Merigest 2 mg/0,7 mg Filmtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Norethisteron, Estradiolvalerat
Verfügbar ab:
Novartis Pharma GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
Norethisterone, estradiol valerate
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Norethisteron 0.7mg; Estradiolvalerat 2.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
39491.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

MERIGEST

®

2 mg/0,7 mg Filmtabletten

Zur Anwendung bei Erwachsenen

Estradiolvalerat, Norethisteron

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme

dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie

Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Was in dieser Packungsbeilage steht:

1.

Was ist Merigest und wofür wird es angewendet?

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Merigest beachten?

3.

Wie ist Merigest einzunehmen?

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5.

Wie ist Merigest aufzubewahren?

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Merigest und wofür wird es angewendet?

Merigest ist ein Präparat zur Hormonersatzbehandlung (englisch: Hormone Replacement Therapy,

HRT). Es enthält zwei verschiedene weibliche Geschlechtshormone, ein Estrogen und ein

Gestagen. Merigest wird bei Frauen nach den Wechseljahren angewendet, deren letzte

Monatsblutung (Menopause) mindestens 12 Monate zurückliegt.

Estradiolvalerat ist mit dem natürlichen weiblichen Geschlechtshormon Estrogen identisch. Dieses

Hormon wird vor der Menopause in den Eierstöcken gebildet. Norethisteron gehört zu einer

Gruppe von Hormonen, die als Gestagene bekannt sind. Es wirkt ähnlich wie das natürliche

weibliche Geschlechtshormon Progesteron, das ebenfalls vor der Menopause in den Eierstöcken

gebildet wird.

Merigest wird angewendet zur:

Linderung von Beschwerden nach den Wechseljahren

Die Menopause setzt normalerweise bei allen Frauen zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr ein.

Sie tritt auch bei jüngeren Frauen auf, deren Eierstöcke bei einer Operation entfernt wurden.

Während der Wechseljahre nimmt die Bildung des körpereigenen Estrogens der Frau ab. Dies

kann Beschwerden verursachen, die sich als Hitzeschübe im Gesicht, Hals- und Brustbereich (so

genannte Hitzewallungen), Schlafstörungen, Reizbarkeit und Depression äußern. Manche Frauen

haben auch Probleme mit der Kontrolle des Harndrangs oder mit einer trockenen Scheide, was zu

Beschwerden während oder nach dem Geschlechtsverkehr führen kann.

Merigest lindert diese nach der Menopause auftretenden Beschwerden. Merigest wird Ihnen nur

verordnet, wenn Ihre Beschwerden Sie erheblich in Ihrem alltäglichen Leben beeinträchtigen.

Vorbeugung von Osteoporose

Nach der Menopause können bei einigen Frauen die Knochen brüchig werden (Osteoporose). Sie

sollten mit Ihrem Arzt alle zur Verfügung stehenden Behandlungsmöglichkeiten besprechen.

Sie können Merigest zur Vorbeugung einer Osteoporose nach der Menopause anwenden, wenn

bei Ihnen ein erhöhtes Risiko für Osteoporose-bedingte Knochenbrüche besteht und andere

Arzneimittel für Sie nicht geeignet sind.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Merigest beachten?

Krankengeschichte und regelmäßige Kontrolluntersuchungen

Eine Hormonersatzbehandlung ist mit Risiken verbunden, welche vor der Entscheidung, die

Behandlung zu beginnen bzw. fortzusetzen, beachtet werden müssen.

Erfahrungen bei der Behandlung von Frauen mit vorzeitiger Menopause (infolge eines Versagens

der Funktion der Eierstöcke oder deren chirurgischer Entfernung) liegen nur begrenzt vor. Wenn

bei Ihnen eine vorzeitige Menopause vorliegt, können sich die Risiken der

Hormonersatzbehandlung von denen anderer Frauen unterscheiden. Bitte fragen Sie hierzu Ihren

Arzt.

Bevor Sie eine Hormonersatzbehandlung beginnen (oder wieder aufnehmen), wird Ihr Arzt Ihre

eigene Krankengeschichte und die Ihrer Familie erfassen. Ihr Arzt wird über die Notwendigkeit

einer körperlichen Untersuchung entscheiden. Diese kann, falls erforderlich, die Untersuchung

der Brüste und/oder eine Unterleibsuntersuchung einschließen. Er/Sie sollte Ihnen erklären, auf

welche Veränderungen der Brüste Sie achten sollten und Ihnen gegebenenfalls zu einer

Röntgenuntersuchung der Brüste (Mammographie) raten.

Nachdem Sie mit der Hormonersatzbehandlung begonnen haben, sollten Sie Ihren Arzt

regelmäßig (mindestens 1-mal pro Jahr) zur Durchführung von Kontrolluntersuchungen

aufsuchen. Besprechen Sie bitte anlässlich dieser Untersuchungen mit Ihrem Arzt den Nutzen

und die Risiken, die mit einer Fortführung der Behandlung mit Merigest verbunden sind.

Gehen Sie bitte regelmäßig, wie von Ihrem Arzt empfohlen, zur Vorsorgeuntersuchung Ihrer

Brüste.

Merigest darf nicht eingenommen werden,

wenn nachfolgend genannte Punkte auf Sie zutreffen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob dies

der Fall ist, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt, bevor Sie Merigest einnehmen.

Sie dürfen Merigest nicht einnehmen, wenn

Sie an Brustkrebs erkrankt sind oder früher einmal erkrankt waren bzw. ein

entsprechender Verdacht besteht

Sie an einer Form von Krebs leiden, dessen Wachstum von Estrogenen abhängig ist,

z. B. Krebs der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) bzw. ein entsprechender Verdacht

besteht

vaginale Blutungen unklarer Ursache auftreten

eine unbehandelte übermäßige Verdickung der Gebärmutterschleimhaut

(Endometriumhyperplasie) vorliegt

Sie eine schwere Nierenerkrankung haben

sich bei Ihnen ein Blutgerinnsel in einer Vene (Thrombose) gebildet hat bzw. früher

einmal gebildet hatte, z. B. in den Beinen (Thrombose in den tiefen Venen) oder in der

Lunge (Lungenembolie)

Sie unter einer Blutgerinnungsstörung leiden (z. B. Protein-C-, Protein-S- oder

Antithrombin-Mangel)

Sie eine Krankheit haben bzw. früher einmal hatten, die durch Blutgerinnsel in den Arterien

verursacht wird, z. B. Herzinfarkt, Schlaganfall oder anfallsartig auftretende

Brustschmerzen mit Brustenge (Angina pectoris)

Sie eine Lebererkrankung haben oder früher einmal hatten und sich die

Leberfunktionswerte noch nicht normalisiert haben

Sie unter einer seltenen, erblichen Blutkrankheit leiden, der so genannten Porphyrie

Sie überempfindlich (allergisch) gegen Estradiolvalerat, Norethisteron oder einen der im

Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind

wenn Sie schwanger sind oder glauben schwanger zu sein.

Wenn eine der oben genannten Krankheiten während der Einnahme von Merigest erstmalig

auftritt, beenden Sie bitte sofort die Behandlung und suchen Sie unverzüglich Ihren Arzt auf.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie jemals von einem der nachfolgend aufgeführten

gesundheitlichen Probleme betroffen waren, da diese während der Behandlung mit Merigest

wieder auftreten oder sich verschlimmern können. In diesem Fall sollten Sie Ihren Arzt häufiger

zur Durchführung von Kontrolluntersuchungen aufsuchen:

gutartige Geschwülste der Gebärmutter (Myome)

Wachstum der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter (Endometriose)

oder früher aufgetretenes übermäßiges Wachstum der Gebärmutterschleimhaut

(Endometriumhyperplasie)

erhöhtes Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln (siehe „Venöse Blutgerinnsel

(Thrombosen)“)

erhöhtes Risiko für estrogenabhängigen Krebs (z. B. wenn Ihre Mutter, Schwester,

Tochter oder Großmutter Brustkrebs hatten)

Bluthochdruck

Lebererkrankung, z. B. ein gutartiger Lebertumor

Zuckerkrankheit (Diabetes)

Gallensteine

Migräne oder schwere Kopfschmerzen

Erkrankung des Immunsystems, die viele Organfunktionen des Körpers beeinträchtigt

(Systemischer Lupus erythematodes (SLE))

Epilepsie

Asthma

Erkrankung, die das Trommelfell und das Gehör beeinträchtigt (Otosklerose)

sehr hohe Blutfettwerte (Triglyzeride)

Flüssigkeitseinlagerung infolge von Herz- und Nierenerkrankungen

Hypothyreose (ein Zustand bei dem Ihre Schilddrüse nicht genügend

Schilddrüsenhormone produziert und Sie deshalb mit einer Thyroxin-Hormonersatztherapie

behandelt werden)

hereditäres Angioödem oder Vorfälle von schnellem Anschwellen der Hände, Füße, des

Gesichts, der Lippen, Augen, Zunge, des Halses (Blockade der Luftzufuhr) oder des

Verdauungstrakts.

Sie müssen die Behandlung sofort abbrechen und einen Arzt aufsuchen,

wenn während der Einnahme der Hormonersatzbehandlung eine der folgenden Krankheiten

bzw. Situationen auftritt:

Krankheiten, die im Abschnitt „Merigest darf nicht eingenommen werden“ erwähnt sind

Gelbfärbung Ihrer Haut oder des Weißen Ihrer Augen (Gelbsucht). Dies kann auf eine

Lebererkrankung hinweisen

deutliche Erhöhung Ihres Blutdrucks (Beschwerden können Kopfschmerzen, Müdigkeit

und Schwindel sein)

migräneartige Kopfschmerzen, die erstmalig auftreten, mit oder ohne Sehstörungen.

Kopfschmerzen wie diese können frühe Anzeichen eines Schlaganfalls sein. Wenn Sie

schon einmal einen Schlaganfall erlitten haben, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, ob

der Nutzen der Behandlung das möglicherweise erhöhte Risiko eines Schlaganfalls

überwiegt

Sie Brustschmerzen bekommen, die sich zu Ihren Armen oder Ihrem Hals ausbreiten.

Diese Schmerzen können ein Zeichen für einen Herzinfarkt sein

wenn Sie schwanger werden

wenn Sie Anzeichen für Blutgerinnsel bemerken, z. B.

schmerzhafte Schwellung und Rötung der Beine

plötzliche Brustschmerzen

Atemnot

Weitere Informationen hierzu finden Sie unter „Venöse Blutgerinnsel (Thrombosen)“.

Hinweis: Merigest ist kein Mittel zur Empfängnisverhütung. Wenn seit Ihrer letzten

Monatsblutung weniger als 12 Monate vergangen sind oder wenn Sie jünger als 50 Jahre sind,

kann die zusätzliche Anwendung von Methoden zur Schwangerschaftsverhütung erforderlich

sein. Fragen Sie hierzu Ihren Arzt um Rat.

Hormonersatzbehandlung und Krebs

Übermäßige Verdickung der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumhyperplasie) und

Krebs der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumkarzinom)

Während einer Estrogen-Monotherapie erhöht sich das Risiko für eine übermäßige Verdickung

der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumhyperplasie) und für Krebs der

Gebärmutterschleimhaut (Endometriumkarzinom).

Das in Merigest enthaltene Gestagen schützt Sie vor diesem zusätzlichen Risiko.

Bei durchschnittlich 5 von 1.000 Frauen, die noch eine Gebärmutter haben und die keine

Hormonersatzbehandlung anwenden, wird im Alter zwischen 50 und 65 Jahren Krebs der

Gebärmutterschleimhaut diagnostiziert. Demgegenüber werden bei Frauen, die noch eine

Gebärmutter haben und die eine Hormonersatztherapie nur mit einem Estrogenpräparat

durchführen, im Alter zwischen 50 und 65 Jahren, abhängig von der Dosis und der

Behandlungsdauer, 10 bis 60 Fälle von Krebs der Gebärmutterschleimhaut pro 1.000 Frauen

diagnostiziert (d. h. zwischen 5 und 55 zusätzliche Fälle).

Unregelmäßige Blutungen

Während der ersten 3 bis 6 Monate der Einnahme von Merigest können unregelmäßige

Blutungen oder Schmierblutungen auftreten.

Wenn die unregelmäßigen Blutungen jedoch:

über die ersten 6 Behandlungsmonate hinaus anhalten

einsetzen, nachdem Sie Merigest bereits über 6 Monate eingenommen haben

nach Abbruch der Behandlung anhalten

oder wenn Sie schmerzhafte Menstruationsblutungen haben,

suchen Sie bitte sobald wie möglich Ihren Arzt auf.

Brustkrebs

Es gibt Hinweise auf ein erhöhtes Brustkrebsrisiko bei kombinierter Hormonersatzbehandlung mit

Estrogen und Gestagen und möglicherweise auch bei alleiniger Anwendung von Estrogen. Das

zusätzliche Risiko hängt von der Dauer der Hormonersatzbehandlung ab und zeigt sich innerhalb

weniger Jahre. Nach Beendigung der Behandlung kehrt das Risiko jedoch innerhalb weniger

Jahre (meistens 5 Jahre) wieder zurück auf den Stand bei Nichtanwenderinnen.

Zum Vergleich:

Bei Frauen im Alter von 50 bis 79 Jahren, die keine Hormonersatzbehandlung anwenden, werden

durchschnittlich 9 bis 17 Brustkrebsfälle pro 1.000 Frauen innerhalb eines Zeitraums von

5 Jahren diagnostiziert. Bei Frauen im Alter von 50 bis 79 Jahren, die eine kombinierte

Hormonersatzbehandlung mit Estrogen und Gestagen über 5 Jahre anwenden, beträgt die

Anzahl 13 bis 23 Fälle pro 1.000 Frauen (d. h. 4 bis 6 zusätzliche Fälle).

Untersuchen Sie regelmäßig Ihre Brüste. Suchen Sie Ihren Arzt auf, wenn Sie

Veränderungen Ihrer Brüste bemerken, z. B.

Einziehungen (Dellenbildung) in der Haut

Veränderungen der Brustwarzen

Knoten, die Sie sehen oder fühlen können.

Eierstockkrebs

Eierstockkrebs ist selten. Ein leicht erhöhtes Risiko, Eierstockkrebs zu entwickeln, wurde für

Frauen berichtet, die über einen Zeitraum von mindestens 5 bis 10 Jahren eine

Hormonersatzbehandlung angewendet haben.

Bei Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren, die keine Hormonersatzbehandlung anwenden,

werden über einen 5-Jahres-Zeitaum durchschnittlich 2 Fälle von Eierstockkrebs pro

1.000 Frauen diagnostiziert. Bei Frauen, die eine Hormonersatzbehandlung 5 Jahre lang

anwenden, treten etwa 2 bis 3 Fälle pro 1.000 Anwenderinnen auf (d. h. bis zu 1 zusätzlicher

Fall).

Herz-/Kreislauf-Wirkungen einer Hormonersatzbehandlung

Venöse Blutgerinnsel (Thrombosen)

Das Risiko, dass sich Blutgerinnsel in den Venen (Thrombosen) bilden, ist bei Frauen, die

eine Hormonersatzbehandlung anwenden, gegenüber Nichtanwenderinnen um etwa das 1,3-

bis 3-Fache erhöht. Ein erhöhtes Risiko besteht insbesondere während des ersten

Einnahmejahres.

Blutgerinnsel können ernsthafte Folgen haben. Wenn ein Blutgerinnsel zu den Lungen wandert,

kann dies Brustenge, Atemnot oder einen Ohnmachtsanfall verursachen oder sogar zum Tod

führen.

Eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Blutgerinnsel bildet, besteht für Sie mit

zunehmendem Alter und wenn eine der nachfolgend genannten Bedingungen zutrifft. Sprechen

Sie bitte mit Ihrem Arzt, wenn auf Sie eine der folgenden Situationen zutrifft:

wenn Sie wegen einer größeren Operation, Verletzung oder Krankheit längere Zeit nicht

laufen können (siehe Abschnitt 3 unter „Wenn bei Ihnen eine Operation geplant ist“)

wenn Sie stark übergewichtig sind (BMI > 30 kg/m²)

wenn Sie unter einer Gerinnungsstörung leiden, die eine medikamentöse

Langzeitbehandlung zur Vorbeugung von Blutgerinnseln erfordert

wenn jemals bei einem nahen Verwandten von Ihnen ein Blutgerinnsel im Bein, in der

Lunge oder in einem anderen Organ aufgetreten ist

wenn Sie unter einem systemischen Lupus erythematodes (SLE) leiden

wenn Sie Krebs haben.

Bezüglich Anzeichen für Blutgerinnsel, siehe „Sie müssen die Behandlung sofort abbrechen und

einen Arzt aufsuchen“.

Zum Vergleich:

Betrachtet man Frauen in ihren 50ern, die keine Hormonersatzbehandlung anwenden, ist über

einen 5-Jahres-Zeitraum durchschnittlich bei 4 bis 7 von 1.000 Frauen ein venöses

Blutgerinnsel zu erwarten.

Bei Frauen in ihren 50ern, die eine Hormonersatzbehandlung mit Estrogen und Gestagen über

5 Jahre angewendet haben, treten 9 bis 12 Thrombosefälle pro 1.000 Anwenderinnen auf

(d. h. 5 zusätzliche Fälle).

Herzkrankheit (Herzinfarkt)

Es liegen keine Hinweise darauf vor, dass eine Hormonersatzbehandlung einem Herzinfarkt

vorbeugt.

Bei Frauen, die älter als 60 Jahre sind und die eine kombinierte Hormonersatzbehandlung mit

Estrogen und Gestagen anwenden, besteht im Vergleich zu Frauen, die keine

Hormonersatzbehandlung anwenden, eine leicht erhöhte Wahrscheinlichkeit, eine

Herzkrankheit zu entwickeln.

Schlaganfall

Das Schlaganfallrisiko ist bei Anwenderinnen einer Hormonersatzbehandlung etwa 1,5-fach

höher als bei Nichtanwenderinnen. Die Anzahl der infolge der Anwendung einer

Hormonersatzbehandlung zusätzlich auftretenden Schlaganfälle steigt mit zunehmendem Alter.

Zum Vergleich:

Betrachtet man Frauen in ihren 50ern, die keine Hormonersatzbehandlung anwenden, sind über

einen 5-Jahres-Zeitraum 8 Schlaganfälle pro 1.000 Frauen zu erwarten.

Bei Frauen in ihren 50ern, die eine Hormonersatzbehandlung anwenden, sind es 11 Fälle pro

1.000 Anwenderinnen (d. h. 3 zusätzliche Fälle).

Sonstige Erkrankungen

Eine Hormonersatzbehandlung beugt keinen Gedächtnisstörungen vor. Es gibt einige Hinweise

auf ein erhöhtes Risiko für Gedächtnisstörungen bei Frauen, die zu Beginn der Anwendung

einer Hormonersatzbehandlung älter als 65 Jahre waren. Fragen Sie hierzu Ihren Arzt um Rat.

Einnahme von Merigest zusammen mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen

bzw. kürzlich eingenommen haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige

Arzneimittel, pflanzliche Präparate oder Naturheilmittel handelt. Bestimmte Arzneimittel können

die Wirkung von Merigest beeinträchtigen. Dies kann zu unregelmäßigen Blutungen führen. Dazu

gehören folgende Arzneimittel:

Arzneimittel gegen Epilepsie, die z. B. Phenobarbital, Phenytoin oder Carbamazepin

enthalten

Arzneimittel gegen Tuberkulose, die z. B. Rifampicin, Rifabutin enthalten

bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von HIV-Infektionen, die z. B. Nevirapin, Efavirenz,

Ritonavir, Telaprevir, Nelfinavir enthalten

pflanzliche Arzneimittel, die Johanniskraut (Hypericum perforatum) enthalten.

Labortests

Wenn bei Ihnen eine Blutuntersuchung erforderlich ist, informieren Sie Ihren Arzt oder das

Laborpersonal, dass Sie Merigest einnehmen, da dieses Arzneimittel die Ergebnisse einiger

Laboruntersuchungen beeinträchtigen kann.

Schwangerschaft und Stillzeit

Die Einnahme von Merigest ist nur bei Frauen nach der Menopause vorgesehen. Wenn Sie

schwanger werden, brechen Sie die Einnahme von Merigest ab und suchen Sie Ihren Arzt auf.

Nehmen Sie während der Schwangerschaft oder Stillzeit Merigest nicht ein.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Von Merigest sind keine Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit oder das Bedienen von

Maschinen bekannt.

Merigest enthält Lactose

Lactose ist ein Zucker. Bitte nehmen Sie Merigest daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt

ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten

Zuckern leiden.

3. Wie ist Merigest einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Ihr Arzt wird

versuchen, Ihnen die niedrigste Dosis, die zur Behandlung Ihrer Beschwerden erforderlich ist, für

die kürzest notwendige Zeit zu verordnen. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den

Eindruck haben, dass die Wirkung von Merigest zu stark oder zu schwach ist. Ihr Arzt kann die

Dosis während der Behandlung Ihren individuellen Bedürfnissen anpassen.

Wann kann mit der Behandlung begonnen werden?

Merigest ist eine kontinuierlich kombinierte Hormonersatztherapie; das heißt, dass Estrogen und

Gestagen ohne Unterbrechung gegeben werden.

Wenn Sie gegenwärtig keine Hormonersatztherapie anwenden oder bisher eine

kontinuierlich kombinierte Hormonersatztherapie erhalten haben (bei der Estrogen und

Gestagen zusammen jeden Tag ohne Unterbrechung gegeben werden), können Sie an

jedem beliebigen Tag mit der Einnahme von Merigest beginnen.

Wenn Sie von einer sequenziellen Hormonersatztherapie oder zyklischen

Hormonersatztherapie (bei der das Gestagen über 12–14 Tage pro Zyklus zusätzlich

gegeben wird) umgestellt werden, sollten Sie Ihren Behandlungszyklus beenden und dann

sofort mit der Einnahme von Merigest beginnen.

Wie sollen Sie Merigest einnehmen?

Nehmen Sie jeden Tag eine Filmtablette ein und folgen Sie dabei der Reihenfolge der

Nummern und Pfeile auf der Kalenderpackung. Nehmen Sie die Tablette unzerkaut mit einem

Glas Wasser ein.

Die Kalenderpackung wurde speziell in dieser Weise gestaltet, um Ihnen die korrekte Einnahme

der Tabletten zu erleichtern.

Schreiben Sie den Wochentag, an dem Sie Ihre erste Tablette einnehmen, in das unten stehende

Kästchen. Wenn Sie zum Beispiel an einem Mittwoch mit der Einnahme beginnen, schreiben Sie

„Mittwoch“ in das Kästchen. Das ist dann der gleiche Tag, an dem Sie die Tabletten 8, 15 und 22

einnehmen. Dieses Vorgehen hilft Ihnen nachzuvollziehen, ob Sie jede Tablette am richtigen Tag

eingenommen haben.

Tragen Sie hier Ihren ersten Einnahmetag ein:

Nach der Einnahme der letzten Tablette einer Blisterpackung muss die nächste Blisterpackung

am darauf folgenden Tag begonnen werden, unabhängig davon, ob es zu einer Blutung kommt.

Dieser Tag sollte normalerweise der gleiche Wochentag sein, an dem Sie Ihre vorherige

Blisterpackung begonnen haben. Legen Sie zwischen der alten und der neuen Blisterpackung

keine Pause ein, außer Ihr Arzt weist Sie dazu an.

Am besten nehmen Sie die Tabletten jeden Tag zur gleichen Zeit ein; versuchen Sie eine Routine

darin zu entwickeln.

Halten Sie sich immer an die Anweisungen Ihres Arztes bezüglich Art und Zeitpunkt der

Einnahme der Merigest-Tabletten und verändern Sie nie eigenmächtig Ihre Dosis, egal wie gut

Sie sich fühlen.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie viel Sie von Ihrem Medikament oder wann Sie Ihr

Medikament einnehmen sollen, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Wie lange sollte Merigest eingenommen werden?

Von Zeit zu Zeit wird es notwendig sein, dass Sie mit Ihrem Arzt die möglichen Risiken und den

Nutzen von Merigest besprechen und ob eine weitere Behandlung noch erforderlich ist. Es ist

wichtig, dass die Behandlung in der niedrigstmöglichen wirksamen Dosierung und nicht länger als

nötig durchgeführt wird.

Wenn Sie eine größere Menge von Merigest eingenommen haben, als Sie sollten

Setzen Sie sich sofort mit Ihrem Arzt oder Apotheker in Verbindung, wenn Sie zu viel Merigest

eingenommen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Merigest vergessen haben

Sollten Sie eine Einnahme zur gewohnten Zeit vergessen haben, versuchen Sie die Einnahme

innerhalb von 12 Stunden nachzuholen. Sollte das nicht möglich sein, überspringen Sie die

vergessene Tablette und nehmen Sie die darauf folgende Tablette zur gewohnten Zeit ein.

Wenn bei Ihnen eine Operation geplant ist

Wenn bei Ihnen eine Operation geplant ist, informieren Sie den operierenden Arzt, dass Sie

Merigest einnehmen. Es kann möglich sein, dass Sie Merigest 4 bis 6 Wochen vor der geplanten

Operation absetzen müssen, um das Thromboserisiko zu verringern (siehe Abschnitt 2 unter

„Venöse Blutgerinnsel (Thrombosen)“). Fragen Sie Ihren Arzt, wann Sie die Einnahme von

Merigest fortsetzen können.

Wenn Sie die Einnahme von Merigest abbrechen

Eine Unterbrechung der Behandlung mit Merigest kann das Risiko von Durchbruch- oder

Schmierblutungen erhöhen. Falls nach einer Unterbrechung oder nach Beendigung der

Behandlung Blutungen auftreten, wenden Sie sich bitte sofort an Ihren Arzt. Ihr Arzt muss die

Ursache dafür untersuchen. Holen Sie nach einer längeren Behandlungspause den Rat Ihres

Arztes ein, bevor Sie wieder mit der Einnahme von Merigest beginnen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren

Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Die folgenden Krankheiten wurden bei Frauen, die eine Hormonersatzbehandlung anwenden, im

Vergleich zu Nichtanwenderinnen häufiger berichtet:

Brustkrebs

übermäßiges Wachstum oder Krebs der Gebärmutterschleimhaut

(Endometriumhyperplasie oder -krebs)

Eierstockkrebs

Blutgerinnsel in den Venen der Beine oder der Lunge (venöse Thromboembolie)

Herzkrankheit

Schlaganfall

Gedächtnisstörungen (Demenz), wenn die Hormonersatzbehandlung im Alter von über

65 Jahren begonnen wurde.

Weitere Informationen über diese Nebenwirkungen finden Sie im Abschnitt 2 unter „Was sollten

Sie vor der Einnahme von Merigest beachten?“.

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei

jedem auftreten müssen.

Einige Nebenwirkungen können schwerwiegend sein

Falls eines oder mehrere der folgenden Symptome auftreten, benötigen Sie unverzüglich

medizinische Betreuung:

unerwartete Scheidenblutungen oder Schmierblutungen (Durchbruchblutungen) nach

längerer Einnahme von Merigest oder nach Beendigung der Merigest-Behandlung

schmerzhafte Monatsblutungen

schmerzhafte Schwellung und Rötung der Beine

plötzlich auftretende Brustschmerzen

Atemnot

Brustschmerzen, die in einen Arm oder in den Hals ausstrahlen

gelbliche Verfärbung der Augen und der Gesichtshaut (Gelbsucht)

rascher Blutdruckanstieg

unklare migräneartige Kopfschmerzen

Veränderungen an der Brust, insbesondere eingezogene Haut, Veränderungen der

Brustwarzen, Brustknoten, die Sie sehen oder tasten können.

Nehmen Sie Merigest nicht weiter ein und informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt, falls oben

genannte Symptome auftreten. Bitte beachten Sie die Risiken, die generell mit einer

Hormonersatztherapie verbunden sind (siehe im Abschnitt 2 unter „Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen“).

Weitere Nebenwirkungen

Darüber hinaus wurden folgende Nebenwirkungen bei der Einnahme von Merigest berichtet:

Brustspannen, Brustschmerzen, Vergrößerung der Brust, Brustkrebs

Scheidenausfluss, unregelmäßige Blutungen oder Schmierblutungen

Kopfschmerzen, Benommenheit, Müdigkeit oder Reizbarkeit, Schwindel, veränderter

Geschlechtstrieb, Depression

Bluthochdruck, Herzklopfen (flatterndes Gefühl in der Brust), empfindliche oder

schmerzende Venen (Anzeichen einer Thrombophlebitis), Wasseransammlungen,

Nasenbluten

Magenbeschwerden, Blähungen, Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen im Unterbauch und

Aufgeblähtsein, Probleme mit der Gallenblase (Gallenstauung)

generalisierter Juckreiz, Haarausfall, Quaddeln und Hautausschlag, Akne

Glukoseintoleranz, die zu Schwitzen und Schwindel nach dem Essen führen kann

Gewichtszunahme, Krämpfe in den Beinen

Fibrome (gutartiges Wachstum in der Gebärmutter)

Schmerzen in den Gliedmaßen.

Die folgenden Nebenwirkungen wurden während der Anwendung anderer Präparate zur

Hormonersatzbehandlung berichtet:

Gallenblasenerkrankungen

verschiedene Hauterkrankungen:

Hautverfärbungen, insbesondere im Gesicht und am Hals, so genannte

„Schwangerschaftsflecken“ (Chloasma)

schmerzhafte, rötliche Hautknötchen (Erythema nodosum)

Ausschlag mit schießscheibenartigen oder kreisförmigen rötlichen Flecken bzw.

Entzündungen (Erythema multiforme)

Abnahme der Gedächtnisleistung oder geistigen Leistungsfähigkeit

Durchfall (Diarrhö)

trockene Augen und Kontaktlinsenbeschwerden.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

5. Wie ist Merigest aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton angegebenen Verfalldatum

nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

Nicht über 25 °C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren

Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie

tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Merigest enthält

Die Wirkstoffe sind 2 mg Estradiolvalerat (entsprechend 1,528 mg Estradiol) und 0,7 mg

Norethisteron.

Die sonstigen Bestandteile sind Lactose-Monohydrat, Maisstärke, Povidon (K 25), Talkum,

Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Hypromellose, Macrogol 400, Titandioxid (E 171), Eisen(III)-oxid

rot (E 172).

Wie Merigest aussieht und Inhalt der Packung

Merigest 2 mg/0,7 mg Filmtabletten sind rosa Filmtabletten mit dem Aufdruck „OG“ auf einer Seite

und „CG“ auf der anderen.

Merigest ist in Packungen mit 28, 84 oder 98 Filmtabletten erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Novartis Pharma GmbH

90327 Nürnberg

Telefon: (09 11) 273-0

Telefax: (09 11) 273-12 653

Internet/E-Mail: www.novartis.de

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes

(EWR) unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Deutschland: Merigest

Vereinigtes Königreich: Climesse

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im Februar 2014.

Fachinformation (Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels/SmPC)

Novartis Pharma

Merigest

®

2 mg/0,7 mg Filmtabletten

1.

Bezeichnung des Arzneimittels

Merigest

2 mg/0,7 mg Filmtabletten

2.

Qualitative und quantitative Zusammensetzung

1 Filmtablette enthält:

Estradiolvalerat 2 mg (entsprechend 1,528 mg Estradiol)

Norethisteron 0,7 mg

Dieses Arzneimittel enthält Lactose-Monohydrat.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

Darreichungsform

Filmtablette.

Rosa, bikonvexe Filmtablette mit dem Aufdruck „OG“ auf einer Seite und „CG“ auf der

anderen.

4.

Klinische Angaben

4.1

Anwendungsgebiete

Hormonsubstitutionstherapie (HRT) bei Estrogenmangelsymptomen nach der Menopause.

Prävention einer Osteoporose bei postmenopausalen Frauen mit hohem Frakturrisiko, die

eine Unverträglichkeit oder Kontraindikation gegenüber anderen zur Osteoporoseprävention

zugelassenen Arzneimitteln aufweisen (siehe auch Abschnitt 4.4).

Es liegen nur begrenzte Erfahrungen bei der Behandlung von Frauen über 65 Jahren vor.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Merigest

ist zur kontinuierlich-kombinierten Hormonersatztherapie bestimmt.

Gemäß den Angaben auf der 28-Tage-Kalenderpackung ist täglich eine Filmtablette

einzunehmen. Merigest ist kontinuierlich anzuwenden ohne eine Pause zwischen den

Packungen.

Im folgenden Text steht „Merigest“ für „Merigest 2 mg/0,7 mg Filmtabletten“.

Es wird empfohlen, dass Merigest nicht von Frauen eingenommen werden sollte, deren

letzte natürliche Menstruationsblutung nicht mindestens 12 Monate zurückliegt. Irreguläre

Blutungen können unter der Tabletteneinnahme während der ersten Therapiemonate

auftreten, sind aber gewöhnlich vorübergehend. Bei der Mehrzahl der Patientinnen

entwickelt sich eine Amenorrhö. Eine Amenorrhö tritt am wahrscheinlichsten auf bei Frauen,

die mehr als 2 Jahre postmenopausal sind, kann aber auch bei einem beträchtlichen Anteil

Frauen vor diesem Zeitpunkt erzielt werden. Nach einer Behandlungsdauer von 3−4

Monaten treten bei einigen Frauen fortgesetzt inakzeptable Blutungen auf. In diesen Fällen

sollte Merigest abgesetzt werden. Wenn die Blutungen innerhalb von 3 Wochen nachlassen,

ist keine weitere Abklärung nötig.

Vor Beginn einer Therapie sollte eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden.

Sowohl für den Beginn als auch für die Fortführung einer Behandlung postmenopausaler

Symptome ist die niedrigste wirksame Dosis für die kürzest mögliche Therapiedauer

anzuwenden (siehe auch Abschnitt 4.4).

Bei hysterektomierten Frauen wird der Zusatz eines Gestagens nicht empfohlen, außer in

Fällen, in denen eine Endometriose diagnostiziert wurde.

Patientinnen, die von einer anderen kontinuierlich-sequenziellen oder zyklischen

Hormonsubstitutionstherapie auf Merigest wechseln, sollten den Zyklus beenden und können

dann ohne ein tablettenfreies Einnahmeintervall auf Merigest wechseln. Patientinnen, die

von einer kontinuierlich-kombinierten Therapie auf Merigest wechseln, können dies jederzeit

tun, sofern eine Amenorrhö besteht, oder andernfalls am ersten Tag der Blutung mit der

Einnahme von Merigest beginnen.

Merigest sollte normalerweise nur von Frauen angewandt werden, die länger als 12 Monate

postmenopausal sind. Beim Wechsel von einer sequenziellen Therapie ist der

Menopausenstatus evtl. nicht bekannt, und bei einigen Frauen werden möglicherweise noch

endogene Estrogene produziert. Das könnte zu einem nicht vorhersagbaren Blutungsmuster

führen.

Wurde die Einnahme einer Tablette vergessen, sollte sie innerhalb von 12 Stunden nach

dem üblichen Zeitpunkt eingenommen werden; andernfalls wird diese Tablette verworfen

und die übliche Tablette am nächsten Tag eingenommen.

Durch das Vergessen oder Auslassen einer Tablette erhöht sich die Möglichkeit von

Durchbruchblutungen.

Anwendung bei Patientinnen im höheren Lebensalter

Bei älteren Patientinnen soll Merigest nur bei den angeführten Indikationen verwendet

werden.

Anwendung bei Kindern

Merigest darf nicht an Kinder verabreicht werden.

4.3

Gegenanzeigen

Bestehender oder früherer Brustkrebs bzw. ein entsprechender Verdacht;

estrogenabhängiger maligner Tumor bzw. ein entsprechender Verdacht (vor allem

Endometriumkarzinom);

nicht abgeklärte Blutung im Genitalbereich;

unbehandelte Endometriumhyperplasie;

schwere Nierenfunktionsstörungen;

frühere oder bestehende venöse thromboembolische Erkrankungen (vor allem tiefe

Venenthrombose, Lungenembolie);

bekannte thrombophile Erkrankungen (z. B. Protein-C-, Protein-S- oder Antithrombin-

Mangel, siehe Abschnitt 4.4);

bestehende oder erst kurze Zeit zurückliegende arterielle thromboembolische

Erkrankungen (vor allem Angina pectoris, Myokardinfarkt);

akute Lebererkrankung oder zurückliegende Lebererkrankungen, solange sich die

relevanten Leberenzym-Werte nicht normalisiert haben;

Porphyrie;

bekannte Überempfindlichkeit gegenüber den Wirkstoffen oder einem der in Abschnitt 6.1

genannten sonstigen Bestandteile.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Eine HRT sollte nur zur Behandlung solcher postmenopausaler Beschwerden begonnen

werden, welche die Lebensqualität beeinträchtigen. Nutzen und Risiken sollten in jedem

Einzelfall mindestens jährlich sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. Eine HRT sollte

nur so lange fortgeführt werden, wie der Nutzen die Risiken überwiegt.

Es liegen nur begrenzte Daten zur Bewertung der Risiken einer HRT bei vorzeitiger

Menopause vor. Da jedoch das absolute Risiko bei jüngeren Frauen niedriger ist, könnte das

Nutzen-Risiko-Verhältnis bei jüngeren Frauen günstiger sein als bei älteren.

Medizinische Untersuchung/Kontrolluntersuchungen

Vor Beginn bzw. Wiederaufnahme einer Hormonsubstitutionstherapie ist eine vollständige

Eigen- und Familienanamnese der Patientin zu erheben. Die körperliche Untersuchung

(einschließlich Unterleib und Brust) sollte sich an diesen Anamnesen sowie den

Kontraindikationen und Warnhinweisen orientieren. Während der Behandlung werden

regelmäßige Kontrolluntersuchungen empfohlen, die sich in Häufigkeit und Art nach der

individuellen Risikosituation der Frau richten. Die Frauen sollten darüber aufgeklärt werden,

welche Veränderungen der Brüste sie dem Arzt mitteilen müssen (siehe „Brustkrebs“ weiter

unten). Die Untersuchungen, einschließlich bildgebender Verfahren wie Mammographie, sind

entsprechend der gegenwärtig üblichen Vorsorgepraxis und den klinischen Notwendigkeiten

der einzelnen Frau durchzuführen.

Situationen, die eine Überwachung erfordern

Die Patientinnen sollten engmaschig überwacht werden, wenn eine der folgenden

Situationen bzw. Erkrankungen vorliegt oder früher vorlag bzw. sich während einer

Schwangerschaft oder einer zurückliegenden Hormonbehandlung verschlechtert hat. Dies

gilt auch für den Fall, dass eine der nachfolgend genannten Situationen oder Erkrankungen

im Laufe der aktuellen Hormonsubstitutionstherapie mit Merigest auftritt bzw. sich

verschlechtert:

Leiomyom (Uterusmyom) oder Endometriose;

Risikofaktoren für Thromboembolien (siehe unten);

Risikofaktoren für estrogenabhängige Tumore, z. B. Auftreten von Mammakarzinom bei

Verwandten 1. Grades;

Hypertonie;

Lebererkrankungen (z. B. Leberadenom);

Diabetes mellitus mit oder ohne Beteiligung der Gefäße;

Cholelithiasis;

Migräne oder (schwere) Kopfschmerzen;

Systemischer Lupus erythematodes (SLE);

Endometriumhyperplasie in der Vorgeschichte (siehe unten);

Epilepsie;

Asthma;

Otosklerose.

Gründe für einen sofortigen Therapieabbruch

Die Therapie ist bei Vorliegen einer Kontraindikation sowie in den folgenden Situationen

abzubrechen:

- Ikterus oder Verschlechterung der Leberfunktion;

- signifikante Erhöhung des Blutdrucks;

- Einsetzen migräneartiger Kopfschmerzen;

- Schwangerschaft.

Endometriumhyperplasie und -krebs

Bei Frauen mit intaktem Uterus ist das Risiko für Endometriumhyperplasie und -karzinom bei

längerfristiger Estrogen-Monotherapie erhöht. Der berichtete Anstieg des Risikos für die

Entstehung eines Endometriumkarzinoms bei Anwenderinnen einer Estrogen-Monotherapie

schwankt zwischen einer zweifachen bis zu einer zwölffachen Zunahme, verglichen mit

Frauen ohne HRT, abhängig von der Dauer der Anwendung und der Höhe der

Estrogendosis (siehe Abschnitt 4.8). Nach Beendigung der Behandlung kann das Risiko für

mindestens 10 Jahre erhöht bleiben.

Die zusätzliche zyklische Gabe eines Gestagens für die Dauer von mindestens 12 Tagen pro

Monat bzw. pro 28-Tage-Zyklus oder die kontinuierliche kombinierte Estrogen-Gestagen-

Behandlung von Frauen mit intaktem Uterus kompensiert das zusätzliche Risiko, das von der

Estrogen-Monotherapie ausgeht.

Durchbruch- und Schmierblutungen können während der ersten Monate der Behandlung

auftreten. Wenn solche Blutungen einige Zeit später im Verlauf der Therapie auftreten oder

nach Therapieende anhalten, muss die Ursache ermittelt und u. U. eine Biopsie des

Endometriums durchgeführt werden, um eine maligne Erkrankung des Endometriums

auszuschließen.

Brustkrebs

Die vorliegenden Erkenntnisse weisen auf ein insgesamt erhöhtes, von der

Anwendungsdauer abhängiges Brustkrebsrisiko für Frauen hin, die Estrogen-Gestagen-

Kombinationen anwenden. Möglicherweise gilt dies auch für eine HRT mit Estrogen-

Monopräparaten.

Kombinierte Estrogen-Gestagen-Therapie

In einer randomisierten, placebokontrollierten Studie, der Women’s Health Initiative Study

(WHI-Studie), und in epidemiologischen Studien ergab sich übereinstimmend ein erhöhtes

Brustkrebsrisiko bei Frauen, die im Rahmen einer HRT Estrogen-Gestagen-Kombinationen

angewendet haben. Das erhöhte Risiko zeigte sich nach etwa drei Jahren (siehe Abschnitt

4.8).

Estrogen-Monotherapie

Die WHI-Studie zeigte kein erhöhtes Brustkrebsrisiko bei hysterektomierten Frauen unter

einer Estrogen-Monotherapie. Beobachtungsstudien haben unter einer Estrogen-

Monotherapie meist ein geringfügig erhöhtes Risiko für eine Brustkrebsdiagnose gezeigt, das

jedoch wesentlich niedriger war als das Risiko bei Anwenderinnen von Estrogen-Gestagen-

Kombinationen (siehe Abschnitt 4.8).

Das erhöhte Risiko zeigt sich nach einigen Anwendungsjahren, kehrt jedoch einige

(spätestens fünf) Jahre nach Behandlungsende wieder auf das altersentsprechende

Grundrisiko zurück.

Eine HRT, insbesondere eine kombinierte Behandlung mit Estrogenen und Gestagenen,

führt zu einer erhöhten Brustdichte in der Mammographie, was sich nachteilig auf die

radiologische Brustkrebsdiagnostik auswirken kann.

Venöse Thromboembolie

Eine HRT ist mit einem 1,3- bis 3-fach erhöhten Risiko für venöse Thromboembolien (VTE)

verbunden, vor allem für tiefe Venenthrombosen oder Lungenembolien. Im ersten Jahr einer

HRT ist das Auftreten einer VTE wahrscheinlicher als später (siehe Abschnitt 4.8).

Zu den allgemein anerkannten VTE-Risikofaktoren gehören die Anwendung von Estrogenen,

ein höheres Alter, größere Operationen, längere Immobilisierung, erhebliches Übergewicht

(BMI > 30 kg/m

), Schwangerschaft/Wochenbett, systemischer Lupus erythematodes (SLE)

und Krebs.

Es besteht kein Konsens über die mögliche Rolle von Varizen bei VTE.

Patientinnen mit bekannter Thrombophilie haben ein erhöhtes VTE-Risiko. Eine HRT kann

dieses Risiko erhöhen und ist daher bei diesen Patientinnen kontraindiziert (siehe Abschnitt

4.3). Bei Patientinnen unter einer dauerhaften Behandlung mit Antikoagulanzien sollte vor

der Anwendung einer HRT das Risiko-Nutzen-Verhältnis sorgfältig abgewogen werden.

Wie bei allen postoperativen Patienten müssen vorbeugende Maßnahmen zur Verhinderung

einer VTE nach der Operation berücksichtigt werden. Bei längerer Immobilisierung nach

einer geplanten Operation wird empfohlen, die HRT 4 bis 6 Wochen vor dem Eingriff

auszusetzen. Die Behandlung sollte erst dann wieder aufgenommen werden, wenn die Frau

wieder vollständig mobilisiert ist.

Bei Frauen ohne VTE in der Vorgeschichte, aber mit Verwandten ersten Grades, die bereits

in jungen Jahren an VTE erkrankten, kann ein Thrombophilie-Screening in Erwägung

gezogen werden. Vorher sollte die Patientin eingehend über die begrenzte Aussagekraft

dieses Verfahrens beraten werden (es wird nur ein Teil der Defekte identifiziert, die zu einer

Thrombophilie führen). Wird ein thrombophiler Defekt festgestellt und sind außerdem

Thrombosen bei Verwandten bekannt oder ist der festgestellte Defekt schwerwiegend (z. B.

Antithrombin-, Protein-S- und/oder Protein-C-Mangel oder eine Kombination von Defekten),

so ist eine HRT kontraindiziert.

Sollte sich eine VTE nach Beginn der HRT entwickeln, muss das Arzneimittel abgesetzt

werden. Die Patientinnen sollten darauf hingewiesen werden, dass sie sofort Kontakt mit

ihrem Arzt aufnehmen müssen, wenn sie mögliche Symptome einer Thromboembolie

bemerken (insbesondere schmerzhafte Schwellung eines Beins, plötzlicher Schmerz im

Brustkorb, Atemnot).

Koronare Herzkrankheit

Es gibt keine Hinweise aus randomisierten, kontrollierten Studien, dass eine kombinierte

HRT mit Estrogen und Gestagen oder eine Estrogen-Monotherapie Frauen vor einem

Myokardinfarkt schützt, unabhängig davon, ob bei ihnen eine koronare Herzkrankheit vorliegt

oder nicht.

Kombinierte Estrogen-Gestagen-Therapie

Das relative Risiko einer koronaren Herzkrankheit ist unter einer kombinierten HRT mit

Estrogen und Gestagen geringfügig erhöht. Da das Ausgangsrisiko für eine koronare

Herzkrankheit in hohem Maß altersabhängig ist, ist die Zahl der zusätzlich auftretenden

Fälle, die auf die HRT aus Estrogen und Gestagen zurückgehen, bei prämenopausalen

gesunden Frauen sehr gering. Die Zahl steigt jedoch mit zunehmendem Alter.

Estrogen-Monotherapie

In randomisierten kontrollierten Studien wurden keine Hinweise für ein erhöhtes Risiko einer

koronaren Herzkrankheit bei hysterektomierten Frauen unter einer Estrogen-Monotherapie

gefunden.

Schlaganfall

Die kombinierte Behandlung mit Estrogen und Gestagen und die Estrogen-Monotherapie

sind mit einem bis zu 1,5-fach erhöhten Schlaganfallrisiko verbunden. Das relative Risiko ist

unabhängig vom Alter und der Zeitspanne, die seit der Menopause vergangen ist. Da

allerdings das Grundrisiko, einen Schlaganfall zu erleiden, in hohem Maß altersabhängig ist,

nimmt das Gesamtrisiko eines Schlaganfalls für Frauen unter einer HRT mit zunehmendem

Alter zu (siehe Abschnitt 4.8).

Ovarialkarzinom

Das Ovarialkarzinom ist viel seltener als Brustkrebs. Die Langzeitanwendung (mindestens

5 bis 10 Jahre) von Estrogen-Monoarzneimitteln zur Hormonsubstitutionstherapie (HRT) ist

mit einem leicht erhöhten Ovarialkarzinom-Risiko verbunden (siehe Abschnitt 4.8).

Einige Studien einschließlich der WHI-Studie deuten darauf hin, dass das entsprechende

Risiko unter der Langzeitanwendung einer kombinierten HRT vergleichbar oder geringfügig

geringer ist (siehe Abschnitt 4.8).

Sonstige Erkrankungszustände

Estrogene können eine Flüssigkeitsretention bewirken; daher müssen Patientinnen mit

kardialen oder renalen Funktionsstörungen sorgfältig beobachtet werden.

Frauen mit vorbestehender Hypertriglyzeridämie müssen während einer Estrogen- oder

Hormonsubstitutionstherapie engmaschig überwacht werden, weil im Zusammenhang mit

einer Estrogentherapie unter derartigen Umständen von seltenen Fällen eines starken

Triglyzeridanstiegs im Plasma mit der Folge einer Pankreatitis berichtet wurde.

Estrogene erhöhen die Konzentration des thyroxinbindenden Globulins (TBG), wodurch es

zu einem Anstieg des gesamten zirkulierenden Schilddrüsenhormons kommt, was anhand

des proteingebundenen Iods (PBI), des T4-Spiegels (Säulen- oder Radioimmunoassay) oder

T3-Spiegels (Radioimmunoassay) gemessen wird. Die T3-Harzaufnahme ist herabgesetzt,

was einen TBG-Anstieg widerspiegelt. Die freien T4- und T3-Konzentrationen verändern sich

nicht. Andere Bindungsproteine können im Serum erhöht sein, wie das kortikoidbindende

Globulin (CBG) und das geschlechtshormonbindende Globulin (sex hormone binding

globulin/SHBG), was zu einem Ansteigen der zirkulierenden Kortikosteroide bzw.

Sexualhormone führt.

Freie oder biologisch aktive Hormonkonzentrationen bleiben unverändert. Andere

Plasmaproteine können erhöht sein (Angiotensinogen/Renin-Substrat, Alpha-1-Antitrypsin,

Coeruloplasmin).

Bei Patienten, die eine Schilddrüsen-Hormonersatzbehandlung benötigen und zusätzlich

Estrogene einnehmen, sollte die Schilddrüsenfunktion regelmäßig überprüft werden, um zu

gewährleisten, dass die Schilddrüsenhormonspiegel in einem akzeptablen Bereich bleiben.

Unter einer HRT verbessern sich die kognitiven Fähigkeiten nicht. Es gibt Hinweise auf ein

erhöhtes Risiko für eine wahrscheinliche Demenz bei Frauen, die bei Beginn einer

kontinuierlichen kombinierten HRT oder einer Estrogen-Monotherapie älter als 65 Jahre

waren.

Estrogene können Symptome eines Angioödems auslösen oder verstärken, insbesondere

bei Frauen mit hereditärem Angioödem.

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-

Galactose-Malabsorption sollten Merigest nicht einnehmen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Der Metabolismus der Estrogene und Gestagene kann durch die gleichzeitige Anwendung

von Substanzen verstärkt werden, die Arzneimittel-metabolisierende Enzyme, vor allem die

Cytochrom-P-450-Enzyme, induzieren. Zu diesen Substanzen gehören Antikonvulsiva (z. B.

Phenobarbital, Phenytoin, Carbamazepin) und Antiinfektiva (z. B. Rifampicin, Rifabutin,

Nevirapin, Efavirenz).

Ritonavir, Telaprevir und Nelfinavir haben, wenn sie zeitgleich mit Steroidhormonen

angewandt werden, enzymstimulierende Eigenschaften, obwohl sie eigentlich als starke

Enzymhemmer bekannt sind.

Pflanzliche Arzneimittel, die Johanniskraut (Hypericum perforatum) enthalten, können den

Metabolismus der Estrogene und Gestagene induzieren.

Klinisch kann ein erhöhter Estrogen- und Gestagenmetabolismus zu einer verminderten

Wirkung dieser Hormone und zu Veränderungen des uterinen Blutungsmusters führen.

Durch eine Estrogentherapie können einige Labortests beeinflusst werden, wie

beispielsweise Glucosetoleranz- oder Schilddrüsenfunktionstests.

4.6

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Merigest ist in der Schwangerschaft nicht indiziert. Wenn es während der Behandlung mit

Merigest zur Schwangerschaft kommt, sollte die Behandlung sofort abgebrochen werden.

Daten aus einer begrenzten Anzahl exponierter Schwangerschaften weisen auf

unerwünschte Wirkungen von Norethisteron auf den Fetus hin. Bei Dosierungen, die höher

als die normalerweise in oralen Kontrazeptiva oder Hormonersatzpräparaten verwendeten

sind, wurde eine Maskulinisierung weiblicher Feten beobachtet.

Die meisten zurzeit vorliegenden epidemiologischen Studien, die hinsichtlich einer

unbeabsichtigten Exposition des Fetus mit Estrogen-Gestagen-Kombinationen relevant sind,

zeigen keine teratogenen oder fetotoxischen Wirkungen.

Stillzeit

Merigest ist in der Stillzeit nicht indiziert.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es wurden keine beeinträchtigenden Wirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit oder auf die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen festgestellt.

4.8

Nebenwirkungen

Tabelle 1 zeigt zusammengefasst Nebenwirkungen aus früheren klinischen Studien und aus

Erfahrungen nach Markteinführung. Die Nebenwirkungen sind nach MedDRA

Systemorganklassen aufgeführt, die Häufigkeit ist nicht bekannt.

Tabelle 1 Nebenwirkungen

Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)

Brustkrebs.

Erkrankungen des Immunsystems

Überempfindlichkeit.

Psychiatrische Erkrankungen

Depression, depressive Verstimmung, Reizbarkeit, Libidostörungen.

Erkrankungen des Nervensystems

Benommenheit, Schwindel, Kopfschmerzen.

Herzerkrankungen

Palpitationen.

Gefäßerkrankungen

Embolie, Thrombophlebitis, Bluthochdruck, Migräne, Nasenbluten.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Erbrechen, abdominelle Schmerzen, Dyspepsie, Blähungen, Übelkeit, Aufgeblähtsein.

Leber- und Gallenerkrankungen

Gallestauung.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Urtikaria, Ausschlag, generalisierter Juckreiz, Alopezie, Akne.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Schmerzen in den Gliedmaßen, Muskelkrämpfe.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Endometriumhyperplasie, Uterusleiomyom, unangenehmes Gefühl in der Brust,

Brustschmerzen, Brustspannen, Brustvergrößerung.

Während der ersten Behandlungsmonate können Metrorrhagien oder vaginale

Hämorrhagien auftreten, die gewöhnlich vorübergehend sind. Vaginaler Ausfluss,

Dysmenorrhö.

Untersuchungen

Verminderte Glukosetoleranz, anormaler Leberfunktionstest, Gewichtszunahme.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Ödem, Müdigkeit.

Brustkrebs

Bei Frauen, die eine kombinierte Estrogen-Gestagen-Therapie über mehr als 5 Jahre

durchgeführt hatten, war das Risiko für eine Brustkrebsdiagnose bis zu 2-fach erhöht.

Bei Anwenderinnen einer Estrogen-Monotherapie ist das erhöhte Risiko deutlich

geringer als bei Anwenderinnen von Estrogen-Gestagen-Kombinationspräparaten.

Die Höhe des Risikos ist abhängig von der Anwendungsdauer (siehe Abschnitt 4.4).

Die Ergebnisse der größten randomisierten, placebokontrollierten Studie (WHI-

Studie) und der größten epidemiologischen Studie (MWS) sind nachfolgend

dargestellt:

Million Women Study (MWS) – Geschätztes zusätzliches Brustkrebsrisiko nach 5-

jähriger HRT

Altersgruppe

(Jahre)

Zusätzliche Fälle bei

1.000 HRT-

Nichtanwenderinnen

über einen Zeitraum

von 5 Jahren *

Relatives

Risiko #

Zusätzliche Fälle bei

1.000 HRT-

Anwenderinnen über

einen Zeitraum von

5 Jahren (95%-KI)

Estrogen-Monotherapie

50-65

9-12

1-2 (0-3)

Estrogen-Gestagen-Kombinationstherapie

50-65

9-12

6 (5-7)

# Relatives Risiko insgesamt. Das relative Risiko ist nicht konstant, sondern steigt mit

zunehmender Anwendungsdauer.

Hinweis: Da die Ausgangs-Inzidenzen für Brustkrebs in den EU-Ländern unterschiedlich

sind, variiert auch entsprechend die Anzahl der zusätzlichen Brustkrebsfälle.

* bezogen auf die Ausgangs-Inzidenzrate in den Industrieländern

WHI-Studien in USA – zusätzliches Brustkrebsrisiko nach 5-jähriger HRT

Altersgruppe

(Jahre)

Inzidenz bei

1.000 Frauen im

Placebo-Arm über einen

Zeitraum von

5 Jahren

Relatives

Risiko

(95%-KI)

Zusätzliche Fälle bei

1.000 HRT-

Anwenderinnen über

einen Zeitraum von

5 Jahren (95%-KI)

Estrogen-Monotherapie (CEE)

50-79

0,8 (0,7-

1,0)

-4 (-6-0) *

Estrogen & Gestagen (CEE + MPA) #

50-79

1,2 (1,0-

1,5)

+4 (0-9)

# Bei Beschränkung der Auswertung auf Frauen, die vor der Studie keine HRT

angewendet hatten, erschien das Risiko während der ersten 5 Behandlungsjahre nicht

erhöht: Nach 5 Jahren war das Risiko höher als bei unbehandelten Frauen.

* WHI-Studie bei Frauen ohne Uterus, die kein erhöhtes Brustkrebsrisiko zeigte.

Endometriumkarzinom

Postmenopausale Frauen mit intaktem Uterus

Ungefähr 5 von 1.000 Frauen mit intaktem Uterus, die keine HRT anwenden, entwickeln

ein Endometriumkarzinom.

Bei Frauen mit intaktem Uterus wird die Anwendung einer Estrogen-Monotherapie nicht

empfohlen, da diese das Risiko eines Endometriumkarzinoms erhöht (siehe Abschnitt

4.4).

In Abhängigkeit von der Dauer der Estrogen-Monotherapie und der Estrogendosis lag das

erhöhte Risiko eines Endometriumkarzinoms in epidemiologischen Studien bei 5 bis 55

zusätzlich diagnostizierten Fällen pro 1.000 Frauen im Alter zwischen 50 und 65 Jahren.

Durch Zugabe eines Gestagens zu der Estrogen-Monotherapie für mindestens 12 Tage

pro Zyklus kann dieses erhöhte Risiko vermieden werden. In der Million Women Study

war nach 5-jähriger Anwendung einer kombinierten HRT (sequenziell oder kontinuierlich)

das Risiko eines Endometriumkarzinoms nicht erhöht (RR 1,0 (95%-KI 0,8-1,2)).

Ovarialkarzinom

Langzeitanwendung von Estrogen-Monoarzneimitteln und von Estrogen-Gestagen-

Kombinationsarzneimitteln zur HRT ist mit einem geringfügig erhöhten Ovarialkarzinom-

Risiko verbunden. In der Million Women Study ergab sich nach 5 Jahren HRT ein

zusätzlicher Fall pro 2.500 Anwenderinnen.

Venöse Thromboembolien

Das relative Risiko für das Auftreten einer venösen Thromboembolie (VTE), z. B. einer

Thrombose der tiefen Bein- bzw. Beckenvenen oder einer Lungenembolie, ist bei einer HRT

um das 1,3- bis 3-Fache erhöht. Das Auftreten eines solchen Ereignisses ist während des

ersten Behandlungsjahres wahrscheinlicher als in den Folgejahren der Behandlung (siehe

Abschnitt 4.4). Die diesbezüglichen Ergebnisse der WHI-Studien sind im folgenden Abschnitt

dargestellt:

WHI-Studien - zusätzliches Risiko für VTE nach 5-jähriger HRT

Altersgruppe

(Jahre)

Inzidenz pro

1.000 Frauen im

Placebo-Arm über einen

Zeitraum von 5 Jahren

Relatives Risiko

(95%-KI)

Zusätzliche Fälle pro

1.000 HRT-

Anwenderinnen nach

5 Jahren

Orale Estrogen-Monotherapie*

50-59

1,2 (0,6-2,4)

1 (-3-10)

Kombinierte orale Estrogen-Gestagen-Einnahme

50-59

2,3 (1,2-4,3)

5 (1-13)

* Studie bei Frauen ohne Uterus

Koronare Herzkrankheit

Bei Anwenderinnen einer kombinierten Estrogen-Gestagen-HRT im Alter von über 60 Jahren

ist das Risiko für die Entwicklung einer koronaren Herzkrankheit leicht erhöht (siehe

Abschnitt 4.4).

Schlaganfall

Die Anwendung einer Estrogen-Monotherapie oder einer kombinierten Estrogen-Gestagen-

Therapie ist verbunden mit einem bis zu 1,5-fach erhöhten Risiko für einen ischämischen

Schlaganfall. Das Risiko für einen hämorrhagischen Schlaganfall ist unter einer HRT nicht

erhöht.

Dieses relative Risiko ist unabhängig vom Alter oder von der Anwendungsdauer. Da das

Ausgangsrisiko jedoch stark vom Alter abhängt, erhöht sich das Gesamtrisiko bei Frauen

unter einer HRT mit zunehmendem Alter (siehe Abschnitt 4.4).

Kombinierte WHI-Studien - zusätzliches Risiko für ischämischen Schlaganfall* nach 5-

jähriger HRT

Altersgruppe

(Jahre)

Inzidenz pro

1.000 Frauen im

Placebo-Arm über

5 Jahre

Relatives Risiko

(95%-KI)

Zusätzliche Fälle pro

1.000 HRT-

Anwenderinnen über

5 Jahre

50-59

1,3 (1,1-1,6)

3 (1-5)

* Es wurde nicht zwischen ischämischem und hämorrhagischem Schlaganfall

unterschieden.

In Zusammenhang mit einer Estrogen-/Gestagen-Behandlung wurden weitere unerwünschte

Arzneimittelwirkungen berichtet:

Erkrankung der Gallenblase;

Haut- und Unterhauterkrankungen: Chloasma, Erythema multiforme, Erythema nodosum,

vaskuläre Purpura;

wahrscheinliche Demenz bei Frauen im Alter von über 65 Jahren (siehe Abschnitt 4.4);

cholestatische Gelbsucht;

Cholelithiasis;

Diarrhö;

trockene Augen;

Veränderungen in der Zusammensetzung des Tränenfilms.

4.9

Überdosierung

Es wurden keine gesundheitsschädigenden Wirkungen aufgrund von Überdosierung

mitgeteilt. Es gibt keine spezifischen Antidote bei Überdosierung und eine erforderliche

weitere Behandlung sollte rein symptomatisch ausgerichtet sein.

5.

Pharmakologische Eigenschaften

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Gestagene und Estrogene

ATC-Code: G03FA01

Estradiol

Der Wirkstoff, synthetisches 17

-Estradiol, ist chemisch und biologisch mit dem

körpereigenen humanen Estradiol identisch. Es substituiert den Verlust der Estrogen-

produktion bei menopausalen Frauen und mindert die damit verbundenen Beschwerden.

Estrogene beugen dem Verlust an Knochenmasse nach der Menopause oder nach der

Ovarektomie vor.

Estradiolvalerat wird bei Estrogenmangelzuständen eingesetzt. Die Behandlung mit

Estrogenen bessert vasomotorische Symptome der Menopause. Estrogene gehen in die

Plazenta über.

Gestagen

Da Estrogene das Endometriumwachstum fördern, erhöht die ungehinderte Estrogen-Gabe

das Risiko von Endometriumhyperplasie und -karzinom. Die Zugabe eines Gestagens

reduziert das estrogenbedingte Risiko einer Endometriumhyperplasie bei Frauen ohne

Hysterektomie deutlich.

Norethisteron ist ein Gestagen, das zugesetzt wird, um eine Endometriumhyperplasie und

ein erhöhtes Risiko für ein Endometriumkarzinom zu verhüten, die bei alleiniger Estrogen-

Anwendung induziert werden können.

Osteoporoseprävention

Estrogenmangel in der Menopause geht mit einem erhöhten Knochenumsatz und einem

Verlust an Knochenmasse einher. Die Wirkung von Estrogenen auf die Knochendichte ist

dosisabhängig. Der Schutz ist offenbar so lange wirksam, wie die Behandlung fortgesetzt

wird. Nach Beendigung der HRT ist der Verlust an Knochenmasse dem unbehandelter

Frauen vergleichbar.

Aus der WHI-Studie und Metaanalysen weiterer Studien geht hervor, dass die aktuelle

Anwendung einer HRT, allein oder in Kombination mit einem Gestagen, bei überwiegend

gesunden Frauen das Risiko von Hüft-, Wirbelkörper- oder sonstigen osteoporotischen

Frakturen reduziert. Eine HRT könnte auch Frakturen bei Frauen mit geringer

Knochendichte und/oder nachgewiesener Osteoporose vorbeugen, hierfür liegen jedoch

nur begrenzte Erkenntnisse vor.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Estradiol

Resorption

Estradiolvalerat wird, wie die meisten natürlichen Estrogene, sofort und vollständig aus dem

Gastrointestinaltrakt (GI) resorbiert. Wenn es oral in Dosen von 1−2 mg gegeben wird,

werden Plasmaspitzenkonzentrationen von Estradiol im Allgemeinen 3−6 Stunden nach

Einnahme beobachtet. Estradiol durchläuft auch den enterohepatischen Kreislauf.

Verteilung

Bei der systemischen Zirkulation wird Estradiol zu annähernd 52 % an Plasmaalbumin und

zu 45–46 % an geschlechtshormonbindendes Globulin gebunden. Nur 2 % sind frei und

biologisch aktiv.

Metabolismus

Estradiol unterliegt einem extensiven First-Pass-Effekt. Estradiol wird hauptsächlich in der

Leber zu Estron metabolisiert und dann zu Estriol, Epi-Estriol und Catechol-Estrogenen, die

dann zu Sulfaten und Glukuroniden konjugiert werden. Die Cytochrom-P-450-Isoformen

CYP1A2 und CYP3A4 katalysieren die Hydroxylierung von Estradiol, wobei Estriol entsteht.

Estriol wird im Menschen durch UGT1A1 und UGT2B7 glukuronidiert. Die Estradiol-

Metaboliten werden über den enterohepatischen Kreislauf verstoffwechselt. Es wurden

weitere Metaboliten (wie beispielsweise 2-Methoxy-, 2-Hydroxy-3-Methoxy- und 4-Methoxy-

Estradiol) identifiziert.

Elimination

Die Eliminationshalbwertszeit von Estradiol beträgt annähernd eine Stunde. Die

systemischen Konzentrationen von Estradiol fielen 24 Stunden (Zeitspanne 6 bis

48 Stunden) nach Dosisgabe wieder auf den Ausgangswert (beispielsweise auf die

Konzentration vor der Behandlung) zurück. Estradiol wird über die Nieren im Urin als Sulfat

und Glukuronid-ester ausgeschieden, während ein kleiner Anteil als unverändertes Estradiol

ausgeschieden wird.

Norethisteronacetat

Resorption

Norethisteron wird aus dem Gastrointestinaltrakt absorbiert und seine Wirkungen halten

mindestens 24 Stunden an. Wenn eine Dosis von 1 mg gegeben wird, treten breite

Schwankungen der Norethisteron-Spiegel im Serum zu jedem Zeitpunkt nach der Applikation

auf (100−1.700 pg/ml). Norethisteron unterliegt einem First-Pass-Effekt mit einem daraus

resultierenden Dosisverlust von 36 %. Nach einer Injektion ist es im Plasma 2 Tage lang

nachweisbar und ist nach 5 Tagen noch nicht vollständig im Urin ausgeschieden. Es gibt

große interindividuelle Unterschiede in der Bioverfügbarkeit.

Verteilung

Im Plasma wird Norethisteron zu annähernd 35 % an geschlechtshormonbindendes Globulin

(sex hormone binding globulin, SHBG) und zu 61 % an Albumin gebunden. Nur 4 % sind frei

und biologisch aktiv.

Metabolismus

Die wichtigsten Metaboliten sind mehrere Isomere des 5-

-Dihydronorethisterons und des

Tetrahydronorethisterons, die zu Glukuroniden weiter verstoffwechselt werden.

Elimination

Die Eliminationshalbwertszeit von Norethisteron liegt zwischen 6 und 8 Stunden und es wird

primär im Urin als Glukuronid der Metaboliten ausgeschieden. Es gibt große interindividuelle

Unterschiede in der Eliminationshalbwertszeit.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Die akute Toxizität von Estrogenen ist gering. Wegen ausgeprägter Speziesunterschiede

besitzen tierexperimentelle Untersuchungsergebnisse nur einen beschränkten prädiktiven

Wert für die Anwendung von Estrogenen beim Menschen.

Bei Versuchstieren zeigte Estradiol oder Estradiolvalerat in relativ geringer oraler Dosierung

einen embryoletalen Effekt; es wurden Missbildungen des Urogenitaltrakts und

Feminisierung männlicher Feten beobachtet.

Norethisteron verursachte, wie andere Gestagene auch, bei Ratten und Affen eine

Virilisation von weiblichen Feten. Nach hohen Dosen von Norethisteron wurden embryoletale

Effekte beobachtet.

Bei einigen Tierspezies erhöht die längerfristige, kontinuierliche Gabe von natürlichen und

synthetischen Estrogenen und Norethisteron die Tumorhäufigkeit in bestimmten

hormonabhängigen Geweben.

6.

Pharmazeutische Angaben

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern

Lactose-Monohydrat

Maisstärke,

Povidon (K 25)

Talkum

Magnesiumstearat (Ph.Eur.)

Tablettenüberzug

Hypromellose

Macrogol 400

Titandioxid (E 171)

Eisen(III)-oxid rot (E 172)

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern. In der Originalverpackung aufbewahren.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Aluminium/UPVC-Blister.

Eine Packung enthält 28, 84 bzw. 98 Filmtabletten.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen

Anforderungen zu beseitigen.

7.

Inhaber der Zulassung

Novartis Pharma GmbH

90327 Nürnberg

Hausadresse:

Roonstraße 25

90427 Nürnberg

Telefon: (09 11) 273-0

Telefax: (09 11) 273-12 653

Info-Service:

Telefon: (0 18 02) 23 23 00 (0,06 € pro Anruf aus dem deutschen Festnetz; max. 0,42 € pro

Minute aus dem deutschen Mobilfunknetz)

Telefax: (09 11) 273-12 160

8.

Zulassungsnummer

39491.00.00

9.

Datum der Erteilung der Zulassung/Verlängerung der Zulassung

Datum der Erteilung der Zulassung: 02. Juni 1997

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 14. August 2007

10.

Stand der Information

Februar 2014

11.

Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Teilen Sie diese Informationen