Ondansetron-ratiopharm 4 mg Filmtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Ondansetronhydrochlorid-Dihydrat
Verfügbar ab:
TEVA GmbH
ATC-Code:
A04AA01
INN (Internationale Bezeichnung):
Ondansetron Hydrochloride Dihydrate
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Ondansetronhydrochlorid-Dihydrat 5.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
61927.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Ondansetron-ratiopharm

®

4 mg & 8 mg Filmtabletten

Ondansetron

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist

Ondansetron-ratiopharm

®

und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von

Ondansetron-ratiopharm

®

beachten?

Wie ist

Ondansetron-ratiopharm

®

einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist

Ondansetron-ratiopharm

®

aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Ondansetron-ratiopharm

®

und wofür wird es angewendet?

Ondansetron-ratiopharm

®

gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, genannt Antiemetika, die

Übelkeit und Erbrechen vorbeugen.

Ondansetron-ratiopharm

®

wird angewendet

zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen als Folge einer Chemotherapie oder Radiotherapie

zur Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit und Erbrechen nach einer Operation

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Ondansetron-ratiopharm

®

beachten?

Ondansetron-ratiopharm

®

darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Ondansetron oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels

sind.

wenn Sie schon einmal eine allergische Reaktion auf einen Ondansetron ähnlichen Wirkstoff, wie

z. B. Granisetron, Tropisetron oder Dolasetron gezeigt haben.

wenn Sie Apomorphin (ein Arzneimittel zur Behandlung der Parkinsonkrankheit) verabreicht

bekommen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie

Ondansetron-ratiopharm

®

einnehmen.

wenn Sie unter Leberproblemen leiden

wenn Sie unter einem Darmverschluss oder schwerer Obstipation leiden

wenn Sie eine Bauchoperation hatten

wenn Sie eine Nasenpolypen- oder Mandeloperation hatten

wenn Sie unter Herzproblemen leiden, einschließlich Herzrhythmusstörungen (unregelmäßige

Herzschläge)

wenn Sie Probleme mit den Salzspiegeln wie z. B. Kalium, Natrium und Magnesium in Ihrem

Blut haben

Einnahme von Ondansetron-ratiopharm

®

zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Wenden Sie kein Apomorphin (Arzneistoff zur Behandlung der Parkinsonkrankheit) an, da über

starken Blutdruckabfall und Bewusstseinsverlust bei gleichzeitiger Anwendung von

Ondansetron-

ratiopharm

®

(Ondansetron) mit Apomorphin berichtet wurde.

Ondansetron-ratiopharm

®

verändert die Wirkungen bzw. Nebenwirkungen einiger Arzneimittel.

Dazu gehören:

Phenytoin (angewendet zur Behandlung von Epilepsie)

Carbamazepin (angewendet zur Behandlung von Epilepsie)

Rifampicin (angewendet zur Behandlung von Tuberkulose)

Tramadol (angewendet zur Linderung mäßiger bis mäßig starker Schmerzen)

Arzneimittel mit Wirkung auf das Herz (wie z. B. Haloperidol oder Methadon)

Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika)

Beta-Blocker (angewendet zur Behandlung von Herzproblemen, Augenproblemen,

Angstzuständen oder zur Vorbeugung von Migräne)

Krebsmedikamente (insbesondere Anthrazykline)

Arzneimittel zur Behandlung von Infektionen (Erythromycin, Ketoconazol)

Wenn ein Leberfunktionstest durchgeführt werden soll, während Sie

Ondansetron-ratiopharm

®

einnehmen, sorgen Sie bitte dafür, dass Ihr Arzt weiß, dass Sie dieses Arzneimittel einnehmen, da es

die Testergebnisse beeinflussen kann.

Schwangerschaft und Stillzeit

Sie sollten

Ondansetron-ratiopharm

®

nicht im ersten Trimenon der Schwangerschaft

einnehmen, denn

Ondansetron-ratiopharm

®

kann das Risiko, dass das Kind mit Lippenspalte

und/oder Gaumenspalte (Öffnungen oder Spalten in der Oberlippe und/oder im Gaumenbereich)

zur Welt kommt, leicht erhöhen. Wenn Sie bereits schwanger sind, glauben, schwanger zu sein,

oder planen, ein Kind zu bekommen, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker um Rat, bevor Sie

Ondansetron-ratiopharm

®

einnehmen. Wenn Sie eine Frau im gebärfähigen Alter sind, wird

Ihnen möglicherweise empfohlen, eine wirksame Verhütung anzuwenden.

Sie sollten nicht stillen, während Sie

Ondansetron-ratiopharm

®

einnehmen, da kleine Mengen

in die Muttermilch übergehen. Fragen Sie Ihren Arzt um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Ondansetron-ratiopharm

®

beeinträchtigt voraussichtlich weder Ihre Verkehrstüchtigkeit, noch Ihre

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

Ondansetron-ratiopharm

®

enthält Lactose.

Bitte nehmen Sie

Ondansetron-ratiopharm

®

daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn

Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

3.

Wie ist Ondansetron-ratiopharm

®

einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein.

Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die Tabletten sind im Ganzen mit etwas Wasser einzunehmen.

Die empfohlene Dosis beträgt:

Zur Behandlung gegen Übelkeit und Erbrechen infolge einer Chemotherapie und Radiotherapie

Erwachsene (einschließlich älterer Patienten)

8 mg sind 1 bis 2 Stunden vor der Chemotherapie oder Radiotherapie einzunehmen, gefolgt von 8 mg

nach 12 Stunden. 24 Stunden nach der Chemotherapie oder Radiotherapie können 8 mg zweimal

täglich für bis zu 5 Tage eingenommen werden.

Anwendung bei Kindern (über 6 Monate) und Jugendlichen

Ondansetron kann vor der Chemotherapie als Einzelinjektion in eine Vene über 15 Minuten

verabreicht werden, gefolgt von Tabletten, die zwei- oder dreimal täglich für bis zu 5 Tage nach der

Chemotherapie eingenommen werden können. Die Tablettendosis hängt von Ihrer Körpergröße ab und

wird von Ihrem Arzt errechnet.

Zur Vorbeugung gegen Übelkeit und Erbrechen nach einer Operation

Erwachsene (einschließlich älterer Patienten)

Eine Dosis von 16 mg kann eine Stunde vor der Anästhesie eingenommen werden.

Alternativ können eine Dosis von 8 mg eine Stunde vor der Anästhesie und zwei weitere Dosen von je

8 mg in Abständen von acht Stunden eingenommen werden.

Anwendung bei Kindern (über 1 Monat) und Jugendlichen

Es wird empfohlen, Ondansetron als intravenöse Injektion zu verabreichen.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Eine tägliche Gesamtdosis von 8 mg darf nicht überschritten werden.

Die Wirkung von

Ondansetron-ratiopharm

®

sollte innerhalb von ein bis zwei Stunden nach Einnahme

der Dosis einsetzen. Wenn Sie innerhalb einer Stunde nach Einnahme erbrechen, nehmen Sie eine

weitere Dosis ein. Ansonsten nehmen Sie die Tabletten weiter nach Vorschrift ein, nehmen Sie jedoch

nicht mehr als Ihr Arzt Ihnen empfohlen hat. Wenn es Ihnen weiterhin übel ist, informieren Sie Ihren

Arzt.

Wenn Sie eine größere Menge von Ondansetron-ratiopharm

®

eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie

oder Ihr Kind

versehentlich zu viel

Ondansetron-ratiopharm

®

eingenommen haben, setzen

Sie sich unverzüglich mit einem Arzt in Verbindung oder suchen Sie direkt ein Krankenhaus auf.

Nehmen Sie die Packung des Arzneimittels mit.

Eine Überdosierung kann vorübergehende Sehstörungen, schwere Verstopfung, Schwindel oder

Schwächegefühle verursachen.

Wenn Sie die Einnahme von Ondansetron-ratiopharm

®

vergessen haben

Wenn Sie die Einnahme der Tablette vergessen haben, und Übelkeit verspüren oder erbrechen,

nehmen Sie eine Tablette ein, sobald Sie sich erinnern und fahren dann mit der Einnahme wie zuvor

fort.

Wenn Sie die Einnahme der Tablette vergessen haben und Sie keine Übelkeit verspüren, warten Sie

mit der Einnahme bis zur nächsten Dosis wie verordnet. Nehmen Sie die verbleibenden Dosen zur

richtigen Zeit ein.

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Ondansetron-ratiopharm

®

abbrechen

Beenden Sie die Einnahme des Arzneimittels nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt, auch wenn Sie

sich besser fühlen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel

Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Wenn Folgendes passiert, nehmen Sie keine weiteren Tabletten ein und informieren Sie sofort Ihren

Arzt oder gehen Sie in die Notaufnahme des nächsten Krankenhauses:

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Anfälle

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

allergische Reaktion (Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen, Schwierigkeiten

beim Atmen oder Schlucken, Ekzem)

Kreislaufkollaps

Störungen des Herzrhythmus, die manchmal einen plötzlichen Bewusstseinsverlust verursachen

können.

Weitere Nebenwirkungen beinhalten:

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

Kopfschmerzen

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Wärmegefühl oder Hitzewallungen

Obstipation

Veränderungen der Ergebnisse von Leberfunktionstests (wenn Sie

Ondansetron-ratiopharm

®

zusammen mit einem Arzneimittel namens Cisplatin einnehmen; ansonsten tritt diese

Nebenwirkung nur gelegentlich auf)

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Schluckauf

niedriger Blutdruck, der Schwäche- oder Schwindelgefühle verursachen kann

Herzrhythmusstörungen oder Brustschmerzen

ungewöhnliche Körperbewegungen oder Zittern

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

Schwindelgefühle

verschwommenes Sehen

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

Sehstörungen oder vorübergehender Verlust der Sehfähigkeit; das Sehen ist normalerweise

innerhalb von 20 Minuten wieder normal.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Ondansetron-ratiopharm

®

aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton/Behältnis nach „Verwendbar bis“

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag

des angegebenen Monats.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Ondansetron-ratiopharm

®

Filmtabletten enthält

Der Wirkstoff ist: Ondansetronhydrochlorid-Dihydrat.

Jede Filmtablette

Ondansetron-ratiopharm

®

4 mg

enthält 4 mg Ondansetron als

Ondansetronhydrochlorid-Dihydrat.

Jede Filmtablette

Ondansetron-ratiopharm

®

8 mg

enthält 8 mg Ondansetron als

Ondansetronhydrochlorid-Dihydrat.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Tablettenkern:

Lactose-Monohydrat, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph.Eur.), Mikrokristalline

Cellulose, Vorverkleisterte Stärke (Mais), Magnesiumstearat (Ph.Eur.).

Filmüberzug:

Hypromellose, Titandioxid (E171), Macrogol (400 & 6000), Eisen(III)-hydroxid-oxid x H

(E172).

Wie Ondansetron-ratiopharm

®

Filmtabletten aussieht und Inhalt der Packung

Ondansetron-ratiopharm

®

4 mg Filmtabletten

Gelbe, längliche Filmtablette mit einseitiger Prägung „4“, die andere Seite ist glatt.

Ondansetron-ratiopharm

®

8 mg Filmtabletten

Gelbe, längliche Filmtablette mit einseitiger Prägung „8“ und Bruchkerbe auf der anderen Seite.

Ondansetron-ratiopharm

®

4 mg

ist in Packungen mit 6, 10 und 30 Filmtabletten erhältlich.

Ondansetron-ratiopharm

®

8 mg

ist in Packungen mit 6, 10 und 30 Filmtabletten erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

TEVA GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

Mitvertrieb

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

Hersteller

Pharmachemie B.V.

Swensweg 5

2031 GA Haarlem

Niederlande

Telefon: 00 31 23 5 147 147

Telefax: 00 31 23 5 312 879

oder:

TEVA Pharmaceutical Works Private Limited Company

Pallagi út 13

H-4042 Debrecen (Ungarn)

Telefon: 00 36 / 52 / 515 100

Telefax: 00 36 / 52 / 416 399

oder:

Merckle GmbH

Ludwig-Merckle-Straße 3

89143 Blaubeuren

Germany

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Deutschland:

Ondansetron-ratiopharm 4mg & 8mg Filmtabletten

Litauen:

Ondansetron-Teva 8mg Tabletes

Italien:

Ondansetron Teva 4mg & 8mg Compessa rivestita con film

Irland:

Ondansetron 4mg and 8mg Film-Coated Tablets

Niederlande:

Ondansetron 4 & 8 PCH, filmomhulde tabletten 4mg & 8mg

Schweden:

Ondansetron Teva 4mg & 8mg Filmdragerad tablet

Spanien:

Ondansetron TEVA 4mg & 8mg comprimidos recurbiertos con

pelicula EFG

Tschechische Republik:

Ondansetron-Teva 8mg

Vereinigtes Königreich:

Teva Ondansetron 4mg & 8mg Film-Coated Tablets

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im September 2019.

Versionscode: Z12

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Ondansetron-ratiopharm

®

4 mg Filmtabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Filmtablette enthält 4 mg Ondansetron als Ondansetronhydrochlorid-Dihydrat.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

Jede Filmtablette enthält 88,8 mg Lactose-Monohydrat.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Filmtablette

Gelbe, längliche Filmtablette mit einseitiger Prägung „4“, die andere Seite ist glatt.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Erwachsene

Ondansetron ist indiziert zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen als Folge einer zytotoxischen

Chemotherapie und Radiotherapie sowie zur Vorbeugung und Behandlung von postoperativer Übelkeit

und Erbrechen (PONV).

Kinder

Ondansetron ist indiziert zur Behandlung von Chemotherapie-induzierter Übelkeit und Erbrechen (CINV)

bei Kindern im Alter von ≥ 6 Monaten sowie zur Vorbeugung und Behandlung von postoperativer

Übelkeit und Erbrechen (PONV) bei Kindern ab einem Alter von 1 Monat.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

4.2.1 Übelkeit und Erbrechen infolge einer Chemotherapie und Radiotherapie (CINV und RINV)

Erwachsene

Das emetogene Potenzial einer Krebsbehandlung hängt von den Dosierungen und Kombinationsschemata

der durchgeführten Chemotherapie und Radiotherapie ab. Die Art der Anwendung und das

Dosierungsschema sollten in Abhängigkeit vom Schweregrad des Erbrechens bestimmt werden.

Emetogene Chemotherapie und Radiotherapie

Bei Patienten, die eine emetogene Chemotherapie oder Radiotherapie erhalten, kann Ondansetron

entweder oral oder intravenös verabreicht werden.

In der Regel werden den meisten Patienten, die eine emetogene Chemotherapie oder Radiotherapie

erhalten, 8 mg Ondansetron als langsame intravenöse Injektion oder als intravenöse Kurzzeit-Infusion

über einen Zeitraum von 15 Minuten direkt

vor der Behandlung

danach alle 12 Stunden 8 mg

oral

verabreicht.

Die empfohlene orale Dosierung beträgt: 8 mg 1–2 Stunden vor der Behandlung, gefolgt von 8 mg nach

12 Stunden.

Zum Schutz vor verzögerter oder länger andauernder Emesis nach den ersten 24 Stunden sollte die orale

Ondansetron-Gabe bis zu 5 Tage nach einem Behandlungszyklus fortgesetzt werden.

Die empfohlene orale Dosierung beträgt 8 mg zweimal täglich.

Hochemetogene Chemotherapie, z. B. hoch dosiertes Cisplatin

Bei Patienten, die eine hochemetogene Chemotherapie z. B. mit hoch dosiertem Cisplatin erhalten, kann

Ondansetron intravenös angewendet werden.

Die empfohlene orale Dosierung beträgt 24 mg, die zusammen mit oralem Dexamethason-

Natriumphosphat 12 mg eine bis zwei Stunden vor der Behandlung gegeben wird.

Zum Schutz vor verzögerter oder länger andauernder Emesis nach den ersten 24 Stunden sollte die orale

Ondansetron-Gabe bis zu 5 Tage nach einem Behandlungszyklus fortgesetzt werden.

Die empfohlene orale Dosierung beträgt 8 mg zweimal täglich.

Kinder und Jugendliche

Chemotherapie-induzierte Übelkeit und Erbrechen (CINV) bei Kindern im Alter von ≥ 6 Monaten und

Jugendlichen

Die Dosis bei CINV kann auf der Grundlage der Körperoberfläche oder des Körpergewichts errechnet

werden – siehe unten. In pädiatrischen klinischen Studien wurde Ondansetron in 25 bis 50 ml einer

Kochsalzlösung oder anderen geeigneten Infusionsflüssigkeit verdünnt (siehe Hinweise für den Gebrauch

und zur Handhabung) über mindestens 15 Minuten intravenös infundiert. Eine körpergewichtsbasierte

Dosierung führt zu höheren Gesamttagesdosen im Vergleich zu einer Dosierung auf der Grundlage der

Körperoberfläche (siehe Abschnitt 4.4).

Ondansetron zur Injektion sollte in einer 5%igen Dextrose- oder 0,9%igen Natriumchloridlösung oder

einer anderen geeigneten Infusionsflüssigkeit (siehe Hinweise für den Gebrauch und zur Handhabung)

verdünnt und über mindestens 15 Minuten intravenös infundiert werden.

Es liegen keine Daten aus kontrollierten klinischen Studien zur Verwendung von Ondansetron zur

Vorbeugung verzögerter oder verlängerter CINV vor. Es liegen keine Daten aus kontrollierten klinischen

Studien zur Verwendung von Ondansetron bei Radiotherapie-induzierter Übelkeit und Erbrechen bei

Kindern vor.

Dosierung nach Körperoberfläche

Ondansetron ist unmittelbar vor der Chemotherapie als Einzeldosis von 5 mg/m

intravenös zu

verabreichen. Die intravenöse Dosis darf 8 mg nicht überschreiten.

Die orale Gabe kann nach zwölf Stunden beginnen und für bis zu 5 Tage fortgeführt werden (siehe

Tabelle 1 unten).

Die Gesamttagesdosis darf die Erwachsenendosis von 32 mg nicht überschreiten.

Tabelle 1: Körperoberflächenbasierte Dosierung bei Chemotherapie – Kinder im Alter von ≥ 6 Monaten

und Jugendliche

Körperoberfläche

Tag 1

Tage 2-6

< 0,6 m

5 mg/m

i.v.

2 mg Sirup nach 12 Stunden

2 mg Sirup alle 12 Stunden

≥ 0,6 m

5 mg/m

i.v.

4 mg Sirup oder Tablette nach 12

Stunden

4 mg Sirup oder Tablette alle 12

Stunden

> 1,2 m

5 mg/m

i.v. oder 8 mg i.v. plus

8 mg Sirup oder Tablette nach

12 Stunden

8 mg Sirup oder Tablette alle

12 Stunden

Die intravenöse Dosis darf 8 mg nicht überschreiten.

Die Gesamttagesdosis darf die Erwachsenendosis von 32 mg nicht überschreiten.

Dosierung nach Körpergewicht

Eine körpergewichtsbasierte Dosierung führt zu höheren Gesamttagesdosen im Vergleich zu einer

Dosierung auf der Grundlage der Körperoberfläche (siehe Abschnitt 4.4)

Ondansetron ist unmittelbar vor der Chemotherapie als Einzeldosis von 0,15 mg/kg intravenös zu

verabreichen. Die intravenöse Dosis darf 8 mg nicht überschreiten.

Zwei weitere intravenöse Dosen können in Abständen von jeweils 4 Stunden verabreicht werden. Die

Gesamttagesdosis darf die Erwachsenendosis von 32 mg nicht überschreiten.

Die orale Gabe kann nach zwölf Stunden beginnen und für bis zu 5 Tage fortgeführt werden (siehe

Tabelle 2 unten).

Tabelle 2: Körpergewichtsbasierte Dosierung bei Chemotherapie – Kinder ab 6 Monaten und Jugendliche

Gewicht

Tag 1

Tage 2-6

≤ 10 kg

Bis zu 3 Dosen zu 0,15 mg/kg in

Abständen von je 4 Stunden

2 mg Sirup alle 12 Stunden

> 10 kg

Bis zu 3 Dosen zu 0,15 mg/kg in

Abständen von je 4 Stunden

4 mg Sirup oder Tablette alle 12

Stunden

Die intravenöse Dosis darf 8 mg nicht überschreiten.

Die Gesamttagesdosis darf die Erwachsenendosis von 32 mg nicht überschreiten.

Ältere Patienten

CINV und RINV

Ondansetron wird von Patienten über 65 Jahren gut vertragen. Eine Anpassung von Dosis,

Verabreichungshäufigkeit oder Art der Anwendung ist nicht erforderlich.

Siehe auch 4.2.3 „Besondere Patientengruppen“

4.2.2 Postoperative Übelkeit und Erbrechen (PONV)

Vorbeugung postoperativer Übelkeit und Erbrechen

Erwachsene

Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen in der postoperativen Phase: Ondansetron kann oral angewendet

oder intravenös injiziert werden.

Ondansetron kann als Einzeldosis von 4 mg als langsame intravenöse Injektion bei der Einleitung der

Narkose verabreicht werden.

Zur Vorbeugung von postoperativer Übelkeit und Erbrechen beträgt die empfohlene Dosierung 16 mg,

die 1 Stunde vor der Narkose verabreicht wird.

Alternativ 8 mg 1 Stunde vor der Narkose, gefolgt von 2 weiteren Dosen von jeweils 8 mg im Abstand

von 8 Stunden.

Behandlung von bestehender postoperativer Übelkeit und Erbrechen

Zur Behandlung von bestehender postoperativer Übelkeit und Erbrechen wird die Gabe einer Injektion

empfohlen.

Kinder und Jugendliche

Postoperative Übelkeit und Erbrechen bei Kindern ≥ 1 Monat und Jugendliche

Es wurden keine Studien zur Verwendung von oral verabreichtem Ondansetron zur Vorbeugung oder

Behandlung von PONV durchgeführt; zu diesem Zweck wird eine langsame intravenöse Injektion (über

mindestens 30 Sekunden) empfohlen.

Es gibt keine Daten zur Anwendung von Ondansetron in der Behandlung von postoperativer Übelkeit und

Erbrechen in Kindern unter 2 Jahren.

Ältere Patienten:

Erfahrungen mit der Anwendung von Ondansetron zur Vorbeugung und Behandlung der postoperativen

Übelkeit und Erbrechen bei älteren Patienten liegen nur in beschränktem Umfang vor. Jedoch wird

Ondansetron von Patienten über 65 Jahren, die eine Chemotherapie erhalten, gut vertragen.

Siehe auch 4.2.3 „Besondere Patientengruppen“

4.2.3 Besondere Patientengruppen

Eingeschränkte Nierenfunktion:

Eine Anpassung von Tagesdosis, Verabreichungshäufigkeit oder Art der Anwendung ist nicht

erforderlich.

Eingeschränkte Leberfunktion:

Bei Patienten mit mittlerer oder schwerer Einschränkung der Leberfunktion ist die Ondansetron-

Clearance erheblich vermindert und die Serumhalbwertszeit signifikant verlängert. Bei diesen Patienten

sollte eine tägliche Gesamtdosis von 8 mg nicht überschritten werden.

Patienten mit eingeschränktem Spartein/Debrisoquin-Metabolismus:

Die Eliminationshalbwertzeit von Ondansetron ist bei Personen mit eingeschränktem Spartein- und

Debrisoquin-Metabolismus unverändert. Infolgedessen unterscheidet sich der Substanzspiegel dieser

Patienten bei wiederholter Gabe von Ondansetron nicht von dem der Allgemeinbevölkerung. Eine

Anpassung von Tagesdosis oder Verabreichungshäufigkeit ist nicht erforderlich.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

4.3

Gegenanzeigen

Gleichzeitige Anwendung mit Apomorphin (siehe Abschnitt 4.5).

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere selektive 5-HT3-Rezeptor-Antagonisten (z. B.

Granisetron, Dolasetron) oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Überempfindlichkeitsreaktionen wurden bei Patienten beobachtet, die auch überempfindlich auf andere

selektive 5-HT

-Rezeptor-Antagonisten reagieren. Respiratorische Ereignisse sind symptomatisch zu

behandeln und vom Arzt mit besonderer Aufmerksamkeit zu betrachten, da es sich dabei um

Vorläufersymptome für Überempfindlichkeitsreaktionen handeln kann.

Ondansetron führt zu einer dosisabhängigen Verlängerung des QT-Intervalls. Darüber hinaus wurde nach

der Markteinführung von Fällen berichtet, bei denen Patienten bei der Anwendung von Ondansetron eine

Torsade de pointes erlitten. Die Anwendung von Ondansetron bei Patienten mit angeborenem Long-QT-

Syndrom ist zu vermeiden. Ondansetron sollte an Patienten, bei denen eine Verlängerung des QTc-

Intervalls vorliegt oder eine solche auftreten könnte, einschließlich Patienten mit Störungen des

Elektrolythaushalts, Herzinsuffizienz oder Bradyarrhythmien, sowie an Patienten, die andere Arzneimittel

einnehmen, die zu einer Verlängerung des QT-Intervalls oder Störungen des Elektrolythaushalts führen

können, mit Vorsicht verabreicht werden.

Eine Hypokaliämie und Hypomagnesiämie sollten vor der Verabreichung von Ondansetron korrigiert

werden.

Nach der Markteinführung wurde von Patienten mit Serotonin-Syndrom (einschließlich verändertem

Geisteszustand, autonomer Instabilität und neuromuskulären Anomalien) berichtet, das nach

gleichzeitiger Anwendung von Ondansetron mit anderen serotonergen Arzneimitteln (einschließlich

selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern [SSRI] und Serotonin-Noradrenalin-

Wiederaufnahmehemmern [SNRI]) auftrat. Wenn eine gleichzeitige Anwendung von Ondansetron mit

anderen serotonergen Arzneimitteln klinisch erforderlich ist, wird eine angemessene Beobachtung des

Patienten empfohlen.

Da bekannt ist, dass Ondansetron die Dauer der Dickdarmpassage verlängert, sollten Patienten mit

Anzeichen einer subakuten Darmobstruktion nach der Anwendung überwacht werden.

Bei Patienten mit Adenotonsillektomie kann eine Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen mit

Ondansetron okkulte Blutungen verschleiern. Daher sind solche Patienten nach der Gabe von

Ondansetron genau zu beobachten.

Patienten mit der seltenen hereditären Galaktoseintoleranz, Laktasemangel oder Glukose-Galaktose-

Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

Kinder und Jugendliche

Pädiatrische Patienten, die Ondansetron zusammen mit hepatotoxischen chemotherapeutischen

Wirkstoffen erhalten, sind sorgfältig auf eine eingeschränkte Leberfunktion hin zu überwachen.

Chemotherapie-induzierte Übelkeit und Erbrechen (CINV):

Wird die Dosis auf der Grundlage mg/kg berechnet und werden drei Dosen im Abstand von jeweils 4

Stunden verabreicht, so ist die Gesamttagesdosis höher als bei der Gabe einer Einzeldosis von 5 mg/m

gefolgt von einer oralen Dosis. Die vergleichbare Wirksamkeit dieser beiden unterschiedlichen

Dosierungsformen wurde in klinischen Studien bisher nicht untersucht. Studienübergreifende Vergleiche

lassen auf eine ähnliche Wirksamkeit beider Dosierungsformen schließen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Apomorphin

Aufgrund von Berichten über starken Blutdruckabfall und Bewusstseinsverlust bei Anwendung von

Ondansetron zusammen mit Apomorphinhydrochlorid ist die gleichzeitige Anwendung mit Apomorphin

kontraindiziert.

Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass Ondansetron den Metabolismus anderer Arzneimittel, die häufig

gleichzeitig angewendet werden, induziert oder hemmt. Spezielle Studien haben gezeigt, dass keine

Wechselwirkungen auftreten, wenn Ondansetron zusammen mit Alkohol, Temazepam, Furosemid,

Tramadol, Alfentanil, Morphin, Lignocain, Propofol und Thiopental verabreicht wird.

Ondansetron wird durch mehrere hepatische Cytochrom-P450-Isoenzyme metabolisiert: CYP3A4,

CYP2D6 und CYP1A2. Durch die Vielzahl der metabolischen Enzyme, die Ondansetron

verstoffwechseln können, kann eine Hemmung oder reduzierte Aktivität eines der Isoenzyme (z. B. bei

einem genetisch bedingten CYP2D6-Mangel) normalerweise von anderen Isoenzymen ausgeglichen

werden und sollte geringe oder keine signifikanten Veränderungen der totalen Clearance von Ondansetron

oder des Dosisbedarfs zur Folge haben.

Die Anwendung von Ondansetron zusammen mit Arzneimitteln, die das QT-Intervall verlängern, kann in

einer zusätzlichen Verlängerung des QT-Intervalls resultieren. Die gleichzeitige Anwendung von

Ondansetron mit kardiotoxischen Arzneimitteln (z. B. Anthrazyklinen wie Doxorubicin, Daunorubicin

oder Trastuzumab), Antibiotika (wie Erythromycin oder Ketoconazol), Antiarrhythmika (wie Amiodaron)

und Betablockern (wie Atenolol oder Timolol) kann das Risiko von Arrhythmien erhöhen (siehe

Abschnitt 4.4).

Nach der Markteinführung wurde von Patienten mit Serotonin-Syndrom (einschließlich verändertem

Geisteszustand, autonomer Instabilität und neuromuskulären Anomalien) berichtet, das nach

gleichzeitiger Anwendung von Ondansetron mit anderen serotonergen Arzneimitteln (einschließlich SSRI

und SNRI) auftrat (siehe Abschnitt 4.4).

Phenytoin, Carbamazepin und Rifampicin

Bei Patienten, die mit Arzneimitteln behandelt wurden, die die Enzymtätigkeit von CYP3A4 stark

induzieren (z. B. Phenytoin, Carbamazepin und Rifampicin) war die orale Clearance von Ondansetron

erhöht und die Ondansetron Blutkonzentration vermindert.

Tramadol

Daten aus kleineren Studien weisen darauf hin, dass Ondansetron die analgetische Wirkung von Tramadol

herabsetzen kann.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter

Frauen im gebärfähigen Alter sollten eine Schwangerschaftsverhütung in Erwägung ziehen.

Schwangerschaft

Ausgehend von der Erfahrung beim Menschen aus epidemiologischen Studien wird vermutet, dass

Ondansetron orofaziale Fehlbildungen verursacht, wenn es im ersten Trimenon der Schwangerschaft

verabreicht wird. In einer Kohortenstudie mit 1,8 Millionen Schwangeren war die Anwendung von

Ondansetron im ersten Trimenon mit einem erhöhten Risiko für Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten

verbunden (3 zusätzliche Fälle pro 10 000 behandelte Frauen; adjustiertes relatives Risiko, 1,24, (95 % CI

1,03-1,48)).

Die verfügbaren epidemiologischen Studien zu Herzfehlbildungen zeigen widersprüchliche Ergebnisse.

Tierversuche zeigen keine direkten oder indirekten schädlichen Auswirkungen in Bezug auf die

Reproduktionstoxizität.

Ondansetron sollte nicht während des ersten Trimenons der Schwangerschaft verwendet werden.

Stillzeit

Untersuchungen ergaben, dass Ondansetron in die Milch säugender Tiere übergeht. Es wird daher

empfohlen, dass Mütter, die Ondansetron erhalten, ihre Säuglinge nicht stillen.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

In psychomotorischen Tests führt Ondansetron weder zu einer Einschränkung der Leistung noch zu einer

Sedierung. Aufgrund der Pharmakologie von Ondansetron sind keine nachteiligen Auswirkungen auf

solche Aktivitäten zu erwarten.

4.8

Nebenwirkungen

Liste unerwünschter Reaktionen

Die Häufigkeit unerwünschter Ereignisse wird wie folgt bewertet: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100

bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100), selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000), sehr selten (<1/10.000;

einschließlich einzelner Meldungen), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten

nicht abschätzbar).

Sehr häufige, häufige und gelegentlich auftretende Ereignisse wurden allgemein aus Daten klinischer

Studien ermittelt. Die Inzidenz bei Placebogabe wurde berücksichtigt. Seltene und sehr seltene Ereignisse

wurden allgemein aus spontanen Daten aus der Post-Marketing-Phase ermittelt.

Die nachstehenden Häufigkeiten sind für die standardmäßig empfohlenen Dosierungen von Ondansetron

geschätzt worden. Die bei Kindern und Jugendlichen auftretenden unerwünschten Ereignisse waren mit

jenen vergleichbar, die bei Erwachsenen beobachtet wurden.

Erkrankungen des Immunsystems

Selten:

Sofortige Überempfindlichkeitsreaktionen, in manchen Fällen schwer, einschließlich

Anaphylaxie. Eine Anaphylaxie kann tödlich sein.

Überempfindlichkeitsreaktionen wurden auch bei Patienten beobachtet, die überempfindlich gegenüber

anderen selektiven 5-HT

-Rezeptor Antagonisten sind.

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig

Kopfschmerzen

Gelegentlich

Krampfanfälle, Bewegungsstörungen (einschließlich extrapyramidaler Reaktionen, wie z.

B. dystone Reaktionen, Crisis oculogyris und Dyskinesie)

Selten

Schwindel bei rascher intravenöser Verabreichung

Augenerkrankungen

Selten

Vorübergehende Sehstörungen (z. B. verschwommenes Sehen), vor allem während der

intravenösen Verabreichung

Sehr selten

Vorübergehende Blindheit vor allem nach der intravenösen Verabreichung

Herzerkrankungen

Gelegentlich

Brustschmerzen (mit oder ohne ST-Streckensenkung), Herzrhythmusstörungen,

Bradykardie

Selten

Verlängerung des QTc-Intervalls (einschließlich Torsade de pointes)

Gefäßerkrankungen

Häufig

Wärmegefühl, Hitzewallungen

Gelegentlich

Hypotonie

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Gelegentlich

Schluckauf

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig

Obstipation

Leber- und Gallenerkrankungen

Gelegentlich

Asymptomatische Erhöhungen der Leberfunktionswerte

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig

Lokale Reaktionen an der Injektionsstelle

Beobachtet ohne definitiven Nachweis bleibender klinischer Folgen.

Bei der Mehrzahl der gemeldeten Fälle bildete sich die Blindheit innerhalb von 20 Minuten wieder

zurück. Die meisten Patienten hatten Chemotherapeutika, einschließlich Cisplatin, erhalten. Einige Fälle

vorübergehender Blindheit waren kortikalen Ursprungs.

Diese Ereignisse wurden üblicherweise bei Patienten beobachtet, die eine Chemotherapie mit Cisplatin

erhielten.

Kinder und Jugendliche

Die bei Kindern und Jugendlichen auftretenden unerwünschten Ereignisse waren mit jenen vergleichbar,

die bei Erwachsenen beobachtet wurden.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome

Es liegen nur wenige Erfahrungen mit einer Überdosierung von Ondansetron vor. In der Mehrzahl der

Fälle traten ähnliche Symptome auf wie bei Patienten, die die empfohlene Dosis erhalten hatten (siehe

Abschnitt 4.8). Folgende Symptome wurden beobachtet: Sehstörungen, schwere Obstipation, Hypotonie

und eine vasovagale Episode mit vorübergehendem AV-Block 2. Grades. Ondansetron führt zu einer

dosisabhängigen Verlängerung des QT-Intervalls. Bei einer Überdosierung wird eine EKG-Überwachung

empfohlen.

Therapie

Es gibt kein spezifisches Antidot für Ondansetron, daher sollte bei Verdacht auf Überdosierung nach

Bedarf eine symptomatische und supportive Therapie eingeleitet werden.

Die Anwendung von Ipecacuanha zur Behandlung einer Überdosierung von Ondansetron wird nicht

empfohlen, da die Patienten aufgrund der antiemetischen Wirkung von Ondansetron mit großer

Wahrscheinlichkeit nicht darauf ansprechen.

Kinder und Jugendliche

Es wurden Fälle gemeldet, in denen Säuglinge und Kinder im Alter von 12 Monaten bis 2 Jahren

versehentlich Überdosen von Ondansetron geschluckt haben und bei denen die aufgetretenen Symptome

zu einem Serotonin-Syndrom passen (die geschätzte aufgenommene Menge überschritt 4 mg/kg).

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiemetika und Mittel gegen Übelkeit, Serotonin-5HT

-Antagonisten

ATC-Code: A04AA01

Pharmakodynamische Wirkungen

Ondansetron ist ein starker, hoch selektiver 5HT

-Rezeptorantagonist. Der exakte Wirkmechanismus bei

der Kontrolle von Übelkeit und Erbrechen ist nicht bekannt. Chemotherapeutika und Radiotherapie

können zur Freisetzung von 5HT im Dünndarm führen; dadurch wird über vagale Afferenzen unter

Vermittlung von 5HT

-Rezeptoren der Brechreflex ausgelöst. Ondansetron blockiert die Auslösung dieses

Reflexes. Die Aktivierung vagaler Afferenzen kann auch eine Freisetzung von 5HT im Bereich der Area

postrema am Boden des vierten Ventrikels verursachen; über einen zentralen Mechanismus fördert dies

ebenfalls die Emesis. Somit beruht die Wirkung von Ondansetron bei der Behandlung der durch

zytotoxische Chemotherapie und Radiotherapie induzierten Nausea und Emesis wahrscheinlich auf seiner

antagonistischen Wirkung an den 5HT

-Rezeptoren von Neuronen im peripheren und im zentralen

Nervensystem. Die Wirkmechanismen bei Übelkeit und Erbrechen in der postoperativen Phase sind nicht

bekannt; möglicherweise gibt es gemeinsame Reaktionsbahnen mit der zytotoxisch induzierten Form von

Übelkeit und Erbrechen.

In einer pharmako-psychologischen Studie an Probanden zeigte Ondansetron keinen sedativen Effekt.

Ondansetron hat keinen Einfluss auf die Prolaktinkonzentration im Plasma.

Die Anwendung von Ondansetron bei Opiat-induziertem Erbrechen ist bisher nicht etabliert.

Kinder und Jugendliche

Chemotherapie-induzierte Übelkeit und Erbrechen

Die Wirksamkeit von Ondansetron zur Kontrolle von Übelkeit und Erbrechen im Rahmen einer

Chemotherapie zur Krebsbehandlung wurde in einer doppelblinden randomisierten Studie an 415

Patienten im Alter von 1 bis 18 Jahren bewertet (S3AB3006). An den Tagen der Chemotherapie erhielten

die Patienten entweder Ondansetron 5 mg/m

intravenös + Ondansetron 4 mg oral nach 8-12 Stunden

oder Ondansetron 0,45 mg/kg intravenös + Placebo oral nach 8-12 Stunden. Nach der Chemotherapie

erhielten beide Gruppen 4 mg Ondansetron Sirup zweimal täglich für 3 Tage. Eine vollständige Kontrolle

der Emesis am schlimmsten Tag der Chemotherapie wurde bei 49 % (5 mg/m

intravenös + Ondansetron

4 mg oral) bzw. 41 % (0,45 mg/kg intravenös + Placebo oral) der Patienten erreicht. Nach der

Chemotherapie erhielten beide Gruppen 4 mg Ondansetron Sirup zweimal täglich für 3 Tage.

Eine doppelblinde, randomisierte, Placebo-kontrollierte Studie (S3AB4003) an 438 Patienten im Alter

von 1 bis 17 Jahren zeigte vollständige Kontrolle der Emesis am schlimmsten Tag der Chemotherapie bei:

73 % der Patienten, wenn Ondansetron intravenös in einer Dosierung von 5 mg/m

zusammen mit

2-4 mg Dexamethason oral verabreicht wurde;

71 % der Patienten, wenn Ondansetron als Sirup in einer Dosierung von 8 mg + 2-4 mg

Dexamethason oral an den Tagen der Chemotherapie verabreicht wurde.

Nach der Chemotherapie erhielten beide Gruppen 4 mg Ondansetron Sirup zweimal täglich für 2 Tage.

Die Wirksamkeit von Ondansetron wurde in einer offenen, nicht komparativen, einarmigen Studie

(S3A40320) an 75 Kindern im Alter von 6 bis 48 Monaten untersucht. Alle Kinder erhielten drei

intravenöse Dosen zu je 0,15 mg/kg Ondansetron, 30 Minuten vor Beginn der Chemotherapie und dann

vier und acht Stunden nach der ersten Dosis. Eine vollständige Kontrolle der Emesis wurde bei 56 % der

Patienten erreicht.

In einer weiteren offenen, nicht komparativen, einarmigen Studie (S3A239) wurde die Wirksamkeit einer

intravenösen Dosis von 0,15 mg/kg Ondansetron, gefolgt von zwei oralen Dosen zu je 4 mg Ondansetron

bei Kindern unter 12 Jahren und je 8 mg bei Kindern ab 12 Jahren (Gesamtzahl der Kinder n = 28)

bewertet. Eine vollständige Kontrolle der Emesis wurde bei 42 % der Patienten erreicht.

Postoperative Übelkeit und Erbrechen (PONV)

Die Wirksamkeit einer Einzeldosis Ondansetron zur Verhinderung postoperativer Übelkeit und Erbrechen

wurde in einer randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten Studie an 670 Kindern im Alter von

1 bis 24 Monaten (Alter nach Empfängnis ≥ 44 Wochen, Gewicht ≥ 3 kg) untersucht. Bei den

eingeschlossenen Patienten sollte eine Operation unter Vollnarkose durchgeführt werden, und die

Patienten wiesen einen ASA-Status ≤ III auf. Eine Einzeldosis Ondansetron von 0,1 mg/kg wurde

innerhalb von fünf Minuten nach Einleitung der Anästhesie verabreicht. Der Anteil der Patienten mit

mindestens einer emetischen Episode während der 24-stündigen Untersuchungsperiode (ITT) war bei den

Patienten, die Placebo erhielten, größer als bei jenen, die Ondansetron erhielten (28 % vs. 11 %, p <

0,0001).

Vier doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studien wurden an 1.469 männlichen und weiblichen Patienten

(im Alter von 2 bis 12 Jahren), die sich einer Vollnarkose unterziehen mussten, durchgeführt. Die

Patienten erhielten randomisiert entweder intravenöse Einzeldosen Ondansetron (0,1 mg/kg bei Kindern

mit bis zu 40 kg, 4 mg bei Kindern über 40 kg; n = 735) oder Placebo (n = 734). Das Studienmedikament

wurde über mindestens 30 Sekunden unmittelbar vor oder nach der Einleitung der Anästhesie verabreicht.

Ondansetron war bei der Verhinderung von Übelkeit und Erbrechen signifikant wirksamer als Placebo.

Die Ergebnisse dieser Studien sind in Tabelle 3 zusammengefasst.

Tabelle 3: Vorbeugung und Behandlung von PONV bei pädiatrischen Patienten – Therapieansprechen

über 24 Stunden

Studie

Endpunkt

Ondansetron %

Placebo %

p-Wert

S3A380

≤ 0,001

S3GT09

≤ 0,001

S3A381

≤ 0,001

S3GT11

Keine Übelkeit

0,004

S3GT11

Keine Emesis

0,004

CR = keine emetischen Episoden, Notfallmedikation oder Absetzen

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Nach oraler Anwendung wird Ondansetron passiv und vollständig aus dem Gastrointestinaltrakt

resorbiert. Es unterliegt einem First-pass-Metabolismus (die Bioverfügbarkeit beträgt etwa 60 %). Die

maximale Plasmakonzentration beträgt nach einer Dosis von 8 mg ca. 30 ng/ml und wird nach ungefähr

1,5 Stunden erreicht. Bei Dosen über 8 mg nimmt die systemische Exposition gegenüber dem Wirkstoff

überproportional zu; dies kann mit einem geringeren First-pass-Metabolismus bei höheren oralen Dosen

zusammenhängen. Die Bioverfügbarkeit nach oraler Anwendung wird durch Nahrungsaufnahme leicht

erhöht, durch Antazida dagegen nicht beeinflusst. Untersuchungen an gesunden älteren Probanden

ergaben einen leichten, aber klinisch irrelevanten altersbedingten Anstieg sowohl der oralen

Bioverfügbarkeit (65 %) als auch der Halbwertszeit (5 Stunden) von Ondansetron.

Verteilung

Geschlechtsspezifische Unterschiede von Ondansetron wurden nachgewiesen: bei Frauen sind Rate und

Ausmaß der Resorption nach oraler Anwendung größer, die systemische Clearance und das

Verteilungsvolumen (angepasst an das Körpergewicht) geringer.

Ondansetron verhält sich nach oraler, intramuskulärer (i.m.) und intravenöser (i.v.) Verabreichung

ähnlich: die terminale Halbwertszeit beträgt ca. 3 Stunden, das Steady-state-Verteilungsvolumen ca. 140

Liter. Die systemische Exposition ist nach intramuskulärer und intravenöser Anwendung von

Ondansetron gleich.

Eine intravenöse Infusion mit 4 mg Ondansetron, verabreicht über 5 Minuten, führt zu maximalen

Plasmakonzentrationen von ca. 65 ng/ml. Nach intramuskulärer Injektion von Ondansetron werden

innerhalb von 10 Minuten maximale Plasmakonzentrationen von ca. 25 ng/ml erzielt.

Ondansetron ist nicht stark proteingebunden (70–76 %). Ein direkter Zusammenhang zwischen

Plasmakonzentration und antiemetischem Effekt wurde nicht bewiesen.

Elimination

Aus dem systemischen Kreislauf wird Ondansetron vorwiegend durch Abbau in der Leber über

verschiedene enzymatische Abbauwege eliminiert. Weniger als 5 % der resorbierten Dosis werden

unverändert mit dem Urin ausgeschieden. Das Fehlen des Enzyms CYP2D6 (Debrisoquin-

Polymorphismus) hat keine Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von Ondansetron. Die

pharmakokinetischen Eigenschaften von Ondansetron sind nach wiederholter Verabreichung unverändert.

Besondere Patientenpopulationen

Kinder und Jugendliche (im Alter von 1 Monat bis 17 Jahren)

Bei pädiatrischen Patienten im Alter von 1 bis 4 Monaten (n = 19), die sich einer Operation unterziehen

mussten, erfolgte die nach Gewicht normalisierte Clearance um etwa 30 % langsamer als bei Patienten im

Alter von 5 bis 24 Monaten (n = 22), war jedoch mit der Clearance bei den Patienten zwischen 3 und 12

Jahren vergleichbar. Die Halbwertszeit in der Patientenpopulation im Alter von 1 bis 4 Monaten betrug

durchschnittlich 6,7 Stunden, verglichen mit 2,9 Stunden bei Patienten im Altersbereich 5 bis 24 Monate

und 3 bis 12 Jahre. Die Unterschiede in den pharmakokinetischen Parametern in der Patientenpopulation

im Alter von 1 bis 4 Monaten lassen sich teilweise durch den höheren Anteil an Wasser im Körper bei

Neugeborenen und Säuglingen und ein höheres Verteilungsvolumen für wasserlösliche Arzneimittel wie

Ondansetron erklären.

Bei pädiatrischen Patienten im Alter von 3 bis 12 Jahren, die sich einer Operation mit Vollnarkose

unterziehen mussten, waren die absoluten Werte sowohl für die Clearance als auch für das

Verteilungsvolumen von Ondansetron im Vergleich zu den Werten erwachsener Patienten niedriger.

Beide Parameter erhöhten sich linear mit dem Körpergewicht, und im Alter von 12 Jahren näherten sich

die Werte der Patienten den Werten junger Erwachsener an. Nach Normalisierung bezüglich

Körpergewicht waren die Werte für Clearance und Verteilungsvolumen zwischen den unterschiedlichen

Altersgruppen ähnlich. Die körpergewichtsbasierte Dosierung kompensiert die altersbezogenen

Unterschiede und normalisiert die systemische Exposition bei pädiatrischen Patienten.

In einer Studie mit 21 Kindern im Alter von 3 bis 12 Jahren, bei denen ausgewählte chirurgische Eingriffe

unter Vollnarkose durchgeführt wurden, waren die absoluten Werte für die Clearance und das

Verteilungsvolumen von Ondansetron nach einmaliger intravenöser Verabreichung von 2 mg (3–7-

Jährige) bzw. 4 mg (8–12-Jährige) reduziert. Das Ausmaß der Veränderung war altersabhängig mit einer

Abnahme der Clearance von ca. 300 ml/min bei Zwölfjährigen, auf 100 ml/min bei Dreijährigen. Das

Verteilungsvolumen sank von ca. 75 Litern bei Zwölfjährigen auf 17 Liter bei Dreijährigen. Die

Anwendung einer am Gewicht orientierten Dosierung (0,1 mg/kg Körpergewicht bis zu einer

Maximaldosis von 4 mg) gleicht diese Unterschiede aus und normalisiert die systemische Exposition bei

pädiatrischen Patienten.

Die populationsbezogene pharmakokinetische Analyse wurde an 428 Patienten (Krebspatienten, Patienten

vor Operation und gesunde Freiwillige) im Alter von 1 Monat bis 44 Jahren nach der intravenösen

Verabreichung von Ondansetron vorgenommen. Laut dieser Analyse war die systemische Exposition

(AUC) von Ondansetron nach oraler oder intravenöser Gabe bei Kindern und Jugendlichen vergleichbar

mit jener bei Erwachsenen, mit Ausnahme von Säuglingen im Alter von 1 bis 4 Monaten. Das Volumen

war altersbezogen und bei Erwachsenen niedriger als bei Säuglingen und Kindern. Die Clearance war

gewichtsbezogen, jedoch nicht altersbezogen, mit Ausnahme von Säuglingen im Alter von 1 bis 4

Monaten, oder zeigte einfach inhärente Variabilität aufgrund der geringen Anzahl an Patienten, die in

dieser Altersgruppe untersucht wurden. Da Patienten unter 6 Monaten nur eine Einzeldosis gegen

postoperative Übelkeit und Erbrechen erhalten, ist eine geringere Clearance wahrscheinlich nicht klinisch

relevant.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 15–60 ml/min) ist sowohl die

systemische Clearance als auch das Verteilungsvolumen nach intravenöser Verabreichung von

Ondansetron vermindert und die Eliminationshalbwertzeit infolgedessen geringfügig verlängert (auf 5,4

Stunden), was aber klinisch irrelevant ist. In einer Studie an Patienten mit stark eingeschränkter

Nierenfunktion, die einer regelmäßigen Hämodialyse bedurften, war die Pharmakokinetik von

Ondansetron nach intravenöser Verabreichung (bei Untersuchung zwischen den Dialyseterminen) im

Wesentlichen unverändert.

Ältere Patienten

Untersuchungen an gesunden älteren Probanden ergaben einen leichten altersbedingten Anstieg sowohl

der oralen Bioverfügbarkeit (65 %) als auch der Halbwertszeit (5 Stunden).

Eingeschränkte Leberfunktion

Nach oraler, intravenöser oder intramuskulärer Verabreichung an Patienten mit stark eingeschränkter

Leberfunktion ist die systemische Clearance von Ondansetron deutlich reduziert und die

Eliminationshalbwertszeit verlängert (15–32 Stunden). Die orale Bioverfügbarkeit erreicht infolge des

verminderten präsystemischen Metabolismus fast 100 %.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

5.3.1 Akute Toxizität

Die akute Toxizität von Ondansetron wurde bis zu nicht-letalen Maximaldosen an Ratten (100 mg/kg KG

oral und 15 mg/kg KG i.v.) und an Mäusen (10 mg/kg KG oral, 1 mg/kg KG i.v.) untersucht. Bei hohen

Dosierungen zeigten sich zentralnervöse Störungen in Form von Verhaltensänderungen. Diese waren der

dosislimitierende Faktor.

5.3.2 Toxizität nach wiederholten Dosen

Orale Verabreichung

Es wurden Untersuchungen an Ratten (bis zu 18 Monaten) und Hunden (bis zu 12 Monaten)

durchgeführt. Verhaltensänderungen traten nur bei höheren Dosierungen auf. Bei Ratten wurde eine

vorübergehende Erhöhung der Alanin-Aminotransferase ohne Anzeichen einer Hepatotoxizität

beobachtet. Eine beobachtete Bindung an Melanin- und bestimmte Elastin-haltige Gewebe hatte keine

toxikologische Bedeutung.

Intravenöse Verabreichung

Es wurden Studien an Ratten und Hunden durchgeführt. Wie nach oraler Gabe wurden vorübergehende

Verhaltensänderungen beobachtet. Bei hohen Dosen, wesentlich höher als die therapeutische Dosis beim

Menschen, wurde Tremor beobachtet (Ratte: 12 mg/kg KG; Hund: 6,75 mg/kg KG). Bei Ratten zeigte

sich ein vorübergehender, geringer Anstieg der Alanin-Aminotransferase. Bei Hunden wurden lokale

dosisabhängige Irritationen an der Injektionsstelle beobachtet, die jedoch nur bei der hohen Konzentration

von 6,75 mg/ml auftraten. Bei Konzentrationen, die in der Therapie des Menschen angewendet werden,

wurden keine Reizungen bei der Anwendung an Hunden beobachtet.

5.3.3 Reproduktionstoxizität

An Ratten und Kaninchen wurden Studien mit oraler und intravenöser Gabe durchgeführt. Die

Untersuchungen lieferten keine Hinweise auf eine teratogene Wirkung von Ondansetron. Ondansetron

gelangt in die Plazenta von Ratten und Kaninchen.

Unerwünschte Wirkungen auf die Fertilität und postnatale Entwicklung wurden nicht beobachtet.

Ondansetron und seine Metaboliten reichern sich in der Milch von Ratten an, das Milch/Plasma-

Verhältnis betrug 5,2.

5.3.4 Mutagenität

Ondansetron wurde einer umfangreichen Mutagenitätsprüfung unterzogen; es wurde kein mutagenes

Potential festgestellt.

5.3.5 Kanzerogenität

Studien, die während der gesamten Lebenszeit von Ratten (Maximaldosis 10 mg/kg KG) und Mäusen

(Maximaldosis 30 mg/kg KG) durchgeführt wurden, ergaben keine Hinweise auf eine erhöhte

Tumorinzidenz.

5.3.6 Weitere Studien

Ondansetron blockierte in mikromolaren Konzentrationen geklonte HERG-Kaliumkanäle des

menschlichen Herzens. Die klinische Relevanz dieses Ergebnisses ist unklar.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern:

Lactose-Monohydrat, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph.Eur.), Mikrokristalline Cellulose,

Vorverkleisterte Stärke (Mais), Magnesiumstearat (Ph.Eur.).

Filmüberzug:

Hypromellose, Titandioxid (E171), Macrogol 400, Macrogol 6000, Eisen(III)-hydroxid-oxid x H

(E172).

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Transparente oder weiß-opaque PVC/PVdC Aluminium Blisterpackungen.

Packungen mit 6, 10 und 30 Filmtabletten.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Keine besonderen Anforderungen für die Beseitigung.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu

beseitigen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

TEVA GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

Mitvertrieb:

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

61927.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 27. April 2005

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 10. Mai 2011

10.

STAND DER INFORMATION

September 2019

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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