Mifegyne 600 mg Tabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-05-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-10-2018

Wirkstoff:
mifepristonum
Verfügbar ab:
Nordic Pharma GmbH
ATC-Code:
G03XB01
INN (Internationale Bezeichnung):
mifepristonum
Darreichungsform:
Tabletten
Zusammensetzung:
mifepristonum 600 mg, polyvidonum K 29-32, maydis amylum, cellulosum microcristallinum, silica colloidalis anhydrica, magnesii stearas, pro compresso.
Klasse:
A
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Antigestagen
Zulassungsnummer:
55205
Berechtigungsdatum:
1999-07-14

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

01-05-2020

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-05-2020

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

15-05-2021

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen. Dieses Arzneimittel

ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere Personen weitergeben. Auch

wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Mifegyne®, Tabletten

Was ist Mifegyne® und wann wird es angewendet?

Mifegyne® sind Tabletten, die als Wirkstoff Mifepriston enthalten. Mifepriston blockiert die Wirkungen

des Hormons Progesteron, das zur Erhaltung der Schwangerschaft erforderlich ist. Für den Abbruch der

Schwangerschaft wird Mifegyne® in Kombination mit einem Prostaglandin (einer Substanz, welche die

Kontraktion der Gebärmutter verstärkt) eingesetzt. Mifegyne® wird auch bei der Vorbereitung von

chirurgischen Eingriffen zur Erschlaffung und Erweiterung des Gebärmutterhalses eingesetzt.

Mifegyne® wird auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin in den folgenden Situationen

angewendet:

·für den medikamentösen Abbruch einer Schwangerschaft (bis zu 7 Wochen seit der letzten Blutung)

·zur Erschlaffung und Erweiterung des Gebärmutterhalses vor einem chirurgischen Abbruch der

Schwangerschaft

·im zweiten Schwangerschaftstrimester zwecks Vorbereitung der Wirkung von Prostaglandinen für den

Abbruch einer Schwangerschaft

·zur Einleitung der Wehentätigkeit bei Tod des Foetus in der Gebärmutter.

Der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch darf ausschliesslich in Übereinstimmung mit den

gesetzlichen Bestimmungen durchgeführt werden, insbesondere Art. 119 und 120 des Strafgesetzbuches.

Der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch darf nur in Kliniken oder Behandlungszentren erfolgen,

welche auch chirurgische Schwangerschaftsabbrüche durchführen und über notfallmedizinische

Einrichtungen verfügen. Die Verabreichung der Therapie hat in Anwesenheit des Arztes oder der Ärztin

zu erfolgen.

Was sollte dazu beachtet werden?

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Sie im Detail über die Wirkung und Risiken von Mifegyne® sowie über

Massnahmen und Nachuntersuchungen informieren. Sie werden aufgefordert, eine Einwilligung für den

Schwangerschaftsabbruch zu unterschreiben, und verpflichten sich, die Anleitungen Ihres Arztes oder

Ihrer Ärztin einzuhalten und alle erforderlichen Nachkontrollen vornehmen zu lassen

Wann darf Mifegyne® nicht eingenommen / angewendet werden?

Mifegyne® darf nicht angewendet werden bei

·chronischer Nebenniereninsuffizienz

·schwerem, nicht durch eine entsprechende Behandlung kontrollierbarem Asthma bronchiale

·vererbter Stoffwechselstörung (sogenannte Porphyrie)

·bekannter Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff Mifepriston oder anderen Bestandteilen der

Tablette.

Bei einem Schwangerschaftsabbruch innerhalb 7 Wochen seit der letzten Blutung darf Mifegyne® nicht

angewendet werden, wenn

die Schwangerschaft nicht durch eine Ultraschalluntersuchung bestätigt wurde

·der erste Tag Ihrer letzten Menstruation mehr als 49 Tage zurückliegt

·ein Verdacht auf eine extrauterine Schwangerschaft besteht (d.h. das befruchtete Ei befindet sich

möglicherweise ausserhalb der Gebärmutter).

Zur Erschlaffung und Erweiterung des Gebärmutterhalses vor chirurgischem Abbruch einer

Schwangerschaft darf Mifegyne® nicht angewendet werden, wenn

·die Schwangerschaft nicht durch eine Ultraschalluntersuchung bestätigt wurde

·der erste Tag Ihrer letzten Menstruation mehr als 84 Tage zurückliegt

·ein Verdacht auf eine extrauterine Schwangerschaft besteht (d.h. das befruchtete Ei befindet sich

möglicherweise ausserhalb der Gebärmutter).

Wenn zusätzlich ein Prostaglandin in Kombination mit Mifegyne® eingesetzt wird, müssen weitere

Einschränkungen beachtet werden. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Sie darüber informieren.

Wann ist bei der Einnahme von Mifegyne® Vorsicht geboten?

Teilen Sie Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin mit, wenn Sie an Asthma, Nierenversagen, Funktionsstörung der

Leber, Unterernährung oder Herzproblemen leiden, wenn Sie rauchen, wenn vorhergegangene

Kaiserschnitte oder Operationen an der Gebärmutter bei Ihnen durchgeführt wurden oder wenn Sie mit

Kortison behandelt werden, damit Ihre Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie Rhesus-negativ sind. Die Anwendung von

Mifegyne® erfordert Massnahmen zur Verhinderung einer Rhesusfaktor-Sensibilisierung sowie die

allgemein üblichen Massnahmen während eines Schwangerschaftsabbruchs.

Des Weiteren teilen Sie Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin mit, wenn bei Ihnen zur Empfängnisverhütung eine

Spirale eingesetzt wurde. Diese wird vor der Verabreichung von Mifegyne® entfernt.

Da beim medikamentösen Schwangerschaftsabbruch das Risiko von starken Blutungen besteht, ist

besondere Vorsicht geboten, falls Sie an Blutungsneigung (hämorrhagische Diathese) mit

Gerinnungsschwäche (Hypokoagulabilität) oder Blutarmut (Anämie) leiden. In diesen Fällen entscheidet

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin, ob der Schwangerschaftsabbruch medikamentös oder chirurgisch erfolgen

sollte.

Blutungen treten in fast allen Fällen auf, können zum Teil stark sein und dauern im Durchschnitt

zwischen 9 und 16 Tage nach Einnahme von Mifegyne®. Bei wenigen Frauen können

Schmierblutungen bis zur nächsten Menstruation andauern. Sie stellen auf keinen Fall einen Beweis

dafür dar, dass der Embryo vollständig ausgestossen wurde.

Wenden Sie sich umgehend an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin in der Klinik oder im Behandlungszentrum,

wenn Sie

·sehr starke Blutungen haben oder die starken Blutungen Sie verunsichern

·starke Schmerzen im Unterleib, Unwohlsein, Schwäche und/oder Fieber haben. Dies können Symptome

einer schweren Infektion oder eines anderen Problems sein (einschliesslich Schwangerschaft ausserhalb

der Gebärmutter).

Die Erfolgsrate der medikamentösen Methode des Schwangerschaftsabbruchs mittels Mifegyne® und

eines Prostaglandins beträgt zirka 95%. Es ist deshalb unbedingt notwendig,

innerhalb von 10 bis 14 Tagen nach Verabreichung von Mifegyne® eine Nachuntersuchung

durchzuführen, um die Wirksamkeit und Sicherheit der Methode zu bestätigen.

Wenn die Anwendung von Mifegyne® in Kombination mit Prostaglandinen nicht zum Abbruch der

Schwangerschaft geführt hatte, wurden in seltenen Fällen Missbildungen (z.B. Fehlbildung der Beine)

beobachtet.

Im Falle eines Misserfolges des medikamentösen Schwangerschaftsabbruchs ist es unbedingt

erforderlich, bei einer Nachuntersuchung die Schwangerschaft mit einer anderen Methode abzubrechen.

Wenn die Schwangerschaft nach einem erfolglosen Schwangerschaftsabbruch weiter besteht und Sie

entscheiden, Ihr Kind zu behalten, besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.

Nach einem Schwangerschaftsabbruch mit Mifegyne® befinden sich gegebenenfalls noch kleine

Mengen des Wirkstoffes Mifepriston in Ihrem Körper. Es wird deshalb empfohlen, dass Sie nach der

Einnahme von Mifegyne® eine erneute Schwangerschaft vor Ihrer nächsten Menstruation vermeiden.

Wenn zusätzlich ein Prostaglandin in Kombination mit Mifegyne® eingesetzt wird, müssen weitere

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen beachtet werden. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Sie darüber

informieren.

Arzneimittel, die folgende Wirkstoffe enthalten, können die Wirkung von Mifegyne® beeinträchtigen:

·Kortikosteroide (zur Behandlung von Asthma oder anderen entzündlichen Erkrankungen)

·Voriconazol, Itraconazol (zur Behandlung gegen Pilze)

·Nevirapin, Ritonavir (zur Behandlung von HIV-Infektionen)

·Clarithromycin, Erythromycin, Rifabutin, Rifampicin (Antibiotika)

·Johanniskraut (Naturheilmittel zur Behandlung von Depressionen)

·Phenytoin, Phenobarbital, Carbamazepin, Primidon (zur Behandlung von Anfällen, Epilepsie)

·Benzodiazepine (zur Behandlung von Schlafstörungen und Angstzuständen)

·bestimmte Rheumamittel (nichtsteroidale Antirheumatika wie Diclofenac und Ibuprofen und

Acetylsalicylsäure).

Während der Behandlung mit Mifegyne® sollten Sie keinen Grapefruit-Saft trinken.

Nach Einnahme dieses Arzneimittels oder des Prostaglandins können aufgrund ihrer möglichen

Nebenwirkungen die Reaktionsfähigkeit, die Fähigkeit Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen und die

Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt sein.

Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker (oder Drogisten*) bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin (oder

Drogistin*), wenn Sie

§an anderen Krankheiten leiden,

§Allergien haben oder

§andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Darf Mifegyne® während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen / angewendet

werden?

Während der Behandlung mit Mifegyne® dürfen Sie nicht stillen, da der Wirkstoff Mifepriston in die

Muttermilch übergehen kann. Es wird empfohlen, nach Einnahme von Mifegyne® das Stillen für 3 bis 4

Tage zu unterbrechen.

Wie verwenden Sie Mifegyne®?

Übliche empfohlene Behandlung:

ØBei Verwendung für den medikamentösen Abbruch einer intrauterinen Schwangerschaft (bis 7

Wochen):

1.1 Tablette Mifegyne® 600 mg oder 3 Mifegyne® Tabletten à 200 mg mit etwas Wasser in

Anwesenheit Ihres Arztes oder Ihrer Ärztin ganz schlucken.

2.Sie erhalten einen Termin für eine 2. Behandlung, die 36 bis 48 Stunden nach dieser Einnahme

erfolgen muss. Zwischen dem ersten und zweiten Termin können Sie nach Hause gehen und Ihrer

normalen Tätigkeit nachgehen. Für den Fall, dass Sie in dieser Zeit dringend ärztliche Hilfe benötigen,

zum Beispiel bei Auftreten von starken Blutungen, erhalten Sie eine Telefonnummer.

3.2 Tage nach der Einnahme von Mifegyne® (Termin muss genau eingehalten werden) müssen Sie

erneut Ihren Arzt oder Ihre Ärztin in der Klinik oder im Behandlungszentrum aufsuchen. Sie erhalten

nun das Prostaglandin. Nach Einnahme des Prostaglandins müssen Sie ungefähr drei Stunden lang in der

Klinik oder im Behandlungszentrum zur Beobachtung bleiben. Meistens erfolgt in dieser Zeit, spätestens

aber in den folgenden Stunden oder in den nächsten Tagen die Ausstossung. Dabei kommt es zu

Blutungen, die gewöhnlich bis zur nächsten Nachuntersuchung andauern. Sie erhalten einen neuen

Termin für die Nachuntersuchung und können anschliessend nach Hause gehen.

4.10 bis 14 Tage nach Einnahme von Mifegyne® müssen Sie erneut Ihren Arzt oder Ihre Ärztin in der

Klinik oder im Behandlungszentrum für die Nachkontrolle aufsuchen. Sollte sich dann herausstellen,

dass Ihre Schwangerschaft weiter besteht oder die Ausstossung nicht vollständig stattgefunden hat,

erhalten Sie eine entsprechende Beratung mit alternativen Behandlungsmöglichkeiten. Bis die

Nachuntersuchung stattgefunden hat, sollte für Sie die Klinik oder das Behandlungszentrum immer

erreichbar sein.

ØZur Erschlaffung und Erweiterung des Gebärmutterhalses vor einem chirurgischen Abbruch der

Schwangerschaft:

1.1 Mifegyne® Tablette zu 200 mg in Anwesenheit des Arztes oder der Ärztin ganz schlucken.

2.Sie erhalten einen Termin für den chirurgischen Eingriff, der 36 bis 48 Stunden nach dieser Einnahme

erfolgen muss. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Ihnen alles ausführlich erklären. Zwischen dem ersten und

zweiten Termin können Sie nach Hause gehen und Ihrer normalen Tätigkeit nachgehen. Für den Fall,

dass Sie in dieser Zeit dringend ärztliche Hilfe benötigen, zum Beispiel bei Auftreten von starken

Blutungen, erhalten Sie eine Telefonnummer. Nach Einnahme von Mifegyne® können bei Ihnen vor

dem chirurgischen Eingriff Blutungen auftreten. In seltenen Fällen kann eine Ausstossung bereits vor

dem chirurgischen Eingriff erfolgen. In diesem Falle müssen Sie erneut Ihren Arzt oder Ihre Ärztin in

der Klinik oder im Behandlungszentrum aufsuchen, um bestätigen zu lassen, dass die Ausstossung

vollständig abgeschlossen ist.

3.2 Tage nach der Einnahme von Mifegyne® (Termin muss genau eingehalten werden) müssen Sie

erneut Ihren Arzt oder Ihre Ärztin in der Klinik oder im Behandlungszentrum aufsuchen, wo der

chirurgische Eingriff vorgenommen wird. Nach dem Eingriff sollten Sie sich einige Stunden in der

Klinik oder Behandlungszentrum ausruhen. Anschliessend können Sie nach Hause gehen.

ØZur Vorbereitung der Wirkung von Prostaglandinen für den Abbruch einer Schwangerschaft (ab dem

2. Trimester):

1.1 Tablette Mifegyne® 600 mg oder 3 Mifegyne® Tabletten à 200 mg in Anwesenheit des Arztes oder

der Ärztin ganz schlucken.

2.Sie erhalten einen Termin für eine 2. Behandlung, die 36 bis 48 Stunden nach dieser Einnahme

erfolgen muss. Des Weiteren erhalten Sie eine Telefonnummer, falls Sie dringend ärztliche Hilfe

benötigen, insbesondere bei Auftreten von starken Blutungen. Nun können Sie nach Hause gehen.

3.2 Tage nach der Einnahme von Mifegyne® (Termin muss genau eingehalten werden) müssen Sie

erneut Ihren Arzt oder Ihre Ärztin in der Klinik oder im Behandlungszentrum aufsuchen. Dann erhalten

Sie ein Prostaglandin. Die Prostaglandin-Verabreichung wird so oft wie nötig wiederholt, bis der

Abbruch der Schwangerschaft vollständig abgeschlossen ist. Nach Anwendung des Prostaglandins

müssen Sie ungefähr drei Stunden lang in der Klinik oder im Behandlungszentrum zur Beobachtung

bleiben.

ØZur Einleitung der Wehentätigkeit zur Ausstossung eines in der Gebärmutter abgestorbenen Foetus

Je 1 Tablette Mifegyne® 600 mg oder je 3 Mifegyne® Tabletten à 200 mg an 2 aufeinanderfolgenden

Tagen ganz schlucken. Die Einnahme erfolgt unter medizinischer Beobachtung in der Klinik oder im

Behandlungszentrum.

Die Anwendung und Sicherheit von Mifegyne® bei Kindern und Jugendlichen ist bisher nicht geprüft

worden.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin .

Welche Nebenwirkungen kann Mifegyne® haben?

Als natürliche Folge eines Schwangerschaftsabbruchs treten Blutungen und Kontraktionen der

Gebärmutter auf.

Blutungen treten etwa 1 bis 2 Tage nach Einnahme von Mifegyne® auf und sind umso häufiger, je

weiter fortgeschritten die Schwangerschaft zum Zeitpunkt des Schwangerschaftsabbruchs ist. In

Einzelfällen sind die Blutungen stark und lebensbedrohlich.

Innerhalb von Stunden nach der Prostaglandin-Einnahme treten bei 10-45% der Frauen Kontraktionen

der Gebärmutter (Ziehen im Unterleib) auf, die häufig schmerzhaft sind. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird

Ihnen, falls nötig, ein Schmerzmittel geben. Sie dürfen auf keinen Fall Schmerzmittel einnehmen, ohne

vorher Ihren Arzt oder Ihre Ärztin zu fragen.

Folgende Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Mifegyne® oder nach der Einnahme des

Prostaglandins auftreten:

Sehr häufig (betrifft mehr als einen von 10 Anwendern)

Gebärmutterkontraktionen oder -krämpfe in den Stunden nach der Prostaglandin-Einnahme, Übelkeit,

Erbrechen und Durchfall sowie Bauchweh.

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

Infektion (z.B. der Eierstöcke oder der Gebärmutter), Bauchkrämpfe, starke Blutung.

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern)

Allergien, Hautausschlag, Blutdruckabfall und Gebärmutterriss

Selten (betrifft 1 bis 10 von 10‘000 Anwendern)

Kopfschmerzen, Unwohlsein, Hitzewallungen, Benommenheit, Schüttelfrost und Fieber.

Sehr selten (betrifft weniger als 1 von 10‘000 Anwendern)

Örtlich auf das Gesicht und/oder den Kehlkopf beschränkte Schwellung, Nesselsucht (Urtikaria),

schwere Hauterkrankungen (Erythroderma, Erythema nodosum, epidermale Nekrolyse); Fälle von

schwerwiegendem oder tödlichem toxischen Schock, die mit oder ohne Fieber oder andere

offensichtliche Symptome einer Infektion auftreten.

Nach der Prostaglandin-Einnahme zwecks Abbruch einer fortgeschrittenen Schwangerschaft (im 3.

Drittel) ist es in seltenen Fällen zum Einreissen der Gebärmutterwand (Uterusruptur) gekommen;

betroffen waren insbesondere mehrgebärende Frauen sowie Frauen mit einer Kaiserschnittnarbe.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin. Dies gilt

insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit „EXP“ bezeichneten Datum verwendet

werden.

Lagerungshinweis

Mifegyne® bei Raumtemperatur (15-25°C) und vor Licht geschützt in der Originalpackung

aufbewahren.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Weitere Hinweise

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Ihre Ärztin. Diese Personen verfügen über die ausführliche

Fachinformation.

Was ist in Mifegyne® enthalten?

1 Tablette enthält

Wirkstoffe

200mg oder 600 mg Mifepriston

Hilfsstoffe

Hochdisperses Siliciumdioxid; Maisstärke; Povidon K29-32; Magnesiumstearat; Mikrokristalline

Cellulose

Zulassungsnummer

55205 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Mifegyne®? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt

3 Tabletten zu 200 mg.

1 Tablette zu 600 mg.

Zulassungsinhaberin

Nordic Pharma GmbH, Zürich

Diese Packungsbeilage wurde im Mai 2020 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Fachinformation

Mifegyne®

Zusammensetzung

Wirkstoff: Mifepristonum.

Hilfsstoffe: Excipiens pro compresso.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Tablette enthält 200 mg oder 600 mg Mifepriston.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Mifegyne® wird bei folgenden Indikationen angewendet:

·Medikamentöser Abbruch einer intrauterinen Schwangerschaft in sequentieller Anwendung mit

einem Prostaglandin-Analogon bis zu einer Amenorrhoedauer von 49 Tagen.

·Relaxation und Dilatation der Cervix uteri vor chirurgischem Abbruch einer intrauterinen

Schwangerschaft während des ersten Trimesters.

·Vorbereitung der Wirkung von Prostaglandinen für den Abbruch einer intrauterinen

Schwangerschaft nach dem ersten Trimester.

·Einleitung der Wehentätigkeit zur Ausstossung eines in utero abgestorbenen Foeten bei

Patientinnen, bei denen Prostaglandine oder Oxytocin nicht verwendet werden können.

Für den Abbruch der Schwangerschaft dürfen Mifegyne® und Prostaglandin-Analoga

ausschliesslich in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Bestimmungen verordnet und verabreicht

werden, insbesondere Artikel 119 und 120 des Strafgesetzbuches.

Der medikamentöse Abbruch der Schwangerschaft darf nur in Kliniken oder Behandlungszentren

erfolgen, welche auch chirurgische Schwangerschaftsabbrüche durchführen und über

notfallmedizinische Einrichtungen verfügen. Die Verabreichung der Therapie hat in Anwesenheit

des Arztes zu erfolgen.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

·Medikamentöser Abbruch einer intrauterinen Schwangerschaft in sequentieller Anwendung mit

einem Prostaglandin-Analogon bis zu einer Amenorrhoedauer von 49 Tagen

600 mg (1 Tablette zu 600 mg oder 3 Tabletten à 200 mg) Mifepriston als Einzeldosis einnehmen; 36

bis 48 Stunden später orale Verabreichung des Prostaglandin-Analogons Misoprostol 400 µg (siehe

auch unter “Eigenschaften/Wirkungen”).

In jedem Fall muss der verordnende Arzt vor der Verabreichung von Mifegyne® eine Sonographie

durchführen. Mifegyne® darf nicht verabreicht werden, wenn hinsichtlich Existenz und Dauer der

Schwangerschaft Unsicherheit besteht. Darüber hinaus ist Mifegyne® im Falle einer extrauterinen

Gravidität kontraindiziert.

Verabreichung des Prostaglandin-Analogons

Während der Prostaglandin-Einnahme sowie drei Stunden nachher müssen die Patientinnen in der

Klinik oder im Behandlungszentrum beobachtet werden. Diese müssen über eine notfallmedizinische

Einrichtung verfügen.

Spezielle Hinweise

Die Patientin muss über die Methode und das Prozedere informiert werden:

·Notwendigkeit der Einnahme eines Prostaglandins 36 bis 48 Stunden nach Einnahme von

Mifepriston

·Notwendigkeit einer Kontrollvisite 10 bis 14 Tage nach Mifegyne® Einnahme zur Bestätigung einer

vollständigen Ausstossung

·Möglichkeit eines Misserfolges der Methode, die zum Abbruch der Schwangerschaft durch eine

andere Methode führt

·Relaxation und Dilatation der Cervix uteri vor chirurgischem Abbruch einer intrauterinen

Schwangerschaft während des ersten Trimesters

200 mg Mifepriston (1 Tablette) einnehmen; 36 bis maximal 48 Stunden später erfolgt der

chirurgische Abbruch der Schwangerschaft.

In jedem Fall muss der verordnende Arzt vor der Verabreichung von Mifegyne® eine Sonographie

durchführen. Mifegyne® darf nicht verabreicht werden, wenn hinsichtlich Existenz und Dauer der

Schwangerschaft Unsicherheit besteht. Darüber hinaus ist Mifegyne® im Falle einer extrauterinen

Gravidität kontraindiziert.

·Vorbereitung der Wirkung von Prostaglandinen für den Abbruch einer intrauterinen

Schwangerschaft nach dem ersten Trimester

600 mg (1 Tablette zu 600 mg oder 3 Tabletten à 200 mg) Mifepriston als Einzeldosis in

Anwesenheit des Arztes einnehmen, und zwar 36 bis 48 Stunden vor der geplanten Prostaglandin-

Anwendung; letztere wird so oft wie erforderlich wiederholt.

·Einleitung der Wehentätigkeit zur Ausstossung eines in utero abgestorbenen Foetus

Je 600 mg (1 Tablette zu 600 mg oder 3 Tabletten à 200 mg) Mifepriston als Einzeldosis an zwei

aufeinanderfolgenden Tagen einnehmen.

Falls die Wehen nicht innerhalb von 72 Stunden nach der ersten Mifepriston-Verabreichung

auftreten, wird die Geburt auf übliche Weise eingeleitet.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Kinder/Jugendliche: Die Anwendung und Sicherheit von Mifegyne® bei Kindern und Jugendlichen

unter 18 Jahren sind bisher nicht geprüft worden.

Ältere Patientinnen: Bei Frauen nach der Menopause besteht keine Indikation.

Leber- und Nierenfunktionsstörungen sowie Malnutrition: Bei Nieren- und Leberinsuffizienz sowie

bei Unterernährung gibt es keine klinischen Studien zur Wirksamkeit und Sicherheit.

Kontraindikationen

Folgende Kontraindikationen gelten für alle Indikationen:

·Chronische Nebennierenrindeninsuffizienz

·Schweres, nicht kontrollierbares Asthma bronchiale

·Vererbte Porphyrie

·Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Mifepriston oder einem anderen Bestandteil des

Präparates

Darüber hinaus gelten für die einzelnen Indikationen folgende Kontraindikationen:

Medikamentöser Abbruch einer intrauterinen Schwangerschaft in sequentieller Anwendung mit

einem Prostaglandin-Analogon bis zu einer Amenorrhoedauer von 49 Tagen

·Schwangerschaft, die nicht durch eine Ultraschalluntersuchung bestätigt wurde

·Schwangerschaftsdauer über 49 Tage

·Verdacht auf extrauterine Schwangerschaft

·Kontraindikationen des angewendeten Prostaglandin-Analogons

Relaxation und Dilatation der Cervix uteri vor chirurgischem Abbruch einer intrauterinen

Schwangerschaft während des ersten Trimesters

·Schwangerschaft, die nicht durch eine Ultraschalluntersuchung bestätigt wurde

·Schwangerschaftsdauer über 84 Tage

·Verdacht auf extrauterine Schwangerschaft

Vorbereitung der Wirkung von Prostaglandinen für den Abbruch einer intrauterinen

Schwangerschaft nach dem ersten Trimester

·Kontraindikation des angewendeten Prostaglandin-Analogons

Einleitung der Wehentätigkeit zur Ausstossung eines in utero abgestorbenen Foetus

·Falls eine Kombination mit Prostaglandinen erforderlich ist, sind die für das jeweilige

Prostaglandin-Analogon geltenden Kontraindikationen zu beachten.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen für alle Indikationen

Vor Verwendung von Mifegyne® ist eine Bestimmung der Blutgruppe und des Rhesusfaktors zur

Vermeidung einer Rhesus-Inkompatibilität erforderlich; darüber hinaus sind sämtliche allgemeinen

Massnahmen zu ergreifen, die üblicherweise bei einer Interruptio anfallen.

Die Patientin muss darüber informiert werden, dass nach Mifepriston-Einnahme ein Risiko für

(teilweise starke) Blutungen besteht. Die Patientin muss genaue Anweisungen erhalten, an wen sie

sich wenden und wohin sie sich begeben muss, falls Probleme (insbesondere schwere vaginale

Blutungen) auftreten. Siehe auch „Warnhinweise zu den einzelnen Indikationen“.

Schwere Infektionen, zum Teil mit letalem Ausgang, können sehr selten nach einem spontanen,

chirurgisch vorgenommenen oder medikamentös induzierten Abort sowie bei anderen

gynäkologischen Interventionen auftreten. Siehe auch „Warnhinweise zu den einzelnen

Indikationen“.

Mifepriston bindet an den Glukokortikoid-Rezeptor. Beim Menschen manifestiert sich die

antiglukokortikoide Wirkung bei einer Dosis von 4.5 mg/kg und mehr durch eine kompensatorische

Erhöhung von ACTH und Cortisol. Die Glukokortikoid-Bioaktivität (GBA) kann für einige Tage

nach einer einmaligen Gabe von 200 mg Mifepriston verringert sein. Die klinischen Folgen dieser

Veränderungen sind unklar; bei disponierten Patientinnen können jedoch verstärkt Übelkeit und

Erbrechen auftreten.

Bei Verdacht auf eine akute Nebennierenrindeninsuffizienz wird die Verabreichung von

Dexamethason empfohlen. Eine Dosis von 1 mg Dexamethason antagonisiert eine Dosis von 400 mg

Mifepriston.

Vorsichtshalber und mangels entsprechender klinischer Studien sollte Mifepriston nicht bei

Patientinnen angewendet werden, bei denen folgende Störungen vorliegen:

·Nierenversagen

·Leberinsuffizienz

·Unterernährung

Falls die Anwendung von Mifepriston als Monotherapie oder in Kombination mit Prostaglandinen

nicht zum Abbruch der Schwangerschaft führte, besteht beim Foeten ein Risiko für Missbildungen

(siehe „Schwangerschaft/Stillzeit“). Die Patientinnen müssen daher informiert werden, dass

angesichts des Risikos eines Misserfolgs des medikamentösen Schwangerschaftsabbruchs und des

unbekannten Risikos für den Foeten eine Kontrollvisite zwingend erforderlich ist.

Falls bei der Kontrollvisite ein Misserfolg der Methode festgestellt wird (fortschreitende

Schwangerschaft), sollte der Patientin, sofern sie nach wie vor einen Abbruch der Schwangerschaft

wünscht, eine andere Methode des Schwangerschaftsabbruchs angeboten werden.

Falls die Patientin eine Fortsetzung ihrer Schwangerschaft wünscht, ist zu bedenken, dass das

existierende Datenmaterial zu begrenzt ist, um die natürliche Beendigung einer exponierten

Schwangerschaft zu rechtfertigen. In diesem Falle ist eine engmaschige sonographische

Überwachung (unter besonderer Beobachtung der Extremitäten) erforderlich.

In klinischen Studien traten in der Zeit zwischen der fetalen Ausstossung und dem Wiederauftreten

der Menses Fälle von Schwangerschaften auf. Um ungewollte Schwangerschaften und damit das

Risiko einer Mifepriston Exposition zu verhindern, sollte für den folgenden Zyklus eine Methode zur

Empfängnisverhütung verordnet werden.

Bei sequentieller Anwendung von Mifegyne® und Prostaglandinen sind auch die

Vorsichtsmassnahmen zu beachten, die für die angewendeten Prostaglandine gelten (siehe

Fachinformation der entsprechenden Präparate).

Warnhinweise zu den einzelnen Indikationen

Medikamentöser Abbruch einer intrauterinen Schwangerschaft in sequentieller Anwendung mit

einem Prostaglandin-Analogon bis zu einer Amenorrhoedauer von 49 Tagen

Während der Prostaglandin-Einnahme sowie drei Stunden nachher müssen die Patientinnen in der

Klinik oder im Behandlungszentrum beobachtet werden. Diese müssen über eine notfallmedizinische

Einrichtung verfügen.

Falls trotz Vorhandenseins eines Intrauterinpessars eine Schwangerschaft eingetreten ist, muss das

Intrauterinpessar vor Verabreichung von Mifegyne® entfernt werden.

Blutungen

Die Patientin muss darüber informiert werden, dass in fast allen Fällen Blutungen auftreten, die zum

Teil stark sind. Im Durchschnitt dauern Blutungen nach Einnahme von Mifegyne® zwischen 9 und

16 Tagen. Bei einer geringen Anzahl der Frauen können darüber hinaus Schmierblutungen bis zur

nächsten Menstruation andauern. Sie stellen auf keinen Fall einen Beweis dafür dar, dass der Foetus

vollständig ausgestossen wurde.

Nicht erfolgreiche/unvollständige Ausstossung

Je nach klinischer Studie und Typ des verwendeten Prostaglandins werden unterschiedliche

Erfolgsraten erzielt. Sequentialmethoden, bei denen zunächst Mifegyne® und anschliessend ein

Prostaglandin-Analogstoff verabreicht werden, führten bei 1,3 bis 7,5% zu keinem Erfolg, darunter:

·in 0 bis 1,5% Fortschreiten der Schwangerschaft;

·in 1,3 bis 4,6% partieller Abort mit inkompletter Ausstossung;

·in 0 bis 1,4% Indikation einer hämostatischen Kürettage (Abrasio uteri).

Aus diesem Grund ist eine Kontrollvisite erforderlich, um sicherzustellen, dass eine vollständige

Ausstossung stattgefunden hat und das Cavum uteri leer ist.

Die Ausstossung kann unter Umständen bereits vor der Prostanglandin-Anwendung stattfinden (in

ca. 3% der Fälle). In diesem Fall ist dennoch eine Kontrollvisite erforderlich, um sicherzustellen,

dass eine vollständige Ausstossung stattgefunden hat und das Cavum uteri leer ist.

Das Behandlungszentrum muss für die Patientin erreichbar sein, solange keine komplette

Ausstossung stattgefunden hat. Die Patientin muss präzise Anweisungen erhalten, wen sie

kontaktieren und wohin sie sich bei Auftreten irgendwelcher Probleme, insbesondere bei starken

vaginalen Blutungen, wenden soll.

Innerhalb von 10 bis 14 Tagen nach Verabreichung von Mifegyne® muss zwingend eine

Nachuntersuchung stattfinden, um mittels geeigneter Verfahren (klinische Untersuchung, β-HCG-

Bestimmung, Sonographie, etc.) zu bestätigen, dass eine vollständige Ausstossung stattgefunden hat

und die vaginale Blutung zum Stillstand gekommen ist (abgesehen von einem leichten Bluten, das

innerhalb weniger Tage zurückgehen sollte).

Das Andauern vaginaler Blutungen kann zu diesem Zeitpunkt einen Hinweis auf einen inkompletten

Abort oder eine bislang unbemerkte extrauterine Schwangerschaft darstellen; in diesem Falle ist eine

geeignete Therapie in Betracht zu ziehen.

Wenn eine weiter bestehende Schwangerschaft vermutet wird, kann eine weitere

Ultraschalluntersuchung erforderlich sein, um die Lebensfähigkeit des Foeten zu beurteilen.

Da beim medikamentösen Abbruch der Schwangerschaft in bis zu 1,4% der Fälle starke Blutungen

auftreten, ist bei Patientinnen mit hämorrhagischen Diathesen (Gerinnungsstörungen) einschliesslich

Hypokoagulabilität oder Anämie besondere Vorsicht geboten. Die Entscheidung, ob ein Abbruch der

Schwangerschaft medikamentös oder chirurgisch erfolgen soll, ist in diesen Fällen von Fachärzten

unter Berücksichtigung des Typs der hämorrhagischen Diathese sowie des Ausmasses der Anämie zu

treffen.

Kardiovaskuläre Effekte

In den ersten klinischen Studien traten nach i.m. Verabreichung des PGE2-Analogons Sulproston in

seltenen Fällen schwerwiegende kardiovaskuläre Komplikationen auf, bei denen es sich

wahrscheinlich um Koronarspasmen handelte. Diese Vorfälle wurden bei Frauen über 30 Jahren mit

einem Nikotinkonsum von mehr als 10 Zigaretten täglich registriert.

Seit der Verwendung von PGE1-Analoga (Misoprostol) wurden derartige unerwünschte Ereignisse

nicht mehr gemeldet.

Trotzdem sollten bei Frauen über 35 Jahren, die mehr als 10 Zigaretten pro Tag rauchen, keine

medikamentösen Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt werden.

In jedem Fall ist bei kombinierter Anwendung von Prostaglandinen und Mifepriston das

kardiovaskuläre Risiko zu berücksichtigen.

Infektionen

Nach Anwendung von Mifepriston wurde über Einzelfälle schwerer Infektionen einschliesslich sehr

seltener Fälle von letalem septischem Schock berichtet. Diese Fälle traten in den USA und Kanada

auf und waren atypisch in Symptomen und Verlauf. Die Frauen hatten kein Fieber und wiesen

unspezifische Symptome wie Bauchschmerzen, Unwohlsein, Hypotonie, Ödeme, Leukozytose und

erhöhten Hämatokrit auf. Als Erreger wurde in Einzelfällen Clostridium sordellii isoliert. Ein

kausaler Zusammenhang zwischen diesen Vorkommnissen und der Anwendung von Mifepriston

konnte nicht nachgewiesen werden.

Bei einer Patientin mit schweren Allgemeinsymptomen sollte auch ohne Fieber eine Sepsis in

Betracht gezogen werden. In solchen Fällen, insbesondere bei gleichzeitigem Auftreten einer

Leukozytose, soll frühzeitig eine adäquate Antibiotikatherapie eingeleitet werden.

Relaxation und Dilatation der Cervix uteri vor chirurgischem Abbruch einer intrauterinen

Schwangerschaft während des ersten Trimesters

Zur Erzielung der vollen therapeutischen Wirksamkeit ist es zwingend erforderlich, den

chirurgischen Schwangerschaftsabbruch 36 bis 48 Stunden nach Verabreichung von Mifegyne®

durchzuführen (auf keinen Fall später!).

Die Patientin muss darüber informiert werden, dass es in seltenen Fällen (0,9%) bereits vor dem

chirurgischen Schwangerschaftsabbruch zur Ausstossung kommen kann.

Vorbereitung der Wirkung von Prostaglandinen für den Abbruch einer intrauterinen

Schwangerschaft nach dem ersten Trimester

Die Verabreichung von Prostaglandinen ist mit einigen Risiken verbunden; es hat sich jedoch

gezeigt, dass sich durch Vorbehandlung mit Mifegyne® eine Verringerung der erforderlichen

Prostaglandin-Gesamtdosis erzielen lässt. Darüber hinaus müssen die Risiken anderer

(mechanischer) Methoden für den Abbruch einer fortgeschrittenen Schwangerschaft (jenseits der 12.

Schwangerschaftswoche) beachtet werden.

Insbesondere wurde nach Verabreichung von Prostaglandinen über Fälle einer Uterusruptur

berichtet. Ein erhöhtes Risiko besteht v.a. bei Multipara sowie bei Frauen nach Sectio caesarea oder

anderen operativen Eingriffen am Uterus.

Interaktionen

Es wurden keine Interaktionsstudien mit Mifepriston durchgeführt.

Pharmakokinetische Interaktionen

Mifepriston wird durch CYP3A4 metabolisiert. Daher kann der Metabolismus durch CYP3A4-

Inhibitoren wie Itraconazol, Voriconazol, Clarithromycin oder Erythromycin gehemmt werden, was

zu vermehrten unerwünschten Wirkungen führen kann. Dasselbe gilt auch bei gleichzeitigem

Konsum von Grapefruitsaft.

Umgekehrt können CYP3A4-Induktoren (wie Barbiturate, Carbamazepin, Nevirapin, Phenytoin,

Primidon, Rifabutin, Rifampicin, Ritanovir sowie Johanniskraut-Präparate [Hypericum perforatum])

zu einer Senkung der Plasmakonzentrationen und dadurch unter Umständen zu einer reduzierten

Wirksamkeit führen.

In vitro-Daten deuten darauf hin, dass Mifepriston ein Inhibitor von CYP3A4 ist. Bei gleichzeitiger

Anwendung von Arzneimitteln, welche CYP3A4-Substrate sind, kann es daher zu einem Anstieg der

Plasmaspiegel dieser Arzneimittel kommen. Aufgrund der langsamen Eliminierung von Mifepriston

aus dem Körper kann eine solche Interaktion über einen längeren Zeitraum nach seiner

Verabreichung beobachtet werden. Mifepriston sollte daher nur unter besonderer Vorsicht zusammen

mit Arzneimitteln verabreicht werden, welche durch CYP3A4 metabolisiert werden und eine enge

therapeutische Breite aufweisen. Hierzu gehören z.B. auch Arzneimittel, welche im Rahmen einer

Allgemeinanästhesie verabreicht werden, wie z.B. Benzodiazepine und Fentanyl.

Pharmakodynamische Interaktionen

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) können infolge ihrer Prostaglandinsynthese-hemmenden

Eigenschaften theoretisch die Wirkung der Methode verringern. Kombinationen mit NSAR

einschliesslich Acetylsalicylsäure sind daher zu vermeiden. Als Analgetika sollten vorzugsweise

Nicht-NSAR eingesetzt werden.

Aufgrund der antiglukokortikoiden Wirkung von Mifepriston kann während 3-4 Tagen nach

Einnahme von Mifegyne® die Wirksamkeit einer Langzeit-Kortikosteroidtherapie (einschliesslich

Kortikosteroid-Inhalationstherapie bei Asthma-Patienten) verringert sein. Eine Dosisanpassung der

Kortikosteroide ist erforderlich.

Im Falle einer Kortikosteroid-Inhalationstherapie, insbesondere bei Asthma-Patienten, sollte die

Anpassung der Kortikosteroidtherapie durch Verdopplung der Dosierung 48 Stunden vor

Verabreichung von Mifepriston für die Dauer von zirka einer Woche erfolgen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Die Patientinnen müssen darüber informiert werden, dass die Schwangerschaft wahrscheinlich

fortschreiten wird, wenn der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch misslingt. Beim Foeten

besteht in diesem Falle das Risiko von Missbildungen. Insbesondere wurden in seltenen Fällen

Malformationen der Beine (u.a. Klumpfuss) festgestellt. Auch nach alleiniger Anwendung von

Prostaglandinen wurden Malformationen registriert.

Die verfügbaren Daten reichen nicht aus, um festzustellen, ob Mifepriston beim Menschen teratogen

ist (siehe „Präklinische Daten“).

Mifepriston ist eine lipophile Verbindung und kann theoretisch in die Muttermilch übertreten.

Entsprechende pharmakokinetische Daten liegen jedoch nicht vor. Es empfiehlt sich, nach

Verabreichung von Mifepriston das Stillen für 3 oder 4 Tage zu unterbrechen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt. Aufgrund unerwünschter Wirkungen (siehe

dort) ist Vorsicht geboten.

Unerwünschte Wirkungen

Häufigste unerwünschte Wirkungen, welche in den klinischen Studien mit Mifegyne® beobachtet

wurden, waren vaginale Blutungen. Blutungen treten bei fast allen Frauen auf und sind umso

häufiger, je weiter die Schwangerschaft zum Zeitpunkt des Abbruchs der Schwangerschaft

fortgeschritten ist.

Nachfolgend sind die unerwünschten Wirkungen nach Organsystem und Häufigkeit angegeben,

welche in den klinischen Studien sowie nach der Marktzulassung beobachtet wurden. Dabei gelten

die folgenden Häufigkeitsangaben: „sehr häufig“ (≥1/10), „häufig“ (<1/10, ≥1/100), „gelegentlich“

(<1/100, ≥1/1000), „selten“ (<1/1000, ≥1/10'000) und „sehr selten“ (<1/10'000).

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Häufig: Infektionen (wie Endometritis oder Adnexitis).

Sehr selten: schwerwiegender oder tödlicher toxischer Schock durch Krankheitserreger wie

Clostridium sordellii endometritis oder Escherichia coli mit oder ohne Fieber oder andere

offensichtliche Symptome einer Infektion (siehe auch „Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen“).

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich: Überempfindlichkeitsreaktionen.

Sehr selten: Angioödem.

Erkrankungen des Nervensystems

Selten: Kopfschmerzen.

Gefässerkrankungen

Gelegentlich: arterielle Hypotonie.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig: Übelkeit (in bis zu 29%), Erbrechen (in bis zu 21%).

Häufig: leichte bis mässig starke Abdominalkrämpfe, Diarrhö.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Hautausschläge.

Sehr selten: Urtikaria, Erythroderma, Erythema nodosum, epidermale Nekrolyse.

Erkrankungen des Reproduktionssystems und der Brust

Sehr häufig: Uterus-Kontraktionen oder Krämpfe (in 10-45% der Fälle) innerhalb von Stunden nach

Prostaglandin-Einnahme.

Häufig: starke Blutungen (siehe „Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen“).

Gelegentlich: Uterusruptur (siehe „Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen“).

In Einzelfällen wurde über schwere, lebensbedrohliche Blutungen berichtet.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Selten: Unwohlsein, allgemeine vagale Symptome (Hitzewallungen, Benommenheit, Schüttelfrost),

Fieber.

Überdosierung

In klinischen Studien wurden bei Einzeldosen bis zu 2 g Mifepriston keine toxischen Wirkungen

beobachtet.

Im Falle einer versehentlichen Mifepriston-Überdosierung können Zeichen einer

Nebennierenrindeninsuffizienz auftreten. Bei Verdacht auf eine akute Mifepriston-Intoxikation ist

daher eine entsprechende Behandlung, gegebenenfalls mit Verabreichung von Dexamethason,

erforderlich.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: G03XB01

Wirkungsmechanismus

Mifepriston ist ein synthetisches Steroid mit Antigestagen-Wirkung, die auf der kompetitiven

Verdrängung von Progesteron an den Progesteron-Rezeptoren beruht.

Pharmakodynamik

In oralen Dosen von 3 bis 10 mg/kg KG hemmt Mifepriston bei verschiedenen Tierspezies (Ratte,

Maus, Kaninchen und Affe) die Wirkung von endogenem oder exogenem Progesteron. Bei

Nagetieren führt diese Wirkung zum Abbruch der Trächtigkeit.

Mifepriston bindet an die Glukokortikoid-Rezeptoren, nicht jedoch an die Mineralokortikoid-

Rezeptoren; aus diesem Grunde ist das Risiko einer akuten Nebennierenrindeninsuffizienz während

der Mifepriston-Einnahme vernachlässigbar. Bei Tieren hemmt Mifepriston in Dosen von 10 bis

25 mg/kg die Wirkung von Dexamethason. Beim Menschen äussert sich die antiglukokortikoide

Wirkung von Mifepriston in Dosen ³4,5 mg/kg durch einen kompensatorischen Anstieg des ACTH-

und Kortisol-Spiegels.

Mifepriston hat eine schwache antiandrogene Wirkung, die beim Tier nur nach längerer

Verabreichung von sehr hohen Dosen auftritt.

Klinische Wirksamkeit

Bei Frauen hemmt Mifepriston in Dosen ³1 mg/kg die endometrialen und myometrialen Wirkungen

des Progesterons. Während der Schwangerschaft wird durch Mifepriston die Empfindlichkeit des

Myometriums auf die kontraktions-induzierende Wirkung der Prostaglandine erhöht.

Im ersten Trimester führt Mifepriston zur Erweiterung und Öffnung der Cervix uteri. Klinische

Daten zeigen, dass Mifepriston die Erweiterung der Cervix erleichtert, allerdings gibt es keine Daten,

die belegen, dass die Ergebnisse zu einer verminderten Rate an Früh- oder Spätkomplikationen im

Rahmen der Dilatation führen.

In Kombination mit einem Prostaglandin-Analogon, das nach Verabreichung von Mifepriston

eingenommen wird (Sequenzschema), erhöht sich die Rate eines erfolgreichen

Schwangerschaftsabbruchs (ca. 95%), und die Ausstossung des Embryos wird beschleunigt.

In klinischen Studien wurde Misoprostol 400 µg per os (bei Schwangerschaften bis zu 49 Tagen seit

Amenorrhoe) oder Gemeprost 1 mg vaginal (bei Schwangerschaften bis zu 63 Tagen seit

Amenorrhoe) verwendet. Die Erfolgsrate war bei Misoprostol 95,7% bis zu 49 Tagen und bei

Gemeprost 98,7% bis zu 49 Tagen und 94,8% bis zu 63 Tagen seit Amenorrhoe.

Die kombinierte Anwendung von Mifepriston mit anderen Prostaglandinen wurde nicht untersucht.

Bei Abbruch einer Schwangerschaft nach dem 1. Trimester führt eine 600 mg Dosis Mifepriston bei

Verabreichung 36 bis 48 Stunden vor der ersten Prostaglandin-Anwendung zu einer Verkürzung des

Zeitintervalls zwischen Induktion und Abort; gleichzeitig verringert sich die erforderliche

Prostaglandin-Dosis.

Die Einleitung der Wehentätigkeit zur Ausstossung eines in utero abgestorbenen Foeten mit

Mifepriston als Monotherapie führt in zirka 60% der Fälle nach der ersten Einnahme innerhalb von

72 Stunden zur Ausstossung. In diesem Falle ist keine Verabreichung von Prostaglandinen oder

Oxytocin-Derivaten erforderlich.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach oraler Verabreichung einer Einzeldosis von 600 mg Mifepriston wurden maximale

Konzentrationen von 1,98 mg/l nach 1,30 Stunden erreicht. Die absolute Bioverfügbarkeit beträgt

69%.

Die Absorptionskinetik von Mifepriston ist nicht linear.

Distribution

Mifepriston wird zu 98% an Plasmaproteine (Albumin und vor allem α-1-saures Glykoprotein)

gebunden; die Eiweissbindung zeigt das Bild einer Sättigungskinetik. Wegen dieser spezifischen

Bindung sind Verteilungsvolumen und Plasma Clearance von Mifepriston umgekehrt proportional

zur Plasmakonzentration des α-1-sauren Glykoproteins.

Metabolismus

Die Metabolisierung von Mifepriston wird hauptsächlich durch eine rasche Demethylierung und

Hydroxylierung der 17-Propynyl Kette durch Cytochrom P450 3A4 in Leber-Mikrosomen

eingeleitet. Die Metaboliten binden ebenfalls, wenn auch schwächer, an die Progesteron-Rezeptoren.

Elimination

Die Elimination erfolgt biphasisch, zuerst langsam mit einer Halbwertszeit von 12 bis 72 Stunden,

anschliessend schneller mit einer Halbwertszeit von etwa 18 Stunden.

Die terminale Halbwertszeit, einschliesslich aller Metaboliten von Mifepriston, die an den

Progesteron-Rezeptor binden können, wurde mit 90 Stunden bestimmt.

Mehr als 90% von Mifepriston wird mit den Faeces, der Rest im Urin ausgeschieden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Es liegen hierzu keine kinetischen Untersuchungen vor.

Präklinische Daten

In 6-monatigen toxikologischen Studien an Ratten und Affen hatte Mifepriston Wirkungen, die

aufgrund seiner antihormonellen (antiprogesteronen, antimineralokortikoiden und antiandrogenen)

Aktivität zu erwarten waren.

In Studien zur Reproduktionstoxizität verhielt sich Mifepriston als wirkungsvolles Abortivum. Es

konnte bei in der Fetalphase Mifepriston-exponierten und überlebenden Ratten und Mäusen keine

teratogene Wirkung beobachtet werden. Bei Kaninchen, die eine Mifepriston-Exposition in der

Fetalphase überlebt haben, konnten allerdings Einzelfälle von schweren Anomalien festgestellt

werden (Schädelhöhle, Gehirn und Rückenmark). Die Anzahl der fetalen Anomalien war allerdings

statistisch nicht signifikant, und es konnte keine Dosis-Wirkungs-Beziehung beobachtet werden. Bei

Affen hatte der abortive Effekt von Mifepriston zur Folge, dass keine ausreichende Zahl von Feten

überlebte und eine zuverlässige Beurteilung somit nicht möglich war.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Die Mifegyne® Tabletten dürfen nur bis zu dem auf der Packung mit “EXP” bezeichneten Datum

verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15-25°C) und vor Licht geschützt in der Originalpackung aufbewahren. Ausser

Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

55205 (Swissmedic)

Packungen

Mifegyne®:

3 Tabletten zu 200 mg. [A]

1 Tablette zu 600 mg. [A]

Zulassungsinhaberin

Nordic Pharma GmbH, 8050 Zürich

Stand der Information

Februar 2015

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