Nimotop Filmtablette

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Nimodipin
Verfügbar ab:
EurimPharm Arzneimittel GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
Nimodipine
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Nimodipin 30.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
30597.00.00

1755-57-ZE006b

Liebe Patientin, lieber Patient!

Bitte lesen Sie diese Gebrauchsinformation aufmerksam, weil sie wichtige Informationen darüber enthält, was

Sie bei der Anwendung dieses Arzneimittels berücksichtigen sollten. Wenden Sie sich bei Fragen bitte an Ihren

Arzt oder Apotheker.

Gebrauchsinformation

Nimotop

Wirkstoff: Nimodipin

Zusammensetzung

Arzneilich wirksamer Bestandteil

1 Filmtablette Nimotop enthält 30 mg Nimodipin.

Sonstige Bestandteile

Mikrokristalline

Cellulose,

Maisstärke,

Polyvidon,

Crospovidon,

Magnesiumstearat,

Methylhydroxypropylcellulose, Macrogol 4000, Titandioxid (E 171), Eisenoxid (E 172).

Darreichungsform und Inhalt

Nimotop ist in Originalpackungen zu 30, 60 bzw. 100 Filmtabletten erhältlich.

Wirkungsweise

Nimotop ist ein Arzneimittel, das auf die Funktionsfähigkeit der Nervenzellen einwirkt (Zerebraltherapeutikum;

Calciumantagonist).

Import, Umpackung und Vertrieb:

Hersteller:

Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH

Bayer AG,

Am Gänslehen 4 – 6

Leverkusen

83451 Piding

Tel: 08651/704-0

Anwendungsgebiete

Behandlung von hirnorganisch bedingten Leistungsstörungen im Alter mit deutlichen Beschwerden wie

Gedächtnis-, Antriebs- und Konzentrationsstörungen sowie Stimmungsschwankungen.

Bevor die Behandlung mit Nimotop begonnen wird, sollte geklärt werden, ob die Krankheitserscheinungen nicht

auf einer besonders zu behandelnden Grunderkrankung beruhen.

Gegenanzeigen

Wann dürfen Sie Nimotop nicht einnehmen?

Sie dürfen Nimotop nicht einnehmen bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Nimodipin oder

einen der weiteren Bestandteile sowie bei schwerer Einschränkung der Leberfunktion (z.B. Leberzirrhose).

Eine vorhergehende langfristige Anwendung von Antiepileptika vom enzyminduzierenden Typ (Phenobarbital,

Phenytoin, Carbamazepin) führt zu einer Verringerung der Blutspiegel von eingenommenem Nimodipin und so

zu einer Wirkungsabschwächung. Deshalb wird die gleichzeitige Einnahme von Nimotop in solchen Fällen nicht

empfohlen (siehe Wechselwirkungen).

Wann dürfen Sie Nimotop erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt einnehmen?

Im folgenden wird beschrieben, wann Sie Nimotop nur unter bestimmten Bedingungen und nur mit besonderer

Vorsicht einnehmen dürfen. Befragen Sie hierzu bitte Ihren Arzt. Dies gilt auch, wenn diese Angaben bei Ihnen

früher einmal zutrafen.

Bei folgenden Krankheitszuständen sollte die Behandlungsnotwendigkeit mit Nimotop sorgfältig abgewogen

und Kontrolluntersuchungen sollten regelmäßig durchgeführt werden:

- ausgeprägter niedriger Blutdruck (systolischer Bludruck unter 90 mm Hg)

- sehr alte Patienten, die gleichzeitig an verschiedenen Krankheiten leiden (multimorbide Patienten)

- schwere Einschränkungen der Nierenfunktion (glomeruläre Filtrationsrate < 20 ml/min)

- schwere Beeinträchtigung der Herz-Kreislauf-Funktionen.

Was müssen Sie in der Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Nimotop wird während der Schwangerschaft und in der Stillzeit entsprechend den Anwendungsgebieten nicht

angewendet.

Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung und Warnhinweise

Welche Vorsichtsmaßnahmen müssen beachtet werden?

Bei schweren Nierenfunktionsstörungen können Wirkungen und Nebenwirkungen, z.B. Blutdrucksenkung,

stärker ausgeprägt sein. In solchen Fällen sollte die Dosis in Abhängigkeit von Ergebnissen aus

Blutdruckkontrollen und EKG vom behandelnden Arzt gegebenenfalls verringert werden.

Was müssen Sie im Straßenverkehr sowie bei der Arbeit mit Maschinen und Arbeiten ohne sicheren Halt

beachten?

Durch individuell auftretende unterschiedliche Reaktionen kann die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am

Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt werden. Sie

können dann möglicherweise auf unerwartete und plötzliche Ereignisse nicht mehr schnell und gezielt genug

reagieren. Fahren Sie in diesem Fall nicht Auto oder andere Fahrzeuge! Bedienen Sie keine elektrischen

Werkzeuge und Maschinen! Arbeiten Sie nicht ohne sicheren Halt! Beachten Sie besonders, dass Alkohol Ihre

Verkehrstüchtigkeit noch weiter verschlechtert!

Wechselwirkungen mit anderen Mitteln

Welche anderen Arzneimittel beeinflussen die Wirkung von Nimotop oder werden selbst in ihrer Wirkung

durch Nimotop beeinflusst?

Bei Patienten, die blutdrucksenkende Mittel erhalten, kann Nimotop die blutdrucksenkende Wirkung der beglei-

tend angewendeten Arzneimittel verstärken.

Eine gleichzeitige Anwendung von Nimodipin und Fluoxetin (Antidepressivum, Mittel gegen krankhaft-traurige

Verstimmung) führt zu höheren Konzentration von Nimodipin im Blutplasma. Die Fluoxetin-Konzentration im

Blutplasma wird deutlich erniedrigt, während der aktive Metabolit Norfluoxetin (wirksames Abbauprodukt von

Fluoxetin) davon nicht betroffen ist.

Die gleichzeitige Anwendung von Nimodipin und Nortriptylin (Antidepressivum, Mittel gegen krankhaft-

traurige Verstimmung) führt zu einer leichten Erhöhung des Nimodipin-Blutspiegels bei einem unveränderten

Nortriptylin- Blutspiegel.

Bei der gleichzeitigen Anwendung von Nimodipin und Haloperidol (Neuroleptikum, spannungslösendes Mittel)

bei Patienten mit individueller langfristiger Haloperidol-Behandlung traten keine Anzeichen von Wechsel-

wirkungen auf.

In experimentellen Untersuchungen führte die gleichzeitige intravenöse Gabe von Zidovudin (Mittel zur

Behandlung einer HIV-Infektion) und Nimodipin zu erhöhten Zidovudin-Blutspiegeln.

Die gleichzeitige Anwendung von Cimetidin (Wirkstoff gegen Magen- und Darmgeschwüre) oder Valproinsäure

(krampfunterdrückendes Mittel) kann zu einer Erhöhung der Konzentration von Nimodipin im Blut und so zu

einer Wirkungsverstärkung führen.

Eine vorhergehende langfristige Anwendung von Antiepileptika vom enzyminduzierenden Typ (Phenobarbital,

Phenytoin, Carbamazepin) führt zu einer Verringerung der Blutspiegel von eingenommenen Nimodipin und so

zu einer Wirkungsabschwächung. Deshalb wird die gleichzeitige Einnahme von Nimotop, Filmtabletten in

solchen Fällen nicht empfohlen.

Von verwandten Arzneistoffen aus der Gruppe der Dihydropyridine (Nifedipin, Nisoldipin) wurde berichtet, dass

die gleichzeitige Anwendung von Rifampicin (Antibiotikum/Tuberkulosemittel) zu verminderten Blutspiegeln

der eingenommenen Dihydropyridine durch Erniedrigung der Arzneimittelverfügbarkeit für den Körper führen

kann.

Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für bis vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten können.

Welche Genussmittel, Speisen und Getränke sollten Sie meiden?

Der gleichzeitige Genuss von Grapefruitsaft wird nicht empfohlen, da erhöhte Blutspiegel von Nimodipin

auftreten können.

Dosierungsanleitung, Art und Dauer der Anwendung

Die folgenden Angaben gelten, soweit Ihnen Ihr Arzt Nimotop nicht anders verordnet. Bitte halten Sie sich an

die Anwendungsvorschriften, da Nimotop sonst nicht richtig wirken kann!

Wie oft und in welcher Menge sollten Sie Nimotop einnehmen?

Soweit nicht anders verordnet, wird eine Tagesdosis von 3 x 1 Filmtablette Nimotop (entspricht 3 x 30 mg

Nimodipin) empfohlen.

Bei schweren Nierenfunktionsstörungen können Wirkungen und Nebenwirkungen, z.B. Blutdrucksenkung,

stärker ausgeprägt sein. In solchen Fällen sollte die Dosis in Abhängigkeit von Ergebnissen aus

Blutdruckkontrollen und EKG vom behandelnden Arzt gegebenenfalls verringert werden.

Wie und wann sollten Sie Nimotop einnehmen?

Nehmen Sie die Filmtabletten Nimotop unabhängig von den Mahlzeiten gleichmäßig über den Tag verteilt

unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit ein.

Wie lange sollten Sie Nimotop einnehmen?

Über die Dauer der Anwendung entscheidet Ihr Arzt. Nach einer mehrmonatigen Anwendung ist vom Arzt zu

überprüfen, ob die Behandlung mit Nimotop auch weiter angezeigt ist.

Anwendungsfehler und Überdosierung

Was ist zu tun, wenn Nimotop in zu großen Mengen angewendet wurde (beabsichtigt oder versehentlich)?

Als Folge einer Überdosierung können verstärkt Nebenwirkungen wie z.B. Hautrötung (Flush), Kopfschmerzen,

eine stärkere Blutdrucksenkung, eine erhöhte oder erniedrigte Herzschlagfolge sowie Magen-Darm-

Beschwerden, Übelkeit und ZNS-Symptome auftreten. Verständigen Sie bei Verdacht auf eine Überdosierung

sofort einen Arzt, damit dieser über das weitere Vorgehen entscheiden kann!

Ärztliche Maßnahmen bei Überdosierung

Die Behandlung orientiert sich an der allgemeinen Vorgehensweise bei Überdosierungen, bei denen je nach

Schweregrad der Vergiftung über die entsprechenden Maßnahmen entschieden wird.

Bei akuter Überdosierung soll die Therapie mit Nimotop sofort unterbrochen werden. Ein spezifisches

Gegenmittel ist bisher nicht bekannt, die Gegenmaßnahmen richten sich nach dem klinischen Zustand.

Was müssen Sie beachten, wenn Sie zuwenig Nimotop eingenommen oder eine Anwendung vergessen

haben?

Nehmen Sie beim nächsten Mal nicht zusätzlich mehr Filmtabletten Nimotop ein, sondern setzen Sie die

Behandlung mit der verordneten Dosis fort.

In der Regel führt eine einmalig vergessene Einnahme nicht zu einer Verschlechterung Ihres Zustandes.

Beachten Sie aber bitte, dass Nimotop nur sicher und ausreichend wirken kann, wenn es gleichmäßig

eingenommen wird!

Was müssen Sie beachten, wenn Sie die Behandlung unterbrechen oder vorzeitig beenden?

Sprechen Sie auf jeden Fall mit Ihrem Arzt, bevor Sie – z.B. aufgrund des Auftretens von Nebenwirkungen – die

Behandlung mit Nimotop unterbrechen oder vorzeitig beenden wollen.

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Nimotop auftreten?

Als Nebenwirkungen

können Kopfschmerzen, Hautrötung (Flush), Übelkeit, Wärme- oder Hitzegefühl,

Zunahme der Herzschlagfolge (Tachykardie), Blutdrucksenkung (insbesondere bei erhöhtem Ausgangswert),

Magen-Darm-Beschwerden, Schwindelgefühl, Schwächegefühl, Wasseransammlung in den Beinen (periphere

Ödeme) auftreten.

Bei einigen Patienten können Zeichen einer übermäßigen Anregung des Gehirns auftreten wie Schlaflosigkeit,

gesteigerte Bewegungsunruhe, Erregung, Aggressivität, Schwitzen. Daneben können vereinzelt überschießende,

ungesteuerte Bewegungen (Hyperkinesie) und depressive Verstimmungen auftreten.

Weiterhin wurde in einzelnen Fällen über eine Verminderung der Blutplättchenzahl (Thrombopenie) berichtet.

Wenn Sie Nebenwirkungen bei sich beobachten die nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführt sind, teilen Sie

diese bitte Ihrem Arzt oder Apotheker mit.

Welche Gegenmaßnahmen sind bei Nebenwirkungen zu ergreifen?

Bitte informieren Sie Ihren Arzt über aufgetretene Nebenwirkungen, damit er diese gegebenenfalls spezifisch

behandeln kann.

Hinweise und Angaben zur Haltbarkeit des Arzneimittels

Das Verfallsdatum dieses Arzneimittels ist auf der Packung aufgedruckt. Verwenden Sie dieses Arzneimittel

nicht mehr nach Ablauf des angegebenen Datums!

Stand der Information

Juli 2001

Achten Sie stets darauf, dass Sie Nimotop so aufbewahren, dass es für Kinder nicht zu erreichen ist.

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Ergänzende Informationen

Nimotop

Nimodipin

Zerebraltherapeutikum

Eigenschaften

Nimodipin, der Wirkstoff von Nimotop, gehört zur Substanzgruppe der Calciumantagonisten und beeinflusst den

Einstrom von Calcium in die Gehirnzelle positiv.

Zur Behandlung von Hirnleistungsstörungen im Alter wurde Nimotop bei vielen Patienten während der

klinischen Erprobung erfolgreich eingesetzt und hat zu einer Verbesserung der mit Hirnleistungsstörungen

verbundenen Beschwerden geführt.

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Diese Packung wurde von der Firma Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH,

83451 Piding, importiert. Der Beipackzettel wurde ebenfalls von der

Firma Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH gedruckt und hinzugefügt.

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Fachinformation

Nimotop

1. Bezeichnung des Arzneimittels

Nimotop

Wirkstoff: Nimodipin

2. Verschreibungsstatus/Apothekenpflicht

Verschreibungspflichtig

3. Zusammensetzung des Arzneimittels

3.1 Stoff- oder Indikationsgruppe

Calciumantagonist vom 1,4-Dihydropyridin-Typ

Zerebraltherapeutikum

3.2 Arzneilich wirksame Bestandteile

1 Filmtablette Nimotop enthält 30 mg Nimodipin.

3.3 Sonstige Bestandteile

Mikrokristalline Cellulose, Maisstärke, Polyvidon, Crospovidon, Magnesiumstearat, Methylhydroxypropylcellulose,

Macrogol 4000, Titandioxid (E 171), Eisenoxid (E 172).

4. Anwendungsgebiete

Behandlung von hirnorganisch bedingten Leistungsstörungen im Alter mit deutlichen Beschwerden wie Gedächtnis-,

Antriebs- und Konzentrationsstörungen sowie Stimmungslabilität.

Bevor die Behandlung mit Nimotop begonnen wird, sollte geklärt werden, ob die Krankheitserscheinungen nicht auf einer

spezifisch zu behandelnden Grunderkrankung beruhen.

5. Gegenanzeigen

Nimotop darf nicht angewendet werden bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Nimodipin oder einen der sonstigen

Bestandteile.

Eine

vorhergehende

langfristige Anwendung

von Antiepileptika

enzyminduzierenden Typ

(Phenobarbital, Phenytoin, Carbamazepin) führt zu einer Verringerung der Bioverfügbarkeit von oral verabreichtem

Nimodipin. Deshalb wird die gleichzeitige Verabreichung von Nimotop in solchen Fällen nicht empfohlen (siehe

Wechselwirkungen).

Bei schwerer Einschränkung der Leberfunktion (z. B. Leberzirrhose) soll Nimotop nicht gegeben werden.

Bei sehr alten multimorbiden Patienten und bei Patienten mit schweren Einschränkungen der Nierenfunktion (glomeruläre

Filtrationsrate < 20 ml/min) sowie mit schwerer Beeinträchtigung der Herz-Kreislauf-Funktionen sollten die

Behandlungsnotwendigkeit mit Nimotop sorgfältig abgewogen und Kontrolluntersuchungen regelmäßig durchgeführt

werden.

Vorsicht ist geboten bei ausgeprägter Hypotonie (systolischer Blutdruck unterhalb 90 mmHg).

Nimotop wird während der Schwangerschaft und Stillzeit entsprechend den Anwendungsgebieten nicht angewendet.

6. Nebenwirkungen

Folgende Nebenwirkungen können auftreten:

Wärme-

oder Hitzegefühl,

Flush,

Blutdrucksenkung (insbesondere bei

erhöhter Ausgangslage),

Tachykardie,

Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit, Schwächegefühl, periphere Ödeme. Bei einigen

Patienten können Symptome einer übermäßigen Aktivierung des ZNS auftreten wie Schlaflosigkeit, gesteigerte motorische

Unruhe, Erregung, Aggressivität und Schwitzen. Daneben treten vereinzelt Hyperkinesien und depressive Verstimmungen

auf. Weiterhin wurde in einzelnen Fällen über Thrombopenie berichtet.

Februar 2003

Fachinformation

Nimotop

Hinweis:

Durch individuell auftretende unterschiedliche Reaktionen kann die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr,

zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt werden. Auf unerwartete und

plötzliche Ereignisse kann dann nicht mehr schnell und gezielt genug reagiert werden. Dem Patienten ist anzuraten, in

diesem Fall nicht Auto oder andere Fahrzeuge zu führen, außerdem sollten keine elektrischen Werkzeuge und Maschinen

bedient werden oder ohne sicheren Halt gearbeitet werden. Dies gilt in verstärktem Maße bei gleichzeitiger Einnahme von

Alkohol.

7. Wechselwirkungen mit anderen Mitteln

Patienten,

blutdrucksenkende

Mittel

erhalten,

kann

Nimotop

blutdrucksenkende Wirkung

Begleitmedikation verstärken.

Neuroleptika und Antidepressiva

Die gleichzeitige Verabreichung von Nimodipin und dem Antidepressivum Fluoxetin führt zu bis zu ca. 50 % höheren

Plasmakonzentrationen an Nimodipin. Der Fluoxetin-Plasmaspiegel wird deutlich erniedrigt, während der aktive Metabolit

Norfluoxetin davon nicht betroffen ist.

Die gleichzeitige Verabreichung von Nimodipin und Nortriptylin führt zu einer leichten Erhöhung des Nimodipin-

Plasmaspiegels bei unveränderten Nortriptylin-Plasmakonzentrationen.

Bei der gleichzeitigen Gabe von Nimopidin und Haloperidol bei Patienten mit individueller langfristiger Haloperidol-

Behandlung traten keine Anzeichen von Wechselwirkungen auf.

Cimetidin und Antiepileptika

Die gleichzeitige Verabreichung von Nimotop mit Cimetidin oder Valproinsäure kann zu einer Erhöhung der

Plasmakonzentration von Nimodipin führen.

Eine vorhergehende langfristige Anwendung von Antiepileptika vom enzyminduzierenden Typ (Phenobarbital, Phenytoin

oder Carbamazepin) führt zu einer Verringerung der Bioverfügbarkeit von oral verabreichtem Nimodipin. Deshalb wird

die gleichzeitige Verabreichung von Nimotop in solchen Fällen nicht empfohlen.

Zidovudin

In experimentellen Untersuchungen führte die gleichzeitige intravenöse Gabe von Zidovudin und Nimodipin zu erhöhten

Zidovudin-Plasmaspiegeln.

Grapefruitsaft

Der gleichzeitige Genuss von Grapefruitsaft wird nicht empfohlen, da erhöhte Blutspiegel von Nimodipin auftreten

können.

Rifampicin

Von anderen Arzneistoffen aus der Gruppe der Dihydropyridine (Nifedipin, Nisoldipin) wurde berichtet, dass die

gleichzeitige Verabreichung von Rifampicin zu verminderten Plasmaspiegeln der oral verabreichten Dihydropyridine

durch Erniedrigung der Bioverfügbarkeit führen kann.

8. Warnhinweise

Keine.

9. Wichtigste Inkompatibilitäten

Keine bekannt.

10. Dosierung mit Einzel- und Tagesgaben

Die empfohlene Tagesdosis beträgt 3 x 1 Filmtablette Nimotop (3 x 30 mg Nimodipin).

Bei schweren Nierenfunktionsstörungen können Wirkungen und Nebenwirkungen, z. B. Blutdrucksenkung, stärker

ausgeprägt sein; in solchen Fällen sollte die Dosis in Abhängigkeit von Ergebnissen aus Blutdruckkontrollen und EKG

ggf. reduziert werden.

Februar 2003

Fachinformation

Nimotop

11. Art und Dauer der Anwendung

Die Filmtabletten Nimotop werden im Allgemeinen unabhängig von den Mahlzeiten gleichmäßig über den Tag verteilt

unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen.

Nach einer mehrmonatigen Anwendung ist zu überprüfen, ob die medikamentöse Behandlung mit Nimotop auch weiter

angezeigt ist.

12. Notfallmaßnahmen, Symptome und Gegenmittel

a) Symptome der Intoxikation

Als Folge einer akuten Überdosierung muss mit Flush, Kopfschmerzen, stärkerer Blutdrucksenkung, Tachykardie oder

Bradykardie, Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit und ZNS-Symptomen gerechnet werden.

b) Therapie von Intoxikationen

Bei akuter Überdosierung soll die Behandlung mit Nimotop sofort unterbrochen werden. Als sofortige Therapiemaßnahme

ist eine Magenspülung mit Kohlezusatz in Betracht zu ziehen. Bei starkem Blutdruckabfall sollte Dopamin oder

Noradrenalin intravenös verabreicht werden. Da kein spezifisches Antidot bekannt ist, sollte sich im weiteren die Therapie

anderer Begleitwirkungen nach den im Vordergrund stehenden Symptomen richten.

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Spezies

Geschlecht

Applikationsweg

(mg/kg)

Vertrauensbereich

für p ≤ 0,05

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Maus

per os

3562

(2746 – 4417)

Maus

intravenös

( 28 – 38)

Ratte

per os

6599

(5118 – 10033)

Ratte

intravenös

( 14 – 18)

Kaninchen

per os

ca. 5000

Kaninchen

intravenös

ca. 2,5

Hund

m und w

per os

zwischen 1000 und 2000

Hund

m und w

intravenös

ca. 4,5

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Februar 2003

Fachinformation

Nimotop

Mittlere Plasmakonzentrationsverläufe von Nimodipin nach oraler Gabe von 30 mg als Tablette und nach intravenöser

Infusion von 0,015 mg/kg für eine Stunde (n=24, ältere Probanden).

13.

Pharmakologische

und

toxikologische

Eigenschaften,

Pharmakokinetik

und

Bioverfügbarkeit, soweit diese Angaben für die therapeutische Verwendung erforderlich

sind

13.1 Pharmakologische Eigenschaften

Nimodipin ist ein Calciumantagonist aus der 1,4-Dihydropyridin-Gruppe. Die Substanz durchdringt aufgrund ihrer hohen

Lipophilie gut die Blut-Hirn-Schranke. Im Tierexperiment bindet Nimodipin mit hoher Affinität und Selektivität an Ca

Kanäle vom L-Typ und blockiert hierüber den transmembranösen Ca

+-Einstrom. Es wird angenommen, dass Nimodipin

in den pathologischen Zuständen, die mit einer vermehrten Einströmung von Ca

+-Ionen in die Nervenzellen einhergehen,

z.B. bei Hirnischämie, die Stabilität und Funktionsfähigkeit dieser verbessern könnte.

Eine selektive Blockierung der Ca

+-Kanäle in bestimmten Hirnarealen, wie Hippocampus und Kortex, erklärt

möglicherweise den positiven Einfluss von Nimodipin auf Lern- und Gedächtnisdefizite, die an verschiedenen

Tiermodellen

beobachtet

wurden.

gleiche

Molekularmechanismus

liegt

wahrscheinlich

zerebralen

gefäßdilatierenden und durchblutungsfördernden Wirkung von Nimodipin zugrunde, die bei Tier und Mensch beobachtet

wurde. In welcher Weise die molekularen Effekte von Nimodipin zur Verbesserung der Hirnleistungsstörungen führen, die

unter Verwendung neurophysiologischer und klinischer Testmodelle nachgewiesen wurden, bleibt Gegenstand künftiger

Untersuchungen.

13.2 Toxikologische Eigenschaften

Akute Toxizität (LD

50

)

Siehe Tabelle auf Seite 3.

Chronische Toxizität

In einer Jahresstudie an Hunden wurde die systemische Verträglichkeit von Nimodipin mit Dosen bis 6,25 mg/kg/Tag

geprüft. Dosen bis 2,5 mg/kg zeigten sich hierbei schädigungslos, 6,25 mg/kg bewirkten leichte, aber reversible

elektrokardiographische

Veränderungen

Folge

myokardialer

Durchblutungsstörungen.

Histopathologische

Veränderungen waren bei dieser Dosis aber weder am Herzen noch an anderen Organen festzustellen. Ratten, denen

Nimodipin 2 Jahre lang in Tagesdosen bis ca. 90 mg/kg/Tag im Futter verabreicht wurde, vertrugen diese Dosen

schädigungslos. Auch lagen keine Hinweise auf tumorerzeugende Substanzwirkungen vor.

Tumorerzeugendes und mutagenes Potential

In einer Lebenszeitstudie erhielten Ratten Nimodipin 2 Jahre lang in Dosierungen bis 1800 ppm (ca. 90 mg/kg/Tag) im

Futter, ohne dass sich Hinweise auf ein tumorerzeugendes Potential der Substanz ergaben. Auch in einer Langzeitstudie an

Mäusen über 21 Monate waren in Dosen bis 500 mg/kg/Tag p.o. keine Hinweise auf ein tumorerzeugendes Potential von

Nimodipin feststellbar.

Nimodipin wurde einer ausführlichen Mutagenitätsprüfung unterzogen. Tests zur Induktion von Gen- und

Chromosomenmutationen ergaben keine relevanten Hinweise auf mutagene Wirkungen.

Reproduktionstoxizität

Die Fertilität männlicher und weiblicher Ratten sowie ihrer Nachkommen wurde durch Dosen bis 30 mg/kg/Tag nicht

beeinträchtigt.

Bei Verabreichung von 10 mg/kg/Tag an trächtige Ratten während der Embryogenese zeigten sich keine nachteiligen

Wirkungen. Ab 30 mg/kg/Tag trat eine Wachstumshemmung auf, die zu einer Verringerung der Fetengewichte führte, nach

100 mg/kg/Tag starben vermehrt Keimlinge in utero ab. Teratogene Effekte wurden nicht beobachtet.

Embryotoxizitätsstudien am Kaninchen mit Dosen bis zu 10 mg/kg/Tag p.o. ergaben keine Hinweise auf teratogene oder

andere embryotoxische Substanzwirkungen.

Zur Peri- und Postnatalentwicklung wurden Studien an der Ratte mit Dosen bis zu 30 mg/kg/Tag durchgeführt. In einer

Studie wurden eine erhöhte peri- und postnatale Sterblichkeit sowie Verzögerungen bei der körperlichen Entwicklung

beobachtet (ab 10 mg/kg). Diese Befunde konnten in weiteren Studien nicht bestätigt werden.

Es liegen keine Erfahrungen beim Menschen mit der Anwendung während der Schwangerschaft und der Stillzeit vor.

Februar 2003

Fachinformation

Nimotop

13.3 Pharmakokinetik

Absorption

Die Absorption des oral verabreichten Wirkstoffes Nimodipin erfolgt praktisch vollständig. Bereits 10 – 15 Minuten nach

Tablettengabe können der unveränderte Wirkstoff und seine frühen ,,First-pass‘‘-Stoffwechselprodukte im Plasma

nachgewiesen

werden.

Nach

mehrfacher

oraler

Gabe

täglich)

werden

mittlere

maximale

Plasmakonzentrationen (C

) von 12,3 – 17,5 ng/ml bei jungen und von 26 ± 10 ng/ml bei älteren Menschen gemessen,

die nach 0,6 – 1,6 Stunden (t

) erreicht werden. Die maximale Plasmakonzentration und die Fläche unter der Kurve

steigen bis zur höchsten geprüften Dosierung von 90 mg dosisproportional an.

Bei Dauerinfusion von 0,03 mg/kg/h werden mittlere Steady-State-Plasmakonzentrationen von 17,6 – 26,6 ng/ml erreicht.

Nach intravenöser Bolusinjektion fallen die Nimodipin-Plasmakonzentrationen biphasisch mit Halbwertszeiten von 5 – 10

Minuten und von etwa 60 Minuten ab. Das Verteilungsvolumen (V

, nach Zwei-Kompartiment-Modell berechnet) wird bei

i.v. Gabe zu 0,9 – 1,6 l/kg KG berechnet. Die totale (systemische) Clearance beträgt 0,6 – 1,9 l/h/kg.

Proteinbindung und Verteilung

Nimodipin wird zu 97 – 99 % an Plasmaproteine gebunden. Dem Vollblut zugesetztes Nimodipin verteilt sich zu etwa

gleichen Teilen zwischen den Erythrozyten und dem Plasma. Nimodipin hat sich im Tierversuch als plazentagängig

erwiesen. An der laktierenden Ratte konnte zudem der Übertritt in die Muttermilch nachgewiesen werden. Beide Vorgänge

sind auch für den Menschen wahrscheinlich, obwohl bis jetzt keine Humandaten vorliegen.

Nimodipin kann nach oraler und i.v. Gabe in der Cerebrospinalflüssigkeit in Konzentrationen nachgewiesen werden, die

ca. 0,5 % der gemessenen Plasmakonzentrationen betragen. Diese entsprechen etwa der freien Konzentration im Plasma.

Metabolismus, Elimination und Exkretion

Nimodipin wird metabolisch eliminiert. Dabei stehen die Dehydrogenierung des Dihydropyridin-Ringes und die oxidative

Esterspaltung im Vordergrund. Die oxidative Esterspaltung, die Hydroxylierung der 2- und 6-Methyl-Gruppe und die

Glukuronidierung als Konjugationsreaktion sind weitere wichtige Metabolisierungsschritte. Die im Plasma auftretenden

drei primären Metaboliten zeigen keine oder nur therapeutisch unbedeutende Restaktivität.

Eine Beeinflussung der Leberenzyme durch Induktion oder Hemmung ist nicht bekannt. Die Metaboliten werden beim

Menschen zu ca. 50 % renal und zu ca. 30 % biliär ausgeschieden.

Die Eliminationskinetik ist linear. Die Halbwertszeit für Nimodipin beträgt zwischen 1,1 und 1,7 Stunden. Die terminale

Halbwertszeit von 5 – 10 Stunden ist für die Festlegung des Dosisintervalls nicht von Bedeutung.

Siehe Abbildung

13.4 Bioverfügbarkeit

Aufgrund der hohen Metabolisierungsrate bei der ersten Leberpassage (,,first pass‘‘ ca. 85 – 90 %) beträgt die absolute

Bioverfügbarkeit 10 – 15 %.

Bei der gemeinsamen Anwendung mit den Antiepileptika Phenobarbital, Phenytoin oder Carbamazepin wird die

Bioverfügbarkeit von oral verabreichtem Nimodipin stark erniedrigt. Die verminderte Bioverfügbarkeit wird durch die

enzyminduzierenden Eigenschaften dieser Antiepileptika erklärt, die zu einem verstärkten First-pass-Metabolismus führen.

Von anderen Dihydropyridinen (Nifedipin, Nisoldipin) wurde berichtet, dass die gleichzeitige Verabreichung von

Rifampicin zu verminderten Plasmaspiegeln der oral verabreichten Dihydropyridine durch Erniedrigung der

Bioverfügbarkeit führen kann.

14. Sonstige Hinweise

Bei Patienten mit eingeschränkter Nieren- und Leberfunktion liegen noch keine ausreichenden Erfahrungen vor, deshalb

ist auf die Verträglichkeit des Präparates besonders zu achten. Zur Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit

siehe 5.

15. Dauer der Haltbarkeit

Februar 2003

Fachinformation

Nimotop

Entsprechend der in den Lieferländern festgelegten Haltbarkeitsdauer.

Nach Ablauf des auf der Verpackung angegebenen Verfallsdatums soll Nimotop nicht mehr angewendet werden.

16. Besondere Lager- und Aufbewahrungshinweise

Keine.

17. Darreichungsformen und Packungsgrößen

30 Filmtabletten

60 Filmtabletten

100 Filmtabletten

Anstaltspackung

18. Stand der Information

Juli 2001

19. Name oder Firma und Anschrift des pharmazeutischen Unternehmers

Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH

Am Gänslehen 4 – 6

83451 Piding

Tel.: 08651/704-0

Fax: 08651/704-324

Februar 2003

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