Oralair 300 IR

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-09-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

01-09-2020

Wirkstoff:
Wiesenknäuelgras-Pollen-Allergen; Gewöhnliches-Ruchgras-Pollen-Allergen; Weidelgras-Pollen-Allergen; Wiesenrispengras-Pollen-Allergen; Wiesenlieschgras-Pollen-Allergen
Verfügbar ab:
HAEMATO PHARM GmbH (8090132)
ATC-Code:
V01AA02
INN (Internationale Bezeichnung):
Meadowgrass-pollen allergen, common-pitch grass pollen allergen, ryegrass-pollen allergen, meadowgrass-pollen allergen, meadowweedgrass-pollen allergen
Darreichungsform:
Sublingualtablette
Zusammensetzung:
Wiesenknäuelgras-Pollen-Allergen (30764) Reaktivitätsindex; Gewöhnliches-Ruchgras-Pollen-Allergen (34568) Reaktivitätsindex; Weidelgras-Pollen-Allergen (30765) Reaktivitätsindex; Wiesenrispengras-Pollen-Allergen (30767) Reaktivitätsindex; Wiesenlieschgras-Pollen-Allergen (30766) Reaktivitätsindex
Verabreichungsweg:
Sublingual
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Ja
Zulassungsnummer:
PEI.H.11937.02.1
Berechtigungsdatum:
2017-11-16

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Gebrauchsinformation: Information für Anwender

ORALAIR

®1

300 IR

Sublingualtabletten

Fortsetzungsbehandlung

Zur Anwendung bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 5 Jahren

Gräserpollenallergenextrakt aus:

Wiesenknäuelgras (Dactylis glomerata L.), Gewöhnlichem Ruchgras

(Anthoxanthum odoratum L.), Deutschem Weidelgras (Lolium perenne L.),

Wiesenrispengras (Poa pratensis L.) und

Wiesenlieschgras (Phleum pratense L.)

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie

mit der Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält

wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese

später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie

es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch

wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht:

Was ist ORALAIR und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von ORALAIR beachten?

Wie ist ORALAIR einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist ORALAIR aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist ORALAIR und wofür wird es angewendet?

ORALAIR enthält einen Allergenextrakt. Die Behandlung mit ORALAIR soll

die immunologische Verträglichkeit gegenüber Gräserpollen erhöhen und

damit die Allergiesymptome reduzieren.

ORALAIR wird bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 5 Jahren

zur Behandlung der Gräserpollen-Allergie angewendet, die sich durch

Schnupfen (Niesen, laufende Nase, juckende Nase, verstopfte Nase) mit

oder ohne Bindehautentzündung (juckende und tränende Augen) bemerkbar

macht.

Vor Beginn der Behandlung wird Ihre Allergie von einem Arzt mit entspre-

chender Ausbildung und Erfahrung in Allergieerkrankungen durch geeignete

Haut- und/oder Bluttests diagnostiziert.

2.

Was sollten sie vor der Einnahme von ORALAIR beachten?

ORALAIR darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind,

wenn Sie an schwerem und/oder instabilem Asthma leiden,

wenn Ihr Immunsystem stark geschwächt ist oder Sie an einer Krank-

heit leiden, die gegen Ihr Immunsystem gerichtet ist,

wenn Sie eine bösartige Erkrankung (z. B. Krebs) haben,

wenn Sie Entzündungen im Mund haben.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie ORALAIR

einnehmen.

Wenn Sie in der Mundhöhle operiert werden müssen oder Ihnen ein Zahn

gezogen werden soll, sollten Sie die Einnahme von ORALAIR unterbrechen,

bis Ihre Mundhöhle abgeheilt ist.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn bei Ihnen in der Vergangenheit eine

eosinophile Ösophagitis aufgetreten ist. Bitte kontaktieren Sie Ihren Arzt,

damit er die Behandlung noch einmal abwägen kann, wenn bei Ihnen

während der Behandlung schwere oder andauernde Schmerzen im Ober-

bauch, Schluckbeschwerden oder Brustschmerzen auftreten.

Einnahme von ORALAIR zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürz-

lich andere Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen, andere

Arzneimittel einzunehmen.

Informieren Sie Ihren Arzt insbesondere darüber, wenn Sie bestimmte

Arzneimittel gegen Depressionen einnehmen (trizyklische Antidepressiva

und Monoaminoxidase (MAO)- Hemmer).

Die symptomatische Behandlung (z. B. mit Antihistaminika und/oder nasalen

Kortikosteroiden) kann zusammen mit ORALAIR erfolgen.

Sprechen Sie vor der Einnahme von ORALAIR mit Ihrem Arzt oder

Apotheker, wenn Sie einen Beta-Blocker einnehmen (d. h. eine Gruppe von

Arzneimitteln, die oft zur Behandlung von Herzkrankheiten und hohem

Blutdruck verschrieben wird, aber auch in einigen Augentropfen und

-salben enthalten ist), da dieses Arzneimittel die Wirksamkeit von Epinephrin

ORALAIR ist eine eingetragene Marke der STALLERGENES

zur Behandlung von schwerwiegenden systemischen Reaktionen verringern

kann.

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Wenn Sie schwanger sind oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein

oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme

dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Es gibt keine Erfahrungen mit der Anwendung von ORALAIR während der

Schwangerschaft. Sie sollten deshalb eine Immuntherapie nicht beginnen,

wenn Sie schwanger sind. Wenn Sie dieses Arzneimittel bereits einnehmen

und schwanger werden, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt darüber, ob eine

Fortsetzung der Therapie angebracht ist.

Stillzeit

Wenn Sie stillen, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren

Arzt oder Apotheker um Rat.

Über die Anwendung von ORALAIR während der Stillzeit liegen keine

Erfahrungen vor.

Auswirkungen auf Kinder, die während der Behandlung gestillt werden,

sind nicht zu erwarten. Sie sollten jedoch keine Immuntherapie beginnen,

wenn Sie stillen. Wenn Sie während der Behandlung stillen möchten,

sprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob eine Fortsetzung der Behandlung für Sie

angebracht ist.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Nach der Einnahme von ORALAIR wurde kein Einfluss auf die Verkehrs-

tüchtigkeit oder die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beobachtet.

ORALAIR enthält Lactose

Bitte nehmen Sie dieses Arzneimittel erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt

ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegen-

über bestimmten Zuckern leiden.

3.

Wie ist ORALAIR einzunehmen?

Nehmen Sie ORALAIR immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein.

Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher

sind.

ORALAIR wird von Ärzten mit entsprechender Ausbildung und Erfahrung

in der Behandlung von Allergien verschrieben. Bei der Verschreibung für

Kinder hat der Arzt entsprechende Erfahrung in der Behandlung von

Kindern.

Dosierung

Die Behandlung besteht aus einer Einleitungsbehandlung (einschließlich

einer Dosiserhöhung über 3 Tage) und einer Fortsetzungsbehandlung.

Diese Packung entspricht der Fortsetzungsbehandlung (ab dem zweiten

Behandlungsmonat):

Nehmen Sie 1 Tablette 300 IR einmal täglich.

Art der Anwendung

Behalten Sie die Tablette unter der Zunge (mindestens 1 Minute lang), bis

sie sich vollständig aufgelöst hat, bevor Sie sie herunterschlucken. Es wird

empfohlen, die Tablette tagsüber einzunehmen. Der Mund sollte bei der

Einnahme leer sein.

Dauer der Anwendung

Nehmen Sie diese Tabletten immer genau nach Anweisung Ihres Arztes

bis zum Ende der Behandlung ein. Beginnen Sie ungefähr 4 Monate vor

Anfang der Pollensaison mit der Behandlung und setzen Sie diese bis zum

Ende der Pollensaison fort.

Es liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung von ORALAIR bei Patienten,

die älter als 50 Jahre sind, vor.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Es liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung von ORALAIR bei Kindern

unter 5 Jahren vor.

Es liegen keine Erfahrungen zur Anwendung bei Kindern über mehr als

eine Pollensaison vor.

Die Dosierung bei Jugendlichen und Kindern ab 5 Jahren entspricht derje-

nigen, die bei Erwachsenen angewendet wird.

Wenn Sie eine größere Menge von ORALAIR eingenommen haben, als

Sie sollten

Falls Sie mehr ORALAIR eingenommen haben, als Sie sollten, kann es zu

allergischen Reaktionen einschließlich örtlicher Beschwerden in Mund und

Hals kommen. Wenn bei Ihnen schwere Reaktionen auftreten, suchen Sie

umgehend Ihren Arzt auf.

Wenn Sie die Einnahme von ORALAIR vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme

vergessen haben.

Sollten Sie die Einnahme von ORALAIR für weniger als eine Woche unter-

brochen haben, können Sie die Behandlung unmittelbar wieder aufnehmen.

Wenn Sie die Behandlung für mehr als 7 Tage beendet haben, fragen Sie

bitte Ihren Arzt, wie Sie die Behandlung wieder aufnehmen sollen.

Wenn Sie die Einnahme von ORALAIR abbrechen

Wenn Sie die Einnahme von ORALAIR nicht bis zum Ende fortsetzen, hält

die Wirkung der Behandlung möglicherweise nicht an.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben,

wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

4.

Welche NEBENWIRKUNGEN sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die

aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Während der Behandlung mit ORALAIR werden Sie Substanzen ausge-

setzt, die Reaktionen am Applikationsort und/oder Symptome auslösen

können, die den ganzen Körper betreffen können. Sie können mit Reaktionen

Applikationsort

B. Juckreiz

Mundraum

Reizungen

Rachenraum) rechnen. Diese Reaktionen setzen normalerweise zu Beginn

der Behandlung ein, sind vorübergehend und lassen normalerweise mit der

Zeit nach.

Beenden Sie die Einnahme von ORALAIR und wenden Sie sich

umgehend an Ihren Arzt, wenn Sie Folgendes bei sich beobachten:

Schwerwiegende Symptome, die den Hals beeinträchtigen, oder allergische

Symptome, die den gesamten Körper betreffen (also ein plötzliches Auftreten

einer Krankheit unter Beteiligung der Haut und/oder der Schleimhäute,

Atembeschwerden,

anhaltende

Bauchschmerzen

oder

Symptome

Zusammenhang mit einem Abfall des Blutdrucks).

Die Behandlung sollte nur nach Anweisung des Arztes wieder aufgenommen

werden.

Andere mögliche Nebenwirkungen sind unter anderem

Sehr häufig (mehr als 1 Behandelter von 10):

Reizung des Rachens, Juckreiz im Mund, Kopfschmerzen.

Häufig (1 bis 10 Behandelte von 100):

Asthma,

Magenschmerzen,

Durchfall,

Erbrechen,

Rhinitis

(verstopfte

Nase, Nasenlaufen, Niesen, Nasenjucken, Nasenbeschwerden), Entzündung

der Augen, juckende und/oder wässrige Augen, juckende Ohren, Schwellung

oder Juckreiz der Lippen, Schwellung oder Juckreiz oder Schmerzen der

Zunge, Beschwerden im Mundraum (beispielsweise Trockenheit, Kribbeln,

Taubheitsgefühl, Entzündung, Schmerzen, Blasenbildung oder Schwellungen),

Halsbeschwerden (beispielsweise Trockenheit, Unbehagen, Schmerzen,

Blasenbildung

oder

Schwellungen),

Schluckbeschwerden,

Heiserkeit,

Husten, Beschwerden im Brustkorb, Sodbrennen, Magenbeschwerden,

Übelkeit,

Juckreiz,

Nesselsucht,

Atembeschwerden,

Verstopfung

Nebenhöhlen, anhaltende Hautbeschwerden wie Trockenheit, Rötungen

und Juckreiz, Hautverletzung durch Kratzen, Entzündungen von Mund,

Nase und Hals.

Gelegentlich (1 bis 10 Behandelte von 1 000):

Trockenes Auge, Augenrötung, Schwellung der Augen, Ohrenbeschwerden,

Ohreninfektionen, Entzündung von Zahnfleisch oder Lippen oder Zunge,

Geschwüre der Zunge, Schwellungen des Gaumens, Vergrößerung der

Speicheldrüsen,

übermäßige

Speichelproduktion,

Taubheits-,

Enge-

und/oder Fremdkörpergefühl im Hals, allergische Reaktion mit Schwellungen

von Gesicht und Hals, Aufstoßen, geschwollene Lymphknoten, Ausschlag,

Akne, Fieberbläschen, grippeähnliche Symptome, Veränderungen des

Geschmacksinns, Schläfrigkeit, Schwindel, Depressionen, Überempfind-

lichkeit, Niesen, Müdigkeit, Geschwüre im Mundraum.

Selten (1 bis 10 Behandelte von 10 000):

Hitzewallungen, Schwellungen im Gesicht, Zunahme der eosinophilen

Blutkörperchen, Angst.

Häufigkeit nicht bekannt (auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht

abschätzbar):

Es wurde zusätzlich über Entzündungen der Speiseröhre berichtet.

Die Anzahl der Nebenwirkungen bei Erwachsenen, die in einer klinischen

Studie über drei aufeinander folgende Gräserpollen-Saisons mit ORALAIR

behandelt wurden, nahm im zweiten und dritten Jahr ab.

Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichen

Die folgenden Nebenwirkungen waren bei Kindern und Jugendlichen, die

ORALAIR erhielten, häufiger als bei Erwachsenen: Husten, Entzündungen

von Nase und Hals, Ödem im Mundraum (sehr häufig), orales Allergiesyndrom,

Entzündung der Lippen, Fremdkörpergefühl im Hals, Entzündung der

Zunge, Beschwerden des Ohres (häufig).

Darüber hinaus wurden auch die folgenden Nebenwirkungen bei Kindern

und Jugendlichen beobachtet: Bronchitis, Mandelentzündung (häufig),

Schmerzen des Brustkorbs (gelegentlich).

Weitere

Nebenwirkungen

bei

der

Anwendung

bei

Erwachsenen,

Jugendlichen und Kindern

(Anwendungsbeobachtung; Häufigkeit unbekannt):

Verschlimmerung von Asthma, systemische allergische Reaktion.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die

nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwir-

kungen auch direkt dem Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische

Arzneimittel, Paul-Ehrlich-Institut, Paul-Ehrlich-Str. 51-59, 63225 Langen,

Tel: +49 6103 77 0, Fax: +49 6103 77 1234, Website: www.pei.de, anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass

mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung

gestellt werden.

5.

Wie ist ORALAIR aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

dürfen

dieses

Arzneimittel

nach

Umkarton

nach

„Verwendbar bis“ bzw. nach dem auf der Blisterpackung nach „EXP“ ange-

gebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht

sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen

Lagerungsbedingungen erforderlich.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu

schützen. Nicht einfrieren.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen

Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es

nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was ORALAIR enthält

Der Wirkstoff ist ein Gräserpollenallergenextrakt aus: Wiesenknäuelgras

(Dactylis glomerata L.), Gewöhnlichem Ruchgras (Anthoxanthum odoratum L.),

Deutschem

Weidelgras

(Lolium

perenne

L.),

Wiesenrispengras

(Poa

pratensis L.) und Wiesenlieschgras (Phleum pratense L.). Eine Sublingual-

tablette enthält 300 IR.

Der Reaktivitätsindex (IR) gibt die Aktivität an und wird mit einem Hauttest

an sensibilisierten Patienten bestimmt.

Die sonstigen Bestandteile sind Mannitol (Ph. Eur.), mikrokristalline Cellu-

lose, Croscarmellose-Natrium, hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesium-

stearat und Lactose-Monohydrat.

Wie ORALAIR aussieht und Inhalt der Packung

Sublingualtablette

1 x 30 Sublingualtabletten 300 IR in einer Blisterpackung

Packung mit 1 oder 3 Blisterpackungen.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen von der axicorp

Pharma GmbH in den Verkehr gebracht.

Die Tabletten sind leicht gesprenkelt, weiß bis beigefarben mit Prägung

„300“ auf beiden Seiten.

Die Tabletten sind in Blisterpackungen (Alu/Alu), die mit einem Film (Poly-

amid/Aluminium/Polyvinylchlorid) überzogen sind, erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer, Import, Umverpackung und Vertrieb:

axicorp Pharma GmbH

Max-Planck-Str. 36b

D-61381 Friedrichsdorf

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen

Wirtschaftsraumes (EWR) unter den folgenden Bezeichnungen zuge-

lassen:

Österreich

ORALAIR 300 IR Sublingualtabletten

Belgien,

Bulgarien,

Estland,

Frank-

reich,

Deutschland,

Ungarn,

Irland,

Italien, Lettland, Luxemburg, Nieder-

lande,

Polen,

Portugal,

Rumänien,

Slowakei, Spanien

ORALAIR 300 IR

Tschechische Republik

ORALAIR

Litauen

ORALAIR 300IR poliežuvines tabletes

Slowenien

ORALAIR 300IR podjezične tablete

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im September 2019.

Fachinformation

Zusammenfassung der Merkmale der Arzneimittel

1.

BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL

ORALAIR

100 IR & 300 IR Sublingualtabletten

Einleitungsbehandlung

ORALAIR

300 IR, Sublingualtabletten

Fortsetzungsbehandlung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Gräserpollenallergenextrakt aus: Wiesenknäuelgras (Dactylis glomerata L.), Gewöhnlichem Ruchgras (Anthoxanthum odoratum L.), Deutschem Weidel-

gras (Lolium perenne L.), Wiesenrispengras (Poa pratensis L.) und Wiesenlieschgras (Phleum pratense L.)………………. 100 IR* oder 300 IR* pro

Sublingualtablette.

* IR (Reaktivitätsindex): Die Einheit IR wurde zur Messung der Allergenität eines Allergenextraktes festgelegt. Der Allergenextrakt enthält 100 IR/ml, wenn

im Haut-Pricktest mit einer Stallerpoint

-Nadel bei 30 gegen dieses Allergen sensibilisierten Patienten eine Quaddel von 7 mm Durchmesser (geometrisches

Mittel) induziert wird. Die Hautreaktivität dieser Patienten wird gleichzeitig mit 9 %igem Codeinphosphat oder 10 mg/ml Histamin als Positivkontrolle

gezeigt. Die von Stallergenes verwendete IR-Einheit ist nicht vergleichbar mit den Einheiten, die von anderen Allergenherstellern angegeben werden.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Lactose-Monohydrat.

Eine Sublingualtablette 100 IR enthält 83,1 – 83,6 mg Lactose-Monohydrat.

Eine Sublingualtablette 300 IR enthält 81,8 – 83,1 mg Lactose-Monohydrat.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Sublingualtablette.

Die Tabletten 100 IR sind leicht gesprenkelt, weiß bis beigefarben mit Prägung „100“ auf beiden Seiten.

Die Tabletten 300 IR sind leicht gesprenkelt, weiß bis beigefarben mit Prägung „300“ auf beiden Seiten.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Behandlung der durch Gräserpollen ausgelösten allergischen Rhinitis mit oder ohne Konjunktivitis bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern

(ab 5 Jahren) mit klinisch relevanten Symptomen, die durch einen positiven Hauttest und/oder einen positiven Titer des spezifischen IgE gegen Gräser-

pollen bestätigt wurde.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Die Therapie mit ORALAIR sollte nur von Ärzten mit entsprechender Ausbildung und Erfahrung in der Therapie allergischer Erkrankungen verschrieben

und eingeleitet werden. Bei der Therapie von Kindern sollten die Ärzte über entsprechende Ausbildung und Erfahrung bei Kindern verfügen.

Die erste Tablette ist unter ärztlicher Aufsicht einzunehmen und der Patient ca. 30 min zu überwachen.

Dosierung

Die Behandlung setzt sich aus einer Einleitungsbehandlung (einschließlich einer Dosiserhöhung über 3 Tage) und einer Fortsetzungsbehandlung zusammen.

Die Einleitungsbehandlung entspricht dem ersten Behandlungsmonat mit ORALAIR 100 IR & 300 IR Sublingualtabletten:

Tag 1

1 Tablette 100 IR

Tag 2

2 Tabletten 100 IR

Tag 3

1 Tablette 300 IR

Tag 4

1 Tablette 300 IR

Tag 5

1 Tablette 300 IR

Tag 30 1 Tablette 300 IR

Ab dem 2. Monat muss die Fortsetzungsbehandlung mit einer ORALAIR 300 IR Sublingualtablette pro Tag bis zum Ende der Pollensaison fortgeführt

werden.

Die Behandlung sollte etwa 4 Monate vor dem erwarteten Anfang der Pollensaison begonnen und bis zum Ende der Pollensaison fortgeführt werden.

Tritt während der ersten Pollensaison keine relevante Besserung der Symptome ein, besteht keine Indikation, die Therapie fortzusetzen.

Falls die Behandlung für weniger als 7 Tage unterbrochen wurde, kann sie im Allgemeinen fortgesetzt werden. Falls die Behandlung für einen Zeitraum

von länger als 7 Tagen unterbrochen wurde, sollte sie unter ärztlicher Aufsicht fortgesetzt werden.

Besondere Patientengruppen

Klinische Erfahrungen zur Immuntherapie mit ORALAIR bei Patienten, die älter als 50 Jahre sind, liegen nicht vor.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von ORALAIR bei Kindern unter fünf Jahren ist nicht erwiesen. Es liegen keine Daten zur Behandlung von Kindern mit

ORALAIR über eine Pollensaison hinaus vor.

Die bei Jugendlichen und Kindern ab 5 Jahren anzuwendende Dosierung entspricht derjenigen, die bei Erwachsenen angewendet wird.

Kleine Blisterpackung

Große Blisterpackung

Art der Anwendung

Die Tabletten sind bis zur vollständigen Auflösung unter der Zunge zu behalten (mindestens 1 Minute lang), bevor sie heruntergeschluckt werden.

Es wird empfohlen, die Tabletten tagsüber einzunehmen. Der Mund sollte bei der Einnahme leer sein.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile

Schweres und/oder instabiles Asthma (FEV

< 70 % des Vorhersagewertes)

Schwere Immunschwäche oder Autoimmunkrankheit

Maligne Erkrankungen (z. B. Krebs)

Orale Entzündungen (z. B. oraler Lichen planus, orale Ulzerationen oder orale Mykose)

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Im Falle eines chirurgischen Eingriffs in der Mundhöhle, einschließlich Zahnextraktionen, sollte die Behandlung mit ORALAIR bis zur vollständigen

Abheilung unterbrochen werden.

Eine spezifische Immuntherapie bei Patienten, die mit trizyklischen Antidepressiva und Monoaminoxidase (MAO)- Hemmern behandelt werden, sollte erst

nach sorgfältiger Abwägung erfolgen.

Wegen des Gehaltes an Lactose sollten Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lapp-Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-

Malabsorption dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

In Zusammenhang mit sublingualer Immuntherapie mit Tabletten wurde über eosinophile Ösophagitis berichtet. Wenn während der Behandlung mit

ORALAIR schwere oder persistierende gastroösophageale Symptome, einschließlich Dysphagie oder Brustschmerzen, auftreten, muss die Behandlung

mit ORALAIR unterbrochen und der Patient von seinem Arzt untersucht werden. Die Behandlung darf nur auf Anweisung des Arztes fortgesetzt werden.

Bei Patienten, die Beta-Blocker anwenden, kann es vorkommen, dass sie auf die übliche Epinephrin-Dosis, die für die Behandlung von schwerwiegenden

systemischen Reaktionen einschließlich Anaphylaxie eingesetzt wird, nicht ansprechen. Beta-Blocker wirken spezifisch der herzstimulierenden und

bronchodilatierenden Wirkung von Epinephrin entgegen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Aus klinischen Studien mit ORALAIR, in denen die Patienten zur Behandlung allergischer Symptome Arzneimittel nehmen durften (Antihistaminika,

Steroide), wurden keine Wechselwirkungen berichtet.

Es liegen keine Daten über die möglichen Risiken einer gleichzeitigen Immuntherapie mit anderen Allergenen während der Therapie mit ORALAIR vor.

Schwere allergische Reaktionen können mit Adrenalin behandelt werden. Die Wirkungen des Adrenalins werden bei Patienten, die mit trizyklischen

Antidepressiva und Monoaminoxidase (MAO)- Hemmern behandelt werden, möglicherweise verstärkt, was lebensbedrohliche Folgen haben kann.

Klinische Erfahrungen hinsichtlich einer gleichzeitigen Impfung während der Therapie mit ORALAIR liegen nicht vor. Nach einer ärztlichen Beurteilung

des Allgemeinzustandes des Patienten kann eine Impfung ohne Unterbrechung der Therapie mit ORALAIR erfolgen.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine klinischen Erfahrungen mit der Anwendung von ORALAIR bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf

direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3).

Als Vorsichtsmaßnahme soll die Einleitung einer Immuntherapie mit Allergenen während der Schwangerschaft vermieden werden. Tritt eine Schwanger-

schaft während der Behandlung ein, kann die Anwendung von ORALAIR, falls erforderlich, fortgesetzt werden, allerdings unter engmaschiger Überwachung.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob der 5-Gräser-Pollenallergenextrakt in die Muttermilch übergeht.

Als Vorsichtsmaßnahme soll die Einleitung einer Immuntherapie mit Allergenen während der Stillzeit vermieden werden.

Da jedoch die systemische Exposition der stillenden Patientin gegenüber dem Wirkstoff von ORALAIR vernachlässigbar ist, kann die Anwendung von

ORALAIR während der Stillzeit in Betracht gezogen werden. Dabei ist sowohl der Nutzen der Therapie für die Frau als auch der Nutzen des Stillens für

das Kind zu berücksichtigen.

Fertilität

Es liegen keine Daten zu möglichen Auswirkungen auf die Fertilität bei Menschen vor.

Es wurden mit dem Wirkstoff von ORALAIR keine Studien zur Fertilität bei Tieren durchgeführt. Jedoch konnte bei der histopathologischen Untersuchung

des männlichen und weiblichen Fortpflanzungssystems im Rahmen der Bestimmung der Toxizität bei wiederholter Gabe keine schädigende Wirkung des

5-Gräser-Pollenallergenextrakts beobachtet werden.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

ORALAIR hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Während der Behandlung mit ORALAIR werden die Patienten Allergenen ausgesetzt, die Reaktionen am Applikationsort und/oder systemische allergische

Reaktionen auslösen können.

Daher kann in dieser Zeit mit Reaktionen am Applikationsort (z. B. oraler Pruritus und Rachenreizung) gerechnet werden.

Wenn ein Patient Reaktionen am Applikationsort erfährt, kann die Behandlung mit Arzneimitteln, die die Symptome lindern, in Erwägung gezogen werden

(z. B. Antihistaminika).

Wie bei jeder allergenen Immuntherapie kann es zu schweren allergischen Reaktionen kommen, beispielsweise zu schweren laryngopharyngealen

Beschwerden oder zu systemischen allergischen Reaktionen (also zum akuten Einsetzen von Krankheitssymptomen unter Beteiligung von Haut, Schleim-

hautgewebe oder beiden, respiratorischer Beeinträchtigung, anhaltenden gastrointestinalen Symptomen oder mit einer Absenkung des Blutdrucks und/

oder verbundenen Symptomen).

Informieren Sie die Patienten über die damit verbundenen Anzeichen und Symptome und veranlassen Sie, dass sie sich beim Auftreten dieser Anzeichen

und Symptome sofort an einen Arzt wenden und die Behandlung abbrechen. Die Behandlung sollte erst nach Anordnung eines Arztes wieder aufgenommen

werden.

Tabelle der Nebenwirkungen

Während klinischer Prüfungen wurden insgesamt 1038 Erwachsene und 154 pädiatrische Patienten mit allergischer Rhinokonjunktivitis, ausgelöst durch

Gräserpollen, in placebo-kontrollierten klinischen Studien mit ORALAIR 300 IR einmal täglich behandelt. Die bei diesen Patienten beobachteten Neben-

wirkungen sind in der nachfolgenden Tabelle zusammengefasst.

Die Mehrzahl der Nebenwirkungen, die zu einem vorzeitigen Ausscheiden aus der Studie führten, waren Reaktionen am Applikationsort. Diese Neben-

wirkungen waren leicht oder mäßig stark ausgeprägt und nicht schwerwiegend.

Tabellarische Zusammenfassung der Nebenwirkungen nach Organsystem und Häufigkeit [Sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich

(≥ 1/1.000, < 1/100); selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000)]. Innerhalb der jeweiligen Häufigkeitskategorie werden die schwerwiegenden Nebenwirkungen zu

Beginn genannt.

Systemorganklasse/ Häufigkeit/ Nebenwirkungen

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Häufig

Gelegentlich

Nasopharyngitis, Rhinitis

Oraler Herpes, Otitis

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Gelegentlich

Lymphadenopathie

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich

Überempfindlichkeit, orales Allergiesyndrom

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich

Depressionen

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig

Gelegentlich

Selten

Kopfschmerz

Geschmacksstörung, Somnolenz, Schwindelgefühl

Angst

Augenerkrankungen

Häufig

Gelegentlich

Augenjucken, Konjunktivitis, verstärkte Tränensekretion

Okuläre Hyperämie, Augenödem, trockenes Auge

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Häufig

Gelegentlich

Ohrenjucken

Ohrenbeschwerden

Gefäßerkrankungen

Selten

Hitzegefühl

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Rachenreizung

Asthma, allergische Rhinitis (Nasenverstopfung, Niesen, Rhinorrhoe, Beschwerden an der Nase),

Husten, oropharyngeale Schmerzen, Pharynxödem, Sinus Sekretstauung, Dyspnoe, Dysphonie,

Halstrockenheit, oropharyngeale Blasenbildung, oropharyngeale Beschwerden

Pharyngeale Hypästhesie, Engegefühl des Halses, Giemen, Kehlkopfödem

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Oraler Pruritus

Abdominalschmerz, Diarrhoe, Erbrechen, Mundödem, Zungenpruritus, Lippenödem, orale Paräs-

thesie, Dyspepsie, Zungenödem, orale Hypästhesie, Stomatitis, Lippenpruritus, orale Beschwerden,

Übelkeit, Glossodynie, Mundtrockenheit, Dysphagie

Mundschmerzen, Gingivitis, Cheilitis, Gastritis, Glossitis, Vergrößerung der Speicheldrüse, gastro-

ösophagealer

Reflux,

Erkrankung

Zunge,

Hypersalivation,

Mundulzeration,

ösophageale

Schmerzen, Gaumenödem, Erkrankung des Mundraumes, schmerzhaftes Schlucken, Aufstoßen

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig

Gelegentlich

Selten

Urtikaria, Pruritus, atopische Dermatitis

Angioödem, Ausschlag, Akne

Gesichtsödem

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig

Gelegentlich

Brustkorbbeschwerden

Gefühl eines Knotens in der Kehle, Asthenie, grippeähnliche Erkrankung

Untersuchungen

Selten

erhöhte Eosinophilenzahl

Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen

Gelegentlich

Exkoriation

Im Vergleich zu den Nebenwirkungen, die im Rahmen einer erstmaligen Behandlung beobachtet wurden, berichteten Erwachsene, die in einer klinischen

Studie über drei aufeinander folgende Gräserpollen-Saisons mit ORALAIR behandelt wurden, während der zweiten und dritten Behandlungsphase über

weniger unterschiedliche und geringere Häufigkeiten von Nebenwirkungen.

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Während der Behandlung mit ORALAIR werden Patienten Allergenen ausgesetzt, die Reaktionen am Verabreichungsort und/oder systemische allergische

Symptome verursachen können.

Reaktionen am Verabreichungsort (z. B. oraler Pruritus und Rachenreizung) können deshalb während des Behandlungszeitraumes erwartet werden.

Wenn bei einem Patienten Reaktionen am Verabreichungsort auftreten, kann eine Behandlung der Symptome in Betracht gezogen werden (z. B. mit

Antihistaminen).

Wie bei jeder Allergenimmuntherapie können allergische Reaktionen einschließlich schwerer laryngopharyngealer oder anaphylaktischer Reaktionen

auftreten (d. h. akuter Beginn einer Krankheit unter Beteiligung der Haut, der Schleimhaut oder beides, Beeinträchtigung der Atmung, anhaltende Magen-

Darm-Symptome oder verringerter Blutdruck und/oder damit verbundener Symptome). Informieren Sie die Patienten über die damit verbundenen Zeichen

und Symptome und halten Sie sie an, unverzüglich medizinische Hilfe zu suchen und die Therapie abzubrechen, sollten diese Symptome auftreten. Die

Behandlung sollte erst auf Anweisung eines Arztes wieder aufgenommen werden.

Kinder und Jugendliche

Insgesamt ist das Sicherheitsprofil bei Kindern und Jugendlichen ähnlich dem bei Erwachsenen. Die folgenden Reaktionen aus der tabellarischen Über-

sicht wurden bei Kindern und Jugendlichen mit einer höheren Inzidenz beobachtet als bei Erwachsenen: Husten, Nasopharyngitis, Mundödem (sehr

häufig), orales Allergiesyndrom, Cheilitis, Glossitis, Gefühl eines Knotens in der Kehle, Ohrenbeschwerden (häufig).

Zusätzlich zu den in der tabellarischen Übersicht aufgeführten Reaktionen wurden bei Kindern und Jugendlichen, die mit ORALAIR behandelt wurden,

folgende Reaktionen beobachtet: Tonsillitis, Bronchitis (häufig), Brustkorbschmerz (gelegentlich).

Anwendungsbeobachtung

Im Rahmen der Anwendungsbeobachtung bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern wurden außerdem die folgenden Nebenwirkungen berichtet:

Exazerbation des Asthmas, systemische allergische Reaktion, eosinophile Ösophagitis.

Die Häufigkeit dieser Reaktionen auf die Behandlung mit ORALAIR ist nicht bekannt.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des

Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, Paul-Ehrlich-Institut, Paul-Ehrlich-Str. 51-59, 63225 Langen, Tel: +49 6103 77 0,

Fax: +49 6103 77 1234, Website: www.pei.de, anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Es wurden keine Fälle von Überdosierung berichtet.

Sollte eine höhere Dosis als die empfohlene Tagesdosis eingenommen werden, ist das Risiko für unerwünschte Wirkungen einschließlich systemischer

Nebenwirkungen und schwerer lokaler Reaktionen erhöht. Falls schwere systemische Symptome, wie Angioödem, Schwierigkeiten beim Schlucken oder

Atmen, Veränderungen der Stimme oder Engegefühl im Hals auftreten, muss sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Im Falle einer Überdosierung sollten die auftretenden Nebenwirkungen symptomatisch behandelt werden.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Allergen-Extrakt, Gräserpollen

ATC-Code: V01AA02

Wirkmechanismus und Pharmakodynamische Wirkungen

ORALAIR wird zur Behandlung von Patienten mit durch spezifisches IgE vermittelten Allergiesymptomen, wie Rhinitis mit oder ohne Konjunktivitis, die

durch Gräserpollen hervorgerufen wurde, angewendet.

Die pharmakodynamische Wirkung zielt auf das Immunsystem. Es soll eine Immunreaktion auf das Allergen, mit dem der Patient behandelt wird, erzeugt

werden. Der vollständige und genaue Wirkmechanismus der klinischen Wirkungen der spezifischen Immuntherapie ist noch nicht exakt geklärt und

dokumentiert. Es wurde nachgewiesen, dass die Therapie mit ORALAIR eine systemische kompetitive Antikörperreaktion auf Gräser induziert und zu

einem Anstieg des spezifischen IgG führt. Die klinische Bedeutung dieser Befunde wurde noch nicht belegt.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Studie VO34.04:

Es wurde eine europäische, multizentrische, multinationale, randomisierte, doppelt-verblindete, placebo-kontrollierte Studie durchgeführt. Die Studie

umfasste 628 Erwachsene mit saisonbedingter allergischer Rhinitis und/oder Rhinokonjunktivitis, ausgelöst durch Gräserpollen und bestätigt durch Haut-

tests und/oder positiven Nachweis spezifischen IgEs gegen Gräserpollen.

Die Patienten wurden in 4 Gruppen randomisiert: Placebo (n=156), ORALAIR 100 IR/Tag (n=157), ORALAIR 300 IR/Tag (n=155) und ORALAIR

500 IR/Tag (n=160).

Jeder Patient erhielt einmal täglich eine sublinguale Dosis über ca. 4 Monate vor Beginn der Pollensaison und danach über eine gesamte Pollensaison.

Der Analyse lagen die Ergebnisse von 569 auswertbaren Patienten zugrunde (Placebo, n=148; ORALAIR 100 IR, n=142; ORALAIR 300 IR, n=136;

ORALAIR 500 IR, n=143). Die Wirksamkeit wurde über diese eine Pollensaison anhand des Rhinokonjunktivitis Total Symptom Score (RTSS) bewertet

(Einzelheiten siehe unten).

Die Ergebnisse dieser Studie zeigten eine vergleichbare Wirksamkeit von 500 und 300 IR, wobei die Sicherheitsdaten für 300 IR sprachen, was zu einer

empfohlenen Dosis von 300 IR pro Tag führte.

In der 300 IR Gruppe zeigten sich hinsichtlich der Wirksamkeit im Vergleich zur Placebo-Gruppe folgende Ergebnisse (in die Intent-to-Treat-Population

(ITT) wurden 136 bzw. 148 Patienten aufgenommen):

VO34.04 Studie: Wirksamkeitsergebnisse (während der einen Pollensaison):

Primärer Endpunkt

VO34.04 Studie

ORALAIR 300 IR

Mittelwert

(SD)

Median

Placebo Mittelwert

(SD)

Median

Absolute angepasste

Differenz Mittelwert

[KI

95 %

]

Relative mittlere

Differenz*

%

p-Wert**

Rhinokonjunktivitis

Symptom Score

3,58 (2,98)

2,91

4,93 (3,23)

4,62

-1,39 [-2,09; -0,69]

27,3 %

0,0001

* Relative mittlere Differenz: Absolute Differenz/ Placebo

** p-Wert ANCOVA

Symptom Score: Durchschnittlicher täglicher Gesamt-Score der Rhinokonjunktivitis-Symptome für jeden Patienten während der Gräserpollensaison.

Rhinokonjunktivitis-Symptome umfassen Niesen, laufende Nase, juckende Nase, verstopfte Nase, tränende Augen und juckende Augen (Bereich des

Scores von 0 bis 18, der Höchstwert von 18 gibt an, dass alle 6 Symptome permanent in sehr starker Form vorhanden sind).

Sekundäre Endpunkte

VO34.04 Studie

ORALAIR 300 IR

Mittelwert

(SD)

Median

Placebo Mittelwert

(SD)

Median

Absolute angepasste

Differenz Mittelwert

[KI

95 %

]

Relative mittlere

Differenz*

%

p-Wert**

Anwendung von

Rescue-Medikation

19,7 % (24,8)

10,6 %

27,9 % (29,3)

19,7 %

Quality of Life Score

1,08 (0,96)

0,89

1,37 (1,01)

1,20

-0,25 [-0,47; -0,04]

21,1 %

< 0,0199

* Relative mittlere Differenz: Absolute Differenz/ Placebo

** p-Wert ANCOVA

Anwendung von Rescue-Medikation: Prozentsatz der Tage pro Patient, an denen mindestens einmal Rescue-Medikation eingenommen wurde,

p-Wert 0,0194 NS (Wilcoxon).

Die Lebensqualität wurde auf dem Höhepunkt der Pollensaison mittels Rhinokonjunktivitis Quality of Life Questionnaire (RQLQ) bewertet (Bereich des

Scores von 0 bis 7, ein höherer Score spiegelt eine schlechtere Lebensqualität wider).

Gesamtbeurteilung der Wirksamkeit der Behandlung durch die Patienten: 119/135 Patienten (88 %) in der Gruppe mit ORALAIR 300 IR und

108/147 Patienten (73 %) in der Placebo-Gruppe stellten eine leichte bis mittlere oder starke bis sehr starke Verbesserung im Vergleich zu ihrer Erinnerung

an die vorangegangene Pollensaison fest.

Die ANCOVA-Ergebnisse jedes der 6 einzelnen mittleren Symptom-Scores im Bereich von 0 bis 3 zeigten für folgende Symptome einen Unterschied, der

verglichen mit Placebo für Tabletten 300 IR sprach: Niesen (-0,19), laufende Nase (-0,23), juckende Nase (-0,23), verstopfte Nase (-0,28), juckende

Augen (-0,24) und tränende Augen (-0,21).

Der Anteil an Patienten, die keine Rescue-Medikation anwendeten, betrug 35,3 % in der Gruppe mit 300 IR und 27,0 % in der Placebo-Gruppe (NS).

Post-hoc-Endpunkte (nach Entblindung)

VO34.04 Studie

ORALAIR 300 IR

Mittelwert

(SD)

Median

Placebo Mittelwert

(SD)

Median

Absolute angepasste

Differenz Mittelwert

[KI

95 %

]

Relative mittlere

Differenz*

%

p-Wert

Average Adjusted

Symptom Score

4,17 (3,39)

3,57

5,88 (3,82)

5,26

-1,84 [-2,66; -1,02]

29,1 %

< 0,0001**

Average Rescue

Medication Score

0,31 (0,43)

0,16

0,48 (0,53)

0,31

-0,17 [-0,29; -0,05]

35,0 %

0,0047**

PSCD

43,5 % (33,8)

38,6

28,7 % (30,7)

17,1

0,0001***

PSFD

25,3 % (30,2)

10,9

14,9 % (23,6)

0,0

0,0006***

* Relative mittlere Differenz: Absolute Differenz/ Placebo

** p-Wert ANCOVA/*** p-Wert Wilcoxon

Average Adjusted Symptom Score (AASS): Durchschnittlicher Symptom-Score, angepasst an die Anwendung der Rescue-Medikation (für jeden

Patienten, anhand der täglichen Symptom-Scores und der täglichen Anwendung der Rescue-Medikation).

Average Rescue Medication Score: Durchschnittlicher täglicher Score für die Rescue-Medikation für jeden Patienten während der Gräserpollensaison.

Die angewendeten Medikationen wurden wie folgt klassifiziert: keine Rescue-Medikation = 0, Antihistaminika (oral und/oder am Auge) = 1, nasale

Kortikosteroide = 2 und orale Kortikosteroide = 3.

Prozentsatz Tage, an denen Symptome unter Kontrolle sind (Percentage of Symptom Controlled Days, PSCD

): Prozentsatz der Tage mit einem

Symptom-Score von maximal 2 und ohne Rescue-Medikation.

Anteil symptomfreier Tage ohne Rescue-Medikation (Proportion of Symptom and rescue medication–Free Days, PSFD): Prozentsatz der Tage, an

denen keine Symptome auftraten und keine Rescue-Medikation eingenommen wurde.

In der Gruppe mit 300 IR waren bei 61 Patienten (45 %) an mehr als 50 % der Tage der Gräserpollensaison die Symptome unter Kontrolle (Symptom-

Score von maximal 2 und keine Rescue-Medikation). In der Placebo-Gruppe waren es hingegen 40 Patienten (27 %).

Kinder und Jugendliche

Studie VO52.06

Es wurde eine europäische, multizentrische, multinationale, randomisierte, doppelt-verblindete, placebo-kontrollierte Studie (VO52.06 Studie) durchge-

führt. Die Studie umfasste 278 Patienten zwischen 5 und 17 Jahren, die an saisonaler allergischer Rhinitis und/oder Rhinokonjunktivitis litten, die durch

Gräserpollen ausgelöst und durch Hauttests und den positiven Nachweis spezifischer IgEs gegen Gräserpollen bestätigt wurden.

Die Patienten wurden in 2 Gruppen randomisiert: Placebo (n=139) oder ORALAIR 300 IR/Tag (n=139). Jeder Patient erhielt einmal täglich eine sublinguale

Dosis über ca. 4 Monate vor Beginn der Pollensaison und danach über eine gesamte Pollensaison. Für die ersten drei Tage der Behandlungsphase

wurde ein stufenweises Dosierungsschema eingehalten. Dabei wurde die Anfangsdosis von 100 IR/Tag täglich um 100 IR bis auf 300 IR/Tag erhöht. Der

Analyse lagen die Ergebnisse von 266 auswertbaren Patienten zugrunde (Placebo, n=135 und ORALAIR 300 IR, n=131). Die Wirksamkeit wurde über

diese eine Pollensaison anhand des Rhinokonjunktivitis Total Symptom Score (RTSS) bewertet (Einzelheiten siehe unten).

Die Wirksamkeitsanalyse der 300 IR Gruppe ergab im Vergleich zur Placebo-Gruppe folgende Ergebnisse (in die Intent-to-Treat-Population ITT wurden

131 bzw. 135 Patienten aufgenommen):

VO52.06 Studie: Wirksamkeitsergebnisse (während der einen Pollensaison):

Primärer Endpunkt

VO52.06 Studie

ORALAIR 300 IR

Mittelwert

(SD)

Median

Placebo Mittelwert

(SD)

Median

Absolute angepasste

Differenz Mittelwert

[KI

95 %

]

Relative mittlere

Differenz*

%

p-Wert**

Rhinokonjunktivitis

Symptom Score

3,25 (2,86)

2,48

4,51 (2,93)

4,08

-1,13 [-1,80; -0,46]

28,0 %

0,001

* Relative mittlere Differenz: Absolute Differenz/ Placebo

** p-Wert ANCOVA

Symptom Score: Durchschnittlicher täglicher Gesamt-Score der Rhinokonjunktivitis-Symptome für jeden Patienten während der Gräserpollensaison.

Rhinokonjunktivitis-Symptome umfassen Niesen, laufende Nase, juckende Nase, verstopfte Nase, tränende Augen und juckende Augen (Bereich des

Scores von 0 bis 18, der Höchstwert von 18 gibt an, dass alle 6 Symptome permanent in sehr starker Form vorhanden sind).

Sekundäre Endpunkte

VO52.06 Studie

ORALAIR 300 IR

Mittelwert

(SD)

Median

Placebo Mittelwert

(SD)

Median

Absolute angepasste

Differenz Mittelwert

[KI

95 %

]

Relative mittlere

Differenz*

%

p-Wert**

Average Rescue

Medication Score

0,60 (0,61)

0,39

0,79 (0,65)

0,76

-0,20 [-0,34; -0,06]

24,1 %

0,0064

Anwendung von

Rescue-Medikation

35,4 % (33,2)

26,8 %

46,5 % (34,6)

49,0 %

* Relative mittlere Differenz: Absolute Differenz/ Placebo

** p-Wert ANCOVA

Average Rescue Medication Score: Durchschnittlicher täglicher Score für die Rescue-Medikation für jeden Patienten während der Gräserpollensaison.

Die angewendeten Medikationen wurden wie folgt klassifiziert: keine Rescue-Medikation = 0, Antihistaminika (oral und/oder am Auge) = 1, nasale

Kortikosteroide = 2 und orale Kortikosteroide = 3.

Anwendung von Rescue-Medikation: Prozentsatz der Tage pro Patient, an denen mindestens einmal Rescue-Medikation eingenommen wurde,

p-Wert 0,0146 NS (Wilcoxon).

Scores der einzelnen Symptome: Die ANCOVA-Ergebnisse jedes der 6 einzelnen mittleren Symptom-Scores im Bereich von 0 bis 3 zeigten für folgende

Symptome einen Unterschied, der verglichen mit Placebo für Tabletten 300 IR sprach: laufende Nase (-0,16), verstopfte Nase (-0,26), juckende Augen (-0,33)

und tränende Augen (-0,21).

Der Anteil an Patienten, die keine Rescue-Medikation anwendeten, betrug 18,3 % in der Gruppe mit 300 IR und 14,8 % in der Placebo-Gruppe (NS).

Post-hoc-Endpunkte (nach Entblindung)

VO52.06 Studie

ORALAIR 300 IR

Mittelwert

(SD)

Median

Placebo Mittelwert

(SD)

Median

Absolute angepasste

Differenz Mittelwert

[KI

95 %

]

Relative mittlere

Differenz*

%

p-Wert

Average Adjusted

Symptom Score

4,30 (3,57)

3,33

6,12 (3,85)

5,28

-1,64 [-2,51; -0,78]

29,8 %

0,0002**

PSCD

33,8 % (30,0)

30,0

23,7 % (27,2)

12,2

0,0107***

PSFD

19,2 % (24,9)

5,2

10,5 % (18,4)

0,0

0,0037***

* Relative mittlere Differenz: Absolute Differenz/ Placebo

** p-Wert ANCOVA/*** p-Wert Wilcoxon

Average Adjusted Symptom Score (AASS): Durchschnittlicher Symptom-Score, angepasst an die Anwendung der Rescue-Medikation (für jeden

Patienten, anhand der täglichen Symptom-Scores und der täglichen Anwendung der Rescue-Medikation).

Prozentsatz Tage, an denen Symptome unter Kontrolle sind (Percentage of Symptom Controlled Days, PSCD

): Prozentsatz der Tage mit einem

Symptom-Score von maximal 2 und ohne Rescue-Medikation.

Anteil symptomfreier Tage ohne Rescue-Medikation (Proportion of Symptom and rescue medication–Free Days, PSFD): Prozentsatz der Tage, an

denen keine Symptome auftraten und keine Rescue-Medikation eingenommen wurde.

In der Gruppe mit 300 IR waren bei 44 Patienten (34 %) an mehr als 50 % der Tage der Gräserpollensaison die Symptome unter Kontrolle (Symptom-

Score von maximal 2 und keine Rescue-Medikation). In der Placebo-Gruppe waren es hingegen 26 Patienten (19 %).

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Der größere Anteil der Allergene in ORALAIR ist eine Mischung aus Proteinen und Glycoproteinen. Es gibt keine direkte Bioverfügbarkeit intakter Allergene

im Blut. Aus diesem Grunde sind keine pharmakokinetischen Studien an Tieren oder Menschen durchgeführt worden, um das pharmakokinetische Profil

und den Metabolismus von ORALAIR zu untersuchen.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Basierend auf konventionellen Studien zur Toxizität bei einfacher und wiederholter Gabe, Genotoxizität, lokalen Verträglichkeit und embryo-fötalen

Entwicklung lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.

Bei juvenilen Toxizitätsstudien an Ratten wurde eine tägliche Dosierung mit der Höchstdosis (das 300fache der maximalen therapeutischen Humandosis)

über 10 Wochen nur bei männlichen Tieren in Verbindung mit einer signifikant verringerten aPTT (aktivierte partielle Thromboplastinzeit) gebracht, aller-

dings wurden weder klinische Anzeichen noch histopathologische Befunde ermittelt.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Mannitol (Ph. Eur.)

Mikrokristalline Cellulose

Croscarmellose-Natrium

Hochdisperses Siliciumdioxid

Magnesiumstearat

Lactose-Monohydrat

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für diese Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich. In der Originalverpackung aufbewahren, um

den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen. Nicht einfrieren.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Einleitungsbehandlung

1 x 3 Sublingualtabletten 100 IR in einer kleinen Blisterpackung + 1 x 28 Sublingualtabletten 300 IR in einer Blisterpackung. Jede Blisterpackung (Alu/Alu)

besteht auf der einen Seite aus einem Film (Polyamid/Aluminium/Polyvinylchlorid) und auf der anderen Seite aus einer hitzeversiegelten, mit einem Lack

(Vinyl) überzogenen Folie (Aluminium).

Fortsetzungsbehandlung

1 x 30 Sublingualtabletten 300 IR in einer Blisterpackung (Alu/Alu), der auf der einen Seite aus einem Film (Polyamid/Aluminium/Polyvinylchlorid) und auf

der anderen Seite aus einer hitzeversiegelten, mit einem Lack (Vinyl) überzogenen Folie (Aluminium) besteht. Packung mit 1 oder 3 Blisterpackungen.

Es werden möglicherweise nicht alle Stärken und Packungsgrößen von der axicorp Pharma GmbH in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

axicorp Pharma GmbH

Max-Planck-Str. 36b

D-61381 Friedrichsdorf

8.

ZULASSUNGSNUMMERN

ORALAIR 100 IR & 300 IR Sublingualtabletten: -

ORALAIR 300 IR, Sublingualtabletten: PEI.H.11897.01.1

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung:

ORALAIR 100 IR & 300 IR Sublingualtabletten: -

ORALAIR 300 IR, Sublingualtabletten: 05.12.2016

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung:

ORALAIR 100 IR & 300 IR Sublingualtabletten: -

ORALAIR 300 IR, Sublingualtabletten: „-“

10. STAND DER INFORMATION

09/2019

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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