Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Paclitaxel
Verfügbar ab:
HAEMATO PHARM GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
Paclitaxel
Darreichungsform:
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Zusammensetzung:
Paclitaxel 6.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
81176.00.00

Gebrauchsinformation: Information für den Anwender

Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Wirkstoff: Paclitaxel

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Ihnen dieses Arzneimittel verabreicht

wird, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals

lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder

das medizinische Fachpersonal.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker

oder das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml beachten?

Wie ist Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml und wofür wird es angewendet?

Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml ist ein Zytostatikum (Arzneimittel zur Behandlung von Krebserkrankungen).

Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml hemmt das Wachstum von Krebszellen, was schließlich zu deren

Vernichtung führt. Es kann die Teilung und das Wachstum der Krebszellen hemmen.

Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml wird zur Behandlung verschiedener Krebsarten angewendet, d.h.:

Eierstockkrebs (fortgeschritten, mit Metastasen (Verschleppung der Erkrankung an eine andere Stelle

im Körper) oder einem Resttumor (> 1 cm) nach operativer Öffnung der Bauchdecke);

Brustkrebs (Behandlung von frühem Brustkrebs nach der chirurgischen Entfernung des Primärtumors,

fortgeschritten und mit Metastasen (Verschleppung der Erkrankung an eine andere Stelle im Körper);

nicht-kleinzelliger Lungenkrebs (fortgeschritten);

Hautkrebs (Kaposi Sarkom) in Verbindung mit AIDS.

Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml kann allein oder in Kombination mit Cisplatin oder mit anderen

Arzneimitteln aus der Gruppe der Anthracycline (z.B. Doxorubicin) oder mit Trastuzumab angewendet

werden.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml beachten?

Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml darf nicht angewendet werden,

- 1 -

wenn Sie allergisch gegen Paclitaxel oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile

dieses Arzneimittels, insbesondere Macrogolglycerolricinoleat (35 Poly(oxyethylen)-Rizinusöl) sind;

wenn Sie schwanger sind oder stillen;

wenn Ihre Leberfunktion stark eingeschränkt ist;

wenn die Anzahl Ihrer weißen Blutkörperchen zu niedrig ist;

wenn bei Ihnen schwere unkontrollierte Infektionen vorliegen (nur wenn Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/

ml zur Behandlung des Kaposi Sarkoms angewendet wird).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml ist erforderlich, wenn

Sie Blutkrankheiten haben. Ihr Arzt wird Ihr Blut vor jeder Behandlung mit Paclitaxel-HAEMATO

6 mg/ml untersuchen;

Sie während der Behandlung mit Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml Herzprobleme bekommen. Ihr Arzt

sollte Ihre Herzfunktion vor dem Beginn der nächsten Behandlung mit Paclitaxel-HAEMATO

6 mg/ml untersuchen;

Sie merkliche allergische Reaktionen beobachten (z.B. Kurzatmigkeit, niedriger Blutdruck,

Anschwellen des Gesichts oder Hautausschlag);

Sie mit Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml und Doxorubicin oder Trastuzumab gleichzeitig behandelt

werden; Ihre Herzfunktion sollte vor und während der Behandlung untersucht werden;

Sie Fieber, starken Schüttelfrost, eine Halsentzündung oder Geschwüre im Mund haben (Anzeichen

einer Knochenmarksuppression).

Sie anhaltende Taubheit oder Kribbeln oder Schmerzen in den Händen oder Füßen wahrnehmen oder

wahrgenommen haben (periphere Neuropathie); eine Verminderung der Dosis von Paclitaxel-

HAEMATO 6 mg/ml kann erforderlich sein;

Sie während oder kurz nach der Behandlung mit Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml Durchfall

bekommen; Ihr Darm kann entzündet sein (pseudomembranöse Kolitis). Ihr Arzt sollte Kenntnis von

diesem Risiko haben;

Ihre Lungen gleichzeitig bestrahlt werden. Sie können eine Lungenentzündung entwickeln

(interstitielle Pneumonitis);

Sie an einer Entzündung der Schleimhaut leiden (Mukositis); eine Verminderung der Dosis von

Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml kann erforderlich sein.

Männliche und weibliche Patienten im fortpflanzungsfähigen Alter/oder ihre Partner sollten über mindestens

6 Monate nach der Behandlung mit Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml Verhütungsmittel verwenden.

Um allergische Reaktionen zu vermindern, erhalten Sie vor der Anwendung von Paclitaxel-HAEMATO 6

mg/ml andere Arzneimittel.

Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml muss immer in eine Vene infundiert werden. Die Infusion von

HAEMATO-paxel 6 mg/ml in eine Arterie kann eine Entzündung der Arterien auslösen und Schmerzen,

Schwellung, Rötung und Hitzegefühl verursachen.

Kinder und Jugendliche

Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml wird zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen (unter 18 Jahren) nicht

empfohlen.

Anwendung von Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich

andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

- 2 -

Wechselwirkung bedeutet, dass verschiedene Arzneimittel sich gegenseitig beeinflussen können.

Wechselwirkungen können auftreten, wenn Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml zusammen angewendet wird mit

einem der folgenden Arzneimittel:

Erythromycin (gegen bakterielle Infektionen), Fluoxetin (gegen Depressionen) oder Gemfibrozil (zur

Senkung von Cholesterin). Eine Verminderung der Dosis von Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml kann

erforderlich sein.

Rifampicin (gegen bakterielle Infektionen), Carbamazepin, Phenytoin oder Phenobarbital (gegen

Epilepsie), Efavirenz oder Nevirapin (gegen Infektionen). Eine Erhöhung der Dosis von Paclitaxel-

HAEMATO 6 mg/ml kann erforderlich sein.

Einige Arzneimittel gegen HIV und AIDS, so genannte Proteasehemmer. Wenn Sie gleichzeitig mit

Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml und diesen Arzneimitteln behandelt werden, kann eine

Dosisanpassung von Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml erforderlich sein.

Cisplatin (zur Behandlung von Krebs); Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml sollte vor Cisplatin gegeben

werden. Es kann sein, dass Ihre Nierenfunktion häufiger kontrolliert werden muss.

Doxorubicin (zur Behandlung von Krebs); um hohe Konzentrationen von Doxorubicin in Ihrem

Körper zu vermeiden, sollte Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml erst 24 Stunden nach der Verabreichung

von Doxorubicin gegeben werden.

Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebärfähigkeit

Während der Schwangerschaft und Stillzeit darf das Medikament nicht angewendet werden.

Wie andere zytotoxische Medikamente kann auch Paclitaxel bei Schwangeren Schäden am Ungeborenen

verursachen. Während und bis zu mindestens sechs Monate nach der Therapie sollten daher Verhütungsmittel

angewendet werden.

Informieren Sie Ihren Arzt sofort, wenn Sie schwanger werden.

Während der Behandlung muss abgestillt werden.

Paclitaxel kann erbgutschädigend wirken. Männern, die mit Paclitaxel behandelt wurden, wird daher

empfohlen, während der Behandlung und 6 Monaten danach kein Kind zu zeugen und sich vor

Therapiebeginn wegen der Möglichkeit einer irreversiblen Unfruchtbarkeit durch die Therapie mit Paclitaxel

über eine Spermakonservierung beraten zu lassen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es liegt kein Grund dafür vor, warum Sie zwischen den Behandlungen mit Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml

nicht imstande sein sollten, Auto zu fahren oder Maschinen zu bedienen.

Dieses Arzneimittel enthält Alkohol (siehe Abschnitt 6). Es wird empfohlen direkt nach einem

Behandlungskurs nicht Auto zu fahren oder Maschinen zu bedienen. Im Straßenverkehr und bei der

Bedienung von Maschinen kann das Reaktionsvermögen beeinträchtigt werden.

Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml enthält 49,7 Vol.-% Alkohol. Das sind bei einer Dosis von 50 ml bis zu

26 g Alkohol, entsprechend 520 ml Bier oder 210 ml Wein. Ein gesundheitliches Risiko besteht u. a. bei

Leberkranken, Alkoholkranken, Epileptikern, Patienten mit organischen Erkrankungen des Gehirns,

Schwangeren, Stillenden und Kindern.

Die Wirkung anderer Arzneimittel kann durch den Alkohol in diesem Arzneimittel verändert werden.

Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml enthält Macrogolglycerolricinoleat (35 Poly(oxyethylen)-Rizinusöl), das

allergische Reaktionen mit niedrigem Blutdruck, Schock, Atemnot und Hautrötungen mit Hitzegefühl

verursachen kann.

- 3 -

3.

Wie ist Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml anzuwenden?

Dosierung

Ihr Arzt wird über Ihre Dosis entscheiden, die von Ihrer Körpergröße und Ihrem Körpergewicht abhängt.

Bevor Ihnen Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml verabreicht wird, werden Sie Arzneimittel gegen mögliche

allergische Reaktionen bekommen. Diese Arzneimittel können als Tablette oder als Infusion in eine Vene

oder in beiden Formen gegeben werden.

Die Dosis, die Sie bekommen, wird auch von den Ergebnissen Ihrer Blutuntersuchungen abhängen.

Abhängig von der Art und der Schwere Ihrer Krebserkrankung, werden Sie Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml

allein oder in Kombination mit anderen Krebsmitteln erhalten.

Ihr Arzt wird Sie über die Anzahl der Behandlungen mit Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml, die Sie benötigen,

informieren.

Art der Anwendung

Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml wird als Infusion in eine Vene über einen Zeitraum von 3 oder 24 Stunden

gegeben. Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml wird im Allgemeinen alle 2 oder 3 Wochen verabreicht, es sei

denn, Ihr Arzt entscheidet anders.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt,

Apotheker oder das medizinische Fachpersonal.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt bei Anzeichen einer allergischen Reaktion. Diese Anzeichen können

beinhalten:

Gesichtsrötung,

Hautreaktionen,

Juckreiz,

Engegefühl in der Brust,

Kurzatmigkeit oder Atemprobleme,

Schwellungen.

Dieses können alles Anzeichen schwerwiegender Nebenwirkungen sein.

Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt

wenn Sie Fieber, starken Schüttelfrost, eine Halsentzündung oder Geschwüre im Mund haben

(Anzeichen einer Knochenmarksuppression).

wenn Sie Taubheit oder Schwäche in Armen und Beinen verspüren (Anzeichen einer peripheren

Neuropathie).

wenn Sie schwerwiegend oder anhaltend an Durchfall erkranken, der mit Fieber und Bauchschmerzen

einhergeht.

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Haarausfall und eine verminderte Zahl von Blutzellen. Nach dem

Abschluss der Behandlung sollte Ihr Haar wieder wachsen und sollten Ihre Blutwerte sich wieder

normalisieren.

- 4 -

Sehr häufig (treten bei mehr als 1 von 10 Behandelten auf):

Infektionen (hauptsächlich der Harnwege und des oberen Atemwege:

Nasenschleimhautentzündung, die mit verstopfter Nase, Niesen und Sekretabsonderung [Rhinitis],

Halsentzündung [Pharyngitis] einschließlich Herpes Simplex sowie Pilzinfektionen im Mund

einhergehen kann). Über Fälle mit tödlichem Ausgang wurde berichtet.

Veränderung des Blutgehaltes durch Unterdrückung der Knochenmarksfunktion

(Myelosuppression), verminderte Zahl von Blutplättchen (Thrombozytopenie), die zu blauen

Flecken und erhöhter Blutungsneigung führen kann, verminderte Zahl von weißen Blutkörperchen

(Leukopenie, Neutropenie), begleitet mit einer erhöhten Infektionsanfälligkeit, Blutarmut,

Blutungen.

Leichte Überempfindlichkeitsreaktionen (hauptsächlich Rötungen im Gesicht und Hautausschlag).

Andauernde Gefühllosigkeit, Kribbeln oder Schmerzen in Händen oder Füßen (periphere

Neuropathie)

Schläfrigkeit (Somnolenz)

Missempfindungen (Parästhesien)

Erniedrigter Blutdruck

Haarausfall.

Muskel- und Gelenkschmerzen.

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schleimhautentzündung (Mukositis), Verstopfung,

Schleimhautentzündung im Mund (Stomatitis), Bauchschmerzen.

Schwäche, Schmerzen, ungewöhnliche Flüssigkeitsansammlung an Händen, Füßen und Gesicht

(Ödeme).

Häufig (treten bei weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten auf):

Grippeähnliches Syndrom

Blutstörungen (verminderte Anzahl an weißen Blutkörperchen), begleitet von Fieber und einer

erhöhten Infektionsanfälligkeit (fieberhafte Neutropenie).

Depressionen

schwere Formen von Neuropathie mit andauernder Gefühllosigkeit, Kribbeln oder Schmerzen in

Händen oder Füßen

Schwindel

Nervosität

Schlaflosigkeit

abnormes Denken

Bewegungsstörungen (Hypokinesie)

anormaler Gang

verminderter Tastsinn (Hypästhesie)

Geschmacksveränderungen

Kopfschmerzen

Ohrgeräusche (Tinnitus).

Langsamer Herzschlag (Bradykardie), beschleunigter Herzschlag (Tachykardie), Palpitation,

Bewusstlosigkeit

Erweiterte Blutgefäße und dadurch bedingte Hautrötung (Flush)

Kurzatmigkeit, Nasenbluten.

Vorübergehende Hautveränderungen, trockene Haut, Hautentzündungen mit Blasenbildung und

Abblättern, Juckreiz, Hautausschlag, Akne, vorübergehende und leichte Nagelveränderungen.

Knochenschmerzen, Wadenkrämpfe, Muskelschwäche, Rückenschmerzen.

Beschwerden beim Wasserlassen (Dysurie)

Schwache Reaktionen an der Injektionsstelle (Hautschwellungen, Schmerzen, Rötung,

Gewebeverhärtungen, Absterben von Hautgewebe), allgemeines Unwohlsein, Brustschmerz,

Schüttelfrost, Fieber.

Erhöhte Leberenzymspiegel, die auf eine Beeinträchtigung der Leberfunktion hinweisen.

- 5 -

Gelegentlich (treten bei weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1.000 Behandelten auf)

Schwere Infektion, durch Bakterien im Blut hervorgerufener schwerwiegender Blutdruckabfall, der

begleitet ist von Blässe, Unruhe, schnellem Herzschlag und feuchter Haut (septischer Schock).

Schwere Anämie

Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen (Angioödeme), die eine Behandlung erfordern (Senkung

des Blutdrucks, Abschwellen der Zunge oder Lippen, Maßnahmen gegen Atemnot oder

generalisierten Hautausschlag, Schüttelfrost, Rückenschmerzen, Schmerzen in der Brust, schnellen

Herzschlag, Bauchschmerzen, Schmerzen in den Händen und Füßen, Schwitzen und

Bluthochdruck).

Abnahme der Körperflüssigkeit (Dehydrierung), Gewichtsverlust, Gewichtszunahme

Trockenes Auge, Schwachsichtigkeit (Amblyopie), Gesichtsfeldstörungen

Myokardinfarkt, unzureichende Pumpfunktion des Herzens (Herzinsuffizienz),

Herzmuskelerkrankung (Kardiomyopathie), Herzrhythmusstörungen (schneller Herzschlag:

asymptomatische ventrikuläre Tachykardie, Tachykardie mit Bigeminie), Störung der

Erregungsleitung im Herzen (AV-Block), manchmal mit Bewusstseinsverlust, EKG-

Veränderungen.

Bluthochdruck, Thrombose, Venenentzündung mit Gefäßverschluss, häufig als eine schmerzhafte,

geschwollene Ader mit roter Hautfärbung.

Trockener Mund, Mundläsionen, Teerstuhl oder Blut im Stuhl (Melaena), Verdauungsstörungen.

Verfärbung von Nagel und Nagelbett.

Untersuchungen können erhöhte Bilirubinspiegel (einem gelben Abbauprodukt in der

Gallenflüssigkeit) im Blut zeigen (Gelbsucht)

Selten (treten bei weniger als 1 von 1.000, aber mehr als 1 von 10.000 Behandelten auf):

Lungenentzündung (Pneumonie), schwere generalisierte und möglicherweise lebensbedrohliche

Überempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktische Reaktionen), Bauchfellentzündung (Peritonitis).

Erkrankung der Nerven, die die Bewegungsfähigkeit betrifft, die zu einer Muskelschwäche in den

Armen und Beinen führt (motorische Neuropathie).

Pleuraerguss, Lungenentzündung (interstitielle Pneumonie), Lungenfibrose, Verschluss der

Atemwege (Lungenembolie), Atembeschwerden

Hautrötung.

Erhöhte Kreatinin-Spiegel im Blut, die auf eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion hinweisen.

Sehr selten (treten bei weniger als 1 von 10.000 Behandelten auf)

Plötzlich auftretende Erkrankung der blutbildenden Zellen des Knochenmarks (akute myeloische

Leukämie, myelodysplastisches Syndrom).

Schwere generalisierte und möglicherweise lebensbedrohliche Überempfindlichkeitsreaktionen mit

Schock.

Appetitlosigkeit (Anorexie).

Verwirrtheit.

Schädigung bestimmter Nerven (autonome Neuropathie), die zu einer Lähmung der

Darmmuskulatur (paralytischer Ileus) führen kann, plötzlicher Blutdruckabfall, manchmal mit

Schwindel, der z. B. bei schnellem Aufstehen aus einer sitzenden oder liegenden Position

(orthostatische Hypotonie) auftritt. (Epileptische) Anfälle (Grand mal Epilepsie),

Hirnerkrankungen, die sich durch z. B. Zuckungen und Bewusstseinstrübungen (Enzephalopathie),

Koordinationsstörungen (Ataxie) äußern.

Erkrankungen am Sehnerv und/oder Sehstörungen (Flimmerskotomata).

Schädigung des Gehörs (Ototoxizität), Hörverlust

Schwindel (Vertigo)

Unregelmäßige schnelle Herzschlagfolge (Vorhofflimmern).

Schock

Husten.

Erhöhter Blutdruck in der Lunge

- 6 -

Magenschmerzen, die z. B. durch Verstopfung oder ein Loch in der Darmwand (intestinale

Obstruktion/Perforation) hervorgerufen werden können, Dickdarmentzündung mit möglicherweise

schweren anhaltenden Durchfällen (ischämische Kolitis, neutropenische Kolitis,

pseudomembranöse Kolitis, nekrotisierende Kolitis), Bauchspeicheldrüsenentzündung

(Pankreatitis), Bauchfellentzündung (Peritonitis), Gefäßverschluss in der Bauchschleimhaut

(Thrombose im Mesenterium), Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis), Flüssigkeitsansammlung im

Bauchraum (Aszites).

Leberfunktionsstörungen (Gewebezerstörung der Leber [Lebernekrose], hepatische

Enzephalopathie) mit Fällen von tödlichem Ausgang.

Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen mit Fieber, roten Hautflecken, Gelenkschmerzen

und/oder Augenentzündung (Stevens-Johnson-Syndrom), örtliches Absterben der Haut (epidermale

Nekrolyse), Hautausschlag mit roten (feuchten) unregelmäßigen Pickeln (Erythema multiforme),

Hautentzündung mit Blasen oder Abschälung der Haut (exfoliative Dermatitis), Nesselausschlag,

stark juckender Hautausschlag und Beulenbildung (Urtikaria), Nagelablösung (Patienten sollten

während der Behandlung Sonnenschutz an Händen und Füßen tragen), Entzündung des Haarbalgs

(Follikulitis), exzessive Kollagenablagerung in der Haut (Sklerodermie).

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Tumorlysesyndrom (durch Abbauprodukte absterbender Krebszellen verursachte Komplikationen)

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische

Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

5.

Wie ist Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

In der Originalpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und dem Umkarton nach „verwendbar bis“

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker wie das

Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml enthält

Der Wirkstoff ist: Paclitaxel. 1 ml Konzentrat enthält 6 mg Paclitaxel.

Die sonstigen Bestandteile sind: Ethanol, Macrogolglycerolricinoleat 35 (Ph.Eur.).

Wie Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml aussieht und Inhalt der Packung

Klare, farblose bis leicht gelbe viskose Lösung.

Das Konzentrat ist in Durchstechflaschen verpackt: 5 ml enthalten 30 mg Paclitaxel; 16,7 ml enthalten

100 mg Paclitaxel; 25 ml enthalten 150 mg Paclitaxel und 50 ml enthalten 300 mg Paclitaxel.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

- 7 -

HAEMATO PHARM AG

Lilienthalstr. 5c

D-12529 Schönefeld

Deutschland

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet in 11/2012

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Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Nach Öffnen, vor der Verdünnung:

Die chemische und physikalische Stabilität nach mehrfachem Durchstechen und mehrfacher

Produktentnahme wurde über einen Zeitraum von 28 Tagen bei 25°C nachgewiesen.

Unter mikrobiologischen Gesichtspunkten kann das Arzneimittel nach dem erstmaligen Öffnen bis

maximal 28 Tage bei 25°C aufbewahrt werden. Andere Lagerzeiten und -bedingungen nach Anbruch

liegen in der Verantwortung des Anwenders.

Nach Verdünnung des Konzentrats wurde die chemische und physikalische Stabilität bei Aufbewahrung

unter 25° C für einen Zeitraum von bis zu 96 Stunden nachgewiesen.

Verdünnte Lösungen dürfen nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Informationen zur Handhabung:

Zytostatikum.

Handhabung: Wie bei allen antineoplastischen Mitteln muss die Handhabung von Paclitaxel-

HAEMATO 6 mg/ml mit besonderer Vorsicht erfolgen. Verdünnungen sind unter aseptischen

Bedingungen nur von erfahrenem Personal und in besonders ausgewiesenen Räumen vorzunehmen.

Schutzhandschuhe sind zu verwenden. Es sind Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, um einen Kontakt mit

Haut und Schleimhaut zu verhindern. Bei Hautkontakt muss die Haut mit Seife und Wasser gesäubert

werden. Bei Hautkontakt wurde Kribbeln, Brennen und Rötung beobachtet. Falls Paclitaxel-Lösung mit

Schleimhaut in Berührung kommt, muss eine sorgfältige Spülung mit Wasser erfolgen. Bei Inhalation

wurde über Dyspnoe, Brustschmerz, Brennen im Rachen und Übelkeit berichtet. Schwangere Frauen

sollten Paclitaxel nicht handhaben.

Bei Lagerung der ungeöffneten Durchstechflaschen im Kühl- oder Gefrierschrank kann sich ein

Niederschlag bilden, der sich bei Zimmertemperatur durch leichtes Schütteln bzw. von selbst löst. Die

Qualität des Arzneimittels ist dadurch nicht beeinträchtigt. Wenn Schlieren bestehen bleiben oder ein

unlöslicher Niederschlag festgestellt wird, ist die Durchstechflasche zu verwerfen.

Herstellung der Lösung zur intravenösen Anwendung

Vor der Infusion muss Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml unter aseptischen Bedingungen mit 0,9%

Natriumchlorid-Lösung zur Infusion, oder mit 5% Glukoselösung zur Infusion, oder mit einer Mischung

aus 0,9% Natriumchlorid-Lösung zur Infusion und 5% Glukoselösung zur Infusion, oder mit 5% Glukose

in Ringerlösung zur Infusion, auf eine Endkonzentration von 0,3 bis 1,2 mg/ml verdünnt werden.

Nach der Verdünnung kann die Lösung Schlieren bilden. Diese sind auf den Lösungsvermittler

zurückzuführen und sind durch Filtrieren nicht zu entfernen. Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml sollte über

einen Filter (In-Line-Filter) mit einer Mikroporenmembran, deren Porendurchmesser < 0,22

m ist,

infundiert werden. Im Versuch mit einem entsprechenden Infusionssystem mit In-Line-Filter wurde kein

relevanter Wirkstoffverlust festgestellt.

- 8 -

In seltenen Fällen wurde über Ausfällungen während der Paclitaxel-Infusion berichtet, üblicherweise

gegen Ende einer 24-stündigen Infusion. Die Ursache für diese Ausfällungen ist unklar, man geht jedoch

davon aus, dass sie mit einer Übersättigung der verdünnten Infusionslösung in Zusammenhang stehen.

Um die Gefahr von Ausfällungen zu verringern, sollte Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml so bald wie

möglich nach Herstellung der verdünnten Infusionslösung verabreicht werden. Heftige Bewegungen,

Erschütterungen oder Schütteln sollten vermieden werden.

Die Infusionssets sind vor Gebrauch gründlich zu spülen.

Während der Infusion ist das Aussehen der Lösung regelmäßig zu inspizieren. Die Infusion ist bei

Auftreten von Niederschlag zu stoppen.

Um Patienten in möglichst geringem Ausmaß DEHP (Bis(2-ethylhexyl)phthalat) auszusetzen, das aus

PVC-Infusionsbeuteln, -sets oder anderen medizinischen Instrumenten herausgelöst werden kann, dürfen

Paclitaxel-Lösungen (Verdünnungen) nur in Flaschen (Glas, Polypropylen) oder in Plastikbehältnissen

(Polypropylen, Polyolefin) aufbewahrt werden, die kein PVC enthalten oder aus PVC bestehen. Die

Verabreichung soll mittels Infusionssets mit Polyethylenauskleidung erfolgen. Filtervorrichtungen, die

einen kurzen Einlass- bzw. Auslass-Teil aus PVC haben, führten zu keiner deutlichen Freisetzung von

DEHP.

Entsorgung:

Alle Gegenstände, die zur Herstellung und Verabreichung von Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml verwendet

werden oder auf andere Weise mit Paclitaxel in Kontakt kommen, müssen gemäß den nationalen/örtlichen

Richtlinien für die Entsorgung von zytostatischen Substanzen vernichtet werden.

- 9 -

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält 6 mg Paclitaxel.

Eine Durchstechflasche zu 5 ml enthält 30 mg Paclitaxel.

Eine Durchstechflasche zu 16,7 ml enthält 100 mg Paclitaxel.

Eine Durchstechflasche zu 25 ml enthält 150 mg Paclitaxel.

Eine Durchstechflasche zu 50 ml enthält 300 mg Paclitaxel.

Sonstige Bestandteile:

Ethanol: 396 mg/ml

Macrogolglycerolricinoleat (Ph.Eur.): 527 mg/ml

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung.

Klare, farblose bis leicht gelbe viskose Lösung.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Ovarialkarzinom

In der First-line Chemotherapie von Eierstockkrebs ist Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml indiziert zur

Behandlung von Patientinnen mit fortgeschrittenem Eierstockkrebs oder einem Resttumor (> 1 cm)

nach vorausgegangener Laparotomie in Kombination mit Cisplatin.

In der Second-line Chemotherapie von Eierstockkrebs ist Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml indiziert

für die Behandlung von metastasierendem Ovarialkarzinom nach Versagen einer Standardtherapie

mit Platin-haltigen Arzneimitteln.

Mammakarzinom

Im Rahmen einer adjuvanten Therapie ist Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml indiziert zur Behandlung

von Patientinnen mit nodal-positivem Mammakarzinom im Anschluss an eine

Anthracyclin-/Cyclophosphamid-Therapie (AC). Die adjuvante Therapie mit Paclitaxel-HAEMATO

6 mg/ml sollte als Alternative zu einer verlängerten AC-Therapie angesehen werden.

- 1 -

Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml ist indiziert zur Erstbehandlung des fortgeschrittenen oder

metastasierenden Mammakarzinoms entweder in Kombination mit einem Anthracyclin bei

Patientinnen, bei denen eine Anthracyclin-Therapie in Betracht kommt, oder in Kombination mit

Trastuzumab bei Patientinnen, die den humanen epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor 2 (HER 2)

- ermittelt durch immunhistochemische Methoden - mit Grad 3+ überexprimieren und für die eine

anthracyclinhaltige Therapie nicht in Betracht kommt (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).

Als Monotherapie ist Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml zur Behandlung von metastasierendem

Mammakarzinom bei Patientinnen indiziert, bei denen eine Standard-Anthracyclin-Therapie

erfolglos war oder nicht angezeigt ist.

Fortgeschrittenes nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom

Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml in Kombination mit Cisplatin ist indiziert für die Behandlung des

nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms (NSCLC) bei Patienten, für die potenziell kurative

chirurgische Maßnahmen und/oder Strahlentherapie nicht angezeigt sind.

AIDS assoziiertes Kaposi Sarkom

Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml ist indiziert zur Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem

AIDS assoziiertem Kaposi Sarkom (KS). bei denen eine vorausgegangene liposomale Anthracyclin-

Therapie erfolglos blieb.

Die Daten zur Wirksamkeit in dieser Indikation sind begrenzt, eine Zusammenfassung der

relevanten Studien ist in Abschnitt 5.1 enthalten.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Bei allen Patienten hat vor Therapiebeginn mit Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml eine Prämedikation

mit Kortikosteroiden, Antihistaminika und H

-Antagonisten zu erfolgen, z.B.

Arzneimittel

Dosis

Verabreichung vor Paclitaxel-

HAEMATO 6 mg/ml

Dexamethason

20 mg oral*

oder i.v.

Bei oraler Verabreichung:

ca. 12 und 6 Stunden oder

bei i.v.-Verabreichung: 30 bis 60

Minuten

Diphenhydramin**

50 mg i.v.

30 - 60 Minuten

Cimetidin

300 mg i.v.

30 - 60 Minuten

oder

Ranitidin

50 mg i.v.

30 - 60 Minuten

* 8-20 mg bei KS Patienten

** oder ein vergleichbares Antihistamin (z.B. Chlorpheniramin)

Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml muss intravenös über einen In-Line-Filter mit einer

Microporenmembran ≤ 0,22

m verabreicht werden (siehe Abschnitt 6.6).

First-line Chemotherapie des Ovarialkarzinoms

Obwohl auch andere Dosierungsschemata untersucht werden, wird eine Kombinationsbehandlung

mit Paclitaxel und Cisplatin empfohlen. In Abhängigkeit von der Infusionsdauer werden zwei

Dosierungen von Paclitaxel empfohlen: Paclitaxel 175 mg/m

, intravenös verabreicht über 3

Stunden, gefolgt von Cisplatin 75 mg/m

, in Intervallen von 3 Wochen, oder Paclitaxel 135 mg/m

- 2 -

als Infusion über 24 Stunden, gefolgt von Cisplatin 75 mg/m

, mit 3 Wochen Pause zwischen den

Therapiekursen (siehe Abschnitt 5.1).

Second-line Chemotherapie des Ovarialkarzinoms

Die empfohlene Dosierung von Paclitaxel ist 175 mg/m², verabreicht über 3 Stunden, mit 3 Wochen

Pause zwischen den Therapiekursen.

Adjuvante Chemotherapie des Mammakarzinoms

Die empfohlene Dosierung von Paclitaxel ist 175 mg/m², verabreicht über 3 Stunden alle 3 Wochen

für vier Therapiekurse im Anschluss an eine Therapie nach AC-Schema.

First-Line Chemotherapie des Mammakarzinoms

Bei Kombination mit Doxorubicin (50 mg/m

) sollte Paclitaxel 24 Stunden nach Doxorubicin

angewendet werden. Die empfohlene Dosis für Paclitaxel ist 220 mg/m

, intravenös verabreicht

über 3 Stunden, mit 3 Wochen Pause zwischen den Therapiekursen (siehe Abschnitte 4.5 und 5.1).

Bei Kombination mit Trastuzumab ist die empfohlene Dosierung von Paclitaxel 175 mg/m

intravenös verabreicht über 3 Stunden, mit 3 Wochen Pause zwischen den Therapiekursen (siehe

Abschnitt 5.1). Die Paclitaxel-Infusion kann am Tag nach der ersten Trastuzumab-Dosis begonnen

werden, oder unmittelbar nach einer Folgedosis von Trastuzumab, wenn die vorhergehende

Trastuzumab-Dosis gut vertragen wurde (zu Einzelheiten der Anwendung von Trastuzumab siehe

Fachinformation für Trastuzumab).

Second-Line Chemotherapie des Mammakarzinoms

Die empfohlene Dosierung von Paclitaxel ist 175 mg/m

, verabreicht über einen Zeitraum von

3 Stunden, mit 3 Wochen Pause zwischen den Therapiekursen.

Behandlung von fortgeschrittenem NSCLC

Die empfohlene Dosierung von Paclitaxel ist 175 mg/m

, verabreicht als Infusion über 3 Stunden,

gefolgt von Cisplatin 80 mg/m², mit 3 Wochen Pause zwischen den Therapiekursen.

Behandlung von AIDS-assoziiertem KS

Die empfohlene Dosierung von Paclitaxel ist 100 mg/m

, verabreicht als eine dreistündige

intravenöse Infusion alle zwei Wochen.

Die Folgedosierungen von Paclitaxel sind auf die individuelle Verträglichkeit abzustimmen.

Paclitaxel darf erst wieder verabreicht werden, wenn die Neutrophilenzahl

1,5 x 10

/l (

1 x 10

bei KS-Patienten) und die Blutplättchenzahl

100 x 10

/l (

75 x 10

/l bei KS-Patienten) beträgt.

Bei Patienten, bei denen eine schwere Neutropenie (Zahl der Neutrophilen < 0,5 x 10

/l für eine

Dauer von

7 Tagen) oder eine schwere periphere Neuropathie auftritt, muss bei nachfolgenden

Behandlungskursen eine Dosisreduktion um 20% erfolgen (25 % bei KS-Patienten) (siehe Abschnitt

4.4).

Patienten mit Leberfunktionsstörung

Die unzureichende Datenlage erlaubt keine Empfehlung für eine Dosisanpassung bei Patienten mit

leichter bis mäßiger Leberfunktionsstörung (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2). Patienten mit schwerer

Leberfunktionsstörung sollten nicht mit Paclitaxel behandelt werden.

Pädiatrische Anwendung

- 3 -

Paclitaxel wird nicht empfohlen für die Anwendung bei Kindern unter 18 Jahren aufgrund des

Fehlens von Daten zur Unbedenklichkeit und Wirksamkeit.

Art der Anwendung:

Das Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung muss vor der Anwendung verdünnt werden

(siehe Abschnitt 6.6) und darf ausschließlich intravenös verabreicht werden.

4.3

Gegenanzeigen

Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml ist kontraindiziert bei Patienten mit schwerer

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile, insbesondere Macrogolglycerolricinoleat (Ph. Eur.) (siehe Abschnitt 4.4).

Paclitaxel- HAEMATO ist kontraindiziert bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung.

Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml ist während der Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert

(siehe Abschnitt 4.6) und darf bei Patienten mit einer Ausgangsneutrophilenzahl < 1,5 x 10

(< 1 x 10

/l bei KS-Patienten) nicht verwendet werden.

Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml ist zudem bei KS-Patienten mit gleichzeitig auftretenden,

schwerwiegenden, unkontrollierten Infektionen kontraindiziert.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml darf nur unter der Aufsicht eines in der Zytostatikatherapie

erfahrenen Arztes angewendet werden. Da es zu signifikanten Überempfindlichkeitsreaktionen

kommen kann, soll eine Ausrüstung für die Notfallbehandlung vorhanden sein.

Die Patienten müssen mit Kortikosteroiden, Antihistaminika und H2-Antagonisten vorbehandelt

sein (siehe Abschnitt 4.2).

Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml soll, wenn in Kombination eingesetzt, vor Cisplatin verabreicht

werden (siehe Abschnitt 4.5).

Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen, charakterisiert durch behandlungsbedürftige Dyspnoe

und Hypotonie, Angioödem und generalisierte Urtikaria, sind unter Paclitaxel bei < 1% der

Patienten nach geeigneter Prämedikation aufgetreten. Diese Reaktionen sind wahrscheinlich

histaminvermittelt. Im Falle von schweren Überempfindlichkeitsreaktionen ist die Paclitaxel-

Infusion sofort zu beenden.

Eine symptomatische Behandlung sollte eingeleitet werden und der Patient darf nicht wieder mit

dem Arzneimittel behandelt werden.

Während den ersten Behandlungszyklen sollten die Patienten engmaschig überwacht werden.

Geeignete Ausrüstung für die Notfallbehandlung von schweren Überempfindlichkeitsreaktionen

muss verfügbar sein.

Knochenmarksuppression (vorwiegend Neutropenie) ist die dosislimitierende Toxizität. Es sollten

häufige Blutbildkontrollen durchgeführt werden. Die Patienten dürfen erst wieder behandelt

werden, wenn die Zahl der Neutrophilen

1,5 x 10

/l (

1 x 10

/l bei KS-Patienten) und die Zahl

der Blutplättchen wieder

100 x 10

/l (

75 x 10

/l bei KS-Patienten) erreicht haben. In der

klinischen Studie zu KS wurde den meisten Patienten Granulozyten-koloniestimulierender Faktor

(G-CSF) verabreicht.

- 4 -

Schwere Herzüberleitungsstörungen wurden unter Paclitaxel als Monotherapie selten berichtet.

Wenn Patienten während der Paclitaxel-Verabreichung deutliche Überleitungsstörungen entwickeln,

sollte eine geeignete Therapie eingeleitet werden und die weitere Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml-

Behandlung unter ständigem Monitoring der Herzfunktion durchgeführt werden. Hypotonie,

Hypertonie und Bradykardie wurden während einer Paclitaxel-Verabreichung beobachtet; die

Patienten zeigten im Allgemeinen keine Symptome und benötigten keine Behandlung. Insbesondere

während der ersten Stunde der Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml-Infusion wird eine häufige Kontrolle

der Vitalfunktionen empfohlen. Schwere kardiovaskuläre Ereignisse wurden häufiger bei Patienten

mit NSCLC als mit Mamma- oder Ovarialkarzinom beobachtet. In der klinischen Studie zu AIDS-

KS wurde ein Einzelfall einer Herzinsuffizienz beobachtet, der mit der Behandlung mit Paclitaxel

zusammenhing.

Wenn Paclitaxel in Kombination mit Doxorubicin oder Trastuzumab zur Initialtherapie des

metastasierenden Mammakarzinoms angewendet wird, sollte die Herzfunktion sorgfältig überwacht

werden.

Wenn Patienten geeignet sind für die Behandlung mit Paclitaxel in diesen Kombinationen, sollte zu

Beginn der Therapie eine kardiologische Untersuchung einschließlich Anamnese, körperlicher

Untersuchung, EKG, Echokardiogramm und/oder Radionuklidventrikulographie (MUGA Scan)

durchgeführt werden. Die Herzfunktion sollte während der Behandlung weiter überwacht werden

(z.B. alle drei Monate). Die sorgfältige Überwachung kann dazu beitragen, Patienten zu

identifizieren, die Herzfunktionsstörungen entwickeln. Zur Bestimmung der

Untersuchungshäufigkeit der ventrikulären Funktion sollten die behandelnden Ärzte sorgfältig die

kumulative Dosis (mg/m

) des verabreichten Anthracyclins bestimmen. Wenn die Untersuchung

eine Verschlechterung der Herzfunktion, auch asymptomatisch, zeigt, sollten die behandelnden

Ärzte den klinischen Nutzen einer Therapiefortsetzung gegenüber der möglichen Schädigung des

Herzens, einschließlich der Entstehung eines irreversiblen Herzschadens, sorgfältig abwägen. Wenn

die Therapie fortgesetzt wird, sollte die Herzfunktion engmaschiger (z.B. alle 1 bis 2

Therapiezyklen) überwacht werden. Weitere Einzelheiten sind den Fachinformationen zu

Trastuzumab oder Doxorubicin zu entnehmen.

Obwohl periphere Neuropathien häufig vorkommen, ist die Entwicklung schwerer Symptome

selten. Bei schweren Fällen wird empfohlen, die Dosis in allen folgenden Paclitaxel-HAEMATO

6 mg/ml-Kursen um 20% (25 % bei KS-Patienten) zu reduzieren.

Bei Patienten mit NSCLC und bei Patientinnen mit Ovarialkarzinom, die Paclitaxel im Rahmen der

First-line Chemotherapie erhielten, führte die Verabreichung von Paclitaxel als Infusion über 3

Stunden in Kombination mit Cisplatin zu einer höheren Inzidenz von schwerer Neurotoxizität als

eine Paclitaxel-Monotherapie oder eine Therapie mit Cyclophosphamid gefolgt von Cisplatin.

Patienten mit Leberfunktionsstörung können ein erhöhtes Toxizitätsrisiko, vor allem für das

Auftreten einer Myelosuppression der Stufe III-IV, aufweisen. Es gibt keine Hinweise darauf, dass

bei Patienten mit geringfügig eingeschränkter Leberfunktion die Toxizität von Paclitaxel bei einer

Infusion über 3 Stunden erhöht ist. Bei langsamerer Infusion kann bei Patienten mit mäßig bis

schwer eingeschränkter Leberfunktion verstärkt Myelosuppression beobachtet werden. Diese

Patienten sollten engmaschig bezüglich der Entwicklung einer schweren Myelosuppression

überwacht werden (siehe Abschnitt 4.2). Die unzureichende Datenlage erlaubt keine Empfehlung

für eine Dosisanpassung bei leichter bis mäßiger Leberfunktionsstörung (siehe Abschnitt 5.2).

- 5 -

Für Patienten mit einer schweren, vorbestehenden Cholestase gibt es keine Daten. Patienten mit

schwerer Leberfunktionsstörung dürfen nicht mit Paclitaxel behandelt werden.

Da Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml Ethanol (396 mg/ml) enthält, sollten mögliche Auswirkungen

auf das zentrale Nervensystem oder andere Auswirkungen berücksichtigt werden.

Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml enthält Macrogolglycerolricinoleat, welches schwere allergische

Reaktionen hervorrufen kann.

Es sollte besonders darauf geachtet werden, dass eine intraarterielle Verabreichung von Paclitaxel

vermieden wird, da in Tierversuchen zur lokalen Verträglichkeit nach intraarterieller Verabreichung

schwere Gewebereaktionen beobachtet wurden.

Pseudomembranöse Kolitis wurde in seltenen Fällen berichtet. Darunter waren auch Patienten, die

nicht gleichzeitig mit Antibiotika behandelt wurden. Eine solche Reaktion sollte bei der

Differenzialdiagnose von Fällen schwerer oder anhaltender Diarrhoe, die während oder kurz nach

einer Paclitaxel-Behandlung auftreten, in Erwägung gezogen werden.

Paclitaxel in Kombination mit einer Bestrahlung der Lunge kann, unabhängig von der zeitlichen

Reihenfolge, zur Entwicklung einer interstitiellen Pneumonitis beitragen.

In zahlreichen Untersuchungen zeigte Paclitaxel teratogene, embryotoxische und mutagene

Wirkungen. Weibliche und männliche Patienten im fortpflanzungsfähigen Alter und/oder ihre

Partner sollten für mindestens 6 Monate nach einer Behandlung mit Paclitaxel Verhütungsmittel

verwenden.

Bei KS-Patienten tritt selten eine schwere Mukositis auf. Wenn schwere Reaktionen auftreten,

muss die Paclitaxel-Dosis um 25 % reduziert werden.

Dieses Arzneimittel enthält 49,7 Vol.-% Alkohol.

Das sind bei einer Dosis von 50 ml bis zu 26 g Alkohol, entsprechend 520 ml Bier oder 210 ml

Wein.

Ein gesundheitliches Risiko besteht u. a. bei Leberkranken, Alkoholkranken, Epileptikern, Patienten

mit organischen Erkrankungen des Gehirns, Schwangeren, Stillenden und Kindern.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Die Ausscheidung (Clearance) von Paclitaxel wird durch eine Prämedikation mit Cimetidin nicht

beeinflusst.

Für die First-line Chemotherapie des Ovarialkarzinoms wird empfohlen, Paclitaxel-HAEMATO

6 mg/ml vor Cisplatin zu verabreichen. Wenn Paclitaxel vor Cisplatin gegeben wird, ist die

Verträglichkeit vergleichbar mit der für eine Paclitaxel-Monotherapie berichteten. Wurde Paclitaxel

nach Cisplatin verabreicht, zeigten die Patienten eine stärker ausgeprägte Myelosuppression und

eine Abnahme der Paclitaxel-Clearance um ca. 20%. Patienten mit gynäkologischen Tumoren, die

mit Paclitaxel und Cisplatin behandelt werden, können im Vergleich zu einer alleinigen Cisplatin-

Behandlung ein erhöhtes Risiko für ein Nierenversagen haben.

Da die Ausscheidung von Doxorubicin und seiner aktiven Metaboliten verringert sein kann, wenn

Paclitaxel und Doxorubicin in engem zeitlichen Abstand verabreicht werden, sollte Paclitaxel in der

- 6 -

First-line Chemotherapie des metastasierenden Mammakarzinoms 24 Stunden nach Doxorubicin

verabreicht werden (siehe Abschnitt 5.2).

Der Metabolismus von Paclitaxel wird teilweise über die Cytochrom P450-Isoenzyme CYP2C8 und

CYP3A4 katalysiert (siehe Abschnitt 5.2). Klinische Studien haben gezeigt, dass der Metabolismus

von Paclitaxel über CYP2C8 zu 6

-Hydroxypaclitaxel den vorherrschenden Abbauweg beim

Menschen darstellt. Die gleichzeitige Verabreichung von Ketoconazol, einem bekannten starken

Inhibitor von CYP3A4, hemmt die Elimination von Paclitaxel beim Patienten nicht; folglich können

beide Arzneimittel ohne Dosisanpassung gleichzeitig verabreicht werden. Weitergehende Daten zum

Interaktionspotenzial zwischen Paclitaxel und anderen CYP3A4-Substraten/Inhibitoren sind

begrenzt. Deshalb sollte die gleichzeitige Verabreichung von Paclitaxel und Arzneimitteln, von

denen bekannt ist, dass sie CYP2C8 oder CYP3A4 inhibieren (z.B. Erythromycin, Fluoxetin,

Gemfibrozil) oder induzieren (z.B. Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin, Efavirenz, Nevirapin),

mit Vorsicht erfolgen.

Studien mit KS-Patienten, die begleitend eine Mehrfachmedikation erhielten, deuten darauf hin,

dass die systemische Clearance von Paclitaxel in Gegenwart von Nelfinavir und Ritonavir

signifikant verringert war, nicht aber in Gegenwart von Indinavir. Zu Wechselwirkungen mit

anderen Proteaseinhibitoren liegen keine ausreichenden Informationen vor. Folglich sollte Paclitaxel

bei Patienten, die Proteaseinhibitoren als Begleitmedikation erhalten, vorsichtig angewendet

werden.

Die Wirkung anderer Arzneimittel kann durch den Alkohol in diesem Arzneimittel verändert

werden.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine hinreichenden Daten für die Verwendung von Paclitaxel bei Schwangeren vor.

Paclitaxel zeigte sowohl embryotoxische als auch fetotoxische Eigenschaften bei Kaninchen und

reduzierte die Fertilität bei Ratten. Wie andere zytotoxische Arzneimittel kann Paclitaxel zu

Schäden des Fötus führen, wenn es bei schwangeren Frauen angewendet wird. Daher darf Paclitaxel

nicht während der Schwangerschaft verwendet werden.

Frauen im gebärfähigen Alter/Kontrazeption bei Männern und Frauen

Frauen im gebärfähigen Alter, die Paclitaxel erhalten, sind darauf hinzuweisen, dass sie eine

Schwangerschaft vermeiden und sofort den behandelnden Arzt informieren sollen, falls dennoch

eine Schwangerschaft eintritt. Frauen und Männer im fortpflanzungsfähigen Alter und/oder Ihre

Partner sollten für mindestens 6 Monate nach der Behandlung mit Paclitaxel Verhütungsmethoden

anwenden.

Stillzeit

Paclitaxel ist während der Stillzeit kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Es ist nicht bekannt, ob

Paclitaxel in die Muttermilch ausgeschieden wird. Für die Dauer der Behandlung sollte das Stillen

unterbrochen werden.

Fertilität

Männliche Patienten sollten sich vor der Behandlung mit Paclitaxel wegen einer möglichen

Unfruchtbarkeit über eine Spermakonservierung beraten lassen.

- 7 -

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Paclitaxel hat keinen Einfluss auf die Fähigkeit zum Autofahren und zum Bedienen von Maschinen.

Es ist jedoch zu beachten, dass das Produkt Alkohol enthält. Im Straßenverkehr und bei der

Bedienung von Maschinen kann das Reaktionsvermögen beeinträchtigt werden. (siehe Abschnitte

4.4, 4.5 und 6.1).

4.8

Nebenwirkungen

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die folgenden Angaben auf die zusammengefassten

Sicherheitsdaten von 812 Patienten mit soliden Tumoren, die in klinischen Studien mit Paclitaxel als

Monotherapie behandelt wurden. Da die KS Population sehr spezifisch ist, werden die auf einer

klinischen Studie mit 107 Patienten basierenden Angaben in einem gesonderten Unterabschnitt am

Ende dieses Abschnittes präsentiert.

Häufigkeit und Schweregrad der Nebenwirkungen sind, wenn nicht anders angegeben, im

Allgemeinen ähnlich bei den Patienten, die Paclitaxel zur Behandlung von Ovarialkarzinom,

Mammakarzinom oder NSCLC erhalten. Keine der beobachteten Nebenwirkungen war eindeutig

vom Alter der Patienten abhängig.

Die häufigste schwerwiegende Nebenwirkung war Knochenmarksuppression. Schwere Neutropenie

(< 0,5 x 10

/l) ohne fiebrige Episoden trat bei 28 % der Patienten auf. Nur 1 % der Patienten hatte ≥

7 Tage eine schwere Neutropenie. Eine Thrombozytopenie wurde bei 11 % der Patienten berichtet.

3 % der Patienten hatten mindestens einmal während der Studie eine Blutplättchenzahl (Nadir)

< 50 x 10

/l. Anämie wurde bei 64 % der Patienten beobachtet, war aber nur bei 6 % schwer

(Hb < 5 mmol/l). Die Inzidenz und die Schwere der Anämie ist abhängig vom Hämoglobin-

Ausgangswert.

Neurotoxizität, hauptsächlich periphere Neuropathie, schien bei einer 3-Stunden-Infusion von

175 mg/m

Paclitaxel häufiger und in schwererer Form aufzutreten (85 % Neurotoxizität, 15 %

schwer), als bei einer 24-Stunden-Infusion von 135 mg/m

Paclitaxel (25 % periphere Neuropathie,

3 % schwer), wenn Paclitaxel in Kombination mit Cisplatin verabreicht wurde. Bei NSCLC-

Patienten und bei Patientinnen mit Ovarialkarzinom, die Paclitaxel über 3 Stunden gefolgt von

Cisplatin erhielten, war die Inzidenz von schwerer Neurotoxizität offensichtlich höher. Periphere

Neuropathie kann schon nach dem ersten Behandlungszyklus auftreten und sich mit zunehmender

Paclitaxel-Exposition verstärken. Periphere Neuropathie war bei einigen Patienten die Ursache für

ein Absetzen von Paclitaxel. Empfindungsstörungen besserten sich bzw. verschwanden im

Allgemeinen innerhalb einiger Monate nach Absetzen von Paclitaxel. Eine bereits vorbestehende

Neuropathie, als Folge früherer Therapien, stellt keine Kontraindikation für Paclitaxel dar.

Arthralgie oder Myalgie traten bei 60 % der Patienten auf und waren bei 13 % der Patienten schwer.

Eine schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktion mit potentiell letalem Ausgang (definiert als

behandlungsbedürftige Hypotonie, Angioödem, Atemnot, die eine bronchodilatierende Behandlung

erforderlich machte oder generalisierte Urtikaria) trat bei zwei (< 1%) Patienten auf. Bei 34 % der

Patienten (17 % aller Therapiekurse) traten leichte Überempfindlichkeitsreaktionen auf. Diese

leichten Überempfindlichkeitsreaktionen, hauptsächlich Flush und Hautausschlag, waren nicht

behandlungsbedürftig und erforderten kein Absetzen der Paclitaxel-Therapie.

- 8 -

Reaktionen an der Injektionsstelle während der intravenösen Verabreichung können zu lokalisiertem

Ödem, Schmerzen, Erythem und Verhärtung führen; gelegentlich kann Extravasation zu einer

Cellulitis führen. Eine Hautverschorfung und/oder Hautabschälung wurde berichtet, manchmal im

Zusammenhang mit einer Extravasation. Es kann auch zu einer Verfärbung der Haut kommen. Ein

Wiederauftreten von Hautreaktionen an der Stelle einer vorhergegangenen Extravasation, wenn

Paclitaxel an einer anderen Stelle verabreicht wird (ein so genannter "Recall"), wurde selten

berichtet. Eine spezifische Behandlung von Reaktionen, die nach Extravasation auftreten, ist zurzeit

nicht bekannt.

In der folgenden

Tabelle

sind unerwünschte Wirkungen ungeachtet der Schweregrade aufgeführt, die

im Zusammenhang mit einer Paclitaxel-Monotherapie, verabreicht als Infusion über 3 Stunden, im

metastasierten Stadium (812 Patienten in klinischen Studien) standen oder im Rahmen der

Überwachung nach Markteinführung berichtet wurden (siehe*).

Die Häufigkeit der unten aufgeführten Nebenwirkungen ist entsprechend der folgenden Kriterien

definiert:

Sehr häufig

(≥ 1/10)

Häufig

(≥ 1/100, < 1/10)

Gelegentlich

(≥ 1/1.000, < 1/100)

Selten

(≥ 1/10.000, < 1/1.000)

Sehr selten

(< 1/10.000)

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Systemorganklasse

Häufigkeit

Nebenwirkung

Infektionen und parasitäre

Erkrankungen

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten*

Infektionen (vor allem Infektionen der

Harnwege und des oberen

Respirationstraktes, einschließlich Herpes

Simplex, orale Kandidose, Pharyngitis,

Rhinitis) mit berichteten Fällen eines

tödlichen Ausgang.

grippeähnliches Syndrom

schwere Infektionen, septischer Schock

Pneumonie, Peritonitis

Erkrankungen des Blutes und des

Lymphsystems

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Sehr selten*

Myelosuppression, schwere Neutropenie,

Anämie, Thrombozytopenie, schwere

Leukopenie, Blutungen

febrile Neutropenie

schwere Anämie

akute myeloische Leukämie,

myelodysplastisches Syndrom

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr häufig

Gelegentlich

leichte Überempfindlichkeitsreaktionen

(hauptsächlich Flush und Hautausschlag)

(verzögerte) schwere,

behandlungsbedürftige

Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B.

Hypotonie, Angioödem, Atemnot,

generalisierte Urtikaria, Schüttelfrost,

Rückenschmerzen, Brustschmerz,

Tachykardie, Bauchschmerzen,

Schmerzen in den Extremitäten,

Schwitzen und Hypertonie)

- 9 -

Selten*

Sehr selten*

anaphylaktische Reaktionen

anaphylaktischer Schock, einschließlich

Überempfindlichkeitsreaktionen mit

letalem Ausgang

Stoffwechsel- und

Ernaehrungsstoerungen

Gelegentlich

Sehr selten*

Nicht bekannt

Dehydratation, Gewichtszunahme,

Gewichtsabnahme

Anorexie

Tumorlysesyndrom

Psychiatrische Erkrankungen

Sehr selten*

Verwirrtheit

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig

Häufig

Selten*

Sehr selten*

Neuropathie (hauptsächlich peripher),

Parästhesie, Somnolenz

Depressionen, schwere Neuropathie

(hauptsächlich peripher), Schwindel,

Nervosität, Schlaflosigkeit, abnormes

Denken, Hypokinesie, anormaler Gang,

Hypoästhesie, Geschmacksveränderung,

Kopfschmerzen.

motorische Neuropathie (mit daraus

resultierender, wenig ausgeprägter distaler

Schwäche)

autonome Neuropathie (mit der Folge

eines paralytischen Ileus und

orthostatischer Hypotonie), Grand-mal-

Anfälle, Konvulsionen, akute

Enzephalopathie

Augenerkrankungen

Gelegentlich

Sehr selten*

trockene Augen, Amblyopie,

Gesichtsfeldeinschränkung

Störungen am Sehnerv und/oder

Sehstörungen (Flimmerskotomata), vor

allem bei Patienten, die höhere als die

empfohlenen Dosierungen erhielten

Erkrankungen des Ohrs und des

Labyrinths

Häufig

Sehr selten*

Tinnitus

Ototoxizität, Hörsturz, Vertigo

Herzerkrankungen

Häufig

Gelegentlich

Sehr selten*

Bradykardie, Tachykardie, Palpitation,

Synkope

kongestive Herzinsuffizienz,

Kardiomyopathie, asymptomatische

ventrikuläre Tachykardie, Tachykardie mit

Bigeminie, AV-Block und Synkope,

Myokardinfarkt

Vorhofflimmern

Gefäßerkrankungen

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Sehr selten*

Hypotonie

Vasodilatation (Flush)

Hypertonie, Thrombose,

Thrombophlebitis

Schock

Erkrankungen der Atemwege, des

Brustraums und Mediastinums

Häufig

Selten*

Sehr selten*

Dyspnoe, Nasenbluten

Pleuraerguss, interstitielle Pneumonie,

Lungenfibrose, Lungenembolie,

Ateminsuffizienz

Husten, pulmonale Hypertonie

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall,

Mukositis, Obstipation, Stomatitis,

Bauchschmerzen

- 10 -

Gelegentlich

Sehr selten*

Mundtrockenheit, Mundläsionen,

Teerstuhl, Dyspepsie

Darmverschluss, Perforation des Darms,

ischämische Kolitis,

Mesenterial[gefäß]thrombose,

pseudomembranöse Kolitis,

nekrotisierende Enterokolitis,

Ösophagitis, Aszites, akute Pankreatitis

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr selten*

Leberzellnekrose, hepatische

Enzephalopathie (für beide wurden Fälle

mit letalem Ausgang berichtet)

Erkankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten*

Sehr selten*

Alopezie

vorübergehende Veränderungen der Haut,

trockene Haut, exfoliative Dermatitis,

Pruritus, Hautausschlag, Akne,

vorübergehende und wenig ausgeprägte

Veränderungen der Nägel

Veränderungen der Nagelpigmentation

oder Verfärbung des Nagelbetts

Erythem

Stevens-Johnson-Syndrom, epidermale

Nekrolyse, Erythema multiforme,

Urtikaria, Onycholyse (Patienten müssen

während der Behandlung Sonnenschutz

an Händen und Füßen tragen),

Follikulitis, Sklerodermie

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Sehr häufig

Häufig

Arthralgie, Myalgie

Knochenschmerzen, Wadenkrämpfe,

Myasthenie, Rückenschmerzen

Erkrankungen der Nieren und

Harnwege

Häufig

Dysurie

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig

Häufig

Asthenie, Schmerzen, Ödeme

einschließlich periphere und

Gesichtsödeme

milde Reaktionen an der Injektionsstelle,

Druckempfindlichkeit, Hautverfärbung

oder Schwellung, Schmerzen,

Extravasation kann zu Zellulitis und

Hautläsionen führen, Unwohlsein

Brustschmerz, Schüttelfrost, Pyrexie

Untersuchungen:

Häufig

Gelegentlich

Selten*

starke Erhöhung der Transaminasen,

starke Erhöhung der alkalischen

Phosphatase

starke Erhöhung des Bilirubins

Anstieg des Serumkreatininspiegels

Mammakarzinom-Patientinnen, die Paclitaxel zur adjuvanten Chemotherapie im Anschluss an die

AC-Therapie erhielten, zeigten häufiger neurosensorische Toxizität,

Überempfindlichkeitsreaktionen, Arthralgie/Myalgie, Anämie, Infektionen, Fieber,

Übelkeit/Erbrechen und Durchfall als Patientinnen, die nur nach dem AC-Schema behandelt

wurden. Die Häufigkeit dieser Ereignisse war jedoch in Übereinstimmung mit der oben berichteten

Anwendung von Paclitaxel als Monotherapie.

- 11 -

Kombinationsbehandlung

Die folgenden Angaben beziehen sich auf zwei große klinische Studien zur First-line

Chemotherapie des Ovarialkarzinoms (Paclitaxel + Cisplatin: über 1050 Patientinnen), 2 Phase-III-

Studien zur First-line-Therapie des metastasierenden Mammakarzinoms: in der einen wurde die

Kombination mit Doxorubicin (Paclitaxel + Doxorubicin: 267 Patienten), in der anderen die

Kombination mit Trastuzumab (eine geplante Subgruppenanalyse Paclitaxel + Trastuzumab: 188

Patientinnen) untersucht und 2 Phase-III-Studien zur Behandlung des fortgeschrittenen NSCLC

(Paclitaxel + Cisplatin: über 360 Patienten) (siehe Abschnitt 5.1).

In der First-line Chemotherapie des Ovarialkarzinoms traten bei Patientinnen, die mit Paclitaxel als

Infusion über 3 Stunden gefolgt von Cisplatin behandelt wurden, Neurotoxizität, Arthralgie/Myalgie

und Überempfindlichkeitsreaktionen häufiger und in schwererer Form auf als bei Patientinnen, die

mit Cyclophosphamid gefolgt von Cisplatin behandelt wurden. Myelosuppression schien bei

Verabreichung von Paclitaxel über 3 Stunden gefolgt von Cisplatin weniger häufig und weniger

schwerwiegend zu sein als bei Verabreichung von Cyclophosphamid gefolgt von Cisplatin.

In der First-line-Chemotherapie des metastasierenden Mammakarzinoms traten Neutropenie,

Anämie, periphere Neuropathie, Arthralgie/Myalgie, Asthenie, Fieber und Diarrhoe nach Paclitaxel-

Therapie (220 mg/m

) als 3-stündige Infusion 24 Stunden nach Doxorubicin (50 mg/m

) häufiger

und schwerwiegender auf als nach Standard FAC-Therapie (5-FU 500 mg/m

, Doxorubicin 50 mg/

, Cyclophosphamid 500 mg/m

). Übelkeit und Erbrechen schienen mit dem Paclitaxel (220 mg/

) / Doxorubicin (50 mg/m

)-Dosierungsschema weniger häufig und mit geringerem Schweregrad

als mit dem Standard FAC-Schema aufzutreten. Der Einsatz von Kortikosteroiden kann zur

geringeren Häufigkeit und Schwere von Übelkeit und Erbrechen in der Paclitaxel/Doxorubicin-

Gruppe beigetragen haben.

Wenn Paclitaxel als 3-stündige Infusion in Kombination mit Trastuzumab zur First-line Therapie an

Patienten mit metastasierendem Mammakarzinom verabreicht wurde, wurden die folgenden

Ereignisse häufiger berichtet als unter Paclitaxel-Monotherapie (unabhängig von einem

Zusammenhang mit Paclitaxel oder Trastuzumab): Herzinsuffizienz (8 % vs. 1 %), Infektion (46 %

vs. 27 %), Schüttelfrost (42 % vs. 4 %), Fieber (47 % vs. 23 %), Husten (42 % vs. 22 %),

Hautausschlag (39 % vs. 18 %), Arthralgie (37 % vs. 21 %), Tachykardie (12 % vs. 4 %), Diarrhoe

(45 % vs. 30 %), Hypertonie (11 % vs. 3 %), Nasenbluten (18 % vs. 4 %), Akne (11 % vs. 3 %),

Herpes simplex (12 % vs. 3 %), unbeabsichtigte Verletzungen (13 % vs. 3 %), Schlaflosigkeit (25 %

vs. 13 %), Rhinitis (22 % vs. 5 %), Sinusitis (21 % vs. 7 %) und Reaktionen an der Injektionsstelle

(7 % vs. 1 %). Einige dieser Unterschiede könnten auf eine höhere Anzahl und längere Dauer von

Therapiezyklen mit der Paclitaxel/Trastuzumab-Kombination gegenüber der Paclitaxel-

Monotherapie zurückzuführen sein. Schwere Nebenwirkungen wurden für Paclitaxel/Trastuzumab

und Paclitaxel-Monotherapie ähnlich häufig berichtet.

Bei Verabreichung von Doxorubicin in Kombination mit Paclitaxel bei metastasierendem

Mammakarzinom wurden kardiale Kontraktionsstörungen (≥ 20 % Verringerung der

linksventrikulären Ejektions-Fraktion) bei 15 % der Patienten gegenüber 10 % beim Standard FAC-

Dosierungsschema beobachtet. Kongestive Herzinsuffizienz wurde bei < 1 % sowohl im

Paclitaxel/Doxorubicin – als auch im Standard FAC-Arm beobachtet. Wenn Trastuzumab in

Kombination mit Paclitaxel bei Patientinnen, die zuvor mit Anthracyclinen behandelt wurden,

angewandt wurde, erhöhte sich die Häufigkeit und Schwere einer kardialen Dysfunktion im

Vergleich zu Patienten, die mit einer Paclitaxel-Monotherapie behandelt wurden (NYHA Class I/II:

10 % vs. 0 %; NYHA Class III/IV: 2 % vs. 1 %) und stand selten mit Todesfällen in Zusammenhang

- 12 -

(siehe Fachinformation von Trastuzumab). Außer in diesen seltenen Fällen sprachen alle Patienten

auf eine geeignete medizinische Behandlung an.

Bei Patienten, die gleichzeitig eine Strahlentherapie erhalten hatten, wurde über Strahlen-

Pneumonitis berichtet.

AIDS-assoziiertes Kaposi Sarkom:

Mit Ausnahme von hämatologischen und hepatischen unerwünschten Wirkungen (siehe unten)

waren die Häufigkeit und der Schweregrad der unerwünschten Wirkungen im Allgemeinen bei KS-

Patienten (basierend auf einer klinischen Studie mit 107 Patienten) und Patienten, die eine

Paclitaxel-Monotherapie gegen andere solide Tumore erhielten, ähnlich.

Störungen des Blut-bildenden Systems und des Lymphsystems:

Knochenmarksuppression war die häufigste dosislimitierende Toxizität. Neutropenie ist die

wichtigste hämatologische Toxizität. Während des ersten Behandlungszyklus kam es bei 20 % der

Patienten zu einer schweren Neutropenie (< 0,5 x 10

/l). Über den gesamten Behandlungszeitraum

wurde bei 39 % der Patienten eine schwere Neutropenie beobachtet. Bei 41 % der Patienten dauerte

die Neutropenie länger als 7 Tage und bei 8 % der Patienten 30-35 Tage. Bei allen

nachbeobachteten Patienten klang die Neutropenie innerhalb von 35 Tagen ab. Die Inzidenz einer 7

Tage oder länger dauernden Grad-4-Neutropenie betrug 22 %.

Neutropenisches Fieber in Zusammenhang mit Paclitaxel trat bei 14 % der Patienten und 1,3 % der

Behandlungszyklen auf. Während der Paclitaxel-Anwendung kam es in Zusammenhang mit dem

Arzneimittel zu 3 septischen Zwischenfällen (2,8 %) mit tödlichem Ausgang.

Thrombozytopenie wurde bei 50 % der Patienten beobachtet, bei 9 % in schwerer Form (< 50 x 10

l). Nur bei 14 % der Patienten kam es im Verlauf der Behandlung mindestens einmal zu einem

Abfall der Blutplättchenzahl < 75 x 10

/l. Von Blutungen in Zusammenhang mit Paclitaxel wurde

bei < 3 % der Patienten berichtet, die hämorrhagischen Zwischenfälle traten jedoch lokalisiert auf.

Anämie (Hb < 11 g/dL) wurde bei 61 % der Patienten beobachtet, bei 10 % in schwerer Form (Hb

< 8 g/dL). Bei 21 % der Patienten war eine Erythrozyten-Transfusion erforderlich.

Hepato-biliäre Störungen: Unter den Patienten (> 50 % erhielten Protease-Inhibitoren) mit

normalen Ausgangswerten der Leberfunktion wurden bei 28 % eine Erhöhung der Bilirubinwerte,

bei 43 % eine Erhöhung der alkalischen Phosphatase und bei 44 % eine Erhöhung der AST

(SGOT)-Werte beobachtet. Bei jedem dieser Parameter waren die Werte in 1 % der Fälle stark

erhöht.

4.9

Überdosierung

Es gibt kein bekanntes Antidot gegen eine Paclitaxel-Überdosierung. Die primär zu erwartenden

Komplikationen einer Überdosierung sind Knochenmarksuppression, periphere Neurotoxizität und

Mukositis.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

- 13 -

Pharmakotherapeutische Gruppe: Taxane

ATC-Code: L01C D01

Paclitaxel ist ein antimikrotubulärer Wirkstoff, der die Zusammenlagerung der Mikrotubuli aus den

Tubulindimeren fördert und die Mikrotubuli stabilisiert, indem er ihre Depolymerisation hemmt.

Diese Stabilisierung führt zu einer Hemmung der normalen dynamischen Reorganisation des

mikrotubulären Netzwerkes, das für die vitale Interphase und die mitotischen Zellfunktionen

wesentlich ist. Zudem induziert Paclitaxel eine abnormale Bündelstruktur der Mikrotubuli während

des Zellzyklus und erzeugt multiple Astren der Mikrotubuli während der Mitose.

In der First-line Chemotherapie des Ovarialkarzinoms wurden die Sicherheit und Wirksamkeit von

Paclitaxel in zwei großen randomisierten, kontrollierten klinischen Studien untersucht (vs.

Cyclophosphamid 750 mg/m

/Cisplatin 75 mg/m

). In der Intergroup-Studie (BMS CA 139-209)

erhielten über 650 Patientinnen mit primärem Ovarialkarzinom des Stadiums II

, III oder IV

entweder bis zu 9 Behandlungszyklen mit Taxol (175 mg/m

über 3 Stunden) gefolgt von Cisplatin

(75 mg/m

) oder die Vergleichsmedikation. In der zweiten großen klinischen Studie (GOG-111/B-

MS CA 139-022) wurden maximal 6 Behandlungszyklen entweder mit Paclitaxel (135 mg/m

über

24 Stunden) gefolgt von Cisplatin (75 mg/m

) oder mit Vergleichsmedikation bei über 400

Patientinnen mit primärem Ovarialkarzinom Stadium III/IV und einem Resttumor > 1 cm nach

vorausgegangener Staging-Laparotomie oder mit peripheren Metastasen evaluiert. Zwar wurden die

beiden unterschiedlichen Paclitaxel-Dosierungen nicht direkt miteinander verglichen, jedoch hatten

in beiden Studien die Patientinnen, die mit Paclitaxel in Kombination mit Cisplatin behandelt

wurden, eine signifikant erhöhte Response-Rate sowie eine signifikante Verlängerung der

progressionsfreien Zeit und der Überlebenszeit im Vergleich zur Standardtherapie. Patientinnen mit

fortgeschrittenem Ovarialkarzinom, die Paclitaxel als Infusion über 3 Stunden gefolgt von Cisplatin

erhielten, zeigten im Vergleich zu Patientinnen, die mit Cyclophosphamid/Cisplatin behandelt

wurden, eine erhöhte Inzidenz von Neurotoxizität und Arthralgie/Myalgie, jedoch eine verringerte

Inzidenz von Myelosuppression.

Zur adjuvanten Behandlung des Mammakarzinoms wurden 3121 Patientinnen mit nodal-positivem

Mammakarzinom im Anschluss an vier Therapiezyklen mit Doxorubicin und Cyclophosphamid mit

adjuvanter Paclitaxel-Therapie oder ohne weitere Chemotherapie behandelt (CALGB 9344, BMS

CA 139-223). Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 69 Monate. Insgesamt hatten Paclitaxel-

Patientinnen ein signifikant um 18 % verringertes Risiko für ein Rezidiv der Erkrankung

(p=0,0014), und ein signifikant um 19 % verringertes Sterbe-Risiko (p=0,0044) bezogen auf

Patientinnen, die nur nach dem AC-Schema behandelt wurden. Retrospektive Analysen belegen den

Nutzen für alle Patientensubgruppen. Bei Patientinnen mit Tumoren mit negativem oder

unbekanntem Hormon-Rezeptor-Status betrug die Risiko-Reduktion für ein Rezidiv der Erkrankung

28 % (95 % Cl: 0,59-0,86).

In der Patientensubgruppe mit Hormon-Rezeptor-positiven Tumoren betrug die Reduktion des

Risikos für ein Rezidiv der Erkrankung 9 % (95 % Cl: 0,78-1,07). Die Studie war jedoch nicht

angelegt, einen Effekt einer über 4 Zyklen hinaus verlängerten AC-Therapie zu untersuchen. Auf

der Basis dieser Studie allein kann nicht ausgeschlossen werden, dass die beobachteten Effekte zum

Teil auf einem Unterschied der Dauer der Chemotherapie zwischen den beiden Studienarmen

beruhen (AC 4 Zyklen; AC + Paclitaxel 8 Zyklen). Die adjuvante Therapie mit Paclitaxel sollte

daher als Alternative zu einer verlängerten AC-Therapie angesehen werden.

In einer zweiten großen klinischen Studie zur adjuvanten Behandlung des nodal-positiven

Mammakarzinoms mit vergleichbarem Design wurden 3060 Patientinnen randomisiert, entweder

vier Zyklen einer höheren Paclitaxel-Dosis (225 mg/m

) oder keiner zusätzlichen Therapie im

- 14 -

Anschluss an vier AC-Zyklen zugewiesen (NSABP B-28, BMS CA139-270). Nach einer medianen

Nachbeobachtungszeit von 64 Monaten hatten die mit Paclitaxel behandelten Patientinnen ein

signifikant um 17 % verringertes Risiko (p=0,006) für ein Rezidiv der Erkrankung als Patientinnen,

die nur nach dem AC-Schema behandelt wurden. Die Paclitaxel-Behandlung war mit einem um 7 %

(95 % Cl: 0,78-1,12) verringerten Sterbe-Risiko verbunden. Alle Subgruppenanalysen zeigten einen

Vorteil für den Paclitaxel-Arm. In dieser Studie betrug die Reduktion des Risikos für ein Rezidiv

der Erkrankung bei Patientinnen mit Hormon-Rezeptor-positiven Tumoren 23 % (95 % Cl: 0,6-

0,92); in der Subgruppe mit Patientinnen mit Hormon-Rezeptor-negativen Tumoren betrug die

Reduktion des Risikos für ein Rezidiv der Erkrankung 10 % (95 % Cl: 0,7-1,11).

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Paclitaxel in der First-line-Therapie des metastasierenden

Mammakarzinoms wurden in zwei randomisierten, kontrollierten, unverblindeten Phase III

Zulassungsstudien untersucht.

In der ersten Studie (BMS CA139-278) wurde die Kombination von Doxorubicin (50 mg/m

) als

Bolus, nach 24 Stunden gefolgt von Paclitaxel (220 mg/m

Infusion über 3 Stunden) (AT-Schema),

verglichen mit dem Standard FAC-Dosierungsschema (5-FU 500 mg/m

, Doxorubicin 50 mg/m

Cyclophosphamid 500 mg/m

), beide angewendet alle drei Wochen über acht Therapiezyklen. In

dieser randomisierten Studie waren 267 Patientinnen mit metastasierendem Mammakarzinom

eingeschlossen, die entweder keine vorherige Chemotherapie oder nur eine anthracyclinfreie

adjuvante Chemotherapie erhalten hatten. Die Ergebnisse zeigten einen signifikanten Unterschied in

der Zeit bis zur Progression zwischen nach dem AT-Schema und nach dem FAC-Schema

behandelten Patientinnen (8,2 vs 6,2 Monate; p=0,029). Die mediane Überlebenszeit zeigte einen

Vorteil von Paclitaxel/Doxorubicin vs. FAC (23,0 vs. 18,3 Monate; p=0,004). Im AT-Arm erhielten

44 % der Patientinnen, im FAC-Arm 48 % eine nachfolgende Chemotherapie, die in 7 % (AT-Arm)

bzw. 50 % (FAC-Arm) Taxane enthielt. Die Gesamtansprechrate war auch signifikant höher im AT-

Arm als im FAC-Arm (68 % vs. 55 %). Komplettes Ansprechen wurde bei 19 % der Patientinnen

im Paclitaxel/Doxorubicin-Arm beobachtet vs. 8 % der Patientinnen im FAC-Arm. Alle Ergebnisse

zur Wirksamkeit wurden durch eine verblindete unabhängige Überprüfung bestätigt.

In der zweiten pivotalen Studie wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von Paclitaxel in

Kombination mit Trastuzumab in einer geplanten Subgruppenanalyse der Studie HO648g

(Patientinnen mit metastasierendem Mammakarzinom, die adjuvant mit Anthracyclinen

vorbehandelt waren) bestimmt. Die Wirksamkeit von Trastuzumab in Kombination mit Paclitaxel

bei Patientinnen, die nicht mit Anthracyclinen adjuvant vorbehandelt worden waren, ist nicht

nachgewiesen.

Die Kombination von Trastuzumab (4 mg/kg Initialdosis, danach 2 mg/kg wöchentlich) und

Paclitaxel (175 mg/m

), 3-stündige Infusion alle 3 Wochen, wurde bei 188 Patientinnen mit

metastasierendem Mammakarzinom, die HER 2 überexprimierten (2+ oder 3+;

immunhistochemisch gemessen) und mit Anthracyclinen vorbehandelt waren, verglichen mit einer

Paclitaxel-Monotherapie (175 mg/m

), 3-stündige Infusion, alle 3 Wochen. Paclitaxel wurde alle

3 Wochen über mindestens 6 Therapiezyklen angewendet, Trastuzumab wöchentlich bis zur

Progression der Erkrankung. Die Studie zeigte einen signifikanten Nutzen der

Paclitaxel/Trastuzumab-Kombination im Vergleich zur Paclitaxel-Monotherapie bezüglich der

progressionsfreien Zeit (6,9 vs. 3,0 Monate), der Ansprechrate (41% vs. 17%) und der Dauer des

Ansprechens (10,5 vs. 4,5 Monate). Die bedeutsamste unter der Paclitaxel/Trastuzumab-

Kombination beobachtete Toxizität war Herzfunktionsstörung (siehe Abschnitt 4.8).

In der Behandlung des fortgeschrittenen NSCLC wurde die Kombination von Paclitaxel 175 mg/m²,

gefolgt von Cisplatin 80 mg/m² in 2 Phase-III-Studien untersucht (367 Patienten erhielten

Paclitaxel-haltige Regime). Beide Studien waren randomisiert, eine Studie verglich mit einer

- 15 -

Behandlung mit Cisplatin 100 mg/m², die andere Studie verwendete Teniposid 100 mg/m² gefolgt

von Cisplatin 80 mg/m² als Vergleich (367 Patienten erhielten die Vergleichsmedikation). Die

Ergebnisse der beiden Studien waren ähnlich. Bezüglich des primären Endpunktes Mortalität

bestand kein signifikanter Unterschied zwischen Paclitaxel-haltigem Regime und der

Vergleichsmedikation (mittlere Überlebenszeit 8,1 und 9,5 Monate unter Paclitaxel-haltigem

Regime, 8,6 und 9,9 Monate unter Vergleichsmedikation). Bezüglich der progressionsfreien

Überlebenszeit bestand ebenfalls kein signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsregimen.

Die klinische Ansprechrate war unter den Paclitaxel-haltigen Regimen signifikant besser. Die

Ergebnisse zur Lebensqualität weisen auf einen Vorteil Paclitaxel-haltiger Regime hinsichtlich

Appetitlosigkeit hin und liefern einen klaren Beweis für die Unterlegenheit Paclitaxel-haltiger

hinsichtlich peripherer Neuropathie

(p < 0,008).

Die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von Paclitaxel in der Behandlung des AIDS assoziierten

Kaposi Sarkoms wurde in einer nicht-vergleichenden Studie bei Patienten mit fortgeschrittenem KS

untersucht, die zuvor eine systemische Chemotherapie erhalten hatten. Primärer Endpunkt war das

optimale Ansprechen des Tumors. 63 von 107 Probanden wurden als resistent gegenüber

liposomalen Anthracyclinen eingestuft. Diese Untergruppe galt als die Kerngruppe bezüglich der

Wirksamkeit der Therapie. Die Gesamt-Erfolgsquote (vollständiges oder teilweises Ansprechen) bei

den gegenüber liposomalen Anthracyclinen resistenten Patienten lag nach 15 Behandlungszyklen

bei 57 % (Cl 44–70 %). In über 50% war ein Ansprechen nach den ersten drei Behandlungszyklen

offenkundig.

In der Gruppe der gegenüber liposomalen Anthracyclinen resistenten Patienten war die

Ansprechrate bei Patienten, die nie einen Proteasehemmer erhalten hatten (55,6 %) vergleichbar

derer, die vor der Behandlung mit Paclitaxel mindestens 2 Monate einen Proteasehemmer erhalten

hatten (60,9 %). Die mediane Zeit bis zur Progression betrug in der Kerngruppe 468 Tage (95 % Cl

257-NE). Die mediane Überlebenszeit konnte nicht berechnet werden, aber die untere 95 % Grenze

lag in der Kerngruppe bei 617 Tagen.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Nach intravenöser Verabreichung zeigt Paclitaxel eine biphasische Abnahme der

Plasmakonzentration.

Die Pharmakokinetik von Paclitaxel wurde nach Verabreichung einer Dosis von 135 mg/m

175 mg/m

KO über 3 und 24 Stunden Infusionsdauer bestimmt. Die mittlere terminale

Eliminationshalbwertszeit lag zwischen 3,0 und 52,7 Stunden und die mittlere Gesamtkörper-

Clearance, nicht Kompartiment-bezogen, zwischen 11,6 bis 24,0 l/Std./m

; die Gesamtkörper-

Clearance schien mit höheren Plasmakonzentration von Paclitaxel abzunehmen. Das mittlere

Steady-State-Verteilungsvolumen lag zwischen 198 und 688 l/m

, ein Hinweis auf eine hohe

extravaskuläre Verteilung und/oder Gewebebindung. Bei einer Infusionszeit von 3 Stunden

resultieren ansteigende Dosen in einer nichtlinearen Pharmakokinetik. Bei Erhöhung der Dosis um

30 % von 135 mg/m

auf 175 mg/m

erhöhen sich die Werte für C

und AUC um 75 % bzw. 81 %.

Nach der intravenösen Verabreichung einer Dosis von 100 mg/m

als 3-stündige Infusion an 19

Patienten mit KS, betrug die mittlere C

1.530 ng/ml (761-2.860 ng/ml) und die mittlere AUC

5.619 ng h/ml (2.609-9.428 ng * h/ml). Die Clearance betrug 20,6 l/h/m

(11-38 l/h/m

) und das

Verteilungsvolumen 291 l/m

(121-638 l/m

). Die mittlere terminale Eliminationshalbwertszeit

betrug 23,7 Stunden (12-33 Stunden).

- 16 -

Es zeigte sich eine minimale Variabilität der systemischen Exposition von Paclitaxel beim gleichen

Patienten. Es gab keine Hinweise auf eine Akkumulation von Paclitaxel bei wiederholten

Therapiezyklen.

In-vitro-Studien zur Bindung von Paclitaxel an menschliches Serumeiweiß zeigen, dass 89-98 %

des Arzneistoffes gebunden sind. Cimetidin, Ranitidin, Dexamethason und Diphenhydramin hatten

keinen Einfluss auf die Eiweißbindung von Paclitaxel.

Die Verteilung von Paclitaxel im menschlichen Organismus ist nicht voll aufgeklärt. Die

durchschnittliche kumulative Wiederfindung von nicht metabolisiertem Arzneistoff im Harn betrug

zwischen 1,3 und 12,6 % der verabreichten Dosis, ein Hinweis auf beachtliche nicht-renale

Ausscheidung. Verstoffwechselung in der Leber und Ausscheidung mit der Galle sind

möglicherweise die Hauptmechanismen für den Metabolismus von Paclitaxel. Paclitaxel scheint

vorrangig über Cytochrom P450-Enzyme metabolisiert zu werden.

Nach Verabreichung von radioaktiv markiertem Paclitaxel wurden im Durchschnitt jeweils 26 %,

2 % und 6 % der Radioaktivität über die Faeces als 6

-Hydroxypaclitaxel, 3’-p-Hydroxypaclitaxel

und 6

-3’-p-Dihydroxypaclitaxel ausgeschieden. Die Bildung dieser hydroxylierten Metaboliten

wird jeweils durch CYP2C8, CYP3A4 bzw. beide, CYP2C8 und CYP3A4, katalysiert.

Die Auswirkung einer renalen oder hepatischen Dysfunktion auf die Verstoffwechselung von

Paclitaxel nach einer Infusion über 3 Stunden ist nicht endgültig untersucht. Pharmakokinetische

Parameter, die von einem Patienten gewonnen wurden, der sich einer Hämodialyse unterzog und

Paclitaxel als Infusion über 3 Stunden (135 mg/m

KO) erhielt, waren im gleichen Bereich wie die

von Patienten, die unter keiner Dialysebehandlung standen.

In klinischen Studien, bei denen Paclitaxel und Doxorubicin gleichzeitig angewendet wurden, war

die Verteilung und Elimination von Doxorubicin und seinen Metaboliten verzögert. Die

Gesamtplasmaexposition von Doxorubicin war um 30 % höher, wenn Paclitaxel unmittelbar nach

Doxorubicin verabreicht wurde, als wenn ein Zeitraum von 24 Stunden zwischen der Verabreichung

beider Arzneimittel lag.

Bei Anwendung von Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml in Kombination mit anderen Therapien sind

den Fachinformationen von Cisplatin bzw. Trastuzumab weitere Informationen über die Anwendung

dieser Arzneimittel zu entnehmen.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Untersuchungen zum karzinogenen Potenzial von Paclitaxel liegen nicht vor. Jedoch zählt Paclitaxel

aufgrund seines pharmakodynamischen Wirkmechanismus zu den potenziell karzinogenen und

genotoxischen Wirkstoffen. Paclitaxel erwies sich im Rahmen von In-vitro- und In-vivo-

Untersuchungen an Säugetierzellsystemen als mutagen.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Ethanol

Macrogolglycerolricinoleat (Ph.Eur.)

- 17 -

6.2

Inkompatibilitäten

Macrogolglycerolricinoleat (Ph.Eur.) kann zu einer Freisetzung von Bis(2-ethylhexyl)phthalat

(DEHP) aus Behältern, die mit Polyvinylchlorid (PVC) plastifiziert sind, führen. Die freigesetzte

Menge steigt mit Einwirkungsdauer und mit der Konzentration. Daher sollte die Herstellung,

Aufbewahrung und die Verabreichung von verdünnten Paclitaxel-Lösungen mittels Behältnissen

bzw. mit medizinischen Geräten, die kein PVC enthalten, erfolgen.

Da keine Kompatibilitätsuntersuchungen durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit

anderen Arzneimitteln gemischt werden.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Ungeöffnete Durchstechflaschen:

3 Jahre

Nach Öffnen, vor der Verdünnung:

Die chemische und physikalische Stabilität nach mehrfachem Durchstechen und mehrfacher

Produktentnahme wurde über einen Zeitraum von 28 Tagen bei 25°C nachgewiesen.

Unter mikrobiologischen Gesichtspunkten kann das Arzneimittel nach dem erstmaligen Öffnen bis

maximal 28 Tage bei 25°C aufbewahrt werden. Andere Lagerzeiten und -bedingungen nach

Anbruch liegen in der Verantwortung des Anwenders.

Nach Verdünnung:

Die chemische und physikalische Stabilität der zubereiteten Infusionslösung – nach Verdünnung mit

0,9% Natriumchlorid-Lösung zur Infusion, oder mit 5% Glukoselösung zur Infusion, oder mit einer

Mischung aus 0,9% Natriumchlorid-Lösung zur Infusion und 5% Glukoselösung zur Infusion, oder

mit 5% Glukose in Ringerlösung zur Infusion - wurde bei Aufbewahrung unter 25° C für einen

Zeitraum von bis zu 96 Stunden nachgewiesen.

Unter mikrobiologischen Gesichtspunkten sollte die verdünnte Lösung sofort verwendet werden.

Wenn das Produkt nicht sofort verwendet wird, liegen die Lagerzeiten und -bedingungen vor der

Anwendung in der Verantwortung des Anwenders und sollten im Allgemeinen nicht länger als

24 Stunden bei 2 bis 8 °C betragen, es sein denn, die Verdünnung erfolgt unter kontrollierten und

validierten aseptischen Bedingungen.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

In der Originalpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Verdünnte Lösungen: Siehe Abschnitt 6.3

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Farblose, Typ I (Ph.Eur.)-Glas-Durchstechflaschen (mit einem Chlorbutylgummistopfen) mit

Aluminiumverschluss und Flip-off-System.

Durchstechflaschen mit 5 ml, 16,7 ml, 25 ml und 50 ml.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

- 18 -

Handhabung

Wie bei allen antineoplastischen Mitteln muss die Handhabung von Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml

mit besonderer Vorsicht erfolgen. Verdünnungen sind unter aseptischen Bedingungen nur von

erfahrenem Personal und in besonders ausgewiesenen Räumen vorzunehmen. Schutzhandschuhe

sind zu verwenden. Es sind Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, um einen Kontakt mit Haut und

Schleimhaut zu verhindern. Falls Paclitaxel-Lösung mit der Haut in Kontakt kommt, muss die Haut

sofort und sorgfältig mit Seife und Wasser gesäubert werden. Bei Hautkontakt wurde Kribbeln,

Brennen und Rötung beobachtet. Falls Paclitaxel-Lösung mit Schleimhaut in Berührung kommt,

muss sofort eine sorgfältige Spülung mit Wasser erfolgen. Bei Inhalation wurde über Dyspnoe,

Brustschmerz, Brennen im Rachen und Übelkeit berichtet. Schwangere Frauen sollten Paclitaxel

nicht handhaben.

Bei Lagerung der ungeöffneten Durchstechflaschen im Kühl- oder Gefrierschrank kann sich ein

Niederschlag bilden, der sich bei Zimmertemperatur durch leichtes Schütteln bzw. von selbst löst.

Die Qualität des Arzneimittels ist dadurch nicht beeinträchtigt. Wenn Schlieren bestehen bleiben

oder ein unlöslicher Niederschlag festgestellt wird, ist die Durchstechflasche zu verwerfen.

Herstellung der Lösung zur intravenösen Anwendung

Vor der Infusion muss Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml unter aseptischen Bedingungen mit 0,9%

Natriumchlorid-Lösung zur Infusion, oder mit 5% Glukoselösung zur Infusion, oder mit einer

Mischung aus 0,9% Natriumchlorid-Lösung zur Infusion und 5% Glukoselösung zur Infusion, oder

mit 5% Glukose in Ringerlösung zur Infusion, auf eine Endkonzentration von 0,3 bis 1,2 mg/ml

verdünnt werden.

Zur chemischen und physikalischen Stabilität der verdünnten Lösungen siehe Abschnitt 6.3.

Nach der Verdünnung kann die Lösung Schlieren bilden. Diese sind auf den Lösungsvermittler

zurückzuführen und sind durch Filtrieren nicht zu entfernen. Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml sollte

über einen Filter (In-Line-Filter) mit einer Mikroporenmembran, dessen Porendurchmesser

< 0,22

m ist, infundiert werden. Im Versuch mit einem entsprechenden i.v.-Infusionssystem mit In-

Line-Filter wurde kein relevanter Wirkstoffverlust festgestellt.

In seltenen Fällen wurde über Ausfällungen während der Paclitaxel-Infusion berichtet,

üblicherweise gegen Ende einer 24-stündigen Infusion. Die Ursache für diese Ausfällungen ist

unklar, man geht jedoch davon aus, dass sie mit einer Übersättigung der verdünnten Infusionslösung

in Zusammenhang stehen. Um die Gefahr von Ausfällungen zu verringern, sollte Paclitaxel-

HAEMATO 6 mg/ml so bald wie möglich nach Herstellung der verdünnten Infusionslösung

verabreicht werden. Heftige Bewegungen, Erschütterungen oder Schütteln sollten vermieden

werden. Die Infusionssets sind vor Gebrauch gründlich zu spülen.

Während der Infusion ist das Aussehen der Lösung regelmäßig zu inspizieren. Die Infusion ist bei

Auftreten von Niederschlag zu stoppen.

Um Patienten in möglichst geringem Ausmaß DEHP (Bis(2-ethylhexyl)phthalat) auszusetzen, das

aus PVC-Infusionsbeuteln, -sets oder anderen medizinischen Instrumenten herausgelöst werden

kann, dürfen Paclitaxel-Lösungen (Verdünnungen) nur in Flaschen (Glas, Polypropylen) oder in

Plastikbehältnissen (Polypropylen, Polyolefin) aufbewahrt werden, die kein PVC enthalten oder aus

PVC bestehen. Die Verabreichung soll mittels Infusionssets mit Polyethylenauskleidung erfolgen.

Filtervorrichtungen, die einen kurzen Einlass- bzw. Auslass-Teil aus PVC haben, führten zu keiner

deutlichen Freisetzung von DEHP.

Entsorgung

- 19 -

Alle Gegenstände, die zur Herstellung und Verabreichung von Paclitaxel-HAEMATO 6 mg/ml

verwendet werden oder auf andere Weise mit Paclitaxel in Kontakt kommen, müssen gemäß den

nationalen/örtlichen Richtlinien für die Entsorgung von zytostatischen Substanzen vernichtet

werden.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

HAEMATO PHARM AG

Lilienthalstr. 5c

D-12529 Schönefeld

Deutschland

8.

ZULASSUNGSNUMMER

81176.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG

14.06.2010

10.

STAND DER INFORMATION

11/2012

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig.

- 20 -

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