Morphin HEXAL 100mg Retardkapseln Hartkapsel, retardiert

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Morphinsulfat (Ph.Eur.)
Verfügbar ab:
Hexal Aktiengesellschaft
ATC-Code:
N02AA01
INN (Internationale Bezeichnung):
Morphine sulphate (Ph.Eur.)
Darreichungsform:
Hartkapsel, retardiert
Zusammensetzung:
Morphinsulfat (Ph.Eur.) 100.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
28252.03.00

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Morphin HEXAL 10 mg Retardkapseln

Morphin HEXAL 30 mg Retardkapseln

Morphin HEXAL 60 mg Retardkapseln

Morphin HEXAL 100 mg Retardkapseln

Morphinsulfat (Ph.Eur.)

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der

Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige

Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals

lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an

Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen

Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Morphin HEXAL und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Morphin HEXAL beachten?

Wie ist Morphin HEXAL einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Morphin HEXAL aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1

Was ist Morphin HEXAL und wofür wird es angewendet?

Morphin HEXAL ist ein stark wirkendes Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide.

Morphin HEXAL wird angewendet

bei starken und stärksten Schmerzen.

2

Was sollten Sie vor der Einnahme von Morphin HEXAL beachten?

Morphin HEXAL darf nicht eingenommen werden

wenn Sie allergisch gegen Morphin oder einen der in Abschnitt 6 genannten

sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind

bei bestehendem Darmverschluss (Ileus)

bei unklaren akuten schmerzhaften Bauchbeschwerden (akutes Abdomen)

Zusätzlich für Morphin HEXAL 60 mg

wenn Sie allergisch gegen Gelborange S sind

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Morphin HEXAL

einnehmen.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Morphin HEXAL ist erforderlich

bei Bewusstseinsstörungen

bei Krankheitszuständen, bei denen eine Störung des Atemzentrums und der

Atemfunktion vorliegt oder vermieden werden muss (schwere Atemdepression,

schwere chronisch-obstruktive Lungenerkrankung, schweres Bronchialasthma)

bei einer Veränderung des Herzens infolge chronischer Überlastung des

Lungenkreislaufs (Cor pulmonale)

bei Zuständen mit erhöhtem Hirndruck

bei niedrigem Blutdruck, verbunden mit geringer zirkulierender Blutmenge

(Hypotension bei Hypovolämie)

bei vergrößerter Vorsteherdrüse (Prostatahypertrophie) mit Restharnbildung wegen

Gefahr der Blasenruptur (Riss der Harnblase) durch Harnverhalt

bei Harnwegsverengungen oder Koliken der Harnwege

bei Gallenwegserkrankungen

bei obstruktiven (mit Verengungen einhergehenden) und entzündlichen

Darmerkrankungen

bei Tumor der Nebenniere (Phäochromozytom)

bei Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)

bei schwerer Beeinträchtigung der Nierenfunktion

bei schwerer Beeinträchtigung der Leberfunktion

bei Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

bei epileptischem Anfallsleiden oder erhöhter Neigung zu Krampfanfällen

wenn Sie Medikamente einnehmen, die dämpfend auf die Gehirnfunktion wirken

(siehe Abschnitt „Einnahme von Morphin HEXAL zusammen mit anderen

Arzneimitteln“)

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn während der Einnahme von

Morphin HEXAL folgende Symptome bei Ihnen auftreten:

erhöhte Schmerzempfindlichkeit trotz der Tatsache, dass Sie höhere Dosen

einnehmen (Hyperalgesie). Ihr Arzt wird entscheiden, ob Ihre Dosis geändert oder

das starke Analgetikum („Schmerzmittel“) umgestellt werden muss.

Schwäche, Erschöpfung, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen oder niedriger

Blutdruck. Dies kann ein Symptom einer zu geringen Produktion des Hormons

Kortisol in den Nebennieren sein, und möglicherweise müssen Sie ein

Hormonergänzungsmittel einnehmen.

vermindertes sexuelles Verlangen, Erektionsstörungen, Ausbleiben der monatlichen

Regelblutung. Dies kann auf eine verminderte Produktion von Sexualhormonen

zurückzuführen sein.

wenn Sie drogen- oder alkoholabhängig sind oder in der Vergangenheit waren.

Geben Sie ebenfalls Bescheid, wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie abhängig von

Morphin HEXAL werden, während Sie es anwenden. In diesem Fall kann es zum

Beispiel sein, dass Sie begonnen haben, viel darüber nachzudenken, wann Sie die

nächste Dosis einnehmen können, selbst wenn Sie sie nicht zur Linderung der

Schmerzen benötigen.

Entzugssymptome oder Abhängigkeit. Die häufigsten Entzugssymptome sind in

Abschnitt 3 unter „Wenn Sie die Einnahme von Morphin HEXAL abbrechen“

genannt. Wenn dies der Fall ist, kann Ihr Arzt die Art des Arzneimittels ändern oder

die Dauer zwischen den Dosen ändern.

Morphin HEXAL Retardkapseln wurden speziell so hergestellt, dass der Wirkstoff über

einen längeren Zeitraum abgegeben wird und dadurch länger wirkt. Morphin HEXAL

Retardkapseln dürfen daher nicht zerteilt, zerkaut oder zerrieben werden. Dieses

würde zu einer schnelleren Wirkstofffreisetzung und zu einer möglicherweise tödlichen

Morphin-Überdosierung führen (siehe Abschnitt 3 „Wenn Sie eine größere Menge von

Morphin HEXAL eingenommen haben, als Sie sollten“).

Morphin HEXAL Retardkapseln dürfen nur geschluckt werden. Eine missbräuchliche

Injektion der aufgelösten Retardkapseln (Einspritzen in ein Blutgefäß) darf nicht

vorgenommen werden, weil insbesondere der Bestandteil Talkum zu

schwerwiegenden, möglicherweise tödlichen Ereignissen (z. B. zur Veränderung des

Lungengewebes - Lungengranulom) führen kann.

Die bedeutsamste Gefährdung einer Überdosierung von Opioiden ist eine Abflachung

und Verlangsamung der Atmung (Atemdepression).

Bei längerfristiger Anwendung von Morphin HEXAL kann es zur Entwicklung einer

Gewöhnung (Toleranz) mit der Erfordernis höherer Dosen zum Erzielen des

erwünschten analgetischen Effekts kommen. Die chronische Anwendung von Morphin

HEXAL kann zu körperlicher (physischer) Abhängigkeit führen, und bei abrupter

Beendigung der Therapie kann ein Entzugssyndrom auftreten. Wenn die Therapie mit

Morphin nicht mehr länger erforderlich ist, kann es ratsam sein, die Tagesdosis

allmählich zu reduzieren, um das Auftreten der Symptome eines Entzugssyndroms zu

vermeiden.

Morphin HEXAL wird vor und innerhalb 24 Stunden nach Operationen nicht empfohlen

(erhöhtes Risiko für Darmlähmungen oder Atemdämpfung).

Sollte bei Ihnen eine Erkrankung der Nebennierenrinde (z. B. Morbus Addison)

bestehen, so wird Ihr Arzt die Konzentration des Nebennierenrindenhormons im Blut

(Plasmakortisolkonzentration) kontrollieren und Ihnen gegebenenfalls entsprechende

Medikamente (Kortikoide) verordnen.

Worauf müssen Sie noch achten?

Verstopfung ist unter einer Morphin-Behandlung häufig. Gerade wenn Sie vor Beginn

der Einnahme schon Probleme mit dem Stuhlgang hatten, sollten Sie von Anfang an

ein Abführmittel nehmen. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

Kinder

Für Kinder unter 12 Jahren ist Morphin HEXAL 100 mg im Allgemeinen nicht geeignet,

da der Wirkstoffgehalt zu hoch ist. Darüber hinaus liegen zur Anwendung von Morphin

HEXAL bei Kindern unter 12 Jahren keine ausreichend dokumentierten Erfahrungen

vor.

Ältere Menschen

Bei älteren Menschen ist Morphin HEXAL besonders vorsichtig zu dosieren (siehe

Abschnitt 3).

Auswirkungen bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken

Die Anwendung des Arzneimittels Morphin HEXAL kann bei Dopingkontrollen zu

positiven Ergebnissen führen. Eine missbräuchliche Anwendung von Morphin HEXAL

zu Dopingzwecken kann zu einer Gefährdung Ihrer Gesundheit führen.

Einnahme von Morphin HEXAL zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel

einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben

oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Die gleichzeitige Anwendung von Morphin HEXAL und Beruhigungsmitteln, wie

Benzodiazepine, oder anderen zentral d. h. auf die Gehirnfunktion dämpfend

wirkenden Arzneimitteln (wie Arzneimittel gegen Angststörungen

[Tranquilizer/Anxiolytika], gegen Depressionen [Antidepressiva], gegen psychische

Störungen [Neuroleptika wie z. B. Phenothiazine], zur Narkose [Anästhetika], gegen

Schlafstörungen [Hypnotika, Sedativa wie z. B. Barbiturate], Gabapentin, gegen

Allergien oder Reisekrankheit [Antihistaminika/Antiemetika] oder andere stark

wirksame Schmerzmittel [Opioide]) erhöht das Risiko für Benommenheit,

Beeinträchtigung der Atmung (Atemdepression) und Bewusstlosigkeit und kann

mitunter lebensbedrohlich sein.

Aus diesem Grund sollte die gleichzeitige Anwendung nur dann in Erwägung gezogen

werden, wenn andere Behandlungsmöglichkeiten nicht infrage kommen. Wenn Ihr Arzt

dennoch Morphin HEXAL zusammen mit Beruhigungsmitteln verschreibt, sollte er die

Dosis und Dauer der gleichzeitigen Behandlung beschränken.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt über alle Beruhigungsmittel, die Sie einnehmen, und

befolgen Sie genau die Dosisempfehlungen Ihres Arztes. Es kann hilfreich sein,

Freunde oder Verwandte auf die vorstehend genannten Anzeichen und Symptome zu

achten zu lassen. Wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn derartige Symptome bei Ihnen

auftreten.

Arzneimittel mit anticholinerger Wirkung (z. B. Psychopharmaka, Arzneimittel gegen

Allergien, Erbrechen oder Parkinsonsche Krankheit) können anticholinerge

Nebenwirkungen von Opioiden verstärken (z. B. Verstopfung, Mundtrockenheit oder

Störungen beim Wasserlassen).

Morphin HEXAL sollte nicht gleichzeitig mit MAO-Hemmern (Arzneimittel, die gegen

Depressionen wirken) verabreicht werden. Bei Gabe von MAO-Hemmstoffen innerhalb

der letzten 14 Tage vor einer Gabe eines anderen Opioids (Pethidin) sind

lebensbedrohende Wechselwirkungen beobachtet worden, die das Gehirn

(Zentralnervensystem) sowie Atmungs- und Kreislauf-Funktion betrafen. Dieselben

Wechselwirkungen mit MAO-Hemmern sind bei Morphin HEXAL nicht auszuschließen.

Durch Morphin kann die Wirkung von muskelentspannenden Arzneimitteln

(Muskelrelaxanzien) verstärkt werden.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Rifampicin (Arzneimittel gegen Tuberkulose) kann

es zu einer Abschwächung der Morphin-Wirkung kommen.

Einnahme von Morphin HEXAL zusammen mit Alkohol

Die Einnahme von Alkohol während der Behandlung mit Morphin HEXAL kann zu

verstärkter Schläfrigkeit führen oder das Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen

erhöhen, wie flache Atmung mit dem Risiko eines Atemstillstands und

Bewusstseinsverlust. Es wird empfohlen, während der Einnahme von Morphin HEXAL

keinen Alkohol zu trinken.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein,

oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses

Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Da aus Tierstudien Hinweise auf Schädigungen der Nachkommen Morphin-

behandelter Mütter vorliegen, dürfen Sie Morphin HEXAL in der Schwangerschaft nicht

anwenden, es sei denn, dass Ihr behandelnder Arzt dies für zwingend notwendig

erachtet und den Nutzen für Sie deutlich höher einschätzt als das Risiko für das Kind.

Wegen der erbgutverändernden Eigenschaften von Morphin sollte dieser Wirkstoff

Männern und Frauen im zeugungs- und gebärfähigen Alter nur dann verabreicht

werden, wenn eine wirksame Verhütung sichergestellt ist.

Wird Morphin HEXAL über einen längeren Zeitraum während der Schwangerschaft

angewendet, besteht das Risiko, dass beim Neugeborenen Entzugssymptome

(Abstinenzsymptome) auftreten, die durch einen Arzt behandelt werden sollten. Achten

Sie bei Ihrem Neugeborenen auf Anzeichen einer nicht ausreichenden, d. h. deutlich

abgeflachten und verlangsamten Atmung (Atemdepression) oder eines

Entzugssyndroms. Derartige Entzugserscheinungen können sich in Symptomen, wie z.

B. hochfrequentes Schreien, Reizbarkeit und Unruhe, Muskelzittern, Probleme beim

Stillen und Schwitzen, äußern.

Stillzeit

Morphin wird in die Muttermilch ausgeschieden und kann beim Säugling wirksame

Konzentrationen erreichen. Vom Stillen wird daher abgeraten.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Morphin HEXAL kann die Aufmerksamkeit und das Reaktionsvermögen

beeinträchtigen. Sie können dann auf unerwartete und plötzliche Ereignisse nicht mehr

schnell genug und gezielt reagieren.

Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob und unter welchen Voraussetzungen Sie z. B.

Autofahren (siehe unten) können. Eine verstärkte Beeinträchtigung ist insbesondere

bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und Präparatewechsel sowie im

Zusammenwirken mit Alkohol oder der Einnahme von Beruhigungsmitteln zu erwarten.

Fahren Sie dann nicht Auto oder andere Fahrzeuge! Bedienen Sie dann keine

elektrischen Werkzeuge oder Maschinen! Arbeiten Sie dann nicht ohne sicheren Halt!

Morphin HEXAL enthält Sucrose

Bitte nehmen Sie Morphin HEXAL daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein,

wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten

Zuckern leiden.

3

Wie ist Morphin HEXAL einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein.

Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Dosierung

Die Dosierung von Morphin HEXAL muss der Stärke der Schmerzen und der

individuellen Empfindlichkeit des Patienten angepasst werden.

Initial wird die Behandlung mit einem nicht retardierten Morphin (Tablette oder Lösung)

begonnen, um diejenige Dosis zu ermitteln, mit der eine angemessene

Schmerzkontrolle erzielt wird. Danach wird der Patient auf die entsprechende

Tagesdosis Morphin HEXAL umgestellt. Weiter bestehende Schmerzen

(Durchbruchschmerzen) sind mit einer unretardierten Darreichungsform von Morphin

(Tablette oder Lösung) zu behandeln.

Retardiertes Morphin wird in der Regel in einem 12-Stunden-Intervall eingenommen.

Dabei hängt die Dosierung von der Schwere der Schmerzen sowie vom Alter des

Patienten und dessen bisherigem Analgetikabedarf ab.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis bei Erwachsenen

und Jugendlichen ab 12 Jahre

Morphin HEXAL 10 mg

1 Hartkapsel, retardiert 2-mal täglich (entsprechend 15 mg Morphin/Tag)

Morphin HEXAL 30 mg

1 Hartkapsel, retardiert 2-mal täglich (entsprechend 45,2 mg Morphin/Tag)

Morphin HEXAL 60 mg

1 Hartkapsel, retardiert 2-mal täglich (entsprechend 90,4 mg Morphin/Tag)

Morphin HEXAL 100 mg

1 Hartkapsel, retardiert 2-mal täglich (entsprechend 150,6 mg Morphin/Tag)

Hinweise zur Dauer der Behandlung

Über die Dauer der Behandlung entscheidet Ihr Arzt in Abhängigkeit von den

Schmerzbeschwerden.

Morphin HEXAL sollte auf keinen Fall länger als unbedingt notwendig angewendet

werden. Wenn entsprechend Art und Schwere der Erkrankung eine längerdauernde

Schmerzbehandlung mit Morphin HEXAL erforderlich erscheint, sollte eine sorgfältige

und in kurzen Abständen regelmäßige Überprüfung erfolgen (gegebenenfalls durch

Einlegen von Anwendungspausen, siehe Abschnitt „Wenn Sie die Einnahme von

Morphin HEXAL abbrechen“), ob und inwieweit ein medizinisches Erfordernis weiter

besteht. Gegebenenfalls ist auf geeignetere Darreichungsformen auszuweichen.

Bei der Behandlung chronischer Schmerzen ist der Dosierung nach einem festen

Zeitplan der Vorzug zu geben.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen

Die Hartkapseln, retardiert sind unzerkaut, unzerkleinert und ungeteilt mit ausreichend

Flüssigkeit - unabhängig von den Mahlzeiten - einzunehmen, wobei sich die Einnahme

morgens und abends empfiehlt.

Von Patienten mit Schluckbeschwerden kann die Hartkapsel, retardiert geöffnet und

der Inhalt mit halbfesten Nahrungsmitteln wie Apfelmus, Marmelade oder Joghurt

gemischt eingenommen werden. Diese Mischung sollte dann spätestens 30 Minuten

nach Zubereitung eingenommen werden. Die Kügelchen selbst dürfen nicht gekaut

oder zerdrückt werden. Der Mund sollte dann ausgespült werden, um sicher zu sein,

dass der gesamte Kapselinhalt geschluckt worden ist.

Leber- oder Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen sowie bei Verdacht auf

verzögerte Magen-Darm-Passage soll Morphin HEXAL besonders vorsichtig dosiert

werden.

Ältere Patienten

Patienten im höheren Lebensalter (im Regelfall ab 75 Jahre) und Patienten mit

schlechtem körperlichem Allgemeinzustand können empfindlicher auf Morphin

reagieren. Daher ist darauf zu achten, dass die Dosiseinstellung vorsichtiger erfolgt

und/oder längere Dosisintervalle zu wählen sind. Gegebenenfalls ist auf geringere

Wirkstoffstärken auszuweichen.

Besondere Hinweise zur Dosiseinstellung

Zur ersten Dosiseinstellung sollten schnell freisetzende Morphin-Zubereitungen genutzt

werden. Für eine Neueinstellung der Dosis kommen gegebenenfalls

Darreichungsformen mit geringerem Wirkstoffgehalt zur Anwendung, eventuell auch

zusätzlich zu einer bestehenden Therapie mit Retardformulierungen.

Grundsätzlich sollte eine ausreichend hohe Dosis gegeben werden und gleichzeitig die

im Einzelfall kleinste schmerzlindernd wirksame Dosis angestrebt werden.

Sollten Sie sich einer anderen zusätzlichen Schmerzbehandlung unterziehen (z. B.

Operation, Plexusblockade), so wird nach dem Eingriff die Dosis neu einzustellen sein.

Dies wird im gegebenen Fall durch Ihren Arzt geschehen.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass

die Wirkung von Morphin HEXAL zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Morphin HEXAL eingenommen haben,

als Sie sollten

Wenn Sie mehr Morphin HEXAL als verordnet eingenommen haben, sollten Sie sofort

den nächsten erreichbaren Arzt informieren.

Im Einzelnen können auftreten: enge Pupillen, Beeinträchtigung der Atmung bis zum

Atemstillstand, Bewusstseinsstörungen bis zum Koma, Blutdruckabfall bis hin zum

Schock, Steigerung der Herzfrequenz, Krampfanfälle sowie Muskelschädigung bis hin

zum Muskelzerfall (gegebenenfalls mit der Folge eines Nierenversagens). Es kann

eine Lungenentzündung auftreten, welche durch Einatmen von Erbrochenem oder

Fremdkörpern ausgelöst wird. Symptome können Atemnot, Husten und Fieber sein.

Bei Personen, die eine Überdosis eingenommen haben, können außerdem

Atembeschwerden auftreten, die zu Bewusstlosigkeit oder sogar zum Tod führen.

Keinesfalls dürfen Sie sich in Situationen begeben, die erhöhte Aufmerksamkeit

erfordern, z. B. Autofahren.

Folgende Maßnahmen bei Überdosierung sind bis zum Eintreffen eines Arztes sinnvoll:

Wachhalten, Atembefehle geben, Atemhilfe.

Wenn Sie die Einnahme von Morphin HEXAL vergessen haben

Wenn Sie eine geringere Dosis als vorgesehen von Morphin HEXAL eingenommen

oder die Einnahme ganz vergessen haben, so führt dies zu einer mangelhaften bzw.

fehlenden Schmerzlinderung. Sollten Sie einmal eine Einnahme vergessen haben, so

können Sie diese nachholen, wenn die nächste reguläre Einnahme in mehr als 8

Stunden vorgesehen war. In so einem Fall können Sie Ihren üblichen Einnahmeplan

beibehalten.

Ist der Zeitraum zur nächsten Einnahme kürzer als 8 Stunden, nehmen Sie Morphin

HEXAL auch ein. In diesem Fall verschiebt sich aber Ihr ursprünglicher Einnahmeplan.

Bitte sprechen Sie über das weitere Vorgehen mit Ihrem Arzt. Grundsätzlich sollten Sie

nicht häufiger als alle 12 Stunden Morphin HEXAL einnehmen. Keinesfalls sollten Sie

die doppelte Einzeldosis einnehmen.

Wenn Sie die Einnahme von Morphin HEXAL abbrechen

Beenden Sie die Behandlung mit Morphin HEXAL nur nach Rücksprache mit Ihrem

Arzt. Wenn Sie die Behandlung unterbrechen oder beenden wollen, sollten Sie auf

jeden Fall mit Ihrem Arzt über die Gründe für die Unterbrechung und die weitere

Behandlungsweise sprechen.

Bei längerer Anwendung von Morphin HEXAL kann sich eine körperliche Abhängigkeit

entwickeln. Ein plötzlicher Abbruch der Behandlung wird deshalb von

Entzugserscheinungen begleitet sein. Wenn Sie die Behandlung mit Morphin HEXAL

beenden möchten, fragen Sie Ihren Arzt, wie Sie die Dosis langsam verringern können,

damit Sie Entzugserscheinungen vermeiden können.

Entzugserscheinungen können Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Krampfanfälle,

Körperschmerzen, Zittern, Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit, grippeähnliche

Symptome, schneller Herzschlag und große Pupillen sein. Psychische Symptome sind

ein ausgeprägtes Gefühl der Unzufriedenheit, Angst und Reizbarkeit sowie

Spannungszustände, Unruhe, Verwirrtheit, wiederkehrende Schlaflosigkeit,

Stimmungsschwankungen und Halluzinationen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich

an Ihren Arzt oder Apotheker.

4

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber

nicht bei jedem auftreten müssen.

Morphin zeigt vielfältige psychische Nebenwirkungen, die hinsichtlich Stärke und Art

individuell unterschiedlich (je nach Persönlichkeit und Behandlungsdauer) in

Erscheinung treten können. Derartige Nebenwirkungen sind in der nachfolgenden

Aufstellung aufgeführt.

Wichtige Nebenwirkungen oder Symptome, auf die zu achten sind, und was zu

tun ist, wenn Sie betroffen sind

Eine Abflachung und Verlangsamung der Atmung (Atemdepression) ist die

bedeutsamste Gefährdung einer Opioid-Überdosierung und tritt am ehesten bei

älteren oder geschwächten Patienten auf.

Schwere allergische Reaktion, die Atemnot oder Schwindel verursacht.

Wenn Sie von einer der genannten bedeutsamen Nebenwirkungen betroffen sind,

rufen Sie sofort einen Arzt.

Andere mögliche Nebenwirkungen

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

Stimmungsveränderungen, meist gehobene (euphorische) Stimmung, aber auch

missmutige Verstimmung

Pupillenverengung

Verstopfung (bei Dauerbehandlung)

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Erbrechen (besonders zu Beginn der Behandlung), Verdauungsstörungen

allergische Reaktionen (Überempfindlichkeitsreaktionen)

Appetitabnahme bis zum Appetitverlust

Veränderungen der Aktiviertheit (meist verminderte Aktivität, aber auch erhöhte

Aktivität oder Übererregbarkeit), Schlaflosigkeit, Denkstörungen,

Wahrnehmungsstörungen (z. B. Halluzinationen), Verwirrtheitszustände

Kopfschmerzen, Schwindel, Geschmacksstörungen

Schwitzen, Quaddeln bzw. nesselartiger Hautausschlag (Urtikaria), Juckreiz

Harnverhalt

Unwohlsein, Schwächegefühl, Müdigkeit oder Erschöpfung

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Pulsbeschleunigung, Pulsverlangsamung

Blutdruckabfall, Blutdruckanstieg

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

körperliche Abhängigkeit mit Entzugssymptomen (Symptome siehe Abschnitt 3

unter „Wenn Sie die Einnahme von Morphin HEXAL abbrechen“)

Krämpfe der Atemwegsmuskulatur

Erhöhung von Bauchspeicheldrüsenenzymen, Entzündung der Bauchspeicheldrüse

(Pankreatitis)

Gallenkoliken

Nierenkoliken

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

psychische Abhängigkeit (siehe auch Abschnitt 2 „Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen“), Verminderung der Libido

epileptische Krampfanfälle, Muskelzittern, unwillkürliche Muskelzuckungen

Atemnot

Darmverschluss, Bauchschmerzen; Zahnerkrankungen, wobei jedoch ein

ursächlicher Zusammenhang zur Morphin-Behandlung nicht hergestellt werden

kann

Syndrom der unangemessenen Freisetzung eines die Wasserausschwemmung

steuernden Hormons (SIADH)

verschwommenes Sehen, Doppeltsehen und Augenzittern

Erhöhung der Leberwerte

andere Hautausschläge (z. B. Exantheme)

Muskelkrämpfe, Erhöhung der Muskelspannung

Erektionsstörungen, Ausbleiben der Regelblutung

Schüttelfrost, Wasseransammlung im Gewebe

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

akute allergische Allgemeinreaktionen wie plötzlich auftretende Atemprobleme,

Schwellung der Haut und/oder Blutdruckabfall (anaphylaktische Reaktionen)

Benommenheit, Sedierung (dosisabhängig), Ohnmacht, Missempfindungen,

gesteigerte Schmerzempfindlichkeit (Hyperalgesie - siehe Abschnitt 2

„Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“)

Drehschwindel

Herzklopfen, Herzversagen

Hitzegefühl

verminderter Hustenreiz, Abflachung und Verlangsamung der Atmung

(Atemdepression - eine dosisabhängige Nebenwirkung), Wasseransammlungen in

der Lunge (nach rascher Dosissteigerung)

Übelkeit, Mundtrockenheit (beides dosisabhängig)

Toleranzentwicklung

Entzugserscheinungen bei Neugeborenen, deren Mutter in der Schwangerschaft

Morphin HEXAL angewendet hat (siehe Abschnitt 2 „Schwangerschaft, Stillzeit und

Fortpflanzungsfähigkeit“)

Zusätzlich für Morphin HEXAL 60 mg

Gelborange S kann allergische Reaktionen hervorrufen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben

sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5

Wie ist Morphin HEXAL aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Blisterpackung

nach „verwendbar bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das

Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Nicht über 25 °C lagern. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor

Feuchtigkeit zu schützen.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren

Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden.

Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Morphin HEXAL enthält

Der Wirkstoff ist Morphinsulfat (Ph.Eur.).

Morphin HEXAL 10 mg

1 Hartkapsel, retardiert enthält 10 mg Morphinsulfat (Ph.Eur.), entsprechend 7,5 mg

Morphin.

Morphin HEXAL 30 mg

1 Hartkapsel, retardiert enthält 30 mg Morphinsulfat (Ph.Eur.), entsprechend 22,6 mg

Morphin.

Morphin HEXAL 60 mg

1 Hartkapsel, retardiert enthält 60 mg Morphinsulfat (Ph.Eur.), entsprechend 45,2 mg

Morphin.

Morphin HEXAL 100 mg

1 Hartkapsel, retardiert enthält 100 mg Morphinsulfat (Ph.Eur.), entsprechend 75,3 mg

Morphin.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Dibutyldecandioat, Ethylcellulose, Gelatine, Hexadecan-1-ol, Macrogol 4000,

Maisstärke, Natriumdodecylsulfat, Sucrose, Talkum, Titandioxid (E 171)

Zusätzlich für Morphin HEXAL 10 mg

Chinolingelb (E 104)

Zusätzlich für Morphin HEXAL 30 mg

Erythrosin (E 127)

Zusätzlich für Morphin HEXAL 60 mg

Gelborange S (E 110)

Hinweis für Diabetiker

1 Hartkapsel, retardiert enthält weniger als 0,01 BE.

Wie Morphin HEXAL aussieht und Inhalt der Packung

Morphin HEXAL 10 mg

Morphin HEXAL 10 mg sind Hartkapseln, retardiert mit gelbem Kapseloberteil und

farblosem Kapselunterteil, gefüllt mit cremefarbenen kugelförmigen Granula.

Morphin HEXAL 30 mg

Morphin HEXAL 30 mg sind Hartkapseln, retardiert mit rosafarbenem Kapseloberteil

und farblosem Kapselunterteil, gefüllt mit cremefarbenen kugelförmigen Granula.

Morphin HEXAL 60 mg

Morphin HEXAL 60 mg sind Hartkapseln, retardiert mit orangefarbenem Kapseloberteil

und farblosem Kapselunterteil, gefüllt mit cremefarbenen kugelförmigen Granula.

Morphin HEXAL 100 mg

Morphin HEXAL 100 mg sind Hartkapseln, retardiert mit weißem Kapseloberteil und

farblosem Kapselunterteil, gefüllt mit cremefarbenen kugelförmigen Granula.

Morphin HEXAL ist in Packungen mit 20, 50 und 100 Hartkapseln, retardiert erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

Hexal AG

Industriestraße 25

83607 Holzkirchen

Telefon: (08024) 908-0

Telefax: (08024) 908-1290

E-Mail: service@hexal.com

Hersteller

Salutas Pharma GmbH

Otto-von-Guericke-Allee 1

39179 Barleben

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im November 2018.

Hinweis zur Entnahme der Retardkapseln

Liebe Patientin, lieber Patient,

dieses Arzneimittel ist mit einer verstärkten Blisterfolie kindergesichert verpackt. Bitte

beachten Sie deshalb folgende Hinweise bei der Entnahme der Retardkapseln aus

dem Blister:

Drücken Sie die Retardkapseln mit Druck auf ein Ende der Kapseln aus dem Blister.

So benötigen Sie den geringsten Kraftaufwand und vermeiden, dass sich die Kapseln

verformen oder sogar öffnen.

Zum Schutz unserer Kinder bitten wir um Ihr Verständnis.

Fachinformation

1. BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL

Morphin HEXAL 10 mg Retardkapseln

Morphin HEXAL 30 mg Retardkapseln

Morphin HEXAL 60 mg Retardkapseln

Morphin HEXAL 100 mg Retardkapseln

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Morphin HEXAL 10 mg

1 Hartkapsel, retardiert enthält 10 mg Morphinsulfat (Ph.Eur.), entsprechend 7,5 mg Morphin.

Morphin HEXAL 30 mg

1 Hartkapsel, retardiert enthält 30 mg Morphinsulfat (Ph.Eur.), entsprechend 22,6 mg Morphin.

Morphin HEXAL 60 mg

1 Hartkapsel, retardiert enthält 60 mg Morphinsulfat (Ph.Eur.), entsprechend 45,2 mg Morphin.

Morphin HEXAL 100 mg

1 Hartkapsel, retardiert enthält 100 mg Morphinsulfat (Ph.Eur.), entsprechend 75,3 mg

Morphin.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Hartkapsel, retardiert

Morphin HEXAL 10 mg

Morphin HEXAL 10 mg sind Hartkapseln, retardiert mit gelbem Kapseloberteil und farblosem

Kapselunterteil, gefüllt mit cremefarbenen kugelförmigen Granula.

Morphin HEXAL 30 mg

Morphin HEXAL 30 mg sind Hartkapseln, retardiert mit rosafarbenem Kapseloberteil und

farblosem Kapselunterteil, gefüllt mit cremefarbenen kugelförmigen Granula.

Morphin HEXAL 60 mg

Morphin HEXAL 60 mg sind Hartkapseln, retardiert mit orangefarbenem Kapseloberteil und

farblosem Kapselunterteil, gefüllt mit cremefarbenen kugelförmigen Granula.

Morphin HEXAL 100 mg

Morphin HEXAL 100 mg sind Hartkapseln, retardiert mit weißem Kapseloberteil und farblosem

Kapselunterteil, gefüllt mit cremefarbenen kugelförmigen Granula.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Starke und stärkste Schmerzen.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Initial wird die Behandlung mit einem nicht retardierten Morphin (Tablette oder Lösung)

begonnen, um diejenige Dosis zu ermitteln, mit der eine angemessene Schmerzkontrolle erzielt

wird. Danach wird der Patient auf die entsprechende Tagesdosis Morphin HEXAL

Retardkapseln umgestellt. Weiter bestehende Schmerzen (Durchbruchschmerzen) sind mit

einer unretardierten Darreichungsform von Morphin (Tablette oder Lösung) zu behandeln.

Retardiertes Morphin wird in der Regel in einem 12-Stunden-Intervall eingenommen. Dabei

hängt die Dosierung von der Schwere der Schmerzen sowie vom Alter des Patienten und

dessen bisherigem Analgetikabedarf ab.

Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahre

Morphin HEXAL 10 mg

1 Hartkapsel, retardiert 2-mal täglich (entsprechend 15 mg Morphin/Tag)

Morphin HEXAL 30 mg

1 Hartkapsel, retardiert 2-mal täglich (entsprechend 45,2 mg Morphin/Tag)

Morphin HEXAL 60 mg

1 Hartkapsel, retardiert 2-mal täglich (entsprechend 90,4 mg Morphin/Tag)

Morphin HEXAL 100 mg

1 Hartkapsel, retardiert 2-mal täglich (entsprechend 150,6 mg Morphin/Tag)

Leber- oder Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen sowie bei Verdacht auf verzögerte

Magen-Darm-Passage soll Morphin HEXAL besonders vorsichtig dosiert werden.

Ältere Patienten

Patienten im höheren Lebensalter (im Regelfall ab 75 Jahre) und Patienten mit schlechtem

körperlichen Allgemeinzustand können empfindlicher auf Morphin reagieren. Daher ist darauf

zu achten, dass die Dosiseinstellung vorsichtiger erfolgt und/oder längere Dosisintervalle zu

wählen sind. Gegebenenfalls ist auf geringere Wirkstoffstärken auszuweichen.

Kinder

Für Kinder unter 12 Jahren ist Morphin HEXAL 100 mg im Allgemeinen nicht geeignet, da der

Wirkstoffgehalt zu hoch ist. Darüber hinaus liegen zur Anwendung von Morphin HEXAL bei

Kindern unter 12 Jahren keine ausreichend dokumentierten Erfahrungen vor.

Besondere Hinweise zur Dosiseinstellung

Zur ersten Dosiseinstellung sollten schnell freisetzende Morphin-Zubereitungen genutzt

werden. Für eine Neueinstellung der Dosis kommen gegebenenfalls Darreichungsformen mit

geringerem Wirkstoffgehalt zur Anwendung, eventuell auch zusätzlich zu einer bestehenden

Therapie mit Retardformulierungen.

Patienten, die von einer parenteralen Morphin-Therapie auf Morphin Retardformulierungen

umgestellt werden, müssen unter Berücksichtigung der individuell unterschiedlichen

Empfindlichkeit vorsichtig behandelt werden, d. h., der Tagesbedarf darf nicht überschätzt

werden.

Patienten mit schweren Schmerzen sollten im Regelfall mit 10-30 mg Morphinsulfat alle 12

Stunden beginnen, wobei Patienten mit geringem Körpergewicht (< 70 kg KG) eine niedrige

Initialdosis benötigen.

Bei sich verstärkender Schmerzsymptomatik ist eine höhere Morphin-Dosis erforderlich.

Individuell optimal eingestellt ist die Dosierung dann, wenn ohne Nebenwirkungen bzw. wenn

diese zu vertreten sind, für die Dauer von 12 Stunden Schmerzlinderung erzielt wird.

Grundsätzlich sollte eine ausreichend hohe Dosis gegeben werden und gleichzeitig die im

Einzelfall kleinste schmerzlindernd wirksame Dosis angestrebt werden.

Bei der Behandlung chronischer Schmerzen ist der Dosierung nach einem festen Zeitplan der

Vorzug zu geben.

Bei Patienten, die einer anderen zusätzlichen Schmerztherapie (z. B. Operation,

Plexusblockade) unterzogen werden, ist nach der Maßnahme die Dosis neu einzustellen.

Art der Anwendung

Die Hartkapseln, retardiert sind unzerkaut, unzerkleinert und ungeteilt mit ausreichend

Flüssigkeit - unabhängig von den Mahlzeiten - einzunehmen, wobei sich die Einnahme

morgens und abends empfiehlt.

Die Kügelchen (Pellets) in den Kapseln dürfen nicht gekaut, zerdrückt oder gelöst werden.

Bei Patienten mit Schluckbeschwerden kann die Hartkapsel geöffnet werden und es können die

Pellets in einer kleinen Menge halbfester Nahrungsmittel wie Apfelmus, Marmelade oder

Joghurt gemischt eingenommen werden. Diese Mischung sollte dann spätestens 30 Minuten

nach Zubereitung eingenommen werden. Die Kügelchen selbst dürfen nicht gekaut oder

zerdrückt werden. Der Mund sollte dann ausgespült werden, um sicher zu sein, dass der

gesamte Kapselinhalt geschluckt worden ist.

Eine Applikation über eine Magensonde mit ausreichendem Sondendurchmesser ist möglich.

Anwendungsdauer

Über die Dauer der Behandlung entscheidet der Arzt in Abhängigkeit von den

Schmerzbeschwerden.

Morphin HEXAL sollte auf keinen Fall länger als unbedingt notwendig angewendet werden.

Wenn entsprechend Art und Schwere der Erkrankung eine längerdauernde

Schmerzbehandlung mit Morphin HEXAL erforderlich erscheint, sollte eine sorgfältige und in

kurzen Abständen regelmäßige Überprüfung erfolgen (gegebenenfalls durch

Anwendungspausen), ob und inwieweit ein medizinisches Erfordernis weiter besteht.

Gegebenenfalls ist auf geeignetere Darreichungsformen auszuweichen. Bei chronischen

Schmerzzuständen ist einem festen Dosierungsschema der Vorzug zu geben.

Absetzen der Therapie

Bei abruptem Absetzen der Gabe von Opioiden kann sich ein Abstinenzsyndrom einstellen.

Daher sollte die Dosis vor dem Absetzen schrittweise reduziert werden.

4.3 Gegenanzeigen

Morphin HEXAL darf nicht eingenommen werden bei

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten

sonstigen Bestandteile

Ileus

akutem Abdomen.

Zusätzlich für Morphin HEXAL 60 mg

Überempfindlichkeit gegen Gelborange S

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Eine sorgfältige ärztliche Überwachung und gegebenenfalls Dosisreduktion ist erforderlich bei

Abhängigkeit von Opioiden

Bewusstseinsstörungen

Krankheitszuständen, bei denen eine Störung des Atemzentrums und der Atemfunktion

vorliegt oder vermieden werden muss (schwere Atemdepression mit Hypoxie und/oder

Hyperkapnie, schwere chronisch-obstruktive Lungenerkrankung, schweres

Bronchialasthma)

Cor pulmonale

Zuständen mit erhöhtem Hirndruck, wenn nicht eine Beatmung durchgeführt wird

Hypotension bei Hypovolämie

Prostatahyperplasie mit Restharnbildung (Gefahr der Blasenruptur durch Harnverhalt)

Harnwegsverengungen oder Koliken der Harnwege

Gallenwegserkrankungen

obstruktiven und entzündlichen Darmerkrankungen

Phäochromozytom

Pankreatitis

schwerer Beeinträchtigung der Nierenfunktion

schwerer Beeinträchtigung der Leberfunktion

Hypothyreose

epileptischen Anfallsleiden oder erhöhter Neigung zu Krampfanfällen.

Um die Retardierung der in den Hartkapseln enthaltenen Granula nicht zu beeinträchtigen,

müssen die Hartkapseln, retardiert bzw. ihr Inhalt als Ganzes geschluckt werden und dürfen

nicht zerteilt, zerkaut oder zerrieben werden. Die Anwendung zerteilter, zerkauter oder

zerriebener Granula führt zu einer schnellen Wirkstofffreisetzung und zur Resorption einer

möglicherweise letalen Dosis von Morphin (siehe Abschnitt 4.9).

Morphin HEXAL ist nur für den oralen Gebrauch bestimmt. Eine missbräuchliche parenterale

Verabreichung von Morphin HEXAL kann wegen der Bestandteile (insbesondere von Talkum)

zu schwerwiegenden, potentiell letalen unerwünschten Ereignissen (z. B. Lungengranulomen)

führen.

Eine Atemdepression ist die bedeutsamste Gefährdung einer Opioid-Überdosierung.

Risiko durch gleichzeitige Anwendung von Sedativa wie Benzodiazepinen oder verwandten

Arzneimitteln

Die gleichzeitige Anwendung von Morphin HEXAL und sedierenden Arzneimitteln wie

Benzodiazepine oder verwandte Arzneimittel kann zu Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod

führen. Aufgrund dieser Risiken sollte die gleichzeitige Verordnung mit diesen Sedativa Patienten

vorbehalten sein, für die keine alternativen Behandlungsoptionen infrage kommen. Wenn die

Entscheidung getroffen wird Morphin HEXAL gleichzeitig mit Sedativa zu verordnen, sollte die

niedrigste wirksame Dosis angewendet werden und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich

sein. Die Patienten sind engmaschig auf Anzeichen und Symptome einer Atemdepression und

Sedierung zu überwachen. Diesbezüglich wird dringend empfohlen, Patienten und ihre

Betreuungspersonen anzuweisen, auf diese Symptome zu achten (siehe Abschnitt 4.5).

Abhängigkeit und Entzugssyndrom (Abstinenzsyndrom)

Die Anwendung von Opioid-Analgetika kann mit der Entwicklung von körperlicher und/oder

psychischer Abhängigkeit oder Toleranz verbunden sein. Das Risiko steigt mit längerer

Anwendungsdauer und höherer Dosierung des Arzneimittels. Die Symptome können durch

Anpassung der Dosis oder der Darreichungsform sowie über das schrittweise Absetzen von

Morphin verringert werden. Einzelne Symptome, siehe Abschnitt 4.8.

Missbrauchspotenzial

Morphin hat ein Missbrauchspotenzial, das mit dem anderer starker Opioidagonisten

vergleichbar ist, und sollte bei Patienten mit Alkohol- oder Drogenmissbrauch in der Anamnese

mit besonderer Vorsicht angewendet werden. Eine psychische Abhängigkeit (Arzneimittelsucht)

kann sich nach Gabe opioidhaltiger Analgetika wie Morphin HEXAL entwickeln.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Alkohol und Morphin HEXAL können vermehrt

Nebenwirkungen von Morphin HEXAL auftreten. Die gleichzeitige Einnahme sollte vermieden

werden.

Morphin HEXAL wird präoperativ und innerhalb 24 Stunden postoperativ wegen des gegenüber

Nichtoperierten in der postoperativen Phase höheren Risikos eines Ileus oder einer

Atemdepression nicht empfohlen.

Aufgrund der analgetischen Wirkung von Morphin können schwerwiegende intraabdominelle

Komplikationen, wie z. B. eine Darmperforation, maskiert werden.

Hyperalgesie

Insbesondere bei hohen Dosen kann Hyperalgesie auftreten, die nicht auf eine weitere

Erhöhung der Morphindosis anspricht. Eine Reduzierung der Morphindosis oder eine

Umstellung des Opioids kann erforderlich sein.

Nebenniereninsuffizienz

Opioid-Analgetika können eine reversible Nebenniereninsuffizienz verursachen, die eine

Überwachung und eine Ersatztherapie mit Glukokortikoiden erfordert. Symptome einer

Nebenniereninsuffizienz können z. B. Übelkeit, Erbrechen, Appetitverlust, Erschöpfung,

Schwäche, Schwindelgefühl oder niedriger Blutdruck sein.

Bei bestehender Nebennierenrindeninsuffizienz (z. B. Morbus Addison) sollten die

Plasmakortisolkonzentration kontrolliert und gegebenenfalls Kortikoide substituiert werden.

Verminderte Spiegel von Kortisol und Sexualhormonen sowie erhöhte Prolaktin-

Konzentrationen

Opioide wie Morphin HEXAL können die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren- oder

Gonaden-Achsen beeinflussen. Die Langzeitanwendung von Opioid-Analgetika kann mit

verminderten Spiegeln von Kortisol und Sexualhormonen sowie erhöhten Prolaktin-

Konzentrationen einhergehen. Zu den Symptomen zählen verminderte Libido, Impotenz oder

Amenorrhö.

Akutes Thorax-Syndrom (ATS) bei Patienten mit Sichelzellkrankheit (SZK)

Aufgrund eines möglichen Zusammenhangs zwischen ATS und der Anwendung von Morphin

bei SZK-Patienten, die während einer vasookklusiven Krise mit Morphin behandelt werden, ist

eine engmaschige Überwachung auf ATS-Symptome angezeigt.

Die Morphin-Plasmakonzentrationen können durch Rifampicin reduziert werden. Die

analgetische Wirkung von Morphin sollte während und nach der Behandlung mit Rifampicin

überwacht und die Dosierungen von Morphin angepasst werden.

Die Anwendung des Arzneimittels Morphin HEXAL kann bei Dopingkontrollen zu positiven

Ergebnissen führen. Eine missbräuchliche Anwendung von Morphin HEXAL zu Dopingzwecken

kann die Gesundheit gefährden.

Patienten mit der seltenen hereditären Fructose-Intoleranz, Glucose-Galactose-Malabsorption

oder Saccharase-Isomaltase-Mangel sollten Morphin HEXAL nicht einnehmen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Sedativa wie Benzodiazepine oder verwandte Arzneimittel

Die gleichzeitige Anwendung von Morphin und anderen sedierend bzw. zentraldämpfend

wirkenden Arzneimitteln, wie Benzodiazepine oder andere Sedativa, Tranquilizer/Anxiolytika,

Anästhetika, Hypnotika, Neuroleptika (einschließlich Phenothiazinen), Barbiturate,

Antidepressiva, Gabapentin, Antihistaminika/Antiemetika und anderer Opioide, erhöht das

Risiko von Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod aufgrund einer additiven ZNS-

dämpfenden Wirkung. Die Dosis und Dauer der gleichzeitigen Anwendung sollten begrenzt

werden (siehe Abschnitt 4.4).

Weitere Wechselwirkungen

Alkohol kann die pharmakodynamischen Effekte von Morphin HEXAL verstärken. Die

gleichzeitige Einnahme sollte vermieden werden.

Arzneimittel mit anticholinerger Wirkung (z. B. Psychopharmaka, Antihistaminika, Antiemetika,

Arzneimittel bei Morbus Parkinson) können anticholinerge Nebenwirkungen von Opioiden

verstärken (z. B. Obstipation, Mundtrockenheit oder Störungen beim Wasserlassen).

Durch Morphin kann die Wirkung von Muskelrelaxanzien verstärkt werden.

Bei Vorbehandlung von Patienten mit bestimmten Antidepressiva (MAO-Hemmstoffen)

innerhalb der letzten 14 Tage vor der Opioid-Anwendung sind lebensbedrohende

Wechselwirkungen auf Zentralnervensystem, Atmungs- und Kreislauf-Funktion mit Pethidin

beobachtet worden. Dies ist auch mit Morphin nicht auszuschließen.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Rifampicin kann es zu einer Abschwächung der Morphin-

Wirkung kommen.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Beim Menschen liegen keine ausreichenden Daten vor, die die Bewertung eines möglichen

teratogenen Risikos erlauben würden. Über einen möglichen Zusammenhang mit einer

erhöhten Häufigkeit von Leistenbrüchen wurde berichtet. Morphin passiert die

Plazentaschranke. Untersuchungen an Tieren zeigten ein Schädigungspotential für die

Nachkommen während der gesamten Dauer der Trächtigkeit (siehe Abschnitt 5.3). Morphin

darf daher in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der Nutzen für die Mutter

das Risiko für das Kind klar überwiegt. Wegen der mutagenen Eigenschaften von Morphin

sollte es Männern und Frauen im zeugungs- und gebärfähigen Alter nur dann verabreicht

werden, wenn eine wirksame Verhütung sichergestellt ist.

Morphin kann die Dauer der Wehentätigkeit verlängern oder verkürzen.

Neugeborene, deren Mütter während der Schwangerschaft Opioid-Analgetika erhalten haben,

sollten auf Anzeichen eines neonatalen Entzugs (Abstinenzsyndrom) überwacht werden. Die

Behandlung kann ein Opioid und unterstützende Behandlung umfassen. Gegebenenfalls sollte

mit einem spezifischen Opioidantagonisten behandelt werden.

Stillzeit

Morphin wird in die Muttermilch ausgeschieden und erreicht dort höhere Konzentrationen als im

mütterlichen Plasma. Da beim Säugling klinisch relevante Konzentrationen erreicht werden

können, ist vom Stillen abzuraten.

Fertilität

In tierexperimentellen Studien wurde gezeigt, dass Morphin die Fertilität reduzieren kann (siehe

Abschnitt 5.3).

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Morphin kann Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit

zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt

oder nicht mehr gegeben ist. Dies ist insbesondere bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung

und Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol oder der Einnahme von

Beruhigungsmitteln zu erwarten.

Die Beurteilung der jeweils individuellen Situation ist durch den behandelnden Arzt

vorzunehmen. Bei einer stabilen Therapie ist ein generelles Fahrverbot nicht zwingend

erforderlich.

4.8 Nebenwirkungen

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig (

1/10)

Häufig (

1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich (

1/1.000 bis < 1/100)

Selten (

1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten (< 1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Erkrankungen des Immunsystems

Häufig: Überempfindlichkeitsreaktionen

Nicht bekannt: anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen

Endokrine Erkrankungen

Sehr selten: Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH; Leitsymptom: Hyponatriämie)

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Appetitabnahme bis zum Appetitverlust

Psychiatrische Erkrankungen

Morphin zeigt vielfältige psychische Nebenwirkungen, die hinsichtlich Stärke und Art individuell

unterschiedlich (je nach Persönlichkeit und Behandlungsdauer) in Erscheinung treten.

Sehr häufig: Stimmungsänderungen, meist Euphorie, aber auch Dysphorie

Häufig: Veränderungen der Aktiviertheit (meist verminderte Aktivität, aber auch Hyperaktivität

oder Agitiertheit), Schlaflosigkeit, Denkstörungen, Wahrnehmungsstörungen (z. B.

Halluzinationen), Verwirrtheitszustände

Sehr selten: Abhängigkeit (siehe auch Abschnitt 4.4), verminderte Libido

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen, Schwindel, Geschmacksstörungen

Sehr selten: Konvulsionen, Tremor, unwillkürliche Muskelkontraktionen

Nicht bekannt: Benommenheit, Sedierung (dosisabhängig), Synkope, Parästhesien,

Hyperalgesie oder Allodynie (siehe Abschnitt 4.4), Hyperhidrose

Augenerkrankungen

Sehr häufig: Miosis

Sehr selten: verschwommenes Sehen, Doppeltsehen, Nystagmus

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Nicht bekannt: Vertigo

Herzerkrankungen

Gelegentlich: Tachykardie, Bradykardie

Nicht bekannt: Palpitationen, Herzversagen

Gefäßerkrankungen

Gelegentlich: Blutdruckabfall, Blutdruckanstieg

Nicht bekannt: Hitzegefühl

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Selten: Bronchospasmen

Sehr selten: Dyspnoe

Nicht bekannt: Husten vermindert, Atemdepression (dosisabhängig), nicht-kardiogen bedingte

Lungenödeme nach rascher Dosissteigerung

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig: Obstipation (bei Dauerbehandlung)

Häufig: Erbrechen (besonders zu Beginn der Behandlung), Dyspepsie

Selten: Erhöhung der Pankreasenzyme bzw. Pankreatitis

Sehr selten: Darmverschluss, Abdominalschmerz; Zahnerkrankungen, wobei jedoch ein

ursächlicher Zusammenhang zur Morphin-Behandlung nicht hergestellt werden kann

Nicht bekannt: Übelkeit, Mundtrockenheit (beides dosisabhängig)

Leber- und Gallenerkrankungen

Selten: Gallenkoliken

Sehr selten: Erhöhung leberspezifischer Enzyme

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Schwitzen, Urtikaria, Pruritus

Sehr selten: andere Hautausschläge (z. B. Exantheme)

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Sehr selten: Muskelspasmen, Muskelrigidität

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig: Harnretention

Selten: Nierenkoliken

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Sehr selten: Erektionsstörungen, Amenorrhö

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: Unwohlsein, Asthenie, Ermüdung

Selten: körperliche Abhängigkeit mit Arzneimittelentzugssyndrom

Sehr selten: Schüttelfrost, periphere Ödeme

Nicht bekannt: Toleranzentwicklung, Arzneimittelentzugssyndrom bei Neugeborenen,

Entzugserscheinungen (Abstinenzsyndrom)

Zusätzlich für Morphin HEXAL 60 mg

Gelborange S kann allergische Reaktionen hervorrufen.

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Arzneimittelabhängigkeit und Entzugserscheinungen (Abstinenzsyndrom)

Die Anwendung von Opioid-Analgetika kann mit der Entwicklung von körperlicher und/oder

psychischer Abhängigkeit oder Toleranz einhergehen. Wenn die Gabe von Opioiden abrupt

abgesetzt wird oder eine Gabe von Opioidantagonisten erfolgt, kann ein Abstinenzsyndrom

ausgelöst werden. Es kann in manchen Fällen auch zwischen den Dosen auftreten

(Behandlungsempfehlungen, siehe Abschnitt 4.4).

Zu den körperlichen Entzugssymptomen gehören: Körperschmerzen, Tremor, Restless-Legs-

Syndrom, Diarrhö, Bauchkolik, Übelkeit, grippeähnliche Symptome, Tachykardie und Mydriasis.

Psychische Symptome sind unter anderem dysphorische Stimmung, Angst und Reizbarkeit.

Arzneimittelabhängigkeit geht häufig mit „Drogenhunger“ einher.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses

des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall

einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Symptome der Intoxikation

Da die Empfindlichkeit auf Morphin individuell stark schwankt, können

Intoxikationserscheinungen beim Erwachsenen ab Einzeldosen auftreten, die einer subkutanen

und intravenösen Gabe von ca. 30 mg entsprechen. Bei Karzinompatienten werden diese

Werte oft überschritten, ohne gravierende Nebenwirkungen hervorzurufen.

Die Opioidvergiftung äußert sich durch die Trias Miosis, Atemdepression und Koma. Die

Pupillen sind zunächst stecknadelkopfgroß. Bei starker Hypoxie dilatieren sie jedoch. Die

Atmung ist stark reduziert (bis auf 2-4 Atemzüge pro Minute). Der Patient wird zyanotisch. Es

kann zu einer Aspirationspneumonie kommen.

Überdosierung mit Morphin führt weiterhin zu Benommenheit und Stupor bis hin zum Koma.

Der Blutdruck bleibt zunächst normal, fällt jedoch bei fortschreitender Intoxikation rapide ab.

Anhaltender Blutdruckabfall kann in einen Schockzustand übergehen. Tachykardie,

Bradykardie und Rhabdomyolyse bis hin zum Nierenversagen können auftreten. Die

Körpertemperatur fällt ab. Die Skelettmuskulatur wird relaxiert, gelegentlich können,

insbesondere bei Kindern, generalisierte Krämpfe auftreten. Es kann zu Todesfällen aufgrund

von Atemversagen oder durch Komplikationen, wie z. B. pulmonales Ödem, kommen.

Therapie von Intoxikationen

Bei bewusstlosen Patienten mit Atemstillstand sind Beatmung, Intubation und die intravenöse

Gabe eines Opioidantagonisten (z. B. 0,4-2 mg Naloxon i.v.) angezeigt. Bei anhaltender

Ateminsuffizienz muss die Einzeldosis 1-3-mal in 3-minütigen Abständen wiederholt werden, bis

die Atemfrequenz normalisiert ist und der Patient auf Schmerzreize reagiert.

Strenge Überwachung (mindestens 24 Stunden) ist notwendig, da die Wirkung des

Opioidantagonisten kürzer ist als die des Morphins, sodass mit einem erneuten Auftreten der

Ateminsuffizienz gerechnet werden muss.

Die Dosis des Opioidantagonisten beträgt bei Kindern pro Einzeldosis 0,01 mg pro kg

Körpergewicht.

Ferner können Maßnahmen zum Schutz vor Wärmeverlusten und zur Volumentherapie

erforderlich sein.

Die Anwendung zerkauter, zerriebener oder gelöster Kapseln (bzw. der enthaltenen Pellets)

führt zu einer unmittelbaren Wirkstofffreisetzung und zur Resorption einer möglicherweise

letalen Dosis von Morphin.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Analgetika, Opioide, natürliche Opium-Alkaloide

ATC-Code: N02AA01

Wirkmechanismus

Morphin ist ein Phenanthren-Alkaloid aus Schlafmohn (Papaver somniferum) mit

opioidagonistischen Eigenschaften. Es zeigt eine ausgeprägte Affinität zu µ-Rezeptoren.

Zentrale Wirkungen

Morphin wirkt analgetisch, antitussiv, sedierend, tranquillisierend, atemdepressiv, miotisch,

antidiuretisch, emetisch und antiemetisch (Späteffekt) und geringgradig Blutdruck und

Herzfrequenz senkend.

Bei fortgesetzter Anwendung von Morphin nimmt die Empfindlichkeit des ZNS gegenüber

Morphin ab. Diese Gewöhnung kann so ausgeprägt sein, dass Dosen vertragen werden, die bei

erstmaliger Anwendung infolge Atemdepression toxisch wirken. Aufgrund der euphorischen

Wirkungskomponente des Morphins besteht Suchtgefahr (siehe auch Abschnitt 4.4).

Periphere Wirkungen

Obstipation, Kontraktion der Sphinkteren im Bereich der Gallenwege, Steigerung des Tonus

der Harnblasenmuskulatur und des Blasenschließmuskels, Verzögerung der Magenentleerung

durch Pyloruskonstriktion, Hautrötung, Urtikaria und Juckreiz durch Histaminfreisetzung sowie

bei Asthmatikern Bronchospasmus.

Endokrines System siehe Abschnitt 4.4.

In-vitro- und Tierstudien zeigen unterschiedliche Effekte natürlicher Opioide, wie Morphin, auf

Komponenten des Immunsystems. Die klinische Bedeutung dieser Befunde ist nicht bekannt.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Morphin wird nach oraler Applikation relativ rasch - vorwiegend aus dem oberen Dünndarm und

geringfügig auch aus dem Magen - resorbiert. Die geringe absolute Bioverfügbarkeit (20-40 %)

ist auf einen ausgeprägten First-Pass-Effekt zurückzuführen.

wird nach oraler Einnahme von einer 60 mg-Hartkapsel, retardiert (bei Probanden) nach

durchschnittlich 2,3

1,1 Stunden erreicht.

Verteilung

Morphin wird zu ca. 20-35 % an Plasmaproteine, bevorzugt an die Albuminfraktion, gebunden.

Das Verteilungsvolumen von Morphin wird mit 1,0-4,7 l/kg nach i.v.-Einmalgabe von 4-10 mg

angegeben. Hohe Gewebekonzentrationen findet man in der Leber, Niere, im

Gastrointestinaltrakt und im Muskel. Morphin überwindet die Blut-Hirn-Schranke.

Biotransformation

Morphin wird vorwiegend in der Leber, aber auch im Darmepithel metabolisiert. Der wesentliche

Schritt ist die Glucuronidierung der phenolischen Hydroxylgruppe mittels der hepatischen UDP-

Glucuronyltransferase und N-Demethylierung.

Hauptmetaboliten sind vor allem Morphin-3-glucuronid und in geringerer Menge Morphin-6-

glucuronid. Außerdem entstehen unter anderem Sulfatkonjugate sowie oxidative

Stoffwechselprodukte wie Normorphin, Morphin-N-oxid und ein in 2-Stellung hydroxyliertes

Morphin. Die Halbwertszeit der Glucuronide ist erheblich länger als die des freien Morphins.

Das Morphin-6-glucuronid ist biologisch wirksam. Es ist möglich, dass eine verlängerte Wirkung

bei Patienten mit Niereninsuffizienz auf diesen Metaboliten zurückzuführen ist.

Elimination

Im Harn werden nach oraler oder parenteraler Applikation ca. 80 % des verabreichten Morphins

wiedergefunden (10 % unverändertes Morphin, 4 % Normorphin und 65 % als Glucuronide,

davon Morphin-3-glucuronid:Morphin-6-glucuronid 10:1). Die Eliminationshalbwertszeit von

Morphin unterliegt großen interindividuellen Schwankungen. Sie liegt nach parenteraler Gabe

durchschnittlich zwischen 1,7 und 4,5 Stunden, gelegentlich wurden auch Werte um 9 Stunden

gefunden. Etwa 10 % der Morphin-Glucuronide werden über die Galle mit den Fäzes

ausgeschieden.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Mutagenes und tumorigenes Potenzial

Es liegen zur Mutagenität klar positive Befunde vor, die darauf hindeuten, dass Morphin

klastogen wirkt und eine solche Wirkung auch auf Keimzellen ausübt. Daher ist Morphin als

mutagen wirksame Substanz anzusehen; eine derartige Wirkung muss auch im Menschen

angenommen werden.

Langzeituntersuchungen am Tier auf ein tumorerzeugendes Potential von Morphin liegen nicht

vor.

Reproduktionstoxikologie

Untersuchungen an Tieren zeigten ein Schädigungspotential für die Nachkommen während der

gesamten Dauer der Trächtigkeit (ZNS-Missbildungen, Wachstumsretardierung, Testisatrophie,

Veränderungen bei Neurotransmittersystemen und Verhaltensweisen, Abhängigkeit). Daneben

hatte Morphin bei verschiedenen Tierspezies Auswirkungen auf das männliche Sexualverhalten

und die weibliche Fertilität. Bei männlichen Ratten wurde über reduzierte Fertilität und

Chromosomenschäden in Keimzellen berichtet.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Dibutyldecandioat

Ethylcellulose

Gelatine

Hexadecan-1-ol

Macrogol 4000

Maisstärke

Natriumdodecylsulfat

Sucrose

Talkum

Titandioxid (E 171)

Zusätzlich für Morphin HEXAL 10 mg

Chinolingelb (E 104)

Zusätzlich für Morphin HEXAL 30 mg

Erythrosin (E 127)

Zusätzlich für Morphin HEXAL 60 mg

Gelborange S (E 110)

Hinweis für Diabetiker

1 Hartkapsel, retardiert enthält weniger als 0,01 BE.

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3 Dauer der Haltbarkeit

4 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor

Feuchtigkeit zu schützen!

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

PVC-Aluminium-Blisterpackung

Packungen mit 20, 50 und 100 Hartkapseln, retardiert

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen

7. INHABER DER ZULASSUNGEN

Hexal AG

Industriestraße 25

83607 Holzkirchen

Telefon: (08024) 908-0

Telefax: (08024) 908-1290

E-Mail: medwiss@hexal.com

8. ZULASSUNGSNUMMERN

Morphin HEXAL 10 mg

28252.00.00

Morphin HEXAL 30 mg

28252.01.00

Morphin HEXAL 60 mg

28252.02.00

Morphin HEXAL 100 mg

28252.03.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNGEN / VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNGEN

Datum der Erteilung der Zulassungen: 26. März 1993

Datum der Verlängerung der Zulassungen: 16. Januar 2003

10. STAND DER INFORMATION

November 2018

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig, Betäubungsmittel

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Teilen Sie diese Informationen