Ondansetron Kabi 2mg/ml Injektionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Ondansetronhydrochlorid-Dihydrat
Verfügbar ab:
Fresenius Kabi Deutschland GmbH
ATC-Code:
A04AA01
INN (Internationale Bezeichnung):
Ondansetron Hydrochloride Dihydrate
Darreichungsform:
Injektionslösung
Zusammensetzung:
Ondansetronhydrochlorid-Dihydrat 2.5mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
59058.00.00

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Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Ondansetron Kabi 2 mg/ml Injektionslösung

Ondansetron

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Ondansetron Kabi und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Ondansetron Kabi beachten?

Wie ist Ondansetron Kabi anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Ondansetron Kabi aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was ist Ondansetron Kabi und wofür wird es angewendet?

Ondansetron Kabi gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die Antiemetika genannt werden, d. h.

Arzneimittel gegen Übelkeit und Erbrechen. Einige ärztliche Behandlungen mit Arzneimitteln zur

Behandlung von Krebs (Chemotherapie) oder Strahlentherapie können zu Übelkeit und Erbrechen

führen. Auch nach operativen Eingriffen können Übelkeit und Erbrechen auftreten. Ondansetron Kabi

kann helfen, diesen Beschwerden vorzubeugen oder sie zu stoppen.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Ondansetron Kabi beachten?

Ondansetron Kabi darf nicht angewendet werden,

wenn Sie überempfindlich gegen Ondansetron oder gegen andere selektive 5-HT

Rezeptorantagonisten (z. B. Granisetron, Dolasetron) oder gegen einen der in Abschnitt 6.

genannten sonstigen Bestandteile sind.

wenn Sie mit Apomorphin behandelt werden (Arzneimittel zur Behandlung der Parkinson-

Krankheit).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Apotheker oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Sie

Ondansetron Kabi anwenden,

wenn Sie allergisch reagiert haben gegen andere Arzneimittel gegen Übelkeit und Erbrechen,

wie Granisetron oder Palonosetron.

wenn Sie eine Blockade in Ihrem Darm haben oder unter schwerer Verstopfung leiden.

Ondansetron kann die Mobilität des unteren Darms behindern.

wenn Ihre Leber nicht richtig arbeitet.

wenn Ihnen operativ die Rachenmandeln entfernt wurden, die sich an der Rückseite der Kehle

befinden (adenotonsilläre Operation).

wenn Sie Herzprobleme haben oder jemals hatten, einschließlich unregelmäßigem Herzschlag

(Arrhythmien). Ondansetron verlängert dosisabhängig das QT-Intervall (d. h. eine im EKG

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sichtbare Verzögerung der Erregungsausbreitung im Herzmuskel mit der Gefahr

lebensbedrohlicher Herzrhythmusstörungen).

wenn Sie Probleme mit den Salzmengen in Ihrem Blut haben, wie z. B. Kalium, Natrium und

Magnesium.

Anwendung von Ondansetron Kabi zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal, wenn Sie andere

Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben

oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden, auch wenn es sich um nicht

verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Wenn Sie Tramadol (ein schmerzstillendes Arzneimittel) einnehmen/anwenden: Ondansetron kann die

schmerzstillende Wirkung von Tramadol vermindern.

Wenn Sie Phenytoin, Carbamazepin (Arzneimittel zur Behandlung der Epilepsie) oder Rifampicin (ein

Antibiotikum gegen Tuberkulose) einnehmen/anwenden: die Ondansetron-Konzentrationen im Blut

sind vermindert.

Wenn Sie kardiotoxische Arzneimittel (z. B. Anthracycline (zytostatisch wirkende Antibiotika wie

Doxorubicin, Daunorubicin) oder Trastuzumab, ein Krebsmedikament), Antibiotika (wie

Erythromycin), Antimykotika (wie Ketoconazol), Antiarrhythmika (wie Amiodaron) und Betablocker

(Arzneimittel, die die Herzfrequenz verringern wie Atenolol oder Timolol) einnehmen: Die

gleichzeitige Anwendung von Ondansetron zusammen mit QT-verlängernden Arzneimitteln kann zu

einer zusätzlichen QT-Verlängerung führen und kann das Risiko von Arrhythmien erhöhen.

Wenn Sie andere serotonerge Arzneimittel wie Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs)

und Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRIs) wie Sertraline oder Duloxetin (beides

sind Antidepressiva) einnehmen: Es gibt Fallberichte, die Patienten mit dem sogenannten Serotonin-

Syndrom (z. B. Hyperwachsamkeit und Erregung, erhöhte Herzfrequenz und erhöhter Blutdruck,

Zittern und überaktive Reflexe) beschreiben, nachdem gleichzeitig Ondansetron mit anderen

serotonergen Arzneimitteln angewendet wurde.

Wenn Sie Apomorphin einnehmen/anwenden (Arzneimittel zur Behandlung der Parkinson-Krankheit):

Apomorphin darf nicht zusammen mit Ondansetron verwendet werden, weil es Fallberichte über

starken Blutdruckabfall und Verlust des Bewusstseins gibt, wenn beide Arzneimittel zusammen

angewendet wurden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Sie sollten Ondansetron Kabi nicht im ersten Trimenon der Schwangerschaft einnehmen, denn

Ondansetron Kabi kann das Risiko, dass das Kind mit Lippenspalte und/oder Gaumenspalte

(Öffnungen oder Spalten in der Oberlippe und/oder im Gaumenbereich) zur Welt kommt, leicht

erhöhen. Wenn Sie bereits schwanger sind, glauben, schwanger zu sein, oder planen, ein Kind zu

bekommen, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker um Rat, bevor Sie Ondansetron Kabi einnehmen.

Wenn Sie eine Frau im gebärfähigen Alter sind, wird Ihnen möglicherweise empfohlen, eine wirksame

Verhütung anzuwenden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Ondansetron hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Ondansetron Kabi

Dieses Arzneimittel enthält 2,3 mmol (d. h. 53,5 mg) Natrium pro maximaler Tagesdosis. Bei

Patienten mit einer Natrium-kontrollierten Diät ist dies zu bedenken.

Wie ist Ondansetron Kabi anzuwenden?

Art der Anwendung

Ondansetron Kabi wird als intravenöse Injektion (in eine Vene) oder, nach Verdünnung, als

intravenöse Infusion (über einen längeren Zeitraum) verabreicht. Es wird üblicherweise von einem

Arzt oder einer Krankenschwester verabreicht.

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Dosierung

Erwachsene (jünger als 75 Jahre)

Ihr Arzt wird über die korrekte Dosierung der Ondansetron-Therapie für Sie entscheiden.

Die Dosierung ist abhängig von Ihrer medizinischen Behandlung (Chemotherapie oder Operation),

Ihrer Leberfunktion und ob das Arzneimittel als Injektion oder Infusion verabreicht wird.

Bei Chemotherapie oder Strahlentherapie beträgt die übliche Dosis für Erwachsene zwischen 8 und

32 mg täglich. Eine Einzeldosis darf 16 mg nicht überschreiten.

Zur Behandlung von postoperativer Übelkeit und Erbrechen wird üblicherweise eine Einzeldosis von

4 mg Ondansetron verabreicht. Zur Vorbeugung von postoperativer Übelkeit und postoperativem

Erbrechen wird üblicherweise eine Einzeldosis von 4 mg Ondansetron verabreicht.

Kinder älter als 6 Monate und Jugendliche

Bei Chemotherapie ist die übliche Dosis eine intravenöse Einzeldosis von 5 mg/m

Körperoberfläche

unmittelbar vor Beginn der Chemotherapie. Die intravenöse Dosis darf 8 mg nicht überschreiten.

Kinder älter als 1 Monat und Jugendliche

Zur Behandlung von postoperativer Übelkeit und postoperativem Erbrechen ist die übliche Dosis

0,1 mg/kg Körpergewicht. Die maximale Dosis sind 4 mg, die in eine Vene injiziert werden.

Zur Vorbeugung von postoperativer Übelkeit und postoperativem Erbrechen ist die übliche Dosis

0,1 mg/kg Körpergewicht. Die maximale Dosis sind 4 mg, die in eine Vene injiziert werden. Diese

wird unmittelbar vor der Operation verabreicht.

Dosisanpassung

Ältere Patienten

Bei Chemotherapie sollte die Anfangsdosis bei Patienten im Alter von 75 Jahren und darüber 8 mg

nicht überschreiten.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Bei Patienten mit Leberproblemen muss die Dosis an eine tägliche Gesamtdosis von 8 mg

Ondansetron angepasst werden.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion oder eingeschränktem Spartein-/Debrisoquin-

Metabolismus

Es ist keine Änderung der täglichen Dosis, der Dosierungshäufigkeit oder der Art der Anwendung

erforderlich.

Dauer der Anwendung

Ihr Arzt wird über die Dauer der Ondansetron-Therapie für Sie entscheiden.

Nach intravenöser Anwendung von Ondansetron Kabi kann die Behandlung für bis zu 5 Tage mit

Ondansetron-Tabletten oder Ondansetron-Zäpfchen fortgesetzt werden.

Wenn Sie eine größere Menge von Ondansetron Kabi angewendet haben, als Sie sollten

Derzeit liegen nur wenige Informationen zur Überdosierung mit Ondansetron vor. Eine Überdosierung

erhöht die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen, die in Abschnitt 4. beschrieben werden. Bei einer

begrenzten Anzahl Patienten wurden die folgenden Symptome nach Überdosierung beobachtet:

Sehstörungen, schwere Verstopfung, Blutdruckabfall, Unregelmäßigkeiten beim Herzrhythmus und

Bewusstlosigkeit. In allen Fällen verschwanden diese Symptome vollständig.

Ihr Arzt oder Ihre Krankenschwester wird Ihnen oder Ihrem Kind Ondansetron Kabi verabreichen, so

dass es unwahrscheinlich ist, dass Sie oder Ihr Kind zu viel erhalten. Wenn Sie glauben, dass Ihnen

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oder Ihrem Kind zu viel gegeben oder eine Gabe vergessen worden ist, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Ihre Krankenschwester.

Es gibt kein spezifisches Gegenmittel für Ondansetron. Daher sollten bei einer vermuteten

Überdosierung nur die Symptome behandelt werden.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt, wenn eines der aufgeführten Symptome auftritt.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann Ondansetron Kabi Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Sehr häufig

kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Häufig

kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlich

kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Selten

kann bis zu 1 von 1000 Behandelten betreffen

Sehr selten

kann bis zu 1 von 10000 Behandelten betreffen

Nicht

bekannt

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Sehr häufig:

Kopfschmerzen

Häufig:

Verstopfung

Hautrötung mit Hitzegefühl (Flushing) und Wärmegefühl

Überempfindlichkeitsreaktionen und Rötung im Bereich der Injektionsstelle

Gelegentlich:

Blutdruckabfall, der dazu führen kann, dass Sie sich schwach fühlen oder Schwindelgefühle

haben

Langsamer oder unregelmäßiger Herzschlag

Schmerzen im Brustraum

Anfälle

Unwillkürliche Bewegungen oder Zuckungen

Schluckauf

Beeinflussung der Leberfunktionswerte

Selten:

Schwindelgefühle im Kopf

Verschwommenes Sehen

Überempfindlichkeitsreaktionen wie juckender Hautausschlag, Anschwellen von Augenlidern,

Gesicht, Lippen, Mund und Zunge

Störungen im Herzrhythmus (was gelegentlich einen plötzlichen Verlust des Bewusstseins

verursachen kann)

Sehr selten:

Vorübergehende Erblindung (meistens innerhalb von 20 Minuten behoben)

Hautausschlag, z. B. rote Punkte oder Erhebungen unter der Haut (Nesseln) am ganzen

Körper, die sich in große Blasen umwandeln können

Kinder und Jugendliche

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Die bei Kindern und Jugendlichen beobachteten Nebenwirkungen waren vergleichbar mit denen bei

Erwachsenen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt über das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

Wie ist Ondansetron Kabi aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen Ondansetron Kabi

nach dem auf dem Behältnis und Umkarton angegebenen Verfalldatum

nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Die Ampullen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Ondansetron Kabi enthält

Der Wirkstoff ist: Ondansetron.

Jede Ampulle mit 2 ml enthält 4 mg Ondansetron.

Jede Ampulle mit 4 ml enthält 8 mg Ondansetron.

Jeder ml enthält 2 mg Ondansetron als Ondansetronhydrochlorid-Dihydrat.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Natriumchlorid, Natriumcitrat 2 H

O, Citronensäure-Monohydrat, Wasser für Injektionszwecke.

Wie Ondansetron Kabi aussieht und Inhalt der Packung

Ondansetron Kabi

ist eine klare und farblose Lösung in farblosen Glasampullen mit 2 ml oder 4 ml

Injektionslösung.

Packungsgrößen: 1, 5 und 10 Ampullen

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

Fresenius Kabi Deutschland GmbH

D-61346 Bad Homburg

Tel.: +49-6172-686-8200

Fax: +49-6172-686-8239

e-mail: Kundenberatung@fresenius-kabi.de

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Hersteller

Labesfal Laboratorios Almiro S.A.

Lagedo

P-3465-157 Santiago de Besterios

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) unter den

folgenden Bezeichnungen zugelassen:

BE: Ondansetron Fresenius Kabi 2 mg/ml Injektionslösung/oplossing voor injectie/ solution injectable

CZ: Ondansetron Kabi 2 mg/ml injekční roztok

DE: Ondansetron Kabi 2 mg/ml Injektionslösung

DK: Ondansetron Fresenius Kabi injektionsvæske, opløsning

EL: Ondansetron Kabi 2 mg/ml Evέσιµο διάλυµα

ES: Ondansetron Fresenius Kabi 2 mg/ml inyectable

FI: Ondansetron Fresenius Kabi 2 mg/ml injektioneste, liuos

HU: Ondansetron Kabi 2 mg/ml

oldatos injekció

IE: Ondansetron Kabi 2 mg/ml solution for injection

IT: Ondansetron Kabi 2 mg/ml, soluzione iniettabile

NL: Ondansetron Kabi 2 mg/ml oplossing voor injectie

NO: Ondansetron Fresenius Kabi 2 mg/ml injeksjonsvæske, oppløsning

PL: Ondansetron Kabi 2 mg/ml roztwór do wstrzykiwań

SE: Ondansetron Fresenius Kabi 2 mg/ml injektionsvätska, lösning

ONDANSETRON KABI

2 mg/ml injekčný roztok

UK: Ondansetron Kabi 2 mg/ml solution for injection

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im September 2019.

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Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Aufgrund des dosisabhängig steigenden Risikos einer QT-Verlängerung darf eine Einzeldosis 16 mg

nicht überschreiten (siehe Abschnitte 4.2, 4.4, 4.8 und 5.1 der Fachinformation).

Nur verwenden, wenn die Lösung klar und farblos ist.

Nur zur einmaligen Anwendung.

Nicht verwendete Lösung ist ebenso wie die Ampulle entsprechend den nationalen Anforderungen zu

entsorgen.

Zum sofortigen Gebrauch nach dem Öffnen der Ampulle.

Ondansetron Kabi kann mit folgenden Infusionslösungen verdünnt werden:

Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %) Infusionslösung

Glucose 50 mg/ml (5 %) Infusionslösung

Mannitol 100 mg/ml (10 %) Infusionslösung

Ringer-Lactat Infusionslösung

Die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Zubereitung wurde für 48 Stunden

bei 25 °C mit diesen Infusionslösungen nachgewiesen. Die Infusionslösung ist, sofern die

Kompatibilität nicht erwiesen ist, grundsätzlich getrennt zu applizieren.

Die verdünnten Lösungen sind vor Licht geschützt aufzubewahren.

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FACHINFORMATION/ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Ondansetron Kabi 2 mg/ml Injektionslösung

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 ml Injektionslösung enthält:

Ondansetronhydrochlorid-Dihydrat entsprechend 2 mg Ondansetron.

Jede Ampulle mit 2 ml enthält 4 mg Ondansetron.

Jede Ampulle mit 4 ml enthält 8 mg Ondansetron.

1 ml Injektionslösung enthält 3,34 mg Natrium in Form von Natriumcitrat 2 H

O und Natriumchlorid.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

DARREICHUNGSFORM

Injektionslösung.

Klare und farblose Lösung.

KLINISCHE ANGABEN

Anwendungsgebiete

Erwachsene:

Ondansetron Kabi ist indiziert zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen, die durch eine

zytotoxische Chemotherapie oder Strahlentherapie verursacht werden.

Ondansetron Kabi ist ebenfalls indiziert für die Prophylaxe und Behandlung von postoperativer

Übelkeit und Erbrechen (PONV).

Kinder und Jugendliche:

Ondansetron Kabi ist zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen, induziert durch Chemotherapie

(CINV), bei Kindern ab einem Alter von 6 Monaten angezeigt, sowie zur Prophylaxe und Therapie

von Übelkeit und Erbrechen nach Operationen (PONV) bei Kindern ab einem Alter von 1 Monat.

Dosierung und Art der Anwendung

Zur intravenösen Injektion oder nach Verdünnung zur intravenösen Infusion.

Für Hinweise zur Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.

Durch Chemotherapie und Strahlentherapie verursachte Übelkeit und Erbrechen (CINV und RINV)

Erwachsene

Das emetogene Potential einer Krebsbehandlung variiert je nach eingesetzter Dosis und Kombination

von Chemotherapie- und Strahlentherapieregimen. Wie nachfolgend erwähnt sollte die Art der

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Anwendung und Dosis von Ondansetron Kabi flexibel in einem Bereich zwischen 8 mg und 32 mg pro

Tag gewählt werden:

Emetogene Chemotherapie und Strahlentherapie

Erhalten Patienten eine emetogene Chemotherapie oder Strahlentherapie, kann Ondansetron entweder

intravenös oder oral angewendet werden.

Die empfohlene intravenöse Dosis von Ondansetron beträgt 8 mg, das als langsame intravenöse

Injektion über mindestens 30 Sekunden unmittelbar vor der Behandlung verabreicht wird.

Eine orale oder rektale Behandlung wird empfohlen, um verzögert auftretendem oder länger

anhaltendem Erbrechen nach den ersten 24 Stunden vorzubeugen.

Für die orale oder rektale Anwendung sind die Fachinformationen der Ondansetron-Tabletten bzw.

Ondansetron-Zäpfchen zu berücksichtigen.

Hoch emetogene Chemotherapie z. B. hochdosiertes Cisplatin

Ondansetron Kabi kann als intravenöse Injektion einer Einzeldosis von 8 mg unmittelbar vor der

Chemotherapie verabreicht werden.

Höhere Dosen als 8 mg bis zu 16 mg Ondansetron dürfen nur als intravenöse Infusion, verdünnt in 50

bis 100 ml einer Natriumchloridlösung oder einer anderen kompatiblen Infusionslösung über

mindestens 15 Minuten verabreicht werden. Aufgrund des dosisabhängig steigenden Risikos einer QT-

Verlängerung darf eine Einzeldosis 16 mg nicht überschreiten (siehe Abschnitte 4.4, 4.8 und 5.1).

Im Rahmen der hoch emetogenen Chemotherapie kann eine Dosis von 8 mg als langsame intravenöse

Injektion über mindestens 30 Sekunden verabreicht werden, gefolgt von zwei weiteren intravenösen

Dosen von 8 mg im Abstand von vier Stunden, oder eine durchgehende Infusion von

1 mg/Stunde über einen Zeitraum von bis zu 24 Stunden.

Die Wirksamkeit von Ondansetron Kabi bei einer hochemetogenen Chemotherapie kann durch die

zusätzliche Gabe einer intravenösen Einzeldosis von 20 mg Dexamethason-Natriumphosphat vor der

Chemotherapie erhöht werden.

Eine orale oder rektale Behandlung wird empfohlen, um verzögert auftretendem oder länger

anhaltendem Erbrechen nach den ersten 24 Stunden vorzubeugen.

Für die orale oder rektale Anwendung sind die Fachinformationen der Ondansetron-Tabletten bzw.

Ondansetron-Zäpfchen zu berücksichtigen.

Kinder und Jugendliche

CINV bei Kindern über 6 Monate und Jugendlichen

Die Dosierung bei Übelkeit und Erbrechen induziert durch Chemotherapie (CINV) kann bezogen auf

die Körperoberfläche oder das Körpergewicht berechnet werden (siehe unten). In klinischen Studien

mit Kindern wurde Ondansetron als intravenöse Infusion verabreicht. Das Arzneimittel wurde in 25

bis 50 ml Kochsalz- oder einer anderen geeigneten Infusionslösung verdünnt (siehe Abschnitt 6.6) und

über mindestens 15 Minuten infundiert.

Eine gewichtsbezogene Dosierung ergibt höhere tägliche Gesamtdosen als die oberflächenbezogene

Dosierung (siehe Abschnitt 4.4).

Ondansetron Kabi soll mit 5%iger Glucose-Lösung oder 0,9%iger Natriumchlorid-Lösung oder

anderen vergleichbaren Infusionslösungen verdünnt (siehe Abschnitt 6.6) und intravenös über

mindestens 15 Minuten infundiert werden.

Es liegen keine Daten aus kontrollierten klinischen Studien zur Anwendung von Ondansetron Kabi zur

Prävention von verzögerter oder prolongierter Chemotherapie-induzierter Übelkeit und Erbrechen vor.

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Es liegen keine Daten aus kontrollierten klinischen Studien

zur Anwendung von Ondansetron Kabi bei

Strahlentherapie-induzierter Übelkeit und Erbrechen bei Kindern vor.

Körperoberflächenbezogene Dosierung

Ondansetron Kabi sollte unmittelbar vor der Chemotherapie als eine intravenöse Einzeldosis von

5 mg/m

verabreicht werden. Eine intravenöse Dosis von 8 mg darf nicht überschritten werden. Eine

orale Behandlung kann 12 Stunden später beginnen und über maximal 5 Tage fortgeführt werden

(siehe Tabelle 1).

Die Gesamtdosis über 24 Stunden (verabreicht als abgeteilte Dosen) darf die Erwachsenen-Dosis von

32 mg nicht überschreiten.

Tabelle 1: Körperoberflächenbezogene Dosierung bei Chemotherapie-induzierter Übelkeit und

Erbrechen – Kinder ab 6 Monate und Jugendliche

Körperoberfläche

Tag 1

b, c

Tag 2-6

< 0,6 m

5 mg/m

i.v. plus 2 mg Sirup nach

12 Stunden

2 mg Sirup alle 12 Stunden

> 0,6 m

≤ 1,2 m

5 mg/m

i.v. plus 4 mg Sirup oder

Tablette nach 12 Stunden

4 mg Sirup oder Tablette alle 12 Stunden

> 1,2 m

5 mg/m

oder 8 mg i.v. plus 8 mg

Sirup oder Tablette nach 12

Stunden

8 mg Sirup oder Tablette alle 12 Stunden

Es stehen möglicherweise nicht alle Darreichungsformen zur Verfügung.

Die intravenöse Dosis darf 8 mg nicht überschreiten.

Die Gesamtdosis über 24 Stunden (verabreicht als abgeteilte Dosen) darf die Erwachsenen-Dosis von

32 mg nicht überschreiten.

Körpergewichtsbezogene Dosierung

Eine gewichtsbezogene Dosierung ergibt höhere tägliche Gesamtdosen als die oberflächenbezogene

Dosierung (siehe Abschnitt 4.4).

Ondansetron Kabi sollte unmittelbar vor der Chemotherapie als eine intravenöse Einzeldosis von

0,15 mg/kg verabreicht werden. Eine einzelne intravenöse Dosis darf 8 mg nicht überschreiten.

Zwei weitere intravenöse Dosen können im Abstand von jeweils 4 Stunden gegeben werden. Die

Gesamtdosis über 24 Stunden (verabreicht als abgeteilte Dosen) darf die Erwachsenen-Dosis von

32 mg nicht überschreiten.

Eine orale Behandlung kann 12 Stunden später beginnen und bis zu 5 Tage fortgesetzt werden (siehe

Tabelle 2).

Tabelle 2: Körpergewichtsbezogene Dosierung bei Chemotherapie-induzierter Übelkeit und Erbrechen

– Kinder ab 6 Monate und Jugendliche

Körpergewicht

Tag 1

b, c

Tag 2-6

≤ 10 kg

bis zu 3 Dosen von 0,15 mg/kg

i.v. alle 4 Stunden

2 mg Sirup alle 12 Stunden

> 10 kg

bis zu 3 Dosen von 0,15 mg/kg

i.v. alle 4 Stunden

4 mg Sirup oder Tablette alle 12 Stunden

Es stehen möglicherweise nicht alle Darreichungsformen zur Verfügung.

Die intravenöse Dosis darf 8 mg nicht überschreiten.

Die Gesamtdosis über 24 Stunden (verabreicht als abgeteilte Dosen) darf die Erwachsenen-Dosis von

32 mg nicht überschreiten.

Ältere Patienten

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Bei Patienten im Alter von 65 bis 74 Jahren kann das Dosierungsschema für Erwachsene angewendet

werden. Alle Dosierungen von intravenös verabreichtem Ondansetron sollten mit 50 bis 100 ml

physiologischer Kochsalzlösung oder einer anderen kompatiblen Infusionslösung verdünnt (siehe

Abschnitt 6.6) und über 15 Minuten infundiert werden.

Bei Patienten im Alter von 75 Jahren und darüber sollte die initiale intravenöse Dosis von

Ondansetron Kabi 8 mg nicht überschreiten. Alle Dosierungen von intravenös verabreichtem

Ondansetron sollten mit 50 bis 100 ml physiologischer Kochsalzlösung oder einer anderen

kompatiblen Infusionslösung verdünnt (siehe Abschnitt 6.6) und über 15 Minuten infundiert werden.

Nach der Anfangsdosis von 8 mg können zwei weitere intravenöse Dosierungen von 8 mg verabreicht

werden, die über 15 Minuten infundiert werden und im Abstand von mindestens vier Stunden erfolgen

(siehe Abschnitt 5.2).

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Es ist keine Änderung der täglichen Dosis, der Dosierungshäufigkeit oder der Art der Anwendung

erforderlich.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Bei Patienten mit mittlerer bis schwerer Einschränkung der Leberfunktion ist die Clearance von

Ondansetron Kabi signifikant vermindert und die Serumhalbwertszeit signifikant verlängert. Bei

diesen Patienten sollte eine tägliche Gesamtdosis von 8 mg nicht überschritten werden.

Patienten mit eingeschränktem Spartein-/Debrisoquin-Metabolismus

Bei Patienten, die als langsame Spartein- und Debrisoquin-Metabolisierer klassifiziert werden, ist die

Eliminationshalbwertzeit von Ondansetron nicht verändert.

Die bei diesen Patienten nach wiederholter Gabe erreichten Substanzspiegel werden sich daher nicht

von denjenigen unterscheiden, die bei der "allgemeinen" Bevölkerung erreicht werden. Eine Änderung

der täglichen Dosis oder der Dosierungshäufigkeit ist nicht erforderlich.

Postoperative Übelkeit und Erbrechen (PONV)

Prophylaxe von PONV

Erwachsene

Zur Prophylaxe von postoperativer Übelkeit und Erbrechen ist die empfohlene Dosis von Ondansetron

Kabi die Injektion einer Einzeldosis von 4 mg, die als langsame intravenöse Injektion über mindestens

30 Sekunden bei Narkoseeinleitung verabreicht wird.

Behandlung bei bestehender PONV

Zur Behandlung bei bestehender PONV wird eine Einzeldosis von 4 mg Ondansetron als langsame

intravenöse Injektion über mindestens 30 Sekunden empfohlen.

Kinder und Jugendliche

PONV bei Kindern ab 1 Monat und Jugendlichen

Zur Prophylaxe von PONV bei pädiatrischen Patienten, bei denen ein operativer Eingriff unter

Vollnarkose durchgeführt wird, kann Ondansetron Kabi als langsame intravenöse Injektion (über

mindestens 30 Sekunden) in einer Dosis von 0,1 mg/kg bis zu maximal 4 mg entweder vor, während

oder nach Narkoseeinleitung verabreicht werden.

Zur Behandlung von PONV nach Operationen unter Vollnarkose bei Kindern und Jugendlichen kann

Ondansetron Kabi als langsame intravenöse Injektion (über mindestens 30 Sekunden) als Einzeldosis

von 0,1 mg/kg bis zu maximal 4 mg verabreicht werden.

Es liegen keine Daten zur Anwendung von Ondansetron Kabi für die Behandlung von postoperativem

Erbrechen bei Kindern unter 2 Jahren vor.

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Ältere Patienten

Es liegen nur begrenzt Erfahrungen zur Anwendung von Ondansetron Kabi in der Prophylaxe und

Behandlung von PONV bei älteren Patienten vor. Allerdings wird Ondansetron von Patienten über 65

Jahren, die eine Chemotherapie erhalten, gut vertragen.

Spezielle Patientengruppen

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Es ist keine Änderung der täglichen Dosis, der Dosierungshäufigkeit oder der Art der Anwendung

erforderlich.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Bei Patienten mit mittlerer bis schwerer Einschränkung der Leberfunktion ist die Clearance von

Ondansetron Kabi signifikant vermindert und die Serumhalbwertszeit signifikant verlängert. Bei

diesen Patienten sollte eine tägliche Gesamtdosis von 8 mg (oral oder parenteral) nicht überschritten

werden.

Patienten mit eingeschränktem Spartein-/Debrisoquin-Metabolismus

Bei Patienten, die als langsame Spartein- und Debrisoquin-Metabolisierer klassifiziert werden, ist die

Eliminationshalbwertzeit von Ondansetron nicht verändert.

Die bei diesen Patienten nach wiederholter Gabe erreichten Substanzspiegel werden sich daher nicht

von denjenigen unterscheiden, die bei der "allgemeinen" Bevölkerung erreicht werden. Eine Änderung

der täglichen Dosis oder der Dosierungshäufigkeit ist nicht erforderlich.

Gegenanzeigen

Gleichzeitige Anwendung mit Apomorphin (siehe Abschnitt 4.5).

Überempfindlichkeit gegen einen der Bestandteile des Arzneimittels.

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Überempfindlichkeitsreaktionen wurden bei Patienten berichtet, die Überempfindlichkeit gegen andere

selektive 5-HT

-Rezeptor-Antagonisten gezeigt haben.

Atemstörungen sollten symptomatisch behandelt werden und Ärzte sollten auf sie als Vorläufer von

Überempfindlichkeitsreaktionen besonderes Augenmerk richten.

Ondansetron verlängert dosisabhängig das QT-Intervall (siehe Abschnitt 5.1). Darüber hinaus wurden

in der Post-Marketing-Spontanberichtserfassung Fälle von Torsades de Pointes berichtet bei Patienten,

die Ondansetron anwendeten. Die Anwendung von Ondansetron bei Patienten mit Long-QT-Syndrom

sollte vermieden werden. Ondansetron sollte mit Vorsicht angewendet werden bei Patienten, die eine

verlängerte QTc-Zeit aufweisen oder bei denen sich eine verlängerte QTc-Zeit entwickeln kann,

einschließlich Patienten mit Elektrolytstörungen, mit kongestiver Herzinsuffizienz, Bradyarrhythmie

oder Patienten, die andere Arzneimittel einnehmen, die eine Verlängerung des QT-Intervalls oder

Elektrolytstörungen hervorrufen.

Zustände mit Hypokaliämie und Hypomagnesiämie sollten vor der Verabreichung behoben sein.

Post-Marketing-Berichte beschreiben Patienten mit Serotoninsyndrom (einschließlich verändertem

geistigen Status, autonomer Instabilität und neuromuskulären Störungen) nach gleichzeitiger

Anwendung von Ondansetron und anderen serotonergenen Arzneimitteln wie Selektive Serotonin-

Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) und Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRIs). Ist

die gleichzeitige Anwendung von Ondansetron und anderen serotonergen Arzneimitteln klinisch

angezeigt, wird eine angemessene Beobachtung der Patienten empfohlen.

Seite 6 von 15

Da Ondansetron nachweislich die Dickdarmpassage verlängert, sollten Patienten mit subakuter

Darmobstruktion nach der Behandlung überwacht werden.

Bei Patienten mit adenotonsillärer Operation kann die Prophylaxe von Übelkeit und Erbrechen mit

Ondansetron okkulte Blutungen maskieren. Daher sollten solche Patienten nach der Anwendung von

Ondansetron sorgfältig überwacht werden.

Das Arzneimittel enthält 2,3 mmol (d. h. 53,5 mg) Natrium pro Dosiereinheit. Bei Patienten mit einer

Natrium-kontrollierten Diät ist dies zu berücksichtigen.

Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche, die Ondansetron zusammen mit hepatotoxischen Chemotherapeutika

erhalten, müssen im Hinblick auf Störungen der Leberfunktion engmaschig überwacht werden.

Übelkeit und Erbrechen induziert durch Chemotherapie (CINV)

Bei Berechnung der Dosierung bezogen auf mg/kg Körpergewicht und Gabe von 3 Dosen im Abstand

von jeweils 4 Stunden ergibt sich eine höhere tägliche Gesamtdosis als nach einer einzigen Gabe von

5 mg/m

, gefolgt von einer oralen Gabe. Vergleichende Untersuchungen der Wirksamkeit dieser

unterschiedlichen Dosisregime wurden in klinischen Studien nicht durchgeführt. Vergleiche der

Ergebnisse verschiedener Studien lassen auf ähnliche Wirksamkeit beider Regime schließen

(Abschnitt 5.1).

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es liegen keine Hinweise dafür vor, dass Ondansetron die Metabolisierung von anderen, häufig

gleichzeitig angewendeten Arzneimitteln induziert oder hemmt. Spezielle Untersuchungen haben

gezeigt, dass keine Wechselwirkungen auftreten, wenn Ondansetron zusammen mit Alkohol,

Temazepam, Furosemid, Alfentanil, Tramadol, Morphium, Lidocain, Thiopental oder Propofol

verabreicht wird.

Ondansetron wird durch mehrere hepatische Cytochrom-P450-Enzyme metabolisiert: CYP3A4,

CYP2D6 und CYP1A2. Aufgrund der Vielzahl von metabolisierenden Enzymen, die Ondansetron

verstoffwechseln können, wird eine Enzymhemmung oder verminderte Aktivität eines Enzyms (z. B.

genetischer CYP2D6-Mangel) normalerweise durch andere Enzyme kompensiert und führt zu keinen

signifikanten bzw. nur zu geringfügigen Änderungen hinsichtlich der Gesamt-Clearance von

Ondansetron oder des Dosisbedarfs.

Ondansetron sollte mit Vorsicht angewendet werden, wenn es zusammen mit Arzneimitteln

verabreicht wird, die eine Verlängerung des QT-Intervalls und/oder Elektrolytstörungen hervorrufen

(siehe Abschnitt 4.4).

Die gleichzeitige Anwendung von Ondansetron zusammen mit QT-verlängernden Arzneimitteln kann

zu einer zusätzlichen QT-Verlängerung führen. Die gleichzeitige Anwendung von Ondansetron mit

kardiotoxischen Arzneimitteln (z. B. Anthracycline wie Doxorubicin, Daunorubicin oder

Trastuzumab), Antibiotika (wie Erythromycin), Antimykotika (wie Ketoconazol), Antiarrhythmika

(wie Amiodaron) und Betablocker (wie Atenolol oder Timolol) kann das Risiko von Arrhythmien

erhöhen (siehe Abschnitt 4.4).

Post-Marketing-Berichte beschreiben Patienten mit Serotoninsyndrom (einschließlich verändertem

geistigen Status, autonomer Instabilität und neuromuskulären Störungen) nach gleichzeitiger

Anwendung von Ondansetron und anderen serotonergen Arzneimitteln wie Selektive Serotonin-

Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) und Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRIs)

(siehe Abschnitt 4.4).

Apomorphin

Seite 7 von 15

Auf der Basis von Berichten über starken Blutdruckabfall und Verlust des Bewusstseins, wenn

Ondansetron zusammen mit Apomorphinhydrochlorid angewendet wurde, ist die gleichzeitige

Anwendung mit Apomorphin kontraindiziert.

Phenytoin, Carbamazepin und Rifampicin

Bei Patienten, die mit potenten CYP3A4-Induktoren behandelt wurden (d. h. Phenytoin,

Carbamazepin und Rifampicin), war die orale Clearance von Ondansetron erhöht und die

Ondansetron-Konzentrationen im Blut vermindert.

Tramadol

Daten aus kleinen Studien weisen darauf hin, dass Ondansetron die analgetische Wirkung von

Tramadol vermindern kann.

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter

Frauen im gebärfähigen Alter sollten eine Schwangerschaftsverhütung in Erwägung ziehen.

Schwangerschaft

Ausgehend von der Erfahrung beim Menschen aus epidemiologischen Studien wird vermutet, dass

Ondansetron orofaziale Fehlbildungen verursacht, wenn es im ersten Trimenon der Schwangerschaft

verabreicht wird.

In einer Kohortenstudie mit 1,8 Millionen Schwangeren war die Anwendung von Ondansetron im

ersten Trimenon mit einem erhöhten Risiko für Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten verbunden (3

zusätzliche Fälle pro 10 000 behandelte Frauen; adjustiertes relatives Risiko, 1,24, (95 % CI 1,03-

1,48)).

Die verfügbaren epidemiologischen Studien zu Herzfehlbildungen zeigen widersprüchliche

Ergebnisse. Tierversuche zeigen keine direkten oder indirekten schädlichen Auswirkungen in Bezug

auf die Reproduktionstoxizität.

Ondansetron sollte nicht während des ersten Trimenons der Schwangerschaft verwendet werden.

Stillzeit

Untersuchungen haben gezeigt, dass Ondansetron in die Muttermilch von säugenden Tieren übergeht.

Daher wird für Mütter, die Ondansetron erhalten, das Stillen nicht empfohlen.

Fertilität

Es liegen keine Informationen über die Auswirkungen von Ondansetron auf die menschliche Fertilität

vor.

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Psychomotorische Untersuchungen haben gezeigt, dass Ondansetron die Leistungsfähigkeit nicht

beeinträchtigt und keine Sedierung hervorruft. Es sind keine negativen Wirkungen auf derartige

Aktivitäten aufgrund der Pharmakologie von Ondansetron zu erwarten.

Nebenwirkungen

In der nachstehenden Tabelle sind alle Nebenwirkungen nach Systemorganklassen und Häufigkeit

geordnet aufgeführt: sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100 bis < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1.000 bis <

1/100); selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000); sehr selten (< 1/10.000).

Sehr häufige, häufige und gelegentliche Ereignisse wurden im Allgemeinen aus klinischen

Studiendaten bestimmt. Die Häufigkeit bei Placebo wurde mit berücksichtigt. Seltene und sehr seltene

Ereignisse wurden im Allgemeinen aus spontanen Post-Marketing-Daten bestimmt.

Seite 8 von 15

Die folgenden Häufigkeiten werden bei den empfohlenen Standarddosen von Ondansetron in den

jeweiligen Indikationen und Darreichungsformen erwartet.

Das Nebenwirkungsprofil bei Kindern und Jugendlichen war vergleichbar mit dem bei Erwachsenen.

Sehr häufig

≥ 1/10

Häufig

≥ 1/100 bis <

1/10

Gelegentlich

≥ 1/1.000 bis < 1/100

Selten

≥ 1/10.000 bis < 1/1.000

Sehr selten

< 1/10.000

Erkrankungen des Immunsystems

Unmittelbare

Überempfindlichkeits-

reaktionen, mitunter von

schwerer Ausprägung,

einschließlich

Anaphylaxie

Erkrankungen des Nervensystems

Kopfschmerzen

Krämpfe,

Bewegungsstörungen

(einschließlich

extrapyramidale

Reaktionen, z. B.

dystonische

Reaktionen,

okulogyrische Krise

und Dyskinesien)

Schwindel bei rascher

intravenöser

Verabreichung

Augenerkrankungen

Vorübergehende

Sehstörungen (z. B.

verschwommene Sicht)

vor allem während der

intravenösen

Verabreichung

Vorüber-

gehende

Erblindung

vor allem

während der

intravenösen

Verab-

reichung

Herzerkrankungen

Arrhythmien,

Schmerzen im

Brustraum mit oder

ohne ST-

Streckensenkung,

Bradykardie

QTc-Verlängerung

(einschließlich Torsades

de Pointes)

Gefäßerkrankungen

Wärmegefühl

oder Flush

Hypotonie

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Schluckauf

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Obstipation

Leber- und Gallenerkrankungen

Asymptomatische

Anstiege der

Leberfunktionswerte

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Toxische

Haut-

eruptionen

Seite 9 von 15

(einschließ-

lich toxischer

epidermaler

Nekrolyse)

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Lokale

Reaktionen an

der Stelle der

intravenösen

Injektion –

insbesondere

wiederholter

Verabreichung

Anaphylaxie kann lebensbedrohlich sein. Überempfindlichkeitsreaktionen wurden auch bei Patienten

beobachtet, die diese Symptomatik unter Behandlung mit anderen 5HT

-Rezeptor-Antagonisten

zeigten.

Beobachtet ohne schlüssige Belege für persistierende klinische Folgeerscheinungen.

In der Mehrheit der berichteten Fälle klangen die Symptome innerhalb von 20 Minuten ab. Die

meisten Patienten hatten Chemotherapeutika einschließlich Cisplatin erhalten. In einigen Fällen wurde

die vorübergehende Erblindung als kortikal im Ursprung berichtet.

Diese Ereignisse wurden häufig bei Patienten, die eine Chemotherapie mit Cisplatin erhielten,

berichtet.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

Überdosierung

Symptome und Anzeichen

Derzeit ist wenig über eine Überdosierung mit Ondansetron bekannt. In der Mehrheit der Fälle waren

die Symptome vergleichbar mit denen, über die bereits bei Patienten, die die empfohlene Dosis

erhalten hatten, berichtet wurde (siehe Abschnitt 4.8). Zu den beobachteten Symptomen zählen

Sehstörungen, schwere Obstipation, Hypotonie und eine vasovagale Episode mit vorübergehendem

AV-Block 2. Grades.

Ondansetron verlängert dosisabhängig das QT-Intervall. Bei Überdosierung wird daher eine EKG-

Überwachung empfohlen.

Kinder und Jugendliche

Es wurden Fälle gemeldet, in denen Säuglinge und Kinder im Alter von 12 Monaten bis 2 Jahren

versehentlich Überdosen von Ondansetron geschluckt haben und bei denen die aufgetretenen

Symptome zu einem Serotonin-Syndrom passen (die geschätzte aufgenommene Menge überschritt

4 mg/kg).

Behandlung

Es gibt kein spezifisches Antidot für Ondansetron. Daher sollte in allen Fällen einer vermuteten

Überdosierung eine angemessene symptomatische und unterstützende Therapie erfolgen.

Der Gebrauch von Ipecacuanha zur Behandlung der Überdosierung wird nicht empfohlen, weil die

Patienten darauf wahrscheinlich aufgrund der anti-emetischen Wirkung von Ondansetron nicht

reagieren.

Seite 10 von 15

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiemetika und Mittel gegen Übelkeit; Serotonin-(5-HT

Antagonisten

ATC-Code: A04AA01

Ondansetron ist ein potenter, hochselektiver 5-HT

-Rezeptor-Antagonist.

Der genaue gegen Übelkeit und Erbrechen gerichtete Wirkmechanismus ist nicht bekannt.

Chemotherapeutika und Strahlentherapie können eine Freisetzung von 5-HT im Dünndarm

verursachen und durch die Aktivierung von vagalen Afferenzen über 5-HT

-Rezeptoren einen

Brechreflex auslösen. Ondansetron blockiert die Auslösung dieses Reflexes. Eine Aktivierung von

vagalen Afferenzen kann darüber hinaus eine Freisetzung von 5-HT am Boden des vierten Ventrikels

in der Area postrema verursachen, was über einen zentralen Mechanismus ebenfalls Erbrechen fördern

kann. Die Wirkung von Ondansetron bei der Behandlung von Übelkeit und Erbrechen, die durch

zytotoxische Chemotherapie und Strahlentherapie verursacht werden, beruht daher vermutlich auf

einem Antagonismus zu 5-HT

-Rezeptoren auf Neuronen, die sowohl im peripheren als auch zentralen

Nervensystem gelegen sind.

Der Wirkmechanismus bei postoperativer Übelkeit und postoperativem Erbrechen ist nicht bekannt, es

bestehen aber möglicherweise pathophysiologische Gemeinsamkeiten mit zytotoxisch induzierter

Übelkeit und zytotoxisch induziertem Erbrechen.

Ondansetron verändert die Prolaktinkonzentrationen im Plasma nicht.

Die Funktion von Ondansetron bei durch Opiate induziertem Erbrechen ist noch nicht geklärt.

Die Wirkung von Ondansetron auf das QT-Intervall wurde in einer doppelblinden, randomisierten

Placebo- und positiv (Moxifloxacin) kontrollierten, Crossover-Studie mit 58 gesunden erwachsenen

Männern und Frauen untersucht. Es wurden Dosen von 8 mg und 32 mg Ondansetron über 15 Minuten

intravenös infundiert. Bei der höchsten getesteten Dosis von 32 mg betrug die maximale mittlere

Änderung (Obergrenze des 90%-KI) des QTcF-Intervalls (Fridericia-Korrektur) gegenüber Placebo

nach Basiskorrektur 19,6 msec (21,5 msec). Bei der niedrigeren getesteten Dosis von 8 mg betrug die

maximale mittlere Änderung (Obergrenze des 90%-KI) des QTcF-Intervalls (Fridericia-Korrektur)

gegenüber Placebo nach Basiskorrektur 5,8 msec (7,8 msec). In dieser Studie wurden keine QTcF-

Intervalle von über 480 msec und keine Verlängerung des QTcF-Intervalls von über 60 msec

gemessen. Bei den mittels Elektrokardiogramm gemessenen PR- bzw. QRS-Intervallen traten keine

signifikanten Änderungen auf.

Kinder und Jugendliche

Übelkeit und Erbrechen induziert durch Chemotherapie (CINV)

Die Wirksamkeit von Ondansetron zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen induziert durch

Chemotherapie bei Krebs wurde in einer randomisierten Doppelblindstudie an 415 Patienten im Alter

von 1 bis 18 Jahren untersucht (S3AB3006). Am Tag der Chemotherapie erhielten die Patienten

entweder Ondansetron 5 mg/m

intravenös + Ondansetron 4 mg oral nach 8 – 12 Stunden oder

Ondansetron 0,45 mg/kg intravenös + Placebo oral nach 8 – 12 Stunden. Nach der Chemotherapie

erhielten beide Gruppen 4 mg Ondansetron als Sirup 2-mal täglich über 3 Tage. Das Erbrechen wurde

am schlimmsten Tag der Chemotherapie vollständig beherrscht bei 49 % (Ondansetron 5 mg/m

intravenös + Ondansetron 4 mg oral) bzw. bei 41 % (Ondansetron 0,45 mg/kg intravenös + Placebo

oral). Nach der Chemotherapie erhielten beide Gruppen 4 mg Ondansetron als Sirup 2-mal täglich

Seite 11 von 15

über 3 Tage. Es gab keinen Unterschied bei Häufigkeit und Art der Nebenwirkungen insgesamt bei

den beiden Behandlungsgruppen.

In einer placebokontrollierten randomisierten Doppelblindstudie (S3AB4003) an 438 Patienten im

Alter von 1 bis 17 Jahren wurde das Erbrechen am schlimmsten Tag der Chemotherapie vollständig

beherrscht:

bei 73 % der Patienten, wenn Ondansetron an den Tagen der Chemotherapie in einer Dosis

von 5 mg/m

zusammen mit 2 – 4 mg Dexamethason oral gegeben wurde.

bei 71 % der Patienten, wenn Ondansetron an den Tagen der Chemotherapie oral als Sirup in

einer Dosis von 8 mg zusammen mit 2 – 4 mg Dexamethason oral gegeben wurde.

Nach der Chemotherapie erhielten beide Gruppen 4 mg Ondansetron als Sirup 2-mal täglich über 2

Tage. Es gab keinen Unterschied bei Häufigkeit und Art der Nebenwirkungen insgesamt bei den

beiden Behandlungsgruppen.

Die Wirksamkeit von Ondansetron wurde bei 75 Kindern im Alter von 6 – 48 Monaten in einer

offenen nicht-vergleichenden einseitigen Studie untersucht (S3A40320). Alle Kinder erhielten

Ondansetron intravenös in drei Dosen à 0,15 mg/kg, verabreicht 30 Minuten vor Beginn der

Chemotherapie sowie 4 und 8 Stunden nach der ersten Dosis. Das Erbrechen wurde bei 56 % der

Patienten vollständig beherrscht.

In einer anderen offenen nicht-vergleichenden einseitigen Studie (S3A239) wurde die Wirksamkeit

einer Einzeldosis von 0,15 mg Ondansetron/kg, gefolgt von 2 oralen Ondansetrondosen von 4 mg bei

Kindern unter 12 Jahren bzw. 8 mg bei Kindern ab 12 Jahren untersucht. Das Erbrechen wurde bei

42 % der Patienten vollständig beherrscht.

Postoperative Übelkeit und Erbrechen (PONV)

Die Wirksamkeit einer einmaligen Ondansetrondosis zur Prophylaxe der postoperativen Übelkeit und

des postoperativen Erbrechens wurde in einer randomisierten placebokontrollierten Doppelblindstudie

an 670 Kindern im Alter von 1 – 24 Monaten (Alter ab Zeugung ≥ 44 Wochen, Gewicht ≥ 3 kg)

untersucht. Die in die Studie eingeschlossenen Patienten waren für Elektivoperationen unter

Allgemeinanästhesie vorgesehen und hatten einen ASA-Status von ≤ III. Eine einmalige Dosis von

0,1 mg Ondansetron/kg wurde innerhalb von 5 Minuten nach Narkoseeinleitung verabreicht. Der

Anteil an Patienten, bei denen mindestens einmal während des 24-stündigen Beobachtungszeitraums

(ITT) Erbrechen auftrat, war bei den Patienten unter Placebo höher als bei denen, die Ondansetron

erhielten (28 % vs. 11 %, p < 0,0001).

Vier placebokontrollierte Doppelblindstudien wurden an insgesamt 1469 männlichen und weiblichen

Patienten (Alter 2 – 12 Jahre) durchgeführt, die eine Allgemeinanästhesie erhielten. Die Patienten

wurden randomisiert einer Medikation mit Ondansetron als Einmalgabe (0,1 mg/kg für pädiatrische

Patienten von 40 kg Körpergewicht oder weniger, 4 mg für pädiatrische Patienten von mehr als 40 kg

Körpergewicht; Anzahl = 735) oder Placebogabe (Anzahl = 734) zugewiesen. Die Studienmedikation

wurde über mindestens 30 Sekunden unmittelbar vor oder nach Narkoseeinleitung verabreicht.

Ondansetron war signifikant wirksamer als Placebo in Bezug auf Prophylaxe von Übelkeit und

Erbrechen. Die Ergebnisse der Studien sind in Tabelle 3 zusammengefasst.

Tabelle 3: Prophylaxe und Therapie von PONV bei Kindern und Jugendlichen – Behandlungsergebnis

Studie

Endpunkt

Ondansetron %

Placebo %

p-Wert

S3A380

0.001

S3GT09

0.001

S3A381

0.001

S3GT11

keine Übelkeit

0.004

Seite 12 von 15

S3GT11

kein Erbrechen

0.004

CR = kein Erbrechen, keine Notfallbehandlung, kein Abbruch

Pharmakokinetische Eigenschaften

Die pharmakologischen Eigenschaften von Ondansetron bleiben nach wiederholter Verabreichung

unverändert. Eine direkte Korrelation zwischen Plasmakonzentration und antiemetischer Wirkung

wurde nicht nachgewiesen.

Resorption

Eine intravenöse Infusion von 4 mg Ondansetron über 5 Minuten führt zu

Plasmaspitzenkonzentrationen von etwa 65 ng/ml.

Verteilung

Die Disposition von Ondansetron ist nach oraler, intramuskulärer (i.m.) und intravenöser (i.v.)

Anwendung mit einem Steady-State-Verteilungsvolumen von etwa 140 l vergleichbar. Nach i.m.- und

i.v.-Verabreichung von Ondansetron wird eine vergleichbare systemische Exposition erreicht.

Ondansetron wird nicht in hohem Umfang an Proteine gebunden (70-76 %).

Biotransformation

Ondansetron wird aus dem systemischen Kreislauf vorwiegend durch eine Verstoffwechselung in der

Leber über mehrere enzymatische Wege entfernt. Das Fehlen des Enzyms CYP2D6 (Debrisoquin-

Polymorphismus) hat keine Auswirkungen auf die pharmakokinetischen Eigenschaften von

Ondansetron.

Elimination

Weniger als 5 % der resorbierten Dosis werden unverändert im Urin ausgeschieden. Die terminale

Halbwertszeit liegt bei etwa 3 Stunden.

Spezielle Patientengruppen

Geschlechtsabhängige Unterschiede

Geschlechtsabhängige Unterschiede zeigten sich bezüglich der Disposition von Ondansetron, wobei

Frauen nach oraler Verabreichung eine schnellere und ausgeprägtere Resorption und eine geringere

systemische Clearance sowie ein geringeres Verteilungsvolumen (angepasst nach Gewicht) aufweisen.

Kinder und Jugendliche (Alter 1 Monat bis 17 Jahre)

Bei pädiatrischen Patienten im Alter von 1 – 4 Monaten (n = 19), die Operationen unterzogen wurden,

war die gewichtsnormierte Clearance etwa 30 % niedriger als bei Patienten im Alter von 5 – 24

Monaten (n = 22), jedoch vergleichbar mit Werten bei Patienten im Alter von 3 – 12 Jahren. Die

Halbwertszeit bei den 1 – 4 Monate alten Patienten wurde mit durchschnittlich 6,7 Stunden

angegeben, im Vergleich dazu mit 2,9 Stunden bei den 5 – 24 Monate und 3 – 12 Jahre alten

Patienten. Die Unterschiede bei den pharmakokinetischen Parametern bei den 1 – 4 Monate alten

Patienten können zum Teil mit dem höheren Anteil des Gesamtkörperwassers bei Neugeborenen und

Säuglingen und dem somit größeren Verteilungsvolumen für wasserlösliche Arzneistoffe wie

Ondansetron erklärt werden.

Bei pädiatrischen Patienten im Alter von 3-12 Jahren, die sich einer geplanten Operation unter

Allgemeinanästhesie unterzogen, waren die absoluten Werte für Clearance und Verteilungsvolumen

von Ondansetron im Vergleich zu den Werten bei Erwachsenen vermindert. Beide Parameter nahmen

linear mit dem Körpergewicht zu und ab einem Alter von 12 Jahren näherten sie sich den Werten

junger Erwachsener. Nach Normalisierung der Werte auf das Körpergewicht waren die Werte für die

verschiedenen Altersgruppen ähnlich. Die Anwendung einer gewichtsbezogenen Dosierung

kompensiert diese Veränderungen und normalisiert die systemische Exposition bei pädiatrischen

Patienten.

Seite 13 von 15

Auf der Grundlage populationspharmakokinetischer Daten bei Studienpatienten im Alter von 1 Monat

bis 48 Monaten würde die Verabreichung von drei Einzeldosen von 0,15 mg/kg Ondansetron i.v. im

Abstand von 4 Stunden zu einer systemischen Exposition (AUC) führen, die vergleichbar ist mit der

im Rahmen einer Studie erzielten systemischen Exposition bei pädiatrischen Operationspatienten im

Alter von 5 bis 24 Monaten und mit der bei früheren Studien erzielten Exposition bei pädiatrischen

Krebspatienten (im Alter von 4 bis 18 Jahren) sowie Operationspatienten (im Alter von 3 bis 12

Jahren) nach Verabreichung ähnlicher Dosen.

Eine populationspharmakokinetische Analyse wurde mit 428 Studienteilnehmern (Krebspatienten,

chirurgische Patienten und gesunde Probanden) im Alter von 1 Monat bis 44 Jahren nach intravenöser

Ondansetrongabe durchgeführt. Dieser Analyse zufolge war die systemische Ondansetron-Exposition

(AUC) von Kindern und Jugendlichen nach oraler oder i.v. Gabe mit der bei Erwachsenen

vergleichbar, mit Ausnahme der 1 – 4 Monate alten Säuglinge. Das Verteilungsvolumen war

altersabhängig und bei Erwachsenen niedriger als bei Säuglingen und Kindern. Die Cleareance war

gewichts-, jedoch nicht altersabhängig mit Ausnahme der der 1 – 4 Monate alten Säuglinge. Es ist

schwierig zu entscheiden, ob bei 1 – 4 Monate alten Säuglingen die Clearance zusätzlich

altersabhängig vermindert ist oder ob dies auf Schwankungen innerhalb der Gruppe aufgrund der

geringen Anzahl untersuchter Patienten bzw. Probanden beruht. Da Patienten, die jünger als 6 Monate

sind, nur eine einmalige Dosis bei PONV erhalten, ist eine verminderte Clearance wahrscheinlich

klinisch nicht relevant.

Ältere Patienten

Frühe Phase I-Studien mit gesunden älteren Freiwilligen zeigten eine leichte altersabhängige

Abnahme der Clearance und einen Anstieg der Halbwertszeit von Ondansetron. Jedoch führte eine

hohe Schwankung innerhalb der Gruppe zu einer erheblichen Überlappung der pharmakokinetischen

Parameter zwischen jungen (< 65 Jahre alt) und älteren (≥ 65 Jahre alt) Probanden. Es gab in der

Summe keine Unterschiede in Sicherheit oder Wirksamkeit zwischen jüngeren und älteren

Krebspatienten in klinischen Prüfungen zu CINV, die das Ziel hatten, für ältere Patienten ein anderes

Dosierungsschema zu etablieren. Auf der Basis von neueren Modellen zur Plasmakonzentration von

Ondansetron und der Exposition-Response wird bei Patienten über 75 Jahren im Vergleich zu jungen

Erwachsenen ein größerer Effekt auf QTcF erwartet. Es gibt eine spezifische Dosierungsempfehlung

für Patienten über 65 Jahre und über 75 Jahre für die intravenöse Dosierung (siehe Abschnitt 4.2).

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 15-60 ml/min) sind nach i.v.-

Verabreichung von Ondansetron sowohl die systemische Clearance als auch das Verteilungsvolumen

vermindert, was einen leichten, jedoch klinisch unbedeutenden Anstieg der Eliminationshalbwertszeit

(5,4 Stunden) zur Folge hat. Eine Studie an Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion, die

sich einer regelmäßigen Hämodialyse unterziehen mussten (die Untersuchungen fanden zwischen den

Dialysen statt), ergab eine im Wesentlichen unveränderte Pharmakokinetik von Ondansetron nach i.v.-

Verabreichung.

Eingeschränkte Leberfunktion

Bei Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion ist die systemische Clearance von Ondansetron

deutlich vermindert, einhergehend mit einer verlängerten Eliminationshalbwertszeit (15-32 h).

Präklinische Daten zur Sicherheit

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, chronischen Toxizität,

Reproduktionstoxizität, Gentoxizität, und zum kanzerogenen Potential lassen die präklinischen Daten

keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.

Ondansetron und seine Metabolite werden bei Ratten in der Milch in einem Milch/Plasma-Verhältnis

von 5,2:1 angereichert.

Seite 14 von 15

Eine Untersuchung mit geklonten Ionenkanälen menschlicher Herzzellen hat gezeigt, dass

Ondansetron über die Fähigkeit verfügt, die kardiale Repolarisierung über eine Blockade der hERG-

Kaliumkanäle zu beeinflussen. Die klinische Bedeutung dieses Befundes ist unklar.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

Liste der sonstigen Bestandteile

Natriumchlorid, Natriumcitrat 2 H

O, Citronensäure-Monohydrat, Wasser für Injektionszwecke

Inkompatibilitäten

Die Injektion von Ondansetron Kabi darf nicht mit derselben Spritze oder Infusionslinie verabreicht

werden wie ein anderes Arzneimittel.

Ondansetron Kabi Injektionslöung darf nur mit den unter Abschnitt 6.6 empfohlenen

Infusionslösungen gemischt werden.

Dauer der Haltbarkeit

Ungeöffnet:

4 Jahre

Injektion:

Das Arzneimittel sollte unmittelbar nach dem Öffnen verwendet werden.

Infusion:

Die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Zubereitung wurde für 48 Stunden

bei 25 °C mit den in Abschnitt 6.6 genannten Infusionslösungen nachgewiesen.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Arzneimittel sofort angewendet werden.

Bei nicht sofortiger Anwendung liegt die Verantwortung für die Dauer und die Bedingungen der

Aufbewahrung bis zur Anwendung beim Anwender; die Aufbewahrungsdauer sollte normalerweise 24

Stunden bei 2 bis 8 °C nicht überschreiten, sofern die Verdünnung nicht unter kontrollierten und

aseptischen Bedingungen durchgeführt wurde.

Die verdünnten Lösungen sind vor Licht geschützt aufzubewahren.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Die Ampullen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Für die Lagerungsbedingungen des verdünnten Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.

Art und Inhalt des Behältnisses

Typ I klare Glasampullen

2 ml:

Packungsgrößen: 1, 5 und 10 Ampullen

4 ml:

Packungsgrößen: 1, 5 und 10 Ampullen

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Seite 15 von 15

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen

zu entsorgen.

Ondansetron Kabi 2 mg/ml Injektionslösung kann mit folgenden Infusionslösungen verdünnt werden:

Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %) Infusionslösung

Glucose 50 mg/ml (5 %) Infusionslösung

Mannitol 100 mg/ml (10 %) Infusionslösung

Ringer-Lactat Infusionslösung

Die verdünnten Lösungen sind vor Licht geschützt aufzubewahren.

Hinweis: Die Ampullen von Ondansetron Kabi Injektionslösung dürfen nicht autoklaviert werden.

INHABER DER ZULASSUNG

Fresenius Kabi Deutschland GmbH

D-61346 Bad Homburg

Tel.: +49-6172-686-8200

Fax: +49-6172-686-8239

E-Mail: Kundenberatung@fresenius-kabi.de

ZULASSUNGSNUMMER

59058.00.00

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 9. März 2005

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 10. Juni 2013

STAND DER INFORMATION

September 2019

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig.

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