Olanzapin-ratiopharm 2,5 mg Tabletten

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

24-02-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

30-11--0001

Wirkstoff:
OLANZAPIN
Verfügbar ab:
Teva B.V.
ATC-Code:
N05AH03
INN (Internationale Bezeichnung):
OLANZAPINE
Einheiten im Paket:
10 Stück (Blister), Laufzeit: 24 Monate,14 Stück (Blister), Laufzeit: 24 Monate,20 Stück (Blister), Laufzeit: 24 Monate,28 Stück
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur einmaligen Abgabe auf aerztliche Verschreibung
Therapiebereich:
Olanzapin
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
1-27309
Berechtigungsdatum:
2007-11-29

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Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Olanzapin-ratiopharm 2,5 mg Tabletten

Wirkstoff: Olanzapin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was sind Olanzapin-ratiopharm Tabletten und wofür werden sie angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Olanzapin-ratiopharm Tabletten beachten?

Wie sind Olanzapin-ratiopharm Tabletten einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie sind Olanzapin-ratiopharm Tabletten aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was sind Olanzapin-ratiopharm Tabletten und wofür werden sie angewendet?

Olanzapin-ratiopharm Tabletten enthalten als Wirkstoff Olanzapin. Olanzapin-ratiopharm Tabletten

gehören zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die Antipsychotika genannt werden und werden zur

Behandlung der folgenden Krankheitsbilder eingesetzt:

Schizophrenie, einer Krankheit mit Anzeichen wie Hören, Sehen oder Fühlen von Dingen, die

nicht wirklich da sind, irrigen Überzeugungen, ungewöhnlichem Misstrauen und Rückzug von

der Umwelt. Patienten mit dieser Krankheit können sich außerdem depressiv, ängstlich oder

angespannt fühlen.

mäßig schwere bis schwere manische Episoden, einem Zustand mit Anzeichen wie

Aufgeregtheit und Hochstimmung.

Es konnte gezeigt werden, dass Olanzapin-ratiopharm Tabletten dem Wiederauftreten dieser

Anzeichen bei Patienten mit bipolarer Störung, deren manische Episoden auf eine Olanzapin-

Behandlung angesprochen haben, vorbeugen.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Olanzapin-ratiopharm Tabletten beachten?

Olanzapin-ratiopharm Tabletten dürfen nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Olanzapin oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind. Eine allergische Reaktion kann sich als Hautausschlag,

Juckreiz, geschwollenes Gesicht, geschwollene Lippen oder Atemnot bemerkbar machen. Wenn

dies bei Ihnen aufgetreten ist, sagen Sie es bitte Ihrem Arzt.

wenn bei Ihnen früher Augenprobleme wie bestimmte Glaukomarten (erhöhter Druck im Auge)

festgestellt wurden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Olanzapin-ratiopharm Tabletten

einnehmen.

Bei älteren Patienten mit Demenz wird die Anwendung von Olanzapin-ratiopharm Tabletten

nicht empfohlen, da schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten können.

Arzneimittel dieser Art können ungewöhnliche Bewegungen, vor allem des Gesichts oder der

Zunge, auslösen. Falls dies nach der Einnahme von Olanzapin-ratiopharm Tabletten auftritt,

wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt.

Sehr selten können Arzneimittel dieser Art eine Kombination von Fieber, raschem Atmen,

Schwitzen, Muskelsteifheit und Benommenheit oder Schläfrigkeit hervorrufen. Wenn dies

eintritt, setzen Sie sich sofort mit Ihrem Arzt in Verbindung.

Bei Patienten, die Olanzapin-ratiopharm Tabletten einnehmen, wurde Gewichtszunahme

beobachtet. Sie und Ihr Arzt sollten Ihr Gewicht regelmäßig überprüfen. Wenden Sie sich bei

Bedarf an einen Ernährungsberater bzw. befolgen Sie einen Diätplan.

Bei Patienten, die Olanzapin-ratiopharm Tabletten einnehmen, wurden hohe

Blutzuckerspiegel und hohe Blutfettwerte (Triglyzeride und Cholesterin) beobachtet. Ihr Arzt

sollte Ihren Blutzucker- und bestimmte Blutfettspiegel überprüfen bevor Sie mit der Einnahme

von Olanzapin-ratiopharm Tabletten beginnen sowie regelmäßig während der Behandlung.

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie oder ein Verwandter schon einmal venöse Thrombosen

(Blutgerinnsel) hatten, denn derartige Arzneimittel werden mit dem Auftreten von

Blutgerinnseln in Verbindung gebracht.

Wenn Sie an einer der folgenden Krankheiten leiden, sagen Sie es bitte sobald wie möglich Ihrem

Arzt:

Schlaganfall oder Schlaganfall mit geringgradiger Schädigung (kurzzeitige Beschwerden eines

Schlaganfalls)

Parkinsonsche Erkrankung

Schwierigkeiten mit der Prostata

Darmverschluss (paralytischer Ileus)

Leber- oder Nierenerkrankung

Blutbildveränderungen

Herzerkrankung

Diabetes

Krampfanfälle

Salzmangel auf Grund von anhaltendem, schwerem Durchfall und Erbrechen oder Einnahme

von Diuretika (Wassertabletten)

Wenn Sie unter Demenz leiden, sollen Sie oder die für Ihre Pflege zuständige Person/Angehöriger

Ihrem Arzt mitteilen, ob Sie jemals einen Schlaganfall oder Schlaganfall mit geringgradiger

Schädigung hatten.

Falls Sie über 65 Jahre alt sind, sollten Sie als routinemäßige Vorsichtsmaßnahme von Ihrem Arzt den

Blutdruck überwachen lassen.

Kinder und Jugendliche

Olanzapin-ratiopharm Tabletten sind nicht geeignet für Patienten unter 18 Jahren.

Einnahme von Olanzapin-ratiopharm Tabletten zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere

Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Bitte nehmen Sie während der Behandlung mit Olanzapin-ratiopharm Tabletten andere Arzneimittel

nur dann ein, wenn Ihr Arzt es Ihnen erlaubt. Sie können sich benommen fühlen, wenn Sie Olanzapin-

ratiopharm Tabletten zusammen mit Antidepressiva oder Arzneimitteln gegen Angstzustände oder

zum Schlafen (Tranquilizer) nehmen.

Informieren Sie Ihren Arzt, insbesondere wenn Sie Folgendes einnehmen/anwenden:

Arzneimittel zur Behandlung der Parkinsonschen Erkrankung

Carbamazepin (ein Antiepileptikum und Stimmungsstabilisierer), Fluvoxamin (ein

Antidepressivum) oder Ciprofloxacin (ein Antibiotikum), da es notwendig sein kann, Ihre

Dosis von Olanzapin-ratioharm Tabletten zu ändern.

Einnahme von Olanzapin-ratiopharm Tabletten zusammen mit Alkohol

Trinken Sie keinen Alkohol, wenn Sie mit Olanzapin-ratiopharm Tabletten behandelt werden, da

beides zusammen dazu führen kann, dass Sie sich benommen fühlen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt um Rat.

Da Olanzapin in geringen Mengen in die Muttermilch ausgeschieden wird, sollten Sie unter einer

Behandlung mit Olanzapin-ratiopharm Tabletten nicht stillen.

Die folgenden Beschwerden können bei Neugeborenen auftreten, deren Mütter Olanzapin-ratiopharm

Tabletten im letzten Trimester (die letzten drei Monate der Schwangerschaft) eingenommen haben:

Zittern, Steifheit und/oder Schwäche der Muskeln, Schläfrigkeit, Ruhelosigkeit, Atemprobleme und

Schwierigkeiten beim Füttern. Wenn Ihr Baby eines dieser Anzeichen entwickelt, könnte es nötig sein,

einen Arzt zu kontaktieren.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und die Verkehrstüchtigkeit

beeinträchtigen.

Es besteht die Gefahr, dass Sie sich benommen fühlen, wenn Sie Olanzapin-ratiopharm Tabletten

einnehmen. Wenn dies eintritt, lenken Sie kein Fahrzeug und benutzen Sie keine Maschinen. Sagen

Sie es Ihrem Arzt.

Olanzapin-ratiopharm Tabletten enthalten Lactose

Bitte nehmen Sie dieses Arzneimittel erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt

ist, dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

Wie sind Olanzapin-ratiopharm Tabletten einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Ihr Arzt wird Ihnen sagen, wie viele Tabletten und wie lange Sie diese einnehmen sollen.

Die tägliche Dosis von Olanzapin beträgt zwischen 5mg und 20 mg. Falls Ihre Beschwerden wieder

auftreten, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Hören Sie jedoch nicht auf Olanzapin-ratiopharm Tabletten

einzunehmen, es sei denn Ihr Arzt sagt es Ihnen.

Sie sollten Ihre Tabletten einmal täglich nach den Anweisungen Ihres Arztes einnehmen.

Versuchen Sie, die Tabletten immer zur gleichen Tageszeit einzunehmen.

Es ist nicht wichtig, ob Sie diese mit oder ohne Nahrung einnehmen.

Die Tabletten sind zum Einnehmen.

Bitte schlucken Sie die Tabletten unzerkaut mit Wasser.

Wenn Sie eine größere Menge von Olanzapin-ratiopharm Tabletten eingenommen haben, als Sie

sollten

Patienten, die eine größere Menge Tabletten eingenommen haben als sie sollten, hatten folgende

Beschwerden: schneller Herzschlag, körperliche Unruhe/aggressives Verhalten, Sprachstörungen,

ungewöhnliche Bewegungen (besonders des Gesichts oder der Zunge) und

Bewusstseinsverminderungen. Andere Beschwerden können sein: plötzlich auftretende Verwirrtheit,

Krampfanfälle (Epilepsie), Koma, eine Kombination von Fieber, schnellerem Atmen, Schwitzen,

Muskelsteifigkeit und Benommenheit oder Schläfrigkeit, Verlangsamung der Atmung, Aspiration,

hoher oder niedriger Blutdruck, Herzrhythmusstörungen. Benachrichtigen Sie bitte sofort Ihren Arzt

oder ein Krankenhaus, wenn Sie eines der oben genannten Anzeichen haben. Zeigen Sie dem Arzt Ihre

Tablettenpackung.

Wenn Sie die Einnahme von Olanzapin-ratiopharm Tabletten vergessen haben

Nehmen Sie Ihre Tabletten sobald Sie sich daran erinnern. Nehmen Sie die verordnete Dosis nicht

zweimal an einem Tag.

Wenn Sie die Einnahme von Olanzapin-ratiopharm Tabletten abbrechen

Beenden Sie die Einnahme nicht, nur weil Sie sich besser fühlen. Es ist wichtig, dass Sie Olanzapin-

ratiopharm Tabletten so lange einnehmen, wie Ihr Arzt es Ihnen empfiehlt.

Wenn Sie plötzlich aufhören Olanzapin-ratiopharm Tabletten einzunehmen, können Beschwerden wie

Schwitzen, Schlaflosigkeit, Zittern, Angst oder Übelkeit und Erbrechen auftreten. Ihr Arzt kann Ihnen

vorschlagen, die Dosis schrittweise zu reduzieren, bevor Sie die Behandlung beenden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich Ihren Arzt

oder Apotheker.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Informieren Sie sofort Ihren Arzt, wenn Sie Folgendes haben:

ungewöhnliche Bewegungen (eine häufige Nebenwirkung, von der bis zu 1 von 10 Personen

betroffen sein können) insbesondere des Gesichts oder der Zunge.

Blutgerinnsel in den Venen (eine gelegentliche Nebenwirkung, von der bis zu 1 von 100

Personen betroffen sein können), vor allem in den Beinen (mit Schwellungen, Schmerzen und

Rötungen der Beine), die möglicherweise über die Blutbahn in die Lunge gelangen und dort

Brustschmerzen sowie Schwierigkeiten beim Atmen verursachen können. Wenn Sie eines

dieser Anzeichen bei sich beobachten, holen Sie bitte unverzüglich ärztlichen Rat ein:

Eine Kombination aus Fieber, schnellerer Atmung, Schwitzen, Muskelsteifheit,

Benommenheit oder Schläfrigkeit (die Häufigkeit dieser Nebenwirkung kann aus den

verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden).

Sehr häufige Nebenwirkungen (können mehr als 1 von 10 Personen betreffen)

Gewichtszunahme

Schläfrigkeit

Erhöhung der Prolaktinwerte im Blut

Zu Beginn der Behandlung, können sich einige Patienten schwindlig oder ohnmächtig fühlen (mit

einem langsamen Herzschlag), insbesondere beim Aufstehen aus liegender oder sitzender

Position. Dies vergeht üblicherweise von selbst, falls nicht, sagen Sie es bitte Ihrem Arzt.

Häufige Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 10 Personen betreffen)

Veränderungen der Werte einiger Blutzellen und Blutfette sowie zu Beginn der Behandlung

erhöhte Leberwerte

Erhöhung der Zuckerwerte im Blut und Urin

Erhöhung der Harnsäure- und Kreatininphosphokinasewerte (CK) im Blut

verstärktes Hungergefühl

Schwindel

Ruhelosigkeit

Zittern

ungewöhnliche Bewegungen (Dyskinesien

Verstopfung

Mundtrockenheit

Ausschlag

Schwäche

starke Müdigkeit

Wassereinlagerungen, die zu Schwellungen der Hände, Knöchel oder Füße führen

Fieber

Gelenksschmerzen

Sexuelle Funktionsstörungen wie verminderter Sexualtrieb bei Männern und Frauen oder

Erektionsstörungen bei Männern

Gelegentliche Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 100 Personen betreffen)

Überempfindlichkeit (z. B. Schwellung im Mund und Hals, Juckreiz, Ausschlag)

Entwicklung oder Verschlechterung einer Zuckerkrankheit, gelegentlich in Verbindung mit einer

Ketoacidose (Ketonkörper in Blut und Urin) oder Koma

Krampfanfälle, eher bei einem Anfallsleiden (Epilepsie) in der Vorgeschichte

Muskelsteifheit oder Muskelkrämpfe (einschließlich Blickkrämpfe)

Restless-Legs-Syndrom

Sprachstörungen, Stottern

langsamer Herzschlag

Empfindlichkeit gegen Sonnenlicht

Nasenbluten

geblähter Bauch

vermehrter Speichelfluss

Gedächtnisverlust oder Vergesslichkeit

Harninkontinenz, Unfähigkeit Wasser zu lassen

Haarausfall

Fehlen oder Abnahme der Regelblutungen

Veränderungen der Brustdrüse bei Männern und Frauen wie abnormale Bildung von Milch oder

Vergrößerung

Seltene Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 1000 Personen betreffen)

Erniedrigung der normalen Körpertemperatur

Herzrhythmusstörungen

plötzlicher ungeklärter Tod

Entzündung der Bauchspeicheldrüse, die schwere Magenschmerzen, Fieber und Übelkeit

verursacht

Lebererkrankungen mit Gelbfärbungen der Haut und der weißen Teile des Auges

Muskelerkrankung, die sich in Form von nicht erklärbaren Schmerzen zeigt

verlängerte und/oder schmerzhafte Erektion.

Sehr seltene Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 10.000 Personen betreffen)

schwere allergische Reaktionen wie Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen

Symptomen (DRESS). DRESS tritt zunächst mit grippeähnlichen Symptomen und Ausschlag im

Gesicht auf, gefolgt von großflächigem Ausschlag, hohem Fieber, vergrößerten Lymphknoten,

erhöhten Leberenzymwerten, die bei Blutuntersuchungen festgestellt werden, und einem Anstieg

bestimmter weißer Blutkörperchen (Eosinophilie).

Bei älteren Patienten mit Demenz kann es bei der Einnahme von Olanzapin-ratiopharm Tabletten zu

Schlaganfall, Lungenentzündung, Harninkontinenz, Stürzen, extremer Müdigkeit, optischen

Halluzinationen, Erhöhung der Körpertemperatur, Hautrötung und Schwierigkeiten beim Gehen

kommen. In dieser speziellen Patientengruppe wurden einige Todesfälle berichtet.

Bei Patienten mit Parkinson-Erkrankung können Olanzapin-ratiopharm Tabletten die Anzeichen

verschlechtern.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

Wie sind Olanzapin-ratiopharm Tabletten aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und den Blisterpackungen angegebenen

Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit und Licht zu schützen.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Olanzapin-ratiopharm Tabletten enthalten

Der Wirkstoff ist Olanzapin.

Jede Tablette enthält 2,5 mg Olanzapin.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Cellactose (bestehend aus Cellulosepulver und Lactose-Monohydrat), Vorverkleisterte Stärke

(Mais), Maisstärke, Hochdisperses wasserfreies Siliciumdioxid und Magnesiumstearat .

Wie Olanzapin-ratiopharm Tabletten aussehen und Inhalt der Packung

Die Tabletten sind rund, beidseitig leicht gewölbt, gelblich, eventuell mit einzelnen gelben Flecken,

mit einem Durchmesser von 5,5 mm.

Olanzapin-ratiopharm ist in Blisterpackungen mit 7, 10, 14, 20, 28, 30, 35, 56, 60, 70 und 98 Tabletten

erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

TEVA B.V.

Swensweg 5

2031 GA Haarlem

Niederlande

Tel.-Nr.: +43/1/97007-0

Fax-Nr.:+43/1/97007-66

e-mail: info@ratiopharm.at

Hersteller

Merckle GmbH

Ludwig-Merckle-Str. 3

89143 Blaubeuren

Deutschland

Krka, d.d., Novo mesto

Šmarješka cesta 6

8501 Novo mesto

Slowenien

Krka Polska Sp. z.o.o.

Ul. Równolegla 5

02-235 Warszawa

Polen

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Deutschland:

Olanzapin-ratiopharm 2,5 mg Tabletten

Finnland:

Olanzapin ratiopharm 2,5 mg tabletti

Österreich:

Olanzapin-ratiopharm 2,5 mg Tabletten

Portugal:

Olanzapina Deka

Z.Nr.:

1-27309

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Juli 2020.

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Olanzapin-ratiopharm 2,5 mg Tabletten

Olanzapin-ratiopharm 5 mg Tabletten

Olanzapin-ratiopharm 7,5 mg Tabletten

Olanzapin-ratiopharm 10 mg Tabletten

Olanzapin-ratiopharm 15 mg Tabletten

Olanzapin-ratiopharm 20 mg Tabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Olanzapin-ratiopharm 2,5 mg Tabletten

Jede Tablette enthält 2,5 mg Olanzapin.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Lactose 40,44 mg.

Olanzapin-ratiopharm 5 mg Tabletten

Jede Tablette enthält 5 mg Olanzapin.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Lactose 80,87 mg.

Olanzapin-ratiopharm 7,5 mg Tabletten

Jede Tablette enthält 7,5 mg Olanzapin.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Lactose 121,31 mg.

Olanzapin-ratiopharm 10 mg Tabletten

Jede Tablette enthält 10 mg Olanzapin.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Lactose 161,74 mg.

Olanzapin-ratiopharm 15 mg Tabletten

Jede Tablette enthält 15 mg Olanzapin.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Lactose 242,62 mg.

Olanzapin-ratiopharm 20 mg Tabletten

Jede Tablette enthält 20 mg Olanzapin.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Lactose 323,49 mg.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Tablette

Olanzapin-ratiopharm 2,5 mg Tabletten

Runde, leicht bikonvexe, gelbliche Tabletten, eventuell mit einzelnen gelben Flecken und einem

Durchmesser von 5,5 mm.

Olanzapin-ratiopharm 5 mg Tabletten

Runde, leicht bikonvexe, gelbliche Tabletten, eventuell mit einzelnen gelben Flecken, einem

Durchmesser von 7 mm und der Prägung „5“.

Olanzapin-ratiopharm 7,5 mg Tabletten

Runde, leicht bikonvexe, gelbliche Tabletten, eventuell mit einzelnen gelben Flecken, einem

Durchmesser von 8 mm und der Prägung „7.5“.

Olanzapin-ratiopharm 10 mg Tabletten

Runde, leicht bikonvexe, gelbliche Tabletten, eventuell mit einzelnen gelben Flecken, einem

Durchmesser von 9 mm und der Prägung „10“.

Olanzapin-ratiopharm 15 mg Tabletten

Runde, leicht bikonvexe, gelbliche Tabletten, eventuell mit einzelnen gelben Flecken, einem

Durchmesser von 11 mm und der Prägung „15“.

Olanzapin-ratiopharm 20 mg Tabletten

Runde, leicht bikonvexe, gelbliche Tabletten, eventuell mit einzelnen gelben Flecken, einem

Durchmesser von 12 mm und der Prägung „20“.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Erwachsene

Olanzapin ist für die Behandlung der Schizophrenie angezeigt.

Bei Patienten, die initial auf die Behandlung angesprochen haben, ist Olanzapin bei

fortgesetzter Behandlung zur Aufrechterhaltung der klinischen Besserung wirksam.

Olanzapin ist zur Behandlung von mäßig schweren bis schweren manischen Episoden

angezeigt.

Bei Patienten, deren manische Episode auf eine Behandlung mit Olanzapin angesprochen

hat, ist Olanzapin zur Phasenprophylaxe bei Patienten mit bipolarer Störung angezeigt (siehe

Abschnitt 5.1).

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Erwachsene

Schizophrenie

Die empfohlene Anfangsdosis für Olanzapin beträgt 10 mg/Tag.

Manische Episoden

Die Anfangsdosis beträgt bei einer Monotherapie 15 mg einmal täglich und 10 mg einmal

täglich bei einer Kombinationstherapie (siehe Abschnitt 5.1).

Phasenprophylaxe bei bipolaren Störungen

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 10 mg/Tag. Bei Patienten, die Olanzapin zur

Behandlung einer manischen Episode erhalten haben, sollte die Behandlung zur Vorbeugung

eines Rezidivs mit derselben Dosis fortgesetzt werden. Falls erneut eine manische, gemischte

oder depressive Episode auftritt, sollte die Olanzapin-Behandlung fortgesetzt werden (mit

Dosisoptimierung entsprechend den Erfordernissen) mit einer ergänzenden Therapie der

Stimmungssymptome, falls klinisch angezeigt.

Während der Behandlung einer Schizophrenie, einer manischen Episode und zur

Phasenprophylaxe bei bipolaren Störungen kann die Dosis anschließend innerhalb eines

Bereichs von 5-20 mg/Tag auf der Grundlage des individuellen klinischen Zustands angepasst

werden. Eine Erhöhung der Dosis über die empfohlene Anfangsdosis hinaus sollte nur nach

einer angemessenen erneuten klinischen Beurteilung und im Allgemeinen in Abständen von

nicht weniger als 24 Stunden erfolgen.

Olanzapin kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden, da die Resorption durch

die Nahrung nicht beeinflusst wird.

Bei einer Beendigung der Olanzapin-Behandlung sollte eine schrittweise Verminderung der

Dosis in Betracht gezogen werden.

Spezielle Bevölkerungsgruppen

Ältere Patienten

Eine niedrigere Anfangsdosis (5 mg/Tag) wird üblicherweise nicht notwendig sein, sollte

jedoch bei über 65-jährigen, wenn klinische Gründe dafür sprechen, in Betracht gezogen

werden (siehe Abschnitt 4.4).

Patienten mit Nieren- und/oder Leberinsuffizienz

Bei diesen Patienten sollte eine niedrigere Anfangsdosis (5 mg) in Betracht gezogen werden. In

Fällen von mittelgradiger Leberinsuffizienz (Zirrhose, Child-Pugh-Klasse A oder B) sollte die

Anfangsdosis 5 mg betragen und nur mit Vorsicht erhöht werden.

Raucher

Anfangsdosis und Dosierungsbereich müssen üblicherweise bei Nichtrauchern im Vergleich zu

Rauchern nicht verändert werden. Die Olanzapin-Metabolisierung kann durch Rauchen

beschleunigt werden. Eine klinische Überwachung wird empfohlen und eine Erhöhung der

Olanzapin-Dosis könnte, wenn nötig, in Betracht gezogen werden (siehe Abschnitt 4.5).

Liegt mehr als ein Faktor vor, der den Metabolismus verlangsamen kann (weibliches

Geschlecht, höheres Alter, Nichtraucher), muss überlegt werden, die Behandlung mit einer

niedrigeren Dosis zu beginnen. Eine Dosiserhöhung muss, falls erforderlich, bei diesen

Patienten vorsichtig durchgeführt werden.

(Siehe Abschnitte 4.5 und 5.2)

Kinder und Jugendliche

Olanzapin wird für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren aufgrund des

Fehlens von Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit nicht empfohlen. Bei jugendlichen Patienten

wurde in Kurzzeitstudien ein größeres Ausmaß von Gewichtszunahme, Lipid- und

Prolaktinveränderungen berichtet als in Studien bei erwachsenen Patienten (siehe Abschnitte

4.4, 4.8, 5.1 und 5.2).

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten

sonstigen Bestandteile.

Patienten mit bekanntem Risiko eines Engwinkelglaukoms.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Während der Behandlung mit einem Antipsychotikum kann es mehrere Tage bis zu einigen

Wochen dauern, bis sich der klinische Zustand des Patienten bessert. Die Patienten sollten daher

während dieser Zeit engmaschig überwacht werden.

Demenz assoziierte Psychosen und/oder Verhaltensstörungen

Olanzapin wird für die Anwendung bei Patienten mit Demenz-assoziierten Psychosen und/oder

Verhaltensstörungen nicht empfohlen, da die Mortalität und das Risiko eines zerebrovaskulären

Zwischenfalls erhöht sind.. In Placebo-kontrollierten Studien (über 6-12 Wochen) bei älteren

Patienten (Durchschnittsalter 78 Jahre) mit Psychosen und/oder Verhaltensstörungen im

Rahmen einer Demenz kam es bei mit Olanzapin behandelten Patienten im Vergleich zu mit

Placebo behandelten Patienten zu einer Zunahme der Häufigkeit von Todesfällen um das 2-

fache (3,5 % bzw. 1,5 %). Die höhere Inzidenz von Todesfällen war nicht von der Olanzapin-

Dosis (durchschnittliche tägliche Dosis 4,4 mg) oder der Dauer der Behandlung abhängig.

Risikofaktoren für eine höhere Sterblichkeit in dieser Patientengruppe können Alter > 65 Jahre,

Dysphagie, Sedierung, Mangelernährung und Dehydrierung, Erkrankungen der Lunge (z. B.

Pneumonie mit oder ohne Aspiration) oder die gleichzeitige Anwendung von Benzodiazepinen

sein. Bei mit Olanzapin behandelten Patienten war die Inzidenz für Todesfälle unabhängig von

diesen Risikofaktoren höher als bei mit Placebo behandelten Patienten.

In denselben klinischen Prüfungen wurden unerwünschte zerebrovaskuläre Ereignisse (z. B.

Schlaganfall, transitorische ischämische Attacken), einschließlich solcher mit tödlichem

Verlauf, berichtet. Bei mit Olanzapin behandelten Patienten traten zerebrovaskuläre Ereignisse

3-mal häufiger auf als bei mit Placebo behandelten Patienten (1,3 % bzw. 0,4 %). Bei allen mit

Olanzapin oder Placebo behandelten Patienten, bei denen es zu einem zerebrovaskulären

Ereignis kam, bestanden bereits vor der Behandlung Risikofaktoren. Als Risikofaktoren für ein

zerebrovaskuläres Ereignis im Zusammenhang mit einer Olanzapin-Behandlung wurden ein

Alter > 75 Jahre und eine Demenz vaskulärer oder gemischter Ursache identifiziert. Die

Wirksamkeit von Olanzapin wurde in diesen Studien nicht belegt.

Parkinson-Erkrankung

Die Anwendung von Olanzapin wird zur Behandlung von durch Arzneimittel mit dopaminerger

Wirkung ausgelöste Psychosen bei Patienten mit Parkinson-Erkrankung nicht empfohlen. In

klinischen Prüfungen wurden sehr häufig und häufiger als unter Placebo eine Verschlechterung

der Parkinson-Symptome und Halluzinationen berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Olanzapin war

dabei in der Behandlung der psychotischen Symptome nicht wirksamer als Placebo. In diesen

Prüfungen war vorausgesetzt, dass der Zustand der Patienten zu Beginn mit der niedrigsten

wirksamen Dosis von Antiparkinson-Arzneimitteln (Dopaminagonist) stabil ist und die

Patienten während der gesamten Studie mit den gleichen Dosierungen der gleichen

Antiparkinson-Arzneimittel behandelt werden. Die Olanzapin-Behandlung wurde mit 2,5

mg/Tag begonnen und entsprechend der Beurteilung des Prüfarztes auf höchstens 15 mg/Tag

titriert.

Malignes neuroleptisches Syndrom (MNS)

MNS ist ein potenziell lebensbedrohlicher Zustand, der mit der Einnahme von Antipsychotika

zusammenhängt. Seltene, als MNS berichtete Fälle wurden auch im Zusammenhang mit

Olanzapin erhalten. Klinische Manifestationen eines MNS sind eine Erhöhung der

Körpertemperatur, Muskelrigidität, wechselnde Bewusstseinslagen und Anzeichen autonomer

Instabilität (unregelmäßiger Puls oder Blutdruck, Tachykardie, Schwitzen und

Herzrhythmusstörungen). Weitere Symptome können eine Erhöhung der

Kreatininphosphokinase, Myoglobinurie (Rhabdomyolyse) und akutes Nierenversagen sein.

Wenn ein Patient Symptome entwickelt, die auf ein MNS hindeuten oder unklares hohes Fieber

bekommt ohne eine zusätzliche klinische Manifestation von MNS müssen alle Antipsychotika

einschließlich Olanzapin abgesetzt werden.

Hyperglykämie und Diabetes

Eine Hyperglykämie und/oder Entwicklung oder Verschlechterung eines Diabetes wurden

gelegentlich berichtet, mitunter begleitet von Ketoacidose oder Koma, einschließlich einiger

letaler Fälle (siehe Abschnitt 4.8.). In einigen Fällen wurde eine vorherige Zunahme des

Körpergewichts berichtet, was ein prädisponierender Faktor sein könnte. Eine angemessene

ärztliche Überwachung in Übereinstimmung mit den gebräuchlichen Therapierichtlinien für

Antipsychotika ist ratsam, z.B. eine Bestimmung der Blutglukose zu Beginn der Therapie, 12

Wochen nach Beginn der Olanzapin-Behandlung und anschließend in jährlichen Abständen.

Patienten, die mit antipsychotischen Arzneimitteln einschließlich Olanzapin behandelt werden,

sollten hinsichtlich Symptomen einer Hyperglykämie (wie Polydipsie, Polyurie, Polyphagie und

Schwäche) beobachtet werden. Patienten mit Diabetes mellitus oder mit Risikofaktoren für die

Entwicklung eines Diabetes sollten regelmäßig bezüglich einer Verschlechterung der

Glukoseeinstellung überwacht werden. Das Gewicht sollte regelmäßig kontrolliert werden, z.B.

zu Beginn der Therapie, 4, 8 und 12 Wochen nach Beginn der Olanzapin-Behandlung und

anschließend in vierteljährlichen Abständen.

Lipidveränderungen

In plazebokontrollierten klinischen Studien wurden bei mit Olanzapin behandelten Patienten

unerwünschte Veränderungen der Lipidwerte beobachtet (siehe Abschnitt 4.8.).

Lipidveränderungen sind zu behandeln, wie es klinisch erforderlich ist, insbesondere bei

Patienten mit einer Lipidstoffwechselstörung und bei Patienten mit Risikofaktoren für die

Entwicklung einer solchen. Patienten, die mit antipsychotischen Arzneimitteln einschließlich

Olanzapin behandelt werden, sollten in Übereinstimmung mit den gebräuchlichen

Therapierichtlinien für Antipsychotika regelmäßig hinsichtlich der Lipidwerte überwacht

werden, z.B. zu Beginn der Therapie, 12 Wochen nach Beginn der Olanzapin-Behandlung und

anschließend alle 5 Jahre.

Anticholinerge Wirkung

Obwohl Olanzapin in vitro eine anticholinerge Wirkung zeigte, wurde während der klinischen

Prüfung eine niedrige Inzidenz von damit zusammenhängenden Ereignissen beobachtet. Da aber

die klinische Erfahrung bei Patienten mit Begleiterkrankungen begrenzt ist, wird bei der

Verordnung für Patienten mit Prostatahypertrophie oder paralytischem Ileus und damit

zusammenhängenden Zuständen zur Vorsicht geraten.

Leberfunktion

Vorübergehende, asymptomatische Erhöhungen der Lebertransaminasen ALT (GPT) und AST

(GOT) wurden, besonders zu Beginn der Behandlung, häufig beobachtet. Bei Patienten mit

erhöhten ALT und/oder AST-Werten, bei Patienten mit Anzeichen einer

Leberfunktionseinschränkung, bei Patienten mit vorbestehenden Erkrankungen, die mit einer

eingeschränkten Leberfunktionsreserve einhergehen und Patienten, die mit möglicherweise

hepatotoxischen Arzneimitteln behandelt werden, ist daher Vorsicht angebracht und

Nachuntersuchungen sind durchzuführen. In Fällen, in denen eine Hepatitis (einschließlich einer

hepatozellulären oder cholestatischen Leberschädigung oder einer Mischform) diagnostiziert

wurde, muss die Olanzapin-Therapie beendet werden.

Neutropenie

Vorsicht ist angebracht bei Patienten mit niedrigen Leukozyten- und/oder Neutrophilenwerten

jeglicher Ursache, bei Patienten, die Arzneimittel erhalten von denen bekannt ist, dass sie eine

Neutropenie verursachen können, bei Patienten mit arzneimittelbedingter

Knochenmarksdepression/-toxizität in der Anamnese, bei Patienten mit

Knochenmarksdepression bedingt durch eine Begleiterkrankung, Strahlentherapie oder

Chemotherapie und bei Patienten mit hypereosinophilen Zuständen oder einer

myeloproliferativen Erkrankung. Wenn Olanzapin und Valproat gleichzeitig angewendet

wurden, wurde häufig über Neutropenie berichtet (siehe Abschnitt 4.8).

Absetzen der Behandlung

Wenn Olanzapin plötzlich abgesetzt wurde, wurden selten (≥0,01 % und <0,1%) akute

Symptome wie Schwitzen, Schlaflosigkeit, Zittern, Angst, Übelkeit oder Erbrechen berichtet.

QT-Intervall

In klinischen Prüfungen wurden bei mit Olanzapin behandelten Patienten gelegentlich (0,1 %-1

%) klinisch relevante QT-Verlängerungen gefunden (nach Fridericia korrigiertes QT-Intervall

[QTcF] ≥ 500 Millisekunden [ms] zu beliebigen Zeitpunkten nach dem Ausgangswert, bei

einem Ausgangswert QTcF < 500 ms). Im Vergleich zu Placebo zeigten sich keine signifikanten

Unterschiede bei assoziierten kardialen Ereignissen. Jedoch ist, Vorsicht geboten, wenn

Olanzapin zusammen mit anderen Arzneimitteln verschrieben wird, von denen bekannt ist, dass

sie die QTc-Strecke verlängern, insbesondere bei älteren Patienten, bei Patienten mit

angeborener Verlängerung der QT-Strecke, Herzinsuffizienz, Hypertrophie des Herzens,

Kalium- oder Magnesiummangel im Blut.

Thromboembolien

Gelegentlich (≥0.1 % und <1 %) wurde ein zeitlicher Zusammenhang zwischen einer

Olanzapin-Behandlung und venösen Thromboembolien (VTE) berichtet. Ein ursächlicher

Zusammenhang zwischen dem Auftreten von VTE und einer Olanzapin-Behandlung wurde

nicht nachgewiesen. Da jedoch Patienten mit Schizophrenie häufig Risikofaktoren für venöse

Thromboembolien entwickeln, sind alle möglichen Risikofaktoren für VTE, wie z. B.

Immobilisation festzustellen und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.

Allgemeine Wirkungen auf das Zentralnervensystem

Da Olanzapin hauptsächlich auf das Zentralnervensystem wirkt, ist bei gleichzeitiger Einnahme

von anderen zentralnervös wirksamen Arzneimitteln und Alkohol Vorsicht angebracht. Da

Olanzapin in vitro einen Dopamin-Antagonismus zeigt, kann es die Wirkung von direkten oder

indirekten Dopamin-Agonisten abschwächen.

Krampfanfälle

Olanzapin muss bei Patienten mit Krampfanfällen in der Anamnese oder bei die

Krampfschwelle verändernden Zuständen vorsichtig angewendet werden. Das Auftreten von

Krampfanfällen wurde gelegentlich bei mit Olanzapin behandelten Patienten berichtet. Bei den

meisten dieser Fälle wurden Krampfanfälle in der Anamnese oder Risikofaktoren für

Krampfanfälle berichtet.

Spätdyskinesien

In vergleichenden Studien von einer Dauer bis zu einem Jahr war die Behandlung mit

Olanzapin mit einer statistisch signifikant geringeren Inzidenz von Dyskinesien assoziiert. Das

Risiko einer Spätdyskinesie nimmt jedoch während einer Langzeitbehandlung zu. Wenn bei

einem mit Olanzapin behandelten Patienten Anzeichen einer Spätdyskinesie auftreten, sollte

daher überlegt werden, die Dosis zu reduzieren oder die Behandlung abzubrechen. Diese

Symptome können sich zeitweilig verschlechtern oder auch erst nach Beendigung der

Behandlung auftreten.

Orthostatische Hypotonie

Gelegentlich wurde in klinischen Prüfungen bei älteren Patienten orthostatische Hypotonie

beobachtet. Es wird empfohlen, bei Patienten über 65 Jahre den Blutdruck in regelmäßigen

Abständen zu messen.

Plötzlicher Herztod

In Berichten nach Markteinführung wurde das Ereignis eines plötzlichen Herztodes bei

Patienten mit Olanzapin berichtet. In einer retrospektiven beobachtenden Kohortenstudie hatten

Patienten, die mit Olanzapin behandelt wurden, ein ungefähr zweifach erhöhtes Risiko eines

vermuteten plötzlichen kardialen Todes im Vergleich zu nicht mit Antipsychotika behandelten

Patienten. In der Studie war das Risiko von Olanzapin vergleichbar einer gepoolten Analyse

von atypischen Antipsychotika.

Kinder und Jugendliche

Olanzapin ist nicht angezeigt für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen. Studien bei

Patienten im Alter von 13-17 Jahren zeigten verschiedene Nebenwirkungen, einschließlich

Gewichtszunahme, Veränderungen metabolischer Parameter und Erhöhung der Prolaktin-

Spiegel. (siehe Abschnitte 4.8 und 5.1)

Lactose

Olanzapin-ratiopharm Tabletten enthalten Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären

Galactose-Intoleranz, Lapp-Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten

dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Wechselwirkungsstudien wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.

Mögliche Wechselwirkungen, die Olanzapin beeinflussen

Da Olanzapin durch CYP 1A2 metabolisiert wird, beeinflussen Substanzen, die

spezifisch dieses Isoenzym induzieren oder hemmen, möglicherweise die

Pharmakokinetik von Olanzapin.

Induktion von CYP1A2: Der Metabolismus von Olanzapin kann durch

Rauchen und Carbamazepin induziert werden. Dadurch kann es zu niedrigeren

Olanzapin-Konzentrationen kommen. Beobachtet wurde nur eine leichte bis

mäßige Zunahme der Olanzapin-Clearance. Die klinischen Konsequenzen sind

wahrscheinlich gering, es wird jedoch eine klinische Überwachung

empfohlen. Falls erforderlich, kann eine Erhöhung der Olanzapin-Dosis

erwogen werden (siehe Abschnitt 4.2).

Hemmung von CYP1A2: Für Fluvoxamin, einen spezifischen CYP1A2

Hemmstoff, wurde eine signifikante Hemmung des Olanzapin Metabolismus

gezeigt. Die durchschnittliche Zunahme der Olanzapin C

nach Fluvoxamin

betrug bei weiblichen Nichtrauchern 54 % und bei männlichen Rauchern 77

%. Die durchschnittliche Zunahme der Olanzapin AUC betrug 52 % bzw. 108

%. Bei Patienten, die Fluvoxamin oder einen anderen CYP 1A2 Hemmer wie

Ciprofloxacin anwenden, muss eine niedrigere Anfangsdosis von Olanzapin in

Betracht gezogen werden. Eine Reduzierung der Olanzapin-Dosis muss in

Betracht gezogen werden, wenn eine Behandlung mit einem CYP1A2

Hemmer begonnen wird.

Verminderte Bioverfügbarkeit: Aktivkohle vermindert die Bioverfügbarkeit von

oralem Olanzapin um 50-60 % und sollte mindestens 2 Stunden vor oder nach

Olanzapin eingenommen werden.

Fluoxetin (ein CYP2D6 Hemmstoff), Einzeldosen von Antazida (Aluminium,

Magnesium) oder Cimetidin haben keinen signifikanten Einfluss auf die

Pharmakokinetik von Olanzapin.

Möglicher Einfluss von Olanzapin auf andere Arzneimittel

Olanzapin kann die Wirkung von direkten und indirekten Dopamin-Agonisten

abschwächen.

Die wichtigsten CYP450 Isoenzyme (z. B. 1A2, 2D6, 2C9, 2C19, 3A4) werden durch

Olanzapin in vitro nicht gehemmt. Deshalb ist hier keine besondere Wechselwirkung

zu erwarten, was auch durch in vivo Studien belegt wurde, in denen keine Hemmung

des Metabolismus der folgenden Wirkstoffe gefunden wurde: trizyklische

Antidepressiva (im Allgemeinen typisch für den CYP2D6 Weg), Warfarin (CYP2C9),

Theophyllin (CYP1A2) oder Diazepam (CYP3A4 und 2C19).

Olanzapin zeigte keine Wechselwirkungen bei gleichzeitiger Gabe von Lithium oder

Biperiden.

Die therapeutische Überwachung der Valproat-Blutspiegel hat nicht gezeigt, dass die

Valproat Dosis angepasst werden muss, nachdem mit der gleichzeitigen Gabe von

Olanzapin begonnen wurde.

Allgemeine Wirkung auf das Zentralnervensystem

Bei Patienten, die Alkohol konsumieren bzw. Arzneimittel mit einer das Zentralnervensystem

dämpfenden Wirkung erhalten, ist Vorsicht angebracht.

Die gleichzeitige Anwendung von Olanzapin mit Anti-Parkinson-Arzneimitteln bei Patienten

mit Parkinson-Erkrankung und Demenz wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).

QTc-Intervall

Vorsicht ist angebracht, wenn Olanzapin gleichzeitig mit Arzneimitteln angewendet wird, die

bekanntermaßen das QTc-Intervall verlängern (siehe Abschnitt 4.4).

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine hinreichenden und kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen vor. Die

Patientinnen sollten darauf hingewiesen werden, ihren Arzt zu unterrichten, wenn sie schwanger

sind oder eine Schwangerschaft während der Behandlung mit Olanzapin planen. Da die

Erfahrung bei Menschen begrenzt ist, darf Olanzapin in der Schwangerschaft nur angewendet

werden, wenn der mögliche Nutzen das potenzielle Risiko für den Fötus rechtfertigt.

Neugeborene, die während des dritten Schwangerschaftstrimenons Antipsychotika (inklusive

Olanzapin) ausgesetzt waren, haben nach der Geburt ein Risiko für Nebenwirkungen wie

extrapyramidale Symptome und/oder Entzugssymptome, die in Schweregrad und Dauer

unterschiedlich sein können. Es wurden Fälle von Unruhe, Störungen des Muskeltonus (zu hoch

oder zu niedrig), Tremor, Schläfrigkeit, Atemnot oder Schwierigkeiten beim Füttern berichtet.

Aus diesem Grund sind Neugeborene sorgfältig zu überwachen.

Stillzeit

In einer Studie mit stillenden, gesunden Frauen wurde Olanzapin in der Muttermilch

ausgeschieden. Die durchschnittliche vom Säugling aufgenommene Menge (mg/kg) wurde im

Steady state mit ca. 1,8 % der mütterlichen Olanzapin-Dosis bestimmt. Den Patientinnen sollte

geraten werden, ihr Kind nicht zu stillen, wenn sie Olanzapin einnehmen.

Fortpflanzungsfähigkeit

Es sind keine Auswirkungen auf die Fertilität bekannt (siehe Abschnitt 5.3 Präklinische Daten

zur Sicherheit).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit

zum Bedienen von Maschinen durchgeführt. Da Olanzapin Schläfrigkeit und Schwindel

verursachen kann, muss der Patient vor dem Bedienen von Maschinen gewarnt werden, dies gilt

auch für das Lenken von Fahrzeugen.

4.8

Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Erwachsene

Die am häufigsten (≥ 1 % der Patienten) berichteten Nebenwirkungen im Zusammenhang mit

der Anwendung von Olanzapin in klinischen Prüfungen waren Schläfrigkeit, Gewichtszunahme,

Eosinophilie, erhöhte Prolaktin-, Cholesterin-, Glukose- und Triglyceridspiegel (siehe Abschnitt

4.4), Glukosurie, Zunahme des Appetits, Schwindel, Akathisie, Parkinsonismus, Leukopenie,

Neutropenie (siehe Abschnitt 4.4), Dyskinesie, orthostatische Hypotonie, anticholinerge

Effekte, vorübergehende asymptomatische Erhöhungen von Lebertransaminasen (siehe

Abschnitt 4.4), Ausschlag, Asthenie, Ermüdung, Fieber, Arthralgie, erhöhte alkalische

Phosphatase-Werte, hohe Gamma-Glutamyltransferase (GGT)-Werte, hohe Harnsäure-Werte,

hohe Kreatinphosphokinase (CK)-Werte und Ödeme.

Die folgende Tabelle führt Nebenwirkungen und Ergebnisse klinisch-chemischer

Untersuchungen auf, beruhend auf Spontanberichten und klinischen Prüfungen. Innerhalb jeder

Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.

Die aufgeführten Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, <

1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100), selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000),

nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Nicht bekannt

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Eosinophilie

Leukopenie

Neutropenie

Thrombozytopenie

Erkrankungen des Immunsystems

Überempfindlichkei

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Gewichtszunahme

erhöhte

Cholesterinspiegel

erhöhte

Glukosespiegel

erhöhte

Triglyceridspiegel

Glukosurie

Zunahme des

Appetits

Entwicklung oder

Verschlechterung

eines Diabetes

gelegentlich

begleitet von

Ketoacidose oder

Koma,

einschließlich

einiger letaler Fälle

(siehe Abschnitt

4.4)

Hypothermie

Erkrankungen des Nervensystems

Schläfrigkeit

Schwindel

Akathisie

Parkinsonismus

Dyskinesie

Krampfanfälle,

wobei in den

meisten dieser Fälle

Krampfanfälle in

der Anamnese oder

Risikofaktoren für

Krampfanfälle

berichtet wurden.

Dystonie

(einschließlich

Blickkrämpfe)

Tardive

Dyskinesie

Amnesie

Dysarthrie

Restless-Legs-

Syndrom

Malignes

neuroleptisches

Syndrom (siehe

Abschnitt 4.4)

Absetzsymptome

Herzerkrankungen

Bradykardie

Verlängerung

(siehe Abschnitt

4.4)

ventrikuläre

Tachykardie/

Fibrillation

plötzlicher Tod

(siehe Abschnitt

4.4)

Gefäßerkrankungen

orthostatische

Thromboembolien

Hypotonie

(einschließlich

Lungenembolien

und tiefer

Venenthrombose)

(siehe Abschnitt

4.4)

Erkrankungen der Atemwege. des Brustraums und Mediastinums

Nasenbluten

Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes

leichte,

vorübergehende

anticholinerge

Effekte

einschließlich

Verstopfung und

Mundtrockenheit

geblähtes

Abdomen

Pankreatitis

Leber- und Gallenerkrankungen

vorübergehende,

asymptomatische

Erhöhungen von

Lebertransaminasen

(ALT, AST),

besonders zu

Beginn der

Behandlung (siehe

Abschnitt 4.4)

Hepatitis

(einschließlich einer

hepatozellulären

oder cholestatischen

Leberschädigung

oder einer

Mischform)

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Ausschlag

Lichtüberempfind-

lichkeitsreaktionen

Alopezie

Arzneimittel-

reaktion mit

Eosinophilie und

systemischen

Symptomen

(DRESS)

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Arthralgie

Rhabdomyolyse

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Harninkontinenz

Harnverhalt

Schwierigkeiten

beim

Wasserlassen

Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen

Arzneimittel-

entzugssyndrom des

Neugeborenen

(siehe Abschnitt

4.6)

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

erektile

Dysfunktion bei

Männern

erniedrigte Libido

bei Männern und

Frauen

Amenorrhoe,

Brustvergrößerung

Galaktorrhoe bei

Frauen

Gynäkomastie/

Brustvergrößerung

bei Männern

Priapismus

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Asthenie

Müdigkeit

Ödeme

Fieber

Untersuchungen

erhöhte

Plasmaprolaktinspie

erhöhte alkalische

Phosphatase-

Werte

hohe Kreatin-

phosphokinase

(CK)-Werte

hohe Gamma-

Glutamyltransferase

(GGT)-Werte

hohe Harnsäure-

Werte

erhöhtes

Gesamtbilirubin

Eine klinisch signifikante Gewichtszunahme wurde durchgängig bei allen Kategorien der

Ausgangs-Body-Mass-Indices (BMI) beobachtet. Nach einer Kurzzeittherapie (mittlere Dauer

47 Tage) war eine Gewichtszunahme ≥ 7 % des Ausgangskörpergewichtes sehr häufig (22,2

% der Patienten), ≥ 15 % häufig (4,2 %) und ≥ 25 % gelegentlich (0,8 %). Eine

Gewichtszunahme ≥ 7 %, ≥ 15 % und ≥ 25 % des Ausgangskörpergewichtes war bei

Langzeitgabe (mindestens 48 Wochen) sehr häufig (64,4 %, 31,7 % und 12,3 %).

Die mittleren Anstiege der Nüchtern-Lipid-Werte (Gesamtcholesterin, LDL, Cholesterin und

Triglyceride) waren größer bei Patienten ohne Hinweis auf eine Lipidstörung bei Beginn der

Therapie.

Beobachtet wurden normale Nüchtern-Ausgangswerte (< 5,17 mmol/l), die über die

Normwerte anstiegen (≥ 6,2 mmol/l). Veränderungen grenzwertiger Ausgangs-Nüchtern-

Gesamtcholesterin-Werte (≥ 5,17-< 6,2 mmol/l) zu hohen Werten (≥ 6,2 mmol/l) waren sehr

häufig.

Beobachtet wurden normale Nüchtern-Ausgangswerte (< 5,56 mmol/l), die über die

Normwerte (≥7 mmol/l) anstiegen. Veränderungen grenzwertiger Ausgangs-Nüchtern-

Glukose-Werte (≥ 5,56 mmol/l-< 7 mmol/l) zu hohen Werten (≥ 7 mmol/l) waren sehr häufig.

Beobachtet wurden normale Nüchtern-Ausgangswerte (< 1,69 mmol/l), die über die

Normwerte (≥ 2,26 mmol/l) anstiegen. Veränderungen grenzwertiger Ausgangs-Nüchtern-

Triglycerid-Werte (≥ 1,69 mmol/l-< 2,26 mmol/l) zu hohen Werten (≥ 2,26 mmol/l) waren

sehr häufig.

In klinischen Studien war die Häufigkeit von Parkinsonismus und Dystonie bei mit Olanzapin

behandelten Patienten numerisch größer, aber nicht statistisch signifikant unterschiedlich im

Vergleich zu Placebo. Bei mit Olanzapin behandelten Patienten war die Häufigkeit von

Parkinsonismus, Akathisie und Dystonie geringer als bei denen, die titrierte Dosen

Haloperidol erhielten. Da keine genauen Informationen über individuelle akute oder späte

extrapyramidale Bewegungsstörungen in der Anamnese vorliegen, kann zur Zeit nicht

geschlossen werden, dass Olanzapin weniger Spätdyskinesien oder spät auftretende

extrapyramidale Bewegungsstörungen verursacht.

Wenn Olanzapin plötzlich abgesetzt wurde, wurden akute Symptome wie Schwitzen,

Schlaflosigkeit, Zittern, Angst, Übelkeit oder Erbrechen berichtet.

In klinischen Studien bis zu einer Dauer von 12 Wochen, waren die

Plasmaprolaktinkonzentrationen bei normalem Ausgangsprolaktinwert bei mehr als 30 % der

mit Olanzapin behandelten Patienten über den oberen Normbereich erhöht. Bei der Mehrzahl

dieser Patienten waren die Werte im Allgemeinen leicht erhöht, und die Erhöhung blieb

unterhalb des zweifachen oberen Normbereichs.

Aus klinischen Studien aufgezeigte Nebenwirkung in der Olanzapindatenbank.

Beurteilt anhand von Messwerten aus klinischen Studien in der Olanzapin-Gesamtdatenbank.

Nebenwirkung, die aus Spontanberichten nach Markteinführung als häufig beobachtet in der

Olanzapin-Gesamtdatenbank aufgezeigt wurde.

Nebenwirkung, die aus Spontanberichten nach Markteinführung mit einer Häufigkeit einer

geschätzten Obergrenze von 95% des Konfidenzintervalls in der Olanzapin-Gesamtdatenbank

aufgezeigt wurde.

Langzeitgabe (mindestens 48 Wochen)

Der Anteil der Patienten mit unerwünschten, klinisch signifikanten Veränderungen folgender

Parameter nahm mit der Zeit zu: Gewichtszunahme, Glukose, Gesamt/LDL/HDL-Cholesterin

oder Triglyceride. Bei erwachsenen Patienten, die 9-12 Monate lang behandelt wurden, nahm

nach 6 Monaten das Ausmaß der Zunahme der mittleren Blutglukose-Werte ab.

Zusätzliche Informationen zu speziellen Patientenpopulationen

In klinischen Prüfungen bei älteren Patienten mit Demenz war die Behandlung mit Olanzapin

im Vergleich zu Placebo mit einer höheren Inzidenz an Todesfällen und zerebrovaskulären

Ereignissen verbunden (siehe Abschnitt 4.4). Sehr häufige unerwünschte Wirkungen im

Zusammenhang mit der Anwendung von Olanzapin in dieser Patientengruppe waren abnormer

Gang und Stürze. Pneumonie, erhöhte Körpertemperatur, Lethargie, Erythem, visuelle

Halluzinationen und Harninkontinenz wurden häufig beobachtet.

In klinischen Prüfungen bei Patienten mit einer durch Arzneimittel (Dopaminagonist)

ausgelösten Psychose im Zusammenhang mit einer Parkinson-Erkrankung wurde sehr häufig

und häufiger als unter Placebo über eine Verschlechterung der Parkinson-Symptome und

Halluzinationen berichtet.

In einer klinischen Prüfung bei Patienten mit bipolarer Manie betrug bei einer gleichzeitigen

Behandlung mit Valproat und Olanzapin die Häufigkeit einer Neutropenie 4,1 %.

Möglicherweise haben hohe Valproat-Plasmaspiegel dazu beigetragen. Bei gleichzeitiger Gabe

von Olanzapin und Lithium oder Valproat kam es häufiger (> 10 %) zu Zittern,

Mundtrockenheit, größerem Appetit und Gewichtszunahme. Sprachstörungen wurden häufig (1

%-10 %) berichtet. Während einer Behandlung mit Olanzapin in Kombination mit Lithium oder

Divalproex kam es bei 17,4 % der Patienten während der Akutbehandlung (bis zu 6 Wochen) zu

einer Zunahme des Körpergewichts von ≥ 7 % gegenüber dem Ausgangswert. Die

Langzeitbehandlung mit Olanzapin (bis zu 12 Monate) zur Phasenprophylaxe bei Patienten mit

bipolaren Störungen war bei 39,9 % der Patienten mit einer Zunahme des Körpergewichts von ≥

7 % gegenüber dem Ausgangswert verbunden.

Kinder und Jugendliche

Olanzapin ist nicht angezeigt für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen unter 18

Jahren. Obwohl keine klinischen Studien durchgeführt wurden, die konzipiert waren um

Jugendliche mit Erwachsenen zu vergleichen, wurden die Daten von Studien mit Kindern mit

denen aus Erwachsenen-Studien verglichen.

Die folgende Tabelle fasst die Nebenwirkungen zusammen, die mit einer größeren Häufigkeit

bei jugendlichen Patienten (13-17 Jahre) als bei erwachsenen Patienten berichtet wurden oder

Nebenwirkungen, die nur bei Kurzzeit-Studien bei jugendlichen Patienten auftraten. Eine

klinisch signifikante Gewichtszunahme (≥ 7 %) schien häufiger in der jugendlichen Population

aufzutreten im Vergleich zu Erwachsenen mit ähnlicher Exposition. Das Ausmaß der

Gewichtszunahme und der Anteil an jugendlichen Patienten, die eine klinisch signifikante

Gewichtszunahme entwickelten, waren größer bei Langzeitbehandlung (mindestens 24

Wochen) als bei Kurzzeittherapie.

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem

Schweregrad aufgeführt. Die angegebenen Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥

1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10).

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr häufig: Gewichtszunahme

, erhöhte Triglyceridspiegel

, Zunahme des Appetits.

Häufig: Erhöhte Cholesterinspiegel

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig: Sedierung (einschließlich: Hypersomnie, Lethargie, Schläfrigkeit).

Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes

Häufig: Mundtrockenheit

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr häufig: Erhöhungen von Lebertransaminasen (ALT/AST; siehe Abschnitt 4.4).

Untersuchungen

Sehr häufig: Erniedrigtes Gesamtbilirubin, erhöhte GGT, erhöhte Plasmaprolaktinspiegel

.

Nach einer Kurzzeittherapie (mittlere Dauer 22 Tage) war eine Gewichtszunahme ≥ 7 % des

Ausgangskörpergewichtes (kg) sehr häufig (40,6 % der Patienten), ≥ 15 % des

Ausgangskörpergewichtes häufig (7,1 %) und ≥ 25 % häufig (2,5 %). Bei

Langzeitbehandlung (mindestens 24 Wochen), nahmen 89,4 % der Patienten ≥ 7 %, 55,3 %

≥ 15 % und 29,1 % ≥ 25 % des Ausgangskörpergewichtes zu.

Beobachtet wurden normale Nüchtern-Ausgangswerte (< 1,016 mmol/l), die über die

Normwerte (≥ 1,467 mmol/l) anstiegen und Veränderungen grenzwertiger Ausgangs-

Nüchtern-Triglycerid-Werte (≥ 1,016 mmol/l- < 1,467 mmol/l) zu hohen Werten (≥ 1,467

mmol/l).

Veränderungen normaler Nüchtern-Gesamtcholesterin-Ausgangswerte (< 4,39 mmol/l) zu

hohen Werten (≥ 5,17 mmol/l) wurden häufig beobachtet.

Veränderungen grenzwertiger Ausgangs-Nüchtern-Gesamtcholesterin-Werte (≥ 4,39- < 5,17

mmol/l) zu hohen Werten (≥ 5,17 mmol/l) waren sehr häufig.

Erhöhte Plasmaprolaktinspiegel wurden bei 47,4 % der jugendlichen Patienten berichtet.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses

des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall

einer Nebenwirkung direkt über das nationale Meldesystem anzuzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

4.9

Überdosierung

Symptome

Zu den sehr häufigen Symptomen einer Überdosierung (Inzidenz > 10 % ) gehören

Tachykardie, Agitation/Aggressivität, Dysarthrie, verschiedene extrapyramidale Symptome und

Bewusstseinsverminderungen, die von Sedierung bis hin zum Koma reichen.

Andere medizinisch relevante Folgeerscheinungen einer Überdosierung sind Delirium,

Krampfanfälle, Koma, mögliches malignes neuroleptisches Syndrom, Atemdepression,

Aspiration, Hypertonie oder Hypotonie, Herzarrhythmien (< 2 % der Fälle von Überdosierung)

und Herz-/Atemstillstand. Ein letaler Ausgang wurde bei einer akuten Überdosis von nicht mehr

als 450 mg, ein Überleben jedoch auch nach einer akuten Überdosis von etwa 2 g oralem

Olanzapin berichtet.

Behandlung

Es gibt kein spezifisches Antidot für Olanzapin. Das Herbeiführen von Erbrechen wird nicht

empfohlen. Standardverfahren zur Behandlung einer Überdosis können angezeigt sein (d. h.

Magenspülung, Gabe von Aktivkohle). Die gleichzeitige Gabe von Aktivkohle reduzierte die

orale Bioverfügbarkeit von Olanzapin um 50-60 %.

Entsprechend dem klinischen Bild sollten eine symptomatische Behandlung und Überwachung

der lebenswichtigen Organfunktionen eingeleitet werden, einschließlich Behandlung von

Hypotonie und Kreislaufkollaps und Unterstützung der Atemfunktion. Adrenalin, Dopamin,

oder andere Sympathomimetika mit β-agonistischer Aktivität sollten nicht angewendet werden,

da die β-Stimulation eine Hypotonie verschlimmern kann. Kardiovaskuläres Monitoring ist

notwendig, um mögliche Arrhythmien zu erkennen. Eine engmaschige ärztliche Überwachung

sollte bis zur Erholung des Patienten fortgesetzt werden.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Psycholeptika; Diazepine, Oxazepine, Thiazepine und

Oxepine.

ATC-Code N05AH03.

Pharmakodynamische Wirkungen

Olanzapin ist ein neuroleptischer, antimanischer und stimmungsstabilisierender Wirkstoff, der

ein breites pharmakologisches Profil über eine Anzahl von Rezeptorsystemen zeigt.

In präklinischen Studien zeigte Olanzapin eine Reihe von Rezeptor-Affinitäten (Ki; < 100

nMol) auf Serotonin 5HT

2A/2C

, 5HT

, 5HT

, Dopamin D

; cholinerge

Muskarinrezeptoren (M

); α

adrenerge und Histamin H

-Rezeptoren. In

Tierverhaltensstudien mit Olanzapin zeigten sich serotonerge, dopaminerge, und cholinerge

antagonistische Wirkungen, die mit den Rezeptor-Bindungs-Profilen konsistent sind. Olanzapin

zeigte in vitro eine größere Affinität zu Serotonin 5HT

als zu Dopamin D

- Rezeptoren und

eine größere 5HT

- als D

-Aktivität in in vivo Modellen. Elektrophysiologische Untersuchungen

zeigten, dass Olanzapin selektiv die Reizübertragung von mesolimbischen (A10) dopaminergen

Neuronen verringert, während es wenig Einfluss auf die striatalen (A9) Leitungen der

motorischen Funktionen nimmt. Olanzapin verringerte die Ansprechrate in einem

konditionierten Vermeidungs-Test, einem Test, der auf eine antipsychotische Aktivität hinweist,

und zwar bei geringeren Dosen als denen, die eine Katalepsie hervorriefen, ein Effekt, der auf

motorische Nebenwirkungen hinweist. Im Gegensatz zu einigen anderen antipsychotischen

Wirkstoffen erhöht Olanzapin die Ansprechrate in einem Test zur Erfassung ”anxiolytischer”

Effekte.

Bei einer Untersuchung mit einer oralen Einzeldosis (10 mg) mittels Positron Emissions

Tomographie (PET) an gesunden Probanden führte Olanzapin zu einer höheren 5HT

Rezeptor-Besetzung als zu einer Dopamin D

-Rezeptor-Besetzung. Zusätzlich zeigte sich bei

schizophrenen Patienten in einer Single Photon Emission Computed Tomography (SPECT)-

Studie, dass Patienten, die auf Olanzapin ansprachen, eine niedrigere striatale D

-Besetzung

aufwiesen als Patienten, die auf einige andere Antipsychotika und Risperidon ansprachen. Diese

war jedoch vergleichbar mit der bei Patienten, die auf Clozapin ansprachen.

Klinische Wirksamkeit

In zwei von zwei placebokontrollierten Studien und zwei von drei Studien mit wirksamer

Vergleichssubstanz bei insgesamt über 2900 schizophrenen Patienten, die sowohl positive als

auch negative Symptome aufwiesen, war Olanzapin mit einer statistisch signifikant größeren

Besserung der negativen sowie auch der positiven Symptome verbunden.

In einer multinationalen, vergleichenden Doppelblindstudie bei Schizophrenie, schizoaffektiven

und verwandten Störungen an 1481 Patienten mit depressiven Begleitsymptomen

unterschiedlichen Schweregrades (Ausgangswert durchschnittlich 16,6 auf der Montgomery-

Asberg-Depressionsskala) erwies sich Olanzapin (-6,0) in einer prospektiven Analyse der

Depressionsscore-Änderung vom Ausgangspunkt zum Endpunkt (sekundäre Fragestellung)

gegenüber Haloperidol (-3,1) als signifikant überlegen (p=0,001).

Olanzapin war bei Patienten mit manischen oder gemischten Episoden bipolarer Erkrankungen

wirksamer als Placebo und Valproat seminatrium (Divalproex) bzgl. Besserung der manischen

Symptome über einen Zeitraum von 3 Wochen. Olanzapin zeigte eine mit Haloperidol

vergleichbare Wirksamkeit in Bezug auf den Anteil der Patienten mit einer symptomatischen

Remission der Manie und Depression nach 6 und 12 Wochen. In einer Studie mit der

Kombinationstherapie, in der Patienten mindestens 2 Wochen mit Lithium oder Valproat

behandelt wurden, führte die zusätzliche Gabe von 10 mg Olanzapin (gleichzeitig mit Lithium

oder Valproat) zu einer größeren Reduktion der manischen Symptome als die Monotherapie mit

Lithium oder Valproat nach 6 Wochen.

In einer 12-monatigen Studie zur Phasenprophylaxe wurden Patienten mit manischen Episoden,

bei denen es unter Olanzapin zu einer Remission kam, randomisiert entweder Olanzapin oder

Placebo zugeordnet. Olanzapin war hinsichtlich des primären Endpunkts eines bipolaren

Rezidivs Placebo statistisch signifikant überlegen. Olanzapin zeigte auch hinsichtlich des

Wiederauftretens entweder einer Manie oder einer Depression einen statistisch signifikanten

Vorteil gegenüber Placebo.

In einer zweiten 12-monatigen Studie zur Phasenprophylaxe wurden Patienten mit manischen

Episoden, bei denen es unter einer Kombination von Olanzapin und Lithium zu einer Remission

kam, randomisiert einer Gruppe zugeordnet, die entweder nur Olanzapin oder nur Lithium

bekam. Hinsichtlich des primären Endpunkts eines bipolaren Rezidivs war Olanzapin Lithium

statistisch nicht unterlegen (Olanzapin 30,0 %, Lithium 38,3 %; p = 0,055).

In einer 18-monatigen Kombinationsstudie zur Phasenprophylaxe wurden Patienten mit

manischen oder gemischten Episoden zunächst mit Olanzapin und einem Stimmungsstabilisator

(Lithium oder Valproat) stabilisiert. Die Langzeitbehandlung mit Olanzapin und Lithium oder

Valproat war hinsichtlich der Verzögerung eines bipolaren Rezidivs - definiert entsprechend

syndromaler diagnostischer Kriterien - der alleinigen Behandlung mit Lithium oder Valproat

nicht statistisch signifikant überlegen.

Kinder und Jugendliche

Kontrollierte Wirksamkeitsdaten bei Jugendlichen (Alter 13-17 Jahre) sind begrenzt auf

Kurzzeitstudien bei Schizophrenie (6 Wochen) und Manie assoziiert mit einer Bipolar-I-

Erkrankung (3 Wochen). Weniger als 200 Jugendliche waren in klinischen Studien

eingeschlossen. Olanzapin wurde mit einer variablen Dosis beginnend mit 2,5 mg bis zu 20

mg/Tag eingesetzt. Während der Behandlung mit Olanzapin nahmen die Jugendlichen im

Vergleich zu Erwachsenen signifikant mehr Gewicht zu. Das Ausmaß der Veränderungen der

Nüchtern-Gesamt-Cholesterin-Werte, LDL-Cholesterin, Triglyceride und Prolaktin (siehe

Abschnitte 4.4 und 4.8) war bei Jugendlichen größer als bei Erwachsenen. Es liegen keine

kontrollierten Daten zur Aufrechterhaltung der Wirkung oder zur Langzeitsicherheit vor (siehe

Abschnitte 4.4 und 4.8). Informationen zur Langzeitsicherheit sind vor allem auf unkontrollierte

Open-Label-Daten begrenzt.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Olanzapin wird nach oraler Gabe gut resorbiert und erreicht Plasmaspitzenspiegel innerhalb von

5-8 Stunden. Die Resorption wird nicht durch Mahlzeiten beeinflusst. Die absolute orale

Bioverfügbarkeit im Vergleich zu einer i.v.-Applikation wurde nicht untersucht.

Verteilung

Die Plasmaproteinbindung von Olanzapin betrug etwa 93 % über einen Konzentrationsbereich

von etwa 7 bis etwa 1000 ng/ml. Olanzapin wird überwiegend an Albumin und α1- saures

Glykoprotein gebunden.

Biotransformation

Olanzapin wird in der Leber durch Konjugation und Oxidation metabolisiert. Der

Hauptmetabolit ist das 10-N-Glukuronid, das die Bluthirnschranke nicht passiert. Die

Cytochrome P450-CYP1A2 und P450-CYP2D6 tragen bei zur Bildung von N-Desmethyl und

2-Hydroxymethylmetaboliten, die beide in Tierversuchsmodellen signifikant weniger in vivo

pharmakologische Wirkung als Olanzapin aufwiesen. Die pharmakologische Hauptwirkung

geht vom unveränderten Olanzapin aus.

Elimination

Nach oraler Gabe variierte die mittlere terminale Eliminationshalbwertszeit von Olanzapin bei

gesunden Probanden in Abhängigkeit von Alter und Geschlecht.

Bei gesunden älteren Personen (65 Jahre und älter) war die mittlere Eliminationshalbwertszeit

von Olanzapin im Vergleich zu jüngeren Personen verlängert (51,8 vs. 33,8 Stunden), die

Clearance war verringert (17,5 vs. 18,2 l/h). Die pharmakokinetische Variabilität lag bei älteren

Personen im gleichen Bereich wie bei jüngeren. Bei 44 schizophrenen Patienten, die älter als 65

Jahre waren und Dosen zwischen 5 und 20 mg/Tag erhielten, wurde kein Unterschied im

Nebenwirkungsprofil festgestellt.

Bei weiblichen Personen, verglichen mit männlichen Personen, war die mittlere

Eliminationshalbwertszeit leicht verlängert (36,7 vs. 32,3 Stunden), die Clearance war

verringert (18,9 vs. 27,3 l/h). Olanzapin (5-20 mg) zeigte jedoch ein vergleichbares

Sicherheitsprofil bei weiblichen (n = 467) und männlichen (n = 869) Patienten.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei einem Vergleich von Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin Clearance <

10 ml/min) und gesunden Probanden gab es keinen signifikanten Unterschied der mittleren

Eliminationshalbwertszeit (37,7 vs. 32,4 Stunden) oder der Clearance (21,2 vs. 25,0 l/h.). Eine

Massenbilanzierungsstudie zeigte, dass etwa 57 % von radioaktiv markiertem Olanzapin im

Urin ausgeschieden werden, vornehmlich als Metabolite.

Raucher

Bei Rauchern mit leichter Leberfunktionseinschränkung waren die mittlere

Eliminationshalbwertszeit (39,3 Stunden) und die Clearance (18,0 l/h) im Vergleich mit nicht

rauchenden, gesunden Probanden (48,8 Stunden bzw. 14,1 l/h) verlängert bzw. verringert.

Im Vergleich von Nichtrauchern zu Rauchern (Männer und Frauen) war die mittlere

Eliminationshalbwertszeit verlängert (38,6 vs. 30,4 Stunden) und die Clearance verringert (18,6

vs. 27,7 l/h).

Die Plasma-Clearance von Olanzapin ist bei älteren Personen, verglichen mit jüngeren

Personen, bei Frauen, verglichen mit Männern, und bei Nichtrauchern, verglichen mit

Rauchern, geringer. Der Einfluss von Alter, Geschlecht oder Rauchen auf die Clearance von

Olanzapin ist jedoch gering, verglichen mit der gesamten Schwankungsbreite zwischen

einzelnen Personen.

In einer Untersuchung an Kaukasiern, Japanern und Chinesen zeigte sich kein Unterschied

bezüglich der pharmakokinetischen Parameter in diesen 3 Populationen.

Kinder und Jugendliche

Jugendliche (Alter 13-17 Jahre): Die Pharmakokinetik von Olanzapin war bei Jugendlichen und

Erwachsenen vergleichbar. In klinischen Studien war die durchschnittliche Verfügbarkeit von

Olanzapin bei Jugendlichen ca. 27 % höher. Demographische Unterschiede zwischen den

Jugendlichen und Erwachsenen schlossen ein niedrigeres Durchschnittskörpergewicht und einen

geringeren Raucheranteil bei Jugendlichen ein. Diese Faktoren haben möglicherweise zur

höheren durchschnittlichen Verfügbarkeit beigetragen, die bei Jugendlichen beobachtet wurde.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität (nach Einmalgabe)

Die in den Toxizitätsstudien bei Nagetieren nach oraler Gabe beobachteten Symptome

entsprachen denen für potente antipsychotische Substanzen: Hypoaktivität, Koma, Tremor,

klonische Krämpfe, Speichelfluss und verringerte Zunahme des Körpergewichts. Die mittlere

letale Dosis lag bei ca. 210 mg/kg Körpergewicht (Maus) bzw. 175 mg/kg Körpergewicht

(Ratte). Hunde vertrugen orale Einzeldosen von bis zu 100 mg/kg Körpergewicht ohne

Auftreten von Todesfällen. Klinische Symptome waren Sedierung, Ataxie, Tremor,

Tachykardie, erschwerte Atmung, Miosis und Anorexie. Bei Affen führten orale Einzeldosen

von bis zu 100 mg/kg Körpergewicht zu Erschöpfungszuständen und bei höheren Dosen zu

Dämmerzuständen.

Chronische Toxizität

In Studien an Mäusen (bis zu 3 Monaten) und an Ratten und Hunden (bis zu 1 Jahr) waren die

vorherrschenden Wirkungen eine zentralnervöse Dämpfung, anticholinerge Effekte und

periphere hämatologische Störungen. Gegenüber der zentralnervösen Dämpfung entwickelte

sich eine Toleranz. Bei hohen Dosen waren Wachstumsparameter verringert. Bei Ratten wurden

als Folge erhöhter Prolaktinspiegel verringerte Gewichte der Ovarien und des Uterus sowie

morphologische Veränderungen des vaginalen Epithels und der Brustdrüsen beobachtet. Diese

Veränderungen waren reversibel.

Hämatologische Toxizität

Es traten bei allen Tierarten Wirkungen auf hämatologische Parameter auf, einschließlich

dosisabhängiger Verminderung der zirkulierenden Leukozyten bei Mäusen und unspezifischer

Verringerung der zirkulierenden Leukozyten bei Ratten; es wurden jedoch keine Anzeichen für

eine Knochenmarkstoxizität gefunden. Bei einigen Hunden, die mit 8 oder 10 mg/kg

Körpergewicht/Tag (die Gesamtmenge Olanzapin [AUC] ist 12 bis 15-fach größer als nach

einer 12 mg Dosis beim Menschen) behandelt wurden, entwickelte sich eine reversible

Neutropenie, Thrombozytopenie oder Anämie. Bei zytopenischen Hunden traten keine

unerwünschten Wirkungen auf Stammzellen oder proliferierende Zellen im Knochenmark auf.

Reproduktionstoxizität

Olanzapin hatte keine teratogenen Wirkungen. Die Sedierung beeinflusste das

Paarungsverhalten männlicher Ratten. Östrogenzyklen wurden bei Dosen von 1,1 mg/kg

Körpergewicht (das 3-fache der Höchstdosis für den Menschen) und Reproduktionsparameter

wurden bei Ratten, die 3 mg/kg Körpergewicht (das 9-fache der Höchstdosis für den Menschen)

erhielten, beeinflusst. Die Nachkommen von Ratten, denen Olanzapin gegeben wurde, zeigten

eine verzögerte fetale Entwicklung und vorübergehende Beeinträchtigung der Aktivität.

Mutagenität

Olanzapin wirkte in einer Reihe von Standarduntersuchungen, die bakterielle Mutationstests

und in vitro und in vivo Tests an Säugetierzellen einschlossen, nicht mutagen oder clastogen.

Karzinogenität

Basierend auf Studien bei Ratten und Mäusen wurde geschlossen, dass Olanzapin nicht

kanzerogen ist.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Cellactose (bestehend aus Lactose-Monohydrat und Cellulosepulver)

Vorverkleisterte Stärke (Mais)

Maisstärke

Hochdisperses wasserfreies Siliciumdioxid

Magnesiumstearat

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Olanzapin-ratiopharm 2,5/7,5/15/20 mg Tabletten

3 Jahre

Olanzapin-ratiopharm 5 mg Tabletten

4 Jahre

Olanzapin-ratiopharm 10 mg Tabletten

5 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit und Licht zu schützen.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Blisterpackungen aus Aluminium und beschichteter OPA/Al/PVC-Folie.

7, 10, 14, 20, 28, 30, 35, 56, 60, 70 und 98 Tabletten.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

TEVA B.V.

Swensweg 5

2031 GA Haarlem

Niederlande

Tel.Nr.: +43/1/97007-0

Fax-Nr.: +43/1/97007-66

e-mail: info@ratiopharm.at

8.

ZULASSUNGSNUMMERN

Olanzapin-ratiopharm 2,5 mg Tabletten: 1-27309

Olanzapin-ratiopharm 5 mg Tabletten: 1-27311

Olanzapin-ratiopharm 7,5 mg Tabletten: 1-27314

Olanzapin-ratiopharm 10 mg Tabletten: 1-27316

Olanzapin-ratiopharm 15 mg Tabletten: 1-27317

Olanzapin-ratiopharm 20 mg Tabletten: 1-27319

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung:

29.11.2007

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung:

30.08.2012

10.

STAND DER INFORMATION

01/2017

REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT

Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten

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