Octanate 1000

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-02-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

01-02-2020

Wirkstoff:
Blutgerinnungsfaktor VIII
Verfügbar ab:
CC - Pharma GmbH (8029457)
Darreichungsform:
Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
Zusammensetzung:
Blutgerinnungsfaktor VIII (8625) 1000 Internationale Einheit
Verabreichungsweg:
intravenöse Anwendung
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Ja
Zulassungsnummer:
PEI.H.12112.01.1
Berechtigungsdatum:
2021-07-05

Lesen Sie das vollständige Dokument

Anlage 2a: Wortlaut der Gebrauchsinformation im Sinne des § 11 AMG

Gebrauchsinformation

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR ANWENDER

Octanate 1000

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung

Blutgerinnungsfaktor VIII vom Menschen

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist OCTANATE und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von OCTANATE beachten?

Wie ist OCTANATE anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist OCTANATE aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Octanate und wofür wird es angewendet?

Octanate enthält als Wirkstoff den aus menschlichem Plasma gewonnenen Blutgerinnungsfaktor VIII.

Anwendungsgebiete:

Octanate wird zur Prophylaxe (vorbeugende Dauerbehandlung) und Therapie von Blutungen bei

Hämophilie A (angeborener Faktor-VIII-Mangel),

allen Formen von erworbenem Faktor-VIII-Mangel,

Hemmkörperhämophilie mit Faktor-VIII-Inhibitor eingesetzt.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Octanate beachten?

Octanate darf nicht angewendet werden,

wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen

Bestandteile von Octanate sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Octanate anwenden.

Beim Auftreten allergischer Reaktionen muss die Injektion sofort abgebrochen werden. Bitte

informieren Sie in diesem Fall Ihren Arzt.

Die Bildung von Inhibitoren (Antikörpern) ist eine bekannte Komplikation, die während der Behandlung

mit allen Arzneimitteln mit Faktor VIII auftreten kann. Diese Inhibitoren, insbesondere in hohen

Konzentrationen, verhindern eine ordnungsgemäße Wirkung des Arzneimittels. Sie oder Ihr Kind

werden sorgfältig auf das Entstehen dieser Inhibitoren überwacht. Falls Ihre Blutungen bzw. die Ihres

Kindes mit Octanate nicht kontrolliert werden können, wenden Sie sich umgehend an Ihren Arzt.

Zur Verhinderung von Infektionen infolge der Verwendung von aus menschlichem Blut oder Plasma

hergestellten Medikamenten werden verschiedene Maßnahmen getroffen. Hierzu zählen die Auswahl

der Spender, Untersuchung der einzelnen Spenden und Plasmapools auf spezifische

Infektionsmarker sowie wirksame Produktionsschritte zur Inaktivierung/Entfernung von Viren.

Dennoch kann bei der Verabreichung von Medikamenten, die aus menschlichem Blut oder Plasma

hergestellt wurden, die Möglichkeit von Infektionskrankheiten durch die Übertragung von

Infektionserregern nicht völlig ausgeschlossen werden. Dies gilt auch für bisher unbekannte oder neu

auftretende Viren und andere Krankheitserreger.

Die ergriffenen Maßnahmen gelten als wirksam gegen umhüllte Viren wie HIV (AIDS-Erreger), HBV

(Hepatitis-B-Virus) und HCV (Hepatitis-C-Virus) und gegen das nicht-umhüllte Virus HAV (Hepatitis-A-

Virus).

Die Maßnahmen können bei nicht-umhüllten Viren wie Parvovirus B19 von begrenzter Wirksamkeit

sein.

Parvovirus-B19-Infektionen können schwerwiegende Folgen für schwangere Frauen (fetale Infektion)

und für Personen mit Immunmangelkrankheiten oder mit gesteigerter Bildung roter Blutkörperchen

(Erythropoese, z.B. bei hämolytischer Anämie) haben.

Wenn Sie regelmäßig/wiederholt Präparate aus menschlichem Plasma erhalten, sollten Sie sich

gegen Hepatitis A und B impfen lassen.

Anwendung von Octanate zusammen mit anderen Arzneimitteln

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind bisher nicht bekannt geworden.

Octanate sollte dennoch nicht mit anderen Medikamenten gemischt oder gleichzeitig mit anderen

intravenösen Zubereitungen im gleichen Schlauchsystem verabreicht werden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere

Arzneimitteln einzunehmen/anzuwenden.

Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebärfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt

oder Apotheker um Rat.

Über die Anwendung von Octanate während Schwangerschaft und Stillzeit liegen keine

ausreichenden Erfahrungen vor. Daher sollte Octanate bei schwangeren oder stillenden Frauen nur

angewendet werden, wenn dies unbedingt erforderlich ist.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es gibt keine Hinweise darauf, dass Octanate die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr

oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt.

Octanate enthält Natrium:

Dieses Arzneimittel enthält bis zu 40 mg Natrium pro Flasche Octanate 1000. Dies entspricht 2 % der

für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Zufuhr von Natrium mit der Nahrung.

Wenn Sie eine kochsalzarme Diät einhalten müssen, sollten Sie dies berücksichtigen.

3.

Wie ist Octanate anzuwenden?

Wenden Sie Octanate immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt an. Fragen Sie bei Ihrem Arzt

oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Octanate wird nach der Herstellung der Injektionslösung mit dem mitgelieferten Lösungsmittel

(Wasser für Injektionszwecke) in eine Vene (intravenös) injiziert.

Die Behandlung sollte anfänglich unter Überwachung eines Arztes erfolgen, der mit der Therapie der

Hämophilie A vertraut ist. Dosierung und Dauer der Therapie hängen vom Schweregrad des Faktor-

VIII-Mangels, Ort und Ausmaß der Blutung und Ihrem klinischen Zustand ab.

Berechnung der Dosis:

Ihr Arzt wird Ihnen sagen, wie häufig Sie Octanate anwenden und wie viel Sie jeweils injizieren

müssen.

Zur Abschätzung der notwendigen Dosierung ist eine eventuell vorhandene Restaktivität von Faktor

VIII im Plasma zu berücksichtigen. Die Dosierungsberechnung basiert auf den Ergebnissen klinischer

Studien: Die Gabe einer Einheit (I.E.) Octanate pro kg Körpergewicht erhöht den Faktor-VIII-Spiegel

im Mittel um ca. 2 %.

Die erforderliche Dosis wird gemäß der folgenden Formel berechnet:

Körpergewicht (kg) x gewünschter Faktor-VIII-Anstieg (%) x 0,5 = Anzahl Einheiten (Dosis)

Wie hoch Ihre Dosis sein muss und wie häufig Sie sie benötigen, hängt immer davon ab, wie Sie auf

das Medikament ansprechen und wird von Ihrem Arzt entschieden.

Anwendung bei Kindern

Octanate kann bei Kindern angewendet werden.

Wenn Sie eine größere Menge Octanate angewendet haben als Sie sollten

Überdosierungen mit aus menschlichem Plasma gewonnenem Blutgerinnungsfaktor VIII sind bislang

nicht bekannt.

Hinweise für die Anwendung:

Bitte lesen Sie alle Anweisungen durch und befolgen Sie sie sorgfältig.

Konzentrat,

das Wasser für

Injektionszwecke

sowie

Gerätesatz

sind

unter

sterilen

Bedingungen hergestellt worden. Bitte achten Sie bei allen Arbeitsschritten strikt auf Hygiene.

Verwenden Sie Octanate nicht mehr nach dem Verfalldatum, das auf dem Etikett und dem Umkarton

angegeben ist.

Wenn Sie mehr als eine Flasche des Konzentrates benötigen, kann die gleiche Flügelkanüle

(Butterfly) verwendet werden. Die Spritze kann ebenfalls für mehrere Konzentratflaschen benutzt

werden. Zum Herstellen der gebrauchsfertigen Lösung immer ein neues Mix2Vial-Set benutzen.

Nicht verbrauchte Lösung und Abfallmaterialien müssen entsprechend den gültigen Vorschriften

entsorgt werden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch Octanate Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten

müssen.

Überempfindlichkeitsreaktionen oder allergische Reaktionen wie Angioödem, Brennen und

Stechen an der Infusionsstelle, Schüttelfrost, Hautrötung mit Hitzegefühl, generalisierte

Nesselsucht, Kopfschmerzen, Nesselausschlag, Hypotonie, Antriebslosigkeit, Übelkeit,

Unruhe, Herzrasen, Engegefühl in der Brust, Zittern, Erbrechen und Nebengeräusche bei der Atmung

wurden bei Faktor-VIII-Präparaten selten beobachtet und können sich in einigen Fällen zu schwerer

Anaphylaxie (einschließlich Schock) entwickeln.

In seltenen Fällen wurde Fieber beobachtet.

Bei Kindern, die zuvor noch nicht mit Faktor VIII behandelt wurden, kommt es sehr häufig (bei mehr

als 1 von 10 Patienten) zur Bildung von Inhibitor-Antikörpern. Bei Patienten, die bereits mit Faktor VIII

behandelt wurden (mehr als 150 Behandlungstage) tritt dies nur gelegentlich auf (bei weniger als 1

von 100 Patienten). Wenn dies passiert, können Ihre Arzneimittel bzw. die Ihres Kindes

möglicherweise nicht mehr richtig wirken, und es kommt zu unstillbaren Blutungen. Wenn dies eintritt,

sollten Sie sofort Ihren Arzt kontaktieren.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische

Arzneimittel, Paul-Ehrlich-Institut, Paul-Ehrlich-Str. 51-59, 63225 Langen, Telefon: +49 6103 77 0,

Telefax: +49 6103 77 1234, Website: www.pei.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden,

können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur

Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Octanate aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Nicht über 25°C lagern.

Das Behältnis im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Nicht einfrieren.

Sie dürfen Octanate nach dem auf dem Etikett und dem Umkarton angegebenen Verfalldatum

(Monat/Jahr) nicht mehr anwenden.

Das gebrauchsfertige Präparat soll unmittelbar nach Auflösung verwendet werden.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nicht verwenden, wenn Sie bemerken, dass die Lösung trüb ist oder

Ablagerungen aufweist.

Nicht verbrauchte Lösung ist zu verwerfen.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz

der Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Octanate enthält:

Der Wirkstoff ist: Blutgerinnungsfaktor VIII vom Menschen.

Die sonstigen Bestandteile sind: Natriumcitrat, Calciumchlorid, Natriumchlorid, Glycin

und Wasser für Injektionszwecke.

Wie Octanate aussieht und Inhalt der Packung

Octanate 1000 enthält 1000 I.E./Flasche bzw. 200 I.E./ml, wenn es in 5 ml Wasser für

Injektionszwecke (Ph. Eur.) aufgelöst worden ist.

Inhalt der Packung:

Octanate besteht aus zwei Teilverpackungen, die mit einem Folienstreifen zusammengehalten

werden.

Eine Teilverpackung enthält:

1 Durchstechflasche mit Pulver

Gebrauchsinformation

Die zweite Teilverpackung enthält:

1 Durchstechflasche mit Lösungsmittel (Wasser für Injektionszwecke): 5 ml

1 Gerätesatz: (1 Transferset[Mix2Vial

], 1 Flügelkanüle, 1 Einmalspritze)

2 Alkoholtupfer

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Importiert, umgepackt und vertrieben von: CC Pharma GmbH, In den Feldern 2, 54570 Densborn

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Februar 2020.

Herkunftsland des Blutplasmas:

Deutschland, Estland, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal,

Schweden, Schweiz, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn, USA

Es wird empfohlen, die Chargennummer der verwendeten Konzentratflasche zu dokumentieren.

Anlage 2b: Wortlaut der Fachinformation im Sinne des § 11a AMG

Fachinformation

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Octanate 1000

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Octanate ist als Pulver und Lösungsmittel (Wasser für Injektionszwecke) zur Herstellung einer

Injektionslösung erhältlich. Jede Durchstechflasche enthält nominell 1000 I.E. Blutgerinnungsfaktor

VIII vom Menschen.

Das rekonstituierte Präparat enthält ca. 200 I.E./ml Blutgerinnungsfaktor VIII, wenn es in 5 ml Wasser

für Injektionszwecke (Ph. Eur.) aufgelöst worden ist.

Die Aktivität (I.E.) wird unter Verwendung des chromogenen Tests gemäß dem Europäischen

Arzneibuchs bestimmt. Die spezifische Aktivität von Octanate 1000 beträgt ca. 100 I.E./mg Protein.

Hergestellt aus Blutplasma von menschlichen Spendern.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:

Octanate 1000 enthält bis zu 1,75 mmol (40 mg) Natrium pro Dosis.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Prophylaxe (vorbeugende Dauerbehandlung) und Therapie von Blutungen bei

Hämophilie A (angeborener Faktor-VIII-Mangel),

Allen Formen von erworbenem Faktor-VIII-Mangel,

Hemmkörperhämophilie mit Faktor-VIII-Inhibitor

Octanate enthält keinen von Willebrand-Faktor in pharmazeutisch wirksamer Menge und ist daher

nicht für die Behandlung des von Willebrand-Syndroms indiziert.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Die Behandlung sollte unter der Aufsicht eines in der Hämophiliebehandlung erfahrenen Arztes

erfolgen.

Behandlungsüberwachung

Im Laufe der Behandlung sollte eine angemessene Kontrolle des Faktor-VIII-Spiegels durchgeführt

werden, um die zu verabreichende Dosis und die Häufigkeit der wiederholten Infusionen

entsprechend festzulegen. Einzelne Patienten können unterschiedlich auf Faktor VIII ansprechen,

wodurch es zu unterschiedlichen Halbwertszeiten und Wiederfindungsraten kommen kann. Die

Körpergewicht-basierte Dosierung muss bei unter- oder übergewichtigen Patienten eventuell

angepasst werden. Vor allem bei großen chirurgischen Eingriffen ist eine genaue Kontrolle der

Substitutionstherapie mit Hilfe der Gerinnungsanalyse (Faktor-VIII-Aktivität im Plasma) unerlässlich.

Dosierung

Die Dosierung und Dauer der Substitutionstherapie hängen vom Schweregrad des Faktor-VIII-

Mangels, Ort und Ausmaß der Blutung und dem klinischen Zustand des Patienten ab.

Die Anzahl der verabreichten Faktor-VIII-Einheiten wird in Internationalen Einheiten (I.E.) angegeben,

bezogen auf den aktuellen WHO-Konzentratstandard für Faktor-VIII-Präparate. Die Faktor-VIII-

Aktivität im Plasma wird entweder als Prozentsatz (relativ zu normalem menschlichem Plasma) oder

vorzugsweise in Internationalen Einheiten (relativ zum Internationalen Standard für Faktor VIII im

Plasma) angegeben.

Eine Internationale Einheit (I.E.) an Faktor-VIII-Aktivität entspricht der Menge Faktor VIII, die sich in 1

ml humanem Normalplasma befindet.

Bedarfsbehandlung

Die Berechnung der erforderlichen Faktor-VIII-Dosis basiert auf dem empirischen Ergebnis, dass eine

Internationale Einheit (I.E.) Faktor VIII pro kg Körpergewicht die Faktor-VIII-Aktivität im Plasma um

ungefähr 2% der normalen Aktivität erhöht.

Die erforderliche Dosis wird gemäß der folgenden Formel berechnet:

Körpergewicht (kg) x gewünschter Faktor-VIII-Anstieg (%) [I.E./dl] x 0,5 = Anzahl Einheiten

(Dosis)

Beispiel für einen 80 kg schweren Patienten:

Gewünschter Anstieg der Faktor-VIII-Aktivität um 50% Erforderliche Dosis in

Einheiten:

80 kg x 50 % x 0,5 I.E. = 2.000 I.E.

Die zu verabreichende Menge und die Häufigkeit der Verabreichung sollten sich immer nach der

klinischen Wirksamkeit im Einzelfall richten.

Im Falle der folgenden Blutungsereignisse soll die Faktor-VIII-Aktivität (in % der Norm) während des

entsprechenden Zeitraums nicht unter den angegebenen Wert abfallen. Die folgende Tabelle dient als

Empfehlung für die Dosierung bei Blutungsereignissen und chirurgischen Eingriffen:

Schwere der Blutung/Art des

chirurgischen Eingriffs

Benötigter Faktor-VIII-

Plasma-Spiegel (%)

Häufigkeit der Dosierung

(Stunden)/Behandlungsdauer

(Tage)

Blutungen

Gelenkblutungen im

Frühstadium,

Muskelblutungen, Blutungen im

Mundbereich

20 – 40

Injektion alle 12 bis 24 Stunden;

mindestens 1 Tag, bis die Blutung

sistiert bzw. Wundheilung erreicht ist.

Ausgeprägtere

Gelenkblutungen,

Muskelblutungen oder

Hämatome

30 – 60

Injektion alle 12 bis 24 Stunden für 3

bis 4 Tage oder länger wiederholen,

bis die Schmerzen und

Beeinträchtigungen beseitigt sind.

Lebensbedrohliche Blutungen

60 - 100

Injektion alle 8 bis 24 Stunden

wiederholen, bis die Bedrohung

vorüber ist.

Chirurgische Eingriffe

Kleinere Eingriffe einschließlich

Zahnextraktionen

30 – 60

Injektion alle 24 Stunden, bis die

Wundheilung erreicht ist.

Größere Eingriffe

80 – 100

(prä- und post-operativ)

Injektion alle 8 bis 24 Stunden

wiederholen, bis ausreichende

Wundheilung erreicht ist; dann für

mindestens weitere 7 Tage einen

Faktor-VIII-Spiegel von 30 % bis 60

% aufrechterhalten.

Prophylaxe

Zur Langzeitprophylaxe werden bei schwerer Hämophilie A 20 - 40 I.E. Octanate pro kg

Körpergewicht im Abstand von 2-3 Tagen verabreicht.

In manchen Fällen, insbesondere bei jüngeren Patienten, können kürzere Dosierungsintervalle oder

höhere Dosen erforderlich sein.

Kinder und Jugendliche

In einer klinischen Prüfung mit 15 Kindern unter 6 Jahren wurde festgestellt, dass die

Dosierungsempfehlungen auch für Kinder unter 6 Jahren übernommen werden können.

Art der Anwendung

Intravenöse Anwendung.

Die empfohlene Injektionsgeschwindigkeit beträgt 2-3 ml pro Minute.

Hinweise zur Rekonstitution des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Rückverfolgbarkeit

Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, sind der Handelsname und die

Chargenbezeichnung des verabreichten Produkts eindeutig zu dokumentieren.

Überempfindlichkeit

Allergische Reaktionen können bei Anwendung von Octanate auftreten. Das Arzneimittel enthält

zusätzlich zu Faktor VIII Spuren anderer Humanproteine. Die Patienten sollten angewiesen werden,

beim Auftreten von Symptomen einer Überempfindlichkeit die Behandlung sofort abzubrechen und

ihren Arzt zu konsultieren. Die Patienten sollten über die möglichen Frühzeichen von

Überempfindlichkeitsreaktionen, wie zum Beispiel Nesselausschlag, generalisierte Urtikaria,

Engegefühl in der Brust, Keuchen (Atemnot) und Blutdruckabfall bis hin zum anaphylaktischen

Schock aufgeklärt werden.

Im Falle eines Schocks sind die aktuellen medizinischen Richtlinien zur Schockbehandlung zu

beachten.

Inhibitoren

Die Bildung neutralisierender Antikörper (Inhibitoren) gegen Faktor VIII ist eine bekannte Komplikation

bei der Behandlung von Patienten mit Hämophilie A. Diese Inhibitoren sind gegen die

prokoagulatorische Aktivität von Faktor VIII gerichtete IgG-Immunglobuline. Quantifiziert werden sie in

Bethesda-Einheiten (B.E.) pro ml Plasma mit dem modifizierten

Bethesda-Assay. Das Risiko, Inhibitoren zu entwickeln, korreliert mit dem Schweregrad der

Erkrankung sowie der Exposition gegenüber Faktor VIII. Dieses Risiko ist innerhalb der ersten 50

Expositionstage am größten, besteht jedoch lebenslang, auch wenn es nur gelegentlich auftritt. Die

klinische Relevanz der Inhibitorentwicklung ist abhängig vom Titer des Inhibitors, wobei niedrigtitrige

Inhibitoren, ein geringeres Risiko eines ungenügenden klinischen Ansprechens aufweisen als solche

mit hohem Titer.

Ganz allgemein sollten alle Patienten, die mit Blutgerinnungsfaktor VIII behandelt wurden, sorgfältig

mittels klinischer Befunde und mit geeigneten Labortests hinsichtlich der Entwicklung von Inhibitoren

überwacht werden. Wenn der erwartete Faktor-VIII-Spiegel nicht erreicht wird oder die Blutung nicht

durch die Verabreichung einer geeigneten Dosis gestillt werden kann, sollte der Patient auf Inhibitoren

untersucht werden. Bei Patienten mit hohen Inhibitorspiegeln kann die Faktor-VIII-Therapie

unwirksam sein und es müssen andere Therapiemöglichkeiten in Betracht gezogen werden. Die

Behandlung solcher Patienten sollte durch Ärzte erfolgen, die Erfahrung mit Hämophilie und mit

Inhibitoren gegen Faktor VIII haben.

Kardiovaskuläre Komplikationen

Bei Patienten mit vorhandenen kardiovaskulären Risikofaktoren kann die Substitutions-therapie mit

FVIII das kardiovaskuläre Risiko erhöhen.

Katheter-assoziierte Komplikationen

Wenn ein zentralvenöser Katheter (ZVK) erforderlich ist, sollte das Risiko von Katheter-assoziierten

Komplikationen einschließlich lokaler Infektionen, Bakteriämie und Katheter-assoziierten Thrombosen

beachtet werden.

Übertragbare Krankheitserreger

Zu den Standardmaßnahmen zur Verhinderung von Infektionen infolge der Verwendung von aus

menschlichem Blut oder Plasma hergestellten Arzneimitteln zählen die Auswahl der Spender,

Untersuchung der einzelnen Spenden und Plasmapools auf spezifische Infektionsmarker sowie

effektive Produktionsschritte zur Inaktivierung/ Abtrennung von Viren. Dennoch können bei der

Verabreichung von Arzneimitteln, die aus menschlichem Blut oder Plasma hergestellt wurden,

Infektionskrankheiten durch die Übertragung von Erregern - auch bislang unbekannter Natur - nicht

völlig ausgeschlossen werden.

Diese Maßnahmen werden für umhüllte Viren wie z.B. das humane Immunschwächevirus

(HIV), Hepatitis-B-Virus (HBV), Hepatitis-C-Virus (HCV) und für das nicht umhüllte Hepatitis-A-Virus

(HAV) als wirksam erachtet. Diese Maßnahmen können bei nicht umhüllten Viren wie z. B. Parvovirus

B19 von begrenzter Wirksamkeit sein. Parvovirus B19 kann bei schwangeren Frauen (fetale

Infektion), und bei Personen mit Immunschwäche oder gesteigerter Erythropoese (z.B. hämolytische

Anämie) zu schweren Reaktionen führen.

Bei Patienten, die regelmäßig/wiederholt Präparate aus menschlichem Plasma erhalten, wird

grundsätzlich eine Impfung gegen Hepatitis A und B empfohlen.

Es wird auf die Dokumentationspflicht gemäß Transfusionsgesetz hingewiesen.

Kinder und Jugendliche

Die aufgeführten Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen gelten für Erwachsene und für Kinder.

Hinweise zu den sonstigen Bestandteilen

Dieses Arzneimittel enthält bis zu 1,75 mmol (40 mg) Natrium pro Flasche Octanate 1000,

entsprechend 2% der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen Tageszufuhr

von 2 g Natrium.

Dies ist bei Patienten zu berücksichtigen, die auf eine natriumarme Ernährung achten müssen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind bisher nicht bekannt geworden.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Reproduktionsstudien am Tier wurden mit Faktor VIII nicht durchgeführt.

Aufgrund des seltenen Vorkommens der Hämophilie A bei Frauen liegen keine Erfahrungen über die

Anwendung von Faktor VIII während der Schwangerschaft und Stillzeit vor. Daher sollte Faktor VIII in

der Schwangerschaft und Stillzeit nur bei klarer Indikationsstellung angewendet werden.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Octanate hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Überempfindlichkeitsreaktionen oder allergische Reaktionen (die auch Angioödem, Brennen und

Stechen an der Infusionsstelle, Schüttelfrost, Hautrötung mit Hitzegefühl, generalisierte Nesselsucht,

Kopfschmerzen, Nesselausschlag, Hypotonie, Antriebslosigkeit, Übelkeit, Unruhe, Tachykardie,

Engegefühl in der Brust, Zittern, Erbrechen und Stridor mit einschließen können) wurden bei Faktor-

VIII-Präparaten mit seltener Häufigkeit beobachtet und können sich in einigen Fällen zu schwerer

Anaphylaxie (einschließlich Schock) entwickeln.

In seltenen Fällen wurde Fieber beobachtet.

Bei Patienten mit Hämophilie A, die mit Faktor VIII, einschließlich Octanate, behandelt werden,

können sich neutralisierende Antikörper (Inhibitoren) entwickeln, Bei Auftreten solcher Inhibitoren wird

sich dieser Zustand in einer unzureichenden klinischen Wirksamkeit manifestieren. In diesem Fall wird

empfohlen, Kontakt mit einem auf Hämophilie spezialisierten Zentrum aufzunehmen.

Informationen zum Infektionsrisiko siehe Abschnitt 4.4.

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Nachstehende Tabelle folgt der MedDRA-Systemorgan-Klassifikation (Ebene der SOK und der

bevorzugten Bezeichnung).

Die Häufigkeit der einzelnen Nebenwirkungen wurde anhand folgender Kriterien bestimmt:

sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100), selten (≥

1/10.000 bis < 1/1.000), sehr selten (<1/10.000). nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der

verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

MedDRA Standard

Systemorganklasse

Nebenwirkung

Häufigkeit

Erkrankungen des Immunsystems

Überempfindlichkeitsreaktionen

Anaphylaktischer Schock

Selten

Sehr selten

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Fieber

Selten

Erkrankungen des Blutes und des

Lymphsystems

Faktor-VIII-Inhibition

Gelegentlich (PTPs)*

Sehr häufig (PUPs)*

Untersuchungen

positiv auf Antikörper gegen Faktor

VIII

Selten

* Die Häufigkeit basiert auf Studien mit allen FVIII-Produkten, wozu auch Patienten mit schwerer Hämophilie A

gehörten. PTPs = vorbehandelte Patienten, PUPs = zuvor unbehandelte Patienten

Kinder und Jugendliche

Häufigkeit, Art und Schweregrad von Nebenwirkungen bei Kindern sind die gleichen wie bei

Erwachsenen.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des

Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer

Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, Paul-Ehrlich-

Institut, Paul-Ehrlich-Str. 51-59, 63225 Langen, Telefon: +49 6103 77 0, Telefax: +49 6103 77 1234,

Website: www.pei.de anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Symptome einer Überdosierung mit Blutgerinnungsfaktor VIII vom Menschen wurden nicht berichtet.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antihämorrhagika, Gerinnungsfaktor VIII

ATC-Code: B02BD02

Der Faktor VIII/von-Willebrand-Faktor (vWF)- Komplex besteht aus zwei Molekülen (Faktor VIII und

von-Willebrand-Faktor) mit unterschiedlichen physiologischen Funktionen. Wird einem Hämophilie-A-

Patienten Faktor VIII injiziert, so bindet dieser im Blutkreislauf an den von-Willebrand-Faktor. Der

aktivierte Faktor VIII wirkt als Kofaktor für den aktivierten Faktor IX und beschleunigt die Bildung von

aktiviertem Faktor X (Faktor Xa) aus Faktor X.

Aktivierter Faktor X wandelt Prothrombin in Thrombin um. Dieses setzt dann aus Fibrinogen Fibrin frei

und die Gerinnselbildung kann erfolgen.

Hämophilie A ist eine X-chromosomal-gebundene, erbliche Blutgerinnungsstörung, die sich in Form

eines erniedrigten Faktor-VIII-Plasmaspiegels manifestiert. Dies führt entweder spontan oder in Folge

unfallbedingter oder chirurgischer Traumata zu starken Blutungen in Gelenken, Muskeln oder inneren

Organen. Durch die Substitutionstherapie werden die Faktor-VIII-Plasmaspiegel erhöht, wodurch eine

temporäre Beseitigung des Faktor-VIII-Mangels ermöglicht und die Blutungsneigung vermindert wird.

Es ist zu beachten, dass die annualisierte Blutungsrate (ABR) zwischen verschiedenen Faktor-

Konzentraten und verschiedenen klinischen Studien nicht vergleichbar ist.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Aus humanem Plasma hergestellter Faktor VIII ist ein normaler Bestandteil des menschlichen

Plasmas und verhält sich wie der körpereigene Faktor VIII. Nach Injektion verbleiben zwei Drittel bis

drei Viertel des Faktor VIIIs im Kreislauf. Der erreichte Faktor-VIII-Spiegel sollte zwischen 80 und 120

% der erwarteten Faktor-VIII–Aktivität betragen.

Nach intravenöser Anwendung nimmt die Faktor-VIII-Aktivität exponentiell in zwei Phasen ab. In der

Initialphase vollzieht sich die Verteilung zwischen dem intravaskulären Raum und den übrigen

Verteilungsräumen (Körperflüssigkeiten) mit einer Plasma-Halbwertszeit von 3 bis 6 Stunden. In der

nachfolgenden Phase liegt die Halbwertszeit zwischen 8 und 20 Stunden, mit einem Mittelwert von ca.

12 Stunden. Dies entspricht der tatsächlichen biologischen Halbwertszeit.

Die folgenden Ergebnisse wurden im Rahmen von zwei Pharmakokinetikstudien mit 10 bzw. 14

Hämophilie-A-Patienten ermittelt:

Wiederfin-

dungsrate

(Recovery)

% x I.E.

x kg

AUC*

norm

(% x h x I.E.

x kg)

Halbwerts-

zeit

(Half-life)

Mittlere

Verweildauer

(MRT*

Clearance

(ml x h

Studie 1, n = 10

GMW ± SD

*3*4

2,4 ± 1,2

(1,8 – 3,1)

42,2 ± 1,5

(19,0 – 65,3)

13,7 ± 1,4

(7,7 – 19,1)

18,6 ± 1,4

(9,2 – 27,0)

2,4 ± 1,5

(1,5 – 5,3)

Studie 2, n = 14

GMW ± SD

*3*5

2,4 ± 1,1

(2,1 – 2,8)

32,4 ± 1,3

(19,5 – 50,2)

12,3 ± 1,3

(7,2 – 17,7)

16,2 ± 1,3

(10,3 – 22,3)

3,1 ± 1,3

(2,0 – 5,1)

AUC*

= Fläche unterhalb der Kurve (area under the curve),

MRT*

= mean residence time

GMW± SD*

= Geometrischer Mittelwert ± Standardabweichung (standard deviation)

= Werte mit dem einstufigen Gerinnungstest gemessen

= Werte mit dem chromogenen Test gemessen

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Faktor VIII (im Konzentrat) ist ein normaler Bestandteil des menschlichen Plasmas und verhält sich

wie körpereigener Faktor VIII.

Die einmalige Verabreichung des Mehrfachen der bei Menschen angewendeten Dosis, bezogen auf

das Kilogramm Körpergewicht, zeigt bei Labortieren keine toxische Wirkung. Toxizitätstests mit

wiederholter Verabreichung sind im Tierversuch auf Grund der Antikörperbildung gegen heterologe

Proteine nicht sinnvoll.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Natriumcitrat

Calciumchlorid

Natriumchlorid

Glycin

Wasser für Injektionszwecke

6.2 Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

Es sollte nur das beigefügte Infusionsset verwendet werden, da ein Therapieversagen auf Grund der

Adsorption von Faktor VIII an den Innenflächen einiger anderer Injektionssets auftreten kann.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

Pulver und Lösungsmittel (Wasser für Injektionszwecke):

2 Jahre

Rekonstituierte Lösung:

Die rekonstituierte Lösung muss sofort verwendet werden.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25°C lagern. Das Behältnis im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu

schützen. Nicht einfrieren.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Octanate besteht aus zwei Teilverpackungen, die mit einem Folien-Streifen zusammengehalten

werden.

Eine Teilverpackung enthält:

1 Durchstechflasche mit Pulver

Gebrauchsinformation

Die zweite Teilverpackung enthält:

1 Durchstechflasche mit 5 ml Lösungsmittel (Wasser für Injektionszwecke)

1 Gerätesatz (1 Transferset [Mix2Vial

], 1 Flügelkanüle, 1 Einmalspritze) 2

Alkoholtupfer

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Bitte lesen Sie alle Anweisungen durch und befolgen Sie sie sorgfältig. Der Lösungsvorgang des

Präparates und die Injektion müssen unter aseptischen Bedingungen erfolgen.

Wenn Sie mehr als eine Flasche des Konzentrates benötigen, kann die Flügelkanüle in der Vene

belassen werden. Zum Herstellen der gebrauchsfertigen Lösung immer ein neues Mix2Vial-Set

benutzen

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu

beseitigen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Importiert, umgepackt und vertrieben von; CC Pharma GmbH, In den Feldern 2, 54570 Densborn

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

PEI.H.12112.01.1

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

10.

STAND DER INFORMATION

Februar 2020

11. HERKUNFTSLAND DES BLUTPLASMAS

Deutschland, Estland, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal,

Schweden, Schweiz, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn, USA

12. VERSCHREIBUNGSSTATUS

Verschreibungspflichtig

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