Mytolac 90 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

16-07-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

16-07-2021

Wirkstoff:
Lanreotidacetat (1:x) ((mit Angaben zum Essigsäure-Gehalt))
Verfügbar ab:
Amdipharm Limited (8097938)
Darreichungsform:
Injektionslösung in einer Fertigspritze
Zusammensetzung:
Lanreotidacetat (1:x) ((mit Angaben zum Essigsäure-Gehalt)) (23838) 123,2 Milligramm
Verabreichungsweg:
subkutane Anwendung
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Ja
Zulassungsnummer:
2203668.00.00
Berechtigungsdatum:
2021-06-22

Lesen Sie das vollständige Dokument

B. PACKUNGSBEILAGE

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Mytolac 60 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze

Mytolac 90 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze

Mytolac 120 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze

Lanreotid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Mytolac und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Mytolac beachten?

Wie ist Mytolac anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Mytolac aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Mytolac und wofür wird es angewendet?

Mytolac enthält den Wirkstoff Lanreotid, der zur Arzneimittelgruppe der „wachstumshemmenden

Hormone“ gehört. Es ähnelt einer anderen Substanz (Hormon), die „Somatostatin“ genannt wird.

Lanreotid senkt im Körper die Menge an Hormonen, wie z. B. Wachstumshormon (GH) und Insulin-

ähnlichem-Wachstumsfaktor 1 (IGF-1), und hemmt die Freisetzung einiger Hormone im Magen-

Darm-Trakt sowie die Sekretion im Darm. Des Weiteren wirkt es auf einige fortgeschrittene Tumore

(sogenannte neuroendokrine Tumore) des Darms und der Bauchspeicheldrüse, indem es deren

Wachstum stoppt oder verlangsamt.

Wofür Mytolac angewendet wird

Zur Behandlung von Akromegalie (einer Erkrankung, bei der der Körper zu viel

Wachstumshormon herstellt)

Zur Linderung von Beschwerden wie z. B. Hitzewallungen und Durchfall, die manchmal bei

Patienten mit neuroendokrinen Tumoren (NET) auftreten.

Zur Behandlung und Kontrolle des Wachstums einiger fortgeschrittener Tumore des Darms

und der Bauchspeicheldrüse, die als gastroenteropankreatische neuroendokrine Tumore oder

GEP-NET bezeichnet werden. Die Anwendung erfolgt, wenn diese Tumore nicht operativ

entfernt werden können.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Mytolac beachten?

Mytolac darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Lanreotid, Somatostatin oder verwandte Arzneimittel (Somatostatin

Analoga) oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels

sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Apotheker oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Sie

Mytolac anwenden.

Wenn Sie

Diabetiker

sind, da Mytolac Ihren Blutzuckerspiegel beeinflussen kann. Während

der Anwendung von Mytolac wird Ihr Arzt möglicherweise Ihren Blutzuckerspiegel

kontrollieren und Ihre Diabetesbehandlung anpassen.

Wenn Sie

Gallensteine

haben, da Mytolac zur Bildung von Gallensteinen in der Gallenblase

führen kann. In diesem Fall kann es nötig sein, dass Ihre Gallenblase regelmäßig überwacht

wird. Ihr Arzt kann beschließen, die Behandlung mit Lanreotid zu beenden, wenn

Komplikationen durch Gallensteine auftreten .

Wenn Sie ein

Schilddrüsenproblem

haben, da Mytolac Ihre Schilddrüsenfunktion leicht

herabsetzen kann.

Wenn Sie eine

Herzerkrankung

haben, da unter Behandlung mit Mytolac Bradykardie

(verlangsamter Herzschlag) auftreten kann. Bei Patienten mit Bradykardie ist zu Beginn der

Behandlung mit Mytolac besondere Vorsicht geboten.

Wenn einer der oben genannten Punkte auf Sie zutrifft, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker,

bevor Sie Mytolac anwenden.

Kinder

Die Anwendung von Mytolac bei Kindern wird nicht empfohlen.

Anwendung von Mytolac zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich andere

Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen.

Besondere Vorsicht ist erforderlich bei gleichzeitiger Anwendung mit:

Ciclosporin

(ein Arzneimittel zur Unterdrückung des Immunsystems, z. B. nach

Transplantation oder bei Autoimmunerkrankung).

Bromocriptin

(Dopaminagonist zur Behandlung bestimmter Arten von Hirntumoren und von

Parkinson oder zum Abstillen).

Bradykardie verursachenden Arzneimitteln

(Arzneimittel, die den Herzschlag

verlangsamen, z. B. Betablocker).

Bei gleichzeitiger Anwendung wird Ihr Arzt Dosisanpassungen dieser Arzneimittel in Erwägung

ziehen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker

um Rat.

Gegebenenfalls darf Mytolac nur dann gegeben werden, wenn dies eindeutig erforderlich ist.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es ist unwahrscheinlich, dass Mytolac Einfluss auf Ihre Verkehrstüchtigkeit und Ihre Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen hat. Bei der Behandlung mit Mytolac können jedoch möglicherweise

Nebenwirkungen wie Schwindelgefühl auftreten. Wenn Sie davon betroffen sind, sollten Sie

vorsichtig sein, wenn Sie Fahrzeuge lenken oder Maschinen bedienen.

3.

Wie ist Mytolac anzuwenden?

Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt an. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Empfohlene Dosis

Behandlung von Akromegalie

Die empfohlene Dosis ist eine Injektion alle 28 Tage. Ihr Arzt kann die Dosis Ihrer Injektionen mittels

der drei Wirkstärken von Mytolac (60 mg, 90 mg oder 120 mg) anpassen.

Wenn Sie gut auf die Behandlung eingestellt sind, kann Ihr Arzt empfehlen, Ihre Behandlung auf

Mytolac 120 mg umstellen, wodurch die Häufigkeit der Injektionen auf alle 42 bzw. alle 56 Tage

reduziert wird. Eine mögliche Dosisänderung richtet sich nach Ihren Beschwerden und wie Sie auf das

Arzneimittel ansprechen.

Ihr Arzt wird auch entscheiden, wie lange Sie behandelt werden sollten.

Zur Linderung von Beschwerden (z. B. Hitzewallungen und Durchfall) in Verbindung mit

neuroendokrinen Tumoren

Die empfohlene Dosis beträgt eine Injektion alle 28 Tage. Ihr Arzt kann die Dosis Ihrer Injektionen

mittels der drei Wirkstärken von Mytolac (60 mg, 90 mg oder 120 mg) anpassen.

Wenn Sie gut auf die Behandlung eingestellt sind, kann Ihr Arzt empfehlen, Ihre Behandlung auf

Mytolac 120 mg umstellen, wodurch die Häufigkeit der Injektionen auf alle 42 bzw. alle 56 Tage

reduziert wird.

Ihr Arzt wird auch entscheiden, wie lange Sie behandelt werden sollten.

Behandlung fortgeschrittener Tumore des Darms und der Bauchspeicheldrüse, die als

gastroenteropankreatische neuroendokrine Tumore oder GEP-NET bezeichnet werden, wenn

diese Tumore nicht operativ entfernt werden können

Die empfohlene Dosis beträgt 120 mg alle 28 Tage. Ihr Arzt wird entscheiden, wie lange Sie mit

Mytolac behandelt werden sollten, um den Tumor zu kontrollieren.

Art der Anwendung

Mytolac wird tief subkutan injiziert.

Wenn die Injektion durch medizinisches Fachpersonal bzw. von einer entsprechend unterwiesenen

Person (z. B. Familienmitglied oder Freund/in) vorgenommen wird, erfolgt die Injektion in das obere

äußere Viertel des Gesäßes.

Wenn Sie sich Mytolac nach einem angemessenen Training selbst injizieren, sollte die Injektion in den

oberen Abschnitt der Oberschenkelaußenseite erfolgen.

Die Entscheidung, ob die Injektion selbst oder durch eine entsprechend unterwiesene Person

verabreicht werden kann, liegt bei Ihrem Arzt.

ANWENDUNGSHINWEISE

A.

Was ist in der Verpackung enthalten

Die folgenden Hinweise erläutern, wie Mytolac injiziert wird.

Bitte lesen Sie die folgenden Hinweise zur Anwendung sorgfältig durch, bevor Sie die Injektion

durchführen.

B.

Bevor Sie anfangen

B1. Nehmen Sie Mytolac 30 Minuten vor der Injektion aus dem Kühlschrank. Lassen Sie den

beschichteten Beutel bis unmittelbar vor der Injektion geschlossen.

B2. Überprüfen Sie vor dem Öffnen des Beutels, dass dieser unbeschädigt und das Verfalldatum

des Arzneimittels nicht überschritten ist. Das Verfalldatum ist auf dem Umkarton und dem Beutel

angegeben.

Sie dürfen das Arzneimittel nicht anwenden, wenn das angegebene

Verfalldatum überschritten oder der beschichtete Beutel beschädigt ist.

Waschen Sie Ihre Hände

mit Seife und trocknen Sie die Hände gründlich ab,

bevor Sie anfangen.

B4. Stellen Sie sicher, dass die Vorbereitung auf einer sauberen Oberfläche erfolgt.

B5. Wählen Sie eine Injektionsstelle – mögliche Injektionsstellen sind nachstehend aufgeführt.

B6. Achten Sie darauf, die

Injektionsstelle zu reinigen

B7. Reißen Sie den Beutel auf und entnehmen Sie die Fertigspritze.

Wenn Sie einer anderen Person die

Injektion geben

: Injizieren Sie in das obere

äußere Viertel des

Gesäßes

Wenn Sie sich selbst injizieren

: Injizieren

Sie in den oberen Abschnitt der Außenseite

Oberschenkels

Folgeinjektionen von Mytolac sollten

abwechselnd

in die rechte oder linke Seite erfolgen.

C.

Vorbereiten der Spritze

C1: Nehmen Sie die Kappe von der Spritze

ab.

Halten Sie mit einer Hand den

Spritzenkörper (

nicht den Kolben

) fest.

Drehen Sie mit der anderen Hand die

Kappe ab.

C2: Öffnen Sie die Nadelpackung.

Halten Sie die Nadelpackung fest und

ziehen Sie den Deckel ab.

Achtung: Nicht das offene Ende der

Nadelpackung berühren. Dieses Ende muss

sauber bleiben.

C3: Stecken Sie die Spritze in das offene

Ende der Nadelpackung.

Halten Sie mit einer Hand die

Nadelpackung.

Halten Sie mit der anderen Hand den

Spritzenkörper (

nicht den Kolben

) fest und

drehen Sie diesen, bis Spritze und Nadel fest

miteinander verbunden sind.

Diese sind fest verbunden, wenn Sie

nicht mehr weiterdrehen können.

Wichtig: Die Spritze muss festsitzen, damit

kein Arzneimittel auslaufen kann.

C4: Nehmen Sie die Nadel aus der

Packung.

Halten Sie den Spritzenkörper (

nicht

den Kolben

) fest.

Ziehen Sie die Nadel gerade

ohne

Biegen oder Drehen

aus der Nadelpackung,

um sicherzustellen, dass die Spritze fest mit

der Nadel mit Schutzsystem verbunden ist.

Achtung: Ab diesem Schritt liegt die Nadel

teilweise frei.

D.

Durchführen der Injektion

D1: Richten Sie die Spritze aus.

Hinweise zur Wahl der Injektionsstelle

siehe Abschnitt B.

Halten Sie die Haut um die

Injektionsstelle mit Ihrem Daumen und

Zeigefinger flach und gespannt.

Halten Sie mit der anderen Hand den

unteren Teil des Spritzenkörpers (

nicht den

Kolben

) fest.

Richten Sie die Spritze in einem Winkel

von 90 Grad zur Haut aus.

D2: Stechen Sie die Nadel ein.

Legen Sie die Nadel fest gegen die Haut

an, ohne an der Injektionsstelle die Haut zu

falten oder zu drücken.

Der grüne Sicherheitsschutz wird

zurückgeschoben.

Machen Sie weiter, bis nur noch der

Kragen des Sicherheitsschutzes sichtbar

ist.

Drücken Sie den Kolben bei diesem

Schritt noch

nicht

herunter. Halten Sie die

Spritze für den nächsten Schritt in dieser

Position.

D3: Drücken Sie den Kolben herunter.

Führen Sie Ihre Hand von der Haut zum

Kolben.

Drücken Sie den Kolben

langsam

herunter, bis die Spitze den Spritzenkörper

berührt (es ist einfacher, den Kolben mit der

dominanten Hand herunterzudrücken).

Dies sollte etwa 20 Sekunden lang

dauern.

E.

Entfernen und Entsorgen der Spritze

E1: Ziehen Sie die Spritze aus der Haut

heraus.

Ziehen Sie die Spritze gerade aus dem

Körper heraus.

Der grüne Nadelschutz deckt die Nadel

E2: Wenden Sie leichten Druck an.

Üben Sie mit einem trockenen

Wattebausch oder sterilem Mull sanften

Druck auf die Injektionsstelle aus, um

Blutungen vorzubeugen.

Die Injektionsstelle nach der Gabe

nicht

reiben oder massieren.

E3: Entsorgung

Entsorgen Sie die verwendete Spritze

mit Nadel gemäß den lokalen Vorschriften

oder den Anweisungen Ihres Arztes.

Die Nadeln können nicht

wiederverwendet werden.

Entsorgen Sie die Spritze oder Nadel

nicht

im Haushaltsabfall.

Wenn Sie eine größere Menge von Mytolac angewendet haben, als Sie sollten

Wenn Sie eine größere Menge von Mytolac injiziert haben, als Sie sollten, wenden Sie sich bitte an

Ihren Arzt.

Wenn Sie sich zu viel Mytolac injiziert haben oder Ihnen zu viel verabreicht wurde, können

zusätzliche oder schwerwiegendere Nebenwirkungen auftreten (siehe Abschnitt 4. „Welche

Nebenwirkungen sind möglich?“).

Wenn Sie die Anwendung von Mytolac vergessen haben

Sobald Sie feststellen, dass Sie eine Injektion vergessen haben, setzen Sie sich bitte mit Ihrem Arzt in

Verbindung. Er wird Ihnen den Zeitpunkt Ihrer nächsten Injektion nennen. Injizieren Sie sich keine

zusätzlichen Injektionen selbst, um eine versäumte Injektion nachzuholen, ohne dies vorher mit Ihrem

Arzt besprochen zu haben.

Wenn Sie die Anwendung von Mytolac abbrechen

Eine Unterbrechung für mehr als eine Dosis oder eine vorzeitige Beendigung der Behandlung mit

Mytolac kann den Erfolg der Behandlung beeinträchtigen. Wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt, bevor

Sie die Behandlung abbrechen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Informieren Sie sofort Ihren Arzt, wenn Sie eine der folgenden Nebenwirkungen bemerken:

Verstärktes Gefühl von Durst oder Müdigkeit sowie Auftreten von Mundtrockenheit. Dies

können Anzeichen dafür sein, dass Sie einen hohen Blutzuckerspiegel haben oder einen

Diabetes entwickeln.

Verstärktes Gefühl von Hunger, Zittern, übermäßiges Schwitzen oder Verwirrtheit. Dies

können Anzeichen für einen niedrigen Blutzuckerspiegel sein.

Diese Nebenwirkungen treten häufig auf. Sie können bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen.

Informieren Sie sofort Ihren Arzt, wenn:

Ihr Gesicht rot wird oder anschwillt oder sich Flecken oder ein Hautausschlag bilden.

Ihre Brust sich eng anfühlt, Sie kurzatmig werden oder keuchen.

Sie sich schwach fühlen, möglicherweise als Folge eines Blutdruckabfalls.

Die oben genannten Symptome können auf eine allergische Reaktion hinweisen.

Die Häufigkeit dieser Nebenwirkungen ist nicht bekannt und kann auf Grundlage der verfügbaren

Daten nicht abgeschätzt werden.

Andere Nebenwirkungen

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie eine der folgenden Nebenwirkungen bemerken.

Die am häufigsten zu erwartenden Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden, Probleme mit

der Gallenblase und Reaktionen an der Injektionsstelle. Mögliche Nebenwirkungen von Mytolac sind

entsprechend ihren Häufigkeiten nachstehend aufgeführt.

Sehr häufig: kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen:

Durchfall, weiche Stühle, Schmerzen im Bauchraum

Gallensteine und andere Probleme mit der Gallenblase. Sie können Symptome wie schwere

und plötzlich auftretende Bauchschmerzen, hohes Fieber, Gelbsucht (gelbliche Verfärbung der

Haut und des weißen Teils der Augen), Schüttelfrost, Appetitlosigkeit und juckende Haut

haben.

Häufig: kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen:

Gewichtsverlust

Sich antriebslos fühlen

Langsamer Herzschlag

Sich sehr müde fühlen

Verringerter Appetit

Sich generell schwach fühlen

Übermäßiger Fettanteil im Stuhl

Sich schwindelig fühlen, Kopfschmerzen haben

Haarverlust oder spärlicher Körperhaarwuchs

Schmerzen, die sich auf Muskeln, Bänder, Sehnen und Knochen auswirken

Reaktionen an der Injektionsstelle, wie z. B. Schmerzen oder Hautverhärtungen

Abnorme Leber- und Bauchspeicheldrüsen-Laborwerte und Änderungen im Blutzuckerspiegel

Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Blähungen, Bauchblähung oder Bauchbeschwerden,

Verdauungsstörungen

Biliäre Dilatation (Erweiterung der Gallengänge zwischen Ihrer Leber und Gallenblase und

dem Darm). Sie haben möglicherweise Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit,

Gelbsucht und Fieber.

Gelegentlich: kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen:

Hitzewallungen

Schlafstörungen

Änderung der Farbe des Stuhls

Änderung der Plasmaspiegel für Natrium und alkalische Phosphatase (im Bluttest feststellbar)

Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar:

Plötzliche, schwere Schmerzen im Unterleib. Diese können Anzeichen einer entzündeten

Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) sein.

Abszess an der Injektionsstelle, der bei Druck flüssigkeitsgefüllt erscheint (Rötung,

Schmerzen, Wärme und Schwellung, möglicherweise mit Fieber)

Entzündung der Gallenblase. Es können Beschwerden wie starke und plötzliche Schmerzen im

oberen rechten oder zentralen Bauchbereich auftreten, die in Schulter oder Rücken ausstrahlen

können, sowie Druckschmerz am Bauch, Übelkeit, Erbrechen und hohes Fieber.

Schmerzen im oberen rechten Bauchbereich (Abdomen), Fieber, Schüttelfrost, gelbliche

Verfärbung von Haut und Augen (Gelbsucht), Übelkeit, Erbrechen, lehmfarbener Stuhl,

dunkler Urin, Müdigkeit. Dies können Anzeichen für eine Entzündung des Gallengangs

(Cholangitis) sein.

Mytolac kann Ihren Blutzuckerspiegel verändern, deshalb wird Ihr Arzt möglicherweise, insbesondere

bei Behandlungsbeginn, Ihren Blutzuckerspiegel kontrollieren.

Da bei dieser Art von Arzneimittel Probleme mit der Gallenblase auftreten können, wird Ihr Arzt

möglicherweise bei Behandlungsbeginn und danach regelmäßig auch Ihre Gallenblase überwachen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie eine der oben genannten Nebenwirkungen

bemerken.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte,

Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen

über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Mytolac aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Etikett nach „verwendbar bis“

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag

des angegebenen Monats.

Im Kühlschrank lagern (2 °C-8 °C). In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht

zu schützen.

Jede Fertigspritze ist einzeln verpackt.

Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser (z.B. nicht über die Toilette oder das

Waschbecken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht

mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei. Weitere Informationen finden sie

unter www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Mytolac enthält

Der Wirkstoff ist: Lanreotid (als Acetat) (60 mg, 90 mg oder 120 mg).

Die sonstigen Bestandteile sind: Wasser für Injektionszwecke, Essigsäure 99% (zur pH-Wert

Einstellung).

Wie Mytolac aussieht und Inhalt der Packung

Mytolac ist eine zähflüssige Injektionslösung in einer halbdurchsichtigen Kunststoffspritze zu 0,5 ml

mit einer Nadel mit Sicherheitssystem zur einmaligen Anwendung. Es ist eine weiße bis blassgelbe,

hochviskose Formulierung.

Jede Fertigspritze ist in einen Aluminiumbeutel und dieser in einer Faltschachtel verpackt.

Faltschachtel mit einer Spritze zu 0,5 ml und einer Nadel mit Sicherheitssystem (1,2 mm x 20 mm).

Bündelpackung mit 3 Faltschachteln mit jeweils einer Spritze zu 0,5 ml und einer Nadel mit

Sicherheitssystem (1,2 mm x 20 mm).

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

Amdipharm Limited

3 Burlington Road

D04 RD68 Dublin 4

Irland

Hersteller

Pharmathen S.A

6, Dervenakion Str.

15351 Pallini Attiki

Griechenland

oder

Pharmathen International S.A.

4, Dervenakion Str.

15351 Pallini Attiki

Griechenland

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen

Österreich

Mytolac

60mg Injektionslösung in einer Fertigspritze

Mytolac

90mg Injektionslösung in einer Fertigspritze

Mytolac

120mg Injektionslösung in einer Fertigspritze

Belgien

Mytolac

60mg solution injectable en seringue préremplie

Mytolac

90mg solution injectable en seringue préremplie

Mytolac

120mg solution injectable en seringue préremplie

Tschechische Republik

Mytolente

Dänemark

Myrelez

60mg injektionsvæske, opløsning i fyldt injektionssprøjte

Myrelez

90mg injektionsvæske, opløsning i fyldt injektionssprøjte

Myrelez

120mg, injektionsvæske, opløsning i fyldt injektionssprøjte

Estland

Myrelez

Finnland

Myrelez

60mg injektioneste, liuos esitäytetyssä ruiskussa

Myrelez

90mg injektioneste, liuos esitäytetyssä ruiskussa

Myrelez

120mg injektioneste, liuos esitäytetyssä ruiskussa

Frankreich

Myrelez L.P. 60mg solution injectable à libération prolongée en

seringue préremplie

Myrelez L.P. 90mg solution injectable à libération prolongée en

seringue préremplie

Myrelez L.P. 120mg solution injectable à libération prolongée en

seringue préremplie

Deutschland

Mytolac 60 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze

Mytolac 90 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze

Mytolac 120 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze

Griechenland

Myrelez

60mg ενέσιμο διάλυμα σε προγεμισμένη σύριγγα

Myrelez

90mg ενέσιμο διάλυμα σε προγεμισμένη σύριγγα

Myrelez

120mg ενέσιμο διάλυμα σε προγεμισμένη σύριγγα

Ungarn

Mytolac

60mg oldatos injekció előretöltött fecskendőben

Mytolac

90mg oldatos injekció előretöltött fecskendőben

Mytolac

120mg oldatos injekció előretöltött fecskendőben

Irland

Myrelez

60mg solution for injection in prefilled syringe

Myrelez

90mg solution for injection in prefilled syringe

Myrelez

120mg solution for injection in prefilled syringe

Italien

Myrelez

Lettland

Myrelez

60mg šķīdums injekcijām pilnšļircē

Myrelez

90mg šķīdums injekcijām pilnšļircē

Myrelez

120mg šķīdums injekcijām pilnšļircē

Litauen

Myrelez

60mg injekcinis tirpalas užpildytame švirkšte

Myrelez

90mg injekcinis tirpalas užpildytame švirkšte

Myrelez

120mg injekcinis tirpalas užpildytame švirkšte

Niederlande

Mytolac

60mg oplossing voor injectie in een voorgevulde spuit

Mytolac

90mg oplossing voor injectie in een voorgevulde spuit

Mytolac

120mg oplossing voor injectie in een voorgevulde spuit

Norwegen

Myrelez

60mg injeksjonsvæske, oppløsning i ferdigfylt sprøyte

Myrelez

90mg injeksjonsvæske, oppløsning i ferdigfylt sprøyte

Myrelez

120mg injeksjonsvæske, oppløsning i ferdigfylt sprøyte

Polen

Myrelez 60mg roztwór do wstrzykiwań w ampułko-strzykawce

Myrelez 90mg roztwór do wstrzykiwań w ampułko-strzykawce

Myrelez 120mg roztwór do wstrzykiwań w ampułko-strzykawce

Portugal

Myrelez

60mg solução injetável em seringa pré-cheia MG

Myrelez

90mg solução injetável em seringa pré-cheia MG

Myrelez

120mg solução injetável em seringa pré-cheia MG

Rumänien

Mytolac

60mg soluţie injectabilă în seringă preumplută

Mytolac

90mg soluţie injectabilă în seringă preumplută

Mytolac

120mg soluţie injectabilă în seringă preumplută

Slowakei

Mytolente

60 mg injekčný roztok naplnený v injekčnej striekačke

Mytolente

90 mg injekčný roztok naplnený v injekčnej striekačke

Mytolente

120 mg injekčný roztok naplnený v injekčnej striekačke

Spanien

Myrelez

60mg Solucion inyectable en jeringa precargada EFG

Myrelez

90mg Solucion inyectable en jeringa precargada EFG

Myrelez

120mg Solucion inyectable en jeringa precargada EFG

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Juni 2021.

ANHANG I

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Mytolac 60 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze

Mytolac 90 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze

Mytolac 120 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Lanreotid (INN), 60 mg, 90 mg oder 120 mg (als Acetat)

Jede Fertigspritze enthält eine übersättigte Lanreotidacetatlösung entsprechend einer Konzentration

von 0,246 mg Lanreotidbase/mg Lösung, so dass eine Menge von 60 mg, 90 mg oder 120 mg

Lanreotid pro Injektion gewährleistet ist.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Injektionslösung in einer Fertigspritze.

Weiße bis blassgelbe, hochvisköse Formulierung praktisch ohne Fremdstoffe.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Mytolac wird angewendet zur:

Therapie von Patienten mit Akromegalie, wenn nach einer chirurgischen Behandlung und/oder

Strahlentherapie die Spiegel des Wachstumshormons (GH) und/oder des Insulin-like Growth Factor-1

(IGF-1) anormal bleiben oder bei Patienten, die aus anderen Gründen eine medikamentöse

Behandlung benötigen.

Therapie von gastroenteropankreatischen neuroendokrinen Tumoren (GEP-NET) G1 und einer

Teilgruppe G2 (Ki67-Index bis zu 10 %) mit Ursprung im Mitteldarm, Pankreas oder unbekannter

Primärlokalisation (Enddarm ausgeschlossen) bei erwachsenen Patienten mit inoperabler, lokal

fortgeschrittener oder metastasierter Erkrankung (siehe Abschnitt 5.1).

Therapie der Symptome bei neuroendokrinen Tumoren (besonders karzinoide Tumore).

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Akromegalie

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 60 mg bis 120 mg alle 28 Tage.

Die Dosis kann je nach Ansprechen des Patienten (beurteilt anhand der Symptome und/oder der

biochemischen Wirkung) oder der möglichen Erfahrung des Patienten mit Somatostatin-Analoga

geändert werden.

Beispielsweise sollten Patienten, die zuvor mit 30 mg Lanreotid alle 14 Tage behandelt wurden, eine

Anfangsdosis von 60 mg Mytolac alle 28 Tage erhalten, und Patienten, die zuvor mit 30 mg Lanreotid

alle 10 Tage behandelt wurden, sollten eine Anfangsdosis von 90 mg Mytolac alle 28 Tage erhalten.

Die Dosis sollte je nach Ansprechen des Patienten (beurteilt anhand der Besserung der Symptome

und/oder einer Reduktion der GH- und/oder IGF-1-Spiegel) angepasst werden.

Bei Patienten, deren klinische Symptome und biochemische Parameter unzureichend eingestellt sind,

kann die Dosis von Mytolac bis zu maximal 120 mg alle 28 Tage erhöht werden.

Wenn eine vollständige therapeutische Wirkung erreicht wurde (GH-Spiegel niedriger als 1 ng/ml,

normaler IGF-1-Spiegel und/oder Verschwinden der Symptome) kann die Dosis verringert werden.

Patienten, die gut auf ein Somatostatin-Analogon eingestellt sind, können auch mit Mytolac 120 mg

alle 42 bis 56 Tage (6 bis 8 Wochen) behandelt werden.

Bei allen Patienten sollte eine routinemäßige Langzeitüberwachung der Symptome sowie der GH- und

IGF-1-Spiegel durchgeführt werden.

Therapie von gastroenteropankreatischen neuroendokrinen Tumoren G1 und einer Teilgruppe

G2 (Ki67-Index bis zu 10 %) mit Ursprung im Mitteldarm, Pankreas oder unbekannter

Primärlokalisation (Enddarm ausgeschlossen) bei erwachsenen Patienten mit inoperabler, lokal

fortgeschrittener oder metastasierter Erkrankung

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt eine Injektion von Mytolac 120 mg alle 28 Tage. Zur

Tumorkontrolle sollte die Behandlung mit Mytolac solange wie nötig fortgesetzt werden.

Behandlung der Symptome bei neuroendokrinen Tumoren

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 60 bis 120 mg alle 28 Tage.

Die Dosis sollte je nach Besserung der Symptome angepasst werden.

Nieren- und/oder Leberfunktionsstörung

Bei Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion ist aufgrund der großen therapeutischen

Breite von Lanreotid keine Anpassung der Dosierung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten ist aufgrund der großen therapeutischen Breite von Lanreotid keine Anpassung

der Dosierung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).

Kinder und Jugendliche

Die Anwendung von Mytolac bei Kindern und Jugendlichen wird mangels Daten zur Sicherheit und

Wirksamkeit nicht empfohlen.

Art der Anwendung

Mytolac wird tief subkutan in den oberen äußeren Quadranten des Gesäßes oder in den oberen

Abschnitt der Oberschenkelaußenseite injiziert.

Patienten, die eine gleichbleibende Dosis Mytolac erhalten, können sich nach angemessenem Training

das Arzneimittel selbst injizieren oder von einer entsprechend unterwiesenen Person verabreichen

lassen. Im Fall einer Selbstinjektion sollte die Injektion in den oberen Abschnitt der

Oberschenkelaußenseite erfolgen.

Die Entscheidung, ob die Injektion durch den Patienten selbst oder eine entsprechend unterwiesene

Person verabreicht werden kann, liegt beim Arzt.

Unabhängig von der Injektionsstelle sollte die Haut bei der Injektion nicht gefaltet und die

Injektionsnadel zügig in ihrer gesamten Länge senkrecht zur Haut eingeführt werden.

Folgeinjektionen sollten abwechselnd in die rechte oder linke Seite erfolgen.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen Lanreotid, Somatostatin oder verwandte Peptide oder einen der in

Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Lanreotid kann die Motilität der Gallenblase verringern und zur Bildung von Gallensteinen führen.

Daher sollten die Patienten regelmäßig überwacht werden. Nach der Markteinführung wurde von

Gallensteinen mit anschließenden Komplikationen einschließlich Cholezystitis, Cholangitis und

Pankreatitis berichtet, die bei mit Lanreotid behandelten Patienten eine Cholezystektomie erforderten.

Bei Verdacht auf Cholelithiasis ist Lanreotid abzusetzen und die Komplikation angemessen zu

behandeln.

Pharmakologische Studien bei Tieren und Menschen zeigen, dass Lanreotid, wie auch Somatostatin

und andere Somatostatin-Analoga, die Insulin- und Glucagon-Sekretion hemmt. Daher kann bei

Patienten, die mit Lanreotid behandelt werden, Hypoglykämie oder Hyperglykämie auftreten. Der

Blutzuckerspiegel sollte zu Beginn der Lanreotid-Behandlung oder bei Änderung der Dosierung

kontrolliert und die antidiabetische Therapie entsprechend angepasst werden.

Während der Lanreotid-Behandlung von Akromegalie-Patienten wurde ein leichtes Absinken der

Schilddrüsenfunktion beobachtet, wobei eine klinisch manifeste Hypothyreose selten (< 1 %) ist. Falls

klinisch erforderlich, sollten Schilddrüsenfunktionstests durchgeführt werden.

Lanreotid kann bei Patienten ohne vorbestehendes Herzproblem zu einem Absinken der Herzfrequenz

führen, ohne notwendigerweise die Schwelle zur Bradykardie zu erreichen. Bei Patienten, die bereits

vor Beginn der Lanreotid-Behandlung an Herzerkrankungen leiden, kann eine Sinusbradykardie

auftreten. Bei Patienten mit Bradykardie ist zu Beginn der Lanreotid-Behandlung Vorsicht geboten

(siehe Abschnitt 4.5).

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Die pharmakologischen gastrointestinalen Wirkungen von Lanreotid können eine Reduktion der

intestinalen Resorption gleichzeitig angewendeter Arzneimittel einschließlich Ciclosporin zur Folge

haben. Die gleichzeitige Anwendung von Ciclosporin mit Lanreotid kann die relative Bioverfügbarkeit

von Ciclosporin verringern, wodurch eine Anpassung der Ciclosporin-Dosis erforderlich sein kann,

um den Therapiespiegel aufrechtzuerhalten.

Wechselwirkungen mit Arzneimitteln mit hoher Plasmaproteinbindung sind aufgrund der mäßigen

Bindung von Lanreotid an Serumproteine unwahrscheinlich.

Begrenzte Literaturdaten deuten an, dass eine gleichzeitige Gabe von Somatostatin-Analoga und

Bromocriptin die Bioverfügbarkeit von Bromocriptin erhöhen kann.

Die gleichzeitige Anwendung von Bradykardie verursachenden Arzneimitteln (z. B. Betablocker)

kann eine zusätzliche Wirkung auf die mit Lanreotid verbundene geringfügige Herabsetzung der

Herzfrequenz haben. Bei gleichzeitiger Anwendung solcher Arzneimittel kann eine Dosisanpassung

erforderlich sein.

Die begrenzten verfügbaren Literaturdaten deuten an, dass Somatostatin-Analoga die metabolische

Clearance von Substanzen herabsetzen können, die bekanntermaßen von Cytochrom-P450-Enzymen

metabolisiert werden. Dies kann mit der Unterdrückung des Wachstumshormons in Zusammenhang

stehen. Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass Lanreotid diesen Effekt haben könnte, müssen

andere Arzneimittel, die im Wesentlichen über CYP3A4 metabolisiert werden und die eine geringe

therapeutische Breite aufweisen (z. B. Chinidin, Terfenadin), mit Vorsicht angewendet werden.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf teratogene Wirkungen von Lanreotid während

der Organogenese.

Begrenzte Erfahrungen mit Schwangeren, die gegenüber Lanreotid exponiert waren, zeigen keine

gesundheitsschädlichen Wirkungen von Lanreotid auf die Schwangerschaft oder die Gesundheit des

ungeborenen Kindes/Neugeborenen. Bisher sind keine anderen relevanten epidemiologischen Daten

verfügbar.

Da tierexperimentelle Studien nicht immer aussagekräftig bezüglich des Ansprechens beim Menschen

sind, sollte Lanreotid bei Schwangeren nur angewendet werden, wenn dies eindeutig erforderlich ist.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob dieses Arzneimittel in die Muttermilch übergeht.

Da viele Arzneimittel in die Muttermilch übergehen, ist Vorsicht geboten, wenn Lanreotid während

der Stillzeit angewendet wird.

Fertilität

Verminderte Fertilität wurde bei weiblichen Ratten aufgrund der Hemmung der GH-Ausschüttung bei

höheren als den humantherapeutischen Dosen beobachtet.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Mytolac hat geringen oder mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen. Es wurden keine Untersuchungen zu den Auswirkungen auf die

Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt.

Unter Anwendung von Mytolac wurde jedoch über Schwindelgefühl berichtet (siehe Abschnitt 4.8).

Wenn ein Patient hiervon betroffen ist, sollte er keine Fahrzeuge führen oder Maschinen bedienen.

4.8

Nebenwirkungen

Unerwünschte Wirkungen, die in klinischen Studien von Akromegalie- und GEP-NET-Patienten unter

Lanreotid-Behandlung berichtet wurden, werden unter der entsprechenden Systemorganklasse gemäß

folgenden Kategorien aufgeführt:

Sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100).

Die am häufigsten erwarteten Nebenwirkungen nach Behandlung mit Lanreotid sind Erkrankungen

des Gastrointestinaltrakts (am häufigsten wurde von Diarrhoe und abdominalen Schmerzen, die

gewöhnlich mild oder mäßig stark ausgeprägt und vorübergehend waren, berichtet), Cholelithiasis (oft

ohne Symptome) und Reaktionen an der Injektionsstelle (Schmerzen, Knötchen und Verhärtung).

Das Nebenwirkungsprofil ist für alle Indikationen ähnlich.

Systemorganklasse

Sehr häufig

(≥ 1/10)

Häufig

(≥ 1/100, < 1/10)

Gelegentlich

(≥ 1/1.000, < 1/100)

Sicherheitsdaten

aus der

Anwendungsbeo

bachtung

(Häufigkeit nicht

bekannt)

Infektionen und

parasitäre

Erkrankungen

Abszess an der

Injektionsstelle

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Hypoglykämie, verminderter

Appetit**, Hyperglykämie,

Diabetes mellitus

Psychiatrische

Erkrankungen

Schlaflosigkeit*

Erkrankungen des

Nervensystems

Schwindelgefühl,

Kopfschmerzen, Lethargie**

Herzerkrankungen

Sinusbradykardie*

Gefäßerkrankungen

Hitzewallungen*

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Diarrhoe, lockerer

Stuhlgang*,

Abdominalschmerz

Übelkeit, Erbrechen,

Obstipation, Flatulenz,

aufgetriebener Bauch,

abdominales Unbehagen,

Dyspepsie, Steatorrhoe**

Stuhlverfärbung*

Pankreatitis

Leber- und

Gallenerkrankungen

Cholelithiasis

Gallenblasendilatation*

Cholezystitis,

Cholangitis

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankunge

n

Schmerzen des Muskel- und

Skelettsystems**, Myalgie**

Erkrankungen der

Haut und des

Unterhautzellgewebes

Alopezie, Hypotrichose*

Allgemeine

Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Asthenie, Ermüdung,

Reaktionen an der

Injektionsstelle (Schmerz,

Raumforderungen,

Induration, Knötchen,

Pruritus)

Untersuchungen

ALT erhöht*, AST anomal*,

ALT anomal*, Bilirubin im

Blut erhöht*, Glukose im

Blut erhöht*, glykolisiertes

Hämoglobin erhöht*,

Gewicht erniedrigt,

Pankreasenzyme

erniedrigt**

AST erhöht*,

alkalische

Phosphatase im Blut

erhöht*, Bilirubin im

Blut anomal*,

Natrium im Blut

erniedrigt*

Erkrankungen des

Immunsystems

Allergische

Reaktionen

(einschließlich

Angioödem,

Anaphylaxie,

Überempfindlich-

keit)

* Basiert auf mehreren Studien mit Akromegalie-Patienten

** Basiert auf mehreren Studien mit GEP-NET-Patienten

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Wenn eine Überdosierung auftritt, sollte sie symptomatisch behandelt werden.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Hypophysen- und Hypothalamushormone und Analoga,

Somatostatin und Analoga, ATC-Code: H01C B03

Lanreotid ist ein Octapeptidanalogon des natürlichen Somatostatins. Wie Somatostatin ist Lanreotid

ein Hemmer verschiedener endokriner, neuroendokriner, exokriner und parakriner Funktionen.

Lanreotid besitzt eine hohe Bindungsaffinität zu den humanen Somatostatin-Rezeptoren (SSTR) 2 und

5 und eine geringere Bindungsaffinität zu den humanen Rezeptoren SSTR 1, 3 und 4. Die Aktivität an

den humanen Rezeptoren SSTR 2 und 5 ist als der primäre Wirkmechanismus für die Hemmung der

GH-Sekretion anzusehen. Lanreotid ist aktiver als das natürliche Somatostatin und zeigt eine längere

Wirkdauer.

Wie Somatostatin zeigt Lanreotid eine allgemeine exokrine antisekretorische Wirkung. Es hemmt die

Basalsekretion von Motilin, von GIP (

gastric inhibitory peptide

) und von pankreatischem Polypeptid,

hat jedoch keine signifikanten Auswirkungen auf die Nüchternsekretion von Sekretin oder Gastrin.

Zusätzlich senkt es die Spiegel an Chromogranin A im Plasma und 5-HIAA

(5-Hydroxyindolessigsäure) im Urin von GEP-NET-Patienten mit erhöhten Spiegeln dieser

Tumormarker. Lanreotid hemmt deutlich den durch Mahlzeiten hervorgerufenen Anstieg des

Blutflusses in der oberen Mesenterialarterie und der Pfortader. Lanreotid senkt die durch

Prostaglandin E1 stimulierte Sekretion von Wasser, Natrium, Kalium und Chlorid im Jejunum

signifikant. Bei Akromegalie-Patienten in der Langzeittherapie führt Lanreotid zur Senkung des

Prolaktinspiegels.

In einer unverblindeten Studie wurden 90 zuvor unbehandelte Patienten mit Akromegalie und

diagnostiziertem Makroadenom der Hypophyse mit Lanreotid 120 mg alle 28 Tage über 48 Wochen

behandelt. Patienten, für die im Studienzeitraum eine Hypophysenoperation oder eine Strahlentherapie

vorgesehen war, waren von der Studie ausgeschlossen.

Eine Reduktion des Tumorvolumens von ≥ 20% wurde bei 63% der Patienten beobachtet (95% CI:

52%-73%). In Woche 48 betrug die mittlere prozentuale Reduktion des Tumorvolumens 26,8 %, die

GH-Spiegel lagen bei 77,8 % der Patienten unter 2,5 µg/L und die IGF-1-Spiegel normalisierten sich

bei 50 %. Normalisierte IGF-1-Werte in Kombination mit GH-Werten unter 2,5 µg/L wurden bei 43,5

% der Patienten beobachtet. Die meisten Patienten berichteten über eine deutliche Linderung der

Akromegalie-Symptome wie Müdigkeit, übermäßiges Schwitzen, Arthralgie und

Weichteilschwellungen. Sowohl eine frühe als auch eine anhaltende Reduktion des Tumorvolumens

sowie der GH- und IGF-1-Spiegel wurden ab Woche 12 beobachtet.

Bei Patienten mit gastroenteropankreatischen neuroendokrinen Tumoren wurde eine auf 96 Wochen

zeitlich festgelegte randomisierte, doppelblinde, multizentrische, placebokontrollierte Phase-III-Studie

mit Lanreotid durchgeführt, um die antiproliferative Wirkung von Lanreotid zu beurteilen.

Die Patienten wurden 1:1 randomisiert und erhielten entweder Lanreotid 120 mg alle 28 Tage

(n = 101) oder Placebo (n = 103). Die Randomisierung wurde zum Studieneintritt auf Basis früherer

Therapien und zu Behandlungsbeginn nach Vorhandensein/Fehlen einer Progression, die mittels

RECIST 1.0 (

Response Evaluation Criteria In Solid Tumors

) während der 3-6-monatigen Screening-

Phase bestimmt wurde, stratifiziert.

Die Patienten hatten metastasierte und/oder inoperable, lokal fortgeschrittene Erkrankungen mit

histologisch bestätigten, gut oder mäßig differenzierten Tumoren, die primär in Bauchspeicheldrüse

(44,6 % der Patienten), Mitteldarm (35,8 %), Enddarm (6,9 %) oder mit anderer/unbekannter

Lokalisation des Primärtumors (12,7 %) vorkamen.

69 % der Patienten mit GEP-NET hatten Tumorgrad 1 (G1), definiert durch einen

Ki67-Proliferationsindex ≤ 2 % (50,5 % der gesamten Patientenpopulation) oder einen Mitoseindex

< 2 Mitosen/10 HPF (18,5 % der gesamten Patientenpopulation). 30 % der Patienten mit GEP-NET

hatten Tumoren im unteren Bereich des Tumorgrads 2 (G2), definiert durch einen Ki67-Index > 2 %

bis ≤ 10 %. Der Tumorgrad war für 1 % der Patienten nicht verfügbar. Patienten mit GEP-NET G2 mit

einem höheren Zellproliferationsindex (Ki67-Index > 10 % bis ≤ 20 %) und GEP neuroendokrinen

Karzinomen G3 (Ki67-Index > 20 %) waren von der Studie ausgeschlossen.

Insgesamt hatten 52,5 % der Patienten eine hepatische Tumorlast von ≤ 10 %, 14,5 % hatten eine

hepatische Tumorlast von > 10 % bis ≤ 25 % und 33 % hatten eine hepatische Tumorlast von > 25 %.

Der primäre Endpunkt war das progressionsfreie Überleben (PFS), das innerhalb von 96 Wochen nach

der ersten Injektion zur Behandlung entweder als Zeit bis zur Progression der Erkrankung gemäß

RECIST 1.0 oder als Zeit bis zum Tod bestimmt wurde. Zur Analyse des PFS wurden unabhängige,

zentral begutachtete radiologische Bewertungen der Progression verwendet.

Tabelle 1: Ergebnisse zur Wirksamkeit der Phase-III-Studie

Medianes progressionsfreies Überleben

(Wochen)

Hazard Ratio

(95%-KI)

Risiko-

Reduktion

bezügl.

Progression

oder Tod

p-Wert

Lanreotid

(n = 101)

Placebo

(n = 103)

> 96 Wochen

72,00 Wochen

(95%-KI: 48,57; 96,00)

0,470

(0,304; 0,729)

53 %

0,0002

Abbildung 1: Kaplan-Meier-Kurven zum progressionsfreien Überleben

Die vorteilhafte Wirkung von Lanreotid auf die Risiko-Reduktion bezüglich des Fortschreitens der

Erkrankung oder Tod war unabhängig von der Lokalisation des Primärtumors, der hepatischen

Tumorlast, früheren Chemotherapien, Ki67-Ausgangswert, Tumorgrad oder anderen zuvor

festgelegten Eigenschaften einheitlich, siehe Abbildung 2.

Ein klinisch relevanter Nutzen der Behandlung mit Lanreotid wurde bei Patienten mit Tumoren der

Bauchspeicheldrüse, des Mitteldarms und anderer/unbekannter Primärlokalisation gesehen, wie auch

in der gesamten Studienpopulation. Die begrenzte Anzahl von Patienten mit Tumoren im Enddarm

(14/204) führte zu Schwierigkeiten bei der Interpretation der Ergebnisse in dieser Untergruppe. Die

zur Verfügung stehenden Daten deuten darauf hin, dass Lanreotid bei diesen Patienten nicht von

Nutzen ist.

Abbildung 2: Ergebnisse der Cox-Proportional-Hazard-Kovarianten-Analyse des PFS

In der Verlängerungsstudie erfolgte bei 45,6 % (47/103) der Patienten ein Wechsel von Placebo zu

unverblindetem Lanreotid.

Kinder und Jugendliche

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für das Referenzarzneimittel, das Lanreotid enthält, eine

Freistellung von der Verpflichtung zur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen

Altersklassen zu Akromegalie und hypophysärem Gigantismus gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl.

Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen). Gastroenteropankreatische

neuroendokrine Tumore (nicht eingeschlossen Neuroblastom, Ganglioneuroblastom,

Phäochromozytom) befinden sich auf der „Freistellungsliste“ der Europäischen Arzneimittel-Agentur.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Die intrinsischen pharmakokinetischen Parameter von Lanreotid zeigten nach intravenöser

Anwendung bei gesunden Probanden eine begrenzte Verteilung außerhalb der Gefäße mit einem

Verteilungsvolumen von 16,1 l im Steady-State. Die Gesamtclearance betrug 23,7 l/h, die terminale

Halbwertszeit 1,14 Stunden und die mittlere Verweildauer 0,68 Stunden.

In Eliminationsstudien wurden weniger als 5 % Lanreotid über den Urin ausgeschieden und weniger

als 0,5 % unverändert im Stuhl nachgewiesen, was eine biliäre Ausscheidung vermuten lässt.

Nach tief subkutaner Injektion von Lanreotid 60 mg, 90 mg oder 120 mg bei gesunden Probanden

steigen die Lanreotidkonzentrationen bis zum Erreichen mittlerer Spitzenkonzentrationen im Serum

von 4,25, 8,39 bzw.6,79 ng/ml an. Diese C

-Werte werden am ersten Tag nach der Anwendung nach

8, 12 bzw. 7 Stunden (Medianwerte) erreicht. Nach Erreichen der maximalen Lanreotid-Serumspiegel

fallen die Konzentrationen langsam wieder ab und folgen dabei einer Kinetik erster Ordnung mit einer

terminalen Eliminationshalbwertszeit von 23,3, 27,4 bzw. 30,1 Tagen. Vier Wochen nach der

Anwendung lagen die mittleren Lanreotid-Serumspiegel bei 0,9, 1,11 bzw. 1,69 ng/ml. Die absolute

Bioverfügbarkeit betrug 73,4, 69,0 bzw. 78,4 %.

Nach tief subkutaner Anwendung von Lanreotid 60 mg, 90 mg oder 120 mg bei Akromegalie-

Patienten steigen die Lanreotidkonzentrationen bis zum Erreichen mittlerer Spitzenkonzentrationen im

Serum von 1,6, 3,5 bzw. 3,1 ng/ml an. Diese C

-Werte werden am ersten Tag nach der Anwendung

nach 6, 6 bzw. 24 Stunden erreicht. Nach Erreichen der maximalen Lanreotid-Serumspiegel fallen die

Konzentrationen langsam wieder ab und folgen dabei einer Kinetik erster Ordnung. Vier Wochen nach

der Anwendung lagen die mittleren Lanreotid-Serumspiegel bei 0,7, 1,0 bzw. 1,4 ng/ml.

Der Steady-State der Lanreotid-Serumspiegel wurde im Mittel nach 4-maliger Injektion alle 4 Wochen

erreicht. Nach wiederholter Anwendung alle vier Wochen lagen die mittleren C

-Werte im Steady-

State bei 3,8, 5,7 und 7,7 ng/ml für die Dosen von 60 mg, 90 mg bzw. 120 mg, wobei die mittleren

-Werte 1,8, 2,5 bzw. 3,8 ng/ml betrugen. Der Peak-Trough-Fluctuation-Index lag in einem

mittleren Bereich zwischen 81 und 108 %.

Nach tief subkutaner Anwendung von Lanreotid 60 mg, 90 mg oder 120 mg bei Akromegalie-

Patienten wurden lineare pharmakokinetische Freisetzungsprofile beobachtet.

Die Serumtalspiegel nach dreimaliger tief subkutaner Injektion von Lanreotid 60, 90 bzw. 120 mg alle

28 Tage ähneln den Lanreotid-Serumspiegeln im Steady-State bei Akromegalie-Patienten, die zuvor

intramuskuläre Verabreichungen von Lanreotid 30 mg Retardmikropartikel alle 14, 10 bzw. 7 Tage

erhalten hatten.

In der populationspharmakokinetischen Analyse von 290 GEP-NET-Patienten, die Lanreotid 120 mg

erhielten, wurde innerhalb eines Tages nach einer Einzelinjektion eine schnelle initiale Freisetzung mit

einem mittleren C

-Wert von 7,49 ± 7,58 ng/ml beobachtet. Steady-State-Konzentrationen wurden

nach 5 Injektionen Lanreotid 120 mg alle 28 Tage erreicht und bis zur letzten Beurteilung (bis zu

96 Wochen nach der ersten Injektion) aufrechterhalten. Im Steady-State betrugen die mittleren C

Werte 13,9 ± 7,44 ng/ml und die mittleren Serumtalspiegel 6,56 ± 1,99 ng/ml. Die mittlere scheinbare

terminale Halbwertszeit betrug 49,8 ± 28,0 Tage.

Nieren-/Leberfunktionsstörung

Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung zeigt sich eine ungefähr zweifache Verringerung

der Gesamtclearance von Lanreotid, verbunden mit einem Anstieg der Halbwertszeit und der AUC.

Bei Patienten mit mäßiger bis schwerer Leberfunktionsstörung wurde eine Abnahme (30 %) der

Clearance beobachtet. Das Verteilungsvolumen und die mittlere Verweildauer stiegen bei Patienten

mit Leberinsuffizienz aller Grade an.

In einer populationspharmakokinetischen Analyse der mit Lanreotid behandelten 165 GEP-NET-

Patienten mit milder und moderater Nierenfunktionsstörung (106 bzw. 59) wurde kein Effekt auf die

Clearance von Lanreotid festgestellt. GEP-NET-Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung

wurden nicht untersucht.

Es wurden keine GEP-NET-Patienten mit Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klassifikation)

untersucht.

Es ist nicht notwendig, bei Patienten mit Nieren- oder Leberfunktionsstörung die Anfangsdosierung zu

ändern, da zu erwarten ist, dass die Lanreotid-Serumkonzentrationen bei diesen Patienten deutlich

innerhalb der Grenzen der Serumkonzentrationen liegen, die von Gesunden gut vertragen werden.

Ältere Patienten

Ältere Menschen zeigen im Vergleich zu gesunden jungen Menschen einen Anstieg der Halbwertszeit

und der mittleren Verweildauer. Es ist nicht notwendig, bei älteren Patienten die Anfangsdosierung zu

ändern, da zu erwarten ist, dass die Lanreotid-Serumkonzentrationen bei diesen Patienten deutlich

innerhalb der Grenzen der Serumkonzentrationen liegen, die von Gesunden gut vertragen werden.

In einer populationspharmakokinetischen Analyse von GEP-NET-Patienten einschließlich

122 Patienten im Alter von 65 bis 85 Jahren wurde kein Effekt des Alters auf die Clearance und das

Verteilungsvolumen von Lanreotid festgestellt.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Präklinische Effekte wurden nur nach Expositionen beobachtet, die ausreichend über der maximalen

humantherapeutischen Exposition lagen. Die Relevanz für den Menschen wird als gering bewertet.

In Bioassay-Studien zur Kanzerogenität an Ratten und Mäusen wurden keine systemischen

neoplastischen Veränderungen bei höheren als den humantherapeutischen Dosen beobachtet. An den

Injektionsstellen wurde ein erhöhtes Auftreten von subkutanen Tumoren beobachtet, wahrscheinlich

aufgrund der häufigeren Anwendung bei Tieren (täglich) im Vergleich zur monatlichen Dosisgabe

beim Menschen, weshalb dieser Befund möglicherweise keine klinische Bedeutung hat.

Lanreotid zeigte in Standardtestserien

in vitro

in vivo

kein genotoxisches Potential.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Wasser für Injektionszwecke.

Eisessig (zur Einstellung des pH-Werts)

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre

Das Arzneimittel sollte sofort nach Öffnen des Aluminiumschutzbeutels verwendet werden.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Im Kühlschrank lagern (2 °C-8 °C). In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht

zu schützen.

Das Arzneimittel kann, wenn es im versiegelten Beutel bis zu insgesamt 24 Stunden bei maximal 40°C

aufbewahrt wurde, erneut zur weiteren Lagerung und späteren Verwendung im Kühlschrank

aufbewahrt werden (die Anzahl dieser Temperaturschwankungen darf 3-mal nicht überschreiten).

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Mytolac wird in einer Fertigspritze (aus Polypropylen mit Gummistopfen aus einem

thermoplastischem Elastomer versiegelt mit einer Kappe aus Polypropylen) bereitgestellt, die in einem

versiegelten Aluminiumbeutel in einer Kunststoffschale geliefert und von einer getrennt verpackten

Nadel mit automatischem Nadelschutz zum einmaligen Gebrauch begleitet wird. Beide Komponenten

sind in einer Faltschachtel verpackt.

Schachtel mit einer Spritze zu 0,5 ml und einer Nadel mit Sicherheitssystem (1,2 mm x 20 mm).

Bündelpackung mit 3 Schachteln mit jeweils einer Spritze zu 0,5 ml und einer Nadel mit

Sicherheitssystem (1,2 mm x 20 mm).

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Die Injektionslösung in der Fertigspritze ist gebrauchsfertig.

Nach Anbruch zur sofortigen und einmaligen Anwendung. Nicht verwenden, wenn der Beutel

beschädigt oder geöffnet ist.

Es ist wichtig, dass die Injektion des Arzneimittels genau gemäß den Anwendungshinweisen in der

Gebrauchsinformation erfolgt.

Das gebrauchte Injektionssystem sollte in einem dafür vorgesehenen Abwurfbehälter entsorgt werden.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen

zu beseitigen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Amdipharm Limited, 3 Burlington Road, Dublin 4, Irland

Amdipharm Limited ist ein Unternehmen der ADVANZ-Pharma-Gruppe.

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

60mg:

2203667.00.00

90mg:

2203668.00.00

120mg:

2203669.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

15.06.2021

10.

STAND DER INFORMATION

06/2021

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Dokumentverlauf anzeigen

Teilen Sie diese Informationen