Cholestase gibt es keine Daten. Patienten mit schwerer

Leberfunktionsstörung dürfen nicht mit Paclitaxel OMNICARE behandelt werden.

Pseudomembranöse Kolitis

wurde in seltenen Fällen berichtet. Darunter waren auch Patienten, die nicht

gleichzeitig mit Antibiotika behandelt wurden. Eine solche Reaktion sollte bei der Differenzialdiagnose von

Fällen schwerer oder anhaltender Diarrhö berücksichtigt werden, die während oder kurz nach einer Paclitaxel-

Behandlung auftreten.

In vielen experimentellen Systemen hat sich Paclitaxel als teratogen, embryotoxisch und mutagen erwiesen.

Daher sollten Frauen und Männer im fortpflanzungsfähigen Alter und/oder deren Partner/Partnerinnen während

der Behandlung und bis zu 6 Monate nach der Behandlung mit Paclitaxel weiter Verhütungsmittel anwenden

(siehe Abschnitt 4.6). Eine hormonelle Kontrazeption ist bei Hormonrezeptor-positiven Malignitäten

kontraindiziert.

Bei AIDS-KS-Patienten tritt selten eine

schwere Mukositis

auf. Wenn schwere Reaktionen auftreten, sollte die

Paclitaxel-Dosis um 25 % reduziert werden.

Ethanol

Dieses Arzneimittel enthält 49 Vol.-% Alkohol.

Das sind bis zu 23 g pro Dosis, entsprechend etwa 600 ml Bier oder etwa 250 ml Wein pro Dosis.

Diese Menge ist für Alkoholkranke schädlich.

Ein gesundheitliches Risiko besteht u. a. bei Leberkranken, Alkoholkranken, Epileptikern, Patienten mit

organischen Erkrankungen des Gehirns, Schwangeren, Stillenden und Kindern.

Seite 7 von 21

Da Paclitaxel OMNICARE Ethanol enthält (385 mg/ml), sollte auf eine mögliche Beeinflussung des zentralen

Nervensystems oder andere Effekte geachtet werden.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Für die First-line Chemotherapie des Ovarialkarzinoms wird empfohlen, Paclitaxel OMNICARE vor

Cisplatin

anzuwenden. Wenn Paclitaxel OMNICARE vor Cisplatin gegeben wird, ist die Verträglichkeit mit einer

Paclitaxel-Monotherapie vergleichbar. Wird Paclitaxel OMNICARE nach Cisplatin angewendet, zeigten die

Patienten eine stärker ausgeprägte Myelosuppression und eine Abnahme der Paclitaxel-Clearance um ca. 20 %.

Patienten, die mit Paclitaxel und Cisplatin behandelt werden, können ein höheres Risiko für ein Nierenversagen

haben, als nach alleiniger Cisplatin-Behandlung von gynäkologischen Tumoren.

Da die Ausscheidung von Doxorubicin und seiner aktiven Metaboliten reduziert sein kann, wenn Paclitaxel und

Doxorubicin in kürzeren Zeitabständen angewendet werden, sollte Paclitaxel OMNICARE in der First-line

Chemotherapie des metastasierenden Mammakarzinoms 24 Stunden nach Doxorubicin angewandt werden

(siehe Abschnitt 5.2).

Der Metabolismus von Paclitaxel wird teilweise von den Cytochrom-P450-Isoenzymen CYP2C8 und CYP3A4

katalysiert. Deshalb ist bei Fehlen einer PK-Studie zur Medikamentenwechselwirkung Vorsicht geboten, wenn

Paclitaxel gleichzeitig mit Medikamenten verabreicht wird, die bekanntermaßen entweder CYP2C8 oder

CYP3A4 inhibieren (z. B. Ketoconazol und andere Imidazol-Antipilzmittel, Erythromycin, Fluoxetin,

Gemfibrozil, Clopidogrel, Cimetidin, Ritonavir, Saquinavir, Indinavir und Nelfinavir), da die Toxizität von

Paclitaxel aufgrund der stärkeren Paclitaxel-Exposition erhöht sein kann. Die gleichzeitige Verabreichung von

Paclitaxel mit Medikamenten, die bekanntermaßen CYP2C8 oder CYP3A4 induzieren (z. B. Rifampicin,

Carbamazepin, Phenytoin, Efavirenz und Nevirapin), wird nicht empfohlen, da die Wirksamkeit wegen der

schwächeren Paclitaxel-Exposition gestört sein kann.

Die Ausscheidung (Clearance) von Paclitaxel wird durch eine vorausgegangene Cimetidin-Behandlung nicht

beeinflusst.

Studien mit AIDS-KS-Patienten, die eine umfangreiche Begleitmedikation erhielten, lassen vermuten, dass die

systemische Clearance von Paclitaxel in Gegenwart von Nelfinavir und Ritonavir signifikant verringert war,

nicht aber in Gegenwart von Indinavir. Zu Wechselwirkungen mit anderen Proteaseinhibitoren liegen keine

ausreichenden Informationen vor. Folglich sollte Paclitaxel bei Patienten, die Proteaseinhibitoren als

Begleitmedikation erhalten, vorsichtig angewendet werden.

Die Wirkung anderer Arzneimittel kann durch den Alkohol in diesem Arzneimittel verändert werden.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine hinreichenden Daten für die Verwendung von Paclitaxel bei Schwangeren vor. Paclitaxel hat

sich bei Kaninchen als embryotoxisch und fetotoxisch erwiesen. Wie andere zytotoxische Arzneimittel kann

Paclitaxel

den Fetus schädigen, wenn es schwangeren Frauen verabreicht wird. Paclitaxel sollte daher während

der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn dies eindeutig erforderlich erscheint. Frauen im

gebärfähigen Alter, die Paclitaxel einnehmen, sollten unbedingt vermeiden, schwanger zu werden, und sollten

den behandelnden Arzt unverzüglich informieren, falls dies dennoch eintreten sollte.

Frauen im gebärfähigen Alter sollten während und bis zu 6 Monate nach der Behandlung mit Paclitaxel eine

zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.

Männliche Patienten, die mit Paclitaxel behandelt werden, sind angewiesen, während der Behandlung und bis zu

6 Monate nach der Behandlung kein Kind zu zeugen.

Stillzeit

Paclitaxel ist während der Stillzeit kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Es ist nicht bekannt, ob Paclitaxel in die

Muttermilch ausgeschieden wird. Tierexperimentelle Studien haben gezeigt, dass Paclitaxel in die Milch

übertritt (siehe Abschnitt 5.3). Für die Dauer der Behandlung sollte das Stillen unterbrochen werden.

Seite 8 von 21

Fertilität

Bei männlichen Ratten verursachte Paclitaxel Unfruchtbarkeit (siehe Abschnitt 5.3). Die Relevanz für den

Menschen ist nicht bekannt. Männliche Patienten sollten sich vor der Behandlung mit Paclitaxel wegen des

Risikos der Unfruchtbarkeit bezüglich Kryokonservierung von Spermien beraten lassen.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es wurde nicht gezeigt, dass Paclitaxel OMNICARE

die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen

von Maschinen beeinträchtigen kann. Es ist aber zu beachten, dass Paclitaxel OMNICARE Alkohol enthält

(siehe Abschnitte 4.4 und 6.1).

Im Straßenverkehr und bei der Bedienung von Maschinen kann aufgrund des Alkoholgehalts dieses

Arzneimittels das Reaktionsvermögen beeinträchtigt werden.

4.8

Nebenwirkungen

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die folgenden Angaben auf die Sicherheitsdaten von 812 Patienten

mit soliden Tumoren, die in klinischen Studien mit Paclitaxel als Monotherapie behandelt wurden. Da die KS

Population sehr spezifisch ist, werden die auf einer klinischen Studie mit 107 Patienten basierenden Angaben in

einem gesonderten Unterabschnitt am Ende dieses Abschnittes dargestellt.

Häufigkeit und Schweregrad der Nebenwirkungen sind, wenn nicht anders angegeben, bei Patienten, die

Paclitaxel zur Behandlung von Ovarialkarzinom, Mammakarzinom oder NSCLC erhalten, im Allgemeinen

ähnlich. Keine der beobachteten Nebenwirkungen war eindeutig vom Alter der Patienten abhängig.

Eine

schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktion

mit potenziell letalem Ausgang (definiert als

behandlungsbedürftige Hypotonie, Angioödem, Atemnot, die eine bronchodilatierende Behandlung erforderlich

macht oder generalisierte Urtikaria) trat bei zwei (< 1 %) Patienten auf. Bei 34 % der Patienten (17 % aller

Therapiekurse) traten leichte Überempfindlichkeitsreaktionen auf. Diese leichten

Überempfindlichkeitsreaktionen, hauptsächlich Flush und Hautausschlag, waren nicht behandlungsbedürftig und

erforderten kein Absetzen von Paclitaxel.

Die häufigste schwerwiegende Nebenwirkung war

Knochenmarksuppression

. Schwere Neutropenie (< 500

Zellen/mm

) ohne fiebrige Episoden trat bei 28 % der Patienten auf. Nur 1 % der Patienten hatten für ≥ 7 Tage

eine schwere Neutropenie.

Eine

Thrombozytopenie

wurde bei 11 % der Patienten berichtet. Drei Prozent der Patienten hatten mindestens

einmal während der Studie einen Thrombozytennadir < 50.000/mm

Anämie

wurde bei 64 % der Patienten

beobachtet, war aber nur bei 6 % schwer (Hb < 5 mmol/l). Die Inzidenz und die Schwere der Anämie sind

abhängig vom Hämoglobin-Ausgangswert.

Neurotoxizität

, hauptsächlich

periphere Neuropathie

, schien häufiger und in schwererer Form aufzutreten,

wenn 175 mg/m

in 3 Stunden (85 % Neurotoxizität, 15 % schwer) an Stelle von 135 mg/m

in 24 Stunden (25

% periphere Neuropathie, 3 % schwer) jeweils in Kombination mit Cisplatin angewendet wurden. Bei NSCLC-

Patienten und bei Patientinnen mit Ovarialkarzinom, die Paclitaxel über 3 Stunden gefolgt von Cisplatin

erhielten, war die Inzidenz von schwerer Neurotoxizität offensichtlich höher. Periphere Neuropathie kann schon

während des ersten Behandlungskurses auftreten und sich mit der Häufigkeit der Paclitaxel-Anwendung

verstärken. Periphere Neuropathie war bei einigen Patienten die Ursache für ein Absetzen von Paclitaxel.

Empfindungsstörungen besserten sich bzw. verschwanden im Allgemeinen innerhalb einiger Monate nach

Absetzen von Paclitaxel. Eine bereits vorbestehende Neuropathie, als Folge früherer Therapien, stellt keine

Kontraindikation für Paclitaxel dar.

Seite 9 von 21

Arthralgie oder Myalgie

traten bei 60 % der Patienten auf und waren bei 13 % der Patienten schwer.

Reaktionen an der Injektionsstelle

während der intravenösen Anwendung können zu lokalisiertem Ödem,

Schmerzen, Erythem und Verhärtung führen. Gelegentlich kann Extravasation zu einer Cellulitis führen. Eine

Hautabschuppung und/oder Hautablösung wurde berichtet, manchmal im Zusammenhang mit einer

Extravasation. Es kann auch zu einer Depigmentierung der Haut kommen. Ein Wiederauftreten von

Hautreaktionen an der Stelle einer vorhergegangenen Extravasation, wenn Paclitaxel an einer anderen Stelle

injiziert wird (ein so genannter ,,Recall‘‘), wurde selten berichtet. Eine spezifische Behandlung solcher

Reaktionen, die durch Extravasation auftreten, ist zurzeit nicht bekannt.

In einigen Fällen traten Reaktionen an der Infusionsstelle entweder während einer verlängerten Infusion oder

verzögert nach 7 bis 10 Tagen auf.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Alopezie: Alopezie wurde bei 87 % der Patienten beobachtet und trat rasch ein. Für die Mehrheit der Patienten,

bei denen Alopezie auftritt, ist ein ausgeprägter Haarausfall von ≥ 50 % zu erwarten.

Disseminierte intravasale Gerinnung (DIG),

oft in Assoziation mit Sepsis oder Multiorganversagen, wurde

berichtet.

In der folgenden Übersicht sind Nebenwirkungen gelistet, die im Zusammenhang mit einer Paclitaxel-

Monotherapie (angewendet als Infusion über 3 Stunden, im metastasierten Stadium, 812 Patienten in klinischen

Studien) beobachtet wurden oder die seit Markteinführung* berichtet wurden.

Die im Folgenden aufgeführte Häufigkeit der Nebenwirkungen ist unter Berücksichtigung der folgenden

Kriterien definiert:

Sehr häufig

1/10)

Häufig

1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich

1/1.000 bis < 1/100)

Selten

1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten

(< 1/10.000)

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.

Seite 10 von 21

Tabelle 2: Nebenwirkungen

MedDRA-System

Organklasse

Häufigkeit

Nebenwirkungen

Infektionen und parasitäre

Erkrankungen

Sehr häufig:

Gelegentlich:

Selten:

Infektionen (vor allem Infektionen der Harnwege und des

oberen Respirationstraktes), Fälle mit letalem Ausgang wurden

berichtet.

septischer Schock

Sepsis*, Peritonitis*, Pneumonie*

Erkrankungen des Blutes

und des Lymphsystems

Sehr häufig:

Selten:

Sehr selten:

Nicht bekannt:

Myelosuppression, Neutropenie, Anämie, Thrombozytopenie,

Leukopenie, Blutungen

febrile Neutropenie*

akute myeloische Leukämie*, myelodysplastisches Syndrom*

disseminierte intravasale Gerinnung*

Erkrankungen des

Immunsystems

Sehr häufig:

Gelegentlich:

Selten:

Sehr selten:

leichte Überempfindlichkeitsreaktionen (hauptsächlich Flush

und Hautausschlag)

schwerwiegende, behandlungsbedürftige

Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Hypotonie,

angioneurotisches Ödem, Atemnot, generalisierte Urtikaria,

Schüttelfrost, Rückenschmerzen, Brustschmerzen,

Tachykardie, Bauchschmerzen, Schmerzen in den

Extremitäten, Schwitzen und Hypertonie)

anaphylaktische Reaktionen*

anaphylaktischer Schock*

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Sehr selten:

Nicht bekannt:

Anorexie

Tumorlyse-Syndrom*

Psychiatrische

Erkrankungen

Sehr selten:

Verwirrtheitszustände*

Erkrankungen des

Nervensystems

Sehr häufig:

Selten:

Sehr selten:

Neurotoxizität (hauptsächlich: periphere Neuropathie)

motorische Neuropathie (mit daraus resultierender, wenig

ausgeprägter Schwäche in den distalen Extremitäten)*

Grand-Mal-Anfälle*,

autonome Neuropathie (mit der Folge

eines paralytischen Ileus und orthostatischer Hypotonie)*,

Enzephalopathie*, Konvulsionen*, Schwindel*, Ataxie*,

Kopfschmerzen*

Seite 11 von 21

Augenerkrankungen

Sehr selten:

Nicht bekannt:

Störungen am Sehnerv und/oder Sehstörungen

(Flimmerskotomata)*, vor allem bei Patienten, die höhere als

die empfohlenen Dosierungen erhielten

Makulaödem

*

, Photopsie

*

, Glaskörpertrübungen

*

Erkrankungen des Ohrs

und des Labyrinths

Sehr selten:

Hörverlust*, Ototoxizität*, Tinnitus*, Vertigo

Herzerkrankungen

Häufig:

Gelegentlich:

Selten:

Sehr selten:

Bradykardie

Myokardinfarkt, AV-Block und Synkope, Kardiomyopathie,

asymptomatische ventrikuläre Tachykardie, Tachykardie mit

Bigeminie

Herzversagen

Vorhofflimmern*, supraventrikuläre Tachykardie*

Gefässerkrankungen

Sehr häufig:

Gelegentlich

Sehr selten:

Nicht bekannt:

Hypotonie

Thrombose, Hypertonie, Thrombophlebitis

Schock*

Phlebitis

Erkrankungen der

Atemwege, des

Brustraums und

Mediastinums

Selten:

Sehr selten:

Ateminsuffizienz*, Lungenembolie*, Lungenfibrose*,

interstitielle Pneumonie*, Dyspnoe*, Pleuraerguss*

Husten*

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig:

Selten:

Sehr selten:

Diarrhö, Erbrechen, Übelkeit, Mukositis

Ileus*, Darmperforation*, ischämische Kolitis*, Pankreatitis*

Thrombose im Mesenterium*, pseudomembranöse Kolitis*,

neutropenische Kolitis*, Aszites*, Oesophagitis*,

Obstipation*

Leber- und

Gallenerkrankungen

Sehr selten:

hepatische Nekrose*, hepatische Enzephalopathie* (jeweils

Fälle mit letalem Ausgang berichtet)

Erkrankungen der Haut

und des

Unterhautzellgewebes

Sehr häufig:

Häufig:

Selten:

Sehr selten:

Nicht bekannt

Alopezie

vorübergehende und wenig ausgeprägte Veränderungen an

Nägeln und Haut

Pruritus*, Hautausschlag*, Erythem*

Stevens-Johnson-Syndrom*, epidermale Nekrolyse*,

Erythema multiforme*, exfoliative Dermatitis*, Urtikaria*,

Onycholyse* (Patienten sollten während der Behandlung

Sonnenschutz an Händen und Füßen tragen)

Sklerodermie*

Seite 12 von 21

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Sehr häufig:

Nicht bekannt:

Arthralgie, Myalgie

Systemischer Lupus erythematodes

*

Allgemeine Erkrankungen

und Beschwerden am

Verabreichungsort

Häufig:

Selten:

Reaktionen an der Injektionsstelle (einschließlich lokalisiertem

Ödem, Schmerzen, Erythem, Induration, gelegentlich kann

Extravasation zu Cellulitis, Hautfibrose und Hautnekrose

führen)

Pyrexie*, Dehydratation*, Asthenie*, Ödeme*, Unwohlsein*

Untersuchungen

Häufig:

Gelegentlich:

Selten:

starke Erhöhung der AST (SGOT), starke Erhöhung der

alkalischen Phosphatase

starke Erhöhung des Bilirubins

Anstieg des Kreatinin-Spiegels im Blut*

* seit Markteinführung berichtet

Mammakarzinom-Patientinnen, die Paclitaxel zur adjuvanten Chemotherapie im Anschluss an eine AC-Therapie

erhielten, zeigten häufiger neurosensorische Toxizität, Überempfindlichkeitsreaktionen, Arthralgie/Myalgie,

Anämie, Infektionen, Fieber, Übelkeit/Erbrechen und Durchfall als Patientinnen, die nur eine AC-Therapie

erhielten. Die Häufigkeit dieser Ereignisse war jedoch in Übereinstimmung mit der oben berichteten

Anwendung von Paclitaxel als Monotherapie.

Kombinationsbehandlung

Die folgenden Angaben beziehen sich

auf zwei große klinische Studien zur First-line

Chemotherapie des Ovarialkarzinoms (Paclitaxel + Cisplatin:

mehr als 1.050 Patientinnen),

auf zwei Phase III Studien zur First-line Therapie des metastasierenden Mammakarzinoms: in der einen

wurde die Kombination mit Doxorubicin (Paclitaxel + Doxorubicin: 267 Patienten), in der anderen die

Kombination mit Trastuzumab (eine geplante Subgruppenanalyse Paclitaxel + Trastuzumab: 188

Patientinnen) untersucht und

auf zwei Phase III Studien zur Behandlung des fortgeschrittenen NSCLC (Paclitaxel + Cisplatin: mehr als

360 Patienten) (siehe Abschnitt 5.1).

In der First-line Chemotherapie des Ovarialkarzinoms traten bei Patientinnen, die mit Paclitaxel als Infusion

über 3 Stunden gefolgt von Cisplatin behandelt wurden, Neurotoxizität, Arthralgie/Myalgie und

Überempfindlichkeitsreaktionen häufiger und in schwererer Form auf als bei Patientinnen, die mit

Cyclophosphamid gefolgt von Cisplatin behandelt wurden. Myelosuppression schien bei Anwendung von

Paclitaxel über 3 Stunden gefolgt von Cisplatin weniger häufig und weniger schwerwiegend zu sein als bei

Anwendung von Cyclophosphamid gefolgt von Cisplatin.

In der First-line Chemotherapie des metastasierenden Mammakarzinoms traten Neutropenie, Anämie, periphere

Neuropathie, Arthralgie/Myalgie, Asthenie, Fieber und Diarrhö nach Paclitaxel-Therapie (220 mg/m

als 3-

stündige Infusion 24 Stunden nach Doxorubicin 50 mg/m

) häufiger und schwerwiegender auf als nach Standard

FAC-Therapie (5-FU 500 mg/m

, Doxorubicin 50 mg/m

, Cyclophosphamid 500 mg/m

). Übelkeit und

Erbrechen schienen mit dem Paclitaxel (220 mg/m

)/Doxorubicin (50 mg/m

)-Dosierungsschema weniger

häufig und mit geringerem Schweregrad als mit dem Standard FAC-Schema aufzutreten. Der Einsatz von

Kortikosteroiden kann zur geringeren Häufigkeit und Schwere von Übelkeit und Erbrechen in der

Paclitaxel/Doxorubicin-Gruppe beigetragen haben.

Wenn Paclitaxel als 3-stündige Infusion in Kombination mit Trastuzumab zur First-line Therapie des

metastasierenden Mammakarzinoms angewendet wurde, wurden die folgenden Ereignisse häufiger berichtet als

unter Paclitaxel-Monotherapie (unabhängig von einem Zusammenhang mit Paclitaxel oder Trastuzumab):

Herzinsuffizienz (8 % vs. 1 %), Infektion (46 % vs. 27 %), Schüttelfrost (42 % vs. 4 %), Fieber (47 % vs. 23 %),

Seite 13 von 21

Husten (42 % vs. 22 %), Hautausschlag (39 % vs. 18 %), Arthralgie (37 % vs. 21 %), Tachykardie (12 % vs.

4 % ), Diarrhö (45 % vs. 30 %), Hypertonie (11 % vs. 3 %), Nasenbluten (18 % vs. 4 %), Akne (11 % vs. 3 %),

Herpes simplex (12 % vs. 3 %), unbeabsichtigte Verletzungen (13 % vs. 3 %), Schlaflosigkeit (25 % vs. 13 %),

Rhinitis (22 % vs. 5 %), Sinusitis (21 % vs. 7 %) und Reaktionen an der Injektionsstelle (7 % vs. 1 %).

Einige dieser Unterschiede könnten auf eine höhere Anzahl und längere Dauer von Therapiekursen mit der

Paclitaxel/Trastuzumab-Kombination gegenüber der Paclitaxel-Monotherapie zurückzuführen sein. Schwere

Nebenwirkungen wurden für Paclitaxel/Trastuzumab und Paclitaxel-Monotherapie ähnlich häufig berichtet.

Bei Anwendung von Doxorubicin in Kombination mit Paclitaxel bei metastasiertem Mammakarzinom wurde

eine

Anomalie der Herzkontraktion

20 % Verringerung der links-ventrikulären Ejektions-Fraktion) bei 15 %

der Patienten gegenüber 10 % beim Standard FAC-Dosierungsschema beobachtet.

Herzinsuffizienz

wurde bei

< 1 % sowohl im Paclitaxel/Doxorubicin- als auch im Standard FAC-Arm beobachtet. Wenn Trastuzumab in

Kombination mit Paclitaxel bei Patientinnen, die zuvor mit Anthracyclinen behandelt wurden, angewandt

wurde, erhöhte sich die Häufigkeit und Schwere einer

Herzfunktionsstörung

im Vergleich zur Paclitaxel-

Monotherapie (NYHA-Klasse I/II 10 % vs. 0 %; NYHA-Klasse III/IV 2 % vs. 1 %) und wurde selten mit

Todesfällen in Verbindung gebracht (siehe Fachinformation für Trastuzumab). Außer in diesen seltenen Fällen

sprachen alle Patienten auf eine geeignete medizinische Behandlung an.

Bei Patienten, die gleichzeitig eine Strahlentherapie erhalten hatten, wurde über

Strahlen-Pneumonitis

berichtet.

AIDS-assoziiertes Kaposi-Sarkom

Mit Ausnahme von hämatologischen und hepatischen Nebenwirkungen (siehe unten) waren die Häufigkeit und

der Schweregrad der Nebenwirkungen im Allgemeinen bei KS-Patienten und Patienten, die eine Paclitaxel-

Monotherapie gegen andere solide Tumore erhielten, ähnlich (basierend auf einer klinischen Studie mit 107

Patienten).

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems:

Knochenmarksuppression war die häufigste dosislimitierende Toxizität. Neutropenie ist die wichtigste

hämatologische Toxizität. Während des ersten Behandlungszyklus kam es bei 20 % der Patienten zu einer

schweren Neutropenie (< 500 Zellen/mm

). Über den gesamten Behandlungszeitraum wurde bei 39 % der

Patienten eine schwere Neutropenie beobachtet. Bei 41 % der Patienten dauerte die Neutropenie

>

7 Tage und

bei 8 % der Patienten zwischen 30 – 35 Tagen an. Bei allen nachbeobachteten Patienten klang die Neutropenie

innerhalb von 35 Tagen ab. Die Inzidenz einer mindestens 7 Tage dauernden Grad 4-Neutropenie betrug 22 %.

Neutropenisches Fieber in Zusammenhang mit Paclitaxel trat bei 14 % der Patienten und 1,3 % der

Behandlungszyklen auf. Während der Paclitaxel-Anwendung kam es in Zusammenhang mit dem Arzneimittel

zu 3 septischen Zwischenfällen (2,8 %) mit tödlichem Ausgang.

Thrombozytopenie wurde bei 50 % der Patienten beobachtet, bei 9 % in schwerer Form (< 50.000 Zellen/mm

Nur bei 14 % der Patienten kam es im Verlauf der Behandlung mindestens einmal zu einem Abfall der

Blutplättchenzahl unter 75.000 Zellen/mm

. Von Blutungen im Zusammenhang mit Paclitaxel wurde bei < 3 %

der Patienten berichtet, hämorrhagische Zwischenfälle traten jedoch lokalisiert auf.

Anämie (Hb < 11 g/dl) wurde bei 61 % der Patienten beobachtet, bei 10 % in schwerer Form (Hb < 8 g/dl). Bei

21 % der Patienten war eine Erythrozyten-Transfusion erforderlich.

Leber- und Gallenerkrankungen:

Unter den Patienten (

>

50 % der Patienten erhielten Proteaseinhibitoren) mit normalen Ausgangswerten der

Leberfunktion wurden bei 28 % eine Erhöhung der Bilirubinwerte, bei 43 % eine Erhöhung der alkalischen

Phosphatase und bei 44 % eine Erhöhung der AST (SGOT)-Werte beobachtet. Bei jedem dieser Parameter

waren die Werte in 1 % der Fälle stark erhöht.

Macrogolglycerolricinoleat (Ph. Eur.) kann schwere allergische Reaktionen hervorrufen.

Seite 14 von 21

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht

eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte,

Abt. Pharmakovigilanz,

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3,

D-53175 Bonn,

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Es gibt kein bekanntes Antidot gegen eine Paclitaxel-Überdosierung. Im Fall einer Überdosierung sollte der

Patient engmaschig überwacht werden. Die Behandlung sollte auf die primär erwarteten Toxizitäten

wie Knochenmarksuppression, periphere Neurotoxizität und Mukositis ausgerichtet werden.

Kinder und Jugendliche:

Bei Kindern und Jugendlichen kann eine Überdosierung mit einer akuten Ethanol-Vergiftung einhergehen.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Mittel (Taxane)

ATC-Code: L01C D01

Wirkmechanismus

Paclitaxel ist ein antimikrotubulärer Wirkstoff, der die Zusammenlagerung der Mikrotubuli aus den

Tubulindimeren fördert und die Mikrotubuli stabilisiert, indem er ihre Depolymerisation hemmt. Diese

Stabilisierung führt zu einer Hemmung der normalen dynamischen Reorganisation des mikrotubulären

Netzwerkes, das für die vitale Interphase und die mitotischen Zellfunktionen wesentlich ist. Zudem induziert

Paclitaxel eine abnormale Anordnung oder Bündelstruktur der Mikrotubuli während des Zellzyklus und erzeugt

multiple Astern während der Mitose.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Ovarialkarzinom

In der First-line Chemotherapie des Ovarialkarzinoms wurden die Sicherheit und Wirksamkeit von Paclitaxel in

zwei großen kontrollierten, randomisierten klinischen Studien untersucht (vs. Cyclophosphamid 750 mg/m

Cisplatin 75 mg/m

). In der Intergroup-Studie (BMS CA139-209) erhielten über 650 Patientinnen mit primärem

Ovarialkarzinom des Stadiums II

, III oder IV entweder bis zu 9 Behandlungskurse mit Paclitaxel (175 mg/m

über 3 Stunden) gefolgt von Cisplatin (75 mg/m

) oder die Vergleichsmedikation. In der zweiten großen

klinischen Studie (GOG-111/BMS CA 139-022) wurden maximal 6 Behandlungskurse entweder mit Paclitaxel

(135 mg/m

über 24 Stunden) gefolgt von Cisplatin (75 mg/m

) oder mit Vergleichsmedikation bei über 400

Patientinnen mit primärem Ovarialkarzinom Stadium III/IV und einem Resttumor > 1 cm nach

vorausgegangener Laparotomie oder mit Fernmetastasen bewertet. Zwar wurden die beiden unterschiedlichen

Paclitaxel-Dosierungen nicht direkt miteinander verglichen, jedoch hatten in beiden Studien die Patientinnen,

die mit Paclitaxel in Kombination mit Cisplatin behandelt wurden, eine signifikant höhere Response-Rate sowie

eine signifikante Verlängerung der progressionsfreien Zeit und der Überlebenszeit im Vergleich zur

Standardtherapie. Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom, die Paclitaxel als Infusion über 3

Stunden gefolgt von Cisplatin erhielten, zeigten im Vergleich zu Patientinnen, die mit

Seite 15 von 21

Cyclophosphamid/Cisplatin behandelt wurden, eine erhöhte Neurotoxizität sowie Arthralgie/Myalgie, jedoch

eine verringerte Myelosuppression.

Mammakarzinom

Zur adjuvanten Behandlung des Mammakarzinoms wurden 3.121 Patientinnen mit nodal-positivem

Mammakarzinom im Anschluss an vier Therapiekurse mit Doxorubicin und Cyclophosphamid mit adjuvanter

Paclitaxel-Therapie oder ohne weitere Chemotherapie behandelt (CALGB 9344, BMS CA139-223). Die

mediane Nachbeobachtungszeit betrug 69 Monate. Insgesamt hatten Paclitaxel-Patientinnen ein signifikant um

18 % verringertes Risiko für ein Rezidiv der Erkrankung (p= 0,0014) und ein signifikant um 19 % verringertes

Sterberisiko (p= 0,0044) als Patientinnen, die nur eine AC-Therapie erhielten. Retrospektive Analysen belegen

den Nutzen für alle Patientensubgruppen. Bei Patientinnen mit Tumoren mit negativem oder unbekanntem

Hormon-Rezeptor-Status betrug die Risiko-Reduktion für ein Rezidiv der Erkrankung 28 % (95 % CI: 0,59 –

0,86). In der Patientensubgruppe mit Hormon-Rezeptor-positiven Tumoren betrug die Reduktion des Risikos für

ein Rezidiv der Erkrankung 9 % (95 % CI: 0,78 – 1,07). Die Studie war jedoch nicht angelegt, einen Effekt einer

über 4 Zyklen hinaus verlängerten AC-Therapie zu untersuchen. Auf der Basis dieser Studie allein kann nicht

ausgeschlossen werden, dass die beobachteten Effekte zum Teil auf einem Unterschied der Dauer der

Chemotherapie zwischen den beiden Studienarmen beruhen (AC 4 Zyklen, AC + Paclitaxel 8 Zyklen). Die

adjuvante Therapie mit Paclitaxel sollte daher als Alternative zu einer verlängerten AC-Therapie angesehen

werden.

In einer zweiten großen klinischen Studie zur adjuvanten Behandlung des nodal-positiven Mammakarzinoms

mit vergleichbarem Design wurden 3.060 Patientinnen randomisiert, die entweder eine höhere Paclitaxel-Dosis

(225 mg/m

) oder keine zusätzliche Therapie im Anschluss an vier AC-Zyklen erhielten (NSABP B-28, BMS

CA139-270). Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 64 Monaten hatten die mit Paclitaxel behandelten

Patientinnen ein signifikant um 17 % verringertes Risiko für ein Rezidiv der Erkrankung (p = 0,006) als

Patientinnen, die nur nach dem AC-Schema behandelt wurden. Die Paclitaxel-Behandlung war mit einem um

7 % verringerten Sterberisiko verbunden (95 % CI: 0,78 – 1,12). Alle Subgruppenanalysen zeigten einen Vorteil

für den Paclitaxel-Arm. In dieser Studie betrug die Reduktion des Risikos für ein Rezidiv der Erkrankung bei

Patientinnen mit Hormon-Rezeptor-positiven Tumoren 23 % (95 % CI: 0,6 – 0,92), in der Subgruppe mit

Patientinnen mit Tumoren mit negativen Hormon-Rezeptor-Status 10 % (95 % CI: 0,7 – 1,11).

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Paclitaxel in der First-line-Behandlung des metastasierenden

Mammakarzinoms wurden in zwei randomisierten und kontrollierten, unverblindeten Pivotalstudien der Phase

III untersucht.

In der ersten Studie (BMS CA139-278) wurde die Kombination von Doxorubicin (50 mg/m

als Bolus) nach

24 Stunden gefolgt von Paclitaxel (220 mg/m

Infusion über 3 Stunden) (AT-Schema) verglichen mit dem

Standard FAC-Dosierungsschema (5-FU 500 mg/m

, Doxorubicin 50 mg/m

, Cyclophosphamid

500 mg/m

), beide angewendet alle drei Wochen über acht Therapiekurse. In dieser randomisierten Studie

waren 267 Patientinnen mit metastasierendem Mammakarzinom eingeschlossen, die entweder keine

vorherige Chemotherapie oder nur eine anthracyclin-freie adjuvante Chemotherapie erhalten hatten. Die

Ergebnisse zeigten einen signifikanten Unterschied in der Zeit bis zur Progression zwischen nach dem AT-

Schema und nach dem FAC-Schema behandelten Patientinnen (8,2 vs. 6,2 Monate; p= 0,029). Die mediane

Überlebenszeit zeigte einen Vorteil von Paclitaxel/Doxorubicin im Vergleich zu FAC (23,0 vs. 18,3

Monate; p= 0,004). Im AT-Arm erhielten 44 % der Patientinnen Second-line Chemotherapie, im FAC-Arm

48 %, davon erhielten 7 % (AT-Arm) bzw. 50 % (FAC-Arm) auch Taxane. Die Gesamtansprechrate war im

AT-Arm auch signifikant höher als im FAC-Arm (68 % vs. 55 %). Komplettes Ansprechen wurde bei 19 %

der Patientinnen im Paclitaxel/Doxorubicin-Arm gegenüber 8 % der Patientinnen im FAC-Arm beobachtet.

Alle Ergebnisse zur Wirksamkeit wurden durch eine verblindete unabhängige Überprüfung bestätigt.

Seite 16 von 21

In der zweiten Pivotalstudie wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von Paclitaxel in Kombination mit

Herceptin in einer geplanten Subgruppenanalyse der Studie HO648g (Patientinnen mit metastasierendem

Mammakarzinom, die adjuvant mit Anthracyclinen vorbehandelt waren) bestimmt. Die Wirksamkeit von

Herceptin in Kombination mit Paclitaxel bei Patientinnen, die nicht mit Anthracyclinen adjuvant

vorbehandelt worden waren, wurde nicht nachgewiesen.

Die Kombination von Trastuzumab (4 mg/kg Loading-Dose, danach 2 mg/kg wöchentlich) und Paclitaxel

(175 mg/m

, 3-stündige Infusion alle 3 Wochen) wurde bei 188 Patientinnen mit metastasiertem

Mammakarzinom, die HER-2 überexprimierten (2+ oder 3+; immunhistochemisch gemessen) und mit

Anthracyclinen vorbehandelt waren, mit einer Paclitaxel-Monotherapie (175 mg/m

, 3-stündige Infusion alle

3 Wochen) verglichen. Paclitaxel wurde alle 3 Wochen über mindestens 6 Therapiekurse angewendet,

Trastuzumab wöchentlich bis zur Progression der Erkrankung. Die Studie zeigte einen signifikanten Nutzen

der Paclitaxel/Trastuzumab-Kombination im Vergleich zur Paclitaxel-Monotherapie bezüglich der

progressionsfreien Zeit (6,9 vs. 3,0 Monate), der Ansprechrate (41 % vs. 17 %) und der Dauer des

Ansprechens (10,5 vs. 4,5 Monate).

Die bedeutsamste unter der Paclitaxel/Trastuzumab-Kombination beobachtete Toxizität war eine

Herzfunktionsstörung (siehe Abschnitt 4.8).

Fortgeschrittenes nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom

In der Behandlung des fortgeschrittenen NSCLC wurde die Kombination von Paclitaxel 175 mg/m

gefolgt von

Cisplatin 80 mg/m

in zwei Phase-III-Studien untersucht (367 Patienten erhielten Paclitaxel-haltige Regime).

Beide Studien waren randomisiert, eine Studie verglich mit einer Behandlung mit Cisplatin 100 mg/m

, die

andere Studie verwendete Teniposid 100 mg/m

gefolgt von Cisplatin 80 mg/m

als Vergleich (367 Patienten

erhielten die Vergleichsmedikation). Die Ergebnisse der beiden Studien waren ähnlich. Bezüglich des primären

Endpunktes Mortalität bestand kein signifikanter Unterschied zwischen Paclitaxel-haltigem Regime und der

Vergleichsmedikation (mittlere Überlebenszeit 8,1 und 9,5 Monate unter Paclitaxel-haltigem Regime, 8,6 und

9,9 Monate unter Vergleichsmedikation). Bezüglich der progressionsfreien Überlebenszeit bestand ebenfalls

kein signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsregimen. Die klinische Ansprechrate war unter den

Paclitaxel-haltigen Regimen signifikant besser. Die Ergebnisse zur Lebensqualität weisen auf einen Vorteil

Paclitaxel-haltiger Regime hinsichtlich Appetitlosigkeit hin. Darüber hinaus zeigen Paclitaxel-haltige Regime

eine deutliche Unterlegenheit hinsichtlich peripherer Neuropathie (p < 0,008).

AIDS-assoziiertes Kaposi-Sarkom

Die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von Paclitaxel in der Behandlung des AIDS-assoziierten KS wurde in

einer nicht-vergleichenden Studie bei Patienten mit fortgeschrittenem KS untersucht, die zuvor eine systemische

Chemotherapie erhalten hatten. Primärer Endpunkt war das optimale Ansprechen des Tumors auf die

Behandlung. 63 von 107 Probanden wurden als resistent gegenüber liposomalen Anthracyclinen eingestuft.

Diese Untergruppe galt als die Kerngruppe bezüglich der Wirksamkeit der Therapie.

Die Gesamt-Erfolgsquote (vollständiges oder teilweises Ansprechen) bei den gegenüber liposomalen

Anthracyclinen resistenten Patienten lag nach 15 Behandlungszyklen bei 57 % (CI 44 – 70 %). Bei mehr als 50

% wurde ein Ansprechen nach den ersten 3 Behandlungszyklen beobachtet. In der Gruppe der gegenüber

liposomalen Anthracyclinen resistenten Patienten war die Ansprechrate bei Patienten, die nie einen

Proteasehemmer erhalten hatten (55,6 %), vergleichbar zu der Ansprechrate bei Patienten, die vor der

Behandlung mit Paclitaxel mindestens 2 Monate einen Proteasehemmer erhalten hatten (60,9 %). Die mediane

Zeit bis zur Progression betrug in der Kerngruppe 468 Tage (95 %, CI 257-NE). Die mediane Überlebenszeit

konnte nicht berechnet werden, aber die untere 95 % Grenze lag in der Kerngruppe bei 617 Tagen.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Nach intravenöser Anwendung zeigt Paclitaxel eine biphasische Abnahme der Plasmakonzentration.

Die Pharmakokinetik von Paclitaxel wurde nach Anwendung einer Dosis von 135 mg/m

und 175 mg/m

über 3

und 24 Stunden Infusionsdauer bestimmt. Die durchschnittliche terminale Eliminationshalbwertszeit wird

zwischen 3,0 und 52,7 Stunden geschätzt. Die mittlere Gesamtkörper-Clearance, nicht Kompartiment-bezogen,

liegt im Bereich von 11,6 bis 24,0 l/h/m

und scheint mit der Höhe der Plasmakonzentration von Paclitaxel

abzunehmen. Das durchschnittliche Steady-State-Verteilungsvolumen beträgt zwischen 198 und 688 l/m

, ein

Hinweis auf eine hohe extravaskuläre Verteilung und/oder Gewebebindung. Bei einer Infusionszeit von 3

Seite 17 von 21

Stunden kommt es bei steigenden Dosen zu einer nichtlinearen Pharmakokinetik. Bei Erhöhung der Dosis um

30 % von 135 mg/m

auf 175 mg/m

erhöhen sich die Werte für C

und AUC

→∞

um 75 % bzw. 81 %.

Nach der intravenösen Anwendung einer Dosis von 100 mg/m

als 3-stündige Infusion an 19 Patienten mit KS,

betrug die mittlere C

1.530 ng/ml (Bereich 761 bis 2.860 ng/ml) und die mittlere AUC 5.619 ng x h/ml

(Bereich 2.609 bis 9.428 ng x h/ml).

Die Clearance betrug 20,6 l/h/m

(Bereich 11 bis 38 l/h/m

) und das Verteilungsvolumen 291 l/m

(Bereich 121

bis 638 l/m

). Die mittlere terminale Eliminationshalbwertszeit betrug 23,7 Stunden (Bereich 12 bis 33 Stunden).

Es zeigte sich eine minimale Variabilität der systemischen Exposition von Paclitaxel beim gleichen Patienten.

Es gab keine Hinweise auf eine Akkumulation von Paclitaxel bei wiederholten Therapiekursen.

In-vitro-

Studien zur Bindung von Paclitaxel an menschliches Serumeiweiß zeigen, dass 89 – 98 % des

Arzneimittels gebunden sind. Cimetidin, Ranitidin, Dexamethason und Diphenhydramin hatten keinen Einfluss

auf die Eiweißbindung von Paclitaxel.

Die Verteilung von Paclitaxel im menschlichen Organismus ist nicht voll aufgeklärt. Die durchschnittliche

kumulative Wiederfindung von nicht metabolisiertem Arzneistoff im Harn betrug zwischen 1,3 und 12,6 % der

angewendeten Dosis, ein Hinweis auf eine beträchtliche nicht-renale Ausscheidung. Verstoffwechselung in der

Leber und Ausscheidung mit der Galle sind möglicherweise die Hauptmechanismen für den Metabolismus von

Paclitaxel. Paclitaxel scheint vorrangig über Cytochrom P450-Enzyme metabolisiert zu werden. Nach

Anwendung von radioaktiv markiertem Paclitaxel wurden im Durchschnitt jeweils 26 %, 2 % und 6 % der

Radioaktivität über die Faeces als 6α-Hydroxypaclitaxel, 3’-p-Hydroxypaclitaxel und 6α-3’-p-

Dihydroxypaclitaxel ausgeschieden. Die Bildung dieser hydroxylierten Metaboliten wird jeweils durch

CYP2C8, -3A4 bzw. beide, -2C8 und -3A4, katalysiert. Die Auswirkung einer renalen oder hepatischen

Dysfunktion auf die Verstoffwechselung von Paclitaxel nach einer Infusion über 3 Stunden wurde formal nicht

untersucht. Pharmakokinetische Parameter, die von einem Patienten gewonnen wurden, der sich einer

Hämodialyse unterzog und gleichzeitig Paclitaxel als Infusion über 3 Stunden (135 mg/m

) erhielt, waren im

gleichen Bereich wie die von Patienten, die unter keiner Dialysebehandlung standen.

In klinischen Studien, bei denen Paclitaxel und Doxorubicin gleichzeitig angewendet wurden, war die

Verteilung und Elimination von Doxorubicin und seinen Metaboliten verzögert. Die Gesamtplasmaexposition

von Doxorubicin war um 30 % höher, wenn Paclitaxel unmittelbar nach Doxorubicin angewendet wurde, als

wenn ein Zeitraum von 24 Stunden zwischen der Anwendung beider Arzneimittel lag.

Bei Anwendung von Paclitaxel in Kombination mit anderen Therapien sind den Fachinformationen für

Cisplatin, Doxorubicin oder Trastuzumab weitere Informationen über die Anwendung dieser Arzneimittel zu

entnehmen.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Untersuchungen zum karzinogenen Potenzial von Paclitaxel liegen nicht vor. Jedoch zählt Paclitaxel aufgrund

seines pharmakodynamischen Wirkmechanismus zu den potenziell karzinogenen und genotoxischen

Wirkstoffen. Paclitaxel erwies sich im Rahmen von

in-vitro-

in-vivo-

Untersuchungen an

Säugetierzellsystemen als mutagen.

Paclitaxel zeigte sowohl embryotoxische als auch fetotoxische Eigenschaften bei Kaninchen und reduzierte die

Fertilität bei Ratten.

Bei niedrigen Dosierungen wurde eine nachteilige Wirkung auf die männlichen Reproduktionsorgane

beobachtet, eine Beeinträchtigung der männlichen und weiblichen Fertilität ergab sich bei toxischen Dosen. Bei

Verabreichung toxischer Dosen an weibliche Ratten und Kaninchen verwiesen intrauterine Mortalität, verstärkte

intrauterine Absorption und vermehrtes Absterben der Feten auf Embryo- und Fetotoxizität. Bei Dosierungen

unter einer maternalen Toxizität wurden beim Kaninchen teratogene Effekte festgestellt. Bei laktierenden Ratten

trat Paclitaxel in begrenztem Umfang in die Muttermilch über. Paclitaxel zeigte sich nicht als mutagen, führte

jedoch

in vitro

in vivo

zu Chromosomenaberrationen. Das kanzerogene Potential von Paclitaxel ist nicht

Seite 18 von 21

untersucht worden. Nach wiederholter Dosisapplikation manifestierten sich verzögerte neurotoxische Effekte bei

histopathologischen Untersuchungen ohne oder mit nur geringen Hinweisen auf Erholung.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Citronensäure

Macrogolglycerolricinoleat 35 (Ph. Eur.)

Ethanol absolut

6.2

Inkompatibilitäten

Macrogolglycerolricinoleat kann zu einer Freisetzung von Bis(2-ethylhexyl)phthalat (DEHP) aus Behältern, die

mit Polyvinylchlorid (PVC) plastifiziert sind, führen. Die freigesetzte Menge steigt mit Einwirkungsdauer und

mit der Konzentration. Daher sollte die Herstellung, Aufbewahrung und die Verabreichung von verdünnten

Paclitaxel-Lösungen mittels Behältnissen bzw. mit medizinischen Geräten, die kein PVC enthalten, erfolgen.

Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt

werden.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Ungeöffnete Durchstechflasche

3 Jahre.

Nach Anbruch der Durchstechflasche, vor Verdünnung

Unter mikrobiologischen Gesichtspunkten kann das Arzneimittel nach dem erstmaligen Öffnen bis maximal 28

Tage bei 25 °C aufbewahrt werden. Andere Lagerzeiten und -bedingungen nach Anbruch liegen in der

Verantwortung des Anwenders.

Nach Verdünnung

Die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Infusionslösung wurde bei 5 °C und bei 25 °C

für einen Zeitraum von 7 Tagen bei Verdünnung mit 5 %iger Glucoselösung und 5 %iger Glucose in

Ringerlösung zur Injektion nachgewiesen, sowie über 14 Tage bei Verdünnung mit 0,9 %iger Natrium-

chloridlösung zur Injektion. Unter mikrobiologischen Gesichtspunkten sollte die gebrauchsfertige Lösung sofort

verwendet werden. Wenn sie nicht sofort verwendet wird, liegen die Lagerzeiten und -bedingungen bis zur

Verwendung in der Verantwortung des Anwenders und sollten normalerweise nicht länger als 24 Stunden bei

2 °C – 8 °C liegen, wenn die Verdünnung unter kontrollierten und sterilen Bedingungen stattgefunden hat. Nach

Verdünnung zur einmaligen Verwendung.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Nicht über 25 °C lagern.

Aufbewahrungsbedingungen nach Anbruch der Durchstechflasche, sowie nach Verdünnung des Arzneimittels,

siehe Abschnitt 6.3.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Durchstechflasche aus Glas (Typ I) mit Bromobutyl-Gummiverschluss und Metallkappe (Aluminium) mit

Polypropylenscheibe.

Die Durchstechflaschen werden mit oder ohne Schutzhülle verpackt.

Seite 19 von 21

Packungsgrößen:

1 x 5 ml Durchstechflasche (30 mg/5 ml)

1 x 16,7 ml Durchstechflasche (100 mg/16,7 ml)

1 x 25 ml Durchstechflasche (150 mg/25 ml)

1 x 50 ml Durchstechflasche (300 mg/50 ml)

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

und sonstige Hinweise zur Handhabung

Handhabung

Wie bei allen antineoplastischen Mitteln muss die Handhabung von Paclitaxel OMNICARE mit besonderer

Vorsicht erfolgen. Verdünnungen sind unter aseptischen Bedingungen nur von erfahrenen Personen und in

besonders ausgewiesenen Räumen vorzunehmen. Geeignete Schutzhandschuhe sind zu verwenden. Es sind

Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, um einen Kontakt mit Haut und Schleimhaut zu verhindern. Im Falle eines

Kontakts mit der Haut, muss dieser Bereich mit Seife und Wasser gesäubert werden.

Bei Hautkontakt wurde Kribbeln, Brennen und Rötung beobachtet. Im Falle eines Kontakts mit Schleimhäuten,

muss eine sorgfältige Spülung mit Wasser erfolgen. Bei Inhalation wurde über Dyspnoe, Brustschmerz, Brennen

im Rachen und Brechreiz berichtet.

Werden ungeöffnete Durchstechflaschen gekühlt, kann sich eine Ausfällung bilden, die sich bei

Raumtemperatur durch leichtes oder bereits ohne Schütteln wieder auflöst. Die Qualität des Produktes wird

dadurch nicht beeinträchtigt. Bleibt die Lösung trübe oder wird ein nicht löslicher Niederschlag bemerkt, sollte

die Flasche verworfen werden.

Nach mehrfachen Einstichen mit der Injektionsnadel und Entnahme des Produktes bleiben die

Durchstechflaschen für bis zu 28 Tage bei 25 °C mikrobiologisch, chemisch und physikalisch stabil. Andere

Lagerzeiten und -bedingungen liegen in der Verantwortung des Anwenders.

Herstellung der Infusionslösung

Sogenannte „geschlossene Systeme“, z. B. ein Chemo-Pin oder ähnliche Instrumente sollen zur Entnahme der

Dosis aus der Durchstechflasche nicht verwendet werden, da der Gummistopfen beschädigt und die Sterilität

somit nicht mehr gewährleistet sein kann.

Vor der Infusion muss Paclitaxel OMNICARE unter aseptischen Bedingungen verdünnt werden. Die folgenden

Infusionslösungen können zur Verdünnung verwendet werden: 0,9 %ige Natriumchlorid-Infusionslösung oder

5 %ige Glucose-Infusionslösung oder 5 %ige Glucose mit 0,9 %iger Natriumchlorid-Infusionslösung oder

5 %ige Glucose in Ringerlösung auf eine Endkonzentration von 0,3 – 1,2 mg Paclitaxel/ml.

Die chemische und physikalische „in-use“ Stabilität der gebrauchsfertigen Infusionslösung wurde bei 5 °C und

bei 25 °C für einen Zeitraum von 7 Tagen bei Verdünnung mit 5 %iger Glucoselösung und 5 %iger Glucose in

Ringer-Lösung zur Injektion nachgewiesen, sowie über 14 Tage bei Verdünnung mit 0,9 %iger

Natriumchloridlösung zur Injektion. Unter mikrobiologischen Gesichtspunkten sollte die gebrauchsfertige

Lösung sofort verwendet werden. Wenn sie nicht sofort verwendet wird, liegen die Lagerzeiten und -

bedingungen bis zur Verwendung in der Verantwortung des Anwenders und sollten normalerweise nicht länger

als 24 Stunden bei 2 °C – 8 °C liegen, wenn die Verdünnung unter kontrollierten und sterilen Bedingungen

stattgefunden hat. Nach Verdünnung zur einmaligen Verwendung.

Bei der Zubereitung kann die Lösung Schlieren bilden, welche auf das Lösungsmittel im Konzentrat

zurückzuführen sind; diese sind durch Filtrieren nicht zu beseitigen. Um die Gefahr von Ausfällungen zu

verringern, sollte Paclitaxel so bald wie möglich nach Herstellung der verdünnten Infusionslösung verabreicht

werden. Paclitaxel sollte über einen In-Line-Filter mit einer

0,22 µm Mikroporenmembran infundiert werden.

Nach einer simulierten Verwendung der Lösung durch IV-Schläuche mit In-Line-Filter zeigte sich kein

signifikanter Wirkungsverlust.

In seltenen Fällen wurde über Ausfällungen während der Infusion von Paclitaxel berichtet, üblicherweise gegen

Ende einer 24-stündigen Infusion. Die Ursache für diese Ausfällungen ist unklar, sie steht aber wahrscheinlich

Seite 20 von 21

mit einer Übersättigung der verdünnten Infusionslösung in Zusammenhang. Um die Gefahr von Ausfällungen zu

verringern, sollte Paclitaxel so bald wie möglich nach Herstellung der verdünnten Infusionslösung verabreicht

werden. Übermäßige Bewegungen, Vibrationen oder Schütteln sollte vermieden werden. Die Infusionssets sind

vor Gebrauch gründlich zu spülen. Während der Infusion ist das Aussehen der Lösung regelmäßig zu

inspizieren. Die Infusion ist bei Auftreten von Niederschlag zu stoppen.

Um Patienten in möglichst geringem Ausmaß DEHP auszusetzen, das aus PVC-Infusionsbeuteln, -sets oder

anderen medizinischen Instrumenten herausgelöst werden kann, dürfen verdünnte Lösungen von Paclitaxel nur

in Flaschen (Glas, Polypropylen) oder in Plastikbehältnissen (Polypropylen, Polyolefin) aufbewahrt werden, die

kein PVC enthalten oder aus PVC bestehen. Die Verabreichung soll mittels Infusionssets mit

Polyethylenauskleidung erfolgen. Filtervorrichtungen (z. B. Ivex-2

), die einen kurzen Einlass- bzw. Auslass-

Teil aus PVC haben, führten zu keiner deutlichen Freisetzung von DEHP (siehe Abschnitt 6.2).

Vorsichtsmaßnahmen bei Herstellung von Paclitaxel OMNICARE Infusionslösung

Es sollten ein Schutzraum und Schutzhandschuhe verwendet und ein Schutzkittel getragen werden. Wenn

kein Schutzraum vorhanden ist, sind Mundschutz und Schutzbrille zu tragen.

Schwangere Frauen oder Frauen, die schwanger werden könnten, dürfen nicht mit diesem Produkt

umgehen.

Geöffnete Packungen wie Injektionsflaschen und Infusionsbeutel sowie benutzte Kanülen, Spritzen.

Katheter, Röhrchen und Reste von Zytostatika müssen als Sondermüll angesehen werden und unterliegen

lokalen Richtlinien zur Handhabung von Gefahrstoffen.

Im Falle eines Verschüttens sind untenstehende Anweisungen zu befolgen:

es ist Schutzkleidung zu tragen

zerbrochenes Glas muss in einem Abfallbehälter für Gefahrstoffe gesammelt werden

kontaminierte Oberflächen müssen mit reichlich kaltem Wasser gründlich gereinigt werden

die gereinigten Oberflächen müssen anschließend gründlich abgetrocknet werden und das hierzu

verwendete Material muss als Gefahrstoffabfall entsorgt werden.

Sollte Paclitaxel OMNICARE mit der Haut in Kontakt kommen, sofort mit viel fließendem Wasser und

anschließend mit Wasser und Seife abwaschen. Im Falle eines Kontaktes mit den Schleimhäuten sofort

gründlich mit Wasser abwaschen. Wenn Sie irgendwelche Beschwerden haben, suchen Sie einen Arzt auf.

Sollte Paclitaxel OMNICARE mit den Augen in Kontakt kommen, spülen Sie diese mit reichlich Wasser.

Suchen Sie umgehend einen Augenarzt auf.

Entsorgung

Alle Materialien, die zur Verdünnung oder Verabreichung verwendet wurden oder die auf andere Weise mit

Paclitaxel in Kontakt gekommen sind, müssen den üblichen Standards für zytostatische Wirkstoffe entsprechend

entsorgt werden. Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen

Anforderungen zu beseitigen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

OMNICARE Pharma GmbH

Feringastrasse 7

85774 Unterföhring

8.

ZULASSUNGSNUMMER

73469.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 30. April 2010

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 03. Dezember 2014

Seite 21 von 21

10.

STAND DER INFORMATION

03.2018

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten des Bundesinstituts für

Arzneimittel und Medizinprodukte Website www.bfarm.de verfügbar.

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Teilen Sie diese Informationen