Olanzapin AL 2,5 mg Filmtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Olanzapin
Verfügbar ab:
ALIUD PHARMA GmbH
ATC-Code:
N05AH03
INN (Internationale Bezeichnung):
olanzapine
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Olanzapin 2.5mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
70213.00.00

GEBRAUCHSINFORMATION: Information für Anwender

Olanzapin AL 2,5 mg Filmtabletten

Olanzapin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der

Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals

lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an

Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen

Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist Olanzapin AL und wofür wird es angewendet?

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Olanzapin AL beachten?

3. Wie ist Olanzapin AL einzunehmen?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist Olanzapin AL aufzubewahren?

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Olanzapin AL und wofür wird es angewendet?

Olanzapin AL enthält den Wirkstoff Olanzapin. Olanzapin AL gehört zu einer

Gruppe von Arzneimitteln, die Antipsychotika genannt werden, und wird zur

Behandlung der folgenden Krankheitsbilder eingesetzt:

Schizophrenie, einer Krankheit mit Symptomen wie Hören, Sehen oder

Fühlen von Dingen, die nicht wirklich da sind, irrigen Überzeugungen,

ungewöhnlichem Misstrauen und Rückzug von der Umwelt. Patienten mit

dieser Krankheit können sich außerdem depressiv, ängstlich oder

angespannt fühlen.

mäßig schwere bis schwere manische Episoden, einem Zustand mit

Symptomen wie Aufgeregtheit und Hochstimmung.

Es konnte gezeigt werden, dass Olanzapin dem Wiederauftreten dieser

Symptome bei Patienten mit bipolarer Störung, deren manische Episoden auf

eine Olanzapin-Behandlung angesprochen haben, vorbeugt.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Olanzapin AL beachten?

Olanzapin AL darf NICHT eingenommen werden

09.02.2017

wenn Sie allergisch gegen Olanzapin, Soja, Erdnuss oder einen der in

Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

Eine allergische Reaktion kann sich als Hautausschlag, Juckreiz,

geschwollenes Gesicht, geschwollene Lippen oder Atemnot bemerkbar

machen. Wenn dies bei Ihnen aufgetreten ist, sagen Sie es bitte Ihrem Arzt.

wenn bei Ihnen früher Augenprobleme wie bestimmte Glaukomarten

(erhöhter Druck im Auge) festgestellt wurden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bevor Sie Olanzapin AL

einnehmen.

Bei älteren Patienten mit Demenz wird die Anwendung von Olanzapin nicht

empfohlen, da schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten können.

Vergleichbare Arzneimittel können ungewöhnliche Bewegungen, vor allem

des Gesichts oder der Zunge, auslösen. Falls dies während der Einnahme

von Olanzapin AL auftritt, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt.

Sehr selten können vergleichbare Arzneimittel eine Kombination von Fieber,

raschem Atmen, Schwitzen, Muskelsteifheit und Benommenheit oder

Schläfrigkeit hervorrufen. Wenn dies eintritt, setzen Sie sich sofort mit Ihrem

Arzt in Verbindung.

Bei Patienten, die Olanzapin einnehmen, wurde Gewichtszunahme

beobachtet. Sie und Ihr Arzt sollten Ihr Gewicht regelmäßig überprüfen.

Wenden Sie sich bei Bedarf an einen Ernährungsberater bzw. befolgen Sie

einen Diätplan.

Bei Patienten, die Olanzapin einnehmen, wurden hohe Blutzuckerspiegel

und hohe Blutfettwerte (Triglyzeride und Cholesterin) beobachtet. Ihr Arzt

sollte Ihren Blutzucker- und bestimmte Blutfettspiegel überprüfen, bevor Sie

mit der Einnahme von Olanzapin beginnen sowie regelmäßig während der

Behandlung.

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie oder ein Verwandter schon einmal

venöse Thrombosen (Blutgerinnsel) hatten, denn derartige Arzneimittel

werden mit dem Auftreten von Blutgerinnseln in Verbindung gebracht.

Wenn Sie an einer der folgenden Krankheiten leiden, sagen Sie es bitte sobald

wie möglich Ihrem Arzt:

Schlaganfall oder Schlaganfall mit geringgradiger Schädigung (kurzzeitige

Symptome eines Schlaganfalls),

Parkinson’sche Erkrankung,

Schwierigkeiten mit der Prostata,

Darmverschluss (paralytischer Ileus),

Leber- oder Nierenerkrankung,

Blutbildveränderungen,

Herzerkrankung,

Diabetes,

Krampfanfälle.

09.02.2017

Wenn Sie unter Demenz leiden, sollen Sie oder die für Ihre Pflege zuständige

Person/Angehöriger Ihrem Arzt mitteilen, ob Sie jemals einen Schlaganfall oder

Schlaganfall mit geringgradiger Schädigung hatten.

Falls Sie über 65 Jahre alt sind, sollten Sie als routinemäßige

Vorsichtsmaßnahme von Ihrem Arzt den Blutdruck überwachen lassen.

Kinder und Jugendliche

Olanzapin AL ist nicht für Patienten unter 18 Jahren geeignet.

Einnahme von Olanzapin AL zusammen mit anderen Arzneimitteln

Bitte nehmen Sie während der Behandlung mit Olanzapin AL andere

Arzneimittel nur dann ein, wenn Ihr Arzt es Ihnen erlaubt.

Sie können sich benommen fühlen, wenn Sie Olanzapin AL zusammen mit

Antidepressiva oder Arzneimitteln gegen Angstzustände oder zum Schlafen

(Tranquilizer) nehmen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel

anwenden, kürzlich andere Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen,

andere Arzneimittel anzuwenden.

Informieren Sie Ihren Arzt insbesondere, wenn Sie Folgendes anwenden:

Arzneimittel zur Behandlung der Parkinson‘schen Erkrankung,

Carbamazepin (ein Antiepileptikum und Stimmungsstabilisierer), Fluvoxamin

(ein Antidepressivum) oder Ciprofloxacin (ein Antibiotikum), da es notwendig

sein kann, Ihre Olanzapin AL Dosis zu ändern.

Einnahme von Olanzapin AL zusammen mit Alkohol

Trinken Sie keinen Alkohol, wenn Sie mit Olanzapin AL behandelt werden, da

beides zusammen dazu führen kann, dass Sie sich benommen fühlen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen oder wenn Sie vermuten, schwanger zu

sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme

dieses Arzneimittels Ihren Arzt um Rat.

Da der Wirkstoff aus Olanzapin AL in geringen Mengen in die Muttermilch

ausgeschieden wird, sollten Sie unter einer Olanzapin AL-Behandlung nicht

stillen.

Bei neugeborenen Babys von Müttern, die Olanzapin im letzten Trimenon

(letzte drei Monate der Schwangerschaft) einnahmen, können folgende

Symptome auftreten: Zittern, Muskelsteifheit und/oder -schwäche, Schläfrigkeit,

Ruhelosigkeit, Atembeschwerden und Schwierigkeiten beim Stillen. Wenn Ihr

Baby eines dieser Symptome entwickelt, sollten Sie Ihren Arzt kontaktieren.

09.02.2017

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es besteht die Gefahr, dass Sie sich benommen fühlen, wenn Ihnen Olanzapin

AL gegeben wurde. Wenn dies eintritt, führen Sie kein Fahrzeug und benutzen

Sie keine Maschinen. Sagen Sie es Ihrem Arzt.

Olanzapin AL enthält Lactose

Bitte nehmen Sie dieses Arzneimittel daher erst nach Rücksprache mit Ihrem

Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit

gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

3. Wie ist Olanzapin AL einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt

ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher

sind.

Ihr Arzt wird Ihnen sagen, wie viele Filmtabletten und wie lange Sie diese

einnehmen sollen. Die tägliche Olanzapin AL Dosis beträgt zwischen 5 mg

und 20 mg. Falls Ihre Symptome wieder auftreten, sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

Hören Sie jedoch nicht auf, Olanzapin AL einzunehmen, es sei denn, Ihr Arzt

sagt es Ihnen.

Art der Anwendung

Sie sollten Ihre Olanzapin AL-Tabletten 1-mal täglich nach den Anweisungen

Ihres Arztes einnehmen. Versuchen Sie, die Filmtabletten immer zur gleichen

Tageszeit einzunehmen. Es ist nicht wichtig, ob Sie diese mit oder ohne

Nahrung einnehmen. Olanzapin AL ist zum Einnehmen. Bitte schlucken Sie die

Olanzapin AL-Tabletten unzerkaut mit Wasser.

Wenn Sie eine größere Menge von Olanzapin AL eingenommen

haben, als Sie sollten

Patienten, die eine größere Menge Olanzapin eingenommen haben als sie

sollten, hatten folgende Symptome: schneller Herzschlag,

Agitiertheit/aggressives Verhalten, Sprachstörungen, ungewöhnliche

Bewegungen (besonders des Gesichts oder der Zunge) und

Bewusstseinsverminderungen. Andere Symptome können sein: plötzlich

auftretende Verwirrtheit, Krampfanfälle (Epilepsie), Koma, eine Kombination

von Fieber, schnellerem Atmen, Schwitzen, Muskelsteifheit und Benommenheit

oder Schläfrigkeit, Verlangsamung der Atmung, Aspiration, hoher oder niedriger

Blutdruck, Herzrhythmusstörungen.

Benachrichtigen Sie bitte sofort Ihren Arzt oder ein Krankenhaus, wenn Sie

eines der oben genannten Symptome haben. Zeigen Sie dem Arzt Ihre

Tablettenpackung.

09.02.2017

Wenn Sie die Einnahme von Olanzapin AL vergessen haben

Nehmen Sie Ihre Tabletten, sobald Sie sich daran erinnern. Nehmen Sie die

verordnete Dosis nicht zweimal an einem Tag.

Wenn Sie die Einnahme von Olanzapin AL abbrechen

Beenden Sie die Einnahme nicht, nur weil Sie sich besser fühlen. Es ist wichtig,

dass Sie Olanzapin AL-Tabletten so lange einnehmen, wie Ihr Arzt es Ihnen

empfiehlt. Wenn Sie plötzlich aufhören Olanzapin AL einzunehmen, können

Symptome wie Schwitzen, Schlaflosigkeit, Zittern, Angst oder Übelkeit und

Erbrechen auftreten. Ihr Arzt kann Ihnen vorschlagen, die Dosis schrittweise zu

reduzieren, bevor Sie die Behandlung beenden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden

Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die

aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Informieren Sie sofort Ihren Arzt, wenn Sie Folgendes haben:

Ungewöhnliche Bewegungen (eine häufige Nebenwirkung, von der bis zu 1

von 10 Personen betroffen sein können), insbesondere des Gesichts oder

der Zunge.

Blutgerinnsel in den Venen, vor allem in den Beinen (mit Schwellungen,

Schmerzen und Rötungen der Beine), die möglicherweise über die Blutbahn

in die Lunge gelangen und dort Brustschmerzen sowie Schwierigkeiten beim

Atmen verursachen können. Wenn Sie eines dieser Symptome bei sich

beobachten, holen Sie bitte unverzüglich ärztlichen Rat ein.

Eine Kombination aus Fieber, schnellerer Atmung, Schwitzen,

Muskelsteifheit, Benommenheit oder Schläfrigkeit (die Häufigkeit dieser

Nebenwirkung kann aus den verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden).

Sehr häufige Nebenwirkungen (können mehr als 1 von 10 Personen

betreffen) sind:

Gewichtszunahme,

Schläfrigkeit und

Erhöhungen der Prolaktinwerte im Blut.

Zu Beginn der Behandlung können sich einige Patienten schwindlig oder sich

der Ohnmacht nahe fühlen (mit einem langsamen Puls), insbesondere beim

Aufstehen aus dem Liegen oder Sitzen. Dies gibt sich üblicherweise von selbst.

Falls nicht, sagen Sie es bitte Ihrem Arzt.

09.02.2017

Häufige Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 10 Personen

betreffen) sind:

Veränderungen der Werte einiger Blutzellen und Blutfettwerte sowie

zu Beginn der Behandlung erhöhte Leberwerte,

Erhöhung der Zuckerwerte im Blut und Urin,

Erhöhung der Harnsäure- und Kreatininphosphokinasewerte (CK) im Blut,

verstärktes Hungergefühl,

Schwindel,

Ruhelosigkeit,

Zittern,

ungewöhnliche Bewegungen (Dyskinesien),

Verstopfung,

Mundtrockenheit,

Ausschlag,

Schwäche,

starke Müdigkeit,

Wassereinlagerungen, die zu Schwellungen der Hände, Knöchel oder Füße

führen,

Fieber,

Gelenkschmerzen und

sexuelle Funktionsstörungen wie verminderter Sexualtrieb bei Männern und

Frauen oder Erektionsstörungen bei Männern.

Gelegentliche Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 100 Personen

betreffen) sind:

Überempfindlichkeit (z.B. Schwellung im Mund und Hals, Juckreiz,

Ausschlag),

Entwicklung oder Verschlechterung einer Zuckerkrankheit, gelegentlich in

Verbindung mit einer Ketoacidose (Ketonkörper in Blut und Urin) oder

Koma,

Krampfanfälle, eher bei einem Anfallsleiden (Epilepsie) in der

Vorgeschichte,

Muskelsteifheit oder Muskelkrämpfe (einschließlich Blickkrämpfe),

Restless-Legs-Syndrom (Syndrom der ruhelosen Beine)

Sprachstörungen,

langsamer Herzschlag,

Empfindlichkeit gegen Sonnenlicht,

Nasenbluten,

geblähter Bauch,

Gedächtnisverlust oder Vergesslichkeit,

Harninkontinenz,

Unfähigkeit, Wasser zu lassen,

Haarausfall,

Fehlen oder Abnahme der Regelblutungen sowie

09.02.2017

Veränderungen der Brustdrüse bei Männern und Frauen wie abnormale

Bildung von Milch oder Vergrößerung.

Seltene Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 1.000 Personen

betreffen) sind:

Erniedrigung der normalen Körpertemperatur,

Herzrhythmusstörungen,

plötzlicher ungeklärter Tod,

Entzündung der Bauchspeicheldrüse, die schwere Magenschmerzen, Fieber

und Übelkeit verursacht,

Lebererkrankungen mit Gelbfärbungen der Haut und der weißen Teile des

Auges,

Muskelerkrankung, die sich in Form von nicht erklärbaren Schmerzen zeigt

verlängerte und/oder schmerzhafte Erektion.

Sehr seltene Nebenwirkungen sind schwere allergische Reaktionen wie

Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS).

DRESS tritt zunächst mit grippeähnlichen Symptomen und Ausschlag im

Gesicht auf, gefolgt von großflächigem Ausschlag, hohem Fieber, vergrößerten

Lymphknoten, erhöhten Leberenzymwerten, die bei Blutuntersuchungen

festgestellt werden, und einem Anstieg bestimmter weißer Blutkörperchen

(Eosinophilie).

Ältere Menschen mit Demenz-Erkrankungen

Bei älteren Patienten mit Demenz kann es bei der Anwendung von Olanzapin

zu Schlaganfall, Lungenentzündung, Harninkontinenz, Stürzen, extremer

Müdigkeit, optischen Halluzinationen, Erhöhung der Körpertemperatur,

Hautrötung, und Schwierigkeiten beim Gehen kommen. In dieser speziellen

Patientengruppe wurden damit zusammenhängend einige Todesfälle berichtet.

Bei Patienten mit Parkinson’scher Erkrankung kann Olanzapin AL die

Symptome verschlechtern.

Andere mögliche Nebenwirkungen

Entölte Phospholipide aus Sojabohnen können sehr selten allergische

Reaktionen hervorrufen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

09.02.2017

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt

werden.

5. Wie ist Olanzapin AL aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der

Blisterpackung nach „verwendbar bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr

verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht und

Feuchtigkeit zu schützen.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie

tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Olanzapin AL 2,5 mg Filmtabletten enthält

Der Wirkstoff ist Olanzapin.

1 Filmtablette enthält 2,5 mg Olanzapin.

Die sonstigen Bestandteile sind

Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, Lactose,

Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich].

Tablettenüberzug: Entölte Phospholipide aus Sojabohnen, Poly(vinylalkohol),

Talkum, Xanthangummi, Titandioxid (E 171).

Wie Olanzapin AL 2,5 mg Filmtabletten aussieht und Inhalt der

Packung

Runde, bikonvexe, weiße Filmtablette mit der Prägung „O“ auf einer Seite.

Olanzapin AL 2,5 mg Filmtabletten ist in Packungen mit 35, 56 und 70

Filmtabletten erhältlich.

09.02.2017

Pharmazeutischer Unternehmer

ALIUD PHARMA

GmbH

Gottlieb-Daimler-Straße 19

D-89150 Laichingen

info@aliud.de

Hersteller

STADA Arzneimittel AG, Stadastraße 2–18, 61118 Bad Vilbel

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Februar 2017.

09.02.2017

Fachinformation (Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels/SPC)

1. Bezeichnung des Arzneimittels

Olanzapin AL 2,5 mg Filmtabletten

Olanzapin AL 5 mg Filmtabletten

Olanzapin AL 7,5 mg Filmtabletten

Olanzapin AL 10 mg Filmtabletten

Olanzapin AL 15 mg Filmtabletten

Olanzapin AL 20 mg Filmtabletten

2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung

Olanzapin AL 2,5 mg Filmtabletten

1 Filmtablette enthält: 2,5 mg Olanzapin

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: 1 Filmtablette enthält 0,064 mg

entölte Phospholipide aus Sojabohnen und 58,3 mg Lactose.

Olanzapin AL 5 mg Filmtabletten

1 Filmtablette enthält: 5 mg Olanzapin

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: 1 Filmtablette enthält 0,128 mg

entölte Phospholipide aus Sojabohnen und 116,6 mg Lactose.

Olanzapin AL 7,5 mg Filmtabletten

1 Filmtablette enthält: 7,5 mg Olanzapin

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: 1 Filmtablette enthält 0,192 mg

entölte Phospholipide aus Sojabohnen und 174,9 mg Lactose.

Olanzapin AL 10 mg Filmtabletten

1 Filmtablette enthält: 10 mg Olanzapin

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: 1 Filmtablette enthält 0,256 mg

entölte Phospholipide aus Sojabohnen und 233,2 mg Lactose.

Olanzapin AL 15 mg Filmtabletten

1 Filmtablette enthält: 15 mg Olanzapin

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: 1 Filmtablette enthält 0,256 mg

entölte Phospholipide aus Sojabohnen und 228,2 mg Lactose.

Olanzapin AL 20 mg Filmtabletten

1 Filmtablette enthält: 20 mg Olanzapin

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: 1 Filmtablette enthält 0,342 mg

entölte Phospholipide aus Sojabohnen und 304,3 mg Lactose.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

09.02.2017

3. Darreichungsform

Filmtablette

Olanzapin AL 2,5 mg Filmtabletten

Runde, bikonvexe, weiße Filmtablette, mit der Prägung „O“ auf einer Seite.

Olanzapin AL 5 mg Filmtabletten

Runde, bikonvexe, weiße Filmtablette, mit der Prägung „O1“ auf einer Seite.

Olanzapin AL 7,5 mg Filmtabletten

Runde, bikonvexe, weiße Filmtablette, mit der Prägung „O2“ auf einer Seite.

Olanzapin AL 10 mg Filmtabletten

Runde, bikonvexe, weiße Filmtablette, mit der Prägung „O3“ auf einer Seite.

Olanzapin AL 15 mg Filmtabletten

Ovale, bikonvexe, hellblaue Filmtablette, mit der Prägung „O“ auf einer Seite.

Olanzapin AL 20 mg Filmtabletten

Ovale, bikonvexe, hellrosa Filmtablette, mit der Prägung „O“ auf einer Seite.

4. Klinische Angaben

4.1 Anwendungsgebiete

Erwachsene

Olanzapin ist für die Behandlung der Schizophrenie angezeigt.

Bei Patienten, die initial auf die Behandlung angesprochen haben, ist Olanzapin

bei fortgesetzter Behandlung zur Aufrechterhaltung der klinischen Besserung

wirksam.

Olanzapin ist zur Behandlung von mäßig schweren bis schweren manischen

Episoden angezeigt.

Bei Patienten, deren manische Episode auf eine Behandlung mit Olanzapin

angesprochen hat, ist Olanzapin zur Phasenprophylaxe bei Patienten mit

bipolarer Störung angezeigt (siehe Abschnitt 5.1).

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Erwachsene

Schizophrenie

Die empfohlene Anfangsdosis für Olanzapin beträgt 10 mg/Tag.

09.02.2017

Manische Episoden

Die Anfangsdosis beträgt bei einer Monotherapie 15 mg 1-mal täglich und 10

mg 1-mal täglich bei einer Kombinationstherapie (siehe Abschnitt 5.1).

Phasenprophylaxe bei bipolaren Störungen

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 10 mg/Tag. Bei Patienten, die Olanzapin

zur Behandlung einer manischen Episode erhalten haben, sollte die

Behandlung zur Vorbeugung eines Rezidivs mit derselben Dosis fortgesetzt

werden. Falls erneut eine manische, gemischte oder depressive Episode

auftritt, sollte die Olanzapin-Behandlung fortgesetzt werden (Dosisoptimierung

entsprechend den Erfordernissen) mit einer ergänzenden Therapie der

Stimmungssymptome, falls klinisch angezeigt.

Während der Behandlung einer Schizophrenie, einer manischen Episode und

zur Phasenprophylaxe bei bipolaren Störungen kann die Dosis anschließend

innerhalb eines Bereichs von 5 - 20 mg/Tag auf der Grundlage des individuellen

klinischen Zustands angepasst werden. Eine Erhöhung der Dosis über die

empfohlene Anfangsdosis hinaus sollte nur nach einer angemessenen erneuten

klinischen Beurteilung und im Allgemeinen in Abständen von nicht weniger als

24 Stunden erfolgen.

Olanzapin kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden, da die

Resorption durch die Nahrung nicht beeinflusst wird. Bei einer Beendigung der

Olanzapin-Behandlung sollte eine schrittweise Verminderung der Dosis in

Betracht gezogen werden.

Besondere Patientengruppen

Ältere Patienten

Eine niedrigere Anfangsdosis (5 mg/Tag) wird üblicherweise nicht notwendig

sein, sollte jedoch bei über 65-Jährigen, wenn klinische Gründe dafür sprechen,

in Betracht gezogen werden (siehe Abschnitt 4.4).

Patienten mit Nieren- und/oder Leberinsuffizienz

Bei diesen Patienten sollte eine niedrigere Anfangsdosis (5 mg) in Betracht

gezogen werden. In Fällen von mittelgradiger Leberinsuffizienz (Zirrhose, Child-

Pugh Klasse A oder B) sollte die Anfangsdosis 5 mg betragen und nur mit

Vorsicht erhöht werden.

Raucher

Anfangsdosis und Dosierungsbereich müssen üblicherweise bei Nichtrauchern

im Vergleich zu Rauchern nicht verändert werden. Die Olanzapin-

Metabolisierung kann durch Rauchen beschleunigt werden. Eine klinische

Überwachung wird empfohlen und eine Erhöhung der Olanzapin-Dosis könnte,

wenn nötig, in Betracht gezogen werden (siehe Abschnitt 4.5).

Liegt mehr als ein Faktor vor, der den Metabolismus verlangsamen kann

(weibliches Geschlecht, höheres Alter, Nichtraucher), muss überlegt werden,

09.02.2017

die Behandlung mit einer niedrigeren Dosis zu beginnen. Eine Dosiserhöhung

muss, falls erforderlich, bei diesen Patienten vorsichtig durchgeführt werden

(siehe Abschnitte 4.5 und 5.2).

Kinder und Jugendliche

Olanzapin wird für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18

Jahren aufgrund des Fehlens von Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit nicht

empfohlen. Bei jugendlichen Patienten wurde in Kurzzeitstudien ein größeres

Ausmaß von Gewichtszunahme, Lipid- und Prolaktinveränderungen berichtet

als in Studien bei erwachsenen Patienten (siehe Abschnitte 4.4, 4.8, 5.1 und

5.2).

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Soja, Erdnuss oder einen der in

Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile,

Patienten mit bekanntem Risiko eines Engwinkelglaukoms.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die

Anwendung

Während der Behandlung mit einem Antipsychotikum kann es mehrere Tage

bis zu einigen Wochen dauern, bis sich der klinische Zustand des Patienten

bessert. Die Patienten sollten daher während dieser Zeit engmaschig

überwacht werden.

Erhöhte Mortalität bei älteren Menschen mit Demenz-Erkrankungen und

erhöhtes Risiko für das Auftreten von unerwünschten zerebrovaskulären

Ereignissen

Olanzapin ist für die Behandlung von Psychosen und/oder Verhaltensstörungen

im Zusammenhang mit einer Demenz nicht zugelassen und die Anwendung in

dieser speziellen Patientengruppe wird nicht empfohlen, da die Mortalität und

das Risiko eines zerebrovaskulären Zwischenfalls erhöht ist.

In Placebo-kontrollierten Studien (über 6 - 12 Wochen) bei älteren Patienten

(Durchschnittsalter 78 Jahre) mit Psychosen und/oder Verhaltensstörungen im

Rahmen einer Demenz kam es bei mit Olanzapin behandelten Patienten im

Vergleich zu mit Placebo behandelten Patienten zu einer Zunahme der

Häufigkeit von Todesfällen um das 2-Fache (3,5% bzw. 1,5%). Die höhere

Inzidenz von Todesfällen war nicht von der Olanzapin-Dosis (durchschnittliche

tägliche Dosis 4,4 mg) oder der Dauer der Behandlung abhängig.

Risikofaktoren für eine höhere Sterblichkeit in dieser Patientengruppe können

Alter >65 Jahre, Dysphagie, Sedierung, Mangelernährung und Dehydrierung,

Erkrankungen der Lunge (z.B. Pneumonie mit oder ohne Aspiration) oder die

gleichzeitige Anwendung von Benzodiazepinen sein. Bei mit Olanzapin

behandelten Patienten war die Inzidenz für Todesfälle unabhängig von diesen

Risikofaktoren höher als bei mit Placebo behandelten Patienten.

09.02.2017

In denselben klinischen Prüfungen wurden unerwünschte zerebrovaskuläre

Ereignisse (z.B. Schlaganfall, transitorische ischämische Attacken),

einschließlich solcher mit tödlichem Verlauf, berichtet. Bei mit Olanzapin

behandelten Patienten traten zerebrovaskuläre Ereignisse 3-mal häufiger auf

als bei mit Placebo behandelten Patienten (1,3% bzw. 0,4%). Bei allen mit

Olanzapin oder Placebo behandelten Patienten, bei denen es zu einem

zerebrovaskulären Ereignis kam, bestanden bereits vor der Behandlung

Risikofaktoren. Als Risikofaktoren für ein zerebrovaskuläres Ereignis im

Zusammenhang mit einer Olanzapin-Behandlung wurden ein Alter >75 Jahre

und eine Demenz vaskulärer oder gemischter Ursache identifiziert. Die

Wirksamkeit von Olanzapin wurde in diesen Studien nicht belegt.

Parkinsonsche Erkrankung

Die Anwendung von Olanzapin wird zur Behandlung von durch Arzneimittel mit

dopaminerger Wirkung ausgelösten Psychosen bei Patienten mit

Parkinsonscher Erkrankung nicht empfohlen. In klinischen Prüfungen wurden

sehr häufig und häufiger als unter Placebo eine Verschlechterung der

Parkinson-Symptome und Halluzinationen berichtet (siehe Abschnitt 4.8).

Olanzapin war dabei in der Behandlung der psychotischen Symptome nicht

wirksamer als Placebo. In diesen Prüfungen war vorausgesetzt, dass der

Zustand der Patienten zu Beginn mit der niedrigsten wirksamen Dosis von

Antiparkinson-Arzneimitteln (Dopaminagonist) stabil ist und die Patienten

während der gesamten Studie mit den gleichen Dosierungen der gleichen

Antiparkinson-Arzneimittel behandelt werden. Die Olanzapin-Behandlung wurde

mit 2,5 mg/Tag begonnen und entsprechend der Beurteilung des Prüfarztes auf

höchstens 15 mg/Tag titriert.

Malignes neuroleptisches Syndrom (MNS)

MNS ist ein potenziell lebensbedrohlicher Zustand, der mit der Einnahme von

Antipsychotika zusammenhängt. Seltene, als MNS berichtete Fälle wurden

auch im Zusammenhang mit Olanzapin erhalten. Klinische Manifestationen

eines MNS sind eine Erhöhung der Körpertemperatur, Muskelrigidität,

wechselnde Bewusstseinslagen und Anzeichen autonomer Instabilität

(unregelmäßiger Puls oder Blutdruck, Tachykardie, Schwitzen und

Herzrhythmusstörungen). Weitere Symptome können eine Erhöhung der

Kreatinphosphokinase, Myoglobinurie (Rhabdomyolyse) und akutes

Nierenversagen sein. Wenn ein Patient Symptome entwickelt, die auf ein MNS

hindeuten oder unklares hohes Fieber bekommt ohne eine zusätzliche klinische

Manifestation von MNS, müssen alle Antipsychotika einschließlich Olanzapin

abgesetzt werden.

Hyperglykämie und Diabetes

Eine Hyperglykämie und/oder Entwicklung oder Verschlechterung eines

Diabetes wurden gelegentlich berichtet, mitunter begleitet von Ketoazidose oder

Koma, einschließlich einiger letaler Fälle (siehe Abschnitt 4.8). In einigen Fällen

wurde eine vorherige Zunahme des Körpergewichts berichtet, was ein

prädisponierender Faktor sein könnte. Eine angemessene ärztliche

09.02.2017

Überwachung in Übereinstimmung mit den gebräuchlichen Therapierichtlinien

für Antipsychotika ist ratsam, z.B. eine Bestimmung der Blutglukose zu Beginn

der Therapie, 12 Wochen nach Beginn der Olanzapin-Behandlung und

anschließend in jährlichen Abständen. Patienten, die mit antipsychotischen

Arzneimitteln einschließlich Olanzapin AL behandelt werden, sollten hinsichtlich

Symptome einer Hyperglykämie (wie Polydipsie, Polyurie, Polyphagie und

Schwäche) beobachtet werden. Patienten mit Diabetes mellitus oder mit

Risikofaktoren für die Entwicklung eines Diabetes sollten regelmäßig bezüglich

einer Verschlechterung der Glukoseeinstellung überwacht werden. Das Gewicht

sollte regelmäßig kontrolliert werden, z.B. zu Beginn der Therapie, 4, 8 und 12

Wochen nach Beginn der Olanzapin-Behandlung und anschließend in

vierteljährlichen Abständen.

Lipidveränderungen

In placebokontrollierten klinischen Studien wurden bei mit Olanzapin

behandelten Patienten unerwünschte Veränderungen der Lipidwerte

beobachtet (siehe Abschnitt 4.8). Lipidveränderungen sind zu behandeln, wie

es klinisch erforderlich ist, insbesondere bei Patienten mit einer

Lipidstoffwechselstörung und bei Patienten mit Risikofaktoren für die

Entwicklung einer solchen. Patienten, die mit antipsychotischen Arzneimitteln

einschließlich Olanzapin AL behandelt werden, sollten in Übereinstimmung mit

den gebräuchlichen Therapierichtlinien für Antipsychotika regelmäßig

hinsichtlich der Lipidwerte überwacht werden, z.B. zu Beginn der Therapie, 12

Wochen nach Beginn der Olanzapin-Behandlung und anschließend alle 5

Jahre.

Anticholinerge Wirkung

Obwohl Olanzapin in vitro eine anticholinerge Wirkung zeigte, wurde während

der klinischen Prüfung eine niedrige Inzidenz von damit zusammenhängenden

Ereignissen beobachtet. Da aber die klinische Erfahrung bei Patienten mit

Begleiterkrankungen begrenzt ist, wird bei der Verordnung für Patienten mit

Prostatahypertrophie oder paralytischem Ileus und damit zusammenhängenden

Zuständen zur Vorsicht geraten.

Leberfunktion

Vorübergehende, asymptomatische Erhöhungen der Lebertransaminasen ALT

(GPT) und AST (GOT) wurden, besonders zu Beginn der Behandlung, häufig

beobachtet. Bei Patienten mit erhöhten ALT- und/oder AST-Werten, bei

Patienten mit Anzeichen einer Leberfunktionseinschränkung, bei Patienten mit

vorbestehenden Erkrankungen, die mit einer eingeschränkten

Leberfunktionsreserve einhergehen und Patienten, die mit möglicherweise

hepatotoxischen Arzneimitteln behandelt werden, ist daher Vorsicht angebracht

und Nachuntersuchungen sind durchzuführen. In Fällen, in denen eine Hepatitis

(einschließlich einer hepatozellulären oder cholestatischen Leberschädigung

oder einer Mischform) diagnostiziert wurde, muss die Olanzapin-Therapie

beendet werden.

09.02.2017

Neutropenie

Vorsicht ist angebracht bei Patienten mit niedrigen Leukozyten- und/oder

Neutrophilenwerten jeglicher Ursache, bei Patienten, die Arzneimittel erhalten

von denen bekannt ist, dass sie eine Neutropenie verursachen können, bei

Patienten mit arzneimittelbedingter Knochenmarkdepression/-toxizität in der

Anamnese, bei Patienten mit Knochenmarkdepression bedingt durch eine

Begleiterkrankung, Strahlentherapie oder Chemotherapie und bei Patienten mit

hypereosinophilen Zuständen oder einer myeloproliferativen Erkrankung. Wenn

Olanzapin und Valproat gleichzeitig angewendet wurden, wurde häufig über

Neutropenie berichtet (siehe Abschnitt 4.8).

Absetzen der Behandlung

Wenn Olanzapin plötzlich abgesetzt wurde, wurden selten (≥0,01% und <0,1%)

akute Symptome wie Schwitzen, Schlaflosigkeit, Zittern, Angst, Übelkeit oder

Erbrechen berichtet.

QT-Intervall

In klinischen Prüfungen wurden bei mit Olanzapin behandelten Patienten

gelegentlich (0,1% - 1%) klinisch relevante QT-Verlängerungen gefunden (nach

Fridericia korrigiertes QT-Intervall [QT

F] ≥500 Millisekunden [msec] zu

beliebigen Zeitpunkten nach dem Ausgangswert, bei einem Ausgangswert

F <500 msec). Im Vergleich zu Placebo zeigten sich keine signifikanten

Unterschiede bei assoziierten kardialen Ereignissen. Es ist jedoch Vorsicht

geboten, wenn Olanzapin zusammen mit anderen Arzneimitteln verschrieben

wird, von denen bekannt ist, dass sie die QT

-Strecke verlängern, insbesondere

bei älteren Patienten, bei Patienten mit angeborener Verlängerung der QT-

Strecke, Herzinsuffizienz, Hypertrophie des Herzens, Kalium- oder

Magnesiummangel im Blut.

Thromboembolien

Gelegentlich (≥0,1% und <1%) wurde ein zeitlicher Zusammenhang zwischen

einer Olanzapin-Behandlung und venösen Thromboembolien (VTE) berichtet.

Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen dem Auftreten von VTE und einer

Olanzapin-Behandlung wurde nicht nachgewiesen. Da jedoch Patienten mit

Schizophrenie häufig Risikofaktoren für venöse Thromboembolien entwickeln,

sind alle möglichen Risikofaktoren für VTE, wie z.B. Immobilisation festzustellen

und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.

Allgemeine Wirkungen auf das Zentralnervensystem

Da Olanzapin hauptsächlich auf das Zentralnervensystem wirkt, ist bei

gleichzeitiger Einnahme von anderen zentralnervös wirksamen Arzneimitteln

und Alkohol Vorsicht angebracht. Da Olanzapin in vitro einen Dopamin-

Antagonismus zeigt, kann es die Wirkung von direkten oder indirekten

Dopamin-Agonisten abschwächen.

Krampfanfälle

09.02.2017

Olanzapin muss bei Patienten mit Krampfanfällen in der Anamnese oder bei die

Krampfschwelle verändernden Zuständen vorsichtig angewendet werden. Das

Auftreten von Krampfanfällen wurde gelegentlich bei mit Olanzapin behandelten

Patienten berichtet. Bei den meisten dieser Fälle wurden Krampfanfälle in der

Anamnese oder Risikofaktoren für Krampfanfälle berichtet.

Spätdyskinesien

In vergleichenden Studien von einer Dauer bis zu einem Jahr war die

Behandlung mit Olanzapin mit einer statistisch signifikant geringeren Inzidenz

von Dyskinesien assoziiert. Das Risiko einer Spätdyskinesie nimmt jedoch

während einer Langzeitbehandlung zu. Wenn bei einem mit Olanzapin

behandelten Patienten Anzeichen einer Spätdyskinesie auftreten, sollte daher

überlegt werden, die Dosis zu reduzieren oder die Behandlung abzubrechen.

Diese Symptome können sich zeitweilig verschlechtern oder auch erst nach

Beendigung der Behandlung auftreten.

Orthostatische Hypotonie

Gelegentlich wurde in klinischen Prüfungen bei älteren Patienten orthostatische

Hypotonie beobachtet. Es wird empfohlen, bei Patienten über 65 Jahre den

Blutdruck in regelmäßigen Abständen zu messen.

Plötzlicher Herztod

In Berichten nach Markteinführung wurde das Ereignis eines plötzlichen

Herztodes bei Patienten mit Olanzapin berichtet. In einer retrospektiven

beobachtenden Kohortenstudie hatten Patienten, die mit Olanzapin behandelt

wurden, ein ungefähr zweifach erhöhtes Risiko eines vermuteten plötzlichen

kardialen Todes im Vergleich zu nicht mit Antipsychotika behandelten

Patienten. In der Studie war das Risiko von Olanzapin vergleichbar einer

gepoolten Analyse von atypischen Antipsychotika.

Kinder und Jugendliche

Olanzapin ist nicht angezeigt für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen.

Studien bei Patienten im Alter von 13 - 17 Jahren zeigten verschiedene

Nebenwirkungen, einschließlich Gewichtszunahme, Veränderungen

metabolischer Parameter und Erhöhung der Prolaktin-Spiegel (siehe Abschnitte

4.8 und 5.1).

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel

oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Olanzapin AL nicht einnehmen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige

Wechselwirkungen

Wechselwirkungsstudien wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.

Mögliche Wechselwirkungen, die Olanzapin beeinflussen

09.02.2017

Da Olanzapin durch CYP1A2 metabolisiert wird, beeinflussen Substanzen, die

spezifisch dieses Isoenzym induzieren oder hemmen, möglicherweise die

Pharmakokinetik von Olanzapin.

Induktion von CYP1A2

Der Metabolismus von Olanzapin kann durch Rauchen und Carbamazepin

induziert werden. Dadurch kann es zu niedrigeren Olanzapin-Konzentrationen

kommen. Beobachtet wurde nur eine leichte bis mäßige Zunahme der

Olanzapin-Clearance. Die klinischen Konsequenzen sind wahrscheinlich gering,

es wird jedoch eine klinische Überwachung empfohlen. Falls erforderlich, kann

eine Erhöhung der Olanzapin-Dosis erwogen werden (siehe Abschnitt 4.2).

Hemmung von CYP1A2

Für Fluvoxamin, einen spezifischen CYP1A2-Hemmstoff, wurde eine

signifikante Hemmung des Olanzapin-Metabolismus gezeigt. Die

durchschnittliche Zunahme der Olanzapin-C

nach Fluvoxamin betrug bei

weiblichen Nichtrauchern 54% und bei männlichen Rauchern 77%. Die

durchschnittliche Zunahme der Olanzapin-AUC betrug 52% bzw. 108%. Bei

Patienten, die Fluvoxamin oder einen anderen CYP1A2-Hemmer wie

Ciprofloxacin anwenden, muss eine niedrigere Anfangsdosis von Olanzapin in

Betracht gezogen werden. Eine Reduzierung der Olanzapin-Dosis muss in

Betracht gezogen werden, wenn eine Behandlung mit einem CYP1A2-Hemmer

begonnen wird.

Verminderte Bioverfügbarkeit

Aktivkohle vermindert die Bioverfügbarkeit von oralem Olanzapin um 50 - 60%

und sollte mindestens 2 Stunden vor oder nach Olanzapin eingenommen

werden. Fluoxetin (ein CYP2D6-Hemmstoff), Einzeldosen von Antazida

(Aluminium, Magnesium) oder Cimetidin haben keinen signifikanten Einfluss auf

die Pharmakokinetik von Olanzapin.

Möglicher Einfluss von Olanzapin auf andere Arzneimittel

Olanzapin kann die Wirkung von direkten und indirekten Dopamin-Agonisten

abschwächen.

Die wichtigsten CYP450-Isoenzyme (z.B. 1A2, 2D6, 2C9, 2C19, 3A4) werden

durch Olanzapin in vitro nicht gehemmt. Deshalb ist hier keine besondere

Wechselwirkung zu erwarten, was auch durch In-vivo-Studien belegt wurde, in

denen keine Hemmung des Metabolismus der folgenden Wirkstoffe gefunden

wurde: trizyklische Antidepressiva (im Allgemeinen typisch für den CYP2D6-

Weg), Warfarin (CYP2C9), Theophyllin (CYP1A2) oder Diazepam (CYP3A4

und 2C19).

Olanzapin zeigte keine Wechselwirkungen bei gleichzeitiger Gabe von Lithium

oder Biperiden.

09.02.2017

Die therapeutische Überwachung der Valproat-Blutspiegel hat nicht gezeigt,

dass die Valproat-Dosis angepasst werden muss, nachdem mit der

gleichzeitigen Gabe von Olanzapin begonnen wurde.

Allgemeine Wirkung auf das Zentralnervensystem

Bei Patienten, die Alkohol konsumieren bzw. Arzneimittel mit einer das

Zentralnervensystem dämpfenden Wirkung erhalten, ist Vorsicht angebracht.

Die gleichzeitige Anwendung von Olanzapin mit Anti-Parkinson-Arzneimitteln

bei Patienten mit Parkinsonscher Erkrankung und Demenz wird nicht empfohlen

(siehe Abschnitt 4.4).

-Intervall

Vorsicht ist angebracht, wenn Olanzapin gleichzeitig mit Arzneimitteln

angewendet wird, die bekanntermaßen das QT

-Intervall verlängern (siehe

Abschnitt 4.4).

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine hinreichenden und kontrollierten Studien bei schwangeren

Frauen vor. Die Patientinnen sollten darauf hingewiesen werden, Ihren Arzt zu

unterrichten, wenn sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft während der

Behandlung mit Olanzapin planen. Da die Erfahrung bei Menschen begrenzt ist,

darf Olanzapin in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der

mögliche Nutzen das potenzielle Risiko für den Fetus rechtfertigt.

Neugeborene, die während des dritten Trimenons der Schwangerschaft

gegenüber Antipsychotika (einschließlich Olanzapin) exponiert sind, sind durch

Nebenwirkungen einschließlich extrapyramidaler Symptome und/oder

Entzugserscheinungen gefährdet, deren Schwere und Dauer nach der

Entbindung variieren können.

Es gab Berichte über Agitiertheit, erhöhten oder erniedrigten Muskeltonus,

Tremor, Somnolenz, Atemnot oder Störungen bei der Nahrungsaufnahme.

Dementsprechend sollten Neugeborene sorgfältig überwacht werden.

Stillzeit

In einer Studie mit stillenden, gesunden Frauen wurde Olanzapin in der

Muttermilch ausgeschieden. Die durchschnittlich vom Säugling aufgenommene

Menge (mg/kg) wurde im Steady State mit ca. 1,8% der mütterlichen Olanzapin-

Dosis bestimmt. Den Patientinnen sollte geraten werden, ihr Kind nicht zu

stillen, wenn sie Olanzapin einnehmen.

Fertilität

Es sind keine Auswirkungen auf die Fertilität bekannt (siehe Abschnitt 5.3 zu

den präklinischen Daten).

09.02.2017

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und

die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt. Da Olanzapin

Schläfrigkeit und Schwindel verursachen kann, muss der Patient vor dem

Bedienen von Maschinen gewarnt werden; dies gilt auch für das Autofahren.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Erwachsene

Die am häufigsten (≥1% der Patienten) berichteten Nebenwirkungen im

Zusammenhang mit der Anwendung von Olanzapin in klinischen Prüfungen

waren Schläfrigkeit, Gewichtszunahme, Eosinophilie, erhöhte Prolaktin-,

Cholesterin-, Glukose- und Triglyceridspiegel (siehe Abschnitt 4.4), Glukosurie,

Zunahme des Appetits, Schwindel, Akathisie, Parkinsonismus, Leukopenie,

Neutropenie (siehe Abschnitt 4.4), Dyskinesie, orthostatische Hypotonie,

anticholinerge Effekte, vorübergehende asymptomatische Erhöhungen von

Lebertransaminasen (siehe Abschnitt 4.4), Ausschlag, Asthenie, Ermüdung,

Fieber, Arthralgie, erhöhte alkalische Phosphatase-Werte, hohe Gamma-

Glutamyltransferase (GGT)-Werte, hohe Harnsäure-Werte, hohe

Kreatinphosphokinase (CK)-Werte und Ödeme.

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Die folgende Tabelle führt Nebenwirkungen und Ergebnisse klinisch-

chemischer Untersuchungen auf, beruhend auf Spontanberichten und

klinischen Prüfungen. Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die

Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben. Die

aufgeführten Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥1/10), häufig

(≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1.000, <1/100), selten (≥1/10.000, <1/1.000),

sehr selten (<1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der

verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Nicht

bekannt

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Eosinophilie,

Leukopenie

Neutropenie

Thrombozytopenie

Erkrankungen des Immunsystems

Überempfindlichkeit

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

09.02.2017

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Nicht

bekannt

Gewichtszunahme

erhöhte

Cholesterinspiegel

erhöhte Glukosespiegel

erhöhte

Triglyceridspiegel

Glukosurie, Zunahme

des Appetits

Entwicklung oder

Verschlechterung eines

Diabetes gelegentlich

begleitet von

Ketoacidose oder Koma,

einschließlich einiger

letaler Fälle (siehe

Abschnitt 4.4)

Hypothermie

Erkrankungen des Nervensystems

Schläfrigkeit

Schwindel, Akathisie

Parkinsonismus

Dyskinesie

Krampfanfälle, wobei in

den meisten dieser Fälle

Krampfanfälle in der

Anamnese oder

Risikofaktoren für

Krampfanfälle berichtet

wurden

. Dystonie

(einschließlich

Blickkrämpfe)

, tardive

Dyskinesie

, Amnesie

Dysarthie, Restless-

Legs-Syndrom

malignes neuroleptisches

Syndrom (siehe Abschnitt

4.4)

, Absetzsymptome

Herzerkrankungen

Bradykardie, QT

Verlängerung (siehe

Abschnitt 4.4)

ventrikuläre Tachykardie/

Fibrillation, plötzlicher

Tod (siehe Abschnitt

4.4)

Gefäßerkrankungen

orthostatische

Hypotonie

Thromboembolien

(einschließlich

Lungenembolien und

tiefer Venenthrombose)

(siehe Abschnitt 4.4)

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Nasenbluten

Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes

leichte, vorübergehende

anticholinerge Effekte

einschließlich

Verstopfung und

Mundtrockenheit

geblähtes Abdomen

Pankreatitis

09.02.2017

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Nicht

bekannt

Leber- und Gallenerkrankungen

vorübergehende,

asymptomatische

Erhöhungen von

Lebertransaminasen

(ALT, AST), besonders

zu Beginn der

Behandlung (siehe

Abschnitt 4.4)

Hepatitis (einschließlich

einer hepatozellulären

oder cholestatischen

Leberschädigung oder

einer Mischform)

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Ausschlag

Lichtüberempfindlichkeits

reaktionen, Alopezie

Arzneimittelr

eaktion mit

Eosinophilie

systemische

Symptomen

(DRESS)

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Arthralgie

Rhabdomyolyse

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Harninkontinenz,

Harnverhalt,

Schwierigkeiten beim

Wasserlassen

Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen

Arzneimittelentzugssyndr

om des Neugeborenen

(siehe Abschnitt 4.6)

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

erektile Dysfunktion bei

Männern, erniedrigte

Libido bei Männern und

Frauen

Amenorrhö,

Brustvergrößerung,

Galaktorrhö bei Frauen,

Gynäkomastie/Brustvergr

ößerung bei Männern

Priapismus

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Asthenie, Müdigkeit,

Ödeme, Fieber

Untersuchungen

erhöhte

Plasmaprolaktinspie

erhöhte alkalische

Phosphatase-Wert

hohe

Kreatinphosphokinase

(CK)-Werte

, hohe

Gamma-

Glutamyltransferase

(GGT)-Werte

, hohe

Harnsäure-Werte

erhöhtes

Gesamtbilirubin

09.02.2017

Eine klinisch signifikante Gewichtszunahme wurde durchgängig bei allen Kategorien der

Ausgangs- Body-Mass-Indices (BMI) beobachtet. Nach einer Kurzzeittherapie (mittlere

Dauer 47 Tage) war eine Gewichtszunahme ≥7% des Ausgangskörpergewichtes sehr

häufig (22,2% der Patienten), ≥15% häufig (4,2%) und ≥25% gelegentlich (0,8%). Eine

Gewichtszunahme ≥7%, ≥15% und ≥25% des Ausgangskörpergewichtes war bei

Langzeitgabe (mindestens 48 Wochen) sehr häufig (64,4%, 31,7% und 12,3%).

Die mittleren Anstiege der Nüchtern-Lipid-Werte (Gesamtcholesterin, LDL, Cholesterin und

Triglyceride) waren größer bei Patienten ohne Hinweis auf eine Lipidstörung bei Beginn der

Therapie.

Beobachtet wurden normale Nüchtern-Ausgangswerte (<5,17 mmol/l), die über die

Normwerte anstiegen (≥6,2 mmol/l).

Veränderungen grenzwertiger Ausgangs-Nüchtern-Gesamtcholesterin-Werte (≥5,17 - <6,2

mmol/l) zu hohen Werten (≥6,2 mmol/l) waren sehr häufig.

Beobachtet wurden normale Nüchtern-Ausgangswerte (<5,56 mmol/l), die über die

Normwerte (≥7 mmol/l) anstiegen.

Veränderungen grenzwertiger Ausgangs-Nüchtern-Glukose-Werte (≥5,56 mmol/l - <7

mmol/l) zu hohen Werten (≥7 mmol/l) waren sehr häufig.

Beobachtet wurden normale Nüchtern-Ausgangswerte (<1,69 mmol/l), die über die

Normwerte (≥2,26 mmol/l) anstiegen.

Veränderungen grenzwertiger Ausgangs-Nüchtern-Triglycerid-Werte (≥1,69 mmol/l - <2,26

mmol/l) zu hohen Werten (≥2,26 mmol/l) waren sehr häufig.

In klinischen Studien war die Häufigkeit von Parkinsonismus und Dystonie bei mit

Olanzapin behandelten Patienten numerisch größer, aber nicht statistisch signifikant

unterschiedlich im Vergleich zu Placebo. Bei mit Olanzapin behandelten Patienten war die

Häufigkeit von Parkinsonismus, Akathisie und Dystonie geringer als bei denen, die titrierte

Dosen Haloperidol erhielten. Da keine genauen Informationen über individuelle akute oder

späte extrapyramidale Bewegungsstörungen in der Anamnese vorliegen, kann zur Zeit nicht

geschlossen werden, dass Olanzapin weniger Spätdyskinesien oder spät auftretende

extrapyramidale Bewegungsstörungen verursacht.

Wenn Olanzapin plötzlich abgesetzt wurde, wurden akute Symptome wie Schwitzen,

Schlaflosigkeit, Zittern, Angst, Übelkeit oder Erbrechen berichtet.

In klinischen Studien bis zu einer Dauer von 12 Wochen, waren die

Plasmaprolaktinkonzentrationen bei normalem Ausgangsprolaktinwert bei mehr als 30% der

mit Olanzapin behandelten Patienten über den oberen Normbereich erhöht. Bei der

Mehrzahl dieser Patienten waren die Werte im Allgemeinen leicht erhöht, und die Erhöhung

blieb unterhalb des zweifachen oberen Normbereichs.

Aus klinischen Studien aufgezeigte Nebenwirkung in der Olanzapindatenbank.

Beurteilt anhand von Messwerten aus klinischen Studien in der Olanzapin-

Gesamtdatenbank.

Nebenwirkung, die aus Spontanberichten nach Markteinführung aufgezeigt wurde.

Häufigkeit wurde unter Nutzung der Olanzapin-Gesamtdatenbank ermittelt.

Nebenwirkung, die aus Spontanberichten nach Markteinführung mit einer Häufigkeit einer

geschätzten Obergrenze von 95% des Konfidenzintervalls in der Olanzapin-

Gesamtdatenbank aufgezeigt wurde.

Langzeitgabe (mindestens 48 Wochen)

Der Anteil der Patienten mit unerwünschten, klinisch signifikanten

Veränderungen folgender Parameter nahm mit der Zeit zu: Gewichtszunahme,

Glukose, Gesamt/LDL/HDL-Cholesterin oder Triglyceride. Bei erwachsenen

Patienten, die 9 - 12 Monate lang behandelt wurden, nahm nach 6 Monaten das

Ausmaß der Zunahme der mittleren Blutglukose-Werte ab.

Zusätzliche Informationen zu speziellen Patientenpopulationen

Demenz-Patienten

09.02.2017

In klinischen Prüfungen bei älteren Patienten mit Demenz war die Behandlung

mit Olanzapin im Vergleich zu Placebo mit einer höheren Inzidenz an

Todesfällen und zerebrovaskulären Ereignissen verbunden (siehe auch

Abschnitt 4.4). Sehr häufige unerwünschte Wirkungen im Zusammenhang mit

der Anwendung von Olanzapin in dieser Patientengruppe waren abnormer

Gang und Stürze. Pneumonie, erhöhte Körpertemperatur, Lethargie, Erythem,

visuelle Halluzinationen und Harninkontinenz wurden häufig beobachtet.

In klinischen Prüfungen bei Patienten mit einer durch Arzneimittel

(Dopaminagonist) ausgelösten Psychose im Zusammenhang mit einer

Parkinson’schen Erkrankung wurde sehr häufig und häufiger als unter Placebo

über eine Verschlechterung der Parkinson-Symptome und Halluzinationen

berichtet.

In einer klinischen Prüfung bei Patienten mit bipolarer Manie betrug bei einer

gleichzeitigen Behandlung mit Valproat und Olanzapin die Häufigkeit einer

Neutropenie 4,1%. Möglicherweise haben hohe Valproat-Plasmaspiegel dazu

beigetragen. Bei gleichzeitiger Gabe von Olanzapin und Lithium oder Valproat

kam es häufiger (>10%) zu Zittern, Mundtrockenheit, größerem Appetit und

Gewichtszunahme. Sprachstörungen wurden häufig (1% - 10%) berichtet.

Während einer Behandlung mit Olanzapin in Kombination mit Lithium oder

Divalproex kam es bei 17,4% der Patienten während der Akutbehandlung (bis

zu 6 Wochen) zu einer Zunahme des Körpergewichts von ≥7% gegenüber dem

Ausgangswert. Die Langzeitbehandlung mit Olanzapin (bis zu 12 Monate) zur

Phasenprophylaxe bei Patienten mit bipolaren Störungen war bei 39,9% der

Patienten mit einer Zunahme des Körpergewichts von ≥7% gegenüber dem

Ausgangswert verbunden.

Kinder und Jugendliche

Olanzapin ist nicht angezeigt für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen

unter 18 Jahren. Obwohl keine klinischen Studien durchgeführt wurden, die

konzipiert waren um Jugendliche mit Erwachsenen zu vergleichen, wurden die

Daten von Studien mit Kindern mit denen aus Erwachsenen-Studien verglichen.

Die folgende Tabelle fasst die Nebenwirkungen zusammen, die mit einer

größeren Häufigkeit bei jugendlichen Patienten (13 - 17 Jahre) als bei

erwachsenen Patienten berichtet wurden oder Nebenwirkungen, die nur bei

Kurzzeit-Studien bei jugendlichen Patienten auftraten. Eine klinisch signifikante

Gewichtszunahme (≥7%) schien häufiger in der jugendlichen Population

aufzutreten im Vergleich zu Erwachsenen mit ähnlicher Exposition. Das

Ausmaß der Gewichtszunahme und der Anteil an jugendlichen Patienten, die

eine klinisch signifikante Gewichtszunahme entwickelten, war größer bei

Langzeitbehandlung (mindestens 24 Wochen) als bei Kurzzeittherapie.

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach

abnehmendem Schweregrad aufgeführt.

09.02.2017

Die angegebenen Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥1/10),

häufig (≥1/100, <1/10).

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr häufig: Gewichtszunahme

, erhöhte Triglyceridspiegel

, Zunahme des Appetits.

Häufig: Erhöhte Cholesterinspiegel

Erkrankungen des Nervensystemes

Sehr häufig: Sedierung (einschließlich: Hypersomnie, Lethargie, Schläfrigkeit).

Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes

Häufig: Mundtrockenheit.

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr häufig: Erhöhungen von Lebertransaminasen (ALT/AST; siehe Abschnitt 4.4).

Untersuchungen

Sehr häufig: Erniedrigtes Gesamtbilirubin, erhöhte GGT, erhöhte Plasmaprolaktinspiegel

.

Nach einer Kurzzeittherapie (mittlere Dauer 22 Tage) war eine Gewichtszunahme ≥7% des

Ausgangskörpergewichtes (kg) sehr häufig (40,6% der Patienten), ≥15 % des

Ausgangskörpergewichtes häufig (7,1%) und ≥25% häufig (2,5%). Bei Langzeitbehandlung

(mindestens 24 Wochen), nahmen 89,4% der Patienten ≥7%, 55,3% ≥15% und 29,1%

≥25% des Ausgangskörpergewichtes zu.

Beobachtet wurden normale Nüchtern-Ausgangswerte (<1,016 mmol/l), die über die

Normwerte (≥1,467 mmol/l) anstiegen und Veränderungen grenzwertiger Ausgangs-

Nüchtern-Triglycerid-Werte (≥1,016 mmol/l - <1,467 mmol/l) zu hohen Werten (≥1,467

mmol/l).

Veränderungen normaler Nüchtern-Gesamtcholesterin-Ausgangswerte (<4,39 mmol/l) zu

hohen Werten (≥5,17 mmol/l) wurden häufig beobachtet.

Veränderungen grenzwertiger Ausgangs-Nüchtern-Gesamtcholesterin-Werte (≥4,39 - <5,17

mmol/l) zu hohen Werten (≥5,17 mmol/l) waren sehr häufig.

Erhöhte Plasmaprolaktinspiegel wurden bei 47,4% der jugendlichen Patienten berichtet.

Andere mögliche Nebenwirkungen:

Entölte Phospholipide aus Sojabohnen können sehr selten allergische

Reaktionen hervorrufen.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von

großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des

Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von

Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Symptome

09.02.2017

Zu den sehr häufigen Symptomen einer Überdosierung (Häufigkeit >10%)

gehören Tachykardie, Agitation/Aggressivität, Dysarthrie, verschiedene

extrapyramidale Symptome und Bewusstseinsverminderungen, die von

Sedierung bis hin zum Koma reichen.

Andere medizinisch relevante Folgeerscheinungen einer Überdosierung sind

Delirium, Krampfanfälle, Koma, mögliches malignes neuroleptisches Syndrom,

Atemdepression, Aspiration, Hypertonie oder Hypotonie, Herzarrhythmien (<2%

der Fälle von Überdosierung) und Herz-Atemstillstand. Ein letaler Ausgang

wurde bei einer akuten Überdosis von nicht mehr als 450 mg, ein Überleben

jedoch auch nach einer akuten Überdosis von etwa 2 g oralem Olanzapin

berichtet.

Behandlung

Es gibt kein spezifisches Antidot für Olanzapin. Das Herbeiführen von

Erbrechen wird nicht empfohlen. Standardverfahren zur Behandlung einer

Überdosis können angezeigt sein (d.h. Magenspülung, Gabe von Aktivkohle).

Die gleichzeitige Gabe von Aktivkohle reduzierte die orale Bioverfügbarkeit von

Olanzapin um 50 bis 60%. Entsprechend dem klinischen Bild sollten eine

symptomatische Behandlung und Überwachung der lebenswichtigen

Organfunktionen eingeleitet werden, einschließlich Behandlung von Hypotonie

und Kreislaufkollaps und Unterstützung der Atemfunktion. Verwenden Sie kein

Adrenalin, Dopamin oder andere Sympathomimetika mit beta-agonistischer

Aktivität, da die Betastimulation eine Hypotonie verschlimmern kann.

Kardiovaskuläres Monitoring ist notwendig, um mögliche Arrhythmien zu

erkennen.

Eine engmaschige ärztliche Überwachung sollte bis zur Erholung des Patienten

fortgesetzt werden.

5. Pharmakologische Eigenschaften

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Psycholeptika; Diazepine, Oxazepine,

Thiazepine und Oxepine

ATC-Code: N05AH03

Pharmakodynamische Wirkungen

Olanzapin ist ein neuroleptischer, antimanischer und stimmungsstabilisierender

Wirkstoff, der mit einer größeren Anzahl von Rezeptorsystemen reagiert.

In präklinischen Studien zeigte Olanzapin eine Reihe von Rezeptor-Affinitäten

; <100 nMol) auf Serotonin 5HT

2A/2C

, 5HT

, 5HT

; Dopamin D

cholinerge Muskarinrezeptoren (M

); α

-adrenerge und Histamin H

Rezeptoren. In Tierverhaltensstudien mit Olanzapin zeigten sich serotonerge,

dopaminerge und cholinerge antagonistische Wirkungen, die mit den Rezeptor-

Bindungs-Profilen konsistent sind. Olanzapin zeigte in vitro eine größere

09.02.2017

Affinität zu Serotonin 5HT

als zu Dopamin D

-Rezeptoren und eine größere

- als D

-Aktivität in In-vivo-Modellen.

Elektrophysiologische Untersuchungen zeigten, dass Olanzapin selektiv die

Reizübertragung von mesolimbischen (A10) dopaminergen Neuronen

verringert, während es wenig Einfluss auf die striatalen (A9) Leitungen der

motorischen Funktionen nimmt. Olanzapin verringerte die Ansprechrate in

einem konditionierten Vermeidungstest, einem Test, der auf eine

antipsychotische Aktivität hinweist, und zwar bei geringeren Dosen als denen,

die eine Katalepsie hervorriefen, eine Wirkung, die auf motorische

Nebenwirkungen hinweist. Im Gegensatz zu einigen anderen antipsychotischen

Wirkstoffen erhöht Olanzapin die Ansprechrate in einem Test zur Erfassung

„anxiolytischer“ Effekte.

Bei einer Untersuchung mit einer oralen Einzeldosis (10 mg) mittels Positron-

Emissions-Tomografie (PET) an gesunden Probanden führte Olanzapin zu

einer höheren 5HT

- als Dopamin D

-Rezeptor-Besetzung. Zusätzlich zeigte

sich bei schizophrenen Patienten in einer Single-Photon-Emissions-

Computertomographie-Studie (SPECT), dass Patienten, die auf Olanzapin

ansprachen, eine niedrigere striatale D

-Besetzung aufwiesen als Patienten, die

auf einige andere Antipsychotika und Risperidon ansprachen. Diese war jedoch

vergleichbar mit der bei Patienten, die auf Clozapin ansprachen.

Klinische Wirksamkeit

In zwei von zwei placebokontrollierten Studien und zwei von drei Studien mit

wirksamer Vergleichssubstanz bei insgesamt über 2900 schizophrenen

Patienten, die sowohl positive als auch negative Symptome aufwiesen, war

Olanzapin mit einer statistisch signifikant größeren Besserung der negativen

sowie auch der positiven Symptome verbunden.

In einer multinationalen, vergleichenden Doppelblindstudie bei Schizophrenie,

schizoaffektiven und verwandten Störungen an 1481 Patienten mit depressiven

Begleitsymptomen unterschiedlichen Schweregrades (Ausgangswert

durchschnittlich 16,6 auf der Montgomery-Asberg-Depressionsskala) erwies

sich Olanzapin (-6,0) in einer prospektiven Analyse der Depressionsscore-

Änderung vom Ausgangspunkt zum Endpunkt (sekundäre Fragestellung)

gegenüber Haloperidol (-3,1) als signifikant überlegen (p = 0,001).

Olanzapin war bei Patienten mit manischen oder gemischten Episoden

bipolarer Erkrankungen wirksamer als Placebo und Valproatseminatrium

(Divalproex) bzgl. Besserung der manischen Symptome über einen Zeitraum

von 3 Wochen. Olanzapin zeigte eine mit Haloperidol vergleichbare

Wirksamkeit in Bezug auf den Anteil der Patienten mit einer symptomatischen

Remission der Manie und Depression nach 6 und 12 Wochen. In einer Studie

mit der Kombinationstherapie, in der Patienten mindestens zwei Wochen mit

Lithium oder Valproat behandelt wurden, führte die zusätzliche Gabe von 10 mg

Olanzapin (gleichzeitig mit Lithium oder Valproat) zu einer größeren Reduktion

09.02.2017

der manischen Symptome als die Monotherapie mit Lithium oder Valproat nach

6 Wochen.

In einer 12-monatigen Studie zur Phasenprophylaxe wurden Patienten mit

manischen Episoden, bei denen es unter Olanzapin zu einer Remission kam,

randomisiert entweder Olanzapin oder Placebo zugeordnet. Olanzapin war

hinsichtlich des primären Endpunkts eines bipolaren Rezidivs Placebo

statistisch signifikant überlegen. Olanzapin zeigte auch hinsichtlich des

Wiederauftretens einer Manie oder einer Depression einen statistisch

signifikanten Vorteil gegenüber Placebo.

In einer zweiten 12-monatigen Studie zur Phasenprophylaxe wurden Patienten

mit manischen Episoden, bei denen es unter einer Kombination von Olanzapin

und Lithium zu einer Remission kam, randomisiert einer Gruppe zugeordnet,

die entweder nur Olanzapin oder nur Lithium bekam. Hinsichtlich des primären

Endpunkts eines bipolaren Rezidivs war Olanzapin Lithium statistisch nicht

unterlegen (Olanzapin 30,0%, Lithium 38,3%; p = 0,055).

In einer 18-monatigen Kombinationsstudie zur Phasenprophylaxe wurden

Patienten mit manischen oder gemischten Episoden zunächst mit Olanzapin

und einem Stimmungsstabilisator (Lithium oder Valproat) stabilisiert. Die

Langzeitbehandlung mit Olanzapin und Lithium oder Valproat war hinsichtlich

der Verzögerung eines bipolaren Rezidivs – definiert entsprechend syndromaler

diagnostischer Kriterien - der alleinigen Behandlung mit Lithium oder Valproat

nicht statistisch signifikant überlegen.

Kinder und Jugendliche

Kontrollierte Daten zur Wirksamkeit bei Jugendlichen (Alter 13 - 17 Jahre) sind

begrenzt auf Kurzzeitstudien bei Schizophrenie (6 Wochen) und Manie

assoziiert mit einer Bipolar-I-Erkrankung (3 Wochen). Weniger als 200

Jugendliche waren in klinischen Studien eingeschlossen. Olanzapin wurde mit

einer variablen Dosis beginnend mit 2,5 mg bis zu 20 mg/Tag eingesetzt.

Während der Behandlung mit Olanzapin nahmen die Jugendlichen im Vergleich

zu Erwachsenen signifikant mehr Gewicht zu. Das Ausmaß der Veränderungen

der Nüchtern-Gesamt-Cholesterin-Werte, LDL-Cholesterin, Triglyceride und

Prolaktin (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8) war bei Jugendlichen größer als bei

Erwachsenen. Es liegen keine kontrollierten Daten zur Aufrechterhaltung der

Wirkung oder zur Langzeitsicherheit vor (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8).

Informationen zur Langzeitsicherheit sind vor allem auf unkontrollierte Open-

Label-Daten begrenzt.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Olanzapin wird nach oraler Gabe gut resorbiert und erreicht

Plasmaspitzenspiegel innerhalb von 5 - 8 Stunden. Die Resorption wird nicht

durch Mahlzeiten beeinflusst. Die absolute orale Bioverfügbarkeit im Vergleich

zu einer i.v.-Applikation wurde nicht untersucht.

09.02.2017

Verteilung

Die Plasmaproteinbindung von Olanzapin betrug etwa 93% über einen

Konzentrationsbereich von etwa 7 bis etwa 1.000 ng/ml. Olanzapin wird

überwiegend an Albumin und α

-saures Glykoprotein gebunden.

Biotransformation

Olanzapin wird in der Leber durch Konjugation und Oxidation metabolisiert. Der

Hauptmetabolit ist das 10-N-Glukuronid, das die Bluthirnschranke nicht

passiert. Die Cytochrome P450-CYP1A2 und P450-CYP2D6 tragen bei zur

Bildung von N-Desmethyl und 2-Hydroxymethylmetaboliten, die beide in

Tierversuchsmodellen signifikant weniger in-vivo-pharmakologische Wirkung als

Olanzapin aufwiesen. Die pharmakologische Hauptwirkung wird unverändertem

Olanzapin zugeschrieben.

Elimination

Nach oraler Gabe variierte die mittlere terminale Eliminationshalbwertszeit von

Olanzapin bei gesunden Probanden in Abhängigkeit von Alter und Geschlecht.

Bei gesunden älteren Personen (65 Jahre und älter) war die mittlere

Eliminationshalbwertszeit von Olanzapin im Vergleich zu jüngeren Personen

verlängert (51,8 vs. 33,8 Std.), die Clearance war verringert (17,5 vs. 18,2

l/Std.). Die pharmakokinetische Variabilität lag bei älteren Personen im gleichen

Bereich wie bei jüngeren. Bei 44 schizophrenen Patienten, die älter als 65

Jahre waren und Dosen zwischen 5 und 20 mg/Tag erhielten, wurde kein

Unterschied im Nebenwirkungsprofil festgestellt.

Bei weiblichen Personen, verglichen mit männlichen Personen, war die mittlere

Eliminationshalbwertszeit leicht verlängert (36,7 vs. 32,3 Std.), die Clearance

war verringert (18,9 vs. 27,3 l/Std.). Olanzapin (5 - 20 mg) zeigte jedoch ein

vergleichbares Sicherheitsprofil bei weiblichen (n = 467) und männlichen (n =

869) Patienten.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei einem Vergleich von Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

(Kreatinin-Clearance <10 ml/min) und gesunden Probanden gab es keinen

signifikanten Unterschied der mittleren Eliminationshalbwertszeit (37,7 vs. 32,4

Std.) oder der Clearance (21,2 vs. 25,0 l/Std.). Eine Massenbilanzierungsstudie

zeigte, dass etwa 57% von radioaktiv markiertem Olanzapin im Urin

ausgeschieden werden, vornehmlich als Metabolite.

Raucher

Bei Rauchern mit leichter Leberfunktionseinschränkung waren die mittlere

Eliminationshalbwertszeit (39,3 Std.) und die Clearance (18,0 l/Std.) im

Vergleich mit nicht rauchenden, gesunden Probanden (48,8 Std. bzw. 14,1

l/Std.) verlängert bzw. verringert.

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Im Vergleich von Nichtrauchern zu Rauchern (Männer und Frauen) war die

mittlere Eliminationshalbwertszeit verlängert (38,6 vs. 30,4 Std.) und die

Clearance verringert (18,6 vs. 27,7 l/Std.).

Die Plasma-Clearance von Olanzapin ist bei älteren Personen verglichen mit

jüngeren Personen, bei Frauen verglichen mit Männern, und bei Nichtrauchern

verglichen mit Rauchern, geringer. Der Einfluss von Alter, Geschlecht oder

Rauchen auf die Olanzapin-Clearance ist jedoch gering verglichen mit der

gesamten Schwankungsbreite zwischen einzelnen Personen.

In einer Untersuchung an Kaukasiern, Japanern und Chinesen zeigte sich kein

Unterschied bezüglich der pharmakokinetischen Parameter in diesen 3

Populationen.

Kinder und Jugendliche

Jugendliche (Alter 13 - 17 Jahre): Die Pharmakokinetik von Olanzapin war bei

Jugendlichen und Erwachsenen vergleichbar. In klinischen Studien war die

durchschnittliche Verfügbarkeit von Olanzapin bei Jugendlichen ca. 27% höher.

Demographische Unterschiede zwischen den Jugendlichen und Erwachsenen

schlossen ein niedrigeres Durchschnittskörpergewicht und einen geringeren

Raucheranteil bei Jugendlichen ein. Diese Faktoren haben möglicherweise zur

höheren durchschnittlichen Verfügbarkeit beigetragen, die bei Jugendlichen

beobachtet wurde.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität nach Einmalgabe

Die in den Toxizitätsstudien nach oraler Gabe beobachteten Symptome

entsprachen denen für potente antipsychotische Substanzen: Hypoaktivität,

Koma, Tremor, klonische Krämpfe, Speichelfluss und verringerte Zunahme des

Körpergewichts. Die mittlere letale Dosis lag bei ca. 210 mg/kg Körpergewicht

(Maus) bzw. 175 mg/kg Körpergewicht (Ratte). Hunde vertrugen orale

Einzeldosen von bis zu 100 mg/kg Körpergewicht. Todesfälle traten nicht auf.

Klinische Symptome waren Sedierung, Ataxie, Tremor, Tachykardie,

erschwerte Atmung, Miosis und Anorexie. Bei Affen führten orale Einzeldosen

von bis zu 100 mg/kg Körpergewicht zu Erschöpfungszuständen und bei

höheren Dosen zu Dämmerzuständen.

Chronische Toxizität

In Studien an Mäusen (bis zu 3 Monaten) und an Ratten und Hunden (bis zu 1

Jahr) waren die vorherrschenden Wirkungen eine zentralnervöse Dämpfung,

anticholinerge Effekte und periphere hämatologische Störungen. Gegenüber

der zentralnervösen Dämpfung entwickelte sich eine Toleranz. Bei hohen

Dosen waren Wachstumsparameter verringert. Bei Ratten wurden als Folge

erhöhter Prolaktinspiegel verringerte Gewichte der Ovarien und des Uterus

sowie morphologische Veränderungen des vaginalen Epithels und der

Brustdrüsen beobachtet. Diese Veränderungen waren reversibel.

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Hämatologische Toxizität

Es traten bei allen Tierarten Wirkungen auf hämatologische Parameter auf,

einschließlich dosisabhängiger Verminderung der zirkulierenden Leukozyten bei

Mäusen und unspezifischer Verringerung der zirkulierenden Leukozyten bei

Ratten; es wurden jedoch keine Anzeichen für eine Knochenmarktoxizität

gefunden. Bei einigen Hunden, die mit 8 oder 10 mg/kg Körpergewicht/Tag (die

Gesamtmenge Olanzapin [AUC] ist 12- bis 15-fach größer als nach einer 12 mg

Dosis beim Menschen) behandelt wurden, entwickelte sich eine reversible

Neutropenie, Thrombozytopenie oder Anämie. Bei zytopenischen Hunden

traten keine unerwünschten Wirkungen auf Stammzellen oder proliferierende

Zellen im Knochenmark auf.

Reproduktionstoxizität

Olanzapin hatte keine teratogenen Wirkungen. Die Sedierung beeinflusste das

Paarungsverhalten männlicher Ratten. Östrogenzyklen wurden bei Dosen von

1,1 mg/kg Körpergewicht (das 3-Fache der Höchstdosis für den Menschen) und

Reproduktionsparameter wurden bei Ratten, die 3 mg/kg Körpergewicht (das 9-

Fache der Höchstdosis für den Menschen) erhielten, beeinflusst. Die

Nachkommen von Ratten, denen Olanzapin gegeben wurde, zeigten eine

verzögerte fetale Entwicklung und vorübergehende Beeinträchtigung der

Aktivität.

Mutagenität

Olanzapin wirkte in einer Reihe von Standarduntersuchungen, die bakterielle

Mutationstests und In-vitro- und In-vivo-Tests an Säugetierzellen einschlossen,

nicht mutagen oder klastogen.

Karzinogenität

Basierend auf Studien bei Ratten und Mäusen wurde geschlossen, dass

Olanzapin nicht kanzerogen ist.

6. Pharmazeutische Angaben

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, Lactose,

Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich].

Tablettenfilm: Entölte Phospholipide aus Sojabohnen, Poly(vinylalkohol),

Talkum, Xanthangummi, Titandioxid (E 171).

Zusätzlich für Olanzapin AL 15 mg Filmtabletten

Indigocarmin, Aluminiumsalz (E 132).

Zusätzlich für Olanzapin AL 20 mg Filmtabletten

Eisen(III)-oxid (E 172).

09.02.2017

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

Olanzapin AL 2,5 mg Filmtabletten

2 Jahre.

Olanzapin AL 5 mg/7,5 mg/10 mg/15 mg/20 mg Filmtabletten

3 Jahre.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht und

Feuchtigkeit zu schützen.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Aluminium/Aluminium-Blisterpackungen

Olanzapin AL 2,5 mg Filmtabletten

Originalpackung mit 35, 56 und 70 Filmtabletten

Olanzapin AL 5 mg Filmtabletten

Originalpackung mit 35, 56 und 70 Filmtabletten

Olanzapin AL 7,5 mg Filmtabletten

Originalpackung mit 56 und 70 Filmtabletten

Olanzapin AL 10 mg Filmtabletten

Originalpackung mit 35, 56 und 70 Filmtabletten

Olanzapin AL 15 mg Filmtabletten

Originalpackung mit 35, 56 und 70 Filmtabletten

Olanzapin AL 20 mg Filmtabletten

Originalpackung mit 35, 56 und 70 Filmtabletten

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7. Inhaber der Zulassung

ALIUD PHARMA

GmbH

Gottlieb-Daimler-Straße 19

D-89150 Laichingen

Telefon: 07333/9651-0

Telefax: 07333/9651-6004

info@aliud.de

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8. Zulassungsnummern

70213.00.00

70214.00.00

70215.00.00

70216.00.00

70217.00.00

70218.00.00

9. Datum der Erteilung der Zulassung/Verlängerung der Zulassung

Datum der Erteilung der Zulassung: 13. Dezember 2007

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 22.02.2016

10. Stand der Information

Februar 2017

11. Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

09.02.2017

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