Oxaliplatin Boston Biopharma 5 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

12-10-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

12-10-2018

Wirkstoff:
Oxaliplatin
Verfügbar ab:
Boston Biopharma Limited (8179346)
ATC-Code:
L01XA03
INN (Internationale Bezeichnung):
oxaliplatin
Darreichungsform:
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Zusammensetzung:
Oxaliplatin (29849) 5 Milligramm
Verabreichungsweg:
intravenöse Anwendung
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Nein
Zulassungsnummer:
2200080.00.00
Berechtigungsdatum:
2017-12-30

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Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Oxaliplatin Boston Biopharma 5 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Oxaliplatin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Oxaliplatin Boston Biopharma und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Oxaliplatin Boston Biopharma beachten?

Wie ist Oxaliplatin Boston Biopharma anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Oxaliplatin Boston Biopharma aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Oxaliplatin Boston Biopharma und wofür wird es angewendet?

Der Wirkstoff von Oxaliplatin Boston Biopharma ist Oxaliplatin.

Oxaliplatin Boston Biopharma wird angewendet zur Behandlung von Darmkrebs (Behandlung des

Stadiums III des Dickdarmkrebses nach vollständiger operativer Entfernung des primären Tumors,

Behandlung des metastasierten Dickdarm-/Mastdarmkrebses). Oxaliplatin Boston Biopharma wird in

Kombination mit anderen Arzneimitteln gegen Krebs wie 5-Fluorouracil und Folinsäure angewendet.

Oxaliplatin Boston Biopharma ist ein Arzneimittel gegen Krebs, welches das Tumorwachstum hemmt,

und enthält eine Platinverbindung.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Oxaliplatin Boston Biopharma beachten?

Oxaliplatin Boston Biopharma darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen oxaliplatin sind,

wenn Sie stillen,

wenn Sie bereits eine verringerte Anzahl von Blutzellbestandteilen haben.

wenn Sie bereits Kribbeln und Taubheit in den Fingern und/oder Zehen verspüren und wenn Sie

Schwierigkeiten bei dem Ausführen von komplizierten Aufgaben haben, wie dem Knöpfen von

Kleidung,

wenn Sie eine schwere Nierenfunktionsstörung haben.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Oxaliplatin Boston Biopharma

anwenden,

wenn Sie jemals an einer allergischen Reaktion auf Platin enthaltende Arzneimittel, wie

Carboplatin, Cisplatin, gelitten haben. Allergische Reaktionen können bei jeder Infusion von

Oxaliplatin Boston Biopharma auftreten,

wenn bei Ihnen eine mäßig oder leicht eingeschränkte Nierenfunktion vorliegt,

wenn Sie Störungen der Leberfunktion haben oder während Ihrer Behandlung ein abnormaler

Leberfunktionstest auftritt,

wenn Sie Herzerkrankungen, wie z. B. ein abnormes elektrisches Signal, auch Verlängerung des

QT-Intervalls genannt, einen unregelmäßigen Herzschlag oder in Ihrer Familiengeschichte

Herzprobleme haben oder hatten.

Sprechen Sie sofort mit Ihrem Arzt, wenn bei Ihnen eines der folgenden Symptome auftritt. Ihr Arzt

muss Sie möglicherweise deswegen behandeln. Gegebenenfalls muss Ihr Arzt die Dosierung von

Oxaliplatin Boston Biopharma reduzieren oder Ihre Behandlung mit Oxaliplatin Boston Biopharma

verschieben oder beenden.

Wenn Sie während der Behandlung eine unangenehme Empfindung im Rachen haben,

insbesondere beim Schlucken, oder ein Gefühl von Atemnot haben, informieren Sie Ihren Arzt.

Wenn Sie Nervenprobleme in den Händen oder Füßen, wie Taubheit oder Kribbeln, oder ein

vermindertes Gefühl in den Händen oder Füßen haben, informieren Sie Ihren Arzt.

Wenn Sie Kopfschmerzen, veränderte Hirnfunktion, Krampfanfälle und Sehstörungen, von

Verschwommensehen bis hin zum Sehverlust, haben, informieren Sie Ihren Arzt.

Wenn Ihnen übel ist oder Sie erbrechen, informieren Sie Ihren Arzt.

Wenn Sie starken Durchfall haben, informieren Sie Ihren Arzt.

Wenn Sie wunde Lippen oder Geschwüre im Mund haben (Stomatitis/Mukositis), informieren

Sie Ihren Arzt.

Wenn Sie Durchfall haben oder die Zahl Ihrer weißen Blutkörperchen oder Blutplättchen

vermindert ist, informieren Sie Ihren Arzt. Ihr Arzt muss möglicherweise die Dosierung von

Oxaliplatin Boston Biopharma reduzieren oder Ihre Behandlung mit Oxaliplatin Boston

Biopharma verschieben.

Wenn Sie unerklärbare Symptome der Atemwege haben, wie Husten oder Atembeschwerden,

informieren Sie Ihren Arzt. Ihr Arzt muss Ihre Behandlung mit Oxaliplatin Boston Biopharma

möglicherweise beenden.

Wenn Sie extreme Müdigkeit entwickeln, Atemnot oder eine Nierenerkrankung, bei der Sie

wenig oder gar keinen Urin ausscheiden (Symptome eines akuten Nierenversagens),

informieren Sie Ihren Arzt.

Wenn Sie Fieber (eine Temperatur von 38 °C oder höher) oder Schüttelfrost haben, informieren

Sie sofort Ihren Arzt, da dies Anzeichen einer Infektion sein können und das Risiko für das

Auftreten einer Infektion des Blutes bei Ihnen besteht.

Wenn Sie über 38 °C Fieber haben, informieren Sie Ihren Arzt. Ihr Arzt kann feststellen, ob bei

Ihnen auch eine Verringerung der weißen Blutkörperchen vorliegt.

Wenn bei Ihnen unerwartete Blutungen oder Blutergüsse auftreten (disseminierte intravaskuläre

Gerinnung), informieren Sie Ihren Arzt, da dies Anzeichen von Blutgerinnseln in den kleinen

Gefäßen Ihres Körpers sein können.

Wenn Sie ohnmächtig werden (das Bewusstsein verlieren) oder einen unregelmäßigen

Herzschlag während der Anwendung von Oxaliplatin Boston Biopharma haben, informieren Sie

sofort Ihren Arzt, da dies ein Anzeichen für ein schweres Herzleiden sein kann.

Wenn Sie Muskelschmerzen und Schwellungen in Kombination mit Sc

hwäche, Fieber oder

rotbraunem Urin haben, informieren Sie Ihren Arzt. Dies können Anzeichen einer

Muskelschädigung (Rhabdomyolyse) sein und zu Nierenproblemen oder anderen

Komplikationen führen.

Wenn Sie Bauchschmerzen, Übelkeit, blutiges oder kaffeesatzartiges Erbrechen oder dunklen

Stuhl (Teerstuhl) haben, informieren Sie Ihren Arzt, da dies Anzeichen für ein Geschwür des

Darms sein können (Gastrointestinalulkus mit möglichen Blutungen oder Perforation).

Wenn Sie Bauchschmerzen, blutigen Durchfall, Übelkeit und/oder Erbrechen haben, die durch

eine Verringerung der Durchblutung der Darmwand verursacht werden können (intestinale

Ischämie), informieren Sie Ihren Arzt.

Anwendung von Oxaliplatin Boston Biopharma zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere

Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Schwangerschaft

Es wird empfohlen, dass Sie während der Behandlung

nicht

schwanger werden. Sie müssen

deshalb eine wirksame Verhütungsmethode anwenden. Weibliche Patienten sollten während

und bis zu vier Monate nach Beendigung der Behandlung geeignete Verhütungsmaßnahmen

anwenden.

Wenn Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen, ist es sehr wichtig, dies

vor

Beginn einer Behandlung mit Ihrem Arzt zu besprechen.

Wenn Sie während der Behandlung schwanger werden, müssen Sie sofort Ihren behandelnden

Arzt informieren.

Stillzeit

Sie dürfen nicht stillen, wenn Sie mit Oxaliplatin Boston Biopharma behandelt werden.

Fortpflanzungsfähigkeit

Oxaliplatin Boston Biopharma kann eine Unfruchtbarkeit hervorrufen, die dauerhaft sein

kann. Männlichen Patienten sollte empfohlen werden, Sperma vor der Therapie konservieren

zu lassen.

Männlichen Patienten wird empfohlen, kein Kind während und bis zu 6 Monaten nach der

Therapie zu zeugen und in dieser Zeit geeignete Verhütungsmaßnahmen anzuwenden.

Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Die Behandlung mit Oxaliplatin Boston Biopharma kann das Risiko für das Auftreten von Schwindel,

Übelkeit und Erbrechen sowie neurologischen Symptomen erhöhen, die die Bewegung und das

Gleichgewicht beeinflussen. Sie sollten kein Fahrzeug führen oder Maschinen bedienen, wenn dies

auftritt. Wenn Sie während der Behandlung mit Oxaliplatin Boston Biopharma Sehstörungen haben,

führen Sie kein Fahrzeug, bedienen Sie keine komplizierten Maschinen oder vermeiden Sie

gefährliche Tätigkeiten.

3.

Wie ist Oxaliplatin Boston Biopharma anzuwenden?

Oxaliplatin Boston Biopharma darf nur bei Erwachsenen angewendet werden.

Zur einmaligen Verwendung.

Dosierung

Die Berechnung der Dosierung von Oxaliplatin Boston Biopharma beruht auf Ihrer Körperoberfläche.

Diese wird durch Ihre Größe und Ihr Gewicht ermittelt.

Die übliche Dosierung für Erwachsene einschließlich älterer Patienten beträgt 85 mg Oxaliplatin/m²

Körperoberfläche (KOF). Die Dosierung, die Sie erhalten, hängt auch von dem Ergebnis von

Blutuntersuchungen ab und ob Sie bereits Nebenwirkungen von Oxaliplatin Boston Biopharma

verspürt haben.

Art der Anwendung

Oxaliplatin Boston Biopharma ist Ihnen von Ihrem behandelnden Facharzt verordnet worden,

und er hat die für Sie erforderliche Dosierung bestimmt.

Oxaliplatin Boston Biopharma wird als langsame Injektion in Ihre Venen (eine intravenöse

Infusion) über 2 bis 6 Stunden angewendet.

Oxaliplatin Boston Biopharma wird gleichzeitig mit Folinsäure gegeben und muss immer vor

5-Fluorouracil verabreicht werden.

Häufigkeit der Anwendung

Üblicherweise erhalten Sie Ihre Infusion alle 2 Wochen.

Dauer der Anwendung

Über die Dauer der Anwendung entscheidet Ihr behandelnder Arzt.

Ihre Behandlung wird längstens 6 Monate nach der vollständigen operativen Entfernung des Tumors

dauern.

Wenn eine größere Menge Oxaliplatin Boston Biopharma angewendet wurde als vorgesehen

Da das Arzneimittel nur durch medizinisches Fachpersonal angewendet wird, ist es sehr

unwahrscheinlich, dass Sie zu viel oder zu wenig erhalten. Im Falle einer Überdosierung ist mit einer

Verstärkung der Nebenwirkungen zu rechnen. Ihr Arzt wird eine geeignete Behandlung der

Nebenwirkungen einleiten. Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben,

wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Es ist wichtig, dass Sie Ihren Arzt vor der nächsten Behandlung über das Auftreten von

Nebenwirkungen informieren.

Im Folgenden finden Sie eine Beschreibung der Nebenwirkungen, die auftreten können.

Informieren Sie Ihren Arzt sofort,

wenn Sie von einer der folgend genannten Nebenwirkungen

betroffen sind:

Symptome einer allergischen oder anaphylaktischen Reaktion mit plötzlichen Anzeichen, wie

Hautausschlag, Juckreiz oder Nesselsucht, Schluckbeschwerden, Schwellung von Gesicht,

Lippen, Zunge oder anderen Teilen des Körpers, Atemnot, pfeifende Atmung oder

Atembeschwerden, extreme Müdigkeit (möglicherweise fühlen Sie sich, als würden Sie gleich

in Ohnmacht fallen).

In den meisten Fällen traten diese Symptome während oder

unmittelbar nach der Infusion auf, es wurden aber auch verzögerte allergische Reaktionen

Stunden oder sogar Tage nach der Infusion beobachtet.

abnormales Auftreten blauer Flecken, Blutungen oder Zeichen einer Infektion wie

Halsentzündungen oder Fieber.

anhaltende oder schwere Durchfälle oder Übelkeit.

Erbrechen von Blut oder kaffeesatzartiges Erbrechen.

Stomatitis/Mukositis (wunde Lippen oder Geschwüre im Mund)

unerklärbare Symptome der Atemwege wie trockener Husten, Atemnot oder Rasseln beim

Luftholen.

eine Gruppe verschiedener Symptome mit Kopfschmerzen, veränderter Hirnfunktion,

Krampfanfällen und Sehstörungen von Verschwommensehen bis hin zum Sehverlust (es handelt

sich um die Erscheinungen eines sogenannten reversiblen posterioren

Leukoenzephalopathiesyndroms, einer seltenen Erkrankung der Nerven).

extreme Müdigkeit mit verminderter Anzahl an roten Blutkörperchen und Atemnot

(hämolytische Anämie), allein oder in Kombination mit einer niedrigen Blutplättchenzahl,

abnormales Auftreten blauer Flecke (Thrombozytopenie) und einer Nierenerkrankung, bei der

Sie wenig oder gar keinen Urin ausscheiden (Symptome eines hämolytischen urämischen

Syndroms).

Andere bekannte Nebenwirkungen von Oxaliplatin Boston Biopharma sind:

Sehr häufig

(kann bei mehr als 1 von 10 Behandelten auftreten)

Oxaliplatin Boston Biopharma kann die Nerven beeinflussen (periphere Neuropathie). Sie

können ein Gefühl von Kribbeln und/oder Taubheit in den Fingern, den Zehen, um den Mund

oder im Kehlkopf haben, welches manchmal verbunden mit Krämpfen auftreten kann.

Fehl- und Missempfindungen in den Extremitäten und im Kehlkopf-Rachen-Bereich werden

häufig durch Kälteeinflüsse ausgelöst, wie das Öffnen des Kühlschranks oder das Halten eines

kalten Getränks. Sie können auch bei der Ausführung von schwierigen Aufgaben, wie dem

Knöpfen von Kleidung, beeinträchtigt sein. Obwohl in der Mehrheit der Fälle sich die

Symptome von allein vollständig bessern, besteht die Möglichkeit, dass die Symptome einer

peripheren sensorischen Neuropathie bis nach dem Ende der Behandlung anhalten.

Bei einigen Patienten sind mit Kribbeln vergleichbare Missempfindungen in den Armen oder

dem Körper aufgetreten, wenn sie ihren Hals beugen.

Oxaliplatin Boston Biopharma kann in einigen Fällen unangenehme Empfindungen im Rachen,

insbesondere beim Schlucken, hervorrufen und die Empfindung von Atemnot auslösen.

Gewöhnlich treten diese Empfindungen während der Infusion oder einige Stunden danach auf,

sie können durch einen Kältereiz ausgelöst werden. Obwohl diese Empfindungen unangenehm

sind, dauern sie nicht lange und klingen ohne Behandlung ab.

Ihr Arzt wird entscheiden, ob Ihre Behandlung geändert werden muss.

Oxaliplatin Boston Biopharma kann Durchfälle, leichte Übelkeit und Erbrechen hervorrufen.

Deshalb erhalten Sie von Ihrem Arzt Arzneimittel, die dieses verhindern und die Ihnen

üblicherweise vor der Behandlung gegeben werden. Die Einnahme kann bis nach der

Behandlung fortgesetzt werden. Oxaliplatin Boston Biopharma bewirkt eine vorübergehende

Verringerung der Zahl der Blutzellen. Die Verringerung der Blutzellen kann eine Anämie

(Verringerung der roten Blutkörperchen), unnormale Blutungen oder Blutergüsse (bedingt

durch eine Verringerung der Blutplättchen) hervorrufen. Die Verringerung der weißen

Blutkörperchen kann bewirken, dass Sie anfällig für Infektionen werden. Ihr Arzt wird bei

Ihnen eine Blutuntersuchung vornehmen, um vor der Behandlung und vor jedem folgenden

Behandlungszyklus festzustellen, ob die Anzahl Ihrer Blutzellen ausreichend ist.

Beschwerden am Verabreichungsort während der Infusion.

Fieber, erhöhter Muskeltonus (Rigor), Zittern (Tremor), leichte bis starke Müdigkeit,

Schmerzen.

Gewichtsveränderungen, Appetitlosigkeit, Geschmacksstörungen, Verstopfung.

Kopfschmerzen, Rückenschmerzen.

Entzündung der für die Muskelbewegung zuständigen Nerven (motorische Neuritis).

Nackensteifigkeit, Sprechstörungen.

Entzündung der Schleimhäute bzw. der Mundschleimhaut (wunde Lippen oder Geschwüre im

Mund).

Bauchschmerzen.

Unnormale Blutungen einschließlich Nasenbluten.

Husten, Atemnot.

Allergische Reaktionen, Hautausschlag, der mit Rötung und Juckreiz einhergehen kann, leichter

Haarausfall (Alopezie).

Veränderungen der Blutwerte, insbesondere derjenigen, die auf Störungen der Leberfunktion

hinweisen.

Häufig

(kann bei 1 bis 10 Behandelten von 100 auftreten)

Infektionen, bedingt durch die Verringerung der weißen Blutkörperchen,

schwerwiegende Infektion des Blutes zusätzlich zu einer Verringerung der weißen

Blutkörperchen (neutropenische Sepsis), die tödlich sein kann,

Verringerung der weißen Blutkörperchen, begleitet von Fieber über 38,3 °C oder von länger

andauerndem Fieber über 38 °C für mehr als eine Stunde (febrile Neutropenie),

Magenverstimmung, Sodbrennen, Schluckauf, Hautrötung mit Hitzegefühl, Schwindel,

gesteigertes Schwitzen, Nagelerkrankungen, Hautabschuppung,

Brustschmerzen,

Lungenerkrankungen und Rhinitis (Schnupfen),

Gelenkschmerzen, Knochenschmerzen,

Schmerzen beim Wasserlassen und Veränderungen der Nierenfunktion, Veränderungen der

Häufigkeit des Harndrangs, Austrocknung (Dehydratation),

blutiger Urin, Blut im Stuhl, Venenentzündung mit Beinschwellung, Verstopfung eines

Blutgefäßes in der Lunge mit einem Blutgerinnsel,

Bluthochdruck,

Depressionen, Schlaflosigkeit,

Bindehautentzündung, verschlechtertes Sehvermögen,

verminderte Kalziumspiegel im Blut.

Gelegentlich

(kann bei 1 bis 10 Behandelten von 1.000 auftreten)

schwerwiegende Infektion des Blutes (Sepsis), die tödlich sein kann,

Störung der Darmpassage infolge von Darmlähmung oder Darmverschluss,

Nervosität.

Selten

(kann bei 1 bis 10 Behandelten von 10.000 auftreten)

Gehörverlust,

Vernarbungen und Verdickungen in der Lunge mit Atemnot, die manchmal tödlich sein können

(interstitielle Lungenerkrankung),

reversibler kurzzeitiger Verlust des Sehvermögens,

unerwartete Blutungen oder Blutergüsse aufgrund ausgedehnter Blutgerinnsel in den kleinen

Blutgefäßen des Körpers (disseminierte intravaskuläre Gerinnung), die tödlich sein können.

Sehr selten

(kann bei weniger als 1 von 10.000 Behandelten auftreten)

Auftreten von Blut oder dunkelkaffeebraunen Partikeln in Ihrem Erbrochenen,

eine Nierenerkrankung, bei der Sie wenig oder gar keinen Urin ausscheiden (Symptome eines

akuten Nierenversagens),

Gefäßerkrankungen der Leber.

Häufigkeit nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

schwerwiegende Infektion des Blutes und niedriger Blutdruck (septischer Schock), die tödlich

sein können,

Krampfanfälle (unkontrollierte Schüttelbewegungen des Körpers),

krampfartige Verengung des Kehlkopfes, die Atembeschwerden verursachen kann

(Laryngospasmus),

extreme Müdigkeit mit verminderter Anzahl an roten Blutkörperchen und Atemnot

(hämolytische Anämie), allein oder in Kombination mit einer niedrigen Blutplättchenzahl und

einer Nierenerkrankung, bei der Sie wenig oder gar keinen Urin ausscheiden (Symptome eines

hämolytischen urämischen Syndroms). Dies kann, wie berichtet wurde, tödlich sein,

anormaler Herzrhythmus (QT-Verlängerung), der im Elektrokardiogramm (EKG) zu sehen sein

kann und tödlich sein kann,

Muskelschmerzen und Schwellungen in Kombination mit Schwäche, Fieber oder rotbraunem

Urin (Symptome von Muskelschäden, genannt Rhabdomyolyse), die tödlich sein können,

Bauchschmerzen, Übelkeit, blutiges oder kaffeesatzartiges Erbrechen oder dunklen Stuhl

(Teerstuhl) (Symptome eines Gastrointestinalulkus mit möglichen Blutungen oder Perforation),

die tödlich sein können,

Verringerung der Durchblutung des Darms (intestinale Ischämie), die tödlich sein kann,

Allergische Vaskulitis (Entzündung der Blutgefäße),

Autoimmunreaktion, die zur Reduktion aller Blutzelllinien führt (autoimmunbedingte

Panzytopenie).

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website:

www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Oxaliplatin Boston Biopharma aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Nicht einfrieren.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und dem Umkarton angegebenen

Verfalldatum („Verwendbar bis:“) nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den

letzten Tag des angegebenen Monats.

Oxaliplatin Boston Biopharma sollte nicht mit den Augen oder der Haut in Kontakt kommen. Sollte

versehentlich etwas verschüttet werden, machen Sie bitte Ihren Arzt oder das medizinische

Fachpersonal darauf aufmerksam.

Nach Verdünnung mit 5%iger Glucoselösung konnte die chemische und physikalische Stabilität der

gebrauchsfertigen Infusionslösung über einen Zeitraum von 24 Stunden bei 2°C bis 8 °C und bei 25 ºC

über einen Zeitraum von 6 Stunden nachgewiesen werden.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte die gebrauchsfertige Infusionslösung sofort nach Herstellung

verwendet werden.

Wenn die gebrauchsfertige Zubereitung nicht sofort verwendet wird, ist der Anwender für die Dauer

und Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich. Sofern die Verdünnung nicht unter kontrollierten

und validierten aseptischen Bedingungen erfolgt, ist diese nicht länger als 24 Stunden bei 2 ºC bis 8 ºC

aufzubewahren.

Nach dem Ende der Infusion werden nicht verbrauchte Reste von Oxaliplatin Boston Biopharma durch

den Arzt oder das medizinische Fachpersonal mit der gebotenen Vorsicht entsorgt.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Oxaliplatin Boston Biopharma enthält

Der Wirkstoff ist: Oxaliplatin.

1 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält 5 mg Oxaliplatin.

Jede Durchstechflasche mit 10 ml des Konzentrats enthält 50 mg Oxaliplatin.

Jede Durchstechflasche mit 20 ml des Konzentrats enthält 100 mg Oxaliplatin.

Jede Durchstechflasche mit 40 ml des Konzentrats enthält 200 mg Oxaliplatin.

Der sonstige Bestandteil ist: Wasser für Injektionszwecke.

Wie Oxaliplatin Boston Biopharma aussieht und Inhalt der Packung

Oxaliplatin Boston Biopharma ist eine klare, farblose Lösung zur Herstellung einer Infusionslösung.

Folgende Packungsgrößen sind erhältlich:

Packung mit 1 Durchstechflasche mit 10 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Packung mit 1 Durchstechflasche mit 20 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Packung mit 1 Durchstechflasche mit 40 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer:

Boston Biopharma Limited

Malta Life Sciences Park

Building 2, Level 0

San Gwann, SGN 3000

Malta

Hersteller:

AqVida GmbH

Kaiser-Wilhelm Str. 89

20355 Hamburg

Deutschland

Falls Sie weitere Informationen über das Arzneimittel wünschen, setzen Sie sich bitte mit dem

örtlichen Vertreter des pharmazeutischen Unternehmers in Verbindung.

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im 07/2018.

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Die folgenden Informationen sind nur für Ärzte bzw. medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Praktische Hinweise zur Zubereitung und Handhabung von Oxaliplatin Boston Biopharma 5

mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Es ist wichtig, dass Sie vor der Zubereitung der Infusionslösung die nachfolgend aufgeführten

Informationen lesen.

1.

DARREICHUNGSFORM UND ZUSAMMENSETZUNG

Oxaliplatin Boston Biopharma 5 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung ist eine

klare, farblose Lösung, die 5 mg/ml Oxaliplatin in Wasser für Injektionszwecke enthält.

2.

ART UND INHALT DES BEHÄLTNISSES

Oxaliplatin Boston Biopharma ist zur einmaligen Anwendung bestimmt. Jede Faltschachtel enthält

eine Durchstechflasche (50 mg, 100 mg oder 200 mg).

Durchstechflasche aus Typ-I-Klarglas mit Chlorobutyl-Isopren-Gummistopfen und Kunststoffkappe

mit Aluminiumversiegelung.

Packungsgröße: 1 Durchstechflasche.

Packung mit 1 Durchstechflasche mit 50 mg Oxaliplatin in 10 ml Konzentrat zur Herstellung einer

Infusionslösung.

Packung mit 1 Durchstechflasche mit 100 mg Oxaliplatin in 20 ml Konzentrat zur Herstellung einer

Infusionslösung.

Packung mit 1 Durchstechflasche mit 200 mg Oxaliplatin in 40 ml Konzentrat zur Herstellung einer

Infusionslösung.

Oxaliplatin Boston Biopharma in der Originalverpackung:

Durchstechflaschen vor Licht geschützt in der Originalverpackung aufbewahren.

Nicht einfrieren.

Infusionslösung:

Nach Verdünnung mit 5%iger Glucoselösung konnte die chemische und physikalische Stabilität der

gebrauchsfertigen Infusionslösung über einen Zeitraum von 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C und über

einen Zeitraum von 6 Stunden bei 25 °C gezeigt werden.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte die gebrauchsfertige Infusionslösung sofort nach Herstellung

verwendet werden.

Wenn die Infusionslösung nicht sofort verwendet wird, liegt die Verantwortung für die

Aufbewahrungsdauer und die Aufbewahrungsbedingungen beim Anwender und sollte normalerweise

nicht länger als 24 Stunden bei 2 °C bis 8 ° C betragen, es sei denn, die Verdünnung wurde unter

kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen durchgeführt.

Die Lösung ist vor Gebrauch visuell zu prüfen. Nur klare Lösungen ohne Partikel dürfen verwendet

werden. Das Arzneimittel ist zur einmaligen Verwendung bestimmt. Nicht verbrauchtes Konzentrat ist

zu verwerfen.

3.

EMPFEHLUNGEN FÜR DIE SICHERE HANDHABUNG

Wie bei anderen potenziell toxischen Substanzen muss die Handhabung und Zubereitung von

Oxaliplatin-Lösungen mit Vorsicht durchgeführt werden.

Die Handhabung dieses zytotoxischen Agens durch das ärztliche oder Pflegepersonal erfordert jede

Vorsichtsmaßnahme, die den Schutz des Anwenders und seiner Umgebung gewährleistet.

Die Zubereitung von Injektionslösungen zytotoxischer Arzneimittel muss durch speziell ausgebildetes

Personal mit Kenntnis der verwendeten Arzneimittel erfolgen, unter Bedingungen, die die

Unversehrtheit des Arzneimittels, den Schutz der Umgebung und insbesondere den Schutz des damit

befassten Personals gewährleisten. Dies erfordert das Vorhandensein eines für diese Zwecke

vorgesehenen Arbeitsplatzes. Es ist verboten, in diesem Bereich zu rauchen, zu essen oder zu trinken.

Dem Personal muss geeignetes Arbeitsmaterial zur Verfügung gestellt werden, insbesondere

langärmelige Kittel, Schutzmasken, Kopfbedeckungen, Schutzbrillen, sterile Einmalhandschuhe,

Schutzabdeckung für den Arbeitsplatz, Behälter und Sammelbehältnisse für Abfall.

Exkremente und Erbrochenes müssen mit Vorsicht behandelt werden.

Schwangere müssen vor dem Umgang mit zytotoxischen Substanzen gewarnt werden und diesen

vermeiden.

Jedes zerbrochene Behältnis muss mit derselben Sorgfalt behandelt werden und ist als kontaminierter

Abfall zu betrachten. Kontaminierter Abfall sollte in geeignet gekennzeichneten festen Behältnissen

verbrannt werden. Siehe unten: Abschnitt 4.3 „Entsorgung von Abfällen“.

Sollte Oxaliplatin als Konzentrat oder Infusionslösung mit der Haut in Kontakt kommen, ist sofort

sorgfältig mit Wasser zu spülen.

Sollte Oxaliplatin als Konzentrat oder Infusionslösung mit der Schleimhaut in Kontakt kommen, ist

sofort sorgfältig mit Wasser zu spülen.

4.

ZUBEREITUNG FÜR DIE INTRAVENÖSE ANWENDUNG

Besondere Vorsichtshinweise für die Anwendung

Darf nicht

mit aluminiumhaltigen Injektionsmaterialien verwandt werden.

Darf nicht

unverdünnt verabreicht werden.

Nur 5%ige Glucoselösung für die Verdünnung verwenden.

Darf nicht

für die Infusion mit Lösungen verdünnt werden, die

Natriumchlorid oder andere

Chloride enthalten.

Darf nicht

mit anderen Arzneimitteln im gleichen Infusionsbeutel oder in der gleichen

Infusionsleitung gemischt werden.

Darf nicht

gemischt werden

mit alkalischen Arzneimitteln oder Lösungen, insbesondere 5-

Fluorouracil, Folinsäure-Zubereitungen, die Trometamol als Bestandteil enthalten, sowie

Trometamolsalzen anderer Arzneimittel. Alkalische Arzneimittel oder Lösungen beeinflussen

die Stabilität von Oxaliplatin nachteilig.

Hinweise für die Kombination mit Folinsäure (wie Calciumfolinat oder Dinatriumfolinat)

250 bis 500 ml 5%ige Glucose-Infusionslösung, die 85 mg/m

Oxaliplatin enthält, wird gleichzeitig

mit Folinsäure-Infusionslösung (Folinsäure in 5%iger Glucoselösung) über einen Y-Zugang, der

unmittelbar am Infusionsort liegt, über 2 bis 6 Stunden intravenös infundiert.

Diese zwei Arzneimittel dürfen nicht im gleichen Infusionsbeutel gemischt werden. Für die

Verdünnung der Folinsäure (sie darf kein Trometamol enthalten) muss isotonische 5%ige

Glucoselösung verwendet werden. Niemals alkalische Lösungen, Natriumchloridlösung oder andere

chloridhaltige Lösungen verwenden.

Hinweise für die Kombination mit 5-Fluorouracil

Oxaliplatin ist immer vor Fluorpyrimidinen, z. B. 5-Fluorouracil, zu verabreichen

.

Nach der Gabe von Oxaliplatin den Zugang durchspülen und danach 5-Fluorouracil geben.

Für weitere Informationen zu Arzneimittelkombinationen mit Oxaliplatin siehe die entsprechenden

Fachinformationen.

Ausschließlich

die empfohlenen Lösungsmittel benutzen (siehe nachfolgende Informationen).

Nur klare Lösungen ohne Partikel dürfen verwendet werden.

4.1

Zubereitung der Infusionslösung

Die erforderliche Menge des Konzentrats wird aus der Durchstechflasche entnommen und mit 250-

500 ml einer 5%igen Glucoselösung verdünnt, um eine Oxaliplatin-Konzentration zwischen 0,2 mg/ml

und 0,7 mg/ml zu erhalten. Für den Konzentrationsbereich von 0,2 mg/ml bis 2 mg/ml konnte die

physikochemische Stabilität belegt werden.

Die Infusionslösung wird intravenös verabreicht.

Nach Verdünnung mit 5%iger Glucoselösung konnte die chemische und physikalische Stabilität der

gebrauchsfertigen Infusionslösung bei 2 °C bis 8 °C über einen Zeitraum von 24 Stunden und bei

25 °C über einen Zeitraum von 6 Stunden gezeigt werden.

Die Lösung ist vor Gebrauch visuell zu prüfen. Nur klare Lösungen ohne Partikel dürfen verwendet

werden.

Das Arzneimittel ist zur einmaligen Verwendung bestimmt. Nicht verbrauchte Infusionslösung ist zu

verwerfen (siehe unten 4.3 „Entsorgung von Abfällen“).

Niemals

mit Kochsalzlösung oder chloridhaltigen Lösungen verdünnen.

Die Kompatibilität der Oxaliplatin-Infusionslösung mit hauptsächlich aus PVC bestehenden

Infusionssystemen wurde getestet.

4.2

Infusionslösung

Bei der Applikation von Oxaliplatin ist keine Hyperhydratation erforderlich.

Oxaliplatin, verdünnt in 250 bis 500 ml einer 5%igen Glucoselösung, um eine Konzentration von

nicht weniger als 0,2 mg/ml zu erhalten, wird über einen peripher- oder zentralvenösen Zugang über 2

bis 6 Stunden infundiert. Wird Oxaliplatin zusammen mit 5-Fluorouracil gegeben, muss die

Oxaliplatin-Infusion vor der 5-Fluorouracil-Infusion erfolgen.

4.3

Entsorgung von Abfällen

Reste des Arzneimittels sowie sämtliche Materialien, die bei der Verdünnung und Applikation

verwendet wurden, müssen entsprechend krankenhausüblichen Standardverfahren für zytotoxische

Stoffe unter Beachtung der gesetzlichen Vorschriften für die Entsorgung überwachungsbedürftiger

Abfälle vernichtet werden.

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Oxaliplatin Boston Biopharma 5 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält 5 mg Oxaliplatin.

10 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthalten 50 mg Oxaliplatin.

20 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthalten 100 mg Oxaliplatin.

40 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthalten 200 mg Oxaliplatin.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Klare, farblose Lösung.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Oxaliplatin wird in Kombination mit 5-Fluorouracil (5-FU) und Folinsäure (FA) angewendet

zur adjuvanten Behandlung eines Kolonkarzinoms des Stadiums III (Dukes C) nach

vollständiger Entfernung des primären Tumors,

zur Behandlung des metastasierenden kolorektalen Karzinoms.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

NUR FÜR ERWACHSENE

empfohlene

Dosierung

für

Oxaliplatin

adjuvanten

Behandlung

beträgt

85 mg/m

Körperoberfläche (KOF) intravenös alle 2 Wochen über 12 Zyklen (6 Monate).

Die empfohlene Dosierung für Oxaliplatin bei der Behandlung des metastasierenden kolorektalen

Karzinoms beträgt 85 mg/m

Körperoberfläche (KOF) intravenös alle 2 Wochen bis zur Progression

der Erkrankung oder bis zum Erreichen der Verträglichkeitsgrenze.

Die Dosierung sollte entsprechend der Verträglichkeit angepasst werden (siehe Abschnitt 4.4).

Oxaliplatin ist immer vor Fluorpyrimidinen, z. B. 5-Fluorouracil, zu verabreichen.

Oxaliplatin wird als intravenöse Infusion über 2 bis 6 Stunden in 250 ml bis 500 ml einer 5 %igen

Glucoselösung verabreicht, um eine Konzentration zwischen 0,2 mg/ml und 0,70 mg/ml zu geben;

0,70 mg/ml ist die höchste Konzentration, die in der klinischen Praxis für eine Oxaliplatin-Dosierung

von 85 mg/m

Körperoberfläche eingesetzt wird.

Oxaliplatin wurde hauptsächlich in Kombination mit auf kontinuierlicher 5-Fluorouracil-Infusion

basierenden Behandlungsschemata verwendet. Für die Behandlungen, die alle 2 Wochen gegeben

wurden,

wurde

5-Fluorouracil

Kombination

Bolusgabe

kontinuierlicher

Infusion

angewandt.

Besondere Patientengruppen

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen darf Oxaliplatin nicht angewendet werden

(siehe Abschnitte 4.3 und 5.2). Bei Patienten mit leichter bis mäßiger Nierenfunktionsstörung beträgt

die Oxaliplatin-Dosis 85 mg/m

(siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).

Patienten mit Leberfunktionsstörungen

In einer Phase-I-Studie, in der Patienten mit verschiedenen Schweregraden von

Leberfunktionsstörungen eingeschlossen wurden, schien die Häufigkeit und Schwere der

hepatobiliären Störungen in Zusammenhang mit dem Fortschreiten der Erkrankung und mit

pathologischen Leberwerten vor Behandlungsbeginn zu stehen. In der klinischen Entwicklung wurden

bei Patienten mit pathologischen Leberwerten keine besonderen Dosierungsanpassungen

vorgenommen.

Ältere Patienten

Bei Patienten über 65 Jahre, bei denen Oxaliplatin als Monotherapeutikum oder in Kombination mit 5-

Fluorouracil eingesetzt wurde, wurde keine Zunahme schwerer Toxizitäten beobachtet. Daher ist für

ältere Patienten keine besondere Dosisanpassung erforderlich.

Kinder und Jugendliche

Für Oxaliplatin gibt es keine Indikation für die Anwendung bei Kindern. Zur Wirksamkeit von

Oxaliplatin als Monotherapeutikum bei pädiatrischen Patienten mit soliden Tumoren liegen keine

ausreichenden Daten vor (siehe Abschnitt 5.1).

Art der Anwendung

Oxaliplatin wird durch intravenöse Infusion gegeben.

Bei der Applikation von Oxaliplatin ist keine Hyperhydratation erforderlich.

Oxaliplatin, verdünnt in 250 bis 500 ml einer 5 %igen Glucoselösung, um keine geringere

Konzentration als 0,2 mg/ml zu erreichen, muss über einen zentral- oder peripher-venösen Zugang

über 2 bis 6 Stunden infundiert werden. Die Oxaliplatin-Infusion muss immer vor der 5-Fluorouracil-

Infusion gegeben werden.

Im Falle einer Extravasation ist die Infusion sofort abzubrechen.

Hinweise für die Anwendung

Oxaliplatin muss vor dem Gebrauch verdünnt werden. Für die Verdünnung des Konzentrats zur

Herstellung einer Infusionslösung ist nur 5 %ige Glucoselösung zu verwenden (siehe Abschnitt 6.6).

4.3

Gegenanzeigen

Oxaliplatin ist kontraindiziert bei Patienten

mit bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff,

in der Stillzeit,

die vor Beginn der ersten Anwendung eine Myelosuppression, belegt durch Neutrophilenzahlen

<2x10

/l und/oder Thrombozytenzahlen <100x10

/l, haben.

Beginn

ersten

Anwendung

eine

periphere

sensorische

Neuropathie

Funktionseinschränkung haben,

schwerer

Nierenfunktionsstörung

(Kreatinin-Clearance

kleiner

30 ml/min)

(siehe

Abschnitt 5.2).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Die Anwendung von Oxaliplatin sollte auf medizinische Einrichtungen beschränkt bleiben, die auf den

Umgang mit zytotoxischer Chemotherapie spezialisiert sind, und sollte nur unter Aufsicht eines

onkologisch qualifizierten Arztes erfolgen.

Niereninsuffizienz

Patienten mit leicht bis mäßig eingeschränkter Nierenfunktion sollten engmaschig im Hinblick auf das

Auftreten von Nebenwirkungen überwacht und die Dosierung entsprechend der Toxizität angepasst

werden (siehe Abschnitt 5.2).

Überempfindlichkeitsreaktionen

Patienten mit anamnestisch bekannten allergischen Reaktionen auf Platinverbindungen müssen

bezüglich allergischer Symptome besonders überwacht werden. Bei Auftreten anaphylaktischer

Reaktionen auf Oxaliplatin ist die Infusion sofort abzubrechen, und es sind geeignete symptomatische

Maßnahmen einzuleiten. Eine erneute Gabe von Oxaliplatin ist bei diesen Patienten kontraindiziert.

Allergische Kreuzreaktionen, manchmal tödlich, sind zu allen Platinverbindungen berichtet worden.

Im Falle einer Extravasation ist die Infusion sofort abzubrechen, und eine lokale symptomatische

Behandlung ist einzuleiten.

Neurologische Symptome

Die neurologische Verträglichkeit von Oxaliplatin ist in besonderem Maße zu überwachen, vor allem

wenn Oxaliplatin in Kombination mit anderen Arzneimitteln eingesetzt wird, die eine besondere

Neurotoxizität aufweisen. Eine neurologische Untersuchung ist vor jeder Verabreichung

durchzuführen und danach in regelmäßigen Abständen zu wiederholen.

Bei Patienten, die während oder in den ersten Stunden nach einer zweistündigen Oxaliplatin-Infusion

akute laryngopharyngeale Dysästhesien verspüren (siehe Abschnitt 4.8), muss die nächste Infusion

über eine Dauer von 6 Stunden erfolgen.

Periphere Neuropathie

Treten neurologische Symptome auf (Parästhesie, Dysästhesie), wird eine Anpassung der Oxaliplatin-

Dosierung in Abhängigkeit von Dauer und Intensität der Beschwerden wie folgt empfohlen:

Wenn die Beschwerden länger als 7 Tage andauern und für den Patienten belastend sind, muss

Oxaliplatin-Dosierung

nächsten

Anwendung

65 mg/m

(Behandlung

metastasierenden

kolorektalen

Karzinoms)

bzw.

75 mg/m

(adjuvante Behandlung) herabgesetzt werden.

Wenn Parästhesien

ohne

Funktionseinschränkungen bis zum nachfolgenden Behandlungszyklus

fortbestehen,

muss

Oxaliplatin-Dosierung

nächsten

Anwendung

65 mg/m

KOF (Behandlung des metastasierenden kolorektalen Karzinoms) bzw. auf 75 mg/m

KOF (adjuvante Behandlung) verringert werden.

Wenn

Parästhesien

mit

funktionellen

Beeinträchtigungen

nachfolgenden

Behandlungszyklus andauern, ist die Oxaliplatin-Behandlung zu unterbrechen.

Bei Besserung der Beschwerden nach Unterbrechung der Oxaliplatin-Behandlung kann eine

Wiederaufnahme der Behandlung in Erwägung gezogen werden.

Patienten

sollten

darüber

informiert

werden,

dass

anhaltende

Symptome

einer

peripheren

sensorischen Neuropathie nach dem Ende der Behandlung auftreten können. Lokal begrenzte, mäßige

Parästhesien oder Parästhesien mit funktionellen Beeinträchtigungen können bis zu 3 Jahren nach

Beendigung der adjuvanten Therapie fortbestehen.

Reversibles posteriores Leukoenzephalopathie-Syndrom (RPLS)

Fälle eines Reversiblen Posterioren Leukoenzephalopathie-Syndroms (RPLS, auch bekannt als PRES,

Posteriores Reversibles Enzephalopathie-Syndrom) sind bei Patienten unter einer Chemotherapie in

Kombination mit Oxaliplatin berichtet worden. RPLS ist eine seltene, reversible, sich schnell

entwickelnde neurologische Störung, die mit Krampfanfällen, Bluthochdruck, Kopfschmerzen,

Verwirrtheit, Blindheit und anderen Sehstörungen und neurologischen Störungen einhergehen kann

(siehe Abschnitt 4.8). Die Diagnose des RPLS kann durch Darstellung des Gehirns mittels

bildgebender Verfahren, vorzugsweise MRT (Magnetresonanztomographie), bestätigt werden.

Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, Dehydratation und hämatologische Veränderungen

Die gastrointestinale Toxizität von Oxaliplatin, die sich in Übelkeit und Erbrechen äußert, erfordert

die prophylaktische und/oder therapeutische Anwendung von Antiemetika (siehe Abschnitt 4.8).

Durch schweren Durchfall/Erbrechen können Dehydratation, paralytischer Ileus, intestinale

Obstruktion, Hypokaliämie, metabolische Azidose und Nierenfunktionsstörungen hervorgerufen

werden, insbesondere wenn Oxaliplatin mit 5-Fluorouracil kombiniert wird.

Fälle von intestinaler Ischämie, einschließlich tödlicher Fälle, wurden unter Behandlung mit

Oxaliplatin berichtet. Bei Auftreten von intestinaler Ischämie müssen die Behandlung mit Oxaliplatin

abgebrochen und geeignete Maßnahmen eingeleitet werden (siehe Abschnitt 4.8).

Bei Auftreten von Blutbildveränderungen (Neutrophilenzahl <1,5x10

/l oder Thrombozytenzahl

<50x10

/l) muss die Aufnahme des nächsten Behandlungszyklus verschoben werden, bis die Werte

wieder im akzeptablen Bereich sind. Vor Aufnahme der Oxaliplatin-Behandlung sowie vor jedem

neuen Behandlungszyklus muss eine große Blutbilduntersuchung mit Differenzialblutbild der weißen

Blutkörperchen durchgeführt werden. Die myelosuppressive Wirkung kann additiv zu der der

begleitenden Chemotherapie sein. Patienten mit schwerer und anhaltender Myelosuppression haben

ein hohes Risiko für infektiöse Komplikationen. Sepsis, neutropenische Sepsis und septischer Schock,

einschließlich tödlicher Fälle, traten bei Patienten auf, die mit Oxaliplatin behandelt wurden (siehe

Abschnitt 4.8). Tritt eine dieser Erkrankungen auf, sollte Oxaliplatin abgesetzt werden.

Die Patienten müssen über die Risiken beim Auftreten von Durchfall/Erbrechen, Mukositis/Stomatitis

und Neutropenie nach Gabe von Oxaliplatin und 5-Fluorouracil entsprechend informiert werden, so

dass sie sich unverzüglich wegen einer geeigneten Behandlung mit ihrem behandelnden Arzt in

Verbindung setzen können.

Wenn eine Mukositis/Stomatitis mit oder ohne Neutropenie auftritt, sollte die nächste Behandlung so

lange verschoben werden, bis sich die Mukositis/Stomatitis bis zum Grad 1 oder weniger bessert

und/oder die Neutrophilenzahl ≥1,5x10

/l beträgt.

Bei Verabreichung von Oxaliplatin in Kombination mit 5-Fluorouracil (mit oder ohne Folinsäure)

müssen die für 5-Fluorouracil normalerweise empfohlenen Dosierungen aufgrund dessen Toxizität

angepasst werden.

Bei Auftreten von Diarrhö vom Schweregrad 4 (WHO), einer Neutropenie vom Schweregrad 3 oder 4

(Neutrophilenzahl <1,0x10

/l), einer febrilen Neutropenie (Fieber unbekannten Ursprungs ohne

klinisch oder mikrobiologisch dokumentierte Infektion mit einer absoluten Neutrophilenzahl <1,0 x

/l, einer einmaligen Temperatur von >38,3 °C oder einer anhaltenden Temperatur von > 38 °C für

mehr als eine Stunde) oder einer Thrombozytopenie vom Schweregrad 3 oder 4 (Thrombozytenzahl

<50x10

/l) muss neben einer etwaigen Anpassung der 5-Fluorouracil-Dosierung die Oxaliplatin-

Dosierung von 85 auf 65 mg/m² (Behandlung des metastasierenden kolorektalen Karzinoms) bzw.

75 mg/m

KOF (adjuvante Behandlung) herabgesetzt werden.

Lungenbeschwerden

In Fällen von nicht erklärbaren Atembeschwerden wie trockenem Husten, Dyspnoe, Rasseln oder

radiologisch nachgewiesenen Lungeninfiltraten, muss die Gabe von Oxaliplatin so lange unterbrochen

werden, bis durch weitere Untersuchungen eine interstitielle Lungenerkrankung ausgeschlossen wurde

(siehe Abschnitt 4.8).

Erkrankungen des Blutes

Das hämolytische urämische Syndrom (HUS) ist eine lebensbedrohliche Nebenwirkung (Häufigkeit

nicht bekannt). Oxaliplatin sollte bei den ersten Anzeichen einer mikroangiopathischen hämolytischen

Anämie, wie z. B. rasch abfallender Hämoglobinspiegel mit gleichzeitiger Thrombozytopenie,

Erhöhung des Serum-Bilirubins, Serum-Kreatinins, Blut-Harnstoff-Stickstoffs oder

Laktatdehydrogenasespiegels (LDH), abgesetzt werden. Ein Nierenversagen kann nach Absetzen der

Therapie irreversibel sein und eine Dialyse erforderlich machen.

Über disseminierte intravaskuläre Gerinnung (DIC), einschließlich tödlicher Fälle, wurde im

Zusammenhang mit der Oxaliplatin-Behandlung berichtet. Tritt eine solche auf, muss die Behandlung

mit Oxaliplatin abgebrochen und eine geeignete Behandlung eingeleitet werden (siehe Abschnitt 4.8).

Vorsicht ist geboten bei Patienten mit Beschwerden, die mit DIC in Verbindung gebracht werden, wie

z. B. Infektionen, Sepsis usw.

QT-Verlängerung

QT-Verlängerung kann zu einem erhöhten Risiko für ventrikuläre Arrhythmien führen, einschließlich

Torsade de pointes, die tödlich sein können (siehe Abschnitt 4.8). Das QT-Intervall muss in

regelmäßigen Abständen vor und nach Verabreichung von Oxaliplatin engmaschig überwacht werden.

Vorsicht ist geboten bei Patienten mit einer Vorgeschichte oder einer Prädisposition für

QT-Verlängerung, bei Patienten, die Arzneimittel anwenden, die bekanntermaßen das QT-Intervall

verlängern, und bei Patienten mit Elektrolytstörungen wie Hypokaliämie, Hypokalzämie oder

Hypomagnesiämie. Im Falle einer QT-Verlängerung muss die Behandlung mit Oxaliplatin

abgebrochen werden (siehe Abschnitte 4.5 und 4.8).

Rhabdomyolyse

Über Rhabdomyolyse, einschließlich tödlicher Fälle, wurde bei Patienten unter der Behandlung mit

Oxaliplatin berichtet. Bei Muskelschmerzen und Schwellungen, in Kombination mit Schwäche, Fieber

oder dunklem Urin, muss die Behandlung mit Oxaliplatin abgebrochen werden. Wird das Auftreten

einer Rhabdomyolyse bestätigt, müssen geeignete Maßnahmen ergriffen werden. Vorsicht ist geboten,

wenn Arzneimittel, die bekanntermaßen mit einer Rhabdomyolyse in Verbindung gebracht werden,

gleichzeitig mit Oxaliplatin verabreicht werden (siehe Abschnitte 4.5 und 4.8).

Gastrointestinalulkus/Gastrointestinalulkus mit Blutung und Perforation

Die Behandlung mit Oxaliplatin kann zu einem Gastrointestinalulkus und möglichen Komplikationen

führen, wie z. B. gastrointestinale Blutungen und Perforation, die tödlich sein können. Im Falle eines

Gastrointestinalulkus müssen die Behandlung mit Oxaliplatin abgebrochen und geeignete Maßnahmen

eingeleitet werden (siehe Abschnitt 4.8).

Leberstörungen

Im Falle von abnormalen Leberwerten oder von portaler Hypertonie, welche nicht offensichtlich von

Lebermetastasen stammt, sollte der sehr seltene Fall einer arzneimittelinduzierten Lebergefäßstörung

in Betracht gezogen werden.

Schwangerschaft

Zur Anwendung in der Schwangerschaft siehe Abschnitt 4.6.

Fertilität

Genotoxische Effekte wurden in präklinischen Studien mit Oxaliplatin beobachtet. Deshalb sollte

männlichen Patienten, die mit Oxaliplatin behandelt werden, empfohlen werden, kein Kind während

und bis zu 6 Monaten nach der Behandlung zu zeugen und Sperma vor der Behandlung konservieren

zu lassen, da Oxaliplatin eine Infertilität hervorrufen kann, die irreversibel sein kann.

Frauen sollten während der Behandlung mit Oxaliplatin nicht schwanger werden und eine wirksame

Verhütungsmethode anwenden (siehe Abschnitt 4.6).

Peritoneale Blutungen können auftreten, wenn Oxaliplatin intraperitoneal verabreicht wird

(Off-Label-Verabreichung).

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Bei Patienten, die unmittelbar vor der Verabreichung von 5-Fluorouracil eine Einmalgabe von 85

mg/m² KOF Oxaliplatin erhalten hatten, wurden keine Änderungen der 5-Fluorouracil-Plasmaspiegel

beobachtet.

In vitro

wurde keine wesentliche Verdrängung von Oxaliplatin aus der Proteinbindung beobachtet,

wenn gleichzeitig die im Folgenden aufgeführten Mittel verwendet wurden: Erythromycin, Salicylate,

Granisetron, Paclitaxel und Natriumvalproat. Vorsicht ist geboten bei gleichzeitiger Behandlung von

Oxaliplatin mit anderen Arzneimitteln, die bekanntermaßen das QT-Intervall verlängern. Im Falle

einer Kombination mit diesen Arzneimitteln muss das QT-Intervall engmaschig überwacht werden

(siehe Abschnitt 4.4). Bei gleichzeitiger Anwendung von Oxaliplatin mit anderen Arzneimitteln, die

bekanntermaßen mit einer Rhabdomyolyse in Verbindung gebracht werden, ist Vorsicht geboten

(siehe Abschnitt 4.4).

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

liegen

bisher

keine

Erkenntnisse

hinsichtlich

Sicherheit

einer

Oxaliplatin-Verabreichung

während der Schwangerschaft vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität

gezeigt. Daher wird die Anwendung von Oxaliplatin während der Schwangerschaft und bei Frauen im

gebärfähigen Alter, die keine Verhütungsmethode anwenden, nicht empfohlen. Die Anwendung von

Oxaliplatin sollte nur nach geeigneter Aufklärung der Patientin über das Risiko für den Fötus und mit

ihrer Einwilligung in Betracht gezogen werden. Geeignete kontrazeptive Maßnahmen sollten während

und bis zu 4 Monaten nach der Behandlung bei Frauen ergriffen werden.

Stillzeit

Der Übergang in die Muttermilch wurde nicht untersucht. Während der Oxaliplatin-Therapie darf

nicht gestillt werden.

Fertilität

Oxaliplatin kann zu Infertilität führen (siehe Abschnitt 4.4). Aufgrund der potenziellen genotoxischen

Effekte von Oxaliplatin sollten geeignete kontrazeptive Maßnahmen während und bis zu 4 Monaten

nach der Behandlung bei Frauen und bis zu 6 Monaten nach der Behandlung bei Männern ergriffen

werden.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von

Maschinen durchgeführt. Jedoch erhöht sich während der Behandlung mit Oxaliplatin das Risiko für

das Auftreten von Schwindel, Übelkeit und Erbrechen sowie anderer neurologischer Symptome, die

die Bewegung und das Gleichgewicht beeinträchtigen und einen geringen bis mäßigen Einfluss auf die

Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen haben können.

Sehstörungen, insbesondere ein vorübergehender Sehverlust (reversibel nach Therapieunterbrechung),

können die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen.

Deshalb sollten die Patienten vor den möglichen Auswirkungen auf die Verkehrsfähigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen bei Auftreten dieser Nebenwirkungen gewarnt werden.

4.8

Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die häufigsten Nebenwirkungen von Oxaliplatin in Kombination mit 5-Fluorouracil und Folinsäure

(5-FU/FA) waren gastrointestinale (Diarrhö, Übelkeit, Erbrechen und Mukositis), hämatologische

(Neutropenie, Thrombozytopenie) und neurologische (akute und dosisabhängige kumulative peripher-

sensorische Neuropathie). Insgesamt waren diese Nebenwirkungen häufiger und schwerer ausgeprägt

bei der Gabe der Kombination von Oxaliplatin mit 5-FU/FA als mit 5-FU/FA allein.

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Die nachfolgend aufgeführten Daten zu den Häufigkeiten der Nebenwirkungen stammen aus

klinischen Studien zur Behandlung des metastasierenden kolorektalen Karzinoms und zur adjuvanten

Behandlung (eingeschlossene Patienten 416 und 1.108 im Oxaliplatin + 5-FU/FA-Arm) sowie aus

Anwendungserfahrungen.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen in der folgenden Tabelle werden folgende

Kategorien zu Grunde gelegt:

Sehr häufig ( 1/10); häufig ( 1/100, <1/10); gelegentlich ( 1/1.000, <1/100); selten ( 1/10.000,

<1/1.000); sehr selten (<1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten

nicht abschätzbar).

Weitere Ausführungen siehe nach der Tabelle.

Nebenwirkungen nach

Organsystemklassen

Sehr

häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Nicht

bekannt

Infektionen und

parasitäre

Erkrankungen*

Infektionen

Rhinitis,

Infektionen der

oberen Atemwege,

neutropenische

Sepsis*

Sepsis*

Erkrankungen des

Blutes und des

Lymphsystems*

Anämie,

Neutropenie,

Thrombozytopenie,

Leukopenie,

Lymphopenie

febrile Neutropenie

immunallergis

Thrombozytop

enie,

hämolytische

Anämie

Autoimm

unbeding

Panzytop

enie

Erkrankungen des

Immunsystems*

Allergie/allergische

Reaktionen++

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Anorexie,

Hyperglykämie,

Hypokaliämie,

Hypernatriämie

Dehydratation,

Hypokalzämie

metabolische

Azidose

Psychiatrische

Erkrankungen

Depression,

Insomnie

Nervosität

Erkrankungen des

Nervensystems*

periphere

sensorische

Neuropathie,

sensorische

Störungen,

Dysgeusie,

Kopfschmerzen

Schwindel,

motorische

Neuritis,

Meningismus

Dysarthrie,

Reversibles

Posteriores

Leukoenzepha

lopathie-

Syndrom

(RPLS bzw.

PRES) (siehe

Abschnitt 4.4)

Augenerkrankungen

Konjunktivitis,

Sehstörungen

vorübergehen

Verminderung

der Sehkraft,

Störungen des

Sehfeldes,Opti

kusneuritis,

vorübergehen

der Sehverlust

(reversibel

nach

Therapieunter

brechung)

Erkrankungen des

Ohrs und des

Labyrinths

Ototoxizität

Taubheit

Gefäßerkrankungen

Hämorrhagien,

Flush,

tiefe

Beinvenenthrombos

Hypertonie

Erkrankungen der

Atemwege, des

Brustraums und

Mediastinums

Dyspnoe,

Husten,

Nasenbluten

Schluckauf,

Lungenembolie

interstitielle

Lungenerkran

kung,

manchmal

tödlich,

pulmonale

Fibrose**

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts*

Übelkeit,

Diarrhö,

Erbrechen,

Stomatitis/

Mukositis,

Bauchschmerzen,

Verstopfung

Dyspepsie,

gastroösophagealer

Reflux,

gastrointestinale

Blutungen,

rektale Blutungen

Ileus,

intestinale

Obstruktion

Colitis

einschließlich

Clostridium

difficile,

Diarrhö,

Pankreatitis

Erkrankungen der

Haut und des

Unterhautzellgewebes

Hauterkrankungen,

Alopezie

Exfoliation (z. B.

an den Händen und

Füßen ),

Hypersen

sitivitäts

vaskulitis

Erythem,

Hautausschlag,

gesteigertes

Schwitzen,

Nagelerkrankungen

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Rückenschmerzen

Arthralgie,

Knochenschmerzen

Erkrankungen der

Nieren und Harnwege

Hämaturie,

Dysurie, anomale

Miktionshäufigkeit

Allgemeine

Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Müdigkeit,

Fieber+++,

Asthenie,

Schmerzen,

Reaktionen an der

Injektionsstelle+++

Untersuchungen

erhöhte

Leberenzyme,

erhöhte alkalische

Phosphatase,

erhöhtes Bilirubin,

erhöhte Laktat-

dehydrogenasespie

gel (LDH) im Blut,

Gewichtszunahme

(adjuvante

Behandlung)

erhöhtes Kreatinin,

Gewichtsabnahme

(Behandlung des

metastasierenden

kolorektalen

Karzinoms)

Siehe genaue Angaben im unteren Abschnitt.

Siehe Abschnitt 4.4.

Häufig neutropenische Sepsis, einschließlich tödlicher Fälle.

Sehr häufig Allergien/allergische Reaktionen, die meist während der Infusion auftreten,

manchmal tödlich. Häufig allergische Reaktionen wie Hautausschlag, besonders Urtikaria,

Konjunktivitis, Rhinitis. Häufig anaphylaktische oder anaphylaktoide Reaktionen

einschließlich Bronchospasmus, Angioödem, Hypotonie, Empfindung von Brustschmerzen und

anaphylaktischer Schock.

Stunden oder sogar Tage nach der Infusion wurde unter

Oxaliplatin zudem über eine verzögerte Hypersensitivität berichtet.

Sehr häufig Fieber, Rigor (Tremor), entweder durch Infektionen (mit oder ohne febrile

Neutropenie) oder möglicherweise durch immunologische Mechanismen.

++++ Reaktionen an der Injektionsstelle, einschließlich Schmerzen, Rötung, Schwellung und

Thrombose, sind berichtet worden. Extravasation kann auch lokal Schmerzen und

Entzündungen hervorrufen, die schwerwiegend sein können und zu Komplikationen,

einschließlich Nekrose, führen können, insbesondere wenn Oxaliplatin durch eine periphere

Vene infundiert wird (siehe Abschnitt 4.4).

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Inzidenz, bezogen auf Patienten (%), und nach Schweregrad

Oxaliplatin und 5-

FU/FA

85 mg/m²

alle 2 Wochen

Metastasierte Erkrankung

Adjuvante Behandlung

Gesamt

Grad 3

Grad 4

Gesamt

Grad 3

Grad 4

Anämie

82,2

<1

75,6

Neutropenie

71,4

78,9

28,8

12,3

Thrombozytopenie

71,6

<1

77,4

Febrile Neutropenie

Selten (> 1/10.000, < 1/1.000)

Disseminierte intravaskuläre Gerinnung (DIC), einschließlich tödlicher Fälle (siehe Abschnitt 4.4).

Nebenwirkungen aus Anwendungserfahrungen mit nicht bekannter Häufigkeit:

Hämolytisches urämisches Syndrom

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Inzidenz, bezogen auf Patienten (%)

Oxaliplatin und

5-FU/FA

85 mg/m2 alle 2 Wochen

Metastasierte

Erkrankung

Adjuvante Behandlung

Gesamt

Gesamt

Sepsis (einschließlich Sepsis und

neutropenischer Sepsis)

Nebenwirkungen aus Anwendungserfahrungen mit nicht bekannter Häufigkeit

Septischer Schock, einschließlich tödlicher Fälle.

Erkrankungen des Immunsystems

Inzidenz, bezogen auf

Patienten (%) und nach

SchweregradOxaliplatin

und 5-FU/FA

85 mg/m²

alle 2 Wochen

Metastasierte Erkrankung

Adjuvante Behandlung

Gesamt

Grad 3

Grad 4

Gesamt

Grad 3

Grad 4

Allergische

Reaktionen/Allergie

<1

10,3

Erkrankungen des Nervensystems

Oxaliplatin hat eine dosislimitierende Neurotoxizität. Dabei handelt es sich um eine periphere

sensorische Neuropathie, welche durch Dysästhesien und/oder Parästhesien der Extremitäten mit oder

ohne Krämpfe charakterisiert ist und oft durch Kälteeinwirkung ausgelöst wird. Diese Symptome

traten bei bis zu 95 % aller behandelten Patienten auf. Die Dauer dieser Beschwerden, die sich

normalerweise zwischen den Behandlungszyklen zurückbilden, nimmt mit zunehmender Anzahl von

Behandlungszyklen zu.

Treten Schmerzen und/oder funktionelle Beschwerden auf, ist in Abhängigkeit von der Dauer der

Symptome eine Dosisanpassung oder Behandlungsunterbrechung indiziert (siehe Abschnitt 4.4).

Die funktionellen Beschwerden beinhalten Schwierigkeiten bei der Ausübung feinmotorischer

Bewegungen und sind eine mögliche Konsequenz einer sensorischen Beeinträchtigung. Das Risiko für

das Auftreten anhaltender Symptome bei einer kumulativen Dosis von 850 mg/m² KOF (10 Zyklen)

beträgt ungefähr 10 % und 20 % bei einer kumulativen Dosis von 1.020 mg/m² KOF (12 Zyklen).

Bei der Mehrheit der Fälle besserten sich die neurologischen Symptome oder verschwanden nach

Therapieunterbrechung. 6 Monate nach Beendigung der adjuvanten Therapie des Kolonkarzinoms

hatten 87 % der Patienten keine oder leichte Symptome. In der Nachbeobachtung bis zu 3 Jahren

hatten ungefähr 3 % der Patienten entweder anhaltende lokale Parästhesien von mäßiger Intensität (2,3

%) oder Parästhesien mit funktioneller Beeinträchtigung (0,5 %).

Akute neurosensorische Manifestationen (siehe Abschnitt 5.3) sind berichtet worden. Sie beginnen

innerhalb von Stunden nach der Anwendung und treten oft im Zusammenhang mit Kälteexposition

auf. Sie treten gewöhnlich als vorübergehende Parästhesie, Dysästhesie und Hypoästhesie auf. Ein

akutes laryngopharyngeales Dysästhesie-Syndrom tritt bei 1 % bis 2 % der Patienten auf und ist

charakterisiert durch subjektives Empfinden von Dysphagie oder Dyspnoe/Gefühl des Erstickens,

ohne dass objektiv eine Atemnot (keine Zyanose oder Hypoxie) oder ein Laryngospasmus oder

Bronchospasmus (kein Stridor oder Keuchen) nachweisbar wäre. Obwohl Antihistaminika und

Bronchodilatatoren in diesen Fällen verabreicht wurden, war die Symptomatik auch ohne Behandlung

schnell reversibel. Eine Verlängerung der Infusionsdauer trägt dazu bei, die Inzidenz dieses Syndroms

zu verringern (siehe Abschnitt 4.4).

Gelegentlich sind andere Symptome berichtet worden, wie Zungenspasmen/ Muskelspasmen/

unwillkürliche Muskelkontraktionen/ Muskelzucken/ Myoklonie, anormale Koordination/

Gangstörungen/ Ataxie/ Gleichgewichtsstörungen/ Engegefühl in der Kehle und der Brust/

Druckgefühl/ Unbehagen / Schmerzen. Zusätzlich können Dysfunktionen der kranialen Nerven mit

den oben genannten Ereignissen verbunden sein, oder als unabhängiges Ereignis auftreten wie Ptosis,

Diplopie, Aphonie/Dysphonie/Heiserkeit, in einigen Fällen beschrieben als Stimmbandlähmung,

Missempfindungen der Zunge oder Dysarthrie, in einigen Fällen beschrieben als Aphasie,

Trigeminusneuralgie/Gesichtsschmerzen/Augenschmerzen, verringerte Sehschärfe, Störungen des

Sehfeldes.

Andere neurologische Symptome wie Dysarthrie, der Verlust des tiefen Sehnenreflexes und das

Auftreten des Lhermitte-Zeichens sind während der Behandlung mit Oxaliplatin berichtet worden.

Vereinzelte Fälle einer Sehnervenentzündung sind berichtet worden.

Nebenwirkungen aus Anwendungserfahrungen mit nicht bekannter Häufigkeit:

Konvulsion.

Herzerkrankungen

Nebenwirkungen aus Anwendungserfahrungen mit nicht bekannter Häufigkeit

QT-Verlängerung, die zu ventrikulären Arrhythmien führen kann, einschließlich Torsade de pointes,

die tödlich sein können (siehe Abschnitt 4.4).

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Nebenwirkungen aus Anwendungserfahrungen mit nicht bekannter Häufigkeit

Laryngospasmus.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Inzidenz, bezogen auf Patienten (%) und nach Schweregrad

Oxaliplatin und 5-FU/FA

85 mg/m²

alle 2 Wochen

Metastasierte Erkrankung

Adjuvante Behandlung

Gesamt

Grad 3

Grad 4

Gesamt

Grad 3

Grad 4

Übelkeit

69,9

<1

73,7

Diarrhö

60,8

56,3

Erbrechen

49,0

47,2

Mukositis/Stomatitis

39,9

<1

42,1

Die Prophylaxe und/oder Behandlung mit stark wirksamen Antiemetika ist angezeigt.

Durch schweren Durchfall/Erbrechen können Dehydratation, paralytischer Ileus, intestinale

Obstruktion, Hypokaliämie, metabolische Azidose und Nierenfunktionsstörungen hervorgerufen

werden, insbesondere wenn Oxaliplatin mit 5-Fluorouracil kombiniert wird (siehe Abschnitt 4.4).

Nebenwirkungen aus Anwendungserfahrungen mit nicht bekannter Häufigkeit

Intestinale Ischämie, einschließlich tödlicher Fälle (siehe Abschnitt 4.4).

Gastrointestinalulkus und Perforation, die tödlich sein können (siehe Abschnitt 4.4).

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr selten (<1/10.000):

Lebersinusoides Obstruktionssyndrom, auch bekannt als Venenverschlusskrankheit der Leber, oder

pathologische Symptome, die mit solch einer Leberfunktionsstörung in Zusammenhang stehen,

einschließlich Peliosis hepatis, noduläre regenerative Hyperplasie, perisinusoidale Fibrose. Klinische

Symptome können portale Hypertonie und/oder erhöhte Transaminasen sein.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Nebenwirkungen aus Anwendungserfahrungen mit nicht bekannter Häufigkeit

Rhabdomyolyse, einschließlich tödlicher Fälle (siehe Abschnitt 4.4).

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Sehr selten (<1/10.000):

Akute tubuläre Nekrose, akute interstitielle Nephropathie und akute Niereninsuffizienz.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome

Ein Antidot gegen Oxaliplatin ist nicht bekannt. Im Falle einer Überdosierung ist mit einer

Verstärkung der Nebenwirkungen zu rechnen.

Therapiemaßnahmen

Eine Überwachung der hämatologischen Parameter sowie eine symptomatische Behandlung sollten

eingeleitet werden.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere antineoplastische Mittel - Platinverbindungen

ATC-Code: L01XA03

Wirkmechanismus

Oxaliplatin ist eine antineoplastische Substanz und gehört zu einer neuen Klasse von Platinderivaten,

bei denen das Platinatom mit 1,2-Diaminocyclohexan („DACH“) und einer Oxalatgruppe komplexiert

ist. Oxaliplatin ist ein reines Enantiomer, (

SP

-4-2)-[(1

R

R

)-Cyclohexan-1,2-diamin-k

N

N'

[ethandioato(2-)-k

O

1

O

2

] platin. Oxaliplatin zeigt in verschiedenen Tumormodellsystemen,

einschließlich humaner kolorektaler Krebsmodelle, ein breites Spektrum zytotoxischer Aktivitäten (

in

vitro)

und antitumoraler Wirkungen (

in vivo)

. Oxaliplatin weist auch

in vitro

in vivo

Aktivität in

verschiedenen Cisplatin-resistenten Modellen auf. Eine synergistische zytotoxische Wirkung in

Kombination mit 5-Fluorouracil wurde

in vitro

in vivo

beobachtet. Aus Studien zum

Wirkungsmechanismus von Oxaliplatin, obwohl dieser noch nicht restlos geklärt ist, geht hervor, dass

Aquo-Derivate, die im Rahmen der Biotransformation von Oxaliplatin entstehen, mit DNA

interagieren und Inter- und Intrastrang-Quervernetzungen bilden, die einen Abbruch der DNA-

Synthese bewirken, was zu Zytotoxizität und antitumoraler Wirkung führt.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Bei Patienten mit metastasiertem kolorektalen Karzinom wurde die Wirksamkeit von Oxaliplatin

(85 mg/m

alle zwei Wochen wiederholt), kombiniert mit 5-Fluorouracil/Folinsäure (5-FU/FA), in

drei klinischen Studien untersucht:

First-Line-Therapie: Eine 2-armige, vergleichende, randomisierte Phase-III-Studie (EFC2962)

mit 420 Patienten, die entweder 5-Fluorouracil/Folinsäure allein (LV5FU2, 210 Patienten) oder

eine Kombination von Oxaliplatin mit 5-Fluorouracil/Folinsäure (FOLFOX4, 210 Patienten)

erhielten.

Vorbehandelte Patienten: In der 3-armigen, vergleichenden, randomisierten Phase-III-Studie

EFC4584 waren 821 Patienten eingeschlossen, die refraktär gegen Irinotecan (CPT-11) und 5-

Fluorouracil/Folinsäure waren und entweder mit 5-Fluorouracil/Folinsäure allein (LV5FU2, 275

Patienten), mit Oxaliplatin als Monotherapie (275 Patienten) oder einer Kombination von

Oxaliplatin mit 5-Fluorouracil/Folinsäure (FOLFOX4, 271 Patienten) behandelt wurden.

Eine nicht kontrollierte Phase-II-Studie (EFC2964), die 57 Patienten einschloss, die nicht auf

eine Behandlung mit 5-Fluorouracil/Folinsäure allein ansprachen und die eine Kombination von

Oxaliplatin mit 5-Fluorouracil/Folinsäure (FOLFOX4) erhielten.

Die zwei randomisierten klinischen Studien, EFC2962 bei der First-Line-Behandlung und EFC4584

bei vorbehandelten Patienten, zeigten eine signifikant höhere Ansprechrate und ein verlängertes

progressionsfreies Überleben (PFS)/Dauer bis zur Progression (TTP), verglichen mit einer

Behandlung mit 5-Fluorouracil/Folinsäure allein. In der Studie EFC4584, in die refraktäre

vorbehandelte Patienten eingeschlossen wurden, war die Differenz des medianen Gesamtüberlebens

(OS) zwischen der Kombination mit Oxaliplatin und 5-Fluorouracil/Folinsäure statistisch nicht

signifikant.

Ansprechrate unter FOLFOX4 versus LV5FU2

Ansprechrate (%)

(95 %-CI)

unabhängige radiologische

Untersuchung mit Intent-to-

treat-Analyse (ITT)

LV5FU2

FOLFOX4

Oxaliplatin

Monotherapie

Erstbehandlung

EFC2962

Bewertung des Ansprechens alle

8 Wochen

(16–27)

(42–56)

P-Wert = 0,0001

Vorbehandelte Patienten

1,1 (0,2–3,2) )

EFC4584

(refraktär gegen CPT-11 + 5-

Fluorouracil/Folinsäure)

Bewertung des Ansprechens alle

6 Wochen

0,7 (0,0–2,7)

11,1 (7,6–15,5)

P-Wert

<

0,0001

Vorbehandelte Patienten

EFC2964

(refraktär gegen 5-

Fluorouracil/Folinsäure)

Bewertung des Ansprechens alle

12 Wochen

(13–36)

NA*: Nicht zutreffend

Medianes progressionsfreies Überleben (PFS)/mediane Dauer bis zur Progression (TTP) unter

FOLFOX4 versus LV5FU2

Medianes PFS/TTP,

Monate (95 %-CI)

unabhängige radiologische

Untersuchung mit Intent-to-

treat-Analyse (ITT)

LV5FU2

FOLFOX4

Oxaliplatin

Monotherapie

Erstbehandlung

EFC2962 (PFS)

(5,5–6,5)

(7,2–8,8)

Log-rank P-Wert = 0,0003

Vorbehandelte Patienten

EFC4584 (TTP)

(refraktär gegen CPT-11 + 5-

FU/FA)

(1,8–2,9)

(4,7–6,1)

2,1 (1,6–2,7)

Log-Rank P-Wert

<

0,0001

Vorbehandelte Patienten

EFC2964

(refraktär gegen

5-Fluorouracil/Folinsäure)

(3,1–5,7)

NA*: Nicht zutreffend

Medianes Gesamtüberleben (OS) unter FOLFOX4 versus LV5FU2

Medianes OS, Monate

(95 %-CI)

mit Intent-to-treat-Analyse

(ITT)

LV5FU2

FOLFOX4

Oxaliplatin

Monotherapie

Erstbehandlung

EFC2962

14,7

(13,0–18,2)

16,2

(14,7–18,2)

Log-rank P-Wert = 0,12

Vorbehandelte Patienten

EFC4584

(refraktär gegen

CPT-11 + 5-

Fluorouracil/Folinsäure)

(7,3–9,3)

(9,1–10,5)

(7,2–8,7)

Log-rank P-Wert = 0,09

Vorbehandelte Patienten

EFC2964

(refraktär gegen 5-

Fluorouracil/Folinsäure)

10,8

(9,3–12,8)

NA*: Nicht zutreffend

Bei vorbehandelten Patienten (EFC4584), die zum Zeitpunkt des Therapiebeginns symptomatisch

waren, verbesserten sich bei einem höheren Anteil der Patienten, die mit Oxaliplatin und 5-

Fluorouracil/Folinsäure behandelt wurden, die krankheitsabhängigen Symptome signifikant,

verglichen mit den Patienten, welche nur mit 5-Fluorouracil/Folinsäure allein behandelt wurden

(27,7 % vs. 14,6 %; P = 0,0033). Bei nicht vorbehandelten Patienten (EFC2962) zeigten sich

bezüglich jeglicher Lebensqualitätsparameter keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen

den beiden Behandlungsgruppen. Jedoch waren die Lebensqualitätsdaten im Kontrollarm im

Allgemeinen besser für das Allgemeinbefinden und Schmerz und schlechter für den Behandlungsarm

mit Oxaliplatin bei Übelkeit und Erbrechen. Bei der adjuvanten Therapie wurden in der

vergleichenden randomisierten Phase-III-Studie MOSAIC (EFC3313) 2.246 Patienten (899 im

Stadium-II-/Dukes-B2 und 1.347 im Stadium-III-/Dukes-C) nach vollständiger Entfernung des

primären Tumors des Kolonkarzinoms eingeschlossen, die mit 5-Fluorouracil/Folinsäure allein

(LV5FU2, 1.123 Patienten; B2/C = 448/675) oder mit einer Kombination von Oxaliplatin und 5-

Fluorouracil/Folinsäure (FOLFOX4, 1.123 Patienten; B2/C = 451/672) behandelt wurden.

Studie EFC3313 krankheitsfreies 3-Jahres-Überlebensintervall (Intent-to-treat-Analyse [ITT])*

Behandlungsgruppe

LV5FU2

FOLFOX4

Prozent krankheitsfreies 3-

Jahres-Überlebensintervall (95

%-CI)

73,3

(70,6–75,9)

78,7

(76,2–81,1)

Risikoverhältnis (95 %-CI)

0,76

(0,64–0,89)

P-Wert (stratified Log-rank-

Test)

P=0,0008

* Medianer Follow-up über 44,2 Monate (alle Patienten für wenigstens 3 Jahre).

Die Studie zeigte, dass ein signifikanter Vorteil beim krankheitsfreien 3-Jahres-Überlebensintervall für

die Kombination von Oxaliplatin und 5-Fluorouracil/Folinsäure (FOLFOX4) gegenüber

5-Fluorouracil/Folinsäure allein (LV5FU2) besteht.

Studie EFC 3313: krankheitsfreies 3-Jahres-Überlebensintervall (Intent-to-treat-Analyse)*

bezogen auf die Erkrankungsstadien

Erkrankungsstadium

Stadium II

(Dukes B2)

Stadium III

(Dukes C)

Behandlungsgruppe

LV5FU2

FOLFOX4

LV5FU2

FOLFOX4

Prozent krankheitsfreies

3-Jahres-Überleben

(95 %-CI)

84,3

(80,9–87,7)

87,4

(84,3–90,5)

65,8

(62,2–69,5)

72,8

(69,4–76,2)

Risikoverhältnis (95 %-CI)

0,79

(0,57–1,09)

0,75

(0,62–0,90)

Log-rank-Test

P=0,151

P=0,002

* Medianer Follow-up über 44,2 Monate (alle Patienten für wenigstens 3 Jahre).

Gesamtüberleben (Intent-to-treat-Analyse)

Zum Zeitpunkt der Analyse des krankheitsfreien 3-Jahres-Überlebensintervalls, welches der primäre

Endpunkt der MOSAIC-Studie war, hatten 85,1 % der Patienten im FOLFOX4-Arm überlebt

gegenüber 83,8 % im LV5FU2-Arm. Übertragen auf eine Gesamtreduktion des Mortalitätsrisikos von

10 % wurde für FOLFOX4 keine Signifikanz erreicht (Risikoverhältnis = 0,90). Die Daten waren

92,2 % versus 92,4 % in der Subpopulation des Stadiums II (Dukes B2; Risikoverhältnis = 1,01) und

80,4 % versus 78,1 % der Subpopulation des Stadiums III (Dukes C; Risikoverhältnis = 0,87) für

FOLFOX4 bzw. LV5FU2.

Kinder und Jugendliche

Oxaliplatin in der Monotherapie wurde in einer pädiatrischen Population in zwei Phase-I- (69

Patienten) und zwei Phase-II-Studien (166 Patienten) untersucht. Insgesamt wurden 235 pädiatrische

Patienten (7 Monate bis 22 Jahre) mit soliden Tumoren behandelt. Die Wirksamkeit von Oxaliplatin

als Monotherapeutikum in den behandelten pädiatrischen Patienten konnte nicht nachgewiesen

werden. Die Ausweitung der beiden Phase-II-Studien wurde aufgrund fehlenden Ansprechens der

Tumoren gestoppt.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption und Verteilung

Die Pharmakokinetik der einzelnen aktiven Platinspezies wurde nicht bestimmt. Die Pharmakokinetik

des ultrafiltrierbaren Platins, bestehend aus einer Mischung aller ungebundenen aktiven und inaktiven

Platinspezies, ist nach einer 2-Stunden-Infusion von Oxaliplatin 130 mg/m² KOF alle 3 Wochen über

1–5 Zyklen und Oxaliplatin 85 mg/m² KOF alle 2 Wochen über 1–3 Zyklen wie folgt:

Zusammenfassung der pharmakokinetischen Parameter im Ultrafiltrat nach Mehrfachgabe von

Oxaliplatin 85 mg/m

2

alle 2 Wochen oder 130 mg/m

2

alle 3 Wochen

Dosis

C

max

(µg/ml)

AUC

0–48

(µgxh/ml)

AUC

(µgxh/ml)

t

1/2

α

(h)

t

1/2

β

(h)

t

1/2

γ

(h)

V

ss

(l)

CL

(l/h)

85 mg/m

2

Mittelwert

0,814

4,19

4,68

0,43

16,8

17,4

0,193

0,647

1,40

0,35

5,74

6,35

130 mg/m

2

Mittelwert

1,21

8,20

11,9

0,28

16,3

10,1

0,10

2,40

4,60

0,06

2,90

19,0

3,07

Mittelwerte von AUC

0–48

und C

wurden im 3. Zyklus (85 mg/m

) oder im 5. Zyklus (130 mg/m

berechnet.

Mittelwerte von AUC, V

und CL-Werte wurden im 1. Zyklus berechnet.

, AUC, AUC

0–48

und CL wurden durch Nicht-Kompartimentanalyse berechnet.

α, t

β und t

γ wurden durch Kompartimentanalyse berechnet (Zyklen 1–3 kombiniert).

Nach einer zweistündigen Infusion werden 15 % des verabreichten Platins in der Zirkulation

wiedergefunden, die restlichen 85 % werden rasch in das Gewebe verteilt oder im Urin ausgeschieden.

Irreversible Bindung an Erythrozyten und im Plasma führt in diesen Verteilungsräumen zu

Halbwertszeiten, die von der natürlichen Erneuerungszeit von Erythrozyten und Serumalbumin

bestimmt werden. Im ultrafiltrierten Plasma wurde weder nach 85 mg/m

alle 2 Wochen noch nach

130 mg/m

alle 3 Wochen eine Kumulation von Platin beobachtet. Steady-State war in diesem

Verteilungsraum im 1. Zyklus erreicht. Die inter- und intraindividuelle Streuung ist in der Regel

gering.

Biotransformation

Die Biotransformation

in vitro

scheint das Ergebnis eines nicht enzymatischen Abbaus zu sein, und es

gibt keine Anzeichen eines Cytochrom-P450-vermittelten Abbaus des Diaminocyclohexan(DACH)-

Rings. Im Patienten wird Oxaliplatin weitestgehend biotransformiert, und nach Ende einer

zweistündigen Infusion ist die Ausgangssubstanz in ultrafiltriertem Plasma nicht nachweisbar.

Mehrere zytotoxische Biotransformationsprodukte, wie die Monochlor-, Dichlor- und Diaquo-DACH-

Platinkomplexe, wurden im Blutkreislauf gefunden; zu späteren Zeitpunkten auch einige inaktive

Verbindungen.

Elimination

Das Platin wird vorwiegend renal eliminiert. Die Clearance erfolgt im Wesentlichen innerhalb von 48

Stunden nach Anwendung. Am fünften Tag konnten etwa 54 % der Gesamtdosis im Urin und weniger

als 3 % in den Fäzes wiedergefunden werden.

Besondere Patientengruppen

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Der Einfluss einer Nierenfunktionsstörung auf die Verteilung von Oxaliplatin wurde bei Patienten mit

unterschiedlichem Einschränkungsgrad der Nierenfunktion untersucht. Die verabreichte Oxaliplatin-

Dosis betrug 85 mg/m

in der Kontrollgruppe mit normaler Nierenfunktion (CL

>80 ml/min, n=12)

und in den Patientengruppen mit leicht (CL

= 50 bis 80 ml/min, n=13) oder mäßig (CL

= 30 bis

49 ml/min, n=11) eingeschränkter Nierenfunktion.. Sie betrug 65 mg/m

bei Patienten mit stark

eingeschränkter Nierenfunktion (CL

<30 ml/min, n=5). Die mediane Exposition betrug 9 bzw. 4

bzw. 6 bzw. 3 Zyklen. Die pharmakokinetischen Daten im Zyklus 1 wurden an 11 bzw. 13 bzw. 10

bzw. 4 Patienten erhoben.

Mit zunehmender Einschränkung der Nierenfunktion, insbesondere in der (kleinen) Gruppe der

Patienten mit starker Einschränkung, fand sich für Platin im Plasma-Ultrafiltrat (PUF) ein Anstieg der

AUC und der AUC/Dosis und ein Abfall der totalen und renalen Clearance und des

Verteilungsvolumens (V

): Die Punktschätzung (90 %-CI) für das geschätzte mittlere Verhältnis von

AUC/Dosis bei eingeschränkter Nierenfunktion zu AUC/Dosis bei normaler Nierenfunktion betrug

1,36 (1,08, 1,71), 2,34 (1,82, 3,01) und 4,81 (3,49, 6,64) für Patienten mit leicht bzw. mäßig bzw.

stark eingeschränkter Nierenfunktion.

Die Elimination von Oxaliplatin korreliert signifikant mit der Kreatinin-Clearance. Die totale PUF-

Platin-Clearance betrug 0,74 (0,59, 0,92), 0,43 (0,33, 0,55) bzw. 0,21 (0,15, 0,29) und das Vss 0,52

(0,41, 0,65), 0,73 (0,59, 0,91) bzw. 0,27 (0,20, 0,36) jeweils für Patienten mit leichter, mäßiger oder

starker Nierenfunktionseinschränkung. Im Vergleich zu Patienten mit normaler Nierenfunktion war

die totale Platin-Clearance im PUF bei leichter Einschränkung um 26 % reduziert, bei mäßiger

Einschränkung um 57 % und bei starker Einschränkung um 79 %.

Die renale Clearance von PUF-Platin war bei leichter Funktionseinschränkung um 30 % reduziert, bei

mäßiger Funktionseinschränkung um 65 % und bei starker Funktionseinschränkung um 84 %.

Es gab eine verlängerte Beta-Halbwertszeit von Platin im PUF mit steigendem Ausmaß der

Nierenfunktionseinschränkung, besonders in der Gruppe mit starker Einschränkung. Trotz der kleinen

Zahl an Patienten mit starker Nierenfunktionseinschränkung sind die Daten für diese Patienten

relevant und sollten bei der Verabreichung von Oxaliplatin an niereninsuffiziente Patienten

berücksichtigt werden (siehe Abschnitte 4.2, 4.3 und 4.4).

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Zielorgane, die in präklinischen Tiermodellen (Mäuse, Ratten, Hunde und/oder Affen) bei Einmal-

und Mehrfachgabe identifiziert wurden, umfassten das Knochenmark, das Verdauungssystem, die

Niere, die Hoden, das Nervensystem und das Herz. Die Toxizitäten in diesen Organen bei Tieren

entsprachen denen anderer Platinverbindungen und DNA-schädigender zytotoxischer Arzneimittel, die

bei der Behandlung humaner Krebserkrankungen verwendet werden, mit Ausnahme der

Auswirkungen auf das Herz. Wirkungen auf das Herz wurden ausschließlich bei Hunden beobachtet

und schlossen elektrophysiologische Störungen mit tödlichem Kammerflimmern ein. Die

Kardiotoxizität wird als spezifisch für den Hund erachtet, nicht nur, weil sie nur beim Hund vorkam,

sondern auch weil Dosen, vergleichbar denen, die beim Hund tödliche Kardiotoxizität hervorrufen

(150 mg/m

KOF), vom Menschen gut toleriert wurden. Präklinische Studien an sensorischen

Rattenneuronen weisen darauf hin, dass die in Verbindung mit Oxaliplatin auftretenden akuten

neurosensorischen Symptome auf einer Interaktion mit den spannungsabhängigen Na

-Kanälen

beruhen.

Oxaliplatin war in Säugetier-Testsystemen mutagen und klastogen und führte zu embryofetaler

Toxizität bei Ratten. Obwohl bisher keine Karzinogenitätsstudien durchgeführt wurden, wird

Oxaliplatin als wahrscheinliches Karzinogen angesehen.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Wasser für Injektionszwecke.

6.2

Inkompatibilitäten

Das verdünnte Arzneimittel darf nicht mit anderen Medikamenten im gleichen Infusionsbeutel oder in

der gleichen Infusionsleitung gemischt werden. Wie im Abschnitt 6.6 beschrieben, kann Oxaliplatin

zusammen mit Folinsäure über einen Y-Zugang verabreicht werden.

NICHT mischen

mit alkalischen Arzneimitteln oder Lösungen, insbesondere 5-Fluorouracil,

Folinsäure-Zubereitungen, die Trometamol als Bestandteil enthalten, sowie Trometamolsalzen anderer

Arzneimittel. Alkalische Arzneimittel oder Lösungen beeinflussen die Stabilität von Oxaliplatin

nachteilig (siehe Abschnitt 6.6).

NICHT verdünnen

mit Salzlösung oder anderen Lösungen, die Chlorid-Ionen (einschließlich

Calcium-, Kalium- oder Natriumchlorid) enthalten.

NICHT

mit anderen Arzneimitteln im gleichen Infusionsbeutel oder in der gleichen Infusionsleitung

mischen (siehe Abschnitt 6.6).

Kein

aluminiumhaltiges Injektionsmaterial verwenden.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

4 Jahre

Nach Verdünnung mit 5 %iger Glucoselösung konnte die chemische und physikalische Stabilität der

gebrauchsfertigen Infusionslösung über einen Zeitraum von 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C und über

einen Zeitraum von 6 Stunden bei +25 °C gezeigt werden.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte die gebrauchsfertige Infusionslösung sofort nach Herstellung

verwendet werden.

Wenn die Infusionslösung nicht sofort verwendet wird, liegt die Verantwortung für die

Aufbewahrungsdauer und Aufbewahrungsbedingungen beim Anwender und sollte normalerweise

nicht länger als 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C betragen, es sei denn, die Verdünnung wurde unter

kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen durchgeführt.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Nicht einfrieren.

Zu Aufbewahrungsbedingungen der gebrauchsfertigen Infusionslösung siehe Abschnitt 6.3.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Durchstechflasche aus Typ-I-Klarglas mit Chlorbutyl-Gummistopfen mit PTFE-Film und

Kunststoffkappe mit Aluminiumversiegelung.

Packungsgröße: 1 Durchstechflasche

Packungsgrößen:

Packung mit 1 Durchstechflasche mit 10 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Packung mit 1 Durchstechflasche mit 20 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Packung mit 1 Durchstechflasche mit 40 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Wie bei anderen potenziell toxischen Substanzen muss die Handhabung und Zubereitung von

Oxaliplatin-Lösungen mit Vorsicht durchgeführt werden.

Handhabungshinweise

Die Handhabung dieses zytotoxischen Agens durch das ärztliche oder Pflegepersonal erfordert jede

Vorsichtsmaßnahme, die den Schutz des Anwenders und seiner Umgebung gewährleistet.

Die Zubereitung von Injektionslösungen zytotoxischer Arzneimittel muss durch speziell ausgebildetes

Personal mit Kenntnis der verwendeten Arzneimittel erfolgen, unter Bedingungen, die die

Unversehrtheit des Arzneimittels, den Schutz der Umgebung und insbesondere den Schutz des damit

befassten Personals gewährleisten. Dies erfordert das Vorhandensein eines für diese Zwecke

vorgesehenen Arbeitsplatzes. Es ist verboten, in diesem Bereich zu rauchen, zu essen oder zu trinken.

Dem Personal muss geeignetes Arbeitsmaterial zur Verfügung gestellt werden, insbesondere

langärmelige Kittel, Schutzmasken, Kopfbedeckungen, Schutzbrillen, sterile Einmalhandschuhe,

Schutzabdeckungen für den Arbeitsplatz, Behälter und Sammelbehältnisse für Abfall. Exkremente und

Erbrochenes müssen mit Vorsicht behandelt werden.

Schwangere müssen vor dem Umgang mit zytotoxischen Substanzen gewarnt werden und diesen

vermeiden. Jedes zerbrochene Behältnis muss mit derselben Sorgfalt behandelt werden und ist als

kontaminierter Abfall zu betrachten. Kontaminierter Abfall sollte in geeignet gekennzeichneten festen

Behältnissen verbrannt werden. Siehe unten: Abschnitt „Entsorgung von Abfällen“.

Sollte Oxaliplatin als Konzentrat oder Infusionslösung mit der Haut in Kontakt kommen, ist sofort

sorgfältig mit Wasser zu spülen.

Sollte Oxaliplatin als Konzentrat oder Infusionslösung mit der Schleimhaut in Kontakt kommen, ist

sofort sorgfältig mit Wasser zu spülen.

BESONDERE VORSICHTSHINWEISE FÜR DIE ANWENDUNG

Darf nicht

mit aluminiumhaltigen Injektionsmaterialien verwandt werden.

Darf nicht

unverdünnt verabreicht werden.

Nur 5 %ige Glucoselösung für die Verdünnung verwenden.

Darf nicht

für die Infusion mit Lösungen verdünnt werden, die Natriumchlorid oder andere

Chloride enthalten.

Darf nicht

mit anderen Arzneimitteln im gleichen Infusionsbeutel oder in der gleichen

Infusionsleitung gemischt werden.

Darf nicht

gemischt werden mit alkalischen Arzneimitteln oder Lösungen, insbesondere 5-

Fluorouracil, Folinsäure-Zubereitungen, die Trometamol als Bestandteil enthalten, sowie

Trometamolsalzen anderer Arzneimittel. Alkalische Arzneimittel oder Lösungen beeinflussen

die Stabilität von Oxaliplatin nachteilig.

Hinweise für die Kombination mit Folinsäure (als Calciumfolinat oder Dinatriumfolinat)

250 bis 500 ml 5 %ige Glucose-Infusionslösung, die 85 mg/m² Oxaliplatin enthält, wird gleichzeitig

mit Folinsäure-Infusionslösung (Folinsäure in 5 %iger Glucoselösung) über einen Y-Zugang, der

unmittelbar am Infusionsort liegt, über 2 bis 6 Stunden intravenös infundiert.

Diese zwei Arzneimittel dürfen nicht im gleichen Infusionsbeutel gemischt werden. Für die

Verdünnung der Folinsäure muss isotonische 5 %iger Glucoselösung verwendet werden. Nicht

alkalische Lösungen, Natriumchloridlösung oder andere chloridhaltige Lösungen verwenden.

Hinweis für die Kombination mit 5-Fluorouracil

Oxaliplatin ist immer vor Fluorpyrimidinen, d. h. 5-Fluorouracil, zu verabreichen.

Nach der Gabe von Oxaliplatin den Zugang durchspülen und danach 5-Fluorouracil geben.

Für weitere Informationen zu Arzneimittelkombinationen mit Oxaliplatin siehe die entsprechenden

Fachinformationen.

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Die Lösung ist vor Gebrauch visuell zu prüfen. Nur klare Lösungen ohne Partikel dürfen verwendet

werden.

Das Arzneimittel ist zur einmaligen Verwendung bestimmt. Nicht verbrauchtes Konzentrat ist zu

verwerfen (siehe unter Abschnitt „Entsorgung von Abfällen“).

Verdünnung vor der Infusion

Die erforderliche Menge des Konzentrates wird aus der Durchstechflasche entnommen und mit 250–

500 ml einer 5 %igen Glucoselösung verdünnt, um eine Oxaliplatin-Konzentration zwischen

0,2 mg/ml und 0,7 mg/ml zu erhalten. Für den Konzentrationsbereich von 0,2 mg/ml bis 2 mg/ml

konnte die physikochemische Stabilität belegt werden.

Anwendung durch intravenöse Infusion.

Nach Verdünnung mit 5 %iger Glucoselösung konnte die chemische und physikalische Stabilität der

gebrauchsfertigen Infusionslösung über einen Zeitraum von 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C und über

einen Zeitraum von 6 Stunden bei +25 °C gezeigt werden.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte die bereitete Infusion sofort verwendet werden.

Wenn die Infusionslösung nicht sofort verwendet wird, liegt die Verantwortung für die

Aufbewahrungsdauer und die Aufbewahrungsbedingung beim Anwender und sollte nicht länger als 24

Stunden bei 2 °C bis 8 °C betragen, es sei denn, die Verdünnung wurde unter kontrollierten und

validierten aseptischen Bedingungen durchgeführt.

Die Lösung ist vor Gebrauch visuell zu prüfen. Nur klare Lösungen ohne Partikel dürfen verwendet

werden.

Das Arzneimittel ist zur einmaligen Verwendung bestimmt. Nicht verbrauchte Infusionslösung ist zu

verwerfen.

Niemals

mit Kochsalzlösung oder chloridhaltigen Lösungen verdünnen.

Die Kompatibilität der Oxaliplatin-Infusionslösung mit hauptsächlich aus PVC bestehenden

Infusionssystemen wurde getestet.

Infusion

Bei der Applikation von Oxaliplatin ist keine Hyperhydratation erforderlich.

Oxaliplatin, verdünnt in 250 bis 500 ml einer 5 %igen Glucoselösung, um eine Konzentration von

nicht weniger als 0,2 mg/ml zu erhalten, wird über einen peripher- oder zentralvenösen Zugang über 2

bis 6 Stunden infundiert. Wird Oxaliplatin zusammen mit 5-Fluorouracil gegeben, muss die

Oxaliplatin-Infusion vor der 5-Fluorouracil-Infusion erfolgen.

Entsorgung von Abfällen

Reste des Arzneimittels sowie sämtliche Materialien, die bei der Verdünnung und Applikation

verwendet wurden, müssen entsprechend krankenhausüblichen Standardverfahren für zytotoxische

Stoffe unter Beachtung der gesetzlichen Vorschriften für die Entsorgung überwachungsbedürftiger

Abfälle vernichtet werden.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Boston Biopharma Limited

Malta Life Sciences Park

Building 2, Level 0

San Gwann, SGN 3000

Malta

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

2200080.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG

27 December 2017

10.

STAND DER INFORMATION

08/2018

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Lesen Sie das vollständige Dokument

HAUSANSCHRIFT

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

53175 Bonn

+49 (0)228 99 307-0

+49 (0)228 99 307-5207

E-MAIL

poststelle@bfarm.de

INTERNET

www.bfarm.de

Öffentlicher Bewertungsbericht

Oxaliplatin AqVida 5 mg/ml Konzentrat zur

Herstellung einer Infusionslösung

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Oxaliplatin

Anmelder: Boston Biopharma Limited

Bei o.g. Arzneimittel des Zulassungsinhabers Boston Biopharma Limited handelt es sich um eine

generische Zulassung mit folgenden Indikationen:

Oxaliplatin wird in Kombination mit 5-Fluorouracil (5-FU) und Folinsäure (FA) angewendet

- zur adjuvanten Behandlung eines Kolonkarzinoms des Stadiums III (Dukes C) nach vollständiger

Entfernung des primären Tumors,

- zur Behandlung des metastasierenden kolorektalen Karzinoms.

(Stand: 27.12.2017)

Das Arzneimittel hat die gleiche qualitative und quantitative Zusammensetzung aus Wirkstoffen und

die gleiche Darreichungsform wie das Referenzarzneimittel, auf das es Bezug nimmt. Hinsichtlich der

Bioäquivalenz verhält sich das Arzneimittel wie das Referenzarzneimittel.

Qualität:

Eine Beschreibung der Herstellungsmethode wurde vorgelegt. Inprozesskontrollen sind bezüglich der

Produkteigenschaften und der Herstellungsmethode geeignet. Prozessvalidierungsdaten wurden für

Pilotchargen vorgelegt und genehmigt.

Freisetzungs- und Haltbarkeitsspezifikationen wurden ebenfalls vorgelegt und akzeptiert; anhand

dieser Daten konnte sichergestellt werden, dass die Qualität und Konsistenz des Endprodukts nicht zu

beanstanden waren. Akzeptanzgrenzen wurden anhand konventioneller pharmazeutischer

Anforderungen belegt. Testverfahren wurden beschrieben und validiert. Chargenanalysen wurden

vorgelegt und genehmigt. Die Daten belegen, dass die Chargen mit den Freigabespezifikationen

konform sind. Analysenzertifikate wurden für alle Referenzstandards vorgelegt.

Der Hersteller von Oxaliplatin AqVida 5 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung ist

AqVida GmbH.

Das Arzneimittel ist in den folgenden Packungen erhältlich:

OP10ml; Glas-Durchstechflasche; CIIR-Stopfen

OP20ml; Glas-Durchstechflasche; CIIR-Stopfen

OP40ml; Glas-Durchstechflasche; CIIR-Stopfen

Spezifikationen und Analysenzertifikate für alle Packmittelkomponenten wurden vorgelegt.

Alle Primärpackmittel sind mit der EU-Richtlinie 2002/72/EC konform und geeignet für die

Arzneimittelverpackung.

Die Stabilitätsstudien wurden in Übereinstimmung mit den zugrundeliegenden Guidelines

durchgeführt, die Ergebnisse lagen innerhalb der Spezifikationsgrenzen.

Die Haltbarkeit wurde anhand dieser Daten auf 3 Jahre festgelegt.

Präklinik:

Es wurden keine präklinischen Studien mit dem Arzneimittel durchgeführt, da diese bereits für das

Referenzarzneimittel vorlagen. Die pharmakodynamischen, pharmakologischen und toxikologischen

Eigenschaften von Oxaliplatin

sind gut bekannt. Durch die Bezugnahme auf das Referenzarzneimittel werden Wiederholungen von

Studien zum Schutz von Mensch und Tier vermieden. Das Modul „Non-clinical Overview“ wurde von

einem durch das Curriculum vitae ausgewiesen, qualifizierten Experten erstellt und durch die Behörde

genehmigt.

Weitere Informationen können in Abschnitt 5.3 der Fachinformation nachgelesen werden.

Klinik:

Für generische Zulassungen sind keine eigenen Wirksamkeits- und Sicherheitsstudien erforderlich, da

diese bereits für das Referenzarzneimittel geprüft wurden. Wirksamkeit und Sicherheit wurden im

Modul „Clinical Overview“ diskutiert. Die Wirksamkeit und Sicherheit von Oxaliplatin sind aus der

klinischen Praxis gut bekannt. Das Modul „Clinical Overview“ wurde von einem durch das Curriculum

vitae ausgewiesen, qualifizierten Experten erstellt und durch die Behörde genehmigt.

Weitere Information über die klinischen Eigenschaften von Oxaliplatin AqVida 5 mg/ml Konzentrat

zur Herstellung einer Infusionslösung können in den Abschnitten 5.1 und 5.2 der Fachinformation

nachgelesen werden.

Pharmakovigilanz:

Die vom Zulassungsinhaber eingereichte Beschreibung des Pharmakovigilanzsystems erfüllt alle

Voraussetzungen und belegt, dass der Zulassungsinhaber eine Qualifizierte Person (QP) hat, die für die

Pharmakovigilanz verantwortlich ist, und die über die notwendigen Maßnahmen für die Meldung

jeglicher Nebenwirkungen in der europäischen Gemeinschaft oder einem Drittland verfügt.

Zusammenfassung:

Die wichtigen qualitativen Eigenschaften von Oxaliplatin AqVida 5 mg/ml Konzentrat zur Herstellung

einer Infusionslösung sind hinreichend definiert und ausreichend kontrolliert. Die Spezifikationen und

analytischen Chargenergebnisse weisen konsistente Daten auf. Es sind keine Qualitätsfragen offen, die

einen negativen Einfluss auf das Nutzen-Risiko-Verhältnis haben könnten.

Es wurden keine weiteren präklinischen Daten für den Antrag benötigt.

Es bestehen keine Bedenken bezüglich der Sicherheit von Oxaliplatin AqVida 5 mg/ml Konzentrat zur

Herstellung einer Infusionslösung.

Die Produktinformationstexte sind konform mit denen der Referenzzulassung und wurden genehmigt.

Ein Usertest wurde vorgelegt und als akzeptabel bestätigt.

Die erforderliche pharmazeutische Qualität von Oxaliplatin AqVida 5 mg/ml Konzentrat zur

Herstellung einer Infusionslösung ist belegt und es sind keine präklinischen oder klinischen Bedenken

aufgetreten. Die dokumentierte klinische Erfahrung mit Oxaliplatin hat den therapeutischen Wert des

Wirkstoffs belegt. Das Nutzen-/Risikoverhältnis wird daher als positiv angesehen.

Änderungen, die seit Erstellung des öffentlichen Bewertungsberichts vorgenommen wurden, sind den

publizierten und aktualisierten Produktinformationstexten zu entnehmen.

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