NovoSeven 2 mg raumtemperaturstabiles Injektionspräparat

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

25-10-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
eptacogum alfa (activatum)
Verfügbar ab:
Novo Nordisk Pharma AG
ATC-Code:
B02BD08
INN (Internationale Bezeichnung):
eptacogum alfa (activatum)
Darreichungsform:
raumtemperaturstabiles Injektionspräparat
Zusammensetzung:
Vorbereitung cryodesiccata: eptacogum alfa (activatum) 2 mg, natrii chloridum, calcium chloridum dihydricum, glycyl-glycinum, polysorbatum 80, Zucker, mannitolum, antiox.: methioninum 1 mg, bei Glas. Freigabe: histidinum, Wasser ad iniectabilia q.s. die Lösung von 2,1 ml. Lösung reconstituta: eptacogum alfa (activatum) 2 mg, Zucker, Wasser ad iniectabilia q.s. zu einer Lösung anstelle von 2 ml.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Biotechnologika
Therapiebereich:
Hemmkörperhämophilie
Zulassungsnummer:
58693
Berechtigungsdatum:
2009-03-27

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

19-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

15-05-2021

Patienteninformation

NovoSeven® Raumtemperaturstabiles Injektionspräparat

Novo Nordisk Pharma AG

Was ist NovoSeven und wann wird es angewendet?

NovoSeven enthält gentechnologisch hergestellten aktivierten Blutgerinnungsfaktor VII. Bei

Patienten, welche Hemmkörper gegen die Blutgerinnungsfaktoren VIII oder IX entwickelt haben,

aktiviert NovoSeven das Blutgerinnungssystem am Ort der Blutung.

NovoSeven wird eingesetzt bei Blutungen oder bei Operationen von hämophilen (Patienten mit

angeborenen Blutgerinnungsstörungen) oder nicht-hämophilen (Patienten mit erworbenen

Blutgerinnungsstörungen) Patienten mit Hemmkörpern gegen den Blutgerinnungsfaktor VIII oder IX

sowie bei Faktor VII-Mangel und bei Thrombasthenie Glanzmann (Blutungsstörung), wenn nicht

effektiv mit Thrombozytenkonzentraten behandelt werden kann.

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

Was sollte dazu beachtet werden?

Die Behandlung mit NovoSeven sollte nur nach Rücksprache mit dem/der behandelnden Arzt bzw.

Ärztin erfolgen.

Wann darf NovoSeven nicht angewendet werden?

Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff (Faktor VII) oder einen im Präparat

enthaltenen Hilfsstoff oder allgemein Mäuse-, Hamster- oder Rindereiweisse darf NovoSeven nicht

angewendet werden.

Wann ist bei der Anwendung von NovoSeven Vorsicht geboten?

Die Behandlung mit NovoSeven sollte vom Arzt bzw. von der Ärztin überwacht werden.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin vor Anwendung von NovoSeven, wenn Sie erst vor

kurzer Zeit operiert wurden, an einer Quetschverletzung, an durch Blutgerinnsel verursachten

Komplikationen, an fortgeschrittener Atherosklerose, oder an einer Blutvergiftung leiden.

Gehen Sie zu Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, falls die Blutung nicht zum Stillstand kommt.

Wenn die Blutung innerhalb von 24 Stunden nicht unter Kontrolle gebracht werden kann, ist eine

Hospitalisierung erforderlich.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen

oder äusserlich anwenden!

NovoSeven darf nicht gleichzeitig mit Prothrombin-Komplex Konzentraten oder rFXIII verwendet

werden.

Darf NovoSeven während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

Wenn Sie schwanger sind oder es werden wollen, sollten Sie NovoSeven nur nach Rücksprache mit

Ihrem behandelnden Arzt bzw. Ihrer Ärztin anwenden. In der Stillzeit kann Ihnen Ihr Arzt bzw. Ihre

Ärztin zur Beendigung des Stillens oder zum Absetzen der NovoSeven-Behandlung raten.

Wie verwenden Sie NovoSeven?

NovoSeven muss intravenös appliziert werden. Die detaillierte Anleitung zur Zubereitung sowie zur

Verabreichung der Injektionslösung finden Sie im Abschnitt «Anwendung».

Bei schweren Blutungen wird NovoSeven durch Ärzte bzw. Ärztinnen und medizinisches Personal in

Arztpraxen oder Kliniken verabreicht. Bei leichten oder mittelschweren Blutungen kann NovoSeven

zu Hause verabreicht werden.

Die Dauer der Selbstbehandlung sollte 24 Stunden nicht überschreiten, ohne den Arzt bzw. die

Ärztin zu konsultieren.

·Jede NovoSeven-Anwendung sollten Sie so früh wie möglich Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin

mitteilen, damit die Behandlung überwacht werden kann.

·Falls die Blutung nicht zum Stillstand kommt, ist eine Behandlung in der Klinik erforderlich.

Übliche Dosierung

Die erforderliche Dosis wird auf der Grundlage Ihres Körpergewichts und Ihres Gesundheitszustands

durch Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin ermittelt.

Wenn Sie Hämophilie haben

Die übliche Dosis für jede Injektion liegt bei 90 µg pro Kilogramm Körpergewicht. Alternativ kann

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin eine einzelne Dosis von 270 µg pro Kilogramm Körpergewicht empfehlen.

Es gibt jedoch keine klinische Erfahrung mit der Anwendung dieser Dosis bei älteren Menschen. Die

Dauer der Selbstbehandlung sollte 24 Stunden nicht überschreiten.

Für die Anwendung von NovoSeven gilt

·Fragen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin bezüglich des Dosierungsschemas und der

Behandlungsdauer.

·Die erste Dosis sollte so früh wie möglich nach dem Beginn der Blutung verabreicht werden.

·Die Dosis kann von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin geändert werden.

·Sollten Sie eine Injektion ausgelassen haben oder beabsichtigen, die Behandlung zu beenden, sollten

Sie dazu den Rat Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin einholen.

Wenn Sie Faktor VII-Mangel haben

Die übliche Dosis für jede Injektion liegt zwischen 15 und 30 µg pro Kilogramm Körpergewicht.

Wenn Sie Thrombasthenie Glanzmann haben

Die übliche Dosis für jede Injektion liegt bei 90 µg (Dosierungsbereich von 80 bis 120 µg) pro

Kilogramm Körpergewicht.

Falls Sie mehr NovoSeven als empfohlen injiziert haben

Falls Sie zu viel NovoSeven injiziert haben (Überdosierung), müssen Sie sofort Ihren Arzt

verständigen.

Falls Sie eine NovoSeven-Injektion vergessen haben

Sollten Sie einmal vergessen haben, NovoSeven zu injizieren, müssen Sie sofort Ihren Arzt

verständigen.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann NovoSeven haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Anwendung von NovoSeven auftreten.

Schwerwiegende Nebenwirkungen

Überempfindlichkeitsreaktionen werden selten gemeldet (zwischen 1 von 1'000 und 1 von 10'000

Verabreichungen).

Ferner liegen Meldungen über nachstehende schwerwiegende Nebenwirkungen vor:

·Blutgerinnsel in Arterien oder im Herzen führen zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall.

·Blutgerinnsel in Venen an der Injektionsstelle, tiefe Venenthrombose (TVT) oder Lungenembolie.

·Blutgerinnsel in der Leber, vorwiegend bei Patienten mit Lebererkrankungen oder jenen, die sich

einer Leberoperation unterziehen mussten.

·Anaphylaktische Reaktionen.

In der überwiegenden Mehrheit aller Fälle hatten die Patienten aufgrund bereits zuvor bestehender

Risikofaktoren eine Veranlagung für thrombotische Erkrankungen.

Erinnern Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin daran, falls Sie eine Vorgeschichte mit allergischen

Reaktionen haben, da Sie möglicherweise sorgfältiger überwacht werden sollten.

Weniger schwerwiegende Nebenwirkungen

Nebenwirkungen wie allergische Hautreaktionen, Fieber, Übelkeit und Fälle von vermindertem

Ansprechen auf die Behandlung wurden gelegentlich beobachtet (zwischen 1 von 100 und 1 von

1'000 Verabreichungen).

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Für Kinderhand unerreichbar aufbewahren.

Das Arzneimittel darf nur bis zum auf dem Behälter mit «EXP.» bezeichneten Datum verwendet

werden. Das aufgedruckte Datum bezieht sich auf den letzten Tag des jeweiligen Monats und ist auf

der Faltschachtel und auf der Etikette angegeben.

NovoSeven Pulver und die mit Lösungsmittel vorgefüllte Spritze nicht über 25 °C aufbewahren. Die

aufbereitete NovoSeven Lösung nicht einfrieren und vor direktem Sonnenlicht schützen.

Es wird empfohlen, die Injektion von NovoSeven unmittelbar nach dem Auflösen durchzuführen.

Falls es nicht sofort gebraucht wird, liegen die Lagerungszeit und die Lagerungsbedingungen vor

Anwendung in der Verantwortung des Anwenders. 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C sollten nicht

überschritten werden.

NovoSeven darf nicht in Plastikspritzen gelagert werden.

Die aufbereitete Injektionslösung ist farblos. Die aufbereitete Lösung darf nicht verwendet werden,

falls Partikelbildung oder Verfärbung beobachtet werden.

Falls Sie das Produkt nicht vorschriftsgemäss gelagert oder aufbereitet haben, sollen Sie das Präparat

nicht anwenden. Kontaktieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, der/die

über die ausführliche Fachinformation verfügt.

Was ist in NovoSeven enthalten?

Die aufbereitete Injektionslösung enthält:

Wirkstoff: Rekombinanter Gerinnungsfaktor VIIa (1 mg/ml).

Hilfsstoffe: Natriumchlorid, Calciumchlorid, Glycylglycin, Polysorbat 80, Mannitol, Saccharose

(Zucker), Histidin, Wasser für Injektionszwecke. Als Antioxidans enthält NovoSeven 1 mg: 0,5 mg

Methionin; NovoSeven 2 mg: 1 mg Methionin; NovoSeven 5 mg: 2,5 mg; Methionin; NovoSeven 8

mg: 4 mg Methionin.

Pulver zur Herstellung der Injektionslösung enthält:

1 mg pro Durchstechflasche (entspricht 50 KIU pro Durchstechflasche),

2 mg pro Durchstechflasche (entspricht 100 KIU pro Durchstechflasche),

5 mg pro Durchstechflasche (entspricht 250 KIU pro Durchstechflasche),

8 mg pro Durchstechflasche (entspricht 400 KIU pro Durchstechflasche).

1 KIU ist gleich 1000 IU (International Units).

Zulassungsnummer

58693 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie NovoSeven? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

NovoSeven 1 mg: Packung mit 1 Durchstechflasche mit Pulver, 1 Spritze vorgefüllt mit 1,1 ml

Lösungsmittel für NovoSeven 1 mg, 1 Kolbenstange, 1 Adapter für die Durchstechflasche und

Packungsbeilage mit Gebrauchsanweisung.

NovoSeven 2 mg: Packung mit 1 Durchstechflasche mit Pulver, 1 Spritze vorgefüllt mit 2,1 ml

Lösungsmittel für NovoSeven 2 mg, 1 Kolbenstange, 1 Adapter für die Durchstechflasche und

Packungsbeilage mit Gebrauchsanweisung.

NovoSeven 5 mg: Packung mit 1 Durchstechflasche mit Pulver, 1 Spritze vorgefüllt mit 5,2 ml

Lösungsmittel für NovoSeven 5 mg, 1 Kolbenstange, 1 Adapter für die Durchstechflasche und

Packungsbeilage mit Gebrauchsanweisung.

NovoSeven 8 mg: Packung mit 1 Durchstechflasche mit Pulver, 1 Spritze vorgefüllt mit 8,1 ml

Lösungsmittel für NovoSeven 8 mg, 1 Kolbenstange, 1 Adapter für die Durchstechflasche und

Packungsbeilage mit Gebrauchsanweisung.

Zulassungsinhaberin

Novo Nordisk Pharma AG, Zürich.

Herstellerin

Novo Nordisk A/S, Novo Allé, DK-2880 Bagsvaerd.

Diese Packungsbeilage wurde im August 2017 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

Bedienungsanleitung für die Anwendung von NovoSeven

LESEN SIE DIESE BEDIENUNGSANLEITUNG SORGFÄLTIG VOR DER ANWENDUNG

VON NOVOSEVEN

NovoSeven wird als Pulver geliefert. Vor der Injektion (Anwendung) muss es mit dem in der Spritze

mitgelieferten Lösungsmittel rekonstituiert werden. Das Lösungsmittel ist eine Histidin-Lösung. Das

rekonstituierte NovoSeven muss in Ihre Vene injiziert werden (intravenöse Injektion). Das Zubehör

in dieser Packung wurde entwickelt, um NovoSeven zu rekonstituieren und zu injizieren.

Ausserdem werden Sie ein Injektionsset (Schlauch und Butterfly-Kanüle), sterile Alkoholtupfer,

Mullkompressen und Pflaster benötigen. Dieses Zubehör ist in der NovoSeven Packung nicht

enthalten.

Wenden Sie das Zubehör nicht ohne sachgerechtes Training durch Ihren Arzt oder Ihr medizinisches

Fachpersonal an.

Waschen Sie stets Ihre Hände und vergewissern Sie sich, dass Ihre Umgebung sauber ist.

Wenn Sie Medikamente zubereiten und direkt in eine Vene injizieren, ist es wichtig eine saubere

und keimfreie (aseptische) Arbeitsweise anzuwenden. Eine falsche Arbeitsweise kann Keime

einbringen, die das Blut infizieren können.

Öffnen Sie das Zubehör erst, wenn Sie bereit sind dieses anzuwenden.

Verwenden Sie das Zubehör nicht mehr, wenn es fallengelassen wurde oder wenn es beschädigt ist.

Verwenden Sie stattdessen eine neue Packung.

Verwenden Sie das Zubehör nicht, wenn das Verfalldatum abgelaufen ist. Verwenden Sie

stattdessen eine neue Packung. Das Verfalldatum ist nach «EXP» auf den Umkarton, die

Durchstechflasche, den Durchstechflaschen-Adapter und die Fertigspritze gedruckt.

Verwenden Sie das Zubehör nicht, wenn Sie vermuten, dass es verunreinigt ist. Verwenden Sie

stattdessen eine neue Packung.

Entsorgen Sie keinen der Gegenstände, bevor Sie die rekonstituierte Lösung injiziert haben.

Das Zubehör ist zur einmaligen Anwendung bestimmt.

Inhalt

Die Packung beinhaltet:

·1 Durchstechflasche mit NovoSeven Pulver

·1 Durchstechflaschen-Adapter

·1 Fertigspritze mit Lösungsmittel

·1 Spritzenkolben (liegt unter der Spritze)

1. Bereiten Sie die Durchstechflasche und die Spritze vor

·Entnehmen Sie die Anzahl der NovoSeven Packungen, die Sie

benötigen.

·Überprüfen Sie das Verfalldatum.

·Überprüfen Sie den Namen, die Stärke und die Farbe der Packung, um

sicherzustellen, dass diese das richtige Produkt enthält.

·Waschen Sie Ihre Hände und trocknen Sie diese sorgfältig mit einem

sauberen Handtuch oder an der Luft.

·Entnehmen Sie die Durchstechflasche, den Durchstechflaschen-Adapter

und die Fertigspritze aus dem Karton. Lassen Sie den Spritzenkolben

unberührt im Karton.

·Erwärmen Sie die Durchstechflasche und die Fertigspritze auf

Raumtemperatur (nicht über 37 °C), indem Sie diese in den Händen

halten, bis sie sich so warm anfühlen, wie Ihre Hände.

·Verwenden Sie keine andere Methode, um die Durchstechflasche und

die Fertigspritze zu erwärmen.

·Entfernen Sie die Plastikkappe von der Durchstechflasche. Verwenden

Sie die Durchstechflasche nicht, wenn die Plastikkappe locker ist oder

fehlt.

·Wischen Sie mit einem sterilen Alkoholtupfer über den Gummistopfen

und lassen Sie ihn vor der Verwendung für einige Sekunden an der Luft

trocknen, um sicherzustellen, dass er so keimfrei wie möglich ist.

·Berühren Sie den Gummistopfen nicht mit Ihren Fingern, da so Keime

übertragen werden können.

2. Befestigen Sie den Durchstechflaschen-Adapter

·Entfernen Sie das Schutzpapier vom Durchstechflaschen-Adapter.

Verwenden Sie den Durchstechflaschen-Adapter nicht, wenn das

Schutzpapier nicht vollständig versiegelt oder wenn es beschädigt ist.

Nehmen Sie den Durchstechflaschen-Adapter nicht mit Ihren Fingern aus

der Schutzkappe. Wenn Sie den Dorn des Durchstechflaschen-Adapters

berühren, können Keime von Ihren Fingern übertragen werden.

·Stellen Sie die Durchstechflasche auf eine flache und feste Oberfläche.

·Drehen Sie die Schutzkappe um und rasten Sie den Durchstechflaschen-

Adapter auf der Durchstechflasche ein.

Entfernen Sie den Durchstechflaschen-Adapter nicht mehr von der

Durchstechflasche, sobald er einmal befestigt wurde.

·Drücken Sie die Schutzkappe wie gezeigt leicht mit Ihrem Daumen und

Zeigefinger zusammen.

Entfernen Sie die Schutzkappe vom Durchstechflaschen-Adapter.

Heben Sie beim Entfernen der Schutzkappe den Durchstechflaschen-

Adapter nicht von der Durchstechflasche ab.

3. Verbinden Sie den Spritzenkolben mit der Spritze

·Greifen Sie den Spritzenkolben am breiten oberen Ende und nehmen Sie

ihn aus dem Karton. Berühren Sie weder die Seiten noch das Gewinde

des Spritzenkolbens. Wenn Sie die Seiten oder das Gewinde berühren,

können Keime von Ihren Fingern übertragen werden.

Verbinden Sie den Spritzenkolben sofort mit der Spritze, indem Sie ihn

im Uhrzeigersinn in den Kolben im Innern der Fertigspritze drehen, bis

ein Widerstand fühlbar ist.

·Entfernen Sie die Spritzenkappe von der Fertigspritze, indem Sie sie

nach unten biegen, bis die Perforation bricht.

Berühren Sie nicht die Spritzenspitze unter der Spritzenkappe. Wenn Sie

die Spritzenspitze berühren, können Keime von Ihren Fingern übertragen

werden.

Verwenden Sie die Fertigspritze nicht, wenn die Spritzenkappe locker ist

oder fehlt.

·Schrauben Sie die Fertigspritze fest auf den Durchstechflaschen-

Adapter, bis ein Widerstand fühlbar ist.

4. Rekonstituieren Sie das Pulver mit dem Lösungsmittel

·Halten Sie die Fertigspritze leicht schräg, die Durchstechflasche nach

unten gerichtet.

·Drücken Sie den Spritzenkolben herunter, um das gesamte

Lösungsmittel in die Durchstechflasche zu injizieren.

·Halten Sie den Spritzenkolben weiterhin heruntergedrückt und

schwenken Sie die Durchstechflasche leicht im Kreis, bis das Pulver

vollständig gelöst ist.

Schütteln Sie die Durchstechflasche nicht, da dies zum Aufschäumen

führt.

·Überprüfen Sie die rekonstituierte Lösung. Sie muss farblos sein.

Verwenden Sie sie nicht, wenn Schwebeteilchen oder Verfärbungen

wahrnehmbar sind. Verwenden Sie stattdessen eine neue Packung.

Verwenden Sie das rekonstituierte NovoSeven sofort, um Infektionen zu vermeiden.

Wenn Sie es nicht sofort verwenden können, lesen Sie bitte den Abschnitt «Was ist ferner zu

beachten?» auf der anderen Seite dieser Packungsbeilage. Bewahren Sie die rekonstituierte Lösung

nicht ohne Anweisung Ihres Arztes oder Ihres medizinischen Fachpersonals auf.

Wenn Ihre Dosis mehr als eine Durchstechflasche erfordert, wiederholen Sie die Schritte A bis J mit

zusätzlichen Durchstechflaschen, Durchstechflaschen-Adaptern und Fertigspritzen, bis die benötigte

Dosis erreicht wird.

·Halten Sie den Spritzenkolben weiterhin vollständig hineingedrückt.

·Drehen Sie die Spritze mit der Durchstechflasche auf den Kopf.

·Hören Sie auf, den Spritzenkolben zu drücken und lassen Sie ihn sich

von alleine zurückbewegen, während die rekonstituierte Lösung die

Spritze füllt.

·Ziehen Sie den Spritzenkolben leicht nach unten, um die rekonstituierte

Lösung in die Spritze aufzuziehen.

·Falls Sie nur einen Teil der rekonstituierten Lösung benötigen, benutzen

Sie die Skala auf der Spritze, um zu sehen, wie viel der Lösung Sie

aufziehen, wie von Ihrem Arzt oder Ihrem medizinischen Fachpersonal

empfohlen.

·Wenn zu irgendeinem Zeitpunkt zu viel Luft in der Spritze ist, injizieren

Sie die Luft zurück in die Durchstechflasche.

·Tippen Sie leicht an die Spritze, während Sie die Durchstechflasche auf

den Kopf gedreht halten, um jegliche Luftblasen an die Oberfläche

aufsteigen zu lassen.

·Drücken Sie langsam den Spritzenkolben, bis alle Luftblasen

verschwunden sind.

·Schrauben Sie den Durchstechflaschen-Adapter mit der

Durchstechflasche ab.

·Berühren Sie nicht die Spritzenspitze. Wenn Sie die Spritzenspitze

berühren, können Keime von Ihren Fingern übertragen werden.

Injektion von NovoSeven mit einer Fertigspritze über nadellose Konnektoren für intravenöse (IV)

Katheter

Vorsicht: Die Fertigspritze ist aus Glas und wurde entwickelt, um mit standardmässigen Luer-Lock-

Verbindungen kompatibel zu sein. Einige nadellose Konnektoren mit einem internen Dorn sind mit

der Fertigspritze inkompatibel. Diese Inkompatibilität könnte die Verabreichung des Arzneimittels

verhindern und/oder zu einer Beschädigung des nadellosen Konnektors führen.

Befolgen Sie die Gebrauchsanweisung für den nadellosen Konnektor. Die Verabreichung durch

einen nadellosen Konnektor könnte ein Aufziehen der rekonstituierten Lösung in eine

standardmässige sterile 10 ml Luer-Lock-Plastikspritze erfordern. Dies sollte direkt nach Schritt J

getan werden.

5. Injizieren Sie die rekonstituierte Lösung

NovoSeven kann nun in Ihre Vene injiziert werden.

·Injizieren Sie die rekonstituierte Lösung, wie von Ihrem Arzt oder Ihrem medizinischen

Fachpersonal angewiesen.

·Injizieren Sie langsam über einen Zeitraum von 2 bis 5 Minuten.

Injektion der Lösung über einen zentralen Venenkatheter (CVAD = Central Venous Access Device)

wie einen zentralvenösen Katheter oder einen subkutanen Portkatheter:

·Wenden Sie eine saubere und keimfreie (aseptische) Arbeitsweise an. Befolgen Sie die

Anweisungen für den vorschriftsmässigen Gebrauch Ihres Konnektors und Ihres CVADs in

Absprache mit Ihrem Arzt oder Ihrem medizinischen Fachpersonal.

·Die Injektion in einen CVAD erfordert möglicherweise die Verwendung einer sterilen 10 ml

Plastikspritze für das Aufziehen der rekonstituierten Lösung.

·Wenn der Schlauch des CVADs vor oder nach der Injektion von NovoSeven gespült werden muss,

verwenden Sie Natriumchlorid 9 mg/ml Injektionslösung.

Entsorgung

·Entsorgen Sie nach der Injektion die Spritze mit dem Injektionsset, die

Durchstechflasche mit dem Durchstechflaschen-Adapter, jegliches

ungebrauchte NovoSeven und andere Abfallmaterialien ordnungsgemäss,

wie von Ihrem Arzt oder Ihrem medizinischen Fachpersonal angewiesen.

·Werfen Sie diese nicht mit dem normalen Haushaltsmüll weg.

Zerlegen Sie das Zubehör nicht vor der Entsorgung.

Verwenden Sie das Zubehör nicht wieder.

Fachinformation

NovoSeven® Raumtemperaturstabiles Injektionspräparat

Novo Nordisk Pharma AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Eptacogum alfa (activatum) (Rekombinanter Gerinnungsfaktor VIIa).

Hilfsstoffe

Pulver: Natrii chloridum, Calcii chloridum (dihydricum), Glycylglycinum, Polysorbatum 80,

Mannitolum, Saccharum, Aqua ad iniectabilia.

NovoSeven 1 mg: Antiox: 0,5 mg Methioninum pro vitro.

NovoSeven 2 mg: Antiox: 1 mg Methioninum pro vitro.

NovoSeven 5 mg: Antiox: 2,5 mg Methioninum pro vitro.

NovoSeven 8 mg: Antiox: 4 mg Methioninum pro vitro.

Lösungsmittel: Histidinum, Aqua ad iniectabilia.

Durchstechflaschen:

Typ-I-Glas verschlossen mit einer Scheibe aus Chlorobutylgummi und durch eine Verschlusskappe

aus Aluminium gesichert.

Die Durchstechflasche ist zusätzlich mit einer Schutzkappe aus Polypropylen verschlossen, die

Manipulationen sofort erkennen lässt.

Vorgefüllte Spritze:

Typ- I-Glaszylinder mit einer Rücklaufsperre aus Propylen und einem Gummikolben aus

Bromobutylkautschuk. Die Spritzenkappe besteht aus Bromobutylkautschuk und einem vor

Manipulationen gesicherten Verschluss aus Polypropylen.

Kolbenstange:

aus Polypropylen gemacht.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Raumtemperaturstabile Injektionslösung

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung

Durchstechflasche mit Pulver à 1 mg (entspricht 50 KIU pro Durchstechflasche), 2 mg (entspricht

100 KIU pro Durchstechflasche), 5 mg (entspricht 250 KIU pro Durchstechflasche), 8 mg (entspricht

400 KIU pro Durchstechflasche).

Weisses lyophilisiertes Pulver.

Lösungsmittel: klare, farblose Lösung.

Nach Rekonstitution mit dem Lösungsmittel enthält das Produkt 1 mg/ml eptacogum alfa (entspricht

50 KIU/ml) und 10 mg/ml Saccharose. Der pH-Wert der rekonstituierten Lösung beträgt ungefähr 6.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

NovoSeven ist indiziert zur Behandlung von Blutungen oder bei Operationen von hämophilen und

nicht-hämophilen Patienten, welche Antikörper gegen die Gerinnungsfaktoren VIII oder IX

entwickelt haben, sowie bei Patienten mit angeborenem Faktor VII-Mangel und bei Patienten mit

Thrombasthenie Glanzmann mit Antikörpern gegen Glykoprotein IIb/IIIa und/oder HLA und mit

früherem oder aktuellem Refraktärzustand auf Transfusion von Thrombozytenkonzentraten.

Dosierung/Anwendung

Dosierung

Hämophilie A oder B mit Hemmkörpern oder zu erwartender starker anamnestischer Reaktion

Dosis

NovoSeven sollte so früh wie möglich nach dem Beginn einer Blutung verabreicht werden. Es wird

eine Initialdosis von 90 µg/kg Körpergewicht verabreicht als intravenöse Bolusinjektion über einen

Zeitraum von 2–5 Minuten, empfohlen.

Nach dieser Initialdosis von NovoSeven können weitere Injektionen erforderlich sein. Die Dauer der

Behandlung sowie die Intervalle zwischen den Injektionen sind abhängig vom Schweregrad der

Blutung bzw. des invasiven oder chirurgischen Eingriffs.

Dosierung bei Kindern

Die bisherigen klinischen Erfahrungen rechtfertigen keine generelle Unterscheidung in der

Dosierung für Kinder und Erwachsene, obwohl kleine Kinder eine schnellere Clearance aufweisen

als Erwachsene. Daher können bei Kindern höhere rFVIIa-Dosen als bei erwachsenen Patienten

erforderlich sein, um ähnliche Plasmakonzentrationen zu erhalten. Siehe auch die Rubrik

«Pharmakokinetik».

Behandlungsintervalle

Die Behandlungsintervalle sollten zu Beginn 2 bis 3 Stunden betragen, um Hämostase zu erreichen.

Falls eine Fortführung der Therapie notwendig sein sollte, können die Behandlungsintervalle nach

Erreichung der Hämostase sukzessive auf 4, 6, 8 oder 12 Stunden verlängert werden, solange eine

Weiterbehandlung als indiziert betrachtet wird.

Leichte bis mittelschwere Blutungen (einschliesslich Selbstbehandlung)

Für die Behandlung leichter bis mittelschwerer Gelenk-, Muskel- und Schleimhautblutungen hat sich

eine frühzeitige Intervention als effizient herausgestellt. Basierend auf klinischen Daten können zwei

Dosis-Regime empfohlen werden:

·2 bis 3 i.v. Injektionen von 90 µg pro kg Körpergewicht verabreicht im 3-Stundenintervall. Falls

eine weitere Behandlung erforderlich ist, kann eine zusätzliche Dosis von 90 µg pro kg

Körpergewicht verabreicht werden.

·Eine einzelne i.v. Injektion von 270 µg pro kg Körpergewicht.

Die Dauer der Selbstbehandlung sollte 24 Stunden nicht überschreiten.

In einer klinischen Studie zeigte das Dosierungsschema von 90 µg pro kg Körpergewicht im 3-

Stundenintervall einen Trend für bessere Wirksamkeit gegenüber der Einmalgabe von 270 µg pro kg

Körpergewicht.

Schwere Blutungen

Als Richtwert wird eine initiale Dosierung von 90 µg pro kg Körpergewicht (i.v.) empfohlen. Diese

kann auf dem Weg zur medizinischen Einrichtung verabreicht werden, in der der Patient gewöhnlich

behandelt wird. Die nachfolgende Dosierung richtet sich nach Typ und Schweregrad der Blutung.

Die Behandlungen sollten zu Beginn in Abständen von 2 Stunden erfolgen, bis sich eine klinische

Besserung zeigt. Falls eine Fortführung der Therapie angezeigt ist, können die Behandlungsintervalle

für 1–2 Tage auf 3 Stunden, anschliessend dann sukzessive auf 4, 6, 8 oder 12 Stunden verlängert

werden. Die Therapie einer schweren Blutung kann 2–3 Wochen betragen, falls klinisch angezeigt,

auch länger.

Invasive Eingriffe/Chirurgie

Eine Initialdosis von 90 µg pro kg Körpergewicht (i.v.) sollte unmittelbar vor Beginn der

Intervention als intravenöse Injektion erfolgen. Nach 2 Stunden sollte die Injektion mit gleicher

Dosis wiederholt werden. Anschliessend sollten die Behandlungsintervalle für die Dauer von 24 bis

48 Stunden jeweils 2–3 Stunden betragen, abhängig von der Art des Eingriffs und dem klinischen

Zustand des Patienten. Bei grossen Operationen sollte die Therapie 6–7 Tage lang mit

Behandlungsintervallen von 2–4 Stunden fortgesetzt werden. Danach können die

Behandlungsintervalle für weitere 2 Wochen auf 6–8 Stunden verlängert werden. Nach grossen

chirurgischen Eingriffen kann die Therapiedauer bis zu 2–3 Wochen betragen, bis Wundheilung

eingetreten ist.

Erworbene Hämophilie

Dosis und Behandlungsintervalle

NovoSeven sollte so früh wie möglich nach Beginn der Blutung gegeben werden. Die empfohlene

Initialdosis von 90 µg pro kg Körpergewicht wird als intravenöse Bolusinjektion verabreicht. Falls

erforderlich, können im Anschluss an die NovoSeven-Initialdosis weitere Injektionen erfolgen. Die

Dauer der Behandlung und das Intervall zwischen den Injektionen können entsprechend der Schwere

der Blutung, der invasiven Eingriffe oder der durchgeführten Operationen variieren.

Das initiale Behandlungsintervall sollte 2–3 Stunden betragen. Sobald Hämostase erreicht ist, kann

das Behandlungsintervall sukzessive auf 4, 6, 8 oder 12 Stunden verlängert werden, solange eine

Weiterbehandlung als indiziert betrachtet wird.

Faktor VII-Mangel

Dosis und Behandlungsintervalle

Zur Behandlung von Blutungen und zur Prophylaxe von Blutungen bei invasiven und chirurgischen

Eingriffen wird eine Dosis von 15–30 µg pro kg Körpergewicht (i.v.) alle 4–6 Stunden bis zum

Erreichen einer Hämostase empfohlen. Dosis und Behandlungsintervalle müssen auf jeden Patienten

individuell abgestimmt werden.

Thrombasthenie Glanzmann

Dosis und Behandlungsintervalle

Zur Behandlung von Blutungen und zur Prophylaxe von Blutungen bei invasiven und chirurgischen

Eingriffen wird eine Dosis von 90 µg (Dosierungsbereich von 80 bis 120 µg) pro kg Körpergewicht

alle 2 Stunden (1,5 bis 2,5 Stunden) empfohlen. Zur Gewährleistung einer effektiven Hämostase

sollten mindestens drei Dosen verabreicht werden. Die empfohlene Art der Verabreichung ist die

intravenöse Bolusinjektion, da bei einer kontinuierlichen Infusion fehlende Wirksamkeit auftreten

kann. Bei Patienten mit Thrombasthenie Glanzmann wurde über Thromboembolien berichtet.

Bei nicht therapierefraktären Patienten sind Thrombozyten die Therapie der ersten Wahl bei

Thrombasthenie Glanzmann.

Bei hämophilen Patienten konnte der Blutverlust bei Operationen durch zusätzliche Verabreichung

von Antifibrinolytika reduziert werden, speziell bei Eingriffen im Schleimhautbereich. Erste

Erfahrungen haben gezeigt, dass die gleichzeitige Verabreichung von NovoSeven und

Antifibrinolytika bei kleineren und grossen Operationen ebenfalls vorteilhaft und klinisch sicher ist.

Klinische Studien, die diese Vorteile dokumentieren, liegen noch nicht vor. Entsprechende

Therapieempfehlungen mit Dosierungsrichtlinien können deshalb nicht gemacht werden.

Antifibrinolytika werden verabreicht, um das Fibringerinnsel vor der normalen, physiologischen

lokalen Fibrinolyse zu schützen. Antifibrinolytika (Tranexamsäure) wurden Patienten unter

NovoSeven-Behandlung unmittelbar vor der Operation und 6-stündlich während der ersten 24

Stunden postoperativ intravenös verabreicht. Die Behandlung wurde postoperativ während mehreren

Tagen fortgesetzt.

Labortests

Die Korrelation zwischen Prothrombinzeit (PT), aktivierter partieller Thromboplastinzeit (aPTT) und

FVII:C-Spiegeln wurde in einem zentralen Labor untersucht. Ein therapeutischer Bereich konnte für

keinen der Tests festgelegt werden.

Es besteht keine Notwendigkeit für eine Labor-Überwachung der NovoSeven-Therapie. Die

Dosierung muss sich nach der Schwere der Blutung und nach dem klinischen Ansprechen auf die

NovoSeven-Gabe richten.

Anwendung

Verabreichung der Injektionslösung

Die Rekonstitution von NovoSeven erfolgt wie unter «Hinweise und Handhabung» angegeben und

wird als intravenöse Bolusinjektion über einen Zeitraum von 2–5 Minuten verabreicht.

Kontraindikationen

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der Hilfsstoffe oder gegen Maus-, Hamster-

oder Rinderproteine ist NovoSeven kontraindiziert (s. unter «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Bei krankhaften Zuständen, bei denen mehr Gewebefaktor (Tissue Factor) als unter normalen

Umständen exprimiert werden kann, kann bei Therapie mit NovoSeven ein potentielles Risiko einer

Entwicklung von thrombotischen Ereignissen oder einer disseminierten intravasalen Gerinnung

(DIC) bestehen.

Dies schliesst Patienten ein mit fortgeschrittenen atherosklerotischen Erkrankungen,

Quetschverletzungen (Crush-Syndrom), Sepsis oder DIC, und Patienten, bei welchen chirurgische

Eingriffe mit ausgedehnter Gewebsverletzung vorgenommen werden. Wegen des Risikos

thromboembolischer Komplikationen ist Vorsicht geboten bei Patienten mit vorangegangener

koronarer Herzerkrankung, bei Patienten mit einer Lebererkrankung, bei Patienten nach operativen

Eingriffen, bei Neugeborenen oder bei Patienten mit einem Risiko für thromboembolische Ereignisse

oder disseminierte intravasale Gerinnung. In jeder dieser Situationen ist der mögliche Nutzen von

NovoSeven gegenüber dem Risiko dieser möglichen Komplikationen abzuwägen.

Da der rekombinante Faktor VIIa Spuren von Mausproteinen (maximal 1,2 ng/mg rFVIIa),

Hamsterproteinen (maximal 19 ng BHK-Proteine/mg rFVIIa) oder Rinderproteinen (maximal 30

ng/mg rFVIIa) enthält, besteht die geringe Möglichkeit, dass ein mit NovoSeven behandelter Patient

eine Hypersensibilität auf diese Proteine entwickeln könnte. In solchen Fällen sollte eine Behandlung

mit Antihistaminika (i.v.) in Betracht gezogen werden. Falls allergische oder anaphylaktoide

Reaktionen auftreten, muss die Gabe sofort abgebrochen werden. Im Falle eines Schocks ist die

Standardtherapie für Schock anzuwenden. Patienten müssen über die frühen Anzeichen von

Überempfindlichkeitsreaktionen informiert werden. Der Patient sollte angewiesen werden, die

Anwendung des Produktes sofort abzubrechen und seinen Arzt zu kontaktieren, falls solche

Symptome auftreten.

Die Behandlung mit NovoSeven sollte nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

Bei schweren Blutungen sollte NovoSeven vorzugsweise in Zentren verabreicht werden, in denen

Erfahrungen in der Behandlung von hämophilen Patienten mit Hemmkörpern gegen

Blutgerinnungsfaktor VIII oder IX vorliegen. Falls dies nicht möglich ist, sollte eine Anwendung von

NovoSeven in enger Zusammenarbeit mit einem Arzt erfolgen, der Erfahrung in der Behandlung von

Hämophilen besitzt.

Die Dauer der Selbstbehandlung sollte 24 Stunden nicht überschreiten.

Wenn die Blutung in dieser Zeit nicht unter Kontrolle gebracht werden kann, ist eine Hospitalisation

erforderlich. Patienten bzw. das Pflegepersonal müssen den Arzt bzw. das Klinikpersonal so früh wie

möglich über alle erfolgten Verabreichungen von NovoSeven informieren.

Thrombosen sind bei Faktor VII defizienten Patienten, die NovoSeven während einer Operation

erhielten, berichtet worden. Das Thromboserisiko in Faktor VII defizienten Patienten, die mit

NovoSeven® behandelt werden, ist jedoch unbekannt (siehe unter «Pharmakodynamik»).

Patienten mit Hämophilia A und B

Es gibt keine klinische Erfahrung mit der Gabe einer einzelnen Dosis von 270 µg pro kg

Körpergewicht bei älteren Patienten.

Interaktionen

Das Risiko einer möglichen Interaktion zwischen rFVIIa und anderen

Blutgerinnungsfaktorkonzentraten ist nicht bekannt.

Aktivierte oder nicht aktivierte Prothrombinkomplex-Konzentrate sollten nicht gleichzeitig mit

NovoSeven verabreicht werden.

Es liegen nur begrenzte Erfahrungen bei der Verabreichung von Antifibrinolytika als Begleittherapie

zu NovoSeven vor.

Es wurde berichtet, dass Antifibrinolytika inklusive Tranexamsäure den postoperativen Blutverlust

bei Hämophilie-Patienten vermindern.

Basierend auf einer präklinischen Studie (siehe unter «Präklinische Daten») wird nicht empfohlen

rFVIIa und rFXIII zu kombinieren.

Es liegen keine klinischen Daten zur Interaktion zwischen rFVIIa und rFXIII vor.

Schwangerschaft/Stillzeit

Als Vorsichtsmassnahme sollte die Anwendung von NovoSeven während der Schwangerschaft

vorzugsweise vermieden werden. Fortpflanzungsstudien bei Tieren haben ergeben, dass sich die

intravenöse Verabreichung von NovoSeven nicht auf die Fetalentwicklung, Fertilität oder

Reproduktionsleistung auswirkt. Es ist nicht bekannt, ob NovoSeven Fetalschäden auslösen kann,

wenn es einer schwangeren Frau verabreicht wird, oder ob die Reproduktionskapazität dadurch

beeinträchtigt werden kann.

NovoSeven sollte schwangeren Frauen nur appliziert werden, wenn es eindeutig benötigt wird.

Laktation

Es ist nicht bekannt, ob rFVlla in menschliche Muttermilch sekretiert wird. Die Sekretion von rFVlla

in die Milch wurde an Tieren noch nicht untersucht. Bei der Entscheidung, ob weiter gestillt wird

oder nicht, oder ob die NovoSeven-Therapie fortgesetzt wird oder nicht, sollte der Nutzen des

Stillens für das Kind sowie der Nutzen einer NovoSeven-Therapie für die Frau berücksichtigt

werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: «Sehr häufig» (≥1/10), «häufig» (<1/10, ≥1/100),

«gelegentlich» (<1/100, ≥1/1'000), «selten» (<1/1'000, ≥1/10'000), «sehr selten» (<1/10'000).

Nachfolgend sind unerwünschte Wirkungen aus klinischen Studien und von spontanen (Post-

Marketing-) Berichten aufgelistet.

Klinische Studien mit 484 Patienten (einschliesslich 4297 Behandlungs-Episoden) mit Hämophilie A

und B, erworbener Hämophilie, Faktor VII-Mangel oder Glanzmann-Thrombasthenie haben gezeigt,

dass unerwünschte Wirkungen häufig auftreten (≥1/100 bis <1/10). Da die Gesamtzahl der

Behandlungs-Episoden in klinischen Studien unter 10'000 liegt, ist die geringstmögliche Häufigkeit

von unerwünschte Wirkungen, die zugewiesen werden können, selten (>1/10'000 bis <1/1'000).

Die häufigsten UAWs sind Fieber und Ausschlag (beides gelegentlich), und die schwerwiegenden

UAW sind thromboembolische Ereignisse (selten).

Die Häufigkeiten sowohl schwerwiegender als auch nicht schwerwiegender UAWs wurden in

untenstehender Auflistung in Systemorganklassen unterteilt.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Selten: Disseminierte intravasale Gerinnung mit zugehörigen Laborbefunden, einschliesslich

erhöhter D-Dimer-Bildung und niedrigere ATIII-Konzentrationen, siehe unter «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»; Gerinnungsstörung.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Selten: Nausea.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Gelegentlich: Vermindertes therapeutisches Ansprechen; Fieber.

Selten: Reaktion an der Injektionsstelle einschliesslich Schmerzen an der Injektionsstelle.

Erkrankungen des Immunsystems

Selten: Hypersensitivität.

Unbekannt: Anaphylaktische Reaktion.

Untersuchungen

Selten: Anstieg von Fibrinabbauprodukten; Anstieg der Werte für Alaninaminotransferase, alkalische

Phosphatase, Laktatdehydrogenase und Prothrombin.

Erkrankungen des Nervensystems

Selten: Kopfschmerzen.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Hautausschlag (einschliesslich allergischer Dermatitis und erythematösem

Hautausschlag); Pruritus und Nesselsucht.

Häufigkeit unbekannt: Hautrötung (Flushing); Angioödem.

Gefässerkrankungen

Gelegentlich: Venöse thrombotische Ereignisse (tiefe Venenthrombose, Thrombose an der i.v.

Injektionsstelle, Lungenembolie, thromboembolische Ereignisse der Leber einschliesslich

Pfortaderthrombose, Nierenvenenthrombose, Thrombophlebitis, oberflächliche Thrombophlebitis

und intestinale Ischämie).

Selten: Arterielle thromboembolische Ereignisse (Myokardinfarkt, Hirninfarkt, zerebrale Ischämie,

zerebraler Arterienverschluss, zerebrovaskuläres Ereignis, arterielle Nierenthrombose, periphere

Ischämie, periphere arterielle Thrombose und intestinale Ischämie); Angina pectoris.

Häufigkeit unbekannt: intrakardialer Thrombus.

Es liegen keine Meldungen von Hemmkörpern gegen NovoSeven oder FVII bei Patienten mit

Hämophilie A oder B vor, aber über die Bildung von Hemmkörpern gegen NovoSeven wurde in

einer Post-Marketing-Beobachtungsdatenbank von Patienten mit angeborenem Faktor VII-Mangel

berichtet.

In einigen Fällen wiesen die Antikörper in vitro Hemmungseffekte auf. Risikofaktoren sind

möglicherweise vorherige Behandlung mit menschlichem Plasma und/oder Plasmaderivat Faktor

VII, schwere Mutationen im FVII-Gen und eine Überdosierung von NovoSeven. Patienten mit

Faktor VII-Mangel sollten im Hinblick auf Faktor VII-Antikörper überwacht werden.

Post-Marketing-Überwachung

Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden im Zeitraum nach Markteinführung gemeldet:

arterielle thromboembolische Ereignisse (einschliesslich intestinaler Ischämie), venöse

thromboembolische Ereignisse (einschliesslich Lungenembolie, tiefer Venenthrombose, Phlebitis),

disseminierte intravasale Gerinnung, allergische Reaktionen (einschliesslich anaphylaktischer

Reaktionen und Angioödeme) und vermindertes therapeutisches Ansprechen.

Gepoolte Daten aus plazebokontrollierten klinischen Studien, die nicht im Rahmen derzeit

genehmigter Indikationen vorgenommen wurden, indizieren ein höheres Risiko (5,6% der mit

NovoSeven behandelten Patienten versus 3,0% der mit Plazebo behandelten Patienten) für

unerwünschte arterielle thromboembolische Ereignisse, einschliesslich Myokardinfarkt,

Myokardischämie, Hirninfarkt und Hirnischämie durch die Anwendung von NovoSeven im

Vergleich zu Plazebo.

Venöse thromboembolische Ereignisse wie tiefe Venenthrombose, Pfortaderthrombose und

Lungenembolie wurden in klinischen Studien gemeldet.

Die Sicherheit und Wirksamkeit von NovoSeven ausserhalb der zugelassenen Indikationen ist nicht

nachgewiesen; daher wird die Anwendung von NovoSeven ausserhalb der zugelassenen Indikationen

nicht empfohlen.

Patienten mit erworbener Hämophilie

Im Laufe klinischer Studien an 61 Patienten mit erworbener Hämophilie und insgesamt 100

Behandlungsepisoden wurden die folgenden UAWs als häufig gemeldet: spezifische arterielle

thromboembolische Ereignisse (zerebraler Arterienverschluss, Hirnschlag), spezifische venöse

thromboembolische Ereignisse (Lungenembolie und tiefe Venenthrombose), Angina pectoris,

Nausea, Fieber, erythematöser Hautausschlag und Untersuchungen von erhöhten Werten des

Fibrinabbauprodukts.

Patienten mit Thrombasthenie Glanzmann

Patienten mit Thrombasthenie Glanzmann wurden in einer klinischen Studie behandelt. Es wurden

24 Blutungsepisoden und eine Operation behandelt. In der klinischen Studie wurden keine

unerwünschten Ereignisse gemeldet.

Überdosierung

Dosislimitierende Toxizitäten von NovoSeven wurden in klinischen Studien bisher nicht untersucht.

In 13 Jahren wurden drei Fälle von Überdosierung bei Hämophilie-Patienten berichtet. Die einzige

Komplikation, die in Zusammenhang mit einer Überdosierung berichtet wurde, war eine

geringfügige vorübergehende Erhöhung des Blutdrucks bei einem 16-jährigen Patienten, der 24 mg

statt 5,5 mg rFVIIa erhalten hatten.

Bei Patienten mit Hämophilie, erworbener Hämophilie oder Thrombasthenie Glanzmann wurden bei

Überdosierung keine thrombotischen Komplikationen gemeldet.

Bei Patienten mit Faktor VII-Mangel, wo die empfohlene Dosierung 15–30 µg/kg rFVIIa beträgt,

wurde eine Überdosierungs-Episode bei einem älteren (>80 Jahre) männlichen Patienten, den man

mit dem 10–20-fachen der empfohlenen Dosierung behandelt hatte, mit einem Thrombose-Ereignis

(Schlaganfall im Hinterhaupt) assoziiert. Ausserdem wurde die Entwicklung von Antikörpern gegen

NovoSeven und FVII bei Patienten mit Faktor VII-Mangel mit Überdosierung assoziiert.

Das Dosierungsschema sollte nicht über die empfohlenen Dosierungen hinaus gesteigert werden, da

über das zusätzlich ausgesetzte Risiko keine Informationen vorliegen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: B02BD08

Wirkungsmechanismus

NovoSeven enthält aktivierten rekombinanten Blutgerinnungsfaktor VII. Humaner Faktor VII wurde

in Babyhamsternierenzellen (BHK) geklont und exprimiert. Von den BHK Zellen wird der

rekombinante Faktor VII sezerniert und während des Reinigungsprozesses aktiviert. Rekombinanter

Gerinnungsfaktor VIIa NovoSeven ist dem aus dem menschlichen Plasma gewonnenen aktivierten

Faktor VII strukturell sehr ähnlich. Kleine Unterschiede bestehen nur in der Glykosilierung.

Pharmakodynamik

Faktor VIIa kann in Verbindung mit dem Gewebefaktor, welcher an der Stelle der Verletzung

freigesetzt wird, Faktor X zu Faktor Xa aktivieren, zudem erfolgt auch eine Aktivierung von Faktor

IX zu Faktor IXa. Faktor Xa wandelt Prothrombin in Thrombin um, was durch die nachfolgende

Umwandlung von Fibrinogen zu Fibrin zur Bildung eines Fibringerinnsels führt und damit zur

Induktion der lokalen Blutstillung. Das Risiko einer systemischen Aktivierung des

Gerinnungssystems ist minimal, da der nicht mit Gewebefaktor komplexierte aktivierte Faktor VII

proteolytisch inaktiv ist. Ein theoretisches Risiko für die Entwicklung einer systemischen

Aktivierung des Koagulationssystems bei Patienten, die durch eine Grunderkrankung prädisponiert

sind für eine DIC, kann nicht ausgeschlossen werden.

Da NovoSeven den Faktor X auch bei fehlender Faktor VIII- bzw. IX-Aktivität direkt aktivieren

kann, kann es zur Behandlung von Blutungen bei Patienten mit Hemmkörpern gegen die

Gerinnungsfaktoren VIII bzw. IX angewendet werden.

In einer Beobachtungs-Registry (F7HAEM-3578), welche Patienten mit kongenitalem Faktor VII-

Mangel inkludiert, erlebten 3 von 91 chirurgischen Patienten thromboembolische Ereignisse.

Pharmakokinetik

Gesunde Probanden

Die Pharmakokinetik von rFVIIa wurde unter Verwendung des Faktor VII-Gerinnungs-Assays

anhand von 35 gesunden kaukasischen und japanischen Personen in einer Dosis-Wirkungs-Studie

untersucht. Die Probanden wurden nach Geschlecht und ethnischer Gruppe eingeteilt und mit 40, 80

und 160 µg rFVIIa pro kg Körpergewicht und/oder Placebo (jeweils 3 Dosen) behandelt. Die

pharmakokinetischen Profile zeigten Dosisproportionalität. Die Pharmakokinetiken waren bei

unterschiedlichem Geschlecht und ethnischer Gruppe vergleichbar. Das mittlere Verteilungsvolumen

bei Steady-State betrug zwischen 130 und 165 ml/kg, der Medianwert der Clearance 33,3 bis

37,2 ml/h × kg und die mittlere terminale Halbwertszeit 3,9 bis 6,0 Stunden.

Hämophilie A und B mit Hemmkörpern

Die Pharmakokinetik von rFVIIa wurde unter Verwendung des Faktor VII-Gerinnungs-Assays bei

12 pädiatrischen (2 bis 12 Jahre) und 5 erwachsenen Patienten im nicht blutenden Zustand

untersucht. Für die untersuchten Dosen von 90 und 180 µg pro kg Körpergewicht wurde

Dosisproportionalität bei Kindern nachgewiesen. Dies stimmt mit früheren Ergebnissen zu

niedrigeren Dosen (17,5–70 µg/kg rFVIIa) überein. Die mittlere Clearance bei pädiatrischen

Patienten war etwa 50% höher als bei erwachsenen Patienten (78 verglichen mit 53 ml/h × kg) und

die Exposition (AUC) ca. 33% niedriger, wogegen in beiden Gruppen eine mittlere terminale

Halbwertszeit von 2,3 Stunden bestimmt wurde. Das mittlere Verteilungsvolumen bei Steady-State

betrug 196 ml/kg bei pädiatrischen Patienten verglichen mit 159 ml/kg bei Erwachsenen.

Faktor VII-Mangel

Die Pharmakokinetik bei rFVIIa-Einzeldosen von 15 µg und 30 µg pro kg Körpergewicht zeigte

keinen signifikanten Unterschied der beiden verwendeten Dosen im Hinblick auf dosisunabhängige

Parameter: Ganzkörper-Clearance (70,8–79,1 ml/h × kg), Verteilungsvolumen bei Steady-State

(280–290 ml/kg), mittlere Verweildauer (3,75–3,80 h) und Halbwertszeit (2,82–3,11 h). Die mittlere

in vivo Plasma-Wiederfindungsrate betrug ungefähr 20%.

Thrombasthenie Glanzmann

Die Pharmakokinetik von rFVIIa bei Patienten mit Thrombasthenie Glanzmann wurde noch nicht

untersucht; es werden jedoch ähnliche pharmakokinetische Werte wie bei Patienten mit Hämophilie

A und B erwartet.

Präklinische Daten

Aus den Ergebnissen der Reproduktionsstudien bei Tieren wurde abgeleitet, dass die intravenöse

Verabreichung von NovoSeven keinen Effekt auf die Entwicklung von Föten, Fruchtbarkeit und

Paarungsverhalten hat.

In einem fortgeschrittenen Herz-Kreislauf-Modell in Cynomolgus-Affen führte eine mögliche

synergistische Wirkung der kombinierten Behandlung mit rFXIII und rFVIIa bei einer niedrigeren

Dosis zu einer verstärkten Pharmakologie (Thrombose und Tod) als bei der Verabreichung der

einzelnen Präparate.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

NovoSeven darf nicht mit Infusionslösungen gemischt werden oder in einer Tropfinfusion gegeben

werden.

Haltbarkeit

NovoSeven darf nach Ablauf des mit «EXP» auf der Packung aufgedruckten Datums nicht mehr

verwendet werden.

Es wurde gezeigt, dass die chemische und physikalische Stabilität nach der Aufbereitung der

Injektionslösung 6 Stunden bei 25 °C und 24 Stunden bei 5 °C beträgt.

Aus mikrobiologischen Gründen ist die gebrauchsfertige Zubereitung unmittelbar nach

Rekonstitution zu verwenden. Wenn sie nicht sofort verwendet wird, liegen die Lagerungszeit und

die Lagerungsbedingungen vor Anwendung in der Verantwortung des Verbrauchers, und sollten

nicht länger als 24 Stunden bei 2 bis 8 °C betragen, es sei denn die Aufbereitung hat unter

kontrollierten aseptischen Bedingungen stattgefunden.

Besondere Lagerungshinweise

NovoSeven Pulver und Lösungsmittel sind nicht über 25 °C und ausser Reichweite von Kindern

aufzubewahren. Vor direktem Sonnenlicht schützen. Vor Frost schützen, um eine Beschädigung der

Lösungsmitteldurchstechflasche zu vermeiden.

Hinweise für die Handhabung

NovoSeven Pulver in einer Durchstechflasche und Lösungsmittel in einer vorgefüllten Spritze

Zubereitung der Injektionslösung

Die NovoSeven Durchstechflasche mit Pulver und die mit Lösungsmittel vorgefüllte Spritze sollten

bei der Rekonstitution Raumtemperatur haben. Entfernen Sie die Kunststoffkappe von der

Durchstechflasche. Wenn die Kappe locker ist oder fehlt, verwenden Sie nicht die

Durchstechflasche. Wischen Sie den Gummistopfen auf der Durchstechflasche mit einem sterilen

Alkoholtupfer ab und lassen Sie ihn für einige Sekunden vor der Verwendung trocknen. Berühren

Sie nicht den Gummistopfen nach Abwischen.

Entfernen Sie das Schutzpapier vom Durchstechflaschen-Adapter. Nehmen Sie nicht den

Durchstechflaschen-Adapter aus der Schutzkappe. Wenn das Schutzpapier nicht vollständig

versiegelt oder aufgerissen ist, verwenden Sie nicht den Durchstechflaschen-Adapter. Stülpen Sie die

Schutzkappe über und lassen Sie den Durchstechflaschen-Adapter auf der Durchstechflasche

einrasten. Drücken Sie die Schutzkappe leicht mit Ihrem Daumen und Zeigefinger zusammen.

Entfernen Sie die Schutzkappe vom Durchstechflaschen-Adapter.

Drehen Sie die Kolbenstange im Uhrzeigersinn in den Kolben innerhalb der vorgefüllten Spritze bis

Sie einen Widerstand spüren. Entfernen Sie die Schutzkappe von der vorgefüllten Spritze indem Sie

sie nach unten biegen bis sie an der Perforation bricht. Berühren Sie nicht die Anstechseite der

Spritze unter der Spritzenkappe. Wenn die Spritzenkappe locker ist oder fehlt, benutzen Sie nicht die

vorgefüllte Spritze.

Schrauben Sie die vorgefüllte Spritze fest auf den Durchstechflaschen-Adapter bis zum spürbaren

Widerstand. Halten Sie die vorgefüllte Spritze leicht geneigt, indem die Durchstechflasche nach

unten zeigt. Drücken Sie die Kolbenstange hinein, um das gesamte Lösungsmittel in die

Durchstechflasche zu injizieren. Halten Sie die Kolbenstange hineingedrückt und schwenken Sie die

Durchstechflasche vorsichtig, bis das gesamte Pulver gelöst ist. Schütteln Sie nicht die

Durchstechflasche, da dies zu Schaumbildung führt.

Falls eine grössere Dosis erforderlich ist, wiederholen Sie den Vorgang mit zusätzlichen

Durchstechflaschen, vorgefüllten Spritzen und den Durchstechflaschen-Adapter.

Die rekonstituierte NovoSeven Lösung ist farblos und sollte vor Verabreichung visuell auf Partikel

und Verfärbungen untersucht werden.

Es wird empfohlen, NovoSeven unmittelbar nach Rekonstitution zu verwenden. Für die

Aufbewahrungsbedingungen siehe unter «Sonstige Hinweise – Haltbarkeit».

Verabreichung der Injektionslösung

Halten Sie die Kolbenstange vollständig hineingedrückt. Drehen Sie die Spritze mit der

Durchstechflasche um. Drücken Sie die Kolbenstange nicht mehr hinein und lassen Sie sie wieder

von sich selbst zurückbewegen, während die rekonstituierte Lösung die Spritze auffüllt. Ziehen Sie

die Kolbenstange leicht nach unten, um die gemischte Lösung in die Spritze aufzuziehen.

Während Sie die Durchstechflasche verkehrt herum halten, tippen Sie sanft auf die Spritze, um

eventuell vorhandene Luftblasen nach oben steigen zu lassen. Drücken Sie die Kolbenstange

langsam hinein, bis alle Luftblasen verschwunden sind.

Wenn nicht die gesamte Dosis benötigt wird, verwenden Sie die Skala auf der Spritze, um zu sehen,

wie viel von der gemischten Lösung abgezogen wird.

Schrauben Sie den Durchstechflaschen-Adapter mit der Durchstechflasche ab.

NovoSeven ist nun bereit zur Injektion. Suchen Sie eine geeignete Stelle und injizieren Sie

NovoSeven langsam intravenös über einen Zeitraum von 2–5 Minuten ohne die Transfernadel von

der Injektionsstelle zu entfernen.

Beseitigen Sie die Spritze, die Durchstechflasche und alles ungebrauchte Material. Alle

ungebrauchten Produkte oder Verbrauchsmaterialien sollten gemäss den jeweiligen lokalen

Anforderungen entsorgt werden.

Zulassungsnummer

58693 (Swissmedic).

Packungen

NovoSeven 1 mg

Packung mit 1 Durchstechflasche mit Pulver, 1 Spritze vorgefüllt mit 1.1 ml Lösungsmittel für

NovoSeven 1 mg, 1 Kolbenstange, 1 Adapter für die Durchstechflasche und Packungsbeilage mit

Gebrauchsanweisung. (B)

NovoSeven 2 mg

Packung mit 1 Durchstechflasche mit Pulver, 1 Spritze vorgefüllt mit 2.1 ml Lösungsmittel für

NovoSeven 2 mg, 1 Kolbenstange, 1 Adapter für die Durchstechflasche und Packungsbeilage mit

Gebrauchsanweisung. (B)

NovoSeven 5 mg

Packung mit 1 Durchstechflasche mit Pulver, 1 Spritze vorgefüllt mit 5.2 ml Lösungsmittel für

NovoSeven 5 mg, 1 Kolbenstange, 1 Adapter für die Durchstechflasche und Packungsbeilage mit

Gebrauchsanweisung. (B)

NovoSeven 8 mg

Packung mit 1 Durchstechflasche mit Pulver, 1 Spritze vorgefüllt mit 8.1 ml Lösungsmittel für

NovoSeven 8 mg, 1 Kolbenstange, 1 Adapter für die Durchstechflasche und Packungsbeilage mit

Gebrauchsanweisung. (B)

Zulassungsinhaberin

Novo Nordisk Pharma AG, Zürich.

Herstellerin

Novo Nordisk A/S, DK-2880 Bagsvaerd.

Stand der Information

August 2017.

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