Lovastatin AL 20 mg Tabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Lovastatin
Verfügbar ab:
ALIUD PHARMA GmbH
ATC-Code:
C10AA02
INN (Internationale Bezeichnung):
lovastatin
Darreichungsform:
Tablette
Zusammensetzung:
Lovastatin 20.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
51042.01.00

GEBRAUCHSINFORMATION: Information für Anwender

Lovastatin AL 20 mg Tabletten

Lovastatin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der

Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige

Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals

lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an

Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen

Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist Lovastatin AL und wofür wird es angewendet?

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Lovastatin AL beachten?

3. Wie ist Lovastatin AL einzunehmen?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist Lovastatin AL aufzubewahren?

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Lovastatin AL und wofür wird es angewendet?

Lovastatin AL ist ein Cholesterin-Synthese-Hemmer/3-Hydroxy-3-

methylglutaryl-Coenzym A (HMG-CoA)-Reduktase-Hemmer/Lipidsenker.

Lovastatin AL wird angewendet bei schwerer Hypercholesterinämie, wenn eine

Umstellung der Ernährung alleine keine ausreichende Wirkung zeigt.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Lovastatin AL beachten?

Lovastatin AL darf NICHT eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Lovastatin oder einen der in Abschnitt 6.

genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,

wenn Sie an einer bestehenden Lebererkrankung oder einer ungeklärten

und andauernden Erhöhung bestimmter Leberenzyme

(Serumtransaminasen) im Blut leiden,

wenn Sie eine Gallestauung haben,

wenn Sie unter einer Erkrankung der Skelettmuskulatur leiden (Myopathie)

(siehe Abschnitt 2. „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“ – „Einfluss

auf die Skelettmuskulatur“),

wenn Sie gleichzeitig mit Ketoconazol oder Itraconazol (Arzneimittel zur

Behandlung von Pilzerkrankungen), HIV-Protease-Hemmstoffen oder

Delavirdin (Arzneimittel zur Behandlung der HIV-Infektion), Erythromycin,

Clarithromycin oder Telithromycin (Antibiotika), Nefazodon

(Antidepressivum) oder Amiodaron (Arzneimittel zur Behandlung von

Herzrhythmusstörungen) behandelt werden (siehe Abschnitt 2.

„Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“ – „Einfluss auf die

Skelettmuskulatur“ und „Anwendung von Lovastatin AL zusammen mit

anderen Arzneimitteln“),

wenn Sie schwanger sind oder stillen (siehe Abschnitt 2. „Schwangerschaft

und Stillzeit“),

wenn Sie alkoholabhängig sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Lovastatin AL

einnehmen.

Einfluss auf die Skelettmuskulatur

Lovastatin kann in seltenen Fällen Muskelschmerzen (Myalgie),

Muskelentzündungen (Myositis) sowie einen Zerfall von Skelettmuskeln

(Rhabdomyolyse) verursachen. Dies ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, die

durch eine stark erhöhte Aktivität eines bestimmten Muskelenzyms im Blut

(Kreatinkinase-Aktivität höher als das 10-fache des oberen Normwertes) und

beeinträchtigte Nierenfunktion gekennzeichnet ist und zu Nierenversagen

führen kann.

Beim Auftreten von unklaren Muskelschmerzen, Empfindlichkeit der Muskulatur

oder Muskelschwäche, insbesondere bei zusätzlichem Fieber oder

Krankheitsgefühl, wenden Sie sich bitte umgehend an Ihren behandelnden Arzt.

Die Therapie mit Lovastatin muss abgebrochen werden, wenn eine krankhafte

Veränderung der Skelettmuskulatur (Myopathie) festgestellt wird, bzw. der

Verdacht auf eine krankhafte Veränderung der Skelettmuskulatur (Myopathie)

besteht.

Krankhafte Veränderungen der Skelettmuskulatur (Myopathie) infolge von

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Die Häufigkeit und der Schweregrad einer krankhaften Veränderung der

Skelettmuskulatur (Myopathie) ist erhöht bei der gleichzeitigen Gabe von

Lovastatin und anderen HMG-CoA-Reduktase-Hemmstoffen mit Arzneistoffen,

die bei alleiniger Verabreichung eine krankhafte Veränderung der

Skelettmuskulatur (Myopathie) auslösen können, wie z.B. Gemfibrozil und

andere Fibrate und Nikotinsäure in lipidsenkenden Dosierungen. Die

gemeinsame Gabe von Lovastatin und Gemfibrozil sollte aufgrund der

Wechselwirkungen vermieden werden. Die gleichzeitige Behandlung mit

Lovastatin und anderen Lipidsenkern (übrige Fibrate und Nikotinsäure in

lipidsenkenden Dosierungen) sollte auf Patienten mit schwerer kombinierter

Hyperlipidämie und hohem kardiovaskulärem Risiko beschränkt bleiben und es

sollte eine Dosis von 20 mg Lovastatin je Tag nicht überschritten werden.

Einige Arzneistoffe können das Risiko für Beschwerden in der Muskulatur

(Myopathie) erhöhen, indem sie den Abbau von Lovastatin im Körper

beeinflussen. Zu diesen Arzneistoffen gehören Ciclosporin

(Immunsuppressivum), Amiodaron (Arzneimittel zur Behandlung von

Herzrhythmusstörungen), Verapamil (Arzneimittel zur Behandlung von

Bluthochdruck oder Herzengegefühl), Itraconazol und Ketoconazol (Mittel

gegen krankheitserregende Pilze), Erythromycin, Clarithromycin und

Telithromycin (Antibiotika), HIV-Protease-Hemmstoffe, Delavirdin (Arzneistoffe

in der HIV-Therapie) und Nefazodon (Antidepressivum).

Bei gleichzeitiger Gabe von Lovastatin und Arzneimitteln zur Unterdrückung des

Immunsystems, wie z.B. Ciclosporin, sollte eine Dosis von 20 mg Lovastatin pro

Tag nicht überschritten werden, da das Risiko einer Erkrankung der

Skelettmuskulatur mit höheren Dosierungen wesentlich ansteigt.

Bei gleichzeitiger Behandlung mit Ciclosporin und Lovastatin und der zusätzlich

erforderlichen systemischen Behandlung mit Antimykotika des Azol-Typs (Mittel

gegen Pilzerkrankungen) sollte die Behandlung mit Lovastatin unterbrochen

werden.

Die Behandlung von Pilzerkrankungen unter alleiniger Lovastatintherapie (ohne

gleichzeitige Behandlung mit Ciclosporin) ist unter sorgfältiger ärztlicher

Überwachung möglich.

Die Behandlung mit Lovastatin muss vorübergehend unterbrochen oder

Lovastatin vollständig abgesetzt werden, falls Sie eine besonders ausgeprägte

Anfälligkeit zu einer Nierenfunktionsschwäche (Niereninsuffizienz) entwickeln,

z.B. durch eine akute, schwere Infektion, niedrigen Blutdruck (Hypotonie),

größere Operationen, Verletzungen (Trauma), schwere Störungen des

Hormonsystems oder des Elektrolythaushalts oder eine unkontrollierte

Epilepsie.

Untersuchung vor Behandlungsbeginn

Die Behandlung mit Lovastatin AL sollte mit Vorsicht begonnen werden, wenn

bei Ihnen Risikofaktoren und Krankheiten in der Vorgeschichte bekannt sind,

die die Wahrscheinlichkeit eines raschen Zerfalls von Skelettmuskelzellen

(Rhabdomyolyse) erhöhen. Messungen der Kreatinkinase (CK)-Aktivität sollten

bei folgenden Erkrankungen und Situationen vorgenommen werden:

Beeinträchtigung der Nierenfunktion,

Unterfunktion der Schilddrüse,

erbliche Muskelerkrankungen in der eigenen Vorgeschichte oder bei nahen

Verwandten,

Muskelerkrankungen im Zusammenhang mit der Anwendung eines Statins

oder Fibrates,

Alkoholmissbrauch,

ältere Patienten (älter als 70 Jahre). Bei diesen sollte die Notwendigkeit

einer solchen Messung erwogen werden, wenn weitere Faktoren vorliegen,

die die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer Rhabdomyolyse erhöhen.

In diesen Fällen soll Ihr Arzt sorgfältig die Risiken gegen den Nutzen einer

Behandlung abwägen und den Behandlungsverlauf engmaschig überwachen.

Wenn die CK-Werte unter normalen körperlichen Umständen (d.h. ohne

vorherige starke körperliche Anstrengung) deutlich erhöht sind (um mehr als

das 5-fache des oberen Normwertes), soll Ihr Arzt normalerweise eine

Behandlung mit Lovastatin AL nicht beginnen.

Kreatinkinase-Bestimmungen

Die Kreatinkinase (CK) sollte nicht nach schweren körperlichen Anstrengungen

oder bei Vorliegen von anderen möglichen Ursachen eines CK-Anstiegs

gemessen werden, da dies die Beurteilung der Messwerte erschwert. Falls die

CK-Werte unter normalen körperlichen Bedingungen deutlich erhöht sind (um

mehr als das 5-fache des oberen Normwertes), sollten zur Überprüfung

innerhalb von 5-7 Tagen erneute Messungen durchgeführt werden.

Überwachung während der Therapie

Bei Auftreten von Schmerzen, Schwäche oder Krämpfen der Muskulatur

informieren Sie bitte umgehend Ihren Arzt; speziell, wenn dies mit allgemeinem

Unwohlsein oder Fieber einhergeht.

Ihr Arzt kann, z.B. aufgrund von Laborwerten eines Muskelenzyms

(Kreatinkinase, CK) entscheiden, ob die Behandlung mit Lovastatin AL

fortgesetzt werden darf.

Wenn die CK-Werte wesentlich erhöht sind (um mehr als das 5-fache des

oberen Normwertes), soll die Behandlung normalerweise abgebrochen

werden.

Bei anhaltenden und starken Muskelbeschwerden soll Ihr Arzt in Erwägung

ziehen, auch bei nicht oder nur wenig erhöhten CK-Werten die Behandlung

abzubrechen.

Wenn bei Ihnen die Symptome abgeklungen und die CK-Werte auf ein

normales Niveau gesunken sind, kann Ihr Arzt eine Wiederaufnahme der

Behandlung mit Lovastatin AL oder einem anderen Statin in der niedrigsten

wirksamen Dosierung und mit engmaschiger Überwachung erwägen.

Die Behandlung mit Lovastatin AL muss abgebrochen werden, falls stark

erhöhte CK-Konzentrationen im Blut auftreten (mehr als das 10-fache des

oberen Normwertes) oder falls eine Rhabdomyolyse festgestellt oder

vermutet wird.

Informieren Sie ebenfalls Ihren Arzt oder Apotheker, wenn bei Ihnen

anhaltende Muskelschwäche auftritt. Zur Diagnose und Behandlung dieses

Zustands sind möglicherweise weitere Untersuchungen und Arzneimittel

notwendig.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie Antibiotika

einnehmen, die Fusidinsäure enthalten (siehe auch Abschnitt 2: Anwendung

von Lovastatin AL zusammen mit anderen Arzneimitteln).

Wirkung auf die Leber

Nach Beginn der Therapie mit Lovastatin AL kann es (meistens innerhalb von

3-12 Monaten) zu einem asymptomatischen Anstieg bestimmter Leberenzyme

(Serumtransaminasen) kommen, der jedoch keinen Abbruch der Therapie

erfordert. Dieser Anstieg der Leberenzyme wird bei Patienten, die hohe

Dosierungen von Lovastatin erhalten, häufiger beobachtet.

Es wird empfohlen, vor Beginn der Behandlung mit Lovastatin AL und später in

periodischen Abständen (z.B. halbjährlich) Leberfunktionsprüfungen

vorzunehmen. Eine besondere Aufmerksamkeit sollte denjenigen Patienten

gelten, die während der Therapie einen Anstieg von bestimmten Leberenzymen

(Transaminasenanstiege) entwickeln und/oder erhebliche Mengen Alkohol

trinken sowie denen, die Dosierungen von über 40 mg Lovastatin pro Tag

erhalten.

Bei Anstieg bestimmter Leberenzyme (Serumtransaminasen) über den 3-

fachen oberen Normalwert muss der behandelnde Arzt das mögliche Risiko

einer Fortsetzung der Behandlung mit Lovastatin gegen die zu erwartenden

Vorteile abwägen. Die Bestimmungen müssen umgehend wiederholt werden;

bei Fortdauer oder weiterem Anstieg der Abweichungen muss das Medikament

abgesetzt werden.

Das Arzneimittel sollte mit besonderer Vorsicht bei Patienten, die eine

Lebererkrankung in der Vorgeschichte aufweisen, angewendet werden. Bei

einer aktiven Lebererkrankung oder einer ungeklärten Erhöhung bestimmter

Leberenzyme (Transaminasenerhöhung) darf Lovastatin AL nicht

eingenommen werden.

Auswirkungen auf die Augen

Klinische Daten geben keinen Hinweis auf eine nachteilige Wirkung von

Lovastatin auf die Linse des menschlichen Auges.

Wirkung auf die Lunge

Sprechen Sie vor der Behandlung mit Lovastatin AL mit Ihrem Arzt oder

Apotheker, wenn Sie an schwerwiegenden Atemproblemen leiden.

Diabetes

Während der Behandlung mit Lovastatin AL wird Ihr Arzt Sie engmaschig

überwachen wenn Sie eine Blutzuckererkrankung (Diabetes) haben oder das

Risiko besteht, dass Sie eine Blutzuckererkrankung entwickeln. Das Risiko,

eine Blutzuckererkrankung zu entwickeln besteht, wenn Sie erhöhte Blutzucker-

und Blutfettwerte haben, übergewichtig sind und einen hohen Blutdruck haben.

Familiäre Hypercholesterinämie

Bei Patienten mit der seltenen reinerbigen Form der familiären

Hypercholesterinämie war die Wirksamkeit von Lovastatin herabgesetzt.

Lovastatin scheint bei diesen Patienten häufiger zu einem Anstieg der

Leberwerte (Serumtransaminasen) zu führen.

Hypertriglyceridämie

Lovastatin besitzt einen nur mäßigen Effekt auf die Triglyceride und ist daher

nicht angezeigt, wenn bei der Fettstoffwechselstörung die Hypertriglyceridämie

im Vordergrund steht (z.B. Hyperlipidämie der Typen I, IV und V nach

Fredrickson).

Gerinnungshemmende Arzneimittel

Bei gleichzeitiger Behandlung mit gerinnungshemmenden Arzneistoffen

(Antikoagulanzien) besteht die Gefahr einer Verstärkung der

gerinnungshemmenden Wirkung.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Lovastatin AL soll bei einer schweren Nierenfunktionsstörung nur mit Vorsicht

eingenommen werden (Kreatinin-Clearance <30 ml/min) (siehe Abschnitt 3.

„Wie ist Lovastatin AL einzunehmen?“ – „Bei Nierenfunktionsschwäche

[Niereninsuffizienz]“).

Sekundäre Hypercholesterinämie

Im Fall einer sekundären Erhöhung der Blutcholesterinwerte, die durch eine

Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) oder ein nephrotisches Syndrom

ausgelöst wurde, ist zuerst die Grunderkrankung zu behandeln.

Kinder und Jugendliche

Die Einnahme von Lovastatin AL von Kindern und Jugendlichen unter 18

Jahren wird nicht empfohlen, da Sicherheits- und Wirksamkeitsstudien noch

nicht durchgeführt wurden.

Ältere Menschen

Die Wirksamkeit bei älteren Menschen entspricht der bei der

Gesamtbevölkerung beobachteten Wirksamkeit. Die Häufigkeit der

Nebenwirkungen ist nicht erhöht.

Anwendung von Lovastatin AL zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel

anwenden, kürzlich andere Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen,

andere Arzneimittel anzuwenden.

Welche anderen Arzneimittel beeinflussen die Wirkung von Lovastatin AL oder

werden selbst durch Lovastatin AL in ihrer Wirkung beeinflusst?

Arzneistoffe, die den Abbau von Lovastatin im Körper beeinflussen

Bei gleichzeitiger Anwendung von Lovastatin AL mit:

Ciclosporin (Arzneistoff zur Unterdrückung der körpereigenen

Abwehrreaktion),

anderen Arzneistoffen zur Senkung erhöhter Blutfettwerte (Gemfibrozil,

andere Fibrate, Nicotinsäurederivate [Niacin]),

bestimmten Antibiotika (Makrolide, einschließlich Erythromycin,

Clarithromycin und Telithromycin),

bestimmten Arzneistoffen gegen Pilzinfektionen (Azol-Typ, einschließlich

Itraconazol und Ketoconazol),

bestimmten HIV-Medikamenten (HIV-Protease-Hemmstoffe, Delavirdin),

einem bestimmten Antidepressivum (Nefazodon) oder

einem Mittel gegen Bluthochdruck und Herzengegefühl (Verapamil)

ist das Risiko erhöht, eine Muskelerkrankung (Myopathie) zu entwickeln. Diese

macht sich u.a. durch Muskelschmerzen und Erhöhung der Konzentration des

Muskelenzyms Kreatinkinase (CK) bemerkbar. In seltenen Fällen wurde ein

Zerfall von Skelettmuskelzellen (Rhabdomyolyse) mit Nierenversagen

beobachtet (siehe Abschnitt 2. „Lovastatin AL darf NICHT eingenommen

werden“ und „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).

Sollte Ihr Gesundheitszustand es erforderlich machen, eines dieser Arzneimittel

anzuwenden, wird Ihr Arzt die Entscheidung treffen, ob eine andere

Behandlung möglich ist oder ob die Behandlung mit Lovastatin kurzfristig

unterbrochen werden kann. Nur Ihr Arzt kann in einem solchen Fall die

Entscheidung über Ihre Behandlung treffen.

Amiodaron

Bei gleichzeitiger Anwendung von Amiodaron (Mittel gegen

Herzrhythmusstörungen) und Lovastatin ist das Risiko für das Auftreten von

Beschwerden in der Muskulatur (Myopathie) oder des Zerfalls der Muskelzellen

(Rhabdomyolyse) erhöht.

Blutgerinnungshemmende Arzneistoffe (Antikoagulanzien)

Bei gleichzeitiger Behandlung mit blutgerinnungshemmenden Arzneistoffen

(Antikoagulanzien) kann eine moderate Verstärkung der

gerinnungshemmenden Wirkung auftreten. Daher sollte bei Patienten, die

blutgerinnungshemmende Medikamente anwenden, die Prothrombinzeit vor

Beginn einer Therapie mit Lovastatin AL und in regelmäßigen Abständen nach

Beginn der Therapie bestimmt werden. Bleibt die Prothrombinzeit unverändert,

kann die Bestimmung in den Intervallen vorgenommen werden, die

normalerweise für Patienten während einer Therapie mit

blutgerinnungshemmenden Medikamenten (Antikoagulanzien) empfohlen wird.

Wird die Dosis von Lovastatin AL geändert, sollte dieselbe Vorgehensweise

eingehalten werden.

Fusidinsäure

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn sie Antibiotika einnehmen oder

vor Kurzem eingenommen haben, die Fusidinsäure enthalten.

Einnahme von Lovastatin AL zusammen mit Nahrungsmitteln und

Getränken

Grapefruitsaft enthält Bestandteile, die den Abbau von bestimmten

Arzneimitteln verändern können. So kann auch die Konzentration von

Lovastatin im Blut erhöht werden. Deshalb sollten Sie übermäßigen Genuss

von Grapefruitsaft (mehr als 250 ml pro Tag) während der Behandlung mit

Lovastatin AL vermeiden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu

sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung

dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Lovastatin AL darf während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden.

Stillzeit

Lovastatin AL darf während der Stillzeit nicht eingenommen werden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Lovastatin AL hat keinen oder nur einen vernachlässigbaren Effekt auf die

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen.

Lovastatin AL enthält Lactose

Bitte nehmen Sie Lovastatin AL daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt

ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber

bestimmten Zuckern leiden.

3. Wie ist Lovastatin AL einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt

oder Apotheker ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie

sich nicht sicher sind.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die empfohlene Dosis

Die Anfangsdosis beträgt 20 mg Lovastatin 1-mal täglich mit dem Abendessen.

Gegebenenfalls kann eine Anfangsdosierung mit 1-mal täglich 10 mg Lovastatin

in Betracht gezogen werden.

Falls erforderlich, wird Ihr Arzt die Dosis anhand der Cholesterinwerte im Blut

im Abstand von mindestens 4 Wochen bis zu einer Tageshöchstdosis von 80

mg Lovastatin anpassen, wobei diese Dosis als Einzeldosis oder in 2 halben

Dosen zum Frühstück und zum Abendessen eingenommen werden kann.

Hierfür steht auch Lovastatin AL 40 mg Tabletten, mit 40 mg Lovastatin, zur

Verfügung.

Als Begleittherapie

Lovastatin AL ist allein und in Kombination mit Anionenaustauscherharzen wie

z.B. Colestyramin, Colestipol (Arzneistoffe zur Senkung erhöhter Blutfettwerte)

wirksam.

Bei Patienten, die Ciclosporin, Fibrate oder Niacin zusammen mit Lovastatin AL

anwenden, beträgt die maximal empfohlene Dosis 20 mg Lovastatin pro Tag

(siehe Abschnitt 2. „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“ – „Einfluss auf

die Skelettmuskulatur“ sowie Abschnitt 2. „Anwendung von Lovastatin AL

zusammen mit anderen Arzneimitteln“).

Bei Nierenfunktionsschwäche (Niereninsuffizienz)

Da Lovastatin nur in geringem Ausmaß über die Nieren ausgeschieden wird, ist

eine Anpassung der Dosierung bei Patienten mit einer mäßigen

Nierenfunktionsschwäche (Niereninsuffizienz) nicht notwendig.

Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsschwäche (Niereninsuffizienz,

Kreatinin-Clearance <30 ml/min) sollte die Entscheidung zur Therapie mit

höheren Dosierungen als 20 mg Lovastatin pro Tag sorgfältig abgewogen

werden. Sofern sie als notwendig erachtet wird, ist sie mit Vorsicht

durchzuführen (siehe Abschnitt 2. „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).

Art der Anwendung

Lovastatin AL soll unzerkaut und mit etwas Flüssigkeit zusammen mit dem

Abendessen eingenommen werden.

Wenn Ihnen vom Arzt eine 2-mal tägliche Einnahme verordnet wurde, erfolgt

die Einnahme mit dem Frühstück und dem Abendessen. Während der

Behandlung mit Lovastatin AL soll die Ihnen verordnete Diät weiter beibehalten

werden.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Dauer der Anwendung

Bei der Einnahme von Lovastatin AL handelt es sich um eine Langzeittherapie.

Die Dauer der Behandlung bestimmt der behandelnde Arzt.

Wenn Sie eine größere Menge von Lovastatin AL eingenommen

haben, als Sie sollten

Bei Überdosierung wenden Sie sich bitte umgehend an Ihren Arzt. Ihr Arzt wird

allgemeine Maßnahmen zur Behandlung der Überdosierung ergreifen und Ihre

Leberfunktion kontrollieren.

Wenn Sie die Einnahme von Lovastatin AL vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge, wenn Sie die vorherige Einnahme

vergessen haben, sondern führen Sie die Einnahme unverändert fort.

Wenn Sie die Einnahme von Lovastatin AL abbrechen

Nach dem Absetzen der Therapie mit Lovastatin AL kehrt der

Gesamtcholesterinwert auf seinen Ausgangswert zurück.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden

Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die

aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Mögliche Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen von Lovastatin waren überwiegend leicht und

vorübergehend.

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Blähungen,

Durchfall,

Verstopfung,

Übelkeit,

gestörte Verdauung,

Schwindel,

Verschwommensehen,

Kopfschmerzen,

Muskelkrämpfe und Muskelschmerzen,

Hautausschlag und Bauchschmerzen.

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Müdigkeit,

Juckreiz,

Mundtrockenheit,

Schlaflosigkeit,

Schlafstörungen,

Geschmacksstörungen (Veränderung der Geschmacksempfindung).

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

Erkrankung der Skelettmuskulatur (Myopathie), schwere Rhabdomyolysen

(Zerfall von Skelettmuskelzellen),

Erektionsstörungen,

Beschwerden, die offensichtlich aufgrund einer Überempfindlichkeit

auftraten: Plötzliche Überempfindlichkeitsreaktion (Anaphylaxie),

schmerzhafte Schwellung von Haut und Schleimhaut (Angioödem), Lupus-

ähnliches Syndrom, rheumatische Erkrankung der Muskulatur (Polymyalgia

rheumatica), Gefäßentzündung (Vaskulitis), Gelenkentzündung,

Gelenkschmerzen, Nesselsucht, Ermüdbarkeit/Schwäche,

Lichtempfindlichkeit der Haut, Fieber, Gesichtsrötung, Schüttelfrost,

Atembeschwerden, allgemeines Krankheitsgefühl sowie Veränderungen des

Blutbildes und bestimmter Laborwerte (Thrombozytopenie, Leukozytopenie,

Eosinophilie, hämolytische Anämie, positive antinukleäre Antikörper und

Beschleunigung der Blutsenkungsgeschwindigkeit).

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten

nicht abschätzbar):

anhaltende Muskelschwäche.

Mögliche Nebenwirkungen, die bei einigen Statinen (Arzneimittel des gleichen

Typs) berichtet wurden:

Schlafstörungen wie Schlaflosigkeit und Albträume.

Gedächtnisverlust.

Störungen der Sexualfunktion.

Depressionen.

Atemprobleme einschließlich anhaltender Husten und/oder Kurzatmigkeit

oder Fieber.

Blutzuckererkrankung (Diabetes): Das Risiko für die Entwicklung einer

Blutzuckererkrankung wird größer, wenn Sie erhöhte Blutzucker- und

Blutfettwerte haben, übergewichtig sind und einen hohen Blutdruck haben.

Ihr Arzt wird Sie während der Behandlung mit Lovastatin AL überwachen.

Zusätzlich wurde über folgende Nebenwirkungen berichtet:

Leberentzündung,

Gelbsucht (cholestatischer Ikterus),

Erbrechen,

Appetitlosigkeit,

Missempfindungen und Nervenstörungen an Armen und Beinen

(Parästhesien, periphere Neuropathie),

psychische Störungen wie z.B. Angstzustände,

Haarausfall,

toxisch epidermale Nekrolyse sowie in Einzelfällen schwere

Hauterkrankungen (Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom).

Untersuchungen

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen) wurden deutliche und

bleibende Anstiege bestimmter Leberwerte, den Transaminasen, beobachtet.

Im Allgemeinen waren diese Abweichungen der Leberwerte nur gering und

vorübergehend.

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen) wurde über eine

Erhöhung weiterer Leberwerte (alkalische Phosphatase, Gamma-GT und

Bilirubin) berichtet.

Anstiege eines Enzyms der Skelettmuskulatur (Kreatinkinase = CK) wurden

berichtet; diese sind gewöhnlich leicht und vorübergehend. Nur in seltenen

Fällen kam es zu einer deutlichen CK-Erhöhung.

Sollten Sie Anzeichen einer der oben geschilderten Nebenwirkungen bei

sich beobachten, informieren Sie bitte umgehend Ihren behandelnden

Arzt, insbesondere wenn Sie unklare Muskelschmerzen, -empfindlichkeiten

oder –schwäche bei zusätzlichem Fieber oder Krankheitsgefühl empfinden.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt

anzeigen:

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt

werden.

5. Wie ist Lovastatin AL aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der

Blisterpackung nach „Verwendbar bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr

verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen

erforderlich.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie

Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr

verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Lovastatin AL enthält

Der Wirkstoff ist: Lovastatin.

1 Tablette enthält 20 mg Lovastatin.

Die sonstigen Bestandteile sind

Butylhydroxyanisol (Ph. Eur.), Lactose-Monohydrat, Magnesiumstearat (Ph.

Eur.), Maisstärke, Mikrokristalline Cellulose, vorverkleisterte Stärke (aus Mais),

Patentblau V (E 131).

Wie Lovastatin AL aussieht und Inhalt der Packung

Runde, blassblaue Tablette mit abgeschrägter Kante und Bruchkerbe auf einer

Seite.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Lovastatin AL 20 mg Tabletten sind in Packungen mit 30, 50 und 100 Tabletten

erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

ALIUD PHARMA® GmbH

Gottlieb-Daimler-Straße 19

D-89150 Laichingen

info@aliud.de

Hersteller

STADA Arzneimittel AG, Stadastraße 2-18, 61118 Bad Vilbel

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Juni 2017.

Fachinformation (Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels/SPC)

1. Bezeichnung des Arzneimittels

Lovastatin AL 20 mg Tabletten

Lovastatin AL 40 mg Tabletten

2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung

Lovastatin AL 20 mg Tabletten

1 Tablette enthält 20 mg Lovastatin.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 1 Tablette enthält 138,96 mg

Lactose-Monohydrat.

Lovastatin AL 40 mg Tabletten

1 Tablette enthält 40 mg Lovastatin.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 1 Tablette enthält 277,92 mg

Lactose-Monohydrat.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. Darreichungsform

Tablette

Lovastatin AL 20 mg Tabletten

Runde, blassblaue Tablette mit abgeschrägter Kante und Bruchkerbe auf einer

Seite.

Lovastatin AL 40 mg Tabletten

Runde, blassgrüne Tablette mit abgeschrägter Kante und Bruchkerbe auf einer

Seite.

Die Tabletten können in gleiche Dosen geteilt werden.

4. Klinische Angaben

4.1 Anwendungsgebiete

Schwere Hypercholesterinämie, wenn diätetische Maßnahmen alleine keine

ausreichende Wirkung zeigten.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Vor einer Therapie mit Lovastatin sollte der Patient auf eine konventionelle

cholesterinsenkende Diät gesetzt werden, die auch während der Therapie mit

Lovastatin fortgesetzt werden sollte.

Vor Behandlungsbeginn müssen alle möglichen Ursachen für eine sekundäre

Hypercholesterinämie ausgeschlossen werden.

Dosierung

Empfohlenes Dosierschema

Hypercholesterinämie

Die übliche Anfangsdosis beträgt 20 mg/Tag als Einzeldosis am Abend

zusammen mit einer Mahlzeit.

Es wurde gezeigt, dass eine zum Abendessen eingenommene Tagesdosis

wirksamer als eine morgendliche Gabe ist; die erhöhte Wirkung der

abendlichen Dosis wird darauf zurückgeführt, dass die Cholesterin-Biosynthese

vorwiegend in der Nacht stattfindet.

Die Behandlung kann auch mit einer Anfangsdosierung von 10 mg Lovastatin

begonnen werden.

Dosisanpassungen sollten in Abständen von mindestens 4 Wochen erfolgen.

Die Höchstdosis von 80 mg Lovastatin kann als Einzeldosis gegeben werden

oder aufgeteilt in 2 halbe Dosen, die zusammen mit dem Frühstück und dem

Abendessen eingenommen werden. Die Einnahme in 2 halben Dosierungen

scheint wirksamer zu sein als die Einnahme in einer Dosis.

Die Dosierung sollte bei Absinken des LDL-Cholesterinspiegels unter 1,94

mmol/l oder des Gesamt-Serumcholesterinspiegels unter 3,6 mmol/l reduziert

werden.

Begleitmedikation

Lovastatin ist allein und in Kombination mit Gallensäuren-Ionenaustauschern

wirksam.

Bei gleichzeitiger Gabe von Ciclosporin, Fibraten oder Niacin (Nikotinsäure)

sollte eine maximale Dosis von 20 mg Lovastatin pro Tag nicht überschritten

werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).

Patienten mit Niereninsuffizienz

Da Lovastatin nur in einem geringen Ausmaß über die Nieren ausgeschieden

wird, ist eine Anpassung der Dosierung bei Patienten mit einer mäßigen

Niereninsuffizienz nicht notwendig.

Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <30 ml/min)

sollte die Entscheidung zur Therapie mit höheren Dosierungen als 20 mg/Tag

sorgfältig abgewogen werden; sofern sie als notwendig erachtet wird, ist sie mit

Vorsicht durchzuführen (siehe Abschnitt 4.4).

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen (<18 Jahre)

Die Anwendung von Lovastatin bei Kindern wird nicht empfohlen, da keine

Studien zu Wirksamkeit und Verträglichkeit vorliegen.

Anwendung bei älteren Patienten

Bei Patienten über 60 Jahren, die in einer kontrollierten klinischen Studie

Lovastatin erhielten, schien die Wirksamkeit ähnlich der in der übrigen

Patientenpopulation zu sein; es zeigte sich kein offensichtlicher Anstieg in der

Häufigkeit der klinisch oder labormäßig erfassten Nebenwirkungen.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Lovastatin AL soll unzerkaut und mit etwas Flüssigkeit mit dem Abendessen

eingenommen werden.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1

genannten sonstigen Bestandteile,

aktive Lebererkrankungen oder ungeklärte andauernde Erhöhung der

Serumtransaminasen,

Cholestase,

Myopathie,

gleichzeitige Gabe von CYP3A4-Hemmstoffen (z.B. Antimykotika vom

Azoltyp [wie Ketoconazol, Itraconazol], HIV-Protease-Hemmstoffe,

Delavirdin, Makrolid-Antibiotika [Erythromycin, Clarithromycin,

Telithromycin], Nefazodon und Amiodaron) (siehe Abschnitt 4.5),

Schwangerschaft und Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6),

Alkoholabhängigkeit.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die

Anwendung

Leberfunktion

Ein Anstieg der Serumtransaminasen über das 3-Fache des oberen

Normwertes hinaus wurde zu Beginn einer Behandlung mit Lovastatin

beobachtet. Dieser Anstieg der Transaminasen tritt gewöhnlich 3 - 12 Monate

nach Therapiebeginn auf. In einer großen klinischen Studie wurde gezeigt, dass

der Anstieg der Serumtransaminasen bei Patienten der Placebogruppe in der

gleichen Größenordnung lag wie bei Patienten, die 20 mg Lovastatin erhielten.

Bei Patienten, die höhere Dosen an Lovastatin erhielten, war der Anstieg der

Transaminasen etwas häufiger.

Es wird empfohlen, die Transaminasen vor und regelmäßig während der

Therapie (z.B. halbjährlich) zu kontrollieren, insbesondere bei Patienten mit

Leberfunktionsabweichungen und/oder hohem Alkoholkonsum sowie bei

Patienten, die mehr als 40 mg Lovastatin pro Tag erhalten.

Bei Anstieg der Serumtransaminasen über den 3-fachen oberen Normwert

sollte das potenzielle Risiko einer Fortsetzung der Therapie mit Lovastatin

gegen die zu erwartenden Vorteile abgewogen werden. Die

Transaminasenbestimmungen müssen umgehend wiederholt werden; bei

Fortdauer oder weiterem Anstieg der Abweichung muss das Medikament

abgesetzt werden.

Bei Patienten mit einer Lebererkrankung in der Anamnese darf Lovastatin nur

unter Vorsicht eingesetzt werden. Lovastatin darf bei Patienten mit einer aktiven

Lebererkrankung nicht angewendet werden (siehe auch Abschnitt 4.3).

Einfluss auf die Skelettmuskulatur

Ein vorübergehender, leichter Anstieg der Kreatinkinase-Spiegel (CK-Werte)

wurde häufig bei Patienten, die Lovastatin erhalten, beobachtet. Dies hat jedoch

im Allgemeinen keine klinische Bedeutung.

Lovastatin kann in seltenen Fällen die Skelettmuskulatur schädigen und eine

Myalgie, Myositis oder eine Rhabdomyolyse verursachen. Eine Rhabdomyolyse

ist ein lebensbedrohlicher Zustand, der durch stark erhöhte Kreatinkinase (CK)-

Konzentrationen (mehr als das 10-Fache des oberen Normwertes)

Myoglobinämie und Myoglobinurie mit möglichem Nierenversagen

charakterisiert ist.

Die meisten Patienten, die eine Myopathie einschließlich einer Rhabdomyolyse

zeigten, erhielten zusammen mit Lovastatin eine immunsuppressive Therapie,

Gemfibrozil oder Nikotinsäure in lipidsenkenden Dosierungen. Manche dieser

Patienten zeigten zuvor eine Niereninsuffizienz, die im Allgemeinen aufgrund

einer Langzeitbehandlung auftreten kann.

Die Häufigkeit und der Schweregrad einer Myopathie sind erhöht, falls HMG-

CoA-Reduktase-Hemmstoffe in Kombination mit Wirkstoffen, wie Fibraten oder

Niacin (Nikotinsäure), die Myopathien verursachen können, gegeben werden.

Die gemeinsame Gabe von Lovastatin und Gemfibrozil sollte aufgrund der

pharmakokinetischen Interaktion vermieden werden (siehe Abschnitt 4.5).

Der kombinierte Einsatz von Lovastatin mit anderen Fibraten oder Niacin

(Nikotinsäure) sollte auf Patienten mit schwerer kombinierter Hyperlipidämie

und hohem kardiovaskulärem Risiko beschränkt werden.

Zusätzlich kann das Risiko einer Myopathie bei hoher HMG-CoA-Reduktase-

Inhibitoraktivität im Plasma erhöht sein.

Da es einen offensichtlichen Zusammenhang zwischen erhöhten

Plasmaspiegeln der wirksamen Metaboliten von Lovastatin und dem Auftreten

von Myopathien gibt, sollten Patienten, die mit Immunsuppressiva behandelt

werden, nicht mehr als 20 mg Lovastatin pro Tag erhalten (siehe Abschnitt 4.2).

Falls der CK-Wert merklich ansteigt oder eine Myopathie diagnostiziert oder

vermutet wird, muss die Behandlung mit Lovastatin abgebrochen werden.

HMG-CoA-Reduktase-Hemmstoffe und Antimykotika des Azol-Typs hemmen

unterschiedliche Stufen der Cholesterinsynthese. Bei Patienten, die gleichzeitig

Ciclosporin und Lovastatin erhalten, sollte die Behandlung mit Lovastatin

unterbrochen werden, falls eine systemische Behandlung mit Azol-Antimykotika

erforderlich ist.

Patienten unter Lovastatintherapie, die nicht gleichzeitig Ciclosporin erhalten,

sollten sorgfältig überwacht werden, falls eine systemische Behandlung mit

Azol-Antimykotika erforderlich ist.

Die Behandlung mit Lovastatin muss vorübergehend unterbrochen oder

Lovastatin vollständig abgesetzt werden, falls der Patient eine Prädisposition zu

einer Niereninsuffizienz entwickelt, z.B. durch eine akute, schwere Infektion,

Hypotonie, größere Operationen, Trauma, schwere metabolische oder

endokrine Störungen, Störungen des Elektrolythaushalts oder eine

unkontrollierte Epilepsie.

Untersuchung vor Behandlungsbeginn

Lovastatin sollte mit Vorsicht Patienten verschrieben werden, bei denen

prädisponierende Faktoren für das Auftreten von Rhabdomyolysen vorliegen.

Messungen der Kreatinkinase-Aktivität sollten bei Vorliegen der folgenden

Risikofaktoren bzw. Erkrankungen vorgenommen werden:

Beeinträchtigung der Nierenfunktion,

Hypothyreose,

erbliche Myopathien in der Eigen- oder Familienanamnese,

muskulär-toxische Komplikationen im Zusammenhang mit der Gabe eines

Statins oder Fibrates in der Anamnese,

Alkoholmissbrauch,

ältere Patienten (>70 Jahre). Bei diesen sollte die Notwendigkeit einer

solchen Messung erwogen werden, wenn weitere prädisponierende

Faktoren für das Auftreten einer Rhabdomyolyse vorliegen.

In diesen Fällen ist eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich und

es sollte eine engmaschige Überwachung erfolgen.

Wenn die CK-Werte vor Beginn der Behandlung wesentlich (um mehr als das 5-

Fache des oberen Normwertes) erhöht sind, sollte eine Therapie nicht

begonnen werden.

Kreatinkinase-Bestimmungen

Die Kreatinkinase (CK) sollte nicht nach schweren körperlichen Anstrengungen

oder bei Vorliegen von anderen möglichen Ursachen eines CK-Anstiegs

gemessen werden, da dies die Interpretation der Messwerte erschwert. Falls

die CK-Werte vor Beginn der Behandlung wesentlich erhöht sind (um mehr als

das 5-Fache des oberen Normwertes), sollten zur Überprüfung innerhalb von 5

- 7 Tagen erneute Bestimmungen durchgeführt werden.

Überwachung während der Therapie

Die Patienten müssen aufgefordert werden, Schmerzen, Schwäche oder

Krämpfe der Skelettmuskeln umgehend zu berichten; speziell, wenn diese

mit allgemeinem Unwohlsein oder Fieber einhergehen.

Wenn solche Symptome auftreten, sollte die CK-Aktivität gemessen werden.

Wenn diese wesentlich (um mehr als das 5-Fache des oberen Normwertes)

erhöht ist, sollte die Therapie abgebrochen werden.

Bei anhaltenden und starken Muskelbeschwerden sollte auch dann ein

Abbruch der Therapie erwogen werden, wenn die CK-Werte nicht wesentlich

erhöht sind (um weniger als das 5-Fache des oberen Normwertes).

Wenn die Symptome abgeklungen sind und die CK-Werte auf ein normales

Niveau gesunken sind, kann eine Wiederaufnahme der Therapie mit

Lovastatin oder einem anderen Statin in der niedrigsten wirksamen

Dosierung und mit engmaschiger Überwachung erwogen werden.

Die Therapie mit Lovastatin muss abgebrochen werden, falls klinisch

signifikante CK-Konzentrationen im Serum auftreten (mehr als das 10-Fache

des oberen Normwertes) oder falls eine Rhabdomyolyse diagnostiziert oder

vermutet wird.

Eine gleichzeitige Anwendung von Lovastatin und Fusidinsäure wird nicht

empfohlen, sodass bei einer Therapie mit Fusidinsäure ein vorübergehendes

Absetzen von Lovastatin erwogen werden sollte (siehe Abschnitt 4.5).

In sehr seltenen Fällen wurde während oder nach der Behandlung mit einigen

Statinen über eine immunvermittelte nekrotisierende Myopathie (immune-

mediated necrotizing myopathy; IMNM) berichtet. Die klinischen Charakteristika

einer IMNM sind persistierende proximale Muskelschwäche und erhöhte

Serum-Kreatinkinase-Werte, die trotz Absetzen der Behandlung mit Statinen

fortbestehen.

Ophthalmologische Untersuchungen

Linsentrübungen können altersabhängig ohne Einnahme von Arzneimitteln

auftreten. Die Ergebnisse von Langzeituntersuchungen geben keinen Hinweis

darauf, dass Lovastatin eine nachhaltige Wirkung auf die menschliche Linse

hat.

Interstitielle Lungenkrankheit

Bei einigen Statinen wurde, insbesondere bei Langzeittherapie, in

Ausnahmefällen eine interstitielle Lungenkrankheit berichtet (siehe Abschnitt

4.8). Die auftretenden Beschwerden können dabei Dyspnoe, unproduktiven

Husten und allgemeine Gesundheitsstörungen (Erschöpfung, Gewichtsverlust

und Fieber) einschließen. Wenn vermutet wird, dass ein Patient eine

interstitielle Lungenkrankheit entwickelt hat, sollte die Statintherapie

abgebrochen werden.

Diabetes mellitus

Es gibt Hinweise darauf, dass Statine als Substanzklasse den

Blutzuckerspiegel erhöhen und bei manchen Patienten, die ein hohes Risiko für

die Entwicklung eines zukünftigen Diabetes mellitus haben, eine Hyperglykämie

hervorrufen können, die eine adäquate Diabetesbehandlung erfordert. Dieses

Risiko wird jedoch von der Reduktion des vaskulären Risikos durch Statine

aufgewogen und sollte daher nicht zu einem Abbruch der Statinbehandlung

führen. In Übereinstimmung mit nationalen Richtlinien sollten Risikopatienten

(Nüchternblutzucker von 5,6 bis 6,9 mmol/l, BMI >30 kg/m², erhöhte

Triglyzeridwerte, Hypertonie) sowohl klinisch als auch in Bezug auf die

relevanten Laborwerte überwacht werden.

Homozygote familiäre Hypercholesterinämie

Bei Patienten mit der seltenen homozygoten Form der familiären

Hypercholesterinämie war die Wirksamkeit von Lovastatin herabgesetzt,

möglicherweise weil bei diesen Patienten funktionsfähige LDL-Rezeptoren

fehlen. Bei diesen Patienten scheint Lovastatin außerdem häufiger zu einem

Anstieg der Serumtransaminasen zu führen.

Hypertriglyceridämie

Lovastatin besitzt einen nur mäßigen Effekt auf die Triglyceride und ist daher

nicht indiziert, wenn bei der Fettstoffwechselstörung die Hypertriglyceridämie im

Vordergrund steht (z.B. Hyperlipidämie der Typen I, IV und V nach

Fredrickson).

Vitamin K-Antagonisten

Es besteht das Risiko, dass die Wirkung von Vitamin K-Antagonisten verstärkt

wird (siehe Abschnitt 4.5).

Eingeschränkte Nierenfunktion

Lovastatin sollte bei einer schweren Nierenfunktionsstörung nur mit Vorsicht

angewendet werden (Kreatinin-Clearance <30 ml/min) (siehe Abschnitt 4.2).

Sekundäre Hypercholesterinämie

Im Fall einer sekundären Hypercholesterinämie, die durch eine Hypothyreose

oder ein nephrotisches Syndrom ausgelöst wurde, ist zuerst die

Grunderkrankung zu behandeln.

Sonstiges

Diese Arzneimittel enthalten Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären

Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption

sollten Lovastatin AL nicht einnehmen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln zur Senkung erhöhter

Blutfettwerte: Fibrate, Nicotinsäurederivate

Bei gleichzeitiger Gabe von Lovastatin mit Gemfibrozil, mit anderen Fibraten

oder Nicotinsäurederivaten (Niacin) kann das Risiko für das Auftreten einer

Myopathie erhöht sein. Bei gleichzeitiger Gabe von 40 mg Lovastatin und 1200

mg Gemfibrozil erhöhte sich die AUC von Lovastatin um durchschnittlich das 3-

Fache.

Hemmstoffe des CYP3A4

Lovastatin wird durch das Cytochrom P450 3A4 Isoenzym metabolisiert. Bei

gleichzeitiger Anwendung von Lovastatin mit Hemmstoffen von CYP3A4 (z.B.

Ciclosporin, Makrolid-Antibiotika einschließlich Erythromycin, Clarithromycin

und Telithromycin, Antimykotika vom Azoltyp einschließlich Itraconazol und

Ketoconazol, HIV-Protease-Inhibitoren und Delavirdin, sowie Verapamil und

Nefazodon) können Wechselwirkungen auftreten. Die gleichzeitige Gabe kann

zu erhöhten Plasmakonzentrationen von Lovastatin führen (siehe auch

Abschnitt 4.3).

Amiodaron

Das Risiko für das Auftreten einer Rhabdomyolyse wird durch die gleichzeitige

Gabe von Amiodaron und Lovastatin erhöht.

Grapefruitsaft

Grapefruitsaft enthält einen oder mehrere Bestandteile, die CYP3A4 hemmen

und die Plasmaspiegel von Arzneimitteln, die über CYP3A4 metabolisiert

werden, erhöhen können. Durch Aufnahme von 250 ml pro Tag (1 Glas)

erhöhte sich die AUC von Lovastatin um 34%. Große Mengen von

Grapefruitsaft (über 1 Liter pro Tag) erhöhen die Plasmaspiegel von Lovastatin

deutlich und sollten daher vermieden werden.

Cumarinderivate

Bei der gleichzeitigen Anwendung von Lovastatin und Cumarinderivaten kann

es bei manchen Patienten zu einer Verlängerung der Prothrombinzeit kommen.

Daher muss bei Patienten, die mit Antikoagulanzien behandelt werden, die

Prothrombinzeit vor Beginn einer Therapie mit Lovastatin und in regelmäßigen

Abständen nach Beginn der Therapie bestimmt werden, um sicherzustellen,

dass es nicht zu einer signifikanten Veränderung der Prothrombinzeit kommt.

Bleibt die Prothrombinzeit unverändert, kann die Bestimmung in den Intervallen

vorgenommen werden, die normalerweise für Patienten während einer Therapie

mit Cumarinderivaten empfohlen wird. Wird die Dosis von Lovastatin geändert,

muss dieselbe Vorgehensweise eingehalten werden.

Es wurden keine Blutungen oder Änderungen der Prothrombinzeit während

einer Therapie mit Lovastatin bei Patienten, die keine Antikoagulanzien

einnahmen, beobachtet.

Fusidinsäure

Lovastatin darf nicht zusammen mit Fusidinsäure angewendet werden. Bei

Patienten, die diese Kombination bekommen haben, sind Fälle von

Rhabdomyolyse (einschließlich einiger mit Todesfolge) berichtet worden. Bei

Patienten, bei denen eine Behandlung mit systemisch angewendeter

Fusidinsäure als unbedingt notwendig erachtet wird, sollte die Statin-

Behandlung während der Behandlung mit Fusidinsäure ausgesetzt werden.

Patienten sollten angewiesen werden, sofort einen Arzt zu konsultieren, wenn

sie irgendwelche Anzeichen von Muskelschwäche, -schmerzen oder -

empfindlichkeit bemerken.

Die Statin-Behandlung kann sieben Tage nach der letzten Fusidinsäure-Dosis

fortgesetzt werden. In Ausnahmefällen, wenn eine länger andauernde

Behandlung mit systemisch angewendeter Fusidinsäure notwendig ist, z.B. bei

der Behandlung schwerer Infektionen, muss über eine gleichzeitige Anwendung

von Lovastatin AL und Fusidinsäure von Fall zu Fall neu entschieden werden,

und die Behandlung darf nur unter enger medizinischer Kontrolle stattfinden.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft ist die Einnahme von Lovastatin AL

kontraindiziert, da Cholesterin und andere Zwischenprodukte der

Cholesterinbiosynthese essenzielle Bestandteile der embryonalen und fetalen

Entwicklung, einschließlich der Synthese von Steroiden und Zellmembranen,

sind.

Bisher liegen Erfahrungen mit ca. 100 Frauen vor, die versehentlich Lovastatin

oder einen strukturverwandten HMG-CoA-Reduktase-Inhibitor in der

Schwangerschaft eingenommen hatten. Diese Fallzahl ist zu gering, um eine

Einschätzung des Risikos vornehmen zu können. Bei Ratten und Mäusen

induzierte Lovastatin in hohen Dosen Skelettmissbildungen (siehe auch

Abschnitt 5.3).

Lovastatin AL sollte gebärfähigen Frauen nur dann verabreicht werden, wenn

bei diesen Patientinnen wirksame Maßnahmen zur Kontrazeption sichergestellt

sind. Tritt während der Einnahme dieses Medikamentes trotzdem eine

Schwangerschaft ein, so muss Lovastatin AL abgesetzt werden. Die Patientin

ist über die möglichen Schädigungen des Embryos aufzuklären.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Lovastatin oder dessen Metaboliten in die Muttermilch

übergehen. Wegen des möglichen Risikos schwerwiegender unerwünschter

Wirkungen bei Säuglingen, darf Lovastatin AL während der Stillzeit nicht

angewendet werden. Sollte eine Therapie unverzichtbar sein, ist abzustillen.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen

Lovastatin hat keinen oder nur einen vernachlässigbaren Effekt auf die

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen.

4.8 Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten

zugrunde gelegt: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich

(≥1/1.000, <1/100), selten (≥1/10.000, <1/1.000), sehr selten (<1/10.000), nicht

bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Die Nebenwirkungen von Lovastatin waren überwiegend leicht und

vorübergehend. In kontrollierten klinischen Studien traten folgende

Nebenwirkungen auf, die möglicherweise, wahrscheinlich oder sicher dem

Wirkstoff zuzuordnen sind:

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Schwindel, Kopfschmerzen.

Gelegentlich: Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Schlafstörungen,

Geschmacksstörungen (Veränderung der Geschmacksempfindung).

Augenerkrankungen

Häufig: Verschwommensehen.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Blähungen, Durchfall, Verstopfung, Übelkeit, Verdauungsstörungen,

Bauchschmerzen.

Gelegentlich: Mundtrockenheit.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Hautausschlag.

Gelegentlich: Juckreiz.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig: Muskelkrämpfe, Myalgien.

Selten: Myopathie, Rhabdomyolyse.

Nicht bekannt: Immunvermittelte nekrotisierende Myopathie (siehe Abschnitt

4.4).

Erkrankungen des Immunsystems

Selten wurde über ein offensichtliches Hypersensitivitätssyndrom berichtet, das

mit einem oder mehreren der folgenden Symptome einherging: Anaphylaxie,

Angioödem, Lupus-ähnliches Syndrom, Polymyalgia rheumatica, Vaskulitis,

Thrombozytopenie, Leukozytopenie, Eosinophilie, hämolytische Anämie,

positive antinukleäre Antikörper und Beschleunigung der

Blutsenkungsgeschwindigkeit, Arthritis, Arthralgie, Urtikaria, Asthenie,

Photosensibilisierung, Fieber, Gesichtsrötung, Schüttelfrost, Dyspnoe sowie

allgemeines Krankheitsgefühl.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Selten: Unter der Therapie mit HMG-CoA-Reduktase-Hemmern kann es zum

Auftreten von erektiler Dysfunktion kommen.

Zusätzlich wurde über folgende Nebenwirkungen nach Markteinführung von

Lovastatin berichtet:

Hepatitis,

cholestatischer Ikterus,

Erbrechen,

Appetitlosigkeit,

Parästhesien,

periphere Neuropathie,

psychische Störungen, wie z.B. Angstzustände,

Alopezie,

toxisch epidermale Nekrolyse,

Erythema multiforme,

Stevens-Johnson-Syndrom.

Die folgenden Nebenwirkungen wurden bei einigen Statinen berichtet:

Schlafstörungen, wie Schlaflosigkeit und Albträume,

Gedächtnisverlust,

Störung der Sexualfunktion,

Depressionen,

in Ausnahmefällen und besonders bei Langzeittherapie eine interstitielle

Lungenkrankheit (siehe Abschnitt 4.4).

Diabetes mellitus: Die Häufigkeit ist abhängig von dem Vorhandensein oder

dem Fehlen von Risikofaktoren (Nüchternblutzucker ≥5,6 mmol/l, BMI >30

kg/m², erhöhte Triglyzeridwerte, bestehende Hypertonie).

Untersuchungen

In seltenen Fällen kam es zu einem deutlichen und länger anhaltenden Anstieg

der Serumtransaminasen-Werte (siehe Abschnitt 4.4). Über Abweichungen

anderer Leberfunktionsparameter einschließlich Erhöhung der alkalischen

Phosphatase und des Bilirubins wurde berichtet. Über einen Anstieg der

Serum-Kreatinkinase (nicht-kardiale Fraktion der CK) wurde ebenfalls berichtet;

dieser ist gewöhnlich leicht und vorübergehend, nur in seltenen Fällen kam es

zu einer deutlichen CK-Erhöhung (siehe Abschnitt 4.4).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von

großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des

Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von

Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Im Falle einer Überdosierung mit Lovastatin sind allgemeine Kontrollen und die

Überwachung der Leberfunktion angezeigt. Bis weitere Erfahrungen vorliegen,

kann eine spezifische Behandlung nicht empfohlen werden.

Zur Zeit ist nicht bekannt, ob Lovastatin und seine Metaboliten dialysierbar sind.

5 gesunde Probanden erhielten bis zu 200 mg Lovastatin als Einzeldosis, ohne

dass klinisch bedeutsame Nebenwirkungen auftraten.

Über einige Fälle von versehentlicher Überdosierung wurde berichtet; bei

keinem der Patienten kam es zu spezifischen Symptomen, alle Patienten

erholten sich ohne Folgeerscheinungen. Die maximale Dosis betrug 5-6 g.

5. Pharmakologische Eigenschaften

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Lipidsenker, HMG-CoA-Reduktase-Hemmer.

ATC-Code: C10AA02

Nach oraler Aufnahme wird Lovastatin aus seiner inaktiven Lactonform zur

entsprechenden Hydroxysäure hydrolysiert. Dieser Hauptmetabolit ist ein

Hemmstoff der 3-Hydroxy-3-methylglutaryl-Coenzym A (HMG-CoA)-Reduktase,

die einen frühen geschwindigkeitsbestimmenden Schritt in der Biosynthese des

Cholesterins katalysiert. In klinischen Studien senkte Lovastatin das

Gesamtcholesterin im Plasma, LDL- und VLDL-Cholesterin (Low density und

very low density Lipoprotein). Weiterhin kam es durch Lovastatin zu einer

leichten Erhöhung des HDL-Cholesterins und zu einer Verminderung der

Triglyceride im Plasma.

Die aktive Form von Lovastatin ist ein spezifischer Hemmstoff der HMG-CoA-

Reduktase, die die Umwandlung von HMG-CoA zu Mevalonat katalysiert. Da es

sich bei der Umwandlung von HMG-CoA zu Mevalonat um einen frühen Schritt

in der Biosynthese des Cholesterins handelt, ist eine Akkumulation von

potenziell toxischen Steroiden unter der Therapie mit Lovastatin nicht zu

erwarten. Zusätzlich wird HMG-CoA umgehend in Acetyl-CoA

zurückverwandelt, welches an vielen Biosynthese-Prozessen im Körper beteiligt

ist.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

In Tierstudien (orale Gabe) zeigte Lovastatin eine hohe Selektivität zur Bindung

an Leberzellen und es wurden dort weit höhere Konzentrationen als in allen

anderen Zellen gefunden. Lovastatin unterliegt einem ausgeprägten First-pass-

Metabolismus in der Leber, dem primären Wirkort der Substanz, und wird dann

biliär ausgeschieden. Die aktiven Hauptmetaboliten werden zum Teil durch

Glucuronidierung weiter metabolisiert.

Nach oraler Gabe an Versuchspersonen wurden 10% der Dosis mit dem Harn

und 83% über die Faeces ausgeschieden.

Sowohl Lovastatin als auch sein Beta-Hydroxysäuremetabolit werden an

menschliche Plasmaproteine gebunden (>95%). In Tierexperimenten konnte

gezeigt werden, dass Lovastatin die Blut-Hirn-Schranke und die

Plazentaschranke passiert. Die maximalen Plasmakonzentrationen von

Lovastatin und dem aktiven Metaboliten wird innerhalb von 2 - 4 Stunden nach

Verabreichung der Dosis erreicht. Die Konzentrationen im Plasma zeigten eine

lineare Dosisabhängigkeit bis zu einer Dosis von 120 mg Lovastatin. Bei einem

einmal täglichen Verabreichungsmodus wurden Steady-State-

Plasmakonzentrationen zwischen dem 2. und 3. Tag nach Therapiebeginn

erreicht. Wurde Lovastatin auf nüchternen Magen eingenommen, betrugen die

Plasmakonzentrationen von Lovastatin und dem aktiven Metaboliten ⅔

derjenigen, die gemessen wurden, wenn Lovastatin unmittelbar im Anschluss

an eine übliche Mahlzeit verabreicht wurde.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Die wiederholte Verabreichung hoher Dosen von Lovastatin führte bei

verschiedenen Tierspezies zu toxischen Effekten, die auf eine übersteigerte

pharmakologische Wirkung zurückzuführen sind. Zielorgane waren vor allem

die Leber und das ZNS. In Studien am Hund traten im hohen Dosisbereich nach

Gabe von Lovastatin vereinzelt Katarakte auf; auf Basis der Serumspiegel

scheint jedoch ein ausreichend hoher Sicherheitsabstand zur

humantherapeutischen Dosis zu bestehen.

In einer Batterie von Studien zur genetischen Toxikologie (in vitro und in vivo)

ergab sich kein Hinweis auf ein genotoxisches Potenzial.

In Langzeitstudien an Maus und Ratte zur Erfassung eines tumorigenen

Potentials wurden nach Gabe von Lovastatin erhöhte Tumorinzidenzien

beobachtet:

Spezies

Relative Exposition (im

Vergleich zur

Aufgetretene Tumore

humantherapeutischen

Dosis) auf AUC-Basis

Ratte

2 - 7

Hepatozelluläre Karzinome

Maus

1 - 2

Papillome im squamösen (nicht-

glandulären) Epithel der

Magenschleimhaut *

Maus

3 - 4

Hepatozelluläre Karzinome und

Adenome

Maus

Pulmonale Adenome

*beim Menschen besteht die Magenschleimhaut ausschließlich aus

glandulärem Epithel.

Die Bedeutung dieser Befunde für die Langzeittherapie beim Menschen ist

ungeklärt.

In Studien zur Reproduktionstoxikologie traten nach Verabreichung hoher

Dosierungen (800 mg/kg/Tag) an Ratten und Mäusen Skelettmissbildungen bei

den Feten auf. Beim Kaninchen wurden bei Dosierungen von bis zu 15

mg/kg/Tag (MTD) keine Missbildungen bei den Nachkommen beobachtet. Die

Fertilität wurde beim Hund in Dosierungen ab 20 mg/kg/Tag beeinträchtigt, eine

Fertilitätsstudie an der Ratte verlief hingegen negativ.

6. Pharmazeutische Angaben

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Butylhydroxyanisol (Ph.Eur.), Lactose-Monohydrat, Magnesiumstearat

(Ph.Eur.), Maisstärke, Mikrokristalline Cellulose, vorverkleisterte Stärke (aus

Mais), Patentblau V (E 131).

Zusätzlich für

Lovastatin AL 40 mg Tabletten

Chinolingelb (E 104).

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

5 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für diese Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen

erforderlich.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

PVC/PVDC/Aluminium-Blisterpackungen

Lovastatin AL 20 mg Tabletten

Originalpackung mit 30, 50 und 100 Tabletten

Lovastatin AL 40 mg Tabletten

Originalpackung mit 30, 50 und 100 Tabletten

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7. Inhaber der Zulassung

ALIUD PHARMA

GmbH

Gottlieb-Daimler-Straße 19

D-89150 Laichingen

Telefon:

07333/9651-0

Telefax:

07333/9651-6004

info@aliud.de

8. Zulassungsnummern

51042.01.00

51042.02.00

9. Datum der Erteilung der Zulassung/Verlängerung der Zulassung

22. Mai 2003 / 09. Januar 2013

10. Stand der Information

Juni 2015

11. Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Teilen Sie diese Informationen