Metagelan 2,5 g-Injektionslösung

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

23-02-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

23-02-2021

Wirkstoff:
METAMIZOL NATRIUM MONOHYDRAT
Verfügbar ab:
G.L. Pharma GmbH
ATC-Code:
N02BB02
INN (Internationale Bezeichnung):
METAMIZOL SODIUM MONOHYDRATE
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur einmaligen Abgabe auf aerztliche Verschreibung
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
138376
Berechtigungsdatum:
2018-07-02

Lesen Sie das vollständige Dokument

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Metagelan 2,5 g-Injektionslösung

Wirkstoff: Metamizol-Natrium-Monohydrat

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der

Anwendung dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals

lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Metagelan und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Metagelan beachten?

Wie ist Metagelan anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Metagelan aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Metagelan und wofür wird es angewendet?

Metagelan ist ein schmerzstillendes, fiebersenkendes und krampflösendes Arzneimittel.

Metagelan wird angewendet zur kurzfristigen Behandlung von:

akuten starken Schmerzen nach Verletzungen oder Operationen

krampfartigen Bauchschmerzen (Koliken)

Tumorschmerzen

sonstigen akuten oder chronischen starken Schmerzen, soweit andere Behandlungs-

möglichkeiten nicht angezeigt sind

hohem Fieber, das auf andere Maßnahmen nicht anspricht.

Die Anwendung der Ampullen (Injektion in die Vene bzw. in den Muskel) ist nur angezeigt,

wenn eine Einnahme (orale Anwendung) oder Verabreichung von Zäpfchen nicht in Frage

kommt.

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Metagelan beachten?

Metagelan darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Metamizol oder einen der in Abschnitt 6. genannten

sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn Sie allergisch gegen Arzneimittel sind, die Pyrazolone (wie Isopropylamino-

phenazon, Propyphenazon, Phenazon oder Phenylbutazon) oder Pyrazolidine enthalten.

falls Sie in der Vergangenheit bei Verwendung von Schmerzmitteln mit asthmaartigen

Zuständen oder Atemnot (sogenanntes „Analgetika-Asthma“), Nesselausschlag oder

Schwellungen im Gesicht und/oder an den Schleimhäuten im Mund und Rachen reagiert

haben.

wenn Ihr Knochenmark geschädigt ist (z.B. nach einer Chemotherapie) oder die

Blutbildung aufgrund einer Erkrankung des blutbildenden Systems beeinträchtigt ist.

falls Sie an einer der folgenden Stoffwechselerkrankungen leiden:

sogenannter „Glukose-6-phosphat-Dehydrogenase-Mangel“: eine seltene

Erbkrankheit, bei der ein Zerfall der roten Blutkörperchen ausgelöst werden kann.

sogenannte „akute hepatische Porphyrie“: eine seltene Störung der Bildung des

roten Blutfarbstoffs bei der sogenannte „Porphyrie-Attacken“ mit Bauchschmerzen

und/oder Beschwerden, die das Zentralnervensystem betreffen, ausgelöst werden

können.

wenn Sie einen zu niedrigen Blutdruck oder einen instabilen Kreislauf haben.

während der letzten 3 Monate der Schwangerschaft.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Metagelan bei Ihnen angewendet

wird.

Bei nur geringfügigen Schmerz- und Fieberzuständen ist Metagelan nicht angezeigt.

Wenn während der Behandlung mit Metagelan folgende Beschwerden auftreten, muss die

Anwendung von Metagelan sofort beendet und unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden:

Wenn es zu einer unerwarteten Verschlechterung Ihres Allgemeinbefindens kommt, das

Fieber nicht abklingt oder neu auftritt oder schmerzhafte Schleimhautveränderungen in

Mund, Nase oder Rachen auftreten. Diese Erscheinungen können ein Hinweis auf eine

schwere Nebenwirkung sein (sogenannte „Agranulozytose“ = Hemmung der Neubildung

weißer Blutkörperchen; siehe auch Abschnitt 4. „Welche Nebenwirkungen sind

möglich?“). Unter Umständen kann sich das Risiko einer Agranulozytose erhöhen, wenn

Metagelan länger als eine Woche angewendet wird.

Wenn während der Metagelan-Behandlung punktförmige Blutungen an Haut und/oder

Schleimhäuten auftreten oder wenn Sie eine verstärkte Neigung zu Blutungen

bemerken. Die Zahl der Blutplättchen könnte vermindert sein.

Wenn Sie zu Schwäche und einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen und Blutergüsse

neigen. In diesem Fall, wenn es zu einer stark verringerten Anzahl aller Blutzellen

gekommen ist, wird Ihr Arzt die Behandlung sofort abbrechen.

Wenn bei Ihnen eine schwere Hauterkrankung mit Störung des Allgemeinbefindens,

schmerzhafter Blasenbildung der Haut, besonders im Mund-, Augen- und Genital-

bereich, auftritt.

Wenn bei Ihnen schwere Reaktionen von Haut und Schleimhaut mit ausgedehnter

Blasenbildung und Rötung auftreten.

In den oben beschriebenen Fällen wird der Arzt Ihr Blutbild so lange kontrollieren, bis sich

die Werte wieder normalisiert haben.

Auch bei längerfristiger Behandlung mit Metagelan sind regelmäßige Blutbildkontrollen

erforderlich (siehe auch Abschnitt 3. „Wie ist Metagelan anzuwenden?“).

Wenn Sie an einer der folgenden Erkrankungen/Beschwerden leiden, müssen Sie vor

Beginn der Behandlung Ihren Arzt darüber informieren, da das Risiko für schwere

Unverträglichkeitsreaktionen erhöht ist:

Wenn Sie bei Verwendung von Schmerzmitteln jemals asthmaartige Zustände oder

Atemnot, Nesselausschlag oder Schwellungen im Gesicht und/oder an den

Schleimhäuten im Mund und Rachen hatten (siehe „Metagelan darf nicht angewendet

werden,“).

Wenn Sie Asthma haben, insbesondere wenn Sie gleichzeitig an chronischem

Schnupfen mit Nasennebenhöhlenentzündung (sogenannte „Rhinosinusitis“) und

Nasenpolypen leiden.

Bei chronischem Nesselausschlag.

Bei Unverträglichkeit gegen bestimmte Farbstoffe (z.B. Tartrazin) bzw. Konservierungs-

mittel (z.B. Benzoate).

Bei Unverträglichkeit gegen Alkohol (starke Gesichtsrötung, Tränenfluss und Niesen

schon nach Konsum geringer Alkoholmengen).

In diesen Fällen wird Ihr Arzt die Behandlung mit Metagelan streng überwachen. Wenn Sie

während der Behandlung Veränderungen an der Haut oder andere Anzeichen einer

Unverträglichkeitsreaktion bemerken, müssen Sie sich sofort an einen Arzt wenden, der die

Behandlung abbrechen wird.

Patienten, die auf den Wirkstoff Metamizol allergische Reaktionen zeigen, sind auch

besonders gefährdet, in gleicher Weise auf andere Schmerzmittel, vor allem solche, die

andere Pyrazolone/Pyrazolidine enthalten, zu reagieren (siehe auch „Metagelan darf nicht

angewendet werden,“).

Metagelan kann den Blutdruck unter Umständen stark senken. Diese Reaktion kann von der

Dosis abhängen und tritt eher auf bei:

zu niedrigem oder stark schwankendem Blutdruck

beginnendem Kreislaufversagen (z.B. nach einem Herzinfarkt oder bei

Schwerverletzten)

Flüssigkeitsmangel (z.B. durch zu geringe Flüssigkeitsaufnahme)

hohem Fieber

zu schneller Injektion in die Vene.

Ihr Arzt wird in solchen Fällen die Behandlung besonders überwachen und gegebenenfalls

kreislaufunterstützende Maßnahmen ergreifen.

Wenn Sie an einer schweren Erkrankung der Herzkranzgefäße oder einer starken

Verengung der hirnversorgenden Blutgefäße leiden, wird Ihr Arzt ebenfalls die

Kreislauffunktion streng überwachen, um einem Blutdruckabfall vorzubeugen.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie an einer Störung der Nieren- oder Leberfunktion leiden,

da er dann die Behandlung sorgfältig überwachen und gegebenenfalls die Dosierung

entsprechend anpassen wird.

Nach der Verwendung höherer Metagelan-Dosen kann der Harn rötlich gefärbt sein. Dies

wird durch ein Stoffwechselprodukt hervorgerufen und ist harmlos.

Ihr Arzt wird die intravenöse Injektion sehr langsam verabreichen, um zu gewährleisten, dass

die Injektion bei den ersten Anzeichen einer anaphylaktischen/anaphylaktoiden Reaktion

gestoppt werden kann, und um das Risiko eines Blutdruckabfalls zu minimieren.

Leberprobleme

Bei Patienten, die Metamizol einnehmen, wurde über eine Leberentzündung berichtet, wobei

sich Symptome innerhalb weniger Tage bis weniger Monate nach Behandlungsbeginn

entwickelten.

Brechen Sie die Anwendung von Metagelan ab und wenden Sie sich an einen Arzt, wenn bei

Ihnen Symptome von Leberproblemen auftreten wie Unwohlsein (Übelkeit oder Erbrechen),

Fieber, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, dunkler Urin, heller Stuhlgang, Gelbfärbung der Haut oder

des weißen Teils der Augen, Juckreiz, Ausschlag oder Schmerzen im Oberbauch. Ihr Arzt

wird Ihre Leberfunktion überprüfen.

Sie sollten Metagelan nicht anwenden, falls Sie bereits früher ein Metamizol-haltiges

Arzneimittel angewendet haben und Leberprobleme aufgetreten sind.

Anwendung von Metagelan zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/

anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder

beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Bupropion, ein Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen und zur

Raucherentwöhnung

Efavirenz, ein Arzneimittel zur Behandlung von HIV/AIDS

Methadon, ein Arzneimittel zur Behandlung der Abhängigkeit von illegalen Substanzen

(sogenannte Opioide)

Valproat, ein Arzneimittel zur Behandlung von Epilepsie oder bipolaren Störungen

Tacrolimus, ein Arzneimittel zur Vorbeugung von Organabstoßungsreaktionen bei

transplantierten Patienten

Sertralin, ein Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen.

Metagelan kann die Wirkung von Arzneimitteln, die Ciclosporin enthalten, vermindern. Bei

gleichzeitiger Anwendung ist daher eine Kontrolle durch den Arzt (Bestimmung der

Blutspiegel von Ciclosporin) erforderlich.

Bei gleichzeitiger Behandlung mit Metagelan und Methotrexat (einem sogenannten

Antirheumatikum) kann es vor allem bei älteren Patienten zu einem ansteigenden Risiko für

die Schädigung des Knochenmarks oder des Blutes kommen. Daher muss diese

Arzneimittelkombination vermieden werden.

Die gleichzeitige Behandlung mit Metagelan und bestimmten Arzneimitteln zur

Blutverdünnung (Acetylsalicylsäure) kann die Wirkung auf die Blutverdünnung herabsetzen.

Bitte sprechen Sie daher vor der gleichzeitigen Anwendung mit Ihrem Arzt.

Bei gleichzeitiger Behandlung mit Arzneimitteln, die Chlorpromazin enthalten, kann es zu

einer starken Senkung der Körpertemperatur kommen.

Bei Patienten, die Metamizol anwenden, wurde über eine Verfälschung bestimmter

Labortests berichtet (z. B. Tests zur Messung der Serumspiegel von Kreatinin, Triglyceriden,

HDL-Cholesterin und Harnsäure).

Anwendung von Metagelan zusammen mit Alkohol

Während der Behandlung mit Metagelan darf kein Alkohol konsumiert werden, da dadurch

die Wirkung von Metagelan verändert werden kann.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels

Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Vorliegende Daten zur Anwendung von Metamizol während der ersten drei Monate der

Schwangerschaft sind begrenzt, weisen jedoch nicht auf schädliche Wirkungen auf den

Embryo hin. In Einzelfällen, wenn keine anderen Behandlungsoptionen bestehen, können

Einzeldosen Metamizol während des ersten und zweiten Trimenons nach Rücksprache mit

Ihrem Arzt oder Apotheker und nachdem eine strenge Nutzen-Risiko-Abwägung einer

Anwendung von Metamizol vorgenommen wurde vertretbar sein. Jedoch wird generell die

Anwendung von Metamizol während des ersten und zweiten Trimenons nicht empfohlen.

Während der letzten drei Monate der Schwangerschaft dürfen Sie Metagelan nicht

anwenden, da ein erhöhtes Risiko für Komplikationen bei Mutter und Kind besteht

(Blutungen, frühzeitiger Verschluss eines wichtigen Blutgefäßes, des sogenannten Ductus

Botalli, beim ungeborenen Kind, das sich natürlicherweise erst nach der Geburt verschließt).

Stillzeit

Die Abbauprodukte von Metamizol gehen in beträchtlicher Menge in die Muttermilch über

und ein Risiko für das gestillte Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Insbesondere eine

wiederholte Anwendung von Metamizol während der Stillzeit muss deshalb vermieden

werden. Im Falle einer Einzelanwendung von Metamizol wird Müttern geraten, die

Muttermilch für 48 Stunden nach der Anwendung zu sammeln und zu verwerfen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

In der empfohlenen Dosierung ist keine Beeinträchtigung des Konzentrations- und

Reaktionsvermögens bekannt.

Vorsichtshalber ist aber, zumindest bei höheren Dosierungen, die Möglichkeit einer

Beeinträchtigung in Betracht zu ziehen und auf das Bedienen von Maschinen, das Lenken

von Fahrzeugen und sonstige gefahrvolle Tätigkeiten zu verzichten. Dies gilt insbesondere,

wenn Sie Alkohol zu sich genommen haben.

Metagelan enthält Natrium

Dieses Arzneimittel enthält 1,42 mmol (32,7 mg) Natrium (Hauptbestandteil von

Kochsalz/Speisesalz) pro ml. Dies entspricht 1,6% der für einen Erwachsenen empfohlenen

maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung.

3. Wie ist Metagelan anzuwenden?

Die Dosierung richtet sich nach der Intensität der Schmerzen oder des Fiebers und der

individuellen Empfindlichkeit, auf Metagelan zu reagieren. Metagelan wird Ihnen als Injektion

in eine Vene oder in einen Muskel gegeben.

Wenn die Wirkung einer Einzeldosis unzureichend ist oder später, wenn die

schmerzlindernde Wirkung abklingt, kann Ihnen Ihr Arzt eine weitere Dosis bis zur

Tagesmaximaldosis geben, wie nachfolgend aufgeführt.

Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren

Erwachsenen und Jugendlichen ab 15 Jahren (die über 53 kg wiegen) können 1 – 2 ml als

Einzeldosis in eine Vene oder einen Muskel gegeben werden; erforderlichenfalls kann die

Einzeldosis bis auf 5 ml erhöht werden (entsprechend 2500 mg Metamizol-Natrium-

Monohydrat). Die Tagesmaximaldosis beträgt 8 ml; erforderlichenfalls kann die Tagesdosis

bis auf 10 ml erhöht werden (entsprechend 5000 mg Metamizol-Natrium-Monohydrat).

Eine Einzeldosis von mehr als 2 ml (entsprechend 1.000 mg Metamizol-Natrium-

Monohydrat) bedarf einer besonders sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung, da der Verdacht

besteht, dass der nicht allergisch bedingte kritische Blutdruckabfall von der Dosis abhängt.

Säuglinge und Kinder

Das nachfolgende Dosierschema für Einzeldosen in eine Vene oder einen Muskel sollte als

Leitfaden verwendet werden:

Altersgruppe des Kindes

(Körpergewicht)

Einzeldosis

Tagesmaximaldosis

Säuglinge 3–11 Monate (ca. 5–8 kg)

0,1 – 0,2 ml

0,4 – 0,8 ml

1–3 Jahre (ca. 9–15 kg)

0,2 – 0,5 ml

0,8 – 2,0 ml

4–6 Jahre (ca. 16–23 kg)

0,3 – 0,8 ml

1,2 – 3,2 ml

7–9 Jahre (ca. 24–30 kg)

0,4 – 1,0 ml

1,6 – 4,0 ml

10–12 Jahre (ca. 31–45 kg)

0,5 – 1,4 ml

2,0 – 5,6 ml

13–14 Jahre (ca. 46–53 kg)

0,8 – 1,8 ml

3,2 – 7,2 ml

Ältere Patienten, Patienten mit reduziertem Allgemeinzustand/mit eingeschränkter

Nierenfunktion

Bei älteren Patienten, Patienten mit reduziertem Allgemeinzustand und Patienten mit

eingeschränkter Nierenfunktion sollte die Dosis vermindert werden, da die Ausscheidung der

Abbauprodukte von Metamizol verzögert sein kann.

Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion

Da bei Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion die

Ausscheidungsgeschwindigkeit vermindert ist, sollten mehrfache hohe Dosen vermieden

werden. Bei nur kurzzeitiger Anwendung ist keine Dosisreduktion notwendig. Zur

Langzeitanwendung liegt keine Erfahrung vor.

Art der Anwendung

Zur intravenösen oder intramuskulären Anwendung.

Metagelan-Injektionslösung wird in die Vene oder in den Muskel verabreicht. Es ist zu

berücksichtigen, dass die Verabreichung in die Vene mit einem höheren Risiko für

Unverträglichkeitsreaktionen verbunden ist. Daher muss sie beim liegenden Patienten und

unter sorgfältiger ärztlicher Überwachung erfolgen.

Vor der Gabe in den Muskel werden die Ampullen auf Körperwärme gebracht.

Um die Gefahr eines Blutdruckabfalls zu minimieren und um sicherzustellen, dass die

Injektion bei den ersten Zeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion abgebrochen werden

kann, wird Ihr Arzt die Injektion in die Vene nur sehr langsam durchführen.

Metagelan Injektionslösung kann mit folgenden Infusionslösungen gemischt werden:

0,9%ige Natriumchlorid-Lösung

5%ige Glukose-Lösung

Glukose-/Natriumchlorid-Lösung (4% / 0,18%)

Ringer-Lösung

Ringer-Laktat-Lösung

Da solche Mischungen allerdings nur begrenzt haltbar sind, müssen sie sofort verabreicht

werden.

Metagelan-Injektionslösung soll nicht zusammen mit anderen Arzneimitteln in einer Spritze

verabreicht werden.

Dauer der Anwendung

Über die Dauer der Anwendung, welche sich nach Art und Schwere der Erkrankung richtet,

entscheidet Ihr Arzt.

Bei längerfristiger Behandlung mit Metagelan wird Ihr Arzt regelmäßig Ihr Blutbild

kontrollieren.

Wenn zu große Mengen Metagelan angewendet wurden

Nach Überdosierungen wurden Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, eine Einschränkung

der Nierenfunktion/akutes Nierenversagen und – seltener – Schwindel, Schläfrigkeit, Koma,

Krämpfe sowie Blutdruckabfall bis hin zum Schock und erhöhter Puls beobachtet. Bei

Auftreten dieser Beschwerden müssen Sie unverzüglich einen Arzt verständigen.

Hinweis für den Arzt: Weitere Informationen zur Überdosierung finden Sie am Ende dieser

Gebrauchsinformation.

Wenn die Anwendung von Metagelan vergessen wurde

Wenn die vorherige Anwendung vergessen wurde, wird Ihr Arzt nicht die Menge erhöhen,

sondern die Behandlung wie gewohnt fortsetzen.

Wenn die Anwendung von Metagelan abgebrochen wird

Wenn die Behandlung vorzeitig abgebrochen wird, können die ursprünglichen Beschwerden

wieder auftreten.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an

Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht

bei jedem auftreten müssen.

Brechen Sie die Anwendung von Metagelan ab und wenden Sie sich sofort an einen Arzt

wenn eines der folgenden Svmptome bei Ihnen auftritt:

Unwohlsein (Übelkeit oder Erbrechen), Fieber, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, dunkler Urin,

heller Stuhlgang, Gelbfärbung der Haut oder des weißen Teils der Augen, Juckreiz,

Ausschlag oder Schmerzen im Oberbauch. Diese Symptome können Anzeichen eines

Leberschadens sein. Siehe auch Abschnitt 2. „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen".

Folgende Nebenwirkungen wurden berichtet:

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Blutdruckabfall (nicht allergisch bedingt, dosisabhängig) während oder nach der

Anwendung, der manchmal auch schwer sein kann

Starker Blutdruckabfall bei Patienten mit hohem Fieber

Arzneimittelausschlag

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

Allergische (Überempfindlichkeits-)Reaktion, häufig einhergehend mit Blutdruckabfall,

Schwindel, Übelkeit und eventuell Atemnot

Haut- und Schleimhautreaktionen (wie z.B. Juckreiz, Brennen, Rötung, Nessel-

ausschlag, Schwellungen), Atemnot, Magen-Darm-Beschwerden; Übergang zu

großflächigem Nesselausschlag mit starken Schwellungen, z.B. im Gesicht, aber auch

im Hals-Rachenraum (mit Erstickungsgefahr), asthmaartige Zustände, Herzrhythmus-

störungen und Blutdruckabfall oder -anstieg

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

Kreislaufschock

Sogenanntes „Analgetika-Asthma“ (asthmaartige Anfälle ausgelöst durch Schmerzmittel;

siehe Abschnitt 2. „Metagelan darf nicht angewendet werden,“)

Akute Nierenfunktionsstörungen bis hin zum Nierenversagen: Ausscheidung von

Proteinen im Harn, Verminderung oder Ausbleiben der Harnproduktion; akute

Nierenentzündung

Schmerzen an der Einstichstelle und lokale Reaktionen nach der Injektion, sehr selten

bis hin zur Venenentzündung

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Blutarmut aufgrund der Verminderung des blutbildenden Knochenmarks, einhergehend

mit starker Verminderung aller Blutzellen: kann zu Schwäche und erhöhter Anfälligkeit

für Infektionen und Blutergüsse führen

Starke Verminderung bestimmter weißer Blutzellen (Agranulozytose): erhöht die

Anfälligkeit für Infektionen, Fieber. Die Agranulozytose äußert sich in hohem Fieber,

Schüttelfrost, Halsschmerzen, Schluckbeschwerden sowie Entzündung im Mund-,

Nasen-, Rachen- und Genital- oder Analbereich. Bei Patienten, die Antibiotika erhalten,

können diese Anzeichen allerdings minimal sein. Lymphknoten- oder Milzschwellung ist

gering oder fehlt ganz. Die Blutsenkung ist stark beschleunigt, die Granulozyten

(bestimmte weiße Blutkörperchen) sind erheblich vermindert oder fehlen vollständig. Im

Allgemeinen, aber nicht immer, finden sich aber normale Werte für andere

Blutbestandteile (z.B. roter Blutfarbstoff, rote Blutkörperchen und Blutplättchen).

Verminderung der Zahl weißer Blutkörperchen

Starke Verminderung der Blutplättchen, wodurch ein erhöhtes Risiko einer Blutung und

Neigung zu Blutergüssen besteht

Allergische Herzerkrankung (Kounis-Syndrom)

Allergische (Überempfindlichkeits-)Reaktionen, häufig einhergehend mit starkem

Blutdruckabfall, Schwellungen, Kreislaufversagen, Bewusstlosigkeit

Asthmaanfälle

Schwere Hauterkrankung mit Störung des Allgemeinbefindens, schmerzhafte

Blasenbildung der Haut besonders im Mund-, Augen- und Genitalbereich; blasenförmige

Ablösung der Haut

Magen-Darm-Blutung

Leberentzündung, Gelbfärbung der Haut oder des weißen Teils der Augen, erhöhter

Blutspiegel von Leberenzymen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem (Details siehe

unten) anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass

mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

5. Wie ist Metagelan aufzubewahren?

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Nicht einfrieren.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton angegebenen Verfalldatum nicht

mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen

Monats.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nicht verwenden, wenn Sie Folgendes bemerken:

Vor der Entnahme ist darauf zu achten, dass der Inhalt der Ampulle frei von Partikeln

und Schwebstoffen ist.

Bei der Entnahme ist darauf zu achten, dass der sterile Inhalt nicht durch Keime

verunreinigt wird.

Zur einmaligen Anwendung, Restmenge verwerfen.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren

Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie

tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Metagelan enthält

Der Wirkstoff ist: Metamizol-Natrium-Monohydrat. 1 ml Injektionslösung enthält 500 mg

Metamizol-Natrium-Monohydrat.

Der sonstige Bestandteil ist: Wasser für Injektionszwecke.

pH-Wert: 6,0 bis 8,0

Wie Metagelan aussieht und Inhalt der Packung

Klare, gelbe Lösung, frei von sichtbaren Teilchen in Braunglasampullen zu je 5 ml.

Packungsgrößen: 5 x 5 ml, Bündelpackungen zu 2 x (5 x 5 ml), 5 x (5 x 5 ml) und 20 x (5 x

5 ml).

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

G.L. Pharma GmbH, Schlossplatz 1, 8502 Lannach

Z.Nr.: 138376

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Februar 2021.

Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Therapie der Überdosierung mit Metamizol

Für Metamizol ist kein spezifisches Antidot bekannt. Der Hauptmetabolit (4-N-

Methylaminoantipyrin) kann durch Hämodialyse, Hämofiltration, Hämoperfusion oder

Plasmafiltration eliminiert werden.

Die Behandlung der Intoxikation kann, ebenso wie die Prävention von schweren

Komplikationen, allgemeine und spezielle intensivmedizinische Überwachung und

Behandlung erforderlich machen.

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Metagelan 1,0 g-Injektionslösung

Metagelan 2,5 g-Injektionslösung

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 ml Injektionslösung enthält 500 mg Metamizol-Natrium-Monohydrat.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

1 ml enthält 1,42 mmol (32,7 mg) Natrium.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Injektionslösung

Klare, gelbe Lösung, frei von sichtbaren Teilchen.

Die Lösung hat einen pH-Wert von 6,0 bis 8,0.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Zur kurzfristigen Behandlung von

akuten starken Schmerzen nach Verletzungen oder Operationen

Koliken

Tumorschmerzen

sonstigen akuten oder chronischen starken Schmerzen, soweit andere therapeutische

Maßnahmen nicht indiziert sind

hohem Fieber, das auf andere Maßnahmen nicht anspricht.

Die parenterale Anwendung von Metamizol ist nur indiziert, sofern eine orale oder rektale

Applikation nicht in Frage kommt.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die Dosierung richtet sich nach der Intensität der Schmerzen oder des Fiebers und der

individuellen Empfindlichkeit, auf Metagelan zu reagieren. Es ist von wesentlicher Bedeutung,

dass die niedrigste schmerz- und fieberkontrollierende Dosis gewählt wird.

Kindern und Jugendlichen bis 14 Jahre kann als Einzeldosis 8–16 mg Metamizol pro

Kilogramm Körpergewicht gegeben werden. Bei Fieber ist für Kinder eine Dosis von 10 mg

Metamizol pro Kilogramm Körpergewicht im Allgemeinen ausreichend. Erwachsene und

Jugendliche ab 15 Jahren (> 53 kg) können bis zu 1000 mg pro Einzeldosis erhalten.

In Abhängigkeit von der Tagesmaximaldosis kann eine Einzeldosis bis zu 4-mal am Tag in

Abständen von 6–8 Stunden gegeben werden.

30 Minuten nach parenteraler Anwendung kann eine deutliche Wirkung erwartet werden.

Eine Einzeldosis von mehr als 2 ml (entsprechend 1.000 mg Metamizol-Natrium-Monohydrat)

bedarf einer besonders sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung, da der Verdacht besteht, dass

der nicht allergisch bedingte kritische Blutdruckabfall von der Dosis abhängt.

Um die Gefahr einer hypotensiven Reaktion zu minimieren, muss die intravenöse Injektion

sehr langsam erfolgen.

Die folgende Tabelle enthält die empfohlenen Einzeldosen und maximalen Tagesdosen in

Abhängigkeit von Gewicht oder Alter:

Körpergewicht

Einzeldosis

Tagesmaximaldosis

Alter

5–8

3–11 Monate

0,1–0,2

50–100

0,4–0,8

200-400

9–15

1–3 Jahre

0,2–0,5

100–250

0,8–2,0

400–1000

16–23

4–6 Jahre

0,3–0,8

150–400

1,2–3,2

600–1600

24–30

7–9 Jahre

0,4–1,0

200–500

1,6–4,0

800–2000

31–45

10–12 Jahre

0,5–1,4

250–700

2,0–5,6

1000–2800

46–53

13–14 Jahre

0,8–1,8

400–900

3,2–7,2

1600–3600

>53

≥15 Jahre

1,0–2,0*

500–1000*

4,0–8,0*

2000–4000*

*Bei Bedarf kann die Einzeldosis auf 5 ml (entsprechend 2500 mg Metamizol) und die Tagesdosis auf

10 ml (entsprechend 5000 mg Metamizol) erhöht werden.

Besondere Patientengruppen

Ältere

Patienten,

Patienten

mit

reduziertem

Allgemeinzustand

und

Patienten

mit

eingeschränkter Kreatinin-Clearance

älteren

Patienten,

Patienten

reduziertem

Allgemeinzustand

Patienten

eingeschränkter Kreatinin-Clearance sollte die Dosis vermindert werden, da die Ausscheidung

der Stoffwechselprodukte von Metamizol verzögert sein kann.

Eingeschränkte Nieren- und Leberfunktion

eingeschränkter

Nieren-

oder

Leberfunktion

Eliminationsgeschwindigkeit

vermindert ist, sollten mehrfache hohe Dosen vermieden werden. Bei nur kurzzeitiger

Anwendung ist keine Dosisreduktion notwendig. Zur Langzeitanwendung von Metamizol bei

Patienten mit schwerer Einschränkung der Nieren- und Leberfunktion liegen bisher keine

ausreichenden Erfahrungen vor.

Art der Anwendung

Intravenöse oder intramuskuläre Anwendung.

Es ist zu berücksichtigen, dass die parenterale Gabe von Metamizol mit einem höheren Risiko

anaphylaktischer bzw. anaphylaktoider Reaktionen verbunden ist. Daher muss sie beim

liegenden Patienten und unter sorgfältiger ärztlicher Überwachung erfolgen.

Metagelan-Injektionslösung wird intravenös oder intramuskulär injiziert. Die intramuskuläre

Injektion ist stets mit körperwarmer Lösung vorzunehmen.

Um die Gefahr einer hypotensiven Reaktion zu minimieren und um sicherzustellen, dass die

Injektion bei den ersten Zeichen einer anaphylaktischen bzw. anaphylaktoiden Reaktion

abgebrochen werden kann, darf die intravenöse Injektion nur sehr langsam erfolgen, d.h. nicht

schneller als 1 ml (entsprechend 500 mg Metamizol-Natrium-Monohydrat) pro Minute (siehe

Abschnitte 4.4 und 4.8).

Hinweise zur Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung siehe Abschnitte 6.2 und 6.6.

Dauer der Anwendung

Dauer

Anwendung

richtet

sich

nach

Schwere

Erkrankung.

längerfristiger Therapie mit Metamizol sind regelmäßige Blutbildkontrollen einschließlich

Differenzialblutbild erforderlich.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere Pyrazolone bzw. Pyrazolidine, z.B.

Arzneimittel die Metamizol, Propyphenazon, Phenazon oder Phenylbutazon enthalten

(dies schließt auch Patienten ein, die z.B. mit einer Agranulozytose nach Anwendung

dieser Substanzen reagiert haben), oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

Bekanntes

Analgetika-Asthma-Syndrom

oder

Patienten

bekannter

Analgetika-

Intoleranz vom Urtikaria-Angioödemtyp, d.h. Patienten, die mit Bronchospasmus oder

anderen anaphylaktoiden Reaktionsformen auf Salicylate, Paracetamol oder andere

nicht-narkotische Analgetika, wie z.B. Diclofenac, Ibuprofen, Indometacin oder Naproxen,

reagieren (siehe Abschnitt 4.4).

Störungen

Knochenmarksfunktion

(z.B.

nach

Zytostatikabehandlung)

oder

Erkrankungen des hämatopoetischen Systems

Genetisch bedingter Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel (Hämolysegefahr)

Akute intermittierende hepatische Porphyrie (Gefahr der Auslösung einer Porphyrie-

Attacke)

Bestehende Hypotonie und instabile Kreislaufsituation

Letztes Trimenon der Schwangerschaft (siehe Abschnitt 4.6)

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Metagelan

enthält

Pyrazolon-Derivat

Metamizol

besitzt

seltenen,

aber

lebensbedrohlichen Risiken der Agranulozytose und des Schocks (siehe Abschnitt 4.8). Das

Auftreten dieser Nebenwirkungen ist zu jeder Zeit der Behandlung möglich und ist nicht

dosisabhängig.

Bei nur geringfügigen Schmerz- und Fieberzuständen ist Metagelan nicht angezeigt.

Agranulozytose

Eine durch Metamizol hervorgerufene Agranulozytose ist ein Vorfall immunoallergischen

Ursprungs, der zumindest eine Woche andauert. Diese Reaktionen sind sehr selten und

können schwerwiegend, lebensbedrohlich oder auch tödlich sein. Sie sind nicht dosisabhängig

und können zu jeder Zeit der Behandlung auftreten.

Alle Patienten sind anzuweisen unverzüglich ihren Arzt aufzusuchen, wenn es während der

Behandlung mit Metamizol zu einer unerwarteten Verschlechterung des Allgemeinbefindens

kommt,

Fieber

nicht

abklingt

oder

auftritt

oder

schmerzhafte

Schleimhaut-

veränderungen

besonders

Mund-,

Nasen-

Rachenraum

auftreten.

Wenn

diese

Anzeichen einer Agranulozytose, einer Neutropenie (< 1.500 Neutrophile/mm

) oder solche

einer

Thrombozytopenie

(Petechien,

verstärkte

Blutungsneigung)

auftreten,

muss

Anwendung

Metamizol

sofort

abgebrochen

Blutbild

(einschließlich

Differenzialblutbild) so lange kontrolliert werden, bis es wieder zur Normalisierung der Werte

kommt. Mit dem Abbruch der Behandlung darf nicht gewartet werden, bis die Ergebnisse der

Laboruntersuchungen vorliegen.

Ebenfalls erforderlich sind regelmäßige Blutbildkontrollen (einschließlich Differenzialblutbild)

bei einer längerfristigen Therapie mit Metamizol (siehe auch Abschnitt 4.2).

Panzytopenie

Beim Auftreten einer Panzytopenie muss die Behandlung sofort abgebrochen und das Blutbild

(einschließlich Differenzialblutbild) so lange kontrolliert werden, bis es zu einer Normalisierung

der Werte kommt.

Alle Patienten, die eine Metamizol-Therapie erhalten, sind auch hier anzuweisen, unverzüglich

einen Arzt aufzusuchen, wenn sie Symptome, die auf eine Blutdyskrasie hinweisen (wie z.B.

allgemeines

Krankheitsgefühl,

Infektion,

andauerndes

Fieber,

Ekchymosen,

Blutungen,

Blässe), entwickeln.

Schwere Hautreaktionen

Während der Behandlung mit Metamizol wurde von lebensbedrohlichen Hautreaktionen wie

Steven-Johnson-Syndrom und toxischer epidermaler Nekrolyse berichtet.

Wenn

Symptome

eines

Steven-Johnson-Syndroms

oder

einer

toxischen

epidermalen

Nekrolyse, wie z.B. progressiver Hautausschlag, oft in Verbindung mit Bläschenbildung oder

Schleimhautläsionen, auftreten, muss die Metamizol-Therapie sofort abgebrochen werden

und darf zu keinem anderen Zeitpunkt mehr fortgesetzt werden.

Die Patienten müssen auf die entsprechend möglichen Symptome dieser Hautreaktionen

hingewiesen und engmaschig überwacht werden, v.a. in den ersten Wochen der Behandlung.

Anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen

Patienten,

Metamizol

anaphylaktoide

Reaktionen

zeigen,

sind

auch

besonders

gefährdet, in gleicher Weise auf andere nicht-narkotische Analgetika zu reagieren.

Patienten, die auf Metamizol eine anaphylaktische oder andere immunologisch vermittelte

Reaktion (z.B. Agranulozytose) zeigen, sind auch besonders gefährdet, in gleicher Weise auf

andere Pyrazolone und Pyrazolidine zu reagieren.

Bei der Wahl der Art der Verabreichung muss berücksichtigt werden, dass die parenterale

Behandlung

einem

höheren

Risiko

für

anaphylaktische/anaphylaktoide

Reaktionen

verbunden ist.

Die Gefahr möglicherweise schwerer anaphylaktoider Reaktionen auf Metamizol ist deutlich

erhöht für Patienten mit:

Analgetika-Asthma-Syndrom

oder

Analgetika-Intoleranz

Urtikaria-Angioödemtyp

(siehe Abschnitt 4.3),

Asthma

bronchiale,

insbesondere

gleichzeitig

bestehender

Rhinosinusitis

Nasenpolypen,

chronischer Urtikaria,

Intoleranz gegen Farbstoffe (z.B. Tartrazin) bzw. Konservierungsmittel (z.B. Benzoate),

Alkoholintoleranz.

Solche

Patienten

reagieren

schon

geringe

Mengen

alkoholischen

Getränken

Symptomen

Niesen,

Augentränen

starker

Gesichtsrötung. Eine solche Alkoholintoleranz kann ein Hinweis auf ein bisher nicht

diagnostiziertes Analgetika-Asthma-Syndrom sein (siehe Abschnitt 4.3).

Vor der Gabe von Metamizol muss der Patient entsprechend befragt werden. Bei Patienten

mit erhöhtem Risiko für anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen darf Metamizol nur nach

sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung eingesetzt werden. Wird Metamizol in solchen Fällen

gegeben,

Patient

engmaschig

ärztlich

überwachen

Notfallbereitschaft

sicherzustellen.

Falls während der Therapie mit Metamizol Hautreaktionen oder sonstige Anzeichen einer

allergischen Reaktion auftreten, ist die Behandlung sofort abzubrechen (siehe Abschnitt 4.8).

Hypotensive Reaktionen

Metamizol

kann

hypotensive

Reaktionen

auslösen

(siehe

auch

Abschnitt

4.8).

Diese

Reaktionen sind möglicherweise dosisabhängig. Hiermit ist bei parenteraler Gabe eher zu

rechnen als bei oraler. Die Gefahr solcher Reaktionen ist ebenfalls erhöht bei:

zu schneller intravenöser Injektion (siehe Abschnitte 4.2 und 4.8),

Patienten

vorher

bestehender

Hypotonie,

Volumenmangel

oder

Dehydratation,

instabilem Kreislauf oder beginnendem Kreislaufversagen (wie z.B. bei Patienten mit

Herzinfarkt oder Polytrauma),

Patienten mit hohem Fieber.

Deshalb sind sorgfältige Indikationsprüfung und engmaschige Überwachung bei diesen

Patienten erforderlich. Vorbeugende Maßnahmen (z.B. Kreislaufstabilisierung) können nötig

sein, um das Risiko von hypotensiven Reaktionen zu reduzieren.

Metamizol darf bei Patienten, bei denen eine Senkung des Blutdrucks auf jeden Fall vermieden

werden muss, wie z.B. bei schwerer koronarer Herzkrankheit oder relevanten Stenosen der

hirnversorgenden

Gefäße,

unter

sorgfältiger

Überwachung

hämodynamischen

Parameter eingesetzt werden.

Patienten mit Leber- und Nierenfunktionsstörungen

Metamizol darf bei Patienten mit Nieren- oder Leberfunktionsstörungen nur nach strenger

Nutzen-Risiko-Abwägung und entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen angewendet werden, da

die Elimination bei diesen Patienten herabgesetzt ist (siehe Abschnitt 4.2).

Arzneimittelbedingter Leberschaden

Fälle von akuter Hepatitis, die ein vorwiegend hepatozelluläres Muster hatten und innerhalb

weniger Tage bis weniger Monate nach Behandlungsbeginn auftraten, wurden bei Patienten

berichtet, die mit Metamizol behandelt wurden. Zu den Anzeichen und Symptomen zahlten

erhöhte Leberenzymwerte im Serum mit oder ohne lkterus, häufig im Zusammenhang mit

anderen

Arzneimittelüberempfindlichkeitsreaktionen

Hautausschlag,

Blutbildveränderungen,

Fieber

Eosinophilie)

oder

begleitet

Merkmalen

einer

Autoimmunhepatitis.

meisten

Patienten

erholten

sich

nach

Absetzen

Metamizolbehandlung. In Einzelfallen wurde jedoch von einer Progression zum akuten

Leberversagen mit der Notwendigkeit einer Lebertransplantation berichtet.

Der Mechanismus des metamizolbedingten Leberschadens ist nicht eindeutig geklärt. Aus den

Daten ergeben sich jedoch Hinweise auf einen immun-allergischen Mechanismus.

Patienten sollten angewiesen werden, sich an Ihren Arzt zu wenden, falls Symptome auftreten,

die auf einen Leberschaden hinweisen. Bei solchen Patienten sollte die Behandlung mit

Metamizol abgesetzt und die Leberfunktion überprüft werden.

Metamizol sollte nicht erneut angewendet werden, wenn zuvor unter der Behandlung mit

Metamizol ein Leberschaden aufgetreten ist, für den keine andere Ursache gefunden werden

konnte.

Hinweis:

Eine gelegentliche Rotfärbung des Harns nach höheren Dosen ist harmlos. Sie beruht auf der

Ausscheidung eines unschädlichen Stoffwechselproduktes, der Rubazonsäure.

Die intravenöse Injektion muss sehr langsam verabreicht werden (nicht mehr als 1 ml/Minute),

gewährleisten,

dass

Injektion

ersten

Anzeichen

einer

anaphylaktischen/anaphylaktoiden Reaktion gestoppt werden kann, und um das Risiko von

isolierten hypotensiven Reaktionen zu minimieren.

Dieses Arzneimittel enthält 1,42 mmol (32,7 mg) Natrium pro ml, entsprechend 1,6% der von

der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der

Nahrung von 2 g.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Pharmakokinetische lnduktion von metabolisierenden Enzymen:

Metamizol kann metabolisierende Enzyme einschließlich CYP2B6 und CYP3A4 induzieren.

Die gleichzeitige .Anwendung von Metamizol mit Bupropion, Efavirenz, Methadon, Valproat,

Ciclosporin, Tacrolimus oder Sertralin kann eine Reduktion der Plasmakonzentration dieser

Arzneimittel mit einer potenziellen Abnahme der klinischen Wirksamkeit bewirken. Daher ist

bei gleichzeitiger Anwendung mit Metamizol Vorsicht geboten; das klinische Ansprechen

und/oder die Wirkstoffspiegel sollten entsprechend überwacht werden.

Bei gleichzeitiger Behandlung mit Metamizol und Methotrexat kann die Hämatotoxizität v.a.

bei älteren Patienten ansteigen. Daher ist diese Arzneimittelkombination zu vermeiden.

Metamizol kann, bei gleichzeitiger Einnahme, die Wirkung von Acetylsalicylsäure (ASS) auf

die Plättchenaggregation vermindern. Daher muss diese Kombination bei Patienten, die

niedrig dosiertes ASS zur Kardioprotektion einnehmen, mit Vorsicht angewendet werden.

gleichzeitiger

Anwendung

Metamizol

Chlorpromazin

kann

eine

schwere

Hypothermie auftreten.

Für die Substanzklasse der Pyrazolone ist bekannt, dass es zu Wechselwirkungen mit oralen

Antikoagulanzien, Captopril, Lithium, Methotrexat und Triamteren sowie Änderungen der

Wirksamkeit von Antihypertensiva und Diuretika kommen kann. Inwieweit auch Metamizol zu

diesen Wechselwirkungen führt, ist nicht bekannt.

Bei Patienten, die Metamizol anwenden, wurde über eine Interferenz mit Labortests berichtet,

die Trinder/Trinder-artige Reaktionen anwenden (z.B. Tests zur Messung der Serumspiegel

von Kreatinin, Triglyceriden, HDL-Cholesterin und Harnsäure).

Alkohol kann die Wirkung von Metamizol verändern. Auf Alkoholkonsum ist daher während

einer Behandlung mit Metamizol zu verzichten.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen nur begrenzt Daten zur Anwendung von Metamizol bei Schwangeren vor.

Basierend auf publizierten Daten zu Schwangeren, die während des ersten Trimenons

Metamizol

ausgesetzt

waren

568),

wurden

keine

Hinweise

teratogene

oder

embryotoxische Effekte gefunden. In Einzelfällen könnten Einzeldosen Metamizol während

des ersten und zweiten Trimenons vertretbar sein, wenn keine anderen Behandlungsoptionen

bestehen. Generell wird die Anwendung von Metamizol während des ersten und zweiten

Trimenons jedoch nicht empfohlen. Eine Anwendung während des dritten Trimenons geht mit

fetotoxischen Effekten einher (Einschränkung der Nierenfunktion und Konstriktion des Ductus

arteriosus), weshalb die Anwendung von Metamizol im dritten Trimenon der Schwangerschaft

kontraindiziert ist (siehe Abschnitt 4.3). Im Falle einer versehentlichen Anwendung von

Metamizol im dritten Trimenon sollten Fruchtwasser und Ductus arteriosus mittels Ultraschall

und Echokardiographie untersucht werden.

Obwohl Metamizol nur ein schwacher Prostaglandinsynthesehemmer ist, kann die Möglichkeit

eines

vorzeitigen

Verschlusses

Ductus

arteriosus

(Botalli)

sowie

perinatale

Komplikationen infolge einer Reduktion der kindlichen und mütterlichen Thrombozyten-

aggregabilität nicht ausgeschlossen werden. Metamizol passiert die Plazentaschranke.

tierexperimentellen

Studien

zeigte

Metamizol

Reproduktionstoxizität,

jedoch

keine

teratogenen Effekte (siehe Abschnitt 5.3).

Stillzeit

Die Abbauprodukte von Metamizol gehen in beträchtlicher Menge in die Muttermilch über und

ein Risiko für das gestillte Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Insbesondere eine

wiederholte Anwendung von Metamizol während der Stillzeit muss vermieden werden. Im Falle

einer Einzelanwendung von Metamizol ist Müttern zu raten, die Muttermilch für 48 Stunden

nach der Anwendung zu sammeln und zu verwerfen.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

empfohlenen

Dosisbereich

keine

Beeinträchtigung

Konzentrations-

Reaktionsvermögens bekannt. Vorsichtshalber ist aber, zumindest bei höheren Dosierungen,

die Möglichkeit einer Beeinträchtigung in Betracht zu ziehen und auf das Bedienen von

Maschinen, das Lenken von Fahrzeugen oder sonstige gefahrvolle Tätigkeiten zu verzichten.

Dies gilt besonders im Zusammenwirken mit Alkohol.

4.8 Nebenwirkungen

Sehr häufig:

≥ 1/10

Häufig:

≥ 1/100, < 1/10

Gelegentlich:

≥ 1/1.000, < 1/100

Selten:

≥ 1/10.000, < 1/1.000

Sehr selten:

< 1/10.000

Nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Systemorgan-

klasse

Gelegentlich

Selten

Sehr selten

Nicht bekannt

Erkrankungen des

Blutes und des

Lymphsystems

Aplastische

Anämie

Agranulozytose

Panzytopenie

Leukopenie

Thrombozytopenie

Erkrankungen des

Immunsystems

Anaphylaktoide

oder

anaphylaktische

Reaktionen

Haut- und

Schleimhaut-

reaktionen (wie

z.B. Juckreiz,

Brennen, Rötung,

Urtikaria,

Schwellungen)

Dyspnoe

Gastrointestinale

Beschwerden

Generalisierte

Urtikaria

Angioödeme

Bronchospasmus

Herzrhythmus-

störungen

Blutdruckabfall

Blutdruckanstieg

Anaphylaktischer

Schock

Asthmaanfälle

Herzerkrankungen

Kounis-Syndrom

Gefäß-

erkrankungen

Hypotensive

Reaktionen

Blutdruckabfall

Kreislaufschock

Erkrankungen der

Atemwege, des

Brustraums und

Mediastinums

Analgetika-

induziertes

Asthma-Syndrom

Erkrankungen des

Gastrointestinal-

trakts

Gastrointestinale

Blutung

Leber- und

Gallen-

erkrankungen

Arzneimittel-

bedingter

Leberschaden

einschließlich

akuter Hepatitis,

lkterus, erhöhter

Leberenzyme

(siehe Abschnitt

4.4)

Systemorgan-

klasse

Gelegentlich

Selten

Sehr selten

Nicht bekannt

Erkrankungen der

Haut und des

Unterhautzell-

gewebes

Fixes Arzneimittel-

exanthem

Makulopapulöse

Exantheme

Haut- und

Schleimhaut-

reaktionen (wie

z.B. Juckreiz,

Brennen, Rötung,

Urtikaria,

Schwellungen)

Generalisierte

Urtikaria

Stevens-

Johnson- oder

Lyell-Syndrom

Erkrankungen der

Nieren und

Harnwege

Akute Ver-

schlechterung der

Nierenfunktion

Proteinurie

Oligo- oder Anurie

Akutes

Nierenversagen

Akute Interstitielle

Nephritis

Allgemeine

Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Schmerzen an der

Einstichstelle

Lokale Reaktionen

Phlebitis

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Nicht bekannt:

Aplastische

Anämie,

Agranulozytose

Panzytopenie,

einschließlich

tödlichen Ausgangs, Leukopenie und Thrombozytopenie.

Diese Reaktionen sind vermutlich immunologisch bedingt. Sie können auch

auftreten, wenn Metamizol bei früheren Gelegenheiten ohne Komplikationen

gegeben wurde.

gibt

vereinzelt

Hinweise,

wonach

Risiko

einer

Agranulozytose

möglicherweise erhöht sein kann, wenn Metamizol länger als eine Woche

angewendet wird.

Agranulozytose

äußert

sich

hohem

Fieber,

Schüttelfrost,

Halsschmerzen, Schluckbeschwerden sowie Entzündung im Mund-, Nasen-,

Rachen- und Genital- oder Analbereich. Bei Patienten, die Antibiotika

erhalten, können diese Zeichen allerdings minimal sein. Lymphknoten- oder

Milzschwellung

gering

oder

fehlt

ganz.

Blutsenkung

stark

beschleunigt,

Granulozyten

sind

erheblich

vermindert

oder

fehlen

vollständig. Im Allgemeinen, aber nicht immer, finden sich normale Werte für

Hämoglobin, Erythrozyten und Thrombozyten.

Die typischen Anzeichen einer Thrombozytopenie schließen eine steigende

Blutungsbereitschaft und Petechien der Haut und Schleimhäute ein.

Erkrankungen des Immunsystems

Selten:

Anaphylaktoide

oder

anaphylaktische

Reaktionen,

insbesondere

nach

parenteraler

Applikation.

Solche

Reaktionen

können

sich

während

Injektion bzw. unmittelbar nach der Anwendung, aber auch Stunden später

entwickeln. Sie treten allerdings überwiegend während der ersten Stunde

nach Gabe auf. Leichtere Reaktionen manifestieren sich typischerweise in

Haut- und Schleimhautreaktionen (wie z.B. Juckreiz, Brennen, Rötung,

Urtikaria,

Schwellungen),

Dyspnoe

seltener

gastrointestinalen

Beschwerden. Solche leichteren Reaktionen können in schwerere Formen

übergehen mit generalisierter Urtikaria, schweren Angioödemen (auch im

Larynxbereich),

schwerem

Bronchospasmus,

Herzrhythmusstörungen,

Blutdruckabfall (manchmal auch mit vorausgehendem Blutdruckanstieg).

Nicht bekannt:

Anaphylaktischer Schock, der in schwerwiegender und lebensbedrohlicher

bis tödlicher Form auftreten kann.

Patienten

Analgetika-Asthma-Syndrom

manifestieren

sich

Unverträglichkeitsreaktionen typischerweise in Form von Asthmaanfällen.

Gefäßerkrankungen

Gelegentlich:

Hypotensive

Reaktionen

während

oder

nach

Anwendung,

möglicherweise pharmakologisch bedingt und nicht von anderen Zeichen

einer anaphylaktoiden bzw. anaphylaktischen Reaktion begleitet sind.

Eine solche Reaktion kann selten bis zu einem schweren Blutdruckabfall

führen.

Schnelle

intravenöse

Injektion

erhöht

Risiko

einer

hypotensiven

Reaktion (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

Auch

Hyperpyrexie

kann

dosisabhängig

einem

kritischen

Blutdruckabfall ohne weitere Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion

kommen.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Selten:

Makulopapulöse Exantheme. Solche Reaktionen können sich während der

Injektion bzw. unmittelbar nach der Anwendung, aber auch Stunden später

entwickeln. Leichtere Reaktionen manifestieren sich typischerweise in Haut-

und Schleimhautreaktionen (wie z.B. Juckreiz, Brennen, Rötung, Urtikaria,

Schwellungen). Solche leichteren Reaktionen können in schwerere Formen

mit generalisierter Urtikaria übergehen.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Sehr selten:

Akute Verschlechterung der Nierenfunktion, wobei sich sehr selten eine

Proteinurie, Oligo- oder Anurie, bzw. ein akutes Nierenversagen, entwickeln

kann.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Meldung

Verdachts

Nebenwirkungen

nach

Zulassung

großer

Wichtigkeit.

ermöglicht

eine

kontinuierliche

Überwachung

Nutzen-Risiko-

Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden

Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

4.9 Überdosierung

Symptome

Rahmen

akuter

Überdosierungen

wurden

Übelkeit,

Erbrechen,

Schmerzen

Abdominalbereich, eine Einschränkung der Nierenfunktion/akutes Nierenversagen (z.B. unter

dem Bild einer interstitiellen Nephritis) und – seltener – zentralnervöse Symptome (Schwindel,

Somnolenz, Koma, Krämpfe) und Blutdruckabfall bis hin zum Schock und Tachykardie

beobachtet.

Nach

sehr

hohen

Dosen

kann

Ausscheidung

eines

unschädlichen

Stoffwechselproduktes, der Rubazonsäure, eine Rotfärbung des Harns bewirken.

Therapie

Für Metamizol ist kein spezifisches Antidot bekannt. Der Hauptmetabolit (4-N-Methylamino-

antipyrin) kann durch Hämodialyse, Hämofiltration, Hämoperfusion oder Plasmafiltration

eliminiert werden.

Behandlung

Intoxikation

kann,

ebenso

Prävention

schweren

Komplikationen,

allgemeine

spezielle

intensivmedizinische

Überwachung

Behandlung erforderlich machen.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische

Gruppe:

andere

Analgetika

Antipyretika,

Pyrazolone,

Metamizol-Natrium

ATC-Code: N02BB02

Wirkmechanismus

Metamizol ist ein Pyrazolon-Derivat und hat analgetische, antipyretische und spasmolytische

Eigenschaften.

Wirkungsmechanismus

nicht

vollständig

aufgeklärt.

Einige

Untersuchungsergebnisse

zeigen,

dass

Metamizol

Hauptmetabolit

(4-N-

Methylaminoantipyrin)

vermutlich

sowohl

einen

zentralen

auch

einen

peripheren

Wirkungsmechanismus haben.

Metamizol

kann

auch

solche

Schmerzzustände

beeinflussen,

ansonsten

opiathältige Arzneimittel ansprechen. Metamizol erzeugt selbst bei hoher Dosierung im

Gegensatz zu Opiaten weder Sucht noch Atemdepression. Es beeinträchtigt weder die

Darmperistaltik noch die Wehentätigkeit.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Metamizol wird vollständig zum pharmakologisch wirksamen 4-N-Methylaminoantipyrin (MAA)

hydrolysiert. Die Bioverfügbarkeit von MAA liegt bei ca. 90% und ist nach oraler Gabe etwas

höher als nach parenteraler Gabe.

Die absolute Bioverfügbarkeit der i.m.-Lösung gemessen an der AUC für die 4-MAA-

Plasmakonzentrationen beträgt 87%.

Verteilung

Die klinische Wirksamkeit beruht hauptsächlich auf MAA, zu einem gewissen Ausmaß auch

auf dem Metaboliten 4-Aminoantipyrin (AA). Die AUC-Werte für AA bilden ca. 25% der AUC-

Werte für MAA. Die Metaboliten 4-N-Acetylaminoantipyrin (AAA) und 4-N-Formylamino-

antipyrin (FAA) sind anscheinend pharmakologisch inaktiv.

Biotransformation

Die Plasmaproteinbindung beträgt für MAA 58%, für AA 48%, für FAA 18% und für AAA 14%.

Elimination

Nach intravenöser Applikation beträgt die Plasmahalbwertszeit für Metamizol ca. 14 Minuten.

Etwa 96% einer radioaktiv markierten Dosis werden nach intravenöser Gabe im Urin und etwa

4% in den Faeces wiedergefunden. Nach einer oralen Einzeldosis konnten 85% der im Urin

ausgeschiedenen Metaboliten identifiziert werden. Davon waren 3 ± 1% MAA, 6 ± 3% AA, 26

± 8% AAA und 23 ± 4% FAA. Die renale Clearance nach einer oralen Einzeldosis von 1 g

Metamizol betrug für MAA 5 ± 2 ml/min, für AA 38 ± 13 ml/min, für AAA 61 ± 8 ml/min und für

Lesen Sie das vollständige Dokument

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH

Traisengasse 5 l 1200 Wien l ÖSTERREICH l www.ages.at

DVR: 0014541 l Registergericht: Handelsgericht Wien l Firmenbuch: FN 223056z l UID: ATU 54088605

1 von 9

National Public Assessment Report

Öffentlicher Beurteilungsbericht

Bezeichnung der Arzneispezialität:

Metagelan 2,5 g-Injektionslösung

Teil I:

Informationen über das Verfahren........................................................................................2

Teil II:

Fachinformation (SPC), Gebrauchsinformation.......................................................................3

Teil III:

Wissenschaftliche Diskussion während des Verfahrens ...........................................................4

Teil IV:

Relevante Änderungen nach Zulassung.................................................................................8

Dieser öffentliche Beurteilungsbericht wurde am 30.07.2018 erstellt.

Medizinmarktaufsicht

Traisengasse 5 | 1200 Wien | ÖSTERREICH

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH

Traisengasse 5 l 1200 Wien l ÖSTERREICH l www.ages.at

DVR: 0014541 l Registergericht: Handelsgericht Wien l Firmenbuch: FN 223056z l UID: ATU 54088605

2 von 9

Teil I:

Informationen über das Verfahren

1.

Bezeichnung der Arzneispezialität bei Zulassung

Metagelan 2,5 g-Injektionslösung

2.

Antragstyp

Arzneispezialität - human (z.B. bezugnehmende Zulassung gemäß § 10 Abs. 1 und 15 des

Arzneimittelgesetzes (AMG))

3.

Wirkstoff

METAMIZOL NATRIUM MONOHYDRAT

4.

Darreichungsform

Injektionslösung

5.

Stärke

500 mg/ml

6.

Zulassungsinhaber

G.L. Pharma GmbH

Schlossplatz 1

8502 Lannach

Österreich

7.

Verfahrensnummer

10081472

8.

Zulassungsnummer

138376

9.

Zulassungsdatum

02.07.2018

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH

Traisengasse 5 l 1200 Wien l ÖSTERREICH l www.ages.at

DVR: 0014541 l Registergericht: Handelsgericht Wien l Firmenbuch: FN 223056z l UID: ATU 54088605

3 von 9

Teil II:

Fachinformation (SPC), Gebrauchsinformation

Die aktuelle Fachinformation (SPC) finden Sie unter folgendem Link:

https://aspregister.basg.gv.at/document/servlet?action=show&zulnr=138376&type=DOTC_FACH_INFO

Die aktuelle Gebrauchsinformation finden Sie unter folgendem Link:

https://aspregister.basg.gv.at/document/servlet?action=show&zulnr=138376&type=DOTC_GEBR_INFO

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH

Traisengasse 5 l 1200 Wien l ÖSTERREICH l www.ages.at

DVR: 0014541 l Registergericht: Handelsgericht Wien l Firmenbuch: FN 223056z l UID: ATU 54088605

4 von 9

Teil III:

Wissenschaftliche Diskussion während des

Verfahrens

1.

Einleitung

2.

Qualitätsaspekte

2.1.

Einleitung

Bei Metagelan 2,5 g-Injektionslösung handelt es sich um klare, gelbe Injektionslösung (frei von

sichtbaren Teilchen), welche in Braunglasampullen (Typ I) verpackt ist.

2.2.

Wirkstoff

2.2.a. Beschreibung

Der Wirkstoff im vorliegenden Arzneimittel ist METAMIZOL NATRIUM MONOHYDRAT.

Der Wirkstoff ist ein weißes oder fast weißes, kristallines Pulver.

2.2.b. Spezifikation und Kontrolle

Die Spezifikation des Wirkstoffes entspricht den Anforderungen des aktuellen wissenschaftlichen Standes.

Durch die Vorlage entsprechender Daten der Wirkstoffkontrolle wurde die ausreichende Qualität des

Wirkstoffes belegt.

2.2.c. Stabilität

Die Stabilität des Wirkstoffes wurde unter ICH Bedingungen getestet. Die übermittelten Ergebnisse der

Stabilitätsuntersuchungen belegen die festgesetzte Retest-Periode.

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH

Traisengasse 5 l 1200 Wien l ÖSTERREICH l www.ages.at

DVR: 0014541 l Registergericht: Handelsgericht Wien l Firmenbuch: FN 223056z l UID: ATU 54088605

5 von 9

2.3

Fertigprodukt

2.3.a. Zusammensetzung

Wirkstoffe: 1 ml Injektionslösung enthält 500 mg Metamizol-Natrium-Monohydrat.

Hilfsstoffe:

Wasser für Injektionszwecke

2.3.b. Hersteller

Der für die Chargenfreigabe verantwortliche Hersteller ist G.L. Pharma GmbH, Schlossplatz 1, 8502

Lannach, Österreich.

2.3.c. Pharmazeutische Entwicklung

Die Entwicklung des Produktes wurde hinreichend durchgeführt und für ausreichend befunden. Der

Einsatz aller vorhandenen Hilfsstoffe wurde beschrieben.

2.3.d. Freigabespezifikation und Kontrolle

Die Freigabespezifikation beinhaltet die Kontrolle aller für diese Darreichungsform relevanten Parameter.

Es liegen ausreichend Daten von der Fertigproduktkontrolle des Arzneimittels vor, welche die Einhaltung

der Vorgaben der Freigabespezifikation belegen.

2.3.e. Abpackung

Die Verpackung des Arzneimittels Braunglasampullen (Typ I) entspricht den aktuellen, gesetzlichen

Anforderungen.

2.3.f

Stabilität

Die Stabilität des Arzneimittels wurde unter ICH Bedingungen getestet.

Aufgrund dieser Datenlage wurde eine Laufzeit für das Arzneimittel von 2 Jahren festgelegt. Zur

einmaligen Anwendung, Restmenge verwerfen.

Als Lagerungsbedingungen werden empfohlen:

Nicht einfrieren.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

2.4.

Zusammenfassung

Die pharmazeutische Qualität von Metagelan 2,5 g-Injektionslösung wurde adäquat belegt.

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH

Traisengasse 5 l 1200 Wien l ÖSTERREICH l www.ages.at

DVR: 0014541 l Registergericht: Handelsgericht Wien l Firmenbuch: FN 223056z l UID: ATU 54088605

6 von 9

3.

Nichtklinische Aspekte

Da es sich um eine bezugnehmende Zulassung handelt und der Wirkstoff international seit vielen Jahren

hinlänglich bekannt ist, sind präklinische Studien nicht erforderlich.

Hinsichtlich des Wirkstoffes ist bekannt:

Präklinische Daten zur Sicherheit

Es liegen Untersuchungen zur subchronischen und chronischen Toxizität an verschiedenen Tierspezies

vor. Ratten erhielten 6 Monate per os 100 bis 900 mg Metamizol pro kg KG. In der höchsten Dosis (900

mg pro kg KG) wurde nach 13 Wochen eine Vermehrung der Retikulozyten und der Heinz’schen

Innenkörper beobachtet.

Hunde erhielten 6 Monate Metamizol in Dosen von 30 bis 600 mg pro kg KG. Dosisabhängig wurden ab

300 mg pro kg KG eine hämolytische Anämie sowie funktionelle Nieren- und Leberveränderungen

beobachtet.

Für Metamizol liegen aus

in vitro

- und

in vivo

-Untersuchungen widersprüchliche Ergebnisse in den

gleichen Testsystemen vor.

In Langzeituntersuchungen an Ratten ergaben sich keine Hinweise auf ein tumorerzeugendes Potenzial.

zwei

drei

Langzeituntersuchungen

Maus

wurden

hohen

Dosen

vermehrt

Leberzelladenome beobachtet.

Embryotoxizitätsstudien an Ratten und Kaninchen haben keine Hinweise auf teratogene Wirkungen

ergeben, jedoch wurden bei Kaninchen embryoletale Effekte ab einer noch nicht maternaltoxischen

täglichen Dosis von 100 mg pro kg KG beobachtet. Bei Ratten traten embryoletale Wirkungen erst bei

Dosen im maternaltoxischen Bereich auf. Tägliche Dosen oberhalb von 100 mg pro kg KG führten bei

Ratten zu einer Verlängerung der Tragzeit und zu einer Beeinträchtigung des Geburtsvorgangs mit

erhöhter Sterblichkeit von Mutter- und Jungtieren.

Fertilitätsprüfungen zeigten eine leicht verringerte Trächtigkeitsrate bei der Elterngeneration bei einer

Dosis

oberhalb

Tag.

Fertilität

-Generation

wurde

nicht

beeinträchtigt.

4.

Klinische Aspekte

Basierend auf den vorgelegten und bekannten klinischen Daten wurden die klinisch-pharmakologischen

Abschnitte der Fach- und Gebrauchsinformation unter Einhaltung der aktuellen gesetzlichen

Anforderungen und der Empfehlungen der entsprechenden Leitlinien genehmigt.

Da es sich um eine bezugnehmende Zulassung handelt, sind keine weiteren klinischen Studien

erforderlich.

Hinsichtlich des Wirkstoffes ist bekannt:

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: andere Analgetika und Antipyretika, Pyrazolone, Metamizol-Natrium

ATC-Code: N02BB02

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH

Traisengasse 5 l 1200 Wien l ÖSTERREICH l www.ages.at

DVR: 0014541 l Registergericht: Handelsgericht Wien l Firmenbuch: FN 223056z l UID: ATU 54088605

7 von 9

Wirkmechanismus

Metamizol

Pyrazolon-Derivat

analgetische,

antipyretische

spasmolytische

Eigenschaften.

Wirkungsmechanismus

nicht

vollständig

aufgeklärt.

Einige

Untersuchungsergebnisse zeigen, dass Metamizol und der Hauptmetabolit (4-N-Methylaminoantipyrin)

vermutlich sowohl einen zentralen als auch einen peripheren Wirkungsmechanismus haben.

Metamizol

kann

auch

solche

Schmerzzustände

beeinflussen,

ansonsten

opiathältige

Arzneimittel ansprechen. Metamizol erzeugt selbst bei hoher Dosierung im Gegensatz zu Opiaten weder

Sucht noch Atemdepression. Es beeinträchtigt weder die Darmperistaltik noch die Wehentätigkeit.

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Metamizol

wird

vollständig

pharmakologisch

wirksamen

4-N-Methylaminoantipyrin

(MAA)

hydrolysiert. Die Bioverfügbarkeit von MAA liegt bei ca. 90% und ist nach oraler Gabe etwas höher als

nach parenteraler Gabe.

absolute

Bioverfügbarkeit

i.m.-Lösung

gemessen

für

4-MAA-

Plasmakonzentrationen beträgt 87%.

Verteilung

Die klinische Wirksamkeit beruht hauptsächlich auf MAA, zu einem gewissen Ausmaß auch auf dem

Metaboliten 4-Aminoantipyrin (AA). Die AUC-Werte für AA bilden ca. 25% der AUC-Werte für MAA. Die

Metaboliten

4-N-Acetylaminoantipyrin

(AAA)

4-N-Formylaminoantipyrin

(FAA)

sind

anscheinend

pharmakologisch inaktiv.

Biotransformation

Die Plasmaproteinbindung beträgt für MAA 58%, für AA 48%, für FAA 18% und für AAA 14%.

Elimination

Nach intravenöser Applikation beträgt die Plasmahalbwertszeit für Metamizol ca. 14 Minuten. Etwa 96%

einer radioaktiv markierten Dosis werden nach intravenöser Gabe im Urin und etwa 4% in den Faeces

wiedergefunden. Nach einer oralen Einzeldosis konnten 85% der im Urin ausgeschiedenen Metaboliten

identifiziert werden. Davon waren 3 ± 1% MAA, 6 ± 3% AA, 26 ± 8% AAA und 23 ± 4% FAA. Die renale

Clearance nach einer oralen Einzeldosis von 1 g Metamizol betrug für MAA 5 ± 2 ml/min, für AA 38 ± 13

ml/min, für AAA 61 ± 8 ml/min und für FAA 49 ± 5 ml/min. Die zugehörigen Plasmahalbwertszeiten

waren 2,7 ± 0,5 Stunden für MAA, 3,7 ± 1,3 Stunden für AA, 9,5 ± 1,5 Stunden für AAA und 11,2 ± 1,5

Stunden für FAA.

Linearität/Nicht-Linearität

Zu beachten ist, dass alle Metaboliten eine nicht-lineare Pharmakokinetik besitzen. Eine klinische

Bedeutung dieses Phänomens ist nicht bekannt. Bei einer Kurzzeitbehandlung ist die Akkumulation der

Metaboliten von geringer Bedeutung.

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH

Traisengasse 5 l 1200 Wien l ÖSTERREICH l www.ages.at

DVR: 0014541 l Registergericht: Handelsgericht Wien l Firmenbuch: FN 223056z l UID: ATU 54088605

8 von 9

Pharmakokinetische/pharmakodynamische Zusammenhänge

Bei der Behandlung älterer Patienten erhöht sich die AUC auf das 2- bis 3-Fache. Nach oraler Einzelgabe

stieg bei Patienten mit Leberzirrhose die Halbwertszeit von MAA und FAA etwa auf das 3-Fache, während

die Halbwertszeit von AA und AAA nicht in demselben Maß anstieg. Bei diesen Patienten sind hohe Dosen

zu vermeiden.

Die verfügbaren Daten von Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion zeigen eine verminderte

Eliminationsgeschwindigkeit für einige Metaboliten (AAA und FAA). Deshalb sind bei diesen Patienten

hohe Dosen zu vermeiden.

5.

Pharmakovigilanz

Der Antragsteller erbrachte den Nachweis, dass ihm eine adäquat qualifizierte für die Pharmakovigilanz

verantwortliche Person sowie ein System zur Erfassung und Meldung sowohl von innerhalb als auch

außerhalb der Europäischen Gemeinschaft aufgetretenen Nebenwirkungen zur Verfügung steht. Die vom

Antragsteller vorgelegte detaillierte Beschreibung seines Pharmakovigilanz-Systems entspricht den

Anforderungen des von der Europäischen Kommission erstellten und veröffentlichten Leitfadens über die

Erfassung, Überprüfung und Vorlage von Berichten über Nebenwirkungen, einschließlich der technischen

Anforderungen an den elektronischen Austausch von Pharmakovigilanzdaten gemäß international

vereinbarten Formaten. Eine Beschreibung des Risikomanagementsystems, das der Antragsteller

einführen wird, wurde vorgelegt.

6.

Overall conclusion, Nutzen-Risiko-Beurteilung und Empfehlung

Lesbarkeitstest

Es wurde ein Lesbarkeitstest der Gebrauchsinformation mit Patienten - Zielgruppen auf der Basis eines

„Bridging Reports“ mit Bezugnahme auf Metagelan 2,5 g-Injektionslösung durchgeführt. Der durch den

Antragsteller eingereichte „Bridging report“ kann akzeptiert werden.

Die vorliegenden Gutachten haben eine positive Nutzen-Risiko-Bewertung für die gegenständliche

Arzneispezialität ergeben.

Dem Antrag der Firma G.L. Pharma GmbH auf Zulassung

gemäß § 10 Abs. 1 und 15 in Verbindung

mit § 20 des Arzneimittelgesetzes (AMG), BGBl. Nr. 185/1983 idgF

wurde mit Bescheid des

Bundesamtes für Sicherheit im Gesundheitswesen vom 02.07.2018 stattgegeben.

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH

Traisengasse 5 l 1200 Wien l ÖSTERREICH l www.ages.at

DVR: 0014541 l Registergericht: Handelsgericht Wien l Firmenbuch: FN 223056z l UID: ATU 54088605

9 von 9

Teil IV:

Relevante Änderungen nach Zulassung

Alle Änderungen, die Fach- und Gebrauchsinformationen betreffen, werden in den BASG-Verlautbarungen

unter https://verlautbarung.basg.gv.at/ publiziert.

Aktuelle Versionen der Fach- und Gebrauchsinformationen der in Österreich zugelassenen

Arzneispezialitäten können unter https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/ abgerufen werden.

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Dokumentverlauf anzeigen

Teilen Sie diese Informationen