Luveris 75 IE Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

24-10-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-10-2018

Wirkstoff:
lutropinum alfa
Verfügbar ab:
Merck (Schweiz) AG
ATC-Code:
G03GA07
INN (Internationale Bezeichnung):
lutropinum alfa
Darreichungsform:
Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
Zusammensetzung:
Praeparatio cryodesiccata: lutropinum alfa 3.7 µg, saccharum, methioninum, polysorbatum 20, dinatrii phosphas dihydricus, natrii dihydrogenophosphas monohydricus, acidum phosphoricum q.s. ad pH, natrii hydroxidum q.s. ad pH, pro vitro corresp. natrium 0.219 mg. Solvens: aqua ad iniectabile 1 ml.
Klasse:
A
Therapiegruppe:
Biotechnologika
Therapiebereich:
Follikelreifung bei LH- und FSH-Mangel zusammen mit einer Zubereitung aus FSH
Zulassungsnummer:
55430
Berechtigungsdatum:
2002-09-27

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

19-10-2018

Patienteninformation

Luveris® 75 IE

Merck (Schweiz) AG

Was ist Luveris und wann wird es angewendet?

Luveris enthält den Wirkstoff Lutropin alfa, ein rekombinantes luteinisierendes Hormon (r-hLH),

welches mit dem natürlichen, im Menschen vorkommenden Hormon im Wesentlichen identisch ist,

es wird jedoch biotechnologisch (gentechnologisch) hergestellt. Es gehört zu der Gruppe von

Hormonen, die als Gonadotropine bezeichnet werden, welche u.a. die Funktionen der weiblichen

Keimdrüsen (Eierstöcke) steuern und so an der normalen Kontrolle der Fortpflanzung beteiligt sind.

Dieses Arzneimittel darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin verwendet werden.

Bei folgender Indikation wird Luveris bei Frauen eingesetzt:

·Zur Behandlung von Frauen, bei denen ein LH-Mangel besteht. Luveris wird zusammen mit einem

anderen Hormon verabreicht, dem sogenannten FSH (follikelstimulierendes Hormon), um das

Wachstum und die Entwicklung von Eizellen (Follikeln) herbeizuführen. Die Follikel sind

Strukturen in den Eierstöcken, in denen die Eizellen heranreifen. Nach der Behandlung mit Luveris

und FSH wird eine einzelne Dosis von humanem Choriongonadotropin (hCG) verabreicht, was zur

Freisetzung einer Eizelle aus dem Follikel führt (Eisprung).

Was sollte dazu beachtet werden?

Bevor mit der Behandlung begonnen wird, müssen die Ursachen für Ihre Unfruchtbarkeit oder die

Ihres Partners genau abgeklärt werden.

Wann darf Luveris nicht angewendet werden?

Sie dürfen Luveris nicht anwenden, wenn Sie eine der folgenden Fragen mit «JA» beantworten

können:

·Haben Sie eine bekannte Allergie gegenüber diesem oder ähnlichen Arzneimitteln oder gegenüber

einem der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels?

·Wurde bei Ihnen Eierstock-, Gebärmutter- oder Brustkrebs diagnostiziert?

·Wurde bei Ihnen ein Gehirntumor diagnostiziert?

·Leiden Sie an einer Vergrösserung der Eierstöcke oder an Eierstock-Zysten unbekannter Ursache

(ausgenommen gutartige mehrzystische Veränderungen der Eierstöcke)?

·Haben Sie unerklärliche Blutungen aus der Scheide?

·Sind Sie schwanger oder stillen Sie?

Wann ist bei der Anwendung von Luveris Vorsicht geboten?

Bevor mit der Behandlung begonnen wird, müssen die genauen Ursachen der Unfruchtbarkeit des

Paares abgeklärt und Ursachen, welche eine Schwangerschaft unmöglich machen wie z.B.

Missbildungen der Sexualorgane oder gutartige Tumore der Gebärmutter ausgeschlossen werden.

Ovarielles Überstimulationssyndrom (OHSS)

Obwohl die strikte Einhaltung der empfohlenen Dosierung und der vorgeschriebenen

Kontrolluntersuchungen das Risiko von Nebenwirkungen reduziert, ist das Risiko eines ovariellen

Überstimulationssyndroms zu berücksichtigen. Dieses Syndrom ist durch eine übermässige

Vergrösserung der Eierstöcke und Symptome wie Unterleibsschmerzen, möglicherweise in

Verbindung mit Übelkeit, Erbrechen, Krankheitsgefühl, Atembeschwerden oder schneller

Gewichtszunahme gekennzeichnet (siehe Welche Nebenwirkungen kann Luveris haben?).

Sehr selten wurden Komplikationen wie Verdrehungen der Eierstöcke und Blutungen in den

Bauchraum beobachtet.

Sollten die geschilderten Symptome bei Ihnen auftreten, setzen Sie sich unverzüglich mit Ihrem Arzt

bzw. Ihrer Ärztin in Verbindung.

In Fällen, in denen sich die Entwicklung eines OHSS abzeichnet, ist es ratsam, kein hCG zu geben

und während mindestens 4 Tagen Geschlechtsverkehr zu vermeiden oder geeignete Verhütungsmittel

(Barrieremethoden) zu benutzen.

Das Syndrom der ovariellen Überstimulation zeigt sich aber im Allgemeinen 1 bis 2 Wochen nach

der Injektion von hCG. Sein Schweregrad kann erheblich schwanken.

Bei Frauen, die sich einer Behandlung zur Reifung mehrerer Follikel unterziehen, ist das Risiko

eines ovariellen Überstimulationssyndroms grösser, kann jedoch durch Absaugen aller Follikel vor

der Ovulation reduziert werden.

Mehrlingsschwangerschaften

Das Risiko von Mehrlingsschwangerschaften nach assistierten Reproduktionstechniken steht im

Zusammenhang mit Ihrem Alter sowie mit der Anzahl transferierter Eizellen/Embryonen. Bei

Patientinnen, die sich einer Behandlung zur Auslösung des Eisprungs unterziehen, ist die Häufigkeit

einer Mehrlingsschwangerschaft bzw. Mehrlingsgeburt im Vergleich zur natürlichen Empfängnis

erhöht. Die Häufigkeit solcher Ereignisse kann jedoch durch die Anwendung der empfohlenen

Dosierung und des empfohlenen Behandlungsschemas verringert werden.

Ektopische Schwangerschaft

Insbesondere bei Frauen mit einer früheren Eileitererkrankung, kann eine ektope Schwangerschaft

auftreten, das heisst, der Embryo nistet sich ausserhalb der Gebärmutter ein.

Fehlgeburten

Bei der Anwendung der assistierten Reproduktionstechnik oder der Stimulierung der Eierstöcke ist

eine Fehlgeburt eher möglich als beim Durchschnitt der Frauen.

Missbildungen

Nach einer assistierten Fortpflanzungstechnik (ART) kann die Häufigkeit von Missbildungen etwas

höher sein, als nach einer natürlichen Empfängnis. Dies kann in Zusammenhang mit Risikofaktoren

bei den Eltern wie das Alter der Mutter, die Erbveranlagung, die Anwendung der ART und

Mehrlingsschwangerschaften stehen.

Blutgerinnungsstörungen (Thromboembolische Ereignisse)

Falls Sie bekannte Risikofaktoren für das Auftreten von Blutgerinnseln in den grossen Blutgefässen

(thromboembolische Ereignisse) haben (Übergewicht, Rauchen, eigene oder in der Familie liegende

Krankheitsgeschichte), dann kann sich das Risiko während der Behandlung mit Luveris weiter

erhöhen. Es ist jedoch anzumerken, dass eine Schwangerschaft selbst dieses Risiko ebenfalls erhöht.

(siehe Welche Nebenwirkungen kann Luveris haben?)

Tumoren

Von Frauen, welche sich während mehreren Zyklen wegen Unfruchtbarkeit behandeln liessen, wurde

von gutartigen wie auch bösartigen Tumoren der Eierstöcke und anderen Fortpflanzungsorganen

berichtet.

Porphyrie

Wenn Sie oder eines Ihrer Familienmitglieder an Porphyrie (eine Erkrankung, die von den Eltern auf

die Kinder vererbt werden kann) leiden, informieren Sie bitte Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin vor Beginn

der Behandlung, da die Anwendung bestimmter Medikamente einen Anfall dieser Krankheit

auslösen kann.

Wenn Sie bemerken, dass Ihre Haut verletzlich wird und schnell zur Blasenbildung neigt (besonders

an Stellen, die häufig der Sonnenstrahlung ausgesetzt sind) und/oder Sie Bauch- oder

Gliederschmerzen haben, informieren Sie bitte Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin. Er bzw. sie wird Ihnen

gegebenenfalls empfehlen, die Behandlung abzusetzen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen!

Darf Luveris während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

Sie dürfen Luveris nicht anwenden, wenn Sie schwanger sind oder Ihr Kind stillen (siehe auch Wann

darf Luveris nicht angewendet werden?).

Wie verwenden Sie Luveris?

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin kontrolliert den Wirkungsverlauf und wird über die für Sie individuell

angepasste Dosierung und Behandlungsdauer entscheiden. Die nachfolgend aufgeführten

Dosierungsangaben gelten deshalb nur als Richtwerte.

Luveris ist zur subkutanen Injektion bestimmt, das bedeutet, es wird unter die Haut injiziert.

In der Regel wird Luveris für bis zu 3 Wochen lang gleichzeitig mit FSH täglich verabreicht. Bei

Anwendung des üblichen Behandlungsschemas wird mit 75IE (1 Durchstechflasche) Luveris

zusammen mit 75IE oder 150IE FSH begonnen.

Je nach Ansprechen wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin die Dosis von Luveris auf bis zu 225IE (3

Durchstechflaschen) und die Dosis von FSH um 37,5–75IE in 7-14-tägigen Intervallen erhöhen.

Wenn die gewünschte Reaktion erreicht ist, wird 24-48 Stunden nach den letzten Injektionen von

Luveris und FSH einmalig hCG verabreicht. Sie sollten am Tag der Verabreichung von hCG und am

darauffolgenden Tag Geschlechtsverkehr haben, alternativ kann eine intrauterine Insemination (IUI)

durchgeführt werden.

Bei überschiessender Reaktion ist die Behandlung zu beenden und kein hCG zu verabreichen (siehe

Welche Nebenwirkungen kann Luveris haben?).

Der Arzt bzw. die Ärztin wird mittels Blutproben und Ultraschalluntersuchungen die Follikelreifung

sorgfältig überwachen. Es ist deshalb wichtig, dass Sie seine Anweisungen und Empfehlungen genau

befolgen.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Luveris darf bei Kindern und Jugendlichen nicht eingesetzt werden.

Anwendung bei älteren Patienten

Luveris darf bei älteren Patienten nicht eingesetzt werden.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Anleitung zur Selbstverabreichung

Im Falle einer Selbstverabreichung durch subkutane Injektionen ist es unerlässlich, dass Sie sich von

Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin sorgfältig beraten und gründlich in die praktische Durchführung

einführen lassen, um die bestmögliche Wirksamkeit von Luveris sicherzustellen und eine Infektion

zu vermeiden. Folgen Sie sorgfältig den Anweisungen am Ende dieser Packungsbeilage.

Wenn Sie eine grössere Menge von Luveris angewendet haben, als Sie sollten

Die Auswirkungen einer Überdosierung von Luveris sind nicht bekannt. Eine Überdosierung kann zu

einer Überstimulierung der Eierstöcke führen, welche im Abschnitt Welche Nebenwirkungen kann

Luveris haben? beschrieben ist. Dies wird jedoch erst dann eintreten, wenn hCG verabreicht wird

(siehe im Abschnitt Wann ist bei der Anwendung von Luveris Vorsicht geboten? und Welche

Nebenwirkungen kann Luveris haben?).

Wenn Sie die Anwendung von Luveris vergessen haben

Wenden Sie keine doppelte Dosis an, um vergessene Einzeldosen nachzuholen. Kontaktieren Sie

bitte Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Welche Nebenwirkungen kann Luveris haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Luveris zusammen mit FSH auftreten:

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Reaktionen an

der Injektionsstelle (Bluterguss, Rötung, Schwellung, Schmerzen), Unterleibsschmerzen, Übelkeit,

Beckenschmerzen, eine Überstimulation der Eierstöcke (ovarielles Hyperstimulationssyndrom,

OHSS, zu den Symptomen siehe auch unten), schmerzhafte Menstruation, Brustschmerzen,

Durchfall, Schwindel, Beschwerden beim Wasserlösen, Fieber, Schwächegefühl, Blähungen,

grippeähnliche Symptome, Infektion des oberen Respirationstrakts.

Bei der Behandlung mit FSH und LH kann es nach anschliessender Verabreichung von hCG zu einer

Überstimulierung der Eierstöcke kommen. Diese Reaktion wird ovarielles Überstimulationssyndrom

oder OHSS, genannt (siehe Wann ist bei der Anwendung von Luveris Vorsicht geboten?). Dabei

entwickeln sich in den Eierstöcken durch Überreaktion auf die Behandlung grosse Ovarialzysten.

Überstimulationssyndrom (OHSS)

Die ersten Symptome eines OHSS sind Unterleibsschmerzen, möglicherweise in Verbindung mit

Übelkeit, Erbrechen. In diesem Zusammenhang treten häufig ein Krankheitsgefühl, Durchfall,

Bauchkrämpfe und Blähungen auf.

Gelegentlich kann ein OHSS schwerwiegend werden, was sich in klar vergrösserten Eierstöcken,

erniedrigter Urinproduktion, einer Gewichtszunahme, erschwertem Atmen

und/oder möglicher Flüssigkeitsansammlung im Bauch- oder Brustbereich äussert. Wenn eines

dieser Symptome auftritt, sollten Sie sich sofort an Ihren Arzt bzw. Ärztin wenden.

Schwerwiegende Komplikationen wie thromboembolische Ereignisse (Blutgerinnsel), unabhängig

von einem OHSS, werden sehr selten beobachtet. Dies könnte Brustschmerzen, Atemlosigkeit,

Hirnschlag oder einen Herzinfarkt zur Folge haben.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Nicht über 25 ºC in der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Der Inhalt einer Durchstechflasche ist zum einmaligen Gebrauch bestimmt.

Sie dürfen das Arzneimittel nicht verwenden, wenn Sie sichtbare Anzeichen von Zersetzung

bemerken wie Verfärbung des Pulvers oder Beschädigung der Behältnisse. Die Lösung darf nicht

angewendet werden, wenn sie Partikel enthält, oder nicht klar ist.

Das Arzneimittel ist sofort nach der Auflösung des Pulvers anzuwenden.

Luveris sollte für eine Injektion nicht mit anderen Arzneimitteln zusammengemischt werden,

ausgenommen mit Follitropin alfa. In Studien hat sich herausgestellt, dass diese beiden Arzneimittel

gemischt und zusammen injiziert werden können, ohne dass ihre Wirkungen gegenseitig

beeinträchtigt werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Luveris enthalten?

Eine Durchstechflasche mit Pulver enthält als Wirkstoff 3,7 Mikrogramm Lutropin alfa (r-hLH aus

gentechnisch veränderten CHO (Chinese Ovary Hamster) Zellen hergestellt), damit mindestens 75IE

(Internationale Einheiten) entnommen werden können.

Nach der Rekonstitution (Auflösung) sind 75IE entnehmbar, da etwas Lutropin alfa in der

Durchstechflasche, in der Spritze und in der Nadel zurückbleiben wird.

Die Hilfsstoffe sind Polysorbat 20, Saccharose, Natriumdihydrogenphosphat-Monohydrat,

Dinatriumhydrogenphosphat-Dihydrat, konzentrierte Phosphorsäure, Natriumhydroxid, Antiox.:

Methionin 0.1 mg und Stickstoff.

Eine Durchstechflasche Lösungsmittel enthält 1 ml Wasser für Injektionszwecke.

Zulassungsnummer

55430 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Luveris? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Es gibt Packungen zu 1 oder 10 Durchstechflaschen mit Pulver, denen jeweils die entsprechende

Anzahl Durchstechflaschen mit Lösungsmittel beigefügt ist.

Zulassungsinhaberin

Merck (Schweiz) AG, Zug.

Diese Packungsbeilage wurde im Juni 2014 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Anweisungen zur Zubereitung und Verabreichung der Injektionslösung

1) Vorbereitungen vor der Injektion

·Waschen Sie sich die Hände. Es ist wichtig, dass Ihre Hände und die verwendeten Gegenstände, die

Sie für die Injektion benötigen, so sauber wie möglich sind.

·Stellen Sie sich alles zusammen, was Sie brauchen und legen Sie alles auf eine saubere Fläche:

·eine Durchstechflasche mit Luveris

·eine Durchstechflasche mit Lösungsmittel

·zwei Alkoholtupfer

·eine Spritze

·eine Rekonstitutionsnadel zur Auflösung des Pulvers im Lösungsmittel, eine feine Nadel für die

subkutane Injektion

·einen Behälter zur sicheren Entsorgung von Glas und Nadeln

2) Vorbereitung des Lösungsmittels zur Rekonstitution

·Entfernen Sie die Schutzkappe der Durchstechflasche mit dem Lösungsmittel.

·Befestigen Sie die Rekonstitutionsnadel an der Spritze und ziehen Sie etwas Luft in die Spritze auf,

indem Sie den Spritzenkolben bis etwa zur 1-ml-Markierung herausziehen. Führen Sie anschliessend

die Nadel in die Durchstechflasche ein und drücken Sie den Spritzenkolben herunter, um die Luft aus

der Spritze auszustossen.

·Drehen Sie dann die Durchstechflasche um, und ziehen Sie behutsam die gesamte

Lösungsmittelmenge in die Spritze auf.

·Legen Sie die Spritze vorsichtig auf die Arbeitsfläche und geben Sie acht, dass Sie die Nadel nicht

berühren.

3) Vorbereitung der Injektionslösung

·Entfernen Sie die Schutzkappe von der Durchstechflasche mit Luveris.

·Nehmen Sie die Spritze mit dem Lösungsmittel auf und spritzen Sie das Lösungsmittel langsam in

die Durchstechflasche mit Luveris (Pulver) ein.

·Schwenken Sie die Durchstechflasche behutsam, ohne dabei die Spritze zu entfernen. Nicht

schütteln.

·Nachdem sich das Pulver aufgelöst hat, was in der Regel sofort eintritt, vergewissern Sie sich, dass

die entstandene Lösung klar ist und keine Partikel enthält.

·Drehen Sie die Durchstechflasche um und ziehen Sie die Lösung wieder behutsam in die Spritze

auf.

Es können bis zu 3 Behältnisse Pulver in 1 ml Lösungsmittel aufgelöst werden.

4) Luftblasenkontrolle

Tauschen Sie die Nadel gegen die feine Injektionsnadel aus und entfernen Sie Luftblasen: Halten Sie

die Spritze so, dass die Nadel nach oben zeigt, und klopfen Sie leicht mit den Fingern an die Spritze,

bis sich die Luft an der Spitze ansammelt. Drücken Sie auf den Spritzenkolben, bis die Luftblasen

verschwunden sind.

5) Injektion

·Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin oder Ihre Pflegefachperson wird Ihnen den Injektionsbereich empfehlen

(z.B. Bauch, vorderer Bereich der Oberschenkel).

·Desinfizieren Sie die Injektionsstelle mit einem Alkoholtupfer.

·Drücken Sie die Haut fest zusammen, und stechen Sie die Injektionsnadel mit einer kurzen, raschen

Bewegung (in einem Winkel von 45°-90°) ein.

·Injizieren Sie die Lösung unter die Haut, wie man es Ihnen gezeigt hat.

·Injizieren Sie sich nicht direkt in eine Vene.

·Injizieren Sie die Lösung, indem Sie den Spritzenkolben sanft vorschieben. Nehmen Sie sich so viel

Zeit, wie Sie benötigen, um die gesamte Lösung zu injizieren.

6) Nach der Injektion

·Ziehen Sie die Injektionsnadel sofort zurück, und reiben Sie die Injektionsstelle kreisförmig mit

dem Alkoholtupfer.

·Entsorgen Sie alle gebrauchten Gegenstände, Injektionsnadeln, leeren Glasbehältnisse und die

Spritze in speziell dafür vorgesehene Behälter.

·Unverbrauchte Reste der Injektionslösung müssen verworfen werden.

Vorgehen, falls Ihnen Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Luveris zusammen mit einem Follitropin alfa-

Präparat verordnet hat

Sie können Luveris und Follitropin alfa zusammen mischen, anstatt jedes Präparat einzeln zu

injizieren.

Nachdem Sie das Pulver Luveris aufgelöst haben, ziehen Sie dazu die Lösung wieder in die Spritze

auf und spritzen Sie sie in das Behältnis des Pulvers mit Follitropin alfa. Nachdem sich das Pulver

aufgelöst hat, ziehen Sie die Lösung wieder in die Spritze auf.

Prüfen Sie die Lösung wie zuvor auf Partikel, und benutzen Sie die Lösung nicht, wenn sie nicht klar

ist.

Nun ist die Mischinjektion bereit, dass Sie sie injizieren können.

Fachinformation

Luveris® 75 IE

MERCK

Zusammensetzung

Wirkstoff: Lutropin alfa (r-hLH), aus gentechnisch veränderten CHO (Chinese Hamster Ovary)-

Zellen hergestellt.

Hilfsstoffe

Pulver: Saccharose, Dinatriumhydrogenphosphat-Dihydrat, Natriumdihydrogenphosphat-

Monohydrat, Polysorbat 20, konzentrierte Phosphorsäure, Natriumhydroxid, Antiox.: Methionin 0.1

mg, Stickstoff.

Lösungsmittel: Wasser für Injektionszwecke.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung.

Eine Durchstechflasche mit Pulver enthält 3,7 µg Lutropin alfa, damit mindestens 75 IE entnommen

werden können.

Eine Durchstechflasche mit Lösungsmittel enthält 1 ml Wasser für Injektionszwecke.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Luveris wird zusammen mit einer Zubereitung aus follikelstimulierendem Hormon (FSH) zur

Stimulierung der Follikelreifung bei Frauen mit schwerwiegendem LH- und FSH-Mangel

angewendet. In klinischen Studien wurden diese Patientinnen durch einen endogenen LH-

Serumspiegel <1,2 IE/l definiert.

Dosierung/Anwendung

Eine Behandlung mit Luveris muss unter Aufsicht eines Arztes erfolgen, der in der Behandlung von

Fertilitätsproblemen erfahren ist.

Nur solche Patienten sollten sich Luveris selbst verabreichen, die motiviert und entsprechend

ausgebildet sind und die jederzeit die Möglichkeit haben, ärztlichen Rat einzuholen.

Die erste Injektion muss in jedem Fall unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Die bisher gewonnene klinische Erfahrung mit Luveris für diese Indikation wurde in Kombination

mit Follitropin alfa erzielt.

Das Ziel der Anwendung von Luveris in Kombination mit FSH bei Frauen, die an einem LH- und

FSH-Mangel leiden ist die Entwicklung eines einzelnen, reifen Graaf’schen Follikels, aus dem nach

Verabreichung von humanem Choriongonadotropin (hCG) die Eizelle freigesetzt wird.

Art der Verabreichung

Luveris muss zusammen mit FSH täglich subkutan injiziert werden.

Zur Rekonstitution siehe «Sonstige Hinweise – Hinweise für die Handhabung».

Mit der Behandlung kann jederzeit begonnen werden, da diese Patientinnen unter einer Amenorrhoe

leiden und ihre endogene Östrogensekretion niedrig ist.

Die Behandlung sollte der individuellen Reaktion der Patientin, bestimmt durch (i)

Ultraschalluntersuchungen der Follikelgrösse und (ii) Messungen der Östrogenspiegel angepasst

werden.

In der Regel wird die Therapie mit 75 IE Lutropin alfa (d.h. mit einer Durchstechflasche Luveris)

und 75–150 IE FSH täglich begonnen.

In klinischen Studien wurde gezeigt, dass Luveris die Sensitivität der Ovarien auf Follitropin alfa

erhöht. Eine Dosisanpassung von Follitropin alfa sollte vor einer Dosisanpassung von Luveris

vorgenommen werden. Wenn eine Erhöhung der FSH-Dosis angezeigt ist, sollte diese vorzugsweise

in 7–14-tägigen Intervallen und vorzugsweise in Schritten von 37,5–75 IE erfolgen.

Klinische Studien haben gezeigt, dass manche Patientinnen bis zu 225 IE Lutropin alfa (entspricht 3

Durchstechflaschen Luveris) und 150 IE Follitropin alfa pro Tag benötigen, um eine optimale

Follikelentwicklung zu erzielen.

Falls eine Patientin nach 3 Behandlungswochen nicht auf die Therapie anspricht, sollte der Zyklus

abgebrochen und die Behandlung mit einer höheren Anfangsdosis Follitropin alfa und Luveris als im

vorhergehenden Zyklus wieder begonnen werden.

Nach erfolgreicher Stimulierung werden 24–48 Stunden nach der letzten Injektion von Luveris und

FSH einmalig 5‘000 bis 10‘000IE humanes Choriogonadotropin (hCG) oder 250 Mikrogramm

rekombinantes humanes Choriogonadotropin (rhCG) injiziert. Der Patientin wird empfohlen am Tag

der Injektion von hCG und am darauffolgenden Tag Geschlechtsverkehr zu haben.

Als Alternative kann auch eine intrauterine Insemination (IUI) durchgeführt werden.

Eine Lutealphasenunterstützung kann in Betracht gezogen werden, da nach der Ovulation ein Mangel

an luteotropen Substanzen (LH/hCG) zu einer frühen Inaktivierung des Corpus Luteum führen

könnte.

Bei überschiessender Reaktion ist die Behandlung zu beenden und kein hCG zu verabreichen. Die

Behandlung sollte dann im nächsten Zyklus mit einer niedrigeren FSH-Dosis wiederaufgenommen

werden.

Spezielle Dosierungsempfehlungen

Kinder und Jugendliche

Es gibt keine Indikation für Luveris in dieser Altersgruppe.

Ältere Patienten

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Luveris bei älteren Patienten wurde nicht untersucht. In dieser

Altersgruppe besteht keine Indikation.

Nieren- oder Leberfunktionsstörungen

Die Sicherheit, Wirksamkeit und Pharmakokinetik von Luveris bei Patienten mit Nieren- oder

Leberfunktionsstörungen wurde nicht untersucht. Daher können keine Dosierungsempfehlungen

gemacht werden.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber Gonadotropinen oder einem der Hilfsstoffe gemäss

Zusammensetzung.

Ovarial-, Uterus- oder Mammakarzinom.

Tumoren des Hypothalamus oder der Hypophyse.

Vergrösserung der Ovarien oder Ovarialzysten unbekannter Ursache (ausgenommen polyzystisches

Ovarialsyndrom).

Gynäkologische Blutungen unbekannter Ursache.

Schwangerschaft, Stillzeit.

Luveris darf nicht angewendet werden, wenn abzusehen ist, dass das Therapieziel nicht erreicht

werden kann, wie bei:

Primärer Ovarialinsuffizienz.

Missbildungen der Sexualorgane, welche mit einer Schwangerschaft unvereinbar sind oder

fibrösen Tumoren der Gebärmutter, die ein Schwangerschaft unmöglich machen.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Bevor mit einer Behandlung begonnen wird, müssen die Ursachen für die Infertilität des Paares

genau abgeklärt werden. Zusätzlich müssen die Patientinnen auf Hypothyreodismus,

Nebennierenrindeninsuffizienz und Hyperprolaktinämie untersucht und entsprechend behandelt

werden.

Die Gonadotropintherapie erfordert eine bestimmte zeitliche Verpflichtung von Ärzten und

medizinischem Personal sowie die Verfügbarkeit geeigneter medizinischer

Überwachungseinrichtungen.

Bei Frauen, insbesondere bei Patientinnen mit polyzystischen Ovarien, verlangt ein sicherer und

wirksamer Einsatz von Luveris die Überwachung der ovariellen Response mittels Ultraschall,

vorzugsweise in Kombination mit regelmässigen Messungen der Serumöstradiolwerte.

Ovarielles Überstimulationssyndrom (OHSS)

Bei Patientinnen, die sich einer Stimulierung des Follikelwachstums und einer Ovulationsinduktion

unterziehen, ist die Gefahr eines ovariellen Hyperstimulationssyndroms aufgrund überschiessender

Östrogenreaktion und multipler Follikelbildung erhöht.

Eine gewisse Vergrösserung der Ovarien ist bei einer kontrollierten Stimulierung der Ovarien zu

erwarten. Bei zu starker Stimulierung kann es jedoch zu einem ovariellen Hyperstimulationssyndrom

(OHSS) kommen. Dieses umfasst eine deutliche Ovarialvergrösserung, hohe

Sexualsteroidkonzentrationen im Serum und eine erhöhte vaskuläre Permeabilität, welche zu einer

Flüssigkeitsverschiebung in den peritonealen, den pleuralen und selten auch in den perikardialen

Raum führen kann.

Sehr häufig tritt das OHSS auf, nachdem die Hormonbehandlung beendet wurde, und erreicht ein

Maximum etwa 7 bis 10 Tage nach der Behandlung.

Bei Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom wird ein OHSS häufiger beobachtet und bildet sich

normalerweise ohne Behandlung wieder zurück.

Das OHSS kann in 3 Schweregraden auftreten:

Ein leichtes OHSS geht mit Unterleibsschmerzen und einer Vergrösserung der Ovarien einher. Bei

einem moderat verlaufenden OHSS können zusätzlich Übelkeit, Erbrechen, Anzeichen eines Aszites

(Nachweis sonographisch) und eine deutliche Ovarialvergrösserung auftreten.

Mild oder moderat verlaufende OHSS heilen normalerweise spontan nach 2 bis 3 Wochen (bzw. mit

Eintreten der Menstruation) wieder ab. Bei einem schweren OHSS (ca. 1%) werden folgende

Symptome beobachtet: Unterleibsschmerzen, aufgeblähter Bauch, starke Ovarialvergrösserung,

Gewichtszunahme, Dyspnoe, Oligurie und gastrointestinale Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und

Durchfall.

Es kann zu Hypovolämie, Hämokonzentration, Elektrolytstörungen, sekundärem

Hypoaldosteronismus, Hyperkoagulabilität des Blutes, Aszites, Pleuraergüssen und akuter Atemnot

kommen.

Ausserdem ist das Risiko für thromboembolische Ereignisse (z.B. Lungenembolie, Schlaganfall,

Herzinfarkt) erhöht. Weitere sehr seltene Komplikationen eines schweren OHSS stellen eine

Ovarialtorsion und ein Hämoperitoneum dar.

Ein OHSS kann sich rasch (innerhalb von 24 Stunden bis hin zu einigen Tagen) entwickeln und zu

einem schwerwiegenden medizinischen Notfall werden. Eine sorgfältige Überwachung während der

Behandlung und bis zu 2 Wochen nach Verabreichung von hCG muss daher gewährleistet sein.

Um das Risiko für OHSS oder eine Mehrlingsschwangerschaft zu verringern, werden zur frühen

Identifizierung von Risikofaktoren Ultraschalluntersuchungen sowie Bestimmungen der

Serumöstradiolspiegel empfohlen. Bei anovulatorischen Patientinnen ist das Risiko für ein OHSS

oder eine Mehrlingsschwangerschaft erhöht bei Serumöstradiolspiegeln von mehr als 900 pg/ml

(3300 pmol/l) und bei Vorliegen von mehr als drei Follikeln mit einem Durchmesser von ≥14 mm.

Beim Einsatz von FSH in der assistierten Reproduktion ist das Risiko eines OHSS erhöht, wenn ein

Serumöstradiolspiegel von mehr als 3’000 pg/ml (11’000 pmol/l) und 20 oder mehr Follikel mit

einem Durchmesser von ≥12 mm vorliegen. Wenn der Serumöstradiolspiegel höher ist als 5’500

pg/ml (20’200 pmol/l) und/oder die Gesamtzahl der Follikel 40 oder mehr beträgt, sollte kein hCG

verabreicht werden.

Bei einer einfachen ovariellen Stimulation wird durch Einhaltung der empfohlenen Dosierung und

der Überwachungsintervalle (Ultraschall und Messungen der Serumöstradiolspiegel) das Risiko eines

OHSS reduziert.

Bei Patientinnen, die sich einer Superovulation unterziehen, ist die Gefahr einer Überstimulierung

aufgrund einer überschiessenden Östrogenreaktion und einer multifollikulären Entwicklung erhöht.

Die Häufigkeit eines OHSS kann durch Absaugen sämtlicher Follikel vor der Ovulation vermindert

werden.

Vor Verabreichung von hCG zur Auslösung der Ovulation führt eine überschiessende Reaktion der

Ovarien auf die Gonadotropinbehandlung selten zu einem OHSS. Es ist deshalb empfehlenswert, in

Fällen von ovarieller Überstimulation kein hCG zu verabreichen und die Patientin anzuweisen, für

mindestens 4 Tage keinen Coitus zu haben oder geeignete Verhütungsmethoden anzuwenden.

Sollten unter der Behandlung mit Luveris die oben erwähnten Symptome auftreten, ist eine

sorgfältige ärztliche Untersuchung angezeigt. Die Behandlung mit Luveris sollte in diesen Fällen

abgebrochen werden, und es darf kein hCG verabreicht werden.

Ein OHSS kann schwerer und langwieriger verlaufen, wenn eine Schwangerschaft eintritt.

Darüber hinaus ist das Risiko für einen Spontanabort erhöht, wenn eine Schwangerschaft zusammen

mit einem OHSS auftritt.

Bei einer mässiggradigen Hyperstimulation ist im Allgemeinen eine Überwachung der Patientin

ausreichend. Im Falle eines schweren OHSS, muss die Patientin hospitalisiert und eine Therapie des

OHSS eingeleitet werden. Die Behandlung des OHSS erfolgt symptomatisch. Insbesondere muss auf

einen Ausgleich des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts geachtet werden.

Unter Luveris wurde bei 3,9% der Behandlungszyklen über ein OHSS berichtet. In ingesamt 259

Behandlungszyklen wurden sechs schwere Fälle von OHSS (2,3%) gemeldet.

Mehrlingsschwangerschaften

Bei Patientinnen, die sich einer Ovulationsinduktion unterziehen, ist die Wahrscheinlichkeit einer

Mehrlingsschwangerschaft im Vergleich zur natürlichen Konzeption erhöht. Bei der Mehrzahl der

Mehrlingsschwangerschaften handelt es sich um Zwillinge. Um das Risiko einer

Mehrlingsschwangerschaft zu minimieren, wird die sorgfältige Überwachung der ovariellen

Response empfohlen.

Bei Patientinnen, die sich auf eine assistierte Reproduktion vorbereiten, ist das Risiko einer

Mehrlingsschwangerschaft hauptsächlich abhängig von der Anzahl der transferierten Embryonen,

ihrer Qualität und dem Alter der Patientin.

Die Patientinnen müssen vor Behandlungsbeginn über das potentielle Risiko einer

Mehrlingsschwangerschaft informiert werden.

Einhaltung der empfohlenen Dosierung für Luveris und FSH, Anwendung des empfohlenen

Behandlungsschemas und sorgfältige Überwachung der Therapie minimieren die Inzidenz für ein

ovarielles Hyperstimulationssyndrom oder eine Mehrlingsschwangerschaft.

Ektopische Schwangerschaften

Bei Frauen mit vorhergehenden Eileitererkrankungen besteht das Risiko einer ektopischen

Schwangerschaft, unabhängig davon, ob die Schwangerschaft durch spontane Konzeption oder durch

Fertilitätsbehandlung eingetreten ist. Die Häufigkeit einer ektopischen Schwangerschaft nach IVF

liegt bei 2 bis 5% verglichen mit 1 bis 1,5% in der Allgemeinbevölkerung.

Fehlgeburten

Die Häufigkeit von Fehlgeburten ist bei Patientinnen, die sich einer Stimulationsbehandlung oder

einer Technik der assistierten Reproduktion unterziehen, höher als bei natürlicher Empfängnis.

Kongenitale Missbildungen

Die Häufigkeit kongenitaler Missbildungen nach Anwendung von Techniken der assistierten

Reproduktion könnte etwas höher liegen als nach spontaner Konzeption. Es wird angenommen, dass

dies auf Unterschiede in den Eigenschaften der Eltern (z.B. Alter der Mutter, Eigenschaften der

Spermien) und auf Mehrlingsschwangerschaften zurückzuführen ist.

Thromboembolische Ereignisse

Bei Frauen mit Risikofaktoren für venöse oder arterielle thromboembolische Ereignisse, wie

Adipositas (BMI >30kg/m²), Rauchen oder positiver Eigen- oder Familienanamnese, kann eine

Gonadotropinbehandlung das Risiko solcher Ereignisse (tiefe Venenthrombosen, Lungenembolie,

zerebrovaskulärer Insult, etc.) weiter erhöhen.

Bei diesen Frauen müssen die Vorteile einer Gonadotropinbehandlung gegenüber den Risiken

abgewogen werden. Es ist jedoch anzumerken, dass eine Schwangerschaft ebenfalls mit einem

erhöhten Risiko für thromboembolische Ereignisse assoziiert ist.

Neoplasmen der Fortpflanzungsorgane

Bei Frauen, die sich multiplen Behandlungszyklen zur Ovulationsinduktion unterzogen haben, wurde

über gutartige wie auch bösartige Neoplasmen der Ovarien und anderer Fortpflanzungsorgane

berichtet. Bisher wurde noch nicht nachgewiesen, ob eine Behandlung mit Gonadotropinen das

grundlegende Risiko für diese Tumoren bei unfruchtbaren Frauen erhöht.

Porphyrie

Patienten mit einer Porphyrie in der Eigen- oder Familienanamnese müssen während der Behandlung

mit Luveris engmaschig überwacht werden, und bei einer Verschlechterung der Symptome ist ein

Abbruch der Behandlung notwendig.

Luveris darf bei Kindern und Jugendlichen nicht angewendet werden.

Interaktionen

Luveris darf ausser mit Follitropin alfa nicht mit anderen Arzneimitteln in derselben Spritze

verabreicht werden. In Studien wurde nachgewiesen, dass die Aktivität und die Stabilität sowie die

pharmakokinetischen und pharmakodynamischen Eigenschaften des Wirkstoffs durch die

gleichzeitige Anwendung von Lutropin alfa mit Follitropin alfa nicht signifikant verändert werden.

Andere Interaktionsstudien mit Lutropin alfa wurden nicht durchgeführt.

Schwangerschaft/Stillzeit

Luveris ist kontraindiziert bei schwangeren oder stillenden Frauen.

In Tierversuchen wurden keine teratogenen Effekte beobachtet. Entsprechende Humandaten liegen

nicht vor.

Es ist nicht bekannt, ob Lutropin alfa in die Muttermilch übertritt.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

Lutropin alfa wird zur Stimulierung der Follikelreifung zusammen mit Follitropin alfa verwendet. In

diesem Zusammenhang ist es schwierig, Nebenwirkungen eindeutig einer der beteiligten Substanzen

zuzuordnen.

In klinischen Studien wurde über schwache bzw. mässige Reaktionen an der Injektionsstelle

(Hämatom, Schmerzen, Rötung, Juckreiz oder Schwellung) bei 12,7% bzw. 2,7% der 2282

Injektionen resp. 271 Behandlungszyklen berichtet. Unter den 170 mit Luveris 75IE behandelten

Patientinnen berichteten 2 über schwere Reaktionen an der Injektionsstelle.

Nachfolgend sind die unter Luveris beobachteten unerwünschten Wirkungen nach Organsystemen

gegliedert angegeben. Die Häufigkeit ihres Auftretens wurde dabei wie folgt klassifiziert:

Sehr häufig ≥1/10, häufig ≥1/100–<1/10, gelegentlich ≥1/1’000–<1/100, selten ≥1/10’000–<1/1’000,

sehr selten <1/10’000.

Störungen des Immunsystems

Sehr selten: Leichte bis schwere Hypersensitivitätsreaktionen einschliesslich anaphylaktischer

Reaktionen und Schock.

Infektionen und Infestationen

Häufig: Infektion des oberen Respirationstrakts.

Störungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Schwindel.

Funktionsstörungen der Gefässe

Sehr selten: Thromboembolien (v.a. im Rahmen eines schweren OHSS).

Gastrointestinale Störungen

Häufig: Bauchschmerzen, aufgeblähter Bauch, Übelkeit, Erbrechen und Diarrhö.

Funktionstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege

Häufig: Dysurie.

Funktionsstörungen des Reproduktionssystems und der Brust

Häufig: Unterleibsschmerzen, Brustschmerzen, Ovarialzysten, leichtes bis mässiges OHSS (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Häufig: Reaktionen an der Injektionsstelle (siehe oben), Asthenie, Fieber.

Gelegentlich: Grippeähnliche Symptome.

Bislang fanden sich keine Anzeichen von Antikörperbildung gegenüber Lutropin alfa beim

Menschen.

Überdosierung

Die Auswirkungen einer Überdosierung von Lutropin alfa sind nicht bekannt. Es besteht jedoch die

Möglichkeit, dass es zum Auftreten eines ovariellen Hyperstimulationssyndroms kommen kann

(siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Gesunden Probandinnen wurden einzelne Dosen bis zu 40‘000 IE Lutropin alfa verabreicht, welche

ohne schwerwiegende Nebenwirkungen gut toleriert wurden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: G03GA07

Lutropin alfa ist ein rekombinantes humanes luteinisierendes Hormon (r-hLH), ein Glykoprotein, das

sich aus nicht kovalent gebundenen α- und β-Untereinheiten zusammensetzt. Lutropin alfa wird von

gentechnisch modifizierten Ovarialzellen des chinesischen Hamsters (CHO-Zellen) produziert.

Wirkungsmechanismus

Luteinisierendes Hormon bindet in ovariellen Thekazellen (und Granulosazellen) und testikulären

Leydig-Zellen an einen transmembranen Rezeptor, der mit humanem Choriongonadotropin (hCG)

geteilt wird. Dieser LH/CG Rezeptor gehört zur übergeordneten Familie der an G-Protein

gebundenen Rezeptoren, welche speziell eine grosse extra-zelluläre Domäne aufweist. In vitro liegt

die Bindungsaffinität von rekombinantem hLH zum LH/CG-Rezeptor in Leydig-Tumorzellen (MA-

10) zwischen jener von hCG und hypophysärem hLH, aber in der gleichen Grössenordnung.

Während der follikulären Phase stimuliert LH die Thekazellen der Ovarien zur Sekretion von

Androgenen. Die Androgene werden vom Enzym Aromatase in den Granulosazellen als Substrat

genutzt, um daraus Östradiol zu produzieren, welches das durch FSH induzierte Follikelwachstum

unterstützt. In der Mitte eines Zyklus lösen hohe LH-Spiegel die Bildung des Corpus Luteum und die

Ovulation aus. Nach der Ovulation stimuliert LH durch Erhöhung der Umwandlungsrate von

Cholesterin in Pregnenolon die Progesteronproduktion im Corpus Luteum.

Klinische Wirksamkeit

Der primäre Effekt von Lutropin alfa bei der Stimulierung der Follikelreifung in anovulatorischen

Frauen, die an LH- und FSH-Mangel leiden, ist die Erhöhung der Östradiolsekretion in den Follikeln,

deren Wachstum durch FSH stimuliert wird.

In klinischen Studien wurden Patientinnen mit LH-Mangel durch endogene LH-Serumspiegel von

<1,2 IE/l definiert, welche in einem Zentrallabor bestimmt wurden. Es sollte jedoch berücksichtigt

werden, dass es Unterschiede bei LH-Bestimmungen in verschiedenen Labors gibt.

In diesen Studien lag der Prozentanteil der Patientinnen, welche eine ausreichende

Follikelentwicklung erreichten, konstant im Bereich von 63–73%. Die Schwangerschaftsrate betrug

20%.

Pharmakokinetik

Die Pharmakokinetik von Lutropin alfa wurde an hypophysär down-regulierten Probandinnen bei

Dosen von 75 IE bis zu 40’000 IE untersucht.

Das pharmakokinetische Profil von Lutropin alfa ist jenem von aus Urin gewonnenem hLH ähnlich

und nach einmaliger und wiederholter Gabe vergleichbar.

Absorption

Nach subkutaner Anwendung beträgt die absolute Bioverfügbarkeit etwa 60%.

Lutropin alfa weist eine lineare Pharmakokinetik auf.

Die Akkumulationsrate von Lutropin alfa ist minimal. Bei der gleichzeitigen Verabreichung von

Follitropin alfa wurden keine pharmakokinetischen Wechselwirkungen beobachtet.

Distribution

Nach intravenöser Applikation wird Lutropin alfa mit einer initialen Halbwertszeit von ungefähr

einer Stunde rasch verteilt. Das Verteilungsvolumen im Steady-State beträgt etwa 10–14 l.

Elimination

Die Gesamtclearance beträgt etwa 2 l/h, und weniger als 5% der Dosis werden mit dem Urin

ausgeschieden. Die mittlere Verweildauer beträgt ungefähr 5 Stunden.

Nach intravenöser Applikation beträgt die Eliminationshalbwertszeit 10–12 Stunden, bei subkutaner

Gabe ist sie geringfügig verlängert.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Die Pharmakokinetik von Luveris wurde in der geriatrischen und pädiatrischen Population sowie bei

Patienten mit Nieren- oder Leberinsuffizienz nicht untersucht.

Präklinische Daten

Es wurden ausführliche toxikologische Studien mit Lutropin alfa in einer Reihe von Tiermodellen

durchgeführt. Unter anderem wurden Ratten und Affen täglich über drei Monate mit Lutropin alfa

behandelt, wobei die bekannten pharmakologischen und morphologischen Wirkungen von LH

bestätigt wurden. Bei keiner der beiden Spezies wurde Toxizität beobachtet. Wie aufgrund der

heterologen Proteinnatur des Hormons zu erwarten, löste Lutropin alfa nach einer Weile eine

Antikörperreaktion bei den Versuchstieren aus, was die messbaren LH-Serumwerte verringerte, aber

seine biologische Aktivität nicht völlig unterband. Anzeichen für Toxizität aufgrund der Bildung von

Antikörpern auf Lutropin alfa wurden nicht festgestellt.

Ab Dosen von 10 IE/kg/Tag und höher, führte die wiederholte Gabe von Lutropin alfa an trächtige

Ratten und Kaninchen zur Verschlechterung der Reproduktionsfähigkeit, einschliesslich der

Resorption von Feten und reduzierter Gewichtszunahme der Muttertiere. Es wurde jedoch in keinem

der beiden Tiermodelle eine arzneimittelabhängige Teratogenese beobachtet. In weiteren Studien

wurde gezeigt, dass Lutropin alfa nicht mutagen ist.

Nach subkutaner Verabreichung von radioaktiv markiertem Lutropin alfa an Ratten verlief die

Anreicherung im Gewebe sowohl bei trächtigen als auch nichtträchtigen Tieren parallel zum

Plasmaprofil der Radioaktivität. Als alleiniger Unterschied zwischen trächtigen und nichtträchtigen

Tieren konnte eine höhere Affinität von Lutropin alfa zu den Ovarien trächtiger Tiere im Vergleich

zu nichtträchtigen Tieren festgestellt werden. Die foetale Penetration der Radioaktivität war gering.

Bei säugenden Ratten wurde in der Milch eine höhere oder gleich grosse Radioaktivität wie im

Plasma gefunden.

Aufgrund seiner heterologen Proteinnatur rief Lutropin alfa bei Meerschweinchen nach intravenöser

Gabe mässige allergische Reaktionen hervor. Aus dem gleichen Grund wurde bei Meerschweinchen

eine mässige Sensibilisierung nach intradermaler Gabe beobachtet.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Das Arzneimittel darf, ausser mit Follitropin alfa, nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden

(siehe «Hinweise für die Handhabung»).

Haltbarkeit

36 Monate.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Luveris ist nicht über 25 °C und in der Originalverpackung aufzubewahren um den Inhalt vor Licht

zu schützen.

Hinweise für die Handhabung

Nach Öffnen und Rekonstitution zur sofortigen Anwendung und zum einmaligen Gebrauch

bestimmt. Nicht verwendete Lösung muss verworfen werden.

Eine Durchstechflasche mit Pulver enthält 3,7 µg Lutropin alfa, damit nach der Rekonstitution

mindestens 75 IE entnommen werden können. Das Pulver soll unmittelbar vor der Anwendung durch

behutsames Umschwenken mit dem beigefügten Lösungsmittel rekonstituiert werden.

Die rekonstituierte Lösung darf nicht verabreicht werden, wenn sie Partikel enthält oder nicht klar

ist.

Luveris kann mit Follitropin alfa gemischt in einer einzigen Injektion verabreicht werden.

In diesem Fall muss Luveris zuerst aufgelöst werden. Mit der so entstandenen Lösung kann dann die

Rekonstitution des Pulvers Follitropin alfa erfolgen.

Um die Injektion grosser Volumina zu vermeiden, können bis zu 3 Durchstechflaschen Luveris in 1

ml Lösungsmittel aufgelöst werden. Eine oder zwei Durchstechflasche(n) Luveris können zusammen

mit einer oder zwei Durchstechflasche(n) Follitropin alfa 37,5 IE, 75 IE oder 150 IE in 1 ml

Lösungsmittel aufgelöst werden.

Zulassungsnummer

55430 (Swissmedic).

Packungen

Luveris Trockensub 75 IE Durchstfl c solv (Durchstfl 1 ml) 1. (A)

Luveris Trockensub 75 IE Durchstfl c solv (Durchstfl 1 ml) 10. (A)

Zulassungsinhaberin

Merck (Schweiz) AG, Zug.

Stand der Information

Juni 2014.

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