Mitomycin Accord 40 mg Pulver zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

04-02-2019

Fachinformation Fachinformation (SPC)

04-02-2019

Wirkstoff:
Mitomycin
Verfügbar ab:
Accord Healthcare B.V. (8182087)
ATC-Code:
L01DC03
INN (Internationale Bezeichnung):
Mitomycin
Darreichungsform:
Injektions-/Infusionslösung
Zusammensetzung:
Mitomycin (7643) 40 Milligramm
Verabreichungsweg:
intravenöse Anwendung
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Ja
Zulassungsnummer:
97615.00.00
Berechtigungsdatum:
2018-04-03

Lesen Sie das vollständige Dokument

Gebrauchsinformation: Information für den Patienten

Mitomycin Accord 40 mg Pulver zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung

Mitomycin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme

dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden

haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt, Apotheker oder

das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist Mitomycin Accord und wofür wird es angewendet?

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Mitomycin Accord beachten?

3. Wie ist Mitomycin Accord anzuwenden?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist Mitomycin Accord aufzubewahren?

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Mitomycin Accord und wofür wird es angewendet?

Mitomycin ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Krebs, d. h. ein Arzneimittel, das die

Zellteilung aktiver Zellen durch unterschiedliche Beeinflussung ihres Stoffwechsels verhindert

oder erheblich verzögert. Die therapeutische Anwendung von Arzneimitteln zur Behandlung

von Krebs basiert darauf, dass Tumorzellen sich von normalen Körperzellen unter anderem

durch eine der Wachstumskontrolle entzogene gesteigerte Zellteilungsrate unterscheiden.

Anwendungsgebiete

Mitomycin wird in der Krebstherapie zur Linderung der Beschwerden angewendet

(palliative Krebstherapie).

Intravenöse Anwendung

Bei der intravenösen Gabe wird es in der Monochemotherapie, d. h. Behandlung mit nur einem

Wirkstoff, oder in kombinierter zytostatischer Chemotherapie, d. h. Behandlung mit mehreren

Wirkstoffen, eingesetzt. Mitomycin ist bei folgenden Tumoren wirksam:

fortgeschrittener, metastasierender Magenkrebs (Magenkarzinom)

fortgeschrittener und/oder metastasierender Brustkrebs (Mammakarzinom)

Lungenkrebs (nicht kleinzelliges Bronchialkarzinom)

fortgeschrittener Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom)

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Mitomycin Accord beachten?

Mitomycin Accord darf nicht anwendet werden

wenn Sie allergisch gegen Mitomycin oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile von Mitomycin Accord sind;

in der Stillzeit;

bei systemischer Anwendung, wenn Sie an einer starken Verminderung aller Arten von

Blutzellen (einschließlich roter und weißer Blutkörperchen sowie Blutplättchen

[Panzytopenie]) oder einer isolierten Verminderung der weißen Blutkörperchen

(Leukopenie) oder der Blutplättchen (Thrombozytopenie), einer Neigung zu Blutungen

(hämorrhagische Diathese) oder akuten Infektionen (durch Krankheitserreger hervorgerufene

Erkrankung) leiden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Apotheker oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor

Mitomycin Accord bei Ihnen angewendet wird

wenn Sie an einer Lungen-, Nieren- oder Leberfunktionsstörung leiden

wenn Sie sich in einem schlechten Allgemeinzustand befinden

wenn Sie sich einer Strahlentherapie unterziehen

wenn Sie mit anderen Zytostatika (Substanzen, die Wachstum oder Teilung von Zellen

hemmen) behandelt werden

wenn bei Ihnen eine Knochenmarkdepression (Ihr Knochenmark ist nicht in der Lage, die

Blutzellen zu erzeugen, die Sie benötigen) diagnostiziert wurde; sie kann sich verschlimmern

(besonders bei älteren Personen und während der Langzeitbehandlung mit Mitomycin);

Infektionen können sich aufgrund einer Knochenmarkdepression verschlimmern und sogar

zum Tod führen

wenn Sie eine gebärfähige Frau sind, da Mitomycin Ihre zukünftige Gebärfähigkeit

beeinträchtigen kann

wenn Sie zu Blutungen oder Infektionskrankheiten neigen

wenn Sie mit einem Lebendimpfstoff geimpft wurden, da dies das Infektionsrisiko erhöhen

kann.

Sie werden unter Aufsicht eines Arztes behandelt, der in diesem speziellen Fachgebiet der

Medizin erfahren ist, um unerwünschte Nebenwirkungen an der Injektionsstelle so gering wie

möglich zu halten.

Kinder und Jugendliche

Die Anwendung von Mitomycin Accord 40 mg Pulver zur Herstellung einer Injektions-

/Infusionslösung bei Kindern und Jugendlichen wird nicht empfohlen.

Anwendung von Mitomycin Accord zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich

andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Durch zusätzliche Anwendung anderer Therapien (insbesondere Zytostatika, Bestrahlung), die

ebenfalls schädigende Wirkungen zeigen, ist eine Verstärkung der Nebenwirkungen von

Mitomycin möglich.

Berichte aus Tierversuchen zeigen, dass die Wirkung von Mitomycin verloren geht, wenn es

zusammen mit Vitamin B

angewendet wird.

Während der Behandlung mit Mitomycin sollten Sie nicht geimpft werden, vor allem nicht mit

Lebendimpfstoffen.

Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten

können.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren

Arzt um Rat.

Mitomycin sollte nicht während der Schwangerschaft angewendet werden. Wenn eine

Behandlung mit Mitomycin während der Schwangerschaft erforderlich ist, muss Ihr Arzt die

Vorteile der Behandlung gegen das Risiko schädlicher Wirkungen auf Ihr Kind abwägen.

Frauen im gebärfähigen Alter müssen vermeiden, schwanger zu werden. Männliche wie

weibliche Patienten müssen während und mindestens sechs Monate nach Beendigung der

Behandlung Verhütungsmethoden anwenden. Sollten Sie in dieser Zeit dennoch schwanger

werden, müssen Sie sofort Ihren Arzt informieren.

Vor Beginn der Anwendung von Mitomycin müssen Sie abstillen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch durch Auslösen von

Übelkeit und Erbrechen das Reaktionsvermögen soweit verringern, dass die Fähigkeit zur

aktiven Teilnahme am Straßenverkehr bzw. zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt ist.

Dies gilt besonders in Verbindung mit Alkohol.

3. Wie ist Mitomycin Accord anzuwenden?

Mitomycin Accord darf nur von Ärzten angewendet werden, die mit dieser Art von Therapie

Erfahrung haben. Mitomycin Accord ist nach Auflösen zur Injektion oder Infusion in ein

Blutgefäß (intravenöse Anwendung) bestimmt.

Ihr Arzt wird Ihnen eine für Sie passende Dosierung sowie ein entsprechendes

Behandlungsschemaverschreiben.

Bevor Sie Mitomycin als Injektion oder Infusion in eine Vene erhalten, wird ein Bluttest sowie

eine Lungen-, Nieren- und Leberfunktionsprüfung empfohlen, um Krankheiten auszuschließen,

die sich während der Mitomycin-Therapie verschlimmern könnten.

Die Nadel muss während der Gabe von Mitomycin in der Vene verbleiben. Sollte die Nadel aus

der Vene herausrutschen bzw. sich lockern oder wenn das Arzneimittel in das Gewebe

außerhalb der Vene gelangen sollte (dies kann Beschwerden oder Schmerzen bereiten) –

informieren Sie sofort den Arzt oder das medizinische Fachpersonal.

Wenn Sie eine größere Menge von Mitomycin Accord erhalten haben, als Sie sollten

Wenn Sie versehentlich eine höhere Dosis erhalten haben, können bei Ihnen Symptome wie

Fieber, Übelkeit, Erbrechen und Bluterkrankungen auftreten. Ihr Arzt wird alle auftretenden

Symptome unterstützend behandeln.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich Ihren

Arzt oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei

jedem auftreten müssen.

Mögliche Nebenwirkungen nach Gabe in eine Vene

Schwere allergische Reaktion (mögliche Symptome sind Mattigkeit, Hautausschlag oder

Nesselsucht, Juckreiz, Anschwellen von Lippen, Gesicht und Atemwegen mit Atemnot oder

Bewusstlosigkeit – sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen).

Es kann zu schwerer Lungenerkrankung mit Kurzatmigkeit, trockenem Husten und

Rasselgeräuschen beim Einatmen (interstitielle Pneumonie) sowie schwere

Nierenfunktionsstörungen (Nephrotoxizität) auftreten. Wenn Sie irgendeine der oben genannten

Reaktionen bemerken, wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt, da die Mitomycin-Therapie

abgebrochen werden muss.

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

Bluterkrankungen: Unterdrückung der Blutzellproduktion im Knochenmark; Verminderung

der Anzahl der weißen Blutkörperchen (Leukopenie), wodurch das Infektionsrisiko erhöht

wird; Verminderung der Anzahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie), was blaue Flecken

und Blutungen verursacht.

Übelkeit, Erbrechen

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Lungenerkrankungen mit Kurzatmigkeit, trockenem Husten und Rasselgeräuschen beim

Einatmen (interstitielle Pneumonie)

Dyspnoe, Husten, Kurzatmigkeit

Hautausschläge und Hautreizungen

Taubheitsgefühl, Schwellung und schmerzhafte Rötung an Handflächen und Fußsohlen

(palmar-plantare Erythrodysästhesie (PPE)/Hand-Fuß-Syndrom)

Nierenerkrankungen (Nierenfunktionsstörungen, Nephrotoxizität, Glomerulopathie, erhöhte

Kreatininwerte im Blut) – die Nieren können möglicherweise nicht richtig arbeiten

Bindegewebsentzündung (Cellulitis) und Gewebetod (Gewebsnekrose) nach

unbeabsichtigter Injektion in das umliegende Gewebe (Extravasation)

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Schleimhautentzündung (Mukositis)

Schleimhautentzündung im Mund (Stomatitis)

Durchfall

Haarausfall (Alopezie).

Fieber

Appetitlosigkeit (Anorexie)

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

Lebensbedrohliche Infektionen

Blutvergiftung (Sepsis)

Verminderung der Anzahl der roten Blutkörperchen, manchmal gleichzeitig mit einer akuten

Nierenfunktionsstörung (hämolytische Anämie, mikroangiopathische hämolytische Anämie

[MAHA-Syndrom], hämolytisch-urämisches Syndrom [HUS])

Herzleistungsschwäche (Herzinsuffizienz) nach vorausgegangener Therapie mit anderen

Zytostatika (Anthrazykline)

Erhöhung des Blutdrucks im Lungenkreislauf, was z. B. zu Kurzatmigkeit, Schwindel und

Ohnmacht (pulmonale Hypertonie) führt.

Verschlusskrankheit der Lungenvenen

(pulmonale veno-okklusive Erkrankung [PVOD])

Lebererkrankung (Leberfunktionsstörung)

Erhöhte Leberenzymwerte (Transaminasen)

Gelbfärbung der Haut und des weißen Teils der Augen (Ikterus)

Verschluss der kleinen Lebervenen (Lebervenenverschlusskrankheit [VOD]) mit

Flüssigkeitsretention, Vergrößerung der Leber und erhöhten Bilirubinwerten im Blut

Großflächiger Hautausschlag

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

Schwere allergische Reaktion (mögliche Symptome sind Schwäche, Hautausschlag oder

Nesselausschlag, Juckreiz, Anschwellen von Lippen, Gesicht und Atemwegen mit

resultierender Atemnot, Bewusstseinsverlust

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn,

Website: www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über

die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Mitomycin Accord aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Für Mitomycin Accord sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett nach „EXP“ angegebenen

Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

Das rekonstituierte Arzneimittel muss unverzüglich verwendet werden.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren

Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen

damit zum Schutz der Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Mitomycin Accord enthält

Der Wirkstoff ist: Mitomycin.

Der sonstige Bestandteil ist: Mannitol (Ph. Eur.) (E421).

Wie Mitomycin Accord aussieht und Inhalt der Packung

Mitomycin Pulver zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung ist eine blauviolette Masse

oder ein blauviolettes Pulver, das vor der Injektion aufgelöst wird. Es ist in einer

Durchstechflasche aus Braunglas mit einem Bromobutyl-Kautschukstopfen und einer

königsblauen Aluminiumversiegelung verpackt.

Durchstechflaschen mit 40 mg sind in Umkartons mit 1 oder 5 Durchstechflaschen erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

Accord Healthcare B.V.

Winthontlaan 200

3526 KV Utrecht

Niederlande

Hersteller

Accord Healthcare Limited

Sage House

319 Pinner Road

North Harrow

Middlesex, HA1 4HF

Vereinigtes Königreich

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes

(EWR) unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Name des

Mitgliedsstaates

Name des Arzneimittels

Tschechische Republik

Mitomycin Accord

Estland

Mitomycin Accord

Deutschland

Mitomycin Accord 40 mg Pulver zur Herstellung einer Injektions-

/Infusionslösung

Italien

Mitomicina Accord Healthcare

Niederlande

Mitomycin Accord 40 mg Poeder voor oplossing voor injectie / infusie

Portugal

Mitomicina Accord

Polen

Mitomycin Accord

Rumänien

Mitomicină Accord 40 mg Pulbere pentru soluţie

injectabilă/perfuzabilă

Slowenien

Mitomicin Accord 40 mg prašek za raztopino za

injiciranje/infundiranje

Slowakische Republik

Mitomycin Accord 40 mg prášok na injekčný/infúzny roztok

Spanien

Mitomicina Accord 40 mg Polvo para solución inyectable/perfusión

Vereinigtes Königreich

Mitomycin 40 mg Powder for solution for injection/infusion

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Januar 2019.

Die folgenden Informationen sind nur für medizinisches Fachpersonal bestimmt

Allgemeine Informationen

Die Injektion muss streng intravenös erfolgen. Bei paravasaler Injektion treten im betroffenen

Bereich ausgedehnte Nekrosen auf. Zur Vermeidung von Nekrosen sind folgende

Empfehlungen zu beachten:

Immer in große Armvenen injizieren.

Nicht direkt intravenös injizieren, sondern besser in den Schlauch einer gut und sicher

laufenden Infusion.

Vor Entfernen der Kanüle nach zentralvenöser Gabe einige Minuten mit der Infusionslösung

nachspülen, um restliches Mitomycin auszuspülen.

Bei Auftreten einer Paravasation wird empfohlen, das Gebiet sofort mit einer

8,4%igen Natriumhydrogencarbonat-Lösung zu infiltrieren, gefolgt von einer Injektion von

4 mg Dexamethason. Eine systemische Injektion von 200 mg Vitamin B6 kann sich zur

Unterstützung des Nachwachsens beschädigten Gewebes als wertvoll erweisen.

Haut- und Schleimhautkontakt ist zu vermeiden.

Dosierung und Art der Anwendung

Bei intravenöser Verabreichung beträgt die empfohlene Dosis 10 – 20 mg/m

Körperoberfläche

alle 6 – 8 Wochen, 8 – 12 mg/m

Körperoberfläche alle 3 – 4 Wochen oder 5 – 10 mg/m

Körperoberfläche alle 1 – 6 Wochen. Eine Dosierung von mehr als 20 mg/m

führt zu mehr

toxischen Erscheinungen, bringt jedoch keinen therapeutischen Nutzen. Die maximale

kumulative Dosis Mitomycin darf nicht mehr als 60 mg/m

betragen.

Mitomycin ist zur intravenösen Anwendung nach Auflösen bestimmt.

Mitomycin Accord 40 mg Pulver zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung darf nicht

mit Wasser rekonstituiert werden.

Der Inhalt der 40-mg-Durchstechflasche wird mit 80 ml isotonischer Natriumchloridlösung

oder 20%iger Glucose-Lösung rekonstituiert.

Der Inhalt der 40-mg-Durchstechflasche kann nicht auf eine Konzentration von 1 mg/ml

rekonstituiert werden. Wenn diese Konzentration benötigt wird, sind andere Arzneimittelzu

verwenden.

Flüssigkeit zur

Rekonstitution/Verdünnung

Konzentration

pH-Bereich

Osmolalität

isotonischer

Natriumchloridlösung

0,5 mg/ml, (Rekonstitution)

0,1 mg/ml (Verdünnung)

4,5 – 7,5

Ca. 290 mOsm/kg

20% Glucose-Lösung

0,5 mg/ml, (Rekonstitution)

0,1 mg/ml (Verdünnung)

3,5 – 7,0

1100 mOsm/kg

Die rekonstituierte Lösung ist eine klare, blauviolette Lösung frei von sichtbaren Partikeln.

Mitarbeiterinnen des medizinischen Fachpersonals, die schwanger sind, dürfen dieses

Arzneimittel nicht handhaben und/oder verabreichen. Mitomycin Accord darf nicht in Kontakt

mit der Haut kommen. Bei Hautkontakt sollte wiederholt mit 8,4 %iger

Natriumhydrogencarbonat-Lösung und anschließend mit Wasser und Seife gespült werden.

Handcremes und Emollenzien dürfen nicht verwendet werden, da sie das Eindringen des

Arzneimittels in die Epidermis begünstigen können.

Im Falle eines Kontakts mit den Augen muss das betroffene Auge mehrere Male mit

isotonischer Natriumchloridlösung gespült werden. Das Auge muss mehrere Tage lang auf eine

Schädigung der Hornhaut beobachtet werden. Sofern erforderlich, ist eine geeignete

Behandlung einzuleiten.

Das rekonstituierte Arzneimittel muss unverzüglich verwendet werden.

Der Inhalt der Durchstechflaschen ist zur einmaligen Anwendung bestimmt. Nicht verwendete

Lösung ist zu entsorgen.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen

Anforderungen zu beseitigen.

Hinweis:

Mitomycin Accord darf nicht zusammen mit anderen Arzneimitteln injiziert werden.

Andere Injektionslösungen oder Infusionslösungen müssen separat verabreicht werden.

Die Injektion muss streng intravenös erfolgen.

Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Mitomycin Accord 40 mg Pulver zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Eine Durchstechflasche enthält 40 mg Mitomycin. Nach der Zubereitung enthält 1 ml Lösung

0,5 mg Mitomycin.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Pulver zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung

Blauviolette Masse oder Pulver

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Mitomycin wird in der palliativen Tumortherapie eingesetzt.

Bei folgenden Erkrankungen wird Mitomycin

intravenös

als Monochemotherapie oder in

kombinierter zytostatischer Chemotherapie eingesetzt:

fortgeschrittenes metastasiertes Magenkarzinom

fortgeschrittenes und/oder metastasiertes Mammakarzinom

Darüber hinaus wird Mitomycin bei folgenden Erkrankungen

intravenös

in kombinierter

zytostatischer Chemotherapie eingesetzt:

nicht kleinzelliges Bronchialkarzinom

fortgeschrittenes Pankreaskarzinom

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Mitomycin darf nur von in dieser Therapie erfahrenden Ärzten angewendet werden bei strenger

Indikationsstellung und unter laufender Kontrolle der hämatologischen Parameter. Die Injektion

muss streng intravasal erfolgen. Bei paravasaler Injektion treten im betroffenen Bereich

ausgedehnte Nekrosen auf.

Soweit nicht anders verordnet, wird Mitomycin wie folgt dosiert:

Intravenöse Anwendung

In der zytostatischen Monochemotherapie wird Mitomycin zumeist als Bolusinjektion intravenös

verabreicht. Abhängig vom Behandlungsschema beträgt die empfohlene Dosis 10 – 20 mg/m

Körperoberfläche alle 6 – 8 Wochen, 8 – 12 mg/m

Körperoberfläche alle 3 – 4 Wochen oder

5 – 10 mg/m

Körperoberfläche alle 1 – 6 Wochen.

Eine Dosierung von mehr als 20 mg/m

führt zu mehr toxischen Erscheinungen, bringt jedoch

keinen therapeutischen Nutzen. Die maximale kumulative Dosis Mitomycin darf nicht mehr als

60 mg/m

betragen.

In der Kombinationschemotherapie ist die Dosierung deutlich geringer. Wegen der Gefahr der

additiven Myelotoxizität darf von erprobten Therapieprotokollen ohne besonderen Grund nicht

abgewichen werden.

Besondere Patientengruppen

Bei Patienten mit ausgiebiger zytostatischer Vortherapie, bei Vorliegen einer

Knochenmarksuppression und bei älteren Patienten muss eine Dosisreduktion erfolgen.

Ältere Patienten

Zur Anwendung von Mitomycin bei Patienten ≥ 65 Jahre sind keine ausreichenden Daten aus

klinischen Studien verfügbar.

Das Arzneimittel darf bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion nicht angewendet werden

(siehe Abschnitt 4.3).

Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion wird das Arzneimittel aufgrund fehlender

Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten bei dieser Patientengruppe nicht empfohlen.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Mitomycin Accord 40 mg Pulver zur Herstellung einer

Injektions-/Infusionslösung bei Kindern von 0 bis 17 Jahren ist nicht erwiesen.

Art der Anwendung

Mitomycin ist zur intravenösen Injektion oder Infusion nach Auflösen bestimmt. Eine teilweise

Verwendung des Inhaltes der Durchstechflasche ist möglich.

Hinweise zur Rekonstitution des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.

Mitomycin Accord 40 mg Pulver zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung darf nicht mit

Wasser rekonstituiert werden, unabhängig von der Art der Anwendung (d. h.

intravenös).

Hinweis

Mitomycin Accord darf nicht als gemischte Injektion angewendet werden.

Andere Injektionslösungen oder Infusionslösungen müssen separat verabreicht werden.

Die Injektion muss streng intravenös erfolgen.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6)

Systemische Therapie

Panzytopenie oder isolierte Leuko-/Thrombopenie, hämorrhagische Diathese und akute Infekte

sind absolute Kontraindikationen.

Restriktive oder obstruktive Störungen der Lungenventilation, Störungen der Nieren- und

Leberfunktion und/oder ein schlechter allgemeiner Gesundheitszustand sind relative

Kontraindikationen. Eine gleichzeitig oder zeitnah durchgeführte Strahlentherapie oder eine

Behandlung mit anderen Zytostatika können eine weitere Kontraindikation darstellen.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Wegen der knochenmarktoxischen Wirkungen von Mitomycin müssen andere myelotoxische

Therapiemodalitäten (insbesondere andere Zytostatika, Bestrahlung) mit besonderer Vorsicht

angewendet werden, um eine additive Myelosuppression in Grenzen zu halten.

Die Injektion muss streng intravenös erfolgen. Bei paravasaler Injektion treten im betroffenen

Bereich ausgedehnte Nekrosen auf. Zur Vermeidung von Nekrosen sind folgende Empfehlungen

zu beachten:

Immer in große Armvenen injizieren.

Nicht direkt intravenös injizieren, sondern besser in den Schlauch einer gut und sicher

laufenden Infusion.

Vor dem Entfernen der Kanüle nach zentralvenöser Gabe einige Minuten mit der

Infusionslösung nachspülen, um restliches Mitomycin auszuspülen.

Bei Auftreten einer Paravasation wird empfohlen, das Gebiet sofort mit einer 8,4%igen

Natriumhydrogencarbonat-Lösung zu infiltrieren, gefolgt von einer Injektion von 4 mg

Dexamethason. Eine systemische Injektion von 200 mg Vitamin B6 kann sich zur Unterstützung

des Nachwachsens beschädigten Gewebes als wertvoll erweisen.

Eine Langzeittherapie kann zu einer kumulativen Knochenmarktoxizität führen. Eine

Knochenmarksuppression kann sich erst verzögert manifestieren, mit maximaler Ausprägung

nach 4 – 6 Wochen; sie kann nach längerer Anwendung kumulativ sein, sodass oftmals eine

individuelle Dosisanpassung erforderlich ist.

Da bei älteren Patienten die physiologischen Funktionen oftmals eingeschränkt sind und eine

möglicherweise länger anhaltende Knochenmarkdepression vorliegt, ist Mitomycin bei diesen

Patienten mit besonderer Vorsicht zu verabreichen und der Zustand des Patienten engmaschig zu

überwachen.

Besondere Vorsicht ist erforderlich bei Auftreten oder sich verschlechternden

Infektionskrankheiten und bei Vorliegen einer Blutungsneigung.

Mitomycin ist beim Menschen eine mutagene und potentiell karzinogene Substanz. Haut- und

Schleimhautkontakt sind zu vermeiden.

Bei pulmonaler Symptomatik, die nicht auf die Grunderkrankung zurückgeführt werden kann, ist

die Therapie sofort abzubrechen. Pulmonale Toxizität ist mit Steroiden gut behandelbar.

Die Therapie ist ferner sofort abzusetzen bei Hämolysezeichen oder Anzeichen einer

Nierenfunktionsstörung (Nephrotoxizität).

Bei Dosen von >30 mg Mitomycin/m

Körperoberfläche wurde eine mikroangiopathische

hämolytische Anämie beobachtet. Die Nierenfunktion sollte engmaschig überwacht werden.

Neue Erkenntnisse lassen einen Therapieversuch zur Entfernung von Immunkomplexen, die eine

wesentliche Rolle bei der Auslösung der Symptome zu spielen scheinen, mittels Staphylococcus-

Protein A eventuell angezeigt erscheinen.

Bei Patienten, die gleichzeitig mit anderen antineoplastischen Wirkstoffen behandelt wurden,

wurde vom Auftreten akuter Leukämie (in einigen Fällen nach präleukämischer Phase) und

myelodysplastischem Syndrom berichtet.

Bei Patienten mit reduzierter Immunkompetenz, wie z. B. bei der Behandlung mit Mitomycin,

erhöht eine Impfung mit Lebendvakzinen (z. B. Gelbfieberimpfstoff) das Risiko für Infektionen

und andere unerwünschte Reaktionen wie z. B. Vaccinia gangraenosum und generalisierte

Vaccinia. Während der Behandlung dürfen daher keine Impfungen mit Lebendvakzinen

verabreicht werden. Nach Beendigung einer Chemotherapie sollten Lebendvakzine mit Vorsicht

angewendet und die Impfung frühestens 3 Monate nach der letzten Dosis Chemotherapie erfolgen

siehe Abschnitt 4.5).

Empfohlene Kontrolluntersuchungen und Sicherheitsmaßnahmen bei intravenöser Anwendung:

Vor Therapiebeginn

Kompletter Blutstatus

Lungenfunktionsprüfung bei Verdacht auf eine vorbestehende Lungenfunktionsstörung

Nierenfunktionsprüfung zum Ausschluss einer Niereninsuffizienz

Leberfunktionsprüfung zum Ausschluss einer Leberinsuffizienz

Während der Therapie

Regelmäßige Überprüfung des Blutstatus

Engmaschige Überwachung der Nierenfunktion

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Myelotoxische Interaktionen mit anderen knochenmarktoxischen Therapiemodalitäten

(insbesondere anderen Zytostatika, Bestrahlung) sind möglich.

Eine Kombination mit Vinca-Alkaloiden oder Bleomycin kann die pulmonale Toxizität

verstärken.

Bei Patienten, die eine gleichzeitige Gabe von Mitomycin und Fluorouracil oder Tamoxifen

erhielten, wurde von einem erhöhten Risiko für ein hämolytisch-urämisches Syndrom berichtet.

Die gleichzeitige Gabe von Pyridoxinhydrochlorid (Vitamin B6) führte im Tierversuch zu einem

Wirkungsverlust von Mitomycin.

Während einer Mitomycin-Behandlung sollten keine Impfungen mit Lebendimpfstoffen erfolgen.

Die Kardiotoxizität von Adriamycin (Doxorubicin) kann durch Mitomycin verstärkt werden.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine Daten für die Verwendung von Mitomycin bei Schwangeren vor.

Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).

Mitomycin hat eine mutagene, teratogene und karzinogene Wirkung und kann daher die

Entwicklung des Embryos beeinträchtigen. Mitomycin sollte während der Schwangerschaft nicht

angewendet werden. Bei vitaler Indikation zur Behandlung einer schwangeren Patientin sollte

eine medizinische Beratung über das mit der Behandlung verbundene Risiko schädigender

Wirkungen für das Kind erfolgen.

Stillzeit

Es wird vermutet, dass Mitomycin in die Muttermilch übergeht. Aufgrund seiner erwiesenen

mutagenen, teratogenen und karzinogenen Wirkung darf Mitomycin während der Stillzeit nicht

gegeben werden. Stillende Frauen müssen vor Beginn einer Behandlung mit Mitomycin abstillen.

Fertilität/Empfängnisverhütung bei Männern und Frauen

Patientinnen im geschlechtsreifen Alter sollten während und bis zu 6 Monaten nach Beendigung

der Chemotherapie empfängnisverhütende Maßnahmen ergreifen bzw. sexuelle Abstinenz

einhalten.

Mitomycin wirkt erbgutschädigend. Männer, die mit Mitomycin behandelt werden, werden daher

angewiesen, während der Behandlung und bis zu 6 Monate danach kein Kind zu zeugen und sich

vor Therapiebeginn über die Möglichkeit einer Spermakonservierung wegen der Möglichkeit

einer irreversiblen Infertilität durch die Therapie mit Mitomycin beraten zu lassen.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Mitomycin Accord kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch durch Auslösen von Übelkeit

und Erbrechen das Reaktionsvermögen soweit verringern, dass die Fähigkeit zur aktiven

Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt in

verstärktem Maße im Zusammenhang mit Alkohol.

4.8

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen sind im Folgenden nach Systemorganklassen und Häufigkeit aufgeführt.

Die nachfolgenden Häufigkeitsangaben sind folgendermaßen definiert:

Sehr häufig (

1/10), häufig (

1/100, < 1/10), gelegentlich (

1/1.000, < 1/100), selten

1/10.000, < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der

verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Mögliche Nebenwirkungen unter systemischer Therapie

Die häufigsten Nebenwirkungen von systemisch gegebenem Mitomycin sind gastrointestinale

Symptome wie Übelkeit und Erbrechen sowie Knochenmarksuppression mit Leukopenie und,

meist vorherrschend, Thrombozytopenie. Zur Knochenmarksuppression kommt es bei bis zu 65

% der Patienten.

Bei bis zu 10 % der Patienten muss mit einer schwerwiegenden Organtoxizität in Form einer

interstitiellen Pneumonitis oder einer Nephrotoxizität gerechnet werden.

Mitomycin ist potenziell hepatotoxisch.

Erkrankungen des Blutes und des

Lymphsystems

Sehr häufig

Knochenmarksuppression, Leukopenie,

Thrombzytopenie

Selten

Lebensbedrohliche Infektion, Sepsis,

hämolytische Anämie

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr selten

Schwere allergische Reaktion

Herzerkrankungen

Selten

Herzinsuffizienz nach vorausgegangener

Anthrazyklintherapie

Erkrankungen der Atemwege, des

Brustraums und Mediastinums

Häufig

Interstitielle Pneumonie, Atemnot, Husten,

Kurzatmigkeit

Selten

Pulmonaler Hypertonus,

venookklusive

Erkrankung der Lunge (PVOD)

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig

Übelkeit, Erbrechen

Gelegentlich

Mukositis, Stomatitis, Diarrhoe, Appetitlosigkeit

Leber- und Gallenerkrankungen

Selten

Leberfunktionsstörung,

Transaminasenerhöhung, Ikterus, venookklusive

Erkrankung (VOD) der Leber

Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes

Häufig

Exantheme, allergischer Hautausschlag,

Kontaktdermatitis, palmar-plantares Erythem

(PPE)

Gelegentlich

Alopezie

Selten

Generalisierte Exantheme

Erkrankungen der Nieren und

Harnwege:

Häufig

Nierenfunktionsstörung, Anstieg des

Serumkreatinins, Glomerulopathie,

Nephrotoxizität

Selten

Hämolytisch-Urämisches Syndrom (HUS)

(häufig mit letalem Ausgang),

mikroangiopathische hämolytische Anämie

(MAHA-Syndrom)

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig

Bei Paravasation:

Zellulitis, Gewebsnekrosen

Gelegentlich

Fieber

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit.

Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des

Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer

Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de,

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Bei Überdosierung muss mit einer schweren Myelotoxizität bis zur Myelophthise gerechnet

werden, die erst nach etwa 2 Wochen klinisch voll in Erscheinung tritt.

Der Zeitraum bis zum Absinken der Leukozyten auf den tiefsten Wert kann 4 Wochen betragen.

Auch bei Verdacht auf Überdosierung muss daher eine längere engmaschige, hämatologische

Kontrolle erfolgen.

Da keine effektiven Gegenmittel verfügbar sind, ist bei jeder Anwendung größtmögliche Vorsicht

geboten.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineopastische Mittel, Andere zytotoxische Antibiotika

ATC Code: L01DC03

Das Antibiotikum Mitomycin ist ein Zytostatikum aus der Gruppe der Alkylantien.

Mitomycin ist ein aus Streptomyces caespitosus isoliertes Antibiotikum mit anti-neoplastischer

Wirkung. Es liegt in inaktiver Form vor. Die Aktivierung zu einem trifunktionellen Alkylans

erfolgt rasch, entweder bei physiologischem pH in Anwesenheit von NADPH im Serum oder

praktisch in allen Körperzellen intrazellulär mit Ausnahme des Cerebrums, da die Blut-Hirn-

Schranke von Mitomycin nicht überwunden wird. Die 3 alkylierenden Radikale stammen je von

einer Chinon-, einer Aziridin- und einer Urethangruppe. Der Wirkmechanismus beruht

überwiegend auf einer Alkylierung der DNS (weniger RNS) mit entsprechender Hemmung der

DNS-Synthese. Der Grad der DNS-Schädigung korreliert mit dem klinischen Effekt und ist in

resistenten Zellen geringer als in sensiblen. Wie bei anderen Alkylanzien werden proliferierende

Zellen stärker geschädigt als solche, die sich in der Ruhephase (GO) des Zellzyklus befinden.

Zusätzlich werden, insbesondere bei Anwendung höherer Dosen, freie Peroxidradikale

freigesetzt, die zu DNS-Brüchen führen. Die Freisetzung von Peroxidradikalen wird mit dem

organspezifischen Muster an Nebenwirkungen in Verbindung gebracht.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Nach intravenöser Gabe von 10 – 20 mg/m

Mitomycin wurden maximale Plasmaspiegel von

0,4 – 3,2 μg/ml gemessen. Die biologische Halbwertszeit ist kurz und liegt zwischen 40 und

50 Minuten. Der Serumspiegel fällt biexponentiell zunächst innerhalb der ersten 45 Minuten steil,

danach langsamer ab.

Nach ca. 3 Stunden liegen die Serumspiegel meist unter der Nachweisgrenze. Der Hauptort der

Metabolisierung und Elimination ist die Leber. Entsprechend wurden hohe Konzentrationen von

Mitomycin in der Gallenblase gefunden. Die renale Ausscheidung spielt für die Elimination nur

eine untergeordnete Rolle.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Im Tierversuch wirkt Mitomycin toxisch auf alle proliferierenden Gewebe, insbesondere auf die

Zellen des Knochenmarks und die der Schleimhaut des Magen-Darm-Kanals, und es kommt zu

einer Hemmung der Spermiogenese.

Mitomycin besitzt mutagene, karzinogene und teratogene Wirkungen, die in entsprechenden

experimentellen Systemen nachweisbar sind.

Lokale Unverträglichkeit

Bei paravenöser Injektion oder beim Auslaufen aus dem Gefäß in umliegendes Gewebe

verursacht Mitomycin schwerwiegende Nekrosen.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Mannitol (Ph. Eur.) (E421)

6.2

Inkompatibilitäten

Dieses Arzneimittel darf, außer mit den in Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Ungeöffnete Durchstechflaschen: 3 Jahre

Das rekonstituierte Arzneimittel muss unverzüglich verwendet werden.

Der Inhalt der Durchstechflaschen ist ausschließlich zur einmaligen Anwendung bestimmt.

Nicht verbrauchte Lösung ist zu verwerfen.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Mitomycin Accord ist in einer 100-ml-Durchstechflasche aus Typ I Braunglas mit Bromobutyl-

Kautschukstopfen und einem königsblauen Aluminium-Versiegelung enthalten.

Die Durchstechflasche mit 40 mg ist in Umkartons mit 1 oder 5 Durchstechflaschen erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Mitomycin Accord 40 mg Pulver zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung darf nicht mit

Wasser rekonstituiert werden.

Der Inhalt der 40-mg-Durchstechflasche wird mit 80 ml isotonischer Natriumchloridlösung oder

20%iger Glucose-Lösung rekonstituiert.

Der Inhalt der 40-mg-Durchstechflasche kann nicht auf eine Konzentration von 1 mg/ml

rekonstituiert werden. Wenn diese Konzentration benötigt wird, sind andere Arzneimittel zu

verwenden.

Flüssigkeit zur

Rekonstitution/Verdünnung

Konzentration

pH-Bereich

Osmolalität

isotonischer

Natriumchloridlösung

0,5 mg/ml (Rekonstitution)

0,1 mg/ml (Verdünnung)

4,5 – 7,5

Ca. 290 mOsm/kg

20%ige Glucose-Lösung

0,5 mg/ml (Rekonstitution)

0,1 mg/ml (Verdünnung)

3,5 – 7,0

Ca. 1100 mOsm/kg

Mitarbeiterinnen des medizinischen Fachpersonals, die schwanger sind, dürfen dieses

Arzneimittel nicht handhaben und/oder verabreichen. Mitomycin Accord darf nicht in Kontakt

mit der Haut kommen. Bei Hautkontakt sollte wiederholt mit 8,4%iger

Natriumhydrogencarbonat-Lösung und anschließend mit Wasser und Seife gespült werden.

Handcremes und Emollenzien dürfen nicht verwendet werden, da sie das Eindringen des

Arzneimittels in die Epidermis begünstigen können.

Im Falle eines Kontakts mit den Augen muss das betroffene Auge mehrere Male mit isotonischer

Natriumchloridlösung gespült werden. Das Auge muss mehrere Tage lang auf eine Schädigung

der Hornhaut beobachtet werden. Sofern erforderlich, ist eine geeignete Behandlung einzuleiten.

Das rekonstituierte Arzneimittel ist eine klare, blauviolette Lösung, frei von sichtbaren Partikeln.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Accord Healthcare B.V.

Winthontlaan 200

3526 KV Utrecht

Niederlande

8.

ZULASSUNGSNUMMER

97615.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG

27. März 2018

10.

STAND DER INFORMATION

01/2019

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Dokumentverlauf anzeigen

Teilen Sie diese Informationen