Lodronat 520 mg - Filmtabletten

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

23-02-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

23-02-2021

Wirkstoff:
DINATRIUM CLODRONAT TETRAHYDRAT
Verfügbar ab:
Riemser Pharma GmbH
ATC-Code:
M05BA02
INN (Internationale Bezeichnung):
DINATRIUM CLODRONATE TETRAHYDRATE
Einheiten im Paket:
30 Stück, Laufzeit: 60 Monate,60 Stück, Laufzeit: 60 Monate
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur wiederholten Abgabe gegen aerztliche Verschreibung
Therapiebereich:
Clodronsäure
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
1-20266
Berechtigungsdatum:
1993-11-18

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PACKUNGSBEILAGE

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Lodronat 520 mg - Filmtabletten

Dinatriumclodronat

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Lodronat und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Lodronat beachten?

Wie ist Lodronat einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Lodronat aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Lodronat und wofür wird es angewendet?

Dinatriumclodronat, der Wirkstoff von Lodronat, ist ein Non-Amino-Bisphosphonat.

Lodronat wird bei krankhaft gesteigertem Knochenabbau, der durch Tumore verursacht wird und meist

mit erhöhter Kalziumfreisetzung aus dem Knochen und Anstieg des Kalziums im Blut verbunden ist,

angewendet.

Lodronat reichert sich im Knochengewebe an und hemmt dort die knochenabbauenden Zellen

(Osteoklasten). Dadurch wird der Abbau des Knochengewebes verringert und der Knochenschmerz

gelindert.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Lodronat beachten?

Lodronat darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Dinatriumclodronat oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind;

bei starker Einschränkung der Nierenfunktion mit Ausnahme der kurzfristigen Anwendung bei

rein funktioneller Einschränkung der Nierenfunktion durch erhöhte Kalziumwerte im Blut;

bei gleichzeitiger Behandlung mit anderen Bisphosphonaten;

wenn Sie an akuten Entzündungen oder Blutungen im Magen-Darm-Bereich leiden;

während der Schwangerschaft und Stillzeit;

wenn Sie bestimmte Probleme mit Ihrer Speiseröhre haben, wie eine Einengung oder

Schwierigkeiten beim Schlucken.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Lodronat einnehmen. Bevor Sie mit der

Behandlung beginnen, informieren Sie Ihren Arzt, ob Sie an anderen Krankheiten leiden.

Vor und während der Behandlung mit Lodronat wird Ihr Arzt durch regelmäßige Untersuchungen Ihre

Nierenfunktion besonders beobachten.

Zur Unterstützung der Nierenfunktion sollten Sie vor und während der Behandlung auf ausreichende

Flüssigkeitszufuhr achten, um die unter der Behandlung vermehrte Kalziumausscheidung zu fördern.

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist bei der Einnahme von Lodronat Vorsicht geboten

(siehe Abschnitt 3).

Wenn Sie an einer schweren Erkrankung des Knochenmarks (Plasmozytom) leiden, wird Ihr Arzt

regelmäßige

Kontrollen

Ihrer

Nierenfunktion

anordnen

Lodronat

gegebenenfalls

Verschlechterung Ihres Zustandes absetzen.

Vor und während der Behandlung wird Ihr Arzt das Serumkalzium, das Serumphosphat sowie

Leberfunktionsparameter und das Blutbild überprüfen.

Lassen Sie die vom Arzt angeordneten Laborkontrollen verlässlich durchführen.

Ihr Arzt wird Ihnen Anweisungen bezüglich einer ausreichenden Zufuhr von Kalzium und Vitamin D

geben.

Bei Krebspatienten, die im Rahmen eines Behandlungsschemas sowohl intravenös als auch oral

Bisphosphonate (Gruppe von

Arzneimittel

der auch

Lodronat

gehört) erhielten,

wurde

eine

Osteonekrose

(Absterben

Knochen)

Kiefers,

Regel

Zusammenhang

Zahnextraktion und/oder lokaler Infektion berichtet.

Wenden Sie sich an Ihren Arzt/Zahnarzt, wenn Sie Schmerzen, Schwellung und Taubheit des Kiefers

oder Lockerung der Zähne bemerken, dies könnten Anzeichen einer Osteonekrose des Kiefers sein.

Eine vorbeugende Zahnbehandlung vor der Behandlung mit Bisphosphonaten sollte in Betracht gezogen

werden,

wenn

Ihnen

gleichzeitig

andere

Risikofaktoren

(z.B.

Krebs,

Chemotherapie,

Strahlentherapie,

Kortikosteroide,

schlechte

Zahnhygiene)

vorliegen;

invasive

zahnmedizinische

Eingriffe während der Behandlung mit Bisphosphonaten sind zu vermeiden.

Wenn sich unter der Bisphosphonattherapie eine Osteonekrose des Kiefers entwickelt, kann sich Ihr

Zustand

durch

einen

zahnmedizinischen

Eingriff

verschlechtern.

Für

Patienten,

eine

Zahnbehandlung benötigen, liegen keinerlei Daten vor, die Aufschluss darüber geben, ob ein Abbruch

der Bisphosphonatbehandlung das Risiko einer Osteonekrose des Kiefers verringert.

Wenn Sie Probleme beim Schlucken oder mit der Verdauung haben, ist Vorsicht geboten, da Reizung,

Entzündung oder Geschwürbildung in der Speiseröhre oder der oberen Magen-Darm-Schleimhaut durch

diese Arzneimittelklasse hervorgerufen werden können.

Wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn Sie Schmerzen, Schwäche oder Beschwerden in Oberschenkel,

Hüfte

oder

Leiste

verspüren,

sich

dabei

frühes

Anzeichen

eines

möglichen

Oberschenkelknochenbruchs handeln könnte.

Halten Sie die Dosierungsanweisung ein. Sollten nach der Einnahme des Arzneimittels Probleme beim

Schlucken oder mit der Verdauung oder Symptome wie Sodbrennen, starke Schmerzen im Brustkorb,

starke Schmerzen beim Schlucken von Speisen und/oder Getränken, starke Übelkeit oder Erbrechen

auftreten, brechen Sie die Einnahme ab und nehmen Sie sofort Kontakt mit Ihrem Arzt auf.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern wurde bisher nicht nachgewiesen.

Einnahme von Lodronat zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden. Die Wirkung bestimmter Arzneimittel kann durch Lodronat verstärkt oder

abgeschwächt werden.

Eine

gleichzeitige

Einnahme

Nahrungsmitteln

hohem

Kalziumgehalt,

z.B.

Milch

Milchprodukte, kann die Aufnahme des Wirkstoffes im Magen-Darm-Trakt und damit die Wirkung von

Lodronat vermindern. Das gleiche bewirken auch kalzium-, eisen- oder magnesiumhaltige Arzneimittel

(z.B. Arzneimittel zur Bindung der Magensäure).

Bei gleichzeitiger Einnahme von Lodronat und bestimmten Antibiotika (Aminoglykoside) kann es zu

einem verstärkten Abfall des Kalziumspiegels kommen. Dies kann auch der Fall sein, wenn Sie diese

beiden

Arzneistoffe in

einem

Abstand

einer oder

mehreren

Wochen

eingenommen

haben.

Besondere Vorsicht ist bei gleichzeitig bestehendem, vermindertem Blut-Magnesiumspiegel geboten.

Es gibt Berichte, dass die gleichzeitige Anwendung bestimmter schmerz- und entzündungshemmender

Arzneimittel (vor allem Diclofenac) zu Störungen der Nierenfunktion führen kann.

Über einen Anstieg der Serumkonzentration von Estramustinphosphat um bis zu 80 % wurde bei

gleichzeitiger Anwendung von Estramustinphosphat und Dinatriumclodronat berichtet.

Lodronat darf nicht gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln, die zur Gruppe der Bisphosphonate

gehören, angewendet werden.

Einnahme von Lodronat zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Eine gleichzeitige Einnahme von Nahrungsmitteln mit hohem Kalziumgehalt, z.B. Milch und

Milchprodukte, kann die Aufnahme des Wirkstoffs im Magen-Darm-Trakt und damit die Wirkung von

Lodronat vermindern.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um

Rat.

In der Schwangerschaft und Stillzeit darf Lodronat nicht eingenommen werden.

Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode

anwenden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Lodronat hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

Lodronat enthält Lactose und Natrium

Bitte nehmen Sie Lodronat erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass

Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

Dieses Arzneimittel enthält 83,4 mg Natrium (Hauptbestandteil von Kochsalz/Speisesalz) pro

Filmtablette. Dies entspricht 4 % der für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen

Natriumaufnahme mit der Nahrung.

3.

Wie ist Lodronat einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein.

Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Sie sollten sich nach der Einnahme von Lodronat nicht hinlegen, sondern in aufrechter Position

verbleiben, um Oberbauchbeschwerden zu vermeiden.

Dosierung

Die Tagesdosis beträgt im Allgemeinen 2 Filmtabletten. Im Einzelfall kann auch eine höhere Tagesdosis

bis maximal 4 Filmtabletten notwendig sein.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion:

Unter bestimmten Voraussetzungen kann Lodronat auch verordnet werden, wenn Sie unter einer

eingeschränkten Nierenfunktion leiden. In diesem Fall wird Ihr Arzt die Dosierung entsprechend

anpassen.

Patienten mit leichter Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance 50-80 ml/min) brauchen die tägliche

Dosis nicht zu reduzieren und nehmen 2 Filmtabletten (1040 mg) ein.

Bei einem Kreatinin-Clearance-Wert zwischen 30 und 50 ml/min sollte die Tagesdosis auf eineinhalb

Filmtabletten (780 mg) reduziert werden.

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion mit einem Kreatinin-Clearance-Wert zwischen 10 und

30 ml/min sollte die Tagesdosis auf die Hälfte reduziert werden, das heißt 1 Filmtablette (520 mg).

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion:

Eine spezielle Dosisanpassung ist nicht erforderlich, aber Ihr Arzt wird während der Behandlung

bestimmte Leberwerte verstärkt kontrollieren.

Ältere Patienten (≥ 65 Jahre):

Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich, außer wenn Sie unter einer eingeschränkten Nierenfunktion

leiden.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Die Tagesdosis von 1040 mg sollte auf einmal eingenommen werden. Wenn höhere Tagesdosen

verwendet werden, sollte der Teil der Dosis über 1040 mg separat (als zweite Dosis) eingenommen

werden (siehe unten). Bei magenempfindlichen Patienten kann die Tagesdosis auch auf 2 Einzelgaben

verteilt werden.

Die einzelne Tagesdosis und die erste Dosis von zweien sollten am besten morgens auf nüchternen

Magen unzerkaut mit einem Glas Wasser eingenommen werden. Sie sollten danach für eine Stunde auf

Essen, Trinken (außer Leitungswasser) und jegliche andere über den Mund eingenommene Arzneimittel

verzichten.

Bei zwei Dosen sollte die erste Dosis wie oben empfohlen eingenommen werden. Die zweite Dosis

sollte zwischen den Mahlzeiten eingenommen werden, mehr als zwei Stunden nach und eine Stunde vor

dem Essen, Trinken (außer Leitungswasser) oder der Einnahme anderer über den Mund eingenommener

Arzneimittel.

Die Filmtabletten sollten auf keinen Fall mit Milch, Nahrungsmitteln oder Arzneimitteln, die Kalzium

oder andere zweiwertige Kationen (z.B. Magnesium, Eisen oder Zink) enthalten, eingenommen werden,

weil sie die Aufnahme von Dinatriumclodronat beeinträchtigen.

Dauer der Anwendung

Die Behandlungsdauer beträgt im Allgemeinen 6 Monate und kann in Abhängigkeit von der

Entwicklung des Krankheitsbildes verlängert werden.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Die Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern wurde bisher nicht nachgewiesen.

Wenn Sie eine größere Menge von Lodronat eingenommen haben, als Sie sollten

Bei Überdosierung muss mit Übelkeit, Erbrechen und Durchfall gerechnet werden. Bei Aufnahme

größerer Substanzmengen kann es zu einem Abfall des Blut-Kalziumspiegels (Hypokalzämie) kommen.

Bitte benachrichtigen Sie einen Arzt, wenn Sie eine größere Anzahl an Lodronat 520 mg - Filmtabletten

eingenommen haben, als Sie sollten.

Ein Anstieg des Serumkreatinins und Nierenfunktionsstörungen wurden mit hohen intravenösen Dosen

Dinatriumclodronat

gemeldet.

Fall

Nierenversagen

Leberschaden

wurde

nach

versehentlicher Einnahme von 20.000 mg (50x400 mg) Dinatriumclodronat berichtet.

Therapie

einer

Überdosierung

sollte

symptomatisch

erfolgen.

eine

ausreichende

Flüssigkeitszufuhr ist zu achten. Die Nieren- und Leberfunktion sowie das Serumkalzium sollten

überwacht werden.

Hinweis für das medizinische Fachpersonal:

Informationen zur Behandlung einer Überdosierung finden Sie am Ende dieser Gebrauchsinformation.

Wenn Sie die Einnahme von Lodronat vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Setzen

Sie die Behandlung wie verordnet fort.

Wenn Sie die Einnahme von Lodronat abbrechen

Auch wenn Sie Lodronat aus irgendeinem Grund nicht mehr einnehmen, sollen Sie das Ihrem Arzt

melden, um mögliche gesundheitliche Nachteile zu vermeiden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Die am häufigsten berichtete Nebenwirkung ist Durchfall, die in der Regel mild verläuft und häufiger

bei höherer Dosierung auftritt.

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Übelkeit, Erbrechen und Durchfall

erniedrigte Blutkalziumwerte (ohne Symptome bzw. Beschwerden)

Erhöhung bestimmter Leberenzyme (Transaminasen) im Blut (ohne den Normalbereich zu

überschreiten)

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. Hautreaktionen)

Erniedrigte Blutkalziumwerte (mit Symptomen bzw. Beschwerden einhergehend)

Zunahme des Serum-Parathormons mit vermindertem Kalzium-Spiegel

Erhöhung der alkalischen Phosphatase im Serum

Ungewöhnliche (atypische) Brüche des Oberschenkelknochens

Verschlechterung

Nierenfunktion

(Anstieg

Serum-Kreatinins

vermehrte

Eiweißausscheidung mit dem Urin)

Erhöhung bestimmter Leberenzyme (Transaminasen) im Blut (um mehr als das Zweifache des

normalen Bereichs)

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen):

Verminderung des Serum-Phosphat-Spiegels

Erhöhung der Laktatdehydrogenase (LDH) im Serum

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn bei Ihnen Ohrenschmerzen, Ausfluss aus dem Ohr und/oder

eine Ohreninfektion auftreten. Diese könnten Anzeichen für eine Schädigung der Knochen im

Ohr sein.

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Über Schmerzen, Schwellung und Taubheit des Kiefers oder Lockerung der Zähne wurde bei

Patienten berichtet, welche Bisphosphonate (Gruppe von Arzneimittel zu der auch Lodronat

gehört) erhielten. Dies könnten Anzeichen einer Knochenschädigung im Kiefer (Osteonekrose)

sein. Verständigen Sie unverzüglich Ihren Arzt und Zahnarzt, wenn Sie eines dieser Symptome

bemerken.

Reizung der Schleimhäute des oberen Verdauungstraktes (Speiseröhre, Magen), Entzündungen,

Geschwüre

oder

Schmerzen

Speiseröhre,

Magen

oder

Zwölffingerdarm

(manche

schwerwiegend und mit Komplikationen)

Augenerkrankungen

einschließlich

Uveitis

(Entzündung

Gefäßhaut

Auges),

Konjunktivitis (Bindehautentzündung), Episkleritis (Entzündung einer dünnen Gewebeschicht

des weißen Teils des Auges) und Skleritis (Entzündung des Weißen des Auges)

Verschlechterung der Lungenfunktion bei Patienten mit Acetylsalicylsäure-sensitivem Asthma

Überempfindlichkeitsreaktionen in Form von Störungen der Lungenfunktion

Beeinträchtigung der Nierenfunktion (Erhöhung des Serum-Kreatinins und Proteinurie), schwere

Nierenschäden vor allem nach schneller Verabreichung von hohen Dosen über die Vene

(intravenöse Infusion)

Einzelfälle von Nierenversagen, in seltenen Fällen mit tödlichem Ausgang, wurden besonders bei

gleichzeitiger Einnahme von bestimmten schmerz- und entzündungshemmenden Arzneimitteln

(vor allem Diclofenac) berichtet.

Patienten, die mit dem Wirkstoff behandelt wurden, berichteten über starke Knochen-, Gelenk-

und/oder Muskelschmerzen. Das Auftreten dieser Symptome variierte von Tagen bis einigen

Monaten nach Beginn der Behandlung.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Lodronat aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton/der Blisterpackung nach „Verwendbar

bis“/„Verw. bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf

den letzten Tag des angegebenen Monats.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Lodronat enthält

Der Wirkstoff ist: Dinatriumclodronat.

1 Filmtablette enthält 649,73 mg Dinatriumclodronat

O entsprechend 520 mg

Dinatriumclodronat.

Die sonstigen Bestandteile sind: Talkum, Maisstärke, mikrokristalline Cellulose,

Magnesiumstearat, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A), Hypromellose, Polyacrylat-Dispersion

30 %, Macrogol 10.000, Lactose-Monohydrat, Titandioxid (E 171), Polysorbat 80, Natriumcitrat.

Wie Lodronat aussieht und Inhalt der Packung

Die Filmtabletten sind länglich, weiß, haben eine beidseitige Bruchrille und die einseitige Prägung

„E 9“.

Sie erhalten die Filmtabletten in Blisterpackungen mit 30 oder 60 Stück.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

RIEMSER Pharma GmbH

An der Wiek 7

17493 Greifswald – Insel Riems

Deutschland

phone

+49 30 338427-0

+49 38351 308

e-mail

info@RIEMSER.com

Hersteller

CENEXI

52 Rue Marcel et Jacques Gaucher

94120 Fontenay sous Bois

Frankreich

RIEMSER Pharma GmbH

An der Wiek 7

17493 Greifswald – Insel Riems

Deutschland

Z.Nr.:

1-20266

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Dezember 2020.

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Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Hinweis für den Arzt bei Überdosierung

Die Therapie sollte symptomatisch erfolgen. Eine adäquate Flüssigkeitszufuhr sollte gewährleistet

sein, und die Nieren- und Leberfunktion sowie das Serumkalzium sollten überwacht werden.

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Lodronat 520 mg - Filmtabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Eine Filmtablette enthält 649,73 mg Dinatriumclodronat

O entsprechend 520 mg

Dinatriumclodronat.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: Lactose-Monohydrat (4,875 mg pro Filmtablette);

Natrium (3,6 mmol pro Filmtablette).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe, Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Filmtablette.

Weiße, längliche Filmtabletten mit beidseitiger Bruchrille und der Prägung „E 9“ auf einer Seite.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1.

Anwendungsgebiete

Osteolyse und Hyperkalzämie infolge von Knochenmetastasen solider Tumoren (z.B. Mamma-,

Prostata-, Schilddrüsen-Karzinom) oder infolge hämatologischer Neoplasien (z.B. Plasmozytom).

Paraneoplastische Hyperkalzämie. Bei der Behandlung der Hyperkalzämie dienen die Filmtabletten

als Fortsetzung einer mit der Infusion begonnenen Therapie.

Lodronat wird angewendet bei Erwachsenen.

4.2.

Dosierung und Art der Anwendung

Der Patient soll sich nach der Einnahme von Lodronat nicht hinlegen, sondern in aufrechter Position

verbleiben, um das Risiko für ösophageale Reizungen und damit verbundene Nebenwirkungen zu

verringern.

Dosierung

Die Tagesdosis beträgt im Allgemeinen 2 Filmtabletten. Im Einzelfall kann eine höhere Tagesdosis -

bis maximal 4 Filmtabletten - erforderlich sein.

Die Behandlungsdauer beträgt im Allgemeinen 6 Monate und kann in Abhängigkeit von der

Entwicklung des Krankheitsbildes verlängert werden.

Patienten mit Niereninsuffizienz:

Dinatriumclodronat wird hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden. Daher ist bei Patienten mit

eingeschränkter Nierenfunktion bei der Anwendung von Dinatriumclodronat Vorsicht geboten.

Es wird empfohlen, die Dinatriumclodronat-Dosis, wie folgt, zu reduzieren:

Grad der

Niereninsuffizienz

Kreatinin-Clearance,

ml/min

Dosis

Mild

50-80 ml/min

1040 mg täglich (keine Dosisreduzierung empfohlen)

Mäßig

30-50 ml/min

75 % der empfohlenen täglichen Dosis (780 mg)

Schwer *

<30 ml/min

50 % der empfohlenen täglichen Dosis (520 mg)

* Für oral eingenommenes Dinatriumclodronat liegen keine pharmakokinetischen Daten bei

niereninsuffizienten Patienten mit einer Kreatinin-Clearance unter 10 ml/min vor. Daher darf Lodronat

in solchen Fällen, außer beim kurzzeitigen Einsatz bei rein funktioneller Niereninsuffizienz verursacht

durch eine erhöhte Serumkalziumkonzentration, nicht eingesetzt werden (siehe Abschnitt 4.3).

Patienten mit Leberinsuffizienz:

Es ist nicht erforderlich, bei Patienten mit Leberfunktionseinschränkung eine Dosisanpassung

vorzunehmen. Während der Behandlung sollen die Leberfunktionsparameter (AP, LDH und

Transaminasen) überprüft werden.

Kinder und Jugendliche:

Die Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern wurde bisher nicht nachgewiesen.

Ältere Patienten

(≥

65 Jahre):

Sofern keine Niereninsuffizienz vorliegt, ist eine Dosisanpassung von Lodronat bei älteren Patienten

nicht erforderlich.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Dinatriumclodronat wird hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden. Während der Behandlung ist

daher auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten.

Die Tagesdosis von 1040 mg sollte auf einmal eingenommen werden. Wenn höhere Tagesdosen

verwendet werden, sollte der Teil der Dosis über 1040 mg separat (als zweite Dosis) eingenommen

werden (siehe unten).

Bei magenempfindlichen Patienten können die Filmtabletten 2 × täglich gegeben werden.

Die einzelne Tagesdosis und die erste Dosis von zweien sollte am besten morgens auf nüchternen

Magen unzerkaut mit einem Glas Wasser eingenommen werden. Der Patient sollte danach für eine

Stunde auf Essen, Trinken (außer Leitungswasser) und jegliche andere orale Arzneimittel verzichten.

Bei zwei Dosen sollte die erste Dosis wie oben empfohlen eingenommen werden. Die zweite Dosis

sollte zwischen den Mahlzeiten eingenommen werden, mehr als zwei Stunden nach und eine Stunde

vor dem Essen, Trinken (außer Leitungswasser) oder der Einnahme anderer oraler Arzneimittel.

Dinatriumclodronat sollte auf keinen Fall mit Milch, Nahrungsmitteln oder Arzneimitteln, die

Kalzium oder andere zweiwertige Kationen enthalten, eingenommen werden, da sie die Absorption

von Dinatriumclodronat beeinträchtigen.

4.3.

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten

sonstigen Bestandteile.

Nierenfunktionsstörung mit einer Kreatinin-Clearance unter 10 ml/min oder einem

Serumkreatinin über 5 mg/dl mit Ausnahme der kurzfristigen Anwendung bei rein

funktioneller Einschränkung der renalen Clearance durch Hyperkalzämie.

Gleichzeitige Behandlung mit anderen Bisphosphonaten.

Akute Entzündungen und Blutungen des Gastrointestinaltrakts.

Schwangerschaft, Stillzeit.

Wie andere Bisphosphonate ist Dinatriumclodronat bei Patienten mit Missbildungen der

Speiseröhre, die die ösophageale Leerung verzögern, wie Stenose oder Achalasie,

kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.4).

4.4.

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist während der Behandlung zu achten. Dies ist besonders

wichtig, wenn Dinatriumclodronat an Patienten mit Hyperkalzämie oder eingeschränkter

Nierenfunktion verabreicht wird.

Vor einer Hyperkalzämiebehandlung mit Dinatriumclodronat sollte die renale Ausscheidung von

überschüssigem Kalzium durch Wiederherstellung und Aufrechterhaltung einer ausgeglichenen

Flüssigkeitsbilanz und Harnausscheidung unterstützt werden. Bei Patienten mit (latenter)

Herzinsuffizienz ist eine Hyperhydratation zu vermeiden.

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz ist bei der Anwendung von Dinatriumclodronat Vorsicht geboten

(siehe Abschnitt 4.2 „Patienten mit Niereninsuffizienz“).

Vor und während der Behandlung mit Dinatriumclodronat sind bei allen Patienten sowie besonders bei

Patienten mit Plasmozytom regelmäßige Kontrollen des Serumkreatinins zur Beurteilung der

Nierenfunktion vorzunehmen.

In klinischen Studien sind asymptomatische, reversible Erhöhungen der Transaminasen aufgetreten,

ohne Veränderungen anderer Leberwerte.

Vor und während der Behandlung sollen das Serumkalzium sowie das Serumphosphat und die

Leberfunktionsparameter (AP, LDH und Transaminasen) und das Blutbild überprüft werden. Bei

Auftreten einer Hypokalzämie (siehe Abschnitt 4.8) ist die Dinatriumclodronatdosis entsprechend zu

reduzieren.

Unter der Behandlung mit Dinatriumclodronat ist für eine ausreichende Zufuhr von Kalzium und

Vitamin D zu sorgen.

Kieferknochennekrosen

Über Kieferknochennekrosen, im Allgemeinen mit Zahnextraktionen und/oder lokalen Infektionen

(einschließlich Osteomyelitis) einhergehend, wurde bei Krebspatienten berichtet, deren

Behandlungsschemata intravenös oder oral verabreichte Bisphosphonate einschlossen. Viele dieser

Patienten erhielten außerdem eine Chemotherapie und Kortikosteroide. Kieferknochennekrosen

wurden auch bei Patienten mit Osteoporose berichtet, die orale Bisphosphonate erhielten.

Eine zahnärztliche Untersuchung mit geeigneten Präventivmaßnahmen sollte vor der Behandlung mit

Bisphosphonaten für Patienten mit begleitenden Risikofaktoren (z.B. Krebs, Chemotherapie,

Radiotherapie, Kortikosteroiden und mangelhafter Mundhygiene) in Betracht gezogen werden.

Während der Behandlung sind invasive zahnärztliche Maßnahmen bei diesen Patienten zu vermeiden.

Bei Patienten, die während der Behandlung mit Bisphosphonaten eine Kieferknochennekrose

entwickeln, könnte ein zahnärztlicher Eingriff diesen Zustand verschlechtern. Es liegen keine Daten

für Patienten vor, die eine zahnärztliche Maßnahme benötigen, und die darauf hinweisen, ob ein

Abbruch der Behandlung mit Bisphosphonaten das Risiko von Kieferknochennekrosen reduziert.

Der Behandlungsplan von jedem Patienten sollte auf der klinischen Beurteilung des behandelnden

Arztes, basierend auf einer individuellen Nutzen/Risiko Bewertung, beruhen.

Knochennekrosen des äußeren Gehörgangs

Bei der Anwendung von Bisphosphonaten wurde über Knochennekrosen des äußeren Gehörgangs

berichtet, und zwar hauptsächlich im Zusammenhang mit Langzeitbehandlungen. Zu den möglichen

Risikofaktoren für eine Knochennekrose des äußeren Gehörgangs zählen die Anwendung von

Steroiden und chemotherapeutischen Behandlungen und/oder lokale Risikofaktoren wie z. B.

Infektionen oder Traumata. Die Möglichkeit einer Knochennekrose des äußeren Gehörgangs sollte bei

Patienten, die Bisphosphonate erhalten und mit Ohrsymptomen, einschließlich chronischer

Ohreninfektionen, vorstellig werden, in Betracht gezogen werden.

Gastrointestinale Irritation

Oral verabreichte Bisphosphonate können lokale Irritationen der oberen Magen-Darm-Schleimhaut

hervorrufen. Aufgrund dieser möglichen reizenden Wirkungen und der Möglichkeit der

Verschlimmerung der Grundkrankheit ist Vorsicht geboten, wenn Dinatriumclodronat an Patienten mit

aktiven Problemen im oberen Magen-Darm-Trakt (z.B. bekanntem Barrett-Ösophagus, Dysphagie,

anderen ösophagealen Erkrankungen, Gastritis, Zwölffingerdarmentzündung oder Geschwüren)

verabreicht wird.

Unerwünschte Ereignisse wie Ösophagitis, ösophageale Ulzerationen und ösophageale Erosionen, die

in manchen Fällen schwer verliefen und einen Krankenhausaufenthalt nötig machten, selten mit

Blutungen oder gefolgt von ösophagealer Stenose oder Perforation, wurden bei Patienten berichtet, die

mit oralen Bisphosphonaten behandelt wurden. Das Risiko von schweren ösophagealen

unerwünschten Ereignissen scheint größer zu sein bei Patienten, die die Dosierungsanweisung nicht

einhalten und/oder weiter orale Bisphosphonate einnehmen, nachdem sie Symptome entwickelt haben,

die auf eine ösophageale Reizung hindeuten. Patienten sollten die Hinweise zur Dosierung besonders

beachten und in der Lage sein, diese zu befolgen.

Ärzte sollten durch jedes Anzeichen oder Symptom, das auf eine mögliche ösophageale Reaktion

hinweist, alarmiert sein und Patienten sollten angewiesen werden, die Behandlung mit

Dinatriumclodronat abzusetzen und ärztlichen Rat einzuholen, wenn sie eine Dysphagie,

Odynophagie, retrosternale Schmerzen oder erstmals auftretendes oder verschlimmertes Sodbrennen

entwickeln.

Obwohl in kontrollierten klinischen Studien kein erhöhtes Risiko beobachtet wurde, gab es nach der

Markteinführung Berichte über Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre nach Anwendung von oralen

Bisphosphonaten, einige davon waren schwer und mit Komplikationen verbunden.

Atypische Femurfrakturen

Atypische subtrochantäre und diaphysäre Femurfrakturen wurden unter Bisphosphonat-Therapie

berichtet, vor allem bei Patienten unter Langzeitbehandlung gegen Osteoporose. Diese transversalen

oder kurzen Schrägfrakturen können überall entlang des Oberschenkelknochens auftreten, direkt

unterhalb des Trochanter minor bis direkt oberhalb der Femurkondylen. Diese Frakturen entstehen

nach einem minimalen Trauma oder ohne Trauma und manche Patienten verspüren Oberschenkel-

oder Leistenschmerzen oft im Zusammenhang mit Anzeichen einer atypischen Stressfraktur in

bildgebenden Verfahren Wochen bis Monate vor dem Auftreten einer manifesten Femurfraktur.

Frakturen treten häufig bilateral auf. Aus diesem Grund sollte bei Patienten, die mit Bisphosphonaten

behandelt werden und eine Femurschaftfraktur hatten, der kontralaterale Femur ebenfalls untersucht

werden. Über eine schlechte Heilung dieser Frakturen ist ebenfalls berichtet worden. Bei Patienten mit

Verdacht auf eine atypische Femurfraktur sollte ein Absetzen der Bisphosphonat-Therapie,

vorbehaltlich einer Beurteilung des Patienten auf Grundlage einer individuellen Nutzen-Risiko-

Bewertung, in Betracht gezogen werden.

Während einer Behandlung mit Bisphosphonaten sollte den Patienten geraten werden, über jegliche

Oberschenkel-, Hüft- oder Leistenschmerzen zu berichten und jeder Patient mit diesen Symptomen

sollte auf eine unvollständige Femurfraktur hin untersucht werden.

Frauen im gebärfähigen Alter müssen sich einer wirksamen Kontrazeption unterziehen.

Eine Filmtablette enthält 4,875 mg Lactose-Monohydrat. Patienten mit der seltenen hereditären

Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten

Lodronat nicht einnehmen.

Dieses Arzneimittel enthält 83,4 mg Natrium pro Filmtablette, entsprechend 4 % der von der WHO für

einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.

4.5.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Dinatriumclodronat bildet schwer lösliche Komplexe mit zweiwertigen Kationen. Daher können

Nahrungsmittel mit hohem Kalziumgehalt (z.B. Milch und Milchprodukte) oder kalzium-, eisen- oder

magnesiumhaltige Arzneimittel (z. B. Antacida) die Resorption von Dinatriumclodronat im Magen-

Darm-Trakt vermindern.

Die gleichzeitige Behandlung mit anderen Bisphosphonaten ist kontraindiziert.

Es gibt Berichte, dass eine gleichzeitige Anwendung von Dinatriumclodronat und NSAIDs (vor allem

Diclofenac) Nierenfunktionsstörungen hervorruft (siehe Abschnitt 4.8).

Über einen Anstieg der Serumkonzentration von Estramustinphosphat um bis zu 80 % wurde bei

gleichzeitiger Anwendung von Estramustinphosphat und Dinatriumclodronat berichtet.

Die kalziumsenkende Wirkung von Dinatriumclodronat kann durch die gleichzeitige Gabe von

Aminoglykosiden verstärkt werden. Dies kann auch der Fall sein, wenn die jeweiligen Gaben von

Dinatriumclodronat und Aminoglykosiden in einem Abstand von einer oder mehreren Wochen

erfolgen. In einzelnen Fällen wurde eine schwere Hypokalzämie beobachtet. Besondere Vorsicht ist

bei gleichzeitig bestehender Hypomagnesiämie geboten.

4.6.

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Fertilität

Dinatriumclodronat verursachte keine fetalen Schäden in Tierversuchen, aber höhere Dosen

verringerten die männliche Fruchtbarkeit.

Es liegen keine klinischen Daten über die Wirkung von Dinatriumclodronat auf die Fruchtbarkeit beim

Menschen vor.

Schwangerschaft und Stillzeit

Dinatriumclodronat darf während Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden, da

nachteilige Effekte auf den Fötus bzw. den Säugling nicht ausgeschlossen werden können (siehe

Abschnitt 4.3).

Frauen im gebärfähigen Alter müssen sich einer wirksamen Kontrazeption unterziehen.

4.7.

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Lodronat hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8.

Nebenwirkungen

Die am häufigsten berichtete Nebenwirkung ist Diarrhö, die in der Regel mild verläuft und häufiger

bei höherer Dosierung auftritt.

Systemorgan-

klasse

Häufig

Selten

Sehr selten

Nicht bekannt

1/100 bis <1/10)

1/10.000

bis<1/1.000)

(< 1/10.000)

(Häufigkeit auf

Grundlage der

verfügbaren Daten

nicht abschätzbar)

Stoffwechsel-

Ernährungs-

störungen

asymptomatische

Hypokalzämie

symptomatische

Hypokalzämie;

Zunahme des

Serum-

Parathormons mit

vermindertem

Kalzium-Spiegel;

Erhöhung der

alkalischen

Phosphatase im

Serum*

Erkrankungen

des Gastro-

intestinaltrakts

Diarrhö

, Übelkeit

und Erbrechen

Reizung der

Schleimhäute des

oberen

Gastrointestinaltraktes,

Ösophagitis,

ösophageale Ulzera,

ösophageale

Erosionen,

Magen-und

Zwölffingerdarm-

geschwüre

Leber- und

Gallenerkrank-

ungen

Erhöhung der

Transaminasen im

Serum, im

normalen Bereich

Erhöhung der

Transaminasen im

Serum, um mehr

als das Zweifache

des normalen

Bereichs ohne

assoziierte andere

Leberfunktions-

anomalien

Erkankungen

der Haut und

des Unterhaut-

zellgewebes

Überempfindlich-

keitsreaktionen

(Hautreaktionen)

Skelett-

muskulatur-,

Bindegewebs-

und Knochen-

erkrankungen

Atypische

subtrochantäre und

diaphysäre

Femurfrakturen

(unerwünschte

Wirkung der

Substanzklasse der

Bisphosphonate)

Knochennekrose

des äußeren

Gehörgangs

(Nebenwirkung der

Arzneimittelklasse

Bisphosphonate)

Erkrankungen

der Nieren und

Harnwege

Verschlechterung

der Nierenfunktion

Untersuchungen

Verminderung des

Serum-Phosphat-

Spiegels;

Erhöhung der

Laktatde-

hydrogenase (LDH)

im Serum

* Bei Patienten mit metastatischer Erkrankung, kann auch durch eine Leber- und Knochenerkrankung

bedingt sein.

Gewöhnlich mild

Einige schwerwiegend und mit Komplikationen

Erfahrungen nach Markteinführung

Augenerkrankungen

Uveitis wurde nach der Markteinführung mit Dinatriumclodronat berichtet. Die folgenden Reaktionen

wurden bei anderen Bisphosphonaten berichtet: Konjunktivitis, Episkleritis und Skleritis. Eine

Konjunktivitis wurde mit Dinatriumclodronat nur bei einem Patienten berichtet, der gleichzeitig mit

einem anderen Bisphosphonat behandelt wurde. Episkleritis und Skleritis wurden bisher für

Dinatriumclodronat nicht berichtet (Bisphosphonat-Klasseneffekt).

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Verschlechterung der Lungenfunktion bei Patienten mit Acetylsalicylsäure-sensitivem Asthma.

Überempfindlichkeitsreaktionen manifestieren sich in Form von respiratorischen Störungen.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Beeinträchtigung der Nierenfunktion (Erhöhung des Serum-Kreatinins und Proteinurie), schwere

Nierenschäden vor allem nach schneller intravenöser Infusion von hohen Dosen.

Einzelfälle von Nierenversagen, in seltenen Fällen mit tödlichem Ausgang, wurden berichtet

besonders bei gleichzeitiger Einnahme von NSAIDs (vor allem Diclofenac).

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Es liegen vereinzelte Berichte über Osteonekrose des Kiefers vor, hauptsächlich bei Patienten, die

zuvor mit Amino-Bisphosphonaten wie Zoledronat und Pamidronat behandelt wurden (siehe auch

Abschnitt 4.4).

Starke Knochen-, Gelenk- und/ oder Muskelschmerzen wurden bei Patienten, die Dinatriumclodronat

genommen haben, gemeldet. Jedoch waren solche Berichte selten und in randomisierten Placebo-

kontrollierten Studien waren keine Unterschiede zwischen Placebo und Verum behandelten Patienten

erkennbar.

Das Auftreten dieser Symptome variierte von Tagen bis einigen Monaten nach Beginn der

Dinatriumclodronat-Behandlung.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über

das nationale Meldesystem anzuzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

4.9.

Überdosierung

Symptome

Bei akuter Überdosierung können gastrointestinale Reizerscheinungen (Nausea, Erbrechen, Diarrhoe)

auftreten. Bei Aufnahme größerer Substanzmengen kann es infolge der kalziumkomplexierenden

Wirkung von Dinatriumclodronat zu einer Hypokalzämie kommen.

Ein Anstieg des Serumkreatinins und Nierenfunktionsstörungen wurden mit hohen intravenösen

Dosen von Dinatriumclodronat gemeldet. Ein Fall von Nierenversagen und Leberschaden wurde nach

versehentlicher Einnahme von 20.000 mg (50×400 mg) Dinatriumclodronat berichtet.

Therapie

Die Therapie einer Überdosierung sollte symptomatisch erfolgen. Eine adäquate Flüssigkeitszufuhr

sollte gewährleistet sein, und die Nieren- und Leberfunktion sowie das Serumkalzium sollten

überwacht werden.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1.

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Mittel mit Einfluss auf die Knochenstruktur und die Mineralisation,

Bisphosphonate, Clodronsäure, ATC-Code: M05BA02

Bisphosphonate sind strukturelle Analoga anorganischer Pyrophosphate. Sie sind resistent gegenüber

enzymatischen und chemischen Veränderungen. Bisphosphonate zeigen eine hohe Bindungsaffinität

zu Calcium, aus diesem Grund werden sie selektiv an der mineralienexponierenden

Knochenoberfläche adsorbiert.

Während des natürlichen Knochenumbauprozesses werden sie in die knochenresorbierenden

Osteoklasten aufgenommen und führen zu einer reduzierten Umbaurate. Basierend auf ihrer

chemischen Struktur existieren zwei Gruppen von Bisphosphonaten, die Non-Amino-Bisphosphonate

und die Amino-Bisphosphonate. Neben ihrer Struktur unterscheiden sie sich auch in ihrem

Wirkmechanismus.

Dinatriumclodronat ist ein Non-Amino-Bisphosphonat. Es ersetzt innerhalb des Osteoklasten die

funktionelle Phosphateinheit im Adenosintriphosphat (ATP) gegen eine strukturell ähnliche, aber nicht

hydrolysierbare Gruppe. Dies führt zu einer geringeren Energiebereitstellung im Osteoklasten und zu

einer reduzierten Aktivität. Final kann es zu einer Apoptose kommen.

Im Gegensatz dazu unterbinden Amino-Bisphosphonate über eine selektive Enzymhemmung eine

post-translationale Proteinveränderung, die ebenfalls zu einer Apoptose der Osteoklasten führt.

5.2.

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Dinatriumclodronat wird nur geringgradig (zu 2 - 5 %) resorbiert.

Biotransformation

Dinatriumclodronat wird nicht metabolisiert.

Elimination

Von der resorbierten Menge werden 70 % innerhalb von 48 Stunden unverändert über die Nieren

ausgeschieden, der übrige Anteil wird im Knochen gebunden und in Abhängigkeit von dessen

Umbaurate beim Knochenabbau freigesetzt.

5.3.

Präklinische Daten zur Sicherheit

In den präklinischen Studien zur Sicherheitspharmakologie und Toxizität bei wiederholter

Verabreichung ergaben sich keine Hinweise auf Risiken, die über die bekannten Nebenwirkungen

beim Menschen hinausgehen. Dinatriumclodronat erwies sich weiterhin als nicht mutagen und nicht

kanzerogen in den eingesetzten Standardtests.

In einer reproduktionstoxikologischen Untersuchung an Mäusen wurden bei intraperitonealer

Verabreichung hoher Dosen von Dinatriumclodronat skelettale Missbildungen bei den Föten

festgestellt.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1.

Liste der sonstigen Bestandteile

Talkum, Maisstärke, mikrokristalline Cellulose, Magnesiumstearat, Carboxymethylstärke-Natrium

(Typ A), Hypromellose, Polyacrylat-Dispersion 30 %, Macrogol 10.000, Lactose-Monohydrat,

Titandioxid (E 171), Polysorbat 80, Natriumcitrat.

6.2.

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3.

Dauer der Haltbarkeit

5 Jahre

6.4.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5.

Art und Inhalt des Behältnisses

Blisterpackungen mit 30 oder 60 Filmtabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

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