Metformin HEXAL 500mg Filmtablette

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Metforminhydrochlorid
Verfügbar ab:
Hexal Aktiengesellschaft
ATC-Code:
A10BA02
INN (Internationale Bezeichnung):
metformin hydrochloride
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Metforminhydrochlorid 500.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
39755.01.00

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Metformin HEXAL 500 mg Filmtabletten

Wirkstoff: Metforminhydrochlorid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden

haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Metformin HEXAL und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Metformin HEXAL beachten?

Wie ist Metformin HEXAL einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Metformin HEXAL aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Metformin HEXAL und wofür wird es angewendet?

Metformin HEXAL enthält Metformin, einen Arzneistoff aus der Gruppe der so genannten

Biguanide, der zur Behandlung von Diabetes eingesetzt wird.

Insulin ist ein von der Bauchspeicheldrüse gebildetes Hormon, das für die Aufnahme von

Glukose (Zucker) aus dem Blut in die Körperzellen sorgt. Dort wird die Glukose in Energie

umgewandelt oder als Vorrat zur späteren Verwendung gespeichert.

Wenn Sie an Diabetes leiden, produziert Ihre Bauchspeicheldrüse entweder nicht genug

Insulin oder die Körpergewebe sprechen nicht richtig auf das gebildete Insulin an. Hohe

Blutzuckerspiegel sind die Folge. Metformin HEXAL hilft, Ihren Blutzucker auf möglichst

normale Werte zu senken.

Bei übergewichtigen Erwachsenen trägt die langfristige Einnahme von Metformin HEXAL

außerdem dazu bei, das Risiko von diabetesbedingten Komplikationen zu senken. Unter

Metformin HEXAL wird ein stabiles Körpergewicht oder eine mäßige Gewichtsabnahme

beobachtet.

Metformin HEXAL wird zur Behandlung von Patienten mit Zuckerkrankheit (Typ-2-

Diabetes, auch „nicht insulinabhängiger Diabetes“ genannt) eingesetzt, wenn der

Blutzuckerspiegel durch Diät und Bewegung allein nicht ausreichend kontrolliert werden

konnte. Das Arzneimittel wird insbesondere bei übergewichtigen Patienten eingesetzt.

Erwachsene können Metformin HEXAL allein oder zusammen mit anderen

blutzuckersenkenden Arzneimitteln (Arzneimittel, die über den Mund einzunehmen

sind oder Insulin) anwenden.

Kinder ab 10 Jahren und Jugendliche können Metformin HEXAL allein oder zusammen

mit Insulin anwenden.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Metformin HEXAL beachten?

Metformin HEXAL darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Metformin oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn Sie eine schwere Einschränkung der Nierenfunktion haben.

wenn Sie Leberprobleme haben.

wenn Sie unkontrollierten Diabetes haben, zum Beispiel mit schwerer Hyperglykämie

(sehr hohem Blutzucker), Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, schneller Gewichtsabnahme,

Laktatazidose (siehe „Risiko einer Laktatazidose“ weiter unten) oder Ketoazidose. Die

Ketoazidose ist ein Zustand, bei dem sich als „Ketonkörper“ bezeichnete Substanzen im

Blut anhäufen, die zu einem diabetischen Präkoma führen können. Zu den Symptomen

gehören Magenschmerzen, schnelle und tiefe Atmung, Schläfrigkeit oder die Entwicklung

eines ungewöhnlichen, fruchtigen Geruchs des Atems.

wenn Sie zu viel Körperwasser verloren haben (Dehydration), zum Beispiel durch lang

andauernden oder starken Durchfall, oder wenn Sie sich mehrmals hintereinander

erbrochen haben. Dieser Flüssigkeitsverlust könnte zu Nierenproblemen führen, wodurch

Sie gefährdet sind, eine Übersäuerung mit Milchsäure (Laktatazidose) zu entwickeln (siehe

„Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).

wenn Sie an einer schweren Infektion leiden, zum Beispiel einer Infektion der Lunge, der

Bronchien oder der Niere. Schwere Infektionen könnten zu Nierenproblemen führen,

wodurch Sie gefährdet sind, eine Übersäuerung mit Milchsäure (Laktatazidose) zu

entwickeln (siehe „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).

wenn Sie wegen Herzschwäche behandelt werden oder vor kurzem einen Herzinfarkt

erlitten haben, schwere Kreislaufprobleme (wie z. B. einen Schock) oder

Schwierigkeiten mit der Atmung haben. Dies könnte zu einem Sauerstoffmangel im

Gewebe führen, wodurch Sie gefährdet sind, eine Übersäuerung mit Milchsäure

(Laktatazidose) zu entwickeln (siehe „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).

wenn Sie viel Alkohol trinken.

Falls irgendeines der oben genannten Kriterien auf Sie zutrifft, sprechen Sie mit Ihrem Arzt,

bevor Sie dieses Arzneimittel einnehmen.

Fragen Sie unbedingt Ihren Arzt um Rat,

wenn Sie sich einer Röntgen- oder anderen bildgebenden Untersuchung unterziehen

müssen, bei der Ihnen ein iodhaltiges Kontrastmittel gespritzt wird.

wenn Sie sich einem größeren operativen Eingriff unterziehen müssen.

Sie müssen die Einnahme von Metformin HEXAL über einen bestimmten Zeitraum vor und

nach der Untersuchung bzw. der Operation absetzen. Ihr Arzt entscheidet, ob Sie während

dieser Zeit eine andere Behandlung benötigen. Es ist wichtig, dass Sie die Anweisungen

Ihres Arztes genau befolgen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Metformin HEXAL

einnehmen.

Risiko einer Laktatazidose.

Metformin HEXAL kann vor allem dann, wenn Ihre Nieren nicht richtig funktionieren, eine

sehr seltene, aber sehr schwerwiegende Nebenwirkung verursachen, die als Laktatazidose

bezeichnet wird. Das Risiko, eine Laktatazidose zu entwickeln, wird auch durch schlecht

eingestellten Diabetes, schwere Infektionen, längeres Fasten oder Alkoholkonsum,

Dehydrierung (weitere Informationen siehe unten), Leberprobleme und Erkrankungen erhöht,

bei denen ein Teil des Körpers nicht mit genügend Sauerstoff versorgt wird (zum Beispiel bei

akuten schweren Herzerkrankungen).

Falls einer der genannten Punkte auf Sie zutrifft, sprechen Sie mit Ihrem Arzt hinsichtlich

weiterer Anweisungen.

Unterbrechen Sie die Einnahme von Metformin HEXAL für eine kurze Zeit, wenn Sie

einen Zustand haben, der mit einer Dehydrierung (erheblicher Verlust an

Körperflüssigkeit) verbunden sein kann, wie beispielsweise schweres Erbrechen,

Durchfall, Fieber, Hitzebelastung oder geringere Flüssigkeitsaufnahme als normalerweise.

Sprechen Sie hinsichtlich weiterer Anweisungen mit Ihrem Arzt.

Beenden Sie die Einnahme von Metformin HEXAL und wenden Sie sich unverzüglich

an einen Arzt oder an das nächstgelegene Krankenhaus, wenn Sie Symptome einer

Laktatazidose bemerken, da dieser Zustand zum Koma führen kann.

Symptome einer Laktatazidose sind:

Erbrechen

Bauchschmerzen

Muskelkrämpfe

allgemeines Unwohlsein mit starker Müdigkeit

Schwierigkeiten beim Atmen

verringerte Körpertemperatur und Herzklopfen

Eine Laktatazidose ist ein medizinischer Notfall und muss in einem Krankenhaus behandelt

werden.

Metformin HEXAL alleine verursacht keine Unterzuckerung (Hypoglykämie). Wenn Sie

jedoch Metformin HEXAL zusammen mit anderen Arzneimitteln gegen Ihre

Zuckerkrankheit einnehmen, die Unterzuckerung hervorrufen können (wie

Sulfonylharnstoffe, Insulin, Glinide), besteht ein Risiko eines zu niedrigen

Blutzuckerspiegels. Wenn Anzeichen einer Unterzuckerung auftreten, wie Schwächegefühl,

Benommenheit, vermehrtes Schwitzen, beschleunigter Herzschlag, Sehstörungen und

Konzentrationsschwierigkeiten, hilft es normalerweise, wenn Sie etwas essen oder trinken,

das Zucker enthält.

Falls bei Ihnen eine größere Operation geplant ist, müssen Sie die Einnahme von Metformin

HEXAL während des Eingriffs und für einige Zeit danach unterbrechen. Ihr Arzt wird

entscheiden, wann Sie Ihre Behandlung mit Metformin HEXAL beenden müssen und wann

die Behandlung wieder begonnen werden kann.

Während der Behandlung mit Metformin HEXAL wird Ihr Arzt mindestens einmal jährlich

oder – falls Sie älter sind und/oder sich Ihre Nierenfunktion verschlechtert – auch häufiger

Ihre Nierenfunktion kontrollieren.

Einnahme von Metformin HEXAL zusammen mit anderen Arzneimitteln

Falls Ihnen ein iodhaltiges Kontrastmittel in Ihr Blut gespritzt werden muss, zum Beispiel

in Zusammenhang mit einer Röntgenaufnahme oder einer Computertomografie, müssen Sie

die Einnahme von Metformin HEXAL vor bzw. zum Zeitpunkt der Injektion

unterbrechen. Ihr Arzt wird entscheiden, wann Sie Ihre Behandlung mit Metformin

HEXAL beenden müssen und wann die Behandlung wieder begonnen werden kann.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich

andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere

Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden. Möglicherweise müssen Ihr Blutzucker und Ihre

Nierenfunktion häufiger kontrolliert werden oder Ihr Arzt muss eventuell die Dosierung von

Metformin HEXAL anpassen. Es ist besonders wichtig, folgende Arzneimittel zu erwähnen:

Arzneimittel, die die Harnbildung steigern (Diuretika)

Arzneimittel zur Behandlung von Schmerzen und Entzündungen (NSARs und COX-

2-Hemmer wie beispielsweise Ibuprofen und Celecoxib)

bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Bluthochdruck (ACE-Hemmer und

Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten)

Beta-2-Agonisten wie Salbutamol oder Terbutalin (zur Behandlung von Asthma)

Kortikosteroide (zur Behandlung einer Vielzahl von Erkrankungen wie schweren

Entzündungen der Haut oder bei Asthma)

Arzneimittel, die möglicherweise die Menge an Glucophage in Ihrem Blut verändern,

insbesondere, wenn bei Ihnen eine eingeschränkte Nierenfunktion vorliegt ( wie Verapamil,

Rifampicin, Cimetidin, Dolutegravir, Ranolazin, Trimethoprim, Vandetanib, Isavuconazol,

Crizotinib, Olaparib).

andere Medikamente zur Behandlung Ihrer Zuckerkrankheit

Einnahme von Metformin HEXAL zusammen mit Alkohol

Meiden Sie während der Einnahme von Metformin HEXAL übermäßigen Alkoholkonsum,

da dieser das Risiko einer Laktatazidose erhöhen kann (siehe Abschnitt „Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen“).

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels

Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Während einer Schwangerschaft muss Ihre Zuckerkrankheit mit Insulin behandelt werden.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie schwanger sind, wenn Sie denken, dass sie schwanger

sein könnten oder eine Schwangerschaft planen, damit Ihre Behandlung umgestellt werden

kann.

Dieses Arzneimittel ist nicht zu empfehlen, wenn Sie stillen oder vorhaben, dies zu tun.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Metformin HEXAL selbst führt nicht zu einer Unterzuckerung (Hypoglykämie). Das heißt, dass

Ihre Verkehrstüchtigkeit oder Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durch die Einnahme von

Metformin HEXAL nicht beeinträchtigt wird.

Besondere Vorsicht ist hingegen geboten, wenn Sie Metformin HEXAL zusammen mit

anderen blutzuckersenkenden Arzneimitteln einnehmen, die Unterzuckerung hervorrufen

können (wie zum Beispiel Sulfonylharnstoffe, Insulin, Glinide). Zu den Anzeichen einer

Unterzuckerung gehören Schwächegefühl, Benommenheit, vermehrtes Schwitzen,

beschleunigter Herzschlag, Sehstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten. Setzen Sie

sich nicht ans Steuer eines Fahrzeugs und bedienen Sie keine Maschinen, wenn Sie erste

Anzeichen derartiger Beschwerden bemerken.

3.

Wie ist Metformin HEXAL einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie

bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Metformin HEXAL kann die Vorzüge einer gesunden Lebensweise nicht ersetzen. Folgen

Sie weiterhin allen Ernährungsratschlägen Ihres Arztes und sorgen Sie für regelmäßige

körperliche Bewegung.

Für die individuelle Einstellung auf die erforderliche Erhaltungsdosis stehen auch

Filmtabletten mit 850 mg und 1000 mg Wirkstoffgehalt Metforminhydrochlorid zur

Verfügung.

Die empfohlene Dosis beträgt

Kinder ab 10 Jahren und Jugendliche beginnen normalerweise mit 500 mg oder 850 mg

Metformin HEXAL einmal täglich. Die Höchstdosis beträgt 2000 mg pro Tag, aufgeteilt in

zwei oder drei Einnahmen.

Eine Behandlung von Kindern zwischen 10 und 12 Jahren wird nur empfohlen auf

ausdrücklichen Rat des Arztes hin, da die Erfahrung in dieser Altersgruppe begrenzt ist.

Erwachsene beginnen normalerweise mit 500 mg oder 850 mg Metformin HEXAL zwei- oder

dreimal täglich. Die Höchstdosis beträgt 3000 mg pro Tag, aufgeteilt in drei Einnahmen.

Wenn Sie außerdem Insulin anwenden,

erfahren Sie von Ihrem Arzt, wie Sie mit der Einnahme von Metformin HEXAL beginnen

sollen.

Falls Sie eine eingeschränkte Nierenfunktion haben, wird Ihr Arzt Ihnen möglicherweise

eine niedrigere Dosis verordnen.

Überwachung

Ihr Arzt führt regelmäßige Blutzuckerkontrollen bei Ihnen durch und passt Ihre

Metformin HEXAL-Dosis Ihrem Blutzuckerspiegel an. Sprechen Sie unbedingt

regelmäßig mit Ihrem Arzt. Dies ist besonders wichtig für Kinder und Jugendliche oder

wenn Sie schon älter sind.

Ihr Arzt überprüft außerdem mindestens einmal jährlich Ihre Nierenfunktion. Wenn

Sie älter sind oder eine eingeschränkte Nierenfunktion haben, können auch häufigere

Untersuchungen notwendig sein.

Wie ist Metformin HEXAL einzunehmen?

Nehmen Sie Metformin HEXAL mit oder nach einer Mahlzeit ein. So vermeiden Sie

Nebenwirkungen, die Ihre Verdauung beeinträchtigen.

Die Tabletten dürfen nicht zerstoßen oder zerkaut werden. Schlucken Sie jede Tablette mit

einem Glas Wasser.

Nehmen Sie die Tabletten morgens (zum Frühstück) ein, wenn Sie Ihre Tagesdosis auf

einmal einnehmen.

Nehmen Sie die Tabletten morgens (zum Frühstück) und abends (zum Abendessen) ein,

wenn Sie Ihre Tagesdosis auf zwei Einnahmen aufteilen.

Nehmen Sie die Tabletten morgens (zum Frühstück), mittags (zum Mittagessen) und

abends (zum Abendessen) ein, wenn Sie Ihre Tagesdosis auf drei Einnahmen aufteilen.

Wenn Sie nach einiger Zeit den Eindruck haben, dass die Wirkung von Metformin HEXAL zu

stark oder zu schwach ist, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Wenn Sie eine größere Menge von Metformin HEXAL eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie eine größere Menge von Metformin HEXAL eingenommen haben, als Sie sollten,

kann es zu einer Übersäuerung des Blutes mit Milchsäure kommen (Laktatazidose). Die

Symptome einer Laktatazidose sind unspezifisch, wie z. B. Erbrechen, Bauchschmerzen mit

Muskelkrämpfen, einem allgemeinen Gefühl des Unwohlseins mit starker Müdigkeit sowie

Schwierigkeiten beim Atmen. Weitere Symptome sind erniedrigte Körpertemperatur und

erniedrigter Herzschlag. Wenn Sie derartige Beschwerden bekommen, müssen Sie sofort

ärztliche Hilfe suchen, da Laktatazidose zum Koma führen kann. Beenden Sie sofort

die Einnahme von Metformin HEXAL und setzen Sie sich unverzüglich mit einem Arzt

oder mit dem nächstgelegenen Krankenhaus in Verbindung.

Wenn Sie die Einnahme von Metformin HEXAL vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen

haben. Nehmen Sie die nächste Dosis zur vorgesehenen Zeit ein.

Wenn Sie die Einnahme von Metformin HEXAL abbrechen

Wenn Sie die Behandlung mit Metformin HEXAL ohne ärztliche Anordnung abbrechen,

müssen Sie damit rechnen, dass der Blutzuckerspiegel unkontrolliert ansteigt und langfristig

die Spätfolgen der Zuckerkrankheit, wie z. B. Augen-, Nieren- oder Gefäßschäden, auftreten.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an

Ihren Arzt oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht

bei jedem auftreten müssen. Folgende Nebenwirkungen sind möglich:

Metformin HEXAL kann eine sehr seltene (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen),

aber sehr schwerwiegende Nebenwirkung, die sogenannte Laktatazidose, hervorrufen (siehe

Abschnitt „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“). Falls diese bei Ihnen auftritt, müssen

Sie die Einnahme von Metformin HEXAL unverzüglich beenden und umgehend einen

Arzt oder das nächstgelegene Krankenhaus aufsuchen, da eine Laktatazidose zum Koma

führen kann.

Sehr häufige Nebenwirkungen (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

Verdauungsprobleme wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen und

Appetitverlust.

Diese Nebenwirkungen treten meistens zu Beginn der Behandlung mit Metformin HEXAL

auf. Eine Aufteilung der Tagesdosis auf mehrere über den Tag verteilte Einnahmen und die

Einnahme von Metformin HEXAL mit oder direkt nach einer Mahlzeit helfen, diesen

Problemen vorzubeugen. Wenn die Beschwerden andauern, nehmen Sie Metformin

HEXAL nicht weiter ein und sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

Häufige Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Geschmacksveränderungen

Sehr seltene Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

Auffällige Leberfunktionswerte oder Hepatitis (Leberentzündung; diese kann

Müdigkeit, Appetitverlust und Gewichtsabnahme mit oder ohne Gelbfärbung der Haut

und des Augenweißes verursachen). Wenn Sie derartige Beschwerden bekommen,

nehmen Sie Metformin HEXAL nicht weiter ein und sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

Hautreaktionen, wie Rötung (Erythem), Juckreiz oder juckender Ausschlag (Quaddeln)

niedrige Konzentration von Vitamin B

im Blut

Kinder und Jugendliche

Begrenzte Daten für Kinder und Jugendliche zeigten, dass die Nebenwirkungen in Art und

Schwere jenen glichen, wie sie für Erwachsene gemeldet wurden.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie

können Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Metformin HEXAL aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf. Wenn Metformin HEXAL

zur Behandlung von Kindern eingesetzt wird, sollten Eltern und Betreuer die Anwendung

dieses Arzneimittels überwachen.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Blisterpackung nach

„verwendbar bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum

bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren

Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie

tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Metformin HEXAL 500 mg enthält

Der Wirkstoff ist Metforminhydrochlorid.

1 Filmtablette enthält 500 mg Metforminhydrochlorid, entsprechend 390 mg

Metformin.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Povidon K 90, Hypromellose, Macrogol 4000, Magnesiumstearat (Ph.Eur.),

Titandioxid (E 171).

Wie Metformin HEXAL 500 mg aussieht und Inhalt der Packung

Metformin HEXAL 500 mg sind weiße, runde Filmtabletten mit einer Prägung „M 500“ auf

einer Seite.

Metformin HEXAL 500 mg ist in Packungen mit 30, 120, 180, 196 und 200 Filmtabletten und

in Behältnissen mit 100 Filmtabletten erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

Hexal AG

Industriestraße 25

83607 Holzkirchen

Telefon: (08024) 908-0

Telefax: (08024) 908-1290

E-Mail: service@hexal.com

Hersteller

Salutas Pharma GmbH

Otto-von-Guericke-Allee 1

39179 Barleben

oder

Lek Pharmaceuticals d.d.

Verovskova ulica 57

1526 Ljubljana

Slowenien

oder

Lek S.A.

50 C, Domaniewska Str.

02-672 Warsaw

oder

LEK S.A.

Ul. Podlipie 16

Stryków 95-010

Polen

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im August 2017.

FACHINFORMATION

1.

Bezeichnung der Arzneimittel

Metformin HEXAL 500 mg Filmtabletten

Metformin HEXAL 850 mg Filmtabletten

Metformin HEXAL 1000 mg Filmtabletten

2.

Qualitative und quantitative Zusammensetzung

Metformin HEXAL 500 mg Filmtabletten

1 Filmtablette enthält 500 mg Metforminhydrochlorid entsprechend 390 mg

Metformin.

Metformin HEXAL 850 mg Filmtabletten

1 Filmtablette enthält 850 mg Metforminhydrochlorid entsprechend 662,9 mg

Metformin.

Metformin HEXAL 1000 mg Filmtabletten

1 Filmtablette enthält 1000 mg Metforminhydrochlorid entsprechend 780 mg

Metformin.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1

3.

Darreichungsform

Filmtablette

Metformin HEXAL 500 mg Filmtabletten

Weiße, runde Filmtabletten mit einer Prägung „M 500“ auf einer Seite.

Metformin HEXAL 850 mg Filmtabletten

Weiße, ovale Filmtabletten mit einer Prägung „M 850“ auf einer Seite und einer

Kerbe auf der anderen Seite.

Die Kerbe dient nicht zum Teilen der Tablette.

Metformin HEXAL 1000 mg Filmtabletten

Weiße, ovale Filmtabletten mit Kerbe und einer Prägung „M 1 G“ auf einer Seite.

Die Kerbe dient nicht zum Teilen der Tablette.

4.

Klinische Angaben

4.1

Anwendungsgebiete

Therapie des Diabetes mellitus Typ 2, insbesondere bei übergewichtigen

Patienten, bei denen allein durch Diät und körperliche Betätigung keine

ausreichende Einstellung des Blutzuckerspiegels erreicht wurde.

Bei Erwachsenen kann Metformin HEXAL in Form einer Monotherapie

oder in Kombination mit anderen oralen Antidiabetika bzw. Insulin

angewendet werden.

Bei Kindern ab 10 Jahren und bei Jugendlichen kann Metformin HEXAL in

Form einer Monotherapie oder in Kombination mit Insulin angewendet

werden.

Bei übergewichtigen erwachsenen Patienten mit Diabetes mellitus

Typ 2 konnte nach Versagen diätetischer Maßnahmen eine Senkung

der Häufigkeit von diabetesbedingten Komplikationen unter

Behandlung mit Metformin als Therapie der ersten Wahl

nachgewiesen werden (siehe Abschnitt 5.1).

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Erwachsene mit normaler Nierenfunktion (GFR > 90 ml/min)

Monotherapie und Kombination mit anderen oralen Antidiabetika

Metformin HEXAL 500 mg Filmtabletten und Metformin HEXAL 850 mg

Filmtabletten

Im Allgemeinen besteht die Initialdosis aus der Gabe von einer Filmtablette mit

500 mg oder 850 mg Metforminhydrochlorid zwei- oder dreimal täglich, während

oder nach den Mahlzeiten.

Nach 10 bis 15 Tagen sollte die Dosierung in Abhängigkeit von den Messungen

des Blutzuckerspiegels angepasst werden. Eine allmähliche Erhöhung der Dosis

wirkt sich positiv auf die gastrointestinale Verträglichkeit des Medikaments aus.

Metformin HEXAL 1000 mg Filmtabletten

Bei Patienten, die hohe Dosierungen von Metforminhydrochlorid einnehmen (2

bis 3 g täglich), können zwei Filmtabletten Metformin HEXAL 500 mg durch

eine Filmtablette Metformin HEXAL 1000 mg ersetzt werden.

Die maximale empfohlene Tagesdosis beträgt 3 g Metforminhydrochlorid,

verteilt auf 3 Einnahmen.

Bei der Umstellung von einem anderen oralen Antidiabetikum auf Metformin

sollte zunächst das bisherige Medikament abgesetzt und danach die Therapie mit

Metformin in der oben angegebenen Dosierung begonnen werden.

Nierenfunktionsstörung

Vor Beginn der Behandlung mit metforminhaltigen Arzneimitteln und danach

mindestens einmal jährlich sollte die GFR ermittelt werden. Bei Patienten mit

erhöhtem Risiko einer weiteren Progression der Nierenfunktionsstörung und bei

älteren Patienten sollte die Nierenfunktion

häufiger, z. B. alle 3-6 Monate, kontrolliert werden.

GFR ml/min

Maximale Tagesdosis

(aufgeteilt auf 2-3 Dosen

pro Tag)

Zusätzliche Erwägungen

60-89

3.000 mg

Eine Dosisreduktion kann in

Abhängigkeit von der Abnahme

der Nierenfunktion in Betracht

gezogen werden.

45-59

2.000 mg

Vor Einleitung einer Behandlung

mit Metformin sollten Faktoren,

die das Risiko einer Laktatazidose

erhöhen können (siehe Abschnitt

4.4), überprüft werden. Die

Anfangsdosis beträgt höchstens

die Hälfte der Maximaldosis.

30-44

1.000 mg

< 30

Metformin ist kontraindiziert.

Kombination mit Insulin

Metformin und Insulin können kombiniert werden, um eine bessere

Einstellung des Blutzuckerspiegels zu erreichen.

Metforminhydrochlorid wird in der üblichen Anfangsdosierung von 500 mg

oder 850 mg zwei- bis dreimal täglich gegeben, während sich die Insulindosis

nach den gemessenen Blutzuckerwerten richtet.

Ältere Patienten

Bedingt durch die bei älteren Patienten häufig eingeschränkte Nierenfunktion

sollte sich die Dosierung von Metformin nach der Nierenfunktion richten. Aus

diesem Grund ist die regelmäßige Messung der Nierenfunktion notwendig

(siehe Abschnitt 4.4).

Kinder und Jugendliche

Monotherapie und Kombination mit Insulin

Metformin HEXAL kann bei Kindern ab 10 Jahren und bei Jugendlichen

verwendet werden.

Im Allgemeinen besteht die Initialdosis aus der Gabe von 500 mg oder 850

mg Metforminhydrochlorid einmal täglich, während oder nach den

Mahlzeiten.

Nach 10 bis 15 Tagen sollte die Dosierung in Abhängigkeit von den

Messungen des Blutzuckerspiegels angepasst werden. Eine allmähliche

Erhöhung der Dosierung wirkt sich positiv auf die gastrointestinale

Verträglichkeit des Medikaments aus. Die maximale empfohlene Tagesdosis

beträgt 2 g Metforminhydrochlorid, verteilt auf 2 oder 3 Einnahmen.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1

genannten sonstigen Bestandteile

jede Art von akuter metabolischer Azidose (z. B. Laktatazidose,

diabetische Ketoazidose)

diabetisches Präkoma

schwere Niereninsuffizienz (GFR < 30 ml/min)

akute Zustände, die zu einer Beeinträchtigung der Nierenfunktion führen

können, z. B. Dehydratation, schwere Infektionen, SchockErkrankungen

(besonders akute Erkrankungen oder sich verschlechternde chronische

Erkrankungen), die zu einer Gewebshypoxie führen können, wie

dekompensierte Herzinsuffizienz, respiratorische Insuffizienz, frischer

Myokardinfarkt, Schock

Leberinsuffizienz, akute Alkoholintoxikation, Alkoholismus

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Laktatazidose

Laktatazidose, eine sehr seltene, aber schwerwiegende metabolische

Komplikation, tritt am häufigsten bei akuter Verschlechterung der

Nierenfunktion oder kardiorespiratorischer Erkrankung oder Sepsis auf.

Bei akuter Verschlechterung der Nierenfunktion kommt es zur Kumulation

von Metformin, die das Risiko einer Laktatazidose erhöht.

In Fällen von Dehydratation (schwerer Diarrhö oder Erbrechen, Fieber oder

verminderter Flüssigkeitsaufnahme) sollte Metformin vorübergehend

abgesetzt und möglichst Kontakt mit einem

Arzt aufgenommen werden.

Eine Behandlung mit Arzneimitteln, die die Nierenfunktion akut

beeinträchtigen können (wie z. B. Antihypertonika, Diuretika und NSARs)

sollte bei mit Metformin behandelten Patienten mit Vorsicht

eingeleitet werden. Weitere Risikofaktoren für eine Laktatazidose sind

übermäßiger Alkoholkonsum, Leberfunktionsstörung, schlecht eingestellter

Diabetes, Ketose, langes Fasten und alle mit Hypoxie

assoziierten Erkrankungen sowie die gleichzeitige Anwendung von

Arzneimitteln, die eine Laktatazidose verursachen können (siehe Abschnitte

4.3 und 4.5).

Patienten und/oder ihre Betreuer sollten auf das Risiko einer Laktatazidose

hingewiesen werden. Eine Laktatazidose ist gekennzeichnet durch azidotische

Dyspnoe, Abdominalschmerzen, Muskelkrämpfe, Asthenie und Hypothermie,

gefolgt von Koma. Bei vermuteten Symptomen muss der Patient die

Einnahme von Metformin beenden und umgehend einen Arzt aufsuchen.

Diagnostische Laborwerte sind ein verringerter pH-Wert des Blutes (< 7,35),

erhöhte Laktatplasmaspiegel (> 5 mmol/l) sowie eine Erhöhung der

Anionenlücke und des Laktat/Pyruvat-Quotienten.

Nierenfunktion

Die GFR sollte vor Beginn der Behandlung und danach in regelmäßigen

Abständen ermittelt werden (siehe Abschnitt 4.2). Metformin darf bei

Patienten mit einer GFR < 30 ml/min nicht angewendet und sollte in

Situationen, die die Nierenfunktion verändern, vorübergehend abgesetzt

werden (siehe Abschnitt 4.3).

Herzfunktion

Patienten mit Herzinsuffizienz haben ein größeres Risiko eine Hypoxie oder

eine Niereninsuffizienz zu entwickeln. Bei Patienten mit chronisch stabiler

Herzinsuffizienz kann Metformin unter regelmäßiger Kontrolle von Herz- und

Nierenfunktion eingesetzt werden.

Bei Patienten mit akuter und instabiler Herzinsuffizienz ist Metformin

kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3.)

Anwendung iodhaltiger Kontrastmitteln

Die intravaskuläre Anwendung von iodhaltigen Kontrastmitteln kann zu einer

kontrastmittelinduzierten Nephropathie führen. Dies kann eine Metformin-

Kumulation zur Folge haben und das Risiko einer Laktatazidose erhöhen. Die

Behandlung mit Metformin muss im Vorfeld oder zum Zeitpunkt des

bildgebenden Verfahrens unterbrochen werden und darf frühestens 48 Stunden

danach und nur dann wieder aufgenommen werden, wenn die Nierenfunktion

erneut kontrolliert wurde und sich als stabil erwiesen hat (siehe Abschnitte 4.2

und 4.5).

Chirurgische Eingriffe

Metformin muss zur Zeit einer Operation unter Allgemein-, Spinal- oder

Epiduralanästhesie abgesetzt werden. Die Therapie darf nicht früher als 48

Stunden nach der Operation oder nach Wiederaufnahme der oralen Ernährung

und nur dann wieder aufgenommen werden, wenn die Nierenfunktion erneut

kontrolliert wurde und sich als stabil erwiesen hat.

Kinder und Jugendliche

Die Diagnose eines Typ 2-Diabetes muss bestätigt sein, bevor eine

Behandlung mit Metformin begonnen wird.

Während 1-jähriger kontrollierter klinischer Studien wurde keine

Beeinflussung von Wachstum und Pubertät durch Metformin beobachtet, aber

Langzeitergebnisse liegen zu diesen spezifischen Fragestellungen noch nicht

vor. Deshalb wird eine sorgfältige Nachbeobachtung der Wirkung von

Metformin in Bezug auf diese Parameter bei mit Metformin behandelten

Kindern, besonders vor der Pubertät, empfohlen.

Kinder zwischen 10 und 12 Jahren

Nur 15 Personen aus der Altersgruppe zwischen 10 und 12 Jahren waren in

die kontrollierten klinischen Studien eingeschlossen, die mit Kindern und

Jugendlichen durchgeführt wurden. Obwohl sich Wirksamkeit und Sicherheit

von Metformin bei diesen Kindern nicht unterschieden von Wirksamkeit und

Sicherheit bei älteren Kindern und Jugendlichen, wird besondere Vorsicht bei

der Verordnung von Metformin für Kinder zwischen 10 und 12 Jahren

empfohlen.

Weitere Vorsichtsmaßnahmen

Alle Patienten sollten ihre Diät weiterführen, wobei auf eine adäquate

Verteilung der Kohlehydratzufuhr über den Tag zu achten ist. Übergewichtige

Patienten sollten ihre kalorienreduzierte Diät weiterführen.

Die Routine-Laboruntersuchungen zur Überwachung des Diabetes mellitus

sollten regelmäßig durchgeführt werden.

Metformin allein führt nicht zu Hypoglykämie, allerdings ist bei der

Kombination mit Insulin oder anderen oralen Antidiabetika (z. B.

Sulfonylharnstoffe oder Glinide) Vorsicht angebracht.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige

Wechselwirkungen

Gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen

Alkohol

Alkoholvergiftung ist mit einem erhöhten Risiko für eine Laktatazidose

assoziiert, insbesondere in Zusammenhang mit Fasten, Mangelernährung oder

Leberfunktionsstörung.

Alkoholkonsum und alkoholhaltige Arzneimittel sind zu meiden.

Iodhaltige Kontrastmittel

Die Behandlung mit Metformin muss im Vorfeld oder zum Zeitpunkt des

bildgebenden Verfahrens unterbrochen werden und darf frühestens 48 Stunden

danach und nur dann wieder aufgenommen

werden, wenn die Nierenfunktion erneut kontrolliert wurde und sich als stabil

erwiesen hat (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

Kombinationen, bei deren Anwendung Vorsicht geboten ist

Einige Arzneimittel können die Nierenfunktion ungünstig beeinflussen und

dadurch das Risiko einer Laktatazidose erhöhen, wie z. B. NSARs

einschließlich selektiver Cyclooxygenase(COX)-2-Hemmer,

ACE-Hemmer, Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten und Diuretika,

insbesondere Schleifendiuretika. Zu Beginn der Behandlung mit solchen

Arzneimitteln oder bei ihrer Anwendung in Kombination mit

Metformin ist eine engmaschige Überwachung der Nierenfunktion

erforderlich.

Arzneimittel mit intrinsischer hyperglykämischer Aktivität (z. B.

Glukokortikoide [systemische und lokale Anwendung] und

Sympathomimetika)

Häufige Bestimmungen des Blutzuckerspiegels vor allem zu Beginn der

Therapie können notwendig sein.

Passen Sie die Dosierung von Metformin, sofern notwendig, während der

Therapie mit dem betreffenden Arzneimittel sowie nach dem Absetzen

desselben an.

Organische Kationentransporter (OTC)

Metformin ist ein Substrat beider Transporter OCT1 und OTC2.

Gemeinsame Gabe von Metformin mit

OCT1-Inhibitoren (wie Verapamil) können die Wirksamkeit von

Metformin verringern.

OCT1-Induktoren (wie Rifampicin) können die gastrointestinale

Resorption und die Wirkung von Metformin verstärken.

OCT2-Inhibitoren (wie Cimetidin, Dolutegravir, Ranolazin, Trimethoprim,

Vandetanib, Isavuconazol) können die renale Ausscheidung von Metformin

verringern und somit die Plasmakonzentration von Metformin erhöhen.

Inhibitoren, die sowohl OCT1 als auch OCT2 inhibieren (wie Crizotinib,

Olaparib), können die Wirksamkeit und renale Ausscheidung von Metformin

verändern.

Vorsicht ist deshalb angezeigt bei gleichzeitiger Anwendung der oben

erwähnten Arzneimittel mit Metformin, da sich die Plasmakonzentration von

Metformin erhöhen könnte, dies gilt im Besonderen für Patienten mit

eingeschränkter Nierenfunktion.Sofern erforderlich, sollte eine

Dosisanpassung von Metformin in Betracht gezogen werden, da OTC-

Inhibitoren/Induktoren die Wirkung von Metformin verändern können.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Unkontrollierter Diabetes während der Schwangerschaft (gestationsbedingt

oder vorbestehend) ist mit einem erhöhten Risiko für kongenitale

Missbildungen und perinatale Mortalität verbunden.

Limitierte Daten über den Einsatz von Metformin bei schwangeren Frauen

lassen nicht auf ein erhöhtes Risiko für kongenitale Missbildungen schließen.

Tierexperimentelle Studien lassen nicht auf schädliche Auswirkungen auf

Schwangerschaft, embryonale oder fetale Entwicklung, Geburt oder postnatale

Entwicklung schließen (siehe Abschnitt 5.3).

Wenn Patientinnen mit Diabetes schwanger sind oder dies werden möchten,

wird empfohlen, den Diabetes nicht mit Metformin zu behandeln. Der

Blutzuckerspiegel sollte in diesen Fällen durch Insulin so gut wie möglich auf

normale Werte eingestellt werden, um das Risiko von Missbildungen des

Foeten zu reduzieren.

Stillzeit

Metformin geht in die Muttermilch über. Es wurden keine Nebenwirkungen

bei gestillten Neugeborenen/Säuglingen beobachtet. Da jedoch nur limitierte

Daten verfügbar sind, wird das Stillen unter einer Therapie mit Metformin

nicht empfohlen. Die Entscheidung abzustillen, sollte unter Berücksichtigung

des Nutzens des Stillens und des potenzialen Risikos für Nebenwirkungen für

das Kind getroffen werden.

Fertilität

Die Fertilität von männlichen und weiblichen Ratten wurde durch Metformin

nicht beeinträchtigt, wenn Dosen bis zu 600 mg/kg/Tag verabreicht wurden,

dies entspricht ungefähr dem Dreifachen der maximal beim Menschen

empfohlenen Tagesdosis, basierend auf Vergleichen der Körperoberfläche.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen

Eine Monotherapie mit Metformin führt nicht zu Hypoglykämie und hat daher

keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen

von Maschinen. Die Patienten sollten jedoch darüber informiert werden, dass

bei Kombination von Metformin und anderen Antidiabetika (z. B.

Sulfonylharnstoffe, Insulin oder Glinide) das Risiko einer Hypoglykämie

besteht.

4.8

Nebenwirkungen

Zu Behandlungsbeginn sind die häufigsten Nebenwirkungen Übelkeit,

Erbrechen, Durchfall, Abdominalschmerzen und Appetitverlust, die in den

meisten Fällen spontan wieder verschwinden. Um diese Symptome zu

vermeiden, wird empfohlen, die Tagesdosis von Metformin auf 2 oder 3

Einnahmen zu verteilen und die Dosierung langsam zu steigern.

Die folgenden Nebenwirkungen können unter Metformin auftreten.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien

zugrunde gelegt:

Sehr häufig

(≥ 1/10)

Häufig

(≥ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich

(≥ 1/1.000 bis < 1/100)

Selten

(≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten

(< 1/10.000)

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht

abschätzbar)

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach

abnehmendem Schweregrad angegeben.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr selten: Laktatazidose (siehe Abschnitt 4.4).

Senkung der Aufnahme von Vitamin B

sowie Senkung der Serumspiegel

bei langfristiger Anwendung von Metformin. Dies sollte bei Patienten mit

megaloblastärer Anämie als mögliche Ursache in Betracht gezogen werden.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Geschmacksveränderung

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig: Gastrointestinale Symptome, wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall,

Abdominalschmerzen und Appetitverlust. Diese Nebenwirkungen treten meist

zu Therapiebeginn auf und verschwinden in den meisten Fällen spontan. Um

diese gastrointestinalen Symptome zu vermeiden wird empfohlen, die

Tagesdosis von Metformin auf 2 oder 3 Einnahmen während der oder nach

den Mahlzeiten zu verteilen. Eine langsame Steigerung der Dosierung kann

die gastrointestinale Unverträglichkeit ebenfalls mindern.

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr selten: Einzelfälle von Abnormalitäten der Leberfunktionstests oder

Hepatitis, die nach Absetzen von Metformin reversibel waren.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr selten: Hautreaktionen, wie Erythem, Pruritus und Urtikaria

Kinder und Jugendliche

In publizierten und Postmarketing-Daten und in 1-jährigen kontrollierten

klinischen Studien an einer begrenzten Anzahl von Kindern im Alter zwischen

10 und 16 Jahren wurden Nebenwirkungen von der gleichen Art und Schwere

gemeldet wie in Studien mit Erwachsenen.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von

großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des

Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von

Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer

Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Bei Dosierungen von bis zu 85 g Metforminhydrochlorid wurde keine

Hypoglykämie beobachtet, auch wenn es unter diesen Umständen zu einer

Laktatazidose kam. Bei starker Überdosierung oder Vorhandensein von

Begleitrisiken kann es zu einer Laktatazidose kommen. Dabei handelt es sich

um einen medizinischen Notfall, der im Krankenhaus behandelt werden muss.

Die wirksamste Methode zur Entfernung von Laktat und Metformin aus dem

Körper ist die Hämodialyse.

5.

Pharmakologische Eigenschaften

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antidiabetika, exklus. Insuline; Biguanide

ATC-Code: A10BA02

Wirkungsmechanismus

Metformin ist ein Biguanid mit blutzuckersenkender Wirkung und bewirkt

eine Senkung sowohl des basalen als auch des postprandialen

Blutzuckerspiegels. Es stimuliert nicht die Insulinsekretion und führt daher

nicht zu Hypoglykämie.

Die Wirkung von Metformin beruht wahrscheinlich auf 3 Mechanismen

Senkung der Glukoseproduktion in der Leber durch Hemmung der

Glukoneogenese und der Glykogenolyse

Erhöhung der Insulinempfindlichkeit in der Muskulatur und damit

Verbesserung der peripheren Glukoseaufnahme und -verwertung

Verzögerung der intestinalen Glukoseresorption.

Metformin stimuliert die intrazelluläre Glykogensynthese durch seine

Wirkung auf die Glykogensynthase.

Metformin erhöht die Transportkapazität von allen bis jetzt bekannten

membranständigen Transportproteinen für Glukose (GLUTs).

Pharmakodynamische Wirkungen

In klinischen Studien war die Einnahme von Metformin entweder mit einem

stabilen Körpergewicht oder mit einer mäßigen Gewichtsabnahme verbunden.

Beim Menschen besitzt Metformin, unabhängig von seiner Wirkung auf den

Blutzuckerspiegel, eine günstige Wirkung auf den Fettstoffwechsel. Dies

wurde in therapeutischer Dosierung in kontrollierten mittelfristigen Studien

und Langzeitstudien nachgewiesen. Metformin führt zu einer Senkung des

Gesamtcholesterins, des LDL-Cholesterins und der Triglyzeride.

Klinische Wirksamkeit

In einer prospektiven randomisierten Studie (UKPDS) wurde der langfristige

Nutzen einer intensiven Blutzuckerkontrolle bei erwachsenen Typ 2-

Diabetikern nachgewiesen.

Die Analyse der Ergebnisse für übergewichtige Patienten, die nach dem

Versagen von diätetischen Maßnahmen allein mit Metformin behandelt

wurden, zeigte eine

signifikante Senkung des absoluten Risikos aller diabetesbedingten

Komplikationen in der mit Metformin behandelten Gruppe (29,8

Ereignisse/1.000 Patientenjahre) gegenüber Diät allein (43,3

Ereignisse/1.000 Patientenjahre), p=0,0023, sowie gegenüber den mit

Sulfonylharnstoffen und mit Insulin allein behandelten Gruppen (40,1

Ereignisse/1.000 Patientenjahre), p=0,0034,

signifikante Senkung des absoluten Risikos für diabetesbedingte

Mortalität: Metformin 7,5 Ereignisse/1.000 Patientenjahre, Diät allein

12,7 Ereignisse/1.000 Patientenjahre, p=0,017,

signifikante Senkung des absoluten Risikos für Mortalität insgesamt:

Metformin 13,5 Ereignisse/1.000 Patientenjahre gegenüber Diät allein

20,6 Ereignisse/1.000 Patientenjahre (p=0,011) und gegenüber den mit

Sulfonylharnstoffen und mit Insulin allein behandelten Gruppen 18,9

Ereignisse/1.000 Patientenjahre (p=0,021),

signifikante Senkung des absoluten Risikos für Myokardinfarkt:

Metformin 11 Ereignisse/1.000 Patientenjahre, Diät allein 18

Ereignisse/1.000 Patientenjahre (p=0,01).

Bei Verwendung von Metformin als Begleitmedikament in Verbindung mit

einem Sulfonylharnstoff konnte kein Vorteil hinsichtlich des klinischen

Resultats nachgewiesen werden.

Bei Typ 1-Diabetes wurde bei ausgewählten Patienten die Kombination aus

Metformin und Insulin eingesetzt, aber der klinische Nutzen dieser

Kombination konnte nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden.

Kinder und Jugendliche

Kontrollierte 1-jährige klinische Studien an einer begrenzten Patientenzahl im

Alter zwischen 10 und 16 Jahren zeigten eine ähnliche Wirkung auf die

Blutzuckereinstellung wie bei Erwachsenen.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Nach einer oralen Dosis Metforminhydrochlorid-Tabletten wird die maximale

Plasmakonzentration (C

) nach ca. 2,5 Stunden (t

) erreicht. Die absolute

Bioverfügbarkeit einer 500 mg oder 850 mg Tablette Metforminhydrochlorid

beträgt bei Gesunden ca. 50-60 %. Nach einer oralen Dosis beträgt die nicht

resorbierte und mit dem Stuhl ausgeschiedene Fraktion 20-30 %.

Nach oraler Gabe ist die Resorption von Metformin unvollständig und zeigt

Sättigungscharakter. Man nimmt an, dass die Pharmakokinetik der Resorption

von Metformin nicht linear ist.

Bei den empfohlenen Dosierungen und Dosierungsintervallen von Metformin

wird der Gleichgewichtszustand hinsichtlich der Plasmakonzentrationen

innerhalb von 24 bis 48 Stunden erreicht. Letztere betragen im Allgemeinen

weniger als 1 µg/ml. In kontrollierten klinischen Studien überstiegen die

maximalen Plasmakonzentrationen (C

) von Metformin selbst bei

maximaler Dosierung nicht 5 µg/ml.

Durch die Aufnahme von Nahrung wird die Resorption von Metformin

verringert und leicht verzögert. Nach oraler Verabreichung einer 850 mg-

Tablette zeigte sich eine um 40 % geringere maximale Plasmakonzentration,

eine Senkung der AUC (area under the curve) um 25 % und eine

Verlängerung der Zeit bis zum Erreichen der maximalen Plasmakonzentration

) um 35 Minuten. Die klinische Relevanz dieser Ergebnisse ist nicht

bekannt.

Verteilung

Die Bindung an Plasmaproteine ist zu vernachlässigen. Metformin geht in die

Erythrozyten über. Die maximale Konzentration im Vollblut ist geringer als

im Plasma und stellt sich ungefähr zur selben Zeit ein. Die Erythrozyten

stellen wahrscheinlich ein sekundäres Verteilungskompartiment dar. Das

mittlere Verteilungsvolumen (V

) schwankt zwischen 63 und 276 l.

Biotransformation

Metformin wird in unveränderter Form mit dem Urin ausgeschieden. Beim

Menschen wurden bisher keine Abbauprodukte identifiziert.

Elimination

Die renale Clearance für Metformin beträgt > 400 ml/min, was darauf

hinweist, dass Metformin durch glomeruläre Filtration und tubuläre Sekretion

ausgeschieden wird. Nach einer oralen Dosis beträgt die terminale

Eliminationshalbwertzeit ungefähr 6,5 Stunden. Bei eingeschränkter

Nierenfunktion sinkt die renale Clearance proportional zur Kreatininclearance,

so dass die Eliminationshalbwertzeit verlängert wird und die

Metforminkonzentration im Plasma steigt.

Charakteristika verschiedener Patientengruppen

Eingeschränkte Nierenfunktion

Die vorliegenden Daten bei Personen mit mäßiger Niereninsuffizienz sind

spärlich und es konnte keine zuverlässige Abschätzung der systemischen

Metformin-Exposition in dieser Untergruppe im Vergleich zu Personen mit

normaler Nierenfunktion gemacht werden. Aus diesem Grunde sollte die

Dosisanpassung unter Berücksichtigung der klinischen

Wirksamkeit/Verträglichkeit erfolgen (siehe Abschnitt 4.2).

Kinder und Jugendliche

Einzeldosisstudie: Nach einer einzelnen Dosis von 500 mg

Metforminhydrochlorid zeigten pädiatrische Patienten das gleiche

pharmakokinetische Profil wie gesunde Erwachsene.

Mehrfachdosenstudie: Diesbezügliche Daten beschränken sich auf eine Studie.

Nach wiederholter Gabe von zweimal täglich 500 mg für 7 Tage bei Kindern

waren die maximale Plasmakonzentration (C

) und die systemische

Aufnahme (AUC

) im Vergleich zu erwachsenen Diabetikern, die 14 Tage

lang wiederholte Dosen von zweimal täglich 500 mg erhielten, um ca. 33%

bzw. 40% reduziert.

Da die Dosis abhängig von der Blutzuckerkontrolle individuell eingestellt

werden muss, ist dies jedoch von begrenzter klinischer Relevanz.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Basierend auf den konventionellen Studien zu Sicherheit, Pharmakologie,

Toxizität bei wiederholter Gabe, Gentoxizität, kanzerogenem Potenzial und

Reproduktionstoxizität lassen die präklinischen Daten keine besondere Gefahr

für den Menschen erkennen.

6.

Pharmazeutische Angaben

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Povidon K90

Hypromellose

Macrogol 4000

Magnesiumstearat (Ph.Eur.)

Titandioxid (E 171)

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen

erforderlich.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

PVC/Aluminiumblister mit 30, 120, 180, 196 und 200 Filmtabletten

HDPE-Behältnisse mit 100 Filmtabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr

gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

Inhaber der Zulassung

Hexal AG

Industriestraße 25

83607 Holzkirchen

Tel.: (08024) 908-0

Fax: (08024) 908-1290

E-Mail: medwiss@hexal.com

8.

ZULASSUNGSNUMMERN

Metformin HEXAL 500 mg Filmtabletten

39755.01.00

Metformin HEXAL 850 mg Filmtabletten

39755.00.00

Metformin HEXAL 1000 mg Filmtabletten

51408.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNGEN/VERLÄNGERUNG

DER ZULASSUNGEN

Metformin HEXAL 500 mg Filmtabletten

Datum der Erteilung der Zulassung

30. März 1998

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung

03. Februar 2003

Metformin HEXAL 850 mg Filmtabletten

Datum der Erteilung der Zulassung

26. Januar 1998

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung

03. Februar 2003

Metformin HEXAL 1000 mg Filmtabletten

Datum der Erteilung der Zulassung

22. März 2004

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung

03. Juni 2009

10.

Stand der Information

August 2017

11.

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