Madopar LIQ 125 Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-05-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-10-2018

Wirkstoff:
levodopum, benserazidum
Verfügbar ab:
Roche Pharma (Schweiz) AG
ATC-Code:
N04BA02
INN (Internationale Bezeichnung):
levodopum, benserazidum
Darreichungsform:
Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen
Zusammensetzung:
levodopum 100.00 mg, benserazidum 25.00 mg ut benserazidi hydrochloridum, acidum citricum, amylum pregelificatum, cellulosum microcristallinum, magnesii stearas pro compresso.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Morbus Parkinson, Restless-Legs-Syndrom
Zulassungsnummer:
52377
Berechtigungsdatum:
1994-02-24

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-05-2020

Fachinformation Fachinformation - Französisch

01-05-2020

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-05-2020

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

01-05-2020

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen

das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Madopar®

Roche Pharma (Schweiz) AG

Was ist Madopar und wann wird es angewendet?

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

1. Parkinsonsche Krankheit

Die Parkinsonsche Krankheit äussert sich in verlangsamten Bewegungen, Steifigkeit der Muskulatur und

Zittern. Diese Krankheitszeichen sind von Patient zu Patient bzw. von Patientin zu Patientin verschieden

stark ausgeprägt. Daher ist die im Volksmund gebräuchliche Bezeichnung «Schüttellähmung» nicht

immer zutreffend.

Man weiss heute, dass bei der Parkinsonschen Krankheit in bestimmten Zentren des Gehirns ein

gewisser Stoff in ungenügender Menge vorhanden ist. Dieser Stoff heisst Dopamin. Dessen Mangel

kann zu den erwähnten Störungen führen. Die Schwierigkeit bei der Behandlung der Parkinsonschen

Krankheit liegt darin, dass Dopamin nur in ungenügender Menge vom Blut ins Gehirn übertreten kann.

Dagegen kann dies die chemische Vorstufe von Dopamin (Levodopa).

Leider verwandelt der Körper einen grossen Teil des verabreichten Levodopas schon ausserhalb des

Gehirns in Dopamin. Das hat zur Folge, dass das Blut nicht genug Levodopa ins Gehirn transportieren

kann. Zudem verursacht das ausserhalb des Gehirns entstandene Dopamin unangenehme

Nebenwirkungen.

Madopar ist ein Arzneimittel zur Behandlung der Beschwerden bei Parkinsonscher Krankheit. Es enthält

zwei Komponenten: Levodopa und Benserazid (als Hydrochlorid).

Benserazid verhindert ausserhalb des Gehirns die Umwandlung von Levodopa in Dopamin. Da

Benserazid selbst nicht ins Gehirn eindringt, geschieht in Ihrem Körper folgendes: Das zugeführte

Levodopa (1. Komponente von Madopar) kann sich wegen Benserazid (2. Komponente von Madopar)

ausserhalb des Gehirns kaum in Dopamin umwandeln. Da Levodopa vom Blut ins Gehirn eindringt -

und Benserazid nicht -, wird Levodopa nun hauptsächlich im Gehirn in Dopamin verwandelt. Dies ist

das Ziel der Behandlung, nämlich das fehlende Dopamin im Gehirn zu ergänzen. Madopar kann auf

diese Weise die Beschwerden der Parkinsonschen Krankheit günstig beeinflussen. Es heilt aber die

Krankheit nicht, da es die Ursache des Dopaminmangels im Gehirn nicht behebt. Eine ursächliche

Bekämpfung der Krankheit ist bis heute nicht möglich.

2. Restless Legs Syndrom (Syndrom der unruhigen Beine)

Madopar wird zur Behandlung des idiopathischen (ohne bekannte Ursache) und symptomatischen (bei

Nierenversagen) Restless Legs Syndroms eingesetzt.

Wann darf Madopar nicht eingenommen werden?

Bei Überempfindlichkeit auf einen der Inhaltsstoffe.

Wenn Sie jünger sind als 25 Jahre, dürfen Sie Madopar nicht einnehmen.

Wenn Sie an einer speziellen Form des grünen Stars leiden (Engwinkelglaukom), dürfen Sie Madopar

nicht einnehmen. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird diese Frage prüfen.

Bei sehr schweren hormonalen Störungen, schweren Nieren-, Leber- und Herzkrankheiten ist die

Einnahme von Madopar untersagt. Gleiches gilt für gewisse Nervenkrankheiten.

Wenn Sie bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen oder gegen die Parkinsonsche

Krankheit einnehmen (sogenannte nicht-selektive MAO-Hemmer oder die Kombination zweier

selektiver MAO-Hemmer, eines Typs A mit einem Typ B), dürfen Sie Madopar nicht anwenden.

Madopar darf nicht eingenommen werden während der Schwangerschaft oder von gebärfähigen Frauen,

die keine verlässliche Schwangerschaftsverhütung einhalten.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin kann in bestimmten Fällen noch andere Gründe haben, Ihnen die Einnahme

von Madopar nicht zu gestatten. Er/sie wird Ihnen dies im Einzelfall erklären.

Wann ist bei der Einnahme / Anwendung von Madopar Vorsicht geboten?

Es sind in regelmässigen Abständen Untersuchungen der Leber, der Niere und des Blutbildes notwendig.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird Ihren Augendruck regelmässig messen, falls Sie an einem grünen Star

(Offenwinkelglaukom) leiden.

Wenn Sie an einem Magengeschwür, an Osteomalazie (Erkrankung mit Verlust der Knochenfestigkeit),

oder an Depressionen leiden oder früher einmal an bestimmten schweren Herzkrankheiten

(Myokardinfarkt, Erkrankung der Herzkranzgefässe, Herzrhythmusstörungen) erkrankt waren, wird Ihr

Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihre Behandlung besonders sorgfältig überwachen.

Bei Diabetikern und Diabetikerinnen sollten die Blutzuckerwerte öfter überprüft werden und die

Dosierung der antidiabetischen Therapie angepasst werden.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge oder

Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen!

In seltenen Fällen kann während der Behandlung Schläfrigkeit und plötzliches Einschlafen auftreten.

Letzteres kann manchmal ohne Vorwarnung oder Schläfrigkeit auftreten. Sie dürfen deshalb während

der Einnahme von Madopar kein Fahrzeug führen oder andere Aktivitäten ausüben (z.B. Werkzeuge

oder Maschinen bedienen), bei denen eine verminderte Aufmerksamkeit Sie selbst oder andere

gefährdet, falls Sie an plötzlichem Einschlafen oder starker Schläfrigkeit tagsüber leiden und bis

ausreichend Erfahrungen über die Beeinträchtigungen vorliegen.

Manche Patienten bzw. Patientinnen haben unter Einnahme von Arzneimitteln aus der gleichen und

verwandten Substanzklasse wie Madopar für sie ungewöhnliche Verhaltensweisen gezeigt. Beispiele für

ein solches Verhalten sind ein ungewöhnlich starker Spieldrang (Glücksspiel mit vermehrten

Geldausgaben), gesteigerter Sexualtrieb und/oder andere Störungen der Impulskontrolle (Unfähigkeit,

plötzlichen Impulsen zu widerstehen) bzw. suchtartiges Verhalten bzw. zwanghafte Verhaltensweisen

wie zwanghaftes Einkaufen, Essattacken und Esszwang.

Falls Sie bei sich selber oder Ihre Familienmitglieder bei Ihnen die Entwicklung von für Sie atypischen,

ungewöhnlichen Verhaltensweisen feststellen, besprechen Sie diese bitte mit Ihrem Arzt oder Ihrer

Ärztin.

Bei einer kleinen Anzahl an Patienten und Patientinnen ist es unter der Einnahme von Madopar zu einer

zwanghaften Steigerung der täglichen Dosis von Madopar gekommen, ohne dass dies zur Kontrolle der

motorischen Fähigkeiten notwendig war. Diese zwanghafte Steigerung der täglichen Dosis von Madopar

führte zu mentalen und verhaltensbezogenen Störungen.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie oder Ihre Familie/Betreuungsperson bemerken,

dass Sie suchtähnliche Symptome entwickeln, die zum heftigen Verlangen nach hohen Dosen von

Madopar und anderen Arzneimitteln, die zur Behandlung von Parkinson-Krankheit eingesetzt werden,

führen (bekannt als Dopamin-Dysregulationssyndrom).Es wurde beobachtet, dass Patientinnen und

Patienten mit Parkinson-Krankheit im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ein höheres Risiko haben,

schwarzen Hautkrebs zu entwickeln. Es ist nicht bekannt, ob das erhöhte Risiko der Parkinson-

Krankheit selbst oder anderen Faktoren, wie z.B. der Behandlung mit Levodopa, zuzuschreiben ist.

Deshalb sollten Sie bei einer Madopar Behandlung Ihre Haut regelmässig auf verdächtige

Veränderungen hin untersuchen und regelmässige Hautuntersuchungen durch geeignete Fachkräfte (z.B.

Hautärzte/Hautärztinnen) durchführen lassen.

Falls Sie Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen, gegen die Parkinsonsche Krankheit oder

Arzneimittel, welche das sympathische Nervensystem stimulieren (sogenannte Sympathomimetika wie

z.B. gewisse Arzneimittel zur Behandlung von Asthma und Kreislaufschwäche) einnehmen, müssen Sie

unbedingt Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin informieren.

Die Wirkung von Madopar kann durch bestimmte Arzneimittel beeinflusst werden. Es sind dies zum

Beispiel gewisse blutdrucksenkende Arzneimittel, gewisse Arzneimittel zur Behandlung seelischer

Erkrankungen, gewisse Arzneimittel zur Behandlung psychischer Erkrankungen (sogenannte

Antipsychotika), gewisse Eisenpräparate, stark wirksame Schmerzmittel vom Typ der Opioide sowie

einige Arzneimittel gegen Magenbeschwerden (z.B. Übelkeit, Reizmagen, Sodbrennen).

Durch die gleichzeitige Einnahme von Madopar zusammen mit anderen Arzneimitteln zur Behandlung

von Beschwerden bei der Parkinsonschen Krankheit (z.B. Amantadin, Selegilin, Bromocriptin,

Dopaminagonisten, COMT-Inhibitoren, Anticholinergika) können die Nebenwirkungen verstärkt

werden. Es kann daher eventuell notwendig sein, dass Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihnen eine geringere

Dosis von Madopar oder des anderen Arzneimittels verschreibt.

Bitte beachten Sie, dass bei einer gleichzeitigen Einnahme einer eiweissreichen Mahlzeit die Wirkung

von Madopar vermindert wird.

Madopar darf nicht plötzlich abgesetzt werden, da es sonst zu Entzugserscheinungen kommen kann mit

Symptomen wie hohem Fieber, Muskelsteifheit oder psychischen Veränderungen. Da dies

lebensbedrohlich sein kann, müssen Sie in diesem Fall sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin kontaktieren.

Ein Absetzen von Madopar darf daher nur schrittweise in Absprache mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin

erfolgen.

Madopar DR Tabletten und Madopar Tabletten enthalten weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro

Tablette, d.h. sie sind nahezu «natriumfrei».

Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Darf Madopar während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Sie dürfen Madopar nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind. Wenn Sie im gebärfähigen Alter sind,

dürfen Sie Madopar nur unter Einhaltung einer zuverlässigen Massnahme zur

Schwangerschaftsverhütung anwenden. Wenn Sie während der Behandlung schwanger werden, muss Ihr

Arzt bzw. Ihre Ärztin entscheiden, wie das Absetzen erfolgt.

Während einer Behandlung mit Madopar darf nicht gestillt werden.

Wie verwenden Sie Madopar?

Wichtig für den Erfolg der Behandlung ist die Einnahme der richtigen Menge zum richtigen Zeitpunkt.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird deshalb die für Ihren Fall richtige Menge und Häufigkeit der Einnahme

festlegen und in enger Zusammenarbeit mit Ihnen das für Sie bestgeeignete Behandlungsschema finden.

Befolgen Sie deshalb mit peinlichster Genauigkeit seine/ihre Anweisungen. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin

wird Ihnen im Allgemeinen zu Beginn der Behandlung Madopar in geringen Dosen verschreiben und

die Dosis allmählich steigern. Er/sie tut dies, um Ihrem Körper Zeit zur Anpassung an das Arzneimittel

zu geben. Damit vermeidet er unerwünschte Wirkungen so weit als möglich.

Da Madopar einen vom Körper selbst ungenügend bereitgestellten Stoff ersetzen hilft, wird es fast

immer ein Arzneimittel zur Dauereinnahme. Es gibt aber Fälle, in denen die Dosis reduziert oder das

Arzneimittel ganz abgesetzt werden muss. Neben der bereits erwähnten Schwangerschaft kann dies

beispielsweise beim Übergang auf ein anderes notwendiges Arzneimittel oder bei bestimmten

zusätzlichen Krankheiten der Fall sein. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin weiss darüber Bescheid und wird Sie

beraten. Als Patient mit Parkinsonscher Krankheit müssen Sie in regelmässiger ärztlicher Kontrolle

bleiben und dürfen ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin keine anderen

Krankheitsbehandlungen vornehmen. Sollten Sie gezwungen sein, den Arzt bzw. die Ärztin zu wechseln

oder einen weiteren Arzt bzw. eine Ärztin aufzusuchen, so informieren Sie ihn/sie unverzüglich über

Ihre Behandlung mit Madopar.

An der Krankheitsursache des Restless Legs Syndrom ist das ungenügende Vorhandensein von

Dopamin ebenfalls beteiligt. Beim Restless Legs Syndrom richtet sich die Dosierung nach dem

Schweregrad der Krankheit, wobei die optimale Wirksamkeit durch sorgfältige Dosisanpassung

individuell ermittelt werden muss. Madopar wird in der Regel über einen längeren Zeitraum

eingenommen. Über die Dosierung und die Dauer der Behandlung entscheidet Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Die Einnahme erfolgt eine Stunde vor dem Zubettgehen, am besten mit etwas Flüssigkeit und einem

eiweissarmen Snack (z.B. Keksen). Wenn Sie die Kapseln oder Tabletten während einer Mahlzeit

einnehmen, die viel Eiweiss enthält, wird die Aufnahme von Madopar im Magen-Darm-Kanal

vermindert und die Wirksamkeit kann eingeschränkt sein.

Hinweise für alle Patientinnen bzw. Patienten, die Madopar erhalten

Niemals dürfen Sie Madopar ohne ärztliche Vorschrift einnehmen. Sie sollten auch keineswegs ohne

Einwilligung Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin die Dosierung ändern. Schlucken Sie die Kapseln sowie die

Madopar DR Tabletten immer unzerkaut mit alkoholfreier Flüssigkeit und nehmen Sie gleichzeitig

etwas eiweissarme Nahrung (z.B. Kekse) ein. Madopar sollte, wenn möglich, 30 Minuten vor oder 1

Stunde nach den Mahlzeiten eingenommen werden.

Hat Ihnen der Arzt bzw. die Ärztin Madopar in Tablettenform, nicht aber Madopar DR, verordnet, so

können Sie die verschriebene Menge bei Bedarf beliebig zerbröckeln, um das Schlucken zu erleichtern.

Madopar DR Tabletten dürfen zur Einnahme lediglich halbiert werden.

Einnahme der Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen (Madopar LIQ)

Lösen Sie diese Tabletten in einem zu einem Viertel (25 ml) gefüllten Glas Wasser auf. Die Tabletten

dürfen nicht in Fruchtsäften, Milch und heissen Getränken aufgelöst werden, weil dadurch Madopar

weniger wirkt.

In wenigen Minuten hat sich die Tablette, ohne zu rühren, vollständig in eine milchig-flockige Lösung

mit einem Bodensatz verwandelt.

Madopar ist nun trinkfertig. Vor dem Trinken gut aufrühren und die gesamte Lösung sofort, eventuell

mit einem Röhrchen, trinken. Die Lösung muss innerhalb 30 Minuten nach dem Auflösen getrunken

sein.

Steht Ihnen eine Operation unter Vollnarkose bevor, empfiehlt es sich - abgesehen von Notfällen - mit

der Einnahme von Madopar mindestens 12 - 48 Stunden vorher aufzuhören. Die Wiederaufnahme

erfolgt gemäss Anordnung des Arztes bzw. der Ärztin.

Wenn Sie jünger sind als 25 Jahre, dürfen Sie Madopar nicht einnehmen.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Madopar haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Madopar auftreten:

Besonders bei älteren Patienten resp. Patientinnen oder bei Patienten resp. Patientinnen, die in der

Vergangenheit an solchen Störungen gelitten haben, werden psychische Störungen (Schlafstörungen,

Erregtheit, Ängstlichkeit, Halluzinationen, Verhaltensauffälligkeiten, Aggressivität, Wahnideen,

Verwirrung), Alpträume und zeitliche Desorientierung, niedriger Blutdruck und Herzrhythmusstörungen

beobachtet. Depressionen und Suizidgedanken können auftreten, sie können aber auch durch die

Grunderkrankung bedingt sein.

Appetitlosigkeit, Übelkeit, Brechreiz, Durchfall und Mundtrockenheit können auftreten. In Einzelfällen

tritt eine vorübergehende Änderung im Geschmacksempfinden auf, insbesondere zu Beginn der

Behandlung.

Durch Überempfindlichkeitsreaktionen verursachte Hauterscheinungen wie Juckreiz und Rash (flüchtige

Hautrötung) können auftreten. Es können auch Blutbildstörungen und Veränderungen weiterer

Blutwerte auftreten.

Ungewöhnliche Verhaltensweisen wie z.B. ungewöhnlich starker Spieldrang (Glücksspiel mit

vermehrten Geldausgaben), gesteigerter Sexualtrieb und/oder andere Störungen der Impulskontrolle

(Unfähigkeit, plötzlichen Impulsen zu widerstehen) bzw. suchtartiges oder zwanghaftes Verhalten wie

zwanghaftes Einkaufen, Essattacken und Esszwang wurden unter der Einnahme von Madopar

beobachtet. Lesen Sie in diesem Zusammenhang bitte auch den Abschnitt «Wann ist bei der Einnahme

von Madopar Vorsicht geboten?».

Starkes Verlangen nach hohen Dosen von Madopar, die jene Dosen deutlich überschreiten, die zur

adäquaten Kontrolle von Bewegungssymptomen erforderlich sind, ist bekannt als Dopamin-

Dysregulationssyndrom. Bei manchen Patienten kommt es nach der Einnahme von hohen Dosen

Madopar zu ungewöhnlich heftigen unwillkürlichen Bewegungen (Dyskinesien),

Stimmungsschwankungen oder anderen Nebenwirkungen.

Schläfrigkeit und plötzliche Schlafattacken können auftreten. Lesen Sie in diesem Zusammenhang bitte

auch den Abschnitt «Wann ist bei der Einnahme von Madopar Vorsicht geboten?».

Zudem können Kopfschmerzen, fiebrige Infekte, Schnupfen, Bronchitis und leichte Urinverfärbung

(Rotfärbung) auftreten. Es kann auch zu einer Verfärbung bzw. Färbung anderer Körperflüssigkeiten

oder -gewebe einschliesslich des Speichels, der Zunge, der Zähne oder der Mundschleimhaut kommen.

Eine vorübergehende Erhöhung von gewissen Leberenzymen wurde unter der Einnahme von Madopar

beobachtet.

In späteren Phasen der Behandlung, oft erst nach jahrelanger regelmässiger Einnahme, können andere

Nebenerscheinungen auftreten. Es handelt sich dabei am häufigsten um unwillkürliche, überschiessende

Bewegungen der Glieder, der Gesichtsmuskeln und der Zunge. Zudem ist eine Verschlechterung (im

Sinne eines zeitlich verschobenen Auftretens der Symptome vom Abend/Nacht in die frühen

Nachmittagsstunden und in den Abend) vor Einnahme der nächsten Dosis für die Nacht die häufigste

Nebenwirkung einer dopaminergen Langzeittherapie.

Nach Langzeitbehandlung können Schwankungen im Ansprechen auf das Arzneimittel auftreten,

wodurch z.B. plötzliches Erstarren («freezing»), Nachlassen der Wirkung («end-of-dose») oder abrupter

Übergang von einer übermässigen Bewegungsaktivität zu Bewegungsarmut («on-off-Phänomen»)

auftreten.

Sowohl frühe wie späte Nebenerscheinungen sind stark abhängig von der eingenommenen Menge des

Arzneimittels. Die Verteilung der einzelnen Dosen über den Tag spielt eine vielleicht noch grössere

Rolle. Bei besserer Verteilung der Menge über den Tag oder Verminderung der Tagesdosis, manchmal

auch spontan, können sich die Nebenerscheinungen zurückbilden.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin,

Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Lagerungshinweis

Nicht über 25 °C lagern.

Den Behälter fest verschlossen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Weitere Hinweise

Der Test auf Ketonkörper im Urin kann fälschlicherweise positiv ausfallen.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin. Diese Personen

verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Madopar enthalten?

Madopar Kapseln «62,5» (blau-hellgrau) und «125» (blau-rosa), Tabletten «125» (rosa) und «250»

(rosa), Madopar LIQ «62,5» (beige) und «125» (beige) (Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum

Einnehmen: 50+12,5 und 100+25) sowie Madopar DR «250» (rosa) (mit biphasischer Wirkstoff-

Freisetzung: 200+50).

Wirkstoffe

1 Madopar Kapsel 62,5 enthält: Levodopa 50 mg und Benserazid 12,5 mg als Benserazidhydrochlorid

1 Madopar Kapsel 125 enthält: Levodopa 100 mg und Benserazid 25 mg als Benserazidhydrochlorid

1 Madopar Tablette 125 enthält: Levodopa 100 mg und Benserazid 25 mg als Benserazidhydrochlorid

1 Madopar Tablette 250 enthält: Levodopa 200 mg und Benserazid 50 mg als Benserazidhydrochlorid

1 Madopar LIQ Tablette 62,5 enthält: Levodopa 50 mg und Benserazid 12,5 mg als

Benserazidhydrochlorid

1 Madopar LIQ Tablette 125 enthält: Levodopa 100 mg und Benserazid 25 mg als

Benserazidhydrochlorid

1 Madopar DR Tablette 125 enthält: Levodopa 100 mg und Benserazid 25 mg als

Benserazidhydrochlorid

Hilfsstoffe

Madopar, Kapseln

Kapselinhalt:

Mannitol, mikrokristalline Cellulose, Talkum, Povidon K90, Magnesiumstearat.

Kapselhülle:

schwarzes Eisenoxid für 62,5 mg, rotes Eisenoxid für 125 mg, Titandioxid, Gelatine, Indigotin.

Tinte:

Schellack, Propylenglycol (E1520), Ammoniak-Lösung 28%, Kaliumhydroxid, schwarze Eisenoxid.

Madopar DR Tabletten

Tablettenkern:

Rotes Eisen-oxid, mikrokristalline Cellulose, Povidon K30, Carboxymethlystärke-Natrium Typ A,

Magnesiumstearat, Siliciumdioxid-Hydrat.

Schicht mit langsamer Freisetzung:

Hypromellose, Mannitol, rotes Eisenoxid, Povidon K30, Magnesiumstearat, Siliciumdioxid-Hydrat.

Stützschicht:

Hypromellose, hydriertes Rizinusöl, rotes Eisenoxid, Povidon K30, Magnesiumstearat, Siliciumdioxid-

Hydrat.

Madopar Tabletten

Tablettenkern:

Mannitol, Calciumhydrogenphosphat, mikrokristalline Cellulose, vorverkleisterte Stärke, Crospovidon,

Ethylcellulose (aus gentechnisch veränderter Baumwolle hergestellt), rotes Eisenoxid, hochdisperses

Siliciumdioxid, Docusat-Natrium, Magnesiumstearat.

Madopar LIQ Tabletten

Tablettenkern:

Citronensäure, vorverkleisterte Stärke, mikrokristalline Cellulose, Magnesiumstearat.

Zulassungsnummer

38096, 43593, 52377, 53493 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Madopar? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Madopar «62,5»: Packungen zu 100 Kapseln.

Madopar «125»: Packungen zu 100 Kapseln; Packungen zu 30 und 100 Tabletten

(Kreuzbruchrille,teilbar).

Madopar «250»: Packungen zu 30 und 100 Tabletten (Kreuzbruchrille, teilbar).

Madopar LIQ «62,5»: Packungen zu 100 Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

(Bruchrille).

Madopar LIQ «125»: Packungen zu 30 und 100 Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum

Einnehmen (Bruchrille, teilbar).

Madopar DR «250»: Packungen zu 30 und 100 Tabletten (doppelseitige Bruchrille, teilbar).

Zulassungsinhaberin

Roche Pharma (Schweiz) AG, Basel.

Diese Packungsbeilage wurde im Mai 2020 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Fachinformation

Madopar®

Roche Pharma (Schweiz) AG

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Levodopum, Benserazidum ut Benserazidi hydrochloridum (im Verhältnis 4:1).

Hilfsstoffe

Madopar, Kapseln: Color.: E132, excip. pro caps.

Madopar LIQ Tabletten und Madopar DR Tabletten: Excip. pro compr.

Madopar Tabletten: Ethylcellulosum (aus gentechnisch veränderter Baumwolle hergestellt), excip.

pro compr.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Madopar enthält die Kombination von Levodopa mit dem Decarboxylasehemmer Benserazid (in

Form des Hydrochlorids) im Verhältnis 4:1 in folgenden Formen und Dosierungen:

Standardformen

Madopar «62,5»

Kapseln (blau/hellgrau) mit 50 mg Levodopa + 12,5 mg Benserazid.

Madopar «125»

Kapseln (blau/rosa) mit 100 mg Levodopa + 25 mg Benserazid.

Tabletten (rosa) mit 100 mg Levodopa + 25 mg Benserazid, (Kreuzbruchrille).

Madopar «250»

Tabletten (rosa) mit 200 mg Levodopa + 50 mg Benserazid, (Kreuzbruchrille).

Wasserlösliche Formen

Madopar LIQ «62,5»

Tabletten (beige) zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen mit 50 mg Levodopa + 12,5 mg

Benserazid, (Bruchrille).

Madopar LIQ «125»

Tabletten (beige) zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen mit 100 mg Levodopa + 25 mg

Benserazid, (Bruchrille).

Form mit verzögerter Wirkstofffreisetzung

Madopar DR (Dual Release)

Tabletten (rosa) mit 200 mg Levodopa + 50 mg Benserazid, (Bruchrille).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Parkinson-Krankheit

Madopar ist für die Behandlung aller Formen des Parkinson-Syndroms indiziert; Ausnahme:

medikamentös bedingtes Parkinsonoid.

Restless Legs Syndrom

Madopar ist indiziert zur Behandlung des idiopathischen und symptomatischen Restless Legs

Syndrom (Syndrom der unruhigen Beine).

Dosierung/Anwendung

Art der Anwendung

Bei der Einnahme von Madopar Kapseln oder Madopar DR Tabletten ist zu beachten, dass die

Kapseln resp. DR Tabletten immer unzerkaut zu schlucken sind. Madopar DR Tabletten können

halbiert werden.

Die Tabletten von Standard Madopar hingegen können bei Bedarf beliebig zerbröckelt werden, um

das Schlucken zu erleichtern.

Madopar LIQ wird in einem zu einem Viertel gefüllten Glas Wasser (ca. 25-50 ml) - nicht aber in

Fruchtsäften, Milch oder heissen Getränken - aufgelöst. Die Tablette zerfällt spontan innert wenigen

Minuten und es bildet sich eine milchig-flockige Suspension. Da diese Suspension rasch

sedimentiert, ist vor dem Trinken die Lösung umzurühren und sofort zu trinken.

Madopar LIQ ist innert einer halben Stunde nach dem Auflösen einzunehmen.

Beim Umstellen von Standard Madopar auf Madopar LIQ muss die unterschiedliche

Pharmakokinetik (raschere Resorption) berücksichtigt werden.

Dosierung und Dosierungsintervall müssen individuell sorgfältig eingestellt werden; das gilt auch bei

betagten Patienten.

Parkinson-Krankheit

Madopar sollte wenn möglich 30 Minuten vor oder 1 Stunde nach den Mahlzeiten eingenommen

werden. Unerwünschte gastrointestinale Effekte, welche hauptsächlich in einer frühen

Behandlungsphase auftreten können, können durch gleichzeitige Flüssigkeits- oder

Nahrungsaufnahme (z.B. Gebäck) oder durch langsame Dosissteigerung abgeschwächt werden.

Madopar LIQ ist angezeigt bei Patienten mit Dysphagie oder wenn der Patient Madopar gelöst in

Flüssigkeit bevorzugt sowie in Situationen, wo ein schnellerer Wirkungseintritt erwünscht ist, z.B.

Patienten mit frühmorgendlicher oder nachmittäglicher Akinesie oder «delayed on»-, «wearing off»-

oder «end-of-dose»-Phänomen.

Madopar DR ist angezeigt bei allen Stadien des Parkinson-Syndroms, unabhängig von der Dauer und

dem Schweregrad der Krankheit. Diese Formulierung wurde konzipiert für alle Arten von

Wirkungsschwankungen, die von Fluktuationen des Plasmaspiegels herrühren (das heisst von

Dosisspitzendyskinesien und «end-of-dose»-Phänomen).

Übliche Dosierung

Wie bei jeder Therapie mit Levodopa gilt auch für Madopar, dass das Präparat zu Beginn

einschleichend und in allen Phasen der Krankheit individuell und so niedrig wie möglich dosiert

werden sollte. Die folgenden Dosierungsangaben gelten deshalb als Richtlinien.

Initialtherapie

Im Frühstadium der Parkinson-Krankheit ist es empfehlenswert, die Behandlung mit 3-4 mal täglich

½ Tablette Madopar DR oder 1 Kapsel Madopar «62,5» oder Madopar LIQ «62,5» oder ½ Tablette

Madopar «125» zu beginnen.

Sobald die Verträglichkeit des Dosierungsschemas für die Initialtherapie bestätigt ist, sollte die Dosis

langsam, entsprechend dem Ansprechen des Patienten, erhöht werden (zum Beispiel vier Dosen pro

Tag statt drei usw.). Ist eine direkte Kontrolle des Patienten möglich, können Dosisanpassungen alle

zwei bis drei Tage erfolgen. Die optimale Wirkung wird im Allgemeinen bei einer Tagesdosis von

300-800 mg Levodopa + 75-200 mg Benserazid erreicht, die auf drei oder mehr Dosen aufgeteilt

werden kann.

Bis zum Erreichen der optimalen Dosierung sind eventuell vier bis sechs Wochen erforderlich.

Drängt sich eine weitere Erhöhung der Tagesdosis auf, sollte dies in monatlichen Abständen

erfolgen.

Erhaltungstherapie

Die durchschnittliche Erhaltungsdosis beträgt 1 Kapsel, 1 Tablette oder 1 Tablette Madopar LIQ

«125» 3–6 mal pro Tag. Bei Verordnung von DR-Tabletten ist in Bezug auf Anzahl und Verteilung

über den Tag unter Beachtung ihrer besonderen pharmakokinetischen Eigenschaften eine

durchschnittliche Erhaltungsdosis von 400-600 mg Levodopa anzustreben. Die einzelnen Gaben

(nicht weniger als drei) und ihre Verteilung über den Tag müssen den individuellen Anforderungen

angepasst werden.

Madopar Standard kann durch Madopar LIQ ersetzt werden, um die Wirkung zu optimieren.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Die Dosis muss bei allen Patienten sorgfältig angepasst werden. Bis die volle Wirkung von Madopar

erreicht ist, können weiterhin Nicht-Levodopa-Antiparkinsonika verabreicht werden; nach

Wirkungseintritt kann man ihre Dosierung jedoch oft allmählich reduzieren. Sollten bei einem

Patienten im Laufe des Tages starke Wirkungsschwankungen auftreten («on-off»-Phänomene),

empfiehlt sich eine häufigere Verabreichung entsprechend kleinerer Einzeldosen - oder vorzugsweise

- die Verwendung von Madopar DR.

Die Umstellung auf Madopar DR sollte den individuellen Bedürfnissen der Patienten entsprechen.

Sie kann sowohl von einem Tag auf den anderen als auch schrittweise über einen längeren Zeitraum

vorgenommen werden. Die Tagesdosen und deren Verteilung über den Tag sind entsprechend den

pharmakokinetischen Eigenschaften (Bioverfügbarkeit und Halbwertsdauer) von Madopar DR im

Vergleich zu Madopar Standard und Madopar LIQ vorzunehmen.

Aufgrund der pharmakokinetischen Eigenschaften von Madopar DR erfolgt der Wirkungseintritt

nach etwa einer Stunde.

Parkinson Patienten sind darauf hinzuweisen, dass sich ihr Zustand vorübergehend verschlechtern

kann. Patienten, die unter schweren Fluktuationsschwankungen während des Tages leiden («on-off»-

Phänomene), sollten öfters geringere Einzelgaben erhalten oder auf retardierte Madopar Formen

umgestellt werden.

Die Patienten sind sorgfältig auf mögliche unerwünschte psychiatrische Symptome hin zu

überwachen.

Restless Legs Syndrom (RLS)

Madopar wird eine Stunde vor dem Zubettgehen eingenommen. Zur Verhütung gastrointestinaler

Beschwerden erfolgt die Einnahme am besten mit etwas Flüssigkeit und Gebäck. Vor der Einnahme

sind grosse eiweissreiche Mahlzeiten zu vermeiden. Madopar wird in der Regel über einen längeren

Zeitraum eingenommen. Die tägliche Höchstdosis sollte 500 mg Madopar nicht übersteigen.

Übliche Dosierung

Die Dosierung von Madopar richtet sich nach dem Schweregrad des Restless Legs Syndroms, wobei

die optimale Wirksamkeit durch sorgfältige Dosisanpassung individuell ermittelt werden muss.

RLS mit Einschlafstörungen

Soweit nicht anders verordnet, wird die Behandlung der Symptome insbesondere auch der

Einschlafstörungen zunächst mit der Einnahme von 62,5 mg bis 125 mg Standard Madopar oder

Madopar LIQ abends vor dem Schlafengehen begonnen. Bei weiter bestehenden Symptomen kann

die Dosis auf zweimal 125 mg erhöht werden.

RLS mit Ein- und Durchschlafstörungen

Bei Restless Legs Beschwerden mit Schlafstörungen im Laufe der Nacht wird ½ Retardtablette

Madopar DR eine Stunde vor dem Zubettgehen eingenommen. Sofern sich dadurch die Beschwerden

in der zweiten Nachthälfte nicht ausreichend bessern lassen, kann die Dosis auf 1 Retardtablette

Madopar DR erhöht werden.

RLS mit nächtlichen Ein- und Durchschlafstörungen sowie mit weiteren Störungen während des

Tages

Bei Beschwerden im Tagesverlauf werden bei Bedarf 1-2 Kapseln oder Tabletten Madopar 125 mg

oder Madopar LIQ eingenommen, wobei die Gesamtdosis über 24 Stunden nicht mehr als 500 mg

betragen sollte.

Ein eventuelles Therapieversagen könnte auf eine Interaktion mit der Mahlzeiteneinnahme zurück zu

führen sein.

RLS infolge dialysepflichtiger Niereninsuffizienz

Dialysepflichtige Patienten mit urämischen Restless Legs Beschwerden sollen 30 Minuten vor der

Dialyse bei Bedarf 1-2 Kapseln oder Tabletten Madopar 125 mg oder Madopar LIQ einnehmen.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Um eine Verschlimmerung zu verhindern (d.h. frühzeitiges Auftreten der RLS-Symptome im

Tagesverlauf, Verstärkung der Symptome sowie Einbezug anderer Körperregionen), sollte die

Tagesdosis von Madopar die maximal empfohlene Dosis nicht überschreiten.

Falls es zu einem verstärkten Auftreten von RLS kommt, ist es wichtig, die maximale Tagesdosis

von Madopar nicht zu überschreiten.

Falls es zu einer Verschlimmerung oder einem Rebound kommt, sollte eine Zusatztherapie erwogen

und die Levodopadosis reduziert werden; eventuell sollte Levodopa ausgeschlichen, abgesetzt und

durch ein anderes Arzneimittel ersetzt werden.

Patienten mit Nieren- oder Leberfunktionsstörungen

Bei Patienten mit mässigen Leberfunktionsstörungen oder mit leichten bis mässigen

Nierenfunktionsstörungen ist keine Dosisanpassung von Madopar bei der Behandlung beider

Indikationen erforderlich (Kreatinin-Clearance >30 ml/min) (siehe «Pharmakokinetik/Kinetik

spezieller Patientengruppen»). Madopar wird von urämischen Patienten unter Hämodialyse gut

vertragen.

Kontraindikationen

Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen einen oder mehrere Inhaltsstoffe darf Madopar Standard,

Madopar LIQ oder Madopar DR, nicht angewendet werden.

Madopar darf nicht in Kombination mit nicht selektiven Hemmern der Monoamino-Oxidase (MAO)

verabreicht werden. Die Kombination mit selektiven MAO-B-Hemmern wie z.B. Selegilin oder

Rasagilin sowie die Kombination mit selektiven MAO-A-Hemmern wie Moclobemid ist nicht

kontraindiziert. Die Kombination eines selektiven MAO-A-Hemmers und eines selektiven MAO-B-

Hemmers entspricht einer nicht selektiven Hemmung der MAO und sollte daher nicht gleichzeitig

mit Madopar verabreicht werden (siehe «Interaktionen»).

Bei Bestehen schwer dekompensierter endokriner, renaler (Ausnahme: Patienten mit RLS, die unter

Dialyse stehen), hepatischer oder kardialer Erkrankungen sowie bei Bestehen psychiatrischer

Erkrankungen mit einer psychotischen Komponente darf Madopar nicht verabreicht werden.

Madopar darf nicht an Patienten unter 25 Jahren (Knochenwachstum muss abgeschlossen sein)

verabreicht werden.

Madopar ist kontraindiziert bei Patienten mit Engwinkelglaukom.

Madopar darf nicht während der Schwangerschaft und an gebärfähige Frauen, die keine verlässlichen

Massnahmen zur Kontrazeption einhalten, verabreicht werden. Kommt es bei einer Frau während der

Behandlung mit Madopar zu einer Schwangerschaft, ist Madopar unter Berücksichtigung der Rubrik

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» abzusetzen. Es muss individuell entschieden werden,

wie das Absetzen erfolgt.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Allgemein

Überempfindlichkeitsreaktionen können bei prädisponierten Personen auftreten.

Dopaminerge Arzneimittel und Impulskontrollstörungen

Störungen der Impulskontrolle (Unfähigkeit, Impulsen zu widerstehen), pathologische Spielsucht,

gesteigerte Libido, Hypersexualität, suchtartige Verhaltensauffälligkeiten und auch Verhaltensweisen

wie bei Zwangsstörungen (z.B. zwanghaftes Geldausgeben oder Einkaufen, Essattacken und

Esszwang) können bei Patienten auftreten, die mit dopaminergen Wirkstoffen wie mit Levodopa,

einschliesslich Madopar, behandelt werden. Diese Symptome traten insbesondere in höheren

Dosierungen auf und waren im Allgemeinen bei Dosisreduktion oder Absetzen der Behandlung

reversibel.

Es gibt keinen nachweisbaren kausalen Zusammenhang zwischen Madopar und

Impulskontrollstörungen. Patienten und deren Betreuer sollten jedoch auf eine mögliche Entwicklung

von Impulskontrollstörungen aufmerksam gemacht und diesbezüglich regelmässig überwacht

werden. Im Fall eines Auftretens solcher Symptome ist eine Überprüfung der Behandlung zu

empfehlen.

Während der Dauer der Madopar-Therapie ist bei Patienten mit Weitwinkelglaukom der

Augeninnendruck regelmässig zu messen, da Levodopa theoretisch einen Anstieg des intraokularen

Drucks bewirken kann.

Depressionen können unter der Behandlung mit Madopar auftreten, sie können aber auch durch die

Grundkrankheit bedingt sein.

Bei Patienten mit malignen Melanomen (verdächtige, nicht diagnostizierte Läsionen oder Hinweise

in der Krankengeschichte) soll Madopar nicht angewendet werden.

Ist bei einem Patienten unter Levodopa eine Vollnarkose erforderlich, sollte die normale Behandlung

mit Madopar möglichst bis kurz vor den chirurgischen Eingriff fortgesetzt werden, ausser im Fall

von Halothan. Bei chirurgischen Eingriffen unter Allgemeinanästhesie mit Halothan sollte Madopar

12–48 Stunden vorher abgesetzt werden, da es sonst zu Blutdruckschwankungen und/oder

Arrhythmien kommen kann. Die Behandlung mit Madopar wird nach dem Eingriff mit

einschleichender Dosierung wieder aufgenommen, bis die vorher verabreichte Dosis erreicht ist.

Bei chirurgischen Eingriffen an Patienten, bei denen Madopar nicht abgesetzt wurde (z.B. in

Notfällen), sind Zyklopropan und Halothan bei der Narkose zu vermeiden.

Während der Einstellungsphase sollen das Blutbild und die Leberfunktion kontrolliert werden. Bei

Diabetikern sollten die Blutzuckerwerte öfter überprüft werden und die Dosierung der

antidiabetischen Therapie an die Blutzuckerwerte angepasst werden. Bei Patienten mit

Myokardinfarkt, Koronarinsuffizienz oder Herzrhythmusstörungen in der Anamnese müssen Herz

und Kreislauf periodisch kontrolliert werden (einschliesslich EKG). Vorsicht ist ferner geboten bei

Patienten mit Magengeschwür oder Osteomalazie in der Anamnese.

Madopar darf nicht plötzlich abgesetzt werden. Plötzliches Absetzen des Präparates kann in einem

potentiell lebensbedrohlichen, dem neuroleptisch-malignen Syndrom ähnlichen Zustand resultieren

(Hyperpyrexie, Muskelrigidität, mögliche psychische Veränderungen, Anstieg der

Kreatininphosphokinase). Treten solche Symptome auf, sollte der Patient unter ärztlicher

Beobachtung bleiben, gegebenenfalls stationär aufgenommen und rasch einer geeigneten

symptomatischen Behandlung zugeführt werden. Diese kann - nach sorgfältiger Bewertung - auch

die Wiederaufnahme der Madopar Therapie umfassen.

Bei der Behandlung mit Madopar können Schläfrigkeit und in seltenen Fällen plötzliche

Schlafattacken auftreten. Die Schlafattacken können auch ohne vorherige Warnzeichen oder

vorhergehende Schläfrigkeit auftreten und auch ohne, dass sich der Patient der aufgetretenen

Schlafattacken bewusst ist.

Daher müssen Patienten über dieses Risiko informiert werden. Die Patienten müssen davor gewarnt

werden, Fahrzeuge zu führen oder Maschinen zu bedienen, wenn sie sich schläfrig fühlen oder

bereits Schlafattacken aufgetreten sind. Beim Auftreten von Schläfrigkeit oder Schlafattacken, sollte

eine Dosisreduktion oder eine Beendigung der Behandlung erwogen werden (siehe «Wirkung auf die

Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen»).

Potential für Arzneimittelabhängigkeit oder –missbrauch

Dopaminerges Dysregulationssyndrom (DDS): Eine kleine Anzahl an Patienten litt an kognitiven

und verhaltensbezogenen Störungen, welche direkt auf die vermehrte Einnahme des Arzneimittels

entgegen ärztlicher Empfehlung zurückgeführt werden konnten; die Dosen lagen wesentlich über der

zur Behandlung der motorischen Behinderungen erforderlichen Dosierung.

Hinweise zur Überwachung der Behandlung

In der Einstellungsphase sind häufigere Kontrollen der Leber- und Nierenfunktion sowie des

Blutbildes zu empfehlen (später mindestens einmal jährlich).

Bei Patienten mit Herzinfarktanamnese, Herzrhythmusstörungen oder koronaren

Durchblutungsstörungen sollen regelmässige Kreislauf- und EKG-Kontrollen vorgenommen werden.

Patienten mit Magen-Darm-Ulcera in der Vorgeschichte sowie Osteomalazie sollten ebenfalls

ärztlich besonders beobachtet werden. Bei Patienten mit Weitwinkelglaukom sind regelmässige

Kontrollen des intraokulären Druckes angezeigt.

Bei Diabetikern sollen die Blutzuckerwerte öfters überprüft und die Dosierung der antidiabetischen

Therapie an die Blutzuckerwerte angepasst werden.

Interaktionen

Pharmakokinetische Interaktionen

Bei gleichzeitiger Gabe von nicht retardiertem Madopar mit dem anticholinerg wirksamen

Trihexyphenidyl, wird die Geschwindigkeit, jedoch nicht das Ausmass der Levodopa Resorption

reduziert. Die gleichzeitige Verabreichung von Trihexyphenidyl und Madopar DR hat jedoch keinen

Einfluss auf die Pharmakokinetik von Levodopa.

Die gleichzeitige Verabreichung von Antazida mit Madopar verringert die Levodopa Absorption um

32%.

Eisensulfat senkt Cmax und die AUC von Levodopa um 30–50%. Die Änderung der

Pharmakokinetik, welche bei gleichzeitiger Einnahme von Eisensulfat beobachtet wurde, scheint bei

einigen, aber nicht bei allen Patienten klinisch signifikant zu sein.

Metoclopramid erhöht die Absorptionsrate und Cmax von Levodopa.

Domperidon kann die Bioverfügbarkeit von Levodopa durch Stimulation der Magenentleerung

erhöhen.

Pharmakodynamische Interaktionen

Monoamino-Oxidase (MAO) Hemmer

Madopar darf nicht in Kombination mit nicht selektiven irreversiblen Hemmern der Monoamino-

Oxidase (MAO) verabreicht werden.

Wird eine Madopar Behandlung bei Patienten angestrebt, die einen nicht selektiven MAO-Hemmer

einnehmen, sollte ein Intervall von mindestens zwei Wochen zwischen der Beendigung der

Einnahme des MAO-Hemmers und dem Beginn der Einnahme von Madopar liegen. Andernfalls ist

das Auftreten von unerwünschten Wechselwirkungen wie z.B. hypertensiven Krisen wahrscheinlich

(siehe «Kontraindikationen»).

Die Kombination mit selektiven MAO-B-Hemmern wie z.B. Selegilin oder Rasagilin sowie die

Kombination mit selektiven MAO-A-Hemmern wie Moclobemid mit Madopar ist nicht

kontraindiziert. Betreffend Wirksamkeit und Verträglichkeit sollte die Madopar Dosis dabei jedoch

besonders sorgfältig eingestellt werden. Die Kombination eines selektiven MAO-A-Hemmers und

eines selektiven MAO-B-Hemmers entspricht einer unselektiven Hemmung der MAO und sollte

daher nicht gleichzeitig mit Madopar verabreicht werden (siehe «Kontraindikationen»).

Sympathomimetika

Madopar sollte nicht zusammen mit Sympathomimetika (wie z.B. Adrenalin, Noradrenalin,

Isoproterenol oder Amphetamin, die das sympathische Nervensystem stimulieren) verabreicht

werden, da Madopar deren Wirkung potenzieren kann. Falls die gleichzeitige Einnahme von

Madopar und Sympathomimetika erforderlich ist, sollte das Herz-Kreislaufsystem überwacht werden

und die Dosis der Sympathomimetika reduziert werden.

Antihypertensiva, Neuroleptika, Opioide

Wegen der Möglichkeit einer additiven Wirkung von Madopar muss bei gleichzeitiger

Verabreichung blutdrucksenkender Mittel der Blutdruck des Patienten regelmässig kontrolliert

werden.

Neuroleptika, Opioide und reserpinhaltige Antihypertensiva antagonisieren die Wirkung von

Madopar.

Vitamin B6

Die Wirkung von Levodopa kann durch Tagesdosen von 50-100 mg Vit. B6 aufgehoben werden. Bei

Kombination von Levodopa mit einem Dekarboxylasehemmer findet dieser Antagonismus nicht

statt. Madopar darf mit Präparaten, welche niedrigdosiertes Vitamin B6 enthalten, kombiniert

werden, jedoch nicht mit Präparaten, welche Vitamin B6 hochdosiert enthalten.

Andere Arzneimittel/proteinreiche Mahlzeit

Die Kombination mit anderen Arzneimitteln wie Anticholinergika, Amantadin, Selegilin,

Bromocriptin und Dopaminagonisten ist unbedenklich, doch können dadurch nicht nur die

erwünschten, sondern auch die unerwünschten Wirkungen verstärkt werden. Es kann eventuell

erforderlich werden, die Dosierung von Madopar oder der anderen Substanzen zu reduzieren. Zu

Beginn einer adjuvanten Therapie mit einem COMT-Inhibitor, kann eventuell eine Reduktion der

Dosierung von Madopar erforderlich sein. Diesbezügliche Beobachtungen liegen nur mit Tolcapon

vor. Besonders sollte beachtet werden, dass Anticholinergika zu Beginn der Therapie mit Madopar

nicht plötzlich abgesetzt werden dürfen, da Levodopa erst nach einiger Zeit seine Wirkung entfaltet.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Madopar mit einer proteinreichen Mahlzeit wird eine

Verminderung der Wirkung beobachtet.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Antipsychotika mit Dopaminrezeptor-blockierenden

Eigenschaften können insbesondere D2-Rezeptor-Antagonisten die Wirkung von Levodopa-

Benserazid hinsichtlich der Reduzierung von Symptomen der Parkinson-Krankheit abschwächen

oder aufheben. Die Patienten sollten diesbezüglich sorgfältig überwacht werden. Levodopa kann die

antipsychotische Wirkung dieser Arzneimittel verringern. Bei der Anwendung dieser Arzneimittel ist

Vorsicht geboten.

Allgemeinanästhesie mit Halothan

Bei chirurgischen Eingriffen unter Allgemeinanästhesie mit Halothan sollte Madopar 12–48 Stunden

vorher abgesetzt werden, da es sonst zu Blutdruckschwankungen und/oder Arrhythmien kommen

kann.

Für die Allgemeinanästhesie mit anderen Anästhetika siehe Rubrik «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen».

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Tierstudien haben unerwünschte Effekte auf den Fötus gezeigt, und es liegen keine kontrollierten

klinischen Studien vor. Madopar ist während der Schwangerschaft und bei gebärfähigen Frauen, die

keine verlässlichen Massnahmen zur Kontrazeption einhalten kontraindiziert.

Kommt es bei einer Frau während der Behandlung mit Madopar zu einer Schwangerschaft, ist

Madopar unter Berücksichtigung der Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»

abzusetzen. Es muss individuell entschieden werden, wie das Absetzen erfolgt.

Stillzeit

Levodopa kann die Milchbildung hemmen.

Es ist nicht bekannt, ob Benserazid mit der Muttermilch ausgeschieden wird. Mütter, die mit

Madopar behandelt werden, müssen abstillen, da Knochenmissbildungen beim Kind nicht

ausgeschlossen werden können.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Patienten, die unter Behandlung von Madopar schläfrig wurden und/oder plötzliche Schlafattacken

hatten, ist von der Führung von Fahrzeugen oder der Ausübung anderer Aktivitäten (z.B. Bedienen

von Maschinen) abzuraten, da sie sich oder andere Personen gefährden könnten. Die Patienten sind

über diese Problematik zu informieren und sollten von solchen Tätigkeiten Abstand nehmen, bis

ausreichende Erfahrungen über ihre Beeinträchtigungen vorliegen (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Unerwünschte Wirkungen

Die beim Restless Legs Syndrom in den klinischen Prüfungen beobachteten unerwünschten

Wirkungen traten in einer geringen Häufigkeit und milderer Ausprägung auf als in der bei der

Behandlung der Parkinson-Krankheit üblichen Dosierung.

Klinische Studien

Restless Legs Syndrom

Die kombinierten Daten aus zwei placebokontrollierten klinischen Cross-over-Studien mit insgesamt

85 Patienten sind in der unten stehenden Tabelle zusammengefasst.

Alle unerwünschten Wirkungen, die in der Verumgruppe mehr als einmal gemeldet wurden, sind

aufgeführt.

Tabelle 1: Unerwünschte Wirkungen in den Studien M43052 und M43060 mit Verum und Placebo

Unerwünschte Wirkung

L-Dopa/

Benserazid

% Placebo (n) %

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Fiebriger Infekt

4,7 2

Schnupfen

3,5 1

Bronchitis

2,3 0

Erkrankungen des Nervensystems

Kopfschmerzen

5,8 3

Verschlimmerung des RLS 2

2,3 5

Schwindel

3,5 1

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Mundtrockenheit

3,5 1

Durchfall

2,3 1

Übelkeit

2,3 2

Herzerkrankungen

EKG-Veränderungen*

2,3 1

Gefässerkrankungen

Blutdruckanstieg

2,3 2

* Herzrhythmusstörungen.

Post-Marketing-Erfahrungen

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

In seltenen Fällen wurde über hämolytische Anämie, über mässige und vorübergehende Leukopenie

und Thrombopenie sowie über Verkürzung der Thromboplastinzeit berichtet.

Erhöhung der Harnstoff-Stickstoffwerte (BUN) im Blut wurde unter Madopar beobachtet. Aus

diesem Grunde sollten, wie bei jeder Langzeitbehandlung mit Levodopa-haltigen Arzneimitteln, das

Blutbild sowie die Leber- und die Nierenfunktion periodisch regelmässig überprüft werden.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Gelegentlich: Anorexie.

Eine meist leichte, vorübergehende Erhöhung der Transaminasen (SGOT, SGPT) und der alkalischen

Phosphatase.

Über einen Anstieg der Gamma-Glutamyltransferase wurde berichtet.

Psychiatrische Erkrankungen

Patienten mit Parkinson-Krankheit können an Depressionen leiden. Insbesondere bei älteren

Patienten oder bei Patienten, die in der Vergangenheit an solchen Störungen gelitten haben, können

gelegentlich Agitiertheit, Ängstlichkeit, Schlafstörungen, Halluzinationen, Wahnideen,

Verhaltensauffälligkeiten und Aggressivität, selten Albträume und zeitliche Desorientierung

auftreten.

Depressionen mit Suizidgedanken können unter der Behandlung mit Madopar auftreten, sie können

aber auch durch die Grunderkrankung bedingt sein.

Störungen der Impulskontrolle, suchtartige Verhaltensauffälligkeiten und Verhaltensweisen wie bei

Zwangsstörungen (zwanghaftes Geldausgeben oder Einkaufen, Essattacken und Esszwang), können

unter der Behandlung mit Madopar auftreten. Gemeldet wurden z.B. pathologische Spielsucht und

gesteigerte Libido einschliesslich Hypersexualität (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Dopaminerges Dysregulationssyndrom.

Erkrankungen des Nervensystems

Bei Patienten, die Madopar erhalten, kann ein Restless Legs Syndrom auftreten.

Gelegentlich: Kopfschmerzen.

Die Einnahme von Madopar steht in Zusammenhang mit dem Auftreten von Schläfrigkeit und in

sehr seltenen Fällen mit ausgeprägter Tagesschläfrigkeit und plötzlichen Schlafattacken (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Bei höheren Dosen oder im späteren Verlauf der Behandlung beim Parkinson-Patienten können

unwillkürliche (zum Beispiel choreiforme und athetotische) Bewegungen auftreten. Durch

Dosisreduktion werden sie in der Regel erträglich oder verschwinden ganz.

Nach Langzeitbehandlung können Schwankungen im therapeutischen Ansprechen auftreten. Diese

umfassen «freezing», «end-of-dose»- und «on-off»-Phänomene und werden gewöhnlich durch

Anpassung der Dosis und durch die Gabe von kleineren Dosen in kürzeren Intervallen vermindert

oder tolerierbar. Eine spätere erneute Dosissteigerung zur Erreichung eines stärkeren therapeutischen

Effektes ist ohne weiteres statthaft.

Einzelne Fälle von Störungen oder Verlust des Geschmackssinns wurden berichtet.

Bei Patienten mit Restless Legs Syndrom

Eine Verschlechterung (im Sinne eines zeitlich verschobenen Auftretens der Symptome vom Abend

und von der Nacht in die frühen Nachmittagsstunden und in den Abend) vor Einnahme der nächsten

Dosis für die Nacht ist die häufigste unerwünschte Wirkung einer dopaminergen Langzeittherapie.

Herzerkrankungen

Kardiovaskuläre Störungen (zum Beispiel Herzrhythmusstörungen oder orthostatische Hypotonie)

können gelegentlich auftreten. Hypotone orthostatische Kreislaufregulationsstörungen können in der

Regel durch Dosisreduktion von Madopar verbessert werden.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Gelegentlich: Appetitverminderung, Nausea, Erbrechen, Diarrhöe und Mundtrockenheit.

Solche Nebenwirkungen, die in frühen Therapiestadien auftreten können, lassen sich weitgehend

einschränken, wenn Madopar während des Essens - in jedem Fall aber zusammen mit genügend

Nahrung oder Flüssigkeit - eingenommen wird und wenn man die Dosiserhöhungen langsam

vornimmt.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

In seltenen Fällen können allergische Hautreaktionen wie Pruritus und Rash vorkommen.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Leichte Urinverfärbungen können auftreten. Meist tritt eine leichte Rotfärbung auf, die sich bei

längerem Stehenlassen des Urins dunkel färbt.

Untersuchungen

Es kann zu einer vorübergehenden Erhöhung der Leber-Transaminasen (SGOT, SGPT) und der

alkalischen Phosphatase kommen. Eine Erhöhung der Gamma-Glutamyltransferase wurde berichtet.

Ein Anstieg der Harnstoff-Stickstoff-Werte im Blut ist bei der Behandlung mit Madopar beobachtet

worden.

Es kann auch zu einer Verfärbung bzw. Färbung anderer Körperflüssigkeiten oder -gewebe

einschliesslich des Speichels, der Zunge, der Zähne oder der Mundschleimhaut kommen.

Überdosierung

Symptome

Die Symptome einer Überdosierung gleichen qualitativ den unerwünschten Wirkungen von Madopar

in therapeutischen Dosen, sie können jedoch schwerwiegender sein.

Eine Überdosierung kann in erster Linie zu folgenden Symptomen führen:

Von Seiten des Zentralnervensystems: Ruhelosigkeit, Agitation, Verwirrtheitszustände,

Schlaflosigkeit und motorische Hyperaktivität, jedoch auch Somnolenz.

Von Seiten des Magen-Darm-Traktes: Übelkeit, Erbrechen (teilweise mehrfach) und Diarrhoe.

Von Seiten des kardiovaskulären Systems: vorwiegend Sinustachykardien und

Blutdruckveränderungen (Hyper- und Hypotonien), in seltenen Fällen und dann meist beim älteren

Menschen sind Herzrhythmusstörungen aufgetreten, wobei vorbestehende kardiovaskuläre

Erkrankungen ursächlich zumindest als Kofaktoren in Frage kommen. Ebenfalls aufgetreten sind

unwillkürliche Bewegungen (siehe «Post-Marketing-Erfahrungen» in der Rubrik «Unerwünschte

Wirkungen»).

Bei einer Überdosierung mit einer Form von Madopar mit kontrollierter Wirkstofffreisetzung (z.B.

Madopar DR Tabletten) treten die Symptome aufgrund der verzögerten Wirkstoffresorption aus dem

Magen unter Umständen ebenfalls mit Verzögerung auf.

Behandlung

Die Vitalfunktionen des Patienten sind zu überwachen und entsprechend dem klinischen Zustand des

Patienten gegebenenfalls unterstützende Massnahmen einzuleiten.

Bei hohen Dosen, mit zu erwartenden schweren Verläufen, ist die Gabe von Aktivkohle 1 g/kg KG

indiziert, sofern innerhalb der ersten Stunde möglich. Bei sehr hohen und potentiell

lebensbedrohlichen Dosen kann im Einzelfall eine Magenspülung sinnvoll sein, sofern diese

innerhalb der ersten Stunde nach Ingestion durchgeführt werden kann. Zur Indikationsstellung sollte

in diesen Fällen das Toxikologische Informationszentrum kontaktiert werden. Nach der

Magenspülung sollte eine Kohlegabe (wie zuvor genannt) erfolgen.

Bei den Darreichungsformen mit verzögerter Wirkstofffreisetzung und Einnahme grosser Mengen

mit potentiell schwerem Verlauf könnte eine wiederholte Kohlegabe zur primären Dekontamination

sinnvoll sein. Es liegen hierzu jedoch keine Studien vor und die Indikation sollte im Einzelfall mit

dem Toxikologischen Informationszentrum abgestimmt werden.

Bei Agitation kann eine symptomatische Behandlung z.B. mit Benzodiazepinen erforderlich sein.

Gegebenenfalls symptomatische Therapie einer Hypertonie (Antihypertensiva) bzw. Hypotonie

(Volumengabe, Katecholamine). Bei Patienten mit kardiovaskulären Vorerkrankungen bzw. beim

älteren Patienten sollte eine Monitorüberwachung und ggf. bei hämodynamischer Relevanz eine

antiarrhythmische Therapie erfolgen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N04BA02

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Dopamin, das als Neurotransmitter im Gehirn wirkt, ist in den Stammganglien von Parkinson-

Patienten nicht in genügender Menge vorhanden. Levodopa (INN) oder L-DOPA (3,4-dihydroxy-L-

phenylalanin) ist ein Zwischenprodukt in der Dopaminsynthese. Levodopa (eine Vorstufe von

Dopamin) wird als Prodrug zur Erhöhung der Dopaminspiegel eingesetzt, da es im Gegensatz zu

Dopamin die Blut-Hirnschranke passieren kann. Sobald Levodopa ins zentrale Nervensystem (ZNS)

gelangt, wird es durch die Aromatische L-Aminosäure-Decarboxylase zu Dopamin umgesetzt.

An der Pathogenese des Restless Legs Syndroms ist das dopaminerge System beteiligt.

Dementsprechend konnte die Wirksamkeit der Substitution von Levodopa auch bei Patienten mit

einem Restless Legs Syndrom nachgewiesen werden.

Nach der Verabreichung wird Levodopa jedoch sowohl im Gehirn als auch in extrazerebralen

Geweben rasch zu Dopamin dekarboxyliert. Aus diesem Grunde geht der grösste Teil des

verabreichten Levodopas für die Stammganglien verloren und das peripher gebildete Dopamin führt

oft zu Nebenwirkungen. Die Blockierung der extrazerebralen Dekarboxylierung von Levodopa ist

somit ein grosser Vorteil. Dies lässt sich durch gleichzeitige Verabreichung von Levodopa und

Benserazid, einem peripher wirkenden Dekarboxylasehemmer, erreichen.

Madopar ist eine Kombination dieser beiden Substanzen im Verhältnis 4:1 - das sich in klinischen

Prüfungen und in der therapeutischen Anwendung bewährt hat - und ist deshalb bei wesentlich

besserer Verträglichkeit ebenso wirksam wie höhere Dosen von Levodopa allein.

Die kombinierte Anwendung von Levodopa und Benserazid ermöglicht somit die Kompensation

eines Dopaminmangels im Gehirn.

Madopar LIQ, die Tablette zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen, ist speziell für

Patienten mit Dysphagie geeignet oder für Patienten, welche einen schnelleren Wirkungseintritt

wünschen, und für Parkinsonpatienten mit frühmorgendlicher oder nachmittäglicher Akinesie, sowie

für Patienten mit «delayed on» oder «wearing off» Phänomen.

Bei der DR-Tablette handelt es sich um eine spezielle galenische Form, die eine biphasische

Freisetzung der Wirkstoffe im Magen bewirkt. Durch die schnelle initiale Freisetzung werden rasch

wirksame Plasmaspiegel von Levodopa erreicht, während die spätere zweite Freisetzungsstufe dafür

sorgt, dass diese über mehrere Stunden erhalten bleiben. Bei Madopar DR ist gegenüber den

Standardformulierungen die Konzentrationsspitze deutlich vermindert.

Pharmakokinetik

Absorption

Standardformen

Levodopa und Benserazid werden zum grössten Teil (66-74%) im oberen Dünndarmabschnitt

resorbiert. Die Absorption ist im oberen Dünndarmabschnitt gleichmässig und unabhängig vom Ort.

Nach der Einnahme von Madopar wird die maximale Plasmakonzentration von Levodopa nach

ungefähr einer Stunde erreicht.

Die absolute Bioverfügbarkeit von Levodopa nach der Einnahme von Standard Madopar beträgt 98%

mit einem Bereich von 74-112%.

Alle nicht retardierten Darreichungsformen von Madopar sind bioäquivalent.

Die maximale Plasmakonzentration von Levodopa und das Ausmass der Absorption (AUC) steigen

proportional mit der Dosis (50-200 mg Levodopa).

Gleichzeitige Nahrungsaufnahme vermindert die Geschwindigkeit und das Ausmass der Resorption

von Levodopa. Die Spitzenkonzentration im Plasma ist um 30% niedriger und tritt später auf, wenn

Standard Madopar zusammen mit einer Mahlzeit eingenommen wird. Nahrung vermindert das

Ausmass der Resorption um 15%. Die Resorption wird auch durch Verzögerungen der

Magenentleerung vermindert.

Wasserlösliche Form

Die Pharmakokinetik der löslichen Tabletten ist bei gesunden Probanden und Parkinsonpatienten

sehr ähnlich der von Standard Madopar, jedoch besteht ein Trend zu einem früheren Erreichen der

Spitzenkonzentrationen. Die interindividuellen Schwankungen der Absorptionsparameter sind für

Madopar LIQ geringer, wenn sie als Suspension eingenommen werden.

Form mit verzögerter Wirkstofffreisetzung

Die Bioverfügbarkeit von DR Tabletten beträgt etwa 80% derjenigen von Madopar.

Madopar DR hat aufgrund der biphasischen Freisetzung eine ähnliche Absorptionskinetik wie

Madopar Standard. Die maximale Plasmakonzentration von Levodopa wird nach ungefähr einer

Stunde erreicht. Die Plasmakonzentrationskurve zeigt eine längere Halbwertsdauer als bei den

herkömmlichen Formen, was auf die biphasischen Eigenschaften des Präparates zurückzuführen ist,

die den Wirkstoff Levodopa über eine längere Zeit freisetzen.

Die Pharmakokinetik von halbierten DR Tabletten entspricht derjenigen der ganzen DR Tabletten.

Nahrungsaufnahme verringert die Absorptionsrate, hat aber – gemäss der AUC – keinen Einfluss auf

die systemische Exposition von Levodopa. Nach Nahrungsaufnahme liegt die maximale

Plasmakonzentration von Levodopa um ein Drittel tiefer als im Nüchternzustand, und die Dauer bis

zum Erreichen der Spitzenkonzentration ist um zwei Stunden verlängert.

Distribution

Levodopa überwindet die Blut-Hirn-Schranke durch einen sättigbaren Transportmechanismus. Es

wird nicht an Plasmaproteine gebunden. Sein Verteilungsvolumen beträgt 57 Liter. Die AUC von

Levodopa in der Cerebrospinalflüssigkeit beträgt 12% von der im Plasma.

Im Gegensatz zu Levodopa überwindet Benserazid in therapeutischen Dosen die Blut-Hirn-Schranke

nicht. Benserazid wird vor allem in den Nieren, in den Lungen, im Dünndarm und in der Leber

konzentriert.

Metabolismus

Es gibt zwei Hauptwege der Metabolisierung von Levodopa: Decarboxylierung und O-Methylierung.

Daneben existieren zwei Nebenwege: Transaminierung und Oxidation. Die Decarboxylierung von

Levodopa zu Dopamin erfolgt durch eine aromatische Aminosäure-Decarboxylase. Die

Hauptabbauprodukte dieses Weges sind Homovanillinsäure und Dihydroxyphenylessigsäure. Die

Catechol-O-Methyltransferase methoxyliert Levodopa zu 3-O-Methyldopa. Dieser Hauptmetabolit

im Plasma hat eine Eliminationshalbwertszeit von 15-17 Stunden und kumuliert bei

Parkinsonpatienten, die therapeutische Dosen von Madopar erhalten.

Gleichzeitige Verabreichung von Levodopa und Benserazid verringert die periphere

Decarboxylierung. Dies zeigt sich in erhöhten Plasmaspiegeln von Levodopa und 3-O-Methyldopa

und niedrigeren Plasmaspiegeln von Katecholaminen (Dopamin, Noradrenalin) und

Phenylcarbonsäuren (Homovanillinsäure, Dihydroxyphenylessigsäure).

Benserazid wird in der Darmschleimhaut und in der Leber zu Trihydroxybenzylhydrazin

hydroxyliert. Dieser Metabolit ist ein potenter Inhibitor der aromatischen Aminosäure-

Decarboxylase.

Elimination

Bei peripherer Hemmung der Levodopa-Decarboxylase beträgt die Eliminationshalbwertszeit von

Levodopa etwa 1,5 Stunden. Bei älteren Parkinson-Patienten (65-78-jährig) ist die

Eliminationshalbwertszeit um ca. 25% verlängert.

Die Clearance von Levodopa beträgt ca. 430 ml/min.

Benserazid wird ebenfalls fast vollständig in Form von Metaboliten ausgeschieden. Die Metaboliten

werden vor allem mit dem Urin (64%) und ein kleiner Teil mit den Fäzes (24%) ausgeschieden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Sowohl Levodopa als auch Benserazid werden weitgehend metabolisiert. Levodopa wird zu weniger

als 10% unverändert mit dem Urin ausgeschieden. Bei Patienten mit leichten bis mässigen

Nierenfunktionsstörungen ist daher keine Dosisreduktion erforderlich.

Es sind keine pharmakokinetischen Daten über Levodopa bei Patienten mit

Nierenfunktionsstörungen verfügbar.

Patienten mit Leberfunktionsstörungen

Levodopa wird hauptsächlich durch eine aromatische Aminosäure-Decarboxylase metabolisiert, die

in der Leber sowie im Darmtrakt, in den Nieren und im Herzen reichlich vorhanden ist.

Es sind keine pharmakokinetischen Daten über Levodopa bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen

verfügbar.

Ältere Patienten

Bei älteren Parkinson-Patienten (65–78-jährig) liegen sowohl die Eliminationshalbwertszeit als auch

die AUC von Levodopa um ca. 25% über den entsprechenden Werten bei jüngeren (34–64-jährigen)

Patienten. Der statistisch signifikante Einfluss des Alters hat keine klinische Relevanz für das

Dosierungsschema irgendeiner Indikation.

Präklinische Daten

Chronische Toxizität

Allgemeine toxikologische Studien bei Ratten haben die Möglichkeit eines beeinträchtigten

Knochenwachstums ergeben. Unter langfristiger oraler Verabreichung von Benserazid + Levodopa

an Ratten kommt es dosis- und zeitabhängig neben Gewichtsverlusten zu ausgeprägten

Skelettveränderungen, die ihren Ausgangspunkt von den Epiphysenfugen nehmen. An Stellen mit

bereits geschlossenen Epiphysenfugen kommt es zu keinen Knochenveränderungen.

Mutagenes und tumorerzeugendes Potenzial

Madopar und seine Inhaltsstoffe (Levodopa und Benserazid) haben sich im Ames-Test nicht als

mutagen erwiesen.

Es sind keine Studien über die Kanzerogenität von Madopar durchgeführt worden.

Für Levodopa bestehen Hinweise auf eine mutagene Wirkung, die vorwiegend zytogenetischen

Untersuchungen entstammen. Die Relevanz dieser Befunde ist aufgrund der nur unzureichend

dokumentierten Untersuchungen nicht abgeklärt.

Benserazid ist bezüglich mutagener Wirkungen unzureichend geprüft. Ein Genmutationstest an

Bakterien verlief negativ, Benserazid induzierte in Säugerzellen keine DNA-Reparatur.

Levodopa und Benserazid zeigen in In-vitro-Untersuchungen an Bakterien und Säugerzellkulturen

ein schwach genotoxisches Potenzial. Anhaltspunkte für ein genotoxisches Potenzial unter den

Bedingungen der klinischen Anwendung ergeben sich nicht. Langzeituntersuchungen auf ein

tumorerzeugendes Potenzial von Levodopa oder Benserazid liegen nicht vor. In Einzelfällen ist

berichtet, dass beim Menschen unter Levodopa-Therapie Melanome reaktiviert wurden. Ein kausaler

Zusammenhang zwischen Levodopa-Therapie und Melanomexazerbation konnte jedoch weder

experimentell noch epidemiologisch nachgewiesen werden.

Reproduktionstoxizität

Die Kombination ist nicht auf reproduktionstoxische Eigenschaften geprüft. Es liegen keine Studien

zu möglichen Auswirkungen auf Fertilität, Fetalentwicklung, Geburt und Postnatalentwicklung vor.

Bei Dosierungen, die für die Muttertiere toxisch waren, nahm die Zahl der intrauterin verstorbenen

Feten zu (Kaninchen), und/oder das fetale Gewicht ging zurück (Ratten).

Levodopa

Bei Kaninchen traten ab einer (maternal toxischen) Dosis von 75 mg/kg KG täglich embryoletale

Effekte auf; oberhalb dieser Dosis wurden kardiovaskuläre Fehlbildungen und oberhalb einer Dosis

von 125 mg/kg KG täglich Rippenanomalien beobachtet.

Benserazid

Bei Ratten wurden Skelettanomalien nach Gabe während der Trächtigkeit beobachtet.

Teratogenität

Teratogenitätsstudien haben keine teratogene Wirkung oder Beeinträchtigung des

Knochenwachstums bei Mäusen (400 mg/kg), Ratten (600 mg/kg, 250 mg/kg) und Kaninchen

(120 mg/kg, 150 mg/kg) ergeben.

Es liegen keine weiteren relevanten Daten aus Tierstudien vor.

Sonstige Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Levodopa kann die labordiagnostischen Messungen von Katecholaminen, Kreatinin, Harnsäure und

Glucose verfälschen. Der Test auf Ketonkörper im Urin kann falsch-positiv ausfallen. Bei

Verwendung der Glucose-Oxidase-Methode kann der Harnzuckernachweis falsch-negativ sein. Der

Coombs-Test kann ein falsch-positives Resultat zeigen.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden. Gelöstes Madopar LIQ ist innert einer halben Stunde einzunehmen.

Besondere Lagerungshinweise

Den Behälter fest verschlossen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu

schützen. Nicht über 25 °C lagern. Das Arzneimittel ist ausserhalb der Reichweite von Kindern

aufzubewahren.

Zulassungsnummer

38096 (Kapseln), 43593 (Tabletten), 52377 (LIQ Tabletten), 53493 (DR Tabletten), (Swissmedic).

Packungen

Madopar «62,5»

Kapseln zu 50 mg Levodopa + 12,5 mg Benserazid: 100 [B].

Madopar «125»

Kapseln zu 100 mg Levodopa + 25 mg Benserazid: 100 [B].

Tabletten (mit Kreuzbruchrille) zu 100 mg Levodopa + 25 mg Benserazid: 30 und 100 [B].

Madopar «250»

Tabletten (mit Kreuzbruchrille) zu 200 mg Levodopa + 50 mg Benserazid: 30 und 100 [B].

Madopar LIQ «62,5»

Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen (mit Bruchrille) zu 50 mg Levodopa +

12,5 mg Benserazid: 100 [B].

Madopar LIQ «125»

Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen (mit Bruchrille) zu 100 mg Levodopa +

25 mg Benserazid: 30 und 100 [B].

Madopar DR (Dual Release)

Tabletten (Bruchrille) zu 200 mg Levodopa + 50 mg Benserazid: 30 und 100 [B].

Zulassungsinhaberin

Roche Pharma (Schweiz) AG, 4153 Reinach.

Stand der Information

Oktober 2016.

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