Nifical-Tropfen Tropfen zum Einnehmen, Lösung

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Nifedipin
Verfügbar ab:
Winthrop Arzneimittel GmbH
ATC-Code:
C08CA05
INN (Internationale Bezeichnung):
nifedipine
Darreichungsform:
Tropfen zum Einnehmen, Lösung
Zusammensetzung:
Nifedipin 600.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
5959.00.02

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Nifical-Tropfen

®

20 mg/ml Tropfen zum Einnehmen, Lösung

Wirkstoff: Nifedipin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was sind Nifical-Tropfen und wofür werden sie angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Nifical-Tropfen beachten?

Wie sind Nifical-Tropfen einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie sind Nifical-Tropfen aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was sind Nifical-Tropfen und wofür werden Sie angewendet?

Nifical Tropfen enthalten den Wirkstoff Nifedipin.

Nifical-Tropfen sind ein Mittel zur Behandlung von Herzerkrankungen, die mit einer unzureichenden

Sauerstoffversorgung des Herzmuskels einhergehen, sowie zur Behandlung von Bluthochdruck.

Nifical-Tropfen werden angewendet bei:

Beschwerden (z. B. Schmerzen oder Engegefühl im Brustbereich) bei Zuständen mit

unzureichender Sauerstoffversorgung des Herzmuskels (Angina Pectoris):

bei Belastung: chronisch stabile Angina Pectoris (Belastungsangina),

durch Gefäßverkrampfung: vasospastische Angina Pectoris (Prinzmetal-Angina, Variant-

Angina),

nicht organbedingtem Bluthochdruck.

Hinweis:

Bei Patienten mit nicht organbedingtem Bluthochdruck oder chronischer Angina Pectoris, die mit

Nifedipin in schnell freisetzenden Darreichungsformen (Nifical-Tropfen gehören dazu) behandelt wurden,

haben sich Hinweise auf einen dosisabhängigen Anstieg von Komplikationen des Herz-Kreislauf-Systems

(z. B. Herzinfarkt) und eine Erhöhung der Sterblichkeit ergeben. Daher sind Nifical-Tropfen bei diesen

beiden Erkrankungen nur dann einzusetzen, wenn andere Arzneimittel nicht angezeigt sind.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Nifical-Tropfen beachten?

Nifical-Tropfen dürfen nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Nifedipin, Pfefferminzöl oder einen der in Abschnitt 6. genannten

sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,

wenn Sie einen Herz-Kreislauf-Schock erlitten haben,

wenn Sie an einer Herzklappenverengung (Aortenstenose) leiden,

wenn Sie in Ruhe unter Beschwerden (z. B. Schmerzen oder Engegefühl im Brustbereich) bei

Zuständen mit unzureichender Sauerstoffversorgung des Herzmuskels (instabile Angina Pectoris)

leiden,

wenn Sie innerhalb der letzten 4 Wochen einen akuten Herzinfarkt erlitten haben,

wenn Sie gleichzeitig Arzneimittel mit dem Wirkstoff Rifampicin (Arzneimittel gegen Tuberkulose)

einnehmen,

wenn Sie schwanger sind – bis zur 20. Woche der Schwangerschaft,

wenn Sie stillen,

von Säuglingen und Kleinkindern unter 2 Jahren (Gefahr eines Kehlkopfkrampfes),

von Patienten mit Bronchialasthma oder anderen Atemwegserkrankungen, die mit einer

ausgeprägten Überempfindlichkeit der Atemwege einhergehen. Die Inhalation von Nifical-Tropfen

kann zu Atemnot führen oder einen Asthmaanfall auslösen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Nifical-Tropfen einnehmen. Die Behandlung

mit Nifical-Tropfen bedarf der regelmäßigen ärztlichen Kontrolle,

wenn Sie niedrigen Blutdruck (RR-Wert systolisch unter 90 mmHg) haben,

wenn Sie unter einer nicht ausreichend behandelten Herzmuskelschwäche (dekompensierte

Herzinsuffizienz) leiden,

wenn Sie Dialysepatient mit starkem Bluthochdruck und verminderter zirkulierender Blutmenge

sind, da ein deutlicher Blutdruckabfall auftreten kann,

wenn Sie schwanger sind (siehe Abschnitt 2. „Schwangerschaft, Stillzeit und

Fortpflanzungsfähigkeit“).

Die Einnahme von Nifical-Tropfen kann einen übermäßigen Blutdruckabfall mit beschleunigtem

Herzschlag (Reflextachykardie) hervorrufen, was zu Herz-Kreislauf-Problemen führen kann.

Insbesondere zu Beginn der Behandlung kann es gelegentlich zum Auftreten von Angina-Pectoris-

Anfällen bzw. bei Patienten mit bestehender Angina Pectoris zu einer Zunahme von Häufigkeit, Dauer

und Schweregrad der Anfälle kommen. Sehr selten ist über das Auftreten von Herzinfarkten berichtet

worden.

Der Wirkstoff in Nifical-Tropfen, Nifedipin, wird unter Beteiligung eines bestimmten Enzymsystems

(Cytochrom P450 3A4) abgebaut. Durch andere Arzneimittel kann dieses Enzymsystem gehemmt oder

verstärkt werden. Hierdurch können die Wirkungen und Nebenwirkungen von Nifical-Tropfen verändert

werden (siehe Abschnitt 2. „Einnahme von Nifical-Tropfen zusammen mit anderen Arzneimitteln“).

Wenn Sie Nifical-Tropfen gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln, die dieses Enzymsystem hemmen,

einnehmen, kann dies gesteigerte Wirkungen, aber auch verstärkt auftretende Nebenwirkungen von

Nifical-Tropfen zur Folge haben. Hierzu zählen z. B. folgende Arzneimittel:

bestimmte Antibiotika (z. B. Erythromycin),

bestimmte Anti-HIV-Arzneimittel (z. B. Ritonavir),

bestimmte Arzneimittel gegen Pilzerkrankungen (z. B. Ketoconazol),

Nefazodon und Fluoxetin (Mittel gegen krankhaft traurige Verstimmung, Antidepressiva),

Quinupristin/Dalfopristin (Antibiotika),

Valproinsäure (Mittel gegen Epilepsie),

Cimetidin (Mittel gegen Magen- und Darmgeschwüre),

trizyklische Antidepressiva (Arzneimittel gegen Depression),

Vasodilatatoren (gefäßerweiternde Arzneimittel),

Cisaprid (Magen-Darm-Mittel).

Wenn Nifical-Tropfen gleichzeitig mit einem dieser Arzneimittel angewendet werden, sollte der Blutdruck

überwacht werden und, falls erforderlich, eine Verringerung der Dosis von Nifical-Tropfen in Betracht

gezogen werden.

Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion kann der Abbau von Nifedipin verzögert sein. Der Arzt

wird daher den Behandlungsverlauf sorgfältig überwachen und gegebenenfalls die Dosis verringern.

Kinder und Jugendliche

Nifical-Tropfen werden nicht empfohlen für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter

18 Jahren aufgrund der nur begrenzt vorliegenden Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit in dieser

Patientengruppe.

Einnahme von Nifical-Tropfen zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich

andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Welche anderen Arzneimittel beeinflussen die Wirkung von Nifical-Tropfen?

Nifedipin (der Wirkstoff in Nifical-Tropfen) wird unter Beteiligung eines bestimmten Enzymsystems

(Cytochrom P450 3A4) abgebaut. Daher kann die gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die dieses

Enzymsystem beeinflussen, zu Wechselwirkungen dieser Arzneimittel mit Nifical-Tropfen führen.

Sowohl das Ausmaß wie auch die Dauer der Wechselwirkungen sollten in Betracht gezogen werden, wenn

Nifical-Tropfen zusammen mit den nachfolgend aufgeführten Arzneimitteln eingenommen werden soll.

Verstärkung der Wirkungen und Nebenwirkungen von Nifical-Tropfen durch andere Arzneimittel

Wenn Sie gleichzeitig mit Nifical-Tropfen folgende andere Arzneimittel anwenden, sollte der Blutdruck

überwacht und, falls erforderlich, eine Verringerung der Dosis von Nifical-Tropfen in Betracht gezogen

werden (siehe auch Abschnitt 2. „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“):

bestimmte Antibiotika (z. B. Erythromycin),

bestimmte Anti-HIV-Arzneimittel (z. B. Ritonavir),

bestimmte Arzneimittel gegen Pilzerkrankungen (z. B. Ketoconazol),

Fluoxetin

Nefazodon (Mittel gegen krankhaft traurige Verstimmung, Antidepressiva),

Quinupristin/Dalfopristin (Antibiotika),

Valproinsäure (Mittel gegen Epilepsie),

Cimetidin (Mittel gegen Magen- und Darmgeschwüre),

trizyklische Antidepressiva (Arzneimittel gegen Depressionen),

Vasodilatatoren (gefäßerweiternde Arzneimittel),

Cisaprid (Magen-Darm-Mittel).

Abschwächung der Wirkung von Nifical-Tropfen durch andere Arzneimittel

Rifampicin (Mittel gegen Tuberkulose)

Rifampicin führt zu einem beschleunigten Abbau von Nifedipin im Körper. Bei einer Behandlung mit

Nifical-Tropfen darf Rifampicin nicht gleichzeitig angewendet werden, da keine wirksamen Blutspiegel

von Nifedipin erreicht werden (siehe auch Abschnitt 2. „Nifical-Tropfen dürfen nicht eingenommen

werden“).

Phenytoin (Wirkstoff zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen und Epilepsie)

Abschwächung der Wirksamkeit von Nifical-Tropfen. Bei gleichzeitiger Einnahme beider Arzneimittel

sollte die Reaktion auf Nifedipin beobachtet und gegebenenfalls eine Steigerung der Dosis von Nifical-

Tropfen erwogen werden. Nach Beendigung der Anwendung von Phenytoin kann erneut eine Anpassung

der Dosis von Nifical-Tropfen erforderlich sein.

Carbamazepin und Phenobarbital (Wirkstoffe zur Behandlung der Epilepsie)

Die gleichzeitige Einnahme von Nifical-Tropfen kann zu einer abgeschwächten Wirkung von Nifical-

Tropfen führen.

Wie beeinflussen Nifical-Tropfen die Wirkung anderer Arzneimittel?

Blutdrucksenkende Arzneimittel

Die blutdrucksenkende Wirkung anderer Arzneimittel verschiedener Wirkstoffgruppen kann durch

Nifical-Tropfen verstärkt werden, z. B. von:

Diuretika (harntreibende Mittel),

Betarezeptorenblockern (Arzneimittel gegen Bluthochdruck),

ACE-Hemmern (Arzneimittel gegen Bluthochdruck),

Angiotensin-1-Rezeptorantagonisten (Arzneimittel gegen Bluthochdruck),

anderen Calciumantagonisten (Arzneimittel gegen Bluthochdruck),

Alpharezeptorenblockern (Arzneimittel gegen Bluthochdruck und Herzleistungsschwäche),

PDE-5-Inhibitoren (Arzneimittel zur Behandlung von Erektionsstörungen),

Alphamethyldopa (Arzneimittel gegen Bluthochdruck).

Betarezeptorenblocker (Wirkstoffgruppe von Blutdrucksenkern)

Bei gleichzeitiger Behandlung mit Betarezeptorenblockern können in Einzelfällen Zeichen einer

Herzleistungsschwäche auftreten. Ihr Arzt wird in diesen Fällen den Behandlungsverlauf sorgfältig

überwachen.

Digoxin (Wirkstoff zur Stärkung der Herzkraft)

Die Konzentration dieses Arzneimittels im Blut kann ansteigen. Auf Anzeichen einer Digoxin-

Überdosierung sollte geachtet werden und, falls notwendig, die Digoxin-Dosis vom Arzt reduziert werden

(nach Bestimmung der Digoxin-Konzentration im Blut).

Theophyllin (Wirkstoff zur Erweiterung der Bronchien)

Die Konzentration dieses Arzneimittels im Blut kann ansteigen.

Vincristin (Wirkstoff zur Behandlung von Tumoren)

Die Ausscheidung von Vincristin wird vermindert, wodurch die Nebenwirkungen von Vincristin

zunehmen können. Ihr Arzt wird evtl. eine Verringerung der Vincristin-Dosis verordnen.

Cephalosporine (Wirkstoffe zur Behandlung von Infektionen)

Die Cephalosporin-Konzentration im Blut kann erhöht sein.

Chinidin (Wirkstoff zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen)

In Einzelfällen bewirken Nifical-Tropfen einen Abfall bzw. das Absetzen von Nifical-Tropfen einen

deutlichen Anstieg des Chinidin-Gehaltes im Blut (Kontrolle des Chinidin-Gehaltes im Blut!). In anderen

Fällen wurde auch über einen Anstieg der Nifedipin-Konzentration im Blut durch Chinidin berichtet. Es

wird deshalb empfohlen, den Blutdruck sorgfältig zu überwachen, wenn beide Arzneimittel gleichzeitig

angewendet werden. Gegebenenfalls sollte die Dosis von Nifical-Tropfen verringert werden.

Tacrolimus (Wirkstoff zur Vorbeugung der Transplantatabstoßung nach z. B. Leber- und

Nierentransplantationen)

Bei gleichzeitiger Einnahme von Nifical-Tropfen können erhöhte Tacrolimus-Blutspiegel auftreten, sodass

die Tacrolimus-Dosis im Einzelfall reduziert werden sollte. Eine regelmäßige Kontrolle der Blutspiegel

von Tacrolimus wird empfohlen.

Einnahme von Nifical-Tropfen zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Durch Grapefruitsaft kann die blutdrucksenkende Wirkung von Nifical-Tropfen verstärkt werden. Dieser

Effekt hält über mindestens 3 Tage nach der letzten Einnahme von Grapefruitsaft an. Im zeitlichen

Zusammenhang mit der Nifical-Tropfen-Behandlung sollte deshalb der Genuss von Grapefruit bzw.

Grapefruitsaft vermieden werden (siehe auch Abschnitt 3. „Art der Anwendung“).

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um

Rat.

Sie dürfen Nifical-Tropfen während der gesamten ersten 20 Wochen einer Schwangerschaft nicht

einnehmen, da experimentelle Studien mit dem Wirkstoff Nifedipin Hinweise auf Fetusschädigungen

ergeben haben. Ausreichende Erfahrungen beim Menschen liegen nicht vor. Wird unter der Behandlung

mit Nifical-Tropfen eine Schwangerschaft festgestellt, muss unter ärztlicher Beratung eine Umstellung der

Behandlung erfolgen. Ab der 20. Schwangerschaftswoche können Nifical-Tropfen nach sorgfältiger

Nutzen-Risiko-Abwägung eingenommen werden, wenn andere Behandlungsmöglichkeiten nicht infrage

kommen oder sich als unwirksam erwiesen haben.

Während der Stillzeit dürfen Nifical-Tropfen nicht angewendet werden, da Nifedipin (Wirkstoff in

Nifical-Tropfen) in die Muttermilch übergeht und keine Erfahrungen über mögliche Auswirkungen auf

den Säugling vorliegen. Ist während der Stillzeit eine Behandlung mit Nifical-Tropfen notwendig, müssen

Sie abstillen.

In Einzelfällen wurde bei der künstlichen Befruchtung unter Rückübertragung der befruchteten Eizelle in

die Gebärmutter eine Beeinträchtigung der Spermienfunktion mit der Anwendung von Nifedipin oder

ähnlichen Wirkstoffen in Verbindung gebracht.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Die Behandlung mit diesem Arzneimittel bedarf der regelmäßigen ärztlichen Kontrolle. Durch individuell

auftretende unterschiedliche Reaktionen kann das Reaktionsvermögen so weit verändert sein, dass die

Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten

ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn,

Dosiserhöhung und Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.

3.

Wie sind Nifical-Tropfen einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem

Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die Behandlung soll möglichst individuell nach dem Schweregrad der Erkrankung und dem Ansprechen

des Patienten durchgeführt werden.

In Abhängigkeit vom jeweiligen Krankheitsbild sollte die Richtdosis einschleichend erreicht werden.

Bei gleichzeitiger Anwendung anderer Arzneimittel, die ein bestimmtes Enzymsystem

(Cytochrom P450 3A4) hemmen oder verstärken, kann eine Anpassung der Dosis von Nifical-Tropfen

erforderlich sein (siehe auch Abschnitt 2. „Einnahme von Nifical-Tropfen zusammen mit anderen

Arzneimitteln“).

Wenn Sie Einzeldosen von 20 Tropfen (entsprechend 20 mg Nifedipin) einnehmen, sollten Sie zwischen

den Einzeldosen einen Zeitabstand von mindestens 2 Stunden einhalten.

Dosierung

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis für Erwachsene:

Koronare Herzkrankheit

3-mal täglich 10 bis 20 Tropfen bzw. 1,5 bis 3 ml Nifical-Tropfen pro Tag (entsprechend 10 bis 20 mg

Nifedipin 3-mal täglich). Dies entspricht 30 bis 60 mg Nifedipin pro Tag.

Die maximale Tagesdosis beträgt 60 mg Nifedipin.

Bluthochdruck

3-mal täglich 10 bis 20 Tropfen bzw. 1,5 bis 3 ml Nifical-Tropfen pro Tag (entsprechend 10 bis 20 mg

Nifedipin 3-mal täglich). Dies entspricht 30 bis 60 mg Nifedipin pro Tag.

Die maximale Tagesdosis beträgt 60 mg Nifedipin.

Anwendung bei bestimmten Patientengruppen

Kinder und Jugendliche

Nifical-Tropfen werden nicht empfohlen für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter

18 Jahren aufgrund der nur begrenzt vorliegenden Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit in dieser

Patientengruppe.

Ältere Patienten (> 65 Jahre)

Bei der Dauertherapie kann bei älteren Patienten eine geringere Dosis erforderlich sein.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion sollten sorgfältig überwacht werden, gegebenenfalls kann

eine Dosisverringerung notwendig sein.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Eine Dosisanpassung ist bei diesen Patienten nicht erforderlich.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Nehmen Sie Nifical-Tropfen nach den Mahlzeiten mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. einem Glas Wasser)

ein, am besten morgens, mittags und abends, möglichst immer zur selben Tageszeit.

Nifical-Tropfen dürfen nicht mit Grapefruitsaft eingenommen werden (siehe auch Abschnitt 2. „Einnahme

von Nifical-Tropfen zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken“).

Wegen der Lichtempfindlichkeit des Wirkstoffes Nifedipin muss die Lösung sofort nach Entnahme aus

der Flasche eingenommen werden.

Dauer der Anwendung

Die Dauer der Einnahme bestimmt der behandelnde Arzt.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von

Nifical-Tropfen zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Nifical-Tropfen eingenommen haben, als Sie sollten

Eine Überdosierung von Nifical-Tropfen kann zu starkem Blutdruckabfall, verlangsamter oder

beschleunigter Herzschlagfolge, Bewusstseinstrübung bis zu tiefer Bewusstlosigkeit, erhöhtem

Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie), Minderdurchblutung wichtiger Organe und zu einem durch

Herzversagen ausgelösten Schock mit Ansammlung von Flüssigkeit in der Lunge (Lungenödem) führen.

Verständigen Sie bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort einen Arzt/Notarzt, damit dieser über das

weitere Vorgehen entscheiden kann.

Wenn Sie die Einnahme von Nifical-Tropfen vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Nifical-Tropfen abbrechen

Bitte unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung mit Nifical-Tropfen nicht, ohne dies vorher mit

Ihrem Arzt abgesprochen zu haben.

Eine Beendigung der Behandlung mit Nifical-Tropfen – insbesondere bei hoher Dosierung – sollte

schrittweise erfolgen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Mögliche Nebenwirkungen

Sehr häufig

(kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

Kopfschmerzen

Gewebeschwellung infolge Flüssigkeitsansammlungen (Ödeme)

Häufig

(kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Schwindel, Benommenheit, Schwächegefühl

Herzklopfen

Erweiterung der Blutgefäße (z. B. Gesichtsrötung)

Verstopfung, Übelkeit

schmerzhafte Schwellung und Rötung von Armen und Beinen (Erythromelalgie, insbesondere zu

Beginn der Behandlung), Schwitzen

allgemeines Unwohlsein

Gelegentlich

(kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

allergische Reaktionen, allergisch bedingte Gewebeschwellung, Gesichts- und

Schleimhautschwellung im Mund und Rachen (Angioödem) einschließlich Kehlkopfschwellung,

die lebensbedrohlich verlaufen kann. Juckreiz, Hautausschlag

Angstreaktionen, Schlafstörungen

Migräne, Muskelzittern, Missempfindungen (z. B. Kribbeln, pelziges Gefühl), unter Umständen

auch schmerzhaft. Schläfrigkeit/Müdigkeit, Nervosität

Sehstörungen

Erhöhung der Pulsfrequenz

Blutdruckabfall, kurz andauernde Ohnmacht

Nasenbluten, verstopfte Nase, Atemnot

Schmerzen im Magen-Darm-Bereich, Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, Blähungen,

Mundtrockenheit

vorübergehender Anstieg der Leberenzymwerte

Hautrötung mit Wärmegefühl

Muskelkrämpfe, geschwollene Gelenke, Muskelschmerzen

vermehrter Harndrang sowie eine vermehrte tägliche Urinausscheidung, schmerzhafter Harndrang

mit Erschwernis des Wasserlassens. Bei Niereninsuffizienz vorübergehende Verschlechterung der

Nierenfunktion möglich

Erektionsstörungen

unspezifische Schmerzen, Schüttelfrost

Gelegentlich kann es insbesondere zu Beginn der Behandlung zum Auftreten von Angina-Pectoris-

Anfällen bzw. bei Patienten mit bestehender Angina Pectoris zu einer Zunahme von Häufigkeit, Dauer

und Schweregrad der Anfälle kommen.

Selten

(kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

Blutbildveränderungen wie Verminderung der roten und weißen Blutkörperchen bzw. Blutplättchen

(Anämie, Leukopenie, Thrombopenie), Haut- und Schleimhautblutungen bei verminderter

Blutplättchenzahl (Thrombozytopenische Purpura)

Nesselsucht

Erhöhung des Blutzuckerspiegels

Zahnfleischwucherung, Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Aufstoßen

Gelbsucht

allergische Lichtempfindlichkeit der Haut, tastbare, kleinfleckige Einblutungen in Haut und

Schleimhaut

Vergrößerung der männlichen Brust (Gynäkomastie), die sich nach Absetzen von Nifical-Tropfen

zurückbildet

Sehr selten

(kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

hochgradige Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen (Agranulozytose)

Herzinfarkt

schuppenartige Hautentzündung (exfoliative Dermatitis)

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

akute allergische Allgemeinreaktionen, die unter Umständen lebensbedrohlich sein können

(anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen)

herabgesetzte Empfindung von Berührungsreizen

Augenschmerzen

Kurzatmigkeit

Erbrechen, Speiseröhrenentzündung

schwerwiegende und lebensbedrohliche Hautveränderungen mit Ablösung und Blasenbildung der

Oberhaut (Syndrom der verbrühten Haut, toxische epidermale Nekrolyse)

Gelenkschmerzen

Bei Dialysepatienten mit Bluthochdruck und verminderter Blutmenge kann ein deutlicher Blutdruckabfall

auftreten.

Andere mögliche Nebenwirkungen

Bei entsprechend sensibilisierten Patienten können durch Pfefferminzöl Überempfindlichkeitsreaktionen

(einschließlich Atemnot) ausgelöst werden.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch

direkt dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über

die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie sind Nifical-Tropfen aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Etikett nach „Verwendbar bis“

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

Aufbewahrungsbedingungen

Die Flasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Nicht im Kühlschrank lagern oder einfrieren.

Hinweis zur Haltbarkeit nach Anbruch

Nach Anbruch der Flasche 3 Monate haltbar.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Nifical-Tropfen enthalten

Der Wirkstoff ist Nifedipin.

1 ml (20 Tropfen) der Tropfen zum Einnehmen, Lösung, enthält 20 mg Nifedipin.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Macrogol 200, Saccharin-Natrium, Pfefferminzöl.

Wie Nifical-Tropfen aussehen und Inhalt der Packung

Nifical-Tropfen sind eine klare, gelbe Lösung.

Nifical-Tropfen sind in Packungen mit 30 ml Tropfen zum Einnehmen, Lösung, erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

Winthrop Arzneimittel GmbH

65927 Frankfurt am Main

Mitvertrieb

Zentiva Pharma GmbH

65927 Frankfurt am Main

Telefon: (01 80) 2 02 00 10*

Telefax: (01 80) 2 02 00 11*

Hersteller

- Amcapharm Pharmaceutical GmbH, Industriestraße 10, 61191 Rosbach

- Winthrop Arzneimittel GmbH, 65927 Frankfurt am Main

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im

Juni 2016.

Verschreibungspflichtig.

*0,06 €/Anruf (dt. Festnetz); max. 0,42 €/min (Mobilfunk).

Nifical-Tropfen

Mat.-Nr.: 328948

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Nifical-Tropfen

20 mg/ml Tropfen zum Einnehmen, Lösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 ml (20 Tropfen) der Tropfen zum Einnehmen, Lösung, enthält 20 mg Nifedipin.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

Enthält Pfefferminzöl (siehe Abschnitte 4.3 und 4.8).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Tropfen zum Einnehmen, Lösung.

Klare, gelbe Lösung.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Chronisch stabile Angina Pectoris

Vasospastische Angina Pectoris (Prinzmetal-Angina, Variant-Angina)

Essenzielle Hypertonie

Hinweis:

Bei Patienten mit essenzieller (nicht organbedingter) Hypertonie oder chronischer Angina Pectoris,

die mit Nifedipin in schnell freisetzenden Darreichungsformen (Nifical-Tropfen gehören dazu)

behandelt wurden, haben sich Hinweise auf einen dosisabhängigen Anstieg von Komplikationen

des Herz-Kreislauf-Systems (z. B. Myokardinfarkt) und eine Erhöhung der Sterblichkeit ergeben.

Daher sind Nifical-Tropfen bei diesen beiden Erkrankungen nur dann einzusetzen, wenn andere

Arzneimittel nicht angezeigt sind.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die Behandlung sollte möglichst individuell nach dem Schweregrad der Erkrankung und dem

Ansprechen des Patienten durchgeführt werden.

In Abhängigkeit vom jeweiligen Krankheitsbild sollte die Richtdosis einschleichend erreicht

werden.

Patienten mit schwerer zerebrovaskulärer Erkrankung sollten mit einer niedrigen Dosis behandelt

werden.

Soweit nicht anders verordnet, gelten die folgenden Dosierungsangaben für Erwachsene:

Chronisch stabile Angina Pectoris

3-mal täglich 10 bis 20 mg Nifedipin.

Nifical-Tropfen

Mat.-Nr.: 328948

Die maximale Tagesdosis beträgt 60 mg Nifedipin.

Vasospastische Angina Pectoris (Prinzmetal-Angina, Variant-Angina)

3-mal täglich 10 bis 20 mg Nifedipin.

Die maximale Tagesdosis beträgt 60 mg Nifedipin.

Essenzielle Hypertonie

3-mal täglich 10 bis 20 mg Nifedipin.

Die maximale Tagesdosis beträgt 60 mg Nifedipin.

Bei der gleichzeitigen Gabe von Mitteln, die das Cytochrom-P450-3A4-System hemmen oder

induzieren, kann es erforderlich sein, die Nifedipin-Dosis anzupassen oder ggf. ganz auf die

Anwendung von Nifedipin zu verzichten (siehe Abschnitt 4.5).

Zusätzliche Informationen zu bestimmten Patientengruppen

Kinder und Jugendliche

Nifical Tropfen werden nicht empfohlen für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter

18 Jahren. Die Sicherheit und Wirksamkeit von Nifedipin bei Kindern und Jugendlichen unter

18 Jahren ist nicht erwiesen. Derzeit verfügbare Daten zur Anwendung von Nifedipin bei

Hypertonie werden in Abschnitt 5.1. beschrieben.

Ältere Patienten (> 65 Jahre)

Die Pharmakokinetik von Nifedipin ist bei älteren Menschen verändert, sodass geringere

Erhaltungsdosen Nifedipin erforderlich sein können.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion sollten sorgfältig überwacht werden; ggf. kann in

schweren Fällen eine Dosisreduktion erforderlich sein.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Ausgehend von den pharmakokinetischen Daten ist bei Patienten mit eingeschränkter

Nierenfunktion keine Dosisanpassung notwendig (siehe Abschnitt 5.1).

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Nifical-Tropfen werden nach den Mahlzeiten mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. 1 Glas Wasser), am

besten morgens, mittags und abends, möglichst immer zur selben Uhrzeit, eingenommen.

Nifical-Tropfen dürfen nicht mit Grapefruitsaft eingenommen werden (siehe Abschnitt 4.5).

Gleichzeitige Nahrungsaufnahme kann zu einer verzögerten, jedoch nicht verminderten Resorption

führen.

Wenn von schnell freisetzenden Darreichungsformen, wie z. B. Nifical-Tropfen, Einzeldosen von

20 mg Nifedipin angewendet werden, sollte zwischen den Dosen ein Intervall von mindestens 2

Stunden eingehalten werden.

Das Absetzen von Nifedipin – insbesondere bei hoher Dosierung – sollte schrittweise erfolgen.

Wegen der Lichtempfindlichkeit des Wirkstoffs Nifedipin müssen die Tropfen zum Einnehmen,

Lösung, sofort nach Entnahme aus der Flasche eingenommen werden.

Nifical-Tropfen

Mat.-Nr.: 328948

4.3

Gegenanzeigen

Nifical-Tropfen dürfen nicht eingenommen werden

bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Pfefferminzöl oder einen der in Abschnitt 6.1

genannten sonstigen Bestandteile,

bei Herz-Kreislauf-Schock,

bei höhergradiger Aortenstenose,

bei instabiler Angina Pectoris,

bei akutem Myokardinfarkt (innerhalb der ersten 4 Wochen),

bei gleichzeitiger Anwendung mit Rifampicin, da aufgrund der Enzyminduktion keine

wirksamen Nifedipin-Plasmaspiegel erreicht werden (siehe Abschnitt 4.5),

in der Schwangerschaft vor der 20. Woche und in der Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6).

Nifical-Tropfen dürfen wegen des Gehaltes an Pfefferminzöl nicht bei Säuglingen und Kindern bis

zu 2 Jahren angewendet werden.

Nifical-Tropfen dürfen wegen des Gehaltes an Pfefferminzöl nicht bei Patienten mit Asthma

bronchiale oder anderen Atemwegserkrankungen, die mit einer ausgeprägten Überempfindlichkeit

der Atemwege einhergehen, angewendet werden. Die Inhalation von Nifical-Tropfen kann zur

Bronchokonstriktion führen.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung ist erforderlich bei

schwerer Hypotonie (RR-Wert weniger als 90 mmHg systolisch),

dekompensierter Herzinsuffizienz,

Dialysepatienten mit maligner Hypertonie und Hypovolämie (ein deutlicher Blutdruckabfall

durch Vasodilatation kann auftreten),

Schwangerschaft (siehe Abschnitte 4.3 und 4.6).

Die Einnahme von schnell freisetzenden Nifedipin-Darreichungsformen kann einen übermäßigen

Blutdruckabfall mit Reflextachykardie hervorrufen, was zu kardiovaskulären Komplikationen

führen kann.

Insbesondere zu Beginn der Behandlung kann es gelegentlich zum Auftreten von Angina-Pectoris-

Anfällen bzw. bei Patienten mit bestehender Angina Pectoris zu einer Zunahme von Häufigkeit,

Dauer und Schweregrad der Anfälle kommen. Sehr selten ist über das Auftreten von

Myokardinfarkten berichtet worden.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion sollten sorgfältig überwacht werden. In schweren

Fällen kann eine Dosisverringerung erforderlich sein.

Nifedipin wird über das Cytochrom-P450-3A4-System metabolisiert. Daher können Wirkstoffe,

von denen bekannt ist, dass sie dieses Enzymsystem beeinflussen, den First-Pass-Metabolismus

oder die Ausscheidung von Nifedipin verändern (siehe Abschnitt 4.5).

Die Plasmaspiegel von Nifedipin können z. B. durch folgende Arzneimittel, die als Inhibitoren

dieses Enzymsystems bekannt sind, erhöht werden:

Makrolidantibiotika (z. B. Erythromycin),

Anti-HIV-Arzneimittel, Proteaseinhibitoren (z. B. Ritonavir),

Antimykotika vom Azol-Typ (z. B. Ketoconazol),

Antidepressiva: Nefazodon und Fluoxetin,

Quinupristin/Dalfopristin,

Valproinsäure,

Cimetidin,

trizyklische Antidepressiva, Vasodilatatoren,

Nifical-Tropfen

Mat.-Nr.: 328948

Cisaprid.

Wenn Nifical-Tropfen gleichzeitig mit einem dieser Arzneimittel angewendet werden, sollte der

Blutdruck überwacht werden und, falls erforderlich, eine Verringerung der Nifedipin-Dosis in

Betracht gezogen werden.

Nifedipin ist vor der 20. Schwangerschaftswoche kontraindiziert. Nifedipin sollte während der

Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn der klinische Zustand der Frau erfordert

eine Nifedipinbehandlung. Nifedipin sollte nur für Frauen mit schwerer Hypertonie in Betracht

gezogen werden, bei denen eine Standardtherapie nicht wirksam ist (siehe Abschnitt 4.6).

Wenn Nifedipin zusammen mit intravenös verabreichtem Magnesiumsulfat angewendet werden,

muss der Blutdruck sorgfältig überwacht werden, da ein übermäßiger Blutdruckabfall auftreten

kann, der sowohl die Mutter wie auch den Fetus schädigen kann.

Zur Anwendung bei besonderen Patientengruppen siehe Abschnitt 4.2.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Arzneimittel, die Nifedipin beeinflussen

Nifedipin wird über das Cytochrom-P450-3A4-System metabolisiert, das sowohl in der

Darmschleimhaut als auch in der Leber vorkommt. Daher kann die gleichzeitige Anwendung von

Arzneimitteln, die dieses System induzieren oder hemmen, den First-Pass-Metabolismus (nach

oraler Gabe) oder die Ausscheidung von Nifedipin beeinflussen (siehe Abschnitt 4.4).

Sowohl das Ausmaß wie auch die Dauer der Interaktionen sollten in Betracht gezogen werden,

wenn Nifical-Tropfen zusammen mit den nachfolgend aufgeführten Arzneimitteln verabreicht

werden sollen.

Arzneimittel, die das Cytochrom-P450-3A4-System hemmen

Bei gleichzeitiger Anwendung von Nifedipin und den nachfolgend aufgeführten Wirkstoffen, die

als schwache oder moderate Inhibitoren dieses Enzymsystems bekannt sind, sollte der Blutdruck

überwacht und ggf. die Nifedipin-Dosis angepasst werden (siehe Abschnitt 4.4):

Makrolidantibiotika (z. B. Erythromycin)

Es wurden keine Interaktionsstudien mit Nifedipin und Makrolid-Antibiotika durchgeführt. Da aber

bekannt ist, dass bestimmte Makrolid-Antibiotika das CYP3A4-System hemmen, kann ein Anstieg

der Plasmakonzentration von Nifedipin bei gleichzeitiger Anwendung nicht ausgeschlossen werden

(siehe Abschnitt 4.4).

Azithromycin, obwohl strukturell verwandt mit den Makrolid-Antibiotika, ist kein Inhibitor von

CYP3A4.

Anti-HIV-Arzneimittel, Proteaseinhibitoren (z. B. Ritonavir)

Es wurde keine klinische Interaktionsstudie mit Nifedipin und Protease-Inhibitoren durchgeführt.

Protease-Inhibitoren sind als Hemmer des Cytochrom-P450-3A4-Systems bekannt. Außerdem

wurde gezeigt, dass Arzneimittel dieser Klasse

in vitro

den Cytochrom P450 3A4 vermittelten

Metabolismus von Nifedipin hemmen. Wenn diese Arzneimittel zusammen mit Nifedipin

angewendet werden, kann ein erheblicher Anstieg der Plasmakonzentration von Nifedipin aufgrund

eines verringerten First-Pass-Metabolismus und einer verringerten Elimination nicht

ausgeschlossen werden (siehe Abschnitt 4.4).

Antimykotika vom Azol-Typ (z. B. Ketoconazol)

Eine formale Interaktionsstudie mit Nifedipin und Antimykotika vom Azol-Typ wurde nicht

durchgeführt. Wirkstoffe dieser Substanzklasse sind als Inhibitoren des Cytochrom-P450-3A4-

Systems bekannt. Daher kann die Möglichkeit der Erhöhung der systemischen Bioverfügbarkeit

von Nifedipin aufgrund eines verminderten First-Pass-Metabolismus bei gleichzeitiger oraler

Anwendung beider Arzneimittel nicht ausgeschlossen werden (siehe Abschnitt 4.4).

Nifical-Tropfen

Mat.-Nr.: 328948

Fluoxetin

Es wurde keine klinische Interaktionsstudie mit Nifedipin und Fluoxetin durchgeführt. Es wurde

gezeigt, dass Fluoxetin

in vitro

den Cytochrom P450 3A4 vermittelten Nifedipin-Stoffwechsel

inhibiert. Daher kann die Möglichkeit der Erhöhung der Nifedipin-Plasmaspiegel bei gleichzeitiger

Anwendung beider Arzneimittel nicht ausgeschlossen werden (siehe Abschnitt 4.4).

Nefazodon

Es wurde keine klinische Interaktionsstudie mit Nifedipin und Nefazodon durchgeführt. Nefazodon

ist als Inhibitor des Cytochrom P450 3A4 vermittelten Stoffwechsels bekannt. Daher kann die

Möglichkeit der Erhöhung der Nifedipin-Plasmaspiegel bei gleichzeitiger Anwendung beider

Arzneimittel nicht ausgeschlossen werden (siehe Abschnitt 4.4).

Quinupristin/Dalfopristin

Die gleichzeitige Anwendung von Quinupristin/Dalfopristin und Nifedipin kann erhöhte

Plasmakonzentrationen von Nifedipin bewirken (siehe Abschnitt 4.4).

Valproinsäure

Es wurden keine Interaktionsstudien mit Nifedipin und Valproinsäure durchgeführt. Da gezeigt

wurde, dass Valproinsäure die Plasmakonzentration des strukturell ähnlichen Calciumantagonisten

Nimodipin durch eine Enzymhemmung erhöht, kann eine Erhöhung der Plasmakonzentration und

damit eine verstärkte Wirkung von Nifedipin nicht ausgeschlossen werden (siehe Abschnitt 4.4).

Cimetidin

Aufgrund der Hemmung von Cytochrom P450 3A4 kann Cimetidin zu einer Erhöhung des

Nifedipin-Plasmaspiegels und somit zu einer verstärkten antihypertensiven Wirkung von Nifedipin

führen (siehe Abschnitt 4.4).

Trizyklische Antidepressiva, Vasodilatatoren

Der antihypertensive Effekt kann verstärkt werden.

Cisaprid

Die gleichzeitige Anwendung von Cisaprid und Nifedipin kann zu erhöhten Plasmaspiegeln von

Nifedipin führen.

Arzneimittel, die das Cytochrom-P450-3A4-System induzieren

Rifampicin

Rifampicin ist ein starker Cytochrom-P450-3A4-Induktor. Bei gleichzeitiger Anwendung mit

Rifampicin ist die Bioverfügbarkeit von Nifedipin deutlich reduziert und somit die Wirksamkeit

vermindert. Die Anwendung von Nifedipin in Kombination mit Rifampicin ist daher

kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Antiepileptika (z. B. Phenytoin, Carbamazepin, Phenobarbital)

Phenytoin induziert das Cytochrom-P450-3A4-System. Bei gleichzeitiger Anwendung von

Phenytoin und Nifedipin wird die Bioverfügbarkeit von Nifedipin vermindert und so seine

Wirksamkeit geschwächt. Wenn beide Präparate gleichzeitig angewendet werden, sollte die

klinische Reaktion auf Nifedipin beobachtet und gegebenenfalls eine Steigerung der Nifedipin-

Dosis erwogen werden. Wenn die Nifedipin-Dosis während der gleichzeitigen Anwendung beider

Arzneimittel erhöht wird, sollte nach Beendigung der Phenytoin-Therapie eine Reduktion der

Nifedipin-Dosis in Betracht gezogen werden.

Formale Studien zur Untersuchung möglicher Interaktionen zwischen Nifedipin und Carbamazepin

oder Phenobarbital wurden nicht durchgeführt. Nach Erfahrungen mit dem strukturell ähnlichen

Calciumantagonisten Nimodipin kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass die gleichzeitige

Anwendung von Carbamazepin oder Phenobarbital, aufgrund deren enzyminduzierender Wirkung,

zu verringerten Plasmakonzentrationen und damit zu einer abgeschwächten Wirkung von Nifedipin

führen kann.

Nifical-Tropfen

Mat.-Nr.: 328948

Wirkungen von Nifedipin auf andere Arzneimittel

Blutdrucksenkende Arzneimittel

Durch Nifedipin kann der blutdrucksenkende Effekt von gleichzeitig verabreichten

Antihypertensiva verstärkt werden, wie z. B.:

Diuretika,

Betarezeptorenblocker,

ACE-Inhibitoren,

Angiotensin-1-(AT

-)Rezeptorantagonisten,

andere Calciumantagonisten,

Alpharezeptorenblocker,

PDE-5-Inhibitoren,

Alphamethyldopa.

Betarezeptorenblocker

Bei gleichzeitiger Behandlung mit Betarezeptorenblockern wurde in Einzelfällen das Auftreten

bzw. eine Verschlechterung einer Herzinsuffizienz beobachtet. Die Patienten sollten deshalb

sorgfältig überwacht werden.

Digoxin

Die gleichzeitige Anwendung von Nifedipin und Digoxin kann zu einer reduzierten Digoxin-

Ausscheidung und damit zu einer Erhöhung des Digoxin-Plasmaspiegels führen. Aus diesem

Grund sollte der Patient vorsorglich auf Symptome einer Digoxin-Überdosierung überwacht und

der Plasmaspiegel kontrolliert werden. Gegebenenfalls ist die Glykosiddosis zu verringern.

Theophyllin

Nifedipin kann eine Erhöhung des Theophyllin-Plasmaspiegels bewirken.

Vincristin

Nifedipin vermindert die Ausscheidung von Vincristin, wodurch die Nebenwirkungen von

Vincristin zunehmen können. Eine Dosisverminderung von Vincristin sollte daher in Betracht

gezogen werden.

Cephalosporine

Bei gleichzeitiger Gabe von Cephalosporinen (z. B. Cefixim) und Nifedipin wurden erhöhte

Cephalosporin-Plasmaspiegel beobachtet.

Chinidin

In Einzelfällen bewirkt Nifedipin einen Abfall des Chinidin-Plasmaspiegels bzw. das Absetzen von

Nifedipin einen deutlichen Anstieg des Chinidin-Plasmaspiegels, sodass bei kombinierter Therapie

oder Absetzen von Nifedipin die Kontrolle des Chinidin-Plasmaspiegels und, falls erforderlich,

eine Anpassung der Chinidin-Dosis empfohlen wird. In einigen Fällen wurde über einen Anstieg

der Nifedipin-Plasmakonzentration infolge von Chinidin berichtet, während in anderen Fällen

keine Veränderung in der Pharmakokinetik von Nifedipin beobachtet wurde. Wenn die Einnahme

von Chinidin während einer Behandlung mit Nifedipin begonnen wird, wird deshalb empfohlen,

den Blutdruck sorgfältig zu überwachen und ggf. die Nifedipin-Dosis zu verringern.

Tacrolimus

Tacrolimus wird über das Cytochrom-P450-3A4-System metabolisiert. Die gleichzeitige

Anwendung von Tacrolimus und Nifedipin kann zu erhöhten Tacrolimus-Plasmaspiegeln führen.

Aus diesem Grund wird eine regelmäßige Plasmaspiegelkontrolle und, falls erforderlich, eine

Reduzierung der Tacrolimus-Dosis empfohlen.

Interaktionen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Grapefruitsaft

Grapefruitsaft hemmt das Cytochrom-P450-3A4-System. Aufgrund eines verringerten First-Pass-

Metabolismus und einer verlangsamten Ausscheidung kann der Blutspiegel von Nifedipin erhöht

Nifical-Tropfen

Mat.-Nr.: 328948

und die Wirkungsdauer verlängert sein, wodurch die blutdrucksenkende Wirkung verstärkt sein

kann. Nach regelmäßigem Genuss von Grapefruitsaft kann dieser Effekt über mindestens 3 Tage

nach der letzten Einnahme von Grapefruitsaft anhalten. Im zeitlichen Zusammenhang mit der

Nifedipin-Behandlung ist deshalb der Genuss von Grapefruit bzw. Grapefruitsaft zu vermeiden

(siehe Abschnitt 4.2).

Andere Arten von Wechselwirkungen

Die spektrophotometrische Bestimmung von Vanillinmandelsäure im Urin kann unter Nifedipin zu

falsch erhöhten Werten führen; die Bestimmung mittels HPLC bleibt unbeeinflusst.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Nifical-Tropfen sind vor der 20. Schwangerschaftswoche kontraindiziert. Nifedipin sollte während

der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn der klinische Zustand der Frau erfordert

eine Nifedipinbehandlung. Nifedipin sollte nur für Frauen mit schwerer Hypertonie in Betracht

gezogen werden, bei denen eine Standardtherapie nicht wirksam ist (siehe Abschnitt 4.4).

Erfahrungen aus geeigneten und kontrollierten klinischen Studien mit Schwangeren liegen nicht

vor.

Die verfügbaren Informationen sind nicht ausreichend, um negative Effekte auf das ungeborene

und neugeborene Kind auszuschließen.

Tierexperimentelle Untersuchungen ergaben Hinweise auf eine embryotoxische, fetotoxische und

teratogene Wirkung von Nifedipin (siehe Abschnitt 5.3).

Aus der klinischen Erfahrung ist kein spezifisches pränatales Risiko erkennbar, obwohl über eine

Zunahme von Fällen mit perinataler Asphyxie, Kaiserschnittentbindung sowie Frühreife und

intrauteriner Wachstumsverzögerung berichtet wurde. Es ist unklar, ob diese Beobachtungen auf

den zugrunde liegenden Bluthochdruck, seine Behandlung oder auf einen spezifischen Effekt des

Wirkstoffs zurückzuführen sind.

Wenn Nifical-Tropfen zusammen mit intravenös verabreichtem Magnesiumsulfat angewendet

werden, muss der Blutdruck sorgfältig überwacht werden, da ein übermäßiger, sowohl die Mutter

wie auch den Fetus schädigender Blutdruckabfall auftreten kann.

Bei der Anwendung von Calciumantagonisten, unter anderem Nifedipin, als Tokolytikum während

der Schwangerschaft wurden akute Lungenödeme beobachtet (siehe Abschnitt 4.8), insbesondere

bei Mehrlingsschwangerschaften (Zwillingen oder Mehrlingen), bei intravenöser Gabe und/oder

gleichzeitiger Anwendung von Beta-2-Agonisten.

Stillzeit

Während der Stillzeit darf Nifedipin nicht angewendet werden.

Nifedipin geht in die Muttermilch über. Die Nifedipinkonzentration in der Milch ist nahezu

vergleichbar mit der Serumkonzentration der Mutter (siehe Abschnitt 4.3).

Fertilität

In Einzelfällen von

In-vitro

-Fertilisation wurden Calciumantagonisten wie Nifedipin mit

reversiblen biochemischen Veränderungen in der Kopfregion von Spermatozoen in Verbindung

gebracht, die zu einer Beeinträchtigung der Spermienfunktion führen können. In Fällen, bei denen

wiederholte

In-vitro

-Fertilisationen erfolglos blieben, ohne dass eine andere Erklärung dafür

gefunden werden kann, sollten Calciumantangonisten wie Nifedipin als mögliche Ursache in

Betracht gezogen werden.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Nifical-Tropfen

Mat.-Nr.: 328948

Die Behandlung mit diesem Arzneimittel bedarf der regelmäßigen ärztlichen Kontrolle. Durch

individuell auftretende unterschiedliche Reaktionen kann das Reaktionsvermögen so weit verändert

sein, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen

oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße bei

Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit

Alkohol.

4.8

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen, die in placebokontrollierten Studien mit Nifedipin beobachtet wurden, sind

nachfolgend aufgelistet (sortiert nach CIOMS-III-Kategorien: Nifedipin n = 2.661; Placebo

n = 1.486; Stand 22. Februar 2006 und ACTION-Studie: Nifedipin n = 3.825; Placebo n = 3.840).

Die Häufigkeit der unter Nifedipin gemeldeten unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist in der

nachstehenden Tabelle zusammengefasst. Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die

Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben. Bei den Häufigkeitsangaben zu

Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig

(> 1/10)

Häufig

(> 1/100, < 1/10)

Gelegentlich

(> 1/1.000, < 1/100)

Selten

(> 1/10.000, < 1/1.000)

Sehr selten

(< 1/10.000)

Nicht

bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht

abschätzbar)

Systemorgankl

asse

(MedDRA)

Sehr

häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Sehr

selten

Nicht

bekannt

Erkrankungen

des Blutes und

des Lymph-

systems

Leukopenie,

Anämie,

Thrombo-

penie,

thrombozyto-

penische

Purpura

Agranuloz

ytose

Erkrankungen

des Immun-

systems

Allergische

Reaktionen,

allergisches

Ödem/Angio

ödem

(einschließlic

Larynxödem

), Pruritus,

Exanthem

Urtikaria

Anaphylakt

ische/anaph

ylaktoide

Reaktionen

Psychiatrische

Erkrankungen

Angstreaktio

nen, Schlaf-

störungen

Stoffwechsel-

und

Ernährungsstö

rungen

Hyperglykä

Erkrankungen

des Nerven-

systems

Kopfschme

rzen

Schwindel,

Benommen

heit,

Migräne,

Tremor, Par-

/Dysästhesie,

Hypästhesi

Nifical-Tropfen

Mat.-Nr.: 328948

Schwächeg

efühl

Schläfrigkeit/

Müdigkeit,

Nervosität

Augenerkrank

ungen

Sehstörungen

Augen-

schmerzen

Herzerkrankun

gen

Palpitatione

Tachykardie,

Schmerzen

Brustraum

(Angina

Pectoris

Myokardin

farkt

Gefäßerkran-

kungen

Ödeme

(inkl.

peripherer

Ödeme)

Vasodilata-

tion (z. B.

Flush)

Hypotonie,

Synkope

Erkrankungen

der Atemwege,

des Brustraums

und Mediasti-

nums

Nasenbluten,

verstopfte

Nase,

Dyspnoe

Lungenöde

Erkrankungen

des

Gastrointestina

ltrakts

Obstipation

, Nausea

Gastrointesti

nale

Schmerzen

Bauchschmer

zen,

Dyspepsie,

Flatulenz,

Mundtrocken

heit

Gingivahype

rplasie,

Anorexie,

Völlegefühl,

Aufstoßen

Emesis,

Ösophagitis

Leber- und

Gallenerkrank

ungen

Vorüberge-

hender

Anstieg der

Leberenzym

werte

Ikterus

Erkrankungen

der Haut und

des Unterhaut-

zellgewebes

Erythromel

algie,

insbesonder

e zu Beginn

Behandlun

Schwitzen

Erythem

Allergische

Photosensitiv

ität, palpable

Purpura

Exfoliative

Dermatitis

Toxische

epidermale

Nekrolyse

Skelettmuskula

tur-, Binde-

gewebs- und

Knochenerkra

nkungen

Muskelkräm

pfe,

geschwollene

Gelenke,

Myalgie

Arthralgie

Erkrankungen

der Nieren und

Harnwege

Polyurie,

Dysurie; bei

Niereninsuffi

zienz

vorübergehe

Verschlechte

rung der

Nierenfunkti

Nifical-Tropfen

Mat.-Nr.: 328948

on möglich

Erkrankungen

der

Geschlechtsorg

ane und der

Brustdrüse

Erektile

Dysfunktion

Gynäkomasti

e, die nach

Absetzen

Nifedipin

reversibel ist

Allgemeine

Erkrankungen

und Beschwer-

den am

Verabreichung

sort

Allgemei

nes Unwohl

sein

Unspezifisch

e Schmerzen,

Schüttelfrost

Kann zu lebensbedrohlichem Verlauf führen.

Gelegentlich kann es, insbesondere zu Beginn der Behandlung, zum Auftreten von Angina-

Pectoris-Anfällen bzw. bei Patienten mit bestehender Angina Pectoris zu einer Zunahme von

Häufigkeit, Dauer und Schweregrad der Anfälle kommen.

Vereinzelt ist das Auftreten eines Herzinfarkts beschrieben worden.

die Fälle wurden berichtet bei der Anwendung als Tokolytikum während der Schwangerschaft (siehe

Abschnitt 4.6)

Bei Dialysepatienten mit maligner Hypertonie und Hypovolämie kann infolge der Vasodilatation

ein deutlicher Blutdruckabfall auftreten.

Bei entsprechend sensibilisierten Patienten können durch Pfefferminzöl Überempfindlichkeits-

reaktionen (einschließlich Atemnot) ausgelöst werden.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome der Intoxikation

Folgende Symptome werden bei einer schweren Vergiftung mit Nifedipin beobachtet:

Bewusstseinstrübung bis zum Koma, Blutdruckabfall, tachykarde/bradykarde

Herzrhythmusstörungen, Hyperglykämie, metabolische Azidose, Hypoxie, kardiogener Schock mit

Lungenödem.

Therapie von Intoxikationen

Therapeutisch stehen die Nifedipinelimination und die Wiederherstellung stabiler Herz-Kreislauf-

Verhältnisse im Vordergrund.

Nach oraler Ingestion ist eine ausgiebige Magenspülung – evtl. in Kombination mit einer

Dünndarmspülung – indiziert.

Nifical-Tropfen

Mat.-Nr.: 328948

Im Falle einer Intoxikation mit Nifedipin muss die Elimination so vollständig wie möglich

erfolgen, einschließlich Dünndarm, um eine nachfolgende Absorption des Wirkstoffes zu

verhindern.

Bei der Gabe von Laxanzien ist allerdings die Hemmung der Darmmuskulatur bis zur Darmatonie

unter Calciumantagonisten zu beachten. Nifedipin ist nicht dialysierbar; eine Plasmapherese (hohe

Plasmaeiweißbindung, relativ kleines Verteilungsvolumen) wird jedoch empfohlen.

Bradykarde Herzrhythmusstörungen werden symptomatisch mit Atropin und/oder

Betasympathikomimetika behandelt, bei bedrohlichen bradykarden Herzrhythmusstörungen ist eine

temporäre Schrittmachertherapie erforderlich.

Die Hypotonie als Folge von kardiogenem Schock und arterieller Vasodilatation kann mit Calcium

(10 bis 20 ml einer 10%igen Calciumgluconat-Lösung, langsam intravenös injiziert und falls

erforderlich wiederholt) therapiert werden. In der Folge kann der Calciumspiegel hochnormal oder

leicht erhöht sein. Wenn mit Calcium keine ausreichende Erhöhung des Blutdrucks erreicht wird,

werden zusätzlich vasokonstriktive Sympathomimetika wie Dopamin (bis 25 µg je kg

Körpergewicht je Minute), Dobutamin (bis 15 µg je kg Körpergewicht je Minute) oder Epinephrin

bzw. Norepinephrin verabreicht. Die Dosierung dieser Arzneimittel richtet sich allein nach der

erzielten Wirkung.

Die zusätzliche Flüssigkeits- und Volumenzufuhr sollte zurückhaltend und wegen der drohenden

kardialen Überlastung unter hämodynamischer Kontrolle erfolgen.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Calciumantagonist, 1,4-Dihydropyridin-Derivat,

ATC-Code: C08CA05.

Wirkmechanismus

Nifedipin ist ein Calciumantagonist vom 1,4-Dihydropyridintyp. Calciumantagonisten hemmen

den Calciumionen-Einstrom durch den langsamen Calciumkanal in der Zelle. Nifedipin wirkt vor

allem an den glatten Muskelzellen der Koronararterien und an den peripheren Widerstandsgefäßen.

Dieser Effekt hat eine Vasodilatation zur Folge. In therapeutischen Dosen hat Nifedipin praktisch

keine direkte Wirkung auf das Myokard.

Am Herzen erweitert Nifedipin vor allem die großen Koronararterien durch Erniedrigung des

Muskeltonus, wodurch die Durchblutung verbessert werden kann. Der periphere Widerstand wird

gesenkt.

Zu Beginn der Behandlung mit dem Calciumantagonisten kann es reflektorisch zu einer Zunahme

der Herzfrequenz und des Herzminutenvolumens kommen. Diese Zunahme ist jedoch nicht

ausgeprägt genug, um die Vasodilatation zu kompensieren.

Bei Langzeitbehandlung mit Nifedipin kehrt das anfangs erhöhte Herzminutenvolumen wieder auf

den Ausgangswert zurück. Eine besonders deutliche Blutdruckabnahme nach Nifedipin ist beim

Hypertoniker zu beobachten.

Kinder und Jugendliche

Es liegen begrenzte Informationen zu Nifedipin in verschiedenen Darreichungsformen und

Dosierungen sowohl für akute als auch für chronische Hypertonie im Vergleich zu anderen

Antihypertensiva vor. Es wurden antihypertensive Wirkungen von Nifedipin gezeigt, aber

Dosierungsempfehlungen, Langzeitdaten zur Unbedenklichkeit und zu Auswirkungen auf das

kardiovaskuläre System wurden nicht untersucht. Pädiatrische Darreichungsformen fehlen.

Nifical-Tropfen

Mat.-Nr.: 328948

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Der Wirkstoff Nifedipin wird nach peroraler Nüchterneinnahme nahezu vollständig resorbiert.

Nifedipin unterliegt einem First-Pass-Effect in der Leber, sodass die systemische Verfügbarkeit

oral verabreichten schnell freisetzenden Nifedipins bei 50 bis 70

liegt. Maximale Plasma- bzw.

Serumkonzentrationen werden bei Gabe einer Nifedipin-haltigen Lösung nach ca. 15 Minuten, bei

Gabe anderer Zubereitungen mit nicht retardierter Freisetzung nach 30 bis 85 Minuten erreicht.

Gleichzeitige Nahrungsaufnahme kann zu einer verzögerten, jedoch nicht verminderten Resorption

führen.

Nifedipin wird zu 95 bis 98

an Plasmaeiweiß (Albumin) gebunden. Für Nifedipin wurde ein

mittleres Verteilungsvolumen V

von 0,77 bis 1,12 l/kg gefunden.

Nifedipin wird in der Leber nahezu vollständig (hoher First-Pass-Effect) vor allem über oxidative

Prozesse metabolisiert. Diese Metaboliten zeigen keine pharmakodynamischen Aktivitäten.

Elimination

Weder die unveränderte Substanz noch der Metabolit M-1 werden in nennenswertem Maße renal

eliminiert (< 0,1

der Dosis). Die polaren Metaboliten M-2 und M-3 werden zu etwa 50

Dosis im Urin gefunden (zum Teil in konjugierter Form), wobei der überwiegende Teil innerhalb

von 24 Stunden ausgeschieden wird. Der Rest wird mit den Faeces ausgeschieden.

Die Eliminationshalbwertszeit liegt bei 1,7 bis 3,4 Stunden (nicht retardierte Zubereitung).

Eine Kumulation der Substanz bei Dauertherapie nach üblicher Dosierung wurde nicht

beschrieben.

Bei eingeschränkter Leberfunktion kommt es zu einer deutlichen Verlängerung der

Eliminationshalbwertszeit und zu einer Verminderung der Gesamt-Clearance. Eine

Dosisreduzierung kann gegebenenfalls erforderlich sein (siehe Abschnitt 4.4).

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität nach

Einmalgabe, Toxizität bei wiederholter Gabe, Reproduktions- und Entwicklungstoxizität,

Genotoxizität und zum kanzerogenen Potenzial lassen die präklinischen Daten keine besonderen

Gefahren für den Menschen erkennen.

In-vivo-

In-vitro-

Untersuchungen zur Mutagenität verliefen negativ, sodass eine mutagene

Wirkung im Menschen hinreichend sicher ausgeschlossen werden kann.

Eine Langzeituntersuchung (2 Jahre) an der Ratte ergab keine Hinweise auf tumorerzeugende

Effekte von Nifedipin.

Experimentelle Studien haben bei drei Tierspezies (Ratte, Kaninchen, Maus) Hinweise auf

teratogene Effekte ergeben, einschließlich digitaler Anomalien, Fehlbildungen der Extremitäten,

Gaumenspalten, Brustbeinspalten und Fehlbildungen der Rippen. Die digitalen Anomalien und die

Fehlbildungen der Extremitäten sind möglicherweise auf die eingeschränkte uterine Durchblutung

zurückzuführen; sie traten aber auch bei Tieren auf, die Nifedipin nur nach der Organogenese

erhalten hatten.

Infolge der Nifedipin-Gabe traten verschiedene embryotoxische, plazentotoxische und fetotoxische

Effekte auf, einschließlich verkrüppelter Feten bei Ratten, Mäusen und Kaninchen, kleiner Plazenten

und unterentwickelter Chorionzotten bei Affen, Absterben von Embryonen und Feten bei Ratten,

Mäusen und Kaninchen sowie verlängerter Trächtigkeiten und verringerter Überlebensraten bei

neugeborenen Ratten (andere Tierarten wurden hierauf nicht untersucht). Alle Dosen, die in

experimentellen Untersuchungen teratogene, embryotoxische und fetotoxische Effekte zur Folge

Nifical-Tropfen

Mat.-Nr.: 328948

hatten, wirkten auch toxisch auf die Muttertiere und waren um ein Mehrfaches höher als die

empfohlene Höchstdosis für den Menschen (siehe Abschnitt 4.6).

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1.

Liste der sonstigen Bestandteile

Macrogol 200, Saccharin-Natrium, Pfefferminzöl.

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre.

Nach Anbruch der Flasche 3 Monate haltbar.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Die Flasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Nicht im Kühlschrank lagern oder einfrieren.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Braune Glasflasche.

Packungen mit 30 ml Tropfen zum Einnehmen, Lösung.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Winthrop Arzneimittel GmbH

65927 Frankfurt am Main

Mitvertrieb

Zentiva Pharma GmbH

65927 Frankfurt am Main

Telefon: (01 80) 2 02 00 10*

Telefax: (01 80) 2 02 00 11*

8.

ZULASSUNGSNUMMER

5959.00.02

Nifical-Tropfen

Mat.-Nr.: 328948

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 22. Oktober 1985

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 06. September 2006

10.

STAND DER INFORMATION

Juni 2016

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig.

*0,06 €/Anruf (dt. Festnetz); max. 0,42 €/min (Mobilfunk).

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