Navelbine 10mg/ 1ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Vinorelbinbis[(R,R)-tartrat]
Verfügbar ab:
Pierre Fabre Pharma GmbH
ATC-Code:
L01CA04
INN (Internationale Bezeichnung):
Vinorelbinbis[(R,R)-tartrate]
Darreichungsform:
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Zusammensetzung:
Vinorelbinbis[(R,R)-tartrat] 13.85mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
33071.00.00

Seite 1 von 9

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

NAVELBINE 10 mg/1 ml

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Zur Anwendung bei Erwachsenen

Wirkstoff: Vinorelbinbis[(R,R)-tartrat]

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der

Anwendung dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals

lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen

Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist NAVELBINE und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von NAVELBINE beachten?

Wie ist NAVELBINE anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist NAVELBINE aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

WAS IST NAVELBINE UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?

NAVELBINE wird in der Krebsbehandlung angewendet und gehört zur Arzneimittelgruppe

der sogenannten Vinca-Alkaloide.

NAVELBINE wird zur Behandlung bestimmter Arten von Lungen- und Brustkrebs

angewendet.

Zur Behandlung des fortgeschrittenen nicht kleinzelligen Bronchialkarzinoms

(Stadium III oder IV)

Zur Behandlung bei Patientinnen mit metastasierendem Brustkrebs (Stadium 4), bei

denen eine Behandlung mit einer anthrazyklin- und taxanhaltigen Chemotherapie

versagt hat oder nicht angezeigt ist.

2.

WAS SOLLTEN SIE VOR DER ANWENDUNG VON NAVELBINE BEACHTEN?

NAVELBINE darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Vinorelbin, andere Vinca-Alkaloide oder einen der in Abschnitt

6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn Sie eine schwere Infektion haben oder kürzlich hatten oder eine stark verminderte

Anzahl an weißen Blutkörperchen haben (Neutropenie).

wenn Sie eine stark verminderte Anzahl an Blutplättchen haben.

wenn Sie stillen (siehe „Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebärfähigkeit“).

wenn Sie eine Frau im gebärfähigen Alter sind und keine wirksame

Empfängnisverhütung anwenden.

Seite 2 von 9

wenn Sie vor kurzem eine Impfung gegen Gelbfieber erhalten haben oder eine solche

Impfung planen.

Dieses Arzneimittel ist NUR zur intravenösen Anwendung vorgesehen und darf nicht in die

Wirbelsäule injiziert werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie NAVELBINE anwenden,

wenn Sie an einer Herzerkrankung infolge einer zu geringen Blutzufuhr zum Herzen

leiden oder gelitten haben (koronare Herzerkrankung, Angina pectoris) oder starke

Schmerzen in der Brust haben.

wenn Sie eine Strahlentherapie erhalten und das Behandlungsfeld die Leber einschließt.

wenn Sie derzeit Anzeichen oder Symptome einer Infektion haben (wie Fieber,

Schüttelfrost, Halsschmerzen). Teilen Sie dies Ihrem Arzt umgehend mit, so dass er

gegebenenfalls notwendige Untersuchungen veranlassen kann.

wenn Sie eine eingeschränkte Leberfunktion haben.

wenn Sie geimpft werden sollen. Von der Verabreichung von Lebendimpfstoffen (z. B.

Impfstoffe gegen Masern, Mumps, Röteln) zusammen mit NAVELBINE wird abgeraten,

da das Risiko einer möglicherweise tödlich verlaufenden Impfkrankheit besteht.

wenn Sie schwanger sind.

NAVELBINE darf nicht mit den Augen in Kontakt kommen, da das Risiko schwerwiegender

Reizungen und sogar von Geschwürbildungen auf der Hornhaut besteht. Wenn ein solcher

Kontakt aufgetreten ist, muss das Auge sofort mit physiologischer Kochsalzlösung (0,9%iger

Natriumchloridlösung) gespült und ein Augenarzt aufgesucht werden.

Vor jeder Verabreichung von NAVELBINE werden Blutuntersuchungen durchgeführt. Wenn

die Ergebnisse dieser Untersuchung nicht zufriedenstellend sind, kann sich Ihre Behandlung

verzögern und weitere Untersuchungen sind notwendig, bis die Werte wieder normal sind.

Bei einer gleichzeitigen Bestrahlung des Beckens, der Wirbelsäule oder der Röhrenknochen

zusammen mit der Vinorelbin-Gabe ist mit einer erhöhten Schädigung des Knochenmarks

(Myelotoxizität) zu rechnen. Gleiches gilt auch für eine vorhergehende

Bestrahlungsbehandlung (<3 Wochen) der genannten Regionen.

Neurologische Untersuchungen sind bei andauernder Behandlung mit NAVELBINE bzw.

wenn bei Ihnen ein erhöhtes Risiko vorliegt, vorzunehmen.

Kinder und Jugendliche

Eine Anwendung bei Kindern unter 18 Jahren wird nicht empfohlen.

Anwendung von NAVELBINE zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, kürzlich

andere Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel anzuwenden.

Dies ist besonders wichtig, wenn es sich um eines der folgenden Arzneimittel handelt:

andere Arzneimittel, die das Knochenmark beeinflussen, z. B. Krebsarzneimittel;

wird NAVELBINE mit anderen Arzneimitteln, die das Knochenmark (rote und weiße

Blutkörperchen sowie Blutplättchen) beeinflussen, kombiniert, muss mit verstärkten

Nebenwirkungen gerechnet werden.

Carbamazepin, Phenytoin und Phenobarbital (Arzneimittel zur Behandlung der

Epilepsie).

Antibiotika wie Rifampicin, Erythromycin, Clarithromycin, Telithromycin.

Johanniskraut (Hypericum perforatum).

Seite 3 von 9

Ketoconazol und Itraconazol (Arzneimittel zur Behandlung von Pilzinfektionen).

antivirale Arzneimittel zur Behandlung von HIV-Infektionen, z. B. Ritonavir (HIV-

Protease-Inhibitoren).

Nefazodon (Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen).

Cyclosporin und Tacrolimus (Arzneimittel, die die Aktivität des körpereigenen

Immunsystems herabsetzen).

Verapamil, Chinidin (Arzneimittel zur Behandlung von Herzerkrankungen).

andere Arzneimittel zur Behandlung von Krebs, z. B. Mitomycin C, Cisplatin oder

Lapatinib.

blutverdünnende Arzneimittel (Antikoagulanzien), z. B. Phenprocoumon, Warfarin.

Es gibt Hinweise, dass die durch 5-Fluorouracil ausgelöste Schleimhautschädigung durch

NAVELBINE verstärkt werden kann.

NAVELBINE darf nicht mit alkalischen Lösungen verdünnt werden (Gefahr der Ausfällung).

Anwendung von NAVELBINE zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Es sind keine Wechselwirkungen bei der Anwendung von NAVELBINE zusammen mit

Nahrungsmitteln und Getränken bekannt.

Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebärfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt um

Rat, da mögliche Risiken für das Kind bestehen. Vinorelbin, der Wirkstoff von NAVELBINE

kann erbgutschädigend wirken und verursacht im Tierversuch Missbildungen. Sie dürfen

NAVELBINE in der Schwangerschaft nicht erhalten, es sei denn Ihr behandelnder Arzt hält

dies für unbedingt erforderlich. In diesem Falle sollte eine medizinische Beratung über das

mit der Behandlung verbundene Risiko von schädigenden Wirkungen für das Kind erfolgen.

Sie dürfen nicht stillen, wenn Sie NAVELBINE verabreicht bekommen.

Als Frau im gebärfähigen Alter müssen Sie vor Beginn und während der Therapie mit

NAVELBINE

Monate

danach

sichere

empfängnisverhütende

Maßnahmen

durchführen. Tritt während der Behandlung dennoch eine Schwangerschaft ein, informieren

Sie bitte sofort Ihren Arzt. Wenn Sie während der Therapie schwanger sind oder schwanger

werden,

sollten

eine

genetische

Beratungsstelle

aufsuchen.

NAVELBINE

kann

erbgutschädigend wirken, daher wird auch bei Kinderwunsch nach einer Therapie eine

genetische Beratung empfohlen.

Männern, die mit NAVELBINE behandelt werden, wird empfohlen, während der Behandlung

und bis zu 6 Monate danach kein Kind zu zeugen und sich vor Therapiebeginn, wegen

möglicher irreversibler Unfruchtbarkeit durch die Therapie mit NAVELBINE, über die

Möglichkeit einer Spermakonservierung beraten zu lassen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es liegen keine Erfahrungen hinsichtlich der Beeinträchtigung der Verkehrstüchtigkeit und

der Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen vor. Sie sollten jedoch auf keinen Fall fahren,

wenn Sie sich unwohl fühlen oder wenn Ihnen Ihr Arzt geraten hat, nicht zu fahren.

3.

WIE IST NAVELBINE ANZUWENDEN?

NAVELBINE darf nur intravenös und nach Verdünnung angewendet werden.

Seite 4 von 9

NAVELBINE wird Ihnen unter der Aufsicht eines mit dieser Behandlungsart erfahrenen

Arztes verabreicht. Die Dosis hängt von der Art Ihrer Erkrankung, wegen der Sie behandelt

werden, von Ihrem Ansprechen auf die Behandlung sowie von den weiteren

Arzneimitteln/Therapien, die Sie erhalten, ab. Darüber hinaus kann die Dosis in Abhängigkeit

davon, wie Sie die Therapie vertragen, angepasst werden. Ihr Allgemeinbefinden und Ihr

Ansprechen auf die Behandlung werden vor, während und nach der Behandlung mit

NAVELBINE sorgfältig beobachtet. Die Behandlungsdauer wird durch Ihren Arzt festgelegt

und richtet sich nach Ihrem Gesundheitszustand und nach dem gewählten Therapieschema.

Die empfohlene Dosis beträgt 25 – 30 mg Vinorelbin/m

Körperoberfläche einmal

wöchentlich. Bei einer Polychemotherapie hängt der Anwendungsplan von dem jeweiligen

Therapieprotokoll ab.

Wenn Sie unter schwerwiegenden Leberproblemen leiden, wird die Dosis verringert.

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist eine Dosisanpassung nicht erforderlich.

Die Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern wurde nicht untersucht.

Nach den klinischen Erfahrungen liegen keine Anhaltspunkte für signifikante Unterschiede

bei älteren Patienten im Hinblick auf die Ansprechrate vor; bei manchen dieser Patienten

kann allerdings eine höhere Empfindlichkeit nicht ausgeschlossen werden.

Anwendungsvorschrift

NAVELBINE kann als langsamer Bolus (6 – 10 min) nach Verdünnung in 20 – 50 ml

physiologischer Natriumchloridlösung oder 50 mg/ml (5%ig) Glucoselösung oder als

Kurzinfusion (20 – 30 min) nach Verdünnung mit 125 ml physiologischer

Natriumchloridlösung (0,9%ig) oder 50 mg/ml (5%ig) Glucoselösung gegeben werden. Es ist

sehr wichtig sicherzustellen, dass die Kanüle sorgfältig in der Vene platziert ist, bevor die

Infusion begonnen wird. Gelangt NAVELBINE während der Infusion in das umgebende

Gewebe, kann es zu einer starken Reizung kommen. Im Anschluss an die Gabe sollte immer

eine Infusion mit mindestens 250 ml physiologischer Natriumchloridlösung durchgeführt

werden, um die Vene zu spülen.

Wenn Sie eine größere Menge von NAVELBINE angewendet haben als Sie sollten

Über versehentliche akute Überdosierung beim Menschen wurde berichtet. Es kommt dabei

zu einer verminderten bis fehlenden Bildung der Blutzellen, auch in Verbindung mit Fieber

und Infektionen. Auch ein paralytischer Ileus (Darmverschluss) ist möglich.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie Bedenken haben, dass Ihnen zu viel

oder zu wenig NAVELBINE verabreicht wurde.

Hinweise für den Arzt:

Da es kein spezifisches Antidot für eine Überdosierung mit Vinorelbin gibt, sind im Falle einer

Überdosierung symptomatische Maßnahmen notwendig. Zu diesen Maßnahmen zählen:

Fortlaufende Kontrolle der Vitalzeichen und besonders sorgfältige Überwachung des

Patienten.

Tägliches Blutbild, um die Notwendigkeit von Transfusionen, der Gabe von

Wachstumsfaktoren bzw. einer intensivmedizinischen Versorgung rechtzeitig erkennen

und das Infektionsrisiko einschätzen zu können.

Maßnahmen zur Vorbeugung eines paralytischen Ileus.

Überwachung des Kreislaufsystems und der Leberfunktion.

Infektionsbedingte Komplikationen können mit Breitbandantibiotika behandelt werden, ein

paralytischer Ileus durch Dekompression über eine Sonde.

Seite 5 von 9

Wenn Sie die Anwendung von NAVELBINE abbrechen

Ihr Arzt wird entscheiden, wann Sie die Behandlung beenden sollten. Wenn Sie die

Behandlung jedoch früher unterbrechen wollen, sollten Sie sich mit Ihrem Arzt über andere

Optionen beraten.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an

Ihren Arzt oder Apotheker.

4.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht

bei jedem auftreten müssen.

Schwerwiegende Nebenwirkungen – wenn eine der folgenden Nebenwirkungen bei

Ihnen auftritt, berichten Sie bitte sofort Ihrem Arzt davon:

Anzeichen für eine schwere Infektion (wie Husten, Fieber, Schüttelfrost,

Halsschmerzen).

Schwere Verstopfung, mit Bauchschmerzen aufgrund von mangelnder Darmentleerung

über mehrere Tage.

Starkes Schwindelgefühl und Benommenheit beim Aufstehen; dies können Anzeichen

für starken Blutdruckabfall sein.

Starke Brustschmerzen, die für Sie nicht normal sind. Diese Symptome können auf eine

Störung der Herzfunktion nach unzureichender Durchblutung zurückzuführen sein, d.h.

eine so genannte ischämische Herzerkrankung wie z. B. Angina pectoris und

Myokardinfarkt (manchmal mit tödlichem Ausgang).

Schwierigkeiten beim Atmen, Schwindelgefühl, niedriger Blutdruck, den ganzen Körper

betreffenden Ausschlag oder Anschwellen von Augenlidern, Lippen oder des Rachens,

die Anzeichen einer allergischen Reaktion sein können.

Es handelt sich hierbei um schwerwiegende Nebenwirkungen. Es ist möglich, dass Sie

dringend medizinische Hilfe benötigen.

Andere Nebenwirkungen – wenn eine der folgenden Nebenwirkungen bei Ihnen auftritt,

berichten Sie Ihrem Arzt so bald wie möglich darüber:

Sehr häufige Nebenwirkungen (können bei mehr als 1 von 10 Personen auftreten):

Übelkeit; Erbrechen; Verstopfung.

Abnahme der Anzahl der roten Blutkörperchen, was dazu führen kann, dass Ihre

Haut blass erscheint und Sie sich müde oder atemlos fühlen.

Abnahme der Anzahl der weißen Blutkörperchen, was dazu führen kann, dass Sie

anfälliger für Infektionen werden.

Schwäche in den unteren Gliedmaßen.

Neurologische Störungen, einschließlich Verlust der tiefen Sehnenreflexe und

Veränderung des Berührungsempfindens.

Haarausfall, zumeist in leichter Ausprägung.

Entzündung im Bereich von Mund und Rachen. Entzündung im Bereich der

Speiseröhre.

Venenreizung oder -entzündung, Verfärbung der Vene, Schwellungen, Schmerzen

und/oder Hautausschlag am Ort der Infusion.

Funktionsstörungen

Leber

(von

Norm

abweichende

Ergebnisse

Leberfunktionstests).

Seite 6 von 9

Häufige Nebenwirkungen (können bei bis zu 1 von 10 Personen auftreten):

Abnahme

Anzahl

Blutplättchen

(Thrombozyten)

bezeichneten

Blutzellen, die die Blutstillung unterstützen. Dies kann zu einem erhöhten Risiko

für das Auftreten von Blutungen und Blutergüssen führen.

Gelenkschmerzen.

Kieferschmerzen.

Muskelschmerzen.

Ungewöhnliche körperliche Schwäche, Müdigkeit.

Fieber.

Schmerzen an verschiedenen Stellen, einschließlich Schmerzen im Brustbereich

und Tumorschmerzen.

Durchfall.

Infektionen in unterschiedlichen Bereichen des Körpers.

Anstieg der Kreatinin-Konzentration (Veränderung der Nierenfunktion).

Gelegentliche Nebenwirkungen (können bei bis zu 1 von 100 Personen auftreten):

Erhebliche

Probleme

Körperbewegungen

(erhöhte

oder

erniedrigte

Muskelspannung). Stark veränderte Berührungsempfindungen (Taubheitsgefühl,

Prickeln oder Kribbeln).

Schwindelgefühl.

Plötzliches Gefühl von Hitze und Hautrötung im Gesicht und am Hals.

Kältegefühl an den Händen und Füßen.

Kurzatmigkeit, Krämpfe der Bronchialmuskulatur.

Schwere

Infektionen,

führen

können.

Blutinfektion

(Sepsis)

Symptomen

hohem

Fieber

Verschlechterung

allgemeinen

Gesundheitszustandes.

Hoher Blutdruck, mit Symptomen wie Kopfschmerzen.

Schwere Durchfälle.

Darmverschluss (paralytischer Ileus).

Seltene Nebenwirkungen (können bei bis zu 1 von 1.000 Personen auftreten):

Starke

Brustschmerzen,

Herzinfarkt

(ischämische

Herzerkrankung,

Angina

pectoris, Myokardinfarkt, manchmal tödlich). Reversible Veränderungen im EKG.

Lungenschädigung (Entzündung und Fibrose, manchmal tödlich).

Starke Bauch- und Rückenschmerzen (Entzündung der Bauchspeicheldrüse, des

Organs, das den Blutzuckerspiegel reguliert).

Starke Abnahme eines im Blut auftretenden Salzes, das Natrium genannt wird

(kann

möglicherweise

Müdigkeit,

Verwirrtheit,

Muskelzuckungen

Bewusstlosigkeit verursachen).

Schwere Hautschädigung / örtlich begrenzter Gewebetod in der Umgebung der

Injektionsstelle.

Hautreaktionen

(Ausschlag,

Juckreiz,

Nesselsucht),

sich

Körper

ausbreiten.

Gewebeschwellungen (Angioödem).

Starker Blutdruckabfall, Kollaps, Schwäche der Beine.

Sehr seltene Nebenwirkungen (können bei bis zu 1 von 10.000 Personen auftreten):

Herzerkrankung

(Herzklopfen,

beschleunigter

Herzschlag,

Herzrhythmus-

störungen).

Appetitlosigkeit.

Komplizierte Sepsis mit möglicherweise tödlichem Verlauf.

Seite 7 von 9

Häufigkeit

nicht

bekannt

(ist

Grundlage

verfügbaren

Daten

nicht

abschätzbar):

Bauchschmerzen, Blutungen im Bereich des Magen-Darm-Trakts.

Herzversagen, das zu Kurzatmigkeit und Knöchelschwellungen führen kann.

Hautrötungen an Händen und Füßen.

Niedriger Natriumspiegel aufgrund einer Überproduktion eines Hormons, das die

Flüssigkeitsspeicherung

beeinflusst;

führt

Schwäche,

Müdigkeit

oder

Verwirrung (Syndrom der inadäquaten Ausschüttung des antidiuretischen Hor-

mons, SIADH).

Störung der Muskelkontrolle, dies kann mit anormalem Gang, Sprachstörungen

und Störung der Augenbewegung verbunden sein (Ataxie).

Kopfschmerzen.

Schüttelfrost mit Fieber.

Husten.

Gewichtsabnahme.

Nierenversagen.

Akute Funktionsstörung der Lungen (respiratorische Insuffizienz) mit Todesfolge

bei vorausgegangener Bestrahlungstherapie.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie

können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn,

Website: http://www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie

dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur

Verfügung gestellt werden.

5.

WIE IST NAVELBINE AUFZUBEWAHREN?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Behältnis und der Faltschachtel

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den

letzten Tag des angegebenen Monats.

Im Kühlschrank lagern (2 °C – 8 °C). Nicht einfrieren. Durchstechflasche im Umkarton

aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen

NAVELBINE darf nur verwendet werden, wenn das Konzentrat klar und farblos bis hellgelb

ist. In der Lösung dürfen keine sichtbaren Partikel erkennbar sein.

Nach Anbruch ist der Rest des Arzneimittels vom medizinischen Personal zu verwerfen.

Haltbarkeit nach Herstellung der gebrauchsfertigen Zubereitung:

Nach Herstellung der gebrauchsfertigen Lösung in Neutralglasflaschen, PVC-, Polyethylen-

oder Vinylacetatbeuteln (siehe Abschnitt für Ärzte bzw. medizinisches Fachpersonal am

Ende dieser Packungsbeilage) wurde die chemisch-physikalische Stabilität für folgende

Zeiträume und Bedingungen nachgewiesen: 1 Tag bei Raumtemperatur (20°C

5°C) und

Lichteinwirkung oder 40 Tage bei Raumtemperatur (20°C

5°C) bzw. im Kühlschrank (2°C

bis 8°C), jeweils vor Licht geschützt.

Seite 8 von 9

Aus mikrobiologischer Sicht sollte die gebrauchsfertige Zubereitung sofort verwendet

werden. Wenn die gebrauchsfertige Zubereitung nicht sofort verwendet wird, ist der

Anwender für die Dauer und die Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich. Sofern die

Herstellung der gebrauchsfertigen Zubereitung nicht unter kontrollierten und validierten

aseptischen Bedingungen erfolgt, ist diese nicht länger als 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C

aufzubewahren.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Diese

Maßnahme hilft die Umwelt zu schützen.

6.

INHALT DER PACKUNG UND WEITERE INFORMATIONEN

Was NAVELBINE enthält

Der Wirkstoff ist: Vinorelbinbis[(R,R)-tartrat].

Eine Durchstechflasche mit 1 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält

13,85 mg Vinorelbinbis[(R,R)-tartrat] (entsprechend 10 mg Vinorelbin).

Der sonstige Bestandteil ist: Wasser für Injektionszwecke.

Wie NAVELBINE aussieht und Inhalt der Packung:

NAVELBINE Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung ist eine klare, farblose bis

blassgelbe Flüssigkeit.

Packungsgrößen:

Packungen mit 1 Durchstechflasche zu 1 ml Konzentrat zur Herstellung einer

Infusionslösung.

Packungen mit 10 Durchstechflaschen zu je 1 ml Konzentrat zur Herstellung einer

Infusionslösung.

Pharmazeutischer Unternehmer

Pierre Fabre Pharma GmbH

Jechtinger Straße 13

D-79111 Freiburg

Hersteller

Pierre Fabre Médicament Production

Aquitaine Pharm International

Avenue du Béarn

F-64320 Idron

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im November 2019.

Die folgenden Informationen sind nur für Ärzte bzw. medizinisches Fachpersonal

bestimmt:

Zwischen NAVELBINE und Neutralglasflaschen, PVC-, Polyethylen- oder Vinylacetat-

Beuteln oder Infusionssets mit PVC-Leitungen bestehen keine Inkompatibilitäten zwischen

Inhalt und Behältnis.

Detaillierte Informationen zu diesem Arzneimittel finden Sie in der Fachinformation.

Seite 9 von 9

Seite 1 von 16

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL

NAVELBINE 10 mg / 1 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

NAVELBINE 50 mg / 5 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Wirkstoff: Vinorelbinbis[(R,R)-tartrat]

Eine Durchstechflasche mit 1 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält

13,85 mg Vinorelbinbis[(R,R)-tartrat] (entsprechend 10 mg Vinorelbin).

Eine Durchstechflasche mit 5 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält

69,25 mg Vinorelbinbis[(R,R)-tartrat] (entsprechend 50 mg Vinorelbin).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung.

Klare, farblose bis blassgelbe Lösung mit einem pH-Wert zwischen 3,3 und 3,8.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Behandlung

des nicht kleinzelligen Bronchialkarzinoms (Stadium 3 oder 4).

als Monotherapie bei Patientinnen mit metastasierendem Brustkrebs (Stadium 4),

bei denen eine Behandlung mit einer anthrazyklin- und taxanhaltigen

Chemotherapie versagt hat oder nicht angezeigt ist.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Streng intravenös über ein Infusionssystem nach vorheriger Verdünnung.

Eine intrathekale Gabe kann tödlich sein (siehe Abschnitt 4.4).

Hinweise für die Anwendung und Handhabung: siehe Abschnitt 6.6.

Verdünnungsvorschrift

NAVELBINE kann als langsamer Bolus (6 – 10 min) nach Verdünnung in 20 – 50 ml

physiologischer Natriumchloridlösung oder 50 mg/ml (5%ige) Glucoselösung oder als

Kurzinfusion (20 – 30 min) nach Verdünnung mit 125 ml physiologischer Natriumchloridlösung

oder 50 mg/ml (5%ige) Glucoselösung gegeben werden. Im Anschluss an die Gabe sollte

immer eine Infusion mit mindestens 250 ml physiologischer Natriumchloridlösung durchgeführt

werden, um die Vene zu spülen.

Seite 2 von 16

Erwachsene:

- Bei Monotherapie beträgt die normale Dosis 25-30 mg/m

Körperoberfläche (KOF)

Vinorelbin einmal wöchentlich.

Bei Kombinationen mit anderen Zytostatika kann die übliche Dosis (25 – 30 mg/m

KOF)

normalerweise beibehalten werden, während die Häufigkeit der Behandlung hingegen

reduziert wird, z. B. Tag 1 und 5 jede dritte Woche oder Tag 1 und 8 jede dritte Woche

entsprechend den Behandlungsprotokollen, die sich in der Therapie der Erkrankung als

wirksam erwiesen haben.

Dosierungsänderungen

Die Behandlung ist unter engmaschiger hämatologischer Kontrolle durchzuführen.

Gegebenenfalls kann eine toxizitätsbedingte Modifizierung der Dosis notwendig sein (siehe

Abschnitt 4.4).

Dauer der Anwendung

Die Behandlungsdauer wird vom Arzt festgelegt und richtet sich nach dem Zustand des

Patienten und nach dem gewählten Therapieschema.

Anwendung bei älteren Patienten

Nach den klinischen Erfahrungen liegen keine Anhaltspunkte für signifikante Unterschiede bei

älteren Patienten im Hinblick auf die Ansprechrate vor; bei manchen dieser Patienten kann

allerdings eine höhere Empfindlichkeit nicht ausgeschlossen werden. Altersbedingte

Änderungen der Pharmakokinetik von Vinorelbin sind nicht bekannt. Siehe auch Abschnitt 5.2.

Anwendung bei Patienten mit Leberinsuffizienz

Die Pharmakokinetik von Vinorelbin ist bei Patienten mit moderater oder schwerer

Leberinsuffizienz unverändert. Nichtsdestotrotz werden bei Patienten mit schwerer

Leberinsuffizienz eine reduzierte Dosis von 20 mg/m

KOF sowie engmaschige

hämatologische Kontrollen empfohlen. Siehe auch Abschnitte 4.4 und 5.2.

Anwendung bei Patienten mit Niereninsuffizienz

Aufgrund der lediglich geringfügigen renalen Ausscheidung besteht bei Patienten mit

Niereninsuffizienz keine pharmakokinetisch begründete Notwendigkeit für eine Reduktion der

NAVELBINE-Dosis (siehe Abschnitte 4.4, 5.2).

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern ist nicht belegt. Die Anwendung bei Kindern wird

daher nicht empfohlen.

4.3

Gegenanzeigen

NAVELBINE 10 mg/1 ml und 50 mg/5 ml dürfen nicht angewendet werden:

bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Vinorelbin oder andere Vinca-Alkaloide oder

sonstige Bestandteile

Frauen im gebärfähigen Alter, die keine sicheren Verhütungsmaßnahmen verwenden

(siehe Abschnitt 4.4 und 4.6)

in der Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6)

bei schweren Infektionen (akut oder innerhalb der letzten 14 Tage)

bei Neutropenie (<1.500/mm

) oder Thrombozytopenie (<100.000/mm

in Kombination mit Gelbfieberimpfstoffen (siehe Abschnitt 4.5)

Seite 3 von 16

4.4

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Warnhinweise

Ausschließlich zur intravenösen Anwendung. Eine intrathekale Anwendung ist kontraindiziert.

NAVELBINE sollte nur von einem Arzt verordnet werden, der über Erfahrungen in der

Chemotherapie verfügt.

Da die Knochenmarkdepression das mit der Gabe von NAVELBINE verbundene Hauptrisiko

ist, sind bei der Behandlung engmaschige hämatologische Kontrollen notwendig (Bestimmung

des Hämoglobingehaltes sowie der Anzahl von Leukozyten, Neutrophilen und Thrombozyten

vor jeder neuen Verabreichung). Der dosisbegrenzende toxische Effekt ist meistens eine

Neutropenie.

Dieser Effekt ist nicht kumulativ, hat seine stärkste Ausprägung zwischen dem 7. und 14. Tag

nach Anwendung und ist schnell reversibel innerhalb von 5 – 7 Tagen.

Bei einer Neutropenie (<1.500/mm

) und/oder einer Thrombozytopenie (<100.000/mm

) ist mit

der Behandlung bis zur Erholung zu warten (Anzahl der Neutrophilen >1.500/mm

und der

Thrombozyten >100.000/mm

Bei einer gleichzeitigen Radiatio des Beckens, der Wirbelsäule oder der Röhrenknochen bei

Vinorelbin-Gabe ist mit erhöhter Myelotoxizität zu rechnen. Gleiches gilt auch für eine

vorhergehende Bestrahlungsbehandlung (<3 Wochen) der genannten Regionen.

Zeigt der Patient Zeichen einer Infektion, soll eine sofortige Untersuchung erfolgen.

Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Besondere Vorsicht ist geboten bei Patienten mit ischämischen Herzerkrankungen in der

Vorgeschichte (siehe Abschnitt 4.8).

Zur Vermeidung des Risikos von Bronchospasmen und Dyspnoe ist, speziell bei der

Kombinationsbehandlung mit Mitomycin C, eine entsprechende Prophylaxe in Betracht zu

ziehen. Ambulant therapierte Patienten müssen dahingehend unterrichtet werden, bei Atemnot

einen Arzt zu rufen.

Bei Patienten mit einer mittelgradigen bis schweren Leberinsuffizienz ändert sich die

Pharmakokinetik von NAVELBINE nicht. Für Dosisanpassungen bei diesen speziellen

Patientengruppen siehe Abschnitt 4.2.

Eine Änderung der Dosis bei eingeschränkter Nierenfunktion ist aus pharmakokinetischer

Sicht nicht erforderlich, da NAVELBINE nur zu einem geringen Teil über die Nieren

ausgeschieden wird (siehe Abschnitt 4.2).

Eine

Behandlung

NAVELBINE

soll

nicht

gleichzeitig

einer

Strahlentherapie

durchgeführt werden, wenn die Leber im bestrahlten Feld liegt.

Dieses Präparat ist speziell bei gleichzeitiger Anwendung von Gelbfieber-Impfstoff

kontraindiziert. Die gleichzeitige Anwendung mit anderen attenuierten Lebendimpfstoffen wird

nicht empfohlen.

Vorsicht ist geboten bei der Kombination von NAVELBINE mit starken Hemmstoffen oder

Induktoren von CYP3A4 (siehe Abschnitt 4.5). Von der Kombination mit Phenytoin wird (wie

bei allen Zytostatika) ebenso abgeraten wie von der Kombination mit Itraconazol (wie bei allen

Vinca-Alkaloiden).

Seite 4 von 16

Jeglicher Augenkontakt ist unbedingt zu vermeiden: Wenn das Arzneimittel unter Druck

versprüht wird, besteht die Gefahr schwerer Augenreizungen bis hin zu Hornhautulzerationen.

Bei jeglichem Augenkontakt ist das betroffene Auge unverzüglich mit physiologischer

Kochsalzlösung (0,9%ige NaCl-Lösung) auszuwaschen.

Neurologische Untersuchungen (ggf. auch EMG-Kontrollen) sind bei andauernder Behandlung

mit NAVELBINE bzw. bei Patienten mit erhöhtem Risiko vorzunehmen.

Nach Normalisierung der Darmtätigkeit nach dem Auftreten eines paralytischen Ileus kann die

Behandlung fortgesetzt werden.

Eine antiemetische Therapie wird aufgrund des sehr häufigen Auftretens von Übelkeit und

Erbrechen empfohlen.

Bei japanischen Populationen wurde häufiger von interstitiellen Lungenerkrankungen

berichtet. Diese spezifische Bevölkerung sollte mit besonderer Aufmerksamkeit beobachtet

werden.

Informationen zu Schwangerschaft, Stillzeit und Fertilität siehe Abschnitt 4.6.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, die bei allen zytotoxischen Arzneimitteln auftreten können:

Da das Thromboserisiko bei Tumorerkrankungen ansteigt, werden häufig

Blutgerinnungshemmer zur Behandlung eingesetzt. Aufgrund der hohen intraindividuellen

Variabilität der Blutgerinnung während des Krankheitsverlaufs und aufgrund einer

möglichen Wechselwirkung von oralen Blutgerinnungshemmern mit der Chemotherapie

muss, im Falle einer Behandlung des Patienten mit oralen Blutgerinnungshemmern, die

Häufigkeit der Kontrolle des INR-Werts (International Normalized Ratio) erhöht werden.

- Gleichzeitige Anwendung kontraindiziert:

Die gleichzeitige Anwendung von Gelbfieber-Impfstoff ist kontraindiziert, da das Risiko

einer tödlich verlaufenden Impfkrankheit besteht (siehe Abschnitt 4.3).

- Gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen:

Attenuierte Lebendimpfstoffe: Nicht empfehlenswert ist die gleichzeitige Anwendung von

attenuierten Lebendimpfstoffen (für Gelbfieber-Impfstoff ist die gleichzeitige Anwendung

kontraindiziert), da das Risiko einer möglicherweise tödlich verlaufenden Impfkrankheit

besteht. Das Risiko ist bei Patienten erhöht, die aufgrund der Grunderkrankung

immungeschwächt sind. Es wird empfohlen in diesem Fall, soweit vorhanden

(Poliomyelitis), einen inaktivierten Impfstoff zu verwenden (siehe auch Abschnitt 4.4).

Phenytoin: Es besteht das Risiko einer erneuten Verschlimmerung der Krampfanfälle, da

die Absorption des Phenytoins durch das zytotoxische Arzneimittel vermindert wird. Zudem

besteht das Risiko eines Wirksamkeitsverlustes des zytotoxischen Arzneimittels, da der

hepatische Metabolismus durch Phenytoin gesteigert wird.

- Gleichzeitige Anwendung sorgfältig abwägen:

Die gleichzeitige Verwendung von Ciclosporin sowie Tacrolimus muss sorgfältig

abgewogen werden, da es zu einer exzessiven Immundepression mit dem Risiko einer

Lymphoproliferation kommen kann.

Seite 5 von 16

Wechselwirkungen, die spezifisch bei Vinca-Alkaloiden auftreten können:

- Gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen:

Nicht empfehlenswert ist die gleichzeitige Anwendung von Itraconazol, da die Neurotoxizität

der Vinca-Alkaloide aufgrund ihres verlangsamten hepatischen Metabolismus ansteigt.

- Gleichzeitige Anwendung sorgfältig abwägen:

Die gleichzeitige Verwendung von Mitomycin C muss sorgfältig abgewogen werden, da das

Risiko des Auftretens von Dyspnoe und Bronchospasmen steigt. In seltenen Fällen wurde

das Auftreten einer interstitiellen Pneumonie beobachtet.

Vinca-Alkaloide sind Substrate des P-Glycoproteins. Obwohl hierzu keine spezifischen

Studien vorliegen, sollte bei gleichzeitiger Anwendung von NAVELBINE und starken

Modulatoren dieses Membrantransporters (z.B. Ritonavir, Clarithromycin, Cyclosporin,

Verapamil, Chinidin oder die u.a. CYP3A4-Induktoren) Vorsicht geübt werden.

Wechselwirkungen, die spezifisch bei Vinorelbin auftreten können:

Wird NAVELBINE mit anderen Substanzen mit bekannter Knochenmarktoxizität

kombiniert, muss mit einer Verstärkung der myelosuppressiven Wirkung gerechnet

werden.

CYP3A4 ist das wichtigste am Abbau von Vinorelbin beteiligte Enzym und die

Kombination mit einem Wirkstoff, der dieses Iso-Enzym induziert (wie Phenytoin,

Phenobarbital, Rifampicin, Carbamazepin, Hypericum perforatum) oder hemmt (wie

Itraconazol, Ketoconazol, HIV-Protease-Inhibitoren, Erythromycin, Clarithromycin,

Telithromyin, Nefazodon) kann die Konzentration von Vinorelbin beeinflussen (siehe

Abschnitt 4.4).

Die Kombination von NAVELBINE und Cisplatin über mehrere Behandlungszyklen zeigt

keine pharmakokinetischen Wechselwirkungen. Allerdings ist die Inzidenz einer

Granulozytopenie bei kombinierter Anwendung von Cisplatin und NAVELBINE höher

als bei einer Monotherapie mit NAVELBINE.

In einer klinischen Phase-I-Studie mit intravenösem Vinorelbin in Verbindung mit Lapatinib

zeigte sich eine erhöhte Inzidenz für Grad 3/4 Neutropenie. In dieser Studie war die

empfohlene Dosis der intravenösen Form von Vinorelbin in einem 3-Wochenplan an Tag 1

und Tag 8 22,5 mg/m

, wenn sie mit täglich 1000 mg Lapatinib kombiniert wurde. Diese Art

der Kombination sollte mit Vorsicht verabreicht werden.

Es gibt Hinweise, dass die 5-Fluorouracil induzierte Mukosatoxizität durch NAVELBINE

verstärkt werden kann; insbesondere, wenn 5-Fluorouracil in hohen Dosen und als

Dauerinfusion in Kombination mit Folinsäure angewendet wird. Die Kombination von

hochdosiertem Vinorelbin mit Mitomycin C scheint in Einzelfällen zu Zeichen einer erhöhten

Lungentoxizität (Bronchospasmen, Dyspnoe) zu führen, wofür eine allergische Genese

diskutiert wird. Da Mitomycin C auch die potentielle Lungentoxizität anderer Vinca-Alkaloide

gelegentlich verstärkt, ist bei gleichzeitiger Anwendung von NAVELBINE und Mitomycin C

bei Patienten mit allergischer Prädisposition (Asthma bronchiale, bekannte Allergien) eine

besondere Vorsicht geboten.

Seite 6 von 16

4.6

Fertiliät, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft:

Es liegen keine hinreichenden Daten über die Anwendung von Vinorelbin bei Schwangeren

vor. In Reproduktionsstudien an Tieren erwies sich Vinorelbin als embryo- und fetoletal sowie

als teratogen (siehe Abschnitt 5.3). Auf Grundlage der Ergebnisse aus Tierstudien und der

pharmakologischen Wirkung des Arzneimittels besteht das mögliche Risiko von embryonalen-

und fetalen Missbildungen.

NAVELBINE sollte daher nicht während der Schwangerschaft angewendet werden, es sei

denn, der individuell erwartete Nutzen überwiegt das mögliche Risiko. Falls eine

Schwangerschaft während der Behandlung auftritt, sollte die Patientin über das Risiko für das

ungeborene Kind aufgeklärt und sorgfältig überwacht werden.

Die Möglichkeit einer genetischen Beratung sollte erwogen werden

Frauen im gebärfähigen Alter:

Frauen im gebärfähigen Alter müssen vor Beginn sowie während der Therapie mit

NAVELBINE und bis 3 Monate danach eine sichere Kontrazeption durchführen.

Vinorelbin ist genotoxisch, daher wird auch bei Kinderwunsch nach einer Therapie eine

genetische Beratung empfohlen.

Stillzeit:

Es ist nicht bekannt, ob NAVELBINE beim Menschen in die Muttermilch übergeht. In

tierexperimentellen Studien wurde der Übergang von Vinorelbin in die Muttermilch nicht

untersucht. Da ein Risiko für den Säugling nicht ausgeschlossen werden kann, muss vor

Beginn der Behandlung mit NAVELBINE abgestillt werden (siehe Abschnitt 4.3).

Fertilität:

Männern, die mit NAVELBINE behandelt werden, wird empfohlen, während der Behandlung

und bis zu 6 Monate danach kein Kind zu zeugen und sich vor Therapiebeginn, wegen einer

möglichen irreversiblen Infertilität durch die Therapie mit Vinorelbin, über die Möglichkeit einer

Spermakonservierung beraten zu lassen.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es wurden keine Untersuchungen zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt. In Anbetracht des Nebenwirkungsprofils

von Vinorelbin wird empfohlen, unter der Behandlung mit dieser Substanz entsprechende

Vorsicht im Straßenverkehr und beim Bedienen von Maschinen walten zu lassen.

4.8

Nebenwirkungen

Die beobachteten Nebenwirkungen sind nachfolgend nach Systemorganklassen und

Häufigkeit gemäß MedDRA-Konvention aufgeführt.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zu Grunde

gelegt:

Sehr häufig (>1/10)

Häufig (>1/100 bis <1/10)

Gelegentlich (>1/1.000 bis <1/100)

Selten (>1/10.000 bis <1/1.000)

Sehr selten (<1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Seite 7 von 16

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen sind Knochenmarkdepression mit

Neutropenie, Anämie, neurologische Störungen, gastrointestinale Toxizität mit Übelkeit,

Erbrechen, Stomatitis und Obstipation, vorübergehende Anstiege von Leberwerten, Alopezie

und lokale Phlebitis.

Weitere Nebenwirkungen, zusammengefasst aus Meldungen nach der Zulassung sowie aus

klinischen Studien, wurden entsprechend der MedDRA-Klassifikation und mit der

Häufigkeitsangabe „nicht bekannt“ aufgenommen.

Detaillierte Angaben zu den Nebenwirkungen:

Die Nebenwirkungen werden nach der WHO-Klassifikation eingestuft (Grad 1=G1;

Grad 2=G2; Grad 3=G3; Grad 4=G4; Grad 1-4=G1-4; Grad 1-2=G1-2; Grad 3-4=G3-4).

Infektionen und parasitäre

Erkrankungen

Häufig:

Virale, bakterielle, oder Pilz-Infektionen an

unterschiedlichen Stellen (Respirations-, Harnwegs-, GI-

Trakt u. a.) in leichter bis mäßiger Ausprägung und bei

entsprechender Behandlung gewöhnlich reversibel.

Gelegentlich:

Schwere Sepsis, manchmal mit anderem Organversagen.

Septikämie.

Sehr selten:

Komplizierte

Septikämie

möglicherweise

tödlichem

Verlauf.

Nicht bekannt:

Neutropenische Sepsis.

Neutropenische Infektion G3-4.

Erkrankungen des Blutes

und des Lymphsystems

Sehr häufig:

Knochenmarkdepression, die hauptsächlich zu einer

Neutropenie (G3: 24,3 % und G4: 27,8 % bei

Monotherapie) führt und welche innerhalb von 5-7 Tagen

reversibel und nicht kumulativ ist.

Anämie (G3-4: 7,4 % bei Monotherapie).

Häufig:

Thrombozytopenie (G3-4: 2,5 %) kann vorkommen, ist

aber selten schwer ausgeprägt.

Nicht bekannt:

Febrile Neutropenie.

Panzytopenie

Leukopenie G1-4.

Erkrankungen des

Immunsystems

Selten:

Systemische allergische Reaktionen wie anaphylaktischer

Schock, Anaphylaxie, Angioödem oder anaphylaktoide

Reaktionen.

Seite 8 von 16

Endokrine Erkrankungen

Nicht bekannt:

Syndrom der gestörten ADH-Sekretion (SIADH).

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Selten:

Schwere Hyponatriämie.

Nicht bekannt:

Anorexie (G1-2: 14%, G3: 1%).

Erkrankungen des

Nervensystems

Sehr häufig:

Neurologische Störungen (G3-4: 2,7%), einschließlich

Verlust der tiefen Sehnenreflexe.

Schwäche in den unteren Extremitäten wurde nach

längerer Anwendung berichtet.

Häufig:

Schwere Parästhesien mit sensorischen und motorischen

Symptomen, die jedoch meist reversibel sind.

Gelegentlich:

Paralytischer Ileus (siehe auch „Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts“).

Nicht bekannt:

Kopfschmerzen.

Schwindelgefühl.

Ataxie.

Herzerkrankungen

Gelegentlich:

Kardiale Ischämien (Angina pectoris, Myokardinfarkt,

manchmal tödlich), Tachykardie, Herzrhythmusstörungen.

Selten:

Reversible Veränderungen des Elektrokardiogramms,

Palpitationen.

Nicht bekannt:

Herzversagen.

Gefäßerkrankungen

Gelegentlich:

Arterielle Hypotonie, arterielle Hypertonie, Flush und Kälte

der Extremitäten.

Selten:

Schwere Hypotonie, Kollaps.

Seite 9 von 16

Erkrankungen der

Atemwege, des Brustraums

und Mediastinums

Gelegentlich:

Dyspnoe und Bronchospasmen können in Verbindung mit

der NAVELBINE Behandlung, wie auch bei einer Therapie

mit anderen Vinca-Alkaloiden auftreten.

Selten:

Interstitielle Lungenerkrankung, laut Berichten manchmal

tödlich.

Nicht bekannt:

Respiratorische Insuffizienz mit Todesfolge bei

vorausgegangener Strahlentherapie.

Husten G1-2.

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig:

Ösophagitis, Stomatitis (G1-4: 15% bei Monotherapie).

Übelkeit und Erbrechen (G1-2: 30,4%, G3-4: 2,2% bei

Monotherapie); eine antiemetische Therapie kann das

Auftreten von Übelkeit und Erbrechen reduzieren.

Obstipation (G3-4: 2,7% bei Monotherapie; G3-4: 4,1%

bei Kombination mit anderen Chemotherapeutika), die

sich gelegentlich zu einem paralytischen Ileus entwickelt.

Häufig:

Diarrhoe in gewöhnlich milder bis mäßiger Ausprägung.

Gelegentlich:

Paralytischer Ileus (siehe auch „Erkrankungen des

Nervensystems“); nach Normalisierung der Darmtätigkeit

kann die Behandlung fortgesetzt werden.

Schwere Diarrhoe.

Selten:

Pankreatitis.

Nicht bekannt:

Gastrointestinale Blutungen.

Bauchschmerzen.

Leber- und

Gallenerkrankungen

Sehr häufig:

Vorübergehende Erhöhung der Leberwerte (G1-2) ohne

klinische Symptome (SGOT: 27,6%; SGPT: 29,3%).

Nicht bekannt:

Leberfunktionsstörungen.

Seite 10 von 16

Erkrankungen der Haut und

des Unterhautzellgewebes

Sehr häufig:

Alopezie, zumeist in leichter Ausprägung (G3-4: 4,1% bei

Monotherapie).

Häufig:

Generalisierte Hautreaktionen wie Ausschlag, Pruritus,

Urtikaria.

Nicht bekannt:

Palmoplantares Erythrodysästhesie-Syndrom.

Sklelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Häufig:

Myalgien, Arthralgien einschließlich Kieferschmerzen.

Erkrankungen der Nieren

und Harnwege

Häufig:

Anstieg des Kreatinins.

Nicht bekannt:

Nierenversagen.

Allgemeine Erkrankungen

und Beschwerden am

Verabreichungsort

Sehr häufig:

Venenreizung, Reaktionen an der Injektionsstelle wie

Erythem, brennende Schmerzen, Verfärbung der Vene,

lokale Phlebitis (G3-4: 3,7% unter Monotherapie).

Häufig:

Asthenie, Müdigkeit, Fieber, Schmerzen an verschiedenen

Stellen einschließlich thorakaler und Tumorschmerzen.

Selten:

Lokale Nekrose. Durch exaktes Positionieren der

Injektionsnadel und gute Nachspülung der Vene kann

diese Wirkung begrenzt werden. Gelegentlich kann es

erforderlich sein, einen zentral-venösen Zugang zu legen.

Nicht bekannt:

Schüttelfrost G1-2.

Untersuchungen

Nicht bekannt:

Gewichtsabnahme.

Für die orale Formulierung von Navelbine wurden die folgenden zusätzlichen Nebenwirkungen

berichtet: neuromotorische Störungen, Geschmacksstörung, Sehbehinderung, Schlaflosigkeit,

Dysphagie, Gewichtszunahme, Dysurie, andere urogenitale Symptome.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses

des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall

einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website:

http://www.bfarm.de anzuzeigen.

Seite 11 von 16

4.9

Überdosierung

Überdosierungen können eine schwere Knochenmarkdepression mit Fieber und Infektionen

hervorrufen, ebenso wurde über paralytischen Ileus berichtet.

Da es kein spezifisches Antidot für eine Überdosierung mit Vinorelbin gibt, sind im Falle einer

Überdosierung symptomatische Maßnahmen notwendig. Zu diesen Maßnahmen zählen:

Fortlaufende Kontrolle der Vitalzeichen und besonders sorgfältige Überwachung des

Patienten.

Tägliches Blutbild, um die Notwendigkeit von Transfusionen, der Gabe von

Wachstumsfaktoren bzw. einer intensivmedizinischen Versorgung rechtzeitig

erkennen und das Infektionsrisiko einschätzen zu können.

Maßnahmen zur Vorbeugung eines paralytischen Ileus.

Überwachung des Kreislaufsystems und der Leberfunktion.

Infektionsbedingte Komplikationen können mit Breitbandantibiotika behandelt werden, ein

paralytischer Ileus durch Dekompression über eine Sonde.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Mittel, Vinca-Alkaloide und Analoga

ATC-Code: L01C A04

Vinorelbinbis[(R,R)-tartrat] bzw. Vinorelbin ist eine antineoplastische Substanz aus der Gruppe

der Vinca-Alkaloide. Vinorelbin, der Wirkstoff von NAVELBINE, unterscheidet sich von den

anderen Vertretern dieser Substanzgruppe durch einen strukturell veränderten Catharantin-

Anteil im Molekül.

Vinorelbin wirkt auf das Tubulin-Mikrotubulussystem der Zelle. Es verhindert die

Polymerisation von Tubulin, wobei es sich vorzugsweise an mitotische Mikrotubuli anlagert.

Axonale Mikrotubuli werden nur bei hohen Wirkstoffkonzentrationen beeinflusst. Der zu einer

Spiralisierung von Tubulin führende Effekt ist bei Vinorelbin geringer ausgeprägt als bei

Vincristin. Vinorelbin führt zu einer Blockierung der Mitose in der G2- und M-Phase, wobei es

in der Interphase oder der darauf folgenden Mitosephase zum Zelltod kommt.

Kinder:

Die Sicherheit und Wirksamkeit von NAVELBINE bei pädiatrischen Patienten ist nicht belegt.

Klinische Daten von zwei einarmigen Phase-II-Studien, in denen Vinorelbin in intravenöser

Form bei 33 und 46 pädiatrischen Patienten mit rezidivierenden soliden Tumoren,

einschließlich Rhabdomyosarkomen, anderen Weichgewebesarkomen, Ewing Sarkomen,

Liposarkomen, Synovialsarkomen, Fibrosarkomen, Tumoren des zentralen Nervensystems,

Osteosarkomen und Neuroblastomen angewendet wurde, zeigten keine relevante klinische

Aktivität. Als i.v. Dosierung wurden 30 bis 33,75 mg/m

KOF, verabreicht entweder an Tag 1

und Tag 8 im 3-wöchentlichen Zyklus oder einmal wöchentlich für 6 Wochen im 8-

wöchentlichen Zyklus, eingesetzt. Das Toxizitätsprofil war mit dem erwachsener Patienten

vergleichbar (siehe Abschnitt 4.2).

Seite 12 von 16

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Die pharmakokinetischen Parameter wurden im Blut ermittelt.

Verteilung

Verteilungsvolumen ist im Fließgleichgewicht mit durchschnittlich 21,2 l/kg (Bereich: 7,5 –

39,7 l/kg) hoch und zeigt eine beträchtliche Gewebeverteilung an.

Die Bindung an Plasmaproteine ist schwach (13,5%). Allerdings bindet Vinorelbin stark an

Blutzellen, insbesondere an Thrombozyten (78%).

Vinorelbin reichert sich im Lungengewebe an. In einer Untersuchung an bioptisch

gewonnenem Material ist die Konzentration im Lungengewebe 300-mal höher als im Serum.

Vinorelbin wird im zentralen Nervensystem nicht nachgewiesen.

Es zeigt sich, dass intravenös verabreichtes Vinorelbin bis zu Dosen von 45 mg/m

KOF eine

lineare Pharmakokinetik aufweist.

Biotransformation

Mit Ausnahme des 4-O-Deacetylvinorelbins, das wahrscheinlich durch Carboxylesterasen

entsteht, werden die Metabolite von Vinorelbin über CYP3A4, eine Isoform des Cytochrom

P450, gebildet. Alle Metabolite wurden identifiziert und mit Ausnahme von 4-O-

Deacetylvinorelbin, dem Hauptmetaboliten im Blut, sind alle inaktiv. Glukuronidierung und

Sulfatierung sind an der Metabolisierung von Vinorelbin nicht beteiligt.

Elimination

Nach intravenöser Bolusinjektion oder Infusion beim Menschen wird Vinorelbin aus dem Blut

triexponentiell eliminiert. Darauf folgt eine langsame Eliminationsphase mit einer langen

terminalen Halbwertszeit.

Die terminale Halbwertszeit beträgt durchschnittlich etwa 40 Stunden. Die Blut-Clearance ist

hoch, sie erreicht nahezu den Wert für die Leberdurchblutung und beträgt durchschnittlich

0,72 l/h/kg (Bereich: 0,32 – 1,26 l/h/kg).

Die renale Elimination von unverändertem Vinorelbin ist gering (<20% der Dosis). Die biliäre

Ausscheidung stellt sowohl für die Metaboliten als auch für unverändertes Vinorelbin (die

hauptsächlich wiedergefundene Verbindung) den vorherrschenden Eliminationsweg dar.

Besondere Patientengruppen

Nieren- und Leberfunktionsstörung

Bei Patienten mit Lebermetastasen traten Veränderungen der mittleren Vinorelbin-Clearance

nur auf, wenn über 75% der Leber betroffen waren.

In einer ersten Studie wurde über die Auswirkungen einer Leberfunktionsstörung auf die

Pharmakokinetik von Vinorelbin berichtet. Diese Studie wurde bei Mammakarzinom-

Patientinnen mit Lebermetastasen durchgeführt und hat ergeben, dass es erst bei einer

Beteiligung der Leber von über 75% zu einer Veränderung der durchschnittlichen Clearance

von Vinorelbin kommt. Bei Tumor-Patienten mit hepatischer Dysfunktion wurde eine

dosisangepasste Pharmakokinetik-Studie der Phase 1 durchgeführt: 6 Patienten mit mäßiger

hepatischer Dysfunktion (Bilirubin <2 x UNL und Transaminasen <5 x UNL) wurden mit bis zu

25 mg/m

KOF behandelt und 8 Patienten mit schwerer hepatischer Dysfunktion (Bilirubin >2 x

UNL und/oder Transaminasen >5 x UNL) erhielten bis zu 20 mg/m

KOF. In diesen beiden

Patientenuntergruppen entsprach die mittlere Gesamtclearance derjenigen von Patienten mit

normaler Leberfunktion. Daraus lässt sich schließen, dass die Pharmakokinetik von Vinorelbin

bei Patienten mit mäßiger bis schwerer Leberfunktionsstörung nicht beeinträchtigt ist.

Trotzdem wird im Fall einer schweren Leberfunktionsstörung, im Sinne einer

Vorsichtsmaßnahme, eine reduzierte Dosis von 20 mg/m

KOF sowie eine engmaschige

Überwachung der hämatologischen Parameter empfohlen (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

Seite 13 von 16

Die Auswirkungen von Nierenfunktionsstörungen auf die Pharmakokinetik von Vinorelbin

wurden nicht untersucht. Aufgrund der geringen renalen Ausscheidung ist jedoch die

Notwendigkeit einer Dosisreduzierung bei Niereninsuffizienz nicht gegeben.

Ältere Patienten

Eine Studie mit NAVELBINE bei älteren Patienten (

70 Jahre) mit nicht kleinzelligem

Bronchialkarzinom ergab keinen Einfluss des Alters auf die Pharmakokinetik von Vinorelbin.

Aufgrund der allgemein höheren Sensibilität älterer Patienten ist bei der Erhöhung der Dosis

von NAVELBINE jedoch Vorsicht geboten (siehe Abschnitt 4.2).

Verhältnis zwischen Pharmakokinetik und Pharmakodynamik

Es wurde ein enger Zusammenhang zwischen der Konzentration im Blut und der

Verminderung von Leukozyten bzw. Neutrophilen gezeigt.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute und chronische Toxizität

Als Zeichen der Überdosierung kam es bei Versuchstieren zu Haarausfall,

Verhaltensanomalien (Erschöpfung, Schläfrigkeit), Lungenschäden, Gewichtsverlust und einer

mehr oder weniger stark ausgeprägten Knochenmarkhypoplasie.

In Untersuchungen zur akuten und chronischen Toxizität trat bei mehreren Tierarten eine

dosisabhängige Myelotoxizität auf, die sich auf alle Zellen des Knochenmarks erstreckte.

Gelegentlich kam es auch zu einer Atrophie der Lymph- und Milzfollikel. Hohe Dosen führten

im Tierversuch zu einem Anstieg der Leberenzyme als Zeichen einer Hepatotoxizität.

Hämodynamische Wirkungen wurden bei Hunden, die die höchste tolerierbare Dosis erhielten,

nicht festgestellt. EKG-Untersuchungen an Hunden zeigten unter Vinorelbin, wie bei anderen

Vinca-Alkaloiden, nur leichte und nicht signifikante Störungen der Erregungsrückbildung. In

einer Untersuchung an Primaten wurden bei wiederholter Gabe von Vinorelbin über 39

Wochen keine Auswirkungen auf das kardiovaskuläre System festgestellt.

In der Literatur wurde vereinzelt über kardiovaskuläre Ereignisse wie Angina pectoris und

Myokardinfarkt unter Behandlung mit Vinca-Alkaloiden berichtet.

Mutagenes und kanzerogenes Potenzial

Vinorelbine induziert Chromosomenschäden, zeigt jedoch im AMES-Test kein mutagenes

Potential.

Vinorelbin induziert im Tierversuch Aneuploidien sowie Polyploidien. Es ist davon

auszugehen, dass Vinorelbin auch im Menschen mutagene Wirkungen (Aneuploidien und

Polyploidien) auslösen kann.

Die Ergebnisse von Kanzerogenitätsstudien an Mäusen und Ratten waren negativ, es wurden

jedoch nur niedrige Dosen getestet.

Reproduktionstoxikologie

In Reproduktionsstudien an Tieren wurden bereits unterhalb therapeutischer Dosierungen

Wirkungen festgestellt. Sowohl Embryo- als auch Fetotoxizität wurde beobachtet, wie z. B.

intrauterine Wachstumsretardierung und verzögerte Ossifikation. Teratogenität (Fusion der

Wirbelkörper, fehlende Rippen) wurden in maternal toxischen Dosen beobachtet. Darüber

hinaus waren die Spermatogenese sowie die Sekretion von Prostata- und Samenvesikeln

vermindert, die Fertilität bei Ratten war jedoch nicht verringert.

Sicherheitspharmakologie

Seite 14 von 16

Studien zur Sicherheitspharmakologie an Hunden und Affen zeigten keinerlei Nebenwirkungen

auf das kardiovaskuläre System.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Wasser für Injektionszwecke

6.2

Inkompatibilitäten

NAVELBINE darf nicht mit alkalischen Lösungen verdünnt werden (Gefahr der Ausfällung).

Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

Es sind keine Inkompatibilitäten zwischen NAVELBINE und farblosem Neutralglas, PVC-

Beutel, Vinylacetatbeutel oder PVC-Infusionsbestecken bekannt.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Im unversehrten Behältnis:

3 Jahre. Nach Anbruch Rest verwerfen.

Haltbarkeit nach Herstellung der gebrauchsfertigen Zubereitung:

Nach Herstellung der gebrauchsfertigen Lösung in Neutralglasflaschen, PVC-, Polyethylen-

oder Vinylacetatbeuteln (siehe Abschnitt 6.6) wurde die chemisch-physikalische Stabilität für

folgende Zeiträume und Bedingungen nachgewiesen: 1 Tag bei Raumtemperatur (20°C

5°C) und Lichteinwirkung oder 40 Tage bei Raumtemperatur (20°C

5°C) bzw. im

Kühlschrank (2°C bis 8°C), jeweils vor Licht geschützt.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte die gebrauchsfertige Zubereitung sofort verwendet werden.

Wenn die gebrauchsfertige Zubereitung nicht sofort verwendet wird, ist der Anwender für die

Dauer und die Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich. Sofern die Herstellung der

gebrauchsfertigen Zubereitung nicht unter kontrollierten und validierten aseptischen

Bedingungen erfolgt, ist diese nicht länger als 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C aufzubewahren.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Im unversehrten Behältnis

Im Kühlschrank lagern (2°C – 8°C). Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den

Inhalt vor Licht zu schützen. Nicht einfrieren.

Lagerungsbedingungen des verdünnten Arzneimittels siehe Abschnitt 6.3.

Seite 15 von 16

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

NAVELBINE wird in entsprechend dimensionierte Durchstechflaschen (Glastyp I), die mit

einem Butyl- oder Chlorbutylstopfen und einer Aluminium-Bördelkappe mit

Polypropylendichtung verschlossen sind, bereit gestellt.

NAVELBINE 10 mg/1 ml:

Packungen mit 1 Durchstechflasche zu 1 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Packungen mit 10 Durchstechflaschen zu je 1 ml Konzentrat zur Herstellung einer

Infusionslösung

NAVELBINE 50 mg/5 ml:

Packungen mit 1 Durchstechflasche zu 5 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Packungen mit 10 Durchstechflaschen zu je 5 ml Konzentrat zur Herstellung einer

Infusionslösung

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Die Zubereitung von Injektions- oder Infusionslösungen zytotoxischer Arzneimittel muss durch

speziell ausgebildetes Personal mit Kenntnis der verwendeten Arzneimittel erfolgen, unter

Bedingungen, die den Schutz der Umgebung und insbesondere den Schutz des damit

befassten Personals gewährleistet. Dies erfordert das Vorhandensein eines für diese Zwecke

vorgesehenen Arbeitsplatzes. Es ist verboten, in diesem Bereich zu rauchen, zu essen oder

zu trinken.

Dem Personal muss geeignetes Arbeitsmaterial zur Verfügung gestellt werden, insbesondere

langärmelige Kittel, Schutzmasken, Kopfbedeckungen, Schutzbrillen, sterile Einmal-

Handschuhe, Schutzabdeckung für den Arbeitsplatz, Behälter und Sammelbehältnisse für

Abfall.

Spritzen und Infusionssets sind vorsichtig aufzubewahren, um ein Auslaufen zu vermeiden.

Verschüttete oder ausgelaufene Flüssigkeit muss aufgewischt werden.

Vorsichtsmaßnahmen müssen ergriffen werden, um eine Exposition des Personals in der

Schwangerschaft zu vermeiden.

Jeglicher Augenkontakt muss streng vermieden werden. Nach Augenkontakt ist sofort eine

gründliche Spülung mit physiologischer Natriumchloridlösung vorzunehmen. Im Falle von

Reizungen sollte ein Augenarzt aufgesucht werden. Im Falle eines Hautkontaktes, ist sofort

sorgfältig mit Wasser zu spülen.

Nach der Fertigstellung muss jede exponierte Stelle gründlich gereinigt sowie Hände und

Gesicht gewaschen werden.

Zwischen NAVELBINE und Neutralglasflaschen, PVC-, Polyethylen- oder Vinylacetat-Beuteln

oder Infusionssets mit PVC-Leitungen bestehen keine Inkompatibilitäten zwischen Inhalt und

Behältnis.

NAVELBINE kann als langsamer Bolus (6 – 10 min) nach Verdünnung in 20 – 50 ml

physiologischer Natriumchloridlösung oder 50mg/ml (5%ige) Glucoselösung oder als

Kurzinfusion (20 – 30 min) nach Verdünnung mit 125 ml physiologischer Natriumchloridlösung

Seite 16 von 16

oder 50 mg/ml (5%ige) Glucoselösung gegeben werden. Im Anschluss an die Gabe sollte

immer eine Infusion mit mindestens 250 ml physiologischer Natriumchloridlösung durchgeführt

werden, um die Vene zu spülen.

NAVELBINE darf nur intravenös angewendet werden. Es ist sehr wichtig sicherzustellen, dass

die Kanüle sorgfältig in der Vene platziert ist, bevor die Infusion begonnen wird. Gelangt

NAVELBINE während der Infusion in das umgebende Gewebe, kann es zu einer starken

Reizung kommen. In diesem Fall ist die Infusion zu unterbrechen, die Vene mit

Natriumchloridlösung zu spülen und die verbleibende Dosis über eine andere Vene zu

verabreichen. Im Falle einer Extravasation, können Glucocorticoide intravenös gegeben

werden, um das Risiko einer Phlebitis zu verringern.

Exkremente und Erbrochenes müssen mit Vorsicht behandelt werden.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den örtlichen Vorschriften

zu entsorgen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

PIERRE FABRE PHARMA GmbH

Jechtinger Straße 13

D-79111 Freiburg

8.

ZULASSUNGSNUMMERN

33071.00.00

33071.02.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/ VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

07.12.1995 / 13.12.2000

10.

STAND DER INFORMATION

November 2019

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Teilen Sie diese Informationen