Novodigal mite Tablette

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
beta-Acetyldigoxin
Verfügbar ab:
Mibe GmbH Arzneimittel
ATC-Code:
C01AA02
INN (Internationale Bezeichnung):
beta-acetydigoxin
Darreichungsform:
Tablette
Zusammensetzung:
beta-Acetyldigoxin 0.1mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
5902.01.00

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Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Novodigal

®

mite 0,1 mg

Tabletten

-Acetyldigoxin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Novodigal mite und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Novodigal mite beachten?

Wie ist Novodigal mite einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Novodigal mite aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Novodigal mite und wofür wird es angewendet?

Novodigal mite ist ein herzwirksames Glykosid aus Digitalis lanata (Wolliger Fingerhut).

Novodigal mite wird angewendet zur Behandlung

der manifesten chronischen Herzmuskelschwäche (aufgrund systolischer

Funktionsstörung)

der schnellen Form einer Herzrhythmusstörung bei Vorhofflimmern/Vorhofflattern

(Tachyarrhythmia absoluta)

bei anfallsartigem (paroxysmalen) Vorhofflimmern/Vorhofflattern.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Novodigal mite beachten?

Novodigal mite darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen β-Acetyldigoxin, andere herzwirksame Glykoside oder einen der in

Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind

bei Verdacht auf eine Vergiftung mit Herzglykosiden

bei Herzmuskelerkrankung mit Verengung der Ausflussbahn (hypertrophe Kardiomyopathie

mit Obstruktion)

bei von den Herzkammern ausgehender beschleunigter Herzschlagfolge (Kammertachykardie

oder Kammerflimmern)

bei AV-Block II. oder III. Grades, krankhafter Sinusknotenfunktion (ausgenommen bei

Schrittmachertherapie)

bei zusätzlichen Leitungsbahnen zwischen Herzkammer und Vorhof (z. B. WPW-Syndrom)

oder Verdacht auf solche

bei erhöhtem Calciumspiegel im Blut (Hyperkalzämie)

bei Magnesiummangel im Blut

bei Kaliummangel im Blut (Hypokaliämie)

bei krankhafter Ausweitung der Hauptschlagader (Aorta) im Bereich des Brustkor- bes

(thorakales Aortenaneurysma)

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bei gleichzeitiger intravenöser Gabe von Calciumsalzen (siehe 2. unter „Einnahme von

Novodigal mite zusammen mit anderen Arzneimitteln“).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Novodigal mite einnehmen.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Novodigal mite ist erforderlich bei

verlangsamter Herzschlagfolge (Puls unter 50 Schläge/min) infolge von Erregungsbildungs-

und/oder –leitungsstörungen, AV-Block I. Grades.

erhöhtem Kaliumspiegel im Blut, da vermehrt Erregungsbildungs- und –leitungsstörungen

auftreten können.

älteren Patienten oder wenn anzunehmen ist, dass die Ausscheidung von Digoxin über die Niere

vermindert ist (siehe Abschnitt 3. „Wie ist Novodigal mite einzunehmen?“).

Schilddrüsenerkrankungen (bei einer Unterfunktion der Schilddrüse sollten Aufsättigungs- und

Erhaltungsdosis verringert werden, bei einer Überfunktion kann eine Dosiserhöhung

erforderlich sein).

einer Störung der Nahrungsaufnahme aus dem Darm oder nach operativen Eingriffen im

Magen-Darm-Trakt, wenn Novodigal mite oral verabreicht wird. Hierbei können höhere

Novodigal mite-Dosen erforderlich sein.

einer geplanten elektrischen Kardioversion (Regularisierung der Herzschlagfolge). Novodigal

mite soll 24 Stunden vor einer geplanten Kardioversion nicht verabreicht werden. Das Risiko,

gefährliche Herzrhythmusstörungen durch die Kardioversion auszulösen, ist bei vorliegender

Digitalistoxizität stark erhöht und ist ebenfalls von der Kardioversionsenergie abhängig. In

Notfällen, wie z. B. bei Defibrillation soll die geringste noch wirksame Energie angewendet

werden. Eine Defibrillation ist ungeeignet bei von Herzglykosiden hervorgerufenen

Herzrhythmusstörungen.

akutem Herzinfarkt (Patienten mit akutem Herzinfarkt haben z. B. häufig verringerte

Kaliumspiegel im Blut und/oder neigen zu Herzrhythmusstörungen).

akuter Herzmuskelentzündung, Cor pulmonale (Vergrößerung des rechten Herzens aufgrund

einer Lungenerkrankung) oder Sauerstoffunterversorgung (Hypoxämie) infolge schwerer

Atemwegserkrankung, da eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Digitalis-Glykosiden besteht.

Patienten, die in den vorangegangenen 2 Wochen Herzglykoside erhalten haben. Hier kann eine

verringerte Aufsättigungsdosierung nötig sein.

Hinweis:

Es bestehen erhebliche interindividuelle Unterschiede der Glykosidempfindlichkeit.

Eine erhöhte Glykosidempfindlichkeit besteht z. B. bei Patienten höheren Lebensalters,

Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), Sauerstoffunterversorgung (Hypoxämie),

Herzmuskelentzündung, akutem Herzinfarkt, Störungen des Säure-Basen- und Elektrolythaushaltes.

Entsprechende Patienten bzw. Krankheitsbilder sollten mit reduzierter Glykosiddosierung behandelt

werden.

Eine Digoxin-Toxizität kann sich durch das Auftreten von Herzrhythmusstörungen äußern, von denen

einige solchen Herzrhythmusstörungen ähneln können, für die das Arzneimittel therapeutisch

angezeigt sein könnte. Z. B. ist besondere Vorsicht erforderlich bei Vorhoftachykardie mit

wechselndem AV-Block, da der Rhythmus klinisch einem Vorhofflimmern entspricht.

Digoxin kann ST-T-Veränderungen im EKG verursachen, ohne dass gleichzeitig eine Verminderung

der Durchblutung des Herzmuskels (Myokardischämie) vorliegt.

Für die Beurteilung, ob ein unerwünschtes Ereignis auf β-Acetyldigoxin zurückzuführen ist, sollte der

klinische Zustand des Patienten zusammen mit den Serum-Kalium-Spiegeln sowie der Nieren- und

Schilddrüsenfunktion als wichtigste Faktoren herangezogen werden.

Beim Kaliummangel wird das Myokard für β-Acetyldigoxin sensibilisiert, obwohl die Digoxin-

Serumkonzentration im therapeutischen Bereich liegen kann.

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Ein Kaliummangel kann z. B. auftreten durch Dialyse, Absaugen von Magen-Darm-Sekret,

Unterernährung, Durchfall, längeres Erbrechen sowie bei hohem Alter oder bei langfristig bestehender

Herzinsuffizienz (z. B. infolge von Diuretikatherapie).

Im Allgemeinen sollten schnelle Änderungen der Serumkaliumkonzentration oder anderer Elektrolyte

(z. B. Magnesium, Calcium) vermieden werden.

Eine Nierenfunktionsstörung ist einer der häufigsten Gründe für die Auslösung einer

Digitalisintoxikation.

Kontrollen der Serum-Elektrolyte im Blut sowie der Nierenfunktion sollten in regelmäßigen

Abständen (in Abhängigkeit vom klinischen Zustand) erfolgen.

Einnahme von Novodigal mite zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere

Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Als Vorsichtsmaßnahme sollte bei jeglicher zusätzlicher Therapie die Möglichkeit einer Interaktion

berücksichtigt werden. Im Zweifelsfall sollten die Digoxin-Serum-Spiegel überprüft werden.

Folgende Wechselwirkungen von Novodigal mite mit anderen Arzneimitteln sind zu beachten. Die

Wirkung von Novodigal mite kann durch andere Medikamente verstärkt oder abgeschwächt werden.

Eine Übersicht von Wechselwirkungen gibt die nachstehende Tabelle:

Wirkungsverstärkung

Calcium (darf nicht i.v. injiziert werden)

Verstärkung der Glykosidtoxizität

Arzneimittel, die das Gleichgewicht der

Elektrolyte im Körper beeinflussen, wie z. B.

Diuretika (harnflussfördernde Arzneimittel),

Abführmittel (Missbrauch),

Benzylpenicillin, Amphotericin B,

Carbenoxolon,

Corticosteroide, ACTH,

Salicylate,

Lithiumsalze,

Infusion größerer Mengen von Glukoselösung

Verstärkung der Glykosidtoxizität durch

medikamentös bedingte Verminderung der

Kaliumspiegel bzw. Magnesiumspiegel im

Blut

Calciumantagonisten (z. B. Verapamil,

Felodipin, Gallopamil, Nifedipin, Diltiazem),

Captopril, Spironolacton, Benzodiazepine,

Azol-Antimykotika (wie z. B. Itraconazol),

Ritonavir, Chinin, Atropin, Arzneimittel zur

Behandlung von Herzrhythmusstörungen (z. B.

Chinidin, Amiodaron, Flecainid, Propafenon),

Indometacin, Alprazolam,

Prazosin,

Antibiotika (z. B. Tetracycline, Erythromycin,

Clarithromycin, Roxythromycin, Gentamicin,

Trimethoprim),

Atorvastatin, Ciclosporin

Erhöhung der Digoxinmenge im Blut

β-Blocker (Arzneimittel zur Behandlung des

Bluthochdrucks)

Verstärkung der Herzschlag

verlangsamenden Wirkung von β-

Acetyldigoxin

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Suxamethoniumchlorid, Reserpin, trizyklische

Antidepressiva (Arzneimittel zur Behandlung

von Depressionen), Sympathomimetika,

Phosphodiesterasehemmer (z. B. Theophyllin)

Begünstigung von Herzrhythmusstörungen

Diphenoxylat

Erhöhung der Glykosid-Aufnahme durch

Verminderung der Darmmotilität

Thyreostatika (schilddrüsenhormonmindernde

Medikamente)

Mögliche Verstärkung der Digoxinwirkung

Vitamin D3

Die Toxizität von Herzglykosiden kann

infolge einer Erhöhung der Calciumspiegel

während der Behandlung mit Vitamin D

zunehmen (Risiko für

Herzrhythmusstörungen).

Johanniskraut

Wird das Hypericum-Produkt bei

fortgesetzter Digoxin-Gabe plötzlich

abgesetzt, droht der Digoxin-Spiegel in den

toxischen Bereich anzusteigen.

Hypokaliämie (Kaliummangel), Hypernatriämie (Natriumüberschuss) oder Hypomagnesiämie

(Magnesiummangel) verstärken die kardiotoxische Wirkung von Digoxin.

Wirkungsabschwächung

Kaliumspiegel-erhöhende Arzneimittel (z. B.

Spironolacton, Kaliumcanrenoat, Amilorid,

Triamteren, Kaliumsalze)

Verminderung der positiv inotropen Wirkung

(die Herzkraft stärkende Wirkung) von β-

Acetyldigoxin und Begünstigung von

Herzrhythmusstörungen

Aktivkohle, Colestyramin, Colestipol,

Antazida (magensäure-bindende Arzneimittel),

Kaolin-Pektin, einige Füll- oder Quellmittel

(Abführmittel)

Verminderung der Glykosidresorption durch

Bindung – daher Novodigal 2 Stunden vorher

einnehmen – bzw. Beschleunigung der

Elimination durch Unterbrechung des

enterohepatischen Kreislaufs

Neomycin, PAS, Rifampicin, Zytostatika,

Sulfasalazin, Metoclopramid, Adrenalin,

Salbutamol, Phenytoin, Acarbose,

Penicillamin, Johanniskraut (Hypericum

perforatum)

Erniedrigung der Glykosid-

Serumkonzentration

Nicht-steroidale Antirheumatika

Scheinen die Resorptionsquote zu

erniedrigen

Schilddrüsenhormone (z. B. Thyroxin)

Können die Digoxinwirkung vermindern

Carbamazepin

Ggf. muss die Dosierung von Digoxin den

klinischen Erfordernissen angepasst werden

Durch gleichzeitige Anwendung von Sympathomimetika, Reserpin, trizyklischen Antidepressiva,

Phosphodiesterasehemmern oder Suxamethoniumchlorid können Herzrhythmusstörungen begünstigt

werden.

Digoxin ist ein Substrat von P-Glykoprotein. Demnach können Inhibitoren von P-Glykoprotein die

Serumkonzentration von Digoxin erhöhen, indem diese die Resorption erhöhen und/oder die renale

Clearance herabsetzen.

Es wurde berichtet, dass Prednisolon und Spironolacton oder deren Metaboliten die RIA-Bestimmung

des Serumdigoxinspiegels beeinflussen können.

Schwangerschaft und Stillzeit

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Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker

um Rat.

Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft ist die Patientin besonders sorgfältig zu überwachen und auf eine

individuelle, bedarfsgerechte Dosierung zu achten. Bisherige Erfahrungen mit Digitalis-Glykosiden in

therapeutischen Dosierungen während der Schwangerschaft haben keine Hinweise auf eine

Schädigung des Embryos oder Föten ergeben. Während der letzten Wochen der Schwangerschaft kann

der Glykosidbedarf ansteigen. Nach der Geburt ist dagegen häufig eine Dosisreduzierung angezeigt.

Nach Digitalis-Vergiftung der Mutter wurde auch beim Föten über Vergiftungserscheinungen

berichtet.

Stillzeit

Digoxin wird in die Muttermilch abgegeben. Die vom Säugling aufgenommene Menge ist jedoch

gering, so dass das Stillen möglich ist. Nachteilige Effekte auf den Säugling wurden bislang nicht

beobachtet.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen wird

nicht beeinträchtigt.

Novodigal enthält Lactose

Bitte nehmen Sie Novodigal mite daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen

bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

3.

Wie ist Novodigal mite einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Wegen der geringen therapeutischen Breite von β-Acetyldigoxin ist eine sorgfältig überwachte

Einstellung auf die individuelle therapeutische Dosis erforderlich.

Die Höhe der individuellen Dosierung hängt vom Glykosidbedarf sowie der

Ausscheidungsgeschwindigkeit ab. Bereits mit Herzglykosiden vorbehandelte Patienten sollten bei

Umstellung auf Novodigal mite engmaschig kontrolliert werden.

Eine regelmäßige Kontrolle des klinischen Bildes bei gleichzeitiger Überwachung der Menge von

Digoxin im Blut ist zu empfehlen.

Die empfohlene Dosis beträgt:

Schnelle Aufsättigung über 2 Tage (insbesondere bei akut behandlungsbedürftigen Krankheitsbildern):

3-mal täglich 2 Tabletten (morgens, mittags, abends), (entsprechend 0,6 mg β-Acetyldigoxin pro Tag)

Mittelschnelle Aufsättigung über ca. 3 Tage:

1-mal täglich 2 – 4 Tabletten (entsprechend 0,2 – 0,4 mg β-Acetyldigoxin pro Tag)

Langsame Aufsättigung über ca. 10 Tage (übliche Vorgehensweise bei nicht akut

behandlungsbedürftigen Krankheitsbildern):

1-mal täglich 2 – 3 Tabletten (entsprechend 0,2 – 0,3 mg β-Acetyldigoxin pro Tag)

Erhaltungsdosis:

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Patienten bis 65 Jahre ohne Einschränkung der Nierenfunktion

1-mal täglich 2 – 3 Tabletten (möglichst morgens) (entsprechend 0,2 – 0,3 mg β-Acetyldigoxin pro

Tag)

Dosierung bei Leberinsuffizienz:

Novodigal mite kann bei Leberinsuffizienz in üblicher Dosierung verabreicht werden.

Dosierung bei Niereninsuffizienz und bei älteren Patienten:

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sowie bei älteren Patienten (älter als 65 Jahre) ist die

β-Acetyldigoxin-Dosis der renalen Clearance anzupassen.

Hinweis:

Bei älteren Patienten kann es auch ohne nachweisbare Zeichen einer Niereninsuffizienz zu einer

Verminderung der Glykosidausscheidung kommen. Die Kreatininkonzentration im Serum muss dabei

nicht erhöht sein. Es sollte daher bei älteren Patienten auch bei normalen Serumkreatininwerten an

eine reduzierte Glykosidausscheidung gedacht und die Dosis ggf. angepasst werden. Die

Erhaltungsdosis bei älteren Patienten bis 65 Jahre sollte 0,3 mg β-Acetyldigoxin (entsprechend 3

Tabletten), bei Patienten über 65 Jahren 0,2 mg β-Acetyldigoxin (entsprechend 2 Tabletten), bei

Patienten über 80 Jahren 0,1 mg β-Acetyldigoxin (entsprechend 1 Tablette) nicht überschreiten.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Die Tabletten sollten unzerkaut nach einer Mahlzeit mit ausreichend Flüssigkeit (vorzugsweise ein

Glas Trinkwasser) eingenommen werden.

Es ist unbedingt darauf zu achten, dass dieses Arzneimittel regelmäßig in der vom Arzt verordneten

Menge eingenommen wird.

Die Einnahme von säurebindenden Medikamenten (Antazida) sollte in möglichst großem Abstand

(mindestens 2 Stunden) vor der Einnahme von Novodigal mite erfolgen.

Dauer der Anwendung

Über die Dauer der Anwendung entscheidet der behandelnde Arzt.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung

von Novodigal mite zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Novodigal mite eingenommen haben als Sie sollten

Bei Verdacht auf eine Überdosierung mit Novodigal mite benachrichtigen Sie bitte sofort Ihren Arzt.

Dieser kann entsprechend der Schwere einer Überdosierung/Vergiftung über die ggf. erforderlichen

Maßnahmen entscheiden.

Symptome einer Überdosierung

Bei Überdosierung können, individuell verschieden, vom Herzen, vom Magen-Darm-Trakt und vom

zentralen Nervensystem ausgehende Nebenwirkungen auftreten, wie z. B. Herzrhythmusstörungen,

Übelkeit, Erbrechen oder Störungen beim Farbsehen im Grün-/Gelb-Bereich. Eine typische

Reihenfolge des Auftretens der Symptome gibt es nicht. Bei schwerer Digitalisvergiftung können die

Herzrhythmusstörungen lebensbedrohlich werden.

Maßnahmen bei einer Überdosierung

Bei Verdacht auf eine Überdosierung mit Novodigal mite muss umgehend der Arzt informiert werden.

Wenn Sie die Einnahme von Novodigal mite vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

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4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

Appetitlosigkeit, Übelkeit (das Auftreten von Übelkeit sollte als frühes Zeichen einer übermäßig

hohen Dosierung angesehen werden), Erbrechen.

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Müdigkeit.

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Thrombozytopenie (verminderte Anzahl von Blutplättchen), allergische Hautreaktionen z.B.

nesselsuchtartige oder scharlachartige Hautausschläge mit ausgeprägter Eosinophilie (vermehrtes

Auftreten bestimmter Blutzellen), Hautrötung (Erythem) oder Lupus erythematodes, psychische

Veränderungen (z.B. Albträume, Unruhe, Verwirrtheit), Depressionen, Sinnestäuschungen

(Halluzinationen), Psychosen, Durchfälle, Schmerzen im Bauchraum (z.B. Bauchschmerzen),

Muskelschwäche, Vergrößerung der Brustdrüse beim Mann (Gynäkomastie).

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

Sprachstörungen (Aphasien), Gefäßverschluss im Bauchraum (Mesenterialinfarkt).

Unbekannt (die Häufigkeit kann aus den verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden):

Veränderung des Farbsehens (Grün-/Gelb-Bereich), Schwäche, Teilnahmslosigkeit (Apathie),

Unwohlsein.

Grundsätzlich ist jede Form von Herzrhythmusstörungen unter der Therapie mit Novodigal mite

möglich. Gewöhnlich werden als erstes Anzeichen vorzeitige von der Herzkammer ausgehende

Kontraktionen beobachtet, denen oftmals Doppelschläge (Bigeminie) oder sogar Dreifachschläge

(Trigeminie) folgen. Eine schnelle Schlagfolge der Vorhöfe (Vorhoftachykardie), normalerweise ein

Anwendungsgebiet für ß-Acetyldigoxin, kann bei sehr hoher Dosierung auftreten. Insbesondere

Vorhoftachykardien mit Erregungsleitungsstörungen zwischen Vorhof und Herzkammer sind

charakteristisch, wobei die Herzschlagfolge nicht notwendigerweise hoch sein muss.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte,

Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de

anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Novodigal mite aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Röhrchen und dem Umkarton nach „verwendbar bis:“

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag

des Monats.

Aufbewahrungsbedingungen

Nicht über 30

C lagern.

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Bitte beachten Sie, dass das Röhrchen nach Entnahme der Tabletten sofort wieder mit dem Stopfen

fest verschlossen wird.

Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser (z. B. nicht über die Toilette oder das Wasch-

becken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr

verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei. Weitere Informationen finden Sie unter

www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Novodigal mite enthält

Der Wirkstoff ist:

-Acetyldigoxin.

Eine Tablette enthält 0,1 mg

-Acetyldigoxin.

Die sonstigen Bestandteile sind: Bernsteinsäure, Povidon, Lactose-Monohydrat,

mikrokristalline Cellulose, Maisstärke, hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat

(Ph.Eur.)

pflanzl.

Wie Novodigal mite aussieht und Inhalt der Packung

Die Packungen enthalten weiße, runde Tabletten.

Novodigal mite ist in Packungen mit 50, 100 und 6x50 Tabletten (Klinikpackung) erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

mibe GmbH Arzneimittel

Münchener Straße 15

06796 Brehna

Tel.: 034954/247-0

Fax. 034954/247-100

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Januar 2020.

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Fachinformation

1.

BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL

Novodigal

0,2 mg Tabletten

Novodigal

mite 0,1 mg Tabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Novodigal: Eine Tablette enthält 0,2 mg

-Acetyldigoxin.

Novodigal mite: Eine Tablette enthält 0,1 mg

-Acetyldigoxin.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

Novodigal: Eine Tablette enthält 79,4 mg Lactose.

Novodigal mite: Eine Tablette enthält 79,5 mg Lactose.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Tablette

Novodigal sind weiße, runde Tabletten mit Bruchkerbe.

Die Tabletten können in gleiche Dosen geteilt werden.

Novodigal mite sind weiße, runde Tabletten.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Manifeste chronische Herzinsuffizienz (aufgrund systolischer Dysfunktion)

Tachyarrhythmia absoluta bei Vorhofflimmern/Vorhofflattern

Paroxysmales Vorhofflimmern/Vorhofflattern.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Wegen der geringen therapeutischen Breite von ß-Acetyldigoxin ist eine sorgfältig überwachte

Einstellung auf die individuelle therapeutische Dosis notwendig.

Die Höhe der individuellen Dosierung hängt vom Glykosidbedarf sowie der

Eliminationsgeschwindigkeit ab.

Therapeutisch erwünschte Digoxin-Konzentrationen im Serum liegen bei Erwachsenen und

Jugendlichen ab 13 Jahren in der Regel zwischen 0,8 - 2,0 ng/ml.

Die Dosierung sollte individuell – vor allem nach dem Behandlungserfolg – festgelegt werden. Sie

orientiert sich bei Erwachsenen an der sogenannten Vollwirkdosis (= Körperbestand in mg) von 0,8 –

1,5 mg Digoxin und der Erhaltungsdosis, die durch die Abklingquote (Verlust der klinischen Wirkung

pro Tag) von 20 – 25% bestimmt wird, und bei 0,2 – 0,4 mg Digoxin/Tag liegt.

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Patienten mit einigen besonderen Krankheitsbildern müssen mit reduzierter Glykosiddosierung und

unter sorgfältiger ärztlicher Überwachung behandelt werden (siehe auch entsprechende Hinweise im

Abschnitt 4.3).

Eine regelmäßige Kontrolle des klinischen Bildes bei gleichzeitigem Monitoring der

Serumkonzentrationen ist zu empfehlen.

Folgende Empfehlungen können als Anhaltspunkte für die Einleitung der Behandlung (Aufsättigung)

und Dauertherapie bei Erwachsenen dienen:

Schnelle Aufsättigung über 2 Tage (insbesondere bei akut behandlungsbedürftigen

Krankheitsbildern):

3-mal täglich 0,2 mg β-Acetyldigoxin (morgens, mittags, abends) (entsprechend 0,6 mg β-

Acetyldigoxin/Tag).

Mittelschnelle Aufsättigung über ca. 3 Tage

1-mal täglich 0,2 – 0,4 mg β-Acetyldigoxin

Langsame Aufsättigung über ca. 10 Tage (übliche Vorgehensweise bei nicht akut

behandlungsbedürftigen Krankheitsbildern):

1-mal täglich 0,2 – 0,3 mg β-Acetyldigoxin

Erhaltungsdosis:

Patienten bis 65 Jahre ohne Einschränkung der Nierenfunktion

1-mal täglich 0,2 – 0,3 mg β-Acetyldigoxin

Dosierung bei Leberinsuffizienz

Novodigal Tabletten können bei Leberinsuffizienz in üblicher Dosierung verabreicht werden.

Dosierung bei Niereninsuffizienz und bei älteren Patienten

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sowie bei älteren Patienten (älter als 65 Jahre) ist

die ß-Acetyldigoxin-Dosis der renalen Clearance anzupassen.

Die renale Kreatinin-Clearance kann folgendermaßen berechnet werden:

Kreatinin-Clearance [ml/min] =

(mg/100

inin

Serumkreat

(kg)

Körpergewi

Jahre

Alter

(140

Es gelten folgende Richtlinien zur Dosisreduktion für ß-Acetyldigoxin bei Niereninsuffizienz:

Kreatinin-Clearance

Dosiswahl

> 100 ml/min

normale Erhaltungsdosis

50 – 100 ml/min

1/2 der normalen Erhaltungsdosis

20 – 50 ml/min

1/2 - 1/3 der normalen Erhaltungsdosis

< 20 ml/min

1/3 der normalen Erhaltungsdosis

Bei stärkerer Ausprägung der Niereninsuffizienz ist eine individuelle Dosisanpassung vorzunehmen.

Hinweis:

Bei älteren Patienten kann es auch ohne nachweisbare Zeichen einer Niereninsuffizienz zu einer

Verminderung der Glykosidausscheidung kommen. Die Kreatininkonzentration im Serum muss dabei

nicht erhöht sein. Es sollte daher bei älteren Patienten auch bei normalen Serumkreatinin-Werten an

eine reduzierte Glykosidausscheidung gedacht und die Dosis ggf. angepasst werden. Die

Erhaltungsdosis bei älteren Patienten bis 65 Jahre sollte 0,3 mg ß-Acetyldigoxin, bei Patienten über

65 Jahren 0,2 mg ß-Acetyldigoxin, bei Patienten über 80 Jahren 0,1 mg ß-Acetyldigoxin nicht

überschreiten.

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Kinder

Die Dosierung bei Kindern richtet sich nach Gewicht und Körperoberfläche.

Art der Anwendung

Die Novodigal Tabletten sollen vorzugsweise nach einer Mahlzeit unzerkaut mit ausreichend

Flüssigkeit eingenommen werden.

Über die Dauer der Anwendung entscheidet der behandelnde Arzt. Es ist unbedingt darauf zu achten,

dass dieses Arzneimittel regelmäßig in der vom Arzt verordneten Menge eingenommen wird.

Die Digitalisbedürftigkeit des Patienten sollte bei Langzeittherapie durch kontrollierte

Auslassversuche überprüft werden.

Bereits mit Herzglykosiden vorbehandelte Patienten sollten bei Umstellung auf ß-Acetyldigoxin

besonders engmaschig kontrolliert werden.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Novodigal und Antazida sollte Novodigal mindestens 2 Stunden

vor dem Antazidum eingenommen werden.

Überwachung der Serumspiegel

Digoxin-Serumkonzentrationen können wie folgt umgerechnet werden:

ng/ml x 1,28 entspr. nmol/l

Digoxin-Serumspiegel können mittels Radioimmunoassay bestimmt werden. Die Blutentnahme sollte

6 Stunden oder mehr nach der letzten Dosis erfolgen. Im Konzentrationsbereich von 0,8 ng/ml (1,02

nmol/l) bis 2,0 ng/ml (2,56 nmol/l) kann für die meisten erwachsenen Patienten ein therapeutischer

Nutzen bei geringem Nebenwirkungsrisiko erwartet werden. Oberhalb dieses Bereichs werden die

Nebenwirkungen aufgrund der Digoxin-Toxizität häufiger und oberhalb von 3,0 ng/ml (3,84 nmol/l)

ist eine Digoxin-Toxizität wahrscheinlich.

Andere Glykoside, Spironolacton und dessen Metabolite sowie die Metaboliten von ß-Acetyldigoxin

können mit den Radioimmunoassays interferieren. Daher sollten Messwerte, die mit dem klinischen

Zustand des Patienten nicht im Einklang stehen, mit Vorsicht interpretiert werden.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere herzwirksame Gly-

Koside oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile

Verdacht auf Digitalisintoxikation

Hypertrophe Kardiomyopathie mit Obstruktion

Kammertachykardie oder Kammerflimmern

AV-Block II. oder III. Grades, pathologische Sinusknotenfunktion (ausgenommen bei

Schrittmachertherapie)

Akzessorische atrioventrikuläre Leitungsbahnen (z. B. WPW-Syndrom) oder Verdacht auf

solche

Hyperkalzämie

Hypokaliämie

Hypomagnesiämie

thorakales Aortenaneurysma

Gleichzeitige intravenöse Gabe von Calciumsalzen (siehe Abschnitt 4.5).

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4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung ist erforderlich bei

Bradykardie infolge von Erregungsbildungs- und/oder –leitungsstörungen, AV-Block I. Grades

Hyperkaliämie, da vermehrt Erregungsbildungs- und –leitungsstörungen auftreten können

älteren Patienten oder wenn anzunehmen ist, dass die renale Clearance von ß-Acetyldigoxin

vermindert ist (siehe auch Abschnitt 4.2)

Schilddrüsenerkrankungen (bei einer Hypothyreose sollten Aufsättigungs- und Erhaltungsdosis

verringert werden. Bei einer Hyperthyreose kann eine Dosiserhöhung erforderlich sein).

Malabsorption oder nach operativen Eingriffen im Gastrointestinaltrakt, wenn Novodigal oral

verabreicht wird (hierbei können höhere Acetyldigoxin-Dosen erforderlich sein)

einer geplanten elektrischen Kardioversion. Novodigal Tabletten sollen 24 Stunden vor einer

geplanten Kardioversion nicht verabreicht werden. Das Risiko, gefährliche Arrhythmien durch

die Kardioversion auszulösen, ist bei vorliegender Digitalistoxizität stark erhöht und ist

ebenfalls von der Kardioversionsenergie abhängig. In Notfällen, wie z. B. bei Defibrillation soll

die geringste noch wirksame Energie angewendet werden. Eine Defibrillation ist ungeeignet bei

von Herzglykosiden hervorgerufenen Arrythmien.

akutem Myokardinfarkt (Patienten mit akutem Myokardinfarkt sind z. B. häufig

hypokaliämisch und/oder neigen zu Herzrhythmusstörungen)

akuter Myokarditis, Cor pulmonale oder Hypoxämie infolge schwerer Atemwegserkrankung, da

eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Digitalisglykosiden besteht

Patienten, die in den vorangegangenen 2 Wochen Herzglykoside erhalten haben. Hier kann eine

verringerte Aufsättigungsdosierung notwendig sein.

Hinweise:

Es bestehen erhebliche interindividuelle Unterschiede der Glykosidempfindlichkeit.

Eine erhöhte Glykosidempfindlichkeit besteht z. B. bei Patienten höheren Lebensalters,

Hypothyreose, Hypoxämie, Myokarditis, akutem Myokardinfarkt, Störungen des Säure-, Basen- und

Elektrolythaushaltes. Entsprechende Patienten bzw. Krankheitsbilder sollten mit reduzierter

Glykosiddosierung und unter sorgfältiger Überwachung behandelt werden.

Eine ß-Acetyldigoxin-Toxizität kann sich durch das Auftreten von Arrhythmien äußern, von denen

einige solchen Arrhythmien ähneln können, für die das Arzneimittel therapeutisch angezeigt sein

könnte. Z. B. ist besondere Vorsicht erforderlich bei Vorhoftachykardie mit wechselndem AV-Block,

da der Rhythmus klinisch einem Vorhofflimmern entspricht.

ß-Acetyldigoxin kann ST-T-Veränderungen im EKG verursachen, ohne dass gleichzeitig eine

Myokardischämie vorliegt.

Für die Beurteilung, ob ein unerwünschtes Ereignis auf ß-Acetyldigoxin zurückzuführen ist, sollte der

klinische Zustand des Patienten zusammen mit den Serumkaliumspiegeln sowie der Nieren- und

Schilddrüsenfunktion als wichtigste Faktoren herangezogen werden.

Digoxinspiegel müssen nicht mit der Schwere der Symptome korrelieren, besonders nicht bei akuten

Intoxikationen.

Bei Kaliummangel wird das Myokard für ß-Acetyldigoxin sensibilisiert, obwohl die ß-Acetyldigoxin-

Serumkonzentration im therapeutischen Bereich liegen kann.

Ein Kaliummangel kann z. B. auftreten durch Dialyse, Absaugen von Magen-Darm-Sekret,

Unterernährung, Durchfall, längeres Erbrechen sowie bei hohem Alter oder bei chronischer

Herzinsuffizienz (z. B. infolge von Diuretikatherapie).

Im Allgemeinen sollten schnelle Änderungen der Serumkaliumkonzentration oder anderer Elektrolyte

(z. B. Magnesium, Calcium) vermieden werden.

Seite: 5 von 14

Eine Nierenfunktionsstörung ist einer der häufigsten Gründe für die Auslösung einer

Digitalisintoxikation.

Kontrollen der Serumelektrolyte sowie der Nierenfunktion sollten in regelmäßigen Abständen (in

Abhängigkeit vom klinischen Zustand) erfolgen.

Im Serum bestimmter Patientengruppen (z. B. bei Patienten mit Nieren- oder Leberinsuffizienz,

Neugeborenen, Schwangeren) können unbekannte Substanzen (digoxin-like immunoreactive factor

bzw. substance [DLIF oder DLIS]) vorkommen, die in einigen Testverfahren mit dem Digoxin

kreuzreagieren und so zu falsch erhöhten Werten führen.

Für die Entscheidung über eine eventuelle Dosiserhöhung kann die Bestimmung der Serum-Digoxin-

Konzentration hilfreich sein. Allerdings sollte bedacht werden, dass der Assay auch auf andere

Glykoside anspricht und somit falsch-positive Messergebnisse liefern kann. Eine Beobachtung des

Patienten während eines vorübergehenden Absetzens der Dosierung von ß-Acetyldigoxin könnte

daher geeigneter sein.

Die Anwendung von therapeutischen Digoxin-Dosierungen kann eine Verlängerung des PR-Intervalls

und eine Senkung der ST-Strecke im Elektrokardiogramm verursachen. Digoxin kann während des

Belastungs-EKGs falsch-positive ST-T-Veränderungen im Elektrokardiogramm hervorrufen. Diese

elektrophysiologischen Auswirkungen sind bei Digoxin zu erwarten und weisen nicht auf eine

Toxizität hin.

Hinweise zu sonstigen Bestandteilen des Arzneimittels

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-

Malabsorption sollten Novodigal nicht einnehmen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Wechselwirkungen können resultieren aus einer Beeinflussung der renalen Ausscheidung, der

Bindung an Körpergewebe, der Plasmaproteinbindung, der Verteilung, der Resorptionskapazität des

Darmes und der Empfindlichkeit gegenüber ß-Acetyldigoxin.

Als Vorsichtsmaßnahme sollte bei jeglicher zusätzlicher Therapie die Möglichkeit einer Interaktion

berücksichtigt werden. Im Zweifelsfall sollten die ß-Acetyldigoxin-Serumspiegel überprüft werden.

Eine Übersicht von Wechselwirkungen gibt die nachstehende Tabelle.

a) Wirkungsverstärkung von Novodigal

Calcium (darf nicht i.v. injiziert werden)

Verstärkung der Glykosidtoxizität.

Arzneimittel, die die Elektrolyt-Homöostase

beeinflussen, wie z. B. Diuretika, Laxanzien

(Abusus),

Benzylpenicillin, Amphotericin B,

Carbenoxolon,

Korticosteroide, ACTH,

Salicylate, Lithiumsalze

Infusion größerer Mengen von Glukoselösung

Verstärkung der Glykosidtoxizität durch

medikamentös bedingte Hypokaliämie bzw.

Hypomagnesiämie.

Seite: 6 von 14

Calciumantagonisten (z. B. Verapamil,

Felodipin, Gallopamil, Nifedipin, Diltiazem),

Chinin, Atropin, Antiarrhythmika (z. B.

Chinidin, Amiodaron, Flecainid, Propafenon),

Indomethacin, Alprazolam, Prazosin, Antibiotika

(z. B. Tetracycline, Erythromycin,

Clarithromycin, Roxythromycin, Gentamicin,

Trimethoprim), Captopril,

Spironolacton,

Benzodiazepine,

Azol-Antimykotika (wie z. B. Itraconazol),

Ritonavir,

Atorvastatin, Ciclosporin

Erhöhung der ß-Acetyldigoxin-

Serumkonzentration.

ß-Blocker

Verstärkung der bradykardisierenden Wirkung.

Thyreostatika

Mögliche Verstärkung der Digoxinwirkung.

Suxamethoniumchlorid, Reserpin, trizyklische

Antidepressiva, Sympathomimetika,

Phosphodiesterasehemmer (z. B. Theophyllin)

Begünstigung von Herzrhythmusstörungen.

Diphenoxylat

Erhöhung der ß-Acetyldigoxin-Resorption durch

Verminderung der Darmmotilität.

Vitamin D3

Die Toxizität von Herzglykosiden kann infolge

einer Erhöhung der Calciumspiegel während der

Behandlung mit Vitamin D zunehmen (Risiko für

Herzrhythmusstörungen).

Johanniskraut

Wird das Hypericum-Produkt bei fortgeführter

Digoxin-Gabe plötzlich abgesetzt, droht der

Digoxin-Spiegel in den toxischen Bereich

anzusteigen.

Hypokaliämie, Hypernatriämie oder Hypomagnesiämie verstärken die kardiotoxische Wirkung von

Digoxin.

b) Wirkungsabschwächung von Novodigal

Kaliumspiegel-erhöhende Arzneimittel (z.B.

Spironolacton, Kaliumcanrenoat, Amilorid,

Triamteren, Kaliumsalze)

Verminderung der positiv inotropen Wirkung

von ß-Acetyldigoxin und Begünstigung von

Herzrhythmusstörungen.

Aktivkohle, Colestyramin, Colestipol, Antacida,

Kaolin-Pektin, einige Füll- oder Quell-Laxanzien

Verminderung der Glykosidresorption durch

Bindung - daher Novodigal Tabletten 2 Stunden

vorher einnehmen – bzw. Beschleunigung der

Elimination durch Unterbrechung des

enterohepatischen Kreislaufs vorher einnehmen.

Nichtsteroidale Antirheumatika

Scheinen die Resorptionsquote zu erniedrigen.

Schilddrüsenhormone

(z. B. Thyroxin)

Können die Digoxinwirkung vermindern.

Carbamazepin

Ggf. muss die Dosierung von Digoxin den

klinischen Erfordernissen angepasst werden.

Neomycin, PAS, Rifampicin, Zytostatika,

Sulfasalazin, Metoclopramid, Adrenalin,

Salbutamol, Phenytoin, Penicillamin,

Johanniskraut (Hypericum perforatum)

Erniedrigung der ß-Acetyldigoxin-

Serumkonzentration.

Durch gleichzeitige Anwendung von Sympathomimetika, Reserpin, trizyklischen Antidepressiva,

Phosphodiesterasehemmern oder Suxamethoniumchlorid können Herzrhythmusstörungen begünstigt

werden.

Seite: 7 von 14

Digoxin ist ein Substrat von P-Glykoprotein. Demnach können Inhibitoren von P-Glykoprotein die

Serumkonzentration von Digoxin erhöhen, indem diese die Resorption erhöhen und/oder die renale

Clearance herabsetzen.

Es wurde berichtet, dass Prednisolon und Spironolacton oder deren Metaboliten die RIA-Bestimmung

des Serumdigoxinspiegels beeinflussen können.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft ist die Patientin besonders sorgfältig zu überwachen und auf eine

individuelle, bedarfsgerechte Dosierung zu achten. Bisherige Erfahrungen mit Digitalisglykosiden in

therapeutischen Dosierungen während der Schwangerschaft haben keine Hinweise auf eine

Schädigung des Embryos oder Föten ergeben. Während der letzten Wochen der Schwangerschaft

kann der Glykosidbedarf ansteigen. Nach der Geburt ist dagegen häufig eine Dosisreduzierung

angezeigt. Tachyarrhythmien des Föten konnten mit Erfolg behandelt werden, indem der Mutter

Digitalis verabreicht wurde. Nach Digitalisvergiftung der Mutter wurde auch beim Föten über

Intoxikationserscheinungen berichtet.

Stillzeit

Acetyldigoxin wird in die Muttermilch abgegeben. Aufgrund der hohen maternalen Proteinbindung

der Substanz ist die tatsächliche Exposition des Säuglings gering, so dass das Stillen unter der

Therapie möglich ist. Nachteilige Effekte auf den Säugling wurden bislang nicht beobachtet (siehe

auch Abschnitt 5.2 und Abschnitt 5.3).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen wird

nicht beeinträchtigt.

4.8

Nebenwirkungen

Organsys-

temklasse

(MedDRA)

Sehr

häufig

(≥1/10)

Häufig

(≥1/100,

<1/10)

Gelegent-

lich

(≥1/1.000

, <1/100)

Selten

(≥1/10.000

, <1/1.000)

Nicht bekannt

(Häufigkeit

Grundlage

verfügba-

Daten

nicht

schätzbar)

Erkrankun-

gen des Blu-

Lymphsys-

tems

Throm-

bozytope-

Erkrankun-

munsystems

allergi-

sche

aktionen

(z.B.

urtikariel-

oder

schar-

lachartige

Hautaus-

schläge

Seite: 8 von 14

aus-

geprägter

Eosino-

philie,

Erythem),

Lupus

erythe-

matodes

Stoffwech-

sel-

nährungsstö-

rungen

Appetit-

losigkeit

Erkrankun-

gen des Ner-

vensystems

Kopf-

schmer-

zen,

Schlaflo-

sigkeit

psychi-

sche Ver-

änderun-

(z.B.

Albträu-

Agi-

tiertheit,

Verwirrt-

heit)

pressio-

nen,

Hal-

luzinatio-

Psycho-

Aphasien

Augener-

krankungen

Auch

bereits

Bereich

therapeuti-

scher

Dosie-

rungen kann es

einer

Ver-

änderung

Farbsehens

(Grün-/Gelb-

Bereich)

kommen.

Herzerkran-

kungen

Erkrankun-

gen des Gast-

rointestinal-

trakts

Übelkeit

(das

Auftre-

Übelkeit

sollte

frü-

hes Zei-

chen

einer

übermä-

ßig

Dosie-

rung

angese-

Durchfäl-

abdo-

minelle

Beschwer

schwer-

(z.B.

Bauch-

schmer-

zen)

Mesenteri-

alinfarkt

Seite: 9 von 14

wer-

den),

Erbre-

chen

Skelettmus-

kulatur-,

Bindege-

webs-

Knochener-

krankungen

Muskel-

schwäche

Erkrankun-

schlechtsor-

gane und der

Brustdrüse

Gynäko-

mastie

Allgemeine

Erkrankun-

gen und Be-

schwerden

am Verabrei-

chungsort

Müdigkeit

Schwäche,

Apathie,

wohlsein

*Grundsätzlich ist jede Form von Herzrhythmusstörungen unter der Therapie mit No-

vodigal/Novodigal mite möglich. Gewöhnlich werden als erstes Anzeichen vorzeitige Kammer-

kontraktionen beobachtet, denen oftmals eine Bigeminie oder sogar Trigeminie folgt.

Vorhoftachykardien, die normalerweise eine Indikation für ß-Acetyldigoxin darstellen,

können bei exzessiver Dosierung auftreten. Insbesondere Vorhoftachykardien mit

AV-Block verschiedenen Grades sind charakteristisch, wobei die Herzfrequenz nicht

notwendigerweise hoch sein muss.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit.

Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimit-

tels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwir-

kung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

a)

Symptome einer Überdosierung

Bei Überdosierung können, individuell verschieden, die allgemein von Digitalisglykosiden bekannten

kardialen, gastrointestinalen und zentralnervösen Nebenwirkungen auftreten. Eine typische

Reihenfolge des Auftretens der Symptome gibt es nicht. Extrakardiale und kardiale Symptome können

gleichzeitig oder nacheinander vorkommen, wobei die kardialen Zeichen einer Digitalisintoxikation

weitaus ernster zu bewerten sind.

Glykosidintoxikationen mit letalem Ausgang sind in der Regel Folge von kardiotoxischen Wirkungen

der Glykoside. Lebensgefährliche Intoxikationen wurden bei Gabe von ≥ 10 mg Digoxin beobachtet.

Seite:

Bei digitalisierten Patienten ist das Auftreten einer Herzrhythmusstörung stets als digitalisbedingt

aufzufassen, so lange nicht durch einen Auslassversuch oder eine Serumspiegelbestimmung das

Gegenteil erwiesen ist.

Bei Säuglingen und Kindern treten häufig Herzarrhythmien, einschließlich der Sinusbradykardie als

frühestes und häufigstes Anzeichen einer Überdosierung von ß-Acetyldigoxin auf.

Bei einer akuten Überdosierung kann eine Hyperkaliämie auftreten, wogegen eine Hypokaliämie

häufig mit chronischer Überdosierung assoziiert ist. Die toxischen Wirkungen können bis zu 12

Stunden nach einer akuten Überdosierung noch zunehmen.

b)

Therapiemaßnahmen bei Überdosierung

Bei Überdosierung muss die Behandlung mit Novodigal sofort abgebrochen werden. Die Reihenfolge

und Art der therapeutischen Maßnahmen richten sich nach dem Schweregrad der Intoxikation:

Bei nur leichter Digoxin-Intoxikation reichen Absetzen von Novodigal und sorgfältige Überwachung

des Patienten aus. Bedingungen, die zu einer Verminderung der Digitalistoleranz führen, sind zu

vermeiden bzw. zu korrigieren (z. B. Störungen im Elektrolyt- und/oder Säure-Basen-Haushalt).

Bedrohliche, digitalisinduzierte Herzrhythmusstörungen

Diese Patienten sollten unter EKG-Monitoring intensiv-medizinisch betreut werden. Kalium- und

Digoxin-Serumkonzentration sollten engmaschig kontrolliert werden.

In Abhängigkeit von der klinischen Situation können folgende Maßnahmen ergriffen werden bei:

Hypokaliämie

Anheben des Serumkaliumspiegels auf hochnormale Werte (Kontraindikation: retrograde AV-

Blockierungen bei nicht vorhandener Schrittmacher-Therapie)

komplexen ventrikulären Arrythmien

Verabreichung von Phenytoin 250 mg i.v. über 10 min, dann Therapie per os fortsetzen oder Lidocain

100 mg i.v. als Bolus, dann Infusion von 2 mg/min

bradykarden Herzrhythmusstörungen

Verabreichung von Parasympatholytika (z. B. Atropin, Ipratropiumbromid), ggf. ist eine passagere

transvenöse Schrittmachersonde angezeigt.

Ein eventuell vorhandenes Magnesiumdefizit ist auszugleichen.

Lebensbedrohliche Intoxikationen

Bei Einnahme extrem hoher Dosen erfolgen Maßnahmen der primären Giftelimination:

Magenspülung, wenn die Einnahme nicht lange zurückliegt, anschließend Aktivkohle, Cholestyramin

oder Colestipol.

Therapie der Wahl einer schweren ß-Acetyldigoxin-Intoxikation ist die Behandlung mit spezifischem

Digoxin-Antikörperfragment (Digitalis-Antidot), das freies Glykosid zu unwirksamen Antikörper-

Glykosid-Komplexen im Extrazellularraum bindet, die dann über die Nieren ausgeschieden wird.

Digoxin-Serumspiegelmessungen können nach Antidotgabe – je nach Bestimmungsmethode –

vorübergehend sehr hohe Werte anzeigen.

Im Rahmen schwerer Intoxikationen treten initial häufig bedrohliche Hyperkaliämien auf, zur

Therapie dieser Hyperkaliämien ist die intravenöse Infusion hochprozentiger Glukose und Insulin

indiziert.

Seite:

Forcierte Diurese, Peritoneal- und Hämodialyse haben sich als unwirksam zur Digoxin-Elimination

erwiesen.

Vor allem durch die selektive Hämoperfusion mit trägergebundenen Digoxin-Antikörpern, aber im

geringem Umfang auch durch die Hämoperfusion mit beschichteter Aktivkohle oder Plasmapherese

kann der Körperbestand von Digoxin vermindert werden.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Herzglykoside, Digitalisglykoside

ATC-Code: C01AA02

Das aus ß-Acetyldigoxin entstehende Digoxin ist ein mittellangwirksames Glykosid (Cardenolid). Der

kardiale Effekt der Digitalisglykoside ist gekennzeichnet durch:

eine positiv inotrope Wirkung (gesteigerte Kontraktionskraft und -geschwindigkeit bei

verzögerter Relaxationsgeschwindigkeit)

Die positive inotrope Wirkung am Herzen ist eng mit Veränderungen des Calciumflusses

verknüpft:

Digitalisglykoside erhöhen die intrazelluläre Bereitstellung von freiem Calcium in der

Herzmuskelzelle und verstärken dadurch die Kontraktilität.

eine negativ chronotrope Wirkung (Abnahme der Schlagfrequenz)

eine negativ dromotrope Wirkung (Verzögerung der Erregungsleitung)

eine positiv bathmotrope Wirkung (gesteigerte Erregbarkeit, besonders im Bereich der

Kammermuskulatur).

Die pharmakodynamischen Effekte von Digoxin sind bis zu 8 Tagen beobachtbar.

Die primäre Digoxin-Wirkung ist die spezifische Hemmung der Adenosintriphosphatase und damit

des aktiven Transports von Natrium/Kalium-Ionen (Na+/K+). Die veränderte Ionenverteilung an der

Membran bewirkt einen vermehrten Einstrom von Calcium-Ionen und damit eine Zunahme an

verfügbarem Calcium zum Zeitpunkt der elektromechanischen Kopplung. Die Wirksamkeit von

Digoxin kann daher verstärkt sein, wenn die extrazelluläre Kalium-Konzentration niedrig ist;

demgegenüber hat eine Hypercalcämie den umgekehrten Effekt.

Die Hemmung des Na+/K+-Austausches führt zu einer Reduktion der Impulsüberleitungsrate im

Vorhof und dem AV-Knoten und einer Sensibilisierung der Karotissinusnerven. Indirekt resultieren

Veränderungen der kardialen Kontraktilität auch aus der veränderten venösen Dehnbarkeit, die durch

den veränderten vegetativen Tonus und die direkte venöse Wirkung hervorgerufen wird.

Seite:

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Der Resorptionsort von β-Acetyldigoxin ist der obere Dünndarmabschnitt. Der Acetylrest bewirkt

durch Erhöhung der Lipophilie des Digoxinmoleküls eine verbesserte Resorption. Während der

Darmpassage wird β-Acetyldigoxin in der Mukosazelle vollständig desacetyliert, so dass im

systemischen Blutkreislauf ausschließlich Digoxin vorliegt.

Beim β-Acetyldigoxin übt die Acetylgruppe also eine Carrierfunktion aus und trägt auf diese Weise

entscheidend zur Resorptionsverbesserung des Digoxins bei. Die durchschnittliche absolute

Bioverfügbarkeit von β-Acetyldigoxin aus Novodigal beträgt 90%.

Der Wirkungseintritt erfolgt ca. 30 Minuten nach oraler Gabe. Die Plasmaeiweißbindung liegt bei ca.

20 bis 30%.

Das Verteilungsvolumen beträgt 510 Liter beim gesunden Probanden.

Die höchsten Konzentrationen von Digoxin finden sich in Herz, Leber und Niere. Digoxin unterliegt

einem enterohepatischen Kreislauf.

Es wird zu 5 – 10 % in der Leber zu Digoxinmono- und –bisdigitoxosiden metabolisiert. Im Darm

erfolgt, wahrscheinlich durch Darmbakterien, eine Hydrierung des Lactonringes zu Dihydrodigoxin.

Digoxin wird vorwiegend (80%) in unveränderter Form über die Nieren ausgeschieden. Störungen der

Nierenfunktion verzögern die Elimination von Digoxin.

Die tägliche Abklingquote beträgt 20 – 25%.

Direkt nach der Geburt ist die renale Clearance von Digoxin vermindert (siehe auch Abschnitt 4.2).

Dies ist besonders bei Frühgeborenen zu beachten.

Mit Ausnahme von Frühgeborenen und im Zeitraum unmittelbar nach der Geburt benötigen Kinder

allgemein höhere Dosen (bezogen auf das Körpergewicht und Körperoberfläche) als Erwachsene.

Die Eliminationshalbwertszeit des Digoxins beträgt ca. 40 Stunden (30 – 50 Stunden) und ist bei

Nierenfunktionsstörungen verlängert.

Bei anurischen Patienten liegt die Elinminationshalbwertszeit im Bereich von 100 Stunden.

Therapeutisch relevante Serumspiegel liegen zwischen 0,8 und 2,0 ng/ml, bei Spiegeln über 3,0 ng/ml

muss mit Intoxikationen gerechnet werden. Nebenwirkungen können jedoch bereits im

therapeutischen Bereich auftreten.

Eine Dialyse eliminiert Digoxin nur geringfügig, da nur ein geringer Anteil frei im Plasma vorliegt.

Plazentapassage

Zum Zeitpunkt der Geburt beträgt die Digoxin-Konzentration im Nabelschnurblut zwischen 50% und

83% der mütterlichen Werte. Untersuchungen für das 1. und 2. Trimenon liegen nicht vor, es gibt

jedoch Anhaltspunkte für den Anstieg der Plazentapassage von Digitalisglykosiden im Verlauf der

Schwangerschaft.

Übergang in die Muttermilch

Die Konzentrationen von Digoxin in der Milch entsprechen denen im mütterlichen Plasma.

Nachteilige Effekte für den Säugling wurden nicht beobachtet. Bei Gabe von 0,25 mg Digoxin pro

Tag an die Mutter lag die Plasmakonzentration beim Säugling unterhalb der Nachweisgrenze von 0,1

ng/ml.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität

Siehe Abschnitt 4.9 Überdosierung.

Chronische Toxizität

Seite:

Aufgrund erheblicher Speziesunterschiede im pharmakokinetischen Verhalten (Gewebeverteilung,

Metabolismus) ist eine Übertragbarkeit tierexperimenteller toxischer Daten auf den Menschen ohne

Bedeutung. Bei chronischer Gabe treten dieselben kardialen und extrakardialen Nebenwirkungen wie

beim Menschen auf (siehe Abschnitt 4.8).

Mutagenes und tumorerzeugendes Potenzial

Untersuchungen auf ein mutagenes und tumorerzeugendes Potenzial liegen nicht vor.

Reproduktionstoxizität

In Untersuchungen mit Metildigoxin an Ratten und Kaninchen zeigten sich keine Hinweise auf

teratogene Eigenschaften.

Es ist nicht bekannt, ob Digoxin die Fertilität beeinflusst.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Lactose-Monohydrat

Maisstärke

mikrokristalline Cellulose

Povidon

Magnesiumstearat (Ph.Eur.)[pflanzl.]

hochdisperses Siliciumdioxid

Bernsteinsäure

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

30 Monate

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 30ºC lagern.

Röhrchen fest verschlossen halten.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Polypropylenröhrchen mit Polyethylenstopfen in Faltschachtel

Packungen mit 50, 100 Tabletten

Klinikpackungen mit 6x50 Tabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

mibe GmbH Arzneimittel

Münchener Straße 15

06796 Brehna

Tel.: 034954/247-0

Seite:

Fax: 034954/247-100

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

Novodigal:

5902.00.00

Novodigal mite:

5902.01.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Novodigal:

23. November 1989/24. August 2011

Novodigal mite:

14. Februar 1985/24. August 2011

10.

STAND DER INFORMATION

10.2018

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig.

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