Mipyrin Tablette

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Acetylsalicylsäure (Ph.Eur.), Coffein, Paracetamol
Verfügbar ab:
CNP Pharma GmbH
ATC-Code:
N02BA51
INN (Internationale Bezeichnung):
Acetylsalicylic acid (Ph.Eur.), Caffeine, paracetamol
Darreichungsform:
Tablette
Zusammensetzung:
Acetylsalicylsäure (Ph.Eur.) 250.mg; Coffein 50.mg; Paracetamol 200.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
6154157.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Mipyrin®

250 mg Acetylsalicylsäure, 200 mg Paracetamol, 50 mg Coffein

Tabletten

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme

dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau wie in dieser Packungsbeilage beschrieben bzw.

genau nach Anweisung Ihres Arztes oder Apothekers ein.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Fragen Sie Ihren Apotheker, wenn Sie weitere Informationen oder einen Rat benötigen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch

für

Nebenwirkungen,

nicht

dieser

Packungsbeilage

angegeben

sind.

Siehe

Abschnitt 4.

Wenn Sie sich nach 3 - 4 Tagen nicht besser oder gar schlechter fühlen, wenden Sie sich an

Ihren Arzt.

Was in dieser Packungsbeilage steht:

Was ist Mipyrin® und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Mipyrin® beachten?

Wie ist Mipyrin® einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Mipyrin® aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Mipyrin® und wofür wird es angewendet?

Acetylsalicylsäure und Paracetamol sind Wirkstoffe aus der Gruppe der Analgetika-Antipyretika

(Schmerzhemmer/Fiebersenker).

Mipyrin® wird angewendet bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren bei akuten leichten

bis mäßig starken Schmerzen.

Bitte beachten Sie die Angaben für Kinder und Jugendliche (siehe Abschnitt 2. „Mipyrin® darf

nicht eingenommen werden“ und „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).

Wenn Sie sich nach 3 - 4 Tagen nicht besser oder gar schlechter fühlen, wenden Sie sich an Ihren

Arzt.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Mipyrin® beachten?

Mipyrin® darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Acetylsalicylsäure, Paracetamol, Coffein, Weizen oder einen der in

Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind

wenn Sie in der Vergangenheit gegen Salicylate oder andere nichtsteroidale Entzündungshem-

mer (bestimmte Mittel gegen Schmerzen, Fieber oder Entzündungen) mit Asthmaanfällen oder

in anderer Weise überempfindlich reagiert haben

bei Magen-Darm-Blutung oder -Durchbruch (Perforation) in der Vorgeschichte im Zusammen-

hang mit einer vorherigen Therapie mit nichtsteroidalen Antirheumatika/Antiphlogistika (NSAR)

bei bestehenden oder in der Vergangenheit wiederholt aufgetretenen Magen- und Zwölffinger-

darm-Geschwüren (peptische Ulzera) oder Blutungen mit mindestens zwei unterschiedlichen

Episoden nachgewiesener Geschwüre oder Blutung

bei krankhaft erhöhter Blutungsneigung

bei Leber- und Nierenversagen

bei schwerer Beeinträchtigung der Leberfunktion

bei schwerer Herzmuskelschwäche (schwere Herzinsuffizienz)

wenn Sie gleichzeitig 15 mg oder mehr Methotrexat pro Woche einnehmen

in den letzten 3 Monaten der Schwangerschaft

von Kindern unter 12 Jahren

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Mipyrin® einnehmen.

Eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung ist erforderlich:

bei Überempfindlichkeit gegen andere Entzündungshemmer/Antirheumatika (bestimmte Mittel

gegen Rheuma oder Entzündungen) oder andere Allergie-auslösende Stoffe.

bei Bestehen von Allergien (z. B. mit Hautreaktionen, Juckreiz, Nesselfieber) oder Asthma,

Heuschnupfen,

Nasenschleimhautschwellungen

(Nasenpolypen),

chronischen

Atemwegser-

krankungen

bei eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion

bei Bluthochdruck und Herzleistungsschwäche (Herzinsuffizienz)

vor Operationen (auch bei kleineren Eingriffen, wie z. B. der Ziehung eines Zahnes); es kann

zur verstärkten Blutungsneigung kommen. Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Zahnarzt, wenn

Sie Mipyrin® eingenommen haben.

bei chronischer Alkoholkrankheit

bei einem so genannten Gilbert-Syndrom (Meulengracht-Krankheit)

bei Schilddrüsenüberfunktion

bei Herzrhythmusstörungen

bei Angststörungen.

Um das Risiko einer Überdosierung zu verhindern, sollte sichergestellt werden, dass andere Arz-

neimittel, die gleichzeitig angewendet werden, kein Paracetamol enthalten.

Mipyrin® nicht ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat längere Zeit oder in höheren Dosen an-

wenden.

Wirkungen auf den Magen-Darm-Trakt

Eine gleichzeitige Anwendung von Acetylsalicylsäure mit anderen nichtsteroidalen Entzündungs-

hemmern, einschließlich so genannter COX-Hemmer (Cyclooxygenase-2-Hemmer), die u. a. ge-

gen rheumatische Beschwerden eingesetzt werden, ist zu vermeiden.

Bei älteren Patienten treten Nebenwirkungen nach Anwendung von nichtsteroidalen Entzün-

dungshemmern vermehrt auf, insbesondere Blutungen im Magen- und Darmbereich, die lebens-

bedrohlich sein können.

Von Blutungen, Geschwürbildung und Durchbrüchen (Perforationen) im Magen-Darm-Bereich, die

zum Tode führen können, wurde im Zusammenhang mit der Einnahme aller nichtsteroidalen Ent-

zündungshemmer berichtet. Sie traten mit oder ohne vorherige Warnsymptome bzw. schwerwie-

gende Ereignisse im Magen-Darm-Trakt in der Vorgeschichte zu jedem Zeitpunkt der Therapie

auf.

Das Risiko hierfür ist mit steigender NSAR-Dosis, bei Patienten mit Geschwüren in der Vorge-

schichte, insbesondere mit den Komplikationen Blutung oder Durchbruch und bei älteren Patien-

ten erhöht. Diese Patienten sollten die Behandlung mit der niedrigsten verfügbaren Dosis begin-

nen. Hier sollte eine Kombinationstherapie mit magenschleimhautschützenden Arzneimitteln (z. B.

Misoprostol oder Protonenpumpenhemmer) in Betracht gezogen werden. Dies empfiehlt sich auch

für Patienten, die andere Arzneimittel einnehmen, die das Risiko einer Erkrankung des Magen-

Darm-Trakts erhöhen (siehe Abschnitt 2. „Einnahme von Mipyrin® zusammen mit anderen Arz-

neimitteln“).

Patienten, insbesondere in höherem Alter, die eine Vorgeschichte von Nebenwirkungen am Ma-

gen-Darm-Trakt aufweisen, sollten jedes ungewöhnliche Symptom im Bauchraum insbesondere

am Anfang der Therapie melden.

Vorsicht ist geboten bei Patienten, die gleichzeitig Arzneimittel einnehmen, die das Risiko für die

Bildung von Geschwüren oder Blutungen erhöhen, z. B. Kortikoide, blutgerinnungshemmende

Medikamente wie Warfarin und selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, die u.a. zur Be-

handlung von depressiven Verstimmungen verordnet werden, oder Thrombozytenaggregations-

hemmer (siehe Abschnitt 2. „Einnahme von Mipyrin® mit anderen Arzneimitteln“).

Die Behandlung ist abzubrechen, wenn Blutungen oder Geschwürbildung im Magen-Darm-Trakt

auftreten.

Sonstige Hinweise

Nebenwirkungen können reduziert werden, indem die niedrigste wirksame Dosis über den kür-

zesten, für die Symptomkontrolle erforderlichen Zeitraum angewendet wird.

Bei dauerhafter Einnahme von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die zu erneuter

Einnahme führen und damit wiederum eine Fortdauer der Kopfschmerzen bewirken können.

Die gewohnheitsmäßige Einnahme von Schmerzmitteln kann zur dauerhaften Nierenschädigung

mit dem Risiko eines Nierenversagens (Analgetika-Nephropathie) führen. Dieses Risiko ist beson-

ders groß, wenn Sie mehrere verschiedene Schmerzmittel kombiniert einnehmen.

Acetylsalicylsäure vermindert in niedriger Dosierung die Harnsäureausscheidung. Bei Patienten,

die bereits zu geringerer Harnsäureausscheidung neigen, kann dies unter Umständen einen

Gichtanfall auslösen.

Bei abruptem Absetzen nach längerem hoch dosierten, nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch

von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen sowie Müdigkeit, Muskelschmerzen, Nervosität und

vegetative Symptome auftreten. Die Absetzsymptomatik klingt innerhalb weniger Tage ab. Bis

dahin soll die Wiedereinnahme von Schmerzmitteln unterbleiben und die erneute Einnahme soll

nicht ohne ärztlichen Rat erfolgen.

Kinder und Jugendliche

Mipyrin® soll bei Jugendlichen ab 12 Jahren mit fieberhaften Erkrankungen nur auf ärztliche An-

weisung und nur dann angewendet werden, wenn andere Maßnahmen nicht wirken. Sollte es bei

diesen Erkrankungen zu lang anhaltendem Erbrechen kommen, so kann dies ein Zeichen des

Reye-Syndroms, einer sehr seltenen, aber lebensbedrohlichen Krankheit sein, die unbedingt so-

fortiger ärztlicher Behandlung bedarf.

Einnahme von Mipyrin® zusammen mit anderen Arzneimitteln

Bitte

informieren

Ihren

Arzt

oder

Apotheker,

wenn

andere

Arzneimittel

einneh-

men/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichti-

gen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Die Wirkung der nachfolgend genannten Arzneistoffe bzw. Präparategruppen kann bei gleichzeiti-

ger Behandlung mit Mipyrin® beeinflusst werden.

Acetylsalicylsäure

verstärkt die Wirkung von (dadurch kann das Nebenwirkungsrisiko erhöht

sein):

blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln z. B. Cumarin, Warfarin, Heparin

Thrombozytenaggregationshemmern (Mittel, die das Zusammenhaften und Verklumpen von

Blutplättchen hemmen) z. B. Ticlopidin, Clopidogrel und selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-

Hemmern (Arzneimittel zur Behandlung depressiver Verstimmungen): Diese erhöhen das Ri-

siko für Blutungen und die Bildung von Geschwüren im Magen-Darm-Trakt.

Glukokortikoiden (Arzneimittel, die Kortison oder kortisonähnliche Substanzen enthalten) oder

anderen

nichtsteroidalen

Antiphlogistika/Analgetika

(entzündungs-

schmerzhemmende

Mittel): Diese erhöhen das Risiko für Magen-Darm-Geschwüre und –Blutungen.

Digoxin (Mittel zur Stärkung der Herzkraft)

Antidiabetika (blutzuckersenkende Arzneimitteln): Der Blutzuckerspiegel kann sinken.

Methotrexat (Mittel zur Behandlung von Krebserkrankungen bzw. von bestimmten rheumati-

schen Erkrankungen)

Valproinsäure (Mittel zur Behandlung von Krampfanfällen)

Acetylsalicylsäure

vermindert die Wirkung von:

Diuretika (Mittel zur vermehrten Harnausscheidung) bei Dosierungen ab 3 g Acetylsalicylsäure

pro Tag

ACE-Hemmern (bestimmte blutdrucksenkende Mittel) bei Dosierungen ab 3 g Acetylsalicyl-

säure pro Tag

harnsäureausscheidenden Gichtmitteln (z. B. Probenecid, Benzbromaron)

Paracetamol

Wechselwirkungen sind möglich mit:

Arzneimitteln gegen Gicht wie Probenecid: Bei gleichzeitiger Einnahme von Probenecid sollte

die Dosis von Mipyrin® verringert werden, da der Abbau von Paracetamol verlangsamt sein

kann.

Schlafmitteln wie Phenobarbital,

Mitteln gegen Epilepsie wie Phenytoin, Carbamazepin,

Mitteln gegen Tuberkulose (Rifampicin),

anderen möglicherweise die Leber schädigenden Arzneimitteln: Unter Umständen kann es bei

gleichzeitiger Einnahme mit Mipyrin® zu Leberschäden kommen.

Mitteln gegen Übelkeit (Metoclopramid und Domperidon): Diese können eine Beschleunigung

der Aufnahme und des Wirkungseintritts von Mipyrin® bewirken.

Arzneimitteln, die die Magenentleerung verlangsamen: Diese können zu einem verzögerten

Wirkungseintritt führen.

Mitteln zur Senkung erhöhter Blutfettwerte (Cholestyramin): Diese können die Aufnahme und

damit die Wirksamkeit von Mipyrin® verringern.

Arzneimitteln

HIV-Infektionen

(Zidovudin):

Neigung

Verminderung

weißer

Blutkörperchen (Neutropenie) wird verstärkt. Mipyrin® soll daher nur nach ärztlichem Anraten

gleichzeitig mit Zidovudin angewendet werden.

Auswirkungen der Einnahme von Mipyrin® auf Laboruntersuchungen:

Die Harnsäurebestimmung sowie die Blutzuckerbestimmung können beeinflusst werden.

Coffein

vermindert

schlafanregende

Wirkung

Substanzen,

Barbituraten

(bestimmte

Schlafmittel), Antihistaminika (bestimmte Arzneimittel gegen Allergien) etc.

erhöht

herzfrequenzsteigernde

Wirkung

Substanzen

Sympathomimetika

(be-

stimmte Kreislaufmittel), Thyroxin (bestimmtes Schilddrüsenmittel) etc.

kann die schmerzstillende Wirkung von Paracetamol und einigen nichtsteroidalen Antiphlogis-

tika (bestimmte Schmerzmittel) steigern

setzt

Ausscheidung

Theophyllin

(bestimmtes

Arzneimittel

Behandlung

Lungenerkrankungen) herab

erhöht das Abhängigkeitspotential von Substanzen vom Typ des Ephedrin

Orale Kontrazeptiva (Verhütungsmittel), Cimetidin (bestimmtes Arzneimittel zur Behandlung

von Magengeschwüren) und Disulfiram (bestimmtes Alkoholentwöhnungsmittel) vermindern

den Coffein-Abbau in der Leber, Barbiturate (bestimmte Schlafmittel) und Rauchen beschleuni-

gen ihn.

Gyrasehemmer des Chinoloncarbonsäure-Typs (bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von

Infektionen) können die Ausscheidung von Coffein und seinem Abbauprodukt Paraxanthin ver-

zögern.

Einnahme von Mipyrin® zusammen mit Alkohol

Während der Anwendung von Mipyrin® sollten Sie möglichst keinen Alkohol trinken, da Alkohol-

konsum das Risiko des Auftretens von Magen- und Darmgeschwüren erhöhen kann.

Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebärfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beab-

sichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder

Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Wird während einer Anwendung von Mipyrin® eine Schwangerschaft festgestellt, so sollten Sie

Arzt

benachrichtigen.

Falls

erforderlich,

kann

Mipyrin®

ersten

zweiten

Schwangerschaftsdrittel nur

nach Rücksprache mit Ihrem Arzt angewendet werden. Sie sollten die

geringstmögliche Dosis anwenden, mit der Ihre Schmerzen und/oder Ihr Fieber gelindert werden,

und Sie sollten das Arzneimittel für den kürzest möglichen Zeitraum anwenden. Wenden Sie sich

an Ihren Arzt, falls die Schmerzen und/oder das Fieber nicht gelindert werden oder Sie das

Arzneimittel häufiger einnehmen müssen. In den letzten drei Monaten der Schwangerschaft dürfen

Mipyrin®

wegen

eines erhöhten Risikos von Komplikationen für Mutter und Kind nicht

anwenden.

Stillzeit

Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Coffein, die Wirkstoffe von Mipyrin®, gehen in die Mutter-

milch über. Da nachteilige Folgen für den Säugling bisher nicht bekannt geworden sind, wird bei

kurzfristiger Anwendung der empfohlenen Dosis eine Unterbrechung des Stillens in der Regel

nicht erforderlich sein. Das Befinden und Verhalten des Säuglings kann durch mit der Muttermilch

aufgenommenes Coffein beeinträchtigt werden. Bei längerer Anwendung bzw. Einnahme höherer

Dosen sollten Sie abstillen.

Zeugungs-/Gebärfähigkeit

Acetylsalicylsäure, einer der Wirkstoffe von Mipyrin®, gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln

(nichtsteroidale Antirheumatika), die die Fruchtbarkeit von Frauen beeinträchtigen können. Diese

Wirkung ist nach Absetzen des Arzneimittels reversibel (umkehrbar).

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich. In Abschnitt 4 („Welche Nebenwir-

kungen sind möglich?“) gelistete Nebenwirkungen könnten das Reaktionsvermögen jedoch beein-

flussen.

Mipyrin® enthält Weizenstärke

Dieses Arzneimittel enthält nur sehr geringe Mengen Gluten (aus Weizenstärke) und wenn Sie an

Zöliakie leiden ist es sehr unwahrscheinlich, dass es Probleme verursacht. Eine Tablette enthält

nicht mehr als 4,8 Mikrogramm Gluten. Wenn Sie eine Weizenallergie haben (nicht gleichzusetzen

mit Zöliakie) dürfen Sie dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

3.

Wie ist Mipyrin® einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau wie in dieser Packungsbeilage beschrieben bzw.

genau nach der mit Ihrem Arzt oder Apotheker getroffenen Absprache ein. Fragen Sie bei Ihrem

Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:

Alter

Einzeldosis

Tagesgesamtdosis

Erwachsene und Jugendliche

ab 12 Jahren

1 - 2 Tabletten

(entsprechend 250 –

500 mg Acetylsalicylsäure,

200 - 400 mg Paracetamol

und 50 - 100 mg Coffein)

bis zu 6 Tabletten

(entsprechend 1500 mg Acetylsa-

licylsäure, 1200 mg Paracetamol

und 300 mg Coffein)

Die Einzeldosis kann, falls erforderlich, in Abständen von 4 - 8 Stunden bis zu 3-mal täglich einge-

nommen werden.

Art der Anwendung

Nehmen Sie die Tabletten entweder in etwas Flüssigkeit gelöst oder unzerkaut mit reichlich Flüs-

sigkeit (z. B. einem Glas Wasser) ein. Nicht auf nüchternen Magen einnehmen.

Dauer der Anwendung

Mipyrin® soll ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat nicht länger als 3 - 4 Tage oder in höheren

Dosen angewendet werden.

Wenn sich Ihre Symptome verschlimmern, neue Symptome hinzutreten oder nach 3 Tagen keine

Besserung eintritt, oder bei hohem Fieber müssen

Sie einen Arzt aufsuchen!

Besondere Patientengruppen

Leberfunktionsstörungen und leichte Einschränkungen der Nierenfunktion

Bei Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen sowie Gilbert-Syndrom muss die Dosis

vermindert bzw. das Einnahmeintervall verlängert werden.

Schwere Niereninsuffizienz

Bei schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 10 ml/min) muss ein Dosisintervall von

mindestens 8 Stunden eingehalten werden.

Ältere Patienten

Es ist keine spezielle Dosisanpassung erforderlich.

Wenn Sie eine größere Menge von Mipyrin® eingenommen haben, als Sie sollten

Schwindel und Ohrklingen können, insbesondere bei Kindern und älteren Patienten, Zeichen einer

ernsthaften Vergiftung mit Acetylsalicylsäure sein.

In der Regel treten Nebenwirkungen einer Überdosierung mit Paracetamol erst bei Überschreiten

einer maximalen Tagesgesamtdosis von 4 g (entsprechend 4.000 mg) Paracetamol bei Erwach-

senen und Jugendlichen über 12 Jahren auf. Dabei können innerhalb von 24 Stunden Beschwer-

den wie Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Blässe und Bauchschmerzen auftreten. Es kann

darüber hinaus zu schweren Leberschäden kommen.

Bei einer Überdosierung mit Coffein können zentralnervöse Symptome (z. B. Unruhe, Erregung,

Zittern) und Herz-Kreislauf-Reaktionen (z. B. Herzrasen, Schmerzen in der Herzgegend) verur-

sacht werden.

Wenn der Verdacht besteht, dass eine größere Menge Mipyrin® eingenommen wurde als emp-

fohlen, benachrichtigen Sie bitte sofort Ihren Arzt. Dieser kann entsprechend der Schwere einer

Überdosierung/Vergiftung über die gegebenenfalls erforderlichen Maßnahmen entscheiden.

Wenn Sie die Einnahme von Mipyrin® vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei

jedem auftreten müssen.

Die Aufzählung der folgenden unerwünschten Wirkungen umfasst alle bekannt gewordenen Ne-

benwirkungen unter der Behandlung mit Acetylsalicylsäure, Paracetamol sowie mit Coffein, auch

solche unter hoch dosierter Langzeittherapie.

Sollten folgende schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten, so müssen Sie Mipyrin® ab-

setzen und sofort den Arzt informieren:

Die folgenden schwerwiegenden Nebenwirkungen treten selten auf (bei 1 bis 10 Behandelten von

10.000)

stärkere Schmerzen im Oberbauch, Bluterbrechen, Blut im Stuhl oder eine Schwarzfärbung des

Stuhls

Andere mögliche Nebenwirkungen:

Die folgenden Nebenwirkungen treten häufig auf (bei 1 bis 10 Behandelten von 100)

Magen-Darm-Beschwerden wie z. B. Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen

Die folgenden Nebenwirkungen treten gelegentlich auf (bei 1 bis 10 Behandelten von 1.000)

Überempfindlichkeitsreaktionen wie z. B. Hautreaktionen (einfacher Hautausschlag bis hin zu

Nesselausschlag)

Die folgenden Nebenwirkungen treten selten auf (bei 1 bis 10 Behandelten von 10.000)

Überempfindlichkeitsreaktionen wie z. B. Anfälle von Atemnot, eventuell mit Blutdruckabfall,

allergischer Schock, Schwellungen von Gesicht, Zunge und Kehlkopf (Quincke-Ödem) vor al-

lem bei Asthmatikern

Schwerwiegende Blutungen, wie z. B. Gehirnblutungen, besonders bei Patienten mit nicht

eingestelltem Bluthochdruck und/oder gleichzeitiger Behandlung mit blutgerinnungshemmen-

den Arzneimitteln (Antikoagulantien) sind berichtet worden, die in Einzelfällen lebensbedrohlich

sein können.

Magen-Darm-Blutungen, die sehr selten zu einer Eisenmangelanämie führen können. Magen-

Darm-Geschwüre, unter Umständen mit Blutung und Durchbruch. Diese Nebenwirkungen tre-

ten insbesondere bei älteren Patienten auf.

Erhöhungen der Leberwerte (z. B. Serumtransaminasen) wurden beobachtet.

Die folgenden Nebenwirkungen treten sehr selten auf (bei weniger als 1 Behandelten von 10.000)

Veränderungen

Blutbildes

Verminderung

Anzahl

Blutplättchen

(Thrombozytopenie) oder weißen Blutkörperchen (Agranulozytose)

schwere Hautreaktionen wie Hautausschlag mit Rötung und Blasenbildung (z. B. Erythema

exsudativum multiforme)

Blutzuckerabfall (Hypoglykämie)

Leberfunktionsstörungen

Nierenfunktionsstörung

Die Häufigkeit folgender Nebenwirkungen ist nicht bekannt (auf Grundlage der verfügbaren Da-

ten nicht abschätzbar)

Blutungen, wie z. B. Nasenbluten, Zahnfleischbluten oder Hautblutungen mit einer möglichen

Verlängerung der Blutungszeit. Diese Wirkung kann über 4 bis 8 Tage nach der Einnahme an-

halten.

Schlaflosigkeit, innere Unruhe, Sehstörungen

beschleunigte Herzfrequenz (Tachykardie)

Kopfschmerzen,

Schwindel,

gestörtes

Hörvermögen,

Ohrensausen

(Tinnitus)

geistige

Verwirrung können Anzeichen einer Überdosierung sein.

Weizenstärke kann Überempfindlichkeitsreaktionen hervorrufen.

Sollten Sie die oben genannten Nebenwirkungen bei sich beobachten, soll Mipyrin® nicht noch-

mals eingenommen werden.

Benachrichtigen Sie Ihren Arzt, damit er über den Schweregrad und gegebenenfalls erforderliche

weitere Maßnahmen entscheiden kann.

Meldung von Nebenwirkungen:

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte,

Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de

anzeigen.

Indem

Nebenwirkungen

melden,

können

dazu

beitragen,

dass

mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Mipyrin® aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Nicht über 25°C lagern.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Blisterpackung und der Faltschachtel nach „Ver-

wendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf

den letzten Tag des Monats.

Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser (z.B. nicht über die Toilette oder das

Waschbecken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es

nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei. Weitere Informationen finden

Sie unter www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Mipyrin® enthält:

Die Wirkstoffe sind Acetylsalicylsäure, Paracetamol, Coffein.

1 Tablette enthält 250 mg Acetylsalicylsäure, 200 mg Paracetamol, 50 mg Coffein.

Die sonstigen Bestandteile sind Weizenstärke, Talkum, Maisstärke, Stearinsäure (Ph. Eur.).

Wie Mipyrin® aussieht und Inhalt der Packung:

Weiße, flache Tabletten.

Mipyrin® ist in Packungen mit 10 und 20 Tabletten erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller:

Pharmazeutischer Unternehmer:

CNP Pharma GmbH

Marienplatz 10-12

94081 Fürstenzell

Tel.: 08502/9184-200

Fax.: 08502/9184-491

Hersteller:

MIP Pharma GmbH

Kirkeler Str. 41

66440 Blieskastel

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im November 2019.

Fachinformation

(Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels)

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Mipyrin®

250 mg Acetylsalicylsäure, 200 mg Paracetamol, 50 mg Coffein

Tabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 Tablette enthält 250

mg Acetylsalicylsäure, 200

mg Paracetamol, 50

mg Coffein.

Sonstige Bestandteile: Enthält Weizenstärke.

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Tabletten

Weiße, flache Tabletten

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren bei akuten leichten bis mäßig starken Schmerzen.

Bitte beachten Sie die Angaben für Kinder und Jugendliche (siehe Abschnitt 4.3 und 4.4).

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Falls nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:

Alter

Einzeldosis

Tagesgesamtdosis

Erwachsene und

Jugendliche ab

12 Jahren

1 - 2 Tabletten

(entsprechend 250 - 500 mg

Acetylsalicylsäure, 200 - 400 mg

Paracetamol und 50 - 100 mg Coffein)

bis zu 6 Tabletten

(entsprechend 1500 mg

Acetylsalicylsäure, 1200 mg

Paracetamol und 300 mg Coffein)

Die Einzeldosis kann, falls erforderlich, in Abständen von etwa 4 - 8 Stunden bis zu 3mal täglich

eingenommen werden.

Art und Dauer der Anwendung

Die Tabletten sind in etwas Flüssigkeit gelöst oder unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit einzuneh-

men. Nicht auf nüchternen Magen einnehmen.

Schmerzmittel sollen ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat nicht länger als 3 - 4 Tage und nicht

in höherer Dosierung angewendet werden.

Besondere Patientengruppen

Leberinsuffizienz und leichte Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen sowie Gilbert-Syndrom muss die Dosis

vermindert bzw. das Einnahme-Intervall verlängert werden.

Schwere Niereninsuffizienz

Bei schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 10 ml/min) muss ein Dosisintervall von

mindestens 8 Stunden eingehalten werden.

Ältere Patienten

Es ist keine spezielle Dosisanpassung erforderlich.

4.3

Gegenanzeigen

Mipyrin® darf nicht angewendet werden

bei Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe, Weizenstärke oder einen der in Abschnitt 6.1 ge-

nannten sonstigen Bestandteile

wenn in der Vergangenheit gegen Salicylate oder andere nichtsteroidale Entzündungshemmer

mit Asthmaanfällen oder in anderer Weise allergisch reagiert wurde

bei gastrointestinalen Blutungen oder Perforation (Magen- oder Darmdurchbruch) in der Vorge-

schichte, die durch eine vorherige Therapie mit NSAR bedingt waren

aktiven

oder

Vorgeschichte

bekannten

Magen-

Zwölffingerdarmgeschwü-

ren/Hämorrhagien mit mindestens zwei unverkennbaren Episoden von erwiesener Ulzeration

oder Blutungen

bei krankhaft erhöhter Blutungsneigung

bei Leber- und Nierenversagen

bei schwerer hepatozellulärer Insuffizienz (Child-Pugh > 9)

bei schwerer Herzinsuffizienz

in Kombination mit Methotrexat 15 mg oder mehr pro Woche

während des dritten Trimesters der Schwangerschaft (siehe Abschnitt 4.6)

bei Kindern unter 12 Jahren.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung ist erforderlich bei Patienten mit:

Überempfindlichkeit gegen andere Entzündungshemmer/Antirheumatika oder andere allergene

Stoffe

Allergien

Hautreaktionen,

Juckreiz,

Nesselfieber)

oder

Asthma,

Heuschnupfen,

Nasenschleimhautschwellungen (Nasenpolypen), chronischen Atemwegserkrankungen

eingeschränkter

Leber-

Nierenfunktion:

hepatozelluläre

Insuffizienz

(Child-Pugh

<

schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 10 ml/min (siehe Abschnitt 4.2))

Bluthochdruck und/oder Herzinsuffizienz in der Anamnese: vor Behandlungsbeginn ist der Arzt

bzw. der Apotheker zu befragen. Im Zusammenhang mit einer NSAR-Behandlung wurde über

Flüssigkeitseinlagerung und Ödeme berichtet.

anstehenden Operationen (auch bei kleineren Eingriffen wie z. B. Zahnextraktionen): Es kann

zu verstärkter Blutungsneigung kommen.

chronischem Alkoholmissbrauch

Gilbert-Syndrom (Meulengracht-Krankheit)

Hyperthyreose (Gefahr der Coffein-Nebenwirkungen)

Arrhythmien (Gefahr der Verstärkung von Tachykardien und Extrasystolen)

Angstsyndromen (Gefahr der Verstärkung)

Um das Risiko einer Überdosierung zu vermeiden, sollte sichergestellt werden, dass gleichzeitig

eingenommene Medikamente kein Paracetamol enthalten.

Allgemein sollen Paracetamol-haltige Arzneimittel ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat nur we-

nige Tage und nicht in erhöhter Dosis angewendet werden.

Gastrointestinale Wirkungen

Die gleichzeitige Gabe von Acetylsalicylsäure und anderen NSAR einschließlich COX-2-selektiven

Inhibitoren sollte vermieden werden.

Während der Behandlung mit allen NSAR sind schwerwiegende gastrointestinale Blutungen, Ge-

schwüre oder Perforationen, auch mit letalem Ausgang, zu jedem Zeitpunkt der Therapie mit oder

ohne Warnsignale oder früheren schwerwiegenden gastrointestinalen Nebenwirkungen, berichtet

worden.

Bei älteren Menschen kommt es unter NSAR-Therapie häufiger zu unerwünschten Wirkungen,

insbesondere Blutungen und Perforationen im Gastrointestinaltrakt, die lebensbedrohlich sein

können.

Patienten mit einer Anamnese gastrointestinaler Toxizität, insbesondere in höherem Alter, sollen

jedes ungewöhnliche Symptom im Magen-Darm-Bereich (vor allem gastrointestinale Blutungen)

melden, insbesondere zu Beginn einer Therapie.

Vorsicht ist bei Patienten geboten, die gleichzeitig mit Arzneimitteln behandelt werden, die das Ri-

siko für Ulzera oder Blutungen erhöhen können, wie z. B. orale Kortikoide, Antikoagulantien (wie

z. B. Warfarin), selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Inhibitoren oder Thrombozyten-Aggregati-

onshemmer (wie z. B. Acetylsalicylsäure in geringen Dosen zur Behandung kardiovaskulärer Er-

krankungen).

Beim Auftreten von gastrointestinalen Blutungen oder Ulzera soll die Behandlung mit Acetylsa-

licylsäure abgebrochen werden.

Das Risiko einer gastrointestinalen Blutung, Ulzeration und Perforation erhöht sich mit ansteigen-

der Dosis der NSAR, für Patienten mit Ulzera in der Anamnese, insbesondere in Verbindung mit

den Komplikationen Blutung oder Perforation (siehe Abschnitt 4.3) und für ältere Patienten. Diese

Patientengruppen sollten einleitend mit der niedrigsten möglichen Dosis behandelt werden. Eine

Behandlung mit NSAR in Kombination mit protektiven Arzneimitteln (z. B. Misoprostol oder Proto-

nenpumpen-Hemmer) sollte in diesen Fällen in Erwägung gezogen werden. Dies gilt auch für Pa-

tienten, die gleichzeitig andere Arzneimittel einnehmen, die das Risiko gastrointestinaler Neben-

wirkungen erhöhen (siehe Abschnitt 4.5).

Sonstige Hinweise

Bei dauerhafter Einnahme von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die zu erneuter

Einnahme führen und damit wiederum eine Fortdauer der Kopfschmerzen bewirken können.

Die gewohnheitsmäßige Einnahme von Schmerzmitteln kann zur dauerhaften Nierenschädigung

mit dem Risiko eines Nierenversagens (Analgetika-Nephropathie) führen. Dieses Risiko ist beson-

ders groß, wenn mehrere verschiedene Schmerzmittel kombiniert eingenommen werden.

Bei abruptem Absetzen nach längerem hoch dosiertem, nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch

von Analgetika können Kopfschmerzen sowie Müdigkeit, Muskelschmerzen, Nervosität und vege-

tative Symptome auftreten. Die Symptomatik klingt innerhalb weniger Tage nach Absetzen ab. Bis

dahin soll die Wiedereinnahme von Schmerzmitteln unterbleiben und die erneute Einnahme soll

nicht ohne ärztlichen Rat erfolgen.

Acetylsalicylsäure vermindert in niedriger Dosierung die Harnsäureausscheidung. Bei Patienten,

die bereits zu geringer Harnsäureausscheidung neigen, kann dies unter Umständen einen Gicht-

anfall auslösen.

Nebenwirkungen können reduziert werden, indem die niedrigste wirksame Dosis über den kür-

zesten, zur Symptomkontrolle erforderlichen Zeitraum angewendet wird (siehe Abschnitt 4.2).

Bei Anwendung von NSAR’s können durch gleichzeitigen Genuss von Alkohol wirkstoffbedingte

Nebenwirkungen, insbesondere solche, die den Gastrointestinaltrakt oder das zentrale Nerven-

system betreffen, verstärkt werden.

Bei hohem Fieber, Anzeichen einer Sekundärinfektion oder Anhalten der Symptome über mehr als

drei Tage, muss der Arzt konsultiert werden.

Kinder und Jugendliche

Über die Anwendung der fixen Kombination bei Kindern und Jugendlichen liegen keine ausrei-

chenden Erkenntnisse vor. Darüber hinaus soll wegen des Anteils an Acetylsalicylsäure die fixe

Kombination bei Jugendlichen ab 12 Jahren mit fieberhaften Erkrankungen nur auf ärztliche

Anweisung und nur dann angewendet werden, wenn andere Maßnahmen nicht wirken. Sollte es

bei diesen Erkrankungen zu lang anhaltendem Erbrechen kommen, so kann dies ein Zeichen des

sehr seltenen, aber lebensbedrohlichen Reye-Syndroms sein.

Weizenstärke kann geringe Mengen Gluten enthalten, die aber auch für Patienten, die an Zöliakie

leiden, als verträglich gelten. Eine Tablette enthält nicht mehr als 4,8 Mikrogramm Gluten.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Acetylsalicylsäure

Verstärkung der Wirkung bis hin zu erhöhtem Nebenwirkungsrisiko:

Antikoagulantien (z. B. Warfarin, Heparin): erhöhtes Blutungsrisiko (Kontrolle der Blutgerin-

nung)

Thrombozytenaggregationshemmer

Ticlopidin,

Clopidogrel)

oder

nichtsteroidale

Antiphlogistika/Analgetika, selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer und orale Glukokor-

tikoide oder gleichzeitiger Alkoholkonsum: Erhöhung des Risikos für gastrointestinale Ulzera

und Blutungen

Digoxin

Antidiabetika: Der Blutzuckerspiegel kann sinken

Methotrexat

Valproinsäure

Abschwächung der Wirkung:

Diuretika (in Dosierungen ab 3 g Acetylsalicylsäure pro Tag und mehr),

ACE-Hemmer (in Dosierungen ab 3 g Acetylsalicylsäure pro Tag und mehr)

Urikosurika (z. B. Probenecid, Benzbromaron)

Paracetamol

Die Einnahme von Probenecid hemmt die Bindung von Paracetamol an Glucuronsäure und

führt dadurch zu einer Reduzierung der Paracetamol-Clearance um ungefähr den Faktor 2. Bei

gleichzeitiger Einnahme von Probenecid sollte die Paracetamoldosis verringert werden.

Besondere

Vorsicht

gleichzeitigen

Einnahme

Arzneimitteln,

einer

Enzyminduktion führen, sowie bei potenziell hepatotoxischen Substanzen geboten (siehe Ab-

schnitt 4.9).

Bei gleichzeitiger Anwendung von Paracetamol und AZT (Zidovudin) wird die Neigung zur

Ausbildung einer Neutropenie verstärkt. Dieses Arzneimittel soll daher nur nach ärztlichem An-

raten gleichzeitig mit AZT angewendet werden.

Die gleichzeitige Einnahme von Mitteln, die zu einer Beschleunigung der Magenentleerung füh-

ren, wie z. B. Metoclopramid, bewirkt eine Beschleunigung der Aufnahme und des Wirkungs-

eintritts von Paracetamol.

Arzneimittel,

Magenentleerung

verlangsamen,

können

einem

verzögerten

Wirkungseintritt führen.

Colestyramin verringert die Aufnahme von Paracetamol.

Auswirkungen auf Laborwerte

Die Einnahme von Paracetamol kann die Harnsäurebestimmung mittels Phosphorwolframsäure

sowie die Blutzuckerbestimmung mittels Glucose-Oxydase-Peroxydase beeinflussen.

Coffein

wirkt antagonistisch gegenüber den sedativen Wirkungen von Substanzen wie Barbiturate,

Antihistaminika etc.

wirkt synergistisch gegenüber den tachykarden Wirkungen von Sympathomimetika, Thyroxin

etc.

kann die analgetische Potenz von Paracetamol und einigen nichtsteroidalen Antiphlogistika

steigern

setzt die Ausscheidung von Theophyllin herab

erhöht das Abhängigkeitspotential von Substanzen vom Typ des Ephedrin

Orale Kontrazeptiva, Cimetidin und Disulfiram vermindern den Coffein-Abbau in der Leber,

Barbiturate und Rauchen beschleunigen ihn.

Gyrasehemmer des Chinoloncarbonsäure-Typs können die Elimination von Coffein und seinem

Abbauprodukt Paraxanthin verzögern.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine Erfahrungen zur Sicherheit des Kombinationspräparates in der Schwangerschaft

vor, sondern nur Daten über die Anwendung der einzelnen Wirkstoffe.

Acetylsalicylsäure

Eine Hemmung der Prostaglandinsynthese kann die Schwangerschaft und/oder die embryo-

nale/fetale Entwicklung negativ beeinflussen. Daten aus epidemiologischen Studien weisen auf ein

erhöhtes Risiko für Fehlgeburten sowie kardiale Missbildungen und Gastroschisis nach der An-

wendung eines Prostaglandinsynthesehemmers in der Frühschwangerschaft hin. Es wird ange-

nommen, dass das Risiko mit der Dosis und der Dauer der Therapie steigt. Bei Tieren wurde

nachgewiesen, dass die Gabe eines Prostaglandinsynthesehemmers zu erhöhtem prä- und post-

implantärem Verlust und zu embryofetaler Letalität führt. Ferner wurden erhöhte Inzidenzen ver-

schiedener Missbildungen, einschließlich kardiovaskulärer Missbildungen, bei Tieren berichtet, die

während der Phase der Organogenese einen Prostaglandinsynthesehemmer erhielten.

Während des ersten und zweiten Schwangerschaftstrimesters sollte Acetylsalicylsäure nur gege-

ben werden, wenn dies unbedingt notwendig ist. Falls Acetylsalicylsäure von einer Frau angewen-

det wird, die versucht schwanger zu werden, oder wenn Acetylsalicylsäure während des ersten

und zweiten Trimesters der Schwangerschaft angewendet wird, sollte die Dosis so niedrig und die

Dauer der Anwendung so kurz wie möglich gehalten werden.

Während es dritten Schwangerschaftstrimesters können alle Prostaglandinsynthesehemmer:

den Fetus folgenden Risiken aussetzen:

kardiopulmonale

Toxizität

(mit

vorzeitigem

Verschluss

Ductus

arteriosus

pulmonaler Hypertonie);

Nierenfunktionsstörung, die zu Nierenversagen mit Oligohydramniose fortschreiten kann;

die Mutter und das Kind, am Ende der Schwangerschaft, folgenden Risiken aussetzen:

mögliche Verlängerung der Blutungszeit, ein thrombozyten-aggregationshemmender Ef-

fekt, der selbst bei sehr geringen Dosen auftreten kann;

Hemmung von Uteruskontraktionen, mit der Folge eines verspäteten oder verlängerten

Geburtsvorganges.

Daher ist Acetysalicylsäure während des dritten Schwangerschaftstrimesters kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3).

Paracetamol

Eine große Datenmenge zu Schwangeren weist weder auf eine Fehlbildungen verursachende

noch auf fetale/neonatale Toxizität hin. Epidemiologische Studien zur Neuroentwicklung von

Kindern, die im Uterus Paracetamol ausgesetzt waren, weisen keine eindeutigen Ergebnisse auf.

Falls klinisch erforderlich, kann Paracetamol während der Schwangerschaft angewendet werden.

Es sollte jedoch mit der geringsten wirksamen Dosis für den kürzest möglichen Zeitraum und mit

der geringstmöglichen Häufigkeit angewendet werden.

Coffein

Für Coffein ist bei therapeutisch relevanten Dosen oder auch Kaffeegenuss kein erhöhtes Risiko

in Bezug auf Schwangerschaftsverlauf und Entwicklung des Kindes beobachtet worden. Tierexpe-

rimentelle Studien haben für sehr hohe Dosen an Coffein eine Reproduktionstoxizität gezeigt

(siehe Abschnitt 5.3).

Stillzeit

Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Coffein, die Wirkstoffe von Mipyrin®, gehen in die Mutter-

milch über. Während der Stillzeit kann das Befinden und Verhalten des Säuglings durch mit der

Muttermilch aufgenommenes Coffein beeinträchtigt werden.

Nachteilige Folgen für den Säugling durch Paracetamol und Acetylsalicylsäure sind bisher nicht

bekannt geworden. Bei kurzfristiger Anwendung der empfohlenen Dosis wird eine Unterbrechung

des Stillens in der Regel nicht erforderlich sein. Bei längerer Anwendung bzw. Einnahme höherer

Dosen sollte dennoch abgestillt werden.

Fertilität

Es existiert eine gewisse Evidenz dafür, dass Arzneistoffe, die die Cyclooxygenase/Prostagladin-

synthese hemmen, die weibliche Fertilität über eine Wirkung auf die Ovulation beeinträchtigen

können. Dies ist nach Absetzen der Behandlung reversibel.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Ma-

schinen

Es sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich.

4.8

Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:

Sehr häufig (≥ 1/10)

Häufig (≥ 1/100, < 1/10)

Gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100)

Selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000)

Sehr selten (<1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Die Aufzählung der folgenden unerwünschten Wirkungen umfasst alle bekannt gewordenen Ne-

benwirkungen unter der Behandlung mit Acetylsalicylsäure, Paracetamol sowie mit Coffein, auch

solche unter hoch dosierter Langzeittherapie.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr selten:

Veränderungen des Blutbildes wie z. B. Thrombozytopenie, Agranulozytose

Häufigkeit nicht bekannt:

Blutungen, wie z. B. Nasenbluten, Zahnfleischbluten oder Hautblutungen mit einer möglichen

Verlängerung der Blutungszeit. Diese Wirkung kann über 4 bis 8 Tage nach der Einnahme anhal-

ten.

Selten bis sehr selten sind auch schwerwiegende Blutungen wie z. B. intracerebrale Blutungen,

besonders bei Patienten mit nicht eingestelltem Bluthochdruck und/oder gleichzeitiger Behandlung

mit Antikoagulantien berichtet worden, die in Einzelfällen lebensbedrohlich sein können.

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich:

Überempfindlichkeitsreaktionen wie z. B. Hautreaktionen (einfache Hautrötung bis hin zu Urtikaria)

Selten:

Überempfindlichkeitsreaktionen eventuell mit Blutdruckabfall, Anfällen von Atemnot (z. B. Bron-

chospasmus), anaphylaktischem Schock, Quincke-Ödeme vor allem bei Asthmatikern

Stoffwechsel- und Ernaehrungsstoerungen

Sehr selten:

Hypoglykämie

Erkrankungen des Nervensystems

Häufigkeit nicht bekannt:

Schlaflosigkeit, innere Unruhe, Sehstörungen

Kopfschmerzen, Schwindel, gestörtes Hörvermögen, Ohrensausen (Tinnitus) und mentale Verwir-

rung können Anzeichen einer Überdosierung sein.

Herzerkrankungen

Häufigkeit nicht bekannt:

Tachykardie

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig:

Magen-Darm-Beschwerden wie z. B. Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen.

Selten:

Magen-Darm-Blutungen, die sehr selten zu einer Eisenmangelanämie führen können. Magen-

Darmgeschwüre, unter Umständen mit Blutung und Perforation, insbesondere bei älteren Patien-

ten.

Bei abdominalen Schmerzen, Teerstuhl oder Hämatemesis wird der Patient aufgefordert, das Arz-

neimittel abzusetzen und sofort den Arzt zu informieren.

Leber- und Gallenerkrankungen

Selten:

Erhöhungen der Leberwerte (z. B. Transaminasen) wurden beobachtet.

Sehr selten:

Leberfunktionsstörungen

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr selten:

Schwere Hautreaktionen wie Hautausschlag mit Rötung und Blasenbildung (z. B. Erythema exsu-

dativum multiforme)

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Sehr selten:

Nierenfunktionsstörungen

Es liegen keine Erkenntnisse vor, dass bei bestimmungsgemäßem Gebrauch durch die fixe Kom-

bination Umfang und Art der Nebenwirkungen der Einzelsubstanzen verstärkt oder im Spektrum

erweitert werden.

Weizenstärke kann Überempfindlichkeitsreaktionen hervorrufen.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit.

Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arznei-

mittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Neben-

wirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-

Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Ein Intoxikationsrisiko besteht insbesondere bei älteren Menschen, kleinen Kindern, Personen mit

Lebererkrankungen, chronischem Alkoholmissbrauch, chronischer Fehlernährung und bei gleich-

zeitiger Einnahme von Arzneimitteln, die zu einer Enzyminduktion führen. In diesen Fällen kann

eine Überdosierung zum Tod führen.

Symptomatologie

Die Symptome einer Überdosierung von Mipyrin® setzen sich aus den Symptomen der Intoxikati-

onen mit den Einzelstoffen zusammen.

Acetylsalicylsäure

Mäßige Intoxikation:

Tinnitus, Hörstörungen, Kopfschmerzen, und Vertigo werden in allen Fällen von Überdosierung

festgestellt und können durch Reduzierung der Dosierung rückläufig sein.

Schwere Intoxikation:

Fieber, Hyperventilation, Ketose, respiratorische Alkalose, metabolische Azidose, Koma, kardi-

ovaskulärer Schock, Atemversagen, schwere Hypoglykämie.

Paracetamol

In der Regel treten Symptome innerhalb von 24 Stunden auf: Übelkeit, Erbrechen, Anorexie,

Blässe und Unterleibsschmerzen. Danach kann es zu einer Besserung des subjektiven Befindens

kommen, es bleiben jedoch leichte Leibschmerzen als Hinweis auf eine Leberschädigung.

Eine Überdosierung mit ca. 6 g oder mehr Paracetamol als Einzeldosis bei Erwachsenen oder mit

140 mg/kg Körpergewicht als Einzeldosis bei Kindern führt zu Leberzellnekrosen, die zu einer to-

talen irreversiblen Nekrose und später zu hepatozellulärer Insuffizienz, metabolischer Azidose und

Enzephalopathie führen können. Diese wiederum können zu Koma, auch mit tödlichem Ausgang,

führen. Gleichzeitig wurden erhöhte Konzentrationen der Lebertransaminasen (AST, ALT), Laktat-

dehydrogenase und des Bilirubins in Kombination mit einer erhöhten Prothrombinzeit beobachtet,

die 12 bis 48 Stunden nach der Anwendung auftreten können. Klinische Symptome der Leber-

schäden werden in der Regel nach 2 Tagen sichtbar und erreichen nach 4 bis 6 Tagen ein Maxi-

mum.

Auch wenn keine schweren Leberschäden vorliegen, kann es zu akutem Nierenversagen mit

akuter Tubulusnekrose kommen. Zu anderen, leberunabhängigen Symptomen, die nach einer

Überdosierung mit Paracetamol beobachtet wurden, zählen Myokardanomalien und Pankreatitis.

Coffein

Vergiftungssymptome können ab 1 g Coffein auftreten, wenn es in kurzer Zeit aufgenommen wird.

Es können zentralnervöse Symptome wie Krampfanfälle und Herz-Kreislauf-Reaktionen (Ta-

chykardie, Myokardschäden) auftreten.

Notfallbehandlung

Acetylsalicylsäure

Magenspülung und Verabreichung von Aktivkohle

Überwachung des Säure-Basen-Haushaltes

forcierte alkalische Diurese (Urin-pH-Wert 7,5 - 8) bei Plasmasalicylatkonzentration > 500 mg/l

(3,6 mmol/l) (Erwachsene) bzw. > 300 mg/l (2,2 mmol/l) (Kinder)

Hämodialyse bei schwerer Intoxikation

Überwachung der Serum-Elektrolyte, Ersatz von Flüssigkeitsverlusten

weitere symptomatische Behandlung

Paracetamol

Bereits bei Verdacht auf Intoxikation mit Paracetamol ist in den ersten 10 Stunden die intravenöse

Gabe von SH-Gruppen-Donatoren wie z. B. N-Acetyl-Cystein sinnvoll. N-Acetylcystein kann aber

auch nach 10 und bis zu 48 Stunden noch einen gewissen Schutz bieten. In diesem Fall erfolgt

eine längerfristige Einnahme. Durch Dialyse kann die Plasmakonzentration von Paracetamol ab-

gesenkt werden. Bestimmungen der Plasmakonzentration von Paracetamol sind empfehlenswert.

Coffein

Zentrale Symptome und Krampfanfälle können mit Benzodiazepinen behandelt werden; eine sup-

raventrikuläre Tachykardie kann mit ß-Rezeptor-Blockern, wie z. B. Propranolol, intravenös be-

herrscht werden.

Die weiteren Therapiemöglichkeiten zur Behandlung einer Intoxikation richten sich nach Ausmaß,

Stadium und klinischen Symptomen entsprechend den üblichen Maßnahmen in der Intensivmedi-

zin.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Analgetisches Kombinationspräparat

ATC-Code: N02BA51, N02BE51

Acetylsalicylsäure gehört zur Gruppe der säurebildenden nichtsteroidalen Antiphlogistika mit anal-

getischen, antipyretischen und antiphlogistischen Eigenschaften. Ihr Wirkungsmechanismus be-

ruht auf der irreversiblen Hemmung von Cyclo-Oxygenase-Enzymen, die an der Prostaglandin-

synthese beteiligt sind. Acetylsalicylsäure hemmt außerdem die Thrombozytenaggregation, da sie

die Synthese von Thromboxan A

in den Thrombozyten blockiert.

Paracetamol hat eine analgetische, antipyretische und sehr schwache antiphlogistische Wirkung.

Der Wirkungsmechanismus ist nicht eindeutig geklärt. Nachgewiesen ist eine ausgeprägte Hem-

mung der cerebralen Prostaglandinsynthese, während die periphere Prostaglandinsynthese nur

schwach gehemmt wird. Ferner inhibiert Paracetamol den Effekt endogener Pyrogene auf das hy-

pothalamische Temperaturregulationszentrum.

Coffein hebt beim Menschen kurzfristig Ermüdungserscheinungen auf und fördert die psychische

Leistungsbereitschaft und -fähigkeit. Coffein wirkt nach Gabe therapeutischer Dosen vorwiegend

als Antagonist an Adenosinrezeptoren. Dadurch wird die hemmende Wirkung von Adenosin auf

das ZNS vermindert.

Acetylsalicylsäure und Paracetamol besitzen verschiedene sich ergänzende Wirkungsmechanis-

men und eine in etwa gleiche Wirkdauer. In verschiedenen Tierversuchen ist eine additive Wir-

kung für Analgesie und bei Hyperthermie belegt. In einer humanpharmakologischen Untersuchung

konnte experimentell eine additive analgetische Wirkung bestimmt werden. Die relative analgeti-

sche Wirkungsstärke der Kombination von Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Coffein wird in

verschiedenen Studien zwischen 1,3 und 1,7 gegenüber der gleichen Menge ASS/Paracetamol (je

1) angegeben und führt zu einer entsprechenden Einsparung analgetischer Substanz. Die Zeit bis

zum Eintritt der analgetischen Wirkung des Paracetamols wird durch Coffein in verschiedenen

Studien um 19 - 45 % (Mittelwerte der Studien) verkürzt. Die Zeit bis zum Erreichen der maxima-

len analgetischen Wirkung der Acetylsalicylsäure wird durch Coffein im Verhältnis auf die Hälfte

gekürzt.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Acetylsalicylsäure

Nach oraler Verabreichung wird Acetylsalicylsäure schnell und vollständig aus dem Gastrointesti-

naltrakt resorbiert. Während und nach der Resorption wird Acetylsalicylsäure in ihren aktiven

Hauptmetaboliten Salicylsäure umgewandelt. Die maximalen Plasmaspiegel von Acetylsalicyl-

säure und Salicylsäure werden nach 10 - 20 Minuten beziehungsweise 0,3 - 2 Stunden erreicht.

Sowohl Acetylsalicylsäure als auch Salicylsäure werden weitgehend an Plasmaproteine gebunden

und schnell in alle Teile des Körpers verteilt. Salicylsäure tritt in die Muttermilch über und ist pla-

zentagängig. Salicylsäure wird vor allem durch Metabolisierung in der Leber eliminiert; die Meta-

boliten

sind

Salicylursäure,

Salicylphenolglucuronid,

Salicylacylglucuronid,

Gentisinsäure

Gentisursäure.

Die Eliminationskinetik von Salicylsäure ist dosisabhängig, da der Metabolismus durch die Kapa-

zität der Leberenzyme begrenzt wird. Die Eliminationshalbwertzeit variiert daher und liegt nach

niedrigen Dosen zwischen 2 bis 3 Stunden, während sie nach hohen Dosen bis zu etwa 15 Stun-

den beträgt. Salicylsäure und ihre Metaboliten werden vor allem über die Nieren ausgeschieden.

Paracetamol

Nach oraler Gabe wird Paracetamol rasch und vollständig resorbiert. Maximale Plasmakonzentra-

tionen werden 30 bis 60 Minuten nach der Einnahme erreicht.

Paracetamol verteilt sich rasch in allen Geweben. Blut-, Plasma- und Speichelkonzentrationen

sind vergleichbar. Die Plasmaproteinbindung ist gering.

Paracetamol wird vorwiegend in der Leber auf hauptsächlich zwei Wegen metabolisiert: Konjuga-

tion mit Glucuronsäure und Schwefelsäure. Bei Dosen, die die therapeutische Dosis übersteigen,

ist der zuletzt genannte Weg rasch gesättigt. Ein geringer Teil der Metabolisierung erfolgt über

den Katalysator Cytochrom P 450 (hauptsächlich CYP2E1) und führt zur Bildung des Metaboliten

N-Acetyl-p-benzochinonimin, der normalerweise rasch durch Glutathion entgiftet und durch Cys-

tein und Mercaptursäure gebunden wird. Im Falle einer massiven Intoxikation ist die Menge dieses

toxischen Metaboliten erhöht.

Die Ausscheidung erfolgt vorwiegend im Urin. 90% der aufgenommenen Menge werden innerhalb

von 24 Stunden vorwiegend als Glucuronide (60 bis 80%) und Sulphatkonjugate (20 bis 30%) über

die Nieren ausgeschieden. Weniger als 5% werden in unveränderter Form ausgeschieden. Die

Eliminationshalbwertzeit beträgt in etwa zwei Stunden. Bei Leber- und Nierenfunktionsstörungen,

nach Überdosierungen sowie bei Neugeborenen ist die Halbwertszeit verlängert. Das Maximum

der Wirkung und die durchschnittliche Wirkdauer (4 - 6 Stunden) korrelieren in etwa mit der Plas-

makonzentration.

Niereninsuffizienz

Bei schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 10 ml/min) ist die Ausscheidung von Para-

cetamol und seinen Metaboliten verzögert.

Ältere Patienten

Die Fähigkeit zur Konjugation ist unverändert.

Coffein

Nach oraler Gabe wird Coffein rasch und nahezu vollständig resorbiert (t

= 2 - 13 Minuten) und

ist praktisch vollständig bioverfügbar. Nach Einnahme von 5 mg/kg wurde die C

innerhalb 30 -

40 min erreicht. Die Plasmaproteinbindung schwankt zwischen 30 und 40 % und das Verteilungs-

volumen beträgt 0,52 - 1,06 l/kg. Coffein verteilt sich in alle Kompartimente, passiert rasch die

Blut-Hirn- und die Plazentaschranke und tritt auch in die Muttermilch über.

Die Plasmahalbwertzeit liegt zwischen 4,1 und 5,7 Stunden, wobei intra- und interindividuelle

Schwankungen zu Werten von bis zu 9 oder 10 Stunden geführt haben.

Coffein und seine Metabolite werden überwiegend renal eliminiert. Im Harn, gesammelt über 48

Stunden, fanden sich bis zu 86 % der applizierten Dosis, wovon nur maximal 1,8 % unverändertes

Coffein war. 1-Methylharnsäure (12 - 38 %), 1-Methylxanthin (8 - 19 %) und 5-Acetylamino-6-

amino-3-methyl-uracil (15 %) sind die Hauptmetabolite.

Die Faeces enthielten nur 2 - 5 % der Dosis. Als Hauptmetabolit wurde 1,7-Dimethylharnsäure

identifiziert, die 44 % der Gesamtmenge ausmachte.

Fixe Kombination

Eine relevante gegenseitige Beeinflussung der drei Kombinationspartner in Bezug auf die pharma-

kokinetischen Kenndaten ist nach bisheriger Beobachtung nicht gegeben.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Acetylsalicylsäure

In tierexperimentellen Untersuchungen traten neben den bereits unter "Nebenwirkungen" be-

schriebenen Effekten Nierenschäden nach Verabreichung hoher Acetylsalicylsäuredosen auf.

Acetylsalicylsäure wurde ausführlich in vitro und in vivo bezüglich mutagener Wirkungen unter-

sucht. Die Gesamtheit der Befunde ergibt keine relevanten Verdachtsmomente für eine mutagene

Wirkung. Gleiches gilt für Untersuchungen zur Kanzerogenität.

Salicylate haben in Tierversuchen an mehreren Tierspezies teratogene Wirkungen gezeigt (z. B.

kardiale Missbildungen, skelettale Missbildungen und Bauchwanddefekte). Implantationsstörun-

gen, embryo- und fetotoxische Wirkungen sowie Störungen der Lernfähigkeit sind bei Nachkom-

men nach pränataler Exposition beschrieben worden.

Paracetamol

In Tierversuchen zur akuten, subchronischen und chronischen Toxizität von Paracetamol, an

Ratte und Maus, wurden gastrointestinale Läsionen, Veränderungen im Blutbild, degenerative

Veränderungen des Leber- und Nierenparenchyms sowie Nekrosen beobachtet. Der Grund für

diese Veränderungen ist einerseits im Wirkungsmechanismus und andererseits im Metabolismus

von Paracetamol zu suchen. Diejenigen Metaboliten, die vermutlich Ursache der toxischen Wir-

kung und der daraus folgenden Veränderungen an Organen sind, wurden auch beim Menschen

gefunden. Während einer Langzeitanwendung (das heißt 1 Jahr) im Bereich maximaler therapeu-

tischer Dosen wurden auch sehr seltene Fälle einer reversiblen chronischen aggressiven Hepatitis

beobachtet. Bei subtoxischen Dosen können nach dreiwöchiger Einnahme Intoxikationssymptome

auftreten. Daher sollte Paracetamol nicht über längere Zeit und nicht in höheren Dosen einge-

nommen werden.

Umfangreiche Untersuchungen ergaben keine Evidenz für ein relevantes genotoxisches Risiko

von Paracetamol im therapeutischen, das heißt nicht-toxischen Dosisbereich.

Aus Langzeituntersuchungen an Ratten und Mäusen liegen keine Hinweise auf relevante tumori-

gene Effekte in nicht-hepatotoxischen Dosierungen von Paracetamol vor.

Paracetamol passiert die Plazenta. Es sind keine konventionellen Studien verfügbar, in denen die

aktuell akzeptierten Standards für die Bewertung der Reproduktionstoxizität und der Entwicklung

verwendet werden.

Coffein

Vergiftungssymptome können ab 1 g Coffein auftreten, wenn es in kurzer Zeit aufgenommen wird.

Die tödlichen Coffein-Dosen liegen zwischen 3 und 10 g.

Coffein besitzt, wie andere Methylxanthine auch, in-vitro ein chromosomenbrechendes Potential.

Die Gesamtheit der wissenschaftlichen Untersuchungen zum Metabolismus und zur Mutagenität

von Coffein deutet jedoch darauf hin, dass in-vivo keine mutagenen Wirkungen zu erwarten sind.

Aus Langzeitstudien an Mäusen und Ratten ergaben sich keine Hinweise auf eine kanzerogene

Wirkung von Coffein.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Stearinsäure (Ph. Eur.), Weizenstärke, Maisstärke, Talkum

6.2

Inkompatibilitäten

Bisher keine bekannt.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25°C lagern.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Blisterpackung

Mipyrin® ist in Packungen zu 10 und 20 Tabletten erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

CNP Pharma GmbH

Marienplatz 10 - 12

94081 Fürstenzell

Tel.: 08502/9184-200

Fax.: 08502/9184-491

8.

ZULASSUNGSNUMMER

6154157.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG / VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

03.09.2004

10.

STAND DER INFORMATION

November 2019

VERKAUFSABGRENZUNG

Apothekenpflichtig

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