Metronidazol-Serag Infusionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Metronidazol
Verfügbar ab:
SERAG-WIESSNER GmbH & Co. KG
INN (Internationale Bezeichnung):
metronidazole
Darreichungsform:
Infusionslösung
Zusammensetzung:
Metronidazol 0.5g
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
25520.00.00

Metronidazol-Serag ENR2125520

AktualisierungderDokumentationzurpharmazeutischenQualität Serag-WiessnerKG

Modul1.3.3.Gebrauchsinformation

Gebrauchsinformation

Serag-WiessnerGmbH&Co.KG

ZumKugelfang8-12

95119 Naila

1.BeschreibungdesArzneimittels

Metronidazol–Serag0,5%Infusionslösung.

ZurAnwendung beiErwachsenenundKindern.

DiesesArzneimittelisteinChemotherapeutikum.

2.Anwendungsgebiete

Metronidazol-Serag-InfusionslösungistangezeigtbeiInfektionen,diedurch

Metronidazol-empfindlicheanaerobeBakterienverursachtsind,oderfallsderenBeteiligung

vermutetwird.ZudiesenBakterienzähleninsbesondereBacteroidesfragilisundandere

Bacteroides-Arten,Fusobacterien,Eubacteria,Clostridienundweitereempfindlicheanaerobe

Kokken.

DerEinsatzvonMetronidazol-Seragistu.a.begründet:

-beiInfektionendesMagen-Darm-TraktsoderInfektionen,diehiervonausgehen(z.B.nach

operativenEingriffen,beiBauchfellentzündungen(Peritonitis),Abszessen,Phlegmonenund

andereneitrigenErkrankungenimBauch-und Beckenraum,beiseptischenErkrankungen)

-beiInfektionenimweiblichenGenitalbereichoderInfektionen,diehiervonausgehen(z.B.

nachoperativenEingriffenwieHysterektomie,beiKindbettfieber,beiseptischen

Erkrankungen)

-beiInfektionendertiefenAtemwege,insbesonderebeiLungenentzündungenmit

Gewebeeinschmelzungen(nekrotisierendePneumonien)

-weiterhinbeiGehirnabszessen,KnochenmarkeiterungenundEntzündungender

Herzinnenhaut(Endokarditis)

-zurInfektionsprophylaxebeioperativenEingriffen,beidenenmiteinerKontaminationmit

Anaerobiernzurechnenist,z.B.beiOperationenimMagen-Darm-Trakt,amweiblichen

Genitalbereich,imMund-undRachenraum,beiVorliegeneinerBauchfellentzündung

(Peritonitis)odereinesAbzessesimBauch-oderBeckenraum.

Offizielle/nationaleAnleitungenhinsichtlichantibakteriellerResistenzundgeeignetemEinsatz

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und geeigneterVerschreibungvonantibakteriellenSubstanzensind zubeachten.

Metronidazol-Seragi.v.istangezeigtbesondersbeischwerenInfektionenmitAnaerobiern,bei

unmöglicherodernichtangezeigterGabemitderoralenDarreichungsformsowiebeiinitial

erforderlicherparenteralerMetronidazol-Behandlung.

3.WasistvorderAnwendungvonMetronidazol-Serag zubeachten?

3.1Gegenanzeigen

AbsoluteKontraindikationen:

BeiPatientenmitÜberempfindlichkeitgegenüberMetronidazoloderanderen

5-Nitroimidazolderivaten(sehrselten)darfMetronidazol-Seragnurdannangewendet

werden,wenneinelebensbedrohlicheInfektionvorliegt,anderePräparatewirkungslossindund

einesorgfältigeNutzen-Risiko-Abwägungdurchgeführtwird.

RelativeKontraindikationen:

BeischwerenLeberschäden,StörungenderBlutbildung(z.B.Granulozytopenie)oder

ErkrankungendeszentralenoderperipherenNervensystems(z.B.Anfallsleiden)sollte

Metronidazol-SeragnurnachsorgfältigerNutzen-Risiko-Abwägungangewendetwerden.

Schwangerschaft:

ImerstenDritteleinerSchwangerschaftdarfMetronidazol-Seragnachsorgfältiger

Nutzen-Risiko-Abwägung und strenger Indikationsstellung nur bei schweren,

lebensbedrohlichenInfektioneneingesetztwerden.

ImzweitenundletztenDritteleinerSchwangerschaftkannMetronidazol-Seragnach

sorgfältigerNutzen-Risiko-Abwägungund strengerIndikationsstellungeingesetztwerden.

Stillzeit:

Während derStillzeitsollteentwederdasStillenunterbrochenoderdasMedikamentausgesetzt

werden.BeiEinmaltherapiewährendderStillzeitsolltemitdemStillenfür24Stunden

ausgesetztunddieindieserZeitgebildeteMilchabgepumptwerden.

3.2VorsichtsmaßnahmenfürdieAnwendung undWarnhinweise

Behandlungsdauer:SiehePunkt11

Schwangerschaftund Stillzeit:SiehePunkt7

HinweisfürVerkehrsteilnehmer:

MetronidazolkannauchbeibestimmungsgemäßemGebrauchdasReaktionsvermögensoweit

verändern,dassz.B.dieFähigkeitzuraktivenTeilnahmeamStraßenverkehroderzum

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BedienenvonMaschinenbeeinträchtigtwird.DiesgiltinverstärktemMaßebei

BehandlungsbeginnundimZusammenwirkenmitAlkohol.

3.3WechselwirkungenmitanderenMitteln

FolgendeWechselwirkungenzwischendemvorliegendenArzneimittelundanderenMitteln

sind vonBedeutung:

Metronidazol/Alkohol,Disulfiram

GleichzeitigerAlkoholkonsumistzuvermeiden,dasonstUnverträglichkeitenmitSchwindel

undErbrechenauftretenkönnen(DisulfiramähnlicheWirkung).DiegleichzeitigeGabevon

DisulfiramführtzuVerwirrtheitszuständen.

Metronidazol/blutgerinnungshemmendeMedikamente

MetronidazolkanndieSerumkonzentrationvonAntikoagulantienbeeinflussen.Patienten,die

mitsolchenArzneimittelngleichzeitigbehandeltwerden,müssengegebenenfallsneueingestellt

werden,weildurchMetronidazoldieHemmungderBlutgerinnungverstärktwird.

Metronidazol/Lithium

BeigleichzeitigerGabevonMetronidazolmitLithiumistVorsichtgeboten,weileinAnstieg

derLithiumkonzentrationimSerumbeobachtetwurde.EsbestehteinerhöhtesRisikofür

Nierenfunktionsstörungen.

Metronidazol/MedikamentezurBehandlungvonKrampfanfällen

EineWirkungsverminderungvonMetronidazoltrittbeigleichzeitigerGabevonBarbituraten

und Phenytoinein.

Metronidazol/Cimetidin

CimetidinkanninEinzelfällendieEliminationvonMetronidazolbeeinträchtigenunddadurch

zuerhöhtenMetronidazol-Serumkonzentrationenführen.

Metronidazol/andereChemotherapeutikabzw.Antibiotika

EinemehroderwenigerstarkausgeprägtesynergistischeWirkungvonMetronidazolund

antibakteriellenSubstanzenwieAcylureido-Penicillinen,Tetracyclin,Spiramycin,Clindamycin,

Rifampicinbzw.Nalidixinsäure,wurdeinLaborversuchenfestgestellt.

Zumischungen

DieVerabreichungvonMetronidazol-Serag-InfusionslösunginMischspritzenodermit

anderenInfusionslösungenaußerisotonischerKochsalzlösungoder5%igerGlucoselösung

sollteunterbleiben.DerZusatzkannzuchemisch-physikalischenVeränderungenführen.Ist

eineZumischungdennocherforderlich,soistaufhygienischeinwandfreiesZuspritzen,gute

DurchmischungundKompatibilitätzuachten.AufkeinenFalldarfdieMischungvon

Metronidazol-SeragmitderInfusionslösungaufbewahrtwerden.

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3.4Warnhinweise

DauerderAnwendung:

DieBehandlungmitMetronidazol-Seragodereinemanderennitroimidazolhaltigen

ArzneimitteldarfinderRegel10Tagenichtüberschreiten.DieseFristdarfnurinEinzelfällen

beibesondersstrengerIndikationsstellungüberschrittenwerden.DieBehandlungsollte

möglichstseltenwiederholtwerden.

DieBegrenzungderAnwendungsdaueristerforderlich,weilsicheineSchädigung

menschlicherKeimzellennichtausschließenlässtundweilintierexperimentellenStudieneine

ZunahmevonbestimmtenTumorengesehenwurde.

4.Dosierungsanleitung,ArtundDauerderAnwendung

4.1Dosierungsanleitung

(MengenangabeningodermgbeziehensichaufMetronidazol)

Soweitnichtandersverordnet,werdenfolgendeRichtdosenempfohlen:

InfektionenmitanaerobenErregern:

Erwachseneund Kinderüber12 Jahren

BeischwerenInfektionenerhaltenErwachseneundJugendlicheeineinitialeDosisvon1,5-2

g(entsprechend300-400mlInfusionslösung).AlsErhaltungsdosiswerdenalle12Stunden

(inAusnahmefällenalle8Stunden)0,5gentsprechend100mlInfusionslösunggegeben(2-3

maltäglich100 ml).

BeiterminalerNiereninsuffizienzsollteeinetäglicheErhaltungsdosisvon1gnicht

überschrittenwerden.BeidialysepflichtigenPatientenistesangezeigtnacheinerDialyseeine

weitereDosisMetronidazol-Seragzuverabreichen.

BeischwererLeberinsuffizienzundbeiVerschlussderGallenwegeistmiteinerverzögerten

Ausscheidungzurechnen,sodassbeilängererTherapievonAnaerobierinfektionendieDosis

reduziertwerdensollte(sieheauchAbschnitt„Gegenanzeigen“).

Kinderunter12 Jahren

Kinderunter12 JahrenerhaltenzurTherapie2 maltäglich10-15mg/kgKörpergewicht.

BehandlungvorodernachOperationen

ZurperioperativenProphylaxeempfiehltsichdieeinmaligeGabevon0,5g(bismaximal2g)

entsprechend100 ml(bismaximal400ml)InfusionslösungunmittelbarvorOperationsbeginn.

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Infusionsgeschwindigkeit

DieentsprechendenMengenwerdenalslangsame,intravenöseInfusionvon

5 ml/mingegeben.

4.2ArtderAnwendung

ZurperiphervenösenInfusion.

NurklareLösungenundunverletzteBehältnisseverwenden.àsiehePunkt6

Metronidazol-SeragkannzusammenmitisotonischerKochsalzlösungoder5%iger

Glucoselösungverabreichtwerden.

4.3DauerderAnwendung

SchwereInfektionendurchAnaerobiererforderneineTherapievon5-7Tagen,bei

unkompliziertenInfektionensind3-5Tageimallgemeinenausreichend.Beientsprechendem

klinischenVerlaufkanndieTherapiedauervomArztauchverlängertwerden.

DieBehandlungmitMetronidazol-Seragodereinemanderennitroimidazolhaltigen

ArzneimitteldarfinderRegel10Tagenichtüberschreiten(sieheAbschnitt„Warnhinweise“).

DieseFristdarfnurinEinzelfällenbeibesondersstrengerIndikationsstellungüberschritten

werden.DieBehandlungsolltemöglichstseltenwiederholtwerden.

DieBegrenzungderAnwendungsdaueristerforderlich,weilsicheineSchädigung

menschlicherKeimzellennichtausschließenlässtundweilintierexperimentellenStudieneine

ZunahmevonbestimmtenTumorengesehenwurde.àsiehePunkt3.4

4.4Überdosierung

NachEinmaldosenvonbiszu15gMetronidazolinsuizidalerAbsichtwurdenÜbelkeit,

Erbrechen,Hyperreflexie,Ataxie,Tachykardie,AtemnotundDesorientierungbeobachtet.

Todesfällesindnichtbeschrieben.

EinspezifischesAntidotistnichtbekannt.BeisymptomatischerTherapieistmit

vollständigerRückbildungderBeschwerdennachwenigenTagenzurechnen.

TherapiederpseudomembranösenEnterokolitis:

HieristeineBeendigungderTherapieinAbhängigkeitvonderIndikationzuerwägenund

ggf.soforteineangemesseneBehandlungeinzuleiten(z.B.Einnahmevonspeziellen

Antibiotika/Chemotherapeutika,derenWirksamkeitklinischerwiesenist).Arzneimittel,die

diePeristaltik hemmen,sindkontraindiziert.

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SchwereakuteÜberempfindlichkeitsreaktionen(z.B.anaphylaktischerSchock):

HiermussdieBehandlungmitMetronidazol-Seragsofortabgebrochenwerdenunddie

üblichenentsprechendenNotfallmaßnahmen(z.B.Antihistaminika,Kortikosteroide,

Sympathomimetikaundggf.Beatmung)eingeleitetwerden.

WennSieweitereFragenzurAnwendungdesArzneimittelshaben,fragenSieIhren

ArztoderApotheker.

5.Nebenwirkungen

Magen-Darm-Trakt

Häufig(≥1%-<10%)metallischerGeschmack,bitteresAufstoßen,Zungenbelag,

EntzündungderMundschleimhaut(Glossitis,Stomatitis),Magendrücken,Übelkeit,Brechreiz,

Erbrechen,Appetitlosigkeit,Durchfall.

Beisehrseltenem(<0,01%)Auftretenvonschweren,anhaltendenDurchfällenwährendund

nachderTherapiesolltederArztinformiertwerden,weilsichdahintereine

pseudomembranöseEnterokolitisverbergenkann,diesofortbehandeltwerdenmuss(siehe

Abschnitt„Überdosierung“).

Leber-und Bauchspeicheldrüse

Gelegentlich(≥0,1%-<1%)Leberfunktionsstörungen(z.B.ErhöhungvonTransaminasen

und BilirubinimSerum),sehrseltenEntzündungderBauchspeicheldrüse(Pankreatitis).

Überempfindlichkeitserscheinungen

GelegentlichHautreaktionen(z.B.Juckreiz,Nesselausschlag,mitBläschen-und

Quaddelbildung (urtikarielles Exanthem), Arzneimittelfieber. Schwere akute

Überempfindlichkeitsreaktionen(gelegentlichanaphylaktischeReaktionen,sehrselten

anaphylaktischerSchock)sindmöglich.BeimAuftretenvonanaphylaktischenReaktionenist

unterUmständensofortigeärztlicheHilfeerforderlich.

Nervensystem

GelegentlichKopfschmerzen,Schwindel,Schläfrigkeit,Schlaflosigkeit,Verwirrtheitszustände,

Erregbarkeit,traurigeVerstimmtheit(Depression),StörungeninderBewegungskoordination

(Ataxie).

UnterderTherapiesindgelegentlichperiphereNervenstörungen(Neuropathien)und

Krampfanfällebeobachtetworden.ErstereäußernsichdurchTaubheitsgefühl,Pelzigseinoder

KribbelnindenExtremitäten(ArmoderBein).InsolchenFällenistderbehandelndeArzt

sofortzuverständigen.

Blut-undBlutkörperchen

UnterderTherapiekannesgelegentlichzueinerVerminderungderZahlderweißen

BlutkörperchenundderBlutplättchenkommen(Leukopeniebzw.Granulozytopenie,sehr

seltenAgranulozytoseundThrombozytopenie).DahersindbeilängererAnwendung

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regelmäßigeBlutbildkontrollenangezeigt.

NiereundBlase

GelegentlichschmerzhaftesWasserlassen(Dysurie)bzw.EntzündungderBlasenschleimhaut

(Cystitis)undunfreiwilligerAbgangvonUrin(Harninkontinenz).

Sonstige

HäufigAuftretenvondunklemUrin(bedingtdurcheinStoffwechselproduktdes

Metronidazols, ohne Krankheitswert), gelegentlich Candida-Superinfektionen im

Genitalbereich,Schwächegefühl,Sehstörungen.

LokaleReaktionen

NachintravenöserAnwendungkönnenReizungenderVenenwand(biszurThrombophlebitis)

auftreten.

WennSieNebenwirkungenbeisichbeobachten,dienichtindieserPackungsbeilageaufgeführt

sind,teilenSiediesebitteIhremArztoderApothekermit.

6.HinweiseundAngabenzurHaltbarkeitvonMetronidazol-Serag

NachAblaufdesaufdemBehältnisundderäußerenUmhüllungangegebenen

VerfalldatumssollMetronidazol-Seragnichtmehrangewandtwerden!

ImOriginalbehältnislagern.DenUmkartonverschlossenhalten,umdenInhaltvorLichtzu

schützen.

NurklareLösungenundunverletzteBehältnisseverwenden

NachAnbruchdesBehältnissessofortverwenden!

ArzneimittelfürKinderunzugänglichaufbewahren!

7.Zusammensetzung

EineInfusionsflaschemit100mlenthält0,5 gMetronidazol.

Citronensäure-Monohydrat 0,044g

Natriummonohydrogenphosphat-Dodecahydrat 0,150 g

Natriumchlorid 0,740 g

SonstigeBestandteile:

Citronensäure-Monohydrat

Natriummonohydrogenphosphat-Dodecahydrat

Natriumchlorid

WasserfürInjektionszwecke

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Na+ 135,0mmol/l

Cl- 126,6mmol/l

HPO42-- 4,2mmol/l

Citrat 2,1mmol/l

Theor.Osmolarität: 297mosm/l

pH-Wert: 4,7 -5,3

8.DarreichungsformundInhalt

Darreichungsform:Infusionslösung

InhalteinerGlasflasche:100ml

9.PharmazeutischerUnternehmer/Hersteller

Serag-WiessnerGmbH&Co.KG

ZumKugelfang8-12

95119 Naila

Telefon(0 9282)9370

Telefax(0 9282)937-9369

10.StandderInformation

Dezember2005

Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

Metronidazol-Serag ENR2125520

Änderungsanzeigevom24.11.2010 Serag-WiessnerKG

Fachinformation

1. Bezeichnung desArzneimittels

Metronidazol– Serag 0,5% Infusionslösung.

2. QualitativeundquantitativeZusammensetzung

Wirkstoff:

EineInfusionsflaschemit100 mlenthält0,5 g Metronidazol.

SonstigeBestandteile:siehePunkt6.1

3. Darreichungsform

Infusionslösung

4. KlinischeAngaben

4.1 Anwendungsgebiete

DiesesArzneimittelisteinChemotherapeutikum.

Metronidazol-Serag-InfusionslösungistangezeigtbeiInfektionen,diedurchMetronidazol-

empfindlicheanaerobeBakterienverursachtsind,oderfallsderenBeteiligungvermutetwird.

ZudiesenBakterienzähleninsbesondereBacteroidesfragilisundandereBacteroides-Arten,

Fusobacterien, Eubacteria, Clostridienund weitereempfindlicheanaerobeKokken.

Der Einsatzvon Metronidazol- Serag istu. a.begründet:

-beiInfektionendesMagen-Darm-TraktsoderInfektionen,diehiervonausgehen(z.B.nach

operativenEingriffen,beiBauchfellentzündungen(Peritonitis),Abszessen,Phlegmonen

undandereneitrigenErkrankungenimBauch-undBeckenraum,beiseptischen

Erkrankungen)

-beiInfektionenimweiblichenGenitalbereichoderInfektionen,diehiervonausgehen(z.B.

nachoperativenEingriffenwieHysterektomie,beiKindbettfieber,beiseptischen

Erkrankungen)

-beiInfektionendertiefenAtemwege,insbesonderebeiLungenentzündungenmit

Gewebeeinschmelzungen (nekrotisierendePneumonien)

-weiterhinbeiGehirnabszessen,KnochenmarkeiterungenundEntzündungender

Herzinnenhaut(Endokarditis)

Metronidazol-Serag ENR2125520

Änderungsanzeigevom24.11.2010 Serag-WiessnerKG

Fachinformation

-zurInfektionsprophylaxebeioperativenEingriffen,beidenenmiteinerKontaminationmit

Anaerobiernzurechnenist,z.B.beiOperationenimMagen-Darm-Trakt,amweiblichen

Genitalbereich,imMund-undRachenraum,beiVorliegeneinerBauchfellentzündung

(Peritonitis)oder einesAbzessesimBauch- oderBeckenraum.

Offizielle/nationaleAnleitungenhinsichtlichantibakteriellerResistenzundgeeignetem

Einsatzund geeigneterVerschreibung von antibakteriellen Substanzensind zu beachten.

Metronidazol-Seragi.v.istangezeigtbesondersbeischwerenInfektionenmitAnaerobiern,

beiunmöglicherodernichtangezeigterGabemitderoralenDarreichungsformsowiebei

initialerforderlicherparenteralerMetronidazol-Behandlung.

4.2 Dosierung,Art undDauerderAnwendung

Dosierungsanleitung

(Mengenangaben ing oder mgbeziehen sichauf Metronidazol)

Soweitnichtandersverordnet,werdenfolgendeRichtdosen empfohlen:

Infektionenmit anaerobenErregern:

- Erwachseneund Kinder über 12 Jahren

BeischwerenInfektionenerhaltenErwachseneundJugendlicheeineinitialeDosisvon1,5-2

g(entsprechend300-400mlInfusionslösung).AlsErhaltungsdosiswerdenalle12Stunden

(inAusnahmefällenalle8Stunden)0,5gentsprechend100mlInfusionslösunggegeben(2-3

maltäglich100 ml).

BeiterminalerNiereninsuffizienzsollteeinetäglicheErhaltungsdosisvon1gnicht

überschrittenwerden.BeidialysepflichtigenPatientenistesangezeigtnacheinerDialyseeine

weitereDosisMetronidazol-Serag zuverabreichen.

BeischwererLeberinsuffizienzundbeiVerschlussderGallenwegeistmiteinerverzögerten

Ausscheidungzurechnen,sodassbeilängererTherapievonAnaerobierinfektionendieDosis

reduziertwerden sollte(sieheauchAbschnitt4.3 „Gegenanzeigen“).

- Kinderunter 12 Jahren

Kinderunter 12 Jahren erhaltenzurTherapie2 maltäglich10 - 15 mg/kg Körpergewicht.

Behandlung vorodernachOperationen

ZurperioperativenProphylaxeempfiehltsichdieeinmaligeGabevon0,5g(bismaximal2g)

entsprechend100ml(bismaximal400ml)Infusionslösungunmittelbarvor

Operationsbeginn.

Metronidazol-Serag ENR2125520

Änderungsanzeigevom24.11.2010 Serag-WiessnerKG

Fachinformation

Infusionsgeschwindigkeit

DieentsprechendenMengenwerdenalslangsame,intravenöseInfusionvon

5 ml/mingegeben.

Art derAnwendung

ZurperiphervenösenInfusion.

Metronidazol-SeragkannzusammenmitisotonischerKochsalzlösungoder5%iger

Glucoselösung verabreichtwerden.

DauerderAnwendung

SchwereInfektionendurchAnaerobiererforderneineTherapievon5-7Tagen,bei

unkompliziertenInfektionensind3-5Tageimallgemeinenausreichend.Beientsprechendem

klinischenVerlauf kanndieTherapiedauer vomArztauchverlängertwerden.

DieBehandlungmitMetronidazol-Seragodereinemanderennitroimidazolhaltigen

Arzneimitteldarf in derRegel10Tagenichtüberschreiten.(s. auchWarnhinweise!)

4.3 Gegenanzeigen

AbsoluteKontraindikationen:

BeiPatientenmitÜberempfindlichkeitgegenüberMetronidazoloderanderen5-

Nitroimidazolderivaten(sehrselten)darfMetronidazol-Seragnurdannangewendetwerden,

wenneinelebensbedrohlicheInfektionvorliegt,anderePräparatewirkungslossindundeine

sorgfältigeNutzen-Risiko-Abwägungdurchgeführtwird.

RelativeKontraindikationen:

BeischwerenLeberschäden,StörungenderBlutbildung(z.B.Granulozytopenie)oder

ErkrankungendeszentralenoderperipherenNervensystems(z.B.Anfallsleiden)sollte

Metronidazol- Serag nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendetwerden.

4.4 WarnhinweiseundVorsichtsmaßnahmenfürdieAnwendung

Dauer derAnwendung:

DieBehandlungmitMetronidazol-Seragodereinemanderennitroimidazolhaltigen

Arzneimitteldarf in derRegel10Tagenichtüberschreiten.DieseFristdarf nur inEinzelfällen

beibesondersstrengerIndikationsstellungüberschrittenwerden.DieBehandlungsollte

möglichstselten wiederholtwerden.

DieBegrenzungderAnwendungsdaueristerforderlich,weilsicheineSchädigung

menschlicherKeimzellennichtausschließenlässtundweilintierexperimentellenStudien

eineZunahmevon bestimmtenTumorengesehen wurde.

Metronidazol-Serag ENR2125520

Änderungsanzeigevom24.11.2010 Serag-WiessnerKG

Fachinformation

4.5 Wechselwirkungenmit anderenArzneimittelnundsonstigeWechselwirkungen

FolgendeWechselwirkungenzwischendemvorliegendenArzneimittelundanderenMitteln

sind von Bedeutung:

Metronidazol/Alkohol, Disulfiram

GleichzeitigerAlkoholkonsumistzuvermeiden,dasonstUnverträglichkeitenmitSchwindel

undErbrechenauftretenkönnen(DisulfiramähnlicheWirkung).DiegleichzeitigeGabevon

DisulfiramführtzuVerwirrtheitszuständen.

Metronidazol/blutgerinnungshemmendeMedikamente

MetronidazolkanndieSerumkonzentrationvonAntikoagulantienbeeinflussen.Patienten,die

mitsolchenArzneimittelngleichzeitigbehandeltwerden,müssengegebenenfallsneu

eingestelltwerden,weildurch MetronidazoldieHemmungder Blutgerinnung verstärktwird.

Metronidazol/Lithium

BeigleichzeitigerGabevonMetronidazolmitLithiumistVorsichtgeboten,weileinAnstieg

derLithiumkonzentrationimSerumbeobachtetwurde.EsbestehteinerhöhtesRisikofür

Nierenfunktionsstörungen.

Metronidazol/Medikamentezur Behandlungvon Krampfanfällen

EineWirkungsverminderungvonMetronidazoltrittbeigleichzeitigerGabevonBarbituraten

und Phenytoinein.

Metronidazol/Cimetidin

Cimetidin kann inEinzelfällen dieEliminationvon Metronidazolbeeinträchtigenund dadurch

zuerhöhten Metronidazol-Serumkonzentrationen führen.

Metronidazol/andereChemotherapeutikabzw.Antibiotika

EinemehroderwenigerstarkausgeprägtesynergistischeWirkungvonMetronidazolund

antibakteriellenSubstanzenwieAcylureido-Penicillinen,Tetracyclin,Spiramycin,

Clindamycin, Rifampicinbzw. Nalidixinsäure, wurdeinLaborversuchenfestgestellt.

4.6 Schwangerschaft undStillzeit

Schwangerschaft:

ImerstenDritteleinerSchwangerschaftdarfMetronidazol-SeragnachsorgfältigerNutzen-

Risiko-AbwägungundstrengerIndikationsstellungnurbeischweren,lebensbedrohlichen

Infektionen eingesetztwerden.

ImzweitenundletztenDritteleinerSchwangerschaftkannMetronidazol-Seragnach

sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägungund strenger Indikationsstellung eingesetztwerden.

Stillzeit:

Metronidazol-Serag ENR2125520

Änderungsanzeigevom24.11.2010 Serag-WiessnerKG

Fachinformation

WährendderStillzeitsollteentwederdasStillenunterbrochenoderdasMedikament

ausgesetztwerden.BeiEinmaltherapiewährendderStillzeitsolltemitdemStillenfür24

Stundenausgesetztund dieindieser ZeitgebildeteMilchabgepumptwerden.

4.7 AuswirkungenaufdieVerkehrstüchtigkeit unddasBedienenvonMaschinen

MetronidazolkannauchbeibestimmungsgemäßemGebrauchdasReaktionsvermögensoweit

verändern,dassz.B.dieFähigkeitzuraktivenTeilnahmeamStraßenverkehroderzum

BedienenvonMaschinenbeeinträchtigtwird.DiesgiltinverstärktemMaßebei

Behandlungsbeginn und imZusammenwirken mitAlkohol.

4.8 Nebenwirkungen

Magen-Darm-Trakt

Häufig(≥1%-<10%)metallischerGeschmack,bitteresAufstoßen,Zungenbelag,

EntzündungderMundschleimhaut(Glossitis,Stomatitis),Magendrücken,Übelkeit,

Brechreiz,Erbrechen,Appetitlosigkeit, Durchfall.

Beisehrseltenem(<0,01%)Auftretenvonschweren,anhaltendenDurchfällenwährendund

nachderTherapiesolltederArztinformiertwerden,weilsichdahintereine

pseudomembranöseEnterokolitisverbergenkann,diesofortbehandeltwerdenmuss(siehe

Punkt4.9).

Leber- und Bauchspeicheldrüse

Gelegentlich(≥0,1%-<1%)Leberfunktionsstörungen(z.B.ErhöhungvonTransaminasen

und BilirubinimSerum),sehr selten Entzündung derBauchspeicheldrüse(Pankreatitis).

Überempfindlichkeitserscheinungen

GelegentlichHautreaktionen(z.B.Juckreiz,Nesselausschlag,mitBläschen-und

Quaddelbildung(urtikariellesExanthem)),Arzneimittelfieber.Schwereakute

Überempfindlichkeitsreaktionen(gelegentlichanaphylaktischeReaktionen,sehrselten

anaphylaktischerSchock)sindmöglich.BeimAuftretenvonanaphylaktischenReaktionenist

unterUmständen sofortigeärztlicheHilfeerforderlich.

Nervensystem

Gelegentlich Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit, Schlaflosigkeit,

Verwirrtheitszustände,Erregbarkeit,traurigeVerstimmtheit(Depression),Störungeninder

Bewegungskoordination (Ataxie).

UnterderTherapiesindgelegentlichperiphereNervenstörungen(Neuropathien)und

Krampfanfällebeobachtetworden.ErstereäußernsichdurchTaubheitsgefühl,Pelzigseinoder

KribbelnindenExtremitäten(ArmoderBein).InsolchenFällenistderbehandelndeArzt

sofortzuverständigen.

Blut-und Blutkörperchen

UnterderTherapiekannesgelegentlichzueinerVerminderungderZahlderweißen

Metronidazol-Serag ENR2125520

Änderungsanzeigevom24.11.2010 Serag-WiessnerKG

Fachinformation

BlutkörperchenundderBlutplättchenkommen(Leukopeniebzw.Granulozytopenie,sehr

seltenAgranulozytoseundThrombozytopenie).DahersindbeilängererAnwendung

regelmäßigeBlutbildkontrollenangezeigt.

Niereund Blase

GelegentlichschmerzhaftesWasserlassen(Dysurie)bzw.EntzündungderBlasenschleimhaut

(Cystitis) und unfreiwilligerAbgang von Urin (Harninkontinenz).

Sonstige

HäufigAuftretenvondunklemUrin(bedingtdurcheinStoffwechselproduktdes

Metronidazols,ohneKrankheitswert),gelegentlichCandida-Superinfektionenim

Genitalbereich,Schwächegefühl,Sehstörungen.

LokaleReaktionen

NachintravenöserAnwendungkönnenReizungenderVenenwand(biszurThrombophlebitis)

auftreten.

4.9 Überdosierung

NachEinmaldosenvonbiszu15gMetronidazolinsuizidalerAbsichtwurdenÜbelkeit,

Erbrechen,Hyperreflexie,Ataxie,Tachykardie,AtemnotundDesorientierungbeobachtet.

Todesfällesind nichtbeschrieben.

EinspezifischesAntidotistnichtbekannt.BeisymptomatischerTherapieistmit

vollständigerRückbildung der Beschwerden nachwenigenTagenzu rechnen.

Therapieder pseudomembranösen Enterokolitis:

HieristeineBeendigungderTherapieinAbhängigkeitvonderIndikationzuerwägenund

ggf.soforteineangemesseneBehandlungeinzuleiten(z.B.Einnahmevonspeziellen

Antibiotika/Chemotherapeutika,derenWirksamkeitklinischerwiesenist).Arzneimittel,

diediePeristaltik hemmen, sind kontraindiziert.

SchwereakuteÜberempfindlichkeitsreaktionen (z. B. anaphylaktischer Schock):

HiermussdieBehandlungmitMetronidazol-Seragsofortabgebrochenwerdenunddie

üblichenentsprechendenNotfallmaßnahmen(z.B.Antihistaminika,Kortikosteroide,

Sympathomimetikaund ggf. Beatmung) eingeleitetwerden.

5. PharmakologischeEigenschaften

5.1 PharmakodynamischeEigenschaften

PharmakotherapeutischeGruppe

MetronidazolisteinAntibiotikumausder Gruppeder Nitroimidazole.

Metronidazol-Serag ENR2125520

Änderungsanzeigevom24.11.2010 Serag-WiessnerKG

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ATC-Code

J01XD01

Wirkungsweise

Metronidazolselbstistantimikrobiellunwirksam.Esstelltdiestabileundpenetrationsfähige

Ausgangsverbindungdar,ausderunteranaerobenBedingungendurchdiemikrobielle

Pyruvat-Ferredoxin-OxidoreduktaseunterOxidationvonFerredoxinundFlavodoxinNitroso-

Radikalegebildetwerden,dieanderDNSangreifen.Nitroso-RadikalebildenAdduktemit

BasenpaareninderDNS,wodurcheszuDNS-StrangbrüchenundnachfolgendzumZelltod

kommt.

Beziehung zwischenPharmakokinetikund Pharmakodynamik

DieWirksamkeithängtimWesentlichenvondemQuotientenausmaximaler

Serumkonzentration (C

) und minimalerHemmkonzentration (MHK) desErregersab.

Resistenzmechanismen

DieResistenzmechanismengegenMetronidazolbeianaerobenBakteriensinderstteilweise

aufgeklärt:

Metronidazol-resistente Bacteroides-StämmebesitzenResistenzdeterminanten,die

Nitroimidazol-Reduktasenkodieren,dieNitroimidazoleinAminoimidazoleumwandeln,

wodurchdieBildungderfürdieantibakterielleWirkungverantwortlichenNitroso-Radikale

verhindertwird.

DieMetronidazol-ResistenzbeiHelicobacterpyloriberuhtaufMutationenineinemGen,das

fürdieNADPH-Nitroreduktasekodiert.DieseMutationenbewirkeneinenAustauschvon

AminosäurenunddamiteinenFunktionsverlustdesEnzyms.Somitunterbleibtder

AktivierungsschrittvomMetronidazolzumreaktivenNitroso-Radikal.

EsbestehtzwischenMetronidazolunddenanderenNitroimidazolderivaten(Tinidazol,

Ornidazol, Nimorazol) vollständigeKreuzresistenz.

Grenzwerte

DieTestungvonMetronidazolerfolgtunterBenutzungderüblichenVerdünnungsreihe.

FolgendeminimaleHemmkonzentrationenfürsensibleundresistenteKeimewurden

festgelegt:

EUCAST(EuropeanCommitteeonAntimicrobialSusceptibilityTesting)Grenzwerte

Erreger Sensibel Resistent

Gram-positiveAnaerobier 4 mg/l >4 mg/l

Gram-negativeAnaerobier 4 mg/l >4 mg/l

Prävalenzder erworbenenResistenzinDeutschland

Metronidazol-Serag ENR2125520

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DiePrävalenzdererworbenenResistenzeinzelnerSpezieskannörtlichundimVerlaufder

Zeitvariieren.Deshalbsind–insbesonderefürdieadäquateBehandlungschwerer

Infektionen–lokaleInformationenüberdieResistenzsituationerforderlich.FallsaufGrund

derlokalenResistenzsituationdieWirksamkeitvonMetronidazolinFragegestelltist,sollte

eineTherapieberatungdurchExpertenangestrebtwerden.Insbesonderebeischwerwiegenden

InfektionenoderbeiTherapieversagenisteinemikrobiologischeDiagnosemitdemNachweis

desErregersund dessenEmpfindlichkeitgegenüber Metronidazolanzustreben.

PrävalenzdererworbenenResistenzinDeutschlandaufderBasisvonDatenderletzen5

Jahreausnationalen Resistenzüberwachungsprojekten und –studien(Stand:Dezember 2009):

ÜblicherweiseempfindlicheSpezies

AnaerobeMikroorganismen

Bacteroidesfragilis

Clostridiumdifficile°

Clostridiumperfringens°

Fusobacteriumspp.°

Peptoniphilusspp.°

Peptostreptococcusspp

Porphyromonasspp.°

Prevotellaspp. °

Veillonella spp.°

AndereMikroorganismen

Entamoebahistolytica°

Gardnerellavaginalis°

Giardia lamblia°

Trichomonasvaginalis°

Spezies,beidenenerworbeneResistenzeneinProblembeiderAnwendung

darstellenkönnen

AerobeGram-negativeMikroorganismen

Helicobacterpylori

VonNaturausresistenteSpezies

AlleobligataerobenBakterien

Gram-positiveMikroorganismen

Enterococcusspp.

Staphylococcusspp.

Streptococcusspp.

Gram-negativeMikroorganismen

Enterobacteriaceae

Haemophilusspp.

°BeiVeröffentlichungderTabellenlagenkeineaktuellenDatenvor.InderPrimärliteratur,

Standardwerken undTherapieempfehlungenwird von einerEmpfindlichkeitausgegangen.

Nur beiPenicillin-Allergie

Metronidazol-Serag ENR2125520

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5.2 PharmakokinetischeEigenschaften

Verteilung und Halbwertszeit

Metronidazol0,5gi.v.wirdraschinpraktischalleGewebeundKörperflüssigkeitenverteilt.

DiebiologischeHalbwertszeitvonMetronidazol0,5gi.v.beträgtca.8Stunden.Auchbeim

Menschen dominiertdierenaleAusscheidung.

Metabolismus

DerMetabolismusvonMetronidazolverläuftüberOxidationderSeitenkettensowie

Glucuronidierungen.Von den imUrinidentifiziertenfünf Metaboliten sind dieunkonjugierten

DerivateII und IVantimikrobiellwirksam,allerdingswenigeralsMetronidazolselbst.

N

N O

2 N CH

3

CH

2 CH

2 OH

N

N O

2 N CH

3

CH

2 COOH N

N O

2 N CH

3

CH

2 CH

2 OC

6 H

9 O

6 IICarbonsäuren IIIGlucuronide

N

N O

2 N CH

2 OH

CH

2 CH

IMetronidazol

IVHydroxylderivat

N

N O

2 N COOH

CH

2 CH

2 OH N

N O

2 N CH

2 OH

CH

2 CH

2 OC

6 H

9 O

6 V VI

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Eliminationbeieingeschränkter Nierenfunktion

DieSerumkonzentration(dieFlächeunterderSerum-Zeit-Kurve)unddieEliminati-

onskonstantesindbeiPatientenmitnormalerundbeisolchenmiteingeschränkter

Nierenfunktionstatistischnichtunterschiedlich.OffensichtlichwerdenMetronidazolund

seineMetabolitenbeiniereninsuffizientenPatientenvermehrtdurchdieDarmmucosa,Galle

und andereKörperflüssigkeiten ausgeschieden.

Eliminationbeieingeschränkter Leberfunktion

MetronidazolwirdinderLeberzelleinKonzentrationengefunden,diedenSerumwerten

entsprechen.InderGallenblaseerfolgtoffenbareineKonzentrierung.BeiObstruktionenim

hepatobiliärenSystem(z.B.durchGallenstein)oderanderenLeberfunktionsstörungenfindet

manetwashöhereSerumkonzentrationenanunverändertemMetronidazol.EineÜberprüfung

derSerumkonzentrationund ggf. eineDosisreduktionistdaherratsam.

DialysierbarkeitundVerhaltenbeiforcierterDiurese, z. B. Intoxikation

MetronidazolundseineMetabolitensindleichtdialysierbar.DerunveränderteWirkstoffund

derMetabolitIV(s.Abb.)werdenunterderHämodialyseetwadreimalrascheralsbei

gesundenProbandeneliminiert.NachderHämodialyseistdahereinezusätzlicheDosis

Metronidazol-Seragerforderlich,umtherapeutischeSerumspiegelaufrechtzuerhalten.

EbensoistbeiforcierterDiuresevorzugehen.

Bioverfügbarkeit

Metronidazol-Serag wird intravenösverabreichtund istdaher zu100% bioverfügbar.

5.3 PräklinischeDatenzurSicherheit

AkuteToxizität

DieakuteToxizitätistanMäusenbeizweiApplikationsartengeprüftworden.DieLD50-

WertebetragenbeioralerZufuhr3800mg/kgKörpergewicht,beiintraperitonealerZufuhr

3950 mg/kgKörpergewicht.DieakuteToxizitätistdanach sehr gering.

AkuteVergiftungenbeimMenschensindnichtbekanntgeworden.DertoxischeBlutspiegel

wirdmit200µg/mlangegeben,dasistzehnfachhöheralsbeibestimmungsgemäßeroraler

Therapie.

ChronischeToxizität

InchronischenToxizitätsstudienkonntenbeiMetronidazol-Gabenvonüber26-80Wochen

beiRattenkeineNebenwirkungenfestgestelltwerden.ErstbeiDosenvon300-600mg/kg

KörpergewichtundTag tratenTestisdystrophienund Prostataatrophien auf.

ToxikologischeEffektebeiHundenbeiGabevon75mg/kgKörpergewichtundTagäußerten

sichin FormvonAtaxien undTremor.

BeiUntersuchungenanAffenzeigtesichnacheinereinjährigenGabevon45,100bzw.225

mg/kgKörpergewichtundTageinedosisabhängigeZunahmevon Leberzelldegenerationen.

AlsniedrigstetoxischeDosisbei8WochenlangerkontinuierlicheroralerZufuhrbei

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Menschenwurden18mg/kgKörpergewicht/Tagangegeben.Insgesamtseltene

Nebenwirkungensind cholestatischeHepatosen und periphereNeuropathien.

Tumorerzeugendesund mutagenesPotential

TierexperimenteanverschiedenenNagernhabengezeigt,dassessichbeiMetronidazolum

einentumorerzeugendenStoffhandelt,dessentumorerzeugendesPotentialschwach

ausgeprägtist.WennauchVerlaufsbeobachtungenbeimMenschenkeinenBeweisdafür

erbrachthaben,dassdieVerabreichungvonMetronidazolzueinemerhöhtenTumorrisiko

führt,bleibtdochdastheoretischeRisikodurchdenReduktionsmetaboliten,derdurchdie

Bakterienfloragebildetwird und in sehr geringenMengen imUrinnachweisbar ist.

MetronidazolzeigtineinerReihevonTestsanBakterienmitverschiedenen

AktivierungssystemendeutlichmutageneWirkungen.EineAnzahlweitererinvitroundin

vivoTestsverliefnegativ.InLymphozytenvonPatientenwurdennachlängererTherapiemit

MetronidazolerhöhteQuotenan Chromosomenmutationen gefunden.

Reproduktionstoxizität

TierversuchehabenbeiRattenbiszuDosenvon200mg/kgKörpergewichtundKaninchen

biszu150mg/kgKörpergewichtproTagkeineteratogenenEffekteoderandere

embryotoxischeWirkungenergeben.

ImFalleeineruneingeschränktenAnwendungvonNitroimidazolendurchdieMutterbesteht

fürdasUngeborenebzw.NeugeborenedasRisikoeinerKrebsauslösungoder

Erbgutschädigung.GesicherteHinweisefüreineSchädigungdesEmbryosoderFetengibtes

bislangnicht.

DieSicherheiteinerAnwendungvonMetronidazolinderSchwangerschaftistnicht

ausreichendbelegt.InsbesonderefürdieFrühschwangerschaftliegenwidersprüchliche

Berichtevor.EinigeStudienhabenHinweiseaufeineerhöhteFehlbildungsrateergeben.Das

RisikomöglicherSpätfolgen,einschließlichdeskanzerogenenRisikos,istbishernicht

geklärt.

6. PharmazeutischeAngaben

6.1 SonstigeBestandteile

Citronensäure-Monohydrat,

Natriummonohydrogenphosphat-Dodecahydrat,

Natriumchlorid,

Wasser für Injektionszwecke

Theor. Osmolarität: 297 mosm/l

pH-Wert: 4,7 - 5,3

6.2 Inkompatibilitäten

Metronidazol-Serag ENR2125520

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Fachinformation

DieVerabreichungvonMetronidazol-Serag-InfusionslösunginMischspritzenodermit

anderenInfusionslösungenaußerisotonischerKochsalzlösungoder5%igerGlucoselösung

sollteunterbleiben.DerZusatzkannzuchemisch-physikalischenVeränderungenführen.Ist

eineZumischungdennocherforderlich,soistaufhygienischeinwandfreiesZuspritzen,gute

DurchmischungundKompatibilitätzuachten.AufkeinenFalldarfdieMischungvon

Metronidazol-Serag mitder Infusionslösung aufbewahrtwerden.

6.3 DauerderHaltbarkeit

Metronidazol-Serag ist3 Jahrehaltbar.

NachAnbruch desBehältnissesistMetronidazol-Serag sofortzuverwenden.

NachAblaufdesaufdemBehältnisundderäußerenUmhüllungangegebenenVerfalldatums

nichtmehrverwenden!

Nur klareLösungen in unversehrten Behältnissen verwenden.

6.4 BesondereLagerungshinweise

ImOriginalbehältnislagern.DenUmkartonverschlossenhalten,umdenInhaltvorLichtzu

schützen.

6.5 Art undInhalt desBehältnisses

Originalpackungenmit

1 Glasflaschezu 100 mlInfusionslösung

Klinikpackung mit

10 Glasflaschenzu je100 mlInfusionslösung

6.6 BesondereEntsorgungsmaßnahmen

Keinespeziellen Hinweise.

7. PharmazeutischerUnternehmer/Zulassungsinhaber

SERAG-WIESSNERKG

ZumKugelfang 8 - 12

95119 Naila

Telefon (0 92 82) 93 70

Telefax (0 92 82) 937-9369

Metronidazol-Serag ENR2125520

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Fachinformation

8. Zulassungsnummer

25520.00.00

9. DatumderZulassung

07.02.1992

10. StandderInformation

November2010.

11.Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig.

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