Metrocreme 0,75%

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Metronidazol
Verfügbar ab:
Galderma Laboratorium GmbH
ATC-Code:
D06BX01
INN (Internationale Bezeichnung):
metronidazole
Darreichungsform:
Creme
Zusammensetzung:
Metronidazol 7.5mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
54118.00.00

Dokumenten

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Metrocreme

®

0,75 % zur Anwendung bei Erwachsenen

Wirkstoff: Metronidazol

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der

Anwendung dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige

Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später

nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an

Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die

gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Metrocreme

und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Metrocreme

beachten?

Wie ist Metrocreme

anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Metrocreme

aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Metrocreme

und wofür wird es angewendet?

Metrocreme

ist ein Mittel zur Anwendung auf der Haut bei bestimmten Formen der

Rosazea.

Wenn Sie nach 3 Monaten keine Besserung bemerken, wenden Sie sich an Ihren

Arzt.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Metrocreme

beachten?

Metrocreme

®

darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Metronidazol oder einen der in Abschnitt 6. genannten

sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Metrocreme

anwenden,

insbesondere wenn Sie eine fehlerhafte Blutzusammensetzung (Blutdyskrasie)

haben. In diesen Fällen sollte Metrocreme

nur nach Rücksprache mit dem Arzt

angewendet werden.

Jeder Kontakt von Metrocreme

mit den Augen und Schleimhäuten ist zu vermeiden.

Während der Behandlung mit Metrocreme

sollte eine Sonnen- und UV-

Lichtbestrahlung (z. B. Solarium) der betroffenen Haut vermieden werden.

Beim Auftreten von lokalen Reizerscheinungen sollte Metrocreme

weniger häufig

angewendet oder abgesetzt werden. Nach dem Abklingen dieser Hautreaktionen

kann auf Anweisung des Arztes ein erneuter Behandlungsversuch erfolgen.

Kinder und Jugendliche

Dieses Arzneimittel wird nicht für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

empfohlen, da zur Wirksamkeit und Unbedenklichkeit keine ausreichenden

Untersuchungsergebnisse vorliegen.

Anwendung von Metrocreme

®

mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen andere

Arzneimittel anzuwenden.

Wechselwirkungen mit anderen auf der Haut angewendeten Präparaten sind nicht

bekannt.

Da die Menge von Metronidazol im Körper nach äußerlicher Anwendung gering ist,

ist eine Wechselwirkung mit anderen eingenommenen Medikamenten

unwahrscheinlich.

Nach der Einnahme von Metronidazol wurden Wechselwirkungen mit Disulfiram und

mit Alkohol (Antabus Effekt) sowie Warfarin und anderen Cumarin-verwandten

Antikoagulantien (Substanzen, die die Blutgerinnung hemmen) beobachtet. Eine

gleichzeitige Anwendung von Metrocreme

mit Antikoagulantien sollte daher

vermieden werden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein

oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses

Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Die Sicherheit einer Anwendung von Metrocreme

®

in der Schwangerschaft ist nicht

ausreichend belegt. Insbesondere für die Frühschwangerschaft liegen

widersprüchliche Berichte über Metronidazol, den Wirkstoff aus Metrocreme

®

, vor.

Einige Studien haben Hinweise auf eine erhöhte Fehlbildungsrate ergeben. Das

Risiko möglicher Spätfolgen, einschließlich des krebserregenden Risikos, ist bisher

nicht geklärt.

Im Falle einer uneingeschränkten Anwendung von Nitroimidazolen, der

Wirkstoffgruppe zu der Metronidazol gehört, durch die Mutter besteht für das

Ungeborene bzw. Neugeborene das Risiko einer Krebsauslösung oder

Erbgutschädigung. Gesicherte Hinweise für eine Schädigung des ungeborenen

Kindes gibt es bislang nicht. In tierexperimentellen Studien führte Metronidazol nicht

zu Fehlbildungen bei den Nachkommen.

Während der Schwangerschaft dürfen Sie Metrocreme

nur auf Anraten Ihres Arztes

anwenden und nur nachdem dieser ausgeschlossen hat, dass eine andere

Behandlung zum Erfolg führt.

Stillzeit

Der Wirkstoff aus Metrocreme

geht in die Muttermilch über. Daher sollten Sie mit

Ihrem Arzt entscheiden, ob Sie während der Stillzeit das Stillen unterbrechen oder

Metrocreme

absetzen und weiter stillen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es liegen keine Erfahrungen hinsichtlich der Beeinträchtigung der Verkehrstüchtigkeit

und der Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen vor.

Metrocreme

®

enthält Cetylstearylalkohol

Cetylstearylalkohol kann örtlich begrenzt Hautreizungen (z. B. Kontaktdermatitis)

hervorrufen.

3.

Wie ist Metrocreme

®

anzuwenden?

Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt an.

Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Metrocreme

ist nur zur äußerlichen Anwendung bestimmt.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet zweimal täglich (morgens und abends) auf die

betroffenen Hautpartien auftragen.

Metrocreme

dünn auf die betroffenen Hautstellen auftragen. Die Haut sollte vor der

Anwendung von Metrocreme

mit einem milden Mittel gereinigt werden. Nachdem

Sie Metrocreme

aufgetragen haben, können Sie Kosmetika anwenden, die weder

komedogen noch adstringierend sind.

Die durchschnittliche Behandlungsdauer beträgt 12 Wochen. Sollte sich in dieser Zeit

keine deutliche Besserung einstellen, ist die Behandlung mit Metrocreme

beenden.

Die empfohlene Behandlungsdauer sollte nicht überschritten werden. Wenn jedoch

ein eindeutiger Nutzen erkennbar ist, kann vom verordnenden Arzt je nach

Schweregrad der Erkrankung eine Fortsetzung der Therapie für weitere 3 bis 4

Monate in Erwägung gezogen werden. In klinischen Studien wurde eine topische

Therapie mit Metronidazol bei Rosazea bis zu 2 Jahre lang fortgeführt.

Die Dosierung muss bei älteren Patienten nicht angepasst werden.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben,

dass die Wirkung von Metrocreme

zu stark oder zu schwach ist.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen wird nicht empfohlen.

Wenn Sie eine größere Menge Metrocreme

®

angewendet haben als Sie sollten

Bei sachgemäßer Anwendung von Metrocreme

ist keine Überdosierung möglich.

Wenn Sie die Anwendung von Metrocreme

®

vergessen haben

Wenden Sie nicht die doppelte Menge an, wenn Sie die vorherige Anwendung

vergessen haben. Fahren Sie mit der Anwendung wie gewohnt fort.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren

Arzt oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber

nicht bei jedem auftreten müssen.

Häufige Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 10 Personen betreffen)

Verschlechterung der Rosazea

Trockene Haut

Hautrötung

Juckreiz

Brennendes Gefühl auf der Haut

Hautreizung

Schmerzen (stechend) an der Stelle, wo Metrocreme

aufgetragen wurde

Gelegentliche Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 100 Personen betreffen)

Missempfindung oder Verminderung der Berührungs- und Drucksensibilität

der Haut (Hypästhesie)

Missempfindungen auf der Haut (Parästhesie)

Störung des Geschmackssinnes (metallischer Geschmack)

Übelkeit

Häufigkeit nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht

abschätzbar):

Nach Anwendung von Metrocreme

kann sich im Bereich der Auftragsstelle eine

Kontaktdermatitis entwickeln, die sich durch Brennen, Prickeln und Rötung äußert.

An allen Stellen, die mit der Creme in Kontakt waren und darüber hinaus

(sogenannte Streureaktionen), kann sich eine allergische Reaktion auf den Wirkstoff

und die sonstigen Bestandteile entwickeln, die sich als Juckreiz, Rötung und

Bläschen äußert.

Hautabschuppung, Schwellung des Gesichts

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175

Bonn, Website: http://www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden,

können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses

Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Metrocreme

®

aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Behältnis nach

„Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das

Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Haltbarkeit nach Anbruch

Die Dauer der Haltbarkeit nach Anbruch beträgt 3 Monate.

Aufbewahrungsbedingungen

Nicht im Kühlschrank lagern oder einfrieren

Tube nach Gebrauch sorgfältig verschließen.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Metrocreme

®

enthält

Der Wirkstoff ist: Metronidazol. 1 g Creme enthält 7,5 mg Metronidazol.

Die sonstigen Bestandteile sind: Emulgierendes Wachs (Cetylstearylalkohol,

Polysorbat 60), Sorbitol-Lösung 70 % (nicht-kristallisierend), Glycerol,

Isopropylpalmitat, Benzylalkohol, Milchsäure-Lösung (zur pH-Werteinstellung),

gereinigtes Wasser.

Wie Metrocreme

aussieht und Inhalt der Packung:

Metrocreme

ist eine weiße Creme.

Metrocreme

ist in Tuben mit 5 g, 15 g, 30 g und 50 g Creme erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

Galderma Laboratorium GmbH

Georg-Glock-Str. 8

40474 Düsseldorf

Telefon; 0800 5888850

Telefax: 0211 6355 8270

E-Mail: patientenservice@galderma.com

Hersteller

Laboratoires GALDERMA

Zone Industrielle

Montdésir

74540 Alby-sur-Chéran

Frankreich

oder

Galderma Laboratorium GmbH

Toulouser Allee 23a

40211 Düsseldorf

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Juni 2018.

Fachinformation

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Metrocreme

0,75 %

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 g Creme enthält 7,5 mg Metronidazol.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Cetylstearylalkohol.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Creme.

Weiße Creme.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Zur Anwendung auf der Haut bei mäßig ausgeprägter entzündlicher papulo-pustulöser

Rosazea.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Zweimal täglich (morgens und abends) auf die betroffenen Hautbereiche auftragen.

Klinisch signifikante Ergebnisse, d.h. eine Linderung einer mäßig ausgeprägten Rosazea,

werden nach dreiwöchiger Therapiedauer beobachtet. Entsprechend der Ausprägung der

Rosazea und des Krankheitsverlaufes wird die weitere Behandlungsdauer vom Arzt bestimmt.

Die durchschnittliche Behandlungsdauer beträgt 12 Wochen. Sollte sich in dieser Zeit keine

deutliche Besserung einstellen, ist die Behandlung mit Metrocreme

zu beenden.

Die empfohlene Behandlungsdauer sollte nicht überschritten werden. Wenn jedoch ein

eindeutiger Nutzen erkennbar ist, kann vom verordnenden Arzt je nach Schweregrad der

Erkrankung eine Fortsetzung der Therapie für weitere 3 bis 4 Monate in Erwägung gezogen

werden. In klinischen Studien wurde eine topische Therapie mit Metronidazol bei Rosazea bis

zu 2 Jahre lang fortgeführt.

Eine unnötige und längere Anwendung von Metrocreme

sollte vermieden werden.

Ältere Patienten

Die Dosierung muss bei älteren Patienten nicht angepasst werden.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Metrocreme

bei Kindern und Jugendlichen ist nicht

erwiesen. Die Anwendung von Metrocreme

bei Kindern und Jugendlichen wird daher nicht

empfohlen.

Art der Anwendung

Zur Anwendung auf der Haut.

Metrocreme

dünn auf die betroffenen Hautstellen auftragen.

Die Haut sollte vor der Anwendung von Metrocreme

mit einem milden Mittel gereinigt werden.

Die Patienten können nach dem Auftragen nicht komedogene und nicht adstringierende

Kosmetika anwenden.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einer der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Der Wirkstoff Metronidazol ist ein Nitroimidazolabkömmling. Daher sollte bei Patienten mit

schweren Leberschäden, Störungen der Blutbildung sowie Erkrankungen des Zentral- oder

peripheren Nervensystems vor der Behandlung mit Metrocreme

eine sorgfältige Nutzen-

Risiko-Abwägung durchgeführt werden.

Jeder Kontakt von Metrocreme

mit den Augen und Schleimhäuten ist zu vermeiden.

Während der Behandlung mit Metrocreme

sollte eine Sonnen- und UV-Lichtbestrahlung der

betroffenen Haut vermieden werden. Da Metronidazol bei UV-Exposition zu einem inaktiven

Metaboliten umgewandelt wird, nimmt die Wirksamkeit signifikant ab. Phototoxische

Nebenwirkungen hingegen wurden in klinischen Prüfungen nicht beobachtet.

Beim Auftreten von lokalen Reizerscheinungen sollte Metrocreme

weniger häufig angewendet

oder abgesetzt werden. Nach dem Abklingen dieser Hautreaktionen kann auf Anweisung des

Arztes ein erneuter Behandlungsversuch erfolgen.

Die Evidenz lässt darauf schließen, dass Metronidazol bei bestimmten Tierspezies kanzerogen

ist. Bisher gibt es keine Evidenz für eine kanzerogene Wirkung beim Menschen (siehe Abschnitt

5.3).

Cetylstearylalkohol kann örtlich begrenzt Hautreizungen (z. B. Kontaktdermatitis) hervorrufen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit anderen topisch applizierten Präparaten sind nicht bekannt.

Da die systemische Verfügbarkeit von Metronidazol nach topischer Applikation gering ist, ist

eine Wechselwirkung mit systemisch verabreichten Medikamenten unwahrscheinlich (siehe

Abschnitt 5.2).

Nach oraler Gabe von Metronidazol wurden Wechselwirkungen mit Disulfiram und mit Alkohol

(Antabus Effekt) sowie Warfarin und anderen Cumarin-verwandten Antikoagulanzien

(Verlängerung der Prothrombin-Zeit) beobachtet. Eine gleichzeitige Anwendung von

Metrocreme

mit Antikoagulanzien sollte daher vermieden werden.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Die Sicherheit einer Anwendung von Metronidazol in der Schwangerschaft ist nicht ausreichend

belegt. Insbesondere für die Frühschwangerschaft liegen widersprüchliche Berichte vor. Einige

Studien haben Hinweise auf eine erhöhte Fehlbildungsrate ergeben. Das Risiko möglicher

Spätfolgen, einschließlich des kanzerogenen Risikos, ist bisher nicht geklärt.

Im Falle einer uneingeschränkten Anwendung von Nitroimidazolen durch die Mutter besteht für

das Ungeborene bzw. Neugeborene das Risiko einer Krebsauslösung oder Erbgutschädigung.

Gesicherte Hinweise für eine Schädigung des Embryos oder Feten gibt es bislang nicht. In

tierexperimentellen Studien zeigte Metronidazol keine teratogenen Eigenschaften (siehe 5.3).

Während der Schwangerschaft sollte Metrocreme

nur eingesetzt werden, wenn andere

Therapiemöglichkeiten keinen Erfolg bringen.

Stillzeit

Nach oraler Gabe erreicht Metronidazol in der Muttermilch Konzentrationen, die mit denen im

mütterlichen Plasma vergleichbar sind. Obwohl die Blutspiegel bei kutaner Applikation von

Metrocreme

signifikant niedriger sind als solche, die durch orale Einnahme von Metronidazol

erreicht werden, sollte bei stillenden Müttern eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob

entweder das Stillen zu unterbrechen oder die Behandlung mit Metrocreme

abzubrechen ist.

Dabei sollte die Wichtigkeit der Behandlung für die Frau berücksichtigt werden.

Fertilität

Es liegen keine Daten vor.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Nicht zutreffend.

4.8

Nebenwirkungen

Die folgenden Nebenwirkungen wurden spontan gemeldet und sind innerhalb jeder

Systemorganklasse in der Reihenfolge ihrer Häufigkeit nach folgender Konvention angegeben:

Sehr häufig (≥ 1/10)

Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich (≥ 1/1.000, bis < 1/100)

Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten (< 1/10.000), einschließlich Einzelfälle

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Häufig: trockene Haut, Erythem, Pruritus, Hautbeschwerden (Brennen, Schmerzen an der

Haut/Stechen), Hautreizung, Verschlechterung der Rosazea

Häufigkeit nicht bekannt: Kontaktdermatitis, Hautabschuppung, Schwellung des Gesichts

Erkrankungen des Nervensystems:

Gelegentlich: Hypästhesie, Parästhesie, Dysgeusie (metallischer Geschmack)

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts:

Gelegentlich: Übelkeit

Nach topischer Anwendung von Metrocreme

kann sich im Bereich der Auftragsstelle eine

Kontaktdermatitis entwickeln, die sich als Brennen, Prickeln und Rötung äußert.

Eine Kontaktallergie auf den Wirkstoff und die sonstigen Bestandteile kann sich in Form von

Juckreiz, Rötung und Blasenbildung im gesamten Bereich und darüber hinaus (sog.

Streureaktionen) entwickeln, der mit der Creme in Kontakt war.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses

des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall

einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger- Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Bei sachgemäßer Anwendung von Metrocreme

ist keine Überdosierung möglich.

Es wurden keine toxischen Wirkungen nach oraler Gabe am Tier gefunden in Dosierungen, die

mit der Einnahme des Inhaltes von 2 Tuben durch ein 12 kg schweres Kind bzw. von 12 Tuben

durch einen Erwachsenen mit 72 kg Körpergewicht vergleichbar sind.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Chemotherapeutika zur kutanen Rosazeabehandlung, ATC-

Code: D06BX01

Wirkmechanismus

Metronidazol gehört zur Stoffgruppe der Nitroimidazole. In empfindlichen Protozoen und strikt

anaerob wachsenden Bakterien wird es reduziert, wobei Acetamid und N-(2-Hydroxyethyl)-

oxamidsäure gebildet werden. Durch Interaktion mit der DNA kommt es zur Hemmung der

Nukleinsäure-Synthese der betroffenen Mikroorganismen, was zum Absterben dieser Erreger

führt. Es besteht keine Parallelresistenz zu anderen antibakteriellen Wirkstoffen.

5.2

Pharmkokinetische Eigenschaften

Bioverfügbarkeitsstudien an Patienten, die wegen Rosazea mit Metrocreme

behandelt wurden,

zeigten, dass die systemische Wirkstoffbelastung gering ist. Nach einmaliger topischer

Anwendung von 7,5 mg Metronidazol (entsprechend 1 Gramm Metrocreme

) im gesamtem

Gesichtsbereich liegen die maximalen Serumkonzentrationen zwischen 14,8 - 54,4 ng/ml

(mittlerer maximale Serumkonzentration 32,9 ng/ml). Die mittleren maximalen Konzentrationen

entsprechen weniger als 0,5 % der mittleren maximalen Serumkonzentration, die nach oraler

Aufnahme von 250 mg Metronidazol (c

= 7248 ng/ml, Bereich 4270 - 13970 ng/ml) gefunden

wurde. Metronidazol wird kaum an Serumprotein gebunden und verteilt sich gut in alle Körper-

Kompartimente. Die niedrigste Konzentration findet sich im Fettgewebe. Metronidazol wird zum

größten Teil über die Niere ausgeschieden, teils unverändert, teils nach metabolischer

Oxidation und Konjugation.

Nach oraler Applikation wird Metronidazol rasch und nahezu vollständig resorbiert mit

maximalen Serumspiegeln nach 1 bis 2 Stunden. Bei rektaler Applikation stehen ca. 80 %

der Substanz systemisch zur Verfügung, wobei das Maximum im Serum nach ca. 4 Stunden

erreicht wird. Nach vaginaler Applikation können nur ca. 20 % im Serum gefunden werden,

wobei das Maximum hier noch später, nach 8 bis 24 Stunden, erreicht wird. Die

Serumhalbwertszeit beträgt ca. 8 (6 bis 10) Stunden. Im menschlichen Organismus werden

verschiedene Metabolite gebildet. Hauptmetabolite sind der Hydroxymetabolit

(1-(2-Hydroxyethyl)-2-hydroxymethyl-5-nitroimidazol) und der „saure" Metabolit (2-Methyl-5-

nitroimidazol-1-yl-essigsäure).

Ca. 80 % der Substanz werden über die Niere ausgeschieden, wobei der nicht

metabolisierte Anteil weniger als 10 % ausmacht. Geringe Mengen (ca. 6 %) werden auch

über die Leber ausgeschieden. Niereninsuffizienz verlängert die Ausscheidung nur

unwesentlich. Bei schwerer Leberinsuffizienz ist mit einer verzögerten Elimination zu

rechnen. Die Halbwertszeit kann bei Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion bis

auf 30 Stunden verlängert sein. Die Proteinbindung liegt unter 20 %. Das scheinbare

Verteilungsvolumen beträgt etwa 36 l.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität

Die akute Toxizität ist an Mäusen bei zwei Applikationsarten geprüft worden. Die LD

-Werte

betragen bei oraler Zufuhr 3 800 mg / kg Körpergewicht, bei intraperitonealer Zufuhr

3 950 mg / kg Körpergewicht. Die akute Toxizität ist danach sehr gering.

Akute Vergiftungen beim Menschen sind nicht bekannt geworden. Der toxische Blutspiegel wird

mit 200 µg / ml angegeben, das ist zehnfach höher als bei bestimmungsgemäßer oraler

Therapie.

Am Kaninchen ließen sich nach einmaliger kutaner Applikation von Metrocreme

auf normale

und abradierte Haut unter Okklusivbedingungen über 24 Stunden keine hautreizenden

Eigenschaften nachweisen.

Subakute Toxizität

Nach kutaner Applikation von Metrogel am Kaninchen über einen Zeitraum von 13 Wochen mit

der bis zu 100-fachen therapeutischen Humandosis (13 mg/kg/KG/Tag) wurden keine toxischen

Effekte nachgewiesen. Mit Metrocreme

wurden keine weiteren präklinischen Studien

durchgeführt, da pharmakokinetische Untersuchungsergebnisse beim Menschen belegten, dass

die Bioverfügbarkeit nach kutaner Applikation für die Creme- und Gel-Formulierung vergleichbar

ist.

Nach kutaner Applikation von Metrogel (2 ml/kg/KG/Tag auf 10 % der Körperoberfläche) und

vergleichbaren Formulierungen an der Ratte über 4 Wochen fand man bei männlichen Tieren

eine klinisch nicht relevante Abnahme weißer Blutzellen. Weitere Laborwertänderungen wie

leichte Abnahme der Kaliumwerte und leichte Zunahme der Natriumwerte wurden ebenfalls als

toxikologisch unbedeutend eingestuft. Makroskopisch und histologisch wurden keine

präparatbezogenen Veränderungen nachgewiesen.

In chronischen Toxizitätsstudien konnten bei Gabe von Metronidazol über 26 bis 80 Wochen bei

Ratten keine Nebenwirkungen festgestellt werden. Erst bei Dosen von 300 bis 600 mg / kg

Körpergewicht und Tag traten Testisdystrophien und Prostataatrophien auf. Toxische Effekte

bei Hunden bei Gabe von 75 mg / kg Körpergewicht und Tag äußerten sich in Form von Ataxien

und Tremor. Bei Untersuchungen an Affen zeigte sich nach einer einjährigen Gabe von 45, 100

bzw. 225 mg / kg Körpergewicht und Tag eine dosisabhängige Zunahme von

Leberzelldegeneratio-nen.

Als niedrigste toxische Dosis bei 8 Wochen langer kontinuierlicher, oraler Zufuhr bei Menschen

wurden 18 mg / kg / Tag angegeben. Insgesamt seltene Nebenwirkungen sind cholestatische

Hepatose und periphere Neuropathien.

Mutagenität

Metronidazol wirkt in Bakterien nach Nitroreduktion mutagen. Methodisch valide

Untersuchungen ergaben keine Hinweise auf eine mutagene Wirkung in Säugerzellen in vitro

und in vivo. Untersuchungen an Lymphozyten von Patienten, die mit Metronidazol behandelt

wurden, erbrachten keine relevanten Hinweise auf DNA-schädigende Wirkungen.

Kanzerogenität

Zu Metronidazol liegen Hinweise auf tumorigene Wirkungen an Ratten und Mäusen vor.

Erwähnenswert ist insbesondere die erhöhte Rate an Lungentumoren nach oraler Gabe an

Mäusen. Ein Zusammenhang mit einem genotoxischen Wirkmechanismus scheint nicht

gegeben, da nach Gabe hoher Metronidazoldosen in transgenen Mäusen in verschiedenen

Organen inklusive der Lunge keine erhöhten Mutationsraten festgestellt wurden.

Nach intraperitonealer Gabe von Metronidazol (15

g/g Körpergewicht) über 4 Wochen an der

haarlosen Maus wurde eine Zunahme von UV-induzierten Haut-Tumoren beobachtet.

Die Aussagekraft dieser Befunde zur Karzinogenität für die kutane Rosazea-Behandlung mit

Metrocreme

beim Menschen ist unklar, zumal es beim Menschen nach jahrzehntelanger

systemischer Metronidazol-Anwendung keine Hinweise für ein erhöhtes Krebsrisiko gibt.

Dennoch sollten die Patienten angewiesen werden, eine direkte Sonnenlichteinstrahlung auf die

behandelten Hautareale möglichst zu vermeiden.

Reproduktionstoxizität

Tierversuche haben bei Ratten bis zu Dosen von 200 mg/kg Körpergewicht und bei Kaninchen

bis zu 150 mg/kg Körpergewicht pro Tag keine teratogenen Effekte oder andere

embryotoxische Wirkungen ergeben.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Emulgierendes Wachs (Cetylstearylalkohol, Polysorbat 60), Sorbitol-Lösung 70 % (nicht-

kristallisierend), Glycerol, Isopropylpalmitat, Benzylalkohol, Milchsäure (20%-ige Lösung) (zur

pH-Werteinstellung), gereinigtes Wasser.

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Im unversehrten Behältnis

5 g:

2 Jahre

15 g, 30 g und 50 g:

3 Jahre

Nach Anbruch des Behältnisses

3 Monate

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht im Kühlschrank lagern oder einfrieren.

Während Transport und Lagerung Temperaturen unter dem Gefrierpunkt vermeiden.

Nach Gebrauch Tube sorgfältig verschließen.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Versiegelte Aluminiumtuben mit Schraubkappen aus Polypropylen

Packungsgrößen:

Tuben zu 5 g, 15 g, 30 g und 50 g Creme.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen für die Beseitigung.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Galderma Laboratorium GmbH

Toulouser Allee 23a

40211 Düsseldorf

Telefon:0800 5888850

Telefax: 0211 63558270

E-Mail: kundenservice@galderma.com

8.

ZULASSUNGSNUMMER

54118.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG / VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 18. Juli 2003

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 19.Mai 2009

10.

STAND DER INFORMATION

06.2018

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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