Noradrenalin Sintetica senza disulfito 0.12 mg/ml lösung für infusion

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Fachinformation Fachinformation (SPC)

26-09-2021

Wirkstoff:
noradrenalinum
Verfügbar ab:
Sintetica SA
ATC-Code:
C01CA03
INN (Internationale Bezeichnung):
noradrenalinum
Darreichungsform:
lösung für infusion
Zusammensetzung:
noradrenalinum 0.12 mg ut noradrenalini tartras, natrii chloridum, acidum hydrochloridum, aqua ad iniectabile q.s. ad solutionem pro 1 ml corresp. natrium 3.308 mg.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Langwirksames, vasokonstriktor, anregend herzinfarkt
Zulassungsnummer:
67023
Berechtigungsdatum:
2018-09-07

Dokumente in anderen Sprachen

Fachinformation Fachinformation - Französisch

01-06-2018

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

26-09-2021

Noradrenalin Sintetica sans disulfite/ohne Disulfit 0,06 mg/ml, 0,10 mg/ml, 0,12 mg/ml, 0,20 mg/ml

Sintetica SA

Zusammensetzung

Wirkstoff: Noradrenalinum ut Noradrenalini tartras.

Hilfsstoffe: Natrii Chloridum, Aqua ad iniectabilia.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Noradrenalin Sintetica sans disulfite/ohne Disulfit, gebrauchsfertige Infusionslösung (intravenöse

Anwendung).

Durchstechflaschen zu 3 mg/50 ml:

1 ml enthält 0,06 mg Noradrenalinum (ut Noradrenalini tartras 0,12 mg).

1 Durchstechflasche zu 50 ml enthält 3 mg Noradrenalinum (ut Noradrenalini tartras 6 mg).

Durchstechflaschen zu 5 mg/50 ml:

1 ml enthält 0,10 mg Noradrenalinum (ut Noradrenalini tartras 0,20 mg).

1 Durchstechflasche zu 50 ml enthält 5 mg Noradrenalinum (ut Noradrenalini tartras 10 mg).

Durchstechflaschen zu 6 mg/50 ml:

1 ml enthält 0,12 mg Noradrenalinum (ut Noradrenalini tartras 0,24 mg).

1 Durchstechflasche zu 50 ml enthält 6 mg Noradrenalinum (ut Noradrenalini tartras 12 mg).

Durchstechflaschen zu 10 mg/50 ml:

1 ml enthält 0,20 mg Noradrenalinum (ut Noradrenalini tartras 0,40 mg).

1 Durchstechflasche zu 50 ml enthält 10 mg Noradrenalinum (ut Noradrenalini tartras 20 mg).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Notfallmedikament.

Noradrenalin wird zur Erhöhung des Blutdrucks bei akuten hypotensiven Zuständen bei Schock, nach

Herzstillstand oder zur Reanimation eingesetzt. Die Anwendung erfolgt zusammen mit dem

Volumenersatz und zur Unterstützung der weiteren Massnahmen.

Dosierung/Anwendung

Noradrenalin Sintetica sans disulfite/ohne Disulfit wird per intravenöser Infusion pumpengesteuert

appliziert. Die Lösung ist mithilfe einer Spritzenpumpe zu verabreichen, die das angegebene

Mindestvolumen präzise und gleichmässig mit einer genau kontrollierten Infusionsgeschwindigkeit

entsprechend den Dosierungsanweisungen abgeben kann.

Die Noradrenalin-Infusionslösung darf vor der Anwendung nicht verdünnt werden: Sie wird

gebrauchsfertig geliefert.

Noradrenalin sollte in der niedrigsten wirksamen Dosis über die kürzestmögliche nötige Zeit verabreicht

werden.

Erwachsene: Die initiale Infusionsgeschwindigkeit sollte bei einem Körpergewicht von 70 kg zwischen

8 und 12 µg/Minute liegen.

Alternative: Nach Einleitung der Noradrenalin-Infusion sollte die Noradrenalin-Base-Dosis in Schritten

von 0,05–0,1 µg/kg/Minute bis zum Erreichen der wirksamen Dosis auftitriert werden. Die zur

Erzielung und Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks benötigte Dosis ist individuell sehr

unterschiedlich. Das Ziel sollte ein normal niedriger systolischer arterieller Blutdruck (100–120 mmHg)

bzw. ein adäquater mittlerer arterieller Blutdruck (>65–80 mmHg, je nach Zustand des Patienten) sein.

Die durchschnittliche Erhaltungsdosis beträgt 2–4 µg/Minute.

Patienten mit refraktärem Schock können bis zu 30 µg/Minute benötigen.

Kinder: Die Anwendung bei Kindern wird nicht empfohlen.

Die nachfolgende Tabelle enthält Dosierungsanweisungen für die Titration der Dosis:

Noradrenalin Sintetica 0,06 mg/ml, Infusionslösung

50-ml-Durchstechflasche mit 3 mg Noradrenalin-Base

Körpergewicht

des Patienten

Dosierung (µg/kg/min)

Noradrenalin-Base

Dosierung (mg/Stunde)

Noradrenalin-Base

Infusionsgeschwindigkeit

(ml/Stunde)

50 kg

0,05

0,15

0,25

0,75

12,5

60 kg

0,05

0,18

0,36

0,25

70 kg

0,05

0,21

0,42

0,25

1,05

17,5

80 kg

0,05

0,24

0,48

0,25

90 kg

0,05

0,27

0,54

0,25

1,35

22,5

Noradrenalin Sintetica 0,10 mg/ml, Infusionslösung

50-ml-Durchstechflasche mit 5 mg Noradrenalin-Base

Körpergewicht

des Patienten

Dosierung (µg/kg/min)

Noradrenalin-Base

Dosierung (mg/Stunde)

Noradrenalin-Base

Infusionsgeschwindigkeit

(ml/Stunde)

50 kg

0,05

0,15

0,25

0,75

60 kg

0,05

0,18

0,36

0,25

70 kg

0,05

0,21

0,42

0,25

1,05

10,5

80 kg

0,05

0,24

0,48

0,25

90 kg

0,05

0,27

0,54

0,25

1,35

13,5

Noradrenalin Sintetica 0,12 mg/ml, Infusionslösung

50-ml-Durchstechflasche mit 6 mg Noradrenalin-Base

Körpergewicht

Dosierung (µg/kg/min) Dosierung (mg/Stunde) Infusionsgeschwindigkeit

des Patienten

Noradrenalin-Base

Noradrenalin-Base

(ml/Stunde)

50 kg

0,05

0,15

1,25

0,25

0,75

6,25

12,5

60 kg

0,05

0,18

0,36

0,25

70 kg

0,05

0,21

1,75

0,42

0,25

1,05

8,75

17,5

80 kg

0,05

0,24

0,48

0,25

90 kg

0,05

0,27

2,25

0,54

0,25

1,35

11,25

22,5

Noradrenalin Sintetica 0,20 mg/ml, Infusionslösung

50-ml-Durchstechflasche mit 10 mg Noradrenalin-Base

Körpergewicht

des Patienten

Dosierung (µg/kg/min)

Noradrenalin-Base

Dosierung (mg/Stunde)

Noradrenalin-Base

Infusionsgeschwindigkeit

(ml/Stunde)

50 kg

0,05

0,15

0,75

0,25

0,75

3,75

60 kg

0,05

0,18

0,36

0,25

70 kg

0,05

0,21

1,05

0,42

0,25

1,05

5,25

10,5

80 kg

0,05

0,24

0,48

0,25

90 kg

0,05

0,27

1,35

0,54

0,25

1,35

6,75

13,5

Der Blutdruck sollte bis zum Erreichen des gewünschtes Wertes alle 2 Minuten und dann während der

gesamten Infusionsdauer alle 5 Minuten kontrolliert werden. Der Blutdruck sollte bis knapp unter den

normalen Blutdruck des Patienten eingestellt werden. Abruptes Absetzen von Noradrenalin sollte

vermieden werden.

Die Lösung sollte mittels eines Venenkatheters infundiert werden.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.

Durch Volumenmangel (Hypovolämie) hervorgerufene Hypotonie.

Noradrenalin darf nicht bei Anästhesien angewendet werden, die mit Cyclopropan oder halogenierten

Inhalationsanästhetika durchgeführt werden (Gefahr von Arrhythmien). Angesichts der möglichen

Erhöhung des Risikos von Kammerflimmern sollte Noradrenalin bei Patienten, die solche Substanzen

oder ein anderes Arzneimittel mit kardialer Wirkung erhalten, oder bei Patienten mit erheblicher

Hypoxie oder Hyperkapnie mit Vorsicht angewendet werden.

Das Präparat ist kontraindiziert in Kombination mit Lokalanästhetika, die zur Anästhesie der Finger,

Zehen, Ohren, Nase oder Geschlechtsorgane eingesetzt werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Vor Noradrenalin-Gabe muss eine allfällige Hypovolämie korrigiert werden. Notfalls kann die

Noradrenalin-Gabe zusammen mit dem Volumenersatz erfolgen. Noradrenalin darf nicht als alleinige

Therapie bei hypovolämischen Patienten angewendet werden. Zentralvenöser Druck und

pulmonalarterieller Druck müssen kontrolliert werden, um eine Volumenüberladung und die

Begünstigung einer Herzinsuffizienz zu vermeiden.

Noradrenalin darf ausschliesslich von medizinischem Fachpersonal verabreicht werden, das mit seiner

Anwendung vertraut ist.

Noradrenalin darf ausschliesslich in Kombination mit einer geeigneten Volumenersatztherapie

angewendet werden.

·Um eine Hypertonie zu vermeiden, müssen der arterielle Blutdruck und die Infusionsgeschwindigkeit

während der Noradrenalin-Infusion engmaschig kontrolliert werden.

Extravasationsrisiko:

Eine paravenöse Gabe muss unbedingt vermieden werden; es besteht lokale Nekrosegefahr. Der

Infusionsort muss engmaschig auf freien Fluss kontrolliert und die zur Infusion genutzte Vene

beobachtet werden (bei Extravasation Nekrose des Gewebes in dem betroffenen Bereich).

Es sind Vorsichtsmassnahmen zur Verhinderung einer Extravasation zu ergreifen, da diese eine Nekrose

des Gewebes im Umkreis der zur Infusion genutzten Vene zur Folge haben kann. Wenn die

Vasokonstriktion der Venenwand zu einer Erhöhung der Permeabilität führt, können gewisse Mengen

Noradrenalin in das umliegende Gewebe der genutzten Vene gelangen und ein Erblassen des Gewebes

hervorrufen, das nicht auf eine manifeste Extravasation zurückzuführen ist. Wird ein Erblassen

beobachtet, sollte deshalb ein Wechsel der Infusionsstelle in Betracht gezogen werden, um ein

Abklingen der Wirkungen der lokalen Vasokonstriktion zu ermöglichen.

Behandlung der extravasationsbedingten Ischämie:

Ein Austreten des Produkts aus dem Gefässsystem oder eine Injektion in den perivenösen Bereich kann

aufgrund der vasokonstriktiven Wirkung des Arzneimittels auf die Blutgefässe zu einer Zerstörung von

Gewebe führen. Der Injektionsbereich sollte deshalb so schnell wie möglich mit 10–15 ml

physiologischer Kochsalzlösung mit Zusatz von 5–10 mg Phentolaminmesilat gespült werden. Zu

diesem Zweck ist eine Spritze mit feiner Kanüle zu verwenden und eine lokale Injektion durchzuführen.

In folgenden Fällen ist besondere Vorsicht geboten und auf eine genaue Einhaltung der Indikationen zu

achten:

·Schwere linksventrikuläre Dysfunktion in Verbindung mit akuter Hypotonie: Eine sorgfältige

Beurteilung des Patienten ist erforderlich. Zeitgleich mit der Diagnostik ist eine symptomatische

Behandlung einzuleiten. Noradrenalin sollte Patienten mit kardiogenem Schock und refraktärer

Hypotonie, insbesondere solchen ohne erhöhten systemischen Gefässwiderstand, vorbehalten bleiben.

Die Dosierung sollte zu Beginn zwischen 2 und 4 µg/min liegen und anschliessend schrittweise erhöht

und bei Bedarf angepasst werden. Lässt sich mit einer Dosierung von 15 µg/min keine

zufriedenstellende systemische Perfusion erreichen oder der systolische Blutdruck nicht auf einem Wert

>90 mmHg halten, ist es wenig wahrscheinlich, dass eine weitere Erhöhung zu positiven Ergebnissen

führt.

·Bei Patienten mit Thrombosen der Koronar-, Mesenterial- oder peripheren Gefässe ist besondere

Vorsicht geboten, da Noradrenalin die Ischämie verstärken und den infarzierten Bereich vergrössern

kann. Gleiches gilt für Patienten mit Hypotonie nach Myokardinfarkt sowie Patienten mit Prinzmetal-

Angina.

·Treten während der Behandlung Herzrhythmusstörungen auf, muss die Dosis reduziert werden.

·Bei Patienten mit Hyperthyreose oder Diabetes mellitus ist Vorsicht geboten.

·Ältere Patienten können besonders empfindlich auf die Wirkungen von Noradrenalin reagieren.

Während der Noradrenalin-Infusion sind der arterielle Blutdruck und die Herzfrequenz kontinuierlich zu

überwachen.

Werden potente Vasopressoren über längere Zeit angewendet, kann dies zu einem Volumenmangel

führen, der kontinuierlich durch die Gabe geeigneter Mengen an Flüssigkeit und Elektrolyten zu

korrigieren ist. Wird das Plasmavolumen nicht korrigiert, kann bei Unterbrechung der Noradrenalin-

Infusion eine Hypotonie auftreten. Wird der arterielle Blutdruck dagegen aufrechterhalten, besteht das

Risiko einer schweren peripheren und viszeralen Vasokonstriktion mit Minderdurchblutung und

nachfolgender Gewebehypoxie und Laktatazidose sowie eventuellen ischämischen Schäden.

Die blutdruckerhöhende Wirkung (infolge der adrenergen Wirkung in den Gefässen) kann durch

gleichzeitige Gabe eines Alphablockers abgeschwächt werden. Die Gabe eines Betablockers wiederum

kann die stimulierende Wirkung des Produkts auf das Herz verringern und zu einer Verstärkung der

hypertensiven Wirkung führen, die auf die Stimulation des Beta-1-Adrenorezeptors zurückzuführen ist.

Falls eine gleichzeitige Gabe von Noradrenalin und Vollblut oder Plasma nötig ist, muss diese in Form

von gesonderten Infusionen erfolgen.

Interaktionen

Atropinsulfat, Antidepressiva, gewisse Antihistaminika, Mutterkornalkaloide, Methyldopa, Guanethidin,

Furosemid und andere Diuretika können mit Noradrenalin interagieren.

Nicht zu empfehlende Kombinationen:

·Flüchtige halogenierte Anästhetika: schwere ventrikuläre Arrhythmie (gesteigerte kardiale

Erregbarkeit).

·Imipramin-Antidepressiva: paroxysmale Hypertonie mit möglicher Arrhythmie (Hemmung der

Aufnahme von Sympathomimetika in die sympathischen Fasern).

·Serotonerg-adrenerg wirkende Antidepressiva: paroxysmale Hypertonie mit möglicher Arrhythmie

(Hemmung der Aufnahme von Sympathomimetika in die sympathischen Fasern).

Kombinationen, bei denen Vorsichtsmassnahmen erforderlich sind:

·Nichtselektive Monoaminooxidase-(MAO-)Hemmer: Verstärkung der blutdrucksteigernden Wirkung

des Sympathomimetikums, die in der Regel mässig stark ausgeprägt ist. Sie dürfen nur unter

engmaschiger medizinischer Überwachung angewendet werden.

·Selektive MAO-Hemmer: Analog zu den bei nichtselektiven MAO-Hemmern beobachteten Effekten

Risiko einer Verstärkung der blutdrucksteigernden Wirkung. Sie dürfen nur unter engmaschiger

medizinischer Überwachung angewendet werden.

·Linezolid: Analog zu den bei nichtselektiven MAO-Hemmern beobachteten Effekten Risiko einer

Verstärkung der blutdrucksteigernden Wirkung. Sie dürfen nur unter engmaschiger medizinischer

Überwachung angewendet werden.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Noradrenalin mit Alphablockern und Betablockern ist Vorsicht

geboten, da das Risiko einer schweren Hypertonie besteht.

Bei der Anwendung von Noradrenalin in Kombination mit den folgenden Arzneimitteln ist Vorsicht

geboten, da dadurch die kardialen Wirkungen verstärkt werden können: Schilddrüsenhormone,

Herzglykoside, Antiarrhythmika.

Mutterkornalkaloide und Oxytocin können die blutdrucksteigernden und vasokonstriktiven Wirkungen

stimulieren.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine Studien zur Anwendung während der Schwangerschaft vor.

Noradrenalin kann die Durchblutung der Plazenta beeinflussen und eine fetale Bradykardie hervorrufen.

Zudem kann es bei schwangeren Frauen Wehen auslösen und gegen Ende der Schwangerschaft zu einer

fetalen Asphyxie führen. Die möglichen Risiken für den Fetus sind deshalb gegen den potenziellen

Nutzen für die Mutter abzuwägen.

Während der Schwangerschaft sollte das Arzneimittel nicht angewendet werden, es sei denn, es ist klar

notwendig (Notfall).

Stillzeit

Es gibt keine hinreichenden Daten zur Anwendung von Noradrenalin während der Stillzeit und es ist

nicht bekannt, ob Noradrenalin in die Muttermilch übertritt.

Da zahlreiche Arzneimittel in die Muttermilch gelangen, ist bei Anwendung des Arzneimittels in der

Stillzeit Vorsicht geboten.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Angesichts der Indikationen und Anwendung irrelevant.

Unerwünschte Wirkungen

Die möglichen Nebenwirkungen leiten sich von der therapeutischen Hauptwirkung ab. Diese

Nebenwirkungen werden im Allgemeinen durch eine Überdosierung oder eine zu schnelle intravenöse

Verabreichung verursacht. Da die Häufigkeit der unerwünschten Wirkungen nicht aus den verfügbaren

«Post-Marketing»-Studien abgeschätzt werden kann, können keine diesbezüglichen Angaben geliefert

werden.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Hyperglykämie, metabolische Azidose durch Sauerstoffmangel im Gewebe.

Psychiatrische Störungen

Unsicherheit und Angst, Schlaflosigkeit, Verwirrtheit und Psychosen, Schwäche, Agitiertheit.

Störungen des Nervensystems

Kopfschmerz, Tremor.

Augenerkrankungen

Akutes Glaukom (sehr häufig bei anatomisch prädisponierten Patienten mit einem Verschluss des

Kammerwinkels).

Funktionsstörungen des Herzens

Tachykardie, Bradykardie (wahrscheinlich als Reflex auf den Anstieg des Blutdrucks), Arrhythmien,

Palpitationen, erhöhte Kontraktilität des Herzmuskels aufgrund der Beta-adrenergen Wirkung auf das

Herz (inotrop und chronotrop), akute Herzinsuffizienz, Brustschmerzen, Myokardischämie, Läsionen

des Myokards.

Eine Überdosierung oder eine zu schnelle intravenöse Verabreichung kann eine Erhöhung des

Blutdrucks, eine Reflex-Bradykardie und Herzrhythmusstörungen sowie in extremen Fällen ein

Kammerflimmern verursachen.

Funktionsstörungen der Gefässe

Allgemeine Vasokonstriktion, vor allem in der Haut, den Schleimhäuten und den Nieren mit Gefahr

einer Abnahme der Durchblutung der vitalen Organe bis zur Ischämie. Diese Nebenwirkungen treten vor

allem bei hypovolämischen Patienten auf. Arterielle Hypertonie und Gewebehypoxie, ischämische

Läsionen aufgrund der starken vasokonstriktiven Wirkung (kann zu Kältegefühl und Blässe in den

Gliedmassen und im Gesicht führen), übermässiges zerebrales Blutungsrisiko.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Atemnot oder Schwierigkeiten beim Atmen, Dyspnoe, Lungenödem bei starkem Anstieg des

Blutdrucks.

Gastrointestinale Störungen

Hypersalivation, Übelkeit, Erbrechen.

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Blässe, Schwitzen.

Funktionsstörungen der Nieren und Harnwege

Oligurie, Anurie, Miktionsstörungen.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Ischämische Nekrose an der Applikationsstelle (z.B. Haut), vor allem bei para- oder perivaskulärer

Verabreichung.

Die anhaltende Anwendung blutdrucksteigernder Mittel zur Aufrechterhaltung des Blutdrucks ohne

gleichzeitigen Volumenersatz kann die folgenden Symptome auslösen:

·schwere periphere und viszerale Vasokonstriktion

·Minderdurchblutung der Nieren

·Herabsetzung der Harnproduktion

·Hypoxie

·Erhöhung der Laktatkonzentrationen im Serum.

Im Falle einer Überempfindlichkeit oder Überdosierung können die folgenden Wirkungen vermehrt

auftreten: Hypertonie, Photophobie, retrosternaler Schmerz, Halsschmerz, Blässe, übermässiges

Schwitzen und Erbrechen.

Überdosierung

Zeichen für eine Überdosierung oder Reaktionen hypersensitiver Patienten können Photophobie,

Schwitzen, Erbrechen, Hypertonie, Krämpfe und schwere Kopfschmerzen sein.

Sollte eine versehentliche Extravasation (paravasale Verabreichung) auftreten, können 5–10 mg

Phentolaminmesilat in 10–15 ml NaCl 0,9% in das umliegende, betroffene Gewebe infiltriert werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C01CA03

Noradrenalin ist ein potenter Vasokonstriktor. Es ist identisch mit den endogenen Katecholaminen und

stimuliert die Alpha-Adrenorezeptoren. Die so ausgelöste Vasokonstriktion bewirkt eine Erhöhung des

systolischen und diastolischen Blutdrucks. Gleichzeitig wird der Blutfluss in Nieren, Leber, Haut und

der Skelettmuskulatur vermindert. Die Beta-stimulierenden Effekte wirken positiv inotrop auf das Herz.

Kaum bronchodilatatorische Wirkungen.

Noradrenalin hat keine Wirkung auf das ZNS.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach intravenöser Injektion tritt eine rasche Reaktion des Blutdrucks auf. Noradrenalin hat eine kurze

Wirkdauer und die Wirkung hört 1–2 Minuten nach Infusionsstopp auf.

Distribution

Noradrenalin wird vor allem im sympathischen Nervengewebe verteilt, gelangt in die Plazenta,

überschreitet aber die Blut-Hirn-Schranke nicht.

Metabolismus

Der Abbau findet in der Leber und anderen Geweben durch Wirkungen der Catechol-O-

Methyltransferase (COMT) und der Monoaminooxidase (MAO) statt. Die Hauptmetaboliten sind

inaktiv.

Elimination

Die Elimination erfolgt als sulfatierte und glucuronidierte Konjugate über die Niere.

Präklinische Daten

Zur Anwendung des Präparats wurden keine regulatorischen präklinischen Sicherheitsstudien

durchgeführt.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Kontakt mit Eisensalzen, alkalischen Stoffen und oxidierenden Agenzien muss vermieden werden.

Stabilität

Nach dem Öffnen sofort verwenden. Restlösungen sind zu verwerfen.

Besondere Lagerungshinweise

Die Durchstechflaschen sind in ihrem Umkarton bei Raumtemperatur (15–25 °C) und ausser Reichweite

von Kindern aufzubewahren.

Nur klare, unverfärbte Lösungen brauchen.

Zulassungsnummer

67023 (Swissmedic).

Packungen

Noradrenalin Sintetica 0,06 mg/ml sans disulfite/ohne Disulfit, Infusionslösung (gebrauchsfertig),

Durchstechflaschen 3 mg/50 ml [B]

Noradrenalin Sintetica 0,10 mg/ml sans disulfite/ohne Disulfit, Infusionslösung (gebrauchsfertig),

Durchstechflaschen 5 mg/50 ml [B]

Noradrenalin Sintetica 0,12 mg/ml sans disulfite/ohne Disulfit, Infusionslösung (gebrauchsfertig),

Durchstechflaschen 6 mg/50 ml [B]

Noradrenalin Sintetica 0,20 mg/ml sans disulfite/ohne Disulfit, Infusionslösung (gebrauchsfertig),

Durchstechflaschen 10 mg/50 ml [B]

Zulassungsinhaberin

Sintetica SA, 6850 Mendrisio.

Stand der Information

Juni 2018.

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