Mononine 1000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

10-05-2017

Fachinformation Fachinformation (SPC)

17-07-2019

Wirkstoff:
GERINNUNGSFAKTOR IX
Verfügbar ab:
CSL Behring GmbH
ATC-Code:
B02BD04
INN (Internationale Bezeichnung):
COOLING FACTOR IX
Einheiten im Paket:
1000 I.E., Laufzeit: 24 Monate
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur einmaligen Abgabe auf aerztliche Verschreibung
Therapiebereich:
Gerinnungsfaktor IX
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
2-00315
Berechtigungsdatum:
2005-12-30

Lesen Sie das vollständige Dokument

Seite 1 von 12

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR DEN ANWENDER

Mononine

®

1000 I.E.

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung

Blutgerinnungsfaktor IX vom Menschen

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung

dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie

Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Mononine und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Mononine beachten?

Wie ist Mononine anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Mononine aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Mononine und wofür wird es angewendet?

Was ist Mononine ?

Mononine wird aus menschlichem Blutplasma (der flüssige Teil des Blutes) gewonnen und

enthält den Blutgerinnungsfaktor IX vom Menschen. Es wird angewendet zur Vorbeugung und

Therapie von Blutungen, die durch den angeborenen Mangel des Gerinnungsfaktor IX

(Hämophilie B) entstehen.

Wofür wird Mononine angewendet?

Faktor IX spielt eine wichtige Rolle in der Blutgerinnung. Ein Mangel an Faktor IX bedeutet, dass

das Blut nicht so schnell wie üblich gerinnt und es deshalb zu einer erhöhten Blutungsneigung

kommt. Ein Ersatz des Faktor IX mit Mononine korrigiert vorübergehend den Mechanismus der

Blutgerinnung.

Die fertige Lösung soll als Injektion oder Infusion in eine Vene verabreicht werden.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Mononine beachten?

Die folgenden Abschnitte enthalten Informationen die Sie oder Ihr Arzt vor der Anwendung von

Mononine berücksichtigen sollten.

Mononine darf nicht angewendet werden,

Seite 2 von 12

wenn Sie allergisch gegen Blutgerinnungsfaktor IX vom Menschen oder einen der in

Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels oder Mausproteins sind.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt über alle Arzneimittel oder Lebensmittel, auf die Sie

allergisch reagieren.

wenn Sie ein hohes Risiko oder eine gesteigerte/erhöhte Neigung zur Blutgerinnselbildung

(Thrombose) haben (Verbrauchskoagulopathie).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Allergieartige Überempfindlichkeitsreaktionen sind möglich. Die ersten Anzeichen können

z.B. quaddelartigen Hautausschlag, generalisierter Ausschlag, Engegefühl in der Brust,

pfeifendes Atemgeräusch, niedrigen Blutdruck und Anaphylaxie (schwerwiegende allergische

Reaktion, die Atembeschwerden oder Schwindel verursacht) sein. Bei Auftreten dieser

Symptome müssen Sie die Anwendung des Produktes sofort unterbrechen und ihren

Arzt aufsuchen.

Mononine enthält aufgrund eines speziellen Reinigungsschrittes Spuren von Mausprotein.

Obwohl der Anteil an Mausprotein extrem niedrig ist, kann die Infusion solcher Eiweiße zu

Überempfindlichkeitsreaktionen führen.

Die Bildung von Hemmkörpern (neutralisierende Antikörper) gegen Faktor IX ist eine

bekannte Komplikation bei der Behandlung und bedeutet, dass die Behandlung nicht mehr

wirksam ist. Informieren Sie Ihren Arzt sofort, falls Ihre Blutung mit Mononine nicht unter

Kontrolle gebracht werden kann. Ihr Arzt sollte Sie in diesem Fall sorgfältig auf das

Vorhandensein von Hemmkörpern untersuchen.

es besteht ein erhöhtes Risiko von Blutgerinnseln in einem Blutgefäß

(thromboembolische Komplikationen), speziell

bei Patienten mit Lebererkrankungen,

nach Operationen,

bei Neugeborenen,

wenn zusätzliche Risikofaktoren, wie z.B. Schwangerschaft, Einnahme von

Verhütungsmitteln, Fettleibigkeit, Rauchen vorliegen.

Wenn bei Ihnen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbestehen, kann eine

Therapie mit Faktor IX das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.

Wenn ein zentraler Venenkatheter erforderlich ist, sollte das Risiko von Katheter-assoziierten

Komplikationen einschließlich lokaler Infektionen, Bakteriämie und Thrombosen an der

Stelle des Katheters berücksichtigt werden.

Es liegen keine Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit einer Dauerinfusion bei Kindern vor,

speziell das Risiko einer Hemmkörperbildung ist unbekannt.

Ihr Arzt wird den Nutzen einer Therapie mit Mononine gegen das Risiko dieser Komplikationen

abwägen.

Information zum Infektionsrisiko von Mononine

Bei der Herstellung von Arzneimitteln aus menschlichem Blut oder Plasma werden bestimmte

Maßnahmen ergriffen, um eine Übertragung von Infektionen auf den Patienten zu verhindern.

Diese Maßnahmen umfassen

die sorgfältige Auswahl von Blut- und Plasmaspendern um sicherzustellen, dass diejenigen

ausgeschlossen werden, die ein infektiöses Risiko tragen, sowie

die Testung jeder einzelnen Spende und jedes Plasmapools auf Anzeichen für

Viren/Infektionen.

die Durchführung von Schritten zur Inaktivierung oder Entfernung von Viren während der

Verarbeitung von Blut oder Plasma.

Seite 3 von 12

Trotz dieser Maßnahmen kann die Möglichkeit der Übertragung von Erregern bei der Anwendung

von aus menschlichem Blut oder Plasma hergestellten Arzneimitteln nicht vollständig

ausgeschlossen werden. Dies gilt auch für bisher unbekannte oder neu auftretende Viren und für

andere Arten von Krankheitserregern.

Die getroffenen Maßnahmen werden als wirksam angesehen für umhüllte Viren, wie z. B. das

humane Immunschwächevirus (HIV, das AIDS-Virus), das Hepatitis B- und das Hepatitis C-

Virus (Leberentzündung) und für die nicht-umhüllten Hepatitis A (Leberentzündung) und

Parvovirus B19 (Ringelröteln) Viren.

Ihr Arzt wird Ihnen empfehlen eine Impfung gegen Hepatitis A und B in Betracht zu ziehen, falls

Sie regelmäßig Präparate aus menschlichem Blut oder Plasma erhalten (z.B. Faktor IX).

Jedes Mal wenn Sie Mononine anwenden, sollten Sie Datum der Verabreichung, Chargennummer

sowie die verabreichte Menge in Ihr persönliches Behandlungstagebuch eintragen.

Dopinghinweis

Die Anwendung des Arzneimittels Mononine kann bei Dopingkontrollen zu positiven

Ergebnissen führen.

Anwendung von Mononine zusammen mit anderen Arzneimitteln:

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel

einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder

beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Faktor IX und

-Aminocapronsäure (eine chemische Substanz, die den Abbau von

Blutgerinnseln unterbindet) können bei Blutungen in der Mundhöhle eingesetzt werden,

sowohl nach Verletzungen als auch nach zahnärztlichen Eingriffen (wie Zähne ziehen). Es

liegen aber nur wenige Daten über die gleichzeitige Anwendung von

-Aminocapronsäure und

Mononine vor.

Mononine darf nicht mit anderen Arzneimitteln, Lösungs- oder Verdünnungsmitteln, als den

vom Hersteller vorgegebenen, vermischt werden (siehe Abschnitt 6.).

Schwangerschaft und Stillzeit und Zeugungs-/Gebärfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung dieses

Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Mononine sollte in der Schwangerschaft und Stillzeit nur angewendet werden, wenn es

eindeutig benötigt wird.

Es liegen keine Daten über die Beeinflussung der Zeugungs-/Gebärfähigkeit vor.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Mononine hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Mononine

Eine Standarddosis von 2000 I.E. Mononine enthält bis zu 30.36 mg Natrium. Dies sollte bei

Patienten, die eine kontrollierte Natriumdiät einhalten müssen, berücksichtigt werden.

3.

Wie ist Mononine anzuwenden?

Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt an. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Seite 4 von 12

Die Therapie der Hämophilie B soll von einem in der Behandlung von Gerinnungsstörungen

erfahrenen Arzt eingeleitet und überwacht werden.

Dosierung

Die benötigte Menge an Faktor IX sowie die Behandlungsdauer hängen von verschiedenen

Faktoren ab, wie z.B. Körpergewicht, Schweregrad Ihrer Erkrankung, Ort und Ausmaß der

Blutung oder der Notwendigkeit, Blutungen bei Operationen oder Untersuchungen vorzubeugen.

Im Falle von Heimtherapie wird Ihr Arzt Sie entsprechend anleiten, wie Sie Mononine anwenden

und wieviel Sie sich verabreichen müssen.

Folgen Sie den Anweisungen Ihres Arztes oder Ihrer Krankenschwester des Hämophilie-

Zentrums.

Wenn Sie eine größere Menge von Mononine angewendet haben, als Sie sollten:

Es wurden keine Symptome von Überdosierung mit Faktor IX beobachtet.

Zubereitung und Anwendung

Allgemeine Hinweise

Das Produkt muss unter keimarmen (aseptischen) Bedingungen gelöst und aufgezogen

werden.

Die fertige Lösung sollte klar oder leicht opaleszent sein, d.h. sie kann leicht schillern wenn

Sie sie gegen das Licht halten, darf aber keine deutlich sichtbaren Partikel enthalten. Das

gelöste Produkt sollte nach der Filtration/dem Aufziehen der Lösung in die Spritze (siehe

unten) und vor der Anwendung auf sichtbare Partikel und Verfärbungen überprüft werden.

Trübe Lösungen oder Lösungen mit Rückständen (Flocken/Partikeln) sind nicht zu

verwenden.

Nach der Anwendung sollen nicht verwendete Arzneimittel oder Abfallmaterial entsprechend

den nationalen Anforderungen und den Anweisungen Ihres Arztes, entsorgt werden.

Zubereitung

Erwärmen Sie das Mononine Pulver und das Lösungsmittel auf Raum- oder Körpertemperatur

ohne die Durchstechflaschen zu öffnen. Lassen Sie dazu die beiden Durchstechflaschen entweder

ca. 1 Stunde bei Raumtemperatur stehen, oder halten Sie sie ein paar Minuten in Ihren Händen.

Setzen Sie die Durchstechflaschen Nicht direkter Hitze aus. Die Durchstechflaschen sollen nicht

über Körpertemperatur (37 °C) erwärmt werden.

Stellen Sie sicher, dass vor dem Öffnen der Mix2Vial Packung die Schnappdeckel der

Lösungsmittel- und Produktdurchstechflaschen mit dem Pulver entfernt, und die Stopfen mit

einem Alkoholtupfer abgewischt wurden. Lassen Sie diese anschließend trocknen bevor Sie die

Mix2Vial Packung öffnen. Befolgen Sie dann die nachstehenden Anweisungen.

1. Entfernen Sie das Deckpapier von der

Mix2Vial Packung. Das Mix2Vial nicht aus

dem Blister entnehmen!

2. Die Lösungsmitteldurchstechflasche auf

eine ebene, saubere Fläche stellen und

festhalten. Das Mix2Vial Set mit dem Blister

greifen und den Dorn des blauen Adapters

senkrecht in den Stopfen der

Lösungsmitteldurchstechflasche einstechen.

Seite 5 von 12

3. Vorsichtig die Verpackung vom Mix2Vial

Set entfernen, indem man den Blister am

Siegelrand fasst und ihn senkrecht nach

oben abzieht. Dabei ist darauf zu achten,

dass nur der Blister und nicht das Mix2Vial

entfernt wird.

4. Die Produktdurchstechflasche auf eine

feste Unterlage stellen. Die

Lösungsmitteldurchstechflasche mit dem

aufgesetzten Mix2Vials Set herumdrehen

und den Dorn des transparenten Adapters

senkrecht in den Stopfen der

Produktdurchstechflasche einstechen. Das

Lösungsmittel läuft automatisch in die

Produktdurchstechflasche über.

5. Mit der einen Hand die Produktseite und

mit der anderen Hand die Lösungsmittelseite

des Mix2Vial greifen und das Set vorsichtig

gegen den Uhrzeigersinn auseinander

schrauben. Entsorgen Sie die

Lösungsmitteldurchstechflasche mit dem

blauen Mix2Vials Adapter.

6. Die Produktdurchstechflasche mit dem

transparenten Adapter vorsichtig schwenken,

bis das Produkt vollständig gelöst ist. Nicht

schütteln.

7. Luft in eine leere, sterile Spritze

aufziehen. Die Produktdurchstechflasche

aufrecht halten, die Spritze mit dem Luer

Lock Anschluss des Mix2Vials verbinden

indem man sie im Uhrzeigersinn aufschraubt

und die Luft in die Produktdurchstechflasche

injizieren.

Aufziehen der Lösung in die Spritze und Anwendung

8. Den Stempel der Spritze gedrückt halten,

das gesamte System herumdrehen und die

Lösung durch langsames Zurückziehen der

Kolbenstange in die Spritze aufziehen.

Seite 6 von 12

9. Nachdem die Lösung vollständig in die

Spritze überführt ist, den Spritzenzylinder

fassen (dabei die Kolbenstange nach unten

gerichtet lassen) und die Spritze vom

transparenten Mix2Vial Adapter gegen den

Uhrzeigersinn abdrehen.

Intravenöse Bolusinjektion:

Verwenden Sie hierzu das beiliegende Venenpunktionsbesteck, führen Sie die Nadel in eine Vene.

Lassen Sie das Blut bis zum Ende des Schlauchs fließen. Befestigen Sie die Spritze an dem Luer-

Ende des Venenpunktionsbestecks. Injizieren Sie langsam intravenös entsprechend den

Anweisungen Ihres Arztes. Achten Sie sorgfältig darauf, dass kein Blut in die mit der Lösung

gefüllte Spritze gelangt. Die Injektionsgeschwindigkeit sollte nicht mehr als 2 ml pro Minute

betragen.

Dauerinfusion:

Mononine kann auch als Dauerinfusion über mehrere Stunden oder Tage gegeben werden. Die

Anwendung muss von Ihrem Arzt durchgeführt und kontrolliert werden.

Beobachten Sie sich auf jegliche sofort eintretenden Nebenwirkungen. Wenn eine Nebenwirkung

erfolgt, die mit der Verabreichung von Mononine in Zusammenhang gebracht werden könnte,

müssen Sie die Injektion/Infusion abbrechen (siehe auch Abschnitt „Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen“).

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei

jedem auftreten müssen.

Wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt, die Notaufnahme oder das Hämophilie-Zentrum in

Ihrem nächstgelegenen Krankenhaus, wenn eine der folgenden Reaktionen auftritt:

Eine plötzliche allergische Reaktion (wie z.B. Hautausschlag oder quaddelartiger

Nesselausschlag, Jucken, Schwellungen im Gesicht, der Lippen, Zunge oder anderer

Körperteile)

Kurzatmigkeit, pfeifendes Atemgeräusch oder Atemprobleme

Krampfanfälle

Mangelnde Wirksamkeit (anhaltende Blutung)

Andere Nebenwirkungen sind:

Allergische (Überempfindlichkeits-) Reaktionen wie z. B.:

Brennen und Stechen, Rötung und Schwellung der Vene an der Injektions-/ Infusionsstelle

Schwellungen des Gesichtes, Halses oder an anderen Stellen des Körpers, Schüttelfrost,

Hautrötung mit Hitzegefühl, generalisierter Hautausschlag am ganzen Körper,

quaddelartiger Hautausschlag

Kopfschmerzen

Blutdruckabfall, Unruhe, Herzrasen, Engegefühl in der Brust, pfeifendes Atemgeräusch

Seite 7 von 12

Müdigkeit (Lethargie)

Übelkeit, Erbrechen

Prickeln

Diese Nebenwirkungen wurden selten beobachtet. In manchen Fällen entwickelten sich diese

Reaktionen zu schwerer Anaphylaxie (einschließlich Schock), was in einem engen zeitlichen

Zusammenhang mit der Entwicklung von Faktor-IX-Hemmkörpern steht.

In seltenen Fällen wurde Fieber beobachtet.

Sehr selten wurde das Auftreten einer speziellen Form von Nierenentzündung (nephrotisches

Syndrom) nach der Behandlung von Hämophilie-B-Patienten berichtet, die Faktor-IX-

Hemmkörper bilden und eine bekannte Neigung zu allergischen Reaktionen haben.

Nach Anwendung von Faktor-IX-Produkten besteht ein potentielles Risiko einer erhöhten

Blutgerinnselbildung die zu einem Herzinfarkt, einem Blutgerinnsel im Bein (venöse

Thrombose) oder zu einem Blutgerinnsel in der Lunge (Lungenembolie) führen kann. Die

Anwendung von Mononine ist selten mit solchen Nebenwirkungen verbunden.

Sehr selten können Sie Hemmkörper (neutralisierende Antikörper) gegen Faktor IX

entwickeln, wodurch Faktor IX nicht mehr richtig wirken kann. In solchen Fällen wird

empfohlen, ein spezialisiertes Hämophilie-Zentrum aufzusuchen.

Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichen

Es wird erwartet, dass die Häufigkeit, Art und Schwere der Nebenwirkungen bei Kindern denen

bei Erwachsenen entspricht.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen. Indem Sie

Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

A-1200 WIEN

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

5.

Wie ist Mononine aufzubewahren?

Sie dürfen Mononine nach dem auf dem Etikett und dem Umkarton angegebenen Verfallsdatum

nicht mehr anwenden.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Nicht einfrieren.

Durchstechflasche im geschlossenen Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu

schützen.

Im Kühlschrank bei +2 bis +8 °C aufbewahren.

Während der Haltbarkeitsdauer darf das Produkt (vorausgesetzt es wird in dem Umkarton

aufbewahrt) für einen einmaligen Zeitraum von max. 1 Monat bei Raumtemperatur (bis zu

+25 °C) gelagert werden, ohne dass es während diesem Zeitraum wieder in den Kühlschrank

gestellt wird. Der Beginn der Lagerung bei Raumtemperatur und das Ende des einmonatigen

Zeitraumes muss auf dem Umkarton vermerkt werden. Nach Ablauf dieses Zeitraumes muss

das Produkt verbraucht oder fachgerecht entsorgt werden.

Seite 8 von 12

Mononine enthält kein Konservierungsmittel. Die fertige Lösung soll deshalb sofort

verbraucht werden.

Wenn fertig gelöstes Mononine verdünnt wird (bis zu 1:10) muss die Lösung innerhalb von

24 Stunden aufgebraucht werden.

Ihr Arzt wird Sie informieren, wie Sie unbenutztes Produkt oder Abfallmaterial entsorgen

sollen.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Mononine enthält

Mononine enthält 1000 I.E. Blutgerinnungsfaktor IX vom Menschen pro Durchstechflasche.

Nach Auflösung mit 10 ml des Lösungsmittels enthält die fertige Lösung ca. 100 I.E.

Gerinnungsfaktor IX vom Menschen pro ml.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Histidin, Mannitol, Natriumchlorid, Salzsäure bzw. Natriumhydroxid (in geringen Mengen) zur

Einstellung des pH-Wertes. Lösungsmittel: Wasser für Injektionszwecke.

Wie Mononine aussieht und Inhalt der Packung

Mononine ist ein weißes Pulver und wird mit Wasser für Injektionszwecke als Lösungsmittel

geliefert. Die fertige Lösung sollte klar bis leicht opaleszent sein, d.h. sie kann leicht schillern

wenn Sie sie gegen das Licht halten, darf aber keine deutlich sichtbaren Partikel enthalten.

Packungsgrößen

Die Packung mit 1000 I.E. enthält:

– 1 Durchstechflasche mit Pulver

– 1 Durchstechflasche mit 10 ml Wasser für Injektionszwecke

– 1 Filter Transfer Set 20/20

Set zur Anwendung (Innenschachtel):

– 1 Einmalspritze (10 ml)

– 1 Venenpunktionsbesteck

– 2 Alkoholtupfer

– 1 unsteriles Pflaster

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

CSL Behring GmbH

Emil-von-Behring-Straße 76

35041 Marburg

Deutschland

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Mononine: ___________________________________Italien, Polen, Schweden

Mononine, Poeder en oplosmiddel voor

oplossing voor injectie of infusie 1000 IE __________Niederlande

Mononine 1000:_______________________________Deutschland, Frankreich, Luxemburg,

Portugal, Ungarn

Mononine 1000 i.e. prašek in vehikel za

raztopino za injiciranje/infundiranje:

____________Slovenien

Seite 9 von 12

Mononine 1000 I.E. Pulver und

Lösungsmittel zur Herstellung einer

Injektions- oder Infusionslösung: ________________Österreich

Mononine 1000 IU: ____________________________Slowakei

Mononine 1000 IU, powder and solvent for

solution for injection or infusion: ________________UK

Mononine 1000 UI polvo y disolvente para

solución inyectable o perfusión:

_________________Spanien

Mononine 1000 NE por és oldószer

oldatos injekcióhoz vagy infúzióhoz:

_____________Ungarn

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Mai 2017.

Z.Nr.: Mononine 1000 I.E. 2-00315

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Dosierung

Die Menge des verabreichten Blutgerinnungsfaktors IX wird in Internationalen Einheiten (I.E.)

angegeben, die dem gegenwärtigen WHO-Standard für Faktor-IX-Produkte entsprechen. Die

Faktor-IX-Aktivität im Plasma wird entweder als Prozentsatz (in Bezug zu normalem

Humanplasma) oder in Internationalen Einheiten (in Bezug zu einem internationalen Standard für

Faktor IX im Plasma) angegeben.

Eine Internationale Einheit (I.E.) Faktor-IX-Aktivität entspricht dem Faktor-IX-Gehalt von 1 ml

normalem Humanplasma.

Bedarfsbehandlung

Die Berechnung der benötigten Dosis von Faktor IX basiert auf dem empirischen Ergebnis, dass 1

I.E. Faktor IX pro kg Körpergewicht (KG) die Faktor-IX-Aktivität im Plasma um 1,0 % der

normalen Aktivität anhebt. Die benötigte Dosis wird nach folgender Formel berechnet:

Erforderliche Einheiten = Körpergewicht [kg] × gewünschter Faktor-IX-Anstieg [% oder I.E./dl]

× 1,0.

_________________________________

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung sollen sich stets an der klinischen Wirksamkeit im

Einzelfall orientieren.

Bei den folgenden Blutungsereignissen soll die Faktor-IX-Aktivität nicht unter die angegebene

Aktivität im Plasma (in % der Norm oder I.E./dl) im entsprechenden Zeitraum fallen. Die

folgenden Tabellen dienen als Empfehlung für die Dosierung bei Blutungsereignissen und

chirurgischen Eingriffen:

Tabelle 1: I

NTRAVENÖSE

OLUSINJEKTION

Schweregrad der Blutung/Art des

chirurgischen Eingriffs

Benötigter Faktor-IX-

Spiegel (% oder I.E./dl)

Häufigkeit der Dosen

(Stunden)/Dauer der

Seite 10 von 12

Behandlung (Tage)

Blutung

Beginnende Hämarthrosen,

Muskelblutungen oder Blutungen in

der Mundhöhle

20 – 40

Wiederholung alle 24

Stunden. Mind. 1 Tag, bis

Beendigung des

Blutungsereignisses (durch

Schmerz angezeigt) oder bis

Abschluß der Wundheilung.

Ausgedehntere Hämarthrosen,

Muskelblutungen oder Hämatome

30 – 60

Wiederholung alle 24

Stunden für 3 - 4 Tage

oder länger, bis zur

Beseitigung des

Schmerzzustandes und der

akuten Bewegungs-

einschränkung

Lebensbedrohliche Blutungen

60 – 100

Wiederholung alle 8 bis 24

Stunden bis zur Aufhebung

des lebensbedrohlichen

Zustandes.

Chirurgische Eingriffe

Kleinere Eingriffe

einschließlich Zahnextraktion

30 – 60

Alle 24 Stunden, mind. 1

Tag bis Abschluß der

Wundheilung.

Größere Eingriffe

80 – 100

(prä- und postoperativ)

Wiederholung alle 8 bis 24

Stunden bis zum adäquaten

Abschluß der Wundheilung,

dann Behandlung für mind.

weitere 7 Tage zur

Erhaltung einer Faktor-IX-

Aktivität bei 30 bis 60 %

(I.E./dl).

Seite 11 von 12

Tabelle 2: D

AUERINFUSION BEI CHIRURGISCHEN

INGRIFFEN

Gewünschte Faktor-IX-Spiegel für

die Hämostase

40 – 100 % (oder I.E./dl)

Initialdosis zur Erreichung des

gewünschten Spiegels

Einzel-Bolusdosis 90 I.E. pro kg (Range 75-100 I.E./kg)

KG oder PK-gestützte Dosierung

Häufigkeit der Anwendung

Intravenöse Dauerinfusion, in Abhängigkeit von der

Clearance und gemessenen Faktor-IX-Spiegeln

Dauer der Behandlung

Bis zu 5 Tage, weitere Behandlung kann notwendig sein,

in Abhängigkeit von der Art des chirurgischen Eingriffs

Prophylaxe

Bei der Langzeitprophylaxe von Blutungen bei schwerer Hämophilie B betragen die üblichen

Dosen 20 bis 40 I.E. Faktor IX/kg KG in Intervallen von 3 bis 4 Tagen. In manchen Fällen,

besonders bei jüngeren Patienten, können kürzere Dosierungsintervalle oder höhere Dosen

notwendig sein.

Während der Behandlung sollten die Faktor-IX-Spiegel entsprechend bestimmt werden, um die zu

verabreichende Dosis und die Häufigkeit wiederholter Infusionen zu steuern. Vor allem bei

größeren chirurgischen Eingriffen ist eine genaue gerinnungsanalytische Überwachung (Faktor-

IX-Aktivität im Plasma) der Substitutionstherapie unerlässlich. Einzelne Patienten können in

ihrem Ansprechen auf Faktor IX variieren, wobei unterschiedliche Werte der In-vivo-Recovery

erreicht und unterschiedliche Halbwertszeiten gemessen werden.

Die Patienten sollen bezüglich einer Entwicklung von Antikörpern gegen Faktor IX

(Hemmkörper) überwacht werden.

Zuvor unbehandelte Patienten

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Mononine bei zuvor unbehandelten Patienten wurde bisher

noch nicht nachgewiesen.

Kinder und Jugendliche

Die Dosierung bei Kindern basiert auf dem Körpergewicht und daher in der Regel auf den

gleichen Richtlinien wie für Erwachsene. Die Häufigkeit der Verabreichung sollte sich in jedem

Fall immer an der klinischen Wirksamkeit orientieren.

Anwendung

Mononine kann entweder als intravenöse Bolusinjektion (siehe Anweisungen in Kapitel 3.), oder

als Dauerinfusion (siehe nachfolgende Anweisungen) gegeben werden.

Dauerinfusion:

Mononine soll mit Wasser für Injektionszwecke wie in Abschnitt "Zubereitung und Anwendung"

beschrieben gelöst werden. Nach Rekonstitution kann Mononine als Dauerinfusion verdünnt

oder unverdünnt mittels Perfusor oder einem zugelassenen Infusionsset gegeben werden.

Nach Rekonstitution beträgt die Aktivität von unverdünntem Mononine ca. 100 I.E./ml.

Eine verdünnte Lösung wird wie folgt hergestellt:

Unter aseptischen Bedingungen rekonstituierte und filtrierte Lösung durch Überführung der

entsprechenden Menge Mononine in das gewünschte Volumen physiologische

Kochsalzlösung verdünnen.

Bei Verdünnungen von bis zu 1:10 (Konzentration 10 I.E. Faktor IX/ml) bleibt die Faktor-IX-

Aktivität bis zu 24 Stunden stabil.

Seite 12 von 12

Ein Abfall der Faktor-IX-Aktivität kann bei höheren Verdünnungen auftreten. Die Faktor-IX-

Aktivität sollte kontrolliert werden, um den gewünschten Blutspiegel zu erhalten.

Beispiel für die Verdünnung von 1000 I.E. rekonstituierten Mononine:

Angestrebter Gehalt an Faktor IX nach

Verdünnung

10 I.E./ml

20 I.E./ml

Volumen der Mononine-Lösung

10,0 ml

10,0 ml

Benötigtes Volumen der physiologischen

Kochsalzlösung

90,0 ml

40,0 ml

Erzielte Verdünnung

1:10

Die Verwendung von Polyvinylchlorid (PVC)-Beuteln und -schlauchsystemen zur

intravenösen Anwendung wird empfohlen.

Sorgfältig mischen und Beutel auf undichte Stellen prüfen.

Es wird empfohlen, die Beutel mit frisch verdünntem Mononine alle 12 bis 24 Stunden

auszutauschen.

Die empfohlene Infusionsrate für eine Dauerinfusion mit Mononine zur Erhaltung eines Faktor-

IX-Spiegels im Fließgleichgewicht von ca. 80 % ist 4 I.E./kg KG/Stunde, hängt jedoch von dem

pharmakokinetischen Profil des Patienten und dem gewünschten Faktor-IX-Zielspiegel ab. Bei

Patienten, bei denen die Faktor-IX-Clearance bekannt ist, kann die Infusionsrate individuell

berechnet werden.

Infusionsrate (I.E./kg KG/Stunde) = Clearance (ml/Stunde/kg KG) × gewünschter Faktor-IX-

Anstieg (I.E./ml).

Die Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern wurde für die Dauerinfusion nicht untersucht.

Deshalb sollte bei Kindern und Jugendlichen eine Dauerinfusion mit Mononine nur dann

erwogen werden, wenn vor der Operation Pharmakokinetik-Daten (z.B. inkrementelle Recovery

und Clearance) zur Dosisberechnung ermittelt wurden und die Plasmaspiegel perioperativ

sorgfältig beobachtet werden.

Jede Verabreichung soll mittels beigefügter Selbstklebeetikette in der Krankengeschichte

dokumentiert werden.

Seite 1 von 13

Fachinformation

(Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels)

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Mononine

1000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions- oder

Infusionslösung.

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Flasche enthält nominal:

1000 I.E. Blutgerinnungsfaktor IX (FIX) vom Menschen.

Mononine enthält ungefähr 100 I.E./ml Faktor IX nach Rekonstitution mit 10 ml Wasser für

Injektionszwecke.

Die Aktivität (I.E.) wird mittels Einphasen-Gerinnungstest gemäß Europäischem Arzneibuch

bestimmt. Die mittlere spezifische Aktivität von Mononine beträgt nicht weniger als

190 I.E./mg Protein.

Hergestellt aus Plasma humaner Spender.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:

Natrium etwa 66 mmol/l (1,5 mg/ml).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung.

Weißes Pulver und klares, farbloses Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions- /

Infusionslösung.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Therapie und Prophylaxe von Blutungen bei Patienten mit Hämophilie B (kongenitaler Faktor-

IX-Mangel).

4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Die Therapie soll unter der Aufsicht eines in der Hämophilie-Behandlung erfahrenen Arztes

begonnen werden.

Dosierung

Dosierung und Dauer der Substitutionstherapie richten sich nach dem Schweregrad des Faktor-

IX-Mangels, nach Ort und Ausmaß der Blutung und nach dem klinischen Zustand des Patienten.

Die Menge des verabreichten Blutgerinnungsfaktors IX wird in Internationalen Einheiten (I.E.)

angegeben, die dem gegenwärtigen WHO-Standard für Faktor-IX-Produkte entsprechen. Die

Faktor-IX-Aktivität im Plasma wird entweder als Prozentsatz (in Bezug zu normalem

Humanplasma) oder in Internationalen Einheiten (in Bezug zu einem internationalen Standard

für Faktor IX im Plasma) angegeben.

Eine Internationale Einheit (I.E.) Faktor-IX-Aktivität entspricht dem Faktor-IX-Gehalt von 1 ml

normalem Humanplasma.

Seite 2 von 13

Bedarfsbehandlung

Die Berechnung der benötigten Dosis von Faktor IX basiert auf dem empirischen Ergebnis, dass

1 I.E. Faktor IX pro kg Körpergewicht (KG) die Faktor-IX-Aktivität im Plasma um 1,0 % der

normalen Aktivität anhebt. Die benötigte Dosis wird nach folgender Formel

berechnet:

Erforderliche Einheiten = Körpergewicht [kg] × gewünschter Faktor-IX-Anstieg [% oder I.E./dl]

× 1,0

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung sollen sich stets an der klinischen Wirksamkeit im

Einzelfall orientieren.

Bei den folgenden Blutungsereignissen soll die Faktor-IX-Aktivität im Plasma (in % der Norm

oder I.E./dl) im entsprechenden Zeitraum nicht unterschritten werden. Die folgenden Tabellen

dienen als Empfehlung für die Dosierung bei Blutungsereignissen und chirurgischen Eingriffen:

Tabelle 1: I

NTRAVENÖSE

B

OLUSINJEKTION

Schweregrad der Blutung/Art des

chirurgischen Eingriffs

Benötigter Faktor-IX-

Spiegel (% oder I.E./dl)

Häufigkeit der Dosen

(Stunden)/Dauer der

Behandlung (Tage)

Blutung

Beginnende Hämarthrosen,

Muskelblutungen oder Blutungen in der

Mundhöhle

20 – 40

Wiederholung alle 24

Stunden. Mind. 1 Tag, bis

Beendigung des

Blutungsereignisses (durch

Schmerz angezeigt) oder bis

Abschluss der Wundheilung.

Ausgedehntere Hämarthrosen,

Muskelblutungen oder Hämatome

30 – 60

Wiederholung alle 24

Stunden für 3 - 4 Tage

oder länger, bis zur

Beseitigung des

Schmerzzustandes und der

akuten Bewegungs-

einschränkung

Lebensbedrohliche Blutungen

60 – 100

Wiederholung alle 8 bis 24

Stunden bis zur Aufhebung

des lebensbedrohlichen

Zustandes.

Chirurgische Eingriffe

Kleinere Eingriffe

einschließlich Zahnextraktion

30 – 60

Alle 24 Stunden, mind. 1

Tag bis Abschluss der

Wundheilung.

Größere Eingriffe

80 – 100

(prä- und postoperativ)

Wiederholung alle 8 bis 24

Stunden bis zum adäquaten

Abschluss der Wundheilung,

dann Behandlung für mind.

weitere 7 Tage zur

Erhaltung einer Faktor-IX-

Aktivität bei 30 bis 60 %

(I.E./dl).

Tabelle 2: D

AUERINFUSION BEI CHIRURGISCHEN

E

INGRIFFEN

Gewünschte Faktor-IX-Spiegel für die

Hämostase

40 – 100 % (oder I.E./dl)

Initialdosis zur Erreichung des gewünschten

Spiegels

Einzel-Bolusdosis 90 I.E. pro kg (Range 75-100

I.E./kg) KG oder PK-gestützte Dosierung

Seite 3 von 13

Häufigkeit der Anwendung

Intravenöse Dauerinfusion, in Abhängigkeit von der

Clearance und gemessenen Faktor-IX-Spiegeln

Dauer der Behandlung

Bis zu 5 Tage, weitere Behandlung kann notwendig

sein, in Abhängigkeit von der Art des chirurgischen

Eingriffs

Prophylaxe

Bei der Langzeitprophylaxe von Blutungen bei schwerer Hämophilie B betragen die üblichen Dosen 20

bis 40 I.E. Faktor IX/kg KG in Intervallen von 3 bis 4 Tagen. In manchen Fällen, besonders bei jüngeren

Patienten, können kürzere Dosierungsintervalle oder höhere Dosen notwendig sein.

Während der Behandlung sollten die Faktor-IX-Spiegel entsprechend bestimmt werden, um die

zu verabreichende Dosis und die Häufigkeit wiederholter Infusionen zu steuern. Vor allem bei

größeren chirurgischen Eingriffen ist eine genaue gerinnungsanalytische Überwachung (Faktor-

IX-Aktivität im Plasma) der Substitutionstherapie unerlässlich. Einzelne Patienten können in

ihrem Ansprechen auf Faktor IX variieren, wobei unterschiedliche Werte der In-vivo-Recovery

erreicht und unterschiedliche Halbwertszeiten gemessen werden.

Die Patienten sollen bezüglich einer Entwicklung von Antikörpern gegen Faktor IX

(Hemmkörper) überwacht werden. Siehe auch Abschnitt 4.4.

Zuvor unbehandelte Patienten

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Mononine bei zuvor unbehandelten Patienten wurde bisher

noch nicht nachgewiesen.

Kinder und Jugendliche

Die Dosierung bei Kindern basiert auf dem Körpergewicht und daher in der Regel auf den

gleichen Richtlinien wie für Erwachsene. Die Häufigkeit der Verabreichung sollte sich in jedem

Fall immer an der klinischen Wirksamkeit orientieren.

Art der Anwendung

Zur intravenösen Anwendung.

Das Produkt ist wie unter 6.6 beschrieben zu lösen. Das Präparat soll vor der Anwendung auf

Raum- oder Körpertemperatur angewärmt werden. Mononine soll langsam intravenös

verabreicht werden, so dass der Patient auf Sofort-Reaktionen beobachtet werden kann. Wenn

eine Reaktion erfolgt, die mit der Verabreichung von Mononine in Zusammenhang gebracht

werden könnte, soll – in Abhängigkeit vom klinischen Zustand des Patienten – die

Infusionsgeschwindigkeit gesenkt bzw. die Infusion abgebrochen werden (siehe auch Abschnitt

4.4).

Intravenöse Bolusinjektion:

Mit dem beigefügten Venenpunktionsbesteck die Vene punktieren. Die Spritze mit dem Luer-

Ende des Schlauches verbinden.

Langsam intravenös mit einer für den Patienten angenehmen Geschwindigkeit (max. 2 ml/min)

injizieren.

Dauerinfusion:

Mononine soll mit Wasser für Injektionszwecke wie unter 6.6 beschrieben rekonstituiert

werden. Nach Rekonstitution kann Mononine als Dauerinfusion unverdünnt mittels Perfusor

gegeben werden.

Nach Rekonstitution beträgt die Aktivität von unverdünntem Mononine ca. 100 I.E./ml.

Seite 4 von 13

Eine verdünnte Lösung wird wie folgt hergestellt:

Unter aseptischen Bedingungen rekonstituierte und filtrierte Lösung durch Überführung der

entsprechenden Menge Mononine in das gewünschte Volumen physiologische

Kochsalzlösung verdünnen.

Bei Verdünnungen von bis zu 1:10 (Konzentration 10 I.E. Faktor IX/ml) bleibt die Faktor-

IX-Aktivität bis zu 24 Stunden stabil.

Ein Abfall der Faktor-IX-Aktivität kann bei höheren Verdünnungen auftreten. Die Faktor-

IX-Aktivität sollte kontrolliert werden, um den gewünschten Blutspiegel zu erhalten.

Beispiel für die Verdünnung von 1000 I.E. rekonstituierten Mononine:

Angestrebter Gehalt an Faktor IX nach

Verdünnung

10 I.E./ml

20 I.E./ml

Volumen der Mononine-Lösung

10,0 ml

10,0 ml

Benötigtes Volumen der physiologischen

Kochsalzlösung

90,0 ml

40,0 ml

Erzielte Verdünnung

1:10

Die Verwendung von Polyvinylchlorid (PVC)-Beuteln und -schlauchsystemen zur

intravenösen Anwendung wird empfohlen.

Sorgfältig mischen und Beutel auf undichte Stellen prüfen.

Es wird empfohlen, die Beutel mit frisch verdünntem Mononine alle 12 bis 24 Stunden

auszutauschen.

Die empfohlene Infusionsrate für eine Dauerinfusion mit Mononine zur Erhaltung eines Faktor-

IX-Spiegels im Fließgleichgewicht von ca. 80 % ist 4 I.E./kg KG/Stunde, hängt jedoch von dem

pharmakokinetischen Profil des Patienten und dem gewünschten Faktor-IX-Zielspiegel ab. Bei

Patienten, bei denen die Faktor-IX-Clearance bekannt ist, kann die Infusionsrate individuell

berechnet werden.

Infusionsrate (I.E./kg KG/Stunde) = Clearance (ml/Stunde/kg KG) × gewünschter Faktor-IX-

Anstieg (I.E./ml).

Die Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern wurde für die Dauerinfusion nicht untersucht (siehe

Abschnitt 4.4). Deshalb sollte bei Kindern und Jugendlichen eine Dauerinfusion mit Mononine

nur dann erwogen werden, wenn vor der Operation Phamakokinetik-Daten (z.B. inkrementelle

Recovery und Clearance) zur Dosisberechnung ermittelt wurden und die Plasmaspiegel

perioperativ sorgfältig beobachtet werden.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

Bekannte allergische Reaktion auf Mausprotein.

Hohes Risiko von Thrombose oder Verbrauchskoagulopathie (siehe auch Abschnitt 4.4).

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Seite 5 von 13

Überempfindlichkeit

Allergie-artige Überempfindlichkeitsreaktionen sind bei der Anwendung von Mononine

möglich. Das Produkt enthält Spuren von Mausprotein (Maus monoklonale Antikörper, die bei

dem Reinigungsprozess verwendet werden). Obwohl die Spiegel an Mausprotein extrem niedrig

sind (

50 ng Mausprotein/100 I.E.), kann die Infusion solcher Proteine theoretisch

Überempfindlichkeitsreaktionen hervorrufen.

Wenn Symptome einer Überempfindlichkeit auftreten, soll den Patienten geraten werden die

Anwendung des Arzneimittels sofort zu unterbrechen und ihren Arzt aufzusuchen. Die Patienten

sollen über Frühzeichen von Überempfindlichkeitsreaktionen informiert werden, wie

quaddelartiger Hautausschlag, generalisierte Nesselsucht, Engegefühl in der Brust, pfeifendes

Atemgeräusch, Hypotension und Anaphylaxie.

Bei einem Schock sollen die aktuellen medizinischen Richtlinien zur Schockbehandlung

beachtet werden.

Eine Standarddosis von 2000 I.E. Mononine enthält bis zu 30,36 mg . Dies sollte bei Patienten,

die eine kontrollierte Natruimdiät einhalten müssen, berücksichtigt werden.

Inhibitoren

Nach wiederholter Behandlung mit Blutgerinnungsfaktor-IX-Produkten vom Menschen sollen

die Patienten auf Entwicklung von neutralisierenden Antikörpern (Hemmkörper) durch

Bestimmung in Bethesda-Einheiten (BE) mittels geeigneter biologischer Tests überwacht

werden.

In der Literatur finden sich Berichte über eine Korrelation zwischen dem Auftreten eines Faktor-

IX-Hemmkörpers und allergischen Reaktionen. Daher sollen Patienten mit allergischen

Reaktionen auf das Vorhandensein eines Hemmkörpers getestet werden. Es sollte beachtet

werden, dass bei Patienten mit Faktor-IX-Hemmkörpern ein höheres Risiko anaphylaktischer

Reaktionen bei wiederholten Faktor IX Verabreichung besteht.

Wegen des Risikos allergischer Reaktionen durch Faktor-IX-Konzentrate sollen die initialen

Anwendungen von Faktor IX nach Verordnung des behandelnden Arztes dort unter ärztlicher

Beobachtung durchgeführt werden, wo eine geeignete medizinische Versorgung der allergischen

Reaktionen sichergestellt werden kann.

Thromboembolie

Wegen der potentiellen Gefahr thrombotischer Komplikationen soll eine klinische Überwachung

auf Frühzeichen thrombotischer Koagulopathie bzw. Verbrauchskoagulopathie mittels

geeigneter biologischer Tests erfolgen, wenn dieses Produkt bei Patienten mit

Lebererkrankungen, nach Operationen, bei Neugeborenen oder bei Patienten mit Risiko

thrombotischer Ereignisse oder Verbrauchskoagulopathie angewendet wird. In jedem dieser

Fälle soll der Nutzen einer Therapie mit Mononine gegen das Risiko dieser Komplikationen

abgewogen werden.

Kardiovaskuläre Ereignisse

Bei Patienten mit vorhandenen kardiovaskulären Risikofaktoren, kann eine Substitutionstherapie

mit Faktor IX das kardiovaskuläre Risiko erhöhen.

Katheter-assoziierte Komplikationen

Wenn ein zentraler Venenkatheter (ZVK) erforderlich ist, sollte das Risiko von ZVK-

assoziierten Komplikationen einschließlich lokaler Infektionen, Bakteriämie und Thrombosen an

der Stelle des Katheters berücksichtigt werden.

Seite 6 von 13

Virussicherheit

Standardmethoden zur Vermeidung von Infektionskrankheiten, die im Rahmen der Anwendung

von aus menschlichem Blut oder Plasma hergestellten Arzneimitteln auftreten können, umfassen

die Auswahl der Spender, die Prüfung jeder einzelnen Spende und jedes Plasmapools auf

spezifische Marker für Infektionen, sowie die Einbeziehung effektiver Herstellungsschritte zur

Inaktivierung/Eliminierung von Viren. Trotz dieser Maßnahmen kann die Möglichkeit der

Übertragung von Erregern bei der Anwendung von aus menschlichem Blut oder Plasma

hergestellten Arzneimitteln nicht vollständig ausgeschlossen werden. Dies gilt auch für bisher

unbekannte Viren und andere Pathogene.

Die getroffenen Maßnahmen werden als wirksam angesehen für umhüllte Viren wie z. B. das

humane Immundefizienzvirus (HIV), das Hepatitis-B Virus (HBV) und das Hepatitis-C Virus

(HCV) und für die nicht-umhüllten Hepatitis-A (HAV) und Parvovirus B19 Viren.

Für Patienten, die regelmäßig aus menschlichem Blut oder Plasma hergestellte Faktor IX

Produkte erhalten, wird grundsätzlich eine Impfung gegen Hepatitis A und B empfohlen.

Jede Verabreichung des Präparates an einen Patienten ist in der Krankengeschichte zu

dokumentieren (Name, Chargennummer und Ablaufdatum des Produktes), um jederzeit eine

Verbindung zwischen dem Patienten und der Charge des Produktes herstellen zu können.

Kinder und Jugendliche

Die aufgelisteten Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen betreffen sowohl Erwachsene als

auch Kinder.

Es gibt keine Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten für die Anwendung der Dauerinfusion bei

Kindern, vor allem die Möglichkeit der Entwicklung eines Inhibitors ist unbekannt (siehe

Abschnitt 4.2).

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Wechselwirkungen von Blutgerinnungsfaktor-IX-Produkten vom Menschen mit anderen

Arzneimitteln wurden nicht berichtet.

Nur wenige Daten liegen vor über die Anwendung von

-Aminocapronsäure nach initialer

Infusion von Mononine zur Prophylaxe und Therapie von Blutungen in der Mundhöhle nach

Traumen oder zahnärztlichen Eingriffen wie Zahnextraktionen.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Reproduktionsstudien am Tier wurden mit Faktor IX nicht durchgeführt.

Schwangerschaft und Stillzeit

Aufgrund des seltenen Vorkommens der Hämophilie B bei Frauen liegen keine Erfahrungen

über die Anwendung von Faktor IX während der Schwangerschaft und Stillzeit vor.

Daher soll Faktor IX in der Schwangerschaft und Stillzeit nur bei klarer Indikationsstellung

angewendet werden.

Fertilität

Es liegen keine Daten zur Fertilität vor.

4.7 Auswirkungen

auf

die

Verkehrstüchtigkeit

und

die

Fähigkeit

zum

Bedienen

von

Seite 7 von 13

Maschinen

Mononine hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen.

4.8 Nebenwirkungen

Die im Folgenden genannten Nebenwirkungen beruhen auf Analysen von postmarketing Daten

sowie der wissenschaftlichen Literatur.

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Überempfindlichkeitsreaktionen oder allergische Reaktionen (die auch Angioödem, Brennen und

Stechen an der Injektions-/Infusionsstelle, Schüttelfrost, Hautrötung mit Hitzegefühl,

generalisierte Nesselsucht, Kopfschmerzen, quaddelartiger Hautausschlag, Hypotension,

Lethargie, Übelkeit, Unruhe, Tachykardie, Angina pectoris, Zittern, Erbrechen oder Stridor mit

einschließen können) wurden selten bei Patienten beobachtet und können sich in manchen Fällen

zu schwerer Anaphylaxie (inklusive Schock) entwickeln. In manchen Fällen haben sich diese

Reaktionen zu einer schweren Anaphylaxie entwickelt und diese sind in engem zeitlichen

Zusammenhang mit der Entwicklung von Faktor-IX-Hemmkörpern aufgetreten (s. auch

Abschnitt 4.4).

Sehr selten wurde über das Auftreten eines nephrotischen Syndroms nach versuchter Induktion

einer Immuntoleranz bei Hämophilie-B-Patienten mit Faktor-IX-Hemmkörpern und bekannter

allergischer Reaktion berichtet.

Patienten mit Hämophilie B können neutralisierende Antikörper (Hemmkörper) gegen Faktor IX

entwickeln. Wenn solche Hemmkörper auftreten, manifestiert sich dieser Zustand als

unzureichende klinische Antwort. In solchen Fällen wird empfohlen ein auf Hämophilie

spezialisiertes Zentrum aufzusuchen.

Es besteht ein potentielles Risiko thromboembolischer Ereignisse nach Anwendung von Faktor-

IX-Produkten, mit einem höheren Risiko bei wenig reinen Präparaten. Die Anwendung von

wenig reinen Faktor-IX-Produkten wurde mit dem Vorkommen von Myokardinfarkt,

Verbrauchskoagulopathie, venöser Thrombose und Lungenembolie in Verbindung gebracht. Die

Anwendung von hochreinem Faktor IX ist selten mit solchen Nebenwirkungen verbunden.

Tabellarische Aufstellung der Nebenwirkungen

Die unten aufgeführte Tabelle entspricht der MedDRA Systemorganklassifikation.

Die Häufigkeiten wurden entsprechend der nachfolgenden Konventionen berechnet: sehr häufig

(≥ 1/10); häufig (≥ 1/100 und < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1000 und < 1/100); selten (≥ 1/10000

und < 1/1000); sehr selten (< 1/10000); nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren

Daten nicht abschätzbar).

MedDRA

Systemorganklasse

Nebenwirkung

Häufigkeit

Erkrankungen der Nieren-

und Harnwege

Nephrotisches Syndrom

Sehr selten

Seite 8 von 13

Gefäßerkrankungen

Thromboembolisches

Ereignis

Nicht bekannt

Allgemeine Erkrankungen

und Beschwerden am

Verabreichungsort

Fieber

Selten

Erkrankungen des

Immunsystems

Überempfindlichkeit

(allergische Reaktionen)

Selten

Erkrankungen des Blutes und

des Lymphsystems

FIX Hemmkörper

Sehr selten

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

In einer klinischen Studie entwickelten 2 von 51 (4 %) der zuvor unbehandelten Patienten

(PUPs) Hemmkörper, und bei einem dieser Patienten wurde dies zweimal mit einer

anaphylaktoiden Reaktion in Verbindung gebracht.

Informationen zur Virussicherheit siehe Abschnitt 4.4.

Kinder und Jugendliche

Es wird erwartet, dass die Häufigkeit, Art und Schwere der Nebenwirkungen bei Kindern denen

bei Erwachsenen entspricht.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit.

Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des

Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer

Nebenwirkung über das folgende aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

A-1200 WIEN

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

4.9 Überdosierung

Es wurden keine Symptome von Überdosierung mit Blutgerinnungsfaktor IX vom Menschen

berichtet.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antihämorrhagika: Blutgerinnungsfaktor IX, ATC-Code:

B02B D04.

Faktor IX ist ein einkettiges Glykoprotein mit einem Molekulargewicht von etwa 68.000 Dalton.

Er ist ein Vitamin-K-abhängiger Gerinnungsfaktor, der in der Leber gebildet wird. Faktor IX

wird durch Faktor XIa im endogenen Gerinnungssystem und durch Faktor

VII/Gewebefaktorkomplex im exogenen Gerinnungssystem aktiviert.

Aktivierter Faktor IX aktiviert seinerseits im Zusammenwirken mit aktiviertem Faktor VIII den

Faktor X. Aktivierter Faktor X wandelt Prothrombin in Thrombin um. Thrombin wandelt dann

Fibrinogen in Fibrin um, und ein Gerinnsel wird gebildet.

Seite 9 von 13

Hämophilie B ist eine geschlechtsspezifische erbliche Blutgerinnungsstörung aufgrund niedriger

Faktor-IX-Spiegel und mündet in schwere Blutungen in Gelenke, Muskeln oder innere Organe,

entweder spontan oder als Folge akzidenteller oder chirurgischer Traumen. Durch

Substitutionstherapie werden die Faktor-IX-Plasmaspiegel angehoben, wobei eine

vorübergehende Korrektur des Faktor-IX-Mangels und Behebung der Blutungsneigungen

herbeigeführt wird.

Wenn das Präparat wie beschrieben (siehe Abschnitt 6.6) gelöst wird, erhält man ein klares,

farbloses, isotones und pH-neutrales Präparat mit einer ca. 100fachen Faktor-IX-Aktivität

gegenüber der gleichen Menge Plasma.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Eine Kurzzeit-Infusion von Mononine bei 38 Patienten mit Hämophilie B (Recovery-Studie)

zeigte eine mittlere inkrementelle Recovery von 1,71 I.E./dl pro I.E./kg KG (Range: 0,85 –

4,66). Die mittlere terminale Halbwertszeit in einer Untergruppe von 28 Patienten betrug 14,9

Stunden (Range: 7,2 – 22,7).

Zusätzlich wurden pharmakokinetische Daten von Mononine bei 12 Patienten (elektive

Chirurgie) vor einer Dauerinfusion mit Mononine erhoben.

Parameter

Recovery-Studie

(n=38)

Mittel (Range)

Elektive Chirurgie

(n=12), Mittel (Range)

Inkrementelle Recovery

(I.E./dl pro I.E./kg)

1,71 (0,85 – 4,66)

1,21 (0,83 – 1,60)

Terminale Halbwertszeit (h)

14,9 (7,2 – 22,7)

16,4 (8,7 – 36,6)

Initiale Halbwertszeit

n.v.

2,46 (0,34 – 6,2)

Fläche unter der Konzentrations-Zeitkurve

(h × kg/ml)

n.v.

0,254 (0,147 – 0,408)

Volumen im Fließgleichgewicht

(ml/kg)

n.v.

111 (77 – 146)

Clearance (ml/h/kg)

n.v.

4,27 (2,45 – 6,78)

Mittlere Verweildauer (h)

n.v.

27,4 (17,7 – 42,6)

Standardisiert auf 1 I.E./kg der Dosis

n.v.: nicht verfügbar

Basierend auf einer Untergruppe von 28 Patienten

+++

Daten von nur 4 von 12 Patienten. Die restlichen 8 Patienten folgten einem einfachen Ein-

Kompartiment-Modell. Ein Verteilungsprozess von Mononine wird daher nur gelegentlich beobachtet.

Kinder und Jugendliche

Pharmakokinetische Daten von Kindern jünger als 12 Jahre sind nicht vorhanden.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Blutgerinnungsfaktor IX vom Menschen ist ein normaler Bestandteil des menschlichen Plasmas

und verhält sich wie der körpereigene Faktor IX. Eine Prüfung auf Toxizität der Einzeldosis im

Tiermodell ist aufgrund der Volumenüberlastung bei Gabe höherer Dosen irrelevant.

Prüfungen auf Toxizität wiederholter Gaben sind im Tierversuch nicht durchführbar, da die Tiere

Antikörper gegen heterologes (menschliches) Protein entwickeln.

Da klinische Erfahrungen keinen Hinweis auf onkogene oder mutagene Wirkungen des

Blutgerinnungsfaktors IX vom Menschen ergeben, werden Tierversuche, besonders bei

Seite 10 von 13

heterologen Spezies, als nicht sinnvoll erachtet.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Histidin, Mannitol, Natriumchlorid,

HCl bzw. NaOH (in geringen Mengen zur Einstellung des pH-Wertes)

Beigefügtes Lösungsmittel:

Wasser für Injektionszwecke 10 ml

6.2 Inkompatibilitäten

Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.1 aufgeführten, nicht mit anderen

Arzneimitteln, Lösungsmitteln und Verdünnungsmitteln gemischt werden.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre

Chemische und physikalische Stabilität wurde für 24 Stunden bei <5°C belegt. Aus

mikrobiologischer Sicht sollte das gelöste Produkt sofort verbraucht werden.

Bei folgender Verdünnung (bis zu 1:10) der rekonstituierten Mononine Lösung wurde eine

Stabilität über 24 Stunden belegt.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Im Kühlschrank lagern (2°C - 8°C).

Nicht einfrieren.

Durchstechflaschen im Umkarton aufbewahren um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Während der Haltbarkeitsdauer darf das Produkt (vorausgesetzt es wird im Umkarton

aufbewahrt) für einen einmaligen Zeitraum von max. 1 Monat bei Raumtemperatur (bis zu

+25°C) gelagert werden, ohne dass es während diesem Zeitraum wieder in den Kühlschrank

zurückgestellt wird Der Beginn der Lagerung bei Raumtemperatur und das Ende des

einmonatigen Zeitraums muss auf dem Umkarton vermerkt werden. Nach Ablauf dieses

Zeitraumes muss das Produkt verbraucht oder fachgerecht entsorgt werden.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Primärbehältnisse

1000 I.E. Pulver in einer Durchstechflasche (Typ I Glas) mit Stopfen (Butyl Gummi oder

Bromobutyl Gummi) und 10 ml Lösungsmittel in einer Durchstechflasche (Typ I Glas) mit

Stopfen (Chlorobutyl Gummi).

Packungsgrößen

Die Packung mit 1000 I.E. enthält:

1 Durchstechflasche mit Pulver

1 Durchstechflasche mit 10 ml sterilem Wasser für Injektionszwecke

Seite 11 von 13

1 Filter Transfer Set 20/20

Set zur Anwendung (Innenschachtel):

- 1 Einmalspritze (10 ml)

- 1 Venenpunktionsbesteck

- 2 Alkoholtupfer

- 1 unsteriles Pflaster

6.6 Besondere

Vorsichtsmaßnahmen

für

die

Beseitigung

und

sonstige

Hinweise

zur

Handhabung

Allgemeine Hinweise

Zubereitung und Verabreichung müssen unter aseptischen Bedingungen erfolgen.

In der Regel ist die Lösung klar oder leicht opaleszent. Rekonstituiertes Produkt sollte nach

der Filtrierung/Aufziehen der Lösung in die Spritze (siehe unten) und vor der Anwendung

auf Partikel und Verfärbungen visuell überprüft werden. Trübe Lösungen oder Lösungen mit

Rückständen (Niederschlägen/Partikeln) sind nicht zu verwenden.

Zubereitung

Erwärmen Sie das Lösungsmittel auf Raumtemperatur. Vor dem Öffnen der Mix2Vial Packung

die Schnappdeckeln der Lösungsmittel- und Produktdurchstechflaschen mit dem Pulver

entfernen und die Stopfen mit einer aseptischen Lösung behandeln und anschließend trocknen

lassen.

1.

Entfernen Sie das Deckpapier von der

Mix2Vial Packung. Das Mix2Vial nicht aus

dem Blister entnehmen!

2.

Die Lösungsmitteldurchstechflasche auf

eine ebene, saubere Fläche stellen und

festhalten. Das Mix2Vial Set mit dem Blister

greifen und den Dorn des blauen Adapters

senkrecht in den Stopfen der

Lösungsmitteldurchstechflasche einstechen.

3.

Vorsichtig die Verpackung vom Mix2Vial

Set entfernen, indem man den Blister am

Siegelrand fasst und ihn senkrecht nach oben

abzieht. Dabei ist darauf zu achten, dass nur

der Blister und nicht das Mix2Vial entfernt

wird.

4. Die Produktdurchstechflasche auf eine

feste Unterlage stellen. Die

Lösungsmitteldurchstechflasche mit dem

aufgesetzten Mix2Vials Set herumdrehen und

den Dorn des transparenten Adapters

senkrecht in den Stopfen der

Produktdurchstechflasche einstechen. Das

Lösungsmittel läuft automatisch in die

Produktdurchstechflasche über.

Seite 12 von 13

5. Mit der einen Hand die Produktseite und

mit der anderen Hand die Lösungsmittelseite

des Mix2Vial greifen und das Set vorsichtig

gegen den Uhrzeigersinn auseinander

schrauben. Entsorgen Sie die

Lösungsmitteldurchstechflasche mit dem

blauen Mix2Vials Adapter.

6. Die Produktdurchstechflasche mit dem

transparenten Adapter vorsichtig schwenken,

bis das Produkt vollständig gelöst ist. Nicht

schütteln.

7. Luft in eine leere, sterile Spritze aufziehen.

Die Produktdurchstechflasche aufrecht halten,

die Spritze mit dem Luer Lock Anschluss des

Mix2Vials verbinden indem man sie im

Uhrzeigersinn aufschraubt und die Luft in die

Produktdurchstechflasche injizieren.

Aufziehen der Lösung in die Spritze und Anwendung

8

.

Den Stempel der Spritze gedrückt halten,

das gesamte System herumdrehen und die

Lösung durch langsames Zurückziehen der

Kolbenstange in die Spritze aufziehen.

.

9. Nachdem die Lösung vollständig in die

Spritze überführt ist, den Spritzenzylinder

fassen (dabei die Kolbenstange nach unten

gerichtet lassen) und die Spritze vom

transparenten Mix2Vial Adapter gegen den

Uhrzeigersinn abdrehen.

Die Lösung sofort langsam intravenös verabreichen (siehe Abschnitt 4.2).

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen

Anforderungen zu beseitigen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

CSL Behring GmbH

Seite 13 von 13

Emil-von-Behring-Straße 76

35041 Marburg

Deutschland

8.

ZULASSUNGSNUMMER

2-00315

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 30.12.2005

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 17.01.2008

10.

STAND DER INFORMATION

Juli 2019

VERSCHREIBUNGSPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT

Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Dokumentverlauf anzeigen

Teilen Sie diese Informationen