Lysodren Tabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-09-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
mitotanum
Verfügbar ab:
HRA-Pharma Switzerland Sàrl
ATC-Code:
L01XX23
INN (Internationale Bezeichnung):
mitotanum
Darreichungsform:
Tabletten
Zusammensetzung:
mitotanum 500 mg, maydis amylum, cellulosum microcristallinum, macrogolum 3350, silica colloidalis anhydrica, pro compresso.
Klasse:
A
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Symptomatische Behandlung des fortgeschrittenen (nicht-resezierbaren, metastasierenden oder rezidivierenden) Nebennierenrindenkarzinoms
Zulassungsnummer:
57346
Berechtigungsdatum:
2009-11-30

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-09-2020

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-09-2020

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

01-09-2020

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen

das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Lysodren®

HRA-Pharma Switzerland Sàrl

Was ist Lysodren und wann wird es angewendet?

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

Lysodren enthält den Wirkstoff Mitotan, welcher die Funktion der Nebennierenrinde unterdrückt.

Dieses Arzneimittel wird für die Behandlung der Symptome des fortgeschrittenen, nicht operablen,

metastasierenden oder rezidivierenden Nebennierenkarzinoms verwendet. Lysodren darf nur auf

Verschreibung des Arztes oder der Ärztin angewendet werden.

Wann darf Lysodren nicht eingenommen werden?

Lysodren darf nicht eingenommen werden,

·wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Mitotan oder einen der sonstigen Bestandteile von

Lysodren sind.

·wenn Sie stillen. Wenn Sie Lysodren nehmen, dürfen Sie nicht stillen.

·wenn Sie mit Arzneimitteln behandelt werden, die Spironolacton enthalten, das häufig als Diuretikum

für die Behandlung von Herz-, Leber- oder Nierenerkrankungen verwendet wird.

Wann ist bei der Einnahme von Lysodren Vorsicht geboten?

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Lysodren ist in folgenden Fällen erforderlich

Lysodren unterdrückt die Funktion der Nebennierenrinde und damit die Bildung von Steroidhormonen

(Kortison) in diesem Organ und beeinflusst auch den Stoffwechsel der Steroidhormone. Bei einer

schweren Verletzung, einer Infektion oder einem Schockzustand ist der Bedarf des Körpers an

Steroidhormonen erhöht. Dieser kann jedoch unter einer Behandlung mit Lysodren nicht ausreichend

gedeckt werden.

Wenn einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft, sprechen Sie mit Ihrem Arzt:

·wenn Sie eine Verletzung (Schock, schweres Trauma), eine Infektion oder eine Erkrankung haben,

während Sie Lysodren nehmen. Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt, der möglicherweise

entscheiden wird, die Behandlung vorübergehend abzubrechen.

·wenn Sie schwere Leberprobleme haben: Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie während der

Behandlung mit Lysodren folgende Anzeichen oder Symptome für Leberprobleme aufweisen: Juckreiz,

Gelbfärbung der Augen oder der Haut, dunkler Urin und Schmerzen oder Unbehagen in der rechten

oberen Magengegend. Ihr Arzt wird zur Überprüfung der Leberfunktion vor und während der

Behandlung mit Lysodren, und wenn klinisch angezeigt, Blutuntersuchungen durchführen.

·wenn Sie schwere Nierenprobleme haben.

·wenn Sie eines der unten genannten Arzneimittel verwenden (siehe «Bei Einnahme von Lysodren mit

anderen Arzneimitteln»).

·wenn Sie gynäkologische Probleme wie Blutungen und/oder Beckenschmerzen haben.

Die Handhabung dieses Arzneimittels darf nicht durch andere Personen als den Patienten und seine

Pflegepersonen und insbesondere nicht durch schwangere Frauen erfolgen. Pflegende müssen bei der

Handhabung der Tabletten Einmalhandschuhe verwenden.

Möglicherweise verordnet Ihnen der Arzt eine Hormonbehandlung (Steroide) für die Dauer der

Behandlung mit Lysodren.

Führen Sie die Lysodren-Patientenkarte, die Sie am Ende dieser Packungsbeilage finden, immer bei

sich.

Bei Einnahme von Lysodren mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw, Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Lysodren kann die Wirkung verschiedener anderer Arzneimittel beeinflussen. Daher sollten Sie Ihren

Arzt informieren, wenn Sie Arzneimittel einnehmen / anwenden, die einen der folgenden Wirkstoffe

enthalten:

·Warfarin oder andere Antikoagulantien (Blutverdünnungsmittel), die verwendet werden, um

Blutgerinnsel zu verhindern. Möglicherweise muss die Dosis Ihres Antikoagulans angepasst werden.

·Antiepileptika

·Rifabutin oder Rifampicin, verwendet zur Behandlung von Tuberkulose

·Griseofulvin, verwendet zur Behandlung von Pilzinfektionen

·pflanzliche Präparate, die Johanniskraut (Hypericum perforatum) enthalten.

·Sunitinib – zur Krebsbehandlung

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Lysodren hat grossen Einfluss auf Ihre Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen, da unter

Lysodren unerwünschte Wirkungen wie Schläfrigkeit, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen auftreten

können. Fragen Sie Ihren Arzt um Rat.

Darf Lysodren während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Lysodren kann den Fetus schädigen. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie schwanger sind oder planen,

schwanger zu werden.

Wenn Sie eine Frau im gebärfähigen Alter sind, müssen Sie während der Behandlung mit Lysodren und

auch nach dem Absetzen eine wirksame Verhütungsmethode anwenden. Fragen Sie Ihren Arzt um Rat.

Während der Behandlung mit Lysodren und auch nach dem Absetzen dürfen Sie nicht stillen. Fragen Sie

Ihren Arzt um Rat.

Wie verwenden Sie Lysodren?

Dosis und Schema

Die übliche Anfangsdosis für Erwachsene liegt bei 2 bis 3 g (4 bis 6 Tabletten) pro Tag.

Es ist möglich, dass Ihr Arzt die Behandlung mit einer höheren Dosis beginnt, zum Beispiel mit 4 bis 6 g

(8 bis 12 Tabletten).

Um die beste Dosis für Sie herauszufinden, wird Ihr Arzt regelmässig den Lysodrenspiegel in Ihrem

Blut überprüfen. Wenn Sie bestimmte Nebenwirkungen bemerken, wird Ihr Arzt möglicherweise

entscheiden, Lysodren vorübergehend abzusetzen oder die Dosis zu senken.

Kinder und Jugendliche

Die anfängliche Tagesdosis Lysodren beträgt 1,5 bis 3,5 g/m² Körperoberfläche (dies wird von Ihrem

Arzt entsprechend dem Gewicht und der Grösse des Kindes berechnet). Die Erfahrung bei Patienten

dieser Altersgruppe ist sehr begrenzt.

Art der Anwendung

Sie sollten die Tabletten zu Mahlzeiten, die fettreiche Lebensmittel enthalten, mit einem Glas Wasser

schlucken. Die tägliche Gesamtdosis kann in zwei oder drei Dosen eingenommen werden.

Die Handhabung der Lysodren Tabletten darf nur durch die Patientin bzw. den Patienten und seine

Pflegenden und insbesondere nicht durch schwangere Frauen erfolgen. Die Tabletten sollen nicht geteilt

und zerstossen werden.

Bei der Handhabung sollten möglichst Einmalhandschuhe getragen werden. Unmittelbar nach dem

Kontakt mit den Tabletten sollen die Hände gewaschen werden. Es ist darauf zu achten, dass allfällige

Tablettenteilchen (z.B. bei einer Beschädigung einer Tablette) nicht eingeatmet werden und nicht mit

der Haut oder Schleimhaut in Kontakt kommen. Falls es zu einem Hautkontakt kommt, ist die Stelle mit

Wasser und Seife zu waschen, bei Augenkontakt ist mit Wasser zu spülen.

Wenn Sie eine grössere Menge Lysodren eingenommen haben, als Sie sollten

Bitte informieren Sie sofort Ihren Arzt, wenn Sie versehentlich eine grössere Menge Lysodren

eingenommen haben, als Sie sollten, oder wenn ein Kind versehentlich Tabletten verschluckt hat.

Wenn Sie die Einnahme von Lysodren vergessen haben

Wenn Sie versehentlich eine Dosis ausgelassen haben, nehmen Sie bitte die nächste Dosis wie geplant

ein. Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Lysodren haben?

Wie alle Arzneimittel kann Lysodren Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem Patienten/jeder

Patientin auftreten müssen.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt unverzüglich, wenn Sie eine der folgenden Nebenwirkungen

wahrnehmen:

·Nebenniereninsuffizienz: Erschöpfung, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhöe, Verwirrung

·Anämie: Hautblässe, Muskelschwäche, Gefühl der Kurzatmigkeit, Schwindelgefühl insbesondere beim

Aufstehen

·Leberschädigung: Gelbfärbung der Haut und Augen, Juckreiz, Übelkeit, Diarrhöe, Erschöpfung,

dunkler Urin

·Neurologische Störungen: Bewegungs- und Koordinationsstörungen, anormale Sinnesempfindungen

wie Kribbeln, Gedächtnisverlust, Konzentrationsschwierigkeiten, Schwierigkeiten beim Sprechen,

Schwindel

Diese Symptome können Komplikationen aufdecken, bei denen eine besondere Medikation erforderlich

sein könnte.

Sehr häufig (betrifft mehr als einen von 10 Anwendern)

·Erbrechen, Nausea (Übelkeit), Diarrhöe, Bauchschmerzen

·Appetitlosigkeit

·anormale Sinnesempfindungen wie Kribbeln

·Bewegungs- und Koordinationsstörungen, Schwindel, Verwirrung

·Schläfrigkeit, Erschöpfung, Muskelschwäche (Ermüdung des Muskels bei Belastung)

·Entzündung (Schwellung, Hitzewallung, Schmerzen) der Schleimhäute, Hautausschlag

·Blutungsstörungen (verlängerte Blutungszeit)

·Anstieg des Cholesterins, der Triglyzeride (Fette) und der Leberenzyme (Blutuntersuchungen)

·Rückgang der Anzahl der weissen Blutkörperchen

·Überentwicklung der Brust bei Männern

·Nebenniereninsuffizienz

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

·Schwindelgefühl, Kopfschmerzen

·Störungen des peripheren Nervensystems: Sinnesstörungen, Muskelschwäche und Atrophie,

Verringerung des Sehnenreflexes und vasomotorische Symptome wie Hitzewallungen, Schwitzen und

Schlafstörungen)

·Beeinträchtigung geistiger Fähigkeiten (wie Gedächtnisverlust, Konzentrationsschwierigkeiten)

·Bewegungsstörungen

·Abnahme der roten Blutkörperchen (Anämie, mit Symptomen wie Hautblässe und Müdigkeit),

Abnahme der Blutplättchen (kann Sie für Blutergüsse und Blutungen anfälliger machen)

·Hepatitis (autoimmun) (kann zu einer Gelbfärbung der Haut und Augen, dunklem Urin führen)

·Schwierigkeiten bei der Muskelkoordination

Einzelfälle

·Fieber

·allgemeine Schmerzen

·Hitzewallungen, hoher oder niedriger Blutdruck, Gefühl des Schwindels/Vertigo, bei plötzlichem

Aufstehen

·erhöhte Speichelproduktion

·Augenstörungen: Sehstörungen, verschwommenes Sehen, Doppelsichtigkeit, Verzerrung von Bildern,

Blendungsempfindlichkeit

·Pilzinfektion

·Leberschädigung (kann zu einer Gelbfärbung der Haut und Augen, dunklem Urin führen)

·verringerte Harnsäurewerte in Blutuntersuchungen

·Blasenentzündung mit Blutungen

·Blut im Urin, Proteine im Urin

·Gleichgewichtsstörung

·Störung des Geschmackssinns

·Verdauungsstörungen

·Makrozysten in den Eierstöcken (mit Symptomen wie Beckenschmerzen, Blutungen)

Bei Kindern und Jugendlichen wurden Schilddrüsenprobleme, neuro-psychologische

Entwicklungsverzögerung, Wachstumsretardierung und ein Fall von Enzephalopathie beobachtet.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin

oder Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Lagerungshinweis

Bei Raumtemperatur (15-25°C) lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Weitere Hinweise

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterialien sind entsprechend den nationalen Anforderungen

für zytotoxische Medizinprodukte zu entsorgen.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren

Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Massnahme

hilft die Umwelt zu schützen.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Lysodren enthalten?

1 Tablette enthält:

Wirkstoffe

500 mg Mitotan

Hilfsstoffe

Maisstärke, mikrokristalline Cellulose (E 460), Macrogol 3350, hochdisperses Siliciumdioxid.

Zulassungsnummer

57346 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Lysodren? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Lysodren 500 mg: Packungen zu 100 Tabletten

Zulassungsinhaberin

HRA-Pharma Switzerland Sàrl, 1260 Nyon

Diese Packungsbeilage wurde im September 2020 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

Fachinformation

Lysodren®

HRA-Pharma Switzerland Sàrl

Zusammensetzung

Wirkstoff: Mitotan.

Hilfsstoffe: Excipiens pro compresso.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Jede Tablette enthält 500 mg Mitotan.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Symptomatische Behandlung des fortgeschrittenen (nicht-resezierbaren, metastasierenden oder

rezidivierenden) Nebennierenrindenkarzinoms (NNR-Ca).

Die Wirkung von Lysodren bei nicht-funktionellem Nebennierenrindenkarzinom ist nicht belegt.

Dosierung/Anwendung

Die Behandlung muss von einem entsprechend erfahrenen Spezialisten eingeleitet und weiter

durchgeführt werden.

Dosierung

Bei Erwachsenen sollte die Behandlung mit 2-3 g Mitotan pro Tag begonnen und schrittweise erhöht

werden (z.B. in Abständen von zwei Wochen), bis der Mitotanspiegel im Plasma das Therapiefenster

von 14-20 mg/l erreicht.

Wenn es bei hoch symptomatischen Patienten dringend geboten ist, die Cushing-Symptome zu

kontrollieren, könnten eine höhere Anfangsdosis zwischen 4-6 g täglich und eine schnellere

Erhöhung der Tagesdosis erforderlich sein (z.B. jede Woche). Eine Anfangsdosis über 6 g/Tag wird

im Allgemeinen nicht empfohlen.

Dosisanpassungen, Überwachung und Absetzen

Die Dosisanpassung zielt darauf ab, ein Therapiefenster zu erhalten (Mitotanspiegel im Plasma

zwischen 14 und 20 mg/l), durch welches die optimale Nutzung von Lysodren mit annehmbarer

Sicherheit gewährleistet ist. Eine neurologische Toxizität ist allerdings mit Gehalten von über 20

mg/l in Verbindung gebracht worden, deshalb sollte dieser Grenzwert nicht erreicht werden. Einige

Daten weisen darauf hin, dass ein Mitotanspiegel im Plasma über 14 mg/l zu einer verbesserten

Wirksamkeit führen könnte (siehe «Eigenschaften/Wirkungen»). Ein Mitotanspiegel im Plasma über

20 mg/l kann mit schweren Nebenwirkungen verbunden sein und bietet hinsichtlich der Wirksamkeit

keine weiteren Vorteile mehr. Der Mitotanspiegel im Plasma sollte daher überwacht werden, um die

Lysodrendosis anzupassen und das Erreichen toxischer Gehalte zu vermeiden.

Die Dosierung sollte auf der Grundlage der Überwachung des Mitotanspiegels im Plasma und der

klinischen Verträglichkeit individuell angepasst werden, bis der Mitotanspiegel im Plasma das

Therapiefenster von 14-20 mg/l erreicht. Die Zielkonzentration im Plasma wird gewöhnlich

innerhalb von 3 bis 5 Monaten erreicht.

Die Mitotanspiegel im Plasma sollten nach jeder Dosisanpassung und in häufigen Intervallen (z.B.

alle zwei Wochen) bewertet werden, bis die optimale Erhaltungsdosis erreicht wurde. Die

Überwachung sollte häufiger erfolgen (z.B. jede Woche), wenn eine höhere Anfangsdosis verwendet

wurde. Es sollte berücksichtigt werden, dass Dosisanpassungen keine sofortigen Veränderungen des

Mitotanspiegels im Plasma hervorrufen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Ausserdem muss aufgrund der Gewebeansammlung eine regelmässige Überwachung des

Mitotanspiegels im Plasma durchgeführt werden (z.B. monatlich), sobald die Erhaltungsdosis

erreicht worden ist.

Eine regelmässige Überwachung (z.B. alle zwei Monate) des Mitotanspiegels im Plasma ist auch

nach einer Unterbrechung der Behandlung erforderlich. Die Behandlung kann wieder aufgenommen

werden, wenn der Mitotanspiegel im Plasma zwischen 14 und 20 mg/l liegt. Aufgrund der

verlängerten Halbwertzeit können signifikante Serumkonzentrationen noch Wochen nach

Beendigung der Therapie auftreten.

Wenn schwerwiegende Nebenwirkungen, wie Neurotoxizität, auftreten, ist es möglicherweise

erforderlich, die Behandlung mit Mitotan vorübergehend zu unterbrechen. Im Falle einer geringen

Toxizität sollte die Dosis reduziert werden, bis die maximal tolerierte Dosis erreicht ist.

Die Behandlung mit Lysodren sollte fortgesetzt werden, solange ein klinischer Nutzen zu beobachten

ist. Wenn nach drei Monaten bei einer optimalen Dosis kein klinischer Nutzen zu beobachten ist,

sollte die Behandlung dauerhaft abgebrochen werden.

Besondere Populationen

Pädiatrische Patienten

Die Erfahrung bei Kindern ist begrenzt.

Die pädiatrische Dosierung von Mitotan wurde noch nicht ausreichend bestimmt, es scheint jedoch,

dass sie der von erwachsenen Patienten nach Korrektur für die Körperoberfläche entspricht.

Die Behandlung sollte bei Kindern und Jugendlichen mit 1,5 bis 3,5 g/m2/Tag begonnen werden und

mit dem Ziel, 4 g/m²/Tag zu erreichen, angepasst werden. Der Mitotanspiegel im Plasma muss wie

bei Erwachsenen überwacht werden. Besondere Aufmerksamkeit ist erforderlich, wenn der

Plasmaspiegel 10 mg/l erreicht, da ein schneller Anstieg des Plasmaspiegels beobachtet werden

kann. Die Dosis kann nach zwei oder drei Monaten entsprechend dem Mitotanspiegel im Plasma

oder im Fall einer schwerwiegenden Toxizität verringert werden.

Eingeschränkte Leberfunktion

Es gibt keine Erfahrungen mit der Anwendung von Mitotan bei Patienten mit eingeschränkter

Leberfunktion, daher sind die Daten nicht ausreichend, um für diese Gruppe

Dosierungsempfehlungen zu geben. Da Mitotan hauptsächlich in der Leber metabolisiert wird, ist zu

erwarten, dass sich der Mitotanspiegel im Plasma erhöht, wenn die Leberfunktion beeinträchtigt ist.

Mitotan wird nicht empfohlen für die Anwendung bei Patienten mit stark eingeschränkter

Leberfunktion. Bei Patienten mit einer leicht bis mässig eingeschränkten Leberfunktion muss mit

Vorsicht vorgegangen und die Leberfunktion muss überwacht werden. Die Überwachung des

Mitotanspiegels im Plasma wird bei diesen Patienten besonders empfohlen (siehe «Warnhinweise

und Vorsichtsmassnahmen»).

Eingeschränkte Nierenfunktion

Es gibt keine Erfahrungen mit der Anwendung von Mitotan bei Patienten mit einer eingeschränkten

Nierenfunktion, daher sind die Daten nicht ausreichend, um für diese Gruppe

Dosierungsempfehlungen zu geben. Mitotan wird nicht empfohlen für die Anwendung bei Patienten

mit einer schweren Einschränkung der Nierenfunktion, und in Fällen einer leichten bis mässigen

Einschränkung der Nierenfunktion sollte mit Vorsicht vorgegangen werden. Die Überwachung des

Mitotanspiegels im Plasma wird bei diesen Patienten besonders empfohlen (siehe «Warnhinweise

und Vorsichtsmassnahmen»).

Ältere Patienten (≥65 Jahre)

Es gibt keine Erfahrungen mit der Anwendung von Mitotan bei älteren Patienten, daher sind die

Daten nicht ausreichend, um für diese Gruppe Dosierungsempfehlungen zu geben. Es sollte mit

Vorsicht vorgegangen werden und eine häufige Überwachung des Mitotanspiegels im Plasma wird

bei diesen Patienten besonders empfohlen.

Art der Anwendung

Die gesamte Tagesdosis kann entsprechend dem Bedarf des Patienten in zwei oder drei Dosen

aufgeteilt werden. Die Tabletten sollten zu Mahlzeiten, die fettreiche Lebensmittel enthalten, mit

einem Glas Wasser eingenommen werden (siehe «Interaktionen»). Die Patienten sollten angewiesen

werden, keine Tabletten zu verwenden, die Zeichen von Beschädigungen aufweisen, und

Pflegepersonen sollten angewiesen werden, bei der Handhabung der Tabletten Einmalhandschuhe zu

tragen.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.

Stillzeit (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Gleichzeitige Anwendung von Spironolacton (siehe «Interaktionen»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Vor Beginn der Behandlung: Grosse metastatische Tumormassen müssen vor dem Beginn der

Behandlung mit Mitotan soweit wie möglich chirurgisch entfernt werden, um das Risiko eines

Tumorinfarkts oder einer Tumorblutung aufgrund der schnellen zytotoxischen Wirkung von Mitotan

zu minimieren.

Risiko einer Nebenniereninsuffizienz: Alle Patienten mit einem nicht-funktionellen Tumor und 75%

der Patienten mit einem funktionellen Tumor weisen Anzeichen einer Nebenniereninsuffizienz auf.

Daher kann eine Steroidzufuhr bei diesen Patienten erforderlich sein. Da Mitotan den Plasmaspiegel

steroid-bindender Proteine erhöht, sind Bestimmungen des freien Kortisols und Kortikotropins

(ACTH) für die optimale Dosierung der Steroid-Substitution erforderlich (siehe «Unerwünschte

Wirkungen»).

Schock, schweres Trauma oder Infektion: Mitotan sollte unmittelbar nach einen Schock, einem

schweren Trauma oder einer Infektion vorübergehend abgesetzt werden, da die Hauptwirkung eine

Nebennierensuppression ist. Unter solchen Umständen sollten exogene Steroide angewendet werden,

da die supprimierte Nebenniere möglicherweise nicht sofort damit beginnt, Steroide auszuscheiden.

Aufgrund des erhöhten Risikos einer akuten Nebennierenrindeninsuffizienz sind die Patienten darauf

hinzuweisen, dass sie im Falle einer Verletzung, Infektion oder anderen gleichzeitigen Erkrankung

sofort Kontakt zu ihrem Arzt aufnehmen müssen. Die Patienten sollten die der Packungsbeilage

beiliegende Lysodren-Patientenkarte bei sich führen, auf der darauf hingewiesen wird, dass bei ihnen

die Gefahr einer Nebenniereninsuffizienz besteht und dass im Notfall die entsprechenden

Vorsichtsmassnahmen getroffen werden müssen.

Überwachung des Plasmaspiegels: Der Mitotanspiegel im Plasma muss überwacht werden, um die

Mitotandosis anzupassen, insbesondere, wenn hohe Anfangsdosen für erforderlich gehalten werden.

Eine Anpassung der Dosis ist möglicherweise erforderlich, um den korrekten therapeutischen

Spiegel im Fenster zwischen 14 und 20 mg/l zu erhalten und bestimmte Nebenwirkungen zu

vermeiden (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Eingeschränkte Leber- oder Nierenfunktion: Es liegen keine ausreichenden Daten vor, um die

Anwendung von Mitotan bei Patienten mit stark eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion zu

unterstützen. Bei Patienten mit einer leicht oder mässig eingeschränkten Leber- oder Nierenfunktion

muss mit Vorsicht vorgegangen werden und die Überwachung des Mitotanspiegels im Plasma wird

besonders empfohlen (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Bei Patienten, die mit Mitotan behandelt wurden, konnte Hepatotoxizität festgestellt werden. Fälle

von Leberschädigungen (hepatozellulär, cholestatisch und gemischt) und autoimmune Hepatitis

konnten beobachtet werden. Leberfunktionstests (Alanin-Aminotransferase [ALT], Aspartat

Aminotransferase [AST], Bilirubinspiegel) sollten regelmässig überwacht werden, besonders

während der ersten Monate der Behandlung oder wenn eine Erhöhung der Dosis notwendig ist.

Mitotanakkumulation im Gewebe: Fettgewebe kann Mitotan speichern, was zu einer verlängerten

Halbwertzeit und der möglichen Akkumulation von Mitotan führt. Infolgedessen können die

Mitotanspiegel trotz einer konstanten Dosis ansteigen. Deshalb ist eine Überwachung der

Mitotanspiegel im Plasma (z.B. alle zwei Monate) auch nach einer Unterbrechung der Behandlung

erforderlich, da es zu einer verlängerten Freisetzung von Mitotan kommen kann. Bei der Behandlung

übergewichtiger Patienten sollte mit Vorsicht vorgegangen werden und eine häufige Überwachung

des Mitotanspiegels im Plasma wird dringend empfohlen.

Erkrankungen des Zentralnervensystems: Die langfristige, kontinuierliche Anwendung hoher Dosen

von Mitotan kann zu reversiblen Hirnschäden und Funktionsbeeinträchtigungen führen. Verhaltens-

und neurologische Beurteilungen sollten in regelmässigen Abständen vorgenommen werden,

insbesondere dann, wenn der Mitotanspiegel im Plasma 20 mg/l übersteigt (siehe «Unerwünschte

Wirkungen»).

Blutungszeit: Bei Patienten, die mit Mitotan behandelt wurden, wurde über eine verlängerte

Blutungszeit berichtet; dies muss berücksichtigt werden, wenn ein chirurgischer Eingriff in

Erwägung gezogen wird (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems: Bei einer Behandlung mit Mitotan können alle

Blutzellen betroffen sein. Leukopenie (einschliesslich Neutropenie), Anämie und Thrombozytopenie

wurden während einer Behandlung mit Mitotan häufig berichtet (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Die Anzahl der roten Blutkörperchen, der weissen Blutkörperchen und der Blutplättchen sollte

während der Behandlung mit Mitotan überwacht werden.

Warfarin und Antikoagulantien des Cumarin-Typs: Wenn Mitotan bei Patienten angewendet wird,

die Antikoagulantien des Cumarin-Typs einnehmen, müssen die Patienten sehr genau im Hinblick

auf eine Änderung des Antikoagulantien-Bedarfs überwacht werden (siehe «Interaktionen»).

Durch Cytochrom P450 verstoffwechselte Substanzen und insbesondere Cytochrom 3A4: Mitotan ist

ein Leberenzym-Induktor und sollte bei gleichzeitiger Gabe von Arzneimitteln, die durch den

Leberstoffwechsel beeinflusst werden, mit Vorsicht angewendet werden (siehe «Interaktionen»).

Frauen im gebärfähigen Alter: Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung mit

Mitotan eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Prämenopausale Frauen: In dieser Population wurde eine höhere Inzidenz von Makrozysten in den

Eierstöcken beobachtet. Es wurden Einzelfälle von komplizierten Zysten gemeldet (Adnextorsion

und Zystenruptur mit Blutung). Nach dem Absetzen von Mitotan wurde eine Besserung beobachtet.

Frauen sollte dringend angeraten werden, medizinischen Rat einzuholen, wenn bei ihnen

gynäkologische Symptome wie z.B. Blutungen und/oder Beckenschmerzen auftreten.

Pädiatrische Patienten: Bei Kindern und Jugendlichen kann während der Behandlung mit Mitotan

eine neuro-psychologische Retardierung beobachtet werden. In derartigen Fällen muss die

Schilddrüsenfunktion überprüft werden, um eine mögliche, mit der Mitotan-Behandlung in

Zusammenhang stehende Beeinträchtigung der Schilddrüsenfunktion zu erkennen.

Interaktionen

Spironolacton: Mitotan darf nicht in Kombination mit Spironolacton angewendet werden, da dieser

Wirkstoff die Wirkung von Mitotan blockieren kann (siehe «Kontraindikationen»).

Warfarin und Antikoagulantien des Cumarin-Typs: Es ist berichtet worden, dass Mitotan den

Metabolismus von Warfarin über den Mechanismus der mikrosomalen Leberenzym-Induktion

beschleunigt, was zu einem erhöhten Dosisbedarf von Warfarin führt. Daher muss der Arzt die

Patienten sehr genau im Hinblick auf eine Änderung des Antikoagulantien-Bedarfs überwachen,

wenn Mitotan bei Patienten angewendet wird, die Antikoagulantien des Cumarin-Typs einnehmen.

Durch Cytochrom P450 verstoffwechselte Substanzen: Eine induktive Wirkung von Mitotan auf

Cytochrom P450 Enzyme ist beobachtet worden. Daher können sich die Plasmakonzentrationen von

Substanzen, die über Cytochrom P450 verstoffwechselt werden, ändern. Da keine Informationen

über die betroffenen speziellen P450 Isoenzyme vorliegen, sollte mit Vorsicht vorgegangen werden,

wenn Wirkstoffe, die über diesen Weg verstoffwechselt werden, gleichzeitig verordnet werden, wie

zum Beispiel Antikonvulsiva, Rifabutin, Rifampicin, Griseofulvin und Johanniskraut (Hypericum

perforatum). Insbesondere ist für Mitotan eine induktive Wirkung auf Cytochrom 3A4 beobachtet

worden. Daher können sich die Plasmakonzentrationen von Substanzen, die über Cytochrom 3A4

verstoffwechselt werden, ändern. Es sollte mit Vorsicht vorgegangen werden, wenn Wirkstoffe, die

über diesen Weg verstoffwechselt werden, gleichzeitig verordnet werden, wie zum Beispiel Sunitinib

und Midazolam.

Auf das Zentralnervensystem wirkende Arzneimittel: Bei hohen Konzentrationen kann Mitotan

Nebenwirkungen im Zentralnervensystem auslösen (siehe «Interaktionen»). Obwohl keine speziellen

Informationen über pharmakodynamische Wechselwirkungen im Zentralnervensystem zur

Verfügung stehen, sollte dies berücksichtigt werden, wenn gleichzeitig Arzneimittel verordnet

werden, die eine dämpfende Wirkung auf das Zentralnervensystem haben.

Hormonbindungsprotein: Es ist bekannt, dass Mitotan den Plasmaspiegel von

Hormonbindungsproteinen erhöht (z.B. Sexualhormon-bindendes Globulin (SHBG) und

Kortikosteroid-bindendes Globulin (CBG)). Dies sollte bei der Interpretation der Ergebnisse von

Hormon-Assays berücksichtigt werden und kann zu Gynäkomastie führen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Daten über eine begrenzte Anzahl von exponierten Schwangeren lassen auf Anomalitäten an den

Nebennieren des Fetus nach Mitotan-Exposition schliessen. Reproduktionsstudien mit Tieren sind

mit Mitotan nicht durchgeführt worden. Tierexperimentelle Studien mit ähnlichen Substanzen haben

eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe «Präklinische Daten»). Lysodren darf bei schwangeren

Frauen nur dann angewendet werden, wenn dies unbedingt erforderlich ist, und der klinische Nutzen

deutlich jegliches potentielle Risiko für den Fetus überwiegt.

Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung mit Mitotan und nach dem Absetzen

der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden, solange Mitotanspiegel im Plasma

nachweisbar sind. Die verzögerte Elimination von Mitotan aus dem Körper nach dem Absetzen von

Lysodren muss berücksichtigt werden.

Stillzeit

Aufgrund der lipophilen Beschaffenheit von Mitotan ist es wahrscheinlich, dass das Arzneimittel in

die Muttermilch übergeht. Während der Einnahme von Mitotan (siehe «Kontraindikationen») und

nach dem Absetzen der Behandlung ist Stillen kontraindiziert, solange Mitotanspiegel im Plasma

nachweisbar sind.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Lysodren hat grossen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen. Ambulant behandelte Patienten müssen darauf hingewiesen werden, dass sie keine

Fahrzeuge führen oder Maschinen bedienen dürfen.

Unerwünschte Wirkungen

Die Daten zur Sicherheit basieren auf Literatur (hauptsächlich retrospektive Studien). Mehr als 80%

der mit Mitotan behandelten Patienten wiesen mindestens eine Art der Nebenwirkungen auf. Die

nachstehend aufgelisteten Nebenwirkungen sind nach Häufigkeit und Systemorganklasse geordnet.

Die Gruppierungen nach Häufigkeit sind gemäss der folgenden Konvention definiert: sehr häufig

(≥1/10), häufig (≥1/100 bis <1/10), gelegentlich (≥1/1'000 bis <1/100), selten (≥1/10'000 bis

<1/1'000), sehr selten (<1/10'000). Innerhalb jeder Gruppierung nach Häufigkeit werden die

Nebenwirkungen in der Reihenfolge abnehmender Schwere dargestellt.

Untersuchungen

Sehr häufig: Erhöhte Leberenzymwerte, erhöhte Plasmacholesterinwerte, erhöhte

Plasmatriglyceridwerte.

Einzelfälle: Verringerte Harnsäurewerte im Blut, Androstendion im Blut erniedrigt (bei Frauen),

Testosteron im Blut erniedrigt (bei Frauen), Sexualhormonbindendes Globulin erhöht, Freies

Testosteron im Blut erniedrigt (bei Männern).

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystemes

Sehr häufig: Leukopenie, verlängerte Blutungszeit.

Häufig: Anämie, Thrombozytopenie.

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig: Ataxie, Parästhesie, Vertigo, Schläfrigkeit.

Häufig: Mentale Beeinträchtigung, Polyneuropathie, Bewegungsstörungen, Schwindelgefühl,

Kopfschmerzen.

Einzelfälle: Gleichgewichtsstörungen, Enzephalopathie.

Augenerkrankungen

Einzelfälle: Makulopathie, Netzhauttoxizität, Diplopie, Linsentrübung, Sehstörungen,

verschwommenes Sehen.

Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes

Sehr häufig: Mukositis, Erbrechen, Diarrhöe, Übelkeit, Oberbauchschmerzen.

Einzelfälle: Speichelhypersekretion, Geschmacksstörung, Dyspepsie.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Einzelfälle: Hämorrhagische Zystitis, Hämaturie, Proteinurie.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr häufig: Hautausschläge.

Skelettmuskel-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Sehr häufig: Myasthenie.

Endokrine Erkrankungen

Sehr häufig: Nebenniereninsuffizienz.

Einzelfälle: Eingeschränkte Schilddrüsenfunktion.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr häufig: Anorexie, Hypercholesterinämie, Hypertriglyceridämie.

Einzelfälle: Hypourikämie.

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Einzelfälle: Opportunistische Mykosen.

Gefässerkrankungen

Einzelfälle: Hypertonie, orthostatische Hypotonie, Hitzewallungen.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig: Asthenie.

Einzelfälle: Hyperpyrexie, allgemeine Schmerzen.

Leber- und Gallenerkrankungen

Häufig: Autoimmunhepatitis.

Einzelfälle: Leberschädigung (hepatozellulär/cholestatisch/gemischt).

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Sehr häufig: Gynäkomastie.

Einzelfälle: Makrozysten in Eierstöcken.

Psychiatrische Erkrankungen

Sehr häufig: Verwirrung

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Am häufigsten werden Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes gemeldet (10 bis 100% der

Patienten); diese Erkrankungen sind reversibel, wenn die Dosis reduziert wird. Einige dieser

Wirkungen (Anorexie) können Anzeichen für den Beginn einer Schädigung des

Zentralnervensystems sein.

Nebenwirkungen, von denen das Nervensystem betroffen ist, treten bei ca. 40% der Patienten auf. In

der Literatur ist über andere Nebenwirkungen auf das Zentralnervensystem berichtet worden, wie

zum Beispiel Gedächtnislücken, Aggressivität, zentrales vestibuläres Syndrom, Dysarthrie oder

Parkinson-Syndrom. Schwerwiegende Nebenwirkungen scheinen mit der kumulativen Aufnahme

von Mitotan in Verbindung zu stehen und treten meist auf, wenn der Mitotanspiegel im Plasma 20

mg/l oder mehr beträgt. Bei hohen Dosen und nach einer längeren Anwendung kann es zu einer

Beeinträchtigung der Gehirnfunktion kommen. Die Nebenwirkungen auf das Nervensystem scheinen

reversibel zu sein, wenn die Mitotanbehandlung abgesetzt wird und es zu einer Verringerung des

Plasmaspiegels kommt (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Hautausschläge, die bei 5 bis 25% der Patienten gemeldet wurden, scheinen nicht dosisbezogen zu

sein.

Über Leukopenie wurde bei 8 bis 12% der Patienten berichtet. Eine verlängerte Blutungszeit scheint

häufig aufzutreten (90%): Obwohl der genaue Mechanismus dieser Wirkung nicht bekannt und sein

Zusammenhang mit Mitotan oder der zugrundeliegenden Krankheit nicht gesichert ist, sollte dies

berücksichtigt werden, wenn ein chirurgischer Eingriff in Erwägung gezogen wird.

Die Aktivität der Leberenzyme (Gamma-GT, Aminotransferase, alkalische Phosphatase) ist häufig

erhöht. Bei 7% der Patienten kam es zu einer Autoimmunhepatitis, wobei keine weiteren

Informationen über den Mechanismus vorliegen. Die Leberenzyme normalisieren sich, wenn die

Mitotandosis verringert wird. Es wurde ein Fall einer cholestatischen Hepatitis berichtet. Daher kann

die Möglichkeit einer Mitotan-induzierten Leberschädigung nicht ausgeschlossen werden.

Pädiatrische Patienten

Während der Behandlung mit Mitotan kann eine neuro-psychologische Retardierung beobachtet

werden. In derartigen Fällen muss die Schilddrüsenfunktion überprüft werden, um eine mögliche

Schilddrüsenerkrankung in Verbindung mit der Mitotan-Behandlung zu erkennen. Auch eine

Schilddrüsenunterfunktion und Wachstumsverzögerung können beobachtet werden. Ein Fall von

Enzephalopathie wurde bei einem pädiatrischen Patienten fünf Monate nach Beginn der Behandlung

beobachtet, dieser Fall wurde als mit einem erhöhten Mitotan-Plasmaspiegel von 34,5 mg/l

zusammenhängend angesehen. Nach sechs Monaten waren die Mitotan-Plasmaspiegel nicht

nachweisbar und der Patient erholte sich klinisch.

Prämenopausale Frauen:

Es wurden nicht bösartige Makrozysten in den Eierstöcken (mit Symptomen wie Beckenschmerzen,

Blutungen) beschrieben.

Überdosierung

Eine Mitotan-Überdosierung kann zu Beeinträchtigungen des Zentralnervensystems führen,

insbesondere dann, wenn die Mitotanspiegel im Plasma über 20 mg/l liegen. Es sind keine

Gegenmittel bei einer Mitotanüberdosis bekannt. Der Patient muss sehr genau überwacht werden,

wobei zu berücksichtigen ist, dass die Beeinträchtigung zwar reversibel ist, es jedoch in Anbetracht

der langen Halbwertzeit und der lipophilen Beschaffenheit von Mitotan Wochen dauern kann, bis der

Normalzustand wiederhergestellt ist. Andere Nebenwirkungen sollten symptomatisch behandelt

werden. Aufgrund seiner lipophilen Beschaffenheit ist Mitotan wahrscheinlich nicht dialysierbar.

Es wird empfohlen, die Häufigkeit der Überwachung des Mitotanspiegels im Plasma bei Patienten zu

erhöhen (z.B. alle zwei Wochen), bei denen das Risiko einer Überdosierung besteht (z.B. bei

eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion, übergewichtigen Patienten oder Patienten, die vor

Kurzem Gewicht verloren).

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: L01XX23

Pharmakotherapeutische Gruppe: weitere Antineoplastika

Wirkmechanismus

Mitotan ist eine Substanz, die zytotoxisch auf die Nebennieren wirkt, auch wenn sie offenbar auch

eine Nebenniereninhibition ohne Zellzerstörung verursachen kann. Sein biochemischer

Wirkmechanismus ist nicht bekannt. Die zur Verfügung stehenden Daten lassen darauf schliessen,

dass Mitotan den Stoffwechsel von Steroiden modifiziert und auch die Nebennierenrinde direkt

unterdrückt. Durch die Anwendung von Mitotan wird der extra-adrenale Stoffwechsel des Kortisols

beim Menschen verändert, was zu einer Reduzierung der messbaren 17-Hydroxy-Kortikosteroide

führt, auch wenn der Plasmaspiegel der Kortikosteroide nicht sinkt. Mitotan erhöht offenbar die

Bildung des 6-beta-Hydroxycholesterins.

Klinische Wirksamkeit

Mitotan wurde noch nicht in einem umfassenden klinischen Entwicklungsprogramm untersucht. Die

verfügbaren klinischen Informationen stammen hauptsächlich aus veröffentlichten Daten von

Patienten mit inoperablem oder metastasierendem Nebennierenkarzinom. In Bezug auf die

Gesamtüberlebensrate kommen vier Studien zu dem Schluss, dass die Behandlung mit Mitotan die

Überlebensrate nicht erhöht, wohingegen in fünf weiteren Studien festgestellt wird, dass es zu einem

Anstieg der Überlebensrate kommt. Unter den Letzteren stellten drei Studien einen solchen Anstieg

nur bei Patienten fest, bei denen der Mitotanspiegel im Plasma über 14 mg/l lag.

Die Mitotanspiegel im Plasma und der mögliche Zusammenhang mit seiner Wirksamkeit wurden in

der FIRM ACT-Studie untersucht, einer randomisierten, prospektiven, kontrollierten, offenen,

multizentrischen Parallelgruppen-Studie zum Vergleich der Wirksamkeit von Etoposid, Doxorubicin

und Cisplatin plus Mitotan (EDP/M) mit derjenigen von Streptozotocin plus Mitotan (Sz/M) als

Erstlinientherapie bei 304 Patienten. Die Analyse von Patienten, die mindestens einmal innerhalb

von sechs Monaten Mitotanspiegel im Plasma ≥14 mg/l erreichten, gegenüber Patienten, deren

Mitotanspiegel <14 mg/l waren, könnte darauf hinweisen, dass Patienten mit Mitotanspiegeln im

Plasma ≥14 mg/l eine Verbesserung der Krankheitskontrolle erreichen könnten (62,9% gegenüber

33,5%; p<0.0001). Dieses Ergebnis muss jedoch mit Vorsicht betrachtet werden, da die

Untersuchung der Mitotanwirkungen nicht den primären Endpunkt der Studie darstellte.

Ausserdem löst Mitotan eine Nebenniereninsuffizienz aus, die bei Patienten mit sekretierendem

Nebennierenkarzinom zum Verschwinden des Cushing-Syndroms führt und eine

Hormonsubstitutionstherapie erforderlich macht.

Pädiatrische Patienten

Die klinischen Informationen stammen zum grössten Teil aus einer prospektiven Studie (n=24) mit

Kindern und Jugendlichen im Alter von 5 Monaten bis 16 Jahren zum Zeitpunkt der Diagnose

(Median: 4 Jahre), die einen nicht reserzierbaren Primärtumor aufwiesen oder bei denen ein

Wiederauftreten des Tumors oder eine Metastasierung vorlag; die meisten der Kinder (75%) wiesen

endokrine Symptome auf. Mitotan wurde allein oder in Kombination mit einer Chemotherapie mit

verschiedenen Wirkstoffen angewendet. Insgesamt betrug das erkrankungsfreie Intervall 7 Monate (2

bis 16 Monate). Bei 40% der Kinder kam es zu einem Wiederauftreten der Krankheit; die

Überlebensrate nach 5 Jahren betrug 49%.

Pharmakokinetik

Resorption

Die orale Bioverfügbarkeit von Mitotan beträgt ca. 40%.

In einer Studie, die mit 8 Patienten mit einem Nebennierenkarzinom durchgeführt wurde, die täglich

mit 2 bis 3 g Mitotan behandelt wurden, war eine hoch signifikante Korrelation zwischen der

Mitotankonzentration im Plasma und der Mitotan-Gesamtdosis festzustellen. Die Zielkonzentration

von Mitotan im Plasma (14 mg/l) wurde bei allen Patienten innerhalb von 3 bis 5 Monaten erreicht

und die Mitotan-Gesamtdosis betrug zwischen 283 und 387 g (Median: 363 g). Der Schwellenwert

von 20 mg/l wurde bei kumulativen Mengen von ca. 500 g Mitotan erreicht. In einer anderen Studie

erhielten drei Patienten mit einem Nebennierenkarzinom Lysodren gemäss einem speziellen

Protokoll, welches die schnelle Gabe einer hohen Dosis erlaubte, wenn das Arzneimittel gut toleriert

wurde: 3 g (in Form von 3 Einnahmen) an Tag 1, 4,5 g an Tag 2, 6 g an Tag 3, 7,5 g an Tag 4 und

9 g an Tag 5. Diese Lysodren-Dosis wurde abhängig von den Nebenwirkungen und dem

Mitotanspiegel im Plasma entweder beibehalten oder verringert. Es gab einen positiven linearen

Zusammenhang zwischen der kumulativen Dosis von Lysodren und dem Mitotanspiegel im Plasma.

Bei zwei von drei Patienten wurde ein Plasmaspiegel von mehr als 14 mg/l innerhalb von 15 Tagen

und bei einem von ihnen ein Spiegel von 20 mg/l innerhalb von ca. 30 Tagen erreicht. Ausserdem

stieg in beiden Studien bei einigen Patienten der Mitotanspiegel im Plasma weiterhin an, obwohl die

tägliche Mitotandosis beibehalten oder verringert wurde.

Fettreiche Nahrungsmittel: Daten für verschiedene Mitotan-Formulierungen lassen darauf schliessen,

dass durch die Einnahme mit fettreichen Nahrungsmitteln die Resorption von Mitotan erhöht wird.

Distribution

Autopsiedaten von Patienten zeigen, dass Mitotan in den meisten Geweben des Körpers zu finden ist,

wobei Fett der Hauptspeicherungsort ist.

Metabolismus

Stoffwechselstudien am Menschen haben die entsprechende Säure, 1,1-(o,p'-Dichlordiphenyl-)

Essigsäure (o,p'-DDA), als den wesentlichen zirkulierenden Metaboliten identifiziert, zusammen mit

kleineren Mengen des 1,1-(o,p'-Dichlordiphenyl-)-2,2 Dichlorethen- (o,p'-DDE) Analogons von

Mitotan. Es wurde kein unverändertes Mitotan in der Galle oder im Urin gefunden, wo o,p'-DDA

vorherrschend ist, zusammen mit einigen seiner hydroxylierten Metaboliten. Angaben über die

Induktion mit Cytochrom P450 siehe «Interaktionen».

Elimination

Nach intravenöser Anwendung wurden 25% der Dosis als Metabolite innerhalb von 24 Stunden

ausgeschieden. Nach dem Absetzen der Mitotanbehandlung wird dieses langsam aus den Speichern

im Fett freigesetzt, was zu terminalen Plasma-Halbwertzeiten zwischen 18 und 159 Tagen führt.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Daten zur Pharmakokinetik bei älteren Patienten und bei Patienten mit Leber- und Niereninsuffizienz

liegen nicht vor.

Daten zur Pharmakokinetik bei Kindern liegen nicht vor.

Präklinische Daten

Nicht-klinische Daten zur allgemeinen Toxizität von Mitotan sind nur eingeschränkt vorhanden.

Reproduktionstoxizitätsstudien sind mit Mitotan nicht durchgeführt worden. Es ist jedoch bekannt,

dass Dichlordiphenyltrichlorethan (DDT) und andere Polychlorbiphenyl-analoge Substanzen

schädliche Auswirkungen auf Fruchtbarkeit, Schwangerschaft und Entwicklung haben, und es ist zu

erwarten, dass Mitotan die gleichen Eigenschaften aufweist.

Die Gentoxizität und das kanzerogene Potential von Mitotan sind nicht untersucht worden.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Tabletten im Originalbehältnis bei Raumtemperatur (15-25 °C) und für Kinder unzugänglich

aufbewahren. Nach dem Öffnen der Flasche sind die Tabletten 1 Jahr, jedoch maximal bis zum

aufgedruckten Verfalldatum haltbar.

Hinweise für die Handhabung

Die Handhabung dieses Arzneimittels darf nicht durch andere Personen als den Patienten und seine

Pflegepersonen und insbesondere nicht durch schwangere Frauen erfolgen. Pflegepersonen müssen

bei der Handhabung der Tabletten Einmalhandschuhe verwenden.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterialien sind entsprechend den Vorschriften für

Zytostatika zu entsorgen.

Zulassungsnummer

57346 (Swissmedic).

Packungen

Packungen zu 100 Tabletten (A).

Zulassungsinhaberin

HRA-Pharma Switzerland Sàrl, 1260 Nyon.

Stand der Information

Februar 2017.

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