Oxcarbazepin-CT 150 mg Filmtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Oxcarbazepin
Verfügbar ab:
AbZ-Pharma GmbH - Geschäftsanschrift -
INN (Internationale Bezeichnung):
Oxcarbazepine
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Oxcarbazepin 150.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
72689.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Oxcarbazepin-CT 150 mg Filmtabletten

Zur Anwendung bei Erwachsenen und Kindern ab 6 Jahren

Wirkstoff: Oxcarbazepin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen oder Ihrem Kind persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht

an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen

Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist

Oxcarbazepin-CT

und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von

Oxcarbazepin-CT

beachten?

Wie ist

Oxcarbazepin-CT

einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist

Oxcarbazepin-CT

aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Oxcarbazepin-CT und wofür wird es angewendet?

Der Wirkstoff von

Oxcarbazepin-CT

ist Oxcarbazepin.

Oxcarbazepin-CT

gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die als Antikonvulsiva oder

Antiepileptika bezeichnet werden.

Wofür wird

Oxcarbazepin-CT

angewendet?

Arzneimittel wie

Oxcarbazepin-CT

sind die Standardbehandlung gegen Epilepsie.

Epilepsie ist eine Gehirnerkrankung, die zu immer wieder auftretenden epileptischen Anfällen und

Krämpfen führt. Epileptische Anfälle treten aufgrund einer zeitweiligen Störung der elektrischen

Aktivität im Gehirn auf. Normalerweise steuern die Hirnzellen die Bewegungen des Körpers, indem

sie organisiert und geordnet Signale durch die Nerven zu den Muskeln senden. Bei einer Epilepsie

senden die Hirnzellen zu viele Signale ungeordnet aus. Die Folge hiervon kann eine unkontrollierte

Muskelaktivität sein, die als epileptischer Anfall bezeichnet wird.

Oxcarbazepin-CT

wird zur Behandlung von partiellen Anfällen mit oder ohne sekundär generalisierte

tonisch-klonische Anfälle verwendet. Partielle Anfälle betreffen einen begrenzten Bereich des

Gehirns, können sich jedoch auf das ganze Gehirn ausdehnen und zu einem generalisierten tonisch-

klonischen Anfall führen. Es gibt zwei Arten partieller Anfälle: einfache und komplexe. Bei einfach

partiellen Anfällen bleibt der Patient bei Bewusstsein, bei komplex partiellen Anfällen ist die

Bewusstseinslage des Patienten hingegen verändert.

Oxcarbazepin-CT

wirkt, indem es die „übererregbaren“ Nervenzellen des Gehirns unter Kontrolle

bringt. Hierdurch werden derartige Anfälle unterdrückt oder deren Häufigkeit wird verringert.

Oxcarbazepin-CT

kann alleine oder in Kombination mit anderen Antiepileptika verwendet werden.

Normalerweise wird der Arzt sich darum bemühen, das Arzneimittel zu finden, das bei Ihnen oder

Ihrem Kind am besten wirkt. Bei schwerwiegenderer Epilepsie ist jedoch möglicherweise eine

Kombination aus zwei oder mehr Arzneimitteln erforderlich, um die Anfälle unter Kontrolle zu

bringen.

Oxcarbazepin-CT

ist zur Anwendung bei Erwachsenen und Kindern im Alter von 6 Jahren und älter

zugelassen.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Oxcarbazepin-CT beachten?

Bitte befolgen Sie alle Anweisungen des Arztes genau. Möglicherweise lauten sie anders als die in

dieser Packungsbeilage enthaltenen allgemeinen Informationen.

Überwachung während Ihrer Behandlung mit Oxcarbazepin-CT

Vor und während der Behandlung mit

Oxcarbazepin-CT

wird Ihr Arzt möglicherweise Bluttests

durchführen, um Ihre Dosis festzulegen. Ihr Arzt wird Sie darüber informieren.

Oxcarbazepin-CT darf NICHT eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Oxcarbazepin (den Wirkstoff von

Oxcarbazepin-CT

) oder einen der in

Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind. Wenn dies auf Sie zutrifft,

sprechen Sie vor der Einnahme von

Oxcarbazepin-CT

mit Ihrem Arzt. Wenn Sie vermuten, allergisch

zu sein, fragen Sie Ihren Arzt um Rat.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie

Oxcarbazepin-CT

einnehmen,

wenn Sie je eine

ungewöhnliche Empfindlichkeit

(Ausschlag oder andere Anzeichen einer

Allergie) gegen Carbamazepin oder andere Arzneimittel hatten. Wenn Sie allergisch gegen

Carbamazepin sind, beträgt die Wahrscheinlichkeit dafür, dass Sie auch eine allergische

Reaktion gegen Oxcarbazepin haben könnten, etwa 1 zu 4 (25 %).

wenn Sie eine

Nierenerkrankung

haben.

wenn Sie eine schwere

Lebererkrankung

haben.

wenn Sie

Diuretika einnehmen

(Arzneimittel, die die produzierte Urinmenge steigern, damit

die Nieren Salz und Wasser besser ausscheiden können).

wenn Sie eine

Herzkrankheit

, Kurzatmigkeit und/oder Schwellung der Füße oder Beine

aufgrund von Flüssigkeitseinlagerungen haben.

wenn aus Blutuntersuchungen hervorgeht, dass Ihr

Natriumspiegel im Blut niedrig ist

(siehe

Abschnitt 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“)

.

wenn Sie eine Frau sind und

ein hormonelles empfängnisverhütendes Mittel

wie die „Pille“

einnehmen

Oxcarbazepin-CT

kann dazu führen, dass das empfängnisverhütende Mittel nicht

mehr wirksam ist. Verwenden Sie eine andere oder zusätzliche empfängnisverhütende

Methode, während Sie

Oxcarbazepin-CT

einnehmen, um das Risiko einer ungewollten

Schwangerschaft zu vermindern. Informieren Sie sofort Ihren Arzt, wenn bei Ihnen

unregelmäßige vaginale Blutungen bzw. Zwischen- oder Schmierblutungen auftreten. Sollten

Sie hierzu Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt.

wenn Sie zur

Bevölkerungsgruppe der Han-Chinesen oder Thailänder gehören

, kann Ihr

Arzt anhand eines Bluttests erkennen, ob Sie ein erhöhtes Risiko für schwere Hautreaktionen in

Verbindung mit der Behandlung mit Carbamazepin oder chemisch verwandter Wirkstoffe

haben. Ihr Arzt kann Ihnen sagen, ob ein Bluttest erforderlich ist, bevor Sie mit der Einnahme

von Oxcarbazepin beginnen können.

Informieren Sie sofort Ihren Arzt oder gehen Sie zur Notaufnahme des nächstgelegenen

Krankenhauses, wenn Sie nach Beginn der Einnahme von Oxcarbazepin-CT folgende Symptome

bemerken:

Wenn Sie nach Beginn der Einnahme von

Oxcarbazepin-CT

eine

allergische Reaktion

haben.

Symptome hiervon sind Schwellung von Lippen, Augenlidern, Gesicht, Rachen, Mund oder

plötzliche Atemschwierigkeiten, Fieber mit geschwollenen Lymphknoten, Ausschlag oder

Blasenbildung auf der Haut.

Wenn Sie Symptome einer

Hepatitis (Leberentzündung)

bemerken wie Gelbsucht

(Gelbfärbung der Haut oder des Weißen des Auges).

Wenn Sie

häufiger als zuvor unter epileptischen Anfällen leiden

. Dies ist besonders für

Kinder von Bedeutung, kann aber auch Erwachsene betreffen.

Wenn Sie mögliche Symptome einer

Störung der Blutzusammensetzung

bemerken wie

Müdigkeit, Kurzatmigkeit bei Belastung, blasses Aussehen, Kopfschmerzen, Schüttelfrost,

Schwindel, häufige Infektionen mit Fieber, Halsschmerzen, Geschwüre im Mund, schneller

als normal auftretende Blutungen oder blaue Flecken, Nasenbluten, rötliche oder lilafarbene

Flecken oder unerklärliche Flecken auf der Haut.

Eine geringe Anzahl von Patienten, die mit Antiepileptika wie

Oxcarbazepin-CT

behandelt

wurden, hatte Gedanken daran,

sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen

Wenn Sie zu irgendeinem Zeitpunkt solche Gedanken haben, setzen Sie sich sofort mit Ihrem

Arzt in Verbindung.

Wenn Sie einen

schnellen oder ungewöhnlich langsamen Herzschlag

haben.

Schwere Hautreaktionen

(Stevens-Johnson-Syndrom, Toxisch epidermale Nekrolyse), die

möglicherweise lebensbedrohlich sind, wurden in Zusammenhang mit der Anwendung von

Oxcarbazepin berichtet. Diese zeigen sich anfänglich als rötliche, schießscheibenartige oder

kreisförmige Flecken (oft mit einer Blase in der Mitte) am Körperstamm. Der Hautausschlag

kann zu einer großflächigen Blasenbildung oder Ablösung der Haut führen. Zusätzliche

Symptome, auf die geachtet werden sollte, sind offene, schmerzende Stellen (Ulcera) in

Mund, Hals, Nase und im Genitalbereich sowie gerötete und geschwollene Augen

(Konjunktivitis). Diese möglicherweise lebensbedrohlichen Hautreaktionen werden oft von

grippeähnlichen Symptomen (Kopfschmerzen, Fieber und Gliederschmerzen) begleitet.

Das höchste Risiko für das Auftreten dieser schweren Hautreaktionen besteht in den ersten

Behandlungswochen. Wenn bei lhnen ein Stevens-Johnson-Syndrom oder eine Toxisch

epidermale Nekrolyse in Zusammenhang mit der Anwendung von Oxcarbazepin aufgetreten

ist, dürfen Sie nie wieder mit Oxcarbazepin behandelt werden.

Wenn bei lhnen ein Hautausschlag oder die anderen genannten Symptome an der Haut

auftreten, suchen Sie sofort einen Arzt/eine Ärztin auf. Teilen Sie ihr/ihm mit, dass Sie

Oxcarbazepin einnehmen.

Die beschriebenen schweren Hautreaktionen können bei Personen aus bestimmten asiatischen

Ländern häufiger auftreten. Wenn Sie zur Bevölkerungsgruppe der Han-Chinesen oder

Thailänder gehören, kann Ihr Arzt anhand eines Bluttests erkennen, ob Sie ein erhöhtes Risiko

für diese schweren Hautreaktionen in Verbindung mit der Behandlung mit Carbamazepin oder

chemisch verwandter Wirkstoffe haben. Ihr Arzt kann Ihnen sagen, ob ein Bluttest

erforderlich ist, bevor Sie mit der Einnahme von Oxcarbazepin beginnen können.

Kinder und Jugendliche

Bei Kindern wird der Arzt möglicherweise eine Überwachung der Schilddrüsenfunktion vor

Behandlungsbeginn und während der Behandlung empfehlen.

Einnahme von Oxcarbazepin-CT zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden. Das trifft auch für nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel zu.

Das gilt insbesondere für:

Hormonelle empfängnisverhütende Mittel wie die

„Pille“

(siehe oben unter „Warnhinweise

und Vorsichtsmaßnahmen“).

Andere

Antiepileptika

wie z. B. Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin oder Lamotrigin.

Arzneimittel, die den Natriumspiegel in Ihrem Blut verringern, wie

Diuretika

(Arzneimittel,

die die produzierte Urinmenge steigern, damit die Nieren Salz und Wasser besser ausscheiden

können), Desmopressin und

nicht steroidale Antiphlogistika

wie Indometacin.

Lithium und Monoaminoxidase-Hemmer (

Arzneimittel zur Behandlung von

Stimmungsschwankungen

und bestimmten Formen der

Depression

Arzneimittel, die das Immunsystem des Körpers beeinflussen, wie

Ciclosporin

Tacrolimus

Felodipin (ein Mittel gegen

hohen Blutdruck

Einnahme von Oxcarbazepin-CT zusammen mit Nahrungsmitteln und Alkohol

Oxcarbazepin-CT

kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.

Alkohol kann die beruhigende (sedierende) Wirkung von

Oxcarbazepin-CT

verstärken. Vermeiden Sie

so weit wie möglich den Konsum von Alkohol und fragen Sie Ihren Arzt um Rat.

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie schwanger sind oder schwanger werden möchten.

Es ist wichtig, während der Schwangerschaft epileptische Anfälle unter Kontrolle zu halten. Wenn Sie

während der Schwangerschaft Antiepileptika einnehmen, kann dies jedoch ein Risiko für Ihr Baby

bedeuten. Ihr Arzt wird Ihnen den Nutzen und die möglichen Risiken erklären und dabei helfen, zu

entscheiden, ob Sie

Oxcarbazepin-CT

einnehmen sollten oder nicht. Brechen Sie die Behandlung mit

Oxcarbazepin-CT

während der Schwangerschaft nicht ab, ohne vorher mit Ihrem Arzt zu sprechen.

Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln während der Schwangerschaft Ihren Arzt oder

Apotheker um Rat.

Stillzeit

Sie sollten nicht stillen, während Sie

Oxcarbazepin-CT

einnehmen. Der in

Oxcarbazepin-CT

enthaltene Wirkstoff geht in die Muttermilch über. Das könnte bei gestillten Babys zu

Nebenwirkungen führen. Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln während der Stillzeit

Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Oxcarbazepin-CT

kann dazu führen, dass Sie müde werden oder Ihnen schwindelig wird. Ferner kann

es zu Verschwommensehen, Doppeltsehen, Störungen der Muskelkoordination oder

Bewusstseinstrübung kommen, insbesondere wenn die Behandlung begonnen oder die Dosis erhöht

wird. Es ist wichtig, dass Sie mit Ihrem Arzt besprechen, ob Sie ein Fahrzeug führen oder Maschinen

bedienen können, solange Sie dieses Arzneimittel einnehmen.

Oxcarbazepin-CT enthält Lactose.

Bitte nehmen Sie

Oxcarbazepin-CT

daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen

bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

3.

Wie ist Oxcarbazepin-CT einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein,

auch wenn sich diese Anweisungen von den in dieser Packungsbeilage gegebenen Informationen

unterscheiden. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Wie viel muss eingenommen werden?

Dosis für Erwachsene

Die empfohlene Anfangsdosis von

Oxcarbazepin-CT

für Erwachsene (einschließlich älterer

Patienten) ist 600 mg täglich. Nehmen Sie eine Tablette zu 300 mg zweimal täglich oder je

zwei Tabletten zu 150 mg zweimal täglich ein.

Ihr Arzt kann die Dosis allmählich steigern, um die für Sie am besten geeignete Dosis zu

ermitteln. Die besten Ergebnisse werden normalerweise mit Dosen zwischen 600 und

2.400 mg täglich erzielt.

Wenn Sie

andere Antiepileptika

einnehmen, muss die Dosis nicht verändert werden.

Wenn Sie eine

Nierenerkrankung

(mit beeinträchtigter Nierenfunktion) haben, beträgt die

Anfangsdosis die Hälfte der üblichen zu Beginn verabreichten Dosis.

Wenn Sie eine schwere

Lebererkrankung

haben, wird Ihr Arzt möglicherweise Ihre Dosis

anpassen.

Dosis für Kinder

Oxcarbazepin-CT

kann von Kindern im Alter von 6 Jahren und älter eingenommen werden. Die für

Kinder geeignete Dosis ist von ihrem Körpergewicht abhängig.

Anfangsdosis

ist 8–10 mg pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag, aufgeteilt in zwei

Einzeldosen. Ein Kind, das 30 Kilogramm wiegt, würde beispielsweise die Behandlung mit

einer Tablette zu 150 mg zweimal täglich beginnen.

Ihr Arzt kann die Dosis allmählich steigern, um die für Ihr Kind am besten geeignete Dosis zu

ermitteln. Die besten Ergebnisse werden normalerweise mit einer Dosis von 30 Milligramm

pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag erzielt. Die Maximaldosis für Kinder ist

46 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag.

Wie ist Oxcarbazepin-CT einzunehmen?

Schlucken Sie die Tabletten mit einer kleinen Menge Wasser hinunter.

Bei Bedarf können die Tabletten geteilt werden, damit sie besser hinuntergeschluckt werden

können. Teilen Sie die Tabletten nicht, um nur die Hälfte der Dosis einzunehmen. Die

Bruchkerbe ist nicht dazu bestimmt, die Tablette in gleiche Dosen zu teilen.

Für kleine Kinder, die Tabletten nicht schlucken können oder die die erforderliche Dosis

nicht in Tablettenform erhalten können, sind auch andere Darreichungsformen

erhältlich.

Wann und wie lange ist Oxcarbazepin-CT einzunehmen?

Nehmen Sie

Oxcarbazepin-CT

jeden Tag zweimal täglich zu etwa derselben Uhrzeit ein, es sei denn,

Ihr Arzt erteilt Ihnen anders lautende Anweisungen. So wird die Epilepsie am wirksamsten unter

Kontrolle gebracht. Es wird Ihnen auch dabei helfen, sich daran zu erinnern, wann Sie die Tablette(n)

einnehmen müssen.

Ihr Arzt wird Ihnen mitteilen, wie lange Sie oder Ihr Kind mit

Oxcarbazepin-CT

behandelt werden

müssen. Die Dauer der Behandlung ist abhängig von der Art Ihrer Anfälle oder der Anfälle Ihres

Kindes. Eine Fortführung der Behandlung über viele Jahre kann erforderlich sein, um die Anfälle

unter Kontrolle zu bringen. Verändern Sie die Dosis nicht und brechen Sie die Behandlung nicht ab,

ohne vorher mit Ihrem Arzt darüber zu sprechen.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung

Oxcarbazepin-CT

zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Oxcarbazepin-CT eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie mehr Tabletten eingenommen haben, als Ihr Arzt verschrieben hat, wenden Sie sich sofort

an das nächstgelegene Krankenhaus oder an Ihren Arzt. Es können unter anderem folgende Symptome

einer Überdosierung mit

Oxcarbazepin-CT

auftreten: Benommenheit, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen,

vermehrte unkontrollierte Bewegungen, Teilnahmslosigkeit, Verwirrtheit, Muskelzuckungen oder

wesentliche Verschlechterung der Anfälle, Koordinationsstörungen und/oder unwillkürliche

Augenbewegungen.

Wenn Sie die Einnahme von Oxcarbazepin-CT vergessen haben

Wenn Sie eine Dosis vergessen haben, nehmen Sie diese ein, sobald Sie daran denken. Ist jedoch der

Zeitpunkt der Einnahme der nächsten Dosis gekommen, nehmen Sie die vergessene Dosis nicht ein.

Fahren Sie mit Ihrem üblichen Dosierungsschema fort. Verdoppeln Sie keinesfalls die Dosis.

Wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn Sie sich nicht sicher sind oder mehrere Dosen vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Oxcarbazepin-CT abbrechen

Brechen Sie die Einnahme Ihres Arzneimittels nicht ohne ärztlichen Rat ab!

Um eine plötzliche Verschlechterung Ihrer Anfälle zu vermeiden, dürfen Sie Ihr Arzneimittel nie

plötzlich absetzen.

Wird Ihre Behandlung abgebrochen, sollte dies schrittweise und nach Anweisung des Arztes erfolgen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Einige Nebenwirkungen könnten schwerwiegend sein: Suchen Sie sofort medizinische Hilfe auf.

Im Folgenden werden Anzeichen sehr seltener, jedoch potenziell schwerwiegender Nebenwirkungen

genannt, die eine sofortige medizinische Behandlung erfordern können.

Schwellung von Lippen, Augenlidern, Gesicht, Rachen oder Mund, begleitet von Atem-,

Sprech- oder Schluckschwierigkeiten (Anzeichen von anaphylaktischen Reaktionen und

Angioödem) oder andere Anzeichen von Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautausschlag,

Fieber und Muskel- und Gelenkschmerzen. Erhöhte Anzahl bestimmter weißer

Blutkörperchen (Eosinophilie).

Starke Blasenbildung auf der Haut und/oder den Schleimhäuten von Lippen, Augen, Mund,

Nase oder Geschlechtsorganen (Anzeichen von schwerwiegenden und möglicherweise

lebensbedrohlichen Hautreaktionen einschließlich Toxisch epidermale Nekrolyse [Lyell-

Syndrom],

Stevens-Johnson-Syndrom und Erythema exsudativum multiforme; siehe Abschnitt

Müdigkeit, Kurzatmigkeit bei Belastung, blasses Aussehen, Kopfschmerzen, Schüttelfrost,

Schwindel, häufige Infektionen mit Fieber, Halsschmerzen, Geschwüre im Mund, schneller

als normal auftretende Blutungen oder blaue Flecken, Nasenbluten, rötliche oder lilafarbene

Flecken oder unerklärliche Flecken auf der Haut (Anzeichen einer Verringerung der Anzahl

der Blutplättchen oder der Anzahl roter Blutkörperchen).

Roter fleckiger Ausschlag, hauptsächlich im Gesicht, der mit Müdigkeit, Fieber, Übelkeit oder

Appetitverlust einhergehen kann (Anzeichen eines systemischen Lupus erythematodes).

Teilnahmslosigkeit, Verwirrtheit, Muskelzuckungen oder wesentliche Verschlechterung der

Krämpfe (mögliche Symptome eines niedrigen Natriumspiegels im Blut) (siehe oben unter

„Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).

Grippeähnliche Symptome mit Gelbsucht (Gelbfärbung der Haut oder des Weißen im Auge)

(Anzeichen einer Leberentzündung).

Starke Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Appetitverlust (Anzeichen einer

Bauchspeicheldrüsenentzündung).

Gewichtszunahme, Müdigkeit, Haarausfall, Muskelschwäche, Kältegefühl (Anzeichen einer

Schilddrüsenunterfunktion).

Informieren Sie sofort Ihren Arzt oder gehen Sie zur Notaufnahme des nächstgelegenen

Krankenhauses, wenn Sie eine der oben genannten Nebenwirkungen bemerken.

Der Arzt wird

auch entscheiden, ob

Oxcarbazepin-CT

sofort abgesetzt werden muss und wie die medikamentöse

Behandlung weitergeführt wird.

Weitere Nebenwirkungen: Informieren Sie baldmöglichst einen Arzt.

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Zittern, Koordinationsstörungen, unwillkürliche Augenbewegungen, Angst und Nervosität,

Depression,

Stimmungsschwankungen, Ausschlag.

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

Unregelmäßiger Herzschlag oder sehr schneller oder langsamer Herzschlag.

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Sprechstörungen

Informieren Sie baldmöglichst Ihren Arzt, wenn Sie unter einer der oben genannten

Nebenwirkungen leiden. Sie können eine medizinische Behandlung erfordern.

Weitere Nebenwirkungen: Informieren Sie einen Arzt, wenn Sie deswegen besorgt sind.

Hierbei handelt es sich normalerweise um leichte bis mäßige Nebenwirkungen von

Oxcarbazepin-CT

Die meisten dieser Nebenwirkungen sind vorübergehend, sie gehen normalerweise im Laufe der Zeit

zurück.

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit, Übelkeit, Erbrechen, Doppeltsehen.

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Schwäche, Gedächtnisstörungen, Konzentrationsstörungen, Apathie, Erregung, Verwirrtheit,

verschwommenes Sehen, Sehstörungen, Verstopfung, Durchfall, Magen-(Bauch-)schmerzen,

Akne, Haarausfall, Gleichgewichtsstörungen.

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Verminderte Anzahl bestimmter weißer Blutkörperchen (Leukopenie).

Quaddeln. Während der Einnahme von

Oxcarbazepin-CT

können Sie auch erhöhte Blutwerte

von Leberenzymen haben.

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Hoher Blutdruck, Sturz.

Es wurden Fälle von Verringerungen der Knochendichte (Osteoporose bis hin zu

Knochenbrüchen) berichtet. Bitte beraten Sie sich mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie

Antiepileptika über eine lange Zeit anwenden, wenn bei Ihnen eine Osteoporose festgestellt

wurde oder wenn Sie gleichzeitig Kortison oder andere Steroidhormone einnehmen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Oxcarbazepin-CT aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und den Blisterpackungen nach

„Verwendbar bis“/“Verw. bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum

bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Nicht über 30 °C lagern.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu

entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Oxcarbazepin-CT enthält

Der Wirkstoff ist Oxcarbazepin.

Jede Filmtablette enthält 150 mg Oxcarbazepin.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, Hypromellose, Hochdisperses Siliciumdioxid,

Macrogol 4000, Lactose-Monohydrat, Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Eisen(III)-hydroxid-oxid x

O, Eisen(III)-oxid, Eisen(II,III)-oxid, Titandioxid.

Wie Oxcarbazepin-CT aussieht und Inhalt der Packung

Die Filmtabletten sind länglich geformt und apricotfarben.

Die Filmtabletten sind zur Erleichterung der Einnahme teilbar. Die Bruchkerbe dient jedoch nicht zum

Aufteilen in gleiche Dosen.

Oxcarbazepin-CT

ist in Packungen mit 50, 100 und 200 Filmtabletten erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

A

Z

-Pharma GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

Hersteller

Merckle GmbH

Ludwig-Merckle-Str. 3

89143 Blaubeuren

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im November 2015.

Versionscode: Z10

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL

Oxcarbazepin-CT 150 mg Filmtabletten

Oxcarbazepin-CT 300 mg Filmtabletten

Oxcarbazepin-CT 600 mg Filmtabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Oxcarbazepin-CT 150 mg Filmtabletten

Jede Filmtablette enthält 150 mg Oxcarbazepin.

Oxcarbazepin-CT 300 mg Filmtabletten

Jede Filmtablette enthält 300 mg Oxcarbazepin.

Oxcarbazepin-CT 600 mg Filmtabletten

Jede Filmtablette enthält 600 mg Oxcarbazepin.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Lactose-Monohydrat

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Filmtablette

Die Filmtabletten sind länglich geformt, apricotfarben und haben je Tablettenstärke eine

unterschiedliche Größe und Prägung:

Oxcarbazepin-CT 150 mg Filmtabletten

haben die Maße 5,5 x 11 mm und tragen die

Markierung „OX

150“ auf einer und „G

G“ auf der anderen Seite.

Oxcarbazepin-CT 300 mg Filmtabletten

haben die Maße 6,5 x 15 mm und tragen die

Markierung „OX

300“ auf einer und „G

G“ auf der anderen Seite.

Oxcarbazepin-CT 600 mg Filmtabletten

haben die Maße 8,0 x 18,5 mm und tragen die

Markierung „OX

600“ auf einer und „G

G“ auf der anderen Seite.

Die Bruchkerbe dient nur zum Teilen der Tablette für ein erleichtertes Schlucken und nicht zum

Aufteilen in gleiche Dosen.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Zur Behandlung von fokalen Anfällen mit oder ohne sekundär generalisierten tonisch-

klonischen Anfällen.

Zur Monotherapie oder Kombinationstherapie von Erwachsenen und Kindern ab 6 Jahren.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Vor der Entscheidung zur Behandlung mit Carbamazepin oder chemisch verwandten

Wirkstoffen sollten Patienten han-chinesischer oder thailändischer Abstammung auf die

Genvariante HLA-B*1502 hin untersucht werden, wenn dies irgendwie möglich ist. Dieses

Allel ist ein starker Prädiktor für das Risiko des Auftretens des Stevens-Johnson-Syndroms bei

einer Behandlung mit Carbamazepin (siehe Hinweise zu Gentests und Hautreaktionen in

Abschnitt 4.4).

Dosierung

Die Mono- und Kombinationstherapie mit Oxcarbazepin kann bereits mit einer klinisch

wirksamen Dosis begonnen werden, die auf 2 Einzelgaben verteilt wird. Die Dosierung kann je

nach Ansprechen des Patienten auf die Therapie gesteigert werden. Wenn andere Antiepileptika

durch Oxcarbazepin ersetzt werden sollen, ist die Dosis des abzusetzenden Antiepileptikums/der

abzusetzenden Antiepileptika zu Beginn der Behandlung mit Oxcarbazepin schrittweise

herabzusetzen. Da bei der Kombinationstherapie die Gesamtdosis an Antiepileptika steigt, muss

möglicherweise die Dosis des anderen Antiepileptikums/der anderen Antiepileptika gesenkt

und/oder die Dosis von Oxcarbazepin langsamer erhöht werden (siehe Abschnitt 4.5).

Therapeutisches Drug-Monitoring

Die therapeutische Wirkung von Oxcarbazepin wird primär über den aktiven Metaboliten 10-

Monohydroxyderivat (MHD) von Oxcarbazepin vermittelt (siehe Abschnitt 5.).

Eine routinemäßige Kontrolle der Plasmaspiegel von Oxcarbazepin oder MHD ist nicht

erforderlich, kann jedoch in Situationen von Nutzen sein, in welchen eine Veränderung der

MHD-Clearance zu erwarten ist (siehe Abschnitt 4.4). In solchen Fällen kann die Oxcarbazepin-

Dosis (auf Grundlage der 2-4 Stunden nach der Gabe gemessenen Plasmaspiegel) so angepasst

werden, dass ein maximaler MHD-Plasmaspiegel von < 35 mg/l eingehalten wird.

Erwachsene

Monotherapie

Empfohlene Anfangsdosis

Die Behandlung mit Oxcarbazepin sollte mit einer Tagesdosis von 600 mg (8-10 mg

Oxcarbazepin/kg

Körpergewicht [KG]/Tag), verteilt auf 2 Einzeldosen, begonnen werden.

Erhaltungsdosis

Wenn klinisch erforderlich, kann die Tagesdosis in Abständen von etwa einer Woche in

Schritten von höchstens 600 mg bis zur gewünschten Wirkung gesteigert werden. Die

Erhaltungsdosis liegt zwischen 600 mg und 2.400 mg

Oxcarbazepin/Tag.

Kontrollierte Monotherapiestudien an bisher nicht mit Antiepileptika behandelten Patienten

haben die Wirksamkeit einer Tagesdosis von 1.200 mg gezeigt; bei therapierefraktären

Patienten, die von anderen Antiepileptika auf eine Monotherapie mit Oxcarbazepin umgestellt

wurden, erwies sich eine Tagesdosis von 2.400 mg als wirksam.

Empfohlene Maximaldosis

Unter kontrollierten stationären Bedingungen konnte die Tagesdosis innerhalb von 48 Stunden

auf 2.400 mg Oxcarbazepin gesteigert werden.

Kombinationstherapie

Empfohlene Anfangsdosis

Die Behandlung mit Oxcarbazepin sollte mit einer Tagesdosis von 600 mg (8-10 mg

Oxcarbazepin/kg KG/Tag), verteilt auf 2 Einzeldosen, begonnen werden.

Erhaltungsdosis

Wenn klinisch erforderlich, kann die Tagesdosis in Abständen von etwa einer Woche in

Schritten von höchstens 600 mg bis zur gewünschten Wirkung gesteigert werden. Die

Erhaltungsdosis liegt zwischen 600 mg und 2.400 mg

Oxcarbazepin/Tag.

Empfohlene Maximaldosis

Tagesdosen von 600-2.400 mg erwiesen sich in einer kontrollierten Studie in der

Kombinationstherapie als wirksam, wobei die meisten Patienten, hauptsächlich wegen

zentralnervöser Nebenwirkungen, eine Tagesdosis von 2.400 mg nicht ohne eine

Dosisverringerung der anderen gleichzeitig gegebenen Antiepileptika tolerierten.

Tagesdosen über 2.400 mg wurden nicht systematisch in klinischen Studien untersucht.

Ältere Patienten

(ab 65 Jahre)

Für ältere Patienten sind keine speziellen Dosierungsempfehlungen erforderlich, da die

therapeutische Dosis individuell angepasst wird. Bei älteren Patienten mit eingeschränkter

Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) wird eine Dosisanpassung empfohlen

(Angaben zur Dosierung siehe unten bei „Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion“). Bei

Patienten mit Hyponatriämie-Risiko ist eine engmaschige Überwachung der

Natriumkonzentration erforderlich (siehe Abschnitt 4.4).

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Einschränkung der Leberfunktion ist keine

Dosisanpassung erforderlich. Untersuchungen an Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz

liegen nicht vor, daher ist bei der Behandlung dieser Patienten Vorsicht geboten (siehe

Abschnitt 5.2).

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Die Behandlung von Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance <

30 ml/min) sollte mit einer Anfangsdosis von 300 mg/Tag begonnen und in Abständen von

mindestens einer Woche bis zur gewünschten Wirkung gesteigert werden (siehe Abschnitt 5.2).

Die Dosissteigerung bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion bedarf einer

sorgfältigeren Überwachung.

Kinder und Jugendliche

Empfohlene Anfangsdosis

Bei Mono- und Kombinationstherapie sollte die Behandlung mit einer Dosis von 8-10 mg

Oxcarbazepin/kg KG/Tag, verteilt auf 2 Einzeldosen, begonnen werden.

Erhaltungsdosis

In Kombinationstherapiestudien hat sich eine Erhaltungsdosis von 30-46 mg/kg KG/Tag, die

über einen Zeitraum von zwei Wochen erreicht wurde, bei Kindern als wirksam und gut

verträglich erwiesen. Therapeutische Erfolge wurden mit einer mittleren Erhaltungsdosis von

etwa 30 mg Oxcarbazepin/kg KG/Tag erzielt.

Empfohlene Maximaldosis

Wenn klinisch erforderlich, kann die Tagesdosis in Abständen von etwa einer Woche in

Schritten von höchstens 10 mg/kg KG/Tag bis zu einer Maximaldosis von 46 mg/kg KG/Tag

gesteigert werden, um die gewünschte Wirkung zu erzielen (siehe Abschnitt 5.2).

Oxcarbazepin wird zur Behandlung von Kindern ab 6 Jahren empfohlen. In kontrollierten

klinischen Studien wurden Sicherheit und Wirksamkeit bei ca. 230 Kindern im Alter von einem

Monat bis 6 Jahren untersucht. Oxcarbazepin wird nicht für die Anwendung bei Kindern unter 6

Jahren empfohlen, da Sicherheit und Wirksamkeit nicht ausreichend belegt sind.

Die oben aufgeführten Dosierungsempfehlungen (Erwachsene, ältere Patienten und Kinder)

beruhen auf den Erfahrungen aus klinischen Studien für alle Altersgruppen. Gegebenenfalls

können jedoch auch niedrigere Anfangsdosen verwendet werden.

Art der Anwendung

Die Tabletten besitzen Bruchkerben und können in zwei Teile geteilt werden, um dem Patienten

die Einnahme zu erleichtern, aber nicht, um zwei gleiche Dosen zu erhalten. Für Kinder, die

keine Tabletten schlucken können, oder falls die benötigte Dosierung nicht in Tablettenform

verabreicht werden kann, stehen andere Darreichungsformen zur Verfügung.

Die Filmtabletten können unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Überempfindlichkeitsreaktionen

Über allergische Reaktionen vom Soforttyp (Typ I), einschließlich Rash (flüchtige Hautrötung),

Pruritus, Urtikaria, Angioödem und anaphylaktischer Reaktionen, wurde nach Markteinführung

berichtet. Anaphylaktische Reaktionen und Angioödeme im Bereich des Larynx, der Glottis, der

Lippen und der Augenlider wurden sowohl nach Ersteinnahme als auch im weiteren Verlauf der

Therapie mit Oxcarbazepin beobachtet. Beim Auftreten dieser Reaktionen unter der Behandlung

mit Oxcarbazepin sollte das Medikament sofort abgesetzt und eine alternative Behandlung

eingeleitet werden.

Patienten, die Überempfindlichkeitsreaktionen auf Carbamazepin gezeigt haben, sollten darüber

informiert werden, dass (auch bei Behandlung mit Oxcarbazepin)

Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. schwere Hautreaktionen) mit einer Kreuzreaktionsrate

von 25-30 % auftreten können (siehe Abschnitt 4.8).

Überempfindlichkeitsreaktionen, darunter auch solche, die mehrere Organe betreffen, können

auch bei Patienten ohne Überempfindlichkeit auf Carbamazepin in der Vorgeschichte auftreten.

Solche Reaktionen können Haut, Leber, Blut und Lymphsystem sowie andere Organe, entweder

einzeln oder zusammen im Sinne einer systemischen Reaktion betreffen (siehe Abschnitt 4.8).

Grundsätzlich sollte Oxcarbazepin bei Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion sofort

abgesetzt werden.

Hautreaktionen

Fälle von lebensbedrohlichen Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und Toxisch

epidermaler Nekrolyse (TEN)) wurden in Zusammenhang mit der Anwendung von

Oxcarbazepin berichtet. Die Patienten sollten über die Anzeichen und Symptome dieser

schweren Nebenwirkungen informiert und engmaschig bezüglich des Auftretens von

Hautreaktionen überwacht werden.

Das Risiko für das Auftreten von SJS oder TEN ist in den ersten Behandlungswochen am

höchsten. Wenn Anzeichen oder Symptome für ein SJS oder eine TEN auftreten (z. B. ein

progredienter Hautausschlag, oft mit Blasenbildung oder begleitenden Schleimhautläsionen),

muss die Therapie mit Oxcarbazepin beendet werden. Der Verlauf von SJS und TEN wird

maßgeblich von der frühzeitigen Diagnosestellung und dem sofortigen Absetzen aller

verdächtigen Arzneimittel bestimmt, d. h. frühzeitiges Absetzen verbessert die Prognose.

Nach Auftreten eines SJS oder einer TEN in Zusammenhang mit der Anwendung von

Oxcarbazepin darf der Patient/die Patientin nie wieder mit Oxcarbazepin behandelt werden.

Schwere und in einigen Fällen tödliche Hautreaktionen, wie toxische epidermaler Nekrolyse

(TEN) und Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), treten bei schätzungsweise 1–6 von 10.000 neuen

Anwendern in Ländern mit hauptsächlich kaukasischer Bevölkerung auf, aber in einigen

asiatischen Ländern liegt das Risiko den Schätzungen nach etwa 10-mal höher.

Es liegen vermehrt Hinweise darauf vor, dass verschiedene HLA-Allele bei der Prädisposition

von Patienten für immunvermittelte unerwünschte Reaktionen eine Rolle spielen (siehe

nachfolgende Abschnitte und Abschnitt 4.2).

Allel HLA-A*3101 – Personen europäischer und japanischer Abstammung

Es liegen Daten vor, die darauf hinweisen, dass das Allel HLA-A*3101 bei Personen mit

europäischer Abstammung sowie bei Japanern mit einem erhöhten Risiko von Carbamazepin-

induzierten unerwünschten Arzneimittelwirkungen der Haut assoziiert ist, z. B. SJS, TEN,

Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS-Syndrom) oder

weniger schwer akuter generalisierter exanthematischer Pustulose (AGEP) und

makulopapulösem Arzneimittelexanthem.

Die Häufigkeit des HLA-A*3101-Allels zeigt starke Variationen zwischen den verschiedenen

ethnischen Gruppen. Das Allel HLA-A*3101 hat eine Prävalenz von 2 % bis 5 % bei der

europäischen Bevölkerung und von etwa 10 % bei der japanischen Bevölkerung.

Das Vorliegen des Allels HLA-A*3101 kann das Risiko Carbamazepin-induzierter

Hautreaktionen (in den meisten Fällen von geringerem Schweregrad) von 5,0 % bei der

Allgemeinbevölkerung auf 26,0 % bei Patienten europäischer Abstammung steigern,

wohingegen das Fehlen dieses Allels das Risiko von 5,0 % auf 3,8 % senken kann.

Allel HLA-A*3101 – Andere Bevölkerungsgruppen

Die Frequenz dieses Allels wird bei der Mehrheit der australischen, asiatischen,

afrikanischen und nordamerikanischen Bevölkerungsgruppen auf weniger als 5 % geschätzt, mit

einigen Ausnahmen im Bereich von 5 bis 12 %. Bei einigen ethnischen Gruppen in Südamerika

(Argentinien und Brasilien), Nordamerika (USA – Navajo und Sioux; Sonora/Mexiko – Seri)

und Südindien (Tamil Nadu) wird die Frequenz auf über 15 % geschätzt, bei anderen

Ureinwohnern in diesen Regionen auf 10 bis 15 %.

Die Allelfrequenzen beziehen sich auf den Prozentsatz der Chromosomen in der jeweiligen

Bevölkerung, die ein bestimmtes Allel tragen. Da eine Person jeweils zwei Exemplare eines

Chromosoms besitzt, jedoch schon ein einzelnes HLA-A*3101-Allel das SJS-Risiko erhöhen

kann, beträgt der Prozentsatz der potenziellen Risikopatienten nahezu das Doppelte der

Allelfrequenz.

Es liegen keine ausreichenden Daten für die Empfehlung einer Untersuchung auf das Vorliegen

des Allels HLA-A*3101 vor Beginn einer Behandlung mit Carbamazepin oder chemisch

verwandter Wirkstoffe vor.

Ist bei Patienten europäischer oder japanischer Herkunft bekannt, dass sie das Allel HLA-

A*3101 tragen, kann die Anwendung von Carbamazepin oder chemisch verwandter Wirkstoffe

in Erwägung gezogen werden, wenn der voraussichtliche Nutzen größer ist als das Risiko.

Allel HLA-B*1502 bei Han-Chinesen, Thailändern und anderen asiatischen

Bevölkerungsgruppen

Es wurde nachgewiesen, dass das Vorhandensein des Allels HLA-B*1502 bei Personen, die von

Han-Chinesen oder Thailändern abstammen, stark mit dem Risiko des Auftretens schwerer

Hautreaktionen, und zwar des Stevens-Johnson-Syndroms (SJS), verbunden ist, wenn sie mit

Carbamazepin behandelt werden. Die chemische Struktur von Oxcarbazepin ähnelt der von

Carbamazepin, so dass die Möglichkeit besteht, dass Patienten, die das Allel HLA

B*1502

tragen, auch bei der Behandlung mit Oxcarbazepin das Risiko eines SJS aufweisen. Es liegen

Daten vor, die bei Oxcarbazepin auf einen solchen Zusammenhang hindeuten. Die Prävalenz

von Trägern des HLA-B*1502-Allels beträgt bei den Bevölkerungsgruppen der Han-Chinesen

und der Thailänder etwa 10 %. Diese Personen sollten vor Beginn der Therapie mit

Carbamazepin oder einem chemisch verwandten Wirkstoff auf dieses Allel hin untersucht

werden, wann immer dies möglich ist.

Werden Patienten mit entsprechender Abstammung positiv auf das Allel HLA

B*1502 getestet,

kann die Anwendung von Oxcarbazepin in Erwägung gezogen werden, wenn der

voraussichtliche Nutzen höher ist als das Risiko.

Aufgrund der Prävalenz dieses Allels bei anderen asiatischen Bevölkerungsgruppen (z. B. über

15 % auf den Philippinen und in Malaysia) ist in Erwägung zu ziehen, Patienten aus besonders

gefährdeten ethnischen Gruppen genetisch auf das Vorhandensein des Allels HLA-B*1502 zu

testen.

Bei getesteten Personen mit beispielsweise europäischer, afrikanischer und lateinamerikanischer

Herkunft sowie bei Japanern und Koreanern ist die Prävalenz des Allels HLA-B*1502 zu

vernachlässigen (< 1 %).

Die Allelfrequenzen beziehen sich auf den Prozentsatz der Chromosomen in der jeweiligen

Bevölkerung, die ein bestimmtes Allel tragen. Da eine Person jeweils zwei Exemplare eines

Chromosoms besitzt, jedoch schon ein einzelnes HLA-B*1502-Allel das SJS-Risiko erhöhen

kann, beträgt der Prozentsatz der potenziellen Risikopatienten nahezu das Doppelte der

Allelfrequenz.

Grenzen des genetischen Screenings

Das genetische Screening darf kein Ersatz für entsprechende klinische Vigilanz und adäquates

Patientenmanagement sein, da viele asiatische Patienten, die Träger des HLA- B*1502-Allels

sind und mit Oxcarbazepin behandelt werden, kein SJS/TEN entwickeln, andererseits aber

HLA-B*1502-negative Patienten beliebiger ethnischer Herkunft dennoch an SJS/TEN

erkranken können. Ähnlich ist die Situation bei HLA-A*3101 bezüglich des Risikos für SJS,

TEN, DRESS, AGEP oder makulopapulösen Ausschlag. Inwiefern andere Faktoren, wie Dosis

des Antiepileptikums, Compliance, Begleitmedikation und Begleiterkrankungen sowie das

Ausmaß der dermatologischen Kontrolle, das Auftreten dieser schwerwiegenden unerwünschten

Hautreaktionen und der damit verbundenen Erkrankungen begünstigen, ist noch nicht

untersucht.

Informationen für medizinisches Fachpersonal

Für Tests auf das Allel HLA-B*1502 wird die hochauflösende „HLA-B*1502-

Genotypisierung“ empfohlen. Der Test ist positiv, wenn ein oder zwei HLA-B*1502-Allele

nachgewiesen werden, und negativ, wenn kein HLA-B*1502-Allel nachgewiesen wird. Ebenso

wird für Tests auf das Allel HLA-A*3101 die hochauflösende „HLA-A*3101-Genotypisierung“

empfohlen. Der Test ist positiv, wenn ein oder zwei HLA-A*3101-Allele nachgewiesen

werden, und negativ, wenn kein HLA-A*3101-Allel nachgewiesen wird.

Risiko für die Exazerbation von Krampfanfällen

In Zusammenhang mit der Anwendung von Oxcarbazepin wurde über ein Risiko für die

Exazerbation von Krampfanfällen berichtet. Dieses Risiko betrifft besonders Kinder; eine

Exazerbation von Krampfanfällen kann jedoch auch bei Erwachsenen auftreten. Wenn es zu

einer Exazerbation von Krampfanfällen kommt, ist Oxcarbazepin abzusetzen.

Hyponatriämie

Serum-Natrium-Konzentrationen unter 125 mmol/l wurden bei bis zu 2,7 % der mit

Oxcarbazepin behandelten Patienten beobachtet. Sie sind gewöhnlich asymptomatisch und

machen keine Anpassung der Dosierung erforderlich. Die Erfahrungen aus den klinischen

Studien zeigen, dass sich die Serum-Natrium-Konzentrationen normalisieren, wenn die

Oxcarbazepin-Dosis verringert, Oxcarbazepin abgesetzt oder der Patient konservativ (z. B. mit

Flüssigkeitsrestriktion) behandelt wird. Bei Patienten mit vorbestehenden Nierenerkrankungen,

die mit einer niedrigen Serum-Natrium-Konzentration einhergehen (z. B. Syndrom der

inadäquaten ADH-Sekretion) oder bei Patienten, die gleichzeitig mit die Natrium-Konzentration

senkenden Arzneimitteln (z. B. Diuretika, Desmopressin) oder mit nicht-steroidalen

Antirheumatika (z. B. Indometacin) behandelt werden, sollte die Serum-Natrium-Konzentration

vor der Behandlung bestimmt werden. Danach sollte die Serum-Natrium-Konzentration

zunächst nach etwa 2 Wochen und dann während der ersten 3 Monate der Behandlung in

monatlichen Abständen oder entsprechend der klinischen Notwendigkeit bestimmt werden. Die

oben genannten Risikofaktoren treten besonders bei älteren Patienten auf. Bei Patienten, die mit

Oxcarbazepin behandelt werden und bei denen eine Behandlung mit die Natrium-Konzentration

senkenden Arzneimitteln begonnen wird, sollte dem gleichen Schema für die Bestimmung der

Serum-Natrium-Konzentration gefolgt werden. Grundsätzlich sollte eine Bestimmung der

Serum-Natrium-Konzentration in Betracht gezogen werden, wenn während der Behandlung mit

Oxcarbazepin klinische Zeichen einer Hyponatriämie auftreten (siehe Abschnitt 4.8). Ansonsten

kann die Serum-Natrium-Konzentration im Rahmen der routinemäßigen Laborkontrollen

bestimmt werden.

Bei allen Patienten mit Herzinsuffizienz sollte eine regelmäßige Gewichtskontrolle durchgeführt

werden, um das Auftreten einer Flüssigkeitsretention festzustellen. Im Falle einer

Flüssigkeitsretention oder einer Verschlechterung der Herzfunktion sollte die Serum-Natrium-

Konzentration bestimmt werden. Wenn eine Hyponatriämie festgestellt wird, ist eine

Flüssigkeitsrestriktion eine wichtige Behandlungsmaßnahme. Da Oxcarbazepin in sehr seltenen

Fällen zu Störungen der Reizleitung am Herzen führen kann, sollten Patienten mit bereits

bestehenden Reizleitungsstörungen (z. B. AV-Block, Arrhythmien) sorgfältig überwacht

werden.

Hypothyreose

Hypothyreose ist eine Nebenwirkung von Oxcarbazepin (die Häufigkeit ist nicht bekannt, siehe

Abschnitt 4.8). Angesichts der Bedeutung der Schilddrüsenhormone für die kindliche

Entwicklung nach der Geburt wird für die pädiatrische Altersgruppe eine Überwachung der

Schilddrüsenfunktion während der Behandlung mit Oxcarbazepin empfohlen.

Leberfunktionsstörungen

Es wurde über sehr seltene Fälle von Hepatitis berichtet, die in den meisten Fällen einen

günstigen Verlauf hatten. Wenn ein Verdacht auf eine Leberschädigung besteht, sollten

Leberfunktionstests durchgeführt und das Absetzen von Oxcarbazepin in Betracht gezogen

werden.

Bei der Behandlung von Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung ist Vorsicht

geboten (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).

Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min) ist

während der Behandlung mit Oxcarbazepin Vorsicht geboten, insbesondere bei Festlegung der

Anfangsdosis und bei Dosiserhöhungen. Eine Überwachung der MHD-Plasmaspiegel kann

erwogen werden (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).

Hämatologische Störungen

In sehr seltenen Fällen wurde in Spontanmeldungen nach der Markteinführung über

Agranulozytose, aplastische Anämie und Panzytopenie bei mit Oxcarbazepin behandelten

Patienten berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Das Absetzen von Oxcarbazepin sollte in Erwägung

gezogen werden, wenn Anzeichen einer deutlichen Knochenmarkdepression auftreten.

Suizidgedanken und suizidales Verhalten

Über suizidale Gedanken und suizidales Verhalten wurde bei Patienten, die mit Antiepileptika

in verschiedenen Indikationen behandelt wurden, berichtet. Eine Metaanalyse randomisierter,

placebo-kontrollierter Studien mit Antiepileptika zeigte auch ein leicht erhöhtes Risiko für das

Auftreten von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten. Der Mechanismus für die Auslösung

dieser Nebenwirkung ist nicht bekannt, und die verfügbaren Daten schließen die Möglichkeit

eines erhöhten Risikos bei der Einnahme von Oxcarbazepin nicht aus.

Deshalb sollten Patienten hinsichtlich Anzeichen von Suizidgedanken und suizidalen

Verhaltensweisen überwacht und eine geeignete Behandlung in Erwägung gezogen werden.

Patienten (und deren Betreuern) sollte geraten werden medizinische Hilfe einzuholen, wenn

Anzeichen für Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten.

Hormonale Kontrazeptiva

Frauen im gebärfähigen Alter sollten darauf hingewiesen werden, dass bei gleichzeitiger

Anwendung von Oxcarbazepin und hormonalen Kontrazeptiva, diese Art der

Empfängnisverhütung unwirksam werden kann (siehe Abschnitt 4.5). Bei Behandlung mit

Oxcarbazepin werden daher zusätzliche, nicht-hormonale Verhütungsmethoden empfohlen.

Alkohol

Vorsicht ist geboten, wenn während der Behandlung mit Oxcarbazepin Alkohol eingenommen

wird, da sich die sedativen Wirkungen möglicherweise verstärken können.

Absetzen von Oxcarbazepin

Wie alle Antiepileptika sollte auch Oxcarbazepin nur langsam abgesetzt werden, um das Risiko

eines Wiederauftretens oder einer Zunahme von Anfällen zu minimieren.

Überwachung der Plasmaspiegel

Obwohl die Korrelationen zwischen Dosierung und Plasmaspiegel von Oxcarbazepin sowie

zwischen Plasmaspiegel und klinischer Wirksamkeit oder Verträglichkeit eher schwach sind,

kann die Überwachung der Plasmaspiegel zur Verifizierung der Patienten-Compliance oder bei

zu erwartender Veränderung der MHD-Clearance u. a. in folgenden Situationen nützlich sein:

Veränderung der Nierenfunktion (siehe „Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion“,

Abschnitt 4.2).

Schwangerschaft (siehe Abschnitte 4.6 und 5).

Gleichzeitige Anwendung von leberenzyminduzierenden Arzneimitteln (siehe Abschnitt 4.5).

Oxcarbazepin-CT enthält Lactose

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-

Galactose-Malabsorption sollten

Oxcarbazepin-CT

Filmtabletten

nicht einnehmen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Enzyminduktion

Oxcarbazepin und dessen pharmakologisch aktiver Metabolit (Monohydroxyderivat, MHD)

induzieren

in vitro

in vivo

schwach die Enzyme CYP3A4 und CYP3A5 des Cytochrom-

P450-Komplexes. Diese Enzyme sind für die Metabolisierung einer sehr großen Zahl von

Arzneimitteln wie Immunsuppressiva (z. B. Ciclosporin, Tacrolimus), Kalzium-Antagonisten

vom 1,4-Dihydropyridin-Typ, orale Kontrazeptiva (siehe unten) und einige andere

Antiepileptika (z. B. Carbamazepin) verantwortlich und können daher zu einer Senkung des

Plasmaspiegels dieser Arzneimittel führen (die Tabelle unten gibt einen Überblick über die

Ergebnisse bezüglich weiterer Antiepileptika).

In vitro

induzieren Oxcarbazepin und MHD die UDP-Glukuronyltransferase schwach (Effekte

auf spezifische Enzyme in dieser Familie sind nicht bekannt). Daher können Oxcarbazepin und

in vivo

einen schwachen induzierenden Effekt auf die Metabolisierung von

Medikamenten haben, die hauptsächlich durch Konjugation über die UDP-

Glukuronyltransferase eliminiert werden. Bei Beginn der Therapie mit Oxcarbazepin oder bei

der Änderung der Dosierung kann es zwei bis drei Wochen dauern, ehe der volle

enzyminduzierende Effekt erreicht ist.

Falls die Therapie mit Oxcarbazepin abgebrochen wird, kann eine Dosisreduktion gleichzeitig

verabreichter Arzneimittel notwendig sein. Die Entscheidung hierüber sollte vom klinischen

Monitoring und/oder dem Plasmaspiegel abhängig gemacht werden. Der enzyminduzierende

Effekt von Oxcarbazepin bildet sich innerhalb von 2–3 Wochen nach Absetzen zurück.

Hormonale Kontrazeptiva

Es wurde gezeigt, dass Oxcarbazepin die Serum-Konzentration von Ethinylestradiol und

Levonorgestrel, den beiden Komponenten eines hormonalen Kontrazeptivums, beeinflusst. Die

mittleren AUC-Werte von Ethinylestradiol und Levonorgestrel wurden um 48-52 % bzw. 32-

52 % erniedrigt. Daher kann die gleichzeitige Anwendung von Oxcarbazepin und hormonalen

Kontrazeptiva diese unwirksam machen (siehe Abschnitt 4.4). Es sollte deshalb eine andere

zuverlässige Verhütungsmethode angewandt werden.

Enzymhemmung

Oxcarbazepin und MHD inhibieren CYP2C19. Deshalb kann es bei hoher Dosierung von

Oxcarbazepin und der gleichzeitigen Gabe anderer Arzneimittel, die durch CYP2C19

metabolisiert werden (z. B. Phenytoin), zu Wechselwirkungen kommen. Die Phenytoin-Plasma-

Konzentration war um bis zu 40 % erhöht, wenn Oxcarbazepin in Dosen über 1.200 mg/Tag

gegeben wurde (siehe die Zusammenfassung der Ergebnisse mit anderen Antiepileptika in der

Tabelle unten). Daher kann eine Verminderung der parallel verabreichten Phenytoin-Dosis

notwendig werden (siehe Abschnitt 4.2).

Wechselwirkungen mit anderen Antiepileptika

Mögliche Wechselwirkungen zwischen Oxcarbazepin und anderen Antiepileptika wurden in

klinischen Studien untersucht. Die Auswirkungen auf die mittleren Werte von AUC und C

sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst.

Zusammenfassung der Wechselwirkungen zwischen anderen Antiepileptika und Oxcarbazepin

Antiepileptikum

Einfluss von Oxcarbazepin

auf das Antiepileptikum

Einfluss des

Antiepileptikums auf MHD

gleichzeitige Gabe von:

Konzentration:

Konzentration:

Carbamazepin

0-22 % Abnahme

(30 % Zunahme von

Carbamazepin-epoxid)

40 % Abnahme

Clobazam

Nicht untersucht

Kein Einfluss

Felbamat

Nicht untersucht

Kein Einfluss

Lamotrigin

Kein Einfluss

Kein Einfluss

Phenobarbital

14-15 % Zunahme

30-31 % Abnahme

Phenytoin

0-40 % Zunahme

29-35 % Abnahme

Valproinsäure

Kein Einfluss

0-18 % Abnahme

Starke Induktoren des Cytochrom-P450-Enzymkomplexes (wie Carbamazepin, Phenytoin und

Phenobarbital) senken bei Erwachsenen die Plasma-Konzentration von MHD (29-40 %). Wenn

eines dieser 3 enzyminduzierenden Antikonvulsiva verabreicht wurde, erhöhte sich bei Kindern

zwischen 4 und 12 Jahren im Vergleich zur Monotherapie die MHD-Clearance um 35 %. Die

Kombinationstherapie von Oxcarbazepin und Lamotrigin ist mit einem höheren

Nebenwirkungsrisiko verbunden (Übelkeit, Müdigkeit, Schwindel und Kopfschmerzen). Falls

neben Oxcarbazepin gleichzeitig ein oder mehrere andere antiepileptische Medikamente

verabreicht werden, empfiehlt sich gegebenenfalls eine sorgfältige Dosisanpassung und/oder

Überwachung der Plasmaspiegel. Dies gilt besonders für Kinder, die gleichzeitig mit

Lamotrigin behandelt werden.

Bei Oxcarbazepin wurde keine Autoinduktion beobachtet.

Kalzium-Antagonisten

Nach wiederholter gemeinsamer Gabe von Oxcarbazepin und Felodipin waren die AUC-Werte

von Felodipin um 28 % erniedrigt. Jedoch blieb die Serum-Konzentration im empfohlenen

therapeutischen Bereich.

Verapamil verursachte eine Erniedrigung der Plasma-Konzentration von MHD um 20 %. Diese

Erniedrigung der Plasma-Konzentration von MHD wird als klinisch nicht relevant betrachtet.

Andere Arzneimittelwechselwirkungen

Cimetidin, Erythromycin, Viloxazin, Warfarin und Dextropropoxyphen hatten keinen Einfluss

auf die Pharmakokinetik von MHD.

Eine Wechselwirkung von Oxcarbazepin mit MAO-Inhibitoren ist, aufgrund einer ähnlichen

Struktur von Oxcarbazepin und den trizyklischen Antidepressiva, theoretisch möglich.

Mit trizyklischen Antidepressiva behandelte Patienten waren in die klinischen Studien

eingeschlossen; es wurden keine klinisch relevanten Wechselwirkungen beobachtet.

Die gleichzeitige Gabe von Lithium und Oxcarbazepin kann zu erhöhter Neurotoxizität führen.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter und kontrazeptive Maßnahmen

Oxcarbazepin kann orale Kontrazeptiva, die Ethinylestradiol (EE) und Levonorgestrel (LNG)

enthalten, unwirksam machen (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5). Frauen im gebärfähigen Alter

sollten angewiesen werden, während der Behandlung mit Oxcarbazepin sehr zuverlässige

Verhütungsmethoden (vorzugsweise nicht-hormonelle, z. B. „Spirale“) anzuwenden.

Schwangerschaft

Generelle Risiken bei Epilepsie und der Einnahme von Antiepileptika

Innerhalb der Behandlungsgruppe von Frauen mit Epilepsie wurde unter Polytherapie,

insbesondere bei einer Polytherapie mit Valproat, eine höhere Missbildungsrate beobachtet.

Eine wirksame Antiepileptika-Therapie darf nicht unterbrochen werden, da eine

Verschlechterung der Krankheit sowohl für die Mutter als auch den Fetus schädlich ist.

Risiken aufgrund von Oxcarbazepin

Es liegen weitergehende Erfahrungen an schwangeren Frauen vor (300-1000

Schwangerschaftsausgänge). Die Daten zu Oxcarbazepin im Zusammenhang mit angeborenen

Fehlbildungen sind jedoch begrenzt. Es zeigt sich kein Anstieg bei der Gesamt-Fehlbildungsrate

mit Oxcarbazepin im Vergleich zu der in der Allgemeinbevölkerung (2-3 %). Dennoch kann mit

diesem Datenbestand ein mäßig erhöhtes teratogenes Risiko nicht völlig ausgeschlossen

werden.

Unter Berücksichtigung dieser Daten ergibt sich:

Bei Eintritt einer Schwangerschaft während der Therapie mit Oxcarbazepin oder wenn eine

Schwangerschaft geplant ist, muss die Anwendung dieses Arzneimittels sorgfältig

überdacht werden. Es sollte die niedrigste anfallskontrollierende Dosis und, wann immer

möglich, als Monotherapie gegeben werden, zumindest in den ersten drei

Schwangerschaftsmonaten.

Während der Schwangerschaft darf eine wirksame Oxcarbazepin-Therapie nicht

unterbrochen werden, da eine Verschlechterung der Epilepsie sowohl die Mutter als auch

den Fetus schädigt.

Überwachung

und Prävention:

Einige Antiepileptika können zu einem Folsäuremangel, einem möglichen Faktor für fetale

Missbildungen, beitragen. Die ergänzende Gabe von Folsäure vor und während der

Schwangerschaft wird daher empfohlen. Da die Wirksamkeit dieser Maßnahme nicht bewiesen

ist, sollte die Möglichkeit einer speziellen Pränataldiagnostik auch für Frauen angeboten

werden, die ergänzend Folsäure einnehmen.

Die Daten bei einer begrenzten Anzahl von Frauen weisen darauf hin, dass die Plasmaspiegel

des aktiven Metaboliten von Oxcarbazepin, dem 10-Monohydroxyderivat (MHD), während der

Schwangerschaft allmählich abnehmen können. Es wird empfohlen, das klinische Ansprechen

bei Frauen, die Oxcarbazepin während der Schwangerschaft einnehmen, sorgfältig zu

beobachten, um eine adäquate Anfallskontrolle sicherstellen zu können. Eine Untersuchung der

Veränderungen der MHD-Plasmaspiegel sollte in Betracht gezogen werden. Wenn die Dosis

während der Schwangerschaft erhöht wurde, kann eine Kontrolle der MHD-Plasmaspiegel nach

der Geburt ebenso erwogen werden.

Neugeborene:

Bei Neugeborenen wurde über Blutgerinnungsstörungen unter leberenzyminduzierenden

Antiepileptika berichtet. Als Vorsichtsmaßnahme sollte der werdenden Mutter in den letzten

Wochen der Schwangerschaft sowie dem Neugeborenen Vitamin K

gegeben werden.

Stillzeit

Beim Menschen treten Oxcarbazepin und sein aktiver Metabolit (MHD) in die Muttermilch

über. Zwischen Milch und Plasma wurde ein Konzentrationsverhältnis von 0,5 gefunden. Die

Auswirkungen auf den Säugling sind nicht bekannt. Daher darf während der Behandlung mit

Oxcarbazepin nicht gestillt werden.

Fertilität

Es liegen keine Daten zur Fertilität in Bezug auf den Menschen vor. Bei Ratten zeigte sich keine

Beeinträchtigung der Fertilität durch Oxcarbazepin. Wirkungen auf Reproduktionsparameter

wurden bei weiblichen Ratten bei MHD-Dosen beobachtet, die mit denen beim Menschen

vergleichbar sind (siehe Abschnitt 5.3).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Unter der Behandlung mit Oxcarbazepin wurde über Nebenwirkungen wie Schwindel,

Schläfrigkeit, Ataxie, Doppeltsehen, Verschwommensehen, Sehstörungen, Hyponatriämie und

Bewusstseinstrübung berichtet (vollständige Liste der Nebenwirkungen siehe Abschnitt 4.8),

insbesondere zu Behandlungsbeginn oder im Zusammenhang mit Dosisanpassungen (häufiger

während Dosissteigerungen). Daher sollte das Lenken von Fahrzeugen oder das Bedienen von

Maschinen mit besonderer Vorsicht erfolgen.

4.8

Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die am häufigsten berichteten

Nebenwirkungen sind Schläfrigkeit, Kopfschmerz,

Benommenheit/Schwindel, Doppeltsehen, Übelkeit, Erbrechen und Müdigkeit, die bei über

10 % der Patienten auftreten.

Das nach Organsystemen aufgeschlüsselte Nebenwirkungsprofil basiert auf der Erfassung

unerwünschter Ereignisse in klinischen Studien. Zusätzlich wurden aussagekräftige Fallberichte

aus dem klinischen Monitoring sowie Spontanmeldungen nach Markteinführung berücksichtigt.

Tabellarische Zusammenfassung der Nebenwirkungen

Schätzung der Häufigkeiten (entsprechend der CIOMS-III-Klassifikation):

Sehr häufig

≥ 1/10

Häufig

≥ 1/100 bis < 1/10

Gelegentlich

≥ 1/1.000 bis < 1/100

Selten

≥ 1/10.000 bis < 1/1.000

Sehr selten

< 1/10.000

Nicht bekannt

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Innerhalb jeder Systemorganklasse sind die Nebenwirkungen in absteigender Reihenfolge nach

der Häufigkeit geordnet. In jeder Häufigkeitsgruppe sind die unerwünschten Ereignisse nach

absteigendem Schweregrad aufgeführt.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Gelegentlich:

Leukopenie

Sehr selten:

Thrombozytopenie

Nicht bekannt:

Knochenmarkdepression, aplastische Anämie, Agranulozytose,

Panzytopenie, Neutropenie

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr selten

Überempfindlichkeitsreaktionen#

Nicht bekannt

Anaphylaktische Reaktionen

Endokrine Erkrankungen

Nicht bekannt:

Hypothyreose

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig:

Hyponatriämie

Sehr selten:

Hyponatriämie mit klinischen Symptomen wie epileptischen Anfällen,

Enzephalopathie, Bewusstseinstrübung, Verwirrtheit (vgl. auch weitere

Nebenwirkungen unter Erkrankungen des Nervensystems), Sehstörungen

(z. B. Verschwommensehen), Erbrechen, Übelkeit†

Nicht bekannt:

Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion mit folgenden Anzeichen und

Symptomen: Lethargie, Übelkeit, Schwindel, Abnahme der Serum(Blut)-

Osmolalität, Erbrechen, Kopfschmerzen, Verwirrungszustände oder

andere neurologische Anzeichen und Symptome

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig:

Unruhe (z. B. Nervosität), Affektlabilität, Verwirrungszustände,

Depression, Apathie

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig:

Schläfrigkeit, Kopfschmerz, Schwindelgefühl

Häufig:

Ataxie, Tremor, Nystagmus, Konzentrationsschwäche,

Gedächtnisstörungen (Amnesie)

Nicht bekannt:

Sprechstörungen (einschließlich Dysarthrie); häufiger während

Steigerungen der Oxcarbazepin-Dosis

Augenerkrankungen

Sehr häufig:

Doppeltsehen

Häufig

Verschwommensehen, Sehstörungen

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Häufig:

Schwindel

Herzerkrankungen

Sehr selten:

Atrioventrikulärer Block, Arrhythmien

Gefäßerkrankungen

Nicht bekannt:

Hypertonie

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig:

Erbrechen, Übelkeit

Häufig:

Diarrhö, Bauchschmerzen, Verstopfung

Sehr selten:

Pankreatitis und/oder Anstieg der Lipase und/oder der Amylase

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr selten:

Hepatitis

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig:

Ausschlag, Alopezie, Akne

Gelegentlich:

Urtikaria

Sehr selten:

Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse (Lyell-

Syndrom), Angioödem, Erythema multiforme (siehe Abschnitt 4.4)

Nicht bekannt:

Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen

(DRESS-Syndrom)**, akute generalisierte exanthematische Pustulose

(AGEP)**

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Sehr selten:

Systemischer Lupus erythematodes

Nicht bekannt

Es gibt Fallberichte über die Abnahme der Knochendichte unter dem

Bild der Osteoporose bis hin zu pathologischen Frakturen bei Patienten,

die Oxcarbazepin über eine lange Zeit angewendet haben. Der

Mechanismus, über den Oxcarbazepin den Knochen-Metabolismus

beeinflusst, ist nicht bekannt.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig:

Müdigkeit

Häufig:

Schwächegefühl

Untersuchungen

Gelegentlich:

Anstieg der Leberenzyme, Anstieg der alkalischen Phosphatase

Nicht bekannt:

Abfall von T4 (mit unklarer klinischer Signifikanz)

Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen

Nicht bekannt

Sturz

† Sehr selten kann sich unter der Behandlung mit Oxcarbazepin eine klinisch relevante

Hyponatriämie (Natrium < 125 mmol/l) entwickeln. Sie trat in der Regel innerhalb der ersten 3

Monate der Behandlung mit Oxcarbazepin auf, andererseits gab es auch Patienten, die über ein

Jahr nach Behandlungsbeginn zum ersten Mal einen Serum-Natrium-Spiegel von < 125 mmol/l

entwickelten (siehe Abschnitt 4.4).

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen aus Spontanberichten und Literaturfällen

(Häufigkeit nicht bekannt):

Diese unerwünschten Arzneimittelwirkungen basieren auf

Spontanberichten und Literaturfällen nach Markteinführung. Da diese Reaktionen auf

freiwilliger Basis von einer Population unbestimmter Größe berichtet wurden, ist es nicht

möglich, ihre Häufigkeit zuverlässig abzuschätzen. Deshalb werden diese unerwünschten

Arzneimittelwirkungen in die Häufigkeitskategorie „nicht bekannt“ eingeordnet.

# Überempfindlichkeitsreaktionen (einschließlich solcher, die mehrere Organe betreffen),

charakterisiert durch Symptome wie Hautausschlag, Fieber. Folgende andere Organe oder

Systeme können auch betroffen sein: Blut und Lymphsystem (z. B. Eosinophilie,

Thrombozytopenie, Leukozytopenie, Lymphknotenschwellung, Milzschwellung), Leber (z. B.

Hepatitis, Leberfunktionswerte außerhalb der Norm), Muskeln und Gelenke (z. B.

Gelenkschwellung, Myalgie, Gelenkschmerzen), Nervensystem (z. B. hepatische

Enzephalopathie), Nieren (z. B. Nierenversagen, interstitielle Nephritis, Proteinurie), Lunge (z.

B. Lungenödem, Asthma, Bronchospasmus, interstitielle Lungenerkrankung, Dyspnoe),

Angioödem.

Es gibt zunehmend Hinweise für einen Zusammenhang zwischen Genmarkern und dem

Auftreten von unerwünschten Arzneimittelwirkungen der Haut wie SJS, TEN, DRESS, AGEP

und makulopapulösem Ausschlag. Bei japanischen und europäischen Patienten wurde berichtet,

dass eine Assoziation zwischen diesen Reaktionen und der Anwendung von Carbamazepin bei

gleichzeitigem Vorliegen des Allels HLA-A*3101 besteht. Bei einem weiteren Marker, dem

Allel HLA-B*1502, konnte gezeigt werden, dass ein starker Zusammenhang mit dem Auftreten

von SJS und TEN bei Han-Chinesen, Thailändern und einigen anderen asiatischen

Bevölkerungsgruppen besteht (siehe Abschnitt 4.2 und 4.4 für weitere Informationen).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses

des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall

einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Einzelfälle von Überdosierung sind berichtet worden. Die maximale eingenommene Dosis

betrug etwa 48.000 mg.

Anzeichen und Symptome

Elektrolyt- und Flüssigkeitsbilanzstörungen:

Hyponatriämie

Augenerkrankungen:

Doppeltsehen, Miosis, Verschwommensehen

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts:

Übelkeit, Erbrechen, Hyperkinesie

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort:

Erschöpfung

Untersuchungen:

Atemdepression, Verlängerung des QTc-Intervalls

Erkrankungen des Nervensystems:

Benommenheit und Schläfrigkeit, Schwindel, Ataxie und

Nystagmus, Tremor, Koordinationsstörungen (abnorme Koordination), Konvulsion,

Kopfschmerzen, Koma, Verlust des Bewusstseins, Dyskinesie

Psychiatrische Erkrankungen:

Aggression, Agitiertheit, Verwirrtheit

Gefäßerkrankungen:

Hypotonie

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums:

Dyspnoe

Behandlung

Ein spezifisches Antidot ist nicht bekannt. Nach Bedarf sollte eine symptomatische und

unterstützende Behandlung durchgeführt werden. Eine Entfernung des Arzneimittels durch

Magenspülung und/oder Inaktivierung durch Gabe von Aktivkohle sollte in Erwägung gezogen

werden.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiepileptika

ATC-Code: N03AF02

Pharmakodynamische Effekte

Die pharmakologische Aktivität von Oxcarbazepin beruht hauptsächlich auf dem Metaboliten

MHD (siehe Abschnitt 5.2). Es wird angenommen, dass der Wirkungsmechanismus von

Oxcarbazepin und MHD hauptsächlich auf einer Blockade spannungsabhängiger Natrium-

Kanäle beruht, was zu einer Stabilisierung übererregter Nervenmembranen, einer Hemmung

repetitiver neuronaler Entladung und einer Verminderung der Ausbreitung von synaptischen

Impulsen führt. Zusätzlich kann auch eine erhöhte Durchlässigkeit der Zellmembran für Kalium

und eine Modulation der spannungsaktivierten Kalziumkanäle zu der antikonvulsiven Wirkung

beitragen. Es wurden keine signifikanten Wechselwirkungen mit Neurotransmitter- oder

Modulatorbindungsstellen im Gehirn beobachtet.

Oxcarbazepin und sein aktiver Metabolit (MHD) sind im Tierexperiment stark wirksame

Antikonvulsiva. Sie schützten Nager vor generalisierten tonisch-klonischen und in geringerem

Maß auch vor klonischen Krämpfen und beseitigten oder verminderten die Häufigkeit von

chronisch wiederkehrenden fokalen Anfällen bei Rhesusaffen mit Aluminiumimplantaten. Es

wurde keine Toleranzentwicklung (d. h. Abschwächung der antikonvulsiven Wirkung) bei

tonisch-klonischen Krämpfen an Mäusen und Ratten beobachtet, die 5 Tage bzw. 4 Wochen

lang täglich mit Oxcarbazepin oder MHD behandelt wurden.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Nach oraler Gabe als Tabletten wird Oxcarbazepin vollständig resorbiert und weitgehend zu

seinem pharmakologisch aktiven Metaboliten (MHD) metabolisiert.

Bei nüchternen männlichen Probanden betrug nach einer Einzeldosis von 600 mg Oxcarbazepin

als Tabletten die mittlere C

von MHD 34 µmol/l mit einem Median für t

von 4,5 Stunden.

Nach einer Einzeldosis von 600 mg Oxcarbazepin als Suspension zum Einnehmen betrug bei

nüchternen männlichen Probanden die mittlere C

von MHD 24,9 µmol/l mit einem Median

für t

von 6 Stunden.

In einer Studie zur Massenbilanz waren beim Menschen nur 2 % der Gesamtradioaktivität im

Plasma unverändertes Oxcarbazepin, ca. 70 % war MHD, der Rest konnte sekundären

Metaboliten zugeschrieben werden, die rasch eliminiert wurden.

Die Nahrung hat keinen Einfluss auf Geschwindigkeit und Ausmaß der Resorption von

Oxcarbazepin, daher kann

Oxcarbazepin-CT Filmtabletten

zu oder unabhängig von den

Mahlzeiten eingenommen werden.

Verteilung

Das scheinbare Verteilungsvolumen von MHD beträgt 49 Liter.

MHD wird zu ca. 40 % an Serum-Proteine, vorwiegend Albumin, gebunden. Die

Eiweißbindung war im therapeutischen Bereich konzentrationsunabhängig. Oxcarbazepin und

MHD werden nicht an α

-Acid Glykoprotein gebunden.

Oxcarbazepin und sein aktiver Metabolit (MHD) passieren die Plazenta. In einem Fall wurde

beim Neugeborenen und der Mutter eine ähnliche Plasma-Konzentration von MHD gefunden.

Biotransformation

Oxcarbazepin wird in der Leber rasch durch Enzyme des Zytosols zu MHD reduziert, welches

in erster Linie für die pharmakologische Wirkung von Oxcarbazepin verantwortlich ist. MHD

wird durch Konjugation mit Glukuronsäure weiter metabolisiert. Geringe Anteile (4 % der

Dosis) werden zu dem pharmakologisch inaktiven Metaboliten DHD (10,11-Dihydroxyderivat)

oxidiert.

Elimination

Oxcarbazepin wird aus dem Körper hauptsächlich in Form von Metaboliten eliminiert, die

vorwiegend über die Nieren ausgeschieden werden. Über 95 % der Dosis erscheinen im Urin,

wovon weniger als 1 % unverändertes Oxcarbazepin ist. Die Ausscheidung mit den Faeces

beträgt weniger als 4 % der verabreichten Dosis. Ca. 80 % der Dosis werden entweder als

Glukuronide von MHD (49 %) oder als unverändertes MHD (27 %) mit dem Urin

ausgeschieden, während das inaktive DHD ca. 3 % und Konjugate von Oxcarbazepin ca. 13 %

der Dosis ausmachen.

Oxcarbazepin wird aus dem Plasma rasch mit einer scheinbaren Halbwertszeit zwischen 1,3 und

2,3 Stunden eliminiert. Im Gegensatz dazu beträgt die scheinbare Halbwertszeit von MHD

durchschnittlich 9,3 ± 1,8 Stunden.

Dosislinearität

Die Plasma-Konzentration von MHD erreicht bei Patienten nach 2-mal täglicher Gabe von

Oxcarbazepin-CT Filmtabletten

innerhalb von 2-3 Tagen den Steady state. Die

Pharmakokinetik von MHD im Steady state ist linear und zeigt im Dosisbereich von 300-

2.400 mg Oxcarbazepin/Tag Dosisproportionalität.

Besondere Patientengruppen

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Die Pharmakokinetik und der Metabolismus von Oxcarbazepin und MHD wurden an gesunden

Probanden und an Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion nach Einmalgabe von 900 mg

Oxcarbazepin untersucht. Eine geringe bis mittelschwere Einschränkung der Leberfunktion

beeinflusste die Pharmakokinetik von Oxcarbazepin und MHD nicht. Bei Patienten mit

schwerer Leberinsuffizienz wurde Oxcarbazepin nicht untersucht.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Es existiert eine lineare Beziehung zwischen der Kreatinin-Clearance und der renalen Clearance

von MHD. Nach Einmalgabe von 300 mg Oxcarbazepin verlängert sich bei Patienten mit

eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) die

Eliminationshalbwertszeit von MHD um 60-90 % (16-19 Stunden) im Vergleich zu

Erwachsenen mit normaler Nierenfunktion (10 Stunden) und es kommt zu einer Verdoppelung

der AUC bei diesen Patienten.

Kinder

In klinischen Studien wurde die Pharmakokinetik von Oxcarbazepin bei Kindern mit einer

Dosis von 10–60 mg/kg Körpergewicht/Tag untersucht. Die gewichtsbezogene MHD-Clearance

vermindert sich, je mehr sich Alter und Gewicht dem Erwachsener annähern. Bei Kindern im

Alter zwischen 4 und 12 Jahren ist die durchschnittliche gewichtsbezogene MHD-Clearance um

ungefähr 40 % höher als bei Erwachsenen. Es ist daher zu erwarten, dass die MHD-Exposition

bei diesen Kindern zwei Drittel des Wertes eines Erwachsenen mit vergleichbarer

gewichtsbezogener Dosierung beträgt. Es ist davon auszugehen, dass mit zunehmendem

Körpergewicht bei Patienten ab 13 Jahren die gewichtsbezogene MHD-Clearance die Werte

Erwachsener erreicht.

Schwangerschaft

Daten bei einer begrenzten Anzahl von Frauen weisen darauf hin, dass die

Plasmakonzentrationen von MHD während der Schwangerschaft allmählich abnehmen können

(siehe Abschnitt 4.6).

Ältere Patienten

Nach Einmalgabe (300 mg Oxcarbazepin) und Mehrfachgabe (600 mg Oxcarbazepin/Tag)

waren bei älteren Probanden (Alter 60-82 Jahre) die maximalen Plasma-Konzentrationen und

die AUC von MHD um 30-60 % höher als bei jüngeren Probanden (Alter 18-32 Jahre). Ein

Vergleich der Kreatinin-Clearance bei jungen und älteren Probanden zeigt, dass der Unterschied

auf einer altersbedingten Verminderung der Kreatinin-Clearance beruht. Spezielle

Dosierungsempfehlungen sind nicht notwendig, da die therapeutische Dosis individuell

bestimmt wird.

Geschlecht

Geschlechtsabhängige pharmakokinetische Unterschiede wurden weder bei Kindern noch bei

Erwachsenen oder älteren Patienten beobachtet.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Die präklinischen Daten aus den Studien mit Oxcarbazepin und dem pharmakologisch aktiven

Metaboliten, dem Monohydroxyderivat (MHD), zur Sicherheitspharmakologie und

Genotoxizität zeigen kein spezielles Risiko für die Anwendung am Menschen.

In Toxizitätsstudien mit wiederholter Gabe wurden bei Ratten Hinweise auf Nierentoxizität

gefunden, nicht jedoch bei Hunden und Mäusen.

Immuntoxizität

Versuche zur Immunstimulation an Mäusen zeigten, dass MHD (und in geringerem Ausmaß

auch Oxcarbazepin) eine verzögerte Überempfindlichkeitsreaktion induzieren kann.

Mutagenität

Oxcarbazepin erhöhte

in vitro

in einem Ames-Test ohne metabolische Aktivierung die

Mutationsfrequenz bei einem von fünf Bakterienstämmen. Oxcarbazepin und MHD führten

in

vitro

im Test an Ovarzellen des Chinesischen Hamsters ohne metabolische Aktivierung zu

einem Anstieg der Chromosomenaberrationen und/oder Polyploidie. MHD war im Ames-Test

negativ, und weder Oxcarbazepin noch MHD zeigten

in vitro

in V79-Zellen des Chinesischen

Hamsters mutagene oder klastogene Wirkungen.

In vivo

(Knochenmarktest an der Ratte)

zeigten weder Oxcarbazepin noch MHD klastogene oder aneugene Wirkungen

(Mikronukleusbildung).

Reproduktionstoxizität

Bei Ratten wurde die Fertilität von beiden Geschlechtern durch Oxcarbazepin in oralen Dosen

bis zu 150 mg/kg/Tag, bei denen es keinen Sicherheitsfaktor gibt, nicht beeinträchtigt. Eine

Unterbrechung des Sexualzyklus sowie eine Abnahme der Corpora lutea, der Implantationen

und der lebenden Embryonen wurde bei den Weibchen nach Anwendung von MHD-Dosen, die

mit denen beim Menschen vergleichbar sind, beobachtet (siehe Abschnitt 4.6).

In Standardstudien zur Reproduktionstoxizität bei Nagern und Kaninchen zeigten sich bei

Dosen, die für das Muttertier toxisch waren, Befunde wie eine Zunahme der embryofetalen

Mortalität und/oder eine gewisse Verzögerung des prä- und/oder postnatalen Wachstums. In

einer der 8 Studien zur embryofetalen Toxizität, die entweder mit Oxcarbazepin oder mit MHD

durchgeführt wurden, trat bei Ratten in Dosen, die für das Muttertier toxisch waren, auch eine

Zunahme von fetalen Missbildungen auf (siehe Abschnitt 4.6).

Kanzerogenität

In Studien zur Kanzerogenität wurden bei Ratten und Mäusen Tumoren der Leber,

Hodentumoren und Granularzelltumoren des weiblichen Genitaltrakts (bei Ratten) induziert.

Die Lebertumoren waren höchstwahrscheinlich eine Folge der Induktion von mikrosomalen

Enzymen der Leber; diese Induktion ist bei mit Oxcarbazepin behandelten Patienten jedoch nur

schwach ausgeprägt oder fehlt, obwohl sie nicht ganz ausgeschlossen werden kann. Die

Hodentumoren können durch die erhöhte Konzentration an luteinisierendem Hormon induziert

worden sein. Da eine derartige Zunahme beim Menschen fehlt, werden diese Tumoren als

klinisch nicht relevant beurteilt. In der Studie zur Kanzerogenität von MHD an Ratten wurde

eine dosisabhängige Zunahme des Auftretens von Granularzelltumoren des weiblichen

Genitaltrakts (Zervix und Vagina) beobachtet. Diese Effekte traten bei einer Exposition auf, die

derjenigen in der klinischen Anwendung vergleichbar ist. Der Mechanismus für die

Entwicklung dieser Tumoren konnte nicht völlig geklärt werden, könnte jedoch in

Zusammenhang mit nur bei Ratten vorkommenden erhöhten Estradiolspiegeln stehen. Die

klinische Relevanz dieser Tumoren ist unklar.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Mikrokristalline Cellulose

Crospovidon

Hypromellose

Hochdisperses Siliciumdioxid

Lactose-Monohydrat

Macrogol 4000

Magnesiumstearat (Ph.Eur.)

Titandioxid (E 171).

Eisen(III)-hydroxid-oxid x H

O (E 172)

Eisen(III)-oxid (E 172)

Eisen(II,III)-oxid (E 172)

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 30 °C lagern.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Blister aus PVC/PE/PVDC und Aluminiumfolie

Packung mit 50 Filmtabletten

Packung mit 100 Filmtabletten

Packung mit 200 Filmtabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

A

Z

-Pharma GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

Oxcarbazepin-CT 150 mg Filmtabletten

72689.00.00

Oxcarbazepin-CT 300 mg Filmtabletten

72690.00.00

Oxcarbazepin-CT 600 mg Filmtabletten

72691.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 19. August 2008

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 7. August 2013

10.

STAND DER INFORMATION

März 2016

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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