Osmil Filmtablette

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Estradiol, Estradiol, Medroxyprogesteronacetat
Verfügbar ab:
Madaus GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
Estradiol, Estradiol, Medroxyprogesterone Acetate
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Estradiol 2.mg; Estradiol 2.mg; Medroxyprogesteronacetat 5.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
33636.00.00

Gebrauchsinformation

LesenSiediegesamtePackungsbeilagesorgfältigdurch,bevorSiemitder

EinnahmediesesArzneimittelsbeginnen.

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WennSieweitereFragenhaben,wendenSiesichbitteanIhrenArztoder

Apotheker.

DiesesArzneimittelwurdeIhnenpersönlichverschriebenunddarfnichtanDritte

weitergegebenwerden.EskannanderenMenschenschaden,auchwenndiese

dasselbeKrankheitsbildhabenwieSie.

DiesePackungsbeilagebeinhaltet:

1)WasistOSMIL®undwofürwirdesangewendet?

2)WasmüssenSievorderAnwendungvonOSMIL®beachten?

3)WieistOSMIL®anzuwenden?

4)WelcheNebenwirkungensindmöglich?

5)WieistOSMIL®aufzubewahren?

OSMIL®

DiearzneilichwirksamenBestandteilesindEstradiolundMedroxyprogesteronacetat.

EineweißeundeinehellblaueFilmtabletteenthalten:

EineweißeFilmtabletteenthält:

2mgEstradiol-Hemihydrat

EinehellblaueFilmtabletteenthält:

2mgEstradiol-Hemihydratund5mgMedroxyprogesteronacetat.

DiesonstigenBestandteilesind:

EineweißeFilmtabletteenthält:

Crospovidon,Lactose-Monohydrat,Macrogol400,Magnesiumstearat(Ph.Eur.),

Hypromellose,Povidon25,Talkum,FarbstoffE171.

EinehellblaueFilmtabletteenthält:

Crospovidon,Lactose-Monohydrat,Macrogol400,Magnesiumstearat(Ph.Eur.),

Hypromellose,Povidon25,Talkum,FarbstoffE132undE171.

OSMIL®istinKalenderpackungenmit28(N1)und84(3x28)(N3)Filmtabletten

erhältlich.

EineOSMIL®Kalenderpackungenthält16weißeund12hellblaueFilmtabletten.

1.WASISTOSMIL®UNDWOFÜRWIRDESANGEWENDET

OSMIL®isteinPräparat

1.zurHormonersatzbehandlungbeiBeschwerdendurcheinenMangelandem

weiblichenGeschlechtshormonEstrogenbeiFrauennachderletztenPeriodenblutung

(Menopause).

2.zurVorbeugungeinerOsteoporose(Knochenschwund)beiFrauennachderletzten

Periodenblutung,beideneneinhohesRisikofürzukünftigeKnochenbrüchebesteht

unddieanderezudiesemZweckangewendeteArzneimittelnichtvertragenhabenoder

nichtanwendendürfen.

IhrArztsollteverfügbareBehandlungsmethodenmitIhnenbesprechen.

PharmazeutischerUnternehmerundHersteller:

OpfermannArzneimittelGmbH

Robert-Koch-Straße2

51674Wiehl

Telefon:(02261/70040)

Telefax:(02261/700499)

2.WASMÜSSENSIEVORDERANWENDUNGVONOSMIL®BEACHTEN?

2.1OSMIL®darfnichtangewendetwerdenbei:

·bekanntembestehendenoderfrüheraufgetretenemBrustkrebsbzw.einem

entsprechendenVerdacht,

·bekanntenanderenTumoren,derenWachstumdurchZufuhrbestimmter

weiblicherGeschlechtshormone(Estrogene)angeregtwird(v.a.Krebsder

Gebärmutterschleimhaut)odereinementsprechendenVerdacht,

·Venenentzündung(z.B.Thrombophlebie),

·schwerenHerz-oderNierenerkrankungen(z.B.Dubin-Johnson-Syndrom)

·bestehendenoderfrüheraufgetretenenvenösenthromboembolischen

Erkrankungen(BlutgerinnselindentiefenVenen,Lungenembolie),

·bestehendenodererstkurzeZeitzurückliegendenarteriellen

thromboembolischenErkrankungen(BlutgerinnselbildungindenArterien),v.a.

anfallsartigauftretendeBrustschmerzenmitBrustenge(Anginapectoris),

Herzinfarkt,

·BlutungenausderScheide,derenUrsachevomArztnichtgeklärtist,

·unbehandelterübermäßigerVerdickungderGebärmutterschleimhaut

(Endometriumhyperplasie),

·akuterLebererkrankungoderzurückliegendenLebererkrankungen,solangesich

wichtigeLeberwertenichtnormalisierthaben,

·Porphyrie(StoffwechselerkrankungmitStörungderBildungdesroten

Blutfarbstoffes),

·bekannterÜberempfindlichkeitgegenüberdemWirkstoffodereinemHilfsstoff.

WennSienichtsichersind,obfürSieeinerdieserPunktezutrifft,fragenSieIhrenArzt

oderIhreÄrztin.

2.2BesondereVorsichtbeiderAnwendungvonOSMIL®istunterbestimmten

Umständenerforderlich.Diesesindnachfolgendaufgeführt:

DieEinnahmevonOSMIL ® solltenurzurBehandlungsolcherBeschwerdenbegonnen

werden,welchedieLebensqualitätbeeinträchtigen.InjedemFallsollteIhrArzt

mindestenseinmaljährlicheinesorgfältigeAbschätzungvonNutzenundRisikender

Behandlungvornehmen.DieBehandlungsolltenursolangefortgeführtwerden,wieder

NutzendieRisikenüberwiegt.

MedizinischeUntersuchungen/Kontrolluntersuchungen

VorBeginnbzw.WiederaufnahmeeinerHormonersatztherapiesollteeinevollständige

ErfassungallerwichtigenKrankheiteninIhrerVorgeschichtesowiebeinahen

Verwandtendurchgeführtwerden.DieärztlicheUntersuchung(einschließlichUnterleib

undBrust)solltesichandieserErfassungderKrankengeschichtesowieden

GegenanzeigenundWarnhinweisenfürdiesesArzneimittelorientieren.Währendder

BehandlungsolltenregelmäßigeKontrolluntersuchungendurchgeführtwerden,diesich

inHäufigkeitundArtnachIhrerpersönlichenGesundheitssituationrichten.IhrArzt

sollteIhnenerläutern,welcheVeränderungenIhrerBrüsteSieihmmitteilenmüssen.

DieUntersuchungen,u.a.RöntgenaufnahmenderBrüste(Mammographie),sollten

entsprechenddergegenwärtigüblichenVorsorgepraxisundvordemHintergrundIhrer

persönlichenGesundheitssituationdurchgeführtwerden.

Situationen,dieeinebesondereärztlicheÜberwachungerfordern

EineengmaschigeÜberwachungIhresGesundheitszustandesisterforderlich,wennbei

IhneneinederfolgendenSituationenoderErkrankungenvorliegtoderfrühervorlag

bzw.sichwährendeinerSchwangerschaftodereinerzurückliegenden

Hormonbehandlungverschlechterthat.DiesgiltauchfürdenFall,dasseineder

nachfolgendgenanntenErkrankungenimLaufederaktuellenHormonersatztherapiemit

OSMIL®auftrittbzw.sichverschlechtert:

FolgendeErkrankungenbzw.Risikofaktorensindzubeachten:

·gutartigeGeschwülstederGebärmuttermuskulatur(Uterusmyome),

·VorkommenvonaktivenGebärmutterschleimhautherdenaußerhalbder

Gebärmutter(Endometriose),

·übermäßigeVerdickungderGebärmutterschleimhaut(Endometriumhyperplasie)

(WeitereInformationendazuerhaltenSieweiterunten.),

·inderVergangenheitaufgetreteneBlutgerinnselindenGefäßen

(Thromboembolien)oderentsprechendeRisikofaktorenhierfür(Weitere

InformationendazuerhaltenSieweiterunten.),

·zurückliegendeestrogenabhängigeKrebserkrankung,wiez.B.

Gebärmutterschleimhautkrebs,

·RisikofaktorenfürestrogenabhängigeKrebserkrankungen,z.B.Auftretenvon

BrustkrebsbeinahenBlutsverwandten(z.B.Mutter,Großmutter,Schwestern),

·Bluthochdruck,

·Lebererkrankungen,z.B.Leberadenom(gutartigeLebergeschwulst),

·Gallenstein-Erkrankungen,

·Migräneoder(ungewöhnlichstarke)Kopfschmerzen,

·Schmetterlingsflechte(systemischerLupuserythematodes,einebestimmte

Autoimmunerkrankung),

·Epilepsie(Anfallsleiden),

·Asthma,

·Otosklerose(besondereFormderfortschreitendenMittelohrschwerhörigkeit),

·Zuckerkrankheit.

DiegleichzeitigeEinnahmevonOSMIL®undArzneimittelngegendieZuckerkrankheit

(Antidiabetika)kannbeiDiabetikerinnendieStoffwechsellageverändern.Dieskann

eineÄnderungderBehandlungderZuckerkrankheit(Diabetesmellitus)erforderlich

machen.

WenneinerdieserPunktefürSiezutrifft,fragenSieIhrenFrauenarzt/IhreFrauenärztin

oderdiebehandelndenÄrzte,wasinIhremspeziellenFallzutunist.

GründefüreinensofortigenTherapieabbruch:

DieTherapiemussbeiAuftretenvonGegenanzeigenundindenfolgendenSituationen

abgebrochenwerden:

·GelbsuchtoderVerschlechterungderLeberfunktionswerte,

·deutlicheErhöhungdesBlutdruckes,

·neuesAuftretenvonmigräneartigenKopfschmerzen,

·Schwangerschaft.

VermehrungderGebärmutterschleimhaut(Endometriumhyperplasie)

BeiFrauenmitGebärmutterwurdefestgestellt,dassdasRisikoeiner

Endometriumhyperplasie(übermäßigeVerdickungderGebärmutterschleimhaut)und

einesEndometriumkarzinoms(KrebsderGebärmutterschleimhaut)erhöhtist,wenn

Estrogenealleine(Estrogen-Monotherapie),d.h.ohnezusätzlicheGabeeines

Gelbkörperhormons(Gestagen),angewendetwerden.MitzunehmenderDauereiner

solchenEstrogen-MonotherapieerhöhtsichdiesesRisiko.

DatenausStudienbesagen,dassbeietwa5von1.000Frauen,diekeine

Hormonersatztherapieanwenden,zwischenihrem50.und65.Lebensjahrein

Endometriumkarzinomfestgestelltwird.BeiAnwenderinneneiner

Estrogen-MonotherapieerhöhtsichdasRisikoinAbhängigkeitvonderDauerder

BehandlungundderEstrogendosisumdas2-bis12fachegegenüber

Nichtanwenderinnen.BeiFrauenmitGebärmutterwirddiesesRisikodurchdie

zusätzlicheEinnahmeeinesGestagenszudemEstrogen(proZyklusmindestens12

Tagelang)weitgehendvermindert(sieheauch3.„WieistOsmil®anzuwenden“).

IndenerstenMonateneinerHormonersatztherapiekönnenDurchbruchs-und

Schmierblutungenauftreten.WennsolcheBlutungenüberdieersten

Behandlungsmonatehinausgehen,erstnacheinerlängerenBehandlungszeiteinsetzen

oderdiesenachBeendigungderHormonersatztherapieanhalten,solltenSiesoschnell

wiemöglichIhrenArztaufsuchen,umdieUrsachederBlutungfeststellenzulassen.

Ggf.mussdurchBeurteilungeinerGewebeprobederGebärmutterschleimhauteine

bösartigeGeschwulstausgeschlossenwerden.

UngehinderteEstrogenstimulationkannzueinerbösartigenUmwandlungvonnoch

bestehendenEndometrioseherden(AnsiedlungvonGebärmutterschleimhautaußerhalb

derGebärmutter)führen.DahersollteinFällen,indenenaufGrundeinerEndometriose

eineGebärmutterentfernungvorgenommenwurde,dieGabeeinesGelbkörperhormons

zusätzlichzurEstrogenersatzbehandlunginErwägunggezogenwerden,wennnoch

HerdevonGebärmutterschleimhautvorhandensind.

Brustkrebs

InverschiedenenStudienwurdebeiFrauen,dieimRahmeneiner

HormonersatzbehandlungübermehrereJahreEstrogeneoderEstrogen-Gestagen-

KombinationenoderTibolonangewendethatten,einerhöhtesBrustkrebsrisiko

festgestellt.DieseserhöhteRisikozeigtesichfüralleFormeneiner

HormonersatztherapienacheinigenAnwendungsjahren.Essteigtmitzunehmender

Behandlungsdaueran,kehrtjedocheinige(spätestensfünf)JahrenachBeendigung

derBehandlungaufdasaltersentsprechendeGrundrisikozurück.

DasRisikoeinerBrustkrebserkrankungistgrößer,wennFrauenein

Kombinationspräparat,bestehendauseinemEstrogenundeinemGestagen,zur

Hormonersatztherapieanwenden,undzwarunabhängigvonderArtdesGestagens

undderWeise,wieesmitdemEstrogenkombiniertwird(kontinuierlichoder

sequenziell).EsgibtkeinenUnterschiedimRisikohinsichtlichderverschiedenen

Anwendungsarten(z.B.alsTabletteoderPflaster).

EsgibtHinweise,dassdieBrusttumorebeiFrauen,dieeinebestimmteKombination

auseinemEstrogenundeinemGestagen(konjugierteequineEstrogenefortlaufend

kombiniertmitMedroxyprogesteronacetat)anwenden,etwasgrößersindundhäufiger

TochtergeschwülsteindenbenachbartenLymphknotenausgebildethaben,alsdie

BrusttumoreunbehandelterFrauen.

DieAnzahlderzusätzlichenBrustkrebsfälleistimAltersbereichzwischen45und65

JahrenweitgehendunabhängigvomAlterderFrauenbeiBeginnder

Hormonersatz-therapie.

Ineiner"MillionWomenStudy"genanntenStudiewurdederEinflussverschiedener

PräparatezurHormonersatztherapieaufdasBrustkrebsrisikountersucht.Berechnetauf

1.000FrauenbesagendieErgebnisseFolgendes:

Betrachtetman1.000Frauen,diekeineHormoneangewendethaben,sowirdim

Durchschnittbei32Frauenzwischenihrem50.und64.LebensjahreinBrustkrebs

festgestelltwerden.

Bei1.000Frauen,dienurmiteinemEstrogen(d.h.ohneGestagen)behandeltwurden,

wurdenimentsprechendenAltersabschnittimDurchschnitt

-nach5jährigerTherapie1,5zusätzlicheBrustkrebsfälle

-undnach10jährigerTherapie5zusätzlicheBrustkrebsfällefestgestellt.

Bei1.000Frauen,diemiteinerKombinationstherapie(d.h.EstrogenundGestagen)

behandeltwurden,wurdenimentsprechendenAltersabschnittimDurchschnitt

-nach5jährigerTherapie6zusätzlicheBrustkrebsfälle

-undnach10jährigerTherapie19zusätzlicheBrustkrebsfällefestgestellt.

LautSchätzungdersogenannten"WHI-Studie"(mitEstrogen-Gestagen-

Kombinationsarzneimitteln)ergebensichfolgendeBerechnungendes

Brustkrebsrisikos:

Von1.000FrauenderAltersgruppe50-79Jahre,diekeineHormonersatztherapie

erhaltenhatten,wurdeinnerhalbvon5Jahrenbei16FrauenBrustkrebsfestgestellt.

Von1.000Frauen,diemiteinerKombinationausEstrogenundGestagenbehandelt

wurden,trateninnerhalbvon5Jahren4zusätzlicheFällevonBrustkrebsauf.

DieHormonersatztherapie,insbesonderedieKombinationausEstrogenenund

Gestagenen,verringertdieDurchlässigkeitdesBrustdrüsengewebesfür

Röntgenstrahlen.DadurchkannderNachweiseinesBrustkrebsesbeiUntersuchung

derBrustmitRöntgenstrahlen(Mammographie)erschwertwerden.

VenöseThromboembolie

DieAnwendungvonArzneimittelnzumHormonersatzistimVergleichzur

Nichtanwendungmiteinemzwei-bisdreifacherhöhtenRisikofürVerschlüssedertiefen

VenendurchBlutgerinnsel(Thrombosen)verbunden,diesichunterUmständenlösen

undindieLungegelangenkönnen(Lungenembolie).ThromboseundLungenembolie

werdenalsvenösethromboembolischeErkrankungenbezeichnet.DasRisikofürdas

AuftretenvenöserthromboembolischerErkrankungenistinsbesondereimerstenJahr

derHormonersatzbehandlungerhöht.

DieAuswertungneuererStudien,diedasRisikofürsolchevenösethromboembolische

Erkrankungenuntersuchten,führtenzufolgendenErgebnissen:

AlleFrauenhabeneinaltersabhängigesGrundrisiko,einevenösethromboembolische

Erkrankungzuerleiden.Innerhalbvon5Jahrenerkrankendaranetwa3von1000

FrauenimAltervon50bis59Jahren,diekeineHormoneanwenden.BeiFrauen

dieserAltersgruppe,dieHormoneanwenden,sindesetwa7von1000Frauen,d.h.es

istmit4zusätzlichenFällenzurechnen.

UnterFrauenimAltervon60bis69Jahren,diekeineHormoneanwenden,erleiden

innerhalbvon5Jahren8von1000Fraueneinevenösethromboembolische

Erkrankung.Bei1000FrauendergleichenAltersgruppe,dieHormoneanwenden,ist

mitetwa17Fällenzurechnen,d.h.estretenetwa9zusätzlicheFälleauf.

AllgemeinanerkannteRisikofaktorenfürdieEntwicklungvenöserthromboembolischer

Erkrankungensind:

·venösethromboembolischeErkrankungenindereigenenKrankengeschichte

bzw.eineentsprechendefamiliäreBelastung,

·erheblichesÜbergewicht(sogenannter„BodyMassIndex“(BMI)über30kg/m²),

·Schmetterlingsflechte(systemischerLupuserythematodes,einebestimmte

Autoimmunerkrankung),

ÜberdieBedeutungvonKrampfadern(Varizen)fürdasAuftreteneinervenösen

thromboembolischenErkrankungbestehtkeineeinheitlicheMeinung.

PatientinnenmitvenösenthromboembolischenErkrankungeninderVorgeschichte

oderbekannterNeigungzurBildungvoninnerenBlutgerinnseln(Thrombosen)haben

einerhöhtesRisiko,einesolcheErkrankungerneutzuerleiden.Eine

HormonersatzbehandlungkanndiesesRisikoerhöhen.

WennbeiIhnenoderIhrennahenBlutsverwandtenBlutgerinnselbzw.deren

VerschleppungimBlutstrom(venösethromboembolischeErkrankungen)oder

wiederholtespontaneFehlgeburtenaufgetretensind,solltegeklärtwerden,obeine

NeigungzuvenösenthromboembolischenErkrankungenvorliegt.Bisdahinbzw.bis

zumBeginneinerBehandlungmitMittelnzurHemmungderBlutgerinnungdürfenSie

keineHormonersatzpräparateanwenden.SolltenSiebereitsmitGerinnungshemmern

behandeltwerden,sollteIhrArztNutzenundRisikoeinerHormonersatzbehandlung

sorgfältiggegeneinanderabwägen.

DasRisikofürvenösethromboembolischeErkrankungenkannbeilängerer

Ruhigstellung(z.B.Bettlägerigkeit,BeinimGipsverband)sowieschwerenVerletzungen

odergrößerenOperationenvorübergehenderhöhtsein.BeiPatientinnen,dieeine

Hormonersatztherapiedurchführen,sollten,wiebeiallenPatientennacherfolgten

Operationen,dieVorsorgemaßnahmenzurVerhinderungeinervenösen

thromboembolischenErkrankungäußerstgenaueingehaltenwerden.

WennbeiIhneneineOperationgeplantist,informierenSieIhrenArzt.Wennnacheiner

vorgesehenenOperation,vorallembeiEingriffeninderBauchregionoder

orthopädischenOperationenandenBeinen,miteinerlängerenRuhigstellungzu

rechnenist,sollteerwogenwerden,obeineUnterbrechungder

Hormonersatzbehandlung4bis6WochenvordemEingriffmöglichist.Diese

Behandlungsollteggf.erstwiederaufgenommenwerden,wennIhre

Bewegungsfähigkeitvollständigwiederhergestelltist.

FallsbeiIhnennachBeginnderHormonersatzbehandlungAnzeicheneinervenösen

thromboembolischenErkrankungauftretenbzw.einVerdachtdaraufbesteht,mussdie

BehandlungmitOSMIL®sofortabgebrochenwerden.WennSiebeisichmögliche

AnzeichenfüreinevenösethromboembolischeErkrankungbemerken(schmerzhafte

SchwellungeinesBeines,plötzlicherSchmerzimBrustkorb,Atemnot),müssenSie

umgehendKontaktmiteinemArztaufnehmen.

ErkrankungderHerzkranzgefäße

AusgroßenklinischenStudiengibteskeinenHinweisaufeinenNutzeninBezugauf

ErkrankungenderHerzkranzgefäßedurchAnwendungvonArzneimittelnzur

HormonersatztherapiemiteinerbestimmtenWirkstoffkombination(konjugierte

Estrogene,fortlaufendkombiniertmitMedroxyprogesteronacetat).Zweigroßeklinische

StudienzeigteneinmöglicherweiseerhöhtesRisikofürErkrankungender

HerzkranzgefäßeimerstenJahrderAnwendungundinsgesamtkeinenNutzen.Für

andereArzneimittelzurHormonersatztherapiemitanderenWirkstoffenalsOSMIL®

gibtesderzeitkeinegroßenklinischenStudien,indenendieWirkungenauf

ErkrankungenderHerzkranzgefäßeuntersuchtwurden.

Schlaganfall

IneinergroßenklinischenStudie(WHI-Kombi-Studie)wurdeeinerhöhtesRisikofür

SchlaganfallbeigesundenFrauenwährendeinerBehandlungmiteinerbestimmten

Wirkstoffkombination(konjugierteEstrogenefortlaufendkombiniertmit

Medroxy-progesteronacetat)gefunden.

Demnacherleidenetwa3von1000FrauenimAltervon50bis59Jahren,diekeine

Hormoneanwenden,einenSchlaganfallinnerhalbeinerZeitspannevon5Jahrenbzw.

etwa11von1000FrauenimAltervon60bis69Jahren.BeiFrauenimAltervon50bis

59Jahren,diedieseArzneimittelanwenden,trittetwa1zusätzlicherSchlaganfallpro

1000Frauenauf.BeiFrauenimAltervon60bis69Jahren,diedieseArzneimittel

anwenden,sindesetwa4zusätzlicheFällepro1000Frauen.

Eierstockkrebs

EsliegenHinweiseauseinigenepidemiologischenStudienvor,dasseine

Langzeitbehandlungübermindestens5bis10JahremitEstrogenallein(d.h.ohne

ZusatzvonGestagen)beiFrauenmitentfernterGebärmuttermiteinemerhöhtenRisiko

füreinenEierstockkrebsverbundenist.ObdiesesRisikoauchbesteht,wennzusätzlich

zudemEstrogeneinGestagenangewendetwird,istnichtgeklärt.

WennSiewegenEierstockkrebsbesorgtsind,sprechenSiemitIhremArzt/IhrerÄrztin.

PatientinnenmiteingeschränkterFunktionderNiereoderdesHerzens

EstrogenekönneneineFlüssigkeitsansammlungbewirken.DahermüssenPatientinnen

miteingeschränkterFunktionderNiereoderdesHerzenssorgfältigbeobachtetwerden.

PatientinnenmitschweremNierenversagenmüssenengmaschigüberwachtwerden,

weildurchdasNierenversagenmiteinemAnstiegderzirkulierendenEstrogenezu

rechnenist.

PatientinnenmiteinerbestimmtenFettstoffwechselstörung(Hypertriglyceridämie)

WennbeiIhnenbestimmteBlutfettwerte(Triglyceride)erhöhtsind,solltenIhre

BlutfettwertewährendderBehandlungmitOSMIL®engmaschigüberwachtwerden,

weilimZusammenhangmiteinerEstrogentherapieinseltenenFällenvoneinem

starkenTriglyceridanstiegimBlutmiteinernachfolgendenEntzündungder

Bauchspeicheldrüseberichtetwurde.

SchwangerschaftundStillzeit

OSMIL®istwährendderSchwangerschaftnichtangezeigt.Wennwährendeiner

BehandlungmitOSMIL®eineSchwangerschafteintritt,mussdieBehandlung

unverzüglichabgesetztwerden.

DieErgebnissedermeistenheutevorliegendenepidemiologischenStudien,diesich

aufunbeabsichtigteExpositionvonFetengegenüberEstrogenundGestagenbeziehen,

zeigenkeineteratogeneoderfötotoxischeWirkung.

OSMIL®istwährendderStillzeitnichtangezeigt.

OSMIL®kannnichtalsMittelzurSchwangerschaftsverhütungeingesetztwerden.

BeeinflussungvonLaborwerten

EstrogenestimulierendieBildungvonSexualhormon-,Thyroxin-undKortikosteroid-

bindendemGlobulin.DieseTatsacheistbeiderSchilddrüsen-Diagnostikzubeachten.

AußerdemkönnengewisseHormonspiegelundLeberfunktionstestseventuelldurchdie

BehandlungmitOSMIL®beeinflusstwerden,wiez.B.folgendeLaborwerte:

·Gonadotropinspiegel,

·Urin-Pregnandiolspiegel,

·Plasma-Cortisonspiegel,

·Glucosetoleranztest(GlucosetoleranzistdieFähigkeit,dieZufuhreiner

bestimmtenMengeGlucosezuertragen,ohnedassdabeikrankhafterhöhte

Harn-oderBlutzuckerwerteauftreten;vgl.Abschnitt„Nebenwirkungen“),

·Metyrapon-Test.

Demenzerkrankungen

Esistnichtschlüssignachgewiesen,dasssichdurcheineHormonersatztherapiedie

geistigenFähigkeiten(Gedächtnis,Wahrnehmung,Denken,Lernen,

Urteilungsvermögen,Erinnerungetc.)verbessern.AuseinergroßenStudiegibtes

HinweiseaufeinerhöhtesRisikofüreineHirnleistungsstörung(„wahrscheinliche

Demenz“)beiFrauen,dienachdem65.LebensjahreineHormonersatztherapiemit

einerbestimmtenWirkstoffkombination(konjugierteequineEstrogene,fortlaufend

kombiniertmitMedroxyprogesteronacetat)begonnenhaben.Esistnichtbekannt,ob

dieseErkenntnisseauchfürjüngereFrauennachderletztenRegelblutungbzw.andere

Hormonersatztherapie-Präparategelten.

VerkehrstüchtigkeitunddasBedienenvonMaschinen

OSMIL®hatkeinenbekanntenEinflussaufdieVerkehrstüchtigkeitoderdasBedienen

vonMaschinen.

BeiderRisikobewertungundEntscheidungüberdenBeginnbzw.dieFortführungeiner

HormonersatztherapiesolltenalleobengenanntenFaktorenberücksichtigtwerden.

2.3WechselwirkungenmitanderenArzneimitteln

BitteinformierenSieihrenArztoderApotheker,wennSieandereArzneimittel

einnehmenbzw.vorkurzemeingenommenhaben,auchwennessichumnicht

verschreibungspflichtigeArzneimittelhandelt.

DieWirkungenvonOSMIL®könnenbeigleichzeitigerEinnahmevonanderen

Arzneimittelnabgeschwächtwerden.DazuzählenArzneimittel,dieeinenAnstieg

bestimmterLeberenzymebewirkenunddieeingesetztwerdenbei

·Krampfanfällen(Epilepsie;z.B.Phenobarbital,Phenytoin,Carbamazepin),

·Infektionskrankheiten(z.B.dieTuberkulosemittelRifampicinundRifabutin),

·HIV-Infektionen(z.B.Nevirapin,Efavirenz,RitonavirundNelfinavir).

AuchpflanzlicheZubereitungen,dieJohanniskrautenthalten,könnendieWirkungen

vonOSMIL®abschwächen.

EineabgeschwächteWirkungvonEstrogenundGestagenkannzuBlutungsstörungen

führen.

3.WIEISTOSMIL®ANZUWENDEN?

3.1ArtundDauerderAnwendung

ZuBeginnundbeiderFortführungderBehandlungvonEstrogenmangelbeschwerden

wirdIhrArztIhnendieniedrigstewirksameDosisverordnenunddieBehandlungsdauer

sokurzwiemöglichhalten.

DiefolgendenAngabengelten,soweitIhnenIhrArztOSMIL®nichtandersverordnet

hat.BittehaltenSiesichandieAnwendungsvorschriften,daOSMIL®sonstnichtrichtig

wirkenkann!

WievielvonOSMIL®undwieoftsolltenSieOSMIL®einnehmen?

DieBehandlungbeginntmit1maltäglicheinerweißenFilmtablette(2mg

Estradiol-Hemihydrat)über16Tage.Anschließendwird1maltäglicheinehellblaue

Filmtablette(2mgEstradiol-Hemihydrat+5mgMedroxyprogesteronacetat)über12

Tageeingenommen.

NachEinnahmederletztenhellblauenFilmtablettewirddieBehandlungamfolgenden

TagmitdererstenweißenFilmtabletteeinerneuenKalenderpackungfortgesetzt.Im

allgemeinentrittdanacheinemenstruationsähnlicheBlutungauf.Unabhängigdavonist

dieBehandlungfortzusetzen.

WieundwannsolltenSieOSMIL®einnehmen?

DasDosierungsschemabasiertaufeinem28-Tage-Zyklus.WennkeineMonatsblutung

mehrbestehtoderdiesewährendmehrerer(2-4)Monateaussetzt,kannmitder

EinnahmevonOSMIL®jederzeitbegonnenwerden.Bestehtdagegennochein

regelmäßigerZyklus,sowirdmitderEinnahmevonOSMIL®am5.Zyklustag

begonnen.

DieFilmtablettenwerdenunabhängigvondenMahlzeitenunzerkautmitetwas

Flüssigkeitgeschluckt.

3.2AnwendungsfehlerundÜberdosierung

Wasistzutun,wennOSMIL®inzugroßenMengen(beabsichtigteoderversehentliche

Überdosierung)eingenommenwurde?

BeieinmaligerÜberdosierungsind,selbstbeihöherenDosen,keineschwerwiegenden

Nebenwirkungenzuerwarten.WennKinderversehentlichOSMIL®einnehmen,istnicht

mitbedenklichenFolgenzurechnen.EskönnenÜbelkeitundBauchschmerzen

auftreten.MitAusnahmederBeendigungderEinnahmesindbeiÜberdosierungkeine

besonderenMaßnahmenzuempfehlen.

WasmüssenSiebeachten,wennSieeineEinnahmevergessenhaben?

SetzenSieindiesemFalldieEinnahmevonOSMIL®inderverordnetenDosierung

zumnächstenAnwendungszeitpunktfort.VerwendenSieauchindiesemFallkeine

größereMengealsdieverordneteEinzeldosis.

WasmüssenSiebeachten,wennSiedieBehandlungunterbrechenodervorzeitig

beenden?

HaltenSiebitteRücksprachemitIhremArzt,wennSiedieBehandlungunterbrechen

odervorzeitigbeendenwollen.

4.WELCHENEBENWIRKUNGENSINDMÖGLICH

WiealleArzneimittelkannOSMIL®Nebenwirkungenhaben.

BeiderBewertungwerdenüblicherweisefolgendeHäufigkeitsangabenzugrunde

gelegt:

Sehrhäufig:

mehrals1von10Behandelten Häufig:

wenigerals1von10,abermehrals1von

100Behandelten

Gelegentlich:

wenigerals1von100,abermehrals1von

1000Behandelten Selten:

wenigerals1von1000,abermehrals1von

10.000Behandelten

Sehrselten:

wenigerals1von10.000Behandelten,einschließlichEinzelfälle

ÜberfolgendeunerwünschteWirkungenwurdeimZusammenhangmitderBehandlung

vonEstrogenundGestagenberichtet:

GelegentlichwurdeBrustkrebsbeobachtet.FürweitereInformationenlesenSiebitte

dieAngabenunter„2.2BesondereVorsichtbeiderAnwendungvonOSMIL®istunter

bestimmtenUmständenerforderlich“,Abschnitt„Brustkrebs“.

SeltenestrogenabhängigegutartigeGeschwülstesowiebösartigeTumoren,

insbesondereKrebsderGebärmutterschleimhautFürweitereInformationenlesenSie

bittedieAngabenunter„2.2BesondereVorsichtbeiderAnwendungvonOSMIL®ist

unterbestimmtenUmständenerforderlich“,Abschnitt„Vermehrungder

Gebärmutterschleimhaut(Endometriumhyperplasie)“.

Herz-Kreislaufsystem

SeltenHerzinfarkt,SchlaganfallundseltenvenösethromboembolischeEreignisse,z.B.

VerschlüssedertiefenBein-bzw.BeckenvenendurchBlutgerinnsel(Thrombosen)

sowieLungenembolien.DiesetretenbeiAnwenderinnenvonArzneimittelnzum

HormonersatzhäufigeraufalsbeiNicht-Anwenderinnen(fürweitereInformationen

lesenSiebittedenAbschnitt„WasmüssenSievorderAnwendungvonOSMIL®

beachten“).

GelegentlichtrittBlutdruckanstiegauf.

Zentralnervensystem

HäufigsindReizbarkeitundKopfschmerzen,gelegentlichSchwindelundMigräne

aufgetreten.SeltensindLibidoveränderungen,sowiedieVerschlimmerungeiner

bestehendenEpilepsiebeobachtetworden.

Verdauungssystem

HierkanneshäufigzuÜbelkeit,BauchkrämpfenundBlähungen(Meteorismus)und

gelegentlichzuErbrechenkommen.ErkrankungenderGallenblase(z.B.Gallensteine)

wurdenberichtet.

Haut

EskönnenbräunlicheHautpigmentierung(Chloasma),verschiedeneHautkrankheiten

mitBlasen-undKnötchenbildungoderEinblutungenindieHaut(Erythemamultiforme,

Erythemanodosum,vaskulärePurpura,Akne)auftreten.

Hirnleistungsstörungen

FürweitereInformationenlesenSiebittedieAngabenunter„2.2BesondereVorsicht

beiderAnwendungvonOSMIL®istunterbestimmtenUmständenerforderlich“,

Abschnitt„Demenzerkrankungen“.

AndereReaktionen

HäufigkanneszueinerRückhaltungvonFlüssigkeitmitSchwellungen

(FlüssigkeitsretentionmitÖdem),schwerenBeinen,zuGewichtzunahmeoder

Gewichtsverlust,Depressionen,gelegentlichzuÄnderungderGlukosetoleranz(aus

diesemGrundsolltederBlutspiegelbeiDiabetikerinnenwährendderBehandlungmit

OSMIL®sorgfältigüberwachtwerden,sieheauchAbschnitt„WasmüssenSievorder

AnwendungvonOSMIL®beachten”unter„BeeinflussungvonLaborwerten”)und

BlutgerinnungsowieseltenzuAugenreizungbeimTragenvonKontaktlinsenund

allergischenSofortreaktionen(anaphylaktischeReaktionen,insbesonderebei

PatientinnenmitallergischenReaktioneninderAnamnese)kommen.

EswurdenaußerdemDurchbruchblutungen,FehlenoderAusbleibendermonatlichen

Regelblutung(Amenorrhö),BrustbeschwerdenmitSpannungsgefühlund

EmpfindlichkeitderBrustwarzensowieAknebeobachtet.

DieBehandlungmitOSMIL®kanndenBeginnderMenopauseverdecken.

EinsofortigesAbsetzenderTherapieistinfolgendenFällenerforderlich:

Migräneoderhäufigauftretende,schwereKopfschmerzen,dievorBeginnder

Behandlungnurseltenaufgetretensind,

Seh-oderHörstörungenallerArt,

Verletzungen(Traumata),

Gelbsucht(cholestatischerIkterus),Leberentzündung(Hepatitis),

ZunahmeepileptischerAnfälle.

WennSieNebenwirkungenbeisichbeobachten,dienichtindieserPackungsbeilage

aufgeführtsind,teilenSiediesebitteIhremArztoderApothekermit.

5.WIEISTOSMIL®AUFZUBEWAHREN?

SiedürfendasArzneimittelnachdemaufdemUmkarton/Behältnisangegebenen

Verfallsdatumnichtmehrverwenden.

Nichtüber25°Caufbewahren.

ArzneimittelfürKinderunzugänglichaufbewahren!

StandderInformation:September2004

Zusatzinformation

LiebePatientin,

imFolgendenmöchtenwirIhnengerneeinigeweiterehäufigeFragenbeantworten:

WasgeschiehtindenWechseljahren?

EtwaimAlterzwischen40und50JahrenbeginnenbeiderFraudieWechseljahre.Die

ProduktionderweiblichenGeschlechtshormone(EstrogeneundProgesteron)lässt

nach,unddieRegelblutunghörtauf.Sehrhäufigtretenjetztdietypischen

BeschwerdendieserJahreauf.

a)ZusätzlichzudenseelischenBelastungen,diedurchÄnderungender

Lebensgewohnheitenhervorgerufenwerden,könnensichaucheineganzeReihe

vonkörperlichenBeschwerdeneinstellen.Hitzewallungen,Schweißausbrücheund

Schwindel,ReizbarkeitundDepressionen,AbgeschlagenheitundSchlaflosigkeit,

sexuelleUnlust,Durchblutungsstörungenundeinigesmehrbeeinträchtigendie

LebensqualitätvielerFrauenindenWechseljahren.

b)DurchEstrogenmangelentfaltendieknochenabbauendenZellenihreungebremste

Aktivität.WirktmandiesemProzessnichtrechtzeitigentgegen,bestehtdieGefahr

desKnochenschwunds(Osteoporose).EtwaeinDrittelderFrauenab60Jahren

leidetunterdieserErkrankung.

WasistOSMIL®?

MitOSMIL®hatIhnenIhrArzteineHormonkombinationausEstradiol(ein

hochwirksames, im menschlichen Organismus gebildetes Estrogen) und

Medroxyprogesteronacetat (MPA), einem Abkömmling des natürlichen

Gelbkörperhormons(Progesteron),verschrieben.

WasmüssenSiebeachten?

DenZeitpunktdererstenOSMIL®-EinnahmelegtIhrArztfest.

ZuIhrerpersönlichenEinnahmekontrollefindenSieindieserPackungvorbereitete

Haftetiketten mit Wochentagen, beginnend mit unterschiedlichen ersten

Einnahmetagen.

WählenSiebittedenfürSiezutreffendenStreifenausundklebenSieihnindasdafür

vorgeseheneweißeFeldaufderfarbigenSeiteIhresTablettenblisters.

WirwünschenIhrerBehandlungeinenerfolgreichenVerlauf,damitSieauchdie

kommendenJahreIhresLebensaktivundunbeschwertgenießenkönnen.

IhreOpfermannArzneimittelGmbH,Wiehl

OSMIL ®

ZUSAMMENFASSUNGDERMERKMALEDESARZNEIMITTELS

1.BEZEICHNUNGDESARZNEIMITTELS

OSMIL ®

2.QUALITATIVEUNDQUANTITATIVEZUSAMMENSETZUNG

EineweißeFilmtabletteenthält:

2mgEstradiol-Hemihydrat

EinehellblaueFilmtabletteenthält:

2mgEstradiol-Hemihydrat,5mgMedroxyprogesteronacetat

Hilfsstoffesieheunter6.1.

3.DARREICHUNGSFORM

Filmtablette

4.KLINISCHEANGABEN

4.1Anwendungsgebiete

1.Hormonsubstitutionstherapie(HRT)beiEstrogenmangelsymptomennachder

Menopause.

2.PräventioneinerOsteoporosebeipostmenopausalenFrauenmithohem

Frakturrisiko,dieeineUnverträglichkeitoderKontraindikationgegenüberanderenzur

OsteoporosepräventionzugelassenenArzneimittelnaufweisen.

4.2Dosierung,ArtundDauerderAnwendung

SowohlfürdenBeginnalsauchfürdieFortführungeinerBehandlung

postmenopausalerSymptomeistdieniedrigstewirksameDosisfürdiekürzest

möglicheTherapiedaueranzuwenden.

Dosierung

DasDosierungsschemabasiertaufeinem28-Tage-Zyklus.WennkeineMenstruation

mehrbestehtoderdiesewährendmehrerer(2–4)Monateaussetzt,kannmitder

EinnahmevonOSMIL ® jederzeitbegonnenwerden.Bestehtdagegennochein

regelmäßigerZyklus,sowirdmitderEinnahmevonOSMIL ® am5.Zyklustag

begonnen.

EswirdtäglicheineFilmtabletteinderdurchdieKalenderpackungvorgegebenen

Reihenfolgeeingenommen:

DieBehandlungbeginntmit1maltäglicheinerweißenFilmtablette(2mgEstradiol-

Hemihydrat)über16Tage.Anschließendwird1maltäglicheinehellblaueFilmtablette

(2mgEstradiol-Hemihydrat+5mgMedroxyprogesteronacetat)über12Tage

eingenommen.

NachEinnahmederletztenhellblauenFilmtablettewirddieBehandlungamfolgenden

TagmitdererstenweißenFilmtabletteeinerneuenKalenderpackungfortgesetzt.Im

allgemeinentrittdanacheinemenstruationsähnlicheBlutungauf.Unabhängigdavon

istdieBehandlungfortzusetzen.

WurdevoneinerPatientindieEinnahmeeinerFilmtablettevergessen,sowirddiese

nichtzusätzlichzurnächsteneingenommen.

ArtderAnwendung

DieFilmtablettenwerdenunabhängigvondenMahlzeitenunzerkautmitetwas

Flüssigkeiteingenommen.DieDauerderAnwendungbestimmtdiebehandelnde

Ärztin/derbehandelndeArzt.

4.3Gegenanzeigen

BestehenderoderfrühererBrustkrebsbzw.einentsprechenderVerdacht;

EstrogenabhängigermalignerTumorbzw.einentsprechenderVerdacht(v.a.

Endometriumkarzinom);

DiagnostischnichtabgeklärteVaginalblutungen;

UnbehandelteEndometriumhyperplasie;

Venenentzündung(z.B.Thrombophlebie);

SchwerenHerz-oderNierenerkrankung(z.B.Dubin-Johnson-Syndrom);

Gelbsucht;

Otosklerose;

FrühereidiopathischeoderbestehendevenösethromboembolischeErkrankungen

(v.a.tiefeVenenthrombose,Lungenembolie);

BestehendeodererstkurzeZeitzurückliegendearteriellethromboembolische

Erkrankungen(v.a.Anginapectoris,Myokardinfarkt);

-AkuteLebererkrankungoderzurückliegendeLebererkrankungsolangesichdie

relevantenLeberenzym-Wertenichtnormalisierthaben;

BekannteÜberempfindlichkeitgegenüberdemWirkstoffodereinemHilfsstoff;

Porphyrie.

4.4WarnhinweiseundVorsichtsmaßnahmenfürdieAnwendung

EineHRTsolltenurzurBehandlungsolcherpostmenopausalerBeschwerden

begonnenwerden,welchedieLebensqualitätbeeinträchtigen.NutzenundRisiken

sollteninjedemEinzelfallmindestensjährlichsorgfältiggegeneinanderabgewogen

werden.EineHRTsolltenursolangefortgeführtwerden,wiederNutzendieRisiken

überwiegt.

MedizinischeUntersuchung/Kontrolluntersuchungen

VorBeginnbzw.WiederaufnahmeeinerHormonsubstitutionstherapieisteine

vollständigeEigen-undFamilienanamnesederPatientinzuerheben.Diekörperliche

Untersuchung(einschließlichUnterleibundBrust)solltesichandiesenAnamnesen

sowiedenKontraindikationenundWarnhinweisenorientieren.Währendder

BehandlungwerdenregelmäßigeKontrolluntersuchungenempfohlen,diesichin

HäufigkeitundArtnachderindividuellenRisikosituationderFraurichten.Die

Frauensolltendarüberaufgeklärtwerden,welcheVeränderungenderBrüstesiedem

Arztmitteilenmüssen.DieUntersuchungen,einschließlichMammographie,sind

entsprechenddergegenwärtigüblichenVorsorgepraxisunddenklinischen

NotwendigkeitendereinzelnenFraudurchzuführen.

Situationen,dieeineÜberwachungerfordern

DiePatientinnensolltenengmaschigüberwachtwerden,wenneinederfolgenden

Situationenbzw.Erkrankungenvorliegtoderfrühervorlagbzw.sichwährendeiner

SchwangerschaftodereinerzurückliegendenHormonbehandlungverschlechterthat.

DiesgiltauchfürdenFall,dasseinedernachfolgendgenanntenSituationenoder

ErkrankungenimLaufederaktuellenHormonsubstitutionstherapiemitOSMIL ®

auftrittbzw.sichverschlechtert:

-Leiomyom(Uterusmyom)oderEndometriose;

-Hypertonie;

-Lebererkrankung(z.B.Leberadenom);

-DiabetesmellitusmitoderohneBeteiligungderGefäße;

-Cholelithiasis;

-Migräneoder(schwere)Kopfschmerzen;

-SystemischerLupuserythematodes(SLE);

-EndometriumhyperplasieinderVorgeschichte(sieheunten);

-Epilepsie;

-Asthma;

-Otosklerose;

-ThromboembolieninderAnamneseoderentsprechendeRisikofaktoren(siehe

unten);

-RisikofaktorenfürestrogenabhängigeTumoren,z.B.Auftretenvon

MammakarzinombeiVerwandten1.Grades.

GründefüreinensofortigenBehandlungsabbruch:

DieTherapieistbeiAuftreteneinerKontraindikationsowieindenfolgenden

Situationenabzubrechen:

IkterusoderVerschlechterungderLeberfunktion;

KlinischrelevanteErhöhungdesBlutdrucks;

ErstmaligesAuftretenmigräneartigerKopfschmerzen;

Schwangerschaft.

Endometriumhyperplasie

-DasRisikovonHyperplasieundKarzinomdesEndometriumssteigt,wenn

EstrogeneüberlängereZeiträumealsMonotherapieangewandtwerden.Umdieses

letztlichnichteliminierbareRisikoherabzusetzen,istesdaherunerlässlich,die

Estrogentherapiebeinicht-hysterektomiertenFrauenübereinenZeitraumvon

mindestens12TagenjeZyklusmiteinerGestagengabezukombinieren.

WährenddererstenBehandlungsmonatekanneszuDurchbruch-bzw.

Schmierblutungenkommen.FallsdiesenacheinigerBehandlungszeitauftreten

odernachAbsetzenderBehandlungfortbestehen,solltedenUrsachenhierfür

nachgegangenwerden,möglicherweiseinFormderDurchführungeiner

EndometriumbiopsiezumAusschlusseinermalignenErkrankungdes

Endometriums.

UngehinderteEstrogenstimulationkannzueinerprämalignenodermalignen

TransformationresidualerEndometrioseherdeführen.DaherwirdinFällen,in

denenaufGrundeinerEndometrioseeineHysterektomievorgenommenwurde,die

GabevonGestagenzusätzlichzurEstrogenersatztherapieempfohlen,vorallem,

wenneineresidualeEndometriosevorliegt.

Brustkrebs

Ineinerrandomisierten,Placebo-kontrolliertenklinischenStudie,derWomen'sHealth

Initiative(WHI)-Studie(imFolgendenWHI-Kombi-Studie),undin

epidemiologischenStudieneinschließlichderMillionWomenStudy(MWS)wurdebei

Frauen,dieimRahmeneinerHRTübermehrereJahreEstrogene,Estrogen-Gestagen-

KombinationenoderTiboloneingenommenhatten,einerhöhtesBrustkrebsrisiko

festgestellt(sieheAbschnitt'Nebenwirkungen').

FüralleHRT-VariantenzeigtsicheinerhöhtesRisikonacheinigen

Anwendungsjahren,dasmitzunehmenderBehandlungsdaueransteigt,abereinige

(spätestensfünf)JahrenachBehandlungsendewiederaufdasaltersentsprechende

Grundrisikozurückkehrt.

InderMWSwardasrelativeBrustkrebsrisikobeieinerHRTmitkonjugiertenequinen

Estrogenen(CEE)oderEstradiol(E2)größer,wenneinGestagenhinzugefügtwurde,

undzwarunabhängigvonderArtdesGestagensunddesHRT-Regimes

(kontinuierlicheodersequenzielleGabedesGestagens).EsgabkeinenHinweisauf

UnterschiedeimRisikohinsichtlichderverschiedenenApplikationsarten.

InderWHI-Kombi-StudiekamesunterdemverwendetenProduktauskonjugierten

equinenEstrogenen(CEE),kontinuierlichkombiniertmitMedroxyprogesteronacetat

(MPA)zuBrusttumoren,dieleichtgrößerwarenundhäufigerlokale

LymphknotenmetastasenausgebildethattenalsunterPlacebo.

EineHRT,insbesondereeinekombinierteBehandlungmitEstrogenenund

Gestagenen,führtzueinererhöhtenBrustdichteinderMammographie,wassich

nachteiligaufdieradiologischeBrustkrebsdiagnostikauswirkenkann.

VenöseThromboembolie

EineHormonsubstitutionstherapieistmiteinemerhöhtenrelativenRisikofürvenöse

Thromboembolien(VTE)verbunden,v.a.fürtiefeVenenthrombosenoder

Lungenembolien.Ineinerrandomisiertern,kontrolliertenklinischenStudieundin

epidemiologischenUntersuchungenzeigtesicheinzwei-bisdreifacherhöhtesRisiko

beiAnwenderinnendieserTherapiegegenüberNicht-Anwenderinnen.Eswird

geschätzt,dassbei1.000Nicht-AnwenderinnenineinemZeitraumvon5Jahrenetwa

3FällevonVTEinderAltersgruppevon50-59Jahrenauftretenund8Fälleinder

Altersgruppevon60-69Jahren.Unter1.000gesundenFrauen,dieArzneimittelzur

HormonsubstitutionstherapiefüreinenZeitraumvon5Jahreanwenden,tretennach

dieserSchätzungzusätzlich2bis6(besterSchätzer=4)FällevonVTEinder

Altersgruppevon50-59Jahrenaufund5bis15Fälle(besterSchätzer=9)inder

Altersgruppevon60-69Jahren.ImerstenJahreinerHormonsubstitutionstherapieist

dasAuftreteneinerVTEwahrscheinlicheralsspäter.Zudenallgemeinanerkannten

VTE-RisikofaktorengehöreneineentsprechendepersönlicheoderfamiliäreBelastung,

einerheblichesÜbergewicht(BMI>30kg/m 2 )sowieeinsystemischerLupus

erythematodes(SLE).EsbestehtkeinKonsensüberdiemöglicheRollevonVarizen

beiVTE.

PatientinnenmitVTEinderAnamneseoderbekannterThrombophiliehabenein

erhöhtesVTE-Risiko.EineHormonsubstitutionstherapiekanndiesesRisikoerhöhen.

EinepersönlicheoderstarkefamiliäreBelastunginBezugaufVTEoderwiederholte

SpontanaborteinderAnamnesesolltenzumAusschlusseinerthrombophilen

Prädispositionabgeklärtwerden.Bisdahinbzw.biszumBeginneinerBehandlungmit

AntikoagulantienisteineHormonsubstitutionstherapiekontraindiziert.BeiFrauen,die

bereitsmitAntikoagulantienbehandeltwerden,müssenNutzenundRisikoeiner

Hormonsubstitutionstherapiesorgfältiggegeneinanderabgewogenwerden.

DasVTE-RisikokannbeilängererImmobilisierung,einemschwerenTraumaoder

einergrößerenOperationzeitweiligerhöhtsein.BeiPatientinnenunter

Hormonsubstitutionstherapiemüssen,wiebeiallenpostoperativenPatienten,die

prophylaktischenMaßnahmenzurVerhinderungeinerVTEnacheinerOperation

äußerstgenaueingehaltenwerden.WennnacheinervorgesehenenOperation,vor

allemimabdominellenoderimorthopädischenBereichandenunterenExtremitäten,

miteinerlängerenImmobilisierungzurechnenist,sollteerwogenwerden,obeine

zeitweiligeUnterbrechungderHormonsubstitutionstherapie4bis6Wochenvordem

Eingriffmöglichist.DieseBehandlungsollteggf.erstdannwiederaufgenommen

werden,wenndieFrauwiedervollständigmobilisiertist.SolltesicheineVTEnach

BeginnderHormonsubstitutionstherapieentwickeln,mussdasArzneimittelabgesetzt

werden.DiePatientinnensollendaraufhingewiesenwerden,dasssiesofortKontakt

miteinemArztaufnehmenmüssen,wennsiemöglicheSymptomeeiner

Thromboemboliebemerken(insbesondereschmerzhafteSchwellungeinesBeins,

plötzlicherSchmerzimBrustkorb,Atemnot).

KoronareHerzkrankheit

Ausrandomisierten,kontrolliertenklinischenStudiengibteskeineHinweiseaufeinen

kardiovaskulärenNutzeneinerkontinuierlichkombiniertenHormon-

substitutionstherapiemitkonjugiertenEstrogenenundMPA.Zweigroßeklinische

Studien(WHI-Kombi-StudieundHERS[=HeartandEstrogen/ProgestinReplacement

Study])zeigteneinmöglicherweiseerhöhtesRisikokardiovaskulärerMorbiditätim

erstenJahrderAnwendungundinsgesamtkeinenNutzen.FürandereArzneimittelzur

HormonsubstitutionstherapiegibtesnurwenigeDatenausrandomisierten,

kontrolliertenStudien,indenendieWirkungaufdiekardiovaskuläreMorbiditätoder

Mortalitätuntersuchtwurde.

Schlaganfall

Ineinergroßen,randomisierten,klinischenStudie(WHI-Kombi-Studie)wurdeein

erhöhtesRisikofüreinenischämischenSchlaganfall(alssekundärerEndpunkt)bei

gesunden Frauen während einer kontinuierlich kombinierten

Hormonsubstitutionstherapie mit konjugierten Estrogenen und

Medroxyprogesteronacetatgefunden.NacheinerAnalysedieserundandererStudien

wirdgeschätzt,dassbei1.000Frauen,diekeineArzneimittelzur

Hormonsubstitutionstherapieanwenden,ineinemZeitraumvon5Jahrenetwa3Fälle

vonSchlaganfallinderAltersgruppevon50-59Jahrenauftretenund11Fälleinder

Altersgruppevon60-69Jahren.Bei1.000Frauen,diekonjugierteEstrogeneund

Medroxyprogesteronacetat5Jahrelanganwenden,beträgtdemnachdieAnzahlder

zusätzlichenFällevonSchlaganfallimAltervon50-59Jahren0bis3(besterSchätzer

=1)undimAlterzwischen60-69Jahren1bis9(besterSchätzer=4).

Ovarialkarzinom

Langzeitanwendung(mindestens5-10Jahre)vonEstrogen-Monoarzneimittelnzur

HormonsubstitutionstherapiebeihysterektomiertenFrauenistnachErgebnissen

einigerepidemiologischerStudienmiteinemerhöhtenOvarialkarzinom-Risiko

verbunden.Derzeitkannnichtsicherbeurteiltwerden,obLangzweitanwendungvon

Estrogen-Gestagen-KombinationsarzneimittelnzurHormonsubstitutionstherapie

demgegenübereinanderesRisikomitsichbringen.

SonstigeErkrankungszustände

EstrogenekönnenFlüssigkeitsretentionverursachen.PatientinnenmitHerz-

oderNierenfunktionsstörungenmüssendaherengmaschigüberwachtwerden.

PatientinnenmitterminalerNiereninsuffizienzsindengmaschigzuüberwachen,

daerhöhteKonzentrationenzirkulierenderarzneilichwirksamerBestandteile

vonOSMIL ® zuerwartensind.

FrauenmitvorbestehenderHypertriglyzeridämiesollenimVerlaufeiner

Estrogen-bzw.Hormonsubstitutionstherapiegenaubeobachtetwerden,weilbei

diesemVorbefundinseltenenFällenstarkeAnstiegevonTriglyzeridenim

Plasma,diePankreatitisnachsichzogen,inZusammenhangmit

Estrogenbehandlungberichtetwurden.

EstrogenesteigerndieKonzentrationanThyroxin-bindendemGlobulin(TBG)

undinderFolgeanzirkulierendemSchilddrüsen-Gesamthormon,nachweisbar

überdieMessungvonproteingebundenemJod(PBI)sowiederT4-(mittels

SäulenchromatographieoderRadioimmunessay)bzw.T3-Spiegel(mittels

Radioimmunessay).DerResin-T3-Uptakeistvermindert,wasdieerhöhteTBG-

Konzentrationwiderspiegelt.DieKonzentrationenanfreiemT4undT3bleiben

unverändert.EskönnenweitereBindungsproteineimSerumerhöhtsein,

beispielsweiseCorticoid-bindendesGlobulin(CBG)oderSexualhormon-

bindendesGlobulin(SHBG),waseinenAnstiegderzirkulierenden

Corticosteroidebzw.Sexualsteroidemitsichbringt.DieKonzentrationenan

freiembzw.biologischaktivemHormonbleibenunverändert.Die

KonzentrationenweitererPlasmaproteinekönnenansteigen

(Angiotensinogen/Reninsubstrat,Alpha-I-Antitrypsin,Coeruloplasmin).

EsgibtkeinenschlüssigenHinweisaufeineVerbesserungkognitiver

FähigkeitendurcheineHormonsubstitutionstherapie.AusderWHI-Kombi-

StudiegibtesHinweiseübereinerhöhtesRisikofüreinewahrscheinliche

DemenzbeiFrauen,diemiteinerkontinuierlichkombiniertenHRT,bestehend

ausCEEundMPA,nachdem65.Lebensjahrbeginnen.Esistnichtbekannt,ob

dieseErkenntnisseauchfürjüngerepostmenopausaleFrauenoderandereHRT-

Produktegelten.

4.5WechselwirkungenmitanderenArzneimittelnundsonstige

Wechselwirkungen

DerMetabolismusderEstrogenekanndurchdiegleichzeitigeAnwendungvon

Substanzenverstärktwerden,diearzneistoffmetabolisierendeEnzyme,vorallemdie

Cytochrom-P450-Enzyme,induzieren.ZudiesenSubstanzengehörenu.a.

Antikonvulsiva(z.B.Phenobarbital,Phenytoin,Carbamazepin)undAntiinfektiva(z.B.

Rifampicin,Rifabutin,Nevirapin,Efavirenz).

RitonavirundNelfinavirhaben,wennsiezeitgleichmitSteroidhormonenangewendet

werden,enzymstimulierendeEigenschaften,obwohlsieeigentlichalsstarke

Enzymhemmerbekanntsind.Pflanzenpräparate,dieJohanniskraut(Hypericum

perforatum)enthaltenoderAktivkohle,könnendenEstrogenmetabolismusinduzieren.

KlinischkanneinerhöhterEstrogen-undGestagenmetabolismuszueiner

vermindertenWirkungdieserHormoneundzuVeränderungendesuterinen

Blutungsmustersführen.

EstradiolstimuliertdieBildungvonSexualhormon-,Thyroxin-undKortikosteroid-

bindendemGlobulin.DieserUmstandistbeiderSchilddrüsen-Diagnostikzu

beachten(sieheauch4.8,Nebenwirkungen)

BeiDiabetikerinnenkannesbeigleichzeitigerEinnahmevonAntidiabetikazueiner

VeränderungderStoffwechsellagekommen.DieskanneineÄnderungder

Diabetestherapieerforderlichmachen.

BeeinflussungvonLabortests:

GewisseHormonspiegel-undLeberfunktionstestskönnenevtl.durchdieBehandlung

mitOSMIL ® beeinflusstwerden,wiez.B.folgendeLaborwerte:

-Gonadotropinspiegel,

-Urin-Pregnandiolspiegel,

-Plasma-Cortisonspiegel,

-Glukosetoleranztest,

-Metyraptontest.

4.6AnwendungwährendSchwangerschaftundStillzeit

OSMIL ® darfwährendderSchwangerschaftnichtangewendetwerden.Wennwährend

einerBehandlungmitOSMIL ® eineSchwangerschafteintritt,mussdieBehandlung

unverzüglichabgesetztwerden.

DieErgebnissedermeistenbisheutevorliegendenepidemiologischenStudien,die

sichaufunbeabsichtigteExpositionvonFetengegenüberEstrogenenundGestagenen

beziehen,zeigenkeineteratogenenoderfötotoxischenWirkungen.

Stillzeit

OSMIL ® istwährendderStillzeitnichtangezeigt.

OSMIL ® FilmtablettenkönnennichtalsKontrazeptivumverwendetwerden.

4.7AuswirkungenaufdieVerkehrstüchtigkeitunddasBedienenvonMaschinen

OSMIL ®

hatkeinenbekanntenEinflussaufdieVerkehrstüchtigkeitoderdasBedienen

vonMaschinen.

4.8Nebenwirkungen

Organsystemklasse Häufige

Nebenwirkungen

>1/100,<1/10 Gelegentliche

Nebenwirkungen

>1/1.000,<1/100 SelteneNebenwirkungen

>1/10.000,<1/1.000

PSYCHISCHE

STÖRUNGEN

ZENTRALNERVÖSE

STÖRUNGEN

GEFÄSSSTÖRUNGEN

GASTROINTESTINALE

STÖRUNGEN

STÖRUNGENDER

HAUTUNDDES

UNTERHAUTGEWEBE

S

STÖRUNGENDER

FORTPFLANZUNGSOR-

GANEUNDDER

BRUST

ALLGEMEINE

Depression

Reizbarkeit

Kopfschmerzen

Nervosität

Übelkeit

Bauchkrämpfe

Meteorismus

BenigneMastopathie

Durchbruchblutung

Änderungder

Vaginalsekrete

Endometrium-

hyperplasie

Flüssigkeitsretention

mitÖdem

SchwereBeine

Gewichtszu-oder

Migräne

Schwindel

Blutdruckanstieg

Erbrechen

Brustkrebs

Änderungender

Glukosetoleranz

Libidoveränderungen

Verschlimmerungvon

Epilepsie

VenöseThromboembolie

Reversible

postentzündliche

Pigmentation

GeneralisierterPruritus

undExanthem

Uterustumore

Augenreizungbeim

Tragenvon

Kontaktlinsen

Anaphylaktische

Reaktionen(gelegentlich

beiPatientinnenmit

anamnestischbekannten

allergischenReaktionen)

WahrscheinlicheDemenz:

SieheAbschnitt„WarnhinweiseundVorsichtsmaßnahmenfürdieAnwendung“.

Brustkrebs:

LautzahlreicherepidemiologischerStudienundeinerrandomisierten,Placebo-

kontrolliertenStudie,derWHI-Kombi-Studie,steigtbeiFrauen,dieeineHRT

anwendenodervorkurzemangewendethaben,dasBrustkrebsrisikoinsgesamtmit

zunehmenderDauerderHRTan.

FüreineHRTmitEstrogen-MonopräparatensinddieSchätzungenfürdasrelative

Risiko(RR)auseinerRe-AnalysevonOriginaldatenaus51epidemiologischen

Studien(beidenenin>80%dieHRTmitEstrogen-Monopräparatendurchgeführt

wurde)undausderepidemiologischenMillionWomenStudy(MWS)mit1,35(95%

KI1,21-1,49)bzw.1,30(95%KI1,21-1,40)ähnlich.

FüreinekombinierteHRTausEstrogenplusGestagenwurdeinzahlreichen

epidemiologischenStudieneinhöheresGesamtrisikofürBrustkrebsalsmitEstrogen

alleinermittelt.

InderMWSwurdeberichtet,dass,verglichenmitFrauen,dienieeineHRTerhalten

hatten,dieVerwendungverschiedenerArtenvonEstrogen-Gestagen-Kombinationen

zurHRTmiteinemhöherenBrustkrebsrisikoverbundenwar(RR=2,00;95%KI1,88

-2,12)alsdieVerwendungvonEstrogenallein(RR=1,30;95%KI1,21-1,40)oder

dieVerwendungvonTibolon(RR=1,45;95%KI1,25-1,68).

InderWHI-Kombi-StudiewurdeeineRisikoschätzungvon1,24(95%KI1,01-1,54)

nach5,6jährigerAnwendungeinerkombiniertenEstrogen-Gestagen-HRT(CEE+

MPA)füralleAnwenderinnengegenüberPlaceboangegeben.

DieabsolutenRisiken,berechnetaufderGrundlagederMWSundderWHI-Kombi-

Studie,sindnachfolgenddargestellt:

InderMWSwurde,basierendaufderbekanntendurchschnittlichenInzidenzvon

BrustkrebsinIndustrieländern,geschätzt,dass:

beica.32von1.000Frauen,diekeineHRTerhalten,zwischenihrem50.und64.

LebensjahreinBrustkrebsdiagnostiziertwird.

unter1.000Frauen,dieaktuelloderinjüngsterVergangenheiteineHRTerhalten

haben,sichfolgendeAnzahlzusätzlicherFälleimentsprechendenZeitraumergibt:

FürAnwenderinneneinerEstrogen-Monotherapie:

zwischen0und3(besterSchätzer=1,5)bei5jährigerAnwendung,

zwischen3und7(besterSchätzer=5)bei10jährigerAnwendung;

FürAnwenderinneneinerkombiniertenEstrogen-Gestagen-HRT:

zwischen5und7(besterSchätzer=6)bei5jährigerAnwendung

zwischen18und20(besterSchätzer=19)bei10jährigerAnwendung.

NachSchätzungderWHI-StudietretenaufgrundeinerkombiniertenEstrogen-

Gestagen-HRT(CEE+MPA)nach5,6jährigerBeobachtungszeitvonFrauenimAlter

zwischen50und79Jahren8zusätzlicheFällevoninvasivemBrustkrebspro10.000

Frauenjahreauf.

BasierendaufBerechnungenmitdenStudiendatenwirdgeschätzt,dass

unter1.000FraueninderPlacebogruppeungefähr16Fällevoninvasivem

Brustkrebsin5Jahrendiagnostiziertwerden,

unter1.000Frauen,dieeinekombinierteEstrogen-Gestagen-HRT(CEE+MPA)

erhaltenhatten,dieZahlderzusätzlichenFällezwischen0und9(besterSchätzer=

4)bei5jährigerAnwendungliegt.

DieAnzahlderzusätzlichenBrustkrebsfällebeiFrauen,dieeineHRTerhalten,istim

WesentlichenähnlichbeiallenFrauen,dieeineHRTbeginnen,unabhängigvomAlter

beiBeginnderHRT(zwischen45und65Jahren)(sieheAbschnitt„Warnhinweise“).

Endometriumkarzinom:

BeiFrauenmitintaktemUterussteigtdasRisikoeinerEndometriumhyperplasieund

einesEndometriumkarzinomsmitzunehmenderDauereinerEstrogenmonotherapiean.

NachdenDatenausepidemiologischenStudienbesagtdiebesteRisikoschätzung,dass

bei5von1.000Frauen,diekeineHRTerhalten,zwischenihrem50.und65.

LebensjahreinEndometriumkarzinomdiagnostiziertwird.InAbhängigkeitvonder

BehandlungsdauerundEstrogendosiserhöhtsichdieserAnstiegdes

EndometriumkarzinomrisikosbeiAnwenderinneneinerEstrogen-Monotherapieum

denFaktor2bis12gegenüberNichtanwenderinnen.DurchdieZugabeeines

GestagenszuderEstrogen-MonotherapiereduziertsichdiesesRisikodeutlich.

InZusammenhangmiteinerEstrogen-/Gestagen-Behandlungwurdenweitere

unerwünschteReaktionenberichtet:

SeltenestrogenabhängigegutartigeNeubildungensowiebösartigeTumorenwie

v.a.Endometriumkarzinom(sieheAbschnitt4.4,Warnhinweiseund

VorsichtsmaßnahmenfürdieAnwendung);

SeltenvenösethromboembolischeEreignisse,v.a.ThrombosendertiefenBein-

bzw.BeckenvenensowieLungenembolie(VTE).DiesetretenbeiAnwenderinnen

einerHormonsubstitutionstherapiehäufigeraufalsbeiNicht-Anwenderinnen.Für

weitereInformationensiehedieAbschnitte4.3Gegenanzeigenund4.4

WarnhinweiseundVorsichtsmaßnahmenfürdieAnwendung;

SeltenHerzinfarktundSchlaganfall;(sieheAbschnitt4.4,Warnhinweiseund

VorsichtsmaßnahmenfürdieAnwendung);

SeltenErkrankungderGallenblase;

ErkrankungderHautundsubkutanerGewebe:SeltenChloasma,Erythema

multiforme,Erythemanodosum,vaskulärePurpura,Akne;

IneinigenFällenwurdenachderGabevonGestageneineverminderte

Glukosetoleranzfestgestellt.DieUrsachefürdieseAbnahmeistunbekannt.Aus

diesemGrundsolltenDiabetikerinnenwährendderTherapieüberwachtwerden;

Amenorrhoe;

DieBehandlungmitGestagenenkanndenBeginnderMenopauseverdecken.

4.9Überdosierung

SymptomeeinerÜberdosierungbestehenimAllgemeineninEmpfindlichkeitder

Brust,SchwellungimBauch-oderBeckenbereich,Angst,Reizbarkeitoder

Flüssigkeitsretention.DesWeiterenkönnenalsSymptomeinerÜberdosierung

Blähungenauftreten.

AlsErgebniseinerrelativenÜberdosierungvonEstradiolwährendeiner

VerabreichungvonGestagen(bzw.UnterdosierungdesGestagens)kanneszu

Durchbruchblutungenkommen.

BeieinmaligerÜberdosierungsind,selbstbeihöherenDosen,keineschwerwiegenden

subjektivenoderobjektivenNebenwirkungenzuerwarten.WennKinderakzidentiell

estradiolhaltigePräparateeingenommenhaben,istnichtmitbedenklichenFolgenzu

rechnen.EskönnenÜbelkeitundabdominaleSchmerzenauftreten.

MitAusnahmederBeendigungderEinnahmebzw.ReduktionderDosierungsindbei

ÜberdosierungkeinebesonderenMaßnahmenzuempfehlen.

5.PHARMAKOLOGISCHEEIGENSCHAFTEN

5.1PharmakodynamischeEigenschaften

ATC-Code:G03FB06

Sexualhormone

Estradiol(beiOSMIL ® synthetisches17-Estradiol)istchemischundbiologisch

identischmitendogenemhumanemEstradiolundistdaswirksamstederim

menschlichenOrganismusgebildetenEstrogene.EswirdimreifenFollikeldesOvars,

fernerimCorpusluteum,inderPlazenta,indenTestessowieanderenOrganen(z.B.

Leber)undGeweben(z.B.Fettgeweben)gebildet.

EstradiolübtalletypischenEstrogenwirkungenandenZielorganenundim

Stoffwechselaus:EsproliferiertdasEndometrium,regtdasWachstumdes

MyometriumsanundstelltdenMuttermundweit.EsstimuliertdieBildungund

AbsonderungvonZervixschleim,vermindertdessenViskositätunderhöhtseine

SpinnbarkeitsowiediePenetrierbarkeitfürSpermien.Eshateineproliferative

WirkungaufdasEpithelderVagina,UrethraundderBlase.

IndenMammaestimuliertesdasWachstumderMilchgängeundMilchdrüsen.

EstradiolsteigertdieProliferationderEpidermiszellen,dieKollagen-und

Hyaluronsäure-SyntheseundfördertdieElastizitätvonHautundStützgewebe.

VornehmlichbeioralerEinnahmestimuliertEstradioldieBildunghepatischer

Proteine,wiebeispielsweiseverschiedenerGerinnungs-undFibrinolysefaktoren,

hormonbindenderGlobulineundvonAngiotensinogen.

EsersetztdenAusfallderEstrogenproduktionbeimenopausalenFrauenundlindert

menopausaleBeschwerden.

EstrogenebeugenKnochenverlustinderFolgevonMenopausebzw.Ovarektomievor.

Medroxyprogesteronacetat(MPA)isteinC

-AbkömmlingdesProgesterons.Oral

verabreichtzeigtMPAeinestärkereWirksamkeitalsentsprechendeparenterale

MengenProgesteron.

MPAtransformierteininderProliferationsphasebefindlichesEndometriumindie

Sekretionsphase.

WeitereWirkungensind:ErhöhungderViskositätdesZervixschleims,bei

entsprechenderDosierungUnterdrückungderGonadotropineunddamitHemmungder

OvulationundFollikelreifung.WieProgesteronbewirktMPAeinenAnstiegder

Basaltemperatur.MPAweistkeineestrogenenundandrogenenEigenschaftenauf.

KombinationEstradiolundMedroxyprogesteronacetat:

DiezyklischeGabevonMPAzuEstradiolüber12TageverhindertdieBildungeiner

EndometriumhyperplasieundvermindertdasRisikoeinerEntartungzum

Korpuskarzinom.Dementsprechenddarfgrundsätzlichbeinichthysterektomierten

FraueneineEstrogensubstitutionnuruntergleichzeitiger,regelmäßigerGabevon

Gestagenenerfolgen.DiesesTherapieprinzipistdurchOSMIL ® verwirklicht.

5.2PharmakokinetischeEigenschaften

Estradiol:

OralappliziertesEstradiolwirdimGastrointestinaltraktresorbiert.Estradiolwird

durchdenFirst-pass-EffektinderLeberzuüber90%metabolisiertundzwar

überwiegendzuEstron,Estronsulfatsowiezufreienundmethylierten

Katecholestrogenen.DerAbbauerfolgtaußerinderLeberauchindenZielorganen,

denNieren,MuskelnunddenübrigenGeweben.

UntereineroralenDosisvon2mgliegtdermaximaleEstradiolspiegelüber100pg/ml.

Erwirdca.2–4StundennachEinnahmederweißenbzw.hellblauenOSMIL ®

Filmtablettenerreicht.30–40%desPlasma-EstradiolsistanSHGBgebunden,etwa

60%anAlbumin.Nachi.v.GabebeträgtdieHalbwertzeitvonEstradiolca.50

Minuten.Schonnach45MinutenkommteszurBindungvonEstradiolanden

Zellkern.EstradiolundseineMetaboliten,hauptsächlichEstronundEstriolwerdenals

Schwefelsäure-undGlucuronsäurekonjugateinnerhalbvon48StundenimHarn

ausgeschieden.EinTeilwirdüberdenStuhleliminiert.

DernachoralerGabevon2mgEstradiol(entspr.1weißenbzw.1hellblauenOSMIL ®

Filmtablette)aufgebautePlasmaspiegelliegtbeiderpostmenopausalenFrauim

BereichderSerumwerte,wiesiewährendderFollikelphasebeifertilenFrauen

gemessenwerden.

Medroxyprogesteronacetat(MPA):

MPAwirdnachoralerGaberaschausdemGastrointestinaltraktresorbiert.

MaximaleSerumspiegelwerdenca.2–4StundennachEinnahmederhellblauen

OSMIL ® Filmtablettenerreicht.MPAwirdinderLeberhydroxyliertundsowohlrenal

inkonjugierterFormalsauchüberdieFaecesausgeschieden.Die

Eliminationshalbwertzeitliegtzwischen30und45Stunden.

KombinationvonEstradiolundMedroxyprogesteronacetat:

EstradiolundMedroxyprogesteronacetatbeeinflussensichgegenseitignichtinihren

pharmakokinetischenEigenschaften.

Bioverfügbarkeit

DieabsoluteBioverfügbarkeitvonEstradiolliegtunter10%.

DerArzneistoffMedroxyprogesteronacetatistnurinsehrgeringemMaße

wasserlöslich.DaherkanndieabsoluteBioverfügbarkeitnichtbestimmtwerden.

5.3PräklinischeDatenzurSicherheit

WegenderausgeprägtenUnterschiedezwischendenVersuchstierartenuntereinander

sowieimVerhältniszumMenschenbesitzentierexperimentelleUntersuchungenmit

EstrogenenundGestagenennureinenbeschränktenprädiktivenWertfürdie

AnwendungbeimMenschen.

AkuteundchronischeToxizität

DieakuteToxizitätvonEstradiolundvonMedroxyprogesteronacetatnachoraler

Aufnahmeistgering.

AusStudienzurToxizitätnachwiederholterGabevonEstradiolvaleratundanderen

EstrogenenisteineReihevonBefundenbekannt,u.a.erhöhteMortalität,

hämatologischeStörungen,GewichtsabnahmederGonaden,Hypophysentumore,die

nachbisherigenErfahrungennichtprädiktivfürdieklinischeTherapiesind.

InStudienzurToxizitätnachwiederholterGabehoherMedroxyprogesteronacetat-

DosenanRatten,HundenundAffenwurdenähnlicheEffektewienachanderen

Gestagenenbeschrieben,vorallematrophischeVeränderungenvonGonadenund

VeränderungenderhormonellenRegulation.BeiAffenundHundenwurden

ErhöhungenderPlasmakonzentrationenvonInsulinundWachstumshormonsowie

VerminderungenvonKortisol,EstradiolundSchilddrüsenhormongefunden.

MitderKombinationvonEstradiolundMedroxyprogesteronacetatsindkeineStudien

zurToxizitätnachwiederholterVerabreichungbekannt.

Reproduktionstoxizität

BeisubkutaneroderintramuskulärerVerabreichunghatEstradiolbereitsinrelativ

geringerDosierungeinenembryoletalenEffekt.BeiRattensindembryotoxische

Wirkungen(Wachstumsretardierung)beobachtetworden.ÜberMißbildungendes

UrogenitaltraktesnachGabevonEstradiolanRattenamTag19p.c.wurdeebenfalls

berichtet.

NachsubkutanerGabevonEstradiolpostpartumentwickeltensichbeiMäusenspäter

vaginalebzw.uterineTumore.

GeringeErfahrungenmitderAnwendungvonEstradiolbeimMenschenwährendder

SchwangerschaftundStillzeitergabenbislangkeineHinweiseaufFehlbildungen.

MedroxyprogesteronacetathattebeiKaninchenembryoletaleWirkungenund

verursachtebeisubletalenDosenGaumenspalten.BeiPrimatenundauchbeim

MenschensindVermännlichungbzw.VerweiblichungvonFetenbeschriebenworden.

ReproduktionstoxikologischeUntersuchungenmitderKombinationbeider

Wirkstoffeliegennichtvor.EsliegenkeineErfahrungenbeimMenschenmitder

AnwendungderKombinationbeiderWirkstoffeinSchwangerschaftundStillzeitvor.

MutagenesundtumorerzeugendesPotential

DieMehrzahlderUntersuchungenzurMutagenitätvonEstradiolverliefennegativ.

AuseinigenTestsgibtesbeiVerwendunghoherKonzentrationenHinweiseaufeine

InduktionvonChromosomenmutationen(Aneuplodieundstrukturelle

Veränderungen).Inin-vitro-TestszumNachweiskrebserregenderWirkungen

induzierteEstradiolZelltransformationen.Esistunklar,inwieweitdieseWirkungenzu

derimTierversuchbeobachtetenTumorigenitätbeitragen.

In2-Jahres-StudienmitoralerGabevonEstradiolvaleratwurdenbeiRattenvermehrt

HypophysenadenomesowiebenigneundmaligneMammatumorebeobachtet.

AllgemeinvermehrtenEstradiolundseineEsterdieHäufigkeitvonHypophysen-und

MammatumorenbeiRattenundMäusen,vonNierentumorenbeiHamsternsowie

urogenitalen,testikulärenundlymphoidenTumorenbeiMäusen.MitEstradiolestern

wurdetierexperimentellebenfallseinepromovierendeWirkungaufchemisch

induzierteLebertumoregefunden.

MitMedroxyprogesteronacetatergabensichausUntersuchungeninvivoundinvitro

keineHinweiseaufmutageneodersonstigegenotoxischeEffekte.

LangzeituntersuchungenanMäusenundRattenerbrachtenkeineHinweiseaufeinen

tumorigenenEffektvonMedroxyprogesteronacetat.InUntersuchungenanHunden

wurdeeinevermehrteHäufigkeitvonMammatumorennachMedroxyprogesteron-

acetatgabebeobachtet.DaauchEffekteaufdenUterus(Metritis,

Endometriumhyperplasie)ausgeprägtwarenunddasnatürlicheGestagenProgesteron

ebenfallsdieHäufigkeitvonMammatumorenvermehrte,wurdeaufeinespezies-

spezifischerhöhteSensitivitätbeiHundengeschlossen.In10-Jahres-StudienanAffen

wurdeeineerhöhteRatenodulärerHyperplasienderBrustdrüsegefunden.

MitderKombinationvonEstradiolundMedroxyprogesteronacetatsindkeine

UntersuchungenzumtumorigenenPotentialbekannt.

DieKombinationvonEstradiolundMedroxyprogesteronacetatistimwesentlichen

darinbegründet,dasbeialleinigerEstrogensubstitutionvermehrteVorkommenvon

Endometriumkarzinomenzuverhindern.

6.PHARMAZEUTISCHEANGABEN

6.1.Hilfsstoffe

EineweißeFilmtabletteenthält:

Crospovidon,Lactose-Monohydrat,Macrogol400,Magnesiumstearat(Ph.Eur.),

Hypromellose,Povidon25,Talkum,FarbstoffE171.

EinehellblaueFilmtabletteenthält:

Crospovidon,Lactose-Monohydrat,Macrogol400,Magnesiumstearat(Ph.Eur.),

Hypromellose,Povidon25,Talkum,FarbstoffeE132undE171.

6.2.Inkompatibilitäten

Nichtzutreffend.

6.3.DauerderHaltbarkeit

DreiJahre.

6.4.BesondereLagerungshinweise

Keine

7.PHARMAZEUTISCHERUNTERNEHMER

OpfermannArzneimittelGmbH

Robert-Koch-Str.2

51674Wiehl

Telefon:02261-700-40

Telefax:02261-700-499

8.ZULASSUNGSNUMMER

33636.00.00

9.DATUMDERZULASSUNG/VERLÄNGERUNGDERZULASSUNG

15.08.1995

10.STANDDERINFORMATION

September2004

11.VERSCHREIBUNGSSTATUS/APOTHEKENPFLICHT

Verschreibungspflichtig

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