Metoject 20 mg Injektionslösung

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-07-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
methotrexatum
Verfügbar ab:
Gebro Pharma AG
ATC-Code:
L04AX03
INN (Internationale Bezeichnung):
methotrexatum
Darreichungsform:
Injektionslösung
Zusammensetzung:
methotrexatum 20 mg ut methotrexatum natricum, natrii chloridum, natrii hydroxidum, acidum hydrochloridum, aqua ad iniectabilia q.s. ad solutionem pro 0.4 ml corresp. natrium 2.93 mg.
Klasse:
A
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Arthritis, Psoriasis, Morbus Crohn
Zulassungsnummer:
57272
Berechtigungsdatum:
2005-09-02

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-07-2020

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-07-2020

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

07-05-2021

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel anwenden. Dieses Arzneimittel

ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere Personen weitergeben.

Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen das Arzneimittel

schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Metojectâ 50 mg/ml

Was ist METOJECT und wann wird es angewendet?

Der arzneilich wirksame Bestandteil in Metoject ist Methotrexat.

1 ml Injektionslösung enthält 50 mg Methotrexat (als Methotrexat-Dinatrium).

Der Wirkstoff Methotrexat ist ein Folsäureanalogon mit folgenden Eigenschaften:

-es hemmt als Antimetabolit die Vermehrung sich schnell teilender Zellen,

-es unterdrückt bzw. schwächt als Immunsupressivum unerwünschte

körpereigene Abwehrreaktionen ab,

-es hat als Antiphlogistikum entzündungshemmende Wirkungen.

Metoject wird auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin angewendet bei:

-aktiver chronischer Polyarthritis (rheumatoider Arthritis) bei Erwachsenen,

-polyarthritischen Formen der schweren, aktiven juvenilen Arthritis bei

mangelndem Ansprechen auf nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR),

-schwerer, hartnäckiger und beeinträchtigender Psoriasis vulgaris, die nicht

genügend auf andere Therapieformen wie Phototherapie, PUVA und Retinoide anspricht, sowie

schwerer Psoriasis arthropathica bei Erwachsenen.

-leichtem bis mittelschwerem Morbus Crohn bei erwachsenen Patienten, wenn eine entsprechende

Behandlung mit anderen Arzneimitteln nicht möglich ist.

Rheumatoide Arthritis ist eine chronische Erkrankung des Bindegewebes, die durch Entzündung des

Synovialgewebes (Gelenkauskleidung) charakterisiert ist. Dieses Gewebe produziert eine Flüssigkeit,

die als Gleitmittel für viele Gelenke wirkt. Die Entzündung des Synovialgewebes führt zur Verdickung

dieser Haut und zum Anschwellen des Gelenks.

Juvenile Arthritis betrifft Kinder und Jugendliche, die jünger als 16 Jahre sind. Von polyarthritischen

Formen wird gesprochen, wenn fünf oder mehr Gelenke innerhalb der ersten sechs Monate der

Erkrankung betroffen sind.

Psoriasis vulgaris (Schuppenflechte) ist eine chronische Erkrankung der Haut, die sich durch das

Auftreten von roten und weißen schuppenartigen Hauterscheinungen äußert.

Psoriasis arthropathica tritt im Rahmen einer Schuppenflechte auf. Sie zeichnet sich durch psoriatische

Läsionen der Haut und der Nägel aus. Weiterhin sind insbesondere die Finger- und Zehengelenke

betroffen.

Metoject greift in den Krankheitsprozess ein und verlangsamt das Fortschreiten der Krankheit.

Morbus Crohn ist eine bestimmte Form der entzündlichen Darmerkrankung, die alle Bereiche des

Magen-Darm-Trakts betrifft und zu Symptomen wie Bauchschmerzen, Durchfall, Erbrechen oder

Gewichtsverlust führen kann.

Es ist unbedingt zu beachten, dass bei der Therapie der rheumatoiden Arthritis und der Psoriasis

(Schuppenflechte) und von Morbus Crohn die empfohlene Dosis 1x wöchentlich angewendet wird, und

dass eine versehentliche tägliche Anwendung der empfohlenen Dosis zu schweren Vergiftungen mit

zum Teil tödlichem Ausgang führen kann.

Wann darf METOJECT nicht eingenommen / angewendet werden?

wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Methotrexat oder einen der

sonstigen Bestandteile von Metoject sind,

– wenn Sie an Leber- oder Nierenerkrankungen leiden (siehe auch Abschnitt

„Wie verwenden Sie Metoject?“),

– wenn Sie an Erkrankungen des blutbildenden Systems leiden,

– wenn Sie viel Alkohol trinken,

– wenn Sie schwere Infektionen haben, wie zum Beispiel Tuberkulose , HIV

oder andere Immundefizienzsyndrome,

– wenn Sie Geschwüre im Mund oder Magen-Darm-Bereich haben,

– wenn Sie schwanger sind oder es werden möchten,

– wenn Sie stillen,

– wenn Sie gleichzeitig eine Impfung mit Lebendimpfstoffen (z.B. Masern,

Mumps, Röteln, Poliomyelitis, Varizella) erhalten müssen.

– nach einer bestimmten Art von Narkose (Lachgas-Anästhesie).

Wann ist bei der Einnahme / Anwendung von METOJECT Vorsicht geboten?

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge oder

Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen.

Bei der Anwendung von Metoject ist Vorsicht geboten, wenn Sie eine Operation unter Narkose

(Lachgas-Anästhesie) benötigen sollten.

Gewisse Arten von Narkosemitteln haben Einfluss auf die Wirkung von Methotrexat und können zu

schwerwiegenden Nebenwirkungen mit tödlichem Ausgang führen. Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre

Ärztin, wenn Sie eine Operation unter Narkose (Lachgas-Anästhesie) benötigen sollten.

Besondere Vorsichtsmassnahmen für die Behandlung mit Metoject

Methotrexat beeinträchtigt vorübergehend die Produktion von Spermien und Eizellen, was in den

meisten Fällen umkehrbar ist. Methotrexat kann Fehlgeburten und schwere Geburtsfehler verursachen.

Sie müssen während der Behandlung mit Methotrexat und für mindestens sechs Monate nach

Beendigung der Behandlung eine Schwangerschaft vermeiden (siehe auch Abschnitt «Darf Metoject

während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?»).

Auch wenn Metoject in niedrigen Dosen angewendet wird, können schwerwiegende Nebenwirkungen

auftreten. Um diese rechtzeitig zu erkennen, müssen Vorsichtsmaßnahmen ergriffen und regelmäßig

Nachuntersuchungen durch den Arzt bzw. die Ärztin durchgeführt werden.

Empfohlene Nachuntersuchungen und Vorsichtsmaßnahmen:

Vor Beginn der Behandlung:

Es werden Blutuntersuchungen durchgeführt um zu kontrollieren, ob Sie ausreichend viele

Blutkörperchen haben, Tests zur Kontrolle der Leberenzyme, des Bilirubins (Abbauprodukt des roten

Blutfarbstoffs), des Serumalbumins (ein Protein im Blut) und der Nierenfunktion. Ihr Arzt bzw. Ihre

Ärztin wird ebenfalls kontrollieren, ob Sie an Tuberkulose oder an Hepatitis leiden und Ihren Brustkorb

röntgen.

Während der Behandlung:

Es werden Untersuchungen (während der ersten sechs Monate mindestens monatlich und danach

mindestens vierteljährlich) durchgeführt:

– Untersuchung des Mundes und des Rachens auf Schleimhautveränderungen

– Blutuntersuchungen

– Kontrolle der Leberfunktion und der Leberenzyme im Serum.

Im Fall von stetigem Anstieg der Leberenzyme sollte eine Reduzierung der Dosis oder ein Abbrechen

der Therapie in Erwägung gezogen werden. Während der Behandlung mit Methotrexat sollten Sie keine

anderen Arzneimittel anwenden, die die Leber oder das blutbildende System schädigen können. Wenn

die Einnahme erforderlich ist, sollte eine engmaschigere Kontrolle vorgenommen werden.

Sie sollten keinen Alkohol trinken.

– Kontrolle der Nierenfunktion: Da Methotrexat über die Nieren ausgeschieden wird, können

schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten, wenn Ihre Nieren nicht richtig funktionieren (besonders bei

älteren Patientinnen und Patienten). In solchen Fällen sollte eine sorgfältigere Überwachung durch den

Arzt bzw. Ärztin erfolgen.

– Kontrolle des Atmungssystems und falls notwendig Lungenfunktionstest:

– Abhängig vom Testergebnis muss Methotrexat eventuell abgesetzt werden.

– Methotrexat kann Ihr Immunsystem, Impfergebnisse und immunologische

Testergebnisse beeinflussen. Inaktive, chronische Infektionen (z. B. Herpes Zoster (Gürtelrose),

Tuberkulose, Hepatitis B oder C) können wieder aufflammen. Während der Behandlung mit Metoject

dürfen Sie nicht mit Lebendimpfstoffen geimpft werden.

Entzündliche Reaktionen der Haut (Dermatitis) oder Sonnenbrand, die durch Bestrahlung verursacht

wurden, können unter der Behandlung mit Methotrexat wieder auftreten (Recall-Reaktion). Durch

Schuppenflechte bedingte Hautveränderungen (psoriatische Läsionen) können sich bei Bestrahlung mit

UV-Licht und gleichzeitiger Gabe von Methotrexat verschlimmern.

Durchfall kann eine Nebenwirkung von Metoject sein. In diesem Fall muss die Behandlung

unterbrochen werden. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, wenn Sie an Durchfall leiden.

Das Auftreten von Lymphknotenvergrößerungen (Lymphomen) kann ein Absetzen der Therapie

erforderlich machen. Sollten sich die Lymphome nicht spontan zurückbilden, muss eine entsprechende

Therapie eingeleitet werden.

Enzephalopathie (krankhafte Veränderungen des Gehirns) / Leukenzephalopathie (krankhafte

Veränderung der weissen Hirnsubstanz) wurden bei Krebspatienten, die eine Methotrexat-Therapie

erhalten haben, beobachtet und können für andere Erkrankungen bei einer Methotrexat-Therapie nicht

ausgeschlossen werden.

Bei älteren Menschen können die Leber- sowie Nierenfunktion eingeschränkt und die Folsäurereserven

gering sein (siehe Abschnitt „Wie verwenden Sie Metoject?“). Wenn Sie gleichzeitig regelmäßig

Alkohol trinken oder andere Arzneimittel anwenden, die die Leber oder das Blutbild schädigen (z.B.

Leflunomid), besteht ein erhöhtes Risiko, dass Methotrexat Ihre Leber schädigt. In solchen Fällen

sollten Sie sorgfältig überwacht werden. Dies sollte ebenfalls berücksichtigt werden, wenn Sie

gleichzeitig hämatotoxische (die Blutbildung schädigende) Arzneimittel (z. B. Leflunomid) einnehmen.

Wenn Leflunomid mit Methotrexat kombiniert wird, kann eine Panzytopenie (verminderte Anzahl an

Blutkörperchen und Blutplättchen) und Hepatotoxizität (Schädigung der Leber) vermehrt auftreten.

Antibiotika, wie z.B. Penicilline, Glykopeptide, Sulfonamide, Ciprofloxazin und Cefalotin, können in

Einzelfällen die Ausscheidung von Methotrexat über die Niere reduzieren, was die

Methotrexatkonzentration im Blut erhöhen kann und zu hämatologischer (die Blutbildung betreffend)

und gastrointestinaler (den Magen-Darm-Trakt betreffend) Toxizität führen kann.

Probenecid und schwache organische Säuren wie Schleifendiuretika und Pyrazole (Phenylbutazon)

können ebenfalls den Methotrexat-Blutspiegel erhöhen. Nichtsteroidale entzündungshemmende

Arzneimittel oder Salicylate können das Risiko einer eingeschränkten Nierenfunktion erhöhen.

Wenn Sie Arzneimittel nehmen, die die Ausscheidung von Methotrexat beeinträchtigen, Nierenschäden

verursachen oder die potentiell die Blutbildung beeinträchtigen, werden Sie häufiger überwacht.

Wenn Sie gleichzeitig Arzneimittel einnehmen, die mögliche Nebenwirkungen auf das Knochenmark

haben (z.B. Sulfonamide, Trimethoprim-Sulfametoxazol, Chloramphenicol, Pyrimethamine) kann es zu

einer verstärkten Störung der Blutbildung kommen.

Wenn Sie Arzneimittel einnehmen, die einen Folsäuremangel verursachen (z.B. Sulfonamide,

Trimethoprim-Sulfamethoxazol), kann die Methotrexat-Toxizität erhöht sein. Besondere Vorsicht ist

daher geboten, wenn bei Ihnen bereits ein Folsäuremangel besteht. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird über

eine Folsäuresupplementierung sorgfältig entscheiden.

Ein Anstieg der toxischen Wirkung von Methotrexat ist nicht zu erwarten, wenn Metoject gleichzeitig

mit anderen Basistherapeutika (z.B. Goldverbindungen, Penicillamin, Hydroxychloroquin, Sulfasalazin,

Azathioprin, Cyclosporin) gegeben wird. Die Kombination von Methotrexat und Sulfasalazin kann zu

einer Wirkungsverstärkung von Methotrexat führen. Da sowohl Methotrexat als auch Sulfasalazin die

Folsäurebildung hemmen, können vermehrt Nebenwirkungen auftreten. Dieses ist jedoch bisher nur in

seltenen Fällen beobachtet worden.

Wenn Protonenpumpenblocker gleichzeitig gegeben werden, kann es zu Wechselwirkungen kommen.

Wenn der Protonenpumpenblocker Omeprazol gegeben wird, kann die Ausscheidung von Methotrexat

über die Nieren verzögert werden. In Kombination mit Pantoprazol wird die Ausscheidung des

Metaboliten 7-Hydroxymethotrexat gehemmt, was in einem Fall zu Myalgie (Muskelschmerzen und

Unwohlsein) und Schüttelfrost führte.

Akute Blutungen aus der Lunge bei Patienten mit zugrunde liegender rheumatologischer Erkrankung

wurden mit Methotrexat berichtet. Sollten Sie Symptome wie blutigen Auswurf oder Husten

beobachten, kontaktieren Sie unverzüglich Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und Alkohol

Während der Anwendung von Metoject sollten Sie möglichst keinen Alkohol trinken. Vermeiden Sie

übermäßigen Konsum koffein- oder theophyllin-haltiger Getränke (Kaffee, koffeinhaltige Kaltgetränke,

schwarzer Tee).

Wechselwirkungen können insbesondere bei stickoxid-basiertem Narkosemittel (Lachgas) auftreten;

sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, wenn bei Ihnen eine Operation ansteht.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Fertigspritze, d.h. es ist nahezu

„natriumfrei“.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin wenn Sie

– an anderen Krankheiten leiden,

– Allergien haben oder

– andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte) einnehmen oder äußerlich anwenden!

Darf METOJECT während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen / angewendet

werden?

Schwangerschaft

Wenden Sie Metoject während der Schwangerschaft oder wenn Sie versuchen, schwanger zu werden,

nicht an. Methotrexat kann zu Geburtsfehlern führen, ungeborene Kinder schädigen oder Fehlgeburten

auslösen. Es ist mit Fehlbildungen von Schädel, Gesicht, Herz und Blutgefässen, Gehirn und

Gliedmassen verbunden. Daher ist es sehr wichtig, dass Methotrexat nicht an schwangere Patientinnen

oder an Patientinnen, die planen schwanger zu werden, gegeben wird. Frauen im gebärfähigen Alter

müssen jede Möglichkeit einer Schwangerschaft mit angemessenen Massnahmen

(Schwangerschaftstest) ausschliessen, bevor mit der Behandlung begonnen wird.

Während der Behandlung mit Methotrexat und 6 Monate nach dem Ende der Behandlung müssen Sie

eine Schwangerschaft vermeiden. Deshalb müssen Sie während dieses gesamten Zeitabschnitts eine

zuverlässige Verhütung sicherstellen.

Falls Sie während der Behandlung schwanger werden oder vermuten, schwanger zu sein, sprechen Sie

so bald wie möglich mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin. Es sollte Ihnen eine Beratung über das Risiko

schädigender Wirkungen der Behandlung auf das Kind angeboten werden. Wenn Sie schwanger werden

möchten, sollten Sie vor dem geplanten Behandlungsbeginn Ihren Arzt/Ihre Ärztin aufsuchen, der/die

Sie zur Beratung eventuell an einen Spezialisten überweisen wird.

Stillzeit

Stillen Sie nicht während der Behandlung, da Methotrexat in die Muttermilch übertritt. Sollte Ihr

behandelnder Arzt/Ihre behandelnde Ärztin die Behandlung mit Methotrexat während der Stillzeit für

unabdingbar halten, müssen Sie mit dem Stillen aufhören.

Fruchtbarkeit des Mannes

Die verfügbaren Fakten deuten nicht darauf hin, dass ein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen oder

Fehlgeburten besteht, wenn der Vater Methotrexat in einer Dosis von weniger als 30 mg/Woche erhält.

Aber das Risiko kann nicht vollständig ausgeschlossen werden. Methotrexat kann erbgutschädigend sein

und die Spermaproduktion beeinträchtigen, verbunden mit der Möglichkeit von Geburtsschäden.

Während der Behandlung mit Methotrexat und 6 Monate nach der Behandlung sollten Sie die Zeugung

von Kinder oder Samenspenden vermeiden.

Wie verwenden Sie METOJECT?

Wenden Sie Metoject immer genau nach der Anweisung des Arztes bzw. der Ärztin an. Bitte fragen Sie

bei Ihrem Arzt oder Apotheker, bzw. bei Ihrer Ärztin oder Apothekerin nach, wenn Sie sich nicht ganz

sicher sind.

Der Arzt bzw. die Ärztin, der/die Ihnen Metoject verschreibt, sollte mit diesem Arzneimittel und seiner

Wirkweise vertraut sein.

Metoject wird nur einmal wöchentlich angewendet. Es empfiehlt sich, einen für Sie besonders

geeigneten Wochentag (Metoject-Tag) für die Injektion zu wählen und diesen möglichst über die

gesamte Therapiedauer beizubehalten.

Dosierung bei erwachsenen Patientinnen und Patienten mit rheumatoider Arthritis:

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 7,5 mg Methotrexat einmal wöchentlich als Einzelinjektion. Diese

Dosis kann schrittweise um 2,5 mg/Woche erhöht werden bis ein optimales Ergebnis erreicht wird.

Eine Wochendosis von 25 mg sollte im Allgemeinen nicht überschritten werden.

Dosierung bei erwachsenen Patientinnen und Patienten mit Psoriasis vulgaris und Psoriasis

arthropathica:

Eine Woche vor Therapiebeginn erhalten Sie möglicherweise eine Testdosis von 5 – 10 mg, um die

Verträglichkeit zu überprüfen. Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 7,5 mg Methotrexat einmal

wöchentlich als Einzelinjektion. Die Dosis kann schrittweise erhöht werden, bis ein optimales Ergebnis

erreicht wird.

Im Allgemeinen sollte eine maximale Wochendosis von 25 mg Methotrexat nicht überschritten werden.

In Ausnahmefällen kann der Arzt bzw. die Ärztin eine Wochendosis von 30 mg verschreiben.

Dosierung bei erwachsenen Patienten mit Morbus Crohn:

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 25 mg Methotrexat pro Woche. Es kann 8 bis 12 Wochen dauern

bis ein Behandlungserfolg einsetzt. Während der Erhaltungsbehandlung werden in der Regel 15 mg

Methotrexat pro Woche angewendet.

Patientinnen und Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion:

Patientinnen und Patienten mit leicht eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 20 – 50

ml/min) sollten 50 % der Normaldosis erhalten. Ist die Nierenfunktion stark eingeschränkt (Kreatinin-

Clearance <20 ml/min), darf Methotrexat nicht angewendet werden.

Patientinnen und Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion:

Patientinnen und Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion sollten Metoject nur mit Vorsicht

anwenden. Sollte der Bilirubinwert >5 mg/dl betragen, darf Methotrexat nicht angewendet werden.

Anwendung bei älteren Patientinnen und Patienten:

Bei älteren Patientinnen und Patienten kann der Arzt bzw. die Ärztin eine Reduzierung der Dosis in

Betracht ziehen.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen:

Die empfohlene Dosis beträgt 10 – 15 mg/m² Körperoberfläche (KOF) pro Woche. Bei nicht

ausreichender Wirkung kann die wöchentliche Dosis auf bis zu 20 mg/m² KOF erhöht werden. Bei

eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance <80 ml/min) ist die Behandlung mit Metoject

nicht angebracht.

Metoject wird subkutan (in das Unterhautgewebe) injiziert.

Wenn Methotrexat versehentlich mit Ihrer oberen Hautschicht oder Schleimhäuten in Kontakt kommt,

sollten Sie die betroffene Stelle sofort mit viel Wasser abwaschen.

Die Fertigspritzen sind nur zur einmaligen Anwendung. Jegliche nicht verbrauchte Lösung muss

verworfen werden und ist zu entsorgen.

Wenn Sie vergessen haben, Metoject anzuwenden, nehmen Sie keine doppelte Dosis, sondern fragen Sie

unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin um Rat.

Wenn der Verdacht einer Überdosierung mit Metoject besteht, informieren Sie bitte sofort Ihren Arzt

bzw. Ärztin. Er wird über die notwendigen Behandlungsmaßnahmen entsprechend der Schwere der

Beschwerden entscheiden.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin entscheidet über die Dauer der Behandlung. Bei rheumatoider Arthritis kann

mit einem Ansprechen auf die Behandlung ungefähr nach 4 bis 8 Wochen gerechnet werden. Sobald der

gewünschte Behandlungserfolg erreicht ist, wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin die Dosis schrittweise auf die

niedrigste wirksame Erhaltungsdosis reduzieren.

Bei Psoriasis vulgaris und Psoriasis arthropathica kann mit einem Ansprechen auf die Behandlung

ungefähr nach 2 bis 6 Wochen gerechnet werden. Sobald der gewünschte Behandlungserfolg erreicht ist,

wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin die Dosis schrittweise auf die niedrigste wirksame Erhaltungsdosis

reduzieren.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann METOJECT haben?

Das Auftreten und der Schweregrad der Nebenwirkungen hängt von der Dosierung und der Häufigkeit

der Anwendung ab. Da auch bei niedriger Dosierung schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten

können, ist es unerlässlich, dass Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Sie regelmäßig in kurzen Zeitabständen

überwacht.

Folgende Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Metoject auftreten:

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Beeinträchtigungen des blutbildenden (hämatopoetischen)

Systems und Magen-Darm-Beschwerden.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zu Grunde gelegt:

Sehr häufig: bei mehr als 1 von 10 Behandelten

Häufig: bei mehr als 1 von 100 Behandelten

Gelegentlich: bei mehr als 1 von 1000 Behandelten

Selten: bei mehr als 1 von 10 000 Behandelten

Sehr selten: bei 1 oder weniger von 10 000 Behandelten einschließlich Einzelfälle

Unbekannt: kann von den bisher vorhandenen Daten nicht geschätzt werden

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig: Entzündung des Mundes (Stomatitis), Verdauungsbeschwerden, Übelkeit, Appetitlosigkeit.

Häufig: Geschwüre im Mund- und Rachenraum, Durchfall.

Gelegentlich: Entzündung im Rachenbereich, Darmentzündung, Entzündung der Bauchspeicheldrüse,

Erbrechen.

Selten: Geschwüre des Magen-Darm-Trakts.

Sehr selten: Bluterbrechen, starke Blutungen.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes

Häufig: Hautausschlag (Exanthem), Hautrötung (Erythem), Juckreiz (Pruritus).

Gelegentlich: erhöhte Empfindlichkeit der Haut bei Sonneneinstrahlung (Photosensibilität), Haarausfall,

Zunahme von Rheumaknoten, Gürtelrose (Herpes zoster), Entzündung der Blutgefäße (Vaskulitis),

Herpesähnlicher Hautausschlag, juckender Hautausschlag (Urticaria).

Selten: verstärkte Pigmentierung der Haut.

Sehr selten: lebensbedrohliche allergische Hautreaktion, die von Fieber und Blasen begleitet werden

kann (Stevens-Johnson-Syndrom), toxische epidermale Nekrolyse (blasige Ablösungen der Oberhaut

Lyell Syndrom), verstärkte Pigmentierung der Nägel, Nagelumlauf (akute Paronychie).

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Selten: Überempfindlichkeitsreaktionen (allergische Reaktionen), allergischer (anaphylaktischer)

Schock; allergisch bedingte Gefäßentzündung (Vaskulitis), Fieber, rote Augen (Konjunktivitis),

Infektionen, Blutvergiftung (Sepsis), eingeschränkte Wundheilung, Flüssigkeitsansammlung um die

Lungen (Pleuraerguss), Flüssigkeitsansammlung zwischen den Herzbeutelblättern (Perikarderguss),

Behinderung der Füllung der Herzkammern (Perikardtamponade), Verringerung der Antikörper im Blut

(Hypogammaglobulinämie).

Bei intramuskulärer Anwendung kann es zu Nebenwirkungen an der Injektionsstelle (brennendes

Gefühl) oder Gewebeschäden (sterile Abszessbildung, Untergang von Fettgewebe) kommen.

Fachinformation

Metoject®

Zusammensetzung

Wirkstoff: Methotrexat (als Methotrexat-Dinatrium).

Hilfsstoffe: Natriumchlorid, Natriumhydroxid (zur pH-Wert Einstellung), Wasser für

Injektionszwecke.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 ml Injektionslösung enthält 50 mg Methotrexat (als Methotrexat-Dinatrium).

1 Fertigspritze zu 0,15 ml enthält 7,5 mg Methotrexat.

1 Fertigspritze zu 0,2 ml enthält 10 mg Methotrexat.

1 Fertigspritze zu 0,25 ml enthält 12,5 mg Methotrexat.

1 Fertigspritze zu 0,3 ml enthält 15 mg Methotrexat.

1 Fertigspritze zu 0,35 ml enthält 17,5 mg Methotrexat.

1 Fertigspritze zu 0,4 ml enthält 20 mg Methotrexat.

1 Fertigspritze zu 0,45 ml enthält 22,5 mg Methotrexat.

1 Fertigspritze zu 0,5 ml enthält 25 mg Methotrexat.

1 Fertigspritze zu 0,55 ml enthält 27,5 mg Methotrexat.

1 Fertigspritze zu 0,6 ml enthält 30 mg Methotrexat.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Aktive rheumatoide Arthritis bei erwachsenen Patienten.

Polyarthritische Formen der schweren, aktiven juvenilen idiopathischen Arthritis bei mangelndem

Ansprechen auf nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR).

Schwere, hartnäckige und beeinträchtigende Psoriasis vulgaris, die nicht genügend auf andere

Therapieformen wie Phototherapie, PUVA und Retinoide anspricht, sowie schwere Psoriasis

arthropathica bei erwachsenen Patienten.

Leichter bis mittelschwerer Morbus Crohn, entweder allein oder in Kombination mit

Kortikosteroiden bei erwachsenen Patienten, die auf Thiopurine nicht ansprechen oder diese nicht

vertragen.

Dosierung/Anwendung

Metoject sollte nur von Ärzten verschrieben werden, die Erfahrungen mit den verschiedenen

Eigenschaften des Arzneimittels und seiner Wirkweise haben.

Metoject darf nur einmal wöchentlich injiziert werden. Der Patient muss explizit auf den

ungewöhnlichen Umstand hingewiesen werden, dass Metoject nur einmal wöchentlich angewendet

wird. Es wird empfohlen, einen geeigneten festen Wochentag für die Injektion zu vereinbaren. Der

Verordner sollte den Wochentag der Injektion auf der Verordnung vermerken. Die Elimination von

Methotrexat ist bei Patienten mit einem dritten Verteilungsraum (Aszites, Pleuraerguss)

eingeschränkt. Diese Patienten müssen besonders sorgfältig auf Toxizitäten überwacht werden.

Ausserdem ist eine Dosisreduktion oder, in einigen Fällen, ein Abbruch der Behandlung mit

Methotrexat erforderlich (siehe Rubriken „Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen“, sowie

„Pharmakokinetik“).

Dosierung bei erwachsenen Patienten mit rheumatoider Arthritis

Die empfohlene Initialdosis beträgt 7,5 mg Methotrexat einmal wöchentlich als subkutane

Applikation. Je nach individueller Krankheitsaktivität und Verträglichkeit für den Patienten kann die

Initialdosis schrittweise um 2,5 mg pro Woche gesteigert werden. Eine wöchentliche Dosis von 25

mg sollte im Allgemeinen nicht überschritten werden. Jedoch sind Dosierungen über 20 mg /Woche

mit einem signifikanten Anstieg der Toxizität verbunden, insbesondere mit

Knochenmarksuppression.

Mit einem Wirkungseintritt kann nach etwa 4-8 Wochen gerechnet werden. Nach Erreichen des

gewünschten therapeutischen Ergebnisses sollte die Dosierung schrittweise auf die niedrigste noch

wirksame Erhaltungsdosis reduziert werden.

Dosierung bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren mit polyarthritischen Formen der juvenilen

idiopathischen Arthritis (JIA)

Die empfohlene Dosierung beträgt 10 – 15 mg/m² Körperoberfläche (KOF) einmal wöchentlich. Bei

therapierefraktären Fällen kann die Dosierung auf bis zu 20 mg/m² Körperoberfläche einmal

wöchentlich erhöht werden. Wenn die Dosierung erhöht wird, ist jedoch die Frequenz von

Kontrolluntersuchungen zu erhöhen. Aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit von Daten zur

intravenösen Anwendung bei Kindern und Jugendlichen ist die parenterale Gabe auf die subkutane

Injektion beschränkt. Patienten mit JIA sollten stets an ein rheumatologisches Zentrum verwiesen

werden, das auf die Behandlung von Kindern und Jugendlichen spezialisiert ist.

Bei einer Kreatinin-Clearance < 80 ml/min ist die Behandlung mit Metoject nicht indiziert.

Metoject wird für die Anwendung bei Kindern unter 3 Jahren nicht empfohlen, da für diese

Patientengruppe keine ausreichenden Daten zur Wirksamkeit und Unbedenklichkeit vorliegen (siehe

Rubrik "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen").

Dosierung bei erwachsenen Patienten mit Psoriasis vulgaris und Psoriasis arthropathica

Es wird empfohlen, eine Testdosis von 5–10 mg parenteral eine Woche vor Therapiebeginn zu

applizieren, um idiosynkratische Nebenwirkungen aufzuspüren. Die empfohlene Initialdosis beträgt

7,5 mg Methotrexat einmal wöchentlich als subkutane Applikation. Die Dosierung wird schrittweise

gesteigert, soll jedoch im Allgemeinen eine Wochendosis von 25 mg Methotrexat nicht

überschreiten.

Dosierungen über 20 mg /Woche können mit einem signifikanten Anstieg der Toxizität verbunden

sein, insbesondere mit Knochenmarksuppression. In einigen Ausnahmefällen kann eine höhere Dosis

klinisch begründet sein. Sie sollte jedoch eine wöchentliche Höchstdosis von 30 mg Methotrexat

nicht überschreiten, da sich dann die Toxizität deutlich erhöht.

Mit einem Wirkungseintritt kann im Allgemeinen nach etwa 2–6 Wochen gerechnet werden. Nach

Erreichen des gewünschten therapeutischen Ergebnisses sollte die Dosierung schrittweise auf die

niedrigste noch wirksame Erhaltungsdosis reduziert werden.

Dosierung bei Patienten mit Morbus Crohn

Einleitung der Behandlung:

25 mg/Woche subkutan angewendet. Ein Ansprechen auf die Behandlung kann nach etwa 8 bis 12

Wochen erwartet werden.

Erhaltungsbehandlung:

15 mg/Woche subkutan angewendet.

Aufgrund mangelnder Erfahrung bei Kindern und Jugendlichen wird Metoject zur Behandlung von

Morbus Crohn bei dieser Patientengruppe nicht empfohlen.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Metoject sollte bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion mit Vorsicht angewendet werden.

Die Dosierung sollte wie folgt angepasst werden:

Kreatinin-Clearance (ml/min): Dosierung

>50: 100%

20 – 50: 50%

<20: Metoject darf nicht angewendet werden.

Siehe Rubrik „Kontraindikationen“.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Bei Patienten mit signifikanter bestehender oder vorheriger Lebererkrankung, vor allem falls diese

durch Alkohol verursacht ist, sollte Methotrexat, wenn überhaupt, nur mit grosser Vorsicht

angewendet werden. Ist der Bilirubin-Wert >5 mg/dl (85,5 µmol/l), ist Methotrexat kontraindiziert.

Anwendung bei älteren Patienten

Bei älteren Patienten sollte aufgrund eingeschränkter Leber- und Nierenfunktionen sowie geringerer

Folat-Reserven, die mit steigendem Alter auftreten, eine Dosisreduktion in Betracht gezogen werden.

Anwendung bei Patienten mit einem dritten Verteilungsraum (Pleuraerguss, Aszites):

Da die Halbwertzeit bei Patienten mit einem dritten Verteilungsraum bis um das Vierfache verlängert

sein kann, kann eine Dosisreduktion oder, in einigen Fällen, ein Abbruch der Behandlung mit

Methotrexat erforderlich sein (siehe Rubriken „Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen“, sowie

„Pharmakokinetik“).

Dauer und Art der Anwendung

Dieses Arzneimittel ist nur zur einmaligen Anwendung bestimmt. Metoject Injektionslösung wird

subkutan injiziert. Über die Gesamtdauer der Behandlung entscheidet der Arzt.

Eine Anleitung zur Anwendung von Metoject Injektionslösung in einer Fertigspritze mit integrierter

Injektionsnadel wird im Abschnitt Hinweise für die Handhabung gegeben.

Bitte beachten Sie, dass der gesamte Inhalt angewendet werden muss.

Anmerkung

Bei einem Wechsel von oraler Verabreichung zu parenteraler Anwendung kann eine Dosisreduktion

erforderlich werden, die durch die schwankende Bioverfügbarkeit von Methotrexat nach oraler

Verabreichung bedingt ist.

Eine Folsäuresupplementierung kann gemäss aktuellen Behandlungsleitlinien erwogen werden.

Kontraindikationen

Metoject darf in folgenden Fällen nicht angewendet werden:

Überempfindlichkeit gegenüber Methotrexat oder einem der Hilfsstoffe,

Leberinsuffizienz (siehe auch Abschnitt «Dosierung/Anwendung»),

Alkoholabusus,

Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <20 ml/min, siehe auch Abschnitt

«Dosierung/Anwendung»),

vorbestehende Blutdyskrasie wie Knochenmarkhypoplasie, Leukopenie, Thrombozytopenie oder

signifikante Anämie,

schwere, akute oder chronische Infektionen wie Tuberkulose und HIV, oder andere

Immundefizienzsyndrome,

Ulzera der Mundhöhle und bekannte Ulzera des Magen-Darm-Traktes,

Schwangerschaft, Stillzeit (siehe auch Abschnitt «Schwangerschaft/Stillzeit»),

gleichzeitige Impfung mit Lebendimpfstoffen.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Patienten müssen deutlich darauf hingewiesen werden, dass die Therapie einmal in der Woche

angewendet werden muss, nicht jeden Tag. Es wurden besonders bei älteren Patienten nach der

versehentlichen täglichen Anwendung der Wochendosis über Todesfälle berichtet.

Patienten, die eine Therapie erhalten, sollten angemessen überwacht werden, damit Anzeichen

möglicher toxischer Effekte oder Nebenwirkungen erkannt werden und ohne Verzögerung beurteilt

werden können. Daher sollte Methotrexat nur von, oder unter der Aufsicht von Ärzten angewendet

werden, deren Erfahrungen und Kenntnisse die Anwendung einer Therapie mit Antimetaboliten

einschliesst. Auf Grund des Risikos schwerer oder sogar fataler toxischer Reaktionen, sollte der

Patient komplett über die Risiken und die empfohlenen Schutzmassnahmen informiert werden.

Maligne Lymphome können bei Patienten auftreten, die niedrig dosiertes Methotrexat erhalten, so

dass Methotrexat abgesetzt werden muss. Sollten sich die Lymphome nicht spontan zurückbilden, ist

die Einleitung einer zytotoxischen Therapie erforderlich. Es wurde berichtet, dass die gleichzeitige

Gabe von Folatantagonisten wie Trimethoprim/Sulfametoxazol in seltenen Fällen eine akute

megaloblastische Panzytopenie verursachen kann.

Durch Bestrahlung verursachte/r Dermatitis oder Sonnenbrand können unter der Behandlung mit

Methotrexat wieder auftreten (Recall-Reaktion). Psoriatrische Läsionen können sich bei Bestrahlung

mit UV-Licht und gleichzeitiger Gabe von Methotrexat verschlimmern.

Bei Patienten mit pathologischen Flüssigkeitsansammlungen wie Aszites oder Pleuraerguss („third

distribution space“) ist die Elimination von Methotrexat eingeschränkt. Diese Patienten müssen

besonders sorgfältig auf Toxizitäten überwacht werden. Ausserdem ist eine Dosisreduktion oder, in

einigen Fällen, ein Abbruch der Behandlung mit Methotrexat erforderlich. Pleuraergüsse und Aszites

müssen vor dem Beginn der Methotrexat-Behandlung drainiert werden.

Diarrhö und Stomatitis ulcerosa können toxische Wirkungen sein und erfordern eine Unterbrechung

der Therapie. Andernfalls können hämorrhagische Enteritis oder Tod durch Darmperforation die

Folge sein.

Vitaminpräparate oder andere Produkte, die Folsäure, Folinsäure oder deren Derivate enthalten,

können die Wirkung von Methotrexat vermindern.

Bei der Behandlung von Psoriasis sollte Methotrexat auf schwere therapieresistente

beeinträchtigende Psoriasis beschränkt bleiben, die nicht ausreichend auf andere Therapieformen

anspricht, jedoch nur, wenn die Diagnose mittels einer Biopsie und/oder durch einen Dermatologen

gestellt wurde.

Enzephalopathie / Leukenzephalopathie wurde bei onkologischen Patienten, die eine Methotrexat-

Therapie erhalten haben, beobachtet und kann bei einer Methotrexat-Therapie bei nicht-

onkologischen Indikationen nicht ausgeschlossen werden.

Eine Schwangerschaft ist vor der Behandlung mit Metoject 50 mg/ml auszuschließen. Methotrexat

ist embryotoxisch und verursacht Abort und fötale Defekte bei Menschen. Während Methotrexat

angewendet wird, beeinflusst es die Spermatogenese und Oogenese, was zur Beeinträchtigung der

Fertilität führen kann. Diese Wirkungen scheinen nach Absetzen der Therapie reversibel zu sein.

Männer und Frauen müssen während und mindestens sechs Monate nach der Behandlung eine

zuverlässige Verhütungsmethode anwenden. Die möglichen Risiken von Auswirkungen auf die

Fortpflanzung sollten mit Patientinnen im gebärfähigen Alter besprochen und ihre Partner sollten

entsprechend beraten werden.

Die Anwendung bei Kindern unter 3 Jahren wird Aufgrund ungenügender Daten über die Wirkung

und Sicherheit nicht empfohlen.

Folgende Kontrolluntersuchungen werden empfohlen:

Vor Therapiebeginn oder nach Wiederaufnahme der Therapie nach einer Therapiepause

Grosses Blutbild mit Differenzialblutbild und Thrombozyten, Leberenzymen, Bilirubin,

Serumalbumin, Röntgen des Brustkorbs und Nierenfunktionstests. Falls klinisch indiziert Ausschluss

von Tuberkulose und Hepatitis.

Während der Therapie (während der ersten 6 Monate mindestens monatlich und danach mindestens

vierteljährlich. Eine höhere Kontrollfrequenz sollte auch bei Erhöhung der Dosis in Betracht gezogen

werden)

1. Inspektionen der Mundhöhle und des Rachens auf Schleimhautveränderungen.

2. Grosses Blutbild mit Differenzialblutbild und Thrombozyten. Hämatopoetische Suppression

ausgelöst durch Methotrexat kann abrupt und bei augenscheinlich sicheren Dosen auftreten. Jeder

deutliche Abfall der Leukozyten oder der Thrombozyten bedeutet den sofortigen Therapieabbruch

und entsprechende supportive Therapie. Patienten sollen dazu aufgefordert werden, alle Anzeichen

und Symptome verdächtiger Infektionen mitzuteilen. Bei Patienten, die gleichzeitig hämatotoxische

Arzneimittel einnehmen (z.B. Leflunomid), sollten Blutbild und Thrombozyten engmaschiger

überwacht werden.

3. Leberfunktionstests: Besondere Aufmerksamkeit sollte auf das Auftreten von Leberschäden gelegt

werden. Die Behandlung sollte nicht begonnen bzw. unterbrochen werden, wenn Abweichungen von

der Norm bei Leberfunktionstests oder Leberbiopsien vorhanden sind oder sich während der

Therapie entwickeln. Diese Abweichungen sollten sich innerhalb von zwei Wochen, nach denen die

Therapie nach Ermessen des Arztes weitergeführt werden kann, normalisieren. Bei

rheumatologischen Indikationen gibt es keine Hinweise, die die Durchführung von Leberbiopsien zur

Verfolgung der Lebertoxizität unterstützen. Bei Psoriasis-Patienten sollte die Notwendigkeit der

Durchführung von Leberbiopsien vor und während der Anwendung gemäss neuesten

wissenschaftlichen Erkenntnissen erwogen werden. Die Abwägung sollte zwischen Patienten ohne

Risikofaktoren und Patienten mit Risikofaktoren, wie vorherigem exzessiven Alkoholgenuss,

persistierender Erhöhung der Leberenzyme, Anamnese mit Lebererkrankungen, Familienanamnese

mit erblichen Lebererkrankungen, Übergewicht, und zurückliegendem Kontakt mit hepatotoxischen

Arzneimitteln oder Chemikalien unterscheiden.

Untersuchung der leberbezogenen Enzyme im Serum: Über einen temporären Anstieg der

Transaminasen auf das zwei- oder dreifache des oberen Normwerts ist mit einer Häufigkeit von 13–

20% berichtet worden. Im Falle eines konstanten Anstiegs der leberbezogenen Enzyme ist eine

Dosisreduktion oder Therapieabbruch in Erwägung zu ziehen.

Auf Grund des potentiell toxischen Effekts auf die Leber sollten zusätzlich keine hepatotoxischen

Arzneimittel während der Behandlung mit Methotrexat gegeben werden, ausser wenn unbedingt

erforderlich, und die Aufnahme von Alkohol sollte vermieden oder stark reduziert werden (siehe

Abschnitt «Interaktionen»). Eine engmaschigere Kontrolle der Leberenzyme sollte bei Patienten, die

gleichzeitig andere hepatotoxische Arzneimittel (z.B. Leflunomid) einnehmen, durchgeführt werden.

Dasselbe sollte beachtet werden, wenn simultan hämatotoxische Arzneimittel angewendet werden

(z.B. Leflunomid).

4. Die Nierenfunktion sollte mit Nierenfunktionsprüfungen und Urinanalyse kontrolliert werden.

Da Methotrexat überwiegend renal ausgeschieden wird, können im Falle einer renalen Insuffizienz

erhöhte Konzentrationen erwartet werden, die schwere Nebenwirkungen auslösen können.

Bei möglicherweise eingeschränkter Nierenfunktion (z.B. bei älteren Patienten) sollte die

Überwachung engmaschiger erfolgen. Dies gilt insbesondere wenn zusätzlich Arzneimittel gegeben

werden, die die Ausscheidung von Methotrexat beeinträchtigen, Nierenschädigungen verursachen

(z.B. nicht steroidale Antirheumatika) oder potentiell zu Blutbildungsstörungen führen können.

Dehydratation kann ebenfalls die Toxizität von Methotrexat steigern.

5. Untersuchung des respiratorischen Systems:

Aufmerksam auf Symptome einer beeinträchtigten Lungenfunktion achten und, falls erforderlich,

Lungenfunktionstest. Eine Affektion der Lunge erfordert eine schnelle Diagnose und Absetzen von

Methotrexat. Pulmonale Symptome (vor allem trockener Reizhusten) oder unspezifische

Lungenentzündung, die während der Methotrexat-Therapie auftreten, können auf eine potenziell

gefährliche Schädigung hinweisen und machen eine Unterbrechung der Therapie sowie eine

sorgfältige Untersuchung erforderlich. Auch wenn das klinische Bild variiert, zeigt der typische

Patient mit Methotrexat-induzierter Lungenerkrankung Fieber, Husten mit Atemnot, Hypoxämie und

ein Infiltrat auf dem Röntgenbild des Brustkorbs; Infektionen müssen ausgeschlossen werden. Diese

Läsion kann bei allen Dosierungen auftreten.

6. Methotrexat kann auf Grund seiner Wirkung auf das Immunsystem das Ansprechen auf

Impfungen beeinträchtigen und das Ergebnis immunologischer Tests beeinflussen. Besondere

Vorsicht ist bei Bestehen inaktiver chronischer Infektionen (z.B. Herpes zoster, Tuberkulose,

Hepatitis B oder C) geboten, da diese eventuell aktiviert werden können. Impfungen mit

Lebendimpfstoffen dürfen nicht gleichzeitig durchgeführt werden.

Interaktionen

Alkohol, hepatotoxische, hämatotoxische Arzneimittel

Die Wahrscheinlichkeit, dass Methotrexat hepatotoxische Effekte auslöst, wird durch regelmässigen

Alkoholkonsum und die gleichzeitige Einnahme weiterer hepatotoxischer Arzneimittel erhöht.

Patienten, die gleichzeitig weitere hepatotoxische Mittel (z.B. Leflunomid) einnehmen, sollten mit

besonderer Vorsicht überwacht werden. Dies sollte auch berücksichtigt werden, wenn gleichzeitig

hämatotoxische Arzneimittel (z.B. Leflunomid) eingenommen werden. Die Inzidenz von

Panzytopenie und Hepatotoxizität kann erhöht sein, wenn Leflunomid mit Methotrexat kombiniert

wird.

Orale Antibiotika

Orale Antibiotika wie Tetrazykline, Chloramphenicol und nicht absorbierbare Breitbandantibiotika

können den enterohepatischen Kreislauf durch Hemmung der Darmflora oder Hemmung der

bakteriellen Metabolisierung beeinflussen.

Antibiotika

Antibiotika, wie Penicilline, Glykopeptide, Sulfonamide, Ciprofloxazin und Cefalotin können, in

einzelnen Fällen, die renale Clearance von Methotrexat reduzieren, so dass erhöhte

Serumkonzentrationen von Methotrexat mit gleichzeitiger hämatologischer und gastrointestinaler

Toxizität auftreten könnten.

Probenecid, schwache organische Säuren, Pyrazole und nicht-steroidale Antiphlogistika

Probenecid, schwache organische Säuren wie Schleifendiuretika und Pyrazole (Phenylbutazon)

können die Ausscheidung von Methotrexat herabsetzen und es kann angenommen werden, dass

höhere Serumkonzentrationen entstehen und zu hämatologischer Toxizität führen. Das Risiko

erhöhter Toxizität besteht auch, wenn niedrig dosiertes Methotrexat mit nicht-steroidalen

Antiphlogistika oder Salicylaten kombiniert wird.

Arzneimittel mit unerwünschten Wirkungen auf das Knochenmark

Bei Behandlung mit Arzneimitteln, die mögliche Nebenwirkungen auf das Knochenmark aufweisen

(z.B. Sulfonamide, Trimethoprim-Sulfamethoxazol, Chloramphenicol, Pyrimethamin) ist die

Möglichkeit ausgeprägter Störungen der Blutbildung zu beachten.

Arzneimittel die Folatmangel verursachen

Die gleichzeitige Verabreichung von Arzneimitteln, die Folatmangel verursachen (z.B. Sulfonamide,

Trimethoprim-Sulfamethoxazol) kann zu erhöhter Methotrexat-Toxizität führen. Besondere Vorsicht

ist deshalb auch bei einem bereits bestehenden Folsäuremangel geboten.

Andere Antirheumatika

Ein Anstieg der Toxizität von Methotrexat ist im Allgemeinen nicht zu erwarten, wenn Metoject

gleichzeitig mit anderen Basistherapeutika (z.B. Goldverbindungen, Penicillamin,

Hydroxychloroquin, Sulfasalazin, Azathioprin, Cyclosporin) angewendet wird.

Sulfasalazin

Obwohl die Kombination von Methotrexat und Sulfasalazin wegen der Hemmung der Folsäure-

Synthese durch Sulfasalazin eine Wirkungsverstärkung von Methotrexat und damit vermehrt

Nebenwirkungen verursachen kann, wurden solche Nebenwirkungen in mehreren Untersuchungen

nur in seltenen Fällen beobachtet.

Protonenpumpeninhibitoren

Die gleichzeitige Gabe von Protonenpumpenhemmern wie Omeprazol und Pantoprazol kann zu

Interaktionen führen: Gleichzeitige Gabe von Methotrexat und Omeprazol führte zu einer

Verzögerung der renalen Elimination von Methotrexat. In Kombination mit Pantoprazol wurde über

einen Fall von Hemmung der renalen Elimination des Metaboliten 7-Hydroxymethotrexat mit

Myalgie und Schüttelfrost berichtet.

Koffein- oder Theophyllin-haltige Getränke

Übermässiger Genuss Koffein- oder Theophyllin-haltiger Getränke (Kaffee, Koffein-haltige

Softdrinks, schwarzer Tee) sollte während der Methotrexat-Therapie vermieden werden.

Mercaptopurin

Methotrexat erhöht die Mercaptopurin-Plasmaspiegel. Die Kombination von Methotrexat und

Mercaptopurin kann daher eine Dosisanpassung erforderlich machen.

Arzneimittel mit hoher Plasmaproteinbindung

Methotrexat ist plasmaproteingebunden und kann durch andere proteingebundene Arzneimittel wie

Salicylate, Hypoglykämika, Diuretika, Sulfonamide, Diphenylhydantoine, Tetrazykline,

Chloramphenicol und p-Aminobenzoesäure sowie saure antiinflammatorische Substanzen verdrängt

werden, was bei gleichzeitiger Anwendung zu erhöhter Toxizität führen kann.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft:

Metoject ist während der Schwangerschaft kontraindiziert (siehe auch Abschnitt

«Kontraindikationen»). In Studien an Tieren hat Methotrexat Reproduktionstoxizität gezeigt, vor

allem im ersten Trimenon (siehe auch Abschnitt «Präklinische Daten»). Es wurde gezeigt, dass

Methotrexat beim Menschen teratogen wirkt; es wurde berichtet, dass es den Tod des Fötus und/oder

kongenitale Anomalien verursacht. Die Exposition einer begrenzten Anzahl schwangerer Frauen (42)

resultierte in einer erhöhten Inzidenz (1:14) von Missbildungen (kranial, kardiovaskulär und die

Extremitäten betreffend). Im Falle des Absetzens von Methotrexat vor der Konzeption wurde über

normale Schwangerschaften berichtet. Frauen dürfen während der Methotrexat-Therapie nicht

schwanger werden. Falls während der Therapie eine Schwangerschaft eintritt, sollte eine

medizinische Beratung zum Risiko unerwünschter Wirkungen für das Kind im Zusammenhang mit

einer Methotrexatbehandlung in Anspruch genommen werden. Daher müssen Patienten im

geschlechtsreifen Alter (Frauen und Männer) einen wirksamen Empfängnisschutz während der

Behandlung mit Metoject sowie noch mindestens sechs Monate danach praktizieren (siehe auch

Abschnitt «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Stillzeit:

Methotrexat wird in derartigen Konzentrationen in der Milch ausgeschieden, dass ein Risiko für den

Säugling besteht. Somit muss vor der Behandlung abgestillt und während der Behandlung darf nicht

gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Während der Behandlung können Symptome des zentralen Nervensystems wie Müdigkeit und

Verwirrtheit auftreten. Metoject hat einen geringen oder mässigen Einfluss auf die

Verkehrstüchtigkeit oder das Bedienen von Maschinen.

Unerwünschte Wirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen sind gastro-intestinale Beschwerden, eine Beeinträchtigung der

Leberfunktion und des hämatopoetischen Systems.

Das Auftreten und der Schweregrad von unerwünschten Arzneimittelwirkungen hängen von der

Höhe der Dosierung und der Häufigkeit der Anwendung von Metoject ab. Da es jedoch auch bei

niedriger Dosierung zu schwerwiegenden Nebenwirkungen kommen kann, ist eine regelmässige

Überwachung durch den Arzt in kurzen zeitlichen Abständen unerlässlich.

Die folgenden Angaben werden zur Einteilung der Häufigkeitsangaben der Nebenwirkungen

verwendet: Sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1000, <1/100), selten

(≥1/10000, <1/1000), und sehr selten (<1/10000), unbekannt (kann von den bisher vorhandenen

Daten nicht geschätzt werden).

Gutartige, bösartige und nicht spezifizierte Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)

Sehr selten: Es wurde über das Auftreten von Lymphomen berichtet, die sich in einigen Fällen nach

dem Absetzen der Therapie mit Methotrexat zurückgebildet haben. Eine erhöhte Inzidenz für das

Auftreten von Lymphomen bei einer Methotrexatbehandlung konnte in einer neueren Untersuchung

nicht festgestellt werden.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Häufig: Leukozytopenie, Anämie, Thrombozytopenie.

Gelegentlich: Panzytopenie.

Sehr selten: Agranulozytose, schwere Verläufe von Knochenmarkdepression.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen, Müdigkeit, Benommenheit.

Gelegentlich: Schwindel, Verwirrtheit, Depressionen.

Sehr selten: Sehstörungen, Schmerzen, Muskelschwäche oder Parästhesien in den Extremitäten,

Geschmacksveränderungen (metallischer Geschmack), Krampfanfälle, Meningismus, Lähmungen.

Unbekannt: Enzephalopathie / Leukenzephalopathie

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig: Interstitielle Alveolitis/Pneumonitis. Symptome, die auf potentiell schwere

Lungenschädigungen (interstitielle Pneumonitis) hinweisen sind: trockener Reizhusten,

Kurzatmigkeit und Fieber.

Selten: Lungenfibrose, Pneumocystis-carinii Pneumonitis, Kurzatmigkeit und Asthma bronchiale.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig: Stomatitis (20–30%), Dyspepsie (bis 60%), Übelkeit (60–70%), Appetitlosigkeit (60–

70%).

Häufig: Ulzerationen der Mundschleimhaut, Diarrhoe.

Gelegentlich: Pharyngitis, Enteritis, Erbrechen.

Selten: Ulzerationen des Magen-Darm-Traktes.

Sehr selten: Hämatemesis, Hämatorrhoe.

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr häufig: Anstieg der Transaminasen (bis 70%).

Gelegentlich: Leberzirrhose, Leberfibrose, Leberverfettung.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes

Häufig: Exantheme, Erytheme, Pruritus.

Gelegentlich: Photosensibilität, Haarausfall, Zunahme von Rheumaknoten, Herpes zoster, Vaskulitis,

herpetiforme Hauteruptionen, Urtikaria.

Selten: Verstärkte Pigmentierung.

Sehr selten: Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse (Lyell-Syndrom), verstärkte

Pigmentierung der Nägel, akute Paronychie.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Gelegentlich: Arthralgie, Myalgie und Osteoporose.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Gelegentlich: Entzündungen und Ulzerationen im Bereich von Harnblase, Störung der

Nierenfunktion, Blasenentleerungsstörungen.

Selten: Niereninsuffizienz, Oligurie, Anurie, Elektrolytstörungen.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Gelegentlich: Entzündungen und Ulzerationen im Bereich von Vagina.

Sehr selten: Libidoverlust, Impotenz, Oligospemie, Menstruationsstörungen, vaginaler Ausfluss.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Selten: Allergische Reaktionen, anaphylaktischer Schock, allergische Vaskulitis, Fieber,

Konjunktivitis, Infektion, Sepsis, Wundheilungsstörungen, Pleuraerguss, Perikarderguss,

Perikardtamponade, Hypogammaglobulinämie.

Bei intramuskulärer Anwendung von Methotrexat kann es an der Injektionsstelle zu lokalen

Nebenwirkungen (brennendes Gefühl) oder Schäden (sterile Abszessbildung, Untergang von

Fettgewebe) kommen.

Überdosierung

a) Symptome einer Überdosierung

Toxische Nebenwirkungen von Methotrexat betreffen hauptsächlich das hämatopoetische System.

b) Therapiemassnahmen bei Überdosierung

Als spezifisches Antidot zur Neutralisation toxischer Nebenwirkungen von Methotrexat steht

Calciumfolinat zur Verfügung.

Im Falle einer versehentlichen Überdosierung sollte eine der schädlichen Methotrexatdosis

identische oder höhere Dosis Calciumfolinat intravenös oder intramuskulär innerhalb von 1 Stunde

gegeben werden und es sollte weiter dosiert werden, bis die Methotrexat-Serumspiegel unter 10–7

mol/l liegen.

Im Falle einer massiven Überdosierung sollte versucht werden, mittels Hydrierung sowie

Alkalisierung des Urins die Präzipitation von Methotrexat und/oder seiner Metaboliten in den

renalen Tubuli zu minimieren. Weder für Hämodialyse noch für Peritonealdialyse konnte der

Nachweis erbracht werden, dass die Methotrexat-Elimination verbessert wurde. Eine effektive

Methotrexat-Clearance ist für akute, intermittierende Hämodialyse mit einem High-Flux-

Dialysiergerät berichtet worden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: L04AX03

Wirkungsmechanismus

Methotrexat ist ein Folsäureantagonist, der als Antimetabolit zur Gruppe der zytotoxischen

Substanzen gehört. Er wirkt über die kompetitive Hemmung des Enzyms Dihydrofolat-Reduktase

und inhibiert somit die DNS-Synthese. Bisher ist nicht geklärt, ob die Wirksamkeit von Methotrexat

bei der Behandlung der Psoriasis, Psoriasis-Arthritis und chronischen Polyarthritis und des Morbus

Crohn auf einem anti-inflammatorischen oder immunsuppressiven Effekt beruht und in welchem

Ausmass extrazelluläre Adenosin-Konzentrationen zu den Effekten beitragen.

Die Nebenwirkungen, die in den Morbus Crohn-Studien mit Methotrexat bei kumulativen Dosen

beobachtet wurden, zeigen im Vergleich zum bereits bekannten Profil kein verändertes

Sicherheitsprofil für Methotrexat. Daher muss Methotrexat bei der Behandlung von Morbus Crohn

genauso vorsichtig angewendet werden wie bei anderen rheumatischen und nichtrheumatischen

Indikationen von Methotrexat (siehe Abschnitte „Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen“ und

„Schwangerschaft und Stillzeit“).

Pharmakokinetik

Distribution

Die Plasmaeiweissbindung von Methotrexat beträgt ca. 50%. Bei der Verteilung erfolgt eine

Anreicherung vor allem in Leber, Niere und Milz in Form von Polyglutamaten, die zum Teil

wochen- bis monatelang retiniert werden können. Methotrexat tritt in niedriger Dosierung in

minimalen Mengen in den Liquor über. Die terminale Halbwertszeit beträgt im Mittel 6–7 Stunden

und weist eine erhebliche Schwankungsbreite (3–17 Stunden) auf. Bei Patienten mit einem dritten

Verteilungsraum (Pleuraerguss, Aszites) kann die Halbwertszeit bis um das Vierfache verlängert

sein.

Metabolismus

Ca. 10% der angewendeten Methotrexat-Dosis werden intrahepatisch metabolisiert. Der

Hauptmetabolit ist 7-Hydroxymethotrexat.

Elimination

Die Ausscheidung erfolgt überwiegend unverändert renal durch glomeruläre Filtration und aktive

Sekretion im proximalen Tubulus.

Ca. 5–20% Methotrexat und 1–5% 7-Hydroxymethotrexat werden biliär eliminiert. Es besteht ein

ausgeprägter enterohepatischer Kreislauf.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Die Elimination verläuft bei eingeschränkter Nierenfunktion deutlich verzögert. Einschränkungen

der Ausscheidung bei eingeschränkter Leberfunktion sind derzeit nicht bekannt.

Präklinische Daten

Da konventionelle Karzinogenitätsstudien nicht durchgeführt wurden und die Daten aus chronischen

Toxizitätsstudien an Nagetieren inkonsistent sind, gilt Methotrexat in Bezug auf seine Karzinogenität

für den Menschen als nicht klassifizierbar.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Die Kompatibilität mit anderen parenteralen Produkten ist nicht untersucht worden. Es wird

empfohlen, dieses Arzneimittel nicht mit anderen Arzneimitteln oder Verdünnungsmitteln zu

mischen.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» angegebenen Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) lagern. Den Behälter im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor

Licht zu schützen.

Hinweise für die Handhabung

Die Art der Handhabung und Entsorgung muss der Handhabung und Entsorgung anderer

zytotoxischer Zubereitungen entsprechen. Medizinisches Fachpersonal, das schwanger ist, sollte

nicht mit Metoject umgehen oder es verabreichen.

Methotrexat sollte nicht mit der Haut oder Mukosa in Berührung kommen. Im Falle einer

Kontamination müssen die betroffenen Areale sofort mit einer ausreichenden Menge Wasser

abgespült werden.

Nur zur einmaligen Anwendung. Jegliche nicht verbrauchte Lösung ist zu verwerfen.

Hinweise zur subkutanen Anwendung der Metoject Injektionslösung in einer Fertigspritze ohne

Nadelschutz-System:

Für die Injektion eignen sich die folgenden Stellen am besten:

- oberer Bereich des Oberschenkels,

- Bauch mit Ausnahme des Nabelbereichs.

1. Den Bereich der gewählten Injektionsstelle säubern.

2. Die Plastikschutzkappe gerade von der Spritze abziehen.

3. Durch leichtes Zusammendrücken der Haut an der Injektionsstelle eine Hautfalte bilden.

4. Die Haut muss bis zum Herausziehen der Spritze nach erfolgter Injektion zusammengedrückt

bleiben.

5. Die Nadel in einem 90-Grad-Winkel ganz in die Haut einstechen.

6. Den Kolben langsam herunterdrücken und die Flüssigkeit unter die Haut injizieren. Die Spritze im

gleichen 90-Grad-Winkel aus der Haut herausziehen.

Hinweise zur subkutanen Anwendung der Metoject Injektionslösung in einer Fertigspritze mit

Nadelschutz-System:

Für die Injektion eignen sich die folgenden Stellen am besten:

- oberer Bereich des Oberschenkels,

- Bauch mit Ausnahme des Nabelbereichs.

1. Den Bereich der gewählten Injektionsstelle säubern.

2. Die Plastikschutzkappe gerade von der Spritze abziehen.

3. Durch leichtes Zusammendrücken der Haut an der Injektionsstelle eine Hautfalte bilden.

4. Die Haut muss bis zum Herausziehen der Spritze nach erfolgter Injektion zusammengedrückt

bleiben.

5. Die Nadel in einem 90-Grad-Winkel ganz in die Haut einstechen.

6. Den Kolben langsam herunterdrücken und die Flüssigkeit unter die Haut injizieren. Die Spritze im

gleichen 90-Grad-Winkel aus der Haut herausziehen.

7. Eine Schutzvorrichtung wird automatisch die Nadel komplett umschliessen.

Hinweis: Die Aktivierung des Nadelschutz-Systems wird durch Entfernen der Schutzkappe

vorbereitet. Bei der Injektion ist darauf zu achten, dass der Kolben maximal heruntergedrückt und

die Spritze vollständig entleert wird. Nur dadurch wird das Nadelschutz-System aktiviert.

Zulassungsnummer

57272 (Swissmedic).

Packungen

Fertigspritzen mit integrierter s.c.-Injektionsnadel zu

7,5 mg (0,15 ml) [A],

10 mg (0,2 ml) [A],

12.5 mg (0,25 ml) [A],

15 mg (0,3 ml) [A],

17,5 mg (0,35 ml) [A],

20 mg (0,4 ml) [A],

22,5 mg (0,45 ml) [A],

25 mg (0,5 ml) [A],

27,5 mg (0,55 ml) [A],

30 mg (0,6 ml) [A].

Erhältlich in Packungen zu je 1, 4, 6, 12 oder 24 Fertigspritzen.

oder

Fertigspritzen mit integrierter s.c.-Injektionsnadel und Nadelschutz-System zu

7,5 mg (0,15 ml) [A],

10 mg (0,2 ml) [A],

12.5 mg (0,25 ml) [A],

15 mg (0,3 ml) [A],

17,5 mg (0,35 ml) [A],

20 mg (0,4 ml) [A],

22,5 mg (0,45 ml) [A],

25 mg (0,5 ml) [A],

27,5 mg (0,55 ml) [A],

30 mg (0,6 ml) [A].

Erhältlich in Packungen zu je 1 Fertigspritze.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Zulassungsinhaberin

Gebro Pharma AG, 4410 Liestal.

Stand der Information

Dezember 2017

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