Losartan Actavis 12.5 mg Filmtabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

11-09-2017

Fachinformation Fachinformation (SPC)

11-09-2017

Wirkstoff:
losartanum kalicum
Verfügbar ab:
Actavis Switzerland AG
ATC-Code:
C09CA01
INN (Internationale Bezeichnung):
losartanum kalicum
Darreichungsform:
Filmtabletten
Zusammensetzung:
losartanum kalicum 12.5 mg, excipiens pro compresso obducto.
Therapiegruppe:
Synthetika human
Therapiebereich:
Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonist
Zulassungsnummer:
58392
Berechtigungsdatum:
2008-09-16

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

14-09-2017

Fachinformation Fachinformation - Französisch

14-09-2017

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

17-09-2017

Patienteninformation

Losartan Actavis

Actavis Switzerland AG

Was ist Losartan Actavis und wann wird es angewendet?

Losartan Actavis ist ein Arzneimittel, welches zur Senkung des Blutdrucks angewendet wird.

Losartan Actavis senkt den Blutdruck, indem es spezifisch körpereigene Rezeptoren (sog.

Angiotensin II Rezeptoren) blockiert, die Ihre Blutgefässe verengen. Mit Losartan Actavis werden

demzufolge die Blutgefässe erweitert. Obwohl Sie wahrscheinlich von der Wirkung des

Arzneimittels selbst nichts verspüren, kann diese durch den Arzt oder die Ärztin mittels

Blutdruckmessung nachgewiesen werden.

Losartan Actavis darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin angewendet werden.

Was sollte dazu beachtet werden?

Warum sollte ein hoher Blutdruck (Hypertonie) behandelt werden?

Wenn ein hoher Blutdruck nicht behandelt wird, können lebenswichtige Organe, wie das Hirn, Herz

und die Nieren geschädigt werden. Sie können sich wohlauf fühlen und keine Symptome haben, aber

die unbehandelte Hypertonie kann eventuell einen Hirnschlag, einen Herzinfarkt, eine

Herzschwäche, eine Nierenfunktionsstörung oder Erblinden verursachen.

Wann darf Losartan Actavis nicht eingenommen werden?

Nehmen Sie Losartan Actavis nicht ein, wenn Sie auf irgendeinen der Inhaltsstoffe überempfindlich

(allergisch) reagieren.

Falls früher anlässlich der Einnahme eines blutdrucksenkenden Arzneimittels Schwellungen im

Gesicht, an Lippen, Zunge oder im Rachen (Schluck- oder Atembeschwerden) auftraten, dürfen Sie

Losartan Actavis nicht einnehmen.

Während der letzten 6 Monate einer Schwangerschaft. (Es wird empfohlen, Losartan Actavis auch in

der frühen Phase der Schwangerschaft nicht anzuwenden. Siehe «Wann ist bei der Einnahme von

Losartan Actavis Vorsicht geboten?» und «Darf Losartan Actavis während einer Schwangerschaft

oder in der Stillzeit eingenommen werden?»).

Nehmen Sie Losartan Actavis nicht ein, wenn Sie Diabetes oder eine eingeschränkte Nierenfunktion

haben und das Arzneimittel Aliskiren (z.B. Rasilez®) zur Senkung des Blutdrucks einnehmen.

Wann ist bei der Einnahme von Losartan Actavis Vorsicht geboten?

Teilen Sie Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin mit, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein (oder schwanger

werden könnten). Die Einnahme von Losartan Actavis in der frühen Phase der Schwangerschaft wird

nicht empfohlen, und Losartan Actavis darf nicht mehr nach dem dritten Schwangerschaftsmonat

eingenommen werden, da die Einnahme von Losartan Actavis in diesem Stadium zu schweren

Schädigungen Ihres ungeborenen Kindes führen kann (siehe «Wann darf Losartan Actavis nicht

eingenommen werden?» und «Darf Losartan Actavis während einer Schwangerschaft oder in der

Stillzeit eingenommen werden?»).

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen

oder äusserlich anwenden.

Sagen Sie Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, wenn Sie kürzlich an übermässigem Erbrechen oder

Durchfall gelitten haben. Es ist besonders wichtig, dass Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin informieren,

wenn Sie an einer Erkrankung der Leber oder der Niere oder an Zuckerkrankheit (Diabetes) leiden.

Über die Anwendung von Losartan Actavis bei Kindern liegt keine Erfahrung vor. Deshalb sollte

Losartan Actavis nicht an Kinder verabreicht werden.

Normalerweise wirkt Losartan Actavis bei jüngeren und älteren Patienten und Patientinnen gleich

gut und es kann die gleiche Dosierung angewendet werden.

Im Allgemeinen übt Losartan Actavis keine Wechselwirkung aus mit Nahrungsmitteln oder anderen

Arzneimitteln, die Sie gleichzeitig einnehmen. Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin dennoch

über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen oder einzunehmen gedenken, auch über solche, die ohne

Rezept erhältlich sind. Teilen Sie ihm oder ihr auch mit, wenn Sie Kaliumzusätze, kaliumsparende

Mittel oder Kalium enthaltende Diätsalze einnehmen. Teilen Sie ihm oder ihr auch mit, wenn Sie

Arzneimittel zur Behandlung von Schmerzen und Arthritis, andere Blutdruck-Arzneimittel sowie

Lithium (ein Arzneimittel zur Behandlung von gewissen Depressionen) einnehmen.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge

oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen!

Darf Losartan Actavis während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Schwangerschaft

Teilen Sie Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin mit, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein (oder schwanger

werden könnten). In der Regel wird Ihr Arzt/Ihre Ärztin Ihnen empfehlen, Losartan Actavis vor einer

Schwangerschaft bzw. sobald Sie wissen, dass Sie schwanger sind, abzusetzen, und er/sie wird Ihnen

ein anderes Arzneimittel empfehlen. Die Anwendung von Losartan Actavis in der frühen

Schwangerschaft wird nicht empfohlen und Losartan Actavis darf nicht mehr nach dem dritten

Schwangerschaftsmonat eingenommen werden, da die Einnahme von Losartan Actavis zu

Schädigungen oder zum Tod des ungeborenen Kindes führen kann. Sollten Sie während der

Einnahme von Losartan Actavis schwanger werden, teilen Sie es umgehend Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin

mit.

Stillzeit

Teilen sie Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin mit, wenn Sie stillen oder mit dem Stillen beginnen wollen.

Losartan Actavis wird nicht zur Anwendung bei stillenden Müttern empfohlen; Ihr Arzt/Ihre Ärztin

kann eine andere Behandlung für Sie wählen, wenn Sie stillen wollen, vor allem, solange Ihr Kind im

Neugeborenenalter ist oder wenn es eine Frühgeburt war.

Wie verwenden Sie Losartan Actavis?

Um eine gleichmässige Blutdruckkontrolle aufrechtzuerhalten, ist es wichtig, die Filmtabletten

regelmässig und möglichst jeden Tag zur gleichen Zeit einzunehmen. Die Behandlung des hohen

Blutdrucks ist eine Langzeittherapie und sollte deshalb so lange fortgeführt werden, wie Ihr Arzt

oder Ihre Ärztin es Ihnen verschrieben hat.

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird abhängig von Ihrem Zustand und Ihrer Begleitmedikation mit anderen

Arzneimitteln die für Sie geeignete Dosis von Losartan Actavis bestimmen.

Bei hohem Blutdruck

Die übliche Dosierung von Losartan Actavis beträgt bei den meisten Patienten und Patientinnen eine

Filmtablette zu 50 mg pro Tag resp. ½ Filmtablette zu 100 mg pro Tag, welche unabhängig von den

Mahlzeiten eingenommen werden kann.

Sollten Sie jedoch einmal die Einnahme vergessen, so nehmen Sie keine Extradosis ein, sondern

fahren Sie am folgenden Tag wie gewohnt mit der Einnahme fort.

Bei einer Überdosierung sollten Sie sofort mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin Kontakt aufnehmen,

sodass eine medizinische Behandlung rechtzeitig erfolgen kann.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Losartan Actavis haben?

Jedes Arzneimittel kann unerwünschte oder unbeabsichtigte Wirkungen, sogenannte

Nebenwirkungen, haben. Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden bisher beobachtet:

Sehr häufig: Kopfschmerzen und Schwindel (Benommenheit);

Häufig: Infektionen der oberen Atemwege, Schlaflosigkeit, Drehschwindel (Vertigo), Herzklopfen,

schneller Herzschlag, tiefer Blutdruck, Husten, Halsentzündung, verstopfte Nase, Durchfall,

Übelkeit, Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, Rückenschmerzen, Muskelkrämpfe,

Schwäche/Müdigkeit, Flüssigkeitsansammlung in den Geweben (Ödeme)/Schwellungen und

Brustschmerzen;

Gelegentlich: Blutdruckabfall beim Aufstehen (mit Symptomen wie Schwindel, Schwarzwerden vor

den Augen) und Hautausschlag.

Über Migräne, Geschmacksstörungen, Erbrechen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Abnahme der

roten Blutzellen und der Blutplättchen, Entzündungsreaktionen der Blutgefässe, Leberentzündung,

Impotenz, Unwohlsein, Juckreiz und erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut wurde auch berichtet.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin sofort, wenn Sie

solche oder andere ungewöhnlichen Symptome beobachten.

Einige Patienten bzw. Patientinnen – besonders diejenigen mit Diabetes vom Typ 2 mit Eiweiss im

Urin – können auch erhöhte Kaliumspiegel im Blut entwickeln. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder

Ihrer Ärztin, wenn Sie eine Nierenerkrankung und Typ 2 Diabetes mit Eiweiss im Urin haben

und/oder Kaliumzusätze, kaliumsparende Mittel oder kaliumhaltige Diätsalze einnehmen.

Wenn Sie eine allergische Reaktion mit Schwellung des Gesichts, der Lippen, des Rachens und/oder

Zunge (mit Schluck- oder Atembeschwerden) verspüren, unterbrechen Sie die Einnahme von

Losartan Actavis und setzen Sie sich sofort mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin in Verbindung.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel ausserhalb der Reichweite von Kindern auf.

Losartan Actavis ist bei Raumtemperatur (15-25 °C) in der Originalpackung und vor Licht geschützt

aufzubewahren.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Verpackung mit «EXP:» bezeichneten Datum

verwendet werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Losartan Actavis enthalten?

Eine Filmtablette enthält als Wirkstoff 12,5 mg, 25 mg, 50 mg oder 100 mg Losartan-Kalium sowie

Hilfsstoffe. Die 50 mg und 100 mg Filmtabletten besitzen eine Bruchrille und sind teilbar.

Wenn auch Losartan Actavis eine sehr geringe Menge Kalium enthält, kann es Kaliumzusätze nicht

ersetzen. Falls Ihnen vom Arzt oder der Ärztin Kaliumzusätze verordnet wurden, halten Sie sich

weiter an seine oder ihre Anweisungen.

Zulassungsnummer

58392 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Losartan Actavis? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Losartan Actavis 12,5 mg: Packungen zu 7 Filmtabletten.

Losartan Actavis 25 mg: Packungen zu 28 und 98 Filmtabletten.

Losartan Actavis 50 mg: Packungen zu 28, 30, 98 und 100 Filmtabletten (mit Bruchrille, teilbar).

Losartan Actavis 100 mg: Packungen zu 28, 30, 98 und 100 Filmtabletten (mit Bruchrille, teilbar).

Zulassungsinhaberin

Actavis Switzerland AG, 8105 Regensdorf.

Diese Packungsbeilage wurde im September 2015 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

Fachinformation

Losartan Actavis

Actavis Switzerland AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Losartanum kalicum.

Hilfsstoffe: Excipiens pro compresso obducto.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten zu 12,5 mg, 25 mg, 50 mg (teilbar) und 100 mg (teilbar).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Hypertonie

Losartan Actavis ist indiziert zur Behandlung der essentiellen Hypertonie.

Dosierung/Anwendung

Hypertonie

Bei den meisten Patienten beträgt die Initial- und Erhaltungsdosis bei einmaliger Gabe 50 mg pro

Tag. Die maximale antihypertensive Wirkung wird 3 bis 6 Wochen nach Behandlungsbeginn

erreicht. Bei einigen Patienten kann das Behandlungsresultat durch Steigerung der Dosis auf 1

Filmtablette Losartan Actavis 100 mg einmal täglich oder durch Kombination mit

Hydrochlorothiazid (12,5 oder 25 mg) verbessert werden.

Losartan Actavis kann mit oder zwischen den Mahlzeiten eingenommen werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Volumenmangel

Bei Patienten mit Hypovolämie (z.B. bei Behandlung mit hochdosierten Diuretika) muss eine

Anfangsdosis von 25 mg einmal täglich erwogen werden (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Ältere Patienten/Nieren- und Leberfunktionsstörungen

Bei älteren Patienten oder solchen mit Nierenproblemen, inklusive Dialysepatienten sind keine

Dosisanpassungen notwendig. Eine reduzierte Dosis sollte bei Einschränkung der Leberfunktion

vorgesehen werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Kinder und Jugendliche

Losartan Actavis sollte bei Kindern und Jugendlichen nicht angewendet werden, da die Sicherheit

und Wirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen nicht untersucht wurde.

Losartan Actavis kann allein oder in Kombination mit anderen Antihypertensiva angewendet

werden.

Kontraindikationen

Losartan Actavis ist bei Patienten, die auf das Präparat oder eines seiner Bestandteile

überempfindlich reagieren, oder bei Patienten mit einer schweren Leberinsuffizienz, kontraindiziert.

Losartan Actavis ist ferner kontraindiziert bei Patienten mit hereditärem Angioödem oder bei denen

sich unter einer früheren Behandlung mit einem ACE-Hemmer oder Angiotensin-II-Rezeptor-

Antagonisten ein angioneurotisches Ödem entwickelt hatte.

Zweites und drittes Schwangerschaftstrimester (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»

und «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Die gleichzeitige Anwendung von Losartan Actavis mit Aliskiren-haltigen Arzneimitteln ist bei

Patienten mit Diabetes mellitus oder eingeschränkter Nierenfunktion (GFR <60 ml/min/1,73 m2)

kontraindiziert.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Fetale Toxizität

Die Anwendung von Arzneimitteln wie zum Beispiel Losartan Actavis, die auf das Renin-

Angiotensin-System wirken, im zweiten und dritten Trimester einer Schwangerschaft reduziert die

fetale Nierenfunktion und erhöht die fetale und neonatale Morbidität und Mortalität. Ein daraus

resultierendes Oligohydramnion kann mit einer fetalen Lungenhypoplasie und einer Deformation des

Skeletts assoziiert sein. Potenzielle neonatale unerwünschte Wirkungen beinhalten

Schädelhypoplasie, Anurie, Hypotonie, Nierenversagen und Tod. Sobald eine Schwangerschaft

festgestellt wird, muss Losartan Actavis sobald wie möglich abgesetzt werden (siehe

«Schwangerschaft/Stillzeit»).

Überempfindlichkeit: Angioödem – siehe «Unerwünschte Wirkungen».

Hypotonie und Störungen des Elektrolyt/Flüssigkeitsgleichgewichts

Bei Patienten mit Hypovolämie (z.B. nach hochdosierter Diuretikabehandlung) muss mit

symptomatischem Blutdruckabfall gerechnet werden. In diesen Fällen sollte zuerst der

Volumenmangel korrigiert oder die Anfangsdosis von Losartan Actavis gesenkt werden (siehe

«Dosierung/Anwendung»).

Elektrolyt-Störungen können bei Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion - mit oder ohne

Diabetes - auftreten und sollten entsprechend beachtet werden. In einer klinischen Studie bei Typ 2

Diabetikern mit Proteinurie war die Inzidenz einer Hyperkaliämie bei Patienten unter Behandlung

mit Losartan Actavis höher als in der Placebogruppe. Aber nur wenige Patienten brachen die

Therapie wegen Hyperkaliämie ab (siehe «Unerwünschte Wirkungen» und «Befunde der

Labortests»).

Einschränkung der Leberfunktion

Aufgrund pharmakokinetischer Daten konnte bei zirrhotischen Patienten eine signifikante Erhöhung

der Plasmakonzentrationen von Losartan gezeigt werden. Daher sollte bei Patienten mit

Leberfunktionsstörungen in der Anamnese eine niedrigere Anfangsdosis in Betracht gezogen werden

(siehe «Dosierung/Anwendung» und «Pharmakokinetik»).

Einschränkung der Nierenfunktion

Als Folge der Hemmung des Renin-Angiotensin-Systems wurde bei einzelnen Personen über

Veränderungen der Nierenfunktion einschliesslich Nierenversagen berichtet; diese Veränderungen

der Nierenfunktion können nach Absetzen der Therapie reversibel sein.

Bei Nierenarterien-Stenosen kann das Arzneimittel möglicherweise zu einer massiven Hypotonie

führen.

Bei schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <10 ml/min) sollte Losartan bei solchen

Patienten, die einen Volumenmangel aufweisen oder unter hochdosierter Diuretikabehandlung

stehen, mit Vorsicht angewendet werden. Die Anfangsdosis sollte reduziert werden.

Andere das Renin-Angiotensin-System beeinflussende Arzneimittel können bei Patienten mit

bilateraler Nierenarterienstenose oder einer Stenose der Arterie einer Einzelniere die Blutharnstoff-

und Serumkreatininwerte erhöhen. Ähnliche Effekte wurden mit Losartan gemeldet; diese

Veränderungen der Nierenfunktion können nach Absetzen der Therapie reversibel sein.

Kinder

Die Wirksamkeit und Sicherheit der Behandlung bei Kindern wurden nicht überprüft.

Neugeborene mit einer Anamnese einer in utero Exposition durch Losartan

Wenn eine Oligurie oder eine Hypotonie auftritt, soll die Aufmerksamkeit der Unterstützung des

Blutdrucks und der Nierendurchblutung zugewandt werden. Eine Austauschtransfusion oder eine

Dialyse kann notwendig sein, um eine Hypotonie rückgängig zu machen und/oder eine

Nierenfunktionsstörung zu substituieren.

Anwendung bei älteren Patienten

In klinischen Versuchen ergaben sich keine altersabhängigen Unterschiede bezüglich der

Wirksamkeit oder Sicherheit einer Behandlung mit Losartan.

Schwangerschaft

Eine Behandlung mit AIIRAs sollte nicht während der Schwangerschaft begonnen werden. Bei

Patientinnen mit Schwangerschaftswunsch sollte eine Umstellung auf eine alternative

blutdrucksenkende Behandlung mit geeignetem Sicherheitsprofil für Schwangere erfolgen, es sei

denn, eine Fortführung der Behandlung mit AIIRAs ist zwingend erforderlich. Wird eine

Schwangerschaft festgestellt, ist die Behandlung mit AIIRAs unverzüglich zu beenden und, wenn

erforderlich, eine alternative Therapie zu beginnen (siehe «Kontraindikationen» und

«Schwangerschaft/Stillzeit»).

«Duale Blockade» des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems

Siehe «Interaktionen».

Interaktionen

Der Metabolismus von Losartan wird durch bekannte Enzyminduktoren und -inhibitoren beeinflusst.

In klinischen pharmakokinetischen Studien wurden keine klinisch bedeutsamen Interaktionen mit

folgenden Substanzen beobachtet: Hydrochlorothiazid, Digoxin, Warfarin, Cimetidin, Phenobarbital,

Ketoconazol und Erythromycin. Bei Rifampicin und Fluconazol wurde über reduzierte Spiegel des

aktiven Metaboliten berichtet. Die klinischen Folgen dieser Interaktionen wurden nicht evaluiert.

Wie bei anderen Arzneimitteln, welche Angiotensin II oder seine Wirkungen blockieren, kann die

gleichzeitige Anwendung von kaliumsparenden Diuretika (z.B. Spironolakton, Triamteren,

Amilorid), Kaliumzusätzen oder kaliumhaltigen Diätsalzen zu einer Erhöhung der

Serumkaliumspiegel führen.

Wie bei anderen Arzneimitteln, die die Ausscheidung von Natrium beeinflussen, kann die

Ausscheidung von Lithium vermindert sein. Deshalb sollten die Serum-Lithiumwerte sorgfältig

überwacht werden, falls Lithiumsalze zusammen mit Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten

verabreicht werden.

Phenobarbital als Enzyminduktor führte zu einer ca. 20%-igen Abnahme der AUC von Losartan und

seines aktiven Metaboliten. Cimetidin als Enzymhemmer führte zu einer 18%-igen Zunahme der

AUC von Losartan, nicht aber seines aktiven Metaboliten. Diese Effekte werden nicht als klinisch

signifikant erachtet.

Potentielle Interaktionen von Losartan mit den oralen Antikoagulantien Acenocoumarol und

Phenprocoumon wurden nicht untersucht.

Nicht-steroidale entzündungshemmende Arzneimittel (NSAIDs) inklusive selektive

Cyclooxygenase-2 Inhibitoren (COX-2-Inhibitoren) können den Effekt von Diuretika und anderen

blutdrucksenkenden Arzneimitteln abschwächen. Aus diesem Grund kann die blutdrucksenkende

Wirkung von Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten oder ACE-Hemmer durch NSAIDs inklusive

selektive COX-2-Inhibitoren vermindert werden.

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (z.B. älteren Patienten oder Patienten mit

Volumenmangel, inkl. solchen unter Diuretikatherapie), die mit nicht-steroidalen

entzündungshemmenden Arzneimitteln inklusive selektiven Cyclooxygenase-2-Inhibitoren behandelt

werden, kann die gleichzeitige Verabreichung von Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten oder ACE-

Hemmern zu einer weiteren Verschlechterung der Nierenfunktion führen, inkl. möglichem akutem

Nierenversagen. Diese Effekte sind normalerweise reversibel. Deshalb sollte die Kombination bei

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion mit Vorsicht angewendet werden.

Duale Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS)

Es gibt Belege dafür, dass die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-

Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren das Risiko für Hypotonie, Hyperkaliämie und eine Abnahme

der Nierenfunktion (einschliesslich eines akuten Nierenversagens) erhöht. Eine duale Blockade des

RAAS durch die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptor-

Antagonisten oder Aliskiren wird deshalb nicht empfohlen.

Wenn die Therapie mit einer dualen Blockade als absolut notwendig erachtet wird, sollte dies nur

unter Aufsicht eines Spezialisten und unter Durchführung engmaschiger Kontrollen von

Nierenfunktion, Elektrolytwerten und Blutdruck erfolgen.

ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten sollten bei Patienten mit diabetischer

Nephropathie nicht gleichzeitig angewendet werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Die Anwendung von Losartan wird im ersten Schwangerschaftstrimester nicht empfohlen (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Die Anwendung von Losartan im zweiten und dritten

Schwangerschaftstrimester ist kontraindiziert (siehe «Kontraindikationen» und «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»). Sobald eine Schwangerschaft festgestellt wird, muss Losartan Actavis

sobald wie möglich abgesetzt werden.

Es liegen keine endgültigen epidemiologischen Daten hinsichtlich eines teratogenen Risikos nach

Anwendung von ACE-Hemmern während des ersten Schwangerschaftstrimesters vor; ein

geringfügig erhöhtes Risiko kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Auch wenn keine

kontrollierten epidemiologischen Daten zum Risiko von Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten

(AIIRAs) vorliegen, so bestehen möglicherweise für diese Arzneimittelklasse vergleichbare Risiken.

Sofern ein Fortsetzen der AIIRA-Therapie nicht als notwendig erachtet wird, sollten Patientinnen,

die planen, schwanger zu werden, auf eine alternative antihypertensive Therapie mit geeignetem

Sicherheitsprofil für Schwangere umgestellt werden. Wird eine Schwangerschaft festgestellt, ist eine

Behandlung mit AIIRAs unverzüglich zu beenden und, wenn erforderlich, eine alternative Therapie

zu beginnen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

In den seltenen Fällen wo es zur Anwendung von Losartan Actavis keine geeignete alternative

Therapie für die jeweilige Patientin gibt, muss die Mutter über das potenzielle Risiko für den Foetus

in Kenntnis gesetzt werden. Regelmässige Ultraschalluntersuchungen sind durchzuführen, um die

intra-amniotische Umgebung zu beurteilen. Wird ein Oligohydramnion beobachtet, muss Losartan

Actavis abgesetzt werden, es sei denn die Behandlung wird für die Mutter als lebensrettend erachtet.

Abhängig von der Schwangerschaftswoche können fetale Untersuchungen angebracht sein. Die

Patientin und der Arzt sollten sich bewusst sein, dass der Foetus bereits eine dauerhafte irreversible

Schädigung haben kann, bevor ein Oligohydramnion auftritt. Kinder mit einer Anamnese einer in

utero Exposition durch Losartan, sollten engmaschig auf Hypotonie, Oligurie und Hyperkaliämie

untersucht werden.

Es ist bekannt, dass eine Therapie mit AIIRAs während des zweiten und dritten

Schwangerschaftstrimesters fetotoxische Effekte (verminderte Nierenfunktion, Oligohydramnion,

verzögerte Schädelossifikation) und neonatal-toxische Effekte (Nierenversagen, Hypotonie,

Hyperkaliämie) hat (siehe «Präklinische Daten»).

Im Falle einer Exposition mit Losartan Actavis ab dem zweiten Schwangerschaftstrimester werden

Ultraschalluntersuchungen der Nierenfunktion und des Schädels empfohlen.

Normalerweise sind diese unerwünschten Wirkungen mit der Anwendung dieser Arzneimittel

während des zweiten und dritten Trimesters assoziiert. Die meisten epidemiologischen Studien, in

denen fetale Abnormalitäten nach antihypertensiver Therapie im ersten Trimester untersucht wurden,

zeigten keine Unterschiede zwischen Antihypertensiva die das Renin-Angiotensin-System

beeinflussen, und anderen Antihypertensiva. Das angemessene Management einer Hypertonie bei der

Mutter ist während der Schwangerschaft wichtig, um die Folgen sowohl für Mutter als auch Foetus

zu optimieren.

Stillzeit

Da keine Erkenntnisse zur Anwendung von Losartan in der Stillzeit vorliegen, wird Losartan nicht

empfohlen; eine alternative antihypertensive Therapie mit einem besser geeigneten Sicherheitsprofil

bei Anwendung in der Stillzeit ist vorzuziehen, insbesondere, wenn Neugeborene oder Frühgeborene

gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Aufgrund der möglichen Nebenwirkungen ist beim Lenken von Fahrzeugen und Bedienen von

Maschinen Vorsicht geboten.

Unerwünschte Wirkungen

Unerwünschte Wirkungen sind nach Organklassen aufgeteilt und mit abnehmender Häufigkeit

erwähnt: [Sehr häufig (≥1/10), Häufig (≥1/100, <1/10), Gelegentlich (≥1/1'000, <1/100), Selten

(≥1/10'000, <1/1'000), Sehr selten (<1/10'000, einschliesslich gemeldeter Einzelfälle)].

In kontrollierten Studien bei Patienten mit essentieller Hypertonie, links-ventrikulärer Hypertrophie

und Hypertension, und Typ 2 Diabetes mit Proteinurie und Hypertension, Herzinsuffizienz wurden

die folgenden unerwünschten Wirkungen beobachtet:

Infektionen und Infestationen

Häufig: obere Atemwegsinfektionen.

Psychische Störungen

Häufig: Schlaflosigkeit.

Störungen des Nervensystems

Sehr häufig: Kopfschmerzen (14%).

In einer doppel-blinden, kontrollierten Studie bei Patienten mit Hypertension wurden Kopfschmerzen

bei 14,1% der mit Losartan behandelten Patienten beobachtet im Vergleich zu 17,2% in der Plazebo-

Gruppe.

Häufig: Schwindel.

In einer kontrollierten Studie bei Patienten mit Herzinsuffizienz (ELITE) wurde Schwindel,

unabhängig von der Kausalität, bei 15,1% bzw. 15,4% der mit Losartan bzw. Captopril behandelten

Patienten beobachtet.

Funktionsstörungen des Ohrs und des Innenohrs

Häufig: Vertigo.

Funktionsstörungen des Herzens

Häufig: Palpitationen, Tachykardie.

Funktionsstörungen der Gefässe

Häufig: Hypotension.

Gelegentlich: dosisabhängige orthostatische Probleme.

Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen

Häufig: Husten, Pharyngitis, Nasenverstopfung, Sinus-Störungen.

Gastrointestinale Beschwerden

Häufig: Diarrhoe, Nausea, Bauchschmerzen, Dyspepsie.

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Hautausschlag.

Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes und der Knochen

Häufig: Rückenschmerzen, Muskelkrämpfe.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Häufig: Asthenie/Müdigkeit, Ödem/Schwellung, Brustschmerzen.

Untersuchungen

Häufig: Hyperkaliämie und Proteinurie (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»,

«Hypotonie und Störungen des Elektrolyt/Flüssigkeitsgleichgewichts»), Anstieg der ALT.

Klinisch bedeutende medikamenten-bezogene Nebenwirkungen, welche in der HEAAL («Heart

Failure Endpoint Evaluation of Angiotensin II Antagonist Losartan») Studie (siehe

«Eigenschaften/Wirkungen, Klinische Wirksamkeit, HEAAL Studie») häufiger bei Patienten unter

Losartan 150 mg als bei Patienten unter Losartan 50 mg auftraten, waren Hyperkaliämie,

eingeschränkte Nierenfunktion, Nierenversagen, Hypotonie und Erhöhungen des Kreatinin-, Kalium-

und Harnstoffgehaltes im Blut. Diese Nebenwirkungen führten aber nicht zu signifikant mehr

Therapieabbrüchen bei den Patienten unter Losartan 150 mg.

Die folgenden zusätzlichen unerwünschten Wirkungen wurden nach Markteinführung gemeldet

(Spontanmeldungen, für welche keine genauen Angaben zur Häufigkeit gemacht werden können):

Störungen des Blut- und Lymphsystems

Anämie, Thrombozytopenie (selten).

Störungen des Immunsystems

Anaphylaktische Reaktionen, Angioödem einschliesslich Schwellung von Larynx und Glottis

(Ursache für Atemwegsobstruktion) und/oder Schwellung des Gesichts, der Lippen, des Rachens

und/oder Zunge wurden selten bei Patienten unter Behandlung mit Losartan beobachtet; einige dieser

Patienten hatten früher mit anderen Arzneimittel einschliesslich ACE-Hemmern ein Angioödem

durchgemacht.

Störungen des Nervensystems

Migräne, Dysgeusie.

Funktionsstörungen der Gefässe

Selten: Vaskulitis einschliesslich Purpura Henoch-Schoenlein.

Gastrointestinale Beschwerden

Erbrechen.

Funktionsstörungen der Leber und der Galle

Selten: Hepatitis.

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Urtikaria, Pruritus, Erythrodermie, Photosensibilität.

Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes und der Knochen

Myalgie, Arthralgie.

Funktionsstörungen des Reproduktionssystems und der Brust

Erektile Dysfunktion/Impotenz.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Malaise.

Untersuchungen

Leberfunktionsstörungen.

Überdosierung

Für die orale Dosierung trat eine signifikante Letalität bei Mäusen bei 1000 mg/kg (3000 mg/m2)

und bei Ratten bei 2000 mg/kg (11'800 mg/m2), entsprechend der 500-fachen oder 1000-fachen

empfohlenen Tagesdosis beim Menschen auf (bezogen auf einen Patienten mit 50 kg

Körpergewicht).

Beim Menschen sind nur beschränkte Angaben zur Überdosierung bekannt. Das wahrscheinlichste

Anzeichen von Überdosierung müssten Blutdruckabfall und Tachykardie sein. Bradykardie könnte

infolge parasympathischer (vagaler) Stimulation auftreten. Bei symptomatischem Blutdruckabfall

müsste eine entsprechende, kreislaufstützende Behandlung erfolgen.

Weder Losartan noch sein aktiver Metabolit können durch Haemodialyse eliminiert werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C09CA01

Losartan ist ein oraler Angiotensin II-Rezeptor-Antagonist (Typ AT1). Angiotensin II bindet sich an

den AT1-Rezeptor, welcher in vielen Körpergeweben zu finden ist (z.B. glatte Gefässmuskulatur,

Nebennieren, Nieren und Herz), wo es verschiedene wichtige biologische Wirkungen einschliesslich

Gefässverengung und Freigabe von Aldosteron auslöst. Angiotensin II stimuliert auch die

Proliferation glatter Muskelzellen. Gemäss pharmakologischen und biologischen Versuchen bindet

es sich selektiv an den AT1-Rezeptor. Sowohl in vitro wie in vivo blockieren Losartan und sein

pharmakologisch aktiver Carboxylsäure-Metabolit (E-3174) alle physiologisch bedeutsamen

Wirkungen von Angiotensin II, unabhängig von dessen Herkunft oder Syntheseweg.

Während der Verabreichung von Losartan führt die Unterdrückung der negativen Rückkopplung von

Angiotensin II auf die Reninsekretion zu einer erhöhten Renin-Aktivität im Plasma. Die Zunahme

der Plasmareninaktivität führt zu einem Anstieg des Angiotensin II im Plasma. Trotz dieser Zunahme

bleibt die blutdrucksenkende Wirkung und Verminderung der Aldosteron-Konzentration im Plasma

erhalten, was auf eine wirkungsvolle Blockade der Angiotensin II-Rezeptoren hinweist.

Losartan bindet sich selektiv an die AT1-Rezeptoren, es bindet oder blockiert jedoch keine anderen

Hormonrezeptoren oder Ionenkanäle, welche für die Herz-Kreislauf-Steuerung von Bedeutung sind.

Das Enzym ACE (Kininase II), welches Bradykinin abbaut, wird durch Losartan nicht gehemmt.

Demzufolge sind Wirkungen, welche nicht direkt auf der AT1-Rezeptoren-Blockade beruhen, wie

die Erhöhung der Bradykininwirkungen oder Ödembildung (Losartan 1,7%, Placebo 1,9%) nicht auf

Losartan zurückzuführen.

Klinische Wirksamkeit

In klinischen Studien bewirkte eine einmal tägliche Verabreichung von Losartan bei Patienten mit

leichter bis mässiger essentieller Hypertonie eine statistisch signifikante Senkung des systolischen

und diastolischen Blutdrucks. Diese blutdrucksenkende Wirkung blieb in klinischen Versuchen bis

zu einem Jahr erhalten. Messungen des Blutdrucks am Ende des Dosierungsintervalls (24 Stunden

nach Einnahme) zeigten, verglichen mit der maximalen Wirkung (nach 5-6 Stunden), gleichmässige

Blutdruckkontrolle über 24 Stunden. Die antihypertensive Wirkung entsprach dem natürlichen

Tagesrhythmus. Die Blutdrucksenkung nach Ende des Dosierungsintervalls entsprach noch 70-80%

der Wirkung nach 5-6 Stunden. Ein Absetzen der Behandlung mit Losartan hatte keinen abrupten

Wiederanstieg des Blutdrucks zur Folge. Trotz der erheblichen Blutdrucksenkung hatte Losartan

keine klinisch bedeutsame Auswirkung auf die Herzfrequenz.

Bei nicht-diabetischen Patienten mit Bluthochdruck und Proteinurie, vermindert Losartan die

Proteinurie, die fraktionale Ausscheidung von Albumin und IgG. Losartan erhält die glomeruläre

Filtration aufrecht und reduziert die Filtrationsfraktion. Losartan bewirkte eine leichte Senkung der

Harnsäurespiegel, auch während der Langzeittherapie.

Bei Patienten mit Links-Herzinsuffizienz bewirkten Dosen von 25 bis 50 mg Losartan positive

haemodynamische und neurohormonale Reaktionen, wie die Erhöhung des Herzindex und die

Verminderung des pulmonalen Kapillardrucks, des systemischen Gefässwiderstandes, des

durchschnittlichen arteriellen Drucks, der Herzfrequenz und der Blutspiegel von Aldosteron bzw.

Noradrenalin. Bei diesen herzinsuffizienten Patienten war ein Abfall des Blutdrucks dosisabhängig.

Losartan ist bei Männern und Frauen und bei jüngeren (bis 65-jährigen) und älteren (über 65-

jährigen) Hypertonikern gleich wirksam. Obwohl Losartan bei allen Rassen blutdrucksenkend wirkt,

zeigen schwarze Hypertoniker, wie bei anderen Arzneimitteln, die auf das Renin-Angiotensin-

System einwirken, eine geringere durchschnittliche Reaktion auf die Losartan-Monotherapie als

weisse Hypertoniker.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach oraler Einnahme wird Losartan gut absorbiert und folgt einem first-pass Effekt, wobei ein

aktiver Carboxylsäure-Metabolit und weitere inaktive Metaboliten gebildet werden. Die

Bioverfügbarkeit von Losartan-Tabletten beträgt ungefähr 33%. Durchschnittliche

Spitzenkonzentrationen von Losartan werden nach 1 Stunde, die des aktiven Metaboliten nach 3 bis

4 Stunden erreicht. Bei gleichzeitiger Einnahme mit einer normalen Mahlzeit wurden im

Plasmakonzentrationsprofil von Losartan keine klinisch signifikanten Veränderungen beobachtet.

Distribution

Sowohl Losartan und sein aktiver Metabolit sind zu mindestens 99% an Plasmaproteine, vor allem

Albumin gebunden. Das Verteilungsvolumen von Losartan beträgt 34 Liter. Versuche an Ratten

zeigten, dass Losartan die Blut-Liquorschranke kaum durchdringt.

Metabolismus

Ungefähr 14% einer peroral verabreichten Losartan-Dosis werden zum aktiven Metaboliten

umgewandelt. In vitro Studien zeigen, dass Cytochrom P450 2C9 und 3A4 an der Umwandlung von

Losartan in seine Metaboliten beteiligt sind. Bei 1% der Patienten wurde aufgrund eines genetisch

bestimmten Enzymdefekts eine geringere Umwandlung beobachtet (weniger als 1% der Dosis im

Vergleich zu 14% der Dosis bei normalen Patienten). Nach oraler Gabe von 14C-markiertem

Losartan ist die im Plasma zirkulierende Radioaktivität hauptsächlich auf Losartan und seinen

aktiven Metaboliten zurückzuführen.

Neben dem aktiven Metaboliten werden inaktive Metaboliten gebildet, so zwei Hauptmetaboliten

durch Hydroxylierung der Butylseitenkette und ein weiterer Metabolit, ein N-2 Tetrazole

Glucuronid.

Elimination

Die Plasma-Clearance von Losartan beträgt 600 ml/min, beim aktiven Metaboliten 50 ml/min. Die

renale Clearance von Losartan ist 74 ml/min, resp. beim aktiven Metaboliten 26 ml/min. Bei oraler

Verabreichung werden ungefähr 4% der Dosis unverändert, ungefähr 6% der Dosis als aktiver

Metabolit im Urin ausgeschieden. Die Pharmakokinetik von Losartan und seinem aktiven

Metaboliten verlaufen bis zu Dosen von 200 mg Losartan linear.

Nach oraler Einnahme nehmen die Plasmakonzentrationen von Losartan und seinem aktiven

Metaboliten polyexponentiell ab mit einer Halbwertszeit von ca. 2 bzw. 6-9 Stunden. Bei einmaliger

Tagesdosierung mit 100 mg kommt es weder bei Losartan noch beim aktiven Metaboliten zu einer

signifikanten Kumulation im Plasma.

Sowohl biliäre wie renale Ausscheidung tragen zur Elimination von Losartan und dessen

Metaboliten bei. Nach oraler Einnahme von 14C-markiertem Losartan werden beim Menschen 35%

der Radioaktivität im Urin und 58% im Stuhl wiedergefunden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Bei Patienten mit leichter bis mässiger alkoholischer Leberzirrhose waren nach peroraler Einnahme

die Plasmakonzentrationen von Losartan und seinem aktiven Metaboliten im Vergleich zu jungen,

gesunden Männern 5-, bzw. 1,7-fach erhöht.

Weder Losartan noch sein aktiver Metabolit können durch Haemodialyse eliminiert werden.

Präklinische Daten

Die präklinischen Studien, einschliesslich konventioneller Studien zur allgemeinen Pharmakologie,

zur Genotoxizität und zum kanzerogenen Potenzial, lassen keine besonderen Gefahren für den

Menschen erkennen. In Studien zur Toxizität nach wiederholter Gabe induzierte die Verabreichung

von Losartan eine Abnahme der roten Blutzellparameter (Erythrozyten, Hämoglobin, Hämatokrit),

einen Anstieg des Harnstoff-Stickstoffs im Serum sowie gelegentliche Erhöhungen des Serum-

Kreatinins, eine Abnahme im Herzgewicht (ohne histologisches Korrelat) und gastrointestinale

Veränderungen (Schleimhautläsionen, Ulzera, Erosionen, Hämorrhagien). Wie bei anderen

Substanzen, die das Renin-Angiotensin-System beeinflussen, wurde bei Losartan die Induktion von

unerwünschten Wirkungen auf die späte fetale Entwicklung, die zu fetalem Tod und Missbildungen

führen, gezeigt.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP:» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Losartan Actavis bei Raumtemperatur (15-25 °C) und vor Licht geschützt in der Originalpackung

aufbewahren. Für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Zulassungsnummer

58392 (Swissmedic).

Packungen

Losartan Actavis 12.5 mg, Filmtabletten: 7 [B]

Losartan Actavis 25 mg, Filmtabletten: 28, 98 [B]

Losartan Actavis 50 mg, Filmtabletten: 28, 30, 98, 100 [B]

Losartan Actavis 100 mg, Filmtabletten: 28, 30, 98, 100 [B]

Zulassungsinhaberin

Actavis Switzerland AG, 8105 Regensdorf.

Stand der Information

Juni 2015.

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