norfluxx Filmtablette

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Norfloxacin
Verfügbar ab:
Ruhrpharm AG
INN (Internationale Bezeichnung):
norfloxacin
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Norfloxacin 400.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
42235.00.00

E.-Nr. 2 142 235

Änderungsanzeige vom 24.11.2004

Anlage 2

zum Zulassungsbescheid Zul.-Nr. 42235.00.00

Wortlaut der für die Packungsbeilage vorgesehenen

Angaben

Liebe Patientin, lieber Patient!

Bitte lesen Sie folgende Gebrauchsinformation auf-

merksam, weil sie wichtige Informationen darüber

enthält, was Sie bei der Anwendung dieses Arznei-

mittels beachten sollen. Wenden Sie sich bei Fragen

bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

Gebrauchsinformation

Norfluxx

Filmtabletten

Wirkstoff: Norfloxacin

Zusammensetzung

Arzneilich wirksame Bestandteile:

1 Filmtablette enthält 400 mg Norfloxacin.

Sonstige Bestandteile:

Microkristalline Cellulose, Croscarmelose-Natrium,

Hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat

(Ph.Eur.), Hypromellose [Viskosität (2% in Wasser)

4-7 mPas], Macrogol 6000, Talkum, Poly[ethylacrylat-

co-methylmethacrylat-co-(2-trimethylammonioethyl)

methacrylatchlorid] (1:2:0.2) (Eudragit RL 30D),

Triacetin, Titandioxid E 171, Eisenoxidhydrat E 172.

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Änderungsanzeige vom 24.11.2004

Darreichungsform und Inhalt

Norfluxx ist in Originalpackungen zu 6 (N1), 10

(N1), 20 (N2) und 50(N3) Filmtabletten erhältlich.

Bakterien abtötendes (bakterizides) Antibiotikum/

Chemotherapeutikum mit breitem Wirkungsspektrum aus

der Gruppe der Fluorchinolone.

Hersteller:

Ruhrpharm AG,

Rentschler Pharma GmbH

Heidsieker Heide 114

Mittelstraße 18

33739 Bielefeld

88471 Laupheim

Tel: (05206)-91838-0

Fax: (05206)-91838-9

(ggf. Mitvertriebsnehmer:

Leo Spalda GmbH

Stuttgarter Straße 2

73240 Wendlingen)

Anwendungsgebiete

Norfluxx ist ein bakterizides

Antibiotikum/Chemotherapeutikum mit breitem

Wirkungsspektrum zur Therapie folgender Infektionen,

sofern diese durch bestimmte Bakterien (Norfloxacin-

empfindliche grampositive oder gramnegative aerobe

Bakterien) hervorgerufen werden:

akute oder chronische komplizierte wie auch

unkomplizierte Infektionen der oberen und unteren

Harnwege [dazu gehören: Harnblasenentzündungen

(Cystitis), Entzündungen des Nierenbeckens

(Pyelitis), Entzündungen der Harnblase und des

Nierenbeckens (Cystopyelitis), Entzündungen des

Nierenbeckens und der Nieren (Pyelonephritis)]

chronische bakterielle Entzündung der Prostata

(Prostatitis)

Harnwegsinfektionen im Zusammenhang mit chirur-

gischen und urologischen Eingriffen oder Nieren-

steinleiden (Nephrolithiasis)

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akute Gonorrhoe (Tripper) mit Penicillinase

produzierenden und nicht Penicillinase produ-

zierenden N. gonorrhoeae-Stämmen

bakterielle Infektionen des Darm-Traktes

(bakterielle Enteritiden).

Bei Patienten, die ein geschwächtes Immunsystem

haben und bei denen die Anzahl an weißen

Blutkörperchen (Leukozyten) stark abgesunken ist

(schwere Neutropenie), kann Norfluxx zur Vorbeugung

von Infektionen mit bestimmten Bakterien

(gramnegativen Bakterien) eingesetzt werden.

Norfloxacin unterdrückt die endogene aerobe

Darmflora (körpereigene Darmbakterien), die bei

Patienten mit Neutropenie eine Sepsis (schwere

Allgemeininfektion) verursachen kann.

Gegenanzeigen

Wann dürfen Sie Norfluxx nicht einnehmen?

Sie dürfen Norfluxx nicht einnehmen

bei Überempfindlichkeit gegen Norfloxacin, den

Wirkstoff von Norfluxx, gegen einen der sonstigen

Bestandteile von Norfluxx oder bei

Überempfindlichkeit gegen andere Arzneimittel aus

der gleichen Stoffklasse (Chinolon-Typ,

Gyrasehemmer)

in der Schwangerschaft und Stillzeit

wenn in der Vergangenheit im Zusammenhang mit der

Einnahme von Chinolon-Antibiotika

Sehnenentzündungen oder Sehnenrisse aufgetreten

sind

Kinder und Jugendliche im Wachstumsalter dürfen

Norfluxx nicht einnehmen

Worüber sollten Sie Ihren Arzt informieren, bevor

Sie Norfluxx einnehmen?

Im Folgenden wird beschrieben, wann Sie Norfluxx nur

unter bestimmten Bedingungen und nur mit besonderer

Vorsicht einnehmen dürfen. Befragen Sie hierzu Ihren

Arzt. Dies gilt auch, wenn diese Angaben bei Ihnen

früher einmal zutrafen.

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Anfallsleiden oder Leiden, die die Krampfbereit-

schaft erhöhen.

Hinweis:

--------

Wenn bei Ihnen ein Anfallsleiden (Epilepsie) oder

eine andere Vorschädigung des Zentralnerven-

systems (z. B. erniedrigte Krampfschwelle,

Krampfanfälle in der Vergangenheit, verringerte

Hirndurchblutung, Veränderungen in der

Gehirnstruktur oder Schlaganfall) vorliegt,

sollten Sie Norfluxx nur nach sorgfältiger

Nutzen-Risiko-Abwägung einnehmen. Sie sind in

diesem Fall wegen möglicher Nebenwirkungen auf

das zentrale Nervensystem gefährdet.

Stark eingeschränkte Nierenfunktion.

Ihr Arzt wird die Vor- und Nachteile des Ein-

satzes von Norfluxx im Einzelfall sorgfältig

abwägen (siehe auch Abschnitt "Dosierungsan-

leitung, Art und Dauer der Anwendung").

Was muss während der Schwangerschaft und Stillzeit

beachtet werden?

Schwangere dürfen Norfluxx nicht einnehmen, da keine

ausreichenden Erfahrungen über die Sicherheit der

Anwendung in der Schwangerschaft vorliegen; aufgrund

von Ergebnissen aus Tierversuchen sind Gelenk-

knorpelschädigungen beim noch nicht erwachsenen

Organismus nicht völlig ausgeschlossen.

Tierversuche haben keine Hinweise auf Missbildungen

(teratogene Wirkungen) ergeben. Norfloxacin, der

Wirkstoff von Norfluxx, tritt in Nabelschnurblut und

Fruchtwasser über.

Während der Stillzeit darf Norfloxacin nicht an-

gewendet werden, da nicht bekannt ist, ob

Norfloxacin in die Muttermilch ausgeschieden wird

und evtl. wie andere Chinolonantibiotika in die

Muttermilch übergehen kann.

Was ist bei Kindern, Jugendlichen und älteren

Menschen zu beachten?

Kinder und Jugendliche in der Wachstumsphase sollten

Norfluxx nicht einnehmen, da keine ausreichenden

Erfahrungen über die Sicherheit der Anwendung bei

diesen Altersgruppen vorliegen; aufgrund von

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Ergebnissen aus Tierversuchen sind

Gelenkknorpelschädigungen beim noch nicht

erwachsenen Organismus nicht völlig ausgeschlossen.

Bei älteren Menschen mit stark eingeschränkter

Nierenfunktion wird Ihr Arzt die Vor- und Nachteile

des Einsatzes von Norfluxx im Einzelfall sorgfältig

abwägen (siehe auch Abschnitt "Dosierungsanleitung,

Art und Dauer der Anwendung").

Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung und

Warnhinweise

Welche Vorsichtsmaßnahmen müssen beachtet werden?

Bei der Einnahme von Norfluxx oder anderen

Arzneimitteln aus der Gruppe der Chinolone kann

es zu einer erhöhten Lichtempfindlichkeit kommen.

Sie sollten daher während der Behandlung längere

und stärkere Sonnenbestrahlung vermeiden. Ebenso

sollten Sie in dieser Zeit auf die Benutzung von

Solarien verzichten.

Die Behandlung sollte beendet werden, wenn

Anzeichen einer Lichtempfindlichkeit (z. B. mit

Hautrötung, -schwellung, Blasenbildung)

auftreten.

Wie bei anderen Arzneimitteln aus der Gruppe der

Chinolone, wurden auch bei der Anwendung von

Norfloxacin in einigen seltenen Fällen Sehnenent-

zündungen und/oder Sehnenrisse beobachtet (ins-

besondere der Achillessehne). Besonders betroffen

waren ältere Patienten und Patienten unter

Corticoid ("Cortison")-Therapie. Beim ersten

Anzeichen von Schmerzen oder Entzündungen sollten

deshalb die betroffenen Gelenke ruhiggestellt

werden und der Arzt gerufen werden.

Myasthenia gravis

(Muskelschwäche; s. a. Abschnitt Nebenwirkungen)

Norfloxacin, der Wirkstoff von Norfluxx, kann

eine (unter Umständen bisher unbekannte)

Myasthenia gravis demaskieren, wodurch eine

lebensbedrohliche Schwäche der Atemmuskulatur

ausgelöst werden kann.

Beim Auftreten von Luftnot unter der Behandlung

mit Norfluxx ist sofort ein Arzt zu rufen und es

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sollten sofort entsprechende Vorsichts- und

Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.

G6PD (Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase)-Mangel

(angeborener Defekt der roten Blutkörperchen)

Bei Patienten mit latentem oder manifestem G6PD-

Mangel können wie bei anderen Chinolonen hämoly-

tische Reaktionen (Auflösung von roten Blutkör-

perchen) auftreten.

Was müssen Sie im Straßenverkehr sowie bei der

Arbeit mit Maschinen und bei Arbeiten ohne sicheren

Halt beachten?

Norfluxx kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch

das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die

Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr

oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird.

Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit

Alkohol.

Wechselwirkungen mit anderen Mitteln

Die Wirkungen mancher Arzneimittel können durch

gleichzeitige Anwendung anderer Mittel beeinflusst

werden. Informieren Sie daher Ihren Arzt, wenn Sie

andere Mittel ständig anwenden, bis vor kurzen ange-

wendet haben oder gleichzeitig mit Norfluxx anwenden

wollen. Ihr Arzt kann Ihnen sagen, ob unter diesen

Umständen mit Unverträglichkeiten zu rechnen ist,

oder ob besondere Maßnahmen - wie z. B. eine neue

Dosisfestsetzung - erforderlich sind, wenn Sie

Norfluxx anwenden.

Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor

kurzem angewandte Arzneimittel gelten können.

Welche anderen Arzneimittel beeinflussen die Wirkung

von Norfluxx?

Im Laborexperiment verliert Norfloxacin, wenn es mit

Nitrofurantoin (Mittel gegen Harnwegsinfekte) in

derselben Lösung enthalten ist, seine antibakteriel-

le Wirksamkeit (in-vitro Antagonismus). Die gleich-

zeitige Gabe von Nitrofurantoin und Norfluxx sollte

deshalb vermieden werden.

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Änderungsanzeige vom 24.11.2004

Probenecid (Mittel zur Konzentrationserhöhung z. B.

von Penicillin im Blut) vermindert die Ausscheidung

von Norfloxacin im Urin, beeinflusst aber nicht

dessen Serumkonzentration.

Untersuchungen an Tieren zufolge kann die gleichzei-

tige Gabe von Wirkstoffen aus der Gruppe der

Chinolone mit Fenbufen (Rheumamittel) zu

Krampfanfällen führen. Die gleichzeitige Gabe von

Norfluxx mit Fenbufen sollte deshalb vermieden

werden.

Calciumpräparate, Multivitamin-Präparate, die

Calcium enthalten und Arzneimittel, die Eisen oder

Zink enthalten sowie magensäurebindende Arzneistoffe

(Antazida) oder Sucralfat sollen nicht gleichzeitig

mit Norfluxx eingenommen werden, denn bei

gleichzeitiger Einnahme kann es zu einer stark

verringerten Aufnahme von Norfloxacin in das Blut

kommen mit der Folge deutlich erniedrigter

Konzentrationen von Norfloxacin im Serum und Harn.

Norfloxacin sollte deshalb entweder 2 Stunden vorher

oder mindestens 4 Stunden nach der Aufnahme solcher

Präparate und Arzneistoffe eingenommen werden.

Wie beeinflusst Norfluxx die Wirkung von anderen

Arzneimitteln?

Bei gleichzeitiger Gabe von Antibiotika und

hormonalen Kontrazeptiva ("Anti-Baby-Pille") kann in

seltenen Fällen die Sicherheit der empfängnis-

verhütenden Wirkung in Frage gestellt sein. Es

empfiehlt sich deshalb, zusätzlich nichthormonale

empfängnisverhütende Maßnahmen anzuwenden. Sprechen

Sie im Zweifelsfall mit Ihrem Frauenarzt.

Bei gleichzeitiger Gabe von Norfluxx und Theophyllin

(Asthmamittel) kann die Theophyllinkonzentration im

Plasma ansteigen, wodurch Theophyllin-bedingte

Nebenwirkungen auftreten können.

Die gleichzeitige Gabe von Norfluxx mit Ciclosporin

(Mittel zur Unterdrückung der Immunabwehr) kann zu

einer erhöhten Ciclosporin-konzentration im Serum

führen, wodurch die Gefahr Ciclosporin-bedingter

Nebenwirkungen - insbesondere die Gefahr einer

Nephrotoxizität (Nierenschädigung) durch Ciclosporin

- steigt.

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Änderungsanzeige vom 24.11.2004

Norfloxacin kann die Wirkung von bestimmten Arznei-

mitteln zur Hemmung der Blutgerinnung (Warfarin oder

seiner Derivate) verstärken. Werden diese Arznei-

mittel gleichzeitig gegeben, sollte die Blutgerinnung

(Bestimmung der Prothrombinzeit oder anderer

geeigneter Gerinnungs-Parameter) eingehend überwacht

werden.

Welche Genussmittel, Speisen und Getränke sollten

Sie meiden?

Unter Norfloxacin-Behandlung kommt es zu einer

Hemmung des Abbaus von Coffein. Dies kann dazu

führen, daß Coffein langsamer ausgeschieden wird

und längere Zeit im Blut vorhanden ist. Dies

sollten Sie beim Genuss von Kaffee und bei der

Einnahme von coffeinhaltigen Medikamenten (z. B.

einige Schmerzmittel) beachten.

Norfluxx sollte nicht zusammen mit Milch oder

flüssigen Milchprodukten wie Joghurt eingenommen

werden, da sie die Aufnahme von Norfloxacin in

das Blut verringern und daher möglicherweise

keine ausreichenden Wirkstoffkonzentrationen am

Ort der Infektion erreicht werden. Norfluxx

sollte deshalb entweder 2 Stunden vorher oder

mindestens 4 Stunden nach der Aufnahme solcher

Produkte eingenommen werden.

Dosierungsanleitung, Art und Dauer der Anwendung

Die folgenden Angaben gelten, soweit Ihnen Ihr Arzt

Norfluxx nicht anders verordnet hat. Bitte halten

Sie sich an die Einnahmevorschriften, da Norfluxx

sonst nicht richtig wirken kann!

Wie viel von Norfluxx und wie oft sollten Sie

Norfluxx einnehmen?

Diagnose

Dosierung

Unkomplizierte Infektionen der unteren Harnwege

(z. B. Harnblasenentzündung)

2mal 1 Filmtablette pro Tag

Harnwegsinfektionen

2mal 1 Filmtablette pro Tag

Chronische Harnwegsinfektionen

(rezidivierende Harnwegsinfektionen)

2mal 1 Filmtablette pro

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Prophylaxe von Infektionen bei immun-

supprimierten Patienten mit verminderter Anzahl

an weißen Blutzellen (Neutropenie)

2 bis 3mal pro Tag 1

Filmtablette

Bakterielle Entzündung der Vorsteherdrüse

(Prostatitis)

2mal 1 Filmtablette pro Tag

Bakterielle Darmentzündungen (Enteritiden)

2mal 1 Filmtablette pro Tag

Akute Gonorrhoe (Tripper)

2 Filmtabletten zusammen

als Einmalgabe

Bei stark eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance

30 ml/min) wird als Dosis 1 Filmtablette Norfluxx pro Tag

empfohlen.

Wie und wann sollte Norfluxx angewendet werden?

Norfluxx kann auf nüchternen Magen mit ausreichend

Flüssigkeit (z. B. 1 Glas Wasser) oder auch mit den

Mahlzeiten eingenommen werden.

Die Filmtabletten sollen vorzugsweise morgens und abends

eingenommen werden. Bei täglich nur einer Einnahme sollte

dies stets zur gleichen Tageszeit erfolgen.

Wie lange sollten Sie Norfluxx einnehmen?

Diagnose

Dauer der Einnahme

Unkomplizierte Infektionen der unteren Harnwege

(z. B. Harnblasenentzündung)

3 Tage

Harnwegsinfektionen

7 - 10 Tage

Chronische Harnwegsinfektionen

(rezidivierende Harnwegsinfektionen)

bis zu 12 Wochen

Wenn ein Behandlungserfolg in den ersten vier Wochen erzielt wird, kann

die Dosis von norfluxx nach ärztlicher Rücksprache auf eine Filmtablette pro

Tag reduziert werden.

Bestimmte Symptome einer Harnwegsinfektion, wie zum Beispiel Brennen beim

Wasserlassen oder Fieber und Schmerzen, bessern sich bereits nach 1 bis 2

Tagen unter der Behandlung mit norfluxx. Trotzdem sollte die volle

empfohlene Behandlungsdauer eingehalten werden.

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Änderungsanzeige vom 24.11.2004

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Prophylaxe von Infektionen bei immun-

supprimierten Patienten mit verminderter Anzahl

an weißen Blutzellen (Neutropenie)

Es liegen zur Zeit keine

Erkenntnisse über eine

Therapiedauer von mehr

als 8 Wochen vor.

Bakterielle Entzündung der Vorsteherdrüse

(Prostatitis)

4 Wochen

Bakterielle Darmentzündungen (Enteritiden)

5 Tage

Akute Gonorrhoe (Tripper)

1 Tag (Einmalgabe)

Halten Sie bitte die oben angegebenen Zeiten auch dann ein,

wenn Sie sich bereits besser fühlen!

Überdosierung und andere Anwendungsfehler

Was ist zu tun, wenn Norfluxx in zu großen Mengen einge-

nommen wurde (beabsichtigte oder versehentliche Über-

dosierung)?

Erfahrungen mit Überdosierungen von Norfloxacin liegen bisher

nicht vor. Wenn Sie mehr Filmtabletten auf einmal eingenommen

haben als Ihr Arzt Ihnen verschrieben hat (akute

Überdosierung), benach-richtigen Sie bitte sofort Ihren Arzt.

Im Falle einer Überdosierung, die erst kurze Zeit zurück-

liegt, sollte eine Calcium-haltige Lösung getrunken werden,

um Norfloxacin in eine Calciumverbindung zu überführen, die

nur in sehr geringem Umfang aus dem Magen-Darm-Trakt

aufgenommen wird. Ihr Arzt wird Sie sorgfältig beobachten und

gegebenenfalls eine symptomatische, unterstützende Behandlung

einleiten. Für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sollte

gesorgt werden.

Was müssen Sie beachten, wenn sie vergessen haben, Norfluxx

einzunehmen?

Wenn Sie einmal vergessen haben, eine Filmtablette

einzunehmen, nehmen Sie keine Extradosis. Setzen Sie bitte

die Behandlung mit Norfluxx normal fort.

Was müssen Sie beachten, wenn Sie die Behandlung

unterbrechen oder vorzeitig beenden?

Eine bakterielle Infektion kann mit Norfluxx nur geheilt

werden, wenn Sie das Arzneimittel über den vorgeschriebenen

Zeitraum regelmäßig einnehmen, da nur dann ausreichende

Wirkstoff-Konzentrationen aufrecht erhalten werden. Wenn Sie

die Therapie mit Norfluxx wegen Nebenwirkungen unterbrechen

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bzw. vorzeitig abbrechen, informieren Sie bitte Ihren Arzt

umgehend.

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann Norfluxx Nebenwirkungen haben.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende

Häufigkeitsangaben zugrundegelegt:

Sehr häufig:

mehr als 1 von 10 Behandelten

Häufig:

weniger als 1 von 10, aber

mehr als 1 von 100

Behandelten

Gelegentlich:

weniger als 1 von 100, aber

mehr als 1 von 1000

Behandelten

Selten:

weniger als 1 von 1000, aber

mehr als 1 von 10.000

Behandelten

Sehr selten:

weniger als 1 von 10.000

Behandelten, einschließlich

Einzelfälle

Welche Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Norfluxx

auftreten?

Arzneimittel können neben den erwünschten Hauptwirkungen auch

unerwünschte Wirkungen, sogenannte Nebenwirkungen, haben.

Nebenwirkungen, die im zeitlichen Zusammenhang mit der

Anwendung von Norfluxx auftreten können, jedoch nicht bei

jedem Patienten auftreten müssen, werden im Folgenden

genannt:

Häufig:

Haut:

Hautausschlag

Magen-Darm-Trakt:

Bauchschmerzen und -krämpfe, Übelkeit.

Nervensystem/Psyche:

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Kopfschmerzen, Schwindel und Benommenheit.

Gelegentlich:

Verdauungstrakt:

Leichte Magenschmerzen, Sodbrennen, Erbrechen, Durchfall,

Appetitlosigkeit,Pankreatitis (Bauch-

speicheldrüsenentzündung), Hepatitis (Leberentzündung) und

selten pseudomembranöse Colitis (eine ernstzunehmende

Darmerkrankung; s. u.).

Treten während oder in den ersten Wochen nach Behandlung

schwere, anhaltende Durchfälle auf, so ist an eine

pseudomembranöse Colitis zu denken. Diese durch eine

Antibiotika-Behandlung ausgelöste Darmerkrankung kann

lebensbedrohlich sein und erfordert eine sofortige und

angemessene Behandlung (siehe Abschnitt Gegenmaßnahmen bei

Nebenwirkungen).

Nervensystem/Psyche:

Müdigkeit, psychische Störungen, einschließlich psychotischer

Reaktionen, Veränderungen der Stimmungslage, Parästhesien

(Kribbeln und Taubheitsgefühl), Schlaflosigkeit,

Schlafstörungen, Depression, Angstgefühl, Nervosität,

Reizbarkeit. Euphorie (gehobene Stimmung),

Orientierungsstörungen, Halluzinationen (Sinnestäuschungen),

Verwirrtheit, Polyneuropathie (bestimmte Nervenleiden)

einschließlich Guillain-Barré-Syndrom (Nervenentzündung,

beginnend mit schlaffer Lähmung in den Beinen). Krampfanfälle

(siehe Abschnitte Gegenanzeigen und Gegenmaßnahmen bei

Nebenwirkungen).

Herz-Kreislaufsystem:

Herzklopfen

Haut:

Schwere Hautreaktionen wie exfoliative Dermatitis

(entzündliche Rötung der Haut mit großblättriger Schuppung),

Stevens-Johnson-Syndrom (allergische Reaktion mit hohem

Fieber, Rötung und Blasenbildung der Haut), Lyell Syndrom

(ausgedehnte blasige Ablösung der Haut) und Erythema

exsudativum multiforme (runde, zuweilen blasige, kokarden-

artige Hautherde). Lichtempfindlichkeit (z. B. mit

Hautrötung, -schwellung, Blasenbildung), Juckreiz.

Überempfindlichkeit:

Überempfindlichkeitsreaktionen wie Anaphylaxie (akute

allergische Reaktion), Schwellung von Haut und Schleimhaut

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E.-Nr. 2 142 235

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(Angioödem), Nesselsucht (Urtikaria), Entzündung der Niere

(intersitielle Nephritis), Muskel- und Gelenkschmerzen,

Gelenkentzündung, flohstichartige Blutungen (Petechien),

Blasenbildung mit Einblutung (hämorrhagische Bullae) und

kleine Knötchen (Papeln) mit Krustenbildung als Ausdruck

einer Gefäßbeteiligung (Vaskulitis).

Sinnesorgane:

Sehstörungen, vermehrter Tränenfluss, Ohrensausen.

Bewegungsapparat, Skelett und Muskulatur:

Gelenkentzündung (Arthritis), Muskelschmerz (Myalgie),

Gelenkschmerzen (Arthralgie), Sehnen-, Sehnenscheiden-

entzündung.

Selten wurden unter Behandlung mit Wirkstoffen aus der Gruppe

der Fluorchinolone, darunter auch Norfloxacin, Entzündungen

der Achillessehne beobachtet. Diese können zum

Achillessehnenriss führen (siehe auch unter

"Vorsichtsmaßnahmen").

Mögliche Verschlimmerung einer Myasthenia gravis (durch

Störung der Übertragung von Nervenreizen bedingte gesteigerte

Ermüdbarkeit u. a. der Sprach- Kau- und Schluckmuskulatur,

der Atemmuskulatur und der Augenlider).

Blut:

Hämolytische Anämie (Blutarmut durch Auflösung der roten

Blutkörperchen).

Harnwege/Geschlechtsorgane:

Infektion durch Hefepilze in der Scheide (vaginale

Candidiasis).

Veränderungen von Labor- und Blutwerten:

Häufig:

Veränderung der Anzahl bestimmter Blutzellen (Leukopenie,

Neutropenie, Eosinophilie), Veränderungen bestimmter

Leberwerte (Erhöhung von SGOT, SGPT, der alkalischen

Phosphatase).

Gelegentlich:

Erniedrigte Anzahl an Blutplättchen (Thrombozytopenie),

erhöhtes Bilirubin (Gallenfarbstoff) im Blut und

Veränderungen der Nierenfunktion (Erhöhung von Serum-

Harnstoff, Serum-Kreatinin).

Wenn Sie Nebenwirkungen bei sich beobachten, die nicht in

dieser Packungsbeilage aufgeführt sind, teilen Sie diese

bitte Ihrem Arzt oder Apotheker mit.

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Änderungsanzeige vom 24.11.2004

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Welche Gegenmaßnahmen sind bei Nebenwirkungen zu ergreifen?

Folgende seltene Nebenwirkungen (nähere Erläuterungen zu

diesen Nebenwirkungen siehe oben) können unter Umständen akut

lebensbedrohlich sein. Darum ist sofort ein Arzt zu

informieren, falls ein derartiges Ereignis plötzlich auftritt

oder sich unerwartet stark entwickelt.

Pseudomembranöse Colitis:

Hier muss der Arzt eine Beendigung der Behandlung mit

Norfluxx in Abhängigkeit von der Indikation erwägen und ggf.

sofort eine angemessene Behandlung einleiten (z. B. Einnahme

von speziellen Antibiotika/Chemotherapeutika, deren

Wirksamkeit klinisch erwiesen ist). Arzneimittel, die die

Darmbewegung (Peristaltik) hemmen, dürfen nicht eingenommen

werden.

Schwere akute Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B.

Anaphylaxie):

Hier muss die Behandlung mit Norfluxx sofort abgebrochen

werden und die üblichen entsprechenden Notfallmaßnahmen

(z. B. Gabe von Antihistaminika, Kortikosteroiden, Sympatho-

mimetika und ggf. Beatmung) müssen eingeleitet werden.

Auftreten von (epilepsieähnlichen) Krampfanfällen:

Die üblichen, entsprechenden Notfallmaßnahmen sind angezeigt

(z. B. Atemwege freihalten, Gabe von Antikonvulsiva

(krampflösende Mittel) wie Diazepam oder Barbiturate).

Auftreten von Schmerzen/Entzündungszeichen der

Achillessehne:

In diesem Fall sollten Sie Belastungen des betreffenden

Fußgelenks vermeiden, das Gelenk ruhigstellen und Ihren Arzt

befragen, da hier die Gefahr eines Risses der Achillessehne

besteht. Ihr Arzt muss dann über die weitere Behandlung

entscheiden.

Was ist generell beim Auftreten von Nebenwirkungen zu tun?

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie eine der oben

aufgeführten Nebenwirkungen oder andere unerwünschte

Wirkungen unter der Behandlung mit Norfluxx bemerken.

Hinweise und Angaben zur Haltbarkeit des

Arzneimittels

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Das Verfallsdatum des Arzneimittels ist Faltschachtel und

Durchdrückpackung aufgedruckt. Verwenden Sie dieses

Arzneimittel nicht mehr nach diesem Datum!

Stand der Information:

November 2004

Achten Sie stets darauf, daß Sie das Arzneimittel

für Kinder unzugänglich aufbewahren!

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E.-Nr. 2 142 235

Änderungsanzeige 24.11.2004

Anlage 3

zum Zulassungsbescheid Zul.-Nr. 42235.00.00

Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen

Angaben

F a c h i n f o r m a t i o n

(Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels)

Bezeichnung des Arzneimittels

Norfluxx

Wirkstoff: Norfloxacin

FG 2.

Zusammensetzung (arzneilich wirksame Bestandteile nach

Art und Menge)

Eine Filmtablette enthält 400 mg Norfloxacin.

Darreichungsform

Filmtablette

Klinische Angaben

FM 4.1

Anwendungsgebiete

Norfluxx ist ein bakterizides Antibiotikum/Chemo-

therapeutikum mit breitem Wirkungsspektrum zur

Therapie folgender Infektionen, sofern diese durch

Norfloxacin-empfindliche grampositive oder

gramnegative aerobe Bakterien hervorgerufen werden und

einer oralen Therapie zugänglich sind:

akute oder chronische komplizierte wie auch

unkomplizierte Infektionen der oberen und unteren

Harnwege (dazu gehören: Cystitis, Pyelitis,

Cystopyelitis, Pyelonephritis)

chronische bakterielle Prostatitis

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E.-Nr. 2 142 235

Änderungsanzeige 24.11.2004

Harnwegsinfektionen im Zusammenhang mit chirur-

gischen und urologischen Eingriffen oder

Nephrolithiasis

akute Gonorrhoe (mit Penicillinase produzierenden

und nicht Penicillinase produzierenden Neisseria

genorrhoeae-Stämmen)

bakterielle Enteritiden.

Bei immunsupprimierten Patienten mit schwerer Neutro-

penie kann Norfluxx zur Prophylaxe von Infektionen mit

gramnegativen Bakterien eingesetzt werden. Norfloxacin

unterdrückt die endogene aerobe Darmflora, die bei

Patienten mit Neutropenie eine Sepsis verursachen

kann.

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Die Dosierung richtet sich nach der Empfindlichkeit

der Erreger und der Schwere der Erkrankungen. Die

Empfindlichkeit des krankheitsauslösenden Keims gegen

Norfloxacin sollte überprüft werden. Trotzdem kann die

Therapie mit Norfloxacin schon begonnen werden, bevor

die Ergebnisse des Empfindlichkeitstests vorliegen.

Vor Beginn einer solchen kalkulierten Therapie sollte

jedoch Material zur Erregerdiagnostik gewonnen werden,

um die Therapie bei Nichtansprechen gegebenenfalls

modifizieren zu können.

Dosierung

Diagnose

Dosierung

Therapiedauer

Unkomplizierte akute Cystitis

2 mal 400 mg pro

3 Tage

Harnwegsinfektionen

2 mal 400 mg pro

7 - 10 Tage

Chronisch rezidivierende

Harnwegsinfektionen

2 mal 400 mg pro

bis zu 12

Wochen

Prophylaxe von gramnegativen

Infektionen bei immunsupprimierten

Patienten mit schwerer Neutropenie

2 bis 3 mal

400 mg pro Tag

Dauer der

Neutropenie

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22122

E.-Nr. 2 142 235

Änderungsanzeige 24.11.2004

Bakterielle Prostatitis

2mal 400 mg pro

4 Wochen

Bakterielle Enteritiden

2mal 400 mg pro

5 Tage

Akute Gonorrhoe

1mal 2 Film-

tabletten

(800 mg) pro Tag

1 Tag

(Einmalgabe)

Bestimmte Symptome einer Harnwegsinfektion wie zum

Beispiel Brennen bei der Miktion oder Fieber und

Schmerzen bessern sich bereits nach 1 bis 2 Tagen.

Trotzdem sollte die volle empfohlene Therapiedauer

eingehalten werden.

Wenn ein adäquater Therapieerfolg in den ersten

vier Wochen erzielt wird, kann die Dosis auf eine

Tablette Norfluxx pro Tag reduziert werden.

Es liegen zur Zeit keine Erkenntnisse über eine

Therapiedauer von mehr als 8 Wochen vor.

Dosierung bei Patienten mit eingeschränkter Nieren-

funktion

Norfloxacin ist zur Behandlung von Patienten mit

eingeschränkter Nierenfunktion geeignet. Bei Patienten

mit einer Kreatinin-Clearance

30 ml/min x 1,73 m

beträgt die empfohlene Dosis einmal täglich eine

Tablette Norfluxx.

Dosierung bei älteren Patienten

In pharmakokinetischen Studien ergaben sich keine Hin-

weise auf eine veränderte Pharmakokinetik von Norflox-

acin bei älteren Patienten. Es wurde lediglich eine

geringfügige Verlängerung der Plasmahalbwertszeit

beobachtet. Sofern keine Einschränkung der Nieren-

funktion vorliegt, ist eine Anpassung der Dosierung

bei älteren Patienten daher nicht erforderlich.

Art der Einnahme

Norfluxx kann auf nüchternen Magen mit Flüssigkeit

oder auch zu den Mahlzeiten eingenommen werden.

100.1-c1

32132

E.-Nr. 2 142 235

Änderungsanzeige 24.11.2004

Die Filmtabletten werden vorzugsweise morgens und

abends eingenommen. Bei täglich nur einer Einnahme

sollte diese stets zur gleichen Tageszeit erfolgen.

FN 4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen Norfloxacin oder einen der

sonstigen Bestandteile von Norfluxx oder gegen

verwandte Wirkstoffe aus der Gruppe der

Chinolonderivate.

Norfloxacin ist kontraindiziert bei Patienten mit

anamnestisch bekannter Tendinitis oder Sehnenruptur im

Zusammenhang mit einer Chinolontherapie.

Anwendung bei Patienten mit Epilepsie und anderen

Störungen des zentralen Nervensystems

Bei Epileptikern und Patienten mit bestehenden Erkran-

kungen des ZNS (z.B. eine geringe Krampfschwelle,

bekannte Krampfleiden, verminderte cerebrale Durch-

blutung, Veränderungen in der Hirnstruktur oder

Schlaganfall) sollte Norfloxacin nur bei ausge-

glichenem Nutzen-Risiko-Verhältnis angewandt werden,

da bei diesen Patienten Nebenwirkungen auf das ZNS

nicht ausgeschlossen werden können.

Anwendung bei eingeschränkter Nierenfunktion

Bei stark eingeschränkter Nierenfunktion sind Vor- und

Nachteile des Einsatzes von Norfluxx im Einzelfall

sorgfältig abzuwägen (siehe Abschnitt 4.2 Dosierung,

Art und Dauer der Anwendung). Die Konzentration von

Norfloxacin im Urin kann sich bei stark

eingeschränkter Nierenfunktion verringern, da

Norfloxacin vorwiegend renal ausgeschieden wird.

Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit

und bei Kindern und Jugendlichen im Wachstumsalter

Norfloxacin darf Kindern oder Jugendlichen im

Wachstumsalter oder während der Schwangerschaft und

Stillzeit nicht verordnet werden, da die Wirksamkeit

und Unbedenklichkeit für diese Gruppe von Patienten

bis jetzt noch nicht ausreichend nachgewiesen ist.

Basierend auf Ergebnissen aus Tierversuchen kann eine

Schädigung der Gelenkknorpel im wachsenden Körper

100.1-c1

42142

E.-Nr. 2 142 235

Änderungsanzeige 24.11.2004

nicht vollständig ausgeschlossen werden (siehe auch

Abschnitt 4.6 Schwangerschaft und Stillzeit).

FQ 4.4

Warnhinweise; Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Lichtempfindlichkeit

Bei der Einnahme von Norfloxacin oder anderer

Arzneistoffe aus der Gruppe der Chinolone kann es zu

einer erhöhten Lichtempfindlichkeit kommen. Während

der Behandlung ist längere und stärkere Sonnen-

bestrahlung zu vermeiden. Ebenso sollte in dieser Zeit

auf die Benutzung von Solarien verzichtet werden. Die

Therapie sollte beendet werden, wenn Anzeichen einer

Photosensibilisierung auftreten.

Sehnenentzündung und/oder Sehnenruptur

Wie bei anderen Arzneistoffen aus der Gruppe der

Chinolone wurden auch nach der Anwendung von

Norfloxacin in einigen seltenen Fällen

Sehnenentzündungen und/oder Sehnenrisse beobachtet

(insbesondere der Achillessehne). Besonders betroffen

waren ältere Patienten und Patienten unter Corticoid-

Therapie. Beim ersten Anzeichen von Schmerzen oder

Entzündungen sollte der Patient die betroffenen

Gelenke ruhigstellen und einen Arzt konsultieren. Kann

eine Tendinitis oder Sehnenruptur nicht ausgeschlossen

werden, ist die Behandlung mit Norfloxacin

abzubrechen.

Myasthenia gravis

Norfloxacin kann eine (unter Umständen bisher un-

bekannte) Myasthenia gravis demaskieren, wodurch eine

lebensbedrohliche Insuffizienz der respiratorischen

Muskulatur ausgelöst werden kann.

Beim Auftreten von Luftnot unter der Therapie mit

Norfloxacin sollten sofort entsprechende Vorsichts-

und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.

G6PD (Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase)-Mangel

Bei Patienten mit latentem oder manifestem G6PD-Mangel

können wie bei anderen Chinolonen hämolytische Reak-

tionen auftreten.

100.1-c1

52152

E.-Nr. 2 142 235

Änderungsanzeige 24.11.2004

FP 4.5

Wechselwirkungen mit anderen Mitteln

Norfloxacin hemmt das Enzym CYP 1 A2, wodurch es zu

Wechselwirkungen mit anderen Pharmaka, die durch

dieses Enzym metabolisiert werden, kommen kann.

Nitrofurantoin

Zwischen Norfloxacin und Nitrofurantoin konnte ein

in-vitro-Antagonismus gezeigt werden. Die gleich-

zeitige Gabe von Norfloxacin und Nitrofurantoin ist

deshalb zu vermeiden.

Probenecid

Probenecid vermindert die Ausscheidung von Norfloxacin

im Urin, beeinflusst aber nicht dessen maximale Serum-

konzentration.

Theophyllin

Bei gleichzeitiger Gabe von Theophyllin und Chinolonen

wurde über erhöhte Theophyllin-Spiegel im Plasma

berichtet. Vereinzelt wurden durch Theophyllin verur-

sachte Nebenwirkungen auch bei gleichzeitiger Gabe von

Norfloxacin und Theophyllin mitgeteilt. Deshalb sollte

die Theophyllinkonzentration im Plasma kontrolliert

und gegebenenfalls die Dosierung von Theophyllin

angepasst werden.

Coffein

Unter Chinolonen - einschließlich Norfloxacin - kommt

es zu einer Hemmung des Coffeinabbaus. Dies kann zu

einer verringerten Ausscheidung und zu einer

verlängerten Plasma-Halbwertszeit von Coffein führen.

Dies ist beim Konsum von Kaffee sowie bei der Einnahme

von coffeinhaltigen Medikamenten (z. B. bestimmte

Analgetika) zu beachten.

Ciclosporin

Berichtet wurde über einen Ciclosporin-Anstieg im

Serum bei gleichzeitiger Gabe von Norfloxacin. Die

Ciclosporin-Konzentration im Serum sollte deshalb

überwacht werden und es sollte ggf. eine entsprechende

Dosisanpassung durchgeführt werden.

Warfarin

Chinolone - einschließlich Norfloxacin - können die

Wirkung des oralen Antikoagulans Warfarin oder seiner

Derivate (z. B. Phenprocoumon, Acenocoumarol) verstär-

ken. Werden diese Arzneimittel gleichzeitig gegeben,

100.1-c1

62162

E.-Nr. 2 142 235

Änderungsanzeige 24.11.2004

sollten die Prothrombinzeit oder andere geeignete

Gerinnungsparameter eingehend überwacht werden.

Hormonale Kontrazeptiva ("Pille")

In seltenen Fällen kann unter der Therapie mit Anti-

biotika die Sicherheit der empfängnisverhütenden

Wirkungen von oralen hormonalen Kontrazeptiva

("Pille") in Frage gestellt sein. Es empfiehlt sich

deshalb, zusätzlich nichthormonale empfängnis-

verhütende Maßnahmen anzuwenden.

Fenbufen

Untersuchungen an Tieren zufolge kann die gleich-

zeitige Gabe von Chinolonen mit Fenbufen zu Krampf-

anfällen führen. Die gleichzeitige Gabe von Chinolonen

mit Fenbufen sollte deshalb vermieden werden.

Verschiedene Präparate (Eisen-Präparate, Antazida und

Produkte die Magnesium, Aluminium, Calcium oder Zink

enthalten)

Calciumpräparate, Multivitaminpräparate, die Calcium

enthalten oder andere Präparate, die Eisen oder Zink

enthalten sowie Antazida oder Sucralfat sollen nicht

gleichzeitig mit Norfluxx eingenommen werden, weil es

sonst zu einer verringerten Resorption von Norfloxacin

mit der Folge erniedrigter Konzentration in Serum und

Harn kommen kann. Dies gilt auch für orale Nähr-

lösungen und größere Mengen von Molkereiprodukten

(Milch oder flüssige Milchprodukte wie Joghurt).

Norfluxx sollte entweder 2 Stunden vorher oder

mindestens 4 Stunden nach der Aufnahme solcher

Produkte eingenommen werden.

Anwendung während Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Norfluxx darf Schwangeren nicht verordnet werden, da

keine ausreichenden Erfahrungen über die Sicherheit

der Anwendung von Norfloxacin bei dieser

Personengruppe vorliegen.

Tierversuche haben keinen Hinweis auf teratogene

Wirkungen ergeben. Norfloxacin - wie auch andere

Chinolonantibiotika - hat in Tierversuchen

Gelenkknorpelschädigungen beim noch nicht erwachsenen

Organismus verursacht. Norfloxacin tritt in das

Nabelschnurblut und das Fruchtwasser über.

100.1-c1

72172

E.-Nr. 2 142 235

Änderungsanzeige 24.11.2004

Stillzeit

Während der Stillzeit darf Norfluxx nicht verordnet

werden, da nicht bekannt ist, ob Norfloxacin - wie

andere Chinolonantibiotika - in die Muttermilch

übergehen kann.

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das

Bedienen von Maschinen

Norfluxx kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das

Reaktionsvermögen so weit verändern, daß die Fähigkeit

zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum

Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt

in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn, Dosis-

erhöhung und evtl. bei Präparatewechsel sowie im

Zusammenwirken mit Alkohol.

FO 4.8

Nebenwirkungen

Häufig (

1% - < 10%)

Haut

Exanthem

Verdauungstrakt

Bauchschmerzen und -krämpfe, Übelkeit.

Nervensystem/Psyche

Kopfschmerzen, Schwindel und Benommenheit.

Gelegentlich (

0,1% - < 1%)

Verdauungstrakt

Leichte Magenbeschwerden, Sodbrennen, Erbrechen,

Durchfall, Appetitlosigkeit, Pankreatitis, Hepatitis

und selten (

0,01% - < 0,1%) pseudomembranöse

Colitis.

Nervensystem/Psyche

Müdigkeit, Veränderungen der Stimmungslage,

Parästhesien, Schlaflosigkeit, Schlafstörungen,

Depression, Angstgefühl, Nervosität, Reizbarkeit,

Euphorie, Desorientierung, Halluzinationen, Verwirrt-

heit, Polyneuropathie einschließlich Guillain-Barré

Syndrom, Krampfanfälle.

Herz-Kreislaufsystem

100.1-c1

82182

E.-Nr. 2 142 235

Änderungsanzeige 24.11.2004

Palpitationen.

Haut

Schwere Hautreaktionen, exfoliative Dermatitis,

Stevens-Johnson-Syndrom, Lyell-Syndrom und Erythema

exsudativum multiforme, Photosensibilisierung,

Juckreiz.

Überempfindlichkeit

Überempfindlichkeitsreaktionen wie Anaphylaxie, Angio-

ödem, Urtikaria, interstitielle Nephritis, Petechien,

hämorrhagische Bullae und Papeln mit Krustenbildung

als Ausdruck einer Gefäßbeteiligung (Vaskulitis).

Sinnesorgane

Sehstörung, vermehrter Tränenfluss, Tinnitus.

Bewegungsapparat/Skelett und Muskulatur

Arthritis, Myalgie, Arthralgie,Tendinitis, Tendo-

vaginitis.

Selten (

0,01% - < 0,1%) wurden unter Therapie mit

Wirkstoffen aus der Gruppe der Fluorchinolone und u.

a. auch mit Norfloxacin Entzündungen der Achillessehne

beobachtet. Diese können zum Achillessehnenriß führen

(s. auch unter Pkt. 4.4 Warnhinweise).

Mögliche Demaskierung bzw. Verschlimmerung einer

Myastenia gravis ist möglich. (s. a. Abschnitt

Warnhinweise, Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung)

Blut

Hämolytische Anämie. (s. a. Abschnitt Warnhinweise,

Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung)

Urogenitaltrakt

Vaginale Candidiasis.

Laborwerte und hämatologische Parameter:

Häufig (

1% - < 10%): Leukopenie, Neutropenie,

Eosinophilie, Erhöhung der SGOT, SGPT und der

alkalischen Phosphatase.

Gelegentlich (

0,1% - < 1%): Thrombozytopenie,

Erhöhung von Serum-Bilirubin, -Harnstoff und -

Creatinin

Gegenmaßnahmen bei Nebenwirkungen

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92192

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Änderungsanzeige 24.11.2004

1010

Folgende seltene (

0,01% - < 0,1%) Nebenwirkungen

(nähere Erläuterungen zu diesen Nebenwirkungen siehe

oben) können unter Umständen akut lebensbedrohlich

sein:

Pseudomembranöse Colitis:

Hier muss eine Beendigung der Therapie mit Norfluxx

in Abhängigkeit von der Indikation erwogen und

sofort eine angemessene Therapie eingeleitet werden

(z. B. Einnahme von speziellen

Antibiotika/Chemotherapeutika, deren Wirksamkeit

klinisch erwiesen ist).

Arzneimittel, welche die Darmperistaltik hemmen,

dürfen nicht eingenommen werden.

Schwere akute Überempfindlichkeitsreaktion (z. B.

Anaphylaxie):

Die Therapie mit Norfluxx muss sofort abgebrochen

und die entsprechenden Notfallmaßnahmen müssen

eingeleitet werden (z. B. Gabe von Antihistaminika,

Kortikosteroiden, Sympathomimetika und ggf.

Beatmung).

Auftreten von (epilepsieähnlichen) Krampfanfällen:

Die üblichen, entsprechenden Notfallmaßnahmen sind

angezeigt (z. B. Atemwege freihalten, Gabe von

Antikonvulsiva wie Diazepam oder Barbiturate).

Hinweis zur Verkehrstüchtigkeit und zum Bedienen von

Maschinen (siehe Pkt. 4.7)

Überdosierung

Erfahrungen mit Überdosierungen von Norfloxacin liegen

bisher nicht vor.

Im Fall einer vor kurzem eingetretenen, akuten Über-

dosierung sollte der Patient angehalten werden,

Calcium-haltige Lösungen zu trinken, um Norfloxacin in

einen Calcium-Komplex zu transformieren, welcher nur

in sehr geringem Maße aus dem Gastrointestinaltrakt

resorbiert wird. Der Patient ist sorgfältig zu

beobachten und sollte, falls nötig, symptomatische

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1021102

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Änderungsanzeige 24.11.2004

1111

sowie unterstützende Behandlung erhalten. Für eine

ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist zu sorgen.

FV 5.

Pharmakologische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe/ATC-Code J01 MA 06

Gyrasehemmer, Fluorochinolon, Antibiotikum/

Chemotherapeutikum

Pharmakodynamische Eigenschaften

Allgemeine Eigenschaften

Norfloxacin weist bakterizide Wirkung auf und hemmt

die Synthese der bakteriellen Desoxyribonukleinsäure

(DNS). Ein Enzym, die sogenannte DNS-Gyrase, spielt in

diesem Prozeß eine Schlüsselrolle.

Auf molekularer Ebene spielen sich unter dem Einfluss

von Norfloxacin bei Bakterien, untersucht an

Escherichia coli, drei spezifische Vorgänge ab:

1. Hemmung der ATP-abhängigen Quartärstrukturierung

(supercoiling reaction) der DNS, katalysiert

durch DNS-Gyrase,

2. Hemmung der Relaxation überspiraliger DNS,

3. Beschleunigung des Bruchs der doppelsträngigen

DNS.

Grenzkonzentrationen:

Zur Unterscheidung zwischen empfindlichen Erregern

(S), solchen mit intermediärer Empfindlichkeit (I) und

resistenten Erregern (R) werden folgende MHK-Werte als

Grenzkonzentrationen (Breakpoints) vorgeschlagen:

Interpretation

NCCLS*

(mg/l)

DIN 58940

(mg/l)

empfindlich

intermediäre Empfindlichkeit

resistent

* National Committee for Clinical Laboratory

Standards

Diese Angaben zur Empfindlichkeit gelten nur für aus

Urin- und Stuhlproben isolierte Erreger.

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1121112

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1212

Neisseria gonorrhoeae und aus Prostatasekret und

Geweben isolierte Erreger sind bei einem MHK-Wert

1,0 mg/l als resistent gegen Norfloxacin

anzusehen.

Sensitivität:

Wirkspektrum von Norfloxacin in Hinblick auf die im

Abschnitt "Anwendungsgebiete" genannten

Indikationen:

Neisseria gonorrhoeae (einschließlich Penicillinase

produzierender Stämme) fällt bei evtl. vorhandenen

geographischen Unterschieden der Empfindlichkeit

grundsätzlich in das Wirkspektrum von Norfloxacin.

Aufgrund der generell bekannten Resistenzlage bei

Fluorchinolonen kann auch davon ausgegangen werden,

daß Norfloxacin in der Regel wirksam ist gegen

Erreger von Harnwegsinfektionen wie E. coli,

Enterobacter spp., Klebsiellen, Proteus spp.,

Pseudomonas aeruginosa und Serratia marcescens.

Weiterhin kann Norfloxacin als in der Regel wirksam

angesehen werden bei Erregern von Enteritiden wie

entsprechenden Stämmen von E. coli, Enteritis-

Salmonellen und Campylobacter spp.

Norfloxacin ist mäßig aktiv gegen einzelne Stämme

von Ureaplasma urealyticum. Bei Enterococcus

faecalis und insbesondere bei Enterococcus faecium

ist mit höheren bis hohen Resistenzquoten zu

rechnen.

Norfloxacin ist nicht wirksam gegen obligat anaerobe

bakterielle Erreger wie Actinomyces spp., Bactero-

ides spp., Clostridium spp. (Ausnahme einzelne

Stämme von C. perfringens), Peptostreptococcus spp.

Norfloxacin ist auch unwirksam gegen Stenotro-

phomonas maltophilia sowie Chlamydia trachomatis.

Da die Prävalenz erworbener Resistenzen bei

bestimmten Erregern sowohl geographisch als auch im

Laufe der Zeit durchaus Schwankungen unterworfen

sein kann, sollte die jeweils aktuelle örtliche

Resistenzlage insbesondere bei der Behandlung

schwerer Infektionen stets überprüft werden. Die

hier gemachten Angaben sind lediglich als Anhalts-

punkt für den Grad der Wahrscheinlichkeit zu

verstehen, mit der bestimmte Erreger gegenüber Nor-

floxacin empfindlich sind.

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Änderungsanzeige 24.11.2004

1313

Die Daten der folgenden Tabelle stellen aktuelle

Resistenzaspekte von Norfloxacin dar und sind

synoptisch mit der Textinformation zum Wirkspektrum

und zur Resistenzsituation zu interpretieren.

Für die Grenzwerte wurde die oben angegebene DIN-

Norm zugrunde gelegt.

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1321132

021/2

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Änderungsanzeige 24.11.2004

1414

Mikroorganismus

Erworbene Resistenz

in Europa [%]

sensitiv

aerob gram-positiv

Staphyloccoccus aureus

0-15

Staphyloccoccus saprophyticus

Staphyloccoccus saprophyticus

in vivo

aerob gram-negativ

Campylobacter spp.

Citrobacter diversus

Citrobacter freundii

Citrobacter spp.

Enterobacter aerogenes

Enterobacter cloacae

Enterobacter spp.

Escherichia coli

Klebsiella pneumoniae

Klebsiella oxytoca

Morganella morganii

Neisseria gonorrhoeae

Proteus mirabilis

Proteus vulgaris

Proteus rettgeri

Pseudomonas aeruginosa

Salmonella spp.

Serratia marcescens

Serratia spp.

Shigella spp.

Vibrio cholerae

Yersinia enterocolitica

intermediär

aerob gram-positiv

Staphyloccoccus epidermidis

Enterococcus faecalis

resistent

aerob gram-positiv

Staphyloccoccus haemolyticus

Enterococcus faecium

aerob gram-negativ

Acinetobacter baumannii

93,3

100.1-c1

1421142

E.-Nr. 2 142 235

Änderungsanzeige 24.11.2004

1515

Korrelation zwischen der Empfindlichkeit in vivo und

in vitro

Bei dem oben aufgeführten Wirkunsspektrum von

Norfloxacin handelt es sich bis auf eine Ausnahme um

in-vitro Daten. Eine Aussage über die klinische

Wirksamkeit des Wirkstoffes gegenüber den als

sensitiv, intermediär bzw. resistent beurteilten

Erregern ist mit in-vitro-Daten nicht

notwendigerweise verbunden.

Eine Auswertung aller bislang mit Norfloxacin

gemachten klinischen Erfahrungen belegt jedoch gute

Übereinstimmung zwischen in vitro durchgeführten

Empfindlichkeitstests und antibakterieller bzw.

klinischer Wirksamkeit.

Weitere Informationen

Parallelresistenz besteht teilweise mit anderen

Fluorchinolonen.

Im Allgemeinen besteht mit strukturell nicht ver-

wandten Substanzen wie Penicillinen, Cephalospo-

rinen, Tetrazyklinen, Makrolidantibiotika, Amino-

glykosiden und Sulfonamiden, 2,4-Diaminopyrimidinen

bzw. Kombinationen aus diesen Substanzen (z. B.

Cotrimoxazol) keine Parallelresistenz.

Methicillin-resistente Staphylokokken sind jedoch

meistens auch gegen Fluorchinolone resistent.

Erworbene Resistenz bei Chinolonen ist bedingt durch

chromosomale Mutationen oder evtl. selten Plasmid-

vermittelt. Veränderungen der DNS-Gyrase (A-Unter-

einheit), Veränderungen der Permeabilität der

äußeren Membran oder aktive Efflux-Vorgänge werden

u. a. als Mechanismen der Norfloxacin-Resistenz bei

verschiedenen Bakterienarten beschrieben.

FY 5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Nach oraler Gabe wird Norfloxacin rasch resorbiert.

Bei gesunden Probanden werden mindestens 30-40%

einer oral verabreichten Dosis resorbiert.

Verteilung

Innerhalb von 1-1,5 h nach oraler Gabe von 400 mg

Norfloxacin wurden Serumspiegel zwischen 0,84 und

1,64 mg/l gemessen. Der Zeitpunkt der maximalen

100.1-c1

1521152

E.-Nr. 2 142 235

Änderungsanzeige 24.11.2004

1616

Plasmakonzentration (t

) lag zwischen 0,75 und

2,0 h. Die Serumhalbwertszeit beträgt bei gesunden

Probanden dosisunabhängig im Mittel 3-4 h.

In verschiedenen Körperflüssigkeiten und -geweben

wurden 1-4 h nach Gabe von zwei Dosen von 400 mg

Norfloxacin mittlere Konzentrationen in einem

Bereich von 1,6 - 7,3 µg/g gemessen:

Das scheinbare Verteilungsvolumen (Vd

) beträgt ca.

97 l.

Proteinbindung

Bei einer Konzentration von 2,5 mg/l in Humanserum

wird Norfloxacin zu etwa 13,8% an Plasmaproteine

gebunden.

Elimination

Aus dem Magen-Darm-Trakt resorbiertes Norfloxacin

wird sowohl durch Metabolisierung als auch durch

renale und biliäre Exkretion eliminiert. Nach

einmaliger Gabe von 400 mg Norfloxacin finden sich

durchschnittliche Werte von 278 µg, 773 µg und 82 µg

Norfloxacin pro g Faeces nach 12, 24 bzw. 48

Stunden.

Die renale Ausscheidung erfolgt sowohl durch

glomeruläre Filtration als auch durch tubuläre

Sekretion wie u.a. aus der hohen renalen Clearance

von ca. 236

56 ml/min und der Hemmung der

Ausscheidung durch Probenecid hervorgeht. Die

Gesamtkörperclearance liegt bei 506

211 ml/ min.

Bei gesunden Erwachsenen lagen die nach oraler

Einmalgabe von 400 mg in den Sammelurinproben 1-2,

3-4, 6-8, 8-12 und 12-24 Stunden p.a. gemessenen

Norfloxacinkonzentrationen bei durchschnittlich 417,

211, 100, 47 bzw. 22 mg/l. Bei nierengesunden

erwachsenen Probanden werden nach einmaliger bzw.

wiederholter Verabreichung von 400 mg p.o. ca. 25-

40% der Dosis im Urin wiedergefunden.

Bei gesunden älteren Probanden (65-75 Jahre; alters-

entsprechend normale Nierenfunktion) wird

Norfloxacin entsprechend der in dieser Altersgruppe

physiologisch verminderten Nierenfunktion langsamer

ausgeschieden. Die Resorption der Substanz bleibt

allem Anschein nach unbeeinflusst. Die

100.1-c1

1621162

E.-Nr. 2 142 235

Änderungsanzeige 24.11.2004

1717

Eliminationshalbwertszeit betrug bei geriatrischen

Patienten bei einer Dosierung von 400 mg/ Tag 2,7-

3,5 h und bei einer Dosierung von 400 mg zweimal

täglich 5,3-5,4 h.

Norfloxacin erscheint im Urin als unveränderte

Substanz sowie in Form von sechs aktiven

Metaboliten, deren antibakterielle Wirksamkeit

geringer ist als die der Muttersubstanz. Die

ausgeschiedene Substanz liegt zu über 70% in

unmetabolisierter Form vor.

Die antibakterielle Wirksamkeit von Norfloxacin wird

von Änderungen des pH-Werts des Urins nicht

beeinflusst.

Pharmakokinetik bei Patienten mit eingeschränkter

Nierenfunktion

Nach einer Einzeldosis von 400 mg steht Norfloxacin

bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance über

30 ml/min

1,73 m² in ähnlichem Umfang wie bei

gesunden Probanden zur Verfügung. Bei einer

Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min

1,73 m² ist die

renale Norfloxacinexkretion deutlich vermindert. Die

Eliminationshalbwertszeit von Norfloxacin lag bei

Erwachsenen mit einer Kreatinin-Clearance von 30-80,

10-29 bzw. unter 10 ml/min

1,73 m² bei

durchschnittlich 4,4, 6,6 bzw. 7,6 h. Die Serum-

spitzenkonzentrationen von Norfloxacin werden bei

bestehender Niereninsuffizienz allem Anschein nach

nicht beeinflusst.

Bioverfügbarkeit

Eine im Jahr 1997 durchgeführte Bioverfügbarkeits-

untersuchung an 24 gesunden Probanden (m., 23 - 43

Jahre) ergab nach einmaliger Einnahme von 400 mg

Norfloxacin im Vergleich zum Referenzpräparat:

100.1-c1

1721172

E.-Nr. 2 142 235

Änderungsanzeige 24.11.2004

1818

Testpräparat

Referenzpräparat

Mittelwert

Streuung

Mittelwert

Streuung

maximale Plasmakonzentration

) [ng/ml]

1476

(geom.

1497)

1393

(geom.

1559)

Fläche unter der

Konzentrations-Zeit-Kurve

(AUC

)[ng/ml x h]

8268

(geom.

8187)

7896

(geom.

7582)

Zeitpunkt der maximalen

Plasmakonzentration

) [h]

1,22

1,26

Anova-log

beträgt für AUC

30% und für Cmax 42% bezogen

auf das Verhältnis Test- zu Referenzpräparat.

Mittlere Plasmaspiegelverläufe im Vergleich zum

Referenzpräparat in einem Konzentrations-Zeit-Diagramm:

0

200

400

600

800

1000

1200

1400

0

4

8

12

16

20

24

28

Zeit [h]

Testpräparat

Referenzpräparat

Konzentration [ng/ml]

Präklinische Daten zur Sicherheit

100.1-c1

1821182

E.-Nr. 2 142 235

Änderungsanzeige 24.11.2004

1919

Wie bei anderen Chinolonen kam es auch unter Nor-

floxacineinwirkung bei unreifen Tieren zu Arthro-

pathien.

An Mäusen, Ratten und Kaninchen wurde Norfloxacin

bis in den maternaltoxischen Dosisbereich geprüft.

Bei Cynomolgus-Affen und Kaninchen war die Anzahl

der lebensfähigen Feten bei 200 mg/kg bzw. 100 mg/kg

herabgesetzt. Dosis- oder substanzabhängige

Missbildungen wurden nicht beobachtet.

Untersuchungen zur Fertilität und zur Peri- und

Postnataltoxizität zeigten keine nachteiligen

Auswirkungen.

Es liegen keine Erfahrungen beim Menschen mit der

Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit vor.

Norfloxacin ist in Fruchtwasser und Nabelschnurblut

nachweisbar.

Chinolonantibiotika werden in die Muttermilch aus-

geschieden.

Potentielle kataraktogene Wirkung:

Untersuchungen auf eine potentielle kataraktogene

Wirkung nach Norfloxacin-Exposition liegen nicht

vor. Da während der bisherigen therapeutischen

Anwendung keine entsprechenden unerwünschten

Wirkungen bekannt geworden sind, sind diese z. Zt.

auch nicht erforderlich.

Kanzerogenität

Kanzerogenitätsstudien an Ratten und Mäusen ergaben

keine Hinweise auf ein kanzerogenes Potential von

Norfloxacin.

Genotoxizität

Norfloxacin kann durch Hemmung von Topoisomerasen in

Säugerzellen genotoxisch wirken. Dieser Effekt hat

einen Schwellenwert, der beim therapeutischen

Einsatz nicht überschritten wird.

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1921192

E.-Nr. 2 142 235

Änderungsanzeige 24.11.2004

2020

Für den Bereich Photomutagenität/Photokanzerogenität

liegen keine Daten zu Norfloxacin vor. Daten zu

anderen Fluorochinolonen lassen eine schwache

photomutagene bzw. phototumorigene Wirkung von

Norfloxacin in vitro bzw. im Tierversuch vermuten.

Pharmazeutische Angaben

Hilfsstoffe

Microkristalline Cellulose, Croscarmelose-Natrium,

Hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat

(Ph.Eur.), Hypromellose [Viskosität (2% in Wasser)

4-7 mPas], Macrogol 6000, Talkum, Poly[ethylacrylat-

co-methylmethacrylat-co-(2-trimethylammonioethyl)

methacrylatchlorid] (1:2:0.2) (Eudragit RL 30D),

Triacetin, Titandioxid E 171, Eisenoxidhydrat E 172.

Inkompatibilitäten

Keine bekannt.

Dauer der Haltbarkeit

Die Dauer der Haltbarkeit beträgt 5 Jahre.

Besondere Lagerungshinweise

Keine.

Art und Inhalt des Behältnisses

Musterpackung mit 6 Filmtabletten

Originalpackungen mit 6 (N1), 10(N1), 20(N2) und

50(N3) Filmtabletten.

Klinikpackung mit 200 (10x20) Filmtabletten.

Name/Firma und Anschrift des pharmazeutischen

Unternehmers

Ruhrpharm AG

Heidsieker Heide 114

D-33739 Bielefeld

Telefon: (05206)-91838-0

Telefax: (05206)-91838-9

100.1-c1

2021202

E.-Nr. 2 142 235

Änderungsanzeige 24.11.2004

2121

Zulassungsnummer

42235.00.00

Datum der Zulassung

07.02.2001

Stand der Informationen

November 2004

Verschreibungsstatus/Apothekenpflicht

Verschreibungspflichtig

100.1-c1

2121212

48/7

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