Olanzapin AbZ 5 mg Schmelztabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Olanzapin
Verfügbar ab:
Dema Consult s.r.o.
INN (Internationale Bezeichnung):
olanzapine
Darreichungsform:
Schmelztablette
Zusammensetzung:
Olanzapin 5.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
91087.00.00

Gebrauchsinformation:

Information für den Anwender

Olanzapin AbZ 5 mg Schmelztabletten

Olanzapin AbZ 10 mg Schmelztabletten

Olanzapin AbZ 15 mg Schmelztabletten

Olanzapin AbZ 20 mg Schmelztabletten

Wirkstoff: Olanzapin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist

Olanzapin AbZ

und wofür wird es angewendet?

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von

Olanzapin AbZ

beachten?

3. Wie ist

Olanzapin AbZ

einzunehmen?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist

Olanzapin AbZ

aufzubewahren?

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Olanzapin AbZ und wofür wird es angewendet?

Olanzapin AbZ

enthält den Wirkstoff Olanzapin.

Olanzapin AbZ

gehört zu einer Gruppe von

Arzneimitteln, die Antipsychotika genannt werden, und wird zur Behandlung der folgenden

Krankheitsbilder eingesetzt:

Schizophrenie, einer Krankheit mit Symptomen wie Hören, Sehen oder Fühlen von Dingen, die

nicht wirklich da sind, irrigen Überzeugungen, ungewöhnlichem Misstrauen und Rückzug von der

Umwelt. Patienten mit dieser Krankheit können sich außerdem depressiv, ängstlich oder

angespannt fühlen.

mäßig schwere bis schwere manische Episoden, einem Zustand mit Symptomen wie Aufgeregtheit

und Hochstimmung.

Es konnte gezeigt werden, dass

Olanzapin AbZ

dem Wiederauftreten dieser Symptome bei Patienten

mit bipolarer Störung, deren manische Episoden auf eine Olanzapin-Behandlung angesprochen haben,

vorbeugt.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Olanzapin AbZ beachten?

Olanzapin AbZ darf nicht eingenommen werden

wenn Sie allergisch gegen Olanzapin oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind. Eine allergische Reaktion kann sich als Hautausschlag,

Juckreiz, geschwollenes Gesicht, geschwollene Lippen oder Atemnot bemerkbar machen. Wenn

dies bei Ihnen aufgetreten ist, sagen Sie es bitte Ihrem Arzt.

wenn bei Ihnen früher Augenprobleme wie bestimmte Glaukomarten (erhöhter Druck im Auge)

festgestellt wurden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie

Olanzapin AbZ

einnehmen.

Bei älteren Patienten mit Demenz wird die Anwendung von

Olanzapin AbZ

nicht empfohlen, da

schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten können.

Vergleichbare Arzneimittel können ungewöhnliche Bewegungen, vor allem des Gesichts oder der

Zunge, auslösen. Falls dies während der Einnahme von

Olanzapin AbZ

auftritt, wenden Sie sich

bitte an Ihren Arzt.

Sehr selten können vergleichbare Arzneimittel eine Kombination von Fieber, raschem Atmen,

Schwitzen, Muskelsteifheit und Benommenheit oder Schläfrigkeit hervorrufen. Wenn dies eintritt,

setzen Sie sich sofort mit Ihrem Arzt in Verbindung.

Bei Patienten, die

Olanzapin AbZ

einnehmen, wurde Gewichtszunahme beobachtet. Sie und Ihr

Arzt sollten Ihr Gewicht regelmäßig überprüfen. Wenden Sie sich bei Bedarf an einen

Ernährungsberater bzw. befolgen Sie einen Diätplan.

Bei Patienten, die

Olanzapin AbZ

einnehmen, wurden hohe Blutzuckerspiegel und hohe

Blutfettwerte (Triglyzeride und Cholesterin) beobachtet. Ihr Arzt sollte Ihren Blutzucker- und

bestimmte Blutfettspiegel überprüfen, bevor Sie mit der Einnahme von

Olanzapin AbZ

beginnen

sowie regelmäßig während der Behandlung.

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie oder ein Verwandter schon einmal venöse Thrombosen

(Blutgerinnsel) hatten, denn derartige Arzneimittel werden mit dem Auftreten von Blutgerinnseln

in Verbindung gebracht.

Wenn Sie an einer der folgenden Krankheiten leiden, sagen Sie es bitte sobald wie möglich Ihrem

Arzt:

Schlaganfall oder Schlaganfall mit geringgradiger Schädigung (kurzzeitige Symptome eines

Schlaganfalles)

Parkinson-Erkrankung

Schwierigkeiten mit der Prostata

Darmverschluss (paralytischer Ileus)

Leber- oder Nierenerkrankung

Blutbildveränderungen

Herzerkrankung

Diabetes

Krampanfälle

Wenn Sie unter Demenz leiden, sollen Sie oder die für Ihre Pflege zuständige Person/Angehöriger

Ihrem Arzt mitteilen, ob Sie jemals einen Schlaganfall oder Schlaganfall mit geringgradiger

Schädigung hatten.

Falls Sie über 65 Jahre alt sind, sollten Sie als routinemäßige Vorsichtsmaßnahme von Ihrem Arzt den

Blutdruck überwachen lassen.

Kinder und Jugendliche

Olanzapin AbZ

ist nicht für Patienten unter 18 Jahren geeignet.

Einnahme von Olanzapin AbZ zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Bitte nehmen Sie während der Behandlung mit

Olanzapin AbZ

andere Arzneimittel nur dann ein,

wenn Ihr Arzt es Ihnen erlaubt. Sie können sich benommen fühlen, wenn Sie

Olanzapin AbZ

zusammen mit Antidepressiva oder Arzneimitteln gegen Angstzustände oder zum Schlafen

(Tranquilizer) nehmen.

Informieren Sie Ihren Arzt, insbesondere wenn Sie Folgendes einnehmen/anwenden:

Arzneimittel zur Behandlung der Parkinson-Erkrankung

Carbamazepin (ein Antiepileptikum und Stimmungsstabilisierer), Fluvoxamin (ein

Antidepressivum) oder Ciprofloxacin (ein Antibiotikum), da es notwendig sein kann, Ihre

Olanzapin AbZ

Dosis zu ändern.

Einnahme von Olanzapin AbZ zusammen mit Alkohol

Trinken Sie keinen Alkohol, wenn Sie mit

Olanzapin AbZ

behandelt werden, da beides zusammen

dazu führen kann, dass Sie sich benommen fühlen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt um

Rat.

Da der Wirkstoff aus

Olanzapin AbZ

in geringen Mengen in die Muttermilch ausgeschieden wird,

sollten Sie unter einer

Olanzapin AbZ

Behandlung nicht stillen.

Bei neugeborenen Babys von Müttern, die

Olanzapin AbZ

im letzten Trimenon (letzte drei Monate der

Schwangerschaft) einnahmen, können folgende Symptome auftreten: Zittern, Muskelsteifheit und/oder

-schwäche, Schläfrigkeit, Ruhelosigkeit, Atembeschwerden und Schwierigkeiten beim Stillen. Wenn

Ihr Baby eines dieser Symptome entwickelt, sollten Sie Ihren Arzt kontaktieren.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Es besteht die Gefahr, dass Sie sich benommen fühlen, wenn Ihnen

Olanzapin AbZ

gegeben wurde.

Wenn dies eintritt, führen Sie kein Fahrzeug und benutzen Sie keine Maschinen. Sagen Sie es Ihrem

Arzt.

Olanzapin AbZ enthält Aspartam

Enthält Aspartam als Quelle für Phenylalanin und kann schädlich sein, wenn Sie eine Phenylketonurie

haben.

Olanzapin AbZ

5 mg

10 mg

15 mg

20 mg

Aspartam (Menge pro Tablette)

0,5 mg

1 mg

1,5 mg

2 mg

3. Wie ist Olanzapin AbZ einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Ihr Arzt wird Ihnen sagen, wie viele Tabletten und wie lange Sie diese einnehmen sollen.

Die tägliche Olanzapin-Dosis beträgt zwischen 5 mg und 20 mg. Falls Ihre Symptome wieder

auftreten, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Hören Sie jedoch nicht auf

Olanzapin AbZ

einzunehmen, es

sei denn Ihr Arzt sagt es Ihnen.

Sie sollten Ihre Tabletten einmal täglich nach den Anweisungen Ihres Arztes einnehmen. Versuchen

Sie, die Tabletten immer zur gleichen Tageszeit einzunehmen. Es ist nicht wichtig, ob Sie diese mit

oder ohne Nahrung einnehmen. Die Schmelztabletten sind zum Einnehmen.

Die Tabletten zerbrechen leicht, daher sollten Sie die Tabletten vorsichtig handhaben. Berühren Sie

die Tabletten nicht mit feuchten Händen, da sie dabei leicht brechen könnten.

Sie dürfen nicht durch die Folie gedrückt werden, da dies die Tabletten beschädigen würde. Um eine

Tablette aus der Packung zu entnehmen, gehen Sie bitte wie folgt vor:

1. Den Blisterstreifen an den Ecken halten und ein Blisterelement durch vorsichtiges Abtrennen

entlang der Perforation vom Rest des Blisterstreifens abtrennen.

2. Die Ecke der Folie heraufziehen und die Folie vollständig abziehen.

3. Die Tablette auf Ihre Handfläche fallen lassen.

4. Die Tablette gleich nach der Entnahme aus der Packung auf Ihre Zunge legen. Nach ein paar

Sekunden beginnt die Tablette im Mund zu zerfallen und kann anschließend mit oder ohne Wasser

geschluckt werden. Der Mund sollte leer sein, bevor die Tablette auf die Zunge gelegt wird.

Sie können die Tablette auch in ein Glas oder eine Tasse mit Wasser, Orangensaft, Apfelsaft, Milch

oder Kaffee geben, umrühren und sofort trinken.

Wenn Sie eine größere Menge von Olanzapin AbZ eingenommen haben, als Sie sollten

Patienten, die eine größere Menge Tabletten eingenommen haben, als sie sollten, hatten folgende

Symptome: schneller Herzschlag, Agitiertheit/aggressives Verhalten, Sprachstörungen,

ungewöhnliche Bewegungen (besonders des Gesichts oder der Zunge) und

Bewusstseinsverminderungen. Andere Symptome können sein: plötzlich auftretende Verwirrtheit,

Krampfanfälle (Epilepsie), Koma, eine Kombination von Fieber, schnellerem Atmen, Schwitzen,

Muskelsteifigkeit und Benommenheit oder Schläfrigkeit, Verlangsamung der Atmung, Aspiration,

hoher oder niedriger Blutdruck, Herzrhythmusstörungen. Benachrichtigen Sie bitte sofort Ihren Arzt

oder ein Krankenhaus, wenn Sie eines der oben genannten Symptome haben. Zeigen Sie dem Arzt

Ihre Tablettenpackung.

Wenn Sie die Einnahme von Olanzapin AbZ vergessen haben

Nehmen Sie Ihre Tabletten, sobald Sie sich daran erinnern. Nehmen Sie die verordnete Dosis nicht

zweimal an einem Tag.

Wenn Sie die Einnahme von Olanzapin AbZ abbrechen

Beenden Sie die Einnahme nicht, nur weil Sie sich besser fühlen. Es ist wichtig, dass Sie

Olanzapin

AbZ

so lange einnehmen, wie Ihr Arzt es Ihnen empfiehlt.

Wenn Sie plötzlich aufhören

Olanzapin AbZ

einzunehmen, können Symptome wie Schwitzen,

Schlaflosigkeit, Zittern, Angst oder Übelkeit und Erbrechen auftreten. Ihr Arzt kann Ihnen

vorschlagen, die Dosis schrittweise zu reduzieren, bevor Sie die Behandlung beenden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Informieren Sie sofort Ihren Arzt, wenn Sie Folgendes haben:

ungewöhnliche Bewegungen (eine häufige Nebenwirkung, von der bis zu 1 von 10 Personen

betroffen sein können) insbesondere des Gesichts oder der Zunge.

Blutgerinnsel in den Venen (eine gelegentliche Nebenwirkung, von der bis zu 1 von 100 Personen

betroffen sein können), vor allem in den Beinen (mit Schwellungen, Schmerzen und Rötungen der

Beine), die möglicherweise über die Blutbahn in die Lunge gelangen und dort Brustschmerzen

sowie Schwierigkeiten beim Atmen verursachen können. Wenn Sie eines dieser Symptome bei sich

beobachten, holen Sie bitte unverzüglich ärztlichen Rat ein.

eine Kombination aus Fieber, schnellerer Atmung, Schwitzen, Muskelsteifheit, Benommenheit

oder Schläfrigkeit (die Häufigkeit dieser Nebenwirkung kann auf Grundlage der verfügbaren Daten

nicht abgeschätzt werden).

Sehr häufige Nebenwirkungen (können mehr als 1 von 10 Personen betreffen)

Gewichtszunahme

Schläfrigkeit

Erhöhungen der Prolaktinwerte im Blut

Zu Beginn der Behandlung können sich einige Patienten schwindlig oder sich der Ohnmacht nahe

fühlen (mit einem langsamen Puls), insbesondere beim Aufstehen aus dem Liegen oder Sitzen.

Dies gibt sich üblicherweise von selbst. Falls nicht, sagen Sie es bitte Ihrem Arzt.

Häufige Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 10 Personen betreffen)

Veränderungen der Werte einiger Blutzellen und Blutfettwerte sowie zu Beginn der Behandlung

erhöhte Leberwerte

Erhöhung der Zuckerwerte im Blut und Urin

Erhöhung der Harnsäure- und Kreatininphosphokinasewerte (CK) im Blut

verstärktes Hungergefühl

Schwindel

Ruhelosigkeit

Zittern

ungewöhnliche Bewegungen (Dyskinesien)

Verstopfung

Mundtrockenheit

Ausschlag

Schwäche

starke Müdigkeit

Wassereinlagerungen, die zu Schwellungen der Hände, Knöchel oder Füße führen

Fieber

Gelenksschmerzen

sexuelle Funktionsstörungen wie verminderter Sexualtrieb bei Männern und Frauen oder

Erektionsstörungen bei Männern

Gelegentliche Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 100 Personen betreffen)

Überempfindlichkeit (z. B. Schwellung im Mund und Hals, Juckreiz, Ausschlag)

Entwicklung oder Verschlechterung einer Zuckerkrankheit, gelegentlich in Verbindung mit einer

Ketoacidose (Ketonkörper in Blut und Urin) oder Koma

Krampfanfälle, eher bei einem Anfallsleiden (Epilepsie) in der Vorgeschichte

Muskelsteifheit oder Muskelkrämpfe (einschließlich Blickkrämpfe)

Sprachstörungen

langsamer Herzschlag

Empfindlichkeit gegen Sonnenlicht

Nasenbluten

geblähter Bauch

Gedächtnisverlust oder Vergesslichkeit

Harninkontinenz, Unfähigkeit Wasser zu lassen

Haarausfall

Fehlen oder Abnahme der Regelblutungen sowie Veränderungen der Brustdrüse bei Männern und

Frauen wie abnormale Bildung von Milch oder Vergrößerung

Seltene Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 1000 Personen betreffen)

Erniedrigung der normalen Körpertemperatur

Herzrhythmusstörungen

plötzlicher ungeklärter Tod

Entzündung der Bauchspeicheldrüse, die schwere Magenschmerzen, Fieber und Übelkeit

verursacht

Lebererkrankungen mit Gelbfärbungen der Haut und der weißen Teile des Auges

Muskelerkrankung, die sich in Form von nicht erklärbaren Schmerzen zeigt

verlängerte und/oder schmerzhafte Erektion

Bei älteren Patienten mit Demenz kann es bei der Einnahme von Olanzapin zu Schlaganfall,

Lungenentzündung, Harninkontinenz, Stürzen, extremer Müdigkeit, optischen Halluzinationen,

Erhöhung der Körpertemperatur, Hautrötung und Schwierigkeiten beim Gehen kommen. In dieser

speziellen Patientengruppe wurden damit zusammenhängend einige Todesfälle berichtet.

Bei Patienten mit Parkinsonscher Erkrankung kann

Olanzapin AbZ

die Symptome verschlechtern.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Olanzapin AbZ aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und den Blisterpackungen angegebenen

Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit und Licht zu schützen.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu

entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Olanzapin AbZ enthält

Der Wirkstoff ist Olanzapin.

Jede Schmelztablette enthält entweder 5 mg, 10 mg, 15 mg oder 20 mg Olanzapin.

Die genaue Menge steht auf Ihrer Tablettenpackung.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Mannitol (Ph.Eur.), Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, Hyprolose (5.0-16.0 %

Hydroxypropoxy-Gruppen), Aspartam, Calciumtrimetasilicat, Magnesiumstearat (Ph.Eur.).

Wie Olanzapin AbZ aussieht und Inhalt der Packung

Olanzapin AbZ 5 mg/10 mg/15 mg/20 mg

sind Schmelztabletten. Schmelztablette ist die Bezeichnung

für eine Tablette, die sich direkt in Ihrem Mund löst, so dass sie leicht geschluckt werden kann.

Alle Schmelztabletten sind rund, leicht beidseitig gewölbt, gelb marmoriert, eventuell mit einzelnen

Flecken. Die Unterschiede sind:

Olanzapin AbZ 5 mg:

Durchmesser 5,5 mm

Olanzapin AbZ 10 mg:

Durchmesser 7 mm

Olanzapin AbZ 15 mg:

Durchmesser 8 mm

Olanzapin AbZ 20 mg:

Durchmesser 10 mm

Olanzapin AbZ 5 mg/10 mg

ist in Packungen mit 35, 56 und 70 Schmelztabletten erhältlich.

Olanzapin AbZ 15 mg

ist in Packungen mit 35 und 70 Schmelztabletten erhältlich.

Olanzapin AbZ 20 mg

ist in Packungen mit 35 Schmelztabletten erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

A

Z

-Pharma GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

Hersteller

Merckle GmbH

Ludwig-Merckle-Str. 3

89143 Blaubeuren

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im August 2014.

A

Z-Pharma wünscht Ihnen gute Besserung!

Versionscode: Z11

Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben

Fachinformation

1.

BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL

Olanzapin AbZ 5 mg Schmelztabletten

Olanzapin AbZ 10 mg Schmelztabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Olanzapin AbZ 5 mg Schmelztabletten

Jede Schmelztablette enthält 5 mg Olanzapin.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Aspartam 0,5 mg.

Olanzapin AbZ 10 mg Schmelztabletten

Jede Schmelztablette enthält 10 mg Olanzapin.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Aspartam 1 mg.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe, Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Schmelztablette

Olanzapin AbZ 5 mg Schmelztabletten

Runde, leicht bikonvexe, gelb marmorierte Tabletten, eventuell mit einzelnen Flecken und

einem Durchmesser von 5,5 mm.

Olanzapin AbZ 10 mg Schmelztabletten

Runde, leicht bikonvexe, gelb marmorierte Tabletten, eventuell mit einzelnen Flecken und

einem Durchmesser von 7 mm.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Erwachsene

Olanzapin ist für die Behandlung der Schizophrenie angezeigt.

Bei Patienten, die initial auf die Behandlung angesprochen haben, ist Olanzapin bei

fortgesetzter Behandlung zur Aufrechterhaltung der klinischen Besserung wirksam.

Olanzapin ist zur Behandlung von mäßig schweren bis schweren manischen Episoden

angezeigt.

Bei Patienten, deren manische Episode auf eine Behandlung mit Olanzapin angesprochen

hat, ist Olanzapin zur Phasenprophylaxe bei Patienten mit bipolarer Störung angezeigt (siehe

Abschnitt 5.1).

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Erwachsene

Schizophrenie

Die empfohlene Anfangsdosis für Olanzapin beträgt 10 mg/Tag.

Manische Episoden

Die Anfangsdosis beträgt bei einer Monotherapie 15 mg, einmal täglich und 10 mg einmal

täglich bei einer Kombinationstherapie (siehe Abschnitt 5.1).

Phasenprophylaxe bei bipolaren Störungen

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 10 mg/Tag. Bei Patienten, die Olanzapin zur

Behandlung einer manischen Episode erhalten haben, sollte die Behandlung zur Vorbeugung

eines Rezidivs mit derselben Dosis fortgesetzt werden. Falls erneut eine manische, gemischte

oder depressive Episode auftritt, sollte die Olanzapin-Behandlung fortgesetzt werden

(Dosisoptimierung entsprechend den Erfordernissen) mit einer ergänzenden Therapie der

Stimmungssymptome, falls klinisch angezeigt.

Während der Behandlung einer Schizophrenie, einer manischen Episode und zur

Phasenprophylaxe bei bipolaren Störungen kann die Dosis anschließend innerhalb eines

Bereichs von 5-20 mg/Tag auf der Grundlage des individuellen klinischen Zustands angepasst

werden. Eine Erhöhung der Dosis über die empfohlene Anfangsdosis hinaus sollte nur nach

einer angemessenen erneuten klinischen Beurteilung und im Allgemeinen in Abständen von

nicht weniger als 24 Stunden erfolgen.

Olanzapin kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden, da die Resorption durch

die Nahrung nicht beeinflusst wird.

Bei einer Beendigung der Olanzapin-Behandlung sollte eine schrittweise Verminderung der

Dosis in Betracht gezogen werden.

Die Schmelztablette(n) sollte(n) in den Mund genommen werden. Sie wird sich schnell im

Speichel auflösen, so dass sie leicht geschluckt werden kann. Das Herausnehmen der intakten

Schmelztablette aus dem Mund ist schwierig. Da die Schmelztablette zerbrechlich ist, sollte sie

unmittelbar nach Öffnen der Blisterpackung eingenommen werden. Alternativ dazu kann sie

unmittelbar vor der Einnahme in einem Glas Wasser oder einem anderen geeigneten Getränk

(Orangensaft, Apfelsaft, Milch oder Kaffee) gelöst werden.

Besondere Patientengruppen

Ältere Patienten

Eine niedrigere Anfangsdosis (5 mg/Tag) wird üblicherweise nicht notwendig sein, sollte

jedoch bei über 65-jährigen, wenn klinische Gründe dafür sprechen, in Betracht gezogen

werden (siehe Abschnitt 4.4).

Patienten mit Nieren- und/oder Leberinsuffizienz

Bei diesen Patienten sollte eine niedrigere Anfangsdosis (5 mg) in Betracht gezogen werden. In

Fällen von mittelgradiger Leberinsuffizienz (Zirrhose, Child-Pugh-Klasse A oder B) sollte die

Anfangsdosis 5 mg betragen und nur mit Vorsicht erhöht werden.

Raucher

Anfangsdosis und Dosierungsbereich müssen üblicherweise bei Nichtrauchern im Vergleich zu

Rauchern nicht verändert werden. Die Olanzapin-Metabolisierung kann durch Rauchen

beschleunigt werden. Eine klinische Überwachung wird empfohlen und eine Erhöhung der

Olanzapin-Dosis könnte, wenn nötig, in Betracht gezogen werden (siehe Abschnitt 4.5).

Liegt mehr als ein Faktor vor, der den Metabolismus verlangsamen kann (weibliches

Geschlecht, höheres Alter, Nichtraucher), muss überlegt werden, die Behandlung mit einer

niedrigeren Dosis zu beginnen. Eine Dosiserhöhung muss, falls erforderlich, bei diesen

Patienten vorsichtig durchgeführt werden.

In Fällen, in denen Dosiserhöhungen von 2,5 mg für notwendig gehalten werden, sollten

Olanzapin AbZ 2,5 mg Tabletten

angewendet werden.

(Siehe Abschnitte 4.5 und 5.2)

Kinder und Jugendliche

Olanzapin wird für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren aufgrund des

Fehlens von Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit nicht empfohlen. Bei jugendlichen Patienten

wurde in Kurzzeitstudien ein größeres Ausmaß von Gewichtszunahme, Lipid- und

Prolaktinveränderungen berichtet als in Studien bei erwachsenen Patienten (siehe Abschnitte

4.4, 4.8, 5.1 und 5.2).

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

Patienten mit bekanntem Risiko eines Engwinkelglaukoms.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Während der Behandlung mit einem Antipsychotikum kann es mehrere Tage bis zu einigen

Wochen dauern, bis sich der klinische Zustand des Patienten bessert. Die Patienten sollten daher

während dieser Zeit engmaschig überwacht werden.

Demenz assoziierte Psychosen und/oder Verhaltensstörungen

Olanzapin wird für die Anwendung bei Patienten mit Demenz-assoziierten Psychosen und/oder

Verhaltensstörungen nicht empfohlen, da die Mortalität und das Risiko eines zerebrovaskulären

Zwischenfalls erhöht sind. In Placebo-kontrollierten Studien (über 6-12 Wochen) bei älteren

Patienten (Durchschnittsalter 78 Jahre) mit Psychosen und/oder Verhaltensstörungen im

Rahmen einer Demenz kam es bei mit Olanzapin behandelten Patienten im Vergleich zu mit

Placebo behandelten Patienten zu einer Zunahme der Häufigkeit von Todesfällen um das 2-

fache (3,5 % bzw. 1,5 %). Die höhere Inzidenz von Todesfällen war nicht von der Olanzapin-

Dosis (durchschnittliche tägliche Dosis 4,4 mg) oder der Dauer der Behandlung abhängig.

Risikofaktoren für eine höhere Sterblichkeit in dieser Patientengruppe können Alter > 65 Jahre,

Dysphagie, Sedierung, Mangelernährung und Dehydrierung, Erkrankungen der Lunge (z. B.

Pneumonie mit oder ohne Aspiration) oder die gleichzeitige Anwendung von Benzodiazepinen

sein. Bei mit Olanzapin behandelten Patienten war die Inzidenz für Todesfälle unabhängig von

diesen Risikofaktoren höher als bei mit Placebo behandelten Patienten.

In denselben klinischen Prüfungen wurden unerwünschte zerebrovaskuläre Ereignisse (z. B.

Schlaganfall, transitorische ischämische Attacken), einschließlich solcher mit tödlichem

Verlauf, berichtet. Bei mit Olanzapin behandelten Patienten traten zerebrovaskuläre Ereignisse

3-mal häufiger auf als bei mit Placebo behandelten Patienten (1,3 % bzw. 0,4 %). Bei allen mit

Olanzapin oder Placebo behandelten Patienten, bei denen es zu einem zerebrovaskulären

Ereignis kam, bestanden bereits vor der Behandlung Risikofaktoren. Als Risikofaktoren für ein

zerebrovaskuläres Ereignis im Zusammenhang mit einer Olanzapin-Behandlung wurden ein

Alter > 75 Jahre und eine Demenz vaskulärer oder gemischter Ursache identifiziert. Die

Wirksamkeit von Olanzapin wurde in diesen Studien nicht belegt.

Parkinson-Erkrankung

Die Anwendung von Olanzapin wird zur Behandlung von durch Arzneimittel mit dopaminerger

Wirkung ausgelösten Psychosen bei Patienten mit Parkinson-Erkrankung nicht empfohlen. In

klinischen Prüfungen wurden sehr häufig und häufiger als unter Placebo eine Verschlechterung

der Parkinson-Symptome und Halluzinationen berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Olanzapin war

dabei in der Behandlung der psychotischen Symptome nicht wirksamer als Placebo. In diesen

Prüfungen war vorausgesetzt, dass der Zustand der Patienten zu Beginn mit der niedrigsten

wirksamen Dosis von Antiparkinson-Arzneimitteln (Dopaminagonist) stabil ist und die

Patienten während der gesamten Studie mit den gleichen Dosierungen der gleichen

Antiparkinson-Arzneimittel behandelt werden. Die Olanzapin-Behandlung wurde mit 2,5

mg/Tag begonnen und entsprechend der Beurteilung des Prüfarztes auf höchstens 15 mg/Tag

titriert.

Malignes neuroleptisches Syndrom (MNS)

MNS ist ein potenziell lebensbedrohlicher Zustand, der mit der Einnahme von Antipsychotika

zusammenhängt. Seltene, als MNS berichtete Fälle wurden auch im Zusammenhang mit

Olanzapin erhalten. Klinische Manifestationen eines MNS sind eine Erhöhung der

Körpertemperatur, Muskelrigidität, wechselnde Bewusstseinslagen und Anzeichen autonomer

Instabilität (unregelmäßiger Puls oder Blutdruck, Tachykardie, Schwitzen und

Herzrhythmusstörungen). Weitere Symptome können eine Erhöhung der Kreatinphosphokinase,

Myoglobinurie (Rhabdomyolyse) und akutes Nierenversagen sein. Wenn ein Patient Symptome

entwickelt, die auf ein MNS hindeuten oder unklares hohes Fieber bekommt ohne eine

zusätzliche klinische Manifestation von MNS müssen alle Antipsychotika einschließlich

Olanzapin abgesetzt werden.

Hyperglykämie und Diabetes

Eine Hyperglykämie und/oder Entwicklung oder Verschlechterung eines Diabetes wurden

gelegentlich berichtet, mitunter begleitet von Ketoacidose oder Koma, einschließlich einiger

letaler Fälle (siehe Abschnitt 4.8.). In einigen Fällen wurde eine vorherige Zunahme des

Körpergewichts berichtet, was ein prädisponierender Faktor sein könnte. Eine angemessene

ärztliche Überwachung in Übereinstimmung mit den gebräuchlichen Therapierichtlinien für

Antipsychotika ist ratsam, z. B. eine Bestimmung der Blutglukose zu Beginn der Therapie, 12

Wochen nach Beginn der Olanzapin-Behandlung und anschließend in jährlichen Abständen.

Patienten, die mit antipsychotischen Arzneimitteln einschließlich Olanzapin

behandelt werden,

sollten hinsichtlich Symptome einer Hyperglykämie (wie Polydipsie, Polyurie, Polyphagie und

Schwäche) beobachtet werden. Patienten mit Diabetes mellitus oder mit Risikofaktoren für die

Entwicklung eines Diabetes sollten regelmäßig bezüglich einer Verschlechterung der

Glukoseeinstellung überwacht werden. Das Gewicht sollte regelmäßig kontrolliert werden, z. B.

zu Beginn der Therapie, 4, 8 und 12 Wochen nach Beginn der Olanzapin-Behandlung und

anschließend in vierteljährlichen Abständen.

Lipidveränderungen

In placebokontrollierten klinischen Studien wurden bei mit Olanzapin behandelten Patienten

unerwünschte Veränderungen der Lipidwerte beobachtet (siehe Abschnitt 4.8).

Lipidveränderungen sind zu behandeln, wie es klinisch erforderlich ist, insbesondere bei

Patienten mit einer Lipidstoffwechselstörung und bei Patienten mit Risikofaktoren für die

Entwicklung einer solchen. Patienten, die mit antipsychotischen Arzneimitteln einschließlich

Olanzapin

behandelt werden, sollten in Übereinstimmung mit den gebräuchlichen

Therapierichtlinien für Antipsychotika regelmäßig hinsichtlich der Lipidwerte überwacht

werden, z. B. zu Beginn der Therapie, 12 Wochen nach Beginn der Olanzapin-Behandlung und

anschließend alle 5 Jahre.

Anticholinerge Wirkung

Obwohl Olanzapin in vitro eine anticholinerge Wirkung zeigte, wurde während der klinischen

Prüfung eine niedrige Inzidenz von damit zusammenhängenden Ereignissen beobachtet. Da aber

die klinische Erfahrung bei Patienten mit Begleiterkrankungen begrenzt ist, wird bei der

Verordnung für Patienten mit Prostatahypertrophie oder paralytischem Ileus und damit

zusammenhängenden Zuständen zur Vorsicht geraten.

Leberfunktion

Vorübergehende, asymptomatische Erhöhungen der Leberaminotransferasen ALT (GPT) und

AST (GOT) wurden, besonders zu Beginn der Behandlung, häufig beobachtet. Bei Patienten mit

erhöhten ALT und/oder AST-Werten, bei Patienten mit Anzeichen einer

Leberfunktionseinschränkung, bei Patienten mit vorbestehenden Erkrankungen, die mit einer

eingeschränkten Leberfunktionsreserve einhergehen und Patienten, die mit möglicherweise

hepatotoxischen Arzneimitteln behandelt werden, ist daher Vorsicht angebracht und

Nachuntersuchungen sind durchzuführen. In Fällen, in denen eine Hepatitis (einschließlich einer

hepatozellulären oder cholestatischen Leberschädigung oder einer Mischform) diagnostiziert

wurde, muss die Olanzapin-Therapie beendet werden.

Neutropenie

Vorsicht ist angebracht bei Patienten mit niedrigen Leukozyten- und/oder Neutrophilenwerten

jeglicher Ursache, bei Patienten, die Arzneimittel erhalten von denen bekannt ist, dass sie eine

Neutropenie verursachen können, bei Patienten mit arzneimittelbedingter

Knochenmarksdepression/-toxizität in der Anamnese, bei Patienten mit

Knochenmarksdepression bedingt durch eine Begleiterkrankung, Strahlentherapie oder

Chemotherapie und bei Patienten mit hypereosinophilen Zuständen oder einer

myeloproliferativen Erkrankung.

Wenn Olanzapin und Valproat gleichzeitig angewendet wurden, wurde häufig über Neutropenie

berichtet (siehe Abschnitt 4.8).

Absetzen der Behandlung

Wenn Olanzapin plötzlich abgesetzt wurde, wurden selten (≥ 0,01 % und < 0,1 %) akute

Symptome wie Schwitzen, Schlaflosigkeit, Zittern, Angst, Übelkeit oder Erbrechen berichtet.

QT-Intervall

In klinischen Prüfungen wurden bei mit Olanzapin behandelten Patienten gelegentlich (0,1 %-1

%) klinisch relevante QT-Verlängerungen gefunden (nach Fridericia korrigiertes QT-Intervall

[QTcF] ≥ 500 Millisekunden [ms] zu beliebigen Zeitpunkten nach dem Ausgangswert, bei

einem Ausgangswert QTcF < 500 ms). Im Vergleich zu Placebo zeigten sich keine signifikanten

Unterschiede bei assoziierten kardialen Ereignissen. Es ist jedoch Vorsicht geboten, wenn

Olanzapin zusammen mit anderen Arzneimitteln verschrieben wird, von denen bekannt ist, dass

sie die QTc-Strecke verlängern, insbesondere bei älteren Patienten, bei Patienten mit

angeborener Verlängerung der QT-Strecke, Herzinsuffizienz, Hypertrophie des Herzens,

Kalium- oder Magnesiummangel im Blut.

Thromboembolien

Gelegentlich (≥ 0,1 % und < 1 %) wurde ein zeitlicher Zusammenhang zwischen einer

Olanzapin Behandlung und venösen Thromboembolien (VTE) berichtet. Ein ursächlicher

Zusammenhang zwischen dem Auftreten von VTE und einer Olanzapin Behandlung wurde

nicht nachgewiesen. Da jedoch Patienten mit Schizophrenie häufig Risikofaktoren für venöse

Thromboembolien entwickeln, sind alle möglichen Risikofaktoren für VTE, wie z. B.

Immobilisation festzustellen und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.

Allgemeine Wirkungen auf das Zentralnervensystem

Da Olanzapin hauptsächlich auf das Zentralnervensystem wirkt, ist bei gleichzeitiger Einnahme

von anderen zentralnervös wirksamen Arzneimitteln und Alkohol Vorsicht angebracht. Da

Olanzapin in vitro einen Dopamin-Antagonismus zeigt, kann es die Wirkung von direkten oder

indirekten Dopamin-Agonisten abschwächen.

Krampfanfälle

Olanzapin muss bei Patienten mit Krampfanfällen in der Anamnese oder bei die

Krampfschwelle verändernden Zuständen vorsichtig angewendet werden. Das Auftreten von

Krampfanfällen wurde gelegentlich bei mit Olanzapin behandelten Patienten berichtet. Bei den

meisten dieser Fälle wurden Krampfanfälle in der Anamnese oder Risikofaktoren für

Krampfanfälle berichtet.

Spätdyskinesien

In vergleichenden Studien von einer Dauer bis zu einem Jahr war die Behandlung mit

Olanzapin mit einer statistisch signifikant geringeren Inzidenz von Dyskinesien assoziiert. Das

Risiko einer Spätdyskinesie nimmt jedoch während einer Langzeitbehandlung zu. Wenn bei

einem mit Olanzapin behandelten Patienten Anzeichen einer Spätdyskinesie auftreten, sollte

daher überlegt werden, die Dosis zu reduzieren oder die Behandlung abzubrechen. Diese

Symptome können sich zeitweilig verschlechtern oder auch erst nach Beendigung der

Behandlung auftreten.

Orthostatische Hypotonie

Gelegentlich wurde in klinischen Prüfungen bei älteren Patienten orthostatische Hypotonie

beobachtet. Es wird empfohlen, bei Patienten über 65 Jahre den Blutdruck in regelmäßigen

Abständen zu messen.

Plötzlicher Herztod

In Berichten nach Markteinführung wurde das Ereignis eines plötzlichen Herztodes bei

Patienten mit Olanzapin berichtet. In einer retrospektiven beobachtenden Kohortenstudie hatten

Patienten, die mit Olanzapin behandelt wurden, ein ungefähr zweifach erhöhtes Risiko eines

vermuteten plötzlichen kardialen Todes im Vergleich zu nicht mit Antipsychotika behandelten

Patienten. In der Studie war das Risiko von Olanzapin vergleichbar einer gepoolten Analyse

von atypischen Antipsychotika.

Kinder und Jugendliche

Olanzapin ist nicht angezeigt für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen. Studien bei

Patienten im Alter von 13-17 Jahren zeigten verschiedene Nebenwirkungen, einschließlich

Gewichtszunahme, Veränderungen metabolischer Parameter und Erhöhung der Prolaktin-

Spiegel (siehe Abschnitte 4.8 und 5.1).

Phenylalanin

Olanzapin AbZ Schmelztabletten

enthält Aspartam als Quelle für Phenylalanin und kann

schädlich sein für Patienten mit Phenylketonurie.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Wechselwirkungsstudien wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.

Mögliche Wechselwirkungen, die Olanzapin beeinflussen

Da Olanzapin durch CYP1A2 metabolisiert wird, beeinflussen Substanzen, die spezifisch

dieses Isoenzym induzieren oder hemmen, möglicherweise die Pharmakokinetik von

Olanzapin.

Induktion von CYP1A2:

Der Metabolismus von Olanzapin kann durch Rauchen und

Carbamazepin induziert werden. Dadurch kann es zu niedrigeren Olanzapin-

Konzentrationen kommen. Beobachtet wurde nur eine leichte bis mäßige Zunahme der

Olanzapin-Clearance. Die klinischen Konsequenzen sind wahrscheinlich gering, es wird

jedoch eine klinische Überwachung empfohlen. Falls erforderlich, kann eine Erhöhung

der Olanzapin-Dosis erwogen werden (siehe Abschnitt 4.2).

Hemmung von CYP1A2:

Für Fluvoxamin, einen spezifischen CYP1A2 Hemmstoff,

wurde eine signifikante Hemmung des Olanzapin Metabolismus gezeigt. Die

durchschnittliche Zunahme der Olanzapin C

nach Fluvoxamin betrug bei weiblichen

Nichtrauchern 54 % und bei männlichen Rauchern 77 %. Die durchschnittliche Zunahme

der Olanzapin AUC betrug 52 % bzw. 108 %. Bei Patienten, die Fluvoxamin oder einen

anderen CYP1A2 Hemmer wie Ciprofloxacin anwenden, muss eine niedrigere

Anfangsdosis von Olanzapin in Betracht gezogen werden. Eine Reduzierung der

Olanzapin-Dosis muss in Betracht gezogen werden, wenn eine Behandlung mit einem

CYP1A2 Hemmer begonnen wird.

Verminderte Bioverfügbarkeit: Aktivkohle vermindert die Bioverfügbarkeit von oralem

Olanzapin um 50-60 % und sollte mindestens 2 Stunden vor oder nach Olanzapin

eingenommen werden.

Fluoxetin (ein CYP2D6 Hemmstoff), Einzeldosen von Antazida (Aluminium, Magnesium)

oder Cimetidin haben keinen signifikanten Einfluss auf die Pharmakokinetik von Olanzapin.

Möglicher Einfluss von Olanzapin auf andere Arzneimittel

Olanzapin kann die Wirkung von direkten und indirekten Dopamin-Agonisten abschwächen.

Die wichtigsten CYP450 Isoenzyme (z. B. 1A2, 2D6, 2C9, 2C19, 3A4) werden durch

Olanzapin in vitro nicht gehemmt. Deshalb ist hier keine besondere Wechselwirkung zu

erwarten, was auch durch in vivo Studien belegt wurde, in denen keine Hemmung des

Metabolismus der folgenden Wirkstoffe gefunden wurde: trizyklische Antidepressiva (im

Allgemeinen typisch für den CYP2D6 Weg), Warfarin (CYP2C9), Theophyllin (CYP1A2)

oder Diazepam (CYP3A4 und 2C19).

Olanzapin zeigte keine Wechselwirkungen bei gleichzeitiger Gabe von Lithium oder

Biperiden.

Die therapeutische Überwachung der Valproat-Blutspiegel hat nicht gezeigt, dass die

Valproat-Dosis angepasst werden muss, nachdem mit der gleichzeitigen Gabe von Olanzapin

begonnen wurde.

Allgemeine Wirkung auf das Zentralnervensystem

Bei Patienten, die Alkohol konsumieren bzw. Arzneimittel mit einer das

Zentralnervensystem dämpfenden Wirkung erhalten, ist Vorsicht angebracht.

Die gleichzeitige Anwendung von Olanzapin mit Anti-Parkinson-Arzneimitteln bei Patienten

mit Parkinson-Erkrankung und Demenz wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).

QTc-Intervall

Vorsicht ist angebracht, wenn Olanzapin gleichzeitig mit Arzneimitteln angewendet wird,

die bekanntermaßen das QTc-Intervall verlängern (siehe Abschnitt 4.4).

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine hinreichenden und kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen vor. Die

Patientinnen sollten darauf hingewiesen werden, ihren Arzt zu unterrichten, wenn sie schwanger

sind oder eine Schwangerschaft während der Behandlung mit Olanzapin planen. Da die

Erfahrung bei Menschen begrenzt ist, darf Olanzapin in der Schwangerschaft nur angewendet

werden, wenn der mögliche Nutzen das potenzielle Risiko für den Fötus rechtfertigt.

Neugeborene, die während des dritten Trimenons der Schwangerschaft gegenüber

Antipsychotika (einschließlich Olanzapin) exponiert sind, sind durch Nebenwirkungen

einschließlich extrapyramidaler Symptome und/oder Entzugserscheinungen gefährdet, deren

Schwere und Dauer nach der Entbindung variieren können. Es gab Berichte über Agitiertheit,

erhöhten oder erniedrigten Muskeltonus, Tremor, Somnolenz, Atemnot oder Störungen bei der

Nahrungsaufnahme. Dementsprechend sollten Neugeborene sorgfältig überwacht werden.

Stillzeit

In einer Studie mit stillenden, gesunden Frauen wurde Olanzapin in der Muttermilch

ausgeschieden. Die durchschnittlich vom Säugling aufgenommene Menge (mg/kg) wurde im

Steady state mit ca. 1,8 % der mütterlichen Olanzapin Dosis bestimmt. Den Patientinnen sollte

geraten werden, ihr Kind nicht zu stillen, wenn sie Olanzapin einnehmen.

Fertilität

Es sind keine Auswirkungen auf die Fertilität bekannt (siehe Abschnitt 5.3 zu den präklinischen

Daten).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit

zum Bedienen von Maschinen durchgeführt. Da Olanzapin Schläfrigkeit und Schwindel

verursachen kann, muss der Patient vor dem Bedienen von Maschinen gewarnt werden, dies gilt

auch für das Autofahren.

4.8

Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Erwachsene

Die am häufigsten (≥ 1 % der Patienten) berichteten Nebenwirkungen im Zusammenhang mit

der Anwendung von Olanzapin in klinischen Prüfungen waren Schläfrigkeit, Gewichtszunahme,

Eosinophilie, erhöhte Prolaktin-, Cholesterin-, Glukose- und Triglyceridspiegel (siehe Abschnitt

4.4), Glukosurie, Zunahme des Appetits, Schwindel, Akathisie, Parkinsonismus, Leukopenie,

Neutropenie (siehe Abschnitt 4.4), Dyskinesie, orthostatische Hypotonie, anticholinerge

Effekte, vorübergehende asymptomatische Erhöhungen von Lebertransaminasen (siehe

Abschnitt 4.4), Ausschlag, Asthenie, Ermüdung, Fieber, Arthralgie, erhöhte alkalische

Phosphatase-Werte, hohe Gamma-Glutamyltransferase (GGT)-Werte, hohe Harnsäure-Werte,

hohe Kreatinphosphokinase (CK)-Werte und Ödeme.

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Die folgende Tabelle führt Nebenwirkungen und Ergebnisse klinisch-chemischer

Untersuchungen auf, beruhend auf Spontanberichten und klinischen Prüfungen. Innerhalb jeder

Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.

Die aufgeführten Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis

< 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100), selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000), sehr selten (<

1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Nicht bekannt

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Eosinophilie

Leukopenie

Neutropenie

Thrombozytopenie

Erkrankungen des Immunsystems

Überempfindlichkei

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Gewichtszunahme

Erhöhte

Cholesterinspiegel

Erhöhte

Glukosespiegel

Entwicklung oder

Verschlechterung

eines Diabetes

gelegentlich

Hypothermie

Erhöhte

Triglyceridspiegel

Glukosurie

Zunahme des

Appetits

begleitet von

Ketoacidose oder

Koma,

einschließlich

einiger letaler Fälle

(siehe Abschnitt

4.4)

Erkrankungen des Nervensystems

Schläfrigkeit

Schwindel

Akathisie

Parkinsonismus

Dyskinesie

Krampfanfälle,

wobei in den

meisten dieser Fälle

Krampfanfälle in

der Anamnese oder

Risikofaktoren für

Krampfanfälle

berichtet wurden.

Dystonie

(einschließlich

Blickkrämpfe)

Tardive

Dyskinesie

Amnesie

Dysarthrie

Malignes

neuroleptisches

Syndrom (siehe

Abschnitt 4.4)

Absetzsymptome

7,12

Herzerkrankungen

Bradykardie

Verlängerung

(siehe Abschnitt

4.4)

Ventrikuläre

Tachykardie/Fibrilla

tion, plötzlicher Tod

(siehe Abschnitt

4.4)

Gefäßerkrankungen

Orthostatische

Hypotonie

Thromboembolien

(einschließlich

Lungenembolien

und tiefer

Venenthrombose)

(siehe Abschnitt

4.4)

Atem-, Thorax- und mediastinale Erkrankungen

Nasenbluten

Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes

Leichte,

vorübergehende

anticholinerge

Effekte

einschließlich

Verstopfung und

Mundtrockenheit

Geblähtes

Abdomen

Pankreatitis

Leber- und Gallenerkrankungen

Vorübergehende,

asymptomatische

Erhöhungen von

Leberaminotransfer

asen (ALT, AST),

besonders zu

Beginn der

Behandlung (siehe

Abschnitt 4.4)

Hepatitis

(einschließlich einer

hepatozellulären

oder cholestatischen

Leberschädigung

oder einer

Mischform)

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Ausschlag

Lichtüberempfindlic

hkeitsreaktionen

Alopezie

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Arthralgie

Rhabdomyolyse

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Harninkontinenz,

Harnverhalt

Schwierigkeiten

beim

Wasserlassen

Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen

Arzneimittelentzu

gssyndrom des

Neugeborenen

(siehe Abschnitt

4.6)

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Erektile

Dysfunktion bei

Männern

Erniedrigte Libido

bei Männern und

Frauen

Amenorrhoe

Brustvergrößerung

Galaktorrhoe bei

Frauen

Gynäkomastie/Brust

vergrößerung bei

Männern

Priapismus

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Asthenie

Müdigkeit

Ödeme

Fieber

Untersuchungen

Erhöhte

Plasmaprolaktinspie

Erhöhte alkalische

Phosphatase-

Werte

Hohe

Kreatinphosphokina

se(CK)-Werte

Hohe Gamma-

Glutamyltransferase

(GGT)-Werte

Hohe Harnsäure-

Werte

Erhöhtes

Gesamtbilirubin

Eine klinisch signifikante Gewichtszunahme wurde durchgängig bei allen Kategorien der

Ausgangs-Body-Mass-Indices (BMI) beobachtet. Nach einer Kurzzeittherapie (mittlere

Dauer 47 Tage) war eine Gewichtszunahme ≥ 7 % des Ausgangskörpergewichtes sehr häufig

(22,2 % der Patienten), ≥ 15 % häufig (4,2 %) und ≥ 25 % gelegentlich (0,8 %). Eine

Gewichtszunahme ≥ 7 %, ≥ 15 % und ≥ 25 % des Ausgangskörpergewichtes war bei

Langzeitgabe (mindestens 48 Wochen) sehr häufig (64,4 %, 31,7 % und 12,3 %).

Die mittleren Anstiege der Nüchtern-Lipid-Werte (Gesamtcholesterin, LDL, Cholesterin und

Triglyceride) waren größer bei Patienten ohne Hinweis auf eine Lipidstörung bei Beginn der

Therapie.

Beobachtet wurden normale Nüchtern-Ausgangswerte (< 5,17 mmol/l), die über die

Normwerte anstiegen (≥ 6,2 mmol/l). Veränderungen grenzwertiger Ausgangs-Nüchtern-

Gesamtcholesterin-Werte (≥ 5,17-< 6,2 mmol/l) zu hohen Werten (≥ 6,2 mmol/l) waren sehr

häufig.

Beobachtet wurden normale Nüchtern-Ausgangswerte (< 5,56 mmol/l), die über die

Normwerte (≥7 mmol/l) anstiegen. Veränderungen grenzwertiger Ausgangs-Nüchtern-

Glukose-Werte (≥ 5,56 mmol/l-< 7 mmol/l) zu hohen Werten (≥ 7 mmol/l) waren sehr

häufig.

Beobachtet wurden normale Nüchtern-Ausgangswerte (< 1,69 mmol/l), die über die

Normwerte (≥ 2,26 mmol/l) anstiegen. Veränderungen grenzwertiger Ausgangs-Nüchtern-

Triglycerid-Werte (≥ 1,69 mmol/l-< 2,26 mmol/l) zu hohen Werten (≥ 2,26 mmol/l) waren

sehr häufig.

In klinischen Studien war die Häufigkeit von Parkinsonismus und Dystonie bei mit

Olanzapin behandelten Patienten numerisch größer, aber nicht statistisch signifikant

unterschiedlich im Vergleich zu Placebo. Bei mit Olanzapin behandelten Patienten war die

Häufigkeit von Parkinsonismus, Akathisie und Dystonie geringer als bei denen, die titrierte

Dosen Haloperidol erhielten. Da keine genauen Informationen über individuelle akute oder

späte extrapyramidale Bewegungsstörungen in der Anamnese vorliegen, kann zur Zeit nicht

geschlossen werden, dass Olanzapin weniger Spätdyskinesien oder spät auftretende

extrapyramidale Bewegungsstörungen verursacht.

Wenn Olanzapin plötzlich abgesetzt wurde, wurden akute Symptome wie Schwitzen,

Schlaflosigkeit, Zittern, Angst, Übelkeit oder Erbrechen berichtet.

In klinischen Studien bis zu einer Dauer von 12 Wochen, waren die

Plasmaprolaktinkonzentrationen bei normalem Ausgangsprolaktinwert bei mehr als 30 % der

mit Olanzapin behandelten Patienten über den oberen Normbereich erhöht. Bei der Mehrzahl

dieser Patienten waren die Werte im Allgemeinen leicht erhöht, und die Erhöhung blieb

unterhalb des zweifachen oberen Normbereichs.

Aus klinischen Studien aufgezeigte Nebenwirkung in der Olanzapindatenbank.

Beurteilt anhand von Messwerten aus klinischen Studien in der Olanzapin-

Gesamtdatenbank.

Nebenwirkung, die aus Spontanberichten nach Markteinführung als häufig beobachtet in der

Olanzapin-Gesamtdatenbank aufgezeigt wurde.

Nebenwirkung, die aus Spontanberichten nach Markteinführung mit einer Häufigkeit einer

geschätzten Obergrenze von 95 % des Konfidenzintervalls in der Olanzapin-

Gesamtdatenbank aufgezeigt wurde.

Langzeitgabe (mindestens 48 Wochen)

Der Anteil der Patienten mit unerwünschten, klinisch signifikanten Veränderungen folgender

Parameter nahm mit der Zeit zu: Gewichtszunahme, Glukose, Gesamt/LDL/HDL-Cholesterin

oder Triglyceride. Bei erwachsenen Patienten, die 9-12 Monate lang behandelt wurden, nahm

nach 6 Monaten das Ausmaß der Zunahme der mittleren Blutglukose-Werte ab.

Zusätzliche Informationen zu speziellen Patientenpopulationen

In klinischen Prüfungen bei älteren Patienten mit Demenz war die Behandlung mit Olanzapin

im Vergleich zu Placebo mit einer höheren Inzidenz an Todesfällen und zerebrovaskulären

Ereignissen verbunden (siehe Abschnitt 4.4). Sehr häufige unerwünschte Wirkungen im

Zusammenhang mit der Anwendung von Olanzapin in dieser Patientengruppe waren abnormer

Gang und Stürze.

Pneumonie, erhöhte Körpertemperatur, Lethargie, Erythem, visuelle Halluzinationen und

Harninkontinenz wurden häufig beobachtet.

In klinischen Prüfungen bei Patienten mit einer durch Arzneimittel (Dopaminagonist)

ausgelösten Psychose im Zusammenhang mit einer Parkinson-Erkrankung wurde sehr häufig

und häufiger als unter Placebo über eine Verschlechterung der Parkinson-Symptome und

Halluzinationen berichtet.

In einer klinischen Prüfung bei Patienten mit bipolarer Manie betrug bei einer gleichzeitigen

Behandlung mit Valproat und Olanzapin die Häufigkeit einer Neutropenie 4,1 %.

Möglicherweise haben hohe Valproat-Plasmaspiegel dazu beigetragen. Bei gleichzeitiger Gabe

von Olanzapin und Lithium oder Valproat kam es häufiger (> 10 %) zu Zittern,

Mundtrockenheit, größerem Appetit und Gewichtszunahme. Sprachstörungen wurden häufig (1

%-10 %) berichtet. Während einer Behandlung mit Olanzapin in Kombination mit Lithium oder

Divalproex kam es bei 17,4 % der Patienten während der Akutbehandlung (bis zu 6 Wochen) zu

einer Zunahme des Körpergewichts von ≥ 7 % gegenüber dem Ausgangswert. Die

Langzeitbehandlung mit Olanzapin (bis zu 12 Monate) zur Phasenprophylaxe bei Patienten mit

bipolaren Störungen war bei 39,9 % der Patienten mit einer Zunahme des Körpergewichts von ≥

7 % gegenüber dem Ausgangswert verbunden.

Kinder und Jugendliche

Olanzapin ist nicht angezeigt für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen unter 18

Jahren. Obwohl keine klinischen Studien durchgeführt wurden, die konzipiert waren um

Jugendliche mit Erwachsenen zu vergleichen, wurden die Daten von Studien mit Kindern mit

denen aus Erwachsenen-Studien verglichen.

Die folgende Tabelle fasst die Nebenwirkungen zusammen, die mit einer größeren Häufigkeit

bei jugendlichen Patienten (13-17 Jahre) als bei erwachsenen Patienten berichtet wurden oder

Nebenwirkungen, die nur bei Kurzzeit-Studien bei jugendlichen Patienten auftraten. Eine

klinisch signifikante Gewichtszunahme (≥ 7 %) schien häufiger in der jugendlichen Population

aufzutreten im Vergleich zu Erwachsenen mit ähnlicher Exposition. Das Ausmaß der

Gewichtszunahme und der Anteil an jugendlichen Patienten, die eine klinisch signifikante

Gewichtszunahme entwickelten, war größer bei Langzeitbehandlung (mindestens 24 Wochen)

als bei Kurzzeittherapie.

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem

Schweregrad aufgeführt.

Die angegebenen Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, <

1/10).

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr häufig:

Gewichtszunahme

, erhöhte Triglyceridspiegel

, Zunahme des Appetits

Häufig:

Erhöhte Cholesterinspiegel

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig:

Sedierung (einschließlich: Hypersomnie, Lethargie, Schläfrigkeit)

Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes

Häufig:

Mundtrockenheit

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr häufig:

Erhöhungen von Leberaminotransferasen (ALT/AST; siehe Abschnitt 4.4)

Untersuchungen

Sehr häufig:

Erniedrigtes Gesamtbilirubin, erhöhte GGT, erhöhte Plasmaprolaktinspiegel

Nach einer Kurzzeittherapie (mittlere Dauer 22 Tage) war eine Gewichtszunahme ≥ 7 % des

Ausgangskörpergewichtes (kg) sehr häufig (40,6 % der Patienten), ≥ 15 % des

Ausgangskörpergewichtes häufig (7,1 %) und ≥ 25 % häufig (2,5 %). Bei

Langzeitbehandlung (mindestens 24 Wochen), nahmen 89,4 % der Patienten ≥ 7 %, 55,3 %

≥ 15 % und 29,1 % ≥ 25 % des Ausgangskörpergewichtes zu.

Beobachtet wurden normale Nüchtern-Ausgangswerte (< 1,016 mmol/l), die über die

Normwerte (≥ 1,467 mmol/l) anstiegen und Veränderungen grenzwertiger Ausgangs-

Nüchtern-Triglycerid-Werte (≥ 1,016 mmol/l - < 1,467 mmol/l) zu hohen Werten (≥ 1,467

mmol/l).

Veränderungen normaler Nüchtern-Gesamtcholesterin-Ausgangswerte (< 4,39 mmol/l) zu

hohen Werten (≥ 5,17 mmol/l) wurden häufig beobachtet. Veränderungen grenzwertiger

Ausgangs-Nüchtern-Gesamtcholesterin-Werte (≥ 4,39 - < 5,17 mmol/l) zu hohen Werten (≥

5,17 mmol/l) waren sehr häufig.

Erhöhte Plasmaprolaktinspiegel wurden bei 47,4 % der jugendlichen Patienten berichtet.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses

des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall

einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome

Zu den sehr häufigen Symptomen einer Überdosierung (Häufigkeit > 10 % ) gehören

Tachykardie, Agitation/Aggressivität, Dysarthrie, verschiedene extrapyramidale Symptome und

Bewusstseinsverminderungen, die von Sedierung bis hin zum Koma reichen.

Andere medizinisch relevante Folgeerscheinungen einer Überdosierung sind Delirium,

Krampfanfälle, Koma, mögliches malignes neuroleptisches Syndrom, Atemdepression,

Aspiration, Hypertonie oder Hypotonie, Herzarrhythmien (< 2 % der Fälle von Überdosierung)

und Herz-/Atemstillstand. Ein letaler Ausgang wurde bei einer akuten Überdosis von nicht mehr

als 450 mg, ein Überleben jedoch auch nach einer akuten Überdosis von etwa 2 g oralem

Olanzapin berichtet.

Behandlung

Es gibt kein spezifisches Antidot für Olanzapin. Das Herbeiführen von Erbrechen wird nicht

empfohlen. Standardverfahren zur Behandlung einer Überdosis können angezeigt sein (d. h.

Magenspülung, Gabe von Aktivkohle). Die gleichzeitige Gabe von Aktivkohle reduzierte die

orale Bioverfügbarkeit von Olanzapin um 50-60 %.

Entsprechend dem klinischen Bild sollten eine symptomatische Behandlung und Überwachung

der lebenswichtigen Organfunktionen eingeleitet werden, einschließlich Behandlung von

Hypotonie und Kreislaufkollaps und Unterstützung der Atemfunktion. Verwenden Sie kein

Adrenalin, Dopamin, oder andere Sympathomimetika mit β-agonistischer Aktivität, da die β-

Stimulation eine Hypotonie verschlimmern kann. Kardiovaskuläres Monitoring ist notwendig,

um mögliche Arrhythmien zu erkennen. Eine engmaschige ärztliche Überwachung sollte bis zur

Erholung des Patienten fortgesetzt werden.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Psycholeptika; Diazepine, Oxazepine, Thiazepine und

Oxepine.

ATC Code: N05A H03.

Pharmakodynamische Wirkungen

Olanzapin ist ein neuroleptischer, antimanischer und stimmungsstabilisierender Wirkstoff, der

mit einer größeren Anzahl von Rezeptorsystemen reagiert.

In präklinischen Studien zeigte Olanzapin eine Reihe von Rezeptor-Affinitäten (Ki; < 100

nMol) auf Serotonin 5HT

2A/2C

, 5HT

, 5HT

, Dopamin D

; cholinerge

Muskarinrezeptoren (M

); α

adrenerge und Histamin H

-Rezeptoren. In

Tierverhaltensstudien mit Olanzapin zeigten sich serotonerge, dopaminerge, und cholinerge

antagonistische Wirkungen, die mit den Rezeptor-Bindungs-Profilen konsistent sind. Olanzapin

zeigte

in vitro

eine größere Affinität zu Serotonin 5HT

als zu Dopamin D

-Rezeptoren und eine

größere 5HT

- als D

-Aktivität in

in-vivo

Modellen. Elektrophysiologische Untersuchungen

zeigten, dass Olanzapin selektiv die Reizübertragung von mesolimbischen (A10) dopaminergen

Neuronen verringert, während es wenig Einfluss auf die striatalen (A9) Leitungen der

motorischen Funktionen nimmt. Olanzapin verringerte die Ansprechrate in einem

konditionierten Vermeidungs-Test, einem Test, der auf eine antipsychotische Aktivität hinweist,

und zwar bei geringeren Dosen als denen, die eine Katalepsie hervorriefen, eine Wirkung, die

auf motorische Nebenwirkungen hinweist. Im Gegensatz zu einigen anderen antipsychotischen

Wirkstoffen erhöht Olanzapin die Ansprechrate in einem Test zur Erfassung ”anxiolytischer”

Effekte.

Bei einer Untersuchung mit einer oralen Einzeldosis (10 mg) mittels Positron Emissions

Tomographie (PET) an gesunden Probanden führte Olanzapin zu einer höheren 5HT

- als

Dopamin D

-Rezeptor-Besetzung. Zusätzlich zeigte sich bei schizophrenen Patienten in einer

Single-Photon-Emissions-Computertomographie-Studie (SPECT), dass Patienten, die auf

Olanzapin ansprachen, eine niedrigere striatale D

-Besetzung aufwiesen als Patienten, die auf

einige andere Antipsychotika und Risperidon ansprachen. Diese war jedoch vergleichbar mit

der bei Patienten, die auf Clozapin ansprachen.

Klinische Wirksamkeit

In zwei von zwei placebokontrollierten Studien und zwei von drei Studien mit wirksamer

Vergleichssubstanz bei insgesamt über 2900 schizophrenen Patienten, die sowohl positive als

auch negative Symptome aufwiesen, war Olanzapin mit einer statistisch signifikant größeren

Besserung der negativen sowie auch der positiven Symptome verbunden.

In einer multinationalen, vergleichenden Doppelblindstudie bei Schizophrenie, schizoaffektiven

und verwandten Störungen an 1481 Patienten mit depressiven Begleitsymptomen

unterschiedlichen Schweregrades (Ausgangswert durchschnittlich 16,6 auf der Montgomery-

Asberg-Depressionsskala) erwies sich Olanzapin (-6,0) in einer prospektiven Analyse der

Depressionsscore-Änderung vom Ausgangspunkt zum Endpunkt (sekundäre Fragestellung)

gegenüber Haloperidol (-3,1) als signifikant überlegen (p = 0,001).

Olanzapin war bei Patienten mit manischen oder gemischten Episoden bipolarer Erkrankungen

wirksamer als Placebo und Valproatseminatrium (Divalproex) bzgl. Besserung der manischen

Symptome über einen Zeitraum von 3 Wochen. Olanzapin zeigte eine mit Haloperidol

vergleichbare Wirksamkeit in Bezug auf den Anteil der Patienten mit einer symptomatischen

Remission der Manie und Depression nach 6 und 12 Wochen. In einer Studie mit der

Kombinationstherapie, in der Patienten mindestens 2 Wochen mit Lithium oder Valproat

behandelt wurden führte die zusätzliche Gabe von 10 mg Olanzapin (gleichzeitig mit Lithium

oder Valproat) zu einer größeren Reduktion der manischen Symptome als die Monotherapie mit

Lithium oder Valproat nach 6 Wochen.

In einer 12-monatigen Studie zur Phasenprophylaxe wurden Patienten mit manischen Episoden,

bei denen es unter Olanzapin zu einer Remission kam, randomisiert entweder Olanzapin oder

Placebo zugeordnet. Olanzapin war hinsichtlich des primären Endpunkts eines bipolaren

Rezidivs Placebo statistisch signifikant überlegen. Olanzapin zeigte auch hinsichtlich des

Wiederauftretens einer Manie oder einer Depression einen statistisch signifikanten Vorteil

gegenüber Placebo.

In einer zweiten 12-monatigen Studie zur Phasenprophylaxe wurden Patienten mit manischen

Episoden, bei denen es unter einer Kombination von Olanzapin und Lithium zu einer Remission

kam, randomisiert einer Gruppe zugeordnet, die entweder nur Olanzapin oder nur Lithium

bekam. Hinsichtlich des primären Endpunkts eines bipolaren Rezidivs war Olanzapin Lithium

statistisch nicht unterlegen (Olanzapin 30,0 %, Lithium 38,3 %; p = 0,055).

In einer 18-monatigen Kombinationsstudie zur Phasenprophylaxe wurden Patienten mit

manischen oder gemischten Episoden zunächst mit Olanzapin und einem Stimmungsstabilisator

(Lithium oder Valproat) stabilisiert. Die Langzeitbehandlung mit Olanzapin und Lithium oder

Valproat war hinsichtlich der Verzögerung eines bipolaren Rezidivs - definiert entsprechend

syndromaler diagnostischer Kriterien - der alleinigen Behandlung mit Lithium oder Valproat

nicht statistisch signifikant überlegen.

Kinder und Jugendliche

Kontrollierte Daten zur Wirksamkeit bei Jugendlichen (Alter 13-17 Jahre) sind begrenzt auf

Kurzzeitdaten bei Schizophrenie (6 Wochen) und Manie assoziiert mit einer Bipolar-I-

Erkrankung (3 Wochen). Weniger als 200 Jugendliche waren in klinischen Studien

eingeschlossen. Olanzapin wurde mit einer variablen Dosis beginnend mit 2,5 mg bis zu 20

mg/Tag eingesetzt. Während der Behandlung mit Olanzapin nahmen die Jugendlichen im

Vergleich zu Erwachsenen signifikant mehr Gewicht zu. Das Ausmaß der Veränderungen der

Nüchtern-Gesamt-Cholesterin-Werte, LDL-Cholesterin, Triglyceride und Prolaktin (siehe

Abschnitte 4.4 und 4.8) war bei Jugendlichen größer als bei Erwachsenen. Es liegen keine

kontrollierten Daten zur Aufrechterhaltung der Wirkung oder zur Langzeitsicherheit vor (siehe

Abschnitte 4.4 und 4.8). Informationen zur Langzeitsicherheit sind vor allem auf unkontrollierte

Open-Label-Daten begrenzt.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Olanzapin wird nach oraler Gabe gut resorbiert und erreicht Plasmaspitzenspiegel innerhalb von

5-8 Stunden. Die Resorption wird nicht durch Mahlzeiten beeinflusst. Die absolute orale

Bioverfügbarkeit im Vergleich zu einer i.v.-Applikation wurde nicht untersucht.

Verteilung

Die Plasmaproteinbindung von Olanzapin betrug etwa 93 % über einen Konzentrationsbereich

von etwa 7 bis etwa 1000 ng/ml. Olanzapin wird überwiegend an Albumin und α

-saures

Glykoprotein gebunden.

Biotransformation

Olanzapin wird in der Leber durch Konjugation und Oxidation metabolisiert. Der

Hauptmetabolit ist das 10-N-Glukuronid, das die Bluthirnschranke nicht passiert. Die

Cytochrome-P450-CYP1A2 und P450-CYP2D6 tragen bei zur Bildung von N-Desmethyl und

2-Hydroxymethylmetaboliten, die beide in Tierversuchsmodellen signifikant weniger

in vivo

pharmakologische Wirkung als Olanzapin aufwiesen. Die pharmakologische Hauptwirkung

wird unverändertem Olanzapin zugeschrieben.

Elimination

Nach oraler Gabe variierte die mittlere terminale Eliminationshalbwertszeit von Olanzapin bei

gesunden Probanden in Abhängigkeit von Alter und Geschlecht.

Bei gesunden älteren Personen (65 Jahre und älter) war die mittlere Eliminationshalbwertszeit

von Olanzapin im Vergleich zu jüngeren Personen verlängert (51,8 vs. 33,8 Stunden), die

Clearance war verringert (17,5 vs. 18,2 l/h). Die pharmakokinetische Variabilität lag bei älteren

Personen im gleichen Bereich wie bei jüngeren. Bei 44 schizophrenen Patienten, die älter als 65

Jahre waren und Dosen zwischen 5 und 20 mg/Tag erhielten, wurde kein Unterschied im

Nebenwirkungsprofil festgestellt.

Bei weiblichen Personen, verglichen mit männlichen Personen, war die mittlere

Eliminationshalbwertszeit leicht verlängert (36,7 vs. 32,3 Stunden), die Clearance war

verringert (18,9 vs. 27,3 l/h). Olanzapin (5-20 mg) zeigte jedoch ein vergleichbares

Sicherheitsprofil bei weiblichen (n = 467) und männlichen (n = 869) Patienten.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei einem Vergleich von Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance <

10 ml/min) und gesunden Probanden gab es keinen signifikanten Unterschied der mittleren

Eliminationshalbwertszeit (37,7 vs. 32,4 Stunden) oder der Clearance (21,2 vs. 25,0 l/h.). Eine

Massenbilanzierungsstudie zeigte, dass etwa 57 % von radioaktiv markiertem Olanzapin im

Urin ausgeschieden werden, vornehmlich als Metabolite.

Raucher

Bei Rauchern mit leichter Leberfunktionseinschränkung waren die mittlere

Eliminationshalbwertszeit (39,3 Stunden) und die Clearance (18,0 l/h) im Vergleich mit nicht

rauchenden, gesunden Probanden (48,8 Stunden bzw. 14,1 l/h) verlängert bzw. verringert. Im

Vergleich von Nichtrauchern zu Rauchern (Männer und Frauen) war die mittlere

Eliminationshalbwertszeit verlängert (38,6 vs. 30,4 Stunden) und die Clearance verringert (18,6

vs. 27,7 l/h).

Die Plasma-Clearance von Olanzapin ist bei älteren Personen, verglichen mit jüngeren

Personen, bei Frauen, verglichen mit Männern, und bei Nichtrauchern, verglichen mit

Rauchern, geringer. Der Einfluss von Alter, Geschlecht oder Rauchen auf die Olanzapin-

Clearance ist jedoch gering, verglichen mit der gesamten Schwankungsbreite zwischen

einzelnen Personen.

In einer Untersuchung an Kaukasiern, Japanern und Chinesen zeigte sich kein Unterschied

bezüglich der pharmakokinetischen Parameter in diesen 3 Populationen.

Kinder und Jugendliche

Jugendliche (Alter 13-17 Jahre): Die Pharmakokinetik von Olanzapin war bei Jugendlichen und

Erwachsenen vergleichbar. In klinischen Studien war die durchschnittliche Verfügbarkeit von

Olanzapin bei Jugendlichen ca. 27 % höher. Demographische Unterschiede zwischen den

Jugendlichen und Erwachsenen schlossen ein niedrigeres Durchschnittskörpergewicht und einen

geringeren Raucheranteil bei Jugendlichen ein. Diese Faktoren haben möglicherweise zur

höheren durchschnittlichen Verfügbarkeit beigetragen, die bei Jugendlichen beobachtet wurde

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität nach Einmalgabe

Die in den Toxizitätsstudien nach oraler Gabe beobachteten Symptome entsprachen denen für

potente antipsychotische Substanzen: Hypoaktivität, Koma, Tremor, klonische Krämpfe,

Speichelfluss und verringerte Zunahme des Körpergewichts. Die mittlere letale Dosis lag bei ca.

210 mg/kg Körpergewicht (Maus) bzw. 175 mg/kg Körpergewicht (Ratte). Hunde vertrugen

orale Einzeldosen von bis zu 100 mg/kg Körpergewicht. Todesfälle traten nicht auf. Klinische

Symptome waren Sedierung, Ataxie, Tremor, Tachykardie, erschwerte Atmung, Miosis und

Anorexie. Bei Affen führten orale Einzeldosen von bis zu 100 mg/kg Körpergewicht zu

Erschöpfungszuständen und bei höheren Dosen zu Dämmerzuständen.

Chronische Toxizität

In Studien an Mäusen (bis zu 3 Monaten) und an Ratten und Hunden (bis zu 1 Jahr) waren die

vorherrschenden Wirkungen eine zentralnervöse Dämpfung, anticholinerge Effekte und

periphere hämatologische Störungen. Gegenüber der zentralnervösen Dämpfung entwickelte

sich eine Toleranz. Bei hohen Dosen waren Wachstumsparameter verringert. Bei Ratten wurden

als Folge erhöhter Prolaktinspiegel verringerte Gewichte der Ovarien und des Uterus sowie

morphologische Veränderungen des vaginalen Epithels und der Brustdrüsen beobachtet. Diese

Veränderungen waren reversibel.

Hämatologische Toxizität

Es traten bei allen Tierarten Wirkungen auf hämatologische Parameter auf, einschließlich

dosisabhängiger Verminderung der zirkulierenden Leukozyten bei Mäusen und unspezifischer

Verringerung der zirkulierenden Leukozyten bei Ratten; es wurden jedoch keine Anzeichen für

eine Knochenmarkstoxizität gefunden. Bei einigen Hunden, die mit 8 oder 10 mg/kg

Körpergewicht/Tag (die Gesamtmenge Olanzapin [AUC] ist 12 bis 15-fach größer als nach

einer 12 mg Dosis beim Menschen) behandelt wurden, entwickelte sich eine reversible

Neutropenie, Thrombozytopenie oder Anämie. Bei zytopenischen Hunden traten keine

unerwünschten Wirkungen auf Stammzellen oder proliferierende Zellen im Knochenmark auf.

Reproduktionstoxizität

Olanzapin hatte keine teratogenen Wirkungen. Die Sedierung beeinflusste das

Paarungsverhalten männlicher Ratten. Östrogenzyklen wurden bei Dosen von 1,1 mg/kg

Körpergewicht (das 3-fache der Höchstdosis für den Menschen) und Reproduktionsparameter

wurden bei Ratten, die 3 mg/kg Körpergewicht (das 9-fache der Höchstdosis für den Menschen)

erhielten, beeinflusst. Die Nachkommen von Ratten, denen Olanzapin gegeben wurde, zeigten

eine verzögerte fetale Entwicklung und vorübergehende Beeinträchtigung der Aktivität.

Mutagenität

Olanzapin wirkte in einer Reihe von Standarduntersuchungen, die bakterielle Mutationstests

in-vitro

in-vivo

Tests an Säugetierzellen einschlossen, nicht mutagen oder clastogen.

Karzinogenität

Basierend auf Studien bei Ratten und Mäusen wurde geschlossen, dass Olanzapin nicht

kanzerogen ist.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Mannitol (Ph.Eur.)

Mikrokristalline Cellulose

Crospovidon

Hyprolose (5.0-16.0 % Hydroxypropoxy-Gruppen)

Aspartam

Calciumtrimetasilicat

Magnesiumstearat (Ph.Eur.)

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit und Licht zu schützen.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Blisterpackungen bestehend aus kalt geformter OPA/Al/PVC-Folie und hitzeversiegelter

Aluminiumfolie.

Packungen mit 35, 56 und 70 Schmelztabletten.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNGEN

A

Z

-Pharma GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

Olanzapin AbZ 5 mg Schmelztabletten

67402.00.00

Olanzapin AbZ 10 mg Schmelztabletten

67403.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 17. Oktober 2007

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 3. April 2013

10.

STAND DER INFORMATION

November 2014

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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