Midazolam-hameln 1 mg/ml Injektions-/Infusionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Midazolamhydrochlorid
Verfügbar ab:
hameln pharma plus gmbh
ATC-Code:
N05CD08
INN (Internationale Bezeichnung):
Midazolam hydrochloride
Darreichungsform:
Injektions-/Infusionslösung
Zusammensetzung:
Midazolamhydrochlorid 1.11mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
47046.00.00

Dokumenten

Packungsbeilage Packungsbeilage - Englisch

Midazolam-hameln

Januar 2019

Module 1.3.1

Zusammenfassung des Dossiers

Seite 1

2. Gebrauchsinformation (PIL)

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR DEN ANWENDER

Midazolam-hameln 1 mg/ml Injektions-/Infusionslösung

Midazolam-hameln 2 mg/ml Injektions-/Infusionslösung

Midazolam-hameln 5 mg/ml Injektions-/Infusionslösung

Midazolam

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der

Anwendung dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige

Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals

lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder das

medizinische Fachpersonal.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht:

Was ist Midazolam-hameln und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Midazolam-hameln beachten?

Wie ist Midazolam-hameln anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Midazolam-hameln aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. WAS IST MIDAZOLAM-HAMELN UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?

Midazolam-hameln gehört zu einer Arzneimittelgruppe mit dem Namen Benzodiazepine.

Midazolam-hameln lässt Sie rasch schläfrig werden oder einschlafen. Außerdem beruhigt es

Sie und löst Ihre Muskelspannungen.

Midazolam-hameln wird bei Erwachsenen angewendet:

als allgemeines Narkosemittel zum Einschlafen oder zur Aufrechterhaltung des

Schlafes.

Midazolam-hameln wird außerdem bei Erwachsenen und Kindern angewendet:

zur Herbeiführung eines Gefühls der Ruhe oder Schläfrigkeit auf Intensivstationen.

Dieser Vorgang wird „Sedierung“ genannt.

vor und während einer medizinischen Untersuchung oder eines Eingriffs. Hierbei

bleiben die Patienten wach, fühlen sich jedoch ruhig und schläfrig. Dieser Vorgang

wird „Analgosedierung“ genannt.

zur Herbeiführung eines Gefühls der Ruhe oder Schläfrigkeit vor der Gabe eines

Narkosemittels.

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Zusammenfassung des Dossiers

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2. Gebrauchsinformation (PIL)

2. WAS SOLLTEN SIE VOR DER ANWENDUNG VON MIDAZOLAM-HAMELN

BEACHTEN?

Midazolam-hameln darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Midazolam oder einen der in Abschnitt 6 genannten

sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind. wenn Sie allergisch gegen andere

Benzodiazepine sind, wie z.B. Diazepam oder Nitrazepam;

wenn Sie unter schwerer Atemschwäche leiden und Midazolam-hameln zur

„Analgosedierung“ erhalten sollen.

Wenn einer dieser Punkte auf Sie zutrifft, darf Midazolam-hameln bei Ihnen nicht

angewendet werden. Fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Ihr

Pflegepersonal um Rat, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal bevor Sie

Midazolam-hameln anwenden, wenn Sie:

über 60 Jahre alt sind,

anhaltende Erkrankungen der Atmung, der Nieren, der Leber oder des Herzens

haben,

eine Erkrankung haben, bei der Sie sich sehr schwach, abgeschlagen und

energielos fühlen,

an einer so genannten „Myasthenia gravis“ erkrankt sind (einer Krankheit, die durch

Muskelschwäche gekennzeichnet ist),

bereits einmal von Alkohol abhängig waren,

bereits einmal von Drogen abhängig waren.

Wenn einer dieser Punkte auf Sie zutrifft oder Sie sich dessen unsicher sind, informieren Sie

vor der Anwendung von Midazolam-hameln Ihren Arzt oder Ihr Pflegepersonal.

Kinder

Wenn Ihr Kind dieses Arzneimittel erhalten soll:

informieren Sie Ihren Arzt oder das Pflegepersonal, falls einer der oben genannten

Punkte auf Ihr Kind zutrifft. Dies gilt insbesondere, wenn Ihr Kind eine

Herzerkrankung oder Atemprobleme hat.

Anwendung von Midazolam-hameln mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Ihr Pflegepersonal, wenn Sie andere Arzneimittel

einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es

sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel und um pflanzliche Arzneimittel handelt.

Dies ist deshalb wichtig, da Midazolam die Wirkung einiger anderer Arzneimittel beeinflussen

kann. Ebenso können einige andere Arzneimittel die Wirkung von Midazolam beeinflussen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihr Pflegepersonal insbesondere, wenn Sie eines der

folgenden Arzneimittel einnehmen:

Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen,

Schlafmittel,

Beruhigungsmittel,

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2. Gebrauchsinformation (PIL)

Arzneimittel gegen Angst-, Spannungs- und Erregungszustände (Tranquilizer),

Carbamazepin oder Phenytoin (zur Behandlung von epileptischen Anfällen),

Rifampicin (Arzneimittel zur Behandlung der Tuberkulose),

Arzneimittel zur Behandlung einer HIV-Infektion mit dem Namen

„Proteasehemmer“, wie z.B. Saquinavir,

Antibiotika mit dem Namen „Makrolide“, wie z.B. Erythromycin oder Clarithromycin,

Arzneimittel zur Behandlung von Pilzerkrankungen, wie z.B. Ketoconazol,

Voriconazol, Fluconazol, Itraconazol oder Posaconazol,

sehr starke Schmerzmittel,

Atorvastatin (zur Behandlung eines erhöhten Cholesterinspiegels),

Arzneimittel zur Behandlung von Allergien (Antihistaminika),

Johanniskraut (ein pflanzliches Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen),

Arzneimittel zur Behandlung des Bluthochdrucks mit dem Namen

„Calciumkanalblocker“, wie z.B. Diltiazem.

Wenn Sie eines der oben genannten Arzneimittel einnehmen oder Sie sich dessen unsicher

sind, informieren Sie vor der Anwendung von Midazolam-hameln Ihren Arzt oder Ihr

Pflegepersonal.

Die gleichzeitige Anwendung von Midazolam-hameln und Opioiden (starke Schmerzmittel,

Arzneimittel zur Substitutionstherapie und einige Hustenmittel) erhöht das Risiko von

Schläfrigkeit, Atembeschwerden (Atemdepression), Koma und kann lebensbedrohlich sein.

Aus diesem Grund sollte die gleichzeitige Anwendung nur in Betracht gezogen werden,

wenn es keine anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt.

Wenn Ihr Arzt jedoch Midazolam-hameln zusammen mit Opioiden verschreibt, sollten die

Dosis und die Dauer der begleitenden Behandlung von Ihrem Arzt begrenzt werden.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt über alle opiodhaltigen Arzneimittel, die Sie einnehmen, und

halten Sie sich genau an die Dosierungsempfehlung Ihres Arztes. Es könnte hilfreich sein,

Freunde oder Verwandte darüber zu informieren, bei Ihnen auf die oben genannten

Anzeichen und Symptome zu achten. Kontaktieren Sie Ihren Arzt, wenn solche Symptome

bei Ihnen auftreten.

Anwendung von Midazolam-hameln zusammen mit Alkohol

Trinken Sie keinen Alkohol, wenn Sie Midazolam-hameln erhalten haben, da Sie sich sonst

sehr schläfrig fühlen oder Atembeschwerden auftreten können.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels

Ihren Arzt um Rat. Midazolam-hameln geht in die Muttermilch über. Daher dürfen Sie nach

der letzten Anwendung von Midazolam-hameln Ihr Kind 24 Stunden lang nicht stillen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Nach der Anwendung von Midazolam-hameln dürfen Sie so lange kein

Kraftfahrzeug führen oder eine Maschine bedienen, bis Ihnen Ihr Arzt dies erlaubt.

Dies ist notwendig, da Midazolam-hameln Sie schläfrig oder vergesslich machen

kann. Ebenso kann Midazolam-hameln Ihr Konzentrations- und

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2. Gebrauchsinformation (PIL)

Koordinationsvermögen beeinträchtigen, wodurch Ihre Fähigkeit eingeschränkt

wird, ein Kraftfahrzeug zu führen oder Maschinen zu bedienen.

Nach Ihrer Behandlung müssen Sie sich von einem Erwachsenen nach Hause

bringen lassen, der für Sie sorgen kann.

Midazolam-hameln enthält Natrium

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro ml, d.h. es ist nahezu

„natriumfrei“.

3. WIE IST MIDAZOLAM-HAMELN ANZUWENDEN?

Midazolam-hameln wird Ihnen von einem Arzt oder vom Pflegepersonal gegeben. Die

Anwendung wird in einer Einrichtung erfolgen, die über die notwendige Ausstattung zu Ihrer

Überwachung und zur Behandlung von eventuellen Nebenwirkungen verfügt. Hierbei kann

es sich um ein Krankenhaus oder um eine chirurgische Ambulanz handeln. Insbesondere

wird Ihre Atmung, Ihre Herzfunktion und Ihr Kreislauf überwacht werden.

Midazolam-hameln wird nicht zur Anwendung bei Säuglingen und Kleinkindern unter 6

Monaten empfohlen. In der Intensivpflege kann die Anwendung bei Säuglingen und

Kleinkindern unter 6 Monaten jedoch erfolgen, wenn der Arzt dies für notwendig erachtet.

Wie Midazolam-hameln angewendet wird

Midazolam-hameln wird Ihnen auf einem der folgenden Wege gegeben:

durch langsames Einspritzen in eine Vene (intravenöse Injektion),

über einen Tropf in eine Ihrer Venen (intravenöse Infusion),

durch Einspritzen in einen Muskel (intramuskuläre Injektion),

durch Einspritzen in Ihren Mastdarm (rektale Injektion).

Wie viel Midazolam-hameln Ihnen gegeben wird

Die Midazolam-hameln Dosis ist von Patient zu Patient verschieden. Ihr Arzt wird die für Sie

richtige Dosis festlegen. Diese hängt ab von Ihrem Alter, Gewicht und allgemeinen

Gesundheitszustand. Sie hängt ebenfalls ab von der geplanten Behandlung, wie Sie auf das

Arzneimittel ansprechen und ob Sie gleichzeitig andere Arzneimittel erhalten sollen.

Nachdem Midazolam-hameln gegeben wurde

Nach Ihrer Behandlung müssen Sie sich von einem Erwachsenen nach Hause bringen

lassen, der für Sie sorgen kann. Dies ist notwendig, da Midazolam-hameln Sie schläfrig oder

vergesslich machen kann. Ebenso kann Midazolam-hameln Ihr Konzentrations- und

Koordinationsvermögen beeinträchtigen.

Wenn Midazolam-hameln über einen längeren Zeitraum angewendet wird, wie z.B. in der

Intensivpflege, kann sich Ihr Organismus eventuell an das Arzneimittel gewöhnen. Dies

bedeutet, dass die Wirkung nachlassen kann.

Wenn Sie eine größere Menge von Midazolam-hameln erhalten haben, als Sie sollten

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2. Gebrauchsinformation (PIL)

Midazolam-hameln wird Ihnen von einem Arzt oder vom Pflegepersonal gegeben. Es ist

deshalb unwahrscheinlich, dass Sie eine Überdosis erhalten. Wenn Sie jedoch versehentlich

eine Überdosis erhalten haben, könnten Sie Folgendes bemerken:

Schläfrigkeit sowie Verlust des natürlichen Zusammenspiels der Muskeln

(Koordination) und der Reflexe,

Sprachstörungen und ungewöhnliche Augenbewegungen,

erniedrigter Blutdruck (hierdurch können Sie sich benommen oder schwindelig

fühlen),

Verlangsamung oder Stillstand der Atmung oder des Herzschlags sowie

Bewusstlosigkeit (Koma).

Bei Langzeitanwendung von Midazolam-hameln zur Sedierung in der Intensivpflege

Wenn Sie Midazolam-hameln über einen längeren Zeitraum zur Sedierung (medikamentöse

Beruhigung – ein Zustandes der Ruhe, der Schläfrigkeit oder des Schlafes) erhalten, kann

Folgendes eintreten:

die Wirkung kann nachlassen,

können

diesem

Arzneimittel

abhängig

werden

Entzugserscheinungen

können auftreten, wenn die Behandlung beendet wird (siehe „Wenn die Behandlung mit

Midazolam-hameln beendet wird“).

Wenn Sie die Anwendung von Midazolam-hameln abbrechen

Wenn Midazolam-hameln über einen längeren Zeitraum angewendet wird, z.B. in der

Intensivpflege, können beim Beenden der Behandlung Entzugserscheinungen auftreten.

Diese umfassen:

Stimmungsschwankungen,

Krämpfe,

Kopfschmerzen,

Muskelschmerzen,

Schlafstörungen,

starke Unruhe (Angst), Anspannung, Ruhelosigkeit, Verwirrtheit oder Gereiztheit,

Sehen oder Hören von Dingen, die nicht vorhanden sind (Halluzinationen).

Ihr Arzt wird die Dosis stufenweise verringern, um zu verhindern, dass

Entzugserscheinungen bei Ihnen auftreten.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt

oder das Pflegepersonal.

4.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht

bei jedem auftreten müssen. Die folgenden Nebenwirkungen können bei diesem Arzneimittel

auftreten, aber ihre Häufigkeit ist nicht bekannt und ist auf Basis der verfügbaren Daten nicht

abschätzbar.

Die Anwendung von Midazolam-hameln muss beendet werden und Sie müssen sich

umgehend mit einem Arzt in Verbindung setzen, wenn Sie eine der folgenden

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2. Gebrauchsinformation (PIL)

Nebenwirkungen bemerken. Diese können lebensbedrohlich sein und

Notfallmaßnahmen erfordern:

eine schwere allergische Reaktion (anaphylaktischer Schock). Die Anzeichen

hierfür können einen plötzlichen Hautausschlag, Juckreiz oder Nesselsucht und ein

Anschwellen des Gesichts, der Lippen, der Zunge oder anderer Körperregionen

umfassen. Es können ebenso Kurzatmigkeit, Keuchen oder Atemnot auftreten;

Herzschlag (Herzstillstand). Die Anzeichen hierfür können Brustschmerzen sein;

Atemnot mit gelegentlichem Atemstillstand;

Muskelkrampf im Kehlkopf, der Würgen verursacht.

Lebensbedrohliche Nebenwirkungen treten mit höherer Wahrscheinlichkeit bei Erwachsenen

über 60 Jahren sowie bei Patienten auf, die bereits Atem- oder Herzbeschwerden haben. Die

Wahrscheinlichkeit für das Auftreten dieser Nebenwirkungen ist ebenfalls erhöht, wenn die

Injektion zu rasch oder in hoher Dosis erfolgt.

Andere mögliche Nebenwirkungen

Nervensystem und Gemüt

verringerte Aufmerksamkeit,

Verwirrtheit,

übermäßiges Wohlgefühl (Euphorie),

Müdigkeit, Schläfrigkeit, verlängerte Sedierung,

Sehen oder Hören von Dingen, die nicht vorhanden sind (Halluzinationen),

Bewusstseinsstörungen (Delirium),

Kopfschmerzen,

Schwindelgefühl,

Störungen des natürlichen Zusammenspiels der Muskeln (Koordinationsstörungen),

Krämpfe bei Früh- und Neugeborenen,

vorübergehende Erinnerungslücken. Die Dauer dieser Gedächtnisstörungen ist

abhängig von der Höhe der gegebenen Dosis Midazolam. Gelegentlich traten

länger anhaltende Gedächtnisstörungen auf.

Erregung, Ruhelosigkeit, Wutausbrüche oder Aggressionen. Es können auch

Muskelkrämpfe oder unkontrollierbares Muskelzucken (Tremor) auftreten. Die

Wahrscheinlichkeit für das Auftreten dieser Nebenwirkungen ist höher, wenn Ihnen

eine hohe Dosis Midazolam gegeben wurde, oder wenn Midazolam zu schnell

verabreicht wurde. Kinder und ältere Menschen sind ebenfalls empfindlicher für

diese Reaktionen.

Herz und Kreislauf

Ohnmacht,

verlangsamte Herzschlagfolge,

Gesichts- und Nackenröte (Hitzewallungen),

niedriger Blutdruck, durch den Sie sich schwindelig oder benommen fühlen können.

Atmung

Schluckauf,

Kurzatmigkeit.

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2. Gebrauchsinformation (PIL)

Mund, Magen und Darm

Mundtrockenheit,

Verstopfung,

Übelkeit und Erbrechen.

Haut

Juckreiz,

Ausschlag, einschließlich Nesselsucht,

Rötung, Hautschwellungen, Blutgerinnsel und Schmerzen an der Einstichstelle.

Allgemein

allergische Reaktionen, einschließlich Hautausschlag und Kurzatmigkeit,

Schwellung der Haut/Schleimhaut (Angioödem)

Das Risiko von Stürzen und Frakturen ist bei gleichzeitiger Einnahme von

Beruhigungsmitteln (einschließlich alkoholischer Getränke) erhöht.

Entzugserscheinungen (siehe „Wenn die Behandlung mit Midazolam-hameln

beendet wird“ in Abschnitt 3 oben).

Drogenmissbrauch

Ältere Menschen

Ältere Menschen haben nach der Anwendung von Benzodiazepin-Arzneimitteln wie

z.B. Midazolam ein erhöhtes Risiko für Stürze und Knochenbrüche.

Die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten lebensbedrohlicher Nebenwirkungen ist

bei Erwachsenen über 60 Jahren erhöht.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das medizinische

Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn,

Webseite: www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu

beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung

gestellt werden.

5. WIE IST MIDAZOLAM-HAMELN AUFZUBEWAHREN?

Ihr Arzt oder Apotheker ist für die Aufbewahrung von Midazolam-hameln und für die

ordnungsgemäße Beseitigung von nicht verwendetem Midazolam-hameln

verantwortlich.

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Das Arzneimittel darf nach dem auf der Faltschachtel bzw. auf dem Ampullenetikett

nach „Verw. bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr angewendet werden. Das

Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Midazolam-hameln darf nicht verwendet werden, wenn Sie bemerken, dass die

Ampulle/Durchstechflasche oder der Umkarton beschädigt ist.

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2. Gebrauchsinformation (PIL)

Die Ampullen oder Durchstechflaschen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt

vor Licht zu schützen.

Nicht über 25°C aufbewahren. Nicht einfrieren.

6. INHALT DER PACKUNG UND WEITERE INFORMATIONEN

Was Midazolam-hameln enthält

Der Wirkstoff ist Midazolam (als Midazolamhydrochlorid).

Midazolam-hameln 1 mg/ml enthält 1 mg Midazolam (als Midazolamhydrochlorid) in 1 ml

Injektionslösung.

Midazolam-hameln 2 mg/ml enthält 2 mg Midazolam (als Midazolamhydrochlorid) in 1 ml

Injektionslösung.

Midazolam-hameln 5 mg/ml enthält 5 mg Midazolam (als Midazolamhydrochlorid) in 1 ml

Injektionslösung.

Die sonstigen Bestandteile sind: Natriumchlorid, Salzsäure und Wasser für

Injektionszwecke.

Wie Midazolam-hameln aussieht und Inhalt der Packung

Midazolam-hameln ist eine klare, farblose Flüssigkeit (Injektionslösung/Infusionslösung oder

Rektallösung), die in farblosen Glasampullen oder Durchstechflaschen abgefüllt ist.

Die folgenden Packungen sind erhältlich:

Midazolam-hameln 1 mg/ml Injektions-/Infusionslösung:

2, 5 und 10 ml Glasampullen mit Packungen zu 5, 10, 25, 50 oder 100 Ampullen

50 ml Durchstechflaschen mit einem Brombutyl-Kunststoff-Verschluss mit Packungen zu

1, 5 oder 10 Durchstechflaschen

Midazolam-hameln 2 mg/ml Injektions-/Infusionslösung:

5 ml Glasampullen mit Packungen zu 5, 10, 25, 50 oder 100 Ampullen

25 ml Glasampullen mit Packungen zu 5, 10, 10x5, 5x10 Ampullen

50 ml Durchstechflaschen mit Packungen zu 1, 5 oder 10 Durchstechflaschen

Die folgenden Packungen sind erhältlich für Midazolam-hameln 5 mg/ml Injektions-

/Infusionslösung in

1, 2, 3, 5, 10 und 18 ml Glasampullen mit Packungen zu 5, 10, 25, 50 oder 100 Ampullen

Pharmazeutischer Unternehmer:

hameln pharma plus gmbh

Langes Feld 13

31789 Hameln

Hersteller:

Siegfried Hameln GmbH

Langes Feld 13

31789 Hameln

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2. Gebrauchsinformation (PIL)

Deutschland

HBM Pharma s.r.o

Sklabinská 30

03680 Martin

Slowakei

hameln rds a.s.

Horná 36

900 01 Modra

Slowakei

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes

(EWR) unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im: Januar 2018

----------------------------------------------------------------------------------------------------------

Die folgenden Informationen sind nur für Ärzte bzw. medizinisches

Fachpersonal bestimmt:

ZUBEREITUNGSANLEITUNG FÜR:

Midazolam-hameln 1 mg/ml, 2 mg/ml, 5 mg/ml Injektions-/Infusionslösung

Dies

eine

Zusammenfassung

Informationen

Herstellung

einer

Injektions-

/Infusionslösung mit 1 mg/ml, 2 mg/ml, 5 mg/ml Midazolam-hameln.

Lesen Sie unbedingt die gesamte Anleitung durch, bevor Sie dieses Arzneimittel zubereiten.

Bitte lesen Sie die Fachinformation für die vollständige Beschreibung und Information.

1. BESCHREIBUNG

Vereinigtes

Königreich

Midazolam 1 mg/ml, 2 mg/ml, 5 mg/ml solution for injection / infusion

Deutschland

Midazolam-hameln 1 mg/ml, 2 mg/ml, 5 mg/ml Injektions-/Infusionslösung

Dänemark

Midazolam "Hameln"

Finnland

Midazolam Hameln 1 mg/ml, 5 mg/ml injektio-/infuusioneste, liuos

Niederlande

Midazolam 1 mg/ml, 2mg/ml, 5 mg/ml Hameln, oplossing voor injectie / infusie

Schweden

Midazolam Hameln 1 mg/ml, 5 mg/ml injektions-/infusionsvätska, lösning

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2. Gebrauchsinformation (PIL)

Midazolam-hameln 1 mg/ml ist eine klare, farblose Lösung in Ampullen aus farblosem Glas

mit einem Inhalt von 2 ml, 5 ml oder 10 ml Lösung und in Durchstechflaschen aus farblosem

Glas mit einem Inhalt von 50 ml.

Midazolam-hameln 2 mg/ml ist eine klare, farblose Lösung in Ampullen aus farblosem Glas

mit einem Inhalt von 5 ml oder 25 ml Lösung und in Durchstechflaschen aus farblosem Glas

mit einem Inhalt von 50 ml.

Midazolam-hameln 5 mg/ml ist eine klare, farblose Lösung in Ampullen aus farblosem Glas

mit einem Inhalt von 1 ml, 2 ml, 3 ml, 5 ml, 10 ml oder 18 ml Lösung.

2. HERSTELLUNG

Verdünnungsanleitung

Dieses Arzneimittel darf nicht mit anderen Lösungen zur parenteralen Anwendung als den

unten aufgeführten Lösungen verdünnt werden.

Bei kontinuierlicher intravenöser Infusion kann Midazolam-hameln Injektionslösung in einem

Verhältnis von 15 mg Midazolam zu 100-1000 ml mit einer der folgenden Infusionslösungen

verdünnt werden: 0,9% NaCl-Lösung, 5% und 10% Dextrose-Lösung sowie Ringer-Lösung.

Die chemische und physikalische Stabilität in Gebrauch befindlicher Verdünnungen wurde

für 72 Stunden bei Raumtemperatur nachgewiesen.

Unter mikrobiologischen Gesichtspunkten sollten die Verdünnungen sofort verbraucht

werden. Geschieht dies nicht, trägt der Anwender die Verantwortung für die Lagerzeiten und

Lagerbedingungen in Gebrauch befindlicher Lösungen. Sofern die Herstellung der

Verdünnung nicht unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen erfolgt, ist

diese nicht länger als 24 Stunden bei 2°C bis 8°C aufzubewahren.

3. INKOMPATIBILITÄTEN

Wenn eine Mischung mit anderen Arzneimitteln beabsichtigt wird, muss vor der

Verabreichung die Kompatibilität geprüft werden.

Midazolam fällt in Bicarbonat enthaltenden Lösungen aus. Theoretisch ist die Midazolam-

Injektionslösung in Lösungen mit einem neutralen oder basischen pH-Wert wahrscheinlich

instabil. Wird Midazolam mit Albumin, Amoxicillin-Natrium, Ampicillin-Natrium, Bumetamid,

Dexamethason-Natriumphosphat, Dimenhydrinat, Floxacillin-Natrium, Furosemid,

Hydrocortison-Natriumsuccinat, Pentobarbital-Natrium, Perphenazin, Prochlorperazinedisilat,

Ranitidin, Thiopental-Natrium oder Trimethoprim-Sulfamethoxazol gemischt, bildet sich sofort

ein weißer Niederschlag.

Mit Nafcillin-Natrium bildet sich ein Schleier, dem sofort ein weißer Niederschlag folgt. Mit

Ceftazidim bildet sich ein Schleier.

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2. Gebrauchsinformation (PIL)

Mit Methotrexat-Natrium bildet sich ein gelber Niederschlag. Mit Clonidinhydrochlorid

entsteht eine orange Verfärbung. Mit Omeprazol-Natrium entsteht eine braune Verfärbung,

auf die ein brauner Niederschlag folgt. Mit Forscarnet-Natrium bildet sich ein Gas. Des

Weiteren sollte Midazolam nicht mit Aciclovir, Albumin, Alteplase, Acetazolam-Dinatrium,

Diazepam, Enoximon, Flecainidacetat, Fluorouracil, Imipenem, Mezlocillin-Natrium,

Phenobarbital-Natrium, Phenytoin-Natrium, Kaliumcanrenoat, Sulbactam-Natrium,

Theophyllin, Trometamol und Urokinase gemischt werden.

Midazolam 1 mg/ml,

2 mg/ml, 5 mg/ml Hameln

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Teil I

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Teil I B

1. Zusammenfassung der Produkteigenschaften (SPC)

Fachinformation

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Midazolam-hameln 1 mg/ml Injektions-/Infusionslösung

Midazolam-hameln 2 mg/ml Injektions-/Infusionslösung

Midazolam-hameln 5 mg/ml Injektions-/Infusionslösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 ml Midazolam-hameln 1 mg/ml enthält:

Midazolamhydrochlorid 1,11 mg (entspricht 1 mg Midazolam).

Jede Ampulle/Durchstechflasche mit 2 ml, 5 ml, 10 ml bzw. 50 ml enthält jeweils 2 mg, 5 mg,

10 mg bzw. 50 mg Midazolam.

1 ml Midazolam-hameln 2 mg/ml enthält:

Midazolamhydrochlorid 2,22 mg (entspricht 2 mg Midazolam).

Jede Ampulle/Durchstechflasche mit 5 ml, 25 ml bzw. 50 ml enthält jeweils 10 mg, 50 mg bzw.

100 mg Midazolam.

1 ml Midazolam-hameln 5 mg/ml enthält:

Midazolamhydrochlorid 5,56 mg (entspricht 5 mg Midazolam).

Jede Ampulle mit 1 ml, 2 ml, 3 ml, 5 ml, 10 ml bzw. 18 ml enthält jeweils 5 mg, 10 mg, 15 mg,

25 mg, 50 mg bzw. 90 mg Midazolam.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro ml, d.h. es ist nahezu

„natriumfrei“.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe, Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Injektions-/Infusionslösung

Das Arzneimittel ist eine klare und farblose Lösung.

pH 2,9 - 3,7

Osmolalität 275-305 mOsmol/kg

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Midazolam-hameln ist ein schlafinduzierendes Mittel mit kurzer Wirkungsdauer und folgen-

den Indikationen:

Midazolam 1 mg/ml,

2 mg/ml, 5 mg/ml Hameln

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Teil I

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Teil I B

1. Zusammenfassung der Produkteigenschaften (SPC)

Bei Erwachsenen:

Analgosedierung vor und während diagnostischer oder therapeutischer Eingriffe mit

oder ohne Lokalanästhetika.

Narkose:

Prämedikation vor Narkoseeinleitung

Narkoseeinleitung

Sedierende Komponente einer Kombinationsnarkose

Sedierung auf der Intensivstation

Bei Kindern:

Analgosedierung vor und während diagnostischer oder therapeutischer Eingriffe mit

oder ohne Lokalanästhetika.

Narkose:

Prämedikation vor Narkoseeinleitung

Sedierung auf der Intensivstation

4.2

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Dosierung

Standarddosierung

Midazolam ist ein stark wirksames Beruhigungsmittel, das einschleichende Dosierung und

langsame Anwendung erfordert. Eine Dosistitrationsphase ist sehr zu empfehlen, um den

gewünschten Sedierungsgrad entsprechend den klinischen Bedürfnissen, dem Allgemeinzu-

stand, Alter und der Begleitmedikation des Patienten zu erzielen. Die Dosis bei Patienten

über 60 Jahre, bei Patienten mit reduziertem Allgemeinzustand oder chronischer Erkrankung

und bei Kindern sollte vorsichtig und unter Berücksichtigung der Risikofaktoren für den ein-

zelnen Patienten festgelegt werden. In der folgenden Tabelle sind Standarddosierungen

aufgeführt. Weitere Einzelheiten sind dem Text im Anschluss an die Tabelle zu entnehmen.

Indikation

Erwachsene <60 J.

Erwachsene ≥60

J./Patienten mit red.

Allgemeinzustand

oder chron. Erkran-

kung

Kinder

Analgosedierung

i.v.

Anfangsdosis:

2 – 2,5 mg

Titrationsdosis: 1 mg

Gesamtdosis:

3,5 – 7,5 mg

i.v.

Anfangsdosis:

0,5 – 1 mg

Titrationsdosis:

0,5 – 1 mg

Gesamtdosis:

<3,5 mg

i.v. bei Patienten 6

Mon. -5 Jahre

Anfangsdosis:

0,05 – 0,1 mg/ kg

Gesamtdosis: <6 mg

i.v. bei Patienten 6 – 12

Jahre

Anfangsdosis:

0,025 – 0,05 mg/kg

Gesamtdosis: <10 mg

rektal >6 Mon.

0,3 – 0,5 mg/kg

i.m. 1 – 15 Jahre

0,05 – 0,15 mg/kg

Midazolam 1 mg/ml,

2 mg/ml, 5 mg/ml Hameln

Januar 2019

Teil I

Zusammenfassung des Dossiers

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Teil I B

1. Zusammenfassung der Produkteigenschaften (SPC)

Prämedikation

zur Narkose ()

i.v.

1-2 mg wiederholt

i.m.

0,07-0,1 mg/kg

i.v.

Anfangsdosis: 0,5 mg

Falls

erforderlich,

einschleichende

sierung

i.m.

0,025 - 0,05 mg/kg

rektal >6 Mon.

0,3 – 0,5 mg/kg

i.m. 1 – 15 Jahre

0,08 – 0,2 mg/kg

Narkoseeinleitung ()

i.v.

0,15 – 0,2 mg/kg

(0,3 – 0,35 ohne Prä-

medikation)

i.v.

0,05-0,15 mg/kg

(0,15 – 0,3 ohne

Prämedikation)

Sedierende Kom-

ponente einer Kombi-

nationsnarkose

i.v.

Intermittierende Dosie-

rung mit 0,03 –

0,1 mg/kg oder Dauer-

infusion mit 0,03 –

0,1 mg/kg/h

i.v.

Dosierung niedriger

als bei Erwachsenen

<60 Jahre empfohlen

Sedierung auf der

Intensivstation

i.v.

Bolusdosis: 0,03 – 0,3 mg/kg in Schritten von

1 – 2,5 mg

Erhaltungsdosis: 0,03 – 0,2 mg/kg/h

i.v. bei Neugeborenen

mit Gestationsalter <32

Wochen

0,03 mg/kg/h

i.v. bei Neugeborenen

mit Gestationsalter >32

Wochen und Kinder bis

6 Mon.

0,06 mg/kg/h

i.v. bei Patienten >6

Mon.

Bolusdosis:

0,05 – 0,2 mg/ kg

Erhaltungsdosis:

0,06 – 0,12 mg/kg/h

Art der Anwendung

Dosierung für Analgosedierung

Für die Analgosedierung vor diagnostischen oder operativen Eingriffen wird Midazolam in-

travenös angewendet. Die Dosierung muss individuell eingestellt und eingeschlichen wer-

den, von einer raschen Applikation oder einer einzigen Bolusinjektion ist abzusehen. Je nach

körperlicher Verfassung des Patienten und dem genauen Verabreichungsmodus (z.B. Injek-

tionsgeschwindigkeit, verabreichte Menge) kann der Eintritt der Sedierung individuell unter-

schiedlich erfolgen. Wenn erforderlich, können weitere Dosen individuell nach Bedarf gege-

ben werden. Der Wirkungseintritt erfolgt etwa 2 Minuten nach der Injektion. Die maximale

Wirkung wird nach etwa 5 – 10 Minuten erreicht.

Midazolam 1 mg/ml,

2 mg/ml, 5 mg/ml Hameln

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Teil I

Zusammenfassung des Dossiers

Seite 4

Teil I B

1. Zusammenfassung der Produkteigenschaften (SPC)

Erwachsene

Die i.v. Injektion von Midazolam sollte langsam mit einer Geschwindigkeit von etwa 1mg/30

Sekunden vorgenommen werden. Bei Erwachsenen unter 60 Jahren wird die Anfangsdosis

von 2 – 2,5 mg 5 – 10 Minuten vor Beginn des Eingriffs injiziert. Je nach Bedarf können wei-

tere 1 mg-Dosen angewendet werden. Die Gesamtdosen betragen in der Regel im Mittel

zwischen 3,5 – 7,5 mg. Eine höhere Gesamtdosis als 5 mg ist normalerweise nicht erforder-

lich. Bei Erwachsenen über 60 Jahre sowie bei Patienten mit reduziertem Allgemeinzustand

oder chronischer Erkrankung muss die Anfangsdosis auf 0,5 – 1,0 mg reduziert werden und

5 – 10 Minuten vor Beginn des Eingriffs erfolgen. Je nach Bedarf können weitere 0,5 – 1

mg-Dosen angewendet werden. Da bei diesen Patienten die maximale Wirksamkeit unter

Umständen nicht so schnell erreicht wird, sollten weitere Midazolam-Gaben nur sehr lang-

sam und sorgfältig erfolgen. Eine höhere Gesamtdosis als 3,5 mg ist in der Regel nicht er-

forderlich.

Kinder

Intravenöse Anwendung: Midazolam sollte langsam bis zum Eintreten der gewünschten kli-

nischen Wirkung gesteigert werden. Die Anfangsdosis Midazolam muss über einen Zeitraum

von 2 – 3 Minuten verabreicht werden. Eine Wartezeit von weiteren 2 – 5 Minuten ist erfor-

derlich, um die sedierende Wirkung vor Einleitung eines Eingriffs oder einer weiteren Dosis-

gabe ausreichend einschätzen zu können. Ist eine weitere Sedierung erforderlich, so ist in

kleinen Dosisschritten bis zur Erreichung des gewünschten Sedierungsgrads fortzufahren.

Säuglinge und Kleinkinder <5 Jahren benötigen möglicherweise wesentlich höhere Dosen

(mg/kg) als ältere Kinder und Jugendliche.

Kinder <6 Monate: Kinder unter 6 Monaten sind besonders anfällig für Atemwegsob-

struktion und Hypoventilation. Deshalb wird die Anwendung einer Analgosedierung bei

Kindern unter 6 Monaten nicht empfohlen.

Kinder >6 Monate und <5 Jahre: Anfangsdosis 0,05 bis 0,1 mg/kg. Eine Gesamtdosis

von bis zu 0,6 mg/kg kann bis zur Erreichung des gewünschten Endpunktes erforderlich

werden, die Gesamtdosis sollte aber 6 mg insgesamt nicht überschreiten. Die höheren

Dosierungen können die Sedierung verlängern und das Risiko einer Hypoventilation be-

dingen.

Kinder von 6 bis 12 Jahren: Anfangsdosis 0,025 – 0,05 mg/kg. Eine Gesamtdosis von

bis zu 0,4 mg/kg bis maximal 10mg kann erforderlich werden. Mit höheren Dosierungen

können eine verlängerte Sedierung und das Risiko einer Hypoventilation verbunden

sein.

Kinder von 12 bis 16 Jahren: Dosierung wie Erwachsene

Rektale Anwendung: Die Gesamtdosis Midazolam liegt in der Regel zwischen 0,3 und 0,5

mg/kg. Die rektale Anwendung der Ampullen-/Durchstechflaschen-Lösung wird mit einem

am Ende der Spritze befestigten Kunststoffapplikator durchgeführt. Ist das zu applizierende

Volumen zu gering, kann die Lösung mit Wasser auf bis zu 10 ml aufgefüllt werden. Die ge-

samte Dosis wird auf einmal appliziert, mehrfache rektale Gaben sind zu vermeiden. Die

Anwendung bei Kindern bis zu 6 Monaten wird aufgrund mangelnder Erfahrung mit dieser

Altersgruppe nicht empfohlen.

Intramuskuläre Anwendung: Die verwendeten Dosen liegen zwischen 0,05 und 0,15 mg/kg.

In der Regel reicht eine Gesamtdosis bis zu 10,0 mg aus. Diese Anwendungsart ist nur in

Ausnahmefällen zu wählen. Der rektalen Anwendung ist der Vorzug zu geben, da die in-

tramuskuläre Verabreichung schmerzhaft für die Patienten ist.

Midazolam 1 mg/ml,

2 mg/ml, 5 mg/ml Hameln

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Teil I

Zusammenfassung des Dossiers

Seite 5

Teil I B

1. Zusammenfassung der Produkteigenschaften (SPC)

Bei Kindern mit einem Körpergewicht unter 15 kg darf die Konzentration der Midazolamlö-

sung 1 mg/ml nicht überschreiten. Höhere Konzentrationen sind auf 1 mg/ml zu verdünnen.

Dosierung bei Narkose

Prämedikation

Eine Prämedikation mit Midazolam kurz vor einem Eingriff führt zu einer Sedierung (Auslö-

sen von Schläfrigkeit oder Benommenheit und Angstlösung) sowie einer präoperativen Be-

einträchtigung des Erinnerungsvermögens. Die gleichzeitige Gabe von Midazolam und Anti-

cholinergika ist möglich. In diesem Fall ist Midazolam intramuskulär oder intravenös (in eine

große Muskelmasse, 20 – 60 Minuten vor Einleitung der Narkose) bzw. bei Kindern vor-

zugsweise rektal (s.u.) zu verabreichen. Die Patienten müssen nach der Prämedikation

engmaschig und kontinuierlich beobachtet werden, da die Empfindlichkeit einzelner Patien-

ten unterschiedlich sein kann und Symptome einer Überdosierung auftreten können.

Erwachsene

Zur präoperativen Sedierung und zur Abschwächung des Erinnerungsvermögens an präope-

rative Ereignisse wird für körperlich stabile Erwachsene (ASA I/II) bis zu einem Alter von 60

Jahren eine Dosis von 1 – 2 mg i.v. nach Bedarf wiederholt oder intramuskulär empfohlen.

Bei Erwachsenen über 60 Jahre sowie bei Patienten mit reduziertem Allgemeinzustand oder

chronischer Erkrankung ist die Dosis zu reduzieren und individuell anzupassen. Die empfoh-

lene intravenöse Anfangsdosis beträgt 0,5 mg und ist je nach Bedarf langsam zu steigern.

Empfohlen wird eine i.m. Dosis von 0,025 bis 0.05 mg/kg. Bei gleichzeitiger Verabreichung

von Narkosemitteln muss die Midazolam-Dosis reduziert werden. In der Regel beträgt die

Dosis 2 – 3 mg.

Pädiatrische Patienten

Neugeborene und Kinder bis 6 Monate

Die Anwendung bei Kindern unter 6 Monate wird aufgrund der begrenzt verfügbaren Daten

nicht empfohlen.

Kinder über 6 Monate

Rektale Anwendung: Die gesamte Midazolamdosis, die im Normalfall 0,3 – 0,5 mg/kg be-

trägt, ist 15 – 30 Minuten vor Einleitung der Narkose zu verabreichen. Die rektale Applikation

der Ampullenlösung wird mit einem am Ende der Spritze befestigten Kunststoffapplikator

durchgeführt. Ist das zu applizierende Volumen zu gering, kann die Lösung mit Wasser auf

bis zu 10 ml aufgefüllt werden.

Intramuskuläre Anwendung: Da die intramuskuläre Anwendung schmerzhaft für die Patien-

ten ist, sollte sie nur in Ausnahmefällen gewählt werden. Vorzuziehen ist eine rektale An-

wendung. Ein Dosisbereich von 0,08 – 0,2 mg/kg i.m. appliziertem Midazolam hat sich je-

doch als sicher und wirksam erwiesen. Bei Kindern im Alter von 1 – 15 Jahren sind im Ver-

hältnis zum Körpergewicht proportional höhere Dosen erforderlich als bei Erwachsenen.

Bei Kindern mit einem Körpergewicht unter 15 kg sollte die Konzentration der Midazolamlö-

sung 1 mg/ml nicht überschreiten. Höhere Konzentrationen sind auf 1 mg/ml zu verdünnen.

Narkoseeinleitung

Midazolam 1 mg/ml,

2 mg/ml, 5 mg/ml Hameln

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Zusammenfassung des Dossiers

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Teil I B

1. Zusammenfassung der Produkteigenschaften (SPC)

Erwachsene

Wird Midazolam zur Narkoseeinleitung vor anderen Anästhetika angewendet, so ist das An-

sprechen der einzelnen Patienten sehr unterschiedlich. Die Dosis ist bis zur gewünschten

Wirkung je nach Alter und klinischem Zustand des Patienten zu steigern. Soll die Narkose

mit Midazolam vor oder zusammen mit der Gabe von anderen intravenösen oder Inhalati-

onsanästhetika eingeleitet werden, so ist die Anfangsdosis der einzelnen Mittel deutlich zu

reduzieren, in bestimmten Fällen bis auf 25% der üblichen Anfangsdosis der einzelnen Mit-

tel. Der gewünschte Sedierungsgrad wird durch eine schrittweise Dosiserhöhung erreicht.

Die i.v. Einleitungsdosis Midazolam sollte allmählich und schrittweise verabreicht werden,

wobei jeder Dosisschritt von max. 5 mg über 20 – 30 Sek., mit einem Zeitintervall von 2 Mi-

nuten zwischen den einzelnen Dosisschritten, injiziert wird.

Bei Erwachsenen unter 60 Jahren mit Prämedikation reicht in der Regel eine i.v. Dosis

von 0,15 – 0,2 mg/kg aus. Bei Patienten <60 Jahre ohne Prämedikation kann die Dosis

höher sein (0,3 bis 0,35 mg/kg i.v.). Falls zum Abschließen der Narkoseeinleitung not-

wendig, können die einzelnen Dosisschritte etwa 25% der Anfangsdosis des Patienten

betragen. Alternativ kann die Narkoseeinleitung mit Inhalationsanästhetika abgeschlos-

sen werden. Bei Nichtansprechen kann die Dosis zur Einleitung der Narkose bis zu 0,6

mg/kg betragen, nach solch hohen Dosen kann sich die Aufwachphase jedoch verlän-

gern.

Bei Erwachsenen über 60 Jahre mit Prämedikation sowie bei Patienten mit reduziertem

Allgemeinzustand oder chronischer Erkrankung muss die Dosis deutlich herabgesetzt

werden, z.B. bis auf 0,05 – 0,15 mg/kg, bei intravenöser Verabreichung über 20 – 30

Sekunden, wobei bis zum Wirkungseintritt 2 Minuten vergehen können. Bei Patienten

über 60 Jahre ohne Prämedikation ist in der Regel eine größere Menge Midazolam zur

Einleitung erforderlich; empfohlen wird eine Anfangsdosis von 0,15 bis 0,3 mg/kg. Bei

Patienten ohne Prämedikation mit schweren systemischen Erkrankungen oder anderen

Schwächezuständen ist die zur Einleitung benötigte Midazolamdosis üblicherweise nied-

riger. Eine Anfangsdosis von 0,15 bis 0,25 mg/kg reicht hier in der Regel aus.

Sedative Komponente einer Kombinationsanästhesie

Erwachsene

Soll Midazolam die sedative Komponente einer Kombinationsanästhesie sein, so erfolgt die

Applikation entweder durch weitere intermittierende kleine intravenöse Gaben (Dosisbereich

0,03 – 0,1 mg/kg) oder als intravenöse Midazolam-Dauerinfusion (Dosisbereich 0,03 – 0,1

mg/kg/h), in der Regel zusammen mit Analgetika. Dosishöhe und -intervalle richten sich

nach dem Ansprechen des einzelnen Patienten.

Bei Erwachsenen über 60 Jahre sowie bei Patienten mit reduziertem Allgemeinzustand oder

chronischer Erkrankung sind niedrigere Erhaltungsdosen erforderlich.

Sedierung auf der Intensivstation

Der gewünschte Sedierungsgrad wird durch schrittweise Dosiserhöhung von Midazolam mit

nachfolgender Dauerinfusion oder intermittierender Bolusgabe erreicht und richtet sich nach

den klinischen Bedürfnissen sowie dem körperlichen Zustand, Alter und der Begleitmedikati-

on des Patienten (siehe Abschnitt 4.5).

Erwachsene

Intravenöse Bolusgabe: 0,03 – 0,3 mg/kg sind langsam und schrittweise zu verabreichen.

Jeder Dosisschritt von 1 bis 2,5 mg wird über einen Zeitraum von 20-30 Sek. injiziert, zwi-

Midazolam 1 mg/ml,

2 mg/ml, 5 mg/ml Hameln

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Teil I B

1. Zusammenfassung der Produkteigenschaften (SPC)

schen den einzelnen Dosisschritten sollten 2 Minuten liegen. Bei Patienten mit Hypovolämie,

Vasokonstriktion oder Hypothermie ist die Bolusdosis zu reduzieren oder ganz auszulassen.

Wird Midazolam mit potenten Analgetika appliziert, sollten diese zuerst verabreicht werden,

damit die sedierende Wirkung von Midazolam sicher zu der durch diese Analgetika ausge-

lösten Sedierung addiert werden kann.

Intravenöse Erhaltungsdosis: Die Dosis kann in einem Bereich von 0,03 – 0,2 mg/kg/h lie-

gen. Bei Patienten mit Hypovolämie, Vasokonstriktion oder Hypothermie ist die Erhaltungs-

dosis zu reduzieren. Der Sedierungsgrad ist regelmäßig zu beurteilen. Bei langfristiger Se-

dierung kann sich eine Gewöhnung einstellen und die Dosis muss dann unter Umständen

erhöht werden.

Neugeborene und Kinder bis zu 6 Monate

Die Anfangsdosis von Midazolam als i.v. Dauerinfusion sollte bei Neugeborenen mit einem

Gestationsalter <32 Wochen 0,03 mg/kg/h (0,5 µg/kg/Min) bzw. bei Neugeborenen mit ei-

nem Gestationsalter >32 Wochen und Kindern bis zu einem Alter von 6 Monaten 0,06

mg/kg/h (1 µg/kg/Min) betragen.

Bei Frühgeborenen, Neugeborenen und Kindern bis zu einem Alter von 6 Monaten werden

intravenöse Bolusgaben nicht empfohlen; um die therapeutischen Plasmaspiegel zu errei-

chen, sollte vorzugsweise die Infusionsgeschwindigkeit in den ersten Stunden erhöht wer-

den. Die Infusionsgeschwindigkeit ist – vor allem nach den ersten 24 Stunden – wiederholt

und sorgfältig engmaschig zu beurteilen, damit die niedrigste wirksame Dosis verabreicht

wird und die Möglichkeit einer Anreicherung des Arzneimittels verringert wird.

Atemfrequenz und Sauerstoffsättigung müssen sorgfältig überwacht werden.

Kinder über 6 Monate

Bei intubierten und beatmeten Kindern ist eine i.v. Bolusgabe von 0,05 – 0,2 mg/kg langsam

über mindestens 2 – 3 Minuten zur Erreichung der gewünschten klinischen Wirkung zu ver-

abreichen. Midazolam darf nicht rasch intravenös gegeben werden. Auf die Bolusgabe folgt

eine i.v. Dauerinfusion von 0,06 – 0,12 mg/kg/h (1 – 2 µg/kg/Min.). Die Infusionsgeschwin-

digkeit kann -falls erforderlich- erhöht oder verringert werden (in der Regel um ein Viertel der

anfänglichen oder darauf folgenden Infusionsgeschwindigkeit). Ebenso ist es möglich, zur

Erhöhung oder Aufrechterhaltung des gewünschten Effekts Midazolam zusätzlich i.v. anzu-

wenden.

Bei Einleitung einer Midazolaminfusion bei kreislaufgeschwächten Patienten sollte die übli-

che Bolusdosis in kleinen Schritten angehoben und der Patient auf hämodynamische Insta-

bilitäten wie z.B. Hypotonie überwacht werden. Diese Patienten sind auch anfällig für die

atemdepressiven Wirkungen von Midazolam und benötigen eine sorgfältige Überwachung

von Atemfrequenz und Sauerstoffsättigung.

Bei Frühgeborenen, Neugeborenen und Kindern mit einem Körpergewicht unter 15 kg sollte

die Konzentration der Midazolamlösung 1 mg/ml nicht überschreiten. Höhere Konzentratio-

nen sind auf 1 mg/ml zu verdünnen.

Anwendung bei Risikogruppen

Niereninsuffizienz:

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance <10ml/min) ist die

Pharmakokinetik von ungebundenem Midazolam nach einer intravenösen Einzeldosis ver-

gleichbar mit der von gesunden Freiwilligen. Nach längerer Infusion bei Patienten auf der

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1. Zusammenfassung der Produkteigenschaften (SPC)

Intensivstation war die mittlere Dauer der sedierenden Wirkung bei der Patientengruppe mit

Niereninsuffizienz jedoch beträchtlich höher, vermutlich aufgrund der Akkumulation von α-

Hydroxymidazolamglucuronid.

Es gibt keine speziellen Daten zur Anwendung von Midazolam bei Patienten mit schwerer

Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/Min.), die Midazolam zur Narkoseeinlei-

tung erhielten.

Leberinsuffizienz

Leberinsuffizienz reduziert die Clearance von Midazolam i.v. mit einem anschließenden An-

stieg der terminalen Halbwertszeit. Die klinischen Wirkungen können daher stärker sein

kann und länger anhalten. Die erforderliche Midazolam-Dosis kann reduziert werden und die

Vitalparameter sollten entsprechend überwacht werden. (siehe Abschnitt 4.4).

Kinder

Siehe oben und Abschnitt 4.4.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen Benzodiazepine oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sons-

tigen Bestandteile des Arzneimittels.

Analgosedierung bei Patienten mit schwerer Ateminsuffizienz oder akuter Atemdepression.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Midazolam darf nur von erfahrenen Ärzten verabreicht werden, die über eine vollständige

Einrichtung zur Überwachung und Unterstützung der Atem- und Herzkreislauf-Funktion ver-

fügen, sowie von Personen, die besonders im Erkennen und in der Behandlung von erwar-

teten unerwünschten Ereignissen einschließlich respiratorischer und kardialer Reanimation

geschult wurden. Schwere kardiorespiratorische Nebenwirkungen wurden berichtet, u.a.

Atemdepression, Apnoe, Atemstillstand und/oder Herzstillstand. Die Wahrscheinlichkeit des

Eintretens solcher lebensbedrohlicher Ereignisse ist höher, wenn die Injektion zu rasch er-

folgt oder eine hohe Dosis verabreicht wird (siehe Abschnitt 4.8). Besondere Vorsicht ist

geboten bei der Anwendung als Analgosedierung bei Patienten mit eingeschränkter Atem-

funktion.

Kinder

Kinder unter 6 Monaten sind besonders anfällig für Atemwegsobstruktion und Hypoventilati-

on. Deshalb ist es in diesen Fällen unbedingt erforderlich, dass die Dosiserhöhung in kleinen

Schritten bis zum Eintreten der klinischen Wirkung erfolgt und Atemfrequenz sowie Sauer-

stoffsättigung sorgfältig überwacht werden.

Bei Anwendung von Midazolam zur Prämedikation muss der Patient nach Gabe des Arznei-

mittels entsprechend beobachtet werden, da die Empfindlichkeit einzelner Patienten unter-

schiedlich ist und Symptome einer Überdosierung auftreten können.

Besondere Vorsicht ist bei der Gabe von Midazolam bei Risikopatienten geboten:

Patienten über 60 Jahre

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1. Zusammenfassung der Produkteigenschaften (SPC)

Patienten mit reduziertem Allgemeinzustand oder chronischer Erkrankung (z.B. Patienten

mit chronischer Ateminsuffizienz, chronischer Niereninsuffizienz, Leberfunktionsstörun-

gen oder Herzinsuffizienz)

Kinder, vor allem Kinder mit Herz-Kreislaufschwäche

Die Dosierung bei diesen Risikopatienten muss niedriger sein (siehe Abschnitt 4.2), außer-

dem müssen sie ständig auf frühe Anzeichen von Änderungen der Vitalfunktionen überwacht

werden.

Vorsicht ist angebracht, wenn Benzodiazepine bei Patienten mit Alkohol- oder Drogenabu-

sus in der Anamnese angewendet werden sollen.

Wie bei allen Substanzen mit zentral dämpfenden und/oder muskelrelaxierenden Eigen-

schaften ist besondere Vorsicht geboten, wenn Midazolam bei Patienten mit Myasthenia

gravis angewendet werden soll.

Gewöhnung

Es liegen Berichte über einen gewissen Wirksamkeitsverlust vor, wenn Midazolam zur Lang-

zeitsedierung auf Intensivstationen verabreicht wurde.

Abhängigkeit

Wenn Midazolam zur Langzeitsedierung auf einer Intensivstation angewendet wird, so ist an

die mögliche Entwicklung einer körperlichen Abhängigkeit von Midazolam zu denken. Das

Abhängigkeitsrisiko steigt mit der Dosis und der Dauer der Behandlung und ist außerdem

höher bei Patienten mit einer Anamnese von Alkohol- bzw. Drogenabusus (siehe Abschnitt

4.8).

Entzugserscheinungen

Bei längerfristiger Behandlung mit Midazolam auf der Intensivstation kann sich eine körperli-

che Abhängigkeit entwickeln. Deshalb führt ein plötzliches Absetzen der Behandlung zu Ent-

zugserscheinungen. Folgende Symptome können dann auftreten: Kopfschmerzen, Muskel-

schmerzen,

Angst,

Spannung,

Ruhelosigkeit,

Verwirrtheit,

Reizbarkeit,

Rebound-

Schlaflosigkeit, Stimmungsschwankungen, Halluzinationen und Krämpfe. Da die Gefahr von

Entzugserscheinungen nach einem plötzlichen Absetzen der Behandlung größer ist, wird ein

allmähliches Reduzieren der Arzneimitteldosis empfohlen.

Amnesie

Midazolam löst eine anterograde Amnesie aus (häufig ist dies sogar sehr erwünscht, z.B. vor

und während operativer und diagnostischer Eingriffe), deren Dauer direkt proportional zur

verabreichten Dosis ist. Bei ambulanten Patienten, die nach einem Eingriff entlassen werden

sollen, kann eine länger anhaltende Amnesie problematisch sein. Nach parenteraler Gabe

von Midazolam sollten die Patienten deshalb nur in Begleitung aus dem Krankenhaus oder

der ärztlichen Praxis entlassen werden.

Paradoxe Reaktionen

Paradoxe Reaktionen wie z.B. Agitiertheit, unwillkürliche Bewegungen (einschließlich toni-

scher/klonischer Krämpfe und Muskeltremor), Hyperaktivität, Feindseligkeit, Zornausbrüche,

Aggressivität, paroxysmale Erregung und Tätlichkeiten wurden unter Midazolam berichtet.

Diese Reaktionen können unter hohen Dosen und/oder bei rascher Injektion auftreten. Die

höchste Inzidenz dieser Reaktionen wurde bei Kindern und älteren Menschen beobachtet.

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Veränderte Ausscheidung von Midazolam

Ausscheidung

Midazolam

kann

Patienten

verändert

sein,

CYP3A4-

hemmende oder -induzierende Arzneimittel erhalten. Es kann daher eine entsprechende

Anpassung der Midazolam-Dosis erforderlich sein (siehe Abschnitt 4.5).

Die Midazolam-Ausscheidung kann ferner bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen, nied-

rigem Herzminutenvolumen und bei Neugeborenen verzögert sein (siehe Abschnitt 5.2).

Kinder und Jugendliche

Früh- und Neugeborene:

Aufgrund eines erhöhten Risikos einer Apnoe ist äußerste Vorsicht geboten, wenn Frühge-

borene oder ehemals Frühgeborene ohne Intubation sediert werden sollen. In diesen Fällen

ist eine sorgfältige Überwachung von Atemfrequenz und Sauerstoffsättigung erforderlich.

Bei Neugeborenen ist eine rasche Injektionsgeschwindigkeit zu vermeiden.

Die Organfunktionen von Neugeborenen sind reduziert bzw. nicht ausgereift, außerdem sind

diese Kinder anfällig für die ausgeprägten und nachhaltigen Atemwegseffekte von Mida-

zolam.

Bei Kindern mit Herzkreislaufschwäche wurden unerwünschte hämodynamische Wirkungen

beobachtet; bei dieser Patientengruppe ist deshalb eine rasche intravenöse Gabe zu ver-

meiden.

Kinder unter 6 Monaten:

In dieser Altersgruppe ist Midazolam nur zur Sedierung auf der Intensivstation angezeigt.

Kinder unter 6 Monaten sind besonders anfällig für Atemwegsobstruktion und Hypoventilati-

on, daher muss die Dosiserhöhung bis zur klinischen Wirkung in kleinen Schritten erfolgen.

Außerdem ist eine sorgfältige Überwachung der Atemfrequenz und Sauerstoffsättigung un-

erlässlich (siehe auch Abschnitt „Frühgeborene“ weiter oben).

Gleichzeitige Einnahme von Alkohol / ZNS-dämpfenden Substanzen:

Die gleichzeitige Anwendung von Midazolam mit Alkohol bzw. ZNS-dämpfenden Substanzen

sollte vermieden werden. Eine gleichzeitige Anwendung kann die klinischen Wirkungen von

Midazolam verstärken und möglicherweise zu schwerer Sedierung oder klinisch relevanter

Atemdepression führen (siehe Abschnitt 4.5).

Alkohol- oder Drogenabusus in der Anamnese:

Bei Patienten mit einer Anamnese von Alkohol- oder Drogenabusus ist die Anwendung von

Midazolam, wie auch die anderer Benzodiazepine, zu vermeiden.

Risiken durch eine gleichzeitige Anwendung mit Opioiden:

Die gleichzeitige Anwendung von Midazolam-hameln und Opioiden kann zu Sedierung,

Atemdepression, Koma und Tod führen. Aufgrund dieser Risiken ist die gleichzeitige Ver-

schreibung von sedierenden Arzneimitteln wie Benzodiazepine oder verwandte Arzneimittel

wie Midazolam-hameln zusammen mit Opioiden nur bei den Patienten angebracht, für die es

keine alternativen Behandlungsmöglichkeiten gibt. Wenn dennoch eine gleichzeitige Ver-

schreibung von Midazolam-hameln zusammen mit Opioiden für notwendig erachtet wird,

sollte die niedrigste wirksame Dosis verwendet werden und die Behandlungsdauer sollte so

kurz wie möglich sein (siehe auch allgemeine Dosierungsempfehlung in Abschnitt 4.2).

Die Patienten sollten engmaschig auf Anzeichen und Symptome von Atemdepression und

Sedierung überwacht werden. In diesem Zusammenhang wird dringend empfohlen, Patien-

Midazolam 1 mg/ml,

2 mg/ml, 5 mg/ml Hameln

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Seite 11

Teil I B

1. Zusammenfassung der Produkteigenschaften (SPC)

ten und deren Bezugspersonen (falls zutreffend) über diese Symptome zu informieren (siehe

Abschnitt 4.5).

Entlassungskriterien:

Nach Verabreichung von Midazolam sollten Patienten das Krankenhaus oder die Arztpraxis

erst verlassen, wenn es der behandelnde Arzt für angebracht hält und auch nur, wenn sie

von einem Betreuer begleitet werden. Es wird empfohlen, dass der Patient nach der Entlas-

sung nach Hause begleitet wird.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro ml, d.h. es ist nahezu

„natriumfrei“.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Pharmakokinetische Wechselwirkungen

Midazolam wird durch CYP3A4 metabolisiert.

CYP3A-Inhibitoren und -Induktoren haben die Fähigkeit, die Plasmakonzentrationen zu er-

höhen bzw. zu erniedrigen, weshalb die Wirkungen von Midazolam entsprechende Dosisan-

passungen erfordern.

Die pharmakokinetischen Wechselwirkungen mit CYP3A4-Inhibitoren oder -Induktoren sind

bei oraler Gabe von Midazolam im Vergleich zur i.v. Anwendung stärker ausgeprägt, vor

allem da CYP3A4 auch im oberen Magen-Darm-Trakt vorhanden ist. Beim oralen Applikati-

onsweg werden sowohl die systemische Clearance als auch die Verfügbarkeit geändert,

während

beim

parenteralen

Applikationsweg

eine

Änderung

systemischen

Clearance erfolgt.

Nach einer intravenösen Einzelgabe von Midazolam wird die Auswirkung auf die maximale

klinische Wirkung aufgrund der CYP3A4-Hemmung gering sein, während es zu einer länge-

ren Wirkungsdauer kommen kann. Nach länger dauernder Verabreichung von Midazolam

sind jedoch bei Vorliegen einer CYP3A-Hemmung sowohl das Ausmaß als auch die Dauer

der Wirkung erhöht.

Es liegen keine Studien zur CYP3A4-Modulierung der Pharmakokinetik von Midazolam nach

rektaler und intramuskulärer Anwendung vor. Es ist davon auszugehen, dass die Wechsel-

wirkungen für den rektalen Applikationsweg weniger ausgeprägt sind als für den oralen

Weg, da der Magen-Darm-Trakt umgangen wird, während die Wirkungen einer CYP3A4-

Modulation nach i.m. Gabe sich nicht wesentlich von denen unterscheiden sollten, die unter

Midazolam i.v. beobachtet werden.

Es wird daher empfohlen, die klinischen Wirkungen und Vitalzeichen während der Anwen-

dung von Midazolam sorgfältig zu überwachen, wobei zu berücksichtigen ist, dass sie nach

gleichzeitiger Gabe eines CYP3A4-Hemmers ausgeprägter sein und länger anhalten kön-

nen. Es ist auch zu beachten, dass die Verabreichung höherer Dosierungen oder Dauerinfu-

sionen von Midazolam bei Patienten, die mit starken CYP3A4-Hemmern behandelt werden –

z.B. auf der Intensivstation – zu lang andauernden hypnotischen Effekten, verzögerter Ge-

nesung und Atemdepression führen kann, weshalb Dosisanpassungen erforderlich sind.

Hinsichtlich der Induktion ist zu beachten, dass der Prozess der Induktion mehrere Tage

benötigt, um seine maximale Wirkung zu erreichen, und auch wieder einige Tage, um abzu-

klingen. Man geht davon aus, dass eine kurzfristige Behandlung mit einem Induktor (im Ge-

Midazolam 1 mg/ml,

2 mg/ml, 5 mg/ml Hameln

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Zusammenfassung des Dossiers

Seite 12

Teil I B

1. Zusammenfassung der Produkteigenschaften (SPC)

gensatz zu einer mehrtägigen Behandlung mit einem Induktor) zu weniger offensichtlichen

Arzneimittelwechselwirkungen mit Midazolam führt. Bei starken Induktoren kann jedoch

selbst nach kurzzeitiger Behandlung eine deutliche Induktion nicht ausgeschlossen werden.

Eine Veränderung der Pharmakokinetik anderer Arzneimittel durch Midazolam ist nicht be-

kannt.

Arzneimittel, die CYP3A hemmen

Azol-Antimykotika

Ketoconazol bewirkte eine fünffache Erhöhung der Plasmakonzentration von intravenös

verabreichtem Midazolam, während die terminale Halbwertszeit um etwa das Dreifache zu-

nahm. Parenteral sollte Midazolam nur auf einer Intensivstation oder ähnlicher Einrichtung

zusammen mit dem starken CYP3A-Hemmer Ketoconazol verabreicht werden, damit die

engmaschige klinische Überwachung im Falle einer Atemdepression bzw. verlängerten Se-

dierung sichergestellt ist. Besonders wenn mehr als eine intravenöse Dosis Midazolam ver-

abreicht wird, ist eine stufenweise Dosierung und Dosisanpassung in Betracht zu ziehen. Die

gleiche Empfehlung gilt auch für andere Azol-Antimykotika (siehe unten), da erhöhte sedie-

rende Wirkung von Midazolam i.v., wenngleich in geringerer Intensität, gemeldet werden.

Voriconazole bewirkte eine dreifache Erhöhung der Plasmakonzentration von intravenös

verabreichtem Midazolam, während seine Eliminations-Halbwertszeit um etwa das Dreifache

zunahm.

Sowohl Fluconazol als auch Itraconazol erhöhten die Plasmakonzentration von intravenös

verabreichtem Midazolam um das Zwei- bis Dreifache, bei gleichzeitigem Anstieg der termi-

nalen Halbwertszeit um das 2,4-fache für Itraconazol und 1,5-fache für Fluconazol.

Posaconazol erhöhte die Plasmakonzentration von intravenös verabreichtem Midazolam

um etwa das Zweifache.

Es sollte bedacht werden, dass bei oraler Gabe von Midazolam dessen Aufnahme wesent-

lich höher ist als oben angegeben, vor allem bei Verabreichung zusammen mit Ketoconazol,

Itraconazol und Voriconazol.

Midazolam-Ampullen sind nicht für die orale Verabreichung geeignet.

Makrolid-Antibiotika

Erythromycin führte zu einer etwa 1,6- bis 2-fachen Erhöhung der Plasmakonzentrationen

von intravenös verabreichtem Midazolam bei gleichzeitiger Erhöhung der terminalen Halb-

wertszeit von Midazolam um das 1,5- bis 1,8-fache.

Clarithromycin erhöhte die Plasmakonzentrationen von Midazolam um das bis zu 2,5-

fache, verbunden mit einer 1,5- bis 2-fachen Erhöhung der Halbwertszeit.

Zusätzliche Information für oral verabreichtes Midazolam

Roxithromycin: Es liegen keine Daten zur gleichzeitigen Anwendung von Roxithromycin mit

Midazolam i.v. vor. Die geringe Wirkung auf die terminale Halbwertszeit von oral verabreich-

ten Midazolam-Tabletten, nämlich eine Erhöhung um 30%, lässt jedoch vermuten, dass die

Wirkung von Roxithromycin auf intravenös verabreichtes Midazolam gering ist.

HIV-Protease-Hemmer

Saquinavir und andere HIV-Protease-Hemmer: Die gleichzeitige Verabreichung mit Pro-

tease-Hemmern kann zu einem deutlichen Anstieg der Midazolam-Konzentration führen. Bei

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Teil I

Zusammenfassung des Dossiers

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Teil I B

1. Zusammenfassung der Produkteigenschaften (SPC)

gleichzeitiger Verabreichung mit Ritonavir verstärktem Lopinavir nahm die Plasmakonzentra-

tion von intravenös verabreichtem Midazolam um das 5,4-fache zu, mit einem ähnlichen An-

stieg der terminalen Halbwertszeit. Wenn Midazolam parenteral als Begleitmedikation zu

HIV-Protease-Hemmern verabreicht wird, sollte die Behandlung entsprechend der Beschrei-

bung für Azol-Antimykotika (siehe Ketoconazol) im vorherigen Abschnitt erfolgen.

Zusätzliche Information für oral verabreichtes Midazolam

Basierend auf den Daten für andere CYP3A4-Hemmer geht man davon aus, dass die Plas-

makonzentrationen von Midazolam nach oraler Gabe erheblich höher sind. Protease-

Hemmer dürfen daher nicht gleichzeitig mit oral gegebenem Midazolam angewendet wer-

den.

Kalziumkanalblocker

Diltiazem: Eine Einzelgabe Diltiazem erhöht die Plasmakonzentration von intravenös verab-

reichtem Midazolam um etwa 25% und verlängert die terminale Halbwertszeit um 43%.

Zusätzliche Information für oral verabreichtes Midazolam

Verapamil/Diltiazem erhöhen die Plasmakonzentration von oral verabreichtem Midazolam

um das 3- bzw. 4-fache. Die terminale Halbwertszeit von Midazolam erhöhte sich um 41%

bzw. 49%.

Sonstige Arzneimittel

Atorvastatin führte zu einem 1,4-fachen Anstieg der Plasmakonzentration von Midazolam

i.v. im Vergleich zur Kontrollgruppe.

Zusätzliche Information für oral verabreichtes Midazolam

Nefazodon erhöhte die Plasmakonzentrationen von oral verabreichtem Midazolam um das

4,6-fache, verbunden mit einer 1,6-fachen Erhöhung der Halbwertszeit.

Aprepitant erhöhte ab 80 mg/Tag dosisabhängig die Plasmakonzentrationen von oral ver-

abreichtem Midazolam um das 3,3-fache, verbunden mit einer 2-fachen Erhöhung der Halb-

wertszeit.

Arzneimittel, die CYP3A induzieren

Rifampicin senkte die Plasmakonzentration von intravenös verabreichtem Midazolam nach

7-tägiger Behandlung mit Rifampicin 600mg/Tag um etwa 60%. Die terminale Halbwertszeit

nahm um etwa 50–60% ab.

Zusätzliche Information für oral verabreichtes Midazolam

Rifampicin verringerte die Plasmakonzentration von oral verabreichtem Midazolam bei ge-

sunden Probanden um 96 %, seine psychomotorischen Effekte waren fast völlig verschwun-

den.

Carbamazepin / Phenytoin: Wiederholte Gaben von Carbamazepin oder Phenytoin führten

zu einer Abnahme der Plasmakonzentrationen von oral verabreichtem Midazolam um bis zu

90% und einer Verkürzung der Halbwertszeit von 60%.

Efavirenz: Die Fünffache Erhöhung des Verhältnisses des vom CYP3A-generierten Meta-

boliten α-Hydroxymidazolam und Midazolam bestätigt die CYP3A-induzierende Wirkung.

Phytopharmaka

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Zusammenfassung des Dossiers

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Teil I B

1. Zusammenfassung der Produkteigenschaften (SPC)

Johanniskraut senkte die Plasmakonzentration von Midazolam um etwa 20-40%, verbun-

den mit einer Verkürzung der terminalen Halbwertszeit von etwa 15-17%. Die Induktion von

CYP3A4 variiert je nach Johanniskrautextrakt.

Pharmakodynamische Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Verabreichung von Midazolam mit anderen Sedativa/Hypnotika und ZNS-

dämpfenden Arzneimitteln, einschließlich Alkohol, führt voraussichtlich zu verstärkter Sedie-

rung und Atemdepression.

Beispiele hierfür sind unter anderem Opiatderivate (wenn sie als Analgetika, Antitussiva oder

in der Substitutionstherapie eingesetzt werden), Antipsychotika, andere Benzodiazepine (bei

Anwendung als Anxiolytika oder Hypnotika), Barbiturate, Propofol, Ketamin, Etomidat; sedie-

rende Antidepressiva, ältere H

-Antihistaminika und zentral wirksame Antihypertensiva.

Alkohol kann die sedierende Wirkung von Midazolam deutlich verstärken. Es wird dringend

empfohlen, den Konsum von Alkohol während der Einnahme von Midazolam zu meiden

(siehe Abschnitt 4.4).

Midazolam senkt die minimale alveolare Konzentration (MAC) von Inhalationsanästhetika.

Opioide:

Die gleichzeitige Anwendung von sedierenden Arzneimitteln wie Benzodiazepine oder ver-

wandte Arzneimitteln wie Midazolam-hameln mit Opioiden erhöht das Risiko für Sedierung,

Atemdepression, Koma und Tod aufgrund einer additiven ZNS-dämpfenden Wirkung. Die

Dosierung und Dauer der gleichzeitigen Anwendung sollten begrenzt werden (siehe Ab-

schnitt 4.4).

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine ausreichendenden Daten für eine Beurteilung der Sicherheit von Midazolam

während der Schwangerschaft vor. Aus tierexperimentellen Studien haben sich keine Hin-

weise auf teratogene Wirkungen ergeben, aber wie bei anderen Benzodiazepinen wurde

Fetotoxizität beobachtet. Es liegen keine Informationen zur Einnahme von Midazolam wäh-

rend der ersten beiden Schwangerschaftstrimester vor.

Die Anwendung von hoch dosiertem Midazolam im letzten Trimenon, während der Geburt

oder bei Gabe zur Narkoseeinleitung bei Kaiserschnitt hat zu Nebenwirkungen bei Mutter

und Fötus (Aspirationsgefahr bei der Mutter, Unregelmäßigkeiten der fetalen Herzfrequenz,

herabgesetzte Muskelspannung, Saugschwäche, Hypothermie und Atemdepression beim

Neugeborenen) geführt.

Säuglinge, deren Mütter während der letzten Schwangerschaftsphase längerfristig mit Ben-

zodiazepinen behandelt wurden, können eine körperliche Abhängigkeit entwickeln und daher

dem Risiko von Entzugserscheinungen nach der Geburt ausgesetzt sein.

Deshalb darf Midazolam während der Schwangerschaft nur bei zwingender Indikation ange-

wendet werden. Bei einem Kaiserschnitt ist von der Anwendung dieses Mittels abzuraten.

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Teil I

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1. Zusammenfassung der Produkteigenschaften (SPC)

Bei geburtsnahen Eingriffen sollte das Risiko für das Neugeborene durch eine Midazolam-

gabe berücksichtigt werden.

Stillzeit

Midazolam geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Nach einer Gabe von Mida-

zolam sollten stillende Frauen ihre Kinder 24 Stunden lang nicht stillen.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Sedierung, Amnesie, eine beeinträchtigte Aufmerksamkeit und gestörte Muskelfunktionen

können die Fähigkeit zum Führen von Kraftfahrzeugen oder Bedienen von Maschinen nega-

tiv beeinflussen. Bevor ein Patient Midazolam erhält, sollte er darauf hingewiesen werden,

dass er nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen oder eine Maschine bedienen darf, bis er

sich vollständig erholt hat. Der Arzt entscheidet darüber, wann diese Aktivitäten wieder auf-

genommen werden können. Es wird empfohlen, dass der Patient nach der Entlassung nach

Hause von jemandem begleitet wird.

4.8

Nebenwirkungen

Bei der Bewertung der Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zu Grunde

gelegt:

Sehr häufig

≥1/10

Häufig

≥1/100 bis <1/10

Gelegentlich

≥1/1000 bis <1/100

Selten

≥1/10 000 bis <1/1 000

Sehr selten

<1/10 000

Nicht bekannt

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Nach Injektion von Midazolam wurde sehr selten über das Auftreten der folgenden Neben-

wirkungen berichtet.

Erkrankungen des Immunsystems:

Nicht bekannt

Generalisierte Überempfindlichkeitsreaktionen (Hautreaktionen, Herz-Kreislauf-Reaktionen,

Bronchospasmus), anaphylaktischer Schock, Angioödem.

Psychiatrische Erkrankungen:

Nicht bekannt

Verwirrtheit, euphorische Stimmung, Halluzinationen, Delirium.

Es ist von paradoxe Reaktionen wie Agitiertheit, unwillkürliche Bewegungen (einschließlich

tonischer/klonischer Bewegungen und Muskeltremor), Hyperaktivität, Feindseligkeit, Wutre-

aktion, Aggressivität, paroxysmale Erregung und Körperverletzung berichtet worden, insbe-

sondere bei Kindern und älteren Menschen.

Abhängigkeit: Die Anwendung von Midazolam, auch in therapeutischen Dosen, kann zu kör-

perlicher Abhängigkeit führen. Das Absetzen des Arzneimittels, vor allem plötzliches Abset-

zen, nach längerer intravenöser Gabe kann von Entzugserscheinungen, einschließlich Ent-

zugskrämpfen, begleitet sein (siehe Abschnitt 4.4). Fälle von Missbrauch wurden gemeldet.

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Teil I

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Teil I B

1. Zusammenfassung der Produkteigenschaften (SPC)

Erkrankungen des Nervensystems:

Nicht bekannt

Längere Sedierung, verminderte Wachsamkeit, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel,

Ataxie, postoperative Sedierung, anterograde Amnesie, deren Dauer in unmittelbarem Zu-

sammenhang mit der verabreichten Dosis steht. Die anterograde Amnesie kann auch am

Ende des Eingriffs noch vorliegen, in Einzelfällen wurde über eine noch längere Dauer der

Amnesie berichtet.

Bei Frühgeborenen und Neugeborenen wurde über Krämpfe berichtet.

Herzerkrankungen:

Nicht bekannt

Es sind schwere kardiorespiratorische Nebenwirkungen aufgetreten, u. a. Herzstillstand,

Hypotonie, Bradykardie, vasodilatierende Wirkungen. Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens

lebensbedrohlicher Ereignisse ist bei Erwachsenen über 60 Jahren und bei Patienten mit

vorher bestehender Atemwegsinsuffizienz oder beeinträchtigter Herzfunktion höher, vor al-

lem bei zu rasch durchgeführter Injektion oder hoher Dosis (siehe Abschnitt 4.4).

Erkrankungen der Atemwege:

Nicht bekannt

Es wurden schwere kardiorespiratorische Nebenwirkungen wie Atemdepression, Apnoe,

Atemstillstand, Dyspnoe, Laryngospasmus berichtet. Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens

lebensbedrohlicher Ereignisse ist bei Erwachsenen über 60 Jahren und bei Patienten mit

vorher bestehender Atemwegsinsuffizienz oder beeinträchtigter Herzfunktion höher, vor al-

lem bei zu rasch durchgeführter Injektion oder hoher Dosis (siehe Abschnitt 4.4). Schluck-

auf.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts:

Nicht bekannt

Übelkeit, Erbrechen, Obstipation, Mundtrockenheit.

Erkrankungen der Haut und Hautanhangsorgane:

Nicht bekannt

Hautausschlag, Urtikaria, Pruritus.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort:

Nicht bekannt

Müdigkeit, Erythem und Schmerzen an der Injektionsstelle, Thrombophlebitis, Thrombose.

Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen:

Nicht bekannt

Das Risiko von Stürzen und Frakturen ist bei gleichzeitiger Einnahme von Beruhigungsmit-

teln (einschließlich alkoholischer Getränke) und bei älteren Menschen erhöht.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

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Teil I

Zusammenfassung des Dossiers

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Teil I B

1. Zusammenfassung der Produkteigenschaften (SPC)

Meldung

Verdachts

Nebenwirkungen

nach

der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit.

ermöglicht

eine

kontinuierliche

Überwachung

Nutzen-Risiko-

Verhältnisses

Arzneimittels.

Angehörige

Gesundheitsberufen

sind

aufgefordert

jeden

Verdachtsfall

einer

Nebenwirkung

Bundesinstitut

für

Arzneimittel

Medizinprodukte,

Abt.

Pharmakovigilanz,

Kurt-Georg-Kiesinger

Allee

D-53175

Bonn,

Webseite: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome

Wie andere Benzodiazepine führt auch Midazolam häufig zu Benommenheit, Ataxie, Dys-

arthrie und Nystagmus. Eine Überdosierung von Midazolam ist bei alleiniger Einnahme des

Arzneimittels selten lebensbedrohlich, kann aber zu Areflexie, Apnoe, Hypotonie, kardiore-

spiratorischer Depression und in seltenen Fällen zum Koma führen. Falls es zu einem Koma

kommt, dauert dieses in der Regel einige Stunden, kann sich aber auch länger hinziehen

und besonders bei älteren Patienten zyklisch verlaufen. Bei Patienten mit vorher bestehen-

den Atemwegserkrankungen sind die atemdepressiven Wirkungen von Benzodiazepinen

schwerwiegender.

Benzodiazepine verstärken die Wirkung anderer ZNS-dämpfender Mittel, einschließlich Al-

kohol.

Gegenmaßnahmen

Überwachung der Vitalzeichen des Patienten und, je nach klinischem Zustand des Patien-

ten, Einleitung unterstützender Maßnahmen. Bei den Patienten kann insbesondere eine

symptomatische Behandlung der kardiorespiratorischen oder zentralnervösen Wirkungen

erforderlich sein.

Bei oraler Einnahme sollte eine weitere Resorption durch geeignete Maßnahmen, z. B. der

Gabe von Aktivkohle innerhalb von 1-2 Stunden, verhindert werden. Bei schläfrigen Patien-

ten, die mit Aktivkohle behandelt werden, ist es unbedingt notwendig, die Atemwege freizu-

halten. Bei einer Mehrfachintoxikation kann eine Magenspülung in Betracht gezogen wer-

den. Dies wird jedoch nicht als eine Routinemaßnahme empfohlen.

Bei schwerer ZNS-Depression ist die Anwendung von Flumazenil, einem Benzodiazepin-

Antagonisten, in Betracht zu ziehen.

Flumazenil darf nur unter engmaschiger Überwachung verabreicht werden. Aufgrund der

kurzen Halbwertszeit von etwa einer Stunde müssen die Patienten, nachdem die Wirkung

von Flumazenil abgeklungen ist, unter Beobachtung bleiben. Flumazenil ist bei gleichzeitiger

Anwendung von Arzneimitteln, welche die Krampfschwelle herabsetzen (z. B. trizyklische

Antidepressiva), nur mit äußerster Vorsicht anzuwenden. Weitere Informationen zum be-

stimmungsgemäßen Gebrauch dieses Arzneimittels finden sich in der Fachinformation von

Flumazenil.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Hypnotika und Sedativa: Benzodiazepinderivate

ATC-Code: N05CD08.

Midazolam 1 mg/ml,

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Teil I B

1. Zusammenfassung der Produkteigenschaften (SPC)

Midazolam ist ein Abkömmling der Imidazobenzodiazepin-Gruppe. Die freie Base ist eine

lipophile Substanz mit geringer Wasserlöslichkeit.

Der basische Stickstoff an Position 2 des Imidazobenzodiazepin-Rings bewirkt, dass der

Wirkstoff von Midazolam mit Säuren wasserlösliche Salze bilden kann. Diese ergeben eine

stabile und gut verträgliche Injektionslösung.

Die pharmakologische Wirkung von Midazolam ist aufgrund des raschen Stoffwechselab-

baus durch eine kurze Dauer gekennzeichnet. Midazolam verfügt über eine sedierende und

Schlaf induzierende Wirkung von hoher Intensität. Ferner hat es einen angst- und krampflö-

senden sowie Muskel relaxierenden Effekt.

Nach intramuskulärer oder intravenöser Applikation tritt eine anterograde Amnesie von kur-

zer Dauer auf (der Patient erinnert sich nicht an Ereignisse, die während der maximalen Ak-

tivität der Substanz geschahen).

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption nach intramuskulärer Injektion

Midazolam wird aus dem Muskelgewebe rasch und vollständig resorbiert. Die maximalen

Plasmakonzentrationen werden innerhalb von 30 Minuten erreicht. Die absolute Bioverfüg-

barkeit nach i.m. Injektion liegt über 90%.

Resorption nach rektaler Applikation

Midazolam wird nach rektaler Applikation rasch resorbiert. Die maximale Plasmakonzentrati-

on wird nach etwa 30 Minuten erreicht. Die absolute Bioverfügbarkeit liegt bei etwa 50%.

Verteilung

Nach i.v. Injektion von Midazolam zeigen sich auf der Plasma-Konzentrations-Zeitkurve eine

oder zwei deutliche Verteilungsphasen. Das Verteilungsvolumen im Steady State beträgt 0,7

– 1,2 l/kg. 96 – 98% des Midazolams sind an Plasmaproteine gebunden. Der Hauptanteil der

Plasmaproteinbindung geht auf Albumin zurück. Midazolam geht langsam und in geringen

Mengen in den Liquor über. Beim Menschen wurde gezeigt, dass Midazolam die Plazenta

langsam passiert und in den Fetuskreislauf gelangt. In der menschlichen Muttermilch wer-

den geringe Midazolam-Mengen gefunden.

Biotransformation

Midazolam wird fast vollständig über eine biochemische Umwandlung abgebaut. Der Anteil

der Dosis, der über die Leber eliminiert wird, wurde auf 30 – 60% geschätzt. Midazolam wird

vom Cytochrom P450 3A4-Isoenzym hydroxyliert, der Hauptmetabolit in Harn und Plasma ist

Alpha-Hydroxy-Midazolam. Die Plasmakonzentrationen von Alpha-Hydroxy-Midazolam be-

tragen 12% der Ausgangsverbindung. Alpha-Hydroxy-Midazolam ist pharmakologisch aktiv,

trägt aber nur in geringem Ausmaß (etwa 10%) zu den Wirkungen von intravenös applizier-

tem Midazolam bei.

Elimination

Bei gesunden Probanden beträgt die Eliminationshalbwertszeit von Midazolam 1,5 – 2,5

Stunden. Die Plasma-Clearance liegt bei 300 – 500 ml/Min. Midazolam wird vorwiegend über

die Nieren ausgeschieden (60 – 80% der injizierten Dosis) und als Glucuronid-konjugiertes

Alpha-Hydroxy-Midazolam wiedergefunden. Weniger als 1% der Dosis wird als unveränderte

Substanz im Urin wieder gefunden. Die Eliminationshalbwertszeit von Alpha-Hydroxy-

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Teil I B

1. Zusammenfassung der Produkteigenschaften (SPC)

Midazolam liegt unter 1 Stunde. Die Eliminationskinetik von Midazolam ist für die i.v. Infusion

die gleiche wie nach Bolusinjektion.

Pharmakokinetik bei Risikopatienten

Ältere Menschen

Die Eliminationshalbwertszeit kann bei Patienten >60 Jahre bis auf das Vierfache verlängert

sein.

Kinder

Die rektale Resorptionsrate bei Kindern ist ähnlich wie bei Erwachsenen, die Bioverfügbar-

keit ist jedoch niedriger (5 bis 18%). Die Eliminationshalbwertszeit nach i.v. und rektaler Ap-

plikation ist bei Kindern im Alter von 3 – 10 Jahren (1 bis 1,5 Stunden) kürzer verglichen mit

Erwachsenen. Der Unterschied entspricht der erhöhten Stoffwechsel-Clearance bei Kindern.

Neugeborene

Die Eliminationshalbwertszeit bei Neugeborenen beträgt durchschnittlich 6 – 12 Stunden,

vermutlich wegen der Leberunreife, außerdem ist die Clearance verringert (siehe Abschnitt

4.4).

Übergewicht

Bei übergewichtigen Patienten ist die mittlere Halbwertszeit im Vergleich zu nicht-

übergewichtigen Personen größer (5,9 verglichen mit 2,3 Stunden). Grund dafür ist eine

etwa 50%ige Zunahme des um das Körpergesamtgewicht korrigierte Verteilungsvolumens.

Die Clearance ist bei Über- und Normalgewichtigen vergleichbar.

Patienten mit Leberinsuffizienz

Die Eliminationshalbwertszeit kann bei Zirrhosepatienten verlängert und die Clearance kür-

zer sein als bei gesunden Probanden (siehe Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die

Anwendung).

Patienten mit Niereninsuffizienz

Die Eliminationshalbwertszeit bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz ist ähnlich wie

die von gesunden Probanden.

Schwerkranke

Bei Schwerkranken ist die Eliminationshalbwertszeit von Midazolam bis um das Sechsfache

verlängert.

Patienten mit Herzinsuffizienz

Die Eliminationshalbwertszeit bei Patienten mit dekompensierter Herzinsuffizienz ist länger

verglichen mit gesunden Probanden (siehe Abschnitt 4.4).

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Neben den bereits in anderen Abschnitten der Zusammenfassung der Merkmale des Arz-

neimittels aufgeführten Informationen gibt es für den verordnenden Arzt keine weiteren rele-

vanten präklinischen Daten.

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Teil I B

1. Zusammenfassung der Produkteigenschaften (SPC)

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Wasser für Injektionszwecke

Natriumchlorid

Salzsäure

6.2

Inkompatibilitäten

Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

Wenn eine Mischung mit anderen Arzneimitteln beabsichtigt wird, muss vor der Verabrei-

chung die Kompatibilität geprüft werden.

Midazolam fällt in Hydrogencarbonat-haltigen Lösungen aus. Theoretisch ist die Midazolam-

Injektionslösung in Lösungen mit einem neutralen oder basischen pH-Wert wahrscheinlich

instabil. Wird Midazolam mit Albumin, Amoxicillin-Natrium, Ampicillin-Natrium, Bumetanid,

Dexamethason-Natriumphosphat, Dimenhydrinat, Floxacillin-Natrium, Furosemid, Hydrocor-

tison-Natriumsuccinat, Pentobarbital-Natrium, Perphenazin, Prochlorperazinedisilat, Raniti-

din, Thiopental-Natrium oder Trimethoprim-Sulfamethoxazol gemischt, bildet sich sofort ein

weißer Niederschlag.

Mit Nafcillin-Natrium bildet sich ein Schleier, dem sofort ein weißer Niederschlag folgt. Mit

Ceftazidim bildet sich ein Schleier.

Mit Methotrexat-Natrium bildet sich ein gelber Niederschlag. Mit Clonidinhydrochlorid ent-

steht eine orange Verfärbung. Mit Omeprazol-Natrium entsteht eine braune Verfärbung, auf

die ein brauner Niederschlag folgt. Mit Foscarnet-Natriumbildet sich ein Gas. Des weiteren

sollte Midazolam nicht mit Aciclovir, Albumin, Alteplase, Acetazolam-Dinatrium, Diazepam,

Enoximon, Flecainidacetat, Fluorouracil, Imipenem, Mezlocillin-Natrium, Phenobarbital-

Natrium, Phenytoin-Natrium, Kaliumcanrenoat, Sulbactam-Natrium, Theophyllin, Trometamol

und Urokinase gemischt werden.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Haltbarkeit vor dem ersten Öffnen

3 Jahre

Haltbarkeit nach Anbruch:

Midazolam-hameln 1 mg/ml, 2 mg/ml oder 5 mg/ml Injektions-/Infusionslösung sind für den

einmaligen Gebrauch bestimmt. Nicht verwendete Lösung ist zu entsorgen

Haltbarkeit nach Verdünnung

Die chemische und physikalische Stabilität in Gebrauch befindlicher Verdünnungen (siehe

Abschnitt 6.6) wurde für 72 Stunden bei 25°C nachgewiesen.

Unter mikrobiologischen Gesichtspunkten sollten die Verdünnungen sofort verbraucht wer-

den. Geschieht dies nicht, trägt der Benutzer die Verantwortung für die Lagerzeiten und La-

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2 mg/ml, 5 mg/ml Hameln

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1. Zusammenfassung der Produkteigenschaften (SPC)

gerbedingungen in Gebrauch befindlicher Lösungen. Sofern die Herstellung der Verdünnung

nicht unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen erfolgt, ist diese nicht

länger als 24 Stunden bei 2°C bis 8°C aufzubewahren.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Das Behältnis im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Nicht über 25° C lagern.

Nicht einfrieren.

Aufbewahrungsbedingungen nach Verdünnung und Anbruch des Arzneimittels, siehe Ab-

schnitt 6.3.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Midazolam-hameln 1 mg/ml Injektions-/Infusionslösung:

Ampullen aus farblosem Glas mit einem Inhalt von 2, 5 oder 10 ml Lösung.

Packungsgrößen:

Packungen mit

5 Amp. à 2 ml

10 Amp. à 2 ml

25 Amp. à 2 ml

50 Amp. à 2 ml

100 Amp. à 2 ml

Packungen mit

5 Amp. à 5 ml

10 Amp. à 5 ml

25 Amp. à 5 ml

50 Amp. à 5 ml

100 Amp. à 5 ml

Packungen mit

5 Amp. à 10 ml

10 Amp. à 10 ml

25 Amp. à 10 ml

50 Amp. à 10 ml

100 Amp. à 10 ml

Durchstechflaschen aus farblosem Glas mit einem Brombutyl-Kunststoff-Verschluss

und einem Inhalt von 50 ml Lösung.

Packungsgrößen: Packungen mit

1 Durchstechflasche à 50 ml

5 Durchstechflaschen à 50 ml

10 Durchstechflaschen à 50 ml

Midazolam-hameln 2 mg/ml Injektions-/Infusionslösung:

Ampullen aus farblosem Glas mit einem Inhalt von 5 ml Lösung.

Packungsgrößen: Packungen mit

5 Amp. à 5 ml

10 Amp. à 5 ml

25 Amp. à 5 ml

50 Amp. à 5 ml

100 Amp. à 5 ml

Ampullen aus farblosem Glas mit einem Inhalt von 25 ml Lösung.

Packungsgrößen: Packungen mit

5 Amp. à 25 ml

Midazolam 1 mg/ml,

2 mg/ml, 5 mg/ml Hameln

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Zusammenfassung des Dossiers

Seite 22

Teil I B

1. Zusammenfassung der Produkteigenschaften (SPC)

10 Amp. à 25 ml

10x5 Amp. à 25 ml

10x10 Amp. à 25 ml

Durchstechflaschen aus farblosem Glas mit Brombutyl-Kunststoff-Verschluss und ei-

nem Inhalt von 50 ml Lösung.

Packungsgrößen: Packungen mit

1 Durchstechflasche à 50 ml

5 Durchstechflaschen à 50 ml

10 Durchstechflaschen à 50 ml

Midazolam-hameln 5 mg/ml Injektions-/Infusionslösung:

Ampullen aus farblosem Glas mit einem Inhalt von 1, 2, 3, 5, 10 oder 18 ml Lösung.

Packungsgrößen:

Packungen mit

5 Amp. à 1 ml

10 Amp. à 1 ml

25 Amp. à 1 ml

50 Amp. à 1 ml

100 Amp. à 1 ml

Packungen mit

5 Amp. à 2 ml

10 Amp. à 2 ml

25 Amp. à 2 ml

50 Amp. à 2 ml

100 Amp. à 2 ml

Packungen mit

5 Amp. à 3 ml

10 Amp. à 3 ml

25 Amp. à 3 ml

50 Amp. à 3 ml

100 Amp. à 3 ml

Packungen mit

5 Amp. à 5 ml

10 Amp. à 5 ml

25 Amp. à 5 ml

50 Amp. à 5 ml

100 Amp. à 5 ml

Packungen mit

5 Amp. à 10 ml

10 Amp. à 10 ml

25 Amp. à 10 ml

50 Amp. à 10 ml

100 Amp. à 10 ml

Packungen mit

5 Amp. à 18 ml

10 Amp. à 18 ml

25 Amp. à 18 ml

50 Amp. à 18 ml

100 Amp. à 18 ml

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise

zur Handhabung

Kompatibel mit folgenden Infusionslösungen

0,9% Natriumchloridlösung

Midazolam 1 mg/ml,

2 mg/ml, 5 mg/ml Hameln

Januar 2019

Teil I

Zusammenfassung des Dossiers

Seite 23

Teil I B

1. Zusammenfassung der Produkteigenschaften (SPC)

5% Dextroselösung

10% Dextroselösung

Ringerlösung

Diese Lösungen sind 3 Tage bei Raumtemperatur stabil.

Inkompatibilitäten mit anderen Lösungen zu vermeiden, darf

Midazolam-hameln 1

mg/ml, 2 mg/ml oder 5 mg/ml nur mit den oben genannten Infusionslösungen gemischt wer-

den (siehe auch Abschnitt 6.2 Inkompatibilitäten).

Die Injektionslösung soll vor der Anwendung visuell geprüft werden. Nur Injektionslösungen

ohne sichtbare Partikel verwenden.

Für die Lagerung von sterilen Produkten, die geöffnet, verdünnt oder rekonstituiert werden

siehe Abschnitt 6.3.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

hameln pharma plus gmbh

Langes Feld 13

31789 Hameln, Deutschland

8.

ZULASSUNGSNUMMERN

47046.00.00

47046.01.00

47046.02.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNGEN / VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNGEN

Datum der Erteilung der Zulassungen: 28.03.2000

Datum der letzten Verlängerung der Zulassungen: 10.08.2010

10.

STAND DER INFORMATION

01/2019

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig/Betäubungsmittel

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