Midazolam B. Braun 5 mg/ml Injektions-/Infusionslösung oder Rektallösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Midazolamhydrochlorid
Verfügbar ab:
B. Braun Melsungen Aktiengesellschaft
ATC-Code:
N05CD08
INN (Internationale Bezeichnung):
Midazolam hydrochloride
Darreichungsform:
Injektions-/Infusionslösung oder Rektallösung
Zusammensetzung:
Midazolamhydrochlorid 5.56mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
50451.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Midazolam B. Braun 1 mg/ml Injektions-/Infusionslösung oder Rektallösung

Midazolam B. Braun 5 mg/ml Injektions-/Infusionslösung oder Rektallösung

Midazolam

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor dieses Arzneimittel bei Ihnen

angewendet wird, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Midazolam B. Braun und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Midazolam B. Braun beachten?

Wie ist Midazolam B. Braun anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Midazolam B. Braun aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Midazolam B. Braun und wofür wird es angewendet?

Midazolam B. Braun ist ein kurz wirksames Arzneimittel zur Einleitung einer Sedierung (ein sehr

entspannter Zustand mit gleichzeitiger Gelassenheit, Benommenheit oder Schlaf) und Linderung von

Angst und Muskelverspannungen. Der Wirkstoff in Midazolam gehört zu einer Gruppe von

Substanzen, die als Benzodiazepine bezeichnet werden.

Dieses Arzneimittel wird angewendet zur:

Analgosedierung (ein sehr entspannter Wachzustand mit gleichzeitiger Gelassenheit oder

Benommenheit) während einer medizinischen Untersuchung oder eines medizinischen

Verfahrens bei Erwachsenen und Kindern

Sedierung von Erwachsenen und Kindern auf der Intensivstation

Anästhesie von Erwachsenen, entweder allein oder zusammen mit anderen Arzneimitteln

Prämedikation (zur Herbeiführung von Entspannung, Gelassenheit und Benommenheit vor

einer Anästhesie) bei Erwachsenen und Kindern

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Midazolam B. Braun beachten?

Midazolam B. Braun darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch (überempfindlich) gegen Midazolam, Benzodiazepine oder einen der in

Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind

wenn Sie schwere Atemprobleme haben und Sie Midazolam zur Analgosedierung benötigen

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Midazolam B. Braun bei Ihnen angewendet

wird.

Während Ihnen dieses Arzneimittel verabreicht wird, werden Sie sehr sorgfältig überwacht werden.

Ihr Arzt wird ebenfalls dafür sorgen, dass alle zur Behandlung von Notfällen und einer

Wiederbelebung notwendigen Geräte und Arzneimittel zur Verfügung stehen.

Ihr Arzt wird besondere Vorsicht walten lassen und möglicherweise Ihre Dosis besonders sorgfältig

anpassen, wenn:

Sie älter als 60 Jahre sind

Sie eine langfristige Erkrankung haben (wie etwa Atemprobleme oder Nieren-, Leber- oder

Herzprobleme)

Sie geschwächt sind (wenn Sie eine Krankheit haben, die mit Schwäche, Abgeschlagenheit und

Energielosigkeit einhergeht)

Informieren Sie Ihren Arzt, bevor Sie dieses Arzneimittel erhalten, wenn:

Sie an Myasthenia gravis leiden (eine neuromuskuläre Erkrankung, die Muskelschwäche

verursacht)

Sie regelmäßig große Mengen Alkohol trinken oder früher ein Alkoholproblem hatten

Sie regelmäßig Drogen nehmen oder früher ein Drogenproblem hatten

Wenn Sie dieses Arzneimittel über einen längeren Zeitraum hinweg verabreicht bekommen, können

Sie:

eine Toleranz gegenüber Midazolam entwickeln. Die Wirksamkeit des Arzneimittels lässt nach

und es wirkt bei Ihnen nicht mehr so gut

eine Abhängigkeit von diesem Arzneimittel entwickeln und Entzugssymptome bekommen

(siehe „Wenn Sie die Anwendung von Midazolam B Braun abbrechen“ in Abschnitt 3)

Midazolam verursacht eine Gedächtnislücke ab dem Zeitpunkt der Verabreichung. Die Dauer der

Gedächtnislücke ist abhängig von der Dosis. Sorgen Sie dafür, dass Sie jemand nach Entlassung aus

dem Krankenhaus oder der Arztpraxis nach einem chirurgischen oder diagnostischen Verfahren nach

Hause begleitet.

Kinder

Kinder müssen sorgfältig überwacht werden. Bei Säuglingen unter 6 Monaten beinhaltet dies die

Überwachung der Atmung und des Sauerstoffgehalts.

Wenn Ihr Kind kardiovaskuläre Erkrankungen (Herzprobleme) hat, ist es besonders wichtig, dass Sie

dies Ihrem Arzt sagen. Ihr Kind wird sorgfältig überwacht und die Dosierung vorsichtig angepasst

werden.

Anwendung von Midazolam B. Braun zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere

Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Mehrere Arzneimittel können die Wirkung von Midazolam beeinflussen. Sie führen entweder zu einer

Verstärkung oder Verlängerung der Wirkung oder beidem.

Informieren Sie Ihren Arzt vor allem dann, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel einnehmen:

Beruhigungsmittel (zur Behandlung von Angstzuständen oder zum Einschlafen)

Hypnotika (Schlafmittel)

Sedativa (machen gelassen oder schläfrig)

Antidepressiva (Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen)

Schmerzmittel

Antihistaminika (zur Behandlung von Allergien)

Arzneimittel zur Behandlung von Pilzinfektionen (Ketoconazol, Voriconazol, Fluconazol,

Itraconazol)

Makrolidantibiotika (Erythromycin, Clarithromycin)

Cimetidin oder Ranitidin (Arzneimittel zur Behandlung von Magengeschwüren)

Diltiazem (zur Behandlung von Bluthochdruck)

Proteinaseinhibitoren (Arzneimittel zur Behandlung von HIV) wie Saquinavir

Atorvastatin (zur Behandlung von hohen Cholesterinspiegeln)

Rifampicin (zur Behandlung mykobakterieller Infektionen wie Tuberkulose)

das pflanzliche Arzneimittel Johanniskraut

Anwendung von Midazolam B. Braun zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol

Wenn Sie mit Midazolam behandelt wurden, dürfen Sie keine alkoholischen Getränke zu sich

nehmen, da Alkohol die Wirkung von Midazolam auf unkontrollierte Weise verstärkt. Dies kann zu

schweren unerwünschten Wirkungen auf Atmung, Herztätigkeit und Kreislauf führen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt

oder Apotheker um Rat.

Wenn Sie schwanger sind, werden Sie Midazolam nur erhalten, wenn Ihr Arzt dies im Rahmen Ihrer

Behandlung für unbedingt notwendig erachtet.

Wenn Sie Ihr Kind stillen, müssen Sie das Stillen nach Verabreichung von Midazolam für 24 Stunden

unterbrechen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Sie dürfen sich nicht an das Steuer eines Fahrzeugs setzen und keine Werkzeuge oder Maschinen

bedienen, solange Sie sich nicht vollständig von der Wirkung von Midazolam erholt haben. Ihr Arzt

wird Sie beraten, wann dies der Fall sein wird.

Dieses Arzneimittel kann Sie schläfrig oder vergesslich machen oder Ihre Konzentrationsfähigkeit

und Koordination beeinträchtigen. Sorgen Sie dafür, dass jemand Sie nach der Entlassung nach Hause

begleitet.

Midazolam B. Braun enthält Natrium

Dieses Arzneimittel enthält 3,5 mg Natrium (Hauptbestandteil von Kochsalz/Speisesalz) pro

Milliliter. Dies entspricht 0,2 % der für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen

Natriumaufnahme mit der Nahrung.

Dieses Arzneimittel enthält 2,2 mg Natrium (Hauptbestandteil von Kochsalz/Speisesalz) pro

Milliliter. Dies entspricht 0,1 % der für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen

Natriumaufnahme mit der Nahrung.

3.

Wie ist Midazolam B. Braun anzuwenden?

Dosierung:

Ihr Arzt bestimmt die richtige Dosis für Sie oder Ihr Kind, je nachdem welche Behandlung Sie oder

Ihr Kind erhalten und je nach Ihrem Zustand oder dem Zustand Ihres Kindes.

Art der Anwendung:

Midazolam B. Braun wird (als Injektion) in eine Vene (intravenös) oder in einen Muskel

(intramuskulär) gespritzt.

Die Injektionslösung kann auch in einer größeren Menge Flüssigkeit verdünnt werden und durch eine

Kanüle in der Vene (als Infusion) verabreicht werden.

Die rektale Verabreichung mit einem speziellen Applikator ist ebenfalls möglich, falls eine Injektion

oder Infusion nicht durchführbar ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Midazolam B. Braun erhalten haben, als Sie sollten

Dieses Arzneimittel wird Ihnen von einem Arzt verabreicht werden. Sollten Sie versehentlich zu viel

Midazolam erhalten, kann dies zu Benommenheit, Verwirrtheit, Teilnahmslosigkeit oder einem

Verlust des natürlichen Zusammenspiels der Muskeln (Koordination) führen. Bei schwerer

Vergiftung kann es zu Reflexverlust, Blutdruckabfall, kardiorespiratorischer Depression (Atmung und

Herzschlag werden langsamer oder stoppen ganz) und Bewusstlosigkeit (Koma) kommen.

Die Behandlung einer Überdosierung besteht hauptsächlich aus einer Überwachung der

Vitalfunktionen (Herz- und Kreislauftätigkeit sowie Atmung). Sie werden entsprechende

unterstützende Behandlungsmaßnahmen erhalten, sollten diese erforderlich sein.

Bei schwerer Vergiftung kann Ihnen ein spezielles Gegenmittel zur Aufhebung der Wirkung von

Midazolam verabreicht werden.

Wenn die Anwendung von Midazolam B. Braun abgebrochen wird

Wenn die Behandlung plötzlich nach einer langfristigen Anwendung abgebrochen wird, können

Entzugssymptome auftreten, darunter:

Kopfschmerzen,

Muskelschmerzen,

Angst- und Spannungszustände, Unruhe, Verwirrtheit oder schlechte Laune (Reizbarkeit),

Schlafprobleme (Insomnie),

Stimmungsschwankungen,

Halluzinationen (Dinge sehen und möglicherweise hören, die nicht da sind),

Krämpfe (Konvulsionen).

Ihr Arzt wird zum Ende Ihrer Behandlung mit Midazolam hin Ihre Dosis schrittweise verringern, um

ein Auftreten dieser Wirkungen zu vermeiden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen. Die folgenden Nebenwirkungen wurden beobachtet (Häufigkeit nicht bekannt).

Die folgenden Nebenwirkungen können schwerwiegend sein. Wenn eine der folgenden

Nebenwirkungen auftritt, informieren Sie sofort Ihren Arzt; er wird die Behandlung mit

diesem Arzneimittel abbrechen:

Anaphylaktischer Schock (eine lebensbedrohliche allergische Reaktion). Anzeichen können

sein: plötzlich auftretender Ausschlag, Juckreiz oder erhabener Ausschlag (Quaddeln) und

Schwellungen des Gesichts, der Lippen, der Zunge oder anderer Körperteile. Es können auch

Kurzatmigkeit, Keuchen oder Atemschwierigkeiten (Bronchospasmus) bei Ihnen auftreten

Herzinfarkt (Herzstillstand). Anzeichen können sein: Brustkorbschmerzen, die in den Nacken

und die Schultern sowie den linken Arm ausstrahlen können, Atemschwierigkeiten oder

-komplikationen (kann manchmal zu Atemstillstand führen)

Ersticken und plötzliche Blockade der Atemwege (Laryngospasmus)

Lebensbedrohliche Nebenwirkungen treten häufiger bei Erwachsenen über 60 Jahren auf sowie bei

Personen, die bereits Atemschwierigkeiten oder Herzprobleme haben, und insbesondere dann, wenn

die Injektion zu schnell gegeben oder eine hohe Dosis verabreicht wird.

Weitere Nebenwirkungen

Störungen des Immunsystems

Allgemeine allergische Reaktionen (Hautreaktionen, Herz- und Blutsystemreaktionen)

Verhaltensstörungen

Körperliche Unruhe

Ruhelosigkeit

Feindseligkeit, Jähzorn oder Aggression

Erregung

Tätlichkeiten

Muskelprobleme

Muskelzuckungen und Muskelzittern (unkontrollierbares Zittern der Muskeln)

Seelische und nervliche Störungen

Verwirrtheit

Euphorie (ein übermäßiges Gefühl von Glück oder Erregung)

Halluzinationen (Dinge sehen und möglicherweise hören, die nicht da sind)

Benommenheit und längere Sedierungsdauer

Verminderte Wachheit

Kopfschmerzen

Schwindel

Schwierigkeiten, die Muskeln koordiniert zu bewegen

Krämpfe (Konvulsionen) bei frühgeborenen Säuglingen und Neugeborenen

vorübergehender Gedächtnisverlust. Die Dauer hängt direkt von der verabreichten Menge

Midazolam ab. Diese Wirkung kann nach der Behandlung einsetzen. In Einzelfällen hielt diese

Wirkung über einen längeren Zeitraum an.

Arzneimittelabhängigkeit

Entzugssymptome, manchmal mit Krämpfen (Konvulsionen)

Herz- und Kreislaufstörungen

Niedriger Blutdruck

Langsamer Herzschlag

Erweiterung der Blutgefäße (Vasodilatation)

Atemprobleme

Schluckauf.

Magen-, Darm- und Mundprobleme

Übelkeit (Nausea)

Erbrechen

Verstopfung

Mundtrockenheit

Hautprobleme

Hautausschlag

Quaddeln (erhabener Ausschlag)

Juckreiz

Wirkungen an der Verabreichungsstelle

Rötung

Schwellung der Haut

Blutgerinnsel oder Schmerzen

Allgemein

Müdigkeit (Ermüdung)

Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen

Stürze und Knochenbrüche. Dieses Risiko ist bei Patienten, die zeitgleich Sedativa nehmen

(einschließlich alkoholischer Getränke), sowie bei älteren Patienten erhöht.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Midazolam B. Braun aufzubewahren?

Ihr Arzt oder Apotheker ist für die Aufbewahrung dieses Arzneimittels verantwortlich. Beide sind

auch für die korrekte Entsorgung von nicht verbrauchtem Midazolam verantwortlich.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und dem Umkarton angegebenen

Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

Nicht über 25 °C aufbewahren.

Behältnisse im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Midazolam B. Braun enthält

Der Wirkstoff ist: Midazolam (als Midazolamhydrochlorid).

1 ml Midazolam B. Braun enthält 1 Milligramm Midazolam.

1 Ampulle zu 5 ml enthält 5 Milligramm Midazolam.

1 Flasche zu 50 ml enthält 50 Milligramm Midazolam.

1 Flasche zu 100 ml enthält 100 Milligramm Midazolam.

1 ml Midazolam B. Braun enthält 5 Milligramm Midazolam.

1 Ampulle zu 1 ml enthält 5 Milligramm Midazolam.

1 Ampulle zu 3 ml enthält 15 Milligramm Midazolam.

1 Ampulle zu 10 ml enthält 50 Milligramm Midazolam.

Die sonstigen Bestandteile sind: Natriumchlorid, Salzsäure 10 % und Wasser für

Injektionszwecke.

Wie Midazolam B. Braun aussieht und Inhalt der Packung

Midazolam B. Braun ist eine klare farblose Lösung von Midazolamhydrochlorid in Wasser.

Midazolam B. Braun ist erhältlich in

5-ml-Ampullen aus farblosem Glas, in Packungen mit 10 Ampullen

transparenten 5-ml-Polyethylenampullen, in Packungen mit 4, 10 oder 20 Ampullen

transparenten 50-ml- und 100-ml-Polyethylenflaschen, in Packungen mit 10 Flaschen

1-ml-Ampullen aus farblosem Glas, in Packungen mit 10 Ampullen

3-ml-Ampullen aus farblosem Glas, in Packungen mit 10 Ampullen

10-ml-Ampullen aus farblosem Glas, in Packungen mit 5 oder 10 Ampullen

transparenten 10-ml-Polyethylenampullen, in Packungen mit 4, 10 oder 20 Ampullen

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

B. Braun Melsungen AG

Carl-Braun-Straße 1

34212 Melsungen

Deutschland

Postanschrift

B. Braun Melsungen AG

34209 Melsungen

Deutschland

Telefon: +49-5661-71-0

Fax: +49-5661-71-4567

Hersteller

B. Braun Melsungen AG

Carl-Braun-Straße 1

34212 Melsungen

Deutschland

B. Braun Medical, S.A.

Carretera de Terrassa, 121

08191 Rubí (Barcelona)

Spanien

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Midazolam B. Braun 1 mg/ml

Belgien, Tschechische Republik, Dänemark, Estland,

Deutschland, Griechenland, Italien, Lettland, Litauen,

Luxemburg, Norwegen, Portugal, Spanien

Midazolam B. Braun 5 mg/ml

Belgien, Tschechische Republik, Dänemark, Estland,

Deutschland, Griechenland, Italien, Lettland, Litauen,

Luxemburg, Norwegen, Portugal, Spanien

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Juni 2018.

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Warnhinweise

Paradoxe Wirkungen

Im Zusammenhang mit Midazolam wurden paradoxe Wirkungen wie Agitiertheit, unfreiwillige

Bewegungen (einschließlich tonisch/klonischer Krämpfe und Muskeltremor), Hyperaktivität,

Feindseligkeit, Wutausbrüche, Aggressivität, paroxysmale Erregung und Tätlichkeiten berichtet.

Diese Reaktionen treten bei höherer Dosierung auf und/oder wenn die Injektion zu schnell verabreicht

wird. Am häufigsten wurden diese Reaktionen bei Kindern und älteren Patienten berichtet.

Handhabung

Dieses Arzneimittel ist unmittelbar nach dem Öffnen des Behältnisses zu verwenden.

Dauer der Haltbarkeit nach Verdünnung

Die chemische und physikalische Aufbrauchstabilität beträgt nachweislich 24 Stunden bei

Raumtemperatur und 3 Tage bei 5 °C.

Unter mikrobiologischen Gesichtspunkten sollten Verdünnungen sofort nach Herstellung verwendet

werden. Bei nicht sofortiger Verwendung trägt der Anwender die Verantwortung für Lagerzeiten und

-bedingungen vor Gebrauch, wobei eine Aufbewahrungsdauer von 24 Stunden bei 2 bis 8 °C nicht

überschritten werden sollte, es sei denn, die Verdünnung hat unter kontrollierten und validierten

aseptischen Bedingungen stattgefunden.

Anweisungen zur Verdünnung und zu Inkompatibilitäten sowie ausführliche Verschreibungshinweise

siehe Fachinformation (Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels).

Das Arzneimittel ist in Einzeldosisbehältnissen erhältlich. Nicht verwendeter Inhalt geöffneter

Ampullen muss sofort entsorgt werden.

Darf nur verwendet werden, wenn die Lösung klar und farblos und die Ampulle unbeschädigt ist.

FACHINFORMATION

(ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS)

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Midazolam B. Braun 1 mg/ml Injektions-/Infusionslösung oder Rektallösung

Midazolam B. Braun 5 mg/ml Injektions-/Infusionslösung oder Rektallösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 ml Injektionslösung enthält

1 mg Midazolam

(als Midazolamhydrochlorid, 1,112 mg)

Eine 5-ml-Ampulle enthält

5 mg Midazolam

(als Midazolamhydrochlorid, 5,56 mg)

Eine 50-ml-Flasche enthält

50 mg Midazolam

(als Midazolamhydrochlorid, 55,6 mg)

Eine 100-ml-Flasche enthält

100 mg Midazolam

(als Midazolamhydrochlorid, 111,2 mg)

1 ml Injektionslösung enthält

5 mg Midazolam

(als Midazolamhydrochlorid, 5,56 mg)

Eine 1-ml-Ampulle enthält

5 mg Midazolam

(als Midazolamhydrochlorid, 5,56 mg)

Eine 3-ml-Ampulle enthält

15 mg Midazolam

(als Midazolamhydrochlorid, 16,68 mg)

Eine 10-ml-Ampulle enthält

50 mg Midazolam

(als Midazolamhydrochlorid, 55,6 mg)

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Natrium 3,5 mg/ml Natrium 2,2 mg/ml

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Injektions-/Infusionslösung oder Rektallösung

Klare, farblose, wässrige Lösung

pH: 2,9–3,7

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Midazolam B. Braun ist ein kurz wirksames Sedativum mit folgenden Indikationen:

Bei Erwachsenen

ANALGOSEDIERUNG (bei erhaltenem Bewusstsein) vor und während diagnostischer

Verfahren oder therapeutischer Eingriffe mit oder ohne Lokalanästhesie

ANÄSTHESIE

Prämedikation vor Anästhesieeinleitung

Anästhesieeinleitung

Als sedierende Komponente bei Kombinationsnarkosen

SEDIERUNG AUF DER INTENSIVSTATION

Bei Kindern

ANALGOSEDIERUNG (bei erhaltenem Bewusstsein) vor und während diagnostischer

Verfahren oder therapeutischer Eingriffe mit oder ohne Lokalanästhesie

ANÄSTHESIE

Zur Prämedikation vor Anästhesieeinleitung

SEDIERUNG AUF DER INTENSIVSTATION

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Midazolam ist ein stark wirksames Sedativum, das sorgfältig dosiert und langsam verabreicht werden

muss. Eine Dosistitration wird dringend empfohlen, um die erforderliche Sedierungstiefe je nach

klinischem Bedarf, körperlichem Zustand, Alter und Begleitmedikation sicher zu erreichen. Bei

Erwachsenen über 60 Jahren, geschwächten oder chronisch kranken Patienten und Kindern, ist die

Dosis vorsichtig zu wählen und individuelle Risikofaktoren für jeden Patienten sind zu

berücksichtigen. In der nachstehenden Tabelle sind die Standarddosierungen angegeben. Weitere

Informationen sind im Text nach der Tabelle aufgeführt.

Indikation

Erwachsene < 60 Jahre

Erwachsene ≥ 60 Jahre /

geschwächt oder chronisch

krank

Kinder

Analgosedierung

i.v.

Initialdosis: 2–2,5 mg

Dosistitration: 1-mg-

Schritte

Gesamtdosis: 3,5–7,5 mg

i.v.

Initialdosis: 0,5–1 mg

Dosistitration: 0,5–1-mg-

Schritte

Gesamtdosis: < 3,5 mg

i.v. bei Patienten von

6 Monaten –

5 Jahren

Initialdosis: 0,05–

0,1 mg/kg

Gesamtdosis: < 6 mg

i.v. bei Patienten von

6 – 12 Jahren

Initialdosis: 0,025–

0,05 mg/kg

Gesamtdosis:

< 10 mg

rektal bei Patienten

> 6 Monate

0,3–0,5 mg/kg

i.m. bei Patienten

von 1–15 Jahren

0,05–0,15 mg/kg

Indikation

Erwachsene < 60 Jahre

Erwachsene ≥ 60 Jahre /

geschwächt oder chronisch

krank

Kinder

Anästhesie –

Prämedikation

i.v.

1-2 mg wiederholt

i.m.

0,07–0,1 mg/kg

i.v.

Initialdosis: 0,5 mg

ggf. einschleichende

Dosierung

i.m.

0,025–0,05 mg/kg

rektal bei Patienten

> 6 Monate

0,3–0,5 mg/kg

i.m. bei Patienten

von 1–15 Jahren

0,08–0,2 mg/kg

Anästhesie –

Einleitung

i.v.

0,15–0,2 mg/kg

(0,3–0,35 mg/kg ohne

Prämedikation)

i.v.

0,05–0,15 mg/kg

(0,15–0,3 mg/kg ohne

Prämedikation)

Sedierende

Komponente bei

Kombinationsnar

kose

i.v.

intermittierende

Injektion: 0,03–0,1 mg/kg

oder kontinuierliche

Infusion: 0,03–

0,1 mg/kg/h

i.v.

niedrigere Dosen als für

Erwachsene < 60 Jahre

empfohlen

Sedierung auf der

Intensivstation

(ITS)

i.v.

Initialdosis: 0,03–0,3 mg/kg in Schritten von 1–2,5 mg

Erhaltungsdosis: 0,03–0,2 mg/kg/h

i.v. bei

Neugeborenen

< 32 Wochen

Gestationsalter

0,03 mg/kg/h

i.v. bei

Neugeborenen

> 32 Wochen und

Säuglingen bis zu

6 Monaten

0,06 mg/kg/h

i.v. bei Patienten

> 6 Monate

Initialdosis: 0,05–

0,2 mg/kg

Erhaltungsdosis:

0,06–0,12 mg/kg/h

DOSIERUNG FÜR ANALGOSEDIERUNG

Zur Analgosedierung vor diagnostischen oder chirurgischen Eingriffen wird Midazolam intravenös

verabreicht. Die Dosis muss individuell angepasst und titriert werden, und sollte nicht durch schnelle

intravenöse bzw. Einzelbolusinjektion verabreicht werden. Der Beginn der Sedierung kann individuell

unterschiedlich sein und hängt vom körperlichen Zustand des Patienten und den genauen

Dosierungsumständen (wie Verabreichungsgeschwindigkeit, Dosismenge) ab. Falls erforderlich,

können anschließend weitere Dosen je nach individuellem Bedarf verabreicht werden. Die Wirkung

tritt etwa 2 Minuten nach Injektion ein. Die maximale Wirkung wird nach etwa 5 bis 10 Minuten

erreicht.

Erwachsene

Midazolam ist langsam mit einer Injektionsgeschwindigkeit von ca. 1 mg in 30 Sekunden intravenös

zu injizieren.

Bei Erwachsenen unter 60 Jahren beträgt die Initialdosis 2 bis 2,5 mg 5 bis 10 Minuten vor Beginn des

Eingriffs/Verfahrens. Bei Bedarf können weitere Dosen von 1 mg verabreicht werden.

Die durchschnittlichen Gesamtdosen liegen meist bei 3,5 bis 7,5 mg. Eine Gesamtdosis von mehr als

5 mg ist meist nicht erforderlich.

Bei Erwachsenen über 60

Jahren, geschwächten oder chronisch kranken Patienten ist mit der

Verabreichung einer Dosis von 0,5 bis 1 mg zu beginnen. Bei Bedarf können weitere Dosen von

0,5 bis 1 mg verabreicht werden. Da bei diesen Patienten die maximale Wirkung möglicherweise nicht

so schnell eintritt, ist zusätzliches Midazolam sehr langsam und vorsichtig zu titrieren. Eine

Gesamtdosis von mehr als 3,5 mg ist meist nicht erforderlich.

Kinder und Jugendliche

Intravenöse Verabreichung: Die Midazolam-Dosis ist langsam bis zur Erreichung der erwünschten

klinischen Wirkung zu titrieren. Die initiale Dosis von Midazolam sollte über 2 bis 3 Minuten

verabreicht werden. Bevor mit dem Eingriff begonnen werden kann oder eine zusätzliche Dosis

verabreicht wird, ist ein weiterer Zeitraum von 2 bis 5 Minuten abzuwarten, um die sedative Wirkung

vollständig bewerten zu können. Sollte eine weitere Sedierung erforderlich sein, ist die Dosistitration

in kleinen Schritten bis zur Erreichung der entsprechenden Sedierungstiefe fortzuführen. Bei

Säuglingen und Kleinkindern unter 6 Jahren ist ggf. eine wesentlich höhere Dosis (mg/kg) als bei

älteren Kindern und Erwachsenen erforderlich.

Kinder unter 6 Monaten: Kinder unter 6 Monaten sind besonders anfällig für eine

Atemwegsobstruktion und Hypoventilation. Aus diesem Grund wird die Analgosedierung bei

Kindern unter 6 Monaten nicht empfohlen.

Kinder im Alter von 6 Monaten bis 5 Jahren: Initialdosis 0,05 bis 0,1 mg/kg. Zur Erreichung der

gewünschten Wirkung kann eine Gesamtdosis bis zu 0,6 mg/kg erforderlich sein, eine

Gesamtdosis von 6 mg sollte dabei aber nicht überschritten werden. Höhere Dosen gehen mit

längerer Sedierung und einem Hypoventilationsrisiko einher.

Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren: Initialdosis 0,025 bis 0,05 mg/kg. Eine Gesamtdosis bis zu

0,4 mg/kg bzw. maximal 10 mg kann ggf. erforderlich sein. Höhere Dosen gehen mit längerer

Sedierung und einem Hypoventilationsrisiko einher.

Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren: gleiche Dosierung wie bei Erwachsenen.

Rektale Verabreichung: Die Gesamtdosis von Midazolam liegt gewöhnlich zwischen 0,3 bis

0,5 mg/kg. Zur rektalen Verabreichung der Ampullenlösung wird ein Plastikapplikator verwendet, der

am Ende der Spritze aufgesetzt wird. Wenn das Verabreichungsvolumen zu klein ist, kann mit Wasser

bis zu einem Gesamtvolumen von 10 ml aufgefüllt werden. Die Gesamtdosis ist auf einmal zu

verabreichen und die wiederholte rektale Verabreichung ist zu vermeiden. Die Anwendung bei

Kindern unter 6 Monaten wird nicht empfohlen, da nur begrenzte Daten für diese Population

verfügbar sind.

Intramuskuläre Verabreichung: Die übliche Dosierung liegt zwischen 0,05 und 0,15 mg/kg. Eine

Gesamtdosis von mehr als 10,0 mg ist meist nicht erforderlich. Dieser Verabreichungsweg sollte nur

in außergewöhnlichen Fällen verwendet werden. Die rektale Verabreichung ist der intramuskulären

Injektion vorzuziehen, da diese Art der Anwendung schmerzvoll ist.

Bei Kindern mit einem Körpergewicht von weniger als 15 kg wird von der Verwendung von

Midazolamlösungen mit einer Konzentration von höher als 1 mg/ml abgeraten. Höhere

Konzentrationen sollten auf 1 mg/ml verdünnt werden.

DOSIERUNG ZUR ANÄSTHESIE

PRÄMEDIKATION

Die Prämedikation mit Midazolam kurz vor einem Eingriff bewirkt eine Sedierung (Schläfrigkeit bzw.

Benommenheit und Angstlösung), Muskelentspannung und anterograde Amnesie. Midazolam kann

auch in Kombination mit Anticholinergika verabreicht werden. Bei dieser Indikation ist Midazolam

intravenös oder tief intramuskulär in einen großen Muskel 20 bis 60 Minuten vor Narkoseeinleitung zu

injizieren oder bei Kindern vorzugsweise rektal anzuwenden (siehe unten). Eine entsprechende

Beobachtung des Patienten nach Verabreichung der Prämedikation ist obligatorisch, da das

interindividuelle Ansprechen unterschiedlich ist und Überdosierungssymptome auftreten können.

Erwachsene

Zur präoperativen Sedierung und Förderung der Amnesie bezüglich präoperativer Ereignisse liegt die

empfohlene Dosis bei Erwachsenen unter 60 Jahren mit einem ASA-Status von I & II bei 1-2 mg

intravenös (bei Bedarf wiederholte Gabe) oder 0,07 bis 0,1 mg/kg bei intramuskulärer Verabreichung.

Bei Erwachsenen über 60 Jahren, geschwächten oder chronisch kranken Patienten muss die Dosis

reduziert und individuell angepasst werden. Die empfohlene intravenöse Dosis beträgt 0,5 mg und

sollte je nach Bedarf langsam auftitriert werden. Es wird eine Dosis von 0,025 bis 0,05 mg/kg zur

intramuskulären Injektion empfohlen. Die übliche Dosis beträgt 2 bis 3 mg.

Kinder und Jugendliche

Rektale Verabreichung: Die Gesamtdosis von Midazolam, die gewöhnlich zwischen 0,3 und

0,5 mg/kg liegt, sollte 15 bis 30 Minuten vor Narkoseeinleitung verabreicht werden. Zur rektalen

Verabreichung der Ampullenlösung wird ein Plastikapplikator verwendet, der am Ende der Spritze

aufgesetzt wird. Wenn das Verabreichungsvolumen zu klein ist, kann mit Wasser bis zu einem

Gesamtvolumen von 10 ml aufgefüllt werden.

Intramuskuläre Verabreichung: Da die intramuskuläre Injektion schmerzvoll ist, sollte dieser

Verabreichungsweg nur in außergewöhnlichen Fällen verwendet werden. Die rektale Verabreichung

ist vorzuziehen. Allerdings wurde nachgewiesen, dass intramuskuläre Injektionen von Midazolam in

einem Dosisbereich von 0,08 bis 0,2 mg/kg wirksam und sicher sind. Bei pädiatrischen Patienten im

Alter zwischen 1 und 15 Jahren sind in Bezug auf das Körpergewicht proportional höhere Dosen

erforderlich als bei Erwachsenen.

Die Anwendung bei Säuglingen unter 6 Monaten wird nicht empfohlen, da nur begrenzte Daten für

diese Population verfügbar sind.

Bei Kindern mit einem Körpergewicht von weniger als 15 kg wird von der Verwendung von

Midazolamlösungen mit einer Konzentration von höher als 1 mg/ml abgeraten. Höhere Konzentration

sollten auf 1 mg/ml verdünnt werden.

EINLEITUNG

Erwachsene

Wenn Midazolam vor Verabreichung anderer Anästhetika zur Narkoseeinleitung verwendet wird, ist

das individuelle Ansprechen unterschiedlich. Die Dosis ist auf die gewünschte Wirkung je nach Alter

und klinischem Zustand des Patienten zu titrieren. Wenn Midazolam vor oder in Kombination mit

anderen intravenösen oder inhalativen Substanzen zur Narkoseeinleitung verwendet wird, ist die

Initialdosis jeder Substanz erheblich zu reduzieren. Die gewünschte Narkosetiefe wird durch

schrittweise Titration erreicht. Die intravenöse Einleitungsdosis von Midazolam ist langsam und

schrittweise zu verabreichen. Jeder Schritt von maximal 5 mg ist über 20 bis 30 Sekunden zu

injizieren, mit einer Wartezeit von 2 Minuten zwischen den einzelnen Schritten.

Bei Erwachsenen unter 60 Jahren genügt im Allgemeinen eine intravenöse Dosis von 0,15 bis

0,2 mg/kg. Bei Erwachsenen unter 60 Jahren, die keine Prämedikation erhalten, kann die Dosis

höher sein (0,3 bis 0,35 mg/kg intravenös). Bei Bedarf können zur vollständigen

Narkoseeinleitung Schritte von etwa 25 % der Initialdosis des Patienten verwendet werden.

Andernfalls können zur Erreichung der gewünschten Schlaftiefe inhalative Anästhetika

verwendet werden. Bei sehr schlechtem Ansprechen kann eine Gesamtdosis bis zu 0,6 mg/kg

zur Einleitung eingesetzt werden, derartig hohe Dosen können aber die Aufwachdauer

verlängern.

Bei Erwachsenen über 60 Jahren, geschwächten oder chronisch kranken Patienten, wird eine

Dosis von 0,05 bis 0,15 mg/kg intravenös verabreicht. Erwachsene über 60 Jahren ohne

Prämedikation benötigen meist mehr Midazolam zur Einleitung; eine Initialdosis von 0,15 bis

0,3 mg/kg wird empfohlen. Erwachsene ohne Prämedikation mit schweren systemischen

Erkrankungen oder sonstige Risikopatienten benötigen im Allgemeinen weniger Midazolam zur

Narkoseeinleitung. Gewöhnlich ist eine Initialdosis von 0,15 bis 0,25 mg/kg ausreichend.

SEDIERENDE KOMPONENTE BEI KOMBINATIONSNARKOSE

Erwachsene

Midazolam kann bei der Kombinationsnarkose entweder in Form weiterer intermittierender

intravenöser Bolusgaben (Dosisbereich zwischen 0,03 und 0,1 mg/kg) oder als kontinuierliche

intravenöse Infusion (Dosisbereich zwischen 0,03 und 0,1 mg/kg/h) typischerweise in Kombination

mit Analgetika verabreicht werden. Die Dosis und die Dosierungsintervalle hängen vom jeweiligen

Ansprechen des Patienten ab.

Bei Erwachsenen über 60 Jahren, geschwächten oder chronisch kranken Patienten sind niedrigere

Erhaltungsdosen erforderlich.

SEDIERUNG AUF DER INTENSIVSTATION (ITS)

Die gewünschte Sedierungstiefe wird durch schrittweise Titration von Midazolam mit anschließender

kontinuierlicher Infusion oder intermittierende Bolusgabe erreicht, je nach klinischem Bedarf, Alter

und Begleitmedikation (siehe Abschnitt 4.5).

Erwachsene

Intravenöse Initialdosis: 0,03 bis 0,3 mg/kg werden langsam schrittweise verabreicht. Jeder Schritt von

maximal 1 bis 2,5 mg ist über 20 bis 30 Sekunden zu injizieren, mit einer Wartezeit von 2 Minuten

zwischen den einzelnen Schritten. Bei Patienten mit Hypovolämie, Vasokonstriktion oder

Hypothermie muss die Initialdosis reduziert werden oder die Initialdosis muss sogar entfallen. Wenn

Midazolam zusammen mit stark wirksamen Analgetika verabreicht wird, sollten letztere zuerst

gegeben werden, um eine sichere Titration von Midazolam zur Erzielung einer sedativen Wirkung

nach Wirkungseintritt von ggf. sedativ wirksamen Analgetika zu ermöglichen.

Intravenöse Erhaltungsdosis: Die Dosen können im Bereich zwischen 0,03 und 0,2 mg/kg/h liegen.

Bei Patienten mit Hypovolämie, Vasokonstriktion oder Hypothermie muss die Erhaltungsdosis

reduziert werden. Die Sedierungstiefe sollte in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden. Bei der

Langzeit-Sedierung kann es zur Toleranzentwicklung kommen und die Dosis muss ggf. erhöht

werden.

Kinder über 6 Monaten

Bei intubierten und ventilierten Kindern, ist eine Initialdosis von 0,05 bis 0,2 mg/kg über mindestens

2 bis 3 Minuten intravenös zu verabreichen, um den gewünschten klinischen Effekt zu erreichen.

Midazolam darf nicht als schnelle intravenöse Injektion verabreicht werden. Nach der Initialdosis folgt

eine kontinuierliche intravenöse Infusion mit 0,06 bis 0,12 mg/kg/h (1 bis 2 Mikrogramm/kg/min). Die

Infusionsgeschwindigkeit kann je nach Bedarf erhöht oder verringert werden (im Allgemeinen um

25 % der initialen oder anschließenden Infusionsgeschwindigkeit). Es können auch zusätzliche Dosen

von Midazolam intravenös verabreicht werden, um die gewünschte Wirkung zu erhöhen oder zu

erhalten.

Bei Verabreichung einer Infusion bei Patienten mit eingeschränkter hämodynamischer Funktion ist die

Initialdosis in kleinen Schritten zu titrieren und der Patient auf hämodynamische Instabilität, z. B.

Hypotonie, zu überwachen. Diese Patienten sind auch anfällig für die atemdepressive Wirkung von

Midazolam, weswegen eine sorgfältige Überwachung der Atemfrequenz und Sauerstoffsättigung

erforderlich ist.

Neugeborene und Kinder bis zu 6 Monaten

Bei Neugeborenen im Gestationsalter von < 32 Wochen ist Midazolam als kontinuierliche intravenöse

Infusion mit einer Anfangsdosis von 0,03 mg/kg/h (0,5 Mikrogramm/kg/min) zu verabreichen, bei

Neugeborenen im Gestationsalter von > 32 Wochen und Kindern bis zu 6 Monaten mit einer

Anfangsdosis von 0,06 mg/kg/h (1 Mikrogramm/kg/min).

Bei Frühgeborenen, Neugeborenen und Kindern bis zu 6 Monaten wird eine intravenöse Initialdosis

nicht empfohlen. In diesen Fällen kann eine schnellere Infusionsgeschwindigkeit in den ersten

Stunden eingestellt werden, um therapeutische Plasmaspiegel zu erreichen. Die

Infusionsgeschwindigkeit ist sorgfältig und häufig zu kontrollieren, vor allem in den ersten

24 Stunden, damit die niedrigste potentiell wirksame Dosis verabreicht und das Risiko einer

Arzneimittelkumulation reduziert wird.

Sorgfältige Überwachung der Atemfrequenz und Sauerstoffsättigung ist erforderlich.

Bei Frühgeborenen, Neugeborenen und Kindern mit einem Körpergewicht von weniger als 15 kg wird

von der Verwendung von Midazolamlösungen mit einer Konzentration von höher als 1 mg/ml

abgeraten. Höhere Konzentrationen sind auf 1 mg/ml zu verdünnen.

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Die Pharmakokinetik von ungebundenem Midazolam nach einer intravenösen Einzeldosis ist bei

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-Clearance < 10 ml/min) vergleichbar mit der bei

gesunden Probanden. Bei Patienten auf der Intensivstation (ITS) war nach einer langanhaltenden

Infusion die mittlere Dauer der sedierenden Wirkung bei der Patientengruppe mit Nierenversagen

allerdings deutlich erhöht, was aller Wahrscheinlichkeit nach auf die Akkumulation von

α-Hydroxymidazolam-Glucuronid zurückzuführen ist.

Zu Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min), die

Midazolam zur Anästhesieeinleitung erhalten, liegen keine speziellen Daten vor.

Patienten mit Leberfunktionsstörungen

Leberfunktionsstörungen verringern die Clearance von intravenös verabreichtem Midazolam und

führen so zu einer Erhöhung der terminalen Halbwertszeit. Die klinischen Wirkungen können somit

ausgeprägter sein und länger anhalten. Die erforderliche Midazolamdosis kann eventuell verringert

sein und eine angemessene Überwachung der Vitalzeichen sollte vorgenommen werden. (Siehe

Abschnitt 4.4.)

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit

gegen

Midazolam,

Benzodiazepine

oder

einen

Abschnitt

genannten sonstigen Bestandteile

Analgosedierung bei Patienten mit schwerem Atemversagen oder akuter Atemdepression

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Midazolam darf nur durch erfahrene Ärzte, die in der Identifizierung und Behandlung der zu

erwartenden Nebenwirkungen geschult sind, verwendet werden und nur, wenn alters- und

größenentsprechende Notfalleinrichtungen vorhanden sind, da die intravenöse Gabe von Midazolam

die Myokardkontraktilität beeinträchtigen und zu Apnoe führen kann. In seltenen Fällen kam es zu

schweren kardiorespiratorischen unerwünschten Ereignissen wie Atemdepression, Apnoe,

Atemstillstand und/oder Herzstillstand. Die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten derartiger

lebensbedrohlicher Ereignisse ist größer, wenn die Injektion zu schnell verabreicht wird und bei zu

hohen Dosen. Kinder unter 6 Monaten sind besonders anfällig für eine Atemwegsobstruktion und

Hypoventilation; deshalb sind eine Titration in kleinen Schritten bis zur Erreichung der klinischen

Wirkung und eine sorgfältige Überwachung der Atemfrequenz und Sauerstoffsättigung erforderlich.

Besondere Vorsicht ist bei Anwendung von Midazolam bei Hochrisikopatienten geboten.

Erwachsene über 60 Jahren

Chronisch kranke oder geschwächte Patienten, z. B.

Patienten mit chronischer respiratorischer Insuffizienz,

Patienten mit chronischem Nierenversagen, eingeschränkter Leberfunktion oder

eingeschränkter Herzfunktion,

Kinder und Jugendliche, besonders solche mit kardiovaskulärer Instabilität.

Diese Hochrisikopatienten benötigen niedrigere Dosen (siehe Abschnitt 4.2) und sind kontinuierlich

auf Anzeichen von veränderten Vitalfunktionen zu überwachen.

Benzodiazepine sind bei Patienten mit Alkohol- oder Drogenmissbrauch in der Anamnese mit

Vorsicht zu verwenden.

Wie bei allen Substanzen mit zentralnervös dämpfenden und/oder muskelrelaxierenden Eigenschaften,

ist besondere Sorgfalt erforderlich, wenn Midazolam bei Patienten mit Myasthenia gravis angewendet

wird.

Toleranz

Bei Verwendung zur Langzeit-Sedierung auf Intensivstationen (ITS) wurde über ein Nachlassen der

Wirksamkeit berichtet.

Abhängigkeit

Bei Verwendung zur Langzeit-Sedierung auf der ITS sollte berücksichtigt werden, dass es zu einer

körperlichen Abhängigkeit von Midazolam kommen kann. Das Abhängigkeitsrisiko nimmt mit der

Dosis und Dauer der Behandlung zu und ist bei Patienten mit früheren Episoden von Alkohol-

und/oder Drogenmissbrauch ebenfalls erhöht (siehe Abschnitt 4.8).

Entzugserscheinungen

Bei längerer Behandlung mit Midazolam auf der ITS kann es zu einer körperlichen Abhängigkeit

kommen. Aus diesem Grund geht der abrupte Abbruch der Behandlung mit Entzugserscheinungen

einher. Die folgenden Symptome können auftreten: Kopf- und Muskelschmerzen, Angst- und

Spannungszustände, Unruhe, Verwirrtheit, Reizbarkeit, Absetzschlafstörungen,

Stimmungsschwankungen, Halluzinationen und Krämpfe. Da das Risiko für Entzugserscheinungen

nach abruptem Abbruch der Behandlung größer ist, wird empfohlen, die Dosis allmählich zu

reduzieren.

Amnesie

Midazolam verursacht eine anterograde Amnesie (häufig ist diese Wirkung erwünscht, z. B. vor und

nach chirurgischen und diagnostischen Verfahren) deren Dauer direkt mit der verabreichten Dosis

korreliert. Eine längere Amnesie kann zu Problemen bei ambulanten Patienten führen, die nach dem

Eingriff entlassen werden. Nach parenteraler Anwendung von Midazolam sollten Patienten nur in

Begleitung aus dem Krankenhaus oder der Arztpraxis entlassen werden.

Paradoxe Wirkungen

Im Zusammenhang mit Midazolam wurden paradoxe Wirkungen wie Agitiertheit, unfreiwillige

Bewegungen (einschließlich tonisch/klonischer Krämpfe und Muskeltremor), Hyperaktivität,

Feindseligkeit, Wutausbrüche, Aggressivität, paroxysmale Erregung und Tätlichkeiten berichtet. Diese

Reaktionen treten bei höherer Dosierung auf und/oder wenn die Injektion zu schnell verabreicht wird.

Am häufigsten wurden diese Reaktionen bei Kindern und älteren Patienten berichtet.

Verzögerte Elimination von Midazolam

Die Elimination von Midazolam kann bei Patienten unter Behandlung mit CYP3A4-hemmenden oder

induzierenden Substanzen verändert sein, weshalb die Midazolamdosis gegebenenfalls entsprechend

anzupassen ist (siehe Abschnitt 4.5).

Die Elimination von Midazolam kann ebenfalls bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen, niedrigem

Herzminutenvolumen und bei Neugeborenen (siehe Abschnitt 5.2) verzögert sein.

Früh- und Neugeborene

Aufgrund des erhöhten Apnoe-Risikos ist besondere Vorsicht bei der Sedierung von Frühgeborenen

und ehemals Frühgeborenen geboten. Sorgfältige Überwachung der Atemfrequenz und

Sauerstoffsättigung ist erforderlich. Bei Neugeborenen ist eine schnelle Injektion zu vermeiden.

Neugeborene haben eine verminderte und/oder unreife Organfunktion und sind auch anfällig für

schwere und/oder längere atemdepressive Wirkungen von Midazolam auf die Atemfunktion.

Besondere Warnhinweise/Vorsichtsmaßnahmen hinsichtlich sonstiger Bestandteile

Dieses Arzneimittel enthält 3,5 mg Natrium pro Milliliter, entsprechend 0,2 % der von der WHO für

einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.

Dieses Arzneimittel enthält 2,2 mg Natrium pro Milliliter, entsprechend 0,1 % der von der WHO für

einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Midazolam wird fast ausschließlich durch das Isoenzym CYP3A4 des Cytochroms P450 (CYP450)

metabolisiert. CYP3A4-Inhibitoren (siehe Abschnitt 4.4) und -Induktoren, aber auch andere

Wirkstoffe (siehe unten) können zu Wechselwirkungen mit Midazolam führen. Dosisanpassungen

können erforderlich sein.

Da Midazolam einem First-Pass-Effekt unterliegt, wird parenteral verabreichtes Midazolam

theoretisch weniger durch Stoffwechselinteraktionen beeinflusst und die klinisch relevanten

Auswirkungen sollten geringfügig sein. Nach einer Einzeldosis von intravenös verabreichtem

Midazolam werden die Auswirkungen einer Hemmung von CYP3A4 auf die klinische

Maximalwirkung geringfügig sein, während die Wirkungsdauer verlängert werden kann. Nach einer

längeren Verabreichung werden bei einer Hemmung von CYP3A4 allerdings sowohl das Ausmaß als

auch die Dauer der Wirkung von Midazolam ansteigen.

Es liegen keine Studien zur Auswirkung einer CYP3A4-Modulierung auf die Pharmakokinetik von

Midazolam nach rektaler und intramuskulärer Anwendung vor. Es ist zu erwarten, dass diese

Wechselwirkungen bei rektaler Anwendung aufgrund der Umgehung des Magen-Darm-Trakts

weniger ausgeprägt sein werden als bei oraler Anwendung, während sich die Auswirkungen einer

CYP3A4-Modulierung bei einer intramuskulären Anwendung von denen bei intravenös verabreichtem

Midazolam nur unwesentlich unterscheiden sollten.

Von Midazolam ist nicht bekannt, dass es die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel verändert.

CYP3A4-Inhibitoren

Azol-Antimykotika

Die gleichzeitige Verabreichung von oralem Midazolam und einigen Azol-Antimykotika (Itraconazol,

Fluconazol, Ketoconazol) hat eine ausgeprägte Erhöhung von Midazolam-Plasmaspiegeln und eine

Verlängerung der Eliminationshalbwertszeit bewirkt, was in der Folge zu einem wesentlichen

Leistungsabfall in psychosedativen Tests führte. Nach einer gleichzeitigen intravenösen Gabe von

Midazolam waren die Eliminationshalbwertszeiten nicht so lang wie die bei einer oralen

Verabreichung, wenngleich sie sich von etwa 3 auf 8 Stunden verlängerten.

Bei Einzelbolusgabe von Midazolam zur Kurzzeit-Sedierung war die Wirkung von Midazolam durch

Itraconazol nicht in klinisch relevantem Ausmaß verstärkt oder verlängert und daher ist keine

Dosisreduktion erforderlich. Allerdings kann die Verabreichung hoher Dosen und die

Langzeitinfusion von Midazolam bei Patienten, die Azol-Antimykotika wie Itraconazol, Fluconazol

und insbesondere Ketoconazol erhalten, z. B. während der Behandlung auf der ITS, zu lang

anhaltenden hypnotischen Wirkungen, einem möglicherweise verzögerten Aufwachen und potentieller

Atemdepression führen, weshalb eine Dosisanpassung und eine engmaschige Überwachung

erforderlich sind.

Kalziumkanalblocker

Eine Einzeldosis Diltiazem erhöhte die Plasmakonzentration von intravenösem Midazolam um etwa

25 %, während die terminale Halbwertszeit um 43 % verlängert wurde.

Allerdings kam es bei Kombination von oralem Midazolam mit Verapamil und Diltiazem

erwartungsgemäß zu klinisch relevanten Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von Midazolam, vor

allem zu einer nahezu verdoppelten Halbwertszeit und doppelt so hohen maximalen Plasmaspiegeln.

Dies führte zu einer tiefen Sedierung und infolgedessen zu stark beeinträchtigter Koordination und

einer erheblichen Leistungsminderung bei kognitiven Funktionstests. Bei Anwendung von oralem

Midazolam wird gewöhnlich eine Dosisanpassung empfohlen. Obwohl keine klinisch relevante

Wechselwirkung bei Anwendung von Midazolam zur Kurzzeit-Sedierung zu erwarten ist, sollte mit

Vorsicht vorgegangen werden, wenn Midazolam gleichzeitig mit Verapamil oder Diltiazem intravenös

verabreicht wird.

Makrolidantibiotika:

Erythromycin und Clarithromycin

Die gleichzeitige Verabreichung von Midazolam und Erythromycin oder Clarithromycin führte je

nach Studie zu einer ausgeprägten Erhöhung der AUC von Midazolam um etwa das 4-Fache und zu

einer um mehr als das Doppelte verlängerten Eliminationshalbwertszeit von Midazolam. Ausgeprägte

Veränderungen von psychosedativen Tests wurden beobachtet und es ist daher empfehlenswert, die

Dosis von Midazolam bei oraler Verabreichung anzupassen, da es zu erheblich verzögerter Erholung

kommen kann.

Bei Einzelbolusgabe von Midazolam zur Kurzzeit-Sedierung war die Wirkung von Midazolam durch

Erythromycin nicht in klinisch relevantem Ausmaß verstärkt, obwohl eine erhebliche Reduktion der

Plasmaclearance verzeichnet wurde. Vorsicht ist geboten bei intravenöser Anwendung von Midazolam

gleichzeitig mit Erythromycin oder Clarithromycin. Es wurde keine klinisch relevante

Wechselwirkung zwischen Midazolam und anderen Makrolidantibiotika beobachtet.

Cimetidin und Ranitidin

Die gleichzeitige Verabreichung von Cimetidin (in einer Dosierung von 800 mg/Tag oder höher) und

intravenös verabreichtem Midazolam führte zu einer leichten Erhöhung der

Gleichgewichtskonzentration von Midazolam im Plasma, was möglicherweise zu einem verzögerten

Aufwachen führen könnte, wohingegen die gleichzeitige Verabreichung von Ranitidin keinen Einfluss

hatte. Cimetidin und Ranitidin hatten keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von oral verabreichtem

Midazolam. Diese Daten weisen darauf hin, dass intravenös verabreichtes Midazolam gleichzeitig mit

der üblichen Dosis von Cimetidin (d. h. 400 mg/Tag) und Ranitidin ohne Dosisanpassung angewendet

werden kann.

Proteinaseinhibitoren

Saquinavir

Die gleichzeitige Verabreichung einer einzelnen intravenösen Dosis von 0,05 mg/kg Midazolam nach

3 oder 5 Tagen Behandlung mit Saquinavir (1 200 mg dreimal täglich) bei 12 gesunden Probanden

führte zu einer Reduktion der Clearance von Midazolam um 56 % und einer Verlängerung der

Eliminationshalbwertszeit von 4,1 auf 9,5 h. Nur die subjektiven Wirkungen von Midazolam

(„Gesamtwirkung des Arzneimittels“ auf der visuellen Analogskala) wurden durch Saquinavir

verstärkt.

Daher kann ein intravenöser Einzelbolus Midazolam in Kombination mit Saquinavir verabreicht

werden. Trotzdem wird bei längeren Midazolam-Infusionen eine Reduzierung der Gesamtdosis

empfohlen, um ein verzögertes Aufwachen zu vermeiden (siehe Abschnitt 4.4).

Andere Proteinaseinhibitoren

In Anbetracht der Tatsache, dass Saquinavir unter allen Proteinaseinhibitoren der schwächste

CYP3A4-Inhibitor ist, sollte die Dosierung von Midazolam bei längerer Infusion in Kombination mit

anderen Proteinaseinhibitoren systematisch reduziert werden. Auch sollten die Patienten engmaschig

überwacht werden.

Andere Arzneimittel

Atorvastatin zeigte eine Erhöhung der Plasmakonzentration von intravenös verabreichtem Midazolam

um das 1,4-Fache im Vergleich zur Kontrollgruppe.

CYP3A4-Induktoren

Rifampicin

Rifampicin verringerte nach 7 Tagen Dosisgabe von 600 mg Rifampicin einmal täglich die

Plasmakonzentration von intravenös verabreichtem Midazolam um etwa 60 %. Die terminale

Halbwertszeit wurde um etwa 50-60 % verkürzt.

Rifampicin verringerte bei gesunden Probanden die Plasmakonzentration von oral verabreichtem

Midazolam um 96 % und hob die psychomotorischen Wirkungen fast vollständig auf.

Carbamazepin/Phenytoin

Wiederholte Dosisgaben von Carbamazepin oder Phenytoin führten zu einer Verringerung der

Plasmakonzentrationen von oral verabreichtem Midazolam um bis zu 90 % und einer Verkürzung der

terminalen Halbwertszeit um 60 %.

Johanniskraut

Die Langzeitanwendung von pflanzlichen Arzneimitteln, die Johanniskraut

(Hypericum perforatum)

enthalten, verursacht aufgrund der selektiven Induktion von CYP3A4 eine Abnahme der

Plasmakonzentration von Midazolam. Dies kann zu einer Beeinträchtigung der therapeutischen

Wirkung von Midazolam führen. Nach intravenöser Verabreichung ist dieser Effekt weit weniger

ausgeprägt als nach oraler Gabe von Midazolam.

Zentralnervös dämpfende Substanzen

Andere Sedativa können die Wirkung von Midazolam verstärken.

Die pharmakologischen Klassen von zentralnervös dämpfenden Substanzen umfassen Opiate (bei

Verwendung als Analgetikum, Antitussivum oder zur Entzugstherapie), Antipsychotika, andere

Benzodiazepine, die als Anxiolytikum oder Hypnotikum verwendet werden, Phenobarbital, sedative

Antidepressiva, Antihistaminika und zentral wirksame Antihypertensiva.

Eine zusätzliche sedative Wirkung ist bei Kombination mit anderen Sedativa zu berücksichtigen.

Darüber hinaus sollte insbesondere eine verstärkte Atemdepression bei gleichzeitiger Behandlung mit

Opiaten, Phenobarbital oder Benzodiazepinen überwacht werden.

Alkohol kann die sedative Wirkung von Midazolam erheblich verstärken. Alkoholkonsum muss bei

der Anwendung von Midazolam strikt vermieden werden.

Andere Wechselwirkungen

Die intravenöse Verabreichung von Midazolam reduziert die minimale alveoläre Konzentration

(MAC) von inhalativen Anästhetika, die für eine Vollnarkose erforderlich ist.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Bisher liegen nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Midazolam bei Schwangeren

vor. Tierexperimentelle Studien lassen nicht auf teratogene Wirkungen schließen, Fetotoxizität wurde

allerdings wie bei anderen Benzodiazepinen beobachtet. Für die ersten zwei

Schwangerschaftstrimester liegen keine Daten über exponierten Schwangerschaften vor.

Berichten zufolge führte die Verabreichung hoher Dosen Midazolam im letzten

Schwangerschaftstrimester, während der Wehen oder bei Verwendung zur Narkoseeinleitung bei

Kaiserschnitten zu Nebenwirkungen bei Mutter oder Fetus (Aspirationsrisiko bei der Mutter,

unregelmäßige fetale Herzfrequenz, Hypotonie, mangelhaftes Saugen, Hypothermie und

Atemdepression beim Neugeborenen).

Außerdem haben Kinder von Müttern, die während des letzten Schwangerschaftsstadiums langfristig

Benzodiazepine erhalten haben, möglicherweise eine physische Abhängigkeit entwickelt und tragen

ein gewisses Risiko für die Entwicklung von Entzugserscheinungen nach der Geburt.

Aus diesem Grund sollte Midazolam während der Schwangerschaft nur bei eindeutiger

Indikationsstellung verabreicht werden. Es empfiehlt sich, Midazolam bei Kaiserschnitten nicht

anzuwenden.

Das Risiko für das Neugeborene muss bei der Verabreichung von Midazolam bei jeder Operation kurz

vor dem Geburtstermin berücksichtigt werden.

Stillzeit

Midazolam tritt in geringen Mengen in die Muttermilch über. Stillende Mütter sollten angehalten

werden, das Stillen während 24 Stunden nach Gabe von Midazolam zu unterbrechen.

Fertilität

Es liegen keine Daten vor.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Sedierung, Amnesie, beeinträchtige Aufmerksamkeit und Störungen der Muskelfunktion können die

Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen negativ beeinflussen. Vor

Behandlung mit Midazolam sollten Patienten darauf aufmerksam gemacht werden, dass sie kein

Fahrzeug lenken oder Maschinen bedienen dürfen, bevor sie sich nicht vollständig von der Narkose

erholt haben. Der Arzt sollte entscheiden, wann diese Aktivitäten wieder aufgenommen werden

können. Es wird empfohlen, dass Patienten nach Entlassung in Begleitung nach Hause zurückkehren.

4.8

Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen sind nach ihrer Häufigkeit gemäß folgender Konvention aufgelistet:

Sehr häufig (≥ 1/10)

Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100)

Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten (< 1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Die folgenden Nebenwirkungen wurden nach Injektion von Midazolam berichtet (Häufigkeit nicht

bekannt, auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Erkrankungen des Immunsystems

Generalisierte Überempfindlichkeitsreaktionen: Hautreaktionen, kardiovaskuläre Reaktionen,

Bronchospasmus, anaphylaktischer Schock

Psychiatrische Erkrankungen

Verwirrtheitszustand, euphorische Stimmung, Halluzinationen

Agitiertheit*, Feindseligkeit*, Rage*, Aggressivität* und Aufregung*

Physische Arzneimittelabhängigkeit und Entzugssyndrom

Erkrankungen des Nervensystems

Sedierung (verlängert und postoperativ), verminderte Wachsamkeit, Somnolenz, Kopfschmerz,

Schwindelgefühl, Ataxie, anterograde Amnesie, deren Dauer direkt mit der verabreichten Dosis

korreliert. Eine anterograde Amnesie kann auch noch am Ende des Verfahrens vorhanden sein

und in Einzelfällen wurde auch über eine länger dauernde Amnesie berichtet.

Konvulsionen wurden häufiger bei Früh- und Neugeborenen berichtet.

Medikamentenentzugskonvulsionen

Unfreiwillige Bewegungen (einschließlich tonischer/klonischer Krämpfe und Muskeltremor*),

Hyperaktivität*

Herzerkrankungen

Herzstillstand, Bradykardie

Gefäßerkrankungen

Hypotonie, Vasodilatation, Thrombophlebitis, Thrombose

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Atemdepression, Apnoe, Atemstillstand, Dyspnoe, Laryngospasmus, Schluckauf

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Mundtrockenheit

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Hautausschlag, Urtikaria, Juckreiz

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Ermüdung, Erythem und Schmerzen an der Injektionsstelle

Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen

Stürze, Frakturen. Das Risiko für Stürze und Knochenfrakturen ist bei Patienten, die zeitgleich

Sedativa einnehmen (einschließlich alkoholischer Getränke), sowie bei älteren Patienten erhöht.

Soziale Umstände

Tätlichkeiten*

*Diese paradoxen Arzneimittelwirkungen wurden vor allem bei Kindern und älteren Personen

berichtet (siehe Abschnitt 4.4).

Die Verwendung von Midazolam – auch in therapeutischen Dosen – kann nach einer längeren

intravenösen Verabreichung zur Entstehung einer physischen Abhängigkeit führen, das abrupte

Absetzen kann mit Entzugssymptomen einschließlich Entzugskonvulsionen einhergehen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass lebensbedrohliche kardiale, vaskuläre und pulmonale Vorfälle auftreten,

ist höher bei Erwachsenen über 60 Jahren und bei Personen mit bereits vorhandener respiratorischer

Insuffizienz oder eingeschränkter Herzfunktion, insbesondere dann, wenn die Injektion zu schnell

gegeben oder eine hohe Dosis verabreicht wird (siehe Abschnitt 4.4).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome

Die Symptome einer Überdosierung bestehen hauptsächlich in einer Verstärkung der

pharmakologischen Wirkungen und sind: Benommenheit, geistige Verwirrtheit, Lethargie und

Muskelrelaxation oder paradoxe Erregung. Zu den schwereren Symptomen gehören Areflexie,

Hypotonie, kardiorespiratorische Depression, Apnoe und Koma. Tritt ein Koma auf, hält es

normalerweise einige Stunden an. Die Wirkung kann, vor allem bei älteren Patienten, auch länger

anhalten und klinisch signifikant sein. Die atemdepressiven Wirkungen von Benzodiazepinen können

bei Patienten mit Atemwegserkrankungen wesentlich stärker ausfallen.

Behandlung

In den meisten Fällen ist nur eine Überwachung der Vitalfunktionen erforderlich. Bei der Behandlung

einer Überdosierung ist besondere Aufmerksamkeit auf die respiratorischen und kardiovaskulären

Funktionen in der Intensivstation zu richten. Der Benzodiazepinantagonist Flumazenil ist in schweren

Intoxikationsfällen mit Koma oder Atemdepression indiziert. Er verfügt über eine kurze

Halbwertszeit, weshalb Patienten, denen Flumazenil verabreicht wird, nach Abklingen der Wirkungen

überwacht werden müssen. Vorsicht ist geboten bei Verwendung von Flumazenil bei Überdosierung

mehrerer verschiedener Arzneimittel und bei Patienten mit Epilepsie, die bereits mit Benzodiazepinen

behandelt werden. Flumazenil darf nicht bei Patienten verwendet werden, die mit trizyklischen

Antidepressiva oder epileptogenen Arzneimitteln behandelt werden, oder bei Patienten mit EKG-

Anormalitäten (QRS- oder QT-Verlängerung).

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Benzodiazepinderivate

ATC-Code: N05C D08

Beschreibung

Midazolam ist ein Derivat der Imidazobenzodiazepingruppe. Die freie Base ist eine lipophile Substanz

mit geringer Löslichkeit in Wasser.

Der basische Stickstoff in Position 2 des Imidazobenzodiazepinrings ermöglicht die Bildung von

wasserlöslichen Salzen zwischen dem Wirkstoff in Midazolam und Säuren. Diese Salze ergeben eine

stabile und gut verträgliche Injektionslösung.

Wirkmechanismus, therapeutische Wirkung

Die pharmakologische Wirkung von Midazolam ist aufgrund der raschen metabolischen Umwandlung

durch eine kurze Dauer charakterisiert. Midazolam besitzt eine sedative und schlafinduzierende

Wirkung von ausgeprägter Intensität und hat auch anxiolytische, antikonvulsive und

muskelrelaxierende Wirkungen.

Andere pharmakologische Wirkungen

Nach intramuskulärer oder intravenöser Verabreichung tritt eine kurz dauernde anterograde Amnesie

auf (der Patient erinnert sich nicht an Ereignisse, die während der maximalen Wirkung der Substanz

auftraten).

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

- nach intramuskulärer Injektion

Die Resorption von Midazolam aus dem Muskelgewebe erfolgt schnell und vollständig. Maximale

Plasmakonzentrationen werden innerhalb von 30 Minuten erreicht. Die absolute Bioverfügbarkeit

nach intramuskulärer Injektion liegt über 90 %.

- nach rektaler Verabreichung

Nach rektaler Verabreichung wird Midazolam schnell resorbiert. Maximale Plasmakonzentrationen

werden nach etwa 30 Minuten erreicht. Die absolute Bioverfügbarkeit beträgt etwa 50 %.

Verteilung

Nach intravenöser Injektion von Midazolam zeigt die Plasmakonzentrationskurve ein oder zwei

ausgeprägte Verteilungsphasen. Das Verteilungsvolumen im Gleichgewichtszustand beträgt

0,7-1,2 l/kg. 96-98 % von Midazolam sind an Plasmaproteine gebunden, wobei die Hauptfraktion an

Albumin bindet. Ein vernachlässigbarer Anteil von Midazolam tritt langsam in die zerebrospinale

Flüssigkeit über. Beim Menschen kommt es zu einem langsamen Übertritt von Midazolam in die

Plazenta und den fetalen Kreislauf und kleine Mengen von Midazolam wurden in der Muttermilch

gefunden.

Metabolismus

Midazolam wird nahezu vollständig durch Biotransformation eliminiert. Die von der Leber extrahierte

Fraktion wurde auf 30–60 % geschätzt. Midazolam wird durch das Isoenzym 3A4 des Cytochroms

P450 hydroxyliert und der wichtigste Metabolit im Urin und Plasma ist das Alpha-

Hydroxymidazolam. Die Plasmakonzentration von Alpha-Hydroxymidazolam liegt bei 12 % der

Konzentration der Muttersubstanz. Alpha-Hydroxymidazolam ist pharmakologisch aktiv, trägt aber

nur geringfügig (ca. 10 %) zur intravenösen Wirkung von Midazolam bei.

Elimination

Bei gesunden Probanden liegt die Eliminationshalbwertszeit von Midazolam zwischen 1,5–2,5

Stunden. Die Plasmaclearance liegt im Bereich von 300–500 ml/min. Midazolam wird hauptsächlich

renal ausgeschieden (60–80 % der injizierten Dosis) und als glucuronidiertes Alpha-

Hydroxymidazolam wiedergefunden. Weniger als 1 % der Dosis wird im Urin als unverändertes

Arzneimittel wiedergefunden. Die Eliminationshalbwertszeit von Alpha-Hydroxymidazolam beträgt

weniger als 1 Stunde. Wenn Midazolam durch intravenöse Infusion verabreicht wird, unterscheidet

sich die Eliminationskinetik nicht von der Kinetik nach Bolusinjektion.

Pharmakokinetik bei besonderen Patientengruppen

Ältere Patienten

Bei Erwachsenen über 60 Jahren kann die Eliminationshalbwertszeit bis zum Vierfachen verlängert

sein.

Übergewichtige Patienten

Die mittlere Halbwertszeit ist bei übergewichtigen länger als bei nicht übergewichtigen Patienten

(5,9 vs. 2,3 Stunden). Dies ist bedingt durch eine Zunahme von etwa 50 % des für das gesamte

Körpergewicht korrigierten Verteilungsvolumens. Die Clearance von Midazolam ist bei

übergewichtigen Patienten ebenfalls verringert.

Patienten mit Leberfunktionsstörungen

Die Eliminationshalbwertszeit bei zirrhotischen Patienten kann länger sein und die Clearance kleiner

im Vergleich zu gesunden Probanden (siehe Abschnitt 4.4).

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Die Eliminationshalbwertszeit bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz ist ähnlich der bei

gesunden Probanden.

Schwerstkranke Patienten

Die Eliminationshalbwertszeit von Midazolam ist bei Schwerstkranken bis zum Sechsfachen

verlängert.

Patienten mit Herzinsuffizienz

Die Eliminationshalbwertszeit ist bei Patienten mit dekompensierter Herzinsuffizienz im Vergleich zu

gesunden Personen verlängert (siehe Abschnitt 4.4).

Kinder und Jugendliche

Kinder

Die rektale Resorptionsgeschwindigkeit bei Kindern ist ähnlich der bei Erwachsenen, aber die

Bioverfügbarkeit ist geringer (5-18 %). Die Eliminationshalbwertszeit nach intravenöser und rektaler

Verabreichung ist im Vergleich zu Erwachsenen bei Kindern im Alter von 3-10 Jahren kürzer

(1-1,5 Stunden). Der Unterschied deckt sich mit der erhöhten metabolischen Clearance bei Kindern.

Neugeborene

Bei Neugeborenen beträgt die Eliminationshalbwertszeit im Durchschnitt 6-12 Stunden, vermutlich

aufgrund der Unreife der Leber, und die Clearance ist reduziert (siehe Abschnitt 4.4).

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter

Gabe, Reproduktions- und Entwicklungstoxizität, Genotoxizität und zum kanzerogenen Potential

lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.

Neonatalstudien an Mäusen deuten darauf hin, dass Midazolam im sich entwickelnden Maushirn eine

apoptotische Neurodegeneration auslösen kann, vor allem in Kombination mit anderen Anästhetika.

Diese Wirkungen wurden allerdings beim Menschen nicht untersucht und die an den Mäusen

untersuchte Dosis war höher als die empfohlene Dosis von Midazolam bei Neugeborenen.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Natriumchlorid

Salzsäure 10 %

Wasser für Injektionszwecke

6.2

Inkompatibilitäten

Midazolam B. Braun kann ggf. inkompatibel mit basischen parenteralen Präparaten sein,

einschließlich Lösungen zur parenteralen Ernährung mit einem basischen pH-Wert.

Midazolam darf nicht mit Lösungen gemischt werden, die Bicarbonate oder andere basische

Lösungen, Aminoglycoside, Amoxicillin, Aminophyllin, Phosphate oder Phenothiazine enthalten, da

es sonst zur Ausfällung aufgrund chemischer Inkompatibilität kommen kann.

Dieses Arzneimittel darf nicht mit Dextranlösungen verdünnt werden.

Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

Es liegen Literaturberichte über Mischinkompatibilitäten mit injizierbaren Präparaten vor, die

folgende Wirkstoffe enthalten:

Aciclovir

Imipenem

Albumin

Mezlocillin-Natrium

Alteplase (Plasminogen-human-Aktivator)

Omeprazol-Natrium

Amoxicillin-Natrium

Phenobarbital-Natrium

Acetazolamid-Natrium

Phenytoin-Natrium

Bumetanid

Perphenazinenantat

Dexamethason-21-Dihydrogenphosphat

Kaliumcanrenoat

Diazepam

Ranitidinhydrochlorid

Dimenhydrinat

Hydrocortison-21-hydrogensuccinat, Natrium

Methotrexat-Dinatrium

Sulbactam-Natrium / Ampicillin-Natrium

Enoximon

Theophyllin

Flecainidacetat

Thiopental-Natrium

Fluorouracil

Trimethoprim/Sulfamethoxazol

Folsäure

Trometamol

Foscarnet-Natrium

Urokinase

Furosemid-Natrium

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Ungeöffnet

Glasampullen:

3 Jahre

Polyethylenampullen:

2 Jahre

Polyethylenflaschen:

3 Jahre

Glasampullen:

3 Jahre

Polyethylenampullen:

2 Jahre

Nach Anbruch des Behältnisses

Dieses Arzneimittel ist unmittelbar nach dem Öffnen des Behältnisses zu verwenden.

Nach Verdünnung

Die chemische und physikalische Aufbrauchstabilität beträgt nachweislich 24 Stunden bei

Raumtemperatur und 3 Tage bei 5 °C.

Unter mikrobiologischen Gesichtspunkten sollten Verdünnungen sofort nach Herstellung verwendet

werden. Bei nicht sofortiger Verwendung trägt der Anwender die Verantwortung für Lagerzeiten und

-bedingungen vor Gebrauch, wobei eine Aufbewahrungsdauer von 24 Stunden bei 2 bis 8 °C nicht

überschritten werden sollte, es sei denn, die Verdünnung hat unter kontrollierten und validierten

aseptischen Bedingungen stattgefunden.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern.

Behältnisse im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Aufbewahrungsbedingungen nach Anbruch und Verdünnung des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Das Arzneimittel ist erhältlich in

Ampullen aus farblosem Glas, Typ I

Inhalt: 5 ml, Packungsgrößen: Packungen zu 10 Ampullen

Transparenten Polyethylenampullen (Hochdruckpolyethylen, PE-LD)

Inhalt: 5 ml, Packungsgrößen: Packungen zu 4, 10 oder 20 Ampullen

Transparenten Polyethylenflaschen (Hochdruckpolyethylen, PE-LD)

Inhalt: 50 ml und 100 ml, Packungsgrößen: Packungen zu 10 Flaschen

Ampullen aus farblosem Glas, Typ I

Inhalt: 1 ml, Packungsgrößen: Packungen zu 10 Ampullen

Inhalt: 3 ml, Packungsgrößen: Packungen zu 10 Ampullen

Inhalt: 10 ml, Packungsgrößen: Packungen zu 5 oder 10 Ampullen

Transparenten Polyethylenampullen (Hochdruckpolyethylen, PE-LD)

Inhalt: 10 ml, Packungsgrößen: Packungen zu 4, 10 oder 20 Ampullen

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen

zu beseitigen.

Das Arzneimittel ist in Einzeldosisbehältnissen erhältlich. Nicht verwendeter Inhalt geöffneter

Ampullen muss sofort entsorgt werden.

Midazolam B. Braun kann in

9 mg/ml (0,9%iger) Kochsalzlösung,

50 mg/ml (5%iger) Glucoselösung,

Ringerlösung und

Hartmannlösung

auf eine Konzentration von 15 mg Midazolam pro 100-1000 ml Infusionslösung verdünnt werden.

Vor dem Mischen mit anderen Lösungen ist die Kompatibilität zu überprüfen.

Darf nur verwendet werden, wenn die Lösung klar und farblos und die Ampulle unbeschädigt ist.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

B. Braun Melsungen AG

Carl-Braun-Straße 1

34212 Melsungen

Deutschland

Postanschrift

B. Braun Melsungen AG

34209 Melsungen

Deutschland

Telefon: +49-5661-71-0

Fax: +49-5661-71-4567

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

50451.01.00

50451.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 01. Februar 2002

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 01. Februar 2012

10.

STAND DER INFORMATION

Juni 2018

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Ampullen zu 1 ml und 3 ml:

Verschreibungspflichtig

Ampullen zu 10 ml:

Verschreibungspflichtig, Betäubungsmittel

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Teilen Sie diese Informationen