Losartan AL 100 mg Filmtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Losartan-Kalium
Verfügbar ab:
ALIUD PHARMA GmbH
ATC-Code:
C09CA01
INN (Internationale Bezeichnung):
Losartan potassium
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Losartan-Kalium 100.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
66298.00.00

GEBRAUCHSINFORMATION: Information für Anwender

Losartan AL 100 mg Filmtabletten

Wirkstoff: Losartan-Kalium 100 mg

Lesen Sie die gesamte Gebrauchsinformation sorgfältig durch, bevor Sie mit der

Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige

Informationen.

Heben Sie die Gebrauchsinformation auf. Vielleicht möchten Sie diese später

nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder

Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an

Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen

Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Gebrauchsinformation angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Gebrauchsinformation steht

Was ist Losartan AL und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Losartan AL beachten?

Wie ist Losartan AL einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Losartan AL aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Losartan AL und wofür wird es angewendet?

Losartan gehört zu einer Klasse von Arzneimitteln, die als Angiotensin-II-

Rezeptor-Antagonisten bezeichnet werden. Die Substanz Angiotensin II wird in

Ihrem Körper gebildet und bindet an Rezeptoren in den Blutgefäßen und lässt

diese enger werden. Dadurch steigt der Blutdruck.

Losartan blockiert die Bindung von Angiotensin II an diese Rezeptoren, so dass

die Blutgefäße entspannt werden und Ihr Blutdruck sinkt.

Losartan verlangsamt die Verschlechterung der Nierenfunktion bei Patienten

mit hohem Blutdruck und Typ 2 Diabetes mellitus.

Losartan AL wird angewendet

zur Behandlung von Patienten mit Bluthochdruck (essenzielle Hypertonie),

zum Schutz der Nieren bei Patienten mit Bluthochdruck und Zuckerkrankheit

(Typ 2 Diabetes mellitus) und durch Laboruntersuchungen nachgewiesener

beeinträchtigter Nierenfunktion mit einer Eiweißausscheidung ≥0,5 g/Tag im

Urin (bei dieser Erkrankung enthält der Urin eine krankhaft hohe

Eiweißmenge),

zur Behandlung von Patienten (ab 60 Jahren) mit Herzleistungsschwäche,

wenn Ihrem Arzt die Behandlung mit einem ACE-Hemmer (Angiotensin-

Converting-Enzym-Hemmer, ein blutdrucksenkendes Arzneimittel) nicht

geeignet erscheint. Wenn Ihre Herzleistungsschwäche mit einem ACE-

Hemmer stabil eingestellt ist, sollten Sie nicht auf Losartan umgestellt

werden.

zur Behandlung von Patienten mit Bluthochdruck und Wandverdickung der

linken Herzkammer. Losartan AL vermindert das Risiko eines Schlaganfalls

(sog. „LIFE“-Indikation).

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Losartan AL beachten?

Losartan AL darf NICHT eingenommen werden

wenn Sie allergisch gegen Losartan oder einen der in Abschnitt 6.

genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,

wenn Sie mehr als drei Monate schwanger sind. (Es wird empfohlen,

Losartan AL auch in der frühen Phase der Schwangerschaft nicht

anzuwenden, siehe Abschnitt 2 Schwangerschaft und Stillzeit.)

wenn Ihre Leberfunktion deutlich eingeschränkt ist,

wenn Sie Diabetes mellitus oder eine eingeschränkte Nierenfunktion haben

und mit einem blutdrucksenkenden Arzneimittel, das Aliskiren enthält,

behandelt werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Losartan AL

einnehmen:

wenn Sie bereits einmal ein Angioödem hatten

(Überempfindlichkeitsreaktion mit Schwellungen von Gesicht, Lippen,

Rachen und/oder Zunge, siehe auch Abschnitt 4: Welche Nebenwirkungen

sind möglich?),

wenn Sie unter starkem Erbrechen oder Durchfall mit einem großen

Flüssigkeits- und/oder Salzverlust Ihres Körpers leiden,

wenn Sie Diuretika (Arzneimittel zur Entwässerung, welche die

Urinausscheidung über die Nieren erhöhen) anwenden oder eine salzarme

Diät einhalten, wodurch es zu einem starken Flüssigkeits- und Salzverlust

Ihres Körpers kommen kann (siehe unter Abschnitt 3: Dosierung bei

speziellen Patientengruppen),

wenn Ihre Nierenfunktion eingeschränkt ist,

wenn bei Ihnen bekannt ist, dass Sie an einer Verengung oder Blockade der

zu den Nieren führenden Blutgefäße (Nierenarterienstenose) leiden oder Sie

vor kurzem eine Nierentransplantation hatten,

wenn Sie an einer Leberfunktionsstörung leiden (siehe unter Abschnitt 2:

Losartan AL darf NICHT eingenommen werden und unter Abschnitt 3:

Dosierung bei speziellen Patientengruppen),

wenn Sie an Herzleistungsschwäche mit oder ohne Beeinträchtigung der

Nierenfunktion oder gleichzeitig an schweren lebensbedrohlichen

Herzrhythmusstörungen leiden. Besondere Vorsicht ist notwendig, wenn Sie

gleichzeitig mit einem Betablocker behandelt werden.

wenn Sie an einer Erkrankung der Herzklappen oder des Herzmuskels

leiden,

wenn Sie an einer Erkrankung der Herzkranzgefäße (verursacht durch

Mangeldurchblutung der Blutgefäße des Herzens) oder der Blutgefäße des

Gehirns (verursacht durch Mangeldurchblutung des Gehirns) leiden,

wenn Sie an primärem Hyperaldosteronismus leiden (Erkrankung, die mit

einer erhöhten Abgabe des Hormons Aldosteron aus der Nebenniere

einhergeht, verursacht durch eine Anomalie der Nebenniere),

wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel zur Behandlung von hohem

Blutdruck einnehmen:

einen ACE-Hemmer (z.B. Enalapril, Lisinopril, Ramipril), insbesondere

wenn Sie Nierenprobleme aufgrund von Diabetes mellitus haben.

Aliskiren.

Ihr Arzt wird gegebenenfalls Ihre Nierenfunktion, Ihren Blutdruck und die

Elektrolytwerte (z.B. Kalium) in Ihrem Blut in regelmäßigen Abständen

überprüfen. Siehe auch Abschnitt Losartan AL darf NICHT eingenommen

werden.

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein (oder

schwanger werden könnten). Die Einnahme von Losartan AL in der frühen

Phase der Schwangerschaft wird nicht empfohlen, und Losartan AL darf nicht

mehr nach dem dritten Schwangerschaftsmonat eingenommen werden, da die

Einnahme von Losartan AL in diesem Stadium zu schweren Schädigungen

Ihres ungeborenen Kindes führen kann (siehe Abschnitt Schwangerschaft und

Stillzeit).

Laboruntersuchungen

Ihr Arzt wird während der Behandlung bestimmte Laborwerte (z.B. Laborwerte

zur Kontrolle der Nierenfunktion oder bestimmte Salze im Blut) möglicherweise

engmaschig überwachen. Bitte sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt.

Ethnische Besonderheiten

Wenn Sie eine schwarze Hautfarbe haben, kann es sein, dass Losartan AL

Ihren Blutdruck weniger wirksam senkt. Bitte sprechen Sie darüber mit Ihrem

Arzt.

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Losartan wurde bei Kindern und Jugendlichen untersucht. Bitte besprechen Sie

mit Ihrem Arzt, ob und in welcher Dosierung Ihr Kind mit Losartan behandelt

werden kann. Die Anwendung von Losartan wird nicht für Kinder empfohlen, die

an Nieren- oder Lebererkrankungen leiden, da für diese Patientengruppen

begrenzt Daten zur Verfügung stehen.

Losartan AL wird nicht zur Anwendung für Kinder unter 6 Jahren empfohlen, da

die Wirksamkeit in dieser Altersgruppe nicht erwiesen ist.

Anwendung von Losartan AL zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel

anwenden, kürzlich andere Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen,

andere Arzneimittel anzuwenden

Seien Sie besonders vorsichtig, wenn Sie zusätzlich zur Behandlung mit

Losartan AL eines der folgenden Arzneimittel anwenden:

Andere Arzneimittel zur Behandlung des Bluthochdrucks, da sie den

Blutdruck zusätzlich senken können. Der Blutdruck kann auch durch weitere

Arzneimittel/Arzneimittelklassen gesenkt werden wie trizyklische

Antidepressiva (zur Behandlung von depressiven Erkrankungen),

Antipsychotika (zur Behandlung psychiatrischer Störungen), Baclofen (zur

Muskelentspannung), Amifostin (verwendet zusammen mit einer

Chemotherapie zur Krebsbehandlung).

Arzneimittel, die Kalium im Körper zurückhalten oder den Kaliumspiegel im

Blut erhöhen (z.B. Kaliumergänzungsmittel, kaliumhaltige Salzersatzmittel

oder kaliumsparende Arzneimittel wie bestimmte Diuretika [Arzneimittel zur

Entwässerung; Amilorid, Spironolacton, Triamteren] oder Heparin [zur

Blutverdünnung]).

Nicht-steroidale Antirheumatika wie Indometacin, einschließlich COX-2-

Hemmer (Arzneimittel gegen Entzündungen und gegen Schmerzen), da sie

die blutdrucksenkende Wirkung von Losartan vermindern können. Bei

eingeschränkter Nierenfunktion kann sich bei gleichzeitiger Anwendung

dieser Arzneimittel die Nierenfunktion weiter verschlechtern (einschließlich

eines möglichen Nierenversagens).

Lithium-haltige Arzneimittel dürfen ohne enge ärztliche Überwachung nicht

in Kombination mit Losartan angewendet werden. Besondere

Vorsichtsmaßnahmen (z.B. Blutuntersuchungen) können angebracht sein.

Andere Arzneimittel, welche die Verstoffwechselung von Losartan im Körper

beeinflussen können. Bitte fragen Sie Ihren Arzt. Er wird entscheiden, ob bei

gleichzeitiger Anwendung mit Losartan besondere Vorsichtsmaßnahmen zu

beachten sind.

Ihr Arzt muss unter Umständen Ihre Dosierung anpassen und/oder sonstige

Vorsichtsmaßnahmen treffen:

wenn Sie einen ACE-Hemmer oder Aliskiren einnehmen (siehe auch

Abschnitte Losartan AL darf NICHT eingenommen werden und

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen).

Einnahme von Losartan AL zusammen mit Nahrungsmitteln und

Getränken

Losartan AL kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen oder wenn Sie vermuten, schwanger zu

sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung

dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein (oder

schwanger werden könnten). In der Regel wird Ihr Arzt Ihnen empfehlen,

Losartan AL vor einer Schwangerschaft bzw. sobald Sie wissen, dass Sie

schwanger sind, abzusetzen, und er wird Ihnen ein anderes Arzneimittel

empfehlen. Die Anwendung von Losartan AL in der frühen Schwangerschaft

wird nicht empfohlen und Losartan AL darf nicht mehr nach dem dritten

Schwangerschaftsmonat eingenommen werden, da die Einnahme von Losartan

AL in diesem Stadium zu schweren Schädigungen Ihres ungeborenen Kindes

führen kann.

Stillzeit

Teilen sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie stillen oder mit dem Stillen beginnen wollen.

Losartan AL wird nicht zur Anwendung bei stillenden Müttern empfohlen; Ihr

Arzt kann eine andere Behandlung für Sie wählen, wenn Sie stillen wollen, vor

allem, solange Ihr Kind im Neugeborenenalter ist oder wenn es eine Frühgeburt

war.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zur Verkehrstüchtigkeit und der Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen durchgeführt.

Es ist unwahrscheinlich, dass Losartan AL die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinflusst. Allerdings kann Losartan,

wie viele andere blutdrucksenkende Arzneimittel, Schwindel oder Müdigkeit bei

einigen Personen verursachen. Sollten bei Ihnen Schwindel oder Müdigkeit

auftreten, fragen Sie Ihren Arzt um Rat, bevor Sie solchen Tätigkeiten

nachgehen.

Losartan AL enthält Lactose

Bitte nehmen Sie Losartan AL daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein,

wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber

bestimmten Zuckern leiden.

3. Wie ist Losartan AL einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt

oder Apotheker ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie

sich nicht sicher sind.

Ihr Arzt wird die für Sie geeignete Dosis bestimmen; sie ist abhängig von Ihrer

Erkrankung und davon, ob Sie noch andere Arzneimittel anwenden. Es ist

wichtig, dass Sie Losartan AL so lange einnehmen, wie Ihr Arzt es Ihnen

verordnet hat. Dies führt zu einer reibungslosen Kontrolle Ihres Blutdrucks.

Allgemeine Dosierungsempfehlungen

Losartan AL steht in 2 Wirkstärken zur Verfügung:

Losartan AL 50 mg Filmtabletten und Losartan AL 100 mg Filmtabletten.

Wenn Ihr Arzt Ihnen eine niedrigere Dosis als Losartan AL 100 mg verordnet

hat, können die Filmtabletten an der Bruchrille geteilt werden, und zwar in zwei

Stücke, die jeweils 50 mg Losartan-Kalium enthalten.

Patienten mit Bluthochdruck

Erwachsene

Die Behandlung beginnt üblicherweise mit 1-mal täglich 50 mg Losartan-Kalium

(entsprechend ½ Filmtablette Losartan AL 100 mg). Die maximale

blutdrucksenkende Wirkung wird etwa 3 - 6 Wochen nach Behandlungsbeginn

erreicht.

Bei einigen Patienten kann die Dosis auf 100 mg Losartan-Kalium

(entsprechend 1 Filmtablette Losartan AL 100 mg) 1-mal täglich (morgens)

erhöht werden.

Kinder und Jugendliche

Kinder im Alter von unter 6 Jahren

Losartan AL wird nicht zur Anwendung für Kinder unter 6 Jahren empfohlen, da

die Wirksamkeit in dieser Altersgruppe nicht erwiesen ist.

Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahren

Die empfohlene Anfangsdosis bei Patienten zwischen 20 und 50 kg beträgt 0,7

mg Losartan-Kalium pro Kilogramm Körpergewicht einmal täglich angewendet

(bis zu 25 mg Losartan-Kalium); bei unzureichender Senkung des Blutdrucks

kann der Arzt die Dosis erhöhen.

Für Kinder sind andere Darreichungsformen bzw. Stärken dieses Arzneimittels

möglicherweise besser geeignet; bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker

nach.

Erwachsene Patienten mit Bluthochdruck und Zuckerkrankheit (Typ 2

Diabetes mellitus)

Die Behandlung beginnt üblicherweise mit 50 mg Losartan-Kalium (½

Filmtablette Losartan AL 100 mg) einmal täglich. Die Dosis kann später auf 100

mg Losartan-Kalium (1 Filmtablette Losartan AL 100 mg) einmal täglich erhöht

werden, in Abhängigkeit vom Ansprechen Ihres Blutdrucks.

Losartan Filmtabletten können sowohl zusammen mit anderen

blutdrucksenkenden Arzneimitteln (z.B. Diuretika, Kalziumantagonisten, Alpha-

oder Betarezeptorenblockern sowie zentral wirksamen Antihypertonika) als

auch mit Insulin und anderen häufig verwendeten Arzneimitteln zur Senkung

des Blutzuckers (z.B. Sulfonylharnstoffen, Glitazonen und

Glucosidasehemmern) eingenommen werden.

Erwachsene Patienten mit Herzleistungsschwäche

Die Behandlung beginnt üblicherweise mit 12,5 mg Losartan-Kalium 1-mal

täglich (hierfür stehen Arzneizubereitungen mit niedrigerem Wirkstoffgehalt zur

Verfügung).

Im Allgemeinen sollte die Dosis schrittweise wöchentlich erhöht werden (d.h.

12,5 mg täglich während der 1. Woche, 25 mg täglich während der 2. Woche,

50 mg täglich während der 3. Woche) bis zur üblichen Erhaltungsdosis von 50

mg Losartan-Kalium 1-mal täglich (entsprechend ½ Filmtablette Losartan AL

100 mg), abhängig von Ihrer Erkrankung.

Bei der Behandlung der Herzschwäche wird Losartan üblicherweise mit einem

Diuretikum (Arzneimittel zur Entwässerung über die Nieren, welches die

Urinmenge erhöht) und/oder Digitalis (Arzneimittel zur Stärkung des Herzens)

und/oder einem Betablocker kombiniert.

Erwachsene Patienten mit Bluthochdruck und Wandverdickung der linken

Herzkammer

Die Behandlung beginnt üblicherweise mit 50 mg Losartan-Kalium 1-mal täglich

(entsprechend ½ Filmtablette Losartan AL 100 mg).

Ihr Arzt kann zusätzlich ein bestimmtes Diuretikum (harntreibendes

Arzneimittel) verordnen und/oder die Dosis auf 100 mg Losartan-Kalium 1-mal

täglich (entsprechend 1 Filmtablette Losartan AL 100 mg) erhöhen, in

Abhängigkeit vom Ansprechen Ihres Blutdrucks.

Dosierung bei speziellen Patientengruppen

Der Arzt kann zu einer niedrigeren Dosis raten, insbesondere zu

Behandlungsbeginn bei Patienten unter hohen Dosen harntreibender

Arzneimittel, bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen oder bei Patienten über

75 Jahren. Losartan darf bei Patienten mit schwerer Einschränkung der

Leberfunktion nicht angewendet werden (siehe unter Abschnitt 2: Losartan AL

darf NICHT eingenommen werden).

Art der Anwendung

Die Filmtabletten sollten mit einem Glas Wasser eingenommen werden.

Versuchen Sie, Losartan AL täglich zur gleichen Zeit einzunehmen. Es ist

wichtig, dass Sie Losartan AL so lange einnehmen, bis Ihr Arzt Ihnen andere

Anweisungen gibt.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck

haben, dass die Wirkung von Losartan AL zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Losartan AL eingenommen

haben, als Sie sollten

Wenn Sie versehentlich zu viele Filmtabletten eingenommen haben oder ein

Kind Filmtabletten geschluckt hat, verständigen Sie sofort einen Arzt.

Symptome einer Überdosierung sind niedriger Blutdruck und/oder ein zu

schneller, aber möglicherweise auch zu langsamer Herzschlag.

Wenn Sie die Einnahme von Losartan AL vergessen haben

Wenn Sie versehentlich die Einnahme Ihrer täglichen Dosis vergessen haben,

nehmen Sie bitte die nächste Dosis wie verordnet ein. Nehmen Sie keine

doppelte Dosis ein, um die vergessene Tabletteneinnahme nachzuholen.

Wenn Sie die Einnahme von Losartan AL abbrechen

Sie sollten die Einnahme nicht eigenmächtig beenden, außer wenn Sie eine

schwere Nebenwirkung vermuten. Verständigen Sie auf jeden Fall sofort Ihren

Arzt.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden

Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die

aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Falls folgende Beschwerden bei Ihnen auftreten, nehmen Sie Losartan nicht

mehr ein und informieren Sie sofort Ihren Arzt oder begeben Sie sich in die

Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses:

Eine schwerwiegende allergische Reaktion, die gekennzeichnet ist durch

Hautausschlag, Juckreiz, Schwellung von Gesicht, Lippen, Mund oder

Rachen und die Schluck- oder Atembeschwerden verursachen kann

(Angioödem).

Dies ist eine schwerwiegende, aber seltene Nebenwirkung, die 1 bis 10

Patienten von 10.000 Patienten betrifft. Sie benötigen möglicherweise

notärztliche Versorgung oder müssen in ein Krankenhaus eingewiesen werden.

Über folgende Nebenwirkungen wurde bei Losartan berichtet:

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Schwindel/Drehschwindel (Vertigo),

niedriger Blutdruck, der mit Beschwerden einhergeht (besonders nach

starkem Flüssigkeitsverlust, z.B. bei Patienten mit schwerer

Herzleistungsschwäche oder unter Behandlung mit hoch dosierten

Entwässerungstabletten),

dosisabhängige orthostatische Wirkungen wie Blutdruckabfall bzw.

Kreislaufstörungen beim Wechsel vom Liegen oder Sitzen zum Stehen,

Schwächegefühl,

Müdigkeit,

zu niedriger Blutzucker (Hypoglykämie),

zu viel Kalium im Blut (Hyperkaliämie),

Verminderung der Anzahl der roten Blutzellen (Anämie),

Beeinträchtigung der Nierenfunktion (kann nach Beendigung der

Behandlung rückläufig sein) einschließlich Nierenversagen,

Veränderung von Laborwerten (Serum-Kreatinin, Blutharnstoff und Serum-

Kalium) im Blut.

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Schläfrigkeit,

Kopfschmerzen,

Schlafstörungen,

Herzklopfen oder -rasen (Palpitationen),

starke Schmerzen im Brustkorb/Herzengegefühl (Angina pectoris),

Kurzatmigkeit/Atemnot (Dyspnoe),

Bauchschmerzen,

Verstopfung,

Durchfall,

Übelkeit,

Erbrechen,

Nesselsucht (Urtikaria),

Juckreiz (Pruritus),

Hautausschlag,

auf bestimmte Körperregionen begrenzte Schwellungen (Ödeme),

Husten.

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

Überempfindlichkeitsreaktionen,

schwere allergische Reaktion, die gekennzeichnet ist durch Hautausschlag,

Juckreiz, Schwellung von Gesicht, Lippen, Mund oder Rachen, die

Atembeschwerden oder Schluckbeschwerden verursachen kann

(Angioödem),

Gefäßentzündungen (Vaskulitis einschließlich Purpura Schoenlein-Henoch),

Taubheitsgefühl oder Kribbeln (Parästhesien),

Ohnmacht (Synkope),

Herzrasen und Herzrhythmusstörungen (z.B. Vorhofflimmern),

Schlaganfall,

Leberentzündung (Hepatitis),

Veränderung von Laborwerten; erhöhte Werte eines Leberenzyms

(Alaninaminotransferase, „ALT“; Labortest zur Untersuchung der

Leberfunktion) im Blut, nach Beendigung der Behandlung üblicherweise

rückläufig.

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten

nicht abschätzbar):

Verminderung der Anzahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie),

Migräne,

Leberfunktionsstörungen,

Muskel- und Gelenkschmerzen,

grippeähnliche Beschwerden,

Rückenschmerzen und Harnwegsinfektionen,

erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut, möglicherweise mit Rötungen nach

Sonneneinstrahlung (Photosensitivität),

unerklärliche Muskelschmerzen mit dunklem (teefarbenem) Urin

(Rhabdomyolyse),

Erektionsstörung (erektile Dysfunktion), Impotenz,

niedrige Blutnatriumspiegel (Hyponatriämie),

Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis),

Depression,

allgemeines Unwohlsein,

Klingeln, Summen, Dröhnen oder Klicken in den Ohren (Tinnitus),

verändertes Geschmacksempfinden (Dysgeusie).

Die Nebenwirkungen bei Kindern ähneln den bei Erwachsenen beschriebenen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Gebrauchsinformation angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch

direkt anzeigen:

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt

werden.

5. Wie ist Losartan AL aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der

Blisterpackung angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das

Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Nicht über +30 °C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie

Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr

verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Losartan AL enthält

Der Wirkstoff ist Losartan-Kalium.

1 Filmtablette enthält 100 mg Losartan-Kalium, entsprechend 91,8 mg Losartan.

Die sonstigen Bestandteile sind

Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Lactose-Monohydrat,

Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich], Hochdisperses Siliciumdioxid,

vorverkleisterte Stärke (Mais).

Tablettenfilm: Carnaubawachs, Hypromellose, Macrogol 400, Titandioxid (E

171).

Wie Losartan AL aussieht und Inhalt der Packung

Weiße, längliche, bikonvexe Filmtablette mit Bruchrille.

Die Filmtablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Losartan AL 100 mg ist in Packungen mit 56 und 98 Filmtabletten erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

ALIUD PHARMA

GmbH

Gottlieb-Daimler-Straße 19

D-89150 Laichingen

info@aliud.de

Hersteller

ALIUD

PHARMA GmbH, Gottlieb-Daimler-Straße 19, D-89150 Laichingen

oder

STADA Arzneimittel AG, Stadastraße 2-18, 61118 Bad Vilbel, Deutschland

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im September 2014.

Fachinformation (Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels/SPC)

1. Bezeichnung des Arzneimittels

Losartan AL 50 mg Filmtabletten

Losartan AL 100 mg Filmtabletten

2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung

Losartan AL 50 mg Filmtabletten

1 Filmtablette enthält 50 mg Losartan-Kalium, entsprechend 45,9 mg Losartan.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 1 Filmtablette enthält 115,8 mg

Lactose-Monohydrat.

Losartan AL 100 mg Filmtabletten

1 Filmtablette enthält 100 mg Losartan-Kalium, entsprechend 91,8 mg Losartan.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 1 Filmtablette enthält 231,6 mg

Lactose-Monohydrat.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. Darreichungsform

Filmtablette

Losartan AL 50 mg Filmtabletten

Weiße, runde, bikonvexe Filmtablette mit beidseitiger Kreuzbruchrille.

Die Tablette kann in gleiche Dosen (Viertel) geteilt werden.

Losartan AL 100 mg Filmtabletten

Weiße, längliche, bikonvexe Filmtablette mit Bruchrille.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

4. Klinische Angaben

4.1 Anwendungsgebiete

Behandlung der essenziellen Hypertonie,

Behandlung einer Nierenerkrankung bei Patienten mit Hypertonie und Typ 2

Diabetes mellitus mit einer Proteinurie ≥0,5 g/Tag als Teil einer

antihypertensiven Behandlung (siehe Abschnitte 4.3, 4.4, 4.5 und 5.1),

Behandlung der chronischen Herzinsuffizienz (bei Patienten ≥60 Jahren),

wenn die Behandlung mit einem ACE-Hemmer wegen Unverträglichkeit,

insbesondere Husten, oder Gegenanzeige als nicht geeignet erachtet wird.

Patienten mit Herzinsuffizienz, die mit einem ACE-Hemmer stabil eingestellt

sind, sollten nicht auf Losartan umgestellt werden. Die Patienten sollen eine

erniedrigte linksventrikuläre Ejektionsfraktion ≤40% aufweisen sowie unter

Herzinsuffizienztherapie klinisch stabil sein.

Reduktion des Schlaganfallrisikos bei hypertonen Patienten mit EKG-

dokumentierter linksventrikulärer Hypertrophie (siehe unter Abschnitt 5.1:

„LIFE Studie, ethnische Zugehörigkeit“).

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Losartan AL Filmtabletten sollten mit einem Glas Wasser eingenommen

werden.

Losartan AL kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Hypertonie

Die übliche Anfangs- und Erhaltungsdosis beträgt für die meisten Patienten 50

mg 1-mal täglich.

Die maximale blutdrucksenkende Wirkung wird etwa 3 - 6 Wochen nach

Therapiebeginn erreicht. Eine Erhöhung der Dosis auf 100 mg 1-mal täglich

(morgens) kann bei manchen Patienten zu einem besseren Erfolg führen.

Losartan AL kann zusammen mit anderen Antihypertonika insbesondere

Diuretika (z.B. Hydrochlorothiazid) gegeben werden (siehe Abschnitte 4.3, 4.4,

4.5 und 5.1).

Hypertonie bei Kindern und Jugendlichen

6 Monate bis unter 6 Jahre

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Losartan bei Kindern im Alter von 6

Monaten bis unter 6 Jahren ist nicht erwiesen. Zurzeit vorliegende Daten

werden in den Abschnitten 5.1 und 5.2 beschrieben; eine

Dosierungsempfehlung kann jedoch nicht gegeben werden.

6 Jahre bis 18 Jahre

Für Patienten, die Tabletten schlucken können, beträgt die empfohlene

Dosierung 25 mg 1-mal täglich bei einem Körpergewicht zwischen 20 kg und 50

kg. In Ausnahmefällen kann die Dosis bis maximal 50 mg 1-mal täglich erhöht

werden. Eine Dosisanpassung sollte entsprechend der erreichten

Blutdrucksenkung erfolgen.

Bei Patienten über 50 kg beträgt die übliche Dosis 50 mg 1-mal täglich. In

Ausnahmefällen kann die Dosis auf maximal 100 mg 1-mal täglich angehoben

werden. Dosierungen über 1,4 mg/kg (oder über 100 mg) täglich wurden bei

pädiatrischen Patienten nicht untersucht.

Die Anwendung von Losartan wird bei Kindern unter 6 Jahren nicht empfohlen,

da für diese Patientengruppe begrenzt Daten zur Verfügung stehen.

Aufgrund fehlender Daten wird Losartan bei Kindern mit einer glomerulären

Filtrationsrate unter 30 ml/min/1,73 m² nicht empfohlen (siehe auch Abschnitt

4.4).

Losartan wird auch nicht bei Kindern mit eingeschränkter Leberfunktion

empfohlen (siehe auch Abschnitt 4.4).

Hypertoniepatienten mit Typ 2 Diabetes mellitus mit einer Proteinurie ≥0,5

g/Tag

Die übliche Anfangsdosis beträgt 50 mg einmal täglich. Die Dosis kann,

abhängig von der Blutdrucksenkung, ab einem Monat nach Behandlungsbeginn

auf 100 mg einmal täglich erhöht werden.

Losartan AL kann sowohl zusammen mit anderen Antihypertonika (z.B.

Diuretika, Kalziumantagonisten, Alpha- oder Betarezeptorenblockern sowie

zentral wirksamen Antihypertonika) als auch mit Insulin und anderen häufig

verwendeten Antidiabetika (z.B. Sulfonylharnstoffen, Glitazonen und

Glucosidasehemmern) gegeben werden (siehe Abschnitte 4.3, 4.4, 4.5 und

5.1).

Herzinsuffizienz

Die übliche Anfangsdosis von Losartan bei Patienten mit Herzinsuffizienz

beträgt 12,5 mg 1-mal täglich.

Im Allgemeinen sollte die Dosis, abhängig von der individuellen Verträglichkeit,

im Abstand von jeweils 1 Woche (d.h. 12,5 mg täglich, 25 mg täglich, 50 mg

täglich) bis auf die übliche Erhaltungsdosis von 50 mg 1-mal täglich erhöht

werden. Zur Behandlung von Herzinsuffizienz wird Losartan in der Regel mit

einem Diuretikum, Digitalis und/oder einem Betarezeptorenblocker kombiniert.

Reduktion des Schlaganfallrisikos bei hypertonen Patienten mit EKG-

dokumentierter linksventrikulärer Hypertrophie

Die übliche Anfangsdosis von Losartan beträgt 50 mg 1-mal täglich. In

Abhängigkeit vom Ansprechen des Blutdrucks sollte eine niedrige Dosis von

Hydrochlorothiazid zusätzlich verabreicht und/oder die Dosis von Losartan AL

auf 100 mg 1-mal täglich erhöht werden.

Besondere Patientengruppen

Patienten mit intravaskulärem Flüssigkeitsverlust

Bei Patienten mit intravaskulärem Flüssigkeitsverlust (z.B. Patienten, die mit

Diuretika in hohen Dosen behandelt werden), sollte eine Anfangsdosis von 25

mg 1-mal täglich in Betracht gezogen werden (siehe Abschnitt 4.4).

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion und Patienten mit Hämodialyse

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion und Patienten mit

Hämodialyse ist keine Änderung der Anfangsdosierung erforderlich.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion in der Vorgeschichte sollte

eine niedrigere Dosis in Betracht gezogen werden. Es gibt keine therapeutische

Erfahrung bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Leberfunktion. Daher

ist Losartan bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Leberfunktion

kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).

Ältere Patienten

Obwohl bei Patienten über 75 Jahren eine niedrigere Initialdosis von 25 mg in

Erwägung gezogen werden sollte, ist eine Dosisanpassung bei älteren

Patienten im Allgemeinen nicht notwendig.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1

genannten sonstigen Bestandteile des Arzneimittels (siehe Abschnitt 4.4),

zweites und drittes Schwangerschaftstrimester (siehe Abschnitte 4.4 und

4.6),

schwere Einschränkung der Leberfunktion,

Die gleichzeitige Anwendung von Losartan AL mit Aliskiren-haltigen

Arzneimitteln ist bei Patienten mit Diabetes mellitus oder eingeschränkter

Nierenfunktion (GFR <60 ml/min/1,73 m

) kontraindiziert (siehe Abschnitte

4.5 und 5.1).

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die

Anwendung

Überempfindlichkeit

Angioödem: Patienten mit einem angioneurotischen Ödem in der Vorgeschichte

(Schwellungen von Gesicht, Lippen, Rachen und/oder Zunge) sollten

engmaschig überwacht werden (siehe Abschnitt 4.8).

Hypotonie und Störungen des Elektrolyt-/Flüssigkeitshaushalts

Eine symptomatische Hypotonie, insbesondere nach der ersten Einnahme oder

nach Erhöhung der Dosis, kann bei Patienten mit Flüssigkeitsverlust und/oder

Salzverlust durch forcierte Diurese oder hoch dosierte Diuretika-Therapie,

salzarme Diät, Durchfall oder Erbrechen auftreten. Diese Zustände sollten vor

der Gabe von Losartan ausgeglichen werden oder es sollte eine niedrigere

Anfangsdosis verwendet werden (siehe Abschnitt 4.2). Dies gilt ebenso bei

Kindern zwischen 6 und 18 Jahren.

Störungen des Elektrolythaushalts

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, mit oder ohne Diabetes

mellitus liegt häufig ein Elektrolytungleichgewicht vor, das beachtet werden

sollte. In einer klinischen Studie, die mit Typ-2-Diabetikern mit Nephropathie

durchgeführt wurde, trat bei der mit Losartan behandelten Patientengruppe eine

Hyperkaliämie häufiger auf als in der Plazebogruppe (siehe Abschnitt 4.8).

Deshalb sollten die Serum-Kaliumspiegel und Kreatinin-Clearance-Werte

engmaschig überwacht werden; besonders Patienten mit Herzinsuffizienz und

einer Kreatinin-Clearance zwischen 30 - 50 ml/min sollten engmaschig

überwacht werden.

Die gleichzeitige Anwendung von kaliumsparenden Diuretika,

Kaliumergänzungsmitteln und kaliumhaltigem Salzersatz mit Losartan wird nicht

empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).

Leberfunktionsstörungen

Auf Grundlage von pharmakokinetischen Daten, die zeigen, dass es zu einer

signifikanten Erhöhung der Plasmakonzentration von Losartan bei Patienten mit

Leberzirrhose kommt, sollte eine niedrigere Dosis bei Patienten mit

eingeschränkter Leberfunktion in der Vorgeschichte in Betracht gezogen

werden. Es gibt keine therapeutische Erfahrung mit Losartan bei Patienten mit

schwerer Leberfunktionseinschränkung. Daher darf Losartan Patienten mit

schwerer Leberfunktionseinschränkung nicht gegeben werden (siehe

Abschnitte 4.2, 4.3 und 5.2).

Losartan wird auch bei Kindern mit eingeschränkter Leberfunktion nicht

empfohlen (siehe Abschnitt 4.2).

Nierenfunktionsstörungen

Auf Grund der Hemmung des Renin-Angiotensin-Systems wurde über

Veränderungen der Nierenfunktion einschließlich Nierenversagen berichtet (vor

allem bei Patienten, deren Nierenfunktion abhängig vom Renin-Angiotensin-

Aldosteron-System ist, wie bei schwerer Herzinsuffizienz oder einer

vorbestehenden Nierenfunktionsstörung). Wie bei anderen Arzneimitteln, die

das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System beeinflussen, wurde bei Patienten

mit bilateraler Nierenarterienstenose oder einer Arterienstenose bei Einzelniere

ein Anstieg von Blut-Harnstoff und Serum-Kreatinin beobachtet; diese

Veränderungen der Nierenfunktion können nach Beendigung der Therapie

reversibel sein. Losartan sollte bei Patienten mit bilateraler

Nierenarterienstenose oder Nierenarterienstenose bei Einzelniere mit Vorsicht

eingesetzt werden.

Anwendung bei pädiatrischen Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Aufgrund fehlender Daten wird Losartan bei Kindern mit einer glomerulären

Filtrationsrate unter 30 ml/min/1,73 m² nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.2).

Die Nierenfunktion sollte während der Behandlung mit Losartan regelmäßig

überwacht werden, da sie sich verschlechtern kann. Dies gilt besonders dann,

wenn Losartan unter anderen, die Nierenfunktion möglicherweise

beeinträchtigenden Bedingungen (Fieber, Dehydrierung) gegeben wird.

Die gleichzeitige Anwendung von Losartan und ACE-Hemmern beeinträchtigt

nachweislich die Nierenfunktion. Deshalb wird eine gleichzeitige Anwendung

nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).

Nierentransplantation

Es gibt keine Erfahrungen bei Patienten mit kürzlich erfolgter

Nierentransplantation.

Primärer Hyperaldosteronismus

Patienten mit primärem Hyperaldosteronismus sprechen im Allgemeinen nicht

auf Antihypertonika an, die über eine Inhibition des Renin-Angiotensin-Systems

wirken. Daher wird die Anwendung von Losartan nicht empfohlen.

Koronare Herzerkrankung und zerebrovaskuläre Erkrankung

Wie mit jeder antihypertensiven Therapie kann eine übermäßige

Blutdrucksenkung bei Patienten mit ischämischer, kardiovaskulärer und

zerebrovaskulärer Erkrankung einen Myokardinfarkt oder Schlaganfall zur Folge

haben.

Herzinsuffizienz

Bei herzinsuffizienten Patienten mit oder ohne Nierenfunktionsstörung besteht,

wie bei anderen Arzneimitteln, die das Renin-Angiotensin-System beeinflussen,

das Risiko eines starken arteriellen Blutdruckabfalls und einer (oft akuten)

Beeinträchtigung der Nierenfunktion.

Es gibt keine ausreichenden therapeutischen Erfahrungen mit Losartan bei

Patienten mit Herzinsuffizienz und begleitender schwerer

Nierenfunktionsstörung, bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz (NYHA-

Klasse IV), sowie bei Patienten mit Herzinsuffizienz und symptomatischen oder

lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen. Daher sollte Losartan bei diesen

Patientengruppen mit Vorsicht eingesetzt werden. Die Kombination von

Losartan mit einem Betarezeptorenblocker sollte mit Vorsicht angewendet

werden (siehe Abschnitt 5.1).

Aorten- und Mitralklappenstenose, obstruktive hypertrophe Kardiomyopathie

Wie mit anderen Vasodilatatoren ist bei Patienten mit Aorten- oder

Mitralklappenstenose oder obstruktiver hypertropher Kardiomyopathie

besondere Vorsicht geboten.

Schwangerschaft

Eine Behandlung mit AIIRA sollte nicht während der Schwangerschaft

begonnen werden. Bei Patientinnen mit Schwangerschaftswunsch sollte eine

Umstellung auf eine alternative blutdrucksenkende Behandlung mit geeignetem

Sicherheitsprofil für Schwangere erfolgen, es sei denn, eine Fortführung der

Behandlung mit AIIRA ist zwingend erforderlich. Wird eine Schwangerschaft

festgestellt, ist die Behandlung mit AIIRA unverzüglich zu beenden und, wenn

erforderlich, eine alternative Therapie zu beginnen (siehe Abschnitte 4.3 und

4.6).

Sonstige Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen:

Wie bei ACE-Hemmern beobachtet sind Losartan und andere Angiotensin-II-

Rezeptor-Antagonisten bei Patienten mit schwarzer Hautfarbe offensichtlich

weniger wirksam in der Blutdrucksenkung als bei Patienten nicht-schwarzer

Hautfarbe. Möglicherweise liegt das an einer höheren Prävalenz niedriger

Renin-Spiegel in der Population von Hypertonikern mit schwarzer Hautfarbe.

Duale Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS)

Es gibt Belege dafür, dass die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern,

Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren das Risiko für Hypotonie,

Hyperkaliämie und eine Abnahme der Nierenfunktion (einschließlich eines

akuten Nierenversagens) erhöht. Eine duale Blockade des RAAS durch die

gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptor-

Antagonisten oder Aliskiren wird deshalb nicht empfohlen (siehe Abschnitte 4.5

und 5.1).

Wenn die Therapie mit einer dualen Blockade als absolut notwendig erachtet

wird, sollte dies nur unter Aufsicht eines Spezialisten und unter Durchführung

engmaschiger Kontrollen von Nierenfunktion, Elektrolytwerten und Blutdruck

erfolgen.

ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten sollten bei Patienten

mit diabetischer Nephropathie nicht gleichzeitig angewendet werden.

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel

oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Losartan AL nicht einnehmen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige

Wechselwirkungen

Die blutdrucksenkende Wirkung von Losartan kann durch andere

Antihypertonika verstärkt werden. Die gleichzeitige Anwendung mit anderen

Substanzen (wie trizyklische Antidepressiva, Antipsychotika, Baclofen,

Amifostin), die möglicherweise eine Hypotonie als Nebenwirkung induzieren,

kann das Risiko einer Hypotonie erhöhen.

Losartan wird überwiegend über Cytochrom P450 (CYP)2C9 zum aktiven

Carboxylsäuremetaboliten metabolisiert. In einer klinischen Studie wurde

berichtet, dass Fluconazol (ein CYP2C9-Hemmer) die Plasmakonzentration des

aktiven Metaboliten um ca. 50% verringert. Eine begleitende Behandlung von

Losartan mit Rifampicin (Induktor metabolischer Enzyme) führte zu einer

Reduktion der Plasmakonzentration des aktiven Metaboliten um 40%. Die

klinische Bedeutung dieses Effekts ist nicht bekannt. Bei einer begleitenden

Behandlung mit Fluvastatin (ein schwacher CYP2C9-Hemmer) wurde keine

Beeinflussung der Plasmakonzentration festgestellt.

Wie bei anderen Arzneimitteln, die Angiotensin II oder seine Wirkungen

hemmen, kann die gleichzeitige Gabe von Arzneimitteln, die Kalium sparen

(z.B. kaliumsparende Diuretika: Amilorid, Triamteren, Spironolacton), oder von

anderen Arzneimitteln, die den Serum-Kalium-Spiegel erhöhen können (z.B.

Heparin), oder von Kalium- oder kaliumhaltigen Salzergänzungsmitteln zu

einem Anstieg der Serum-Kalium-Konzentration führen. Eine Komedikation ist

nicht ratsam.

Bei gleichzeitiger Gabe von Lithium mit ACE-Hemmern wurde über reversible

Anstiege der Serum-Lithium-Konzentrationen und Toxizität berichtet. In sehr

seltenen Fällen wurde dies auch bei Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten

berichtet. Deshalb ist die gleichzeitige Gabe von Lithium und Losartan mit

Vorsicht durchzuführen. Falls diese Kombination notwendig ist, wird eine

Überwachung des Serum-Lithium-Spiegels während der gleichzeitigen

Anwendung empfohlen.

Wenn Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten und nichtsteroidale Antirheumatika

(NSAR; d.h. COX-2-Hemmer, Acetylsalicylsäure in antiinflammatorischer

Dosierung und nicht-selektive NSAR) gleichzeitig angewendet werden, kann die

antihypertensive Wirkung abgeschwächt werden. Die gleichzeitige Anwendung

von Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten oder Diuretika mit NSAR kann

besonders bei Patienten mit bestehender Einschränkung der Nierenfunktion zu

einem erhöhtem Risiko einer weiteren Verschlechterung der Nierenfunktion,

einschließlich eines möglichen akuten Nierenversagens und eines Anstiegs des

Serum-Kaliums führen.

Diese Kombinationen sollten besonders bei älteren Patienten mit Vorsicht

angewendet werden. Die Patienten sollten ausreichend hydriert sein. Eine

Überwachung der Nierenfunktion nach Beginn der Kombinationstherapie sowie

in regelmäßigen Zeitabständen danach sollte in Erwägung gezogen werden.

Daten aus klinischen Studien haben gezeigt, dass eine duale Blockade des

Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS) durch gleichzeitige Anwendung

von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren im

Vergleich zur Anwendung einer einzelnen Substanz, die auf das RAAS wirkt,

mit einer höheren Rate an unerwünschten Ereignissen wie Hypotonie,

Hyperkaliämie und einer Abnahme der Nierenfunktion (einschließlich eines

akuten Nierenversagens) einhergeht (siehe Abschnitte 4.3, 4.4 und 5.1).

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Die Anwendung von AIIRA wird im ersten Schwangerschaftstrimester nicht

empfohlen (siehe Abschnitt 4.4). Die Anwendung von AIIRA im zweiten und

dritten Schwangerschaftstrimester ist kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.3 und

4.4).

Es liegen keine endgültigen epidemiologischen Daten hinsichtlich eines

teratogenen Risikos nach Anwendung von ACE-Hemmern während des ersten

Schwangerschaftstrimesters vor; ein geringfügig erhöhtes Risiko kann jedoch

nicht ausgeschlossen werden. Auch wenn keine kontrollierten

epidemiologischen Daten zum Risiko von Angiotensin-II-Rezeptor-Hemmern

(AIIRA) vorliegen, so bestehen möglicherweise für diese Arzneimittelklasse

vergleichbare Risiken. Sofern ein Fortsetzen der AIIRA-Therapie nicht als

notwendig erachtet wird, sollten Patientinnen, die planen, schwanger zu

werden, auf eine alternative antihypertensive Therapie mit geeignetem

Sicherheitsprofil für Schwangere umgestellt werden. Wird eine

Schwangerschaft festgestellt, ist eine Behandlung mit AIIRA unverzüglich zu

beenden und, wenn erforderlich, eine alternative Therapie zu beginnen.

Es ist bekannt, dass eine Therapie mit AIIRA während des zweiten und dritten

Schwangerschaftstrimesters fetotoxische Effekte (verminderte Nierenfunktion,

Oligohydramnion, verzögerte Schädelossifikation) und neonatal-toxische

Effekte (Nierenversagen, Hypotonie, Hyperkaliämie) hat (siehe auch Abschnitt

5.3). Im Falle einer Exposition mit AIIRA ab dem zweiten

Schwangerschaftstrimester werden Ultraschalluntersuchungen der

Nierenfunktion und des Schädels empfohlen.

Säuglinge, deren Mütter AIIRA eingenommen haben, sollten häufig wiederholt

auf Hypotonie untersucht werden (siehe auch Abschnitte 4.3 und 4.4).

Stillzeit

Da keine Erkenntnisse zur Anwendung von Losartan in der Stillzeit vorliegen,

wird Losartan AL nicht empfohlen; eine alternative antihypertensive Therapie

mit einem besser geeigneten Sicherheitsprofil bei Anwendung in der Stillzeit ist

vorzuziehen, insbesondere, wenn Neugeborene oder Frühgeborene gestillt

werden.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und

die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt. Allerdings muss bei

aktiver Teilnahme am Straßenverkehr oder Bedienen von Maschinen zu

berücksichtigt werden, dass unter antihypertensiver Therapie gelegentlich

Schwindel oder Müdigkeit auftreten können, insbesondere bei

Behandlungsbeginn oder Dosiserhöhung.

4.8 Nebenwirkungen

Losartan wurde wie folgt in klinischen Studien untersucht:

in einer kontrollierten klinischen Studie mit >3.000 erwachsenen Patienten

ab 18 Jahren mit essenzieller Hypertonie,

in einer kontrollierten klinischen Studie mit 177 hypertonen pädiatrischen

Patienten zwischen 6 und 16 Jahren,

in einer kontrollierten klinischen Studie mit >9.000 hypertonen Patienten

zwischen 55 und 80 Jahren mit linksventrikulärer Hypertrophie (siehe LIFT-

Studie, Abschnitt 5.1),

in kontrollierten klinischen Studien mit >7.700 Patienten mit chronischer

Herzinsuffizienz (siehe ELITE-I, ELITE-II und HEAAL-Studie, Abschnitt 5.1),

in einer kontrollierten klinischen Studie mit >1.500 Patienten mit Typ-2-

Diabetes mellitus ab 31 Jahren mit Proteinurie (siehe RENAAL-Studie,

Abschnitt 5.1).)

In diesen klinischen Studien war die häufigste Nebenwirkung Schwindel.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten

zugrunde gelegt: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 bis <1/10), gelegentlich

(≥1/1.000 bis <1/100), selten (≥1/10.000 bis <1/1.000), sehr selten (<1/10.000),

nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht

abschätzbar).

Tabelle 1: Die Häufigkeit der Nebenwirkungen in placebo-kontrollierten

klinischen Studien und nach Markteinführung

Nebenwirkung

Häufigkeit der Nebenwirkungen nach Indikation

Andere

Hypertonie

Hypertoniepatie

nten mit

linksventrikulär

er Hypertrophie

Chronische

Herzinsuffizi

enz

Hyperto

nie und

Typ-2-

Diabetes

mellitus

mit

renaler

Beteiligu

ng

Erfahrungen

nach

Markteinführ

ung

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Anämie

häufig

nicht bekannt

Thrombozytope

nicht bekannt

Erkrankungen des Immunsystems

Überempfindlich

keit,

anaphylaktische

Reaktionen,

Angioödem*

und Vaskulitis**

selten

Psychiatrische Erkrankungen

Depression

nicht bekannt

Erkrankungen des Nervensystems

Schwindel

häufig

häufig

häufig

häufig

Somnolenz

gelegentlich

Kopfschmerzen

gelegentlich

gelegentlich

Schlafstörungen

gelegentlich

Parästhesien

selten

Migräne

nicht bekannt

Dysgeusie

nicht bekannt

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Vertigo

häufig

häufig

Tinnitus

nicht bekannt

Herzerkrankungen

Palpitationen

gelegentlich

Angina pectoris

gelegentlich

Synkope

selten

Vorhofflimmern

selten

Zerebraler

Insult

selten

Gefäßerkrankungen

(Orthostatische)

Hypotonie

(einschließlich

dosisabhängige

r Effekte°

gelegentlich

häufig

häufig

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Dyspnoe

gelegentlich

Husten

gelegentlich

nicht bekannt

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Bauchschmerze

gelegentlich

Obstipation

gelegentlich

Durchfall

gelegentlich

nicht bekannt

Übelkeit

gelegentlich

Erbrechen

gelegentlich

Leber- und Gallenerkrankungen

Pankreatitis

nicht bekannt

Hepatitis

selten

Leberfunktionss

törungen

nicht bekannt

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Urtikaria

gelegentlich

nicht bekannt

Pruritus

gelegentlich

nicht bekannt

Hautausschlag

gelegentlich

gelegentlich

nicht bekannt

Photosensitivitä

nicht bekannt

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Myalgie

nicht bekannt

Arthralgie

nicht bekannt

Rhabdomyolyse

nicht bekannt

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Nierenfunktions

störungen

häufig

Nierenversagen

häufig

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Erektile

Dysfunktion /

Impotenz

nicht bekannt

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Asthenie

gelegentlich

häufig

gelegentlich

häufig

Müdigkeit

gelegentlich

häufig

gelegentlich

häufig

Ödeme

gelegentlich

Unwohlsein

nicht bekannt

Untersuchungen

Hyperkaliämie

häufig

gelegentlich

häufig

Anstieg der

Alaninaminotran

sferase (ALT)

selten

Erhöhungen

des Harnstoffs

im Blut, des

häufig

Serum-

Kreatinins und

des Serum-

Kaliums

Hyponatriämie

nicht bekannt

Hypoglykämie

häufig

Einschließlich Schwellung von Larynx, Glottis, Gesicht, Lippen, Pharynx und/oder Zunge (mit

nachfolgender Atemwegsobstruktion); bei einigen dieser Patienten wurde über ein

Angioödem in der Vorgeschichte in Verbindung mit der Gabe anderer Arzneimittel

einschließlich ACE-Hemmern berichtet.

** Einschließlich Purpura Schoenlein-Henoch.

Besonders bei Patienten mit intravasalem Flüssigkeitsverlust, z.B. Patienten mit schwerer

Herzinsuffizienz oder unter Behandlung mit hoch dosierten Diuretika.

Häufig bei Patienten, die 150 mg Losartan anstatt 50 mg Losartan bekamen.

In einer klinischen Studie, die mit Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus und einer

Nephropathie durchgeführt wurde, entwickelten 9,9 % der mit Losartan-Tabletten

behandelten Patienten und 3,4 % der Patienten unter Plazebo eine Hyperkaliämie >5,5

mmol/l.

Dieser war nach Absetzen der Therapie gewöhnlich reversibel.

Folgende Nebenwirkungen traten bei Patienten unter Losartan häufiger auf als

unter Plazebo (Häufigkeit nicht bekannt):

Rückenschmerzen, Harnwegsinfektionen und grippeähnliche Symptome.

Erkrankungen der Nieren und der Harnwege

Als Folge einer Hemmung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems wurden

bei Risikopatienten Nierenfunktionsstörungen einschließlich Nierenversagen

berichtet, die nach Absetzen der Behandlung reversibel sein können (siehe

Abschnitt 4.4).

Kinder und Jugendliche

Das Nebenwirkungsprofil bei Kindern scheint jenem von Erwachsenen ähnlich

zu sein. Die Daten zur pädiatrischen Population sind begrenzt.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von

großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des

Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von

Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Symptome einer Überdosierung

Bisher liegen begrenzte Erfahrungen mit Überdosierungen beim Menschen vor.

Die wahrscheinlichsten Anzeichen einer Überdosierung sind Blutdruckabfall und

Tachykardie. Durch parasympathische (vagale) Stimulation kann eine

Bradykardie auftreten.

Therapie einer Überdosierung

Wenn eine symptomatische Hypotonie auftritt, sollten unterstützende

Maßnahmen eingeleitet werden. Die Therapiemaßnahmen richten sich nach

dem Zeitpunkt der Einnahme und Art und Schwere der Symptome. Die

Wiederherstellung stabiler Herzkreislaufverhältnisse sollte im Vordergrund

stehen. Nach oraler Aufnahme ist die Gabe ausreichender Mengen von

Aktivkohle indiziert. Anschließend müssen die Vitalparameter überwacht und

Abweichungen ggf. korrigiert werden. Weder Losartan noch der aktive Metabolit

können durch Hämodialyse entfernt werden.

5. Pharmakologische Eigenschaften

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Angiotensin-II-Antagonisten, rein

ATC-Code: C09CA01

Losartan ist ein synthetisch hergestellter oraler Angiotensin-II-Rezeptor (Typ

)-Antagonist. Angiotensin II, ein potenter Vasokonstriktor, ist das primär

aktive Hormon des Renin-Angiotensin-Systems und eine wichtige Determinante

der Pathophysiologie der Hypertonie. Angiotensin II bindet an den AT

Rezeptor, der in vielen Geweben zu finden ist (z.B. glatte Gefäßmuskulatur,

Nebenniere, Nieren, Herz), und ruft wichtige biologische Wirkungen hervor, wie

beispielsweise Vasokonstriktion und Freisetzung von Aldosteron. Angiotensin II

stimuliert auch die Proliferation glatter Muskelzellen.

Losartan blockiert selektiv den AT

-Rezeptor. In vitro und in vivo hemmen

Losartan und sein pharmakologisch aktiver Carboxylsäure-Metabolit E-3174

alle physiologisch relevanten Wirkungen von Angiotensin II, unabhängig von

dessen Herkunft oder vom Weg seiner Entstehung.

Eine agonistische Wirkung besitzt Losartan nicht, auch erfolgt keine

Blockierung anderer Hormonrezeptoren oder Ionenkanäle, die bei der

kardiovaskulären Regulation von Bedeutung sind. Losartan hemmt auch nicht

ACE (= Kininase II), das Enzym, welches Bradykinin abbaut. Somit kommt es

nicht zu einer Verstärkung bradykininvermittelter unerwünschter Wirkungen.

Während der Gabe von Losartan führt der Wegfall der negativen Rückkopplung

von Angiotensin II auf die Reninbildung zum Anstieg der Plasma-Renin-Aktivität

(PRA). Ein Anstieg der PRA führt zum Anstieg von Angiotensin II im Plasma.

Trotz dieses Anstiegs bleiben die antihypertensive Wirkung und die

Suppression der Plasma-Aldosteron-Konzentration erhalten, was auf eine

effektive Angiotensin-II-Rezeptor-Blockade hinweist. Nach Absetzen von

Losartan sanken die PRA- und Angiotensin-II-Werte binnen 3 Tagen auf die

Ausgangswerte.

Sowohl Losartan als auch sein aktiver Hauptmetabolit haben eine viel größere

Affinität für den AT

-Rezeptor als für den AT

-Rezeptor. Der aktive Metabolit ist

10- bis 40-fach wirksamer auf Gewichtsbasis als Losartan.

Hypertoniestudien

In kontrollierten klinischen Studien reduzierte die 1-mal tägliche Gabe von

Losartan bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer essenzieller Hypertonie

statistisch signifikant den systolischen und diastolischen Blutdruck. Messungen

der Blutdruckwerte 24 Stunden nach der Einnahme im Vergleich zu 5 - 6

Stunden nach der Einnahme zeigten eine Blutdrucksenkung über 24 Stunden;

der zirkadiane Rhythmus blieb erhalten. Die Blutdrucksenkung am Ende des

Dosierungsintervalls betrug etwa 70 bis 80% des Effekts, der 5 - 6 Stunden

nach der Gabe zu sehen war.

Absetzen von Losartan führte bei Hypertonikern nicht zu einem abrupten

Blutdruckanstieg (Rebound). Trotz der deutlichen Blutdrucksenkung zeigte

Losartan keine klinisch signifikanten Auswirkungen auf die Herzfrequenz.

Losartan ist bei Männern ebenso wirksam wie bei Frauen, bei jüngeren

Hypertonikern (unter 65 Jahren) ebenso wie bei älteren.

LIFE-Studie

Die Losartan-Interventionsstudie zur Endpunktreduktion bei Hypertonie

(Losartan Intervention For Endpoint Reduction in Hypertension, LIFE) war eine

randomisierte, 3-fach verblindete und aktiv kontrollierte Studie mit 9.193

Hypertonikern zwischen 55 und 80 Jahren mit EKG-dokumentierter

linksventrikulärer Hypertrophie. Die Patienten erhielten zu Beginn randomisiert

entweder Losartan 50 mg oder Atenolol 50 mg 1-mal täglich. Wenn der

Zielblutdruck (<140/90 mmHg) nicht erreicht wurde, wurde zunächst

Hydrochlorothiazid (12,5 mg) zugegeben und dann gegebenenfalls die

Losartan- oder Atenolol-Dosis auf 100 mg 1-mal täglich erhöht. Falls notwendig,

wurden andere Antihypertonika (nicht jedoch ACE-Hemmer, Angiotensin-II-

Rezeptor-Antagonisten oder Betarezeptorenblocker) in beiden Gruppen

zusätzlich gegeben, um das Ziel einer vergleichbaren Erniedrigung des

Blutdrucks in beiden Gruppen zu erreichen.

Die mittlere Beobachtungsdauer betrug 4,8 Jahre.

Der primäre Endpunkt war die Kombination aus kardiovaskulärer Morbidität und

Mortalität gemessen als Reduktion der kombinierten Inzidenz von

kardiovaskulärem Tod, Schlaganfall und Myokardinfarkt. In beiden

Behandlungsgruppen kam es zu einer signifikanten, vergleichbaren

Erniedrigung des Blutdrucks. Die Behandlung mit Losartan führte im Vergleich

zu Atenolol zu einer Risikoreduktion um 13,0% (p = 0,021, 95%

Konfidenzintervall 0,77 - 0,98) in Bezug auf den primären zusammengesetzten

Endpunkt. Dies war hauptsächlich auf die Senkung der Schlaganfallsrate

zurückzuführen. Die Behandlung mit Losartan senkte das relative Risiko für

einen Schlaganfall um 25% (p = 0,001, 95% Konfidenzintervall 0,63 - 0,89) im

Vergleich zu Atenolol. Die Rate der Inzidenz kardiovaskulärer Todesfälle und

Myokardinfarkte unterschied sich nicht signifikant zwischen den

Behandlungsgruppen.

Ethnische Zugehörigkeit

In der LIFE-Studie hatten die mit Losartan behandelten Patienten schwarzer

Hautfarbe ein höheres Risiko, den primären zusammengesetzten Endpunkt,

d.h. ein kardiovaskuläres Ereignis (z.B. Herzinfarkt, kardiovaskulärer Tod) und

insbesondere Schlaganfall zu erleiden, als die mit Atenolol behandelten

Patienten schwarzer Hautfarbe. Daher treffen die in der LIFE-Studie

beobachteten Ergebnisse von Losartan im Vergleich zu Atenolol bezüglich

kardiovaskulärer Morbidität/Mortalität nicht für Patienten mit schwarzer

Hautfarbe zu, die an Bluthochdruck und linksventrikulärer Hypertrophie leiden.

RENAAL-Studie

Die RENAAL-Studie (Reduction of Endpoints in NIDDM [Non Insulin Dependent

Diabetes Mellitus] with the Angiotensin II-Receptor Antagonist Losartan) war

eine kontrollierte, weltweit durchgeführte klinische Studie mit 1.513 Patienten

mit Typ 2 Diabetes mellitus und Proteinurie, mit oder ohne Hypertonie. 751

Patienten erhielten Losartan.

Ziel der Studie war es, die über den Nutzen einer Blutdrucksenkung

hinausgehende nephroprotektive Wirkung von Losartan-Kalium zu zeigen.

Patienten mit Proteinurie und einem Serum-Kreatinin von 1,3 - 3,0 mg/dl

wurden auf der Basis einer konventionellen antihypertensiven Therapie unter

Ausschluss von ACE-Hemmern und Angiotensin-II-Antagonisten randomisiert

und entweder mit Losartan 50 mg einmal täglich, das abhängig von der

Blutdrucksenkung titriert wurde, oder mit Plazebo behandelt. Die Prüfärzte

wurden angehalten, gegebenenfalls auf 100 mg täglich zu titrieren; 72% der

Patienten nahmen die meiste Zeit die Tagesdosis 100 mg. Andere

Antihypertonika (Diuretika, Kalziumantagonisten, Alpha- oder

Betarezeptorenblocker sowie zentral wirksame Antihypertonika) konnten in

beiden Gruppen je nach Bedarf zusätzlich gegeben werden. Die Patienten

wurden bis zu 4,6 Jahren beobachtet (Mittelwert 3,4 Jahre). Der primäre

Endpunkt der Studie war ein zusammengesetzter Endpunkt aus Verdoppelung

des Serum-Kreatinins, terminaler Niereninsuffizienz (Dialysepflicht oder

Transplantation) oder Tod.

Die Ergebnisse zeigten, dass die Behandlung mit Losartan (327 Ereignisse) im

Vergleich zu Plazebo (359 Ereignisse) für die Patienten zu einer

Risikoreduktion von 16,1% (p = 0,022) führte, den primären

zusammengesetzten Endpunkt zu erreichen. Für die folgenden einzelnen und

kombinierten Komponenten des primären Endpunkts ergab sich bei den mit

Losartan behandelten Patienten eine signifikante Risikoreduktion: 25,3%

Risikoreduktion für die Verdoppelung des Serum-Kreatinins (p = 0,006); 28,6%

Risikoreduktion für die terminale Niereninsuffizienz (p = 0,002); 19,9%

Risikoreduktion für die terminale Niereninsuffizienz oder Tod (p = 0,009); 21,0%

Risikoreduktion für eine Verdoppelung des Serum-Kreatinins oder terminale

Niereninsuffizienz ( p = 0,01). Die Rate der Gesamttodesfälle war zwischen

beiden Behandlungsgruppen nicht signifikant unterschiedlich. In dieser Studie

wurde Losartan im Allgemeinen gut vertragen, wie die Rate von

Therapieabbrüchen aufgrund von Nebenwirkungen im Vergleich zur

Plazebogruppe belegte.

HEAAL-Studie

Die „Heart Failure Endpoint Evaluation of Angiotensin II Antagonist Losartan“

(HEAAL)-Studie war eine weltweit durchgeführte kontrollierte, klinische Studie

mit 3.834 Patienten zwischen 18 und 98 Jahren mit Herzinsuffizienz (NYHA-

Klassen II – IV), die eine Intoleranz gegenüber ACE-Hemmern aufwiesen. Die

Patienten bekamen zusätzlich zu einer konventionellen Basistherapie unter

Ausschluss von ACE-Hemmern randomisiert entweder 50 mg Losartan

einmal/Tag oder 150 mg Losartan einmal/Tag.

Die Patienten wurden über 4 Jahre (Mittelwert [Median] 4,7 Jahre) beobachtet.

Der primäre Endpunkt der Studie war ein kombinierter Endpunkt aus

Gesamtmortalität oder Hospitalisierungen aufgrund von Herzinsuffizienz.

Die Ergebnisse zeigten, dass eine Behandlung mit 150 mg Losartan (828

Ereignisse) im Vergleich zu 50 mg Losartan (889 Ereignisse) zu einer

Risikoreduktion von 10,1% (p = 0,027, 95% Konfidenzintervall 0,82 – 0,99)

führte, hinsichtlich der Anzahl der Patienten, die den primären kombinierten

Endpunkt erreichten. Dies war hauptsächlich auf eine Verringerung der

Häufigkeit der Krankenhauseinweisungen aufgrund von Herzinsuffizienz

zurückzuführen. Im Vergleich zu 50 mg Losartan reduzierte die Behandlung mit

150 mg Losartan das Risiko für Krankenhauseinweisungen um 13,5% (p =

0,025, 95% Konfidenzintervall 0,76 – 0,98). Die Gesamtmortalitätsrate war

zwischen beiden Behandlungsgruppen nicht signifikant unterschiedlich.

Niereninsuffizienz, Hypotonie und Hyperkaliämie traten in der Gruppe unter 150

mg Losartan häufiger auf als in der Gruppe unter 50 mg, jedoch führten diese

unerwünschten Ereignisse in der Gruppe unter 150 mg nicht signifikant häufiger

zu einem Therapieabbruch.

ELITE-I- und ELITE-II-Studie

In der ELITE-Studie über 48 Wochen bei 722 Patienten mit Herzinsuffizienz

(NYHA-Klasse II - IV) wurde kein Unterschied hinsichtlich des primären

Endpunkts einer langfristigen Änderung der Nierenfunktion zwischen den mit

Losartan und den mit Captopril behandelten Patienten beobachtet. Die

Beobachtung der ELITE-Studie, dass Losartan das Mortalitätsrisiko im

Vergleich zu Captopril verringerte, wurde in der anschließenden ELITE-II-

Studie, die nachfolgend beschrieben wird, nicht bestätigt.

In der ELITE-II-Studie wurde Losartan 50 mg 1-mal täglich (Anfangsdosis 12,5

mg, erhöht auf 25 mg, dann 50 mg 1-mal täglich) mit Captopril 50 mg 3-mal

täglich (Anfangsdosis 12,5 mg, erhöht auf 25 mg, dann auf 50 mg 3-mal täglich)

verglichen. Der primäre Endpunkt dieser prospektiven Studie war die

Gesamtmortalität.

In dieser Studie wurden 3.152 Patienten mit Herzinsuffizienz (NYHA-Klasse II -

IV) fast 2 Jahre beobachtet (Median: 1,5 Jahre), um festzustellen, ob Losartan

Captopril bei der Senkung der Gesamtmortalität überlegen ist. Der primäre

Endpunkt zeigte keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen Losartan

und Captopril bei der Senkung der Gesamtmortalität.

In beiden Wirkstoff-kontrollierten klinischen Studien (nicht Plazebo-kontrolliert)

an Patienten mit Herzinsuffizienz war die Verträglichkeit von Losartan jener von

Captopril überlegen, gemessen anhand einer signifikant geringeren

Therapieabbruchrate aufgrund unerwünschter Wirkungen und einer signifikant

geringeren Hustenhäufigkeit.

In der ELITE-II-Studie wurde in der kleinen Subgruppe (22% aller HI-Patienten)

unter Betarezeptorenblockern bei Behandlungsbeginn eine erhöhte Mortalität

beobachtet.

In zwei großen randomisierten, kontrollierten Studien („ONTARGET” [ONgoing

Telmisartan Alone and in combination with Ramipril Global Endpoint Trial] und

„VA NEPHRON-D” [The Veterans Affairs Nephropathy in Diabetes]) wurde die

gleichzeitige Anwendung eines ACE-Hemmers mit einem Angiotensin-II-

Rezeptor-Antagonisten untersucht.

Die „ONTARGET“–Studie wurde bei Patienten mit einer kardiovaskulären oder

einer zerebrovaskulären Erkrankung in der Vorgeschichte oder mit Diabetes

mellitus Typ 2 mit nachgewiesenen Endorganschäden durchgeführt. Die „VA

NEPHRON-D“-Studie wurde bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 und

diabetischer Nephropathie durchgeführt.

Diese Studien zeigten keinen signifikanten vorteilhaften Effekt auf renale

und/oder kardiovaskuläre Endpunkte und Mortalität, während ein höheres

Risiko für Hyperkaliämie, akute Nierenschädigung und/oder Hypotonie im

Vergleich zur Monotherapie beobachtet wurde. Aufgrund vergleichbarer

pharmakodynamischer Eigenschaften sind diese Ergebnisse auch auf andere

ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten übertragbar.

Aus diesem Grund sollten ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-

Antagonisten bei Patienten mit diabetischer Nephropathie nicht gleichzeitig

angewendet werden.

In der „ALTITUDE“-Studie (Aliskiren Trial in Type 2 Diabetes Using

Cardiovascular and Renal Disease Endpoints) wurde untersucht, ob die

Anwendung von Aliskiren zusätzlich zu einer Standardtherapie mit einem ACE-

Hemmer oder Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten bei Patienten mit Diabetes

mellitus Typ 2 sowie chronischer Nierenerkrankung und/oder kardiovaskulärer

Erkrankung einen Zusatznutzen hat. Die Studie wurde wegen eines erhöhten

Risikos unerwünschter Ereignisse vorzeitig beendet. Sowohl kardiovaskuläre

Todesfälle als auch Schlaganfälle traten in der Aliskiren-Gruppe numerisch

häufiger auf als in der Placebo-Gruppe, ebenso unerwünschte Ereignisse und

besondere schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (Hyperkaliämie,

Hypotonie, Nierenfunktionsstörung).

Hypertonie bei Kindern

Die antihypertensive Wirkung von Losartan wurde in einer klinischen Studie mit

177 hypertonen Kindern zwischen 6 - 16 Jahren mit einem Körpergewicht über

20 kg und einer glomerulären Filtrationsrate >30 ml/min/1,73 m² untersucht.

Patienten mit einem Körpergewicht zwischen 20 kg und 50 kg erhielten täglich

entweder 2,5 mg, 25 mg oder 50 mg Losartan. Patienten mit einem

Körpergewicht über 50 kg erhielten täglich entweder 5 mg, 50 mg oder 100 mg

Losartan. Am Ende der 3. Woche kam es durch die 1-mal tägliche Losartan-

Gabe zu einer dosisabhängigen Senkung des Blutdruckwertes am Ende des

Dosierungsintervalls.

Insgesamt gesehen zeigte sich eine Dosis-Wirkungs-Beziehung. Die Dosis-

Wirkungs-Beziehung war im Vergleich der Gruppe mit der niedrigen Dosis zu

der mit der mittleren Dosis (Studienabschnitt I: -6,2 mmHg vs. -11,65 mmHg)

sehr offensichtlich, schwächte sich aber im Vergleich der Gruppe mit der

mittleren Dosis zu der mit der hohen Dosis (Studienabschnitt I: -11,65 mmHg

vs.-12,21 mmHg) ab. Die niedrigsten in den Studien untersuchten Dosen von

2,5 mg und 5 mg, entsprechend einer durchschnittlichen Tagesdosis von 0,07

mg/kg, zeigten offenbar keine konsistente antihypertensive Wirkung. Diese

Ergebnisse wurden im Abschnitt II der Studie, in die die Patienten nach 3

Behandlungswochen zur Weiterführung der Therapie mit Losartan- oder

Plazebo randomisiert wurden, bestätigt. Der Unterschied im Blutdruckanstieg im

Vergleich zu Plazebo war in der mittleren Dosierungsgruppe am größten (6,70

mmHg bei mittlerer Dosis vs. 5,38 mmHg bei hoher Dosis). Der Anstieg des

diastolischen Blutdruckwerts am Ende des Dosierungsintervalls war in der

Patientengruppe unter Plazebo und bei Patienten unter der niedrigsten

Losartan-Dosis in jeder Gruppe gleich. Dies zeigt ebenfalls, dass die niedrigste

Dosis in allen Gruppen keine signifikante antihypertensive Wirkung hatte.

Langzeitwirkungen von Losartan auf Wachstum, Pubertät und allgemeine

Entwicklung wurden nicht untersucht. Die Langzeitwirksamkeit der

antihypertensiven Therapie mit Losartan in der Kindheit auf die Senkung der

kardiovaskulären Morbidität und Mortalität wurde ebenfalls nicht untersucht.

Die Wirkung von Losartan auf eine Proteinurie wurde bei hypertonen (n = 60)

und normotonen (n = 246) Kindern mit einer Proteinurie in einer 12-wöchigen,

plazebo- und aktiv-kontrollierten (Amlodipin) klinischen Studie bestimmt. Eine

Proteinurie wurde definiert als Verhältnis von Protein/Kreatinin ≥0,3 im Urin. Die

hypertonen Patienten (im Alter von 6 bis 18 Jahren) wurden randomisiert

entweder auf Losartan (n = 30) oder Amlodipin (n = 30) eingestellt. Die

normotonen Patienten (zwischen 1 und 18 Jahren) wurden randomisiert

entweder auf Losartan (n = 122) oder Plazebo (n = 124) eingestellt. Losartan

wurde in Dosierungen von 0,7 mg/kg bis 1,4 mg/kg (bis zu einer Maximaldosis

von 100 mg/Tag) gegeben. Amlodipin wurde in Dosierungen von 0,05 mg/kg bis

0,2 mg/kg (bis zu einer Maximaldosis von 5 mg/Tag) gegeben.

Insgesamt kam es bei den auf Losartan eingestellten Patienten nach 12-

wöchiger Behandlung zu einer statistisch signifikanten Reduktion der

Proteinurie von 36% bezogen auf den Ausgangswert versus einer 1%igen

Zunahme in der Plazebo-/Amlodipingruppe (p ≤0,001). Bei den auf Losartan

eingestellten hypertonen Patienten kam es zu einer Reduktion der Proteinurie

von -41,5% vom Ausgangswert (95% CI -29,9; -51,1) versus +2,4% (95 % CI -

22,2; 14,1) in der Amlodipingruppe. Die Abnahme sowohl des systolischen als

auch des diastolischen Blutdrucks war in der Losartangruppe (-5,5/-3,8 mmHg)

im Vergleich zu der Amlodipingruppe (-0,1/+0,8 mmHg) stärker. Bei normotonen

Kindern wurde in der Losartangruppe eine geringfügige Abnahme des

Blutdrucks (-3,7/-3,4 mmHg) im Vergleich zu Plazebo festgestellt. Eine

signifikante Korrelation zwischen der Abnahme der Proteinurie und der

Abnahme des Blutdrucks wurde nicht beobachtet; es ist jedoch möglich, dass

die Abnahme des Blutdrucks teilweise für den Rückgang der Proteinurie in der

mit Losartan behandelten Gruppe verantwortlich war.

Die Langzeitwirkungen von Losartan bei Kindern mit Proteinurie wurden bis zu

3 Jahre in der offenen Sicherheits-Verlängerungsphase derselben Studie

untersucht, in die alle Patienten eingeladen wurden, welche die 12-wöchige

Behandlung der Basisstudie beendet hatten. Insgesamt nahmen 268 Patienten

an der offenen Verlängerungsphase teil und wurden erneut zu Losartan (n =

134) oder Enalapril (n = 134) randomisiert. 109 Patienten wurden mehr als 3

Jahre behandelt und nachbeobachtet (vorab definierte Beendigung der Studie

bei Abschluss der 3-jährigen Verlängerungsphase durch mehr als 100

Patienten). Die Dosierungen von Losartan betrugen nach Ermessen der

Prüfärzte 0,30 - 4,42 mg/kg/Tag, die von Enalapril 0,02 - 1,13 mg/kg/Tag. Die

Tageshöchstdosen von 50 mg für ein Körpergewicht <50 kg und 100 mg für ein

Körpergewicht >50 kg wurden bei den meisten Patienten während der

Verlängerungsphase der Studie nicht überschritten.

Insgesamt zeigten die Daten der Sicherheits-Verlängerungsphase, dass

Losartan gut vertragen wurde und über 3 Jahre lang zu anhaltenden

Reduktionen der Proteinurie ohne nennenswerte Veränderung der glomerulären

Filtrationsrate (GFR) führte. Bei normotonen Patienten (n = 205) hatte Enalapril

eine numerisch größere Wirkung auf die Proteinurie als Losartan (-33,0%

[95%CI -47,2;-15,0] vs. -16,6% [95%CI -34,9; 6.8]) und GFR (9,4 [95% CI 0,4;

18,4]) vs. -4,0 [95%CI -13,1; 5,0) ml/min/1,73 m

]). Bei hypertonen Patienten (n

= 49) hatte Losartan eine numerisch größere Wirkung auf die Proteinurie (-

44,5% [95% CI -64,8; -12,4] vs. -39,5% [95%CI -62,5; -2,2]) und GFR (18,9

(95%CI 5,2; 32,5) vs. -13,4 [95%CI -27,3; 0,6] ml/min/1,73 m

Eine unverblindete klinische Dosisfindungsstudie diente zur Bewertung der

Sicherheit und Wirksamkeit von Losartan bei Kindern von 6 Monaten bis 6

Jahren mit Hypertonie. Insgesamt wurden 101 Patienten randomisiert und

sollten unverblindet Losartan in einer von drei verschiedenen

Anfangsdosierungen erhalten: eine niedrige Dosis von 0,1 mg/kg/Tag (n = 33),

eine mittlere Dosis von 0,3 mg/kg/Tag (n = 34) oder eine hohe Dosis von 0,7

mg/kg/Tag (n = 34). Darunter waren 27 Kleinstkinder im Alter von 6 bis 23

Monaten. Die Studienmedikation wurde in den Wochen 3, 6 und 9 auf die

nächste Stufe erhöht, wenn die Patienten ihren Blutdruck-Zielwert nicht

erreichten und noch nicht die Höchstdosis (1,4 mg/kg/Tag, wobei 100 mg/Tag

nicht überschritten werden durften) von Losartan erhalten hatten.

Von den 99 Patienten unter Studienmedikation nahmen 90 (90,9%) Patienten

an der Verlängerungsphase teil, in der alle 3 Monate Visiten zur

Nachbeobachtung stattfanden. Die mittlere Therapiedauer betrug 264 Tage.

Insgesamt kam es in allen Behandlungsgruppen zu einer ähnlichen mittleren

Blutdrucksenkung vom Ausgangswert (Veränderung vom Ausgangswert in

Woche 3 für den systolischen Blutdruckwert: -7,3 mmHg für die niedrige Dosis,

-7,6 mmHg für die mittlere Dosis und -6,7 mmHg für die hohe Dosis;

Veränderung vom Ausgangswert in Woche 3 für den diastolischen

Blutdruckwert: -8,2 mmHg für die niedrige Dosis, -5,1 mmHg für die mittlere

Dosis und -6,7 mmHg für die hohe Dosis); allerdings gab es keine statistisch

signifikante Dosis-Wirkungsbeziehung für das Ansprechen sowohl beim

systolischen als auch beim diastolischen Blutdruckwert.

Losartan in Dosierungen bis zu 1,4 mg/kg wurde bei Kindern mit Hypertonie im

Alter von 6 Monaten bis zu 6 Jahren im Laufe der 12-wöchigen Therapie im

Allgemeinen gut vertragen. Das Sicherheitsprofil erschien insgesamt zwischen

den Behandlungsgruppen ähnlich zu sein.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Nach oraler Einnahme wird Losartan gut resorbiert und unterliegt einem First-

Pass-Metabolismus. Es werden ein aktiver Carboxylsäure-Metabolit und weitere

inaktive Metaboliten gebildet. Die systemische Bioverfügbarkeit von Losartan

Filmtabletten beträgt ca. 33%. Mittlere maximale Plasmakonzentrationen von

Losartan werden in 1 Stunde, des aktiven Metaboliten in 3 - 4 Stunden erreicht.

Verteilung

Losartan und sein aktiver Metabolit sind zu ≥99% eiweißgebunden, primär an

Albumin. Das Verteilungsvolumen von Losartan beträgt 34 Liter.

Biotransformation

Etwa 14% von intravenös oder oral verabreichtem Losartan werden zu seinem

aktiven Metaboliten umgewandelt. Die Untersuchungen mit

C-markiertem

Losartan zeigten nach oraler und intravenöser Gabe, dass die Radioaktivität im

Plasma vorwiegend Losartan und seinem aktiven Metaboliten zuzuschreiben

ist. Bei etwa 1% der Probanden war eine geringe Konversion von Losartan in

seinen aktiven Metaboliten festzustellen.

Zusätzlich zum aktiven Metaboliten werden inaktive Metaboliten gebildet.

Elimination

Die Plasma-Clearance von Losartan bzw. seines aktiven Metaboliten beträgt

etwa 600 ml/min bzw. 50 ml/min. Die Werte für die renale Clearance liegen bei

etwa 74 ml/min (Losartan) und 26 ml/min (aktiver Metabolit). Nach oraler

Einnahme werden etwa 4% der Dosis unverändert mit dem Urin

ausgeschieden, etwa 6% der Dosis erscheinen im Urin als aktiver Metabolit. Bis

zu oralen Dosen von 200 mg Losartan-Kalium pro Tag ist die Pharmakokinetik

von Losartan und dem aktiven Metaboliten linear.

Nach oraler Einnahme verlaufen die Plasmakonzentrationen von Losartan und

seines aktiven Metaboliten polyexponentiell mit einer terminalen Halbwertszeit

von ca. 2 Stunden bzw. 6 - 9 Stunden. Bei einer Dosierung mit 100 mg 1-mal

täglich akkumulieren weder Losartan noch sein aktiver Metabolit signifikant im

Plasma.

Die Ausscheidung von Losartan und seinen Metaboliten erfolgt biliär und renal.

Nach oraler/intravenöser Gabe von

C-markiertem Losartan werden beim

Menschen etwa 35%/43% der Radioaktivität im Urin und 58%/50% in den

Faeces gefunden.

Besondere Patientengruppen

Bei älteren Hypertonikern waren die Plasmakonzentrationen von Losartan und

seines aktiven Metaboliten nicht wesentlich unterschiedlich zu jenen, die bei

jungen Hypertonikern beobachtet wurden.

Bei Frauen mit Hypertonie waren die Plasmaspiegel von Losartan bis zu 2-fach

höher als bei Männern mit Hypertonie, während die Plasmaspiegel des aktiven

Metaboliten bei Männern und Frauen nicht unterschiedlich waren.

Bei Patienten mit leichter bis mäßiger alkoholinduzierter Leberzirrhose waren

die Plasmaspiegel von Losartan und seines aktiven Metaboliten nach oraler

Gabe 5-fach bzw. 1,7-fach höher als bei jungen männlichen Probanden (siehe

Abschnitte 4.2 und 4.4).

Die Plasmakonzentrationen von Losartan sind bei Patienten mit einer Kreatinin-

Clearance über 10 ml/min unverändert. Im Vergleich zu Patienten mit normaler

Nierenfunktion ist bei Dialysepatienten die AUC für Losartan etwa 2-fach höher.

Die Plasmakonzentrationen des aktiven Metaboliten sind bei Patienten mit

Nierenfunktionseinschränkung ebenso wie bei Dialysepatienten unverändert.

Weder Losartan noch der aktive Metabolit können durch Hämodialyse entfernt

werden.

Pharmakokinetik bei pädiatrischen Patienten

Die Pharmakokinetik von Losartan wurde bei 50 hypertensiven Kindern im Alter

zwischen >1 Monat und <16 Jahren untersucht. Es wurde eine tägliche Dosis

von 0,54 - 0,77 mg Losartan/kg KG gegeben (mittlere Dosen).

Die Ergebnisse zeigten, dass der aktive Metabolit von Losartan in allen

Altersgruppen gebildet wird. Die Ergebnisse zeigten für Losartan nach oraler

Einnahme ungefähr ähnliche pharmakokinetische Parameter bei Säuglingen,

Kleinkindern, Vorschulkindern, Schulkindern und Jugendlichen. Die

pharmakokinetischen Parameter des Metaboliten unterschieden sich zwischen

den Altersgruppen in einem größeren Ausmaß. Diese Unterschiede waren im

Vergleich von Vorschulkindern mit Jugendlichen statistisch signifikant. Die

Exposition bei Säuglingen/Kleinkindern war vergleichsweise hoch.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Die präklinischen Studien, einschließlich konventioneller Studien zur

allgemeinen Pharmakologie, zur Genotoxizität und zum kanzerogenen

Potenzial lassen keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen. In

Studien zur Toxizität nach wiederholter Gabe induzierte die Verabreichung von

Losartan eine Abnahme der roten Blutzellparameter (Erythrozyten, Hämoglobin,

Hämatokrit), einen Anstieg des Harnstoff-Stickstoff im Serum sowie

gelegentliche Erhöhungen des Serumkreatinins, eine Abnahme im Herzgewicht

(ohne histologisches Korrelat) und gastrointestinale Veränderungen

(Schleimhautläsionen, Ulzera, Erosionen, Hämorrhagien). Wie bei anderen

Substanzen, die das Renin-Angiotension-System beeinflussen, wurde bei

Losartan die Induktion von unerwünschten Wirkungen auf die späte fetale

Entwicklung, die zu fetalem Tod und Missbildungen führen, gezeigt.

6. Pharmazeutische Angaben

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern:

Mikrokristalline Cellulose, Lactose-Monohydrat, Magnesiumstearat (Ph. Eur.)

[pflanzlich], Hochdisperses Siliciumdioxid, vorverkleisterte Stärke (Mais).

Filmüberzug:

Carnaubawachs, Hypromellose, Macrogol 400, Titandioxid (E171).

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

4 Jahre.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über + 30 °C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

PVC/PVDC-Blister mit Aluminiumfolie

Losartan AL 50 mg Filmtabletten

Originalpackung mit 28, 56 und 98 Filmtabletten

Losartan AL 100 mg Filmtabletten

Originalpackung mit 56 und 98 Filmtabletten

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den

nationalen Anforderungen zu beseitigen.

7. Inhaber der Zulassung

ALIUD PHARMA

GmbH

Gottlieb-Daimler-Straße 19

D-89150 Laichingen

Telefon: 07333 9651-0

Telefax: 07333 9651-6004

info@aliud.de

8. Zulassungsnummern

66297.00.00

66298.00.00

9. Datum der Erteilung der Zulassung/Verlängerung der Zulassung

27.06.2008 / 11.11.2013

10. Stand der Information

September 2014

11. Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

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