NovoNorm 1,0 mg Tabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-07-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-10-2018

Wirkstoff:
repaglinidum
Verfügbar ab:
Novo Nordisk Pharma AG
ATC-Code:
A10BX02
INN (Internationale Bezeichnung):
repaglinidum
Darreichungsform:
Tabletten
Zusammensetzung:
repaglinidum 1 mg, poloxamerum 188, povidonum K 25, megluminum, maydis amylum, calcii hydrogenophosphas, cellulosum microcristallinum, glycerolum (85 per centum), polacrilinum kalicum, magnesii stearas, E 172 (flavum) pro compresso.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
orales Antidiabetikum
Zulassungsnummer:
54571
Berechtigungsdatum:
1999-09-28

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-07-2020

Fachinformation Fachinformation - Französisch

01-07-2020

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-07-2020

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

01-07-2020

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen

das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

NovoNorm®

Novo Nordisk Pharma AG

Was ist NovoNorm und wann wird es angewendet?

NovoNorm ist ein orales Antidiabetikum mit dem Wirkstoff Repaglinide zur Senkung des erhöhten

Blutzuckers beim Typ-2-Diabetes. Bei dieser Erkrankung produziert die Bauchspeicheldrüse nicht mehr

ausreichend Insulin für die Einstellung des Blutzuckerspiegels. NovoNorm regt die Insulinproduktion in

der Bauchspeicheldrüse während der Mahlzeiten an und dient deshalb zur Einstellung Ihres Diabetes.

Die Behandlung mit NovoNorm muss von einer Diät, einer allfälligen Gewichtsreduktion und

ausreichender körperlicher Bewegung begleitet sein.

Eine Behandlung mit NovoNorm sollte nur begonnen werden, wenn die Blutzuckerwerte durch die

Einhaltung einer Diät, durch Gewichtsreduktion und körperliche Bewegung alleine nicht kontrolliert

werden können.

NovoNorm kann auch in Kombination mit den ebenfalls blutzuckersenkenden Arzneimitteln Metformin,

Pioglitazon oder Insulin eingenommen werden.

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

Was sollte dazu beachtet werden?

Die gute Blutzuckereinstellung hängt nicht nur von der Tablettenbehandlung ab, sondern entscheidend

sind auch die Einhaltung der Diät, Gewichtsreduktion und ausreichende körperliche Aktivität. Befolgen

Sie deshalb die diesbezüglichen Anweisungen Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin oder der Diabetesberatung.

Blut- und Urinzuckerspiegel sollten während der Behandlung überwacht und regelmässig kontrolliert

werden.

Wann darf NovoNorm nicht eingenommen werden?

NovoNorm darf nicht eingenommen werden

·bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Repaglinide oder einen der Hilfsstoffe von

NovoNorm

·bei Typ-1-Diabetes

·bei diabetischer Ketoazidose (mit oder ohne Koma)

·bei Bestehen einer Schwangerschaft oder vor einer geplanten Schwangerschaft

·während der Stillzeit

·bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren

·wenn Sie eine schwere Leberkrankheit haben

Ferner darf NovoNorm nicht gleichzeitig mit Gemfibrozil, einem Arzneimittel, das die Blutfette senkt,

eingenommen werden.

Wann ist bei der Einnahme von NovoNorm Vorsicht geboten?

Wie andere orale Antidiabetika kann NovoNorm eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) verursachen. Die

Gefahr einer Unterzuckerung ist bei Kombination von NovoNorm mit anderen blutzuckersenkenden

Arzneimitteln erhöht.

Bitte beachten Sie Anzeichen von unerwünschten Blutzuckerveränderungen:

Zu hoher Blutzucker

Die Warnzeichen treten allmählich auf: starkes Durstgefühl, Mundtrockenheit, häufiges Wasserlassen

und trockene Haut. Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn bei Ihnen solche Symptome

auftreten, damit er mit Ihnen Ihre Diät besprechen oder die Tabletteneinnahme korrigieren kann.

Zu tiefer Blutzucker

u.a. Heisshunger, Übelkeit, Erbrechen, Schwitzen, Zittern, Unruhe, Reizbarkeit, Kopfschmerzen,

Schlafstörungen, Verwirrtheit, Schwindel, Herzklopfen. Diese Zustände lassen sich häufig rasch durch

Einnahme von Zucker (z.B. Würfelzucker: 2-4 Stück, süsse Fruchtsäfte oder gezuckerten Tee) beheben.

Beachten Sie, dass künstliche Süssstoffe unwirksam sind.

Wird die Behandlung des tiefen Blutzuckers unterlassen, kann es infolge extremer Blutzuckersenkungen

zu Sprech- und Sehstörungen, Lähmungserscheinungen oder Empfindungsstörungen und

Bewusstlosigkeit kommen. Wenn die Anzeichen einer Unterzuckerung nicht verschwinden, informieren

Sie unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge oder

Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen!

Sie sollten Vorsichtsmassnahmen ergreifen, um eine Hypoglykämie (Unterzuckerung) während des

Lenkens eines Fahrzeuges oder beim Bedienen von Maschinen zu vermeiden. Das ist besonders dann

wichtig, wenn bei Ihnen die Anzeichen einer Hypoglykämie nur schwach ausgeprägt sind oder fehlen

oder wenn bei Ihnen häufig Hypoglykämien auftreten. In diesen Fällen sollten Sie in Betracht ziehen,

das Lenken eines Fahrzeuges oder das Bedienen von Maschinen zu unterlassen.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin vor der Einnahme von NovoNorm, wenn Sie an einer

Leber- oder Nierenerkrankung leiden, über geplante grössere chirurgische Eingriffe oder kürzlich

durchgemachte schwere Krankheiten bzw. Infektionen. In diesen Fällen muss Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin

entscheiden, ob eine Behandlung mit NovoNorm möglich ist.

Die gleichzeitige Einnahme von anderen Arzneimitteln kann die Wirkung von NovoNorm auf den

Blutzucker beeinflussen. Beispiele hierfür sind: Gemfibrozil, (Blutfettsenker), Ketoconazol und

Itraconazol (zur Behandlung von Pilzerkrankungen), Monoaminooxidasehemmer (zur Behandlung von

Depressionen und Parkinson-Krankheit), nicht-selektive Beta-Rezeptorenblocker (zur Behandlung von

Bluthochdruck und bestimmten Herzerkrankungen), Angiotensin Converting Enzym (ACE)-Hemmer

(zur Behandlung von Bluthochdruck und bestimmten Herzerkrankungen), Salizylate (z.B. Aspirin) und

andere nicht-steroidale Entzündungshemmer (zur Behandlung von Schmerzen und rheumatischen

Erkrankungen), anabole Steroide (muskelaufbauende Hormone) oder Kortikoide (Cortison), Octreotid

(zur Behandlung von übermässigem Wachstum und Störungen des Magen-Darm-Traktes), orale

Kontrazeptiva (Empfängnisverhütungsmittel), Thiazide (harntreibende Mittel zur Behandlung von

Bluthochdruck), Schilddrüsenhormone (zur Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion),

Sympathomimetika (u.a. zur Behandlung von Asthma), Clarithromycin, Trimethoprim oder Rifampicin

(Antibiotika), Ciclosporin (Immunsuppressivum zur Unterdrückung von Reaktionen des

Immunsystems), Deferasirox (zur Behandlung chronischer Eisenüberladung), Clopidogrel (zur

Prävention von thrombotischen Ereignissen, wie z.B. Herzinfarkt oder Schlaganfall).

Betablocker können auch die Warnzeichen einer Unterzuckerung verschleiern. Alkohol kann ebenfalls

die Wirkung von NovoNorm beeinflussen.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie eines der genannten Arzneimittel einnehmen; er

bzw. sie wird je nach Fall eventuell eine Dosisanpassung vornehmen und den Blutzuckerspiegel genauer

überwachen. Wenn Sie Gemfibrozil einnehmen, dürfen Sie nicht gleichzeitig NovoNorm anwenden, da

die Wirkung von NovoNorm durch dieses Arzneimittel erheblich verstärkt und verlängert werden kann

(siehe auch «Wann darf NovoNorm nicht eingenommen werden?»).

Da bisher noch keine Studien bei Patienten über 75 Jahren durchgeführt wurden, ist eine Therapie bei

diesen Patienten nicht zu empfehlen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Darf NovoNorm während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

NovoNorm darf während der Schwangerschaft und der Stillzeit nicht eingenommen werden. Wenn Sie

vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, wenden Sie sich an Ihren Arzt

bzw. Ihre Ärztin.

Während der Schwangerschaft wird zur Behandlung des Diabetes Insulin verordnet.

Wie verwenden Sie NovoNorm?

Es ist wichtig, dass Sie die Dosierungsanweisungen Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin genau befolgen.

Erhöhen oder reduzieren Sie keinesfalls eigenmächtig die von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin verordnete

Dosis.

NovoNorm wird vor jeder Hauptmahlzeit eingenommen. Nehmen Sie die Tabletten mit einem Glas

Wasser ein. Die Anfangsdosis wird von Ihrem Arzt bzw. von Ihrer Ärztin festgelegt und beträgt in der

Regel 0.5 mg vor jeder Hauptmahlzeit und kann im weiteren Behandlungsverlauf durch Ihren Arzt bzw.

Ihre Ärztin bis auf 4 mg vor jeder Hauptmahlzeit erhöht werden. Die empfohlene Tageshöchstdosis

beträgt 12 mg.

NovoNorm kann von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin auch zusammen mit Metformin, Pioglitazon oder

einer abendlichen Injektion von Insulin verordnet werden.

Falls Sie die Einnahme einer Tablette vor einer Mahlzeit einmal vergessen sollten, nehmen Sie einfach

zur nächsten Mahlzeit die nächste Dosis ein. Verdoppeln Sie die Dosis nicht.

Die Anwendung und Sicherheit von NovoNorm bei Kindern und Jugendlichen ist bisher nicht geprüft

worden.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann NovoNorm haben?

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

·Unterzuckerung. Das Risiko, eine Unterzuckerung zu bekommen, kann sich erhöhen, wenn Sie andere

Arzneimittel einnehmen/anwenden.

·Wie andere orale Antidiabetika kann NovoNorm eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) auslösen, die

sich mit Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Herzklopfen, Unruhe und Zittern, Übelkeit, kaltem

Schweiss oder Heisshunger äussert.

·Treten diese Symptome auf, sollten Sie sofort Zucker bzw. Traubenzucker oder ein zuckerhaltiges

Getränk und anschliessend kohlenhydratreiche Nahrung (Brot/Obst u.a.) zu sich nehmen. Ruhen Sie sich

anschliessend aus. Verschlechtert sich Ihr Zustand, verständigen Sie umgehend Ihren Arzt bzw. Ihre

Ärztin oder die Notfallstation des nächstgelegenen Spitals. Wird eine Unterzuckerung nicht

unverzüglich behandelt, kann dies schwerwiegende Folgen haben und Sprech- und Sehstörungen,

Lähmungserscheinungen, Empfindungsstörungen, Ohnmacht und weitere schwerwiegende Störungen

verursachen.

·Bauchschmerzen

·Durchfall.

Selten (betrifft 1 bis 10 von 10'000 Anwendern)

·akute Herzkreislauf-Erkrankungen (z.B. Herzinfarkt).

Sehr selten (betrifft weniger als 1 von 10'000 Anwendern)

·Allergien. Symptome wie Schwellungen, Atemnot, Herzklopfen, Schwindel und Schweissausbrüche

können Zeichen einer anaphylaktischen Reaktion sein. Wenden Sie sich sofort an einen Arzt bzw. an

eine Ärztin.

·Erbrechen

·Verstopfung (Obstipation)

·Sehstörungen

·schwere Lebererkrankungen, Leberfunktionsstörungen, erhöhte Leberenzymwerte im Blut.

Einzelfälle

·Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. Ausschlag, juckende Haut, Hautrötung, Schwellung der Haut)

·Unwohlsein (Übelkeit)

Vor allem in Kombination mit Pioglitazon kann es zu einer Gewichtszunahme kommen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin

oder Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Lagerungshinweis

Für Kinder unzugänglich aufbewahren.

In der Originalpackung aufbewahren.

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) lagern.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in NovoNorm enthalten?

Wirkstoffe

NovoNorm enthält den Wirkstoff Repaglinide. Es ist als Tabletten zu 0.5 mg, 1.0 mg und 2.0 mg

erhältlich.

Hilfsstoffe

NovoNorm enthält die Hilfsstoffe Poloxamer 188, Povidon K25, Meglumin, Maisstärke,

Calciumhydrogenphosphat, mikrokristalline Cellulose, Glycerol 85%, Polacrilin-Kalium,

Magnesiumstearat, Eisenoxid (E172, gelb [bei 1 mg] und rot [bei 2 mg] Tabletten).

Zulassungsnummer

54571 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie NovoNorm? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

90 weisse Tabletten zu 0.5 mg

90 gelbe Tabletten zu 1.0 mg

90 rote Tabletten zu 2.0 mg.

Zulassungsinhaberin

Novo Nordisk Pharma AG, Zürich.

Herstellerin

Novo Nordisk A/S, DK-2880 Bagsvaerd.

Diese Packungsbeilage wurde im Juli 2020 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Fachinformation

NovoNorm®

Novo Nordisk Pharma AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Repaglinide.

Hilfsstoffe: Excipiens pro compresso.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

NovoNorm 0.5 mg

Weisse Tabletten zu 0.5 mg Repaglinide.

NovoNorm 1.0 mg

Gelbe Tabletten zu 1.0 mg Repaglinide.

NovoNorm 2.0 mg

Rote Tabletten zu 2.0 mg Repaglinide.

Die Repaglinide-Tabletten sind rund, konvex und mit dem Logo von Novo Nordisk (Apis-Stier)

versehen.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

NovoNorm (Repaglinide) ist indiziert zur Behandlung von Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes, wenn

der Blutzuckerspiegel durch Diät, körperliche Bewegung und Gewichtsreduktion allein nicht

ausreichend gesenkt werden kann.

Repaglinide kann in Kombination mit Metformin oder einem Thiazolidindion eingenommen werden,

falls der Blutzuckerspiegel durch eine Monotherapie nicht zufriedenstellend kontrolliert wird.

Eine Kombinationstherapie mit Repaglinide und Insulin ist bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes

angezeigt, bei denen Sulfonylharnstoffe bzw. Repaglinide allein nicht für eine ausreichende

Blutzuckereinstellung sorgen.

Die Therapie sollte als Ergänzung zu Diät und körperlicher Bewegung durchgeführt werden.

Dosierung/Anwendung

Repaglinide sollte vor jeder Hauptmahlzeit verabreicht werden. Die Einnahme erfolgt normalerweise

innerhalb von 15 Minuten vor der Mahlzeit, aber der Einnahmezeitpunkt kann von unmittelbar vor

der Mahlzeit bis 30 Minuten vor der Mahlzeit (d.h. präprandial bei 2,3, oder 4 Mahlzeiten am Tag)

variieren. Patienten, die eine Mahlzeit auslassen (oder eine zusätzliche Mahlzeit einnehmen) müssen

angewiesen werden, zu dieser Mahlzeit die Tabletteneinnahme auszulassen bzw. eine zusätzliche

Dosis einzunehmen.

Die Dosis von Repaglinide wird individuell eingestellt, um die Blutzuckereinstellung zu optimieren.

Neben der laufenden Selbstkontrolle von Blut- und/oder Harnzuckerspiegel durch den Patienten

müssen dessen Nüchternblutzuckerwerte und der Anteil des glykosylierten Hämoglobins regelmässig

vom Arzt überprüft werden, um die wirksame Mindestdosis für den Patienten zu bestimmen. Eine

regelmässige Kontrolle ist notwendig, da nur so eine ungenügende Blutzuckersenkung bei der

empfohlenen Höchstdosis (d.h. Primärversagen) bzw. das Ausbleiben einer zufriedenstellenden

Reaktion nach anfänglicher Wirksamkeit (d.h. Sekundärversagen) festgestellt werden kann.

Anfangsdosis: Die zu verabreichende Dosis wird vom Arzt entsprechend des Bedarfs des Patienten

festgelegt. Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 0.5 mg vor jeder Hauptmahlzeit. Der Zeitraum zur

Dosiserhöhung bei unbefriedigend eingestelltem Nüchternblutzucker sollte mindestens ein bis zwei

Wochen betragen.

Erhaltungsdosis: Die empfohlene maximale Einzeldosis beträgt 4 mg vor jeder Hauptmahlzeit. Die

maximale Tagesdosis soll 12 mg nicht überschreiten. In den klinischen Studien wurde eine

befriedigende Blutzuckerkontrolle meist im Bereich von 1.5-3.0 mg/Tag erreicht.

Anwendung bei Patienten, die andere orale Antidiabetika erhalten

Patienten können direkt von einem anderen oralen Antidiabetikum auf Repaglinide umgestellt

werden. Es besteht keine Äquivalenzdosis zwischen Repaglinide und anderen oralen Antidiabetika.

Die erforderliche Dosis ist ebenso wie bei Nicht-Vorbehandelten durch individuelle Titration

festzulegen. Die empfohlene maximale Anfangsdosis für Patienten, die auf Repaglinide umgestellt

werden, beträgt 1 mg vor den Hauptmahlzeiten.

Bei Behandlung in Kombination mit Metformin oder einem Thiazolidindion beträgt die

Anfangsdosis von Repaglinide 0.5 mg vor den Hauptmahlzeiten. Die Dosiserhöhung erfolgt wie bei

der Monotherapie gemäss der Blutzuckerreaktion. Die Metformindosis kann beibehalten werden. Die

Dosis des Thiazolidindions ist nach den Blutzuckerwerten zu titrieren. Die Hypoglykämieinzidenz ist

bei der Kombination höher. Zu Beginn ist deshalb eine sorgfältige Überwachung der

Blutzuckerwerte angeraten.

Kombinationstherapie mit Repaglinide und Insulin

Bei Umstellung von Repaglinide-Monotherapie auf die Kombination mit Insulin ist die bisherige

Repaglinide-Dosis mit einer abendlichen Injektion von Verzögerungsinsulin zu kombinieren. Die

Insulin-Dosis ist nach Bedarf einzustellen (gemäss Änderungen des Blutzucker- und HbA1c-

Spiegels). Eventuell kann auch die Repaglinide-Dosis niedriger gewählt werden. Bei Umstellung von

Sulfonylharnstoffen ist mit einer Repaglinide-Dosis von 1 mg/Einzeldosis zu beginnen. Erfahrungen

mit Insulin aus klinischen Studien beschränken sich auf eine abendliche Gabe von maximal 28 IE

Verzögerungsinsulin.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen: Repaglinide wird hauptsächlich über die Galle

ausgeschieden. Weniger als 8% einer Repaglinide-Dosis werden über die Nieren ausgeschieden. Die

totale Plasmaclearance von Repaglinide ist bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

reduziert bzw. sind die AUC und die Halbwertszeit erhöht (siehe «Pharmakokinetik»). Da weiterhin

die Insulinsensitivität bei diabetischen Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion erhöht sein

kann, sollte bei diesen Patienten mit einer tiefen Dosis begonnen und die Dosis vorsichtig gesteigert

werden.

Kinder und Jugendliche: Die Sicherheit und Wirksamkeit von Repaglinide bei Kindern und

Jugendlichen unter 18 Jahren ist nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor (siehe auch unter

«Kontraindikationen»).

Ältere Menschen sowie Patienten mit Leberfunktionsstörungen: Bei älteren Patienten und bei

Patienten mit Leberinsuffizienz ist die AUC von Repaglinide erhöht (siehe «Pharmakokinetik»).

Klinische Studien bei Patienten über 75 Jahren oder bei Patienten mit Leberinsuffizienz wurden nicht

durchgeführt. Deshalb ist bei diesen Patientengruppen eine Therapie mit Repaglinide nicht zu

empfehlen.

Geschwächte oder unterernährte Patienten: Bei unterernährten Patienten sollte die Anfangsdosis der

Standarddosierung entsprechen, doch die Erhaltungsdosis muss sorgfältig eingestellt werden, um

hypoglykämische Reaktionen zu vermeiden.

Kontraindikationen

Bekannte Überempfindlichkeit gegen Repaglinide oder einen der Hilfsstoffe in NovoNorm. Typ-1-

Diabetes, C-Peptid negativ; diabetische Ketoazidose mit oder ohne Koma; Schwangerschaft und

Stillzeit; Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren; schwere Leberfunktionsstörungen; gleichzeitige

Einnahme von Gemfibrozil (siehe «Interaktionen»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Repaglinide soll nur dann verschrieben werden, wenn erhöhte Blutzuckerwerte und auftretende

Symptome des Diabetes mellitus trotz ausreichender Diät, Bewegung und Gewichtsreduktion nicht

stabilisiert werden können.

Hypoglykämie

Repaglinide kann, wie andere Insulinsekretagoga, eine Hypoglykämie verursachen. Die Reaktionen

zeigen in der Regel einen leichten Verlauf und sind durch die Einnahme von Kohlenhydraten

problemlos zu behandeln. In schweren Fällen, die die Hilfe Dritter erfordern, kann eine

Glukoseinfusion erforderlich sein. Das Auftreten solcher Reaktionen ist – wie bei jeder

Diabetesbehandlung – abhängig von individuellen Faktoren wie Essgewohnheiten, Dosierung,

Bewegung und Stress.

Auch Interaktionen mit anderen Arzneimitteln können das Hypoglykämierisiko erhöhen (siehe

«Interaktionen»). Es wurde über Fälle von Hypoglykämien berichtet, bei Patienten, die gleichzeitig

mit Repaglinide und Metformin oder Thiazolidindionen behandelt wurden.

Bei Arzneimittelkombinationen mit Repaglinide, die das Risiko für eine Hypoglykämie erhöhen,

muss der Blutzuckerspiegel engmaschig kontrolliert werden.

Kombination mit Insulinsekretagoga oder Insulin

Die Kombinationsbehandlung mit Insulinsekretagoga oder mit Insulin führt zu einem erhöhten

Risiko für Hypoglykämien.

Vorsicht ist geboten bei der Behandlung kardialer Risikopatienten. Insbesondere bei Kombination

mit Insulin ist zu berücksichtigen, dass kardiale Stressfaktoren infolge der Hypoglykämien erhöht

sind.

In einer 1-Jahres-Vergleichsstudie war die Inzidenz für solche Ereignisse bei Behandlung mit

Repaglinde nicht grösser als 1%, ausser für Angina pectoris (1.8%). Die Gesamtinzidenz für

kardiovaskuläre Ereignisse (Hypertonie, abnormes EKG, Myokardinfarkt, Arrhythmien und

Palpitation) war <1% und unterschied sich nicht zwischen Repaglinide und den

Vergleichssubstanzen. In kontrollierten 1-Jahres-Studien beobachtete man keine im Vergleich zu

anderen oralen Antidiabetika erhöhte Inzidenz an schweren kardiovaskulären Nebenwirkungen und

Mortalitätsrate.

In einer epidemiologischen Studie wurde in der Repaglinide-Gruppe eine höhere Inzidenz eines

akuten Koronarsyndroms beobachtet. Ein Kausalzusammenhang mit der Repaglinide-Behandlung ist

allerdings nicht gesichert.

Die blutzuckersenkende Wirkung von oralen Antidiabetika nimmt bei zahlreichen Patienten im

Laufe der Zeit ab. Der Grund dafür kann ein Fortschreiten des Diabetes oder ein vermindertes

Ansprechen auf das Arzneimittel sein. Dieses Phänomen ist als Sekundärversagen bekannt, im

Gegensatz zu einem Primärversagen der Therapie, bei dem das Arzneimittel schon bei

Therapiebeginn nicht wirksam ist. Bevor die Diagnose eines Sekundärversagens in Erwägung

gezogen wird, sollte die Dosiseinstellung, die Einhaltung der Diät und die körperliche Bewegung

beim Patienten überprüft werden.

Repaglinide wirkt über spezifische Bindungsstellen mit einer kurzen Wirkung auf die Betazellen.

Eine Wirkung von Repaglinide bei Sekundärversagen anderer Insulinsekretagoga wurde in

klinischen Studien nicht belegt.

Insbesondere in der Kombination mit Thiazolidindionen kam es zu einer Gewichtszunahme. Diese

war höher als bei Monotherapie mit dem Thiazolidindion. Diese Information basiert auf einer 24-

wöchigen Studie. Das Körpergewicht sollte deshalb regelmässig überwacht werden.

Studien zur Kombinationstherapie mit anderen Insulinsekretagoga und Acarbose wurden nicht

durchgeführt.

Stressfaktoren wie Fieber, Trauma, Infektionen oder Operationen können bei Patienten, die mit

oralen Antidiabetika behandelt werden, zu einer Verschlechterung der Blutzuckereinstellung führen

und es kann notwendig sein, die Behandlung mit Repaglinide zu unterbrechen und vorübergehend

Insulin zu verabreichen.

Interaktionen

Der Repaglinide Metabolismus wird von einer Reihe von Arzneimitteln beeinflusst. Mögliche

Interaktionen sind deshalb vom Arzt zu beachten.

Der Metabolismus und damit die Clearance von Repaglinide kann durch CYP3A4- und CYP2C8

Inhibitoren und Induktoren verändert werden. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn beide

Inhibitoren von CYP2C8 und CYP3A4 gleichzeitig zusammen mit Repaglinide verabreicht werden.

Basierend auf in vitro Daten scheint Repaglinide ein Substrat für die aktive hepatische Aufnahme zu

sein (Transportprotein für organische Anionen OATP1B1). Arzneimittel, die OATP1B1 inhibieren,

können ebenso das Potential haben, die Plasmakonzentration von Repaglinide zu erhöhen, wie es für

Ciclosporin gezeigt wurde.

Die folgenden Substanzen können die hypoglykämische Wirkung von Repaglinide verstärken

und/oder verlängern: Gemfibrozil, Clarithromycin, Itraconazol, Ketoconazol, Trimethoprim,

Ciclosporin, Deferasirox, Clopidogrel, Monoaminoxidasehemmer (MAO-Hemmer), nichtselektive

Betarezeptorenblocker, Angiotensin Converting Enzym (ACE)-Hemmer, Salizylate, NSAIDS,

Octreotid, Alkohol und Anabolika (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Bei Kombination von Repaglinide (Einzeldosis von 0.25 mg) mit Gemfibrozil (zweimal täglich 600

mg), einem Inhibitor von CYP2C8 kam es bei gesunden Probanden zu einer Erhöhung der AUC von

Repaglinide um das 8,1-fache und von Cmax um das 2,4-fache. Die Repaglinidekonzentration im

Plasma war nach 7 Stunden durch Gemfibrozil um das 26.8-fache erhöht. Die Halbwertszeit

verlängert sich von 1.3 Stunden auf 3.7 Stunden. Die gleichzeitige Gabe von Gemfibrozil und

Repaglinide ist kontraindiziert (siehe «Kontraindikationen»).

Die gleichzeitige Gabe von Trimethoprim (160 mg zweimal täglich), einem moderaten CYP2C8-

Inhibitor, und Repaglinide (eine Einzeldosis von 0.25 mg) resultierte in einer Erhöhung der

Repaglinide-AUC, von Cmax und t½ (1.6-fach, 1.4-fach bzw. 1.2-fach) ohne statistisch signifikante

Wirkungen auf die Blutzuckerspiegel bei subtherapeutischer Repaglinide-Dosierung. Dosierungen

höher als 0.25 mg Repaglinide und 320 mg Trimethoprim sollten nur mit gründlicher Überwachung

des Blutzuckers sowie der klinischen Parameter erfolgen.

Rifampicin, ein potenter Induktor von CYP3A4, aber auch von CYP2C8, wirkt sowohl als Induktor

als auch Inhibitor auf den Metabolismus von Repaglinide. Sieben Tage Vorbehandlung mit

Rifampicin (600 mg), gefolgt von gleichzeitiger Gabe von Repaglinide (eine Einzeldosis von 4 mg)

am siebten Tag resultierte in einer 50% niedrigeren AUC (Effekt einer Kombination aus Induktion

und Inhibition). Wenn Repaglinide 24 Stunden nach der letzten Rifampicin-Dosis gegeben wurde,

war eine Reduktion der Repaglinide-AUC um 80% zu beobachten (Effekt der Induktion alleine).

Bei gleichzeitiger Anwendung von Rifampicin und Repaglinide sollte die Blutzuckerkonzentration

bis zu 2 Wochen nach Absetzen von Rifampicin sorgfältig überwacht werden. Es ist zu beachten,

dass andere Induktoren, wie z.B. Phenytoin, Carbamazepin, Phenobarbital oder Johanniskraut, einen

ähnlichen Effekt haben können.

CYP3A4-Inhibitoren: Die gleichzeitige Gabe von 200 mg Ketoconazol erhöhte die AUC von

Repaglinide sowie Cmax um das 1.2-fache.

Die gleichzeitige Gabe von 100 mg Itraconazol, einem CYP3A4-Inhibitor, erhöhte die AUC um das

1.4-fache.

Die gleichzeitige Gabe von 250 mg Clarithromycin erhöhte die AUC von Repaglinide leicht um das

1.4- und Cmax um das 1.7-fache.

In einer Studie, die mit gesunden Probanden durchgeführt wurde, erhöhte die gleichzeitige

Anwendung von Repaglinide (eine Einzeldosis von 0.25 mg) und Ciclosporin (Mehrfachdosierung

von 100 mg) die Repaglinide-AUC und Cmax etwa 2.5-fach bzw. 1.8-fach. Da die Wechselwirkung

bei Dosierungen von mehr als 0.25 mg Repaglinide nicht untersucht wurde, muss die gleichzeitige

Anwendung von Ciclosporin mit Repaglinide vermieden werden. Wenn die Kombination

erforderlich erscheint, muss eine gründliche Überwachung des Blutzuckers sowie der klinischen

Parameter durchgeführt werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

In einer Studie mit gesunden Probanden führte die gleichzeitige Gabe von Deferasirox (30

mg/kg/Tag, 4 Tage), einem mittelgradigen Inhibitor von CYP2C8 und CYP3A4, und Repaglinide

(Einzeldosis, 0,5 mg) zu einer 2,3-fachen (90% KI [2,03-2,63]) Erhöhung der systemischen

Repaglinide-Exposition (AUC) gegenüber der Kontrollgruppe, einem 1,6-fachen (90% KI [1,42-

1,84]) Anstieg von Cmax und einem kleinen, signifikanten Abfall der Blutzuckerwerte. Da die

Wechselwirkung mit Dosierungen über 0,5 mg Repaglinide nicht ermittelt wurde, sollte die

gleichzeitige Anwendung von Deferasirox und Repaglinide vermieden werden. Wenn die

gleichzeitige Anwendung erforderlich erscheint, sind eine gründliche klinische Überwachung sowie

eine gründliche Überwachung der Blutzuckerwerte durchzuführen.

In einer Wechselwirkungsstudie mit gesunden Probanden führte die gleichzeitige Gabe von

Clopidogrel (300 mg am Tag 1, und 75 mg täglich an 2 aufeinderfolgenden Tagen), einem Inhibitor

von CYP2C8, und Repaglinide (Einzeldosis von 0.25 mg am Tag 1 und 3) zu einer 5.1-fachen

beziehungsweise 3.9-fachen Erhöhung der systemischen Repaglinide-Exposition (AUC0-∞) und

einem geringen aber signifikanten Abfall der Blutzuckerwerte.

Betarezeptorenblocker können die Symptome einer Hypoglykämie verschleiern.

Die gleichzeitige Verabreichung von Cimetidin, Nifedipin, Estrogen oder Simvastatin, alles

Substrate von CYP3A4, mit Repaglinide verändern die pharmakokinetischen Parameter von

Repaglinide nicht signifikant.

Die folgenden Substanzen können die hypoglykämische Wirkung von Repaglinide vermindern:

Orale Kontrazeptiva, Rifampicin, Barbiturate, Carbamazepin, Thiazide, Kortikoide, Danazol,

Schilddrüsenhormone, Sympathomimetika.

Falls Repaglinide zusammen mit anderen Arzneimitteln eingenommen wird, die wie Repaglinide

hauptsächlich über die Galle ausgeschieden werden, sollten ebenfalls Interaktionen in Erwägung

gezogen werden.

Bei gleichzeitiger Behandlung mit diversen Arzneimitteln oder auch nach Absetzen von Therapien,

sollten Änderungen des Blutzuckerspiegels sorgfältig überwacht werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Studien mit Repaglinide an schwangeren oder stillenden Frauen wurden nicht durchgeführt. Die

Unbedenklichkeit der Anwendung von Repaglinide in der Schwangerschaft kann deshalb nicht

beurteilt werden. Repaglinide zeigte bisher keine teratogene Wirkung in Tierstudien, aber

Embryotoxizität.

Im Allgemeinen wird während der Schwangerschaft eine Umstellung der Diabetes-Therapie auf

Insulin empfohlen.

Repaglinide sollte während der Schwangerschaft nicht verabreicht werden. Es ist nicht bekannt, ob

Repaglinide beim Menschen in die Muttermilch übergeht. Während der Stillzeit ist Repaglinide

kontraindiziert.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Die Patienten sollen auf das Risiko von Hypoglykämien aufmerksam gemacht werden und zu

besonderer Vorsicht beim Autofahren und Bedienen von Maschinen angehalten werden. Dies ist

insbesondere bei jenen Patienten wichtig, die keine oder eine reduzierte Wahrnehmung von

Warnsymptomen einer Hypoglykämie haben oder bei denen häufig Hypoglykämien auftreten. In

diesen Fällen ist beim Autofahren und Bedienen von Maschinen besondere Vorsicht geboten.

Unerwünschte Wirkungen

Die am häufigsten berichteten unerwünschten Wirkungen sind Veränderungen der Blutzuckerwerte

wie z.B. Hypoglykämien. Das Auftreten solcher Reaktionen hängt von individuellen Faktoren ab,

wie z.B. Ernährungsgewohnheiten, Dosierung, körperliche Aktivität und Stress.

Basierend auf Erfahrungen mit Repaglinide und anderen Antidiabetika wurden folgende

unerwünschte Wirkungen beobachtet: Die Häufigkeiten sind definiert als: häufig (≥1/100, <1/10);

gelegentlich (≥1/1'000, <1/100); selten (≥1/10'000, <1/1’000); sehr selten (<1/10'000); nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr selten: Allergische Reaktionen.

Generalisierte Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. anaphylaktische Reaktionen) oder

immunologische Reaktionen wie Vasculitis.

Stoffwechsel und Ernährungsstörungen

Häufig: Hypoglykämie.

Unbekannt: Hypoglykämisches Koma (siehe auch unter «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Augenerkrankungen

Sehr selten: Vorübergehende Sehstörungen.

Es ist bekannt, dass schwankende Blutzuckerspiegel vorübergehende Sehstörungen verursachen

können, insbesondere zu Beginn einer Therapie.

Herzerkrankungen

Selten: kardiovaskuläre Ereignisse.

Bei Typ-2-Diabetes ist das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse erhöht (siehe auch unter

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Bauchschmerzen und Diarrhöe.

Sehr selten: Erbrechen und Obstipation.

Häufigkeit nicht bekannt: Übelkeit.

Affektionen der Leber und Gallenblase

Sehr selten: Anstieg der Leberenzymwerte, Leberfunktionsstörungen.

In sehr seltenen Fällen wurden schwerwiegende Leberfunktionsstörungen beobachtet, es wurde aber

kein kausaler Zusammenhang mit Repaglinide gezeigt. In einzelnen Fällen wurde während einer

Behandlung mit Repaglinide ein Anstieg der Leberenzymwerte beobachtet. Die meisten Fälle waren

leicht und vorübergehend. Sehr wenige Patienten mussten die Therapie aufgrund eines Anstiegs der

Leberenzymwerte absetzen.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufigkeit nicht bekannt: Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautrötung, Jucken, Ausschlag und

Urtikaria.

Kreuzallergien mit Sulfonylharnstoffen sind aufgrund der unterschiedlichen chemischen Struktur der

beiden Substanzen nicht zu erwarten.

Überdosierung

Eine Überdosierung kann zu einer ausgeprägten Senkung des Blutzuckerspiegels und

hypoglykämischen Symptomen führen, wie Schwindel, Schweissausbrüche, Zittern, Kopfschmerzen

usw. Falls derartige Beschwerden auftreten, müssen entsprechende Massnahmen zur Erhöhung des

Blutzuckerspiegels getroffen werden, beispielsweise durch Einnahme von Kohlenhydraten. Eine

schwerwiegende Hypoglykämie mit Krampfanfällen, Ohnmacht oder Koma muss mit i.v. Gabe von

Glukose behandelt werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: A10BX02

Wirkungsmechanismus, Pharmakodynamik

Der Wirkstoff Repaglinide ist ein orales Insulinsekretagogum. Repaglinide senkt unmittelbar den

Blutzuckerspiegel durch die Stimulierung der Insulinfreisetzung aus dem Pankreas. Voraussetzung

dazu ist eine noch vorhandene endogene Insulinproduktion.

Repaglinide schliesst, wie die Sulfonylharnstoff aber über unterschiedliche Bindungsstellen, die

ATP-abhängigen Kaliumkanäle der Betazellmembran. Dies führt zu einer Depolarisation der

Betazellmembran und damit zu einer Öffnung der Kalziumkanäle. Der hieraus resultierende erhöhte

Kalziumeinstrom induziert die Insulinsekretion aus der Betazelle.

Nach oraler Verabreichung von Repaglinide erfolgte die insulinotrope Reaktion auf die Einnahme

einer Mahlzeit bei Typ-2-Diabetikern innerhalb von 30 Minuten, woraus eine blutzuckersenkende

Wirkung über die gesamte Mahlzeit resultierte. Die erhöhten Insulinspiegel normalisierten sich nach

Einnahme der Mahlzeit. Die Plasmaspiegel von Repaglinide nahmen sehr schnell ab, und niedrige

Wirkstoffkonzentrationen wurden vier Stunden nach Einnahme im Plasma bei Typ-2-Diabetikern

festgestellt.

Nach Gabe von Dosen zwischen 0.5 mg und 4 mg Repaglinide wurde bei Typ-2-Diabetikern eine

dosisabhängige Blutzuckersenkung nachgewiesen.

Pharmakokinetik

Absorption

Repaglinide wird aus dem Verdauungstrakt schnell absorbiert. Dies führt zu einem schnellen Anstieg

der Plasmakonzentration des Arzneimittels. Die maximale Plasmakonzentration (Cmax) wird

innerhalb einer Stunde nach der Einnahme erreicht und sinkt danach aufgrund der kurzen

Halbwertszeit schnell wieder ab, so dass Repaglinide nach 4-6 Stunden vollständig eliminiert ist.

Bei der Verabreichung von Repaglinde 0, 15 oder 30 Minuten vor einer Mahlzeit oder während des

Fastens wurden keine klinisch relevanten Unterschiede der Pharmakokinetik von Repaglinide

beobachtet. Die mittlere absolute Bioverfügbarkeit von Repaglinide beträgt 63%.

Distribution

Repaglinide besitzt ein geringes Verteilungsvolumen von 30 l (stimmt mit der Verteilung in die

intrazelluläre Flüssigkeit überein) und weist eine sehr hohe Plasmaproteinbindung (über 98%) auf.

In klinischen Studien wurde eine hohe interindividuelle Variabilität (60%) der

Repaglinidekonzentrationen beobachtet. Die intraindividuelle Variabilität ist gering bis mittel (35%).

Metabolismus

Repaglinide wird in der Leber vollständig durch oxidative Ringöffnung, Hydroxylierung,

Desalkylierung und Glucuronidierung zu verschiedenen Metaboliten abgebaut. Die oxidative

Biotransformation wird durch CYP2C8 und CYP3A4 katalysiert. Die Hauptmetaboliten sind inaktiv.

Elimination

Die Plasmaeliminationshalbwertszeit (t½) beträgt ca. 1 Stunde. Repaglinide und seine Metaboliten

werden vorwiegend über die Galle ausgeschieden. Weniger als 1% des verabreichten Arzneimittels

konnte in den Faeces als unveränderte Substanz nachgewiesen werden. Ein geringfügiger Anteil

(weniger als 8%) der verabreichten Dosis ist im Urin nachweisbar, vornehmlich als Metaboliten.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Die Repaglinidekonzentration ist bei Patienten mit Leberinsuffizienz und bei älteren Typ-2-

Diabetespatienten erhöht: Die AUC (± SD) beträgt bei gesunden Probanden nach einer Einzeldosis

von 2 mg 31.4 (± 28.3) ng/ml × h und bei älteren Typ-2-Diabetespatienten 117.9 (± 83.8) ng/ml × h.

Bei Patienten mit Leberinsuffizienz beträgt die AUC bei einer Einzeldosis von 4 mg 304.9 (± 228.0)

ng/ml × h; damit ist die AUC deutlich höher als bei Gesunden.

Die Behandlung mit Repaglinide (3× 2 mg pro Tag) bei Patienten mit schwerer

Nierenfunktionsstörung (Kreatininclearance: 20-39 ml/min) während 5 Tagen resultierte in einer

signifikanten Verdoppelung der AUC und der Eliminationshalbwertszeit im Vergleich zu Probanden

mit normaler Nierenfunktion. Die Daten bei sehr schwerer Niereninsuffizienz (Kreatininclearance

<20 ml/min) sind limitiert.

Präklinische Daten

Die präklinischen Daten mit konventionellen Studien der Sicherheitspharmakologie, der Toxizität bei

Mehrfachdosierungen, der Genotoxizität und der Kanzerogenität ergaben keine speziellen Risiken

für den Menschen.

Bei Rattenfoeten und -neugeborenen wurde eine abnorme Entwicklung der Extremitäten bei hoher

Dosis im letzten Stadium der Schwangerschaft und während der Stillzeit beobachtet. Repaglinide

wurde in der Milch von Versuchstieren nachgewiesen.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

NovoNorm darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Für Kinder unzugänglich aufbewahren. In der Originalverpackung aufbewahren. Bei

Raumtemperatur (15-25 °C) lagern.

Zulassungsnummer

54571 (Swissmedic).

Packungen

Weisse Tabletten zu 0.5 mg: Blisterpackungen zu 90 (B)

Gelbe Tabletten zu 1.0 mg: Blisterpackungen zu 90 (B)

Rote Tabletten zu 2.0 mg: Blisterpackungen zu 90 (B)

Zulassungsinhaberin

Novo Nordisk Pharma AG, Zürich.

Herstellerin

Novo Nordisk A/S, DK-2880 Bagsvaerd.

Stand der Information

August 2015.

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