Lipiduc 20 mg Filmtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Simvastatin
Verfügbar ab:
Genthon BV
INN (Internationale Bezeichnung):
simvastatin
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Simvastatin 20.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
54434.02.00

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR ANWENDER

Lipiduc 20 mg Filmtabletten

Wirkstoff: Simvastatin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen für Sie.

-

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

-

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

-

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Symptome haben wie Sie.

-

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Was in dieser Packungsbeilage steht:

Was ist Lipiduc und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Lipiduc beachten?

Wie ist Lipiduc einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Lipiduc aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

WAS IST Lipiduc UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?

Lipiduc gehört zur Arzneimittelgruppe der so genannten Statine. Diese Arzneimittel hemmen die

Bildung von Cholesterin in der Leber und senken den Cholesterin- und Fettgehalt im Blut.

Lipiduc wird angewendet zur Behandlung von:

hohen Cholesterinspiegeln im Blut (Hypercholesterinämie) in Verbindung mit oder ohne erhöhte

Blutspiegeln bestimmter Fette (Triglyzeride), wenn die Kombination aus Diät, körperlicher

Betätigung und Gewichtsabnahme keine Senkung des Cholesterinspiegels bewirkt hat.

hohen Cholesterinspiegeln im Blut infolge einer angeborenen Störung (homozygote familiäre

Hypercholesterinämie) ergänzend zu einer Diät und anderen Behandlungen zur Senkung der

Fettwerte oder wenn andere Behandlungen zur Senkung des Cholesterinspiegels nicht geeignet

sind.

bestehenden Herzbeschwerden (atherosklerotische kardiovaskuläre Erkrankung) oder Diabetes

(Diabetes mellitus), um normale oder erhöhte Cholesterinspiegel zu senken und so das Risiko für

Komplikationen der kardiovaskulären Erkrankung zu mindern.

2.

WAS SOLLTEN SIE VOR DER EINNAHME VON Lipiduc BEACHTEN?

Lipiduc darf nicht eingenommen werden,

-

wenn Sie allergisch gegen Simvastatin oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteiledieses Arzneimittels, wie Lactose, sind.

-

wenn Sie eine Lebererkrankung haben.

-

wenn Ihre Blutwerte bestimmter Leberenzyme (Serumtransaminasen) erhöht sind.

-

wenn Sie schwanger sind oder stillen (siehe Abschnitt 2, Schwangerschaft und Stillzeit).

-

wenn Sie gleichzeitig eines oder mehrere der folgenden Arzneimittel anwenden: Mittel gegen

Pilzerkrankungen (Ketoconazol, Itraconazol oder Posaconazol), Mittel zur Behandlung von HIV-

Infektionen (z. B. Nelfinavir, Indinavir, Ritonavir und Saquinavir (HIV-Protease-Hemmer werden

zur Behandlung von HIV-Infektionen eingesetzt), bestimmte Arten von Antibiotika

(Erythromycin, Clarithromycin und Telithromycin) und/oder bestimmte Arten von Antidepressiva

(Nefazodon) (siehe Abschnitt 2, Einnahme von Lipiduc zusammen mit anderen Arzneimitteln).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Simvastatin einnehmen.

Bitte prüfen Sie, ob einer der unten aufgeführten Warnhinweise auf Sie zutrifft oder in der

Vergangenheit zugetroffen hat. Wenden Sie sich umgehend an Ihren Arzt oder Apotheker:

-

wenn Sie schon einmal allergisch gegen dieses oder ähnliche Arzneimittel oder einen der

sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels reagiert haben.

-

wenn Sie eine Lebererkrankung in Ihrer Krankengeschichte haben

-

wenn Sie erhebliche Mengen Alkohol konsumieren.

-

wenn Sie sich einer größeren Operation unterziehen müssen. Ihr Arzt wird Ihnen mitteilen, dass

die Behandlung mit Lipiduc ein paar Tage vor der Operation vorübergehend abgesetzt werden

muss.

-

wenn Sie an einer schweren Lungenerkrankung leiden (informieren Sie Ihren Arzt, wenn bei

Ihnen Atemprobleme auftreten, insbesondere wenn diese mit andauerndem, unproduktivem

Husten, Kurzatmigkeit oder Fieber einhergehen).

Während der Behandlung mit diesem Arzneimittel wird Ihr Arzt Sie eng überwachen, wenn Sie

an Diabetes haben oder bei Ihnen ein erhöhtes Diabetesrisiko vorhanden ist. Es besteht dann ein

Diabetesrisiko bei Ihnen, wenn Sie hohe Blutzucker- oder Blutfettwerte haben, wenn Sie

übergewichtig sind oder hohen Blutdruck haben.

Ihr Arzt sollte Ihre Blutwerte vor Beginn der Behandlung mit Lipiduc untersuchen, um Ihre

Leberfunktion zu überprüfen.

Ihr Arzt wird eventuell Ihre Blutwerte auch während der Behandlung bestimmen, um Ihre

Leberfunktion weiterhin zu überwachen.

Wenn Sie unklare Muskelschmerzen, Empfindlichkeit oder Schwäche der Muskulatur

bemerken, wenden Sie sich bitte unverzüglich an Ihren Arzt. Dies ist erforderlich, da

Erkrankungen der Muskulatur in seltenen Fällen schwerwiegend sein können, was bis zu einem

Zerfall von Skelettmuskelzellen mit nachfolgendem Nierenversagen führen kann; dabei kam es

auch sehr selten zu Todesfällen.

Das Risiko für einen Zerfall von Skelettmuskelzellen erhöht sich mit steigender Dosis von Lipiduc.

Für manche Patienten besteht ebenfalls ein erhöhtes Risiko. Daher sollten Sie mit Ihrem Arzt

sprechen, wenn eine oder mehrere der folgenden Erkrankungen bzw. Umstände auf Sie zutrifft:

wenn Sie bereits einmal eine Muskelerkrankung unter Behandlung mit Statinen oder Fibraten

hatten (Arzneimittel zur Senkung der Blutfettwerte).

wenn Sie eine Frau sind

wenn Sie bereits älter als 65 Jahre sind

wenn Sie an einer Schilddrüsenerkrankung leiden, die bisher nicht behandelt wurde

wenn Sie oder ein eng verwandtes Familienmitglied eine erbliche Muskelerkrankung haben

wenn Sie in erheblichem Maße Alkohol zu sich nehmen

wenn Sie an einer Nierenfunktionsstörung leiden

Kinder

Sicherheit und Wirksamkeit wurden bei 10- bis 17-jährigen Jungen sowie bei Mädchen untersucht,

deren erste Menstruation (Regelblutung) mindestens 1 Jahr zurücklag (siehe Abschnitt 3. Wie ist

Lipiduc einzunehmen?). Simvastatin wurde nicht bei Kindern unter 10 Jahren untersucht. Weitere

Auskünfte hierzu erteilt Ihnen Ihr Arzt.

Einnahme von Lipiduc zusammen mit anderen Arzneimitteln

Lipiduc kann die Wirkung anderer Arzneimittel beeinträchtigen. Andere Arzneimittel können

wiederum die Wirksamkeit von Lipiduc beeinträchtigen.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie Arzneimittel zur Hemmung der Blutgerinnung anwenden

(Cumarin-Derivate wie z. B. Warfarin) oder solche Arzneimittel vor kurzem eingenommen haben.

Die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer Muskelerkrankung (Myopathie) steigt bei

gleichzeitiger Anwendung der folgenden Arzneimittel:

Fibrate wie Gemfibrozil und Bezafibrat

(Arzneimittel zur Senkung von Blutfetten [Lipiden], wie

Cholesterin).

Ciclosporin (ein Arzneimittel zur Unterdrückung des Immunsystems).

Danazol (ein synthetisches [künstlich hergestelltes] Steroid zur Behandlung von Endometriose und

Brustzysten bei Frauen).

Fluconazol, Itraconazol, Ketoconazol und Posaconazol

(Pilzmittel).

Erythromycin, Clarithromycin, Telithromycin oder Fusidinsäure (Antibiotika).

Mittel zur Behandlung von HIV-Infektionen wie Nelfinavir, Indinavir, Ritonavir und Saquinavir

(HIV-Protease-Hemmer werden zur Behandlung von HIV-Infektionen eingesetzt).

Nefazodon (Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen).

Amiodaron (Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen).

Verapamil und Diltiazem (Arzneimittel zur Behandlung von Bluthochdruck).

Amlodipin (Arzneimittel zur Behandlung von Bluthochdruck und Brustschmerz [Angina pectoris],

der dadurch verursacht wird, dass der Herzmuskel mit weniger Sauerstoff als notwendig versorgt

wird).

Rifampicin (Arzneimittel zur Behandlung von Tuberkulose).

Colchicin (Arzneimittel zur Behandlung von Gicht oder andere Erkrankungen).

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie eines der oben aufgeführten Arzneimittel oder

andere Arzneimittel einnehmen / anwenden bzw. vor kurzem eingenommen / angewendet haben, oder

möglicherweise einnehmen/anwenden werden. Bitte informieren Sie Ihren Arzt insbesondere, wenn

Sie eines oder mehrere der folgenden Arzneimittel einnehmen oder anwenden:

Arzneimittel zur Hemmung der Blutgerinnung wie Warfarin, Phenprocoumon oder

Acenocoumarol (Antikoagulanzien)

Fenofibrat (ein weiteres Arzneimittel zur Senkung von Cholesterin)

Niacin (ein weiteres Arzneimittel zur Senkung von Cholesterin)

Patienten chinesischer Herkunft informieren bitte ihren Arzt, wenn sie Niacin (Nicotinsäure) oder ein

niacinhaltiges Arzneimittel einnehmen.

Einnahme von Lipiduc zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Sie dürfen während der Behandlung mit Lipiduc keinen Grapefruitsaft trinken. Grapefruitsaft verstärkt

die Wirkung dieses Arzneimittels, und es kann so zu Nebenwirkungen kommen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Lipiduc darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Bei Frauen im

gebärfähigen Alter darf Lipiduc nur angewendet werden, wenn eine Schwangerschaft ausgeschlossen

wurde. Wenn Sie schwanger werden möchten oder vermuten, schwanger zu sein, müssen Sie die

Einnahme von Lipiduc sofort beenden.

Es ist nicht bekannt, ob Simvastatin in die Muttermilch übergeht. Da viele Arzneimittel in die

Muttermilch übergehen und Lipiduc bei Säuglingen schwerwiegende Nebenwirkungen verursachen

kann, darf Lipiduc während der Stillzeit nicht angewendet werden.

Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es gibt keine Hinweise darauf, dass Lipiduc das Reaktionsvermögen beeinträchtigt. Lipiduc kann in

seltenen Fällen Schwindel verursachen. Kommt es bei Ihnen zu Schwindel, dürfen Sie kein Fahrzeug

führen und keine Maschinen bedienen.

Lipiduc enthält Lactose.

Simvastatin-Tabletten enthalten den Milchzucker Lactose. Bitte nehmen Sie Lipiduc daher erst nach

Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit

gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

3.

WIE IST Lipiduc EINZUNEHMEN?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Ihr Arzt hat Ihnen die Menge an Lipiduc verschrieben, die Sie einnehmen sollen. Bevor Sie mit der

Einnahme von Lipiduc beginnen, wird Ihr Arzt Ihnen eine cholesterinsenkende

Diät verordnen. Sie

müssen diese Diät während der Behandlung mit Lipiduc fortsetzen.

Nehmen Sie die Tablette bzw. Tablettenhälften vor oder nach einer Mahlzeit mit Wasser ein.

Die übliche Dosis ist:

Hohe Cholesterinspiegel im Blut (Hypercholesterinämie)

Die Anfangsdosis beträgt gewöhnlich einmal täglich 10-20 mg abends in Kombination mit einer

verordneten Diät. Wenn Ihr Cholesterinspiegel stark gesenkt werden muss, kann Ihr Arzt eine

Anfangsdosis von 20-40 mg pro Tag verschreiben, die als Einzeldosis am Abend eingenommen wird.

Wenn Ihr Cholesterinspiegel extrem hoch ist und ein hohes Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung

besteht, kann Ihr Arzt die Dosis auf 80 mg pro Tag anpassen, die als Einzeldosis am Abend

eingenommen wird. Dies ist die Höchstdosis und wird für die Patienten empfohlen, die ihre

Cholesterin-Zielwerte mit einer niedrigeren Dosis nicht erreicht haben.

Angeborene hohe Cholesterinspiegel (homozygote familiäre Hypercholesterinämie)

Die empfohlene Dosis beträgt:

40 mg einmal täglich abends,

oder

80 mg täglich, verteilt auf drei getrennte Einnahmen, von 20 mg, 20 mg und eine Abenddosis von

40 mg.

Diese Dosierung ist eine Ergänzung anderer cholesterinsenkender Behandlungen. Sie wird auch dann

angewendet, wenn andere cholesterinsenkende Behandlungen nicht zur Verfügung stehen.

Herz-Kreislauf-Erkrankung

Die Anfangsdosis beträgt gewöhnlich einmal täglich 20-40 mg abends, unter Umständen in

Kombination mit einer verordneten Diät und körperlicher Betätigung.

Kombinationsbehandlung

Wenn Sie gleichzeitig gallensäurebindende Mittel wie Colestipol und Cholestyramin anwenden,

nehmen Sie Lipiduc entweder 2 Stunden vor oder mindestens 4 Stunden nach Anwendung dieser

Arzneimittel ein.

Nehmen Sie höchstens einmal täglich 10 mg Simvastatin ein, wenn Sie gleichzeitig eines der

folgenden Arzneimittel einnehmen müssen:

Arzneimittel zur Verhinderung von Abstoßungsreaktionen (Ciclosporin)

Arzneimittel zur Senkung des Fettgehalts im Blut (Fibrate wie Gemfibrozil mit Ausnahme von

Fenofibrat)

Vitamin B3 (Niacin).

Nehmen Sie höchstens einmal täglich 20 mg Simvastatin ein, wenn Sie gleichzeitig eines der

folgenden Arzneimittel einnehmen müssen:

Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) und/oder Bluthochdruck

(Hypertonie) (Amiodaron, Verapamil).

Patienten mit schwerer Einschränkung der Nierenfunktion

Nehmen Sie zu Beginn der Behandlung 10 mg Simvastatin abends ein. Ihr Arzt wird die weitere

Dosierung festlegen.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen (10 bis 17 Jahre)

Die übliche empfohlene Dosis für Kinder (10-17 Jahre) beträgt zu Beginn der Behandlung 10 mg

Simvastatin pro Tag als Einzeldosis am Abend. Die empfohlene Höchstdosis beträgt 40 mg

Simvastatin pro Tag.

Die Dosis von 80 mg wird nur für erwachsene Patienten mit sehr stark erhöhten Blutfettwerten und

hohem Risiko für Komplikationen im Zusammenhang mit einer Herzerkrankung empfohlen.

Anwendung bei älteren Patienten

Eine Dosisanpassung ist nicht notwendig.

Wenn Sie eine größere Menge Lipiduc eingenommen haben, als Sie sollten

Wenden Sie sich umgehend an Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie zu viel Lipiduc eingenommen

haben.

Wenn Sie die Einnahme von Lipiduc vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Wenn

Sie eine Einnahme vergessen haben, holen Sie diese nach, sobald Sie Ihr Versäumnis bemerken, es sei

denn, die nächste Einnahme sollte in weniger als 4 Stunden erfolgen. Setzen Sie in diesem Fall einfach

die Einnahme wie verordnet fort.

Wenn Sie die Einnahme von Lipiduc abbrechen

Setzen Sie die Einnahme von Lipiduc solange fort, bis Ihr Arzt Ihnen mitteilt, die Behandlung zu

beenden. Wenn Sie die Behandlung mit Lipiduc absetzen, können Ihre Cholesterinspiegel im Blut

wieder ansteigen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder

Apotheker

4.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Selten (betrifft möglicherweise 1 Behandelten von 1. 000)Sehr selten (betrifft möglicherweise

weniger als 1 Behandelten von 10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Folgende schwerwiegende Nebenwirkungen wurden selten berichtet:

Wenn eine der folgenden schwerwiegenden Nebenwirkungen auftritt, nehmen Sie dieses

Arzneimittel nicht weiter ein, sondern wenden Sie sich umgehend an Ihren Arzt oder begeben

Sie sich in die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses.

Muskelschmerzen, -empfindlichkeit, -schwäche oder -krämpfe. Erkrankungen der Muskulatur

können in seltenen Fällen schwerwiegend sein, was bis zu einem Zerfall von Skelettmuskelzellen

mit nachfolgendem Nierenversagen führen kann; dabei kam es auch sehr selten zu Todesfällen.

Überempfindlichkeits- (allergische) Reaktionen mit:

Schwellungen von Gesicht, Zunge und Rachen, die Probleme beim Atmen verursachen

können

schweren Muskelschmerzen, gewöhnlich in den Schultern und im Beckenbereich

Ausschlag mit Schwäche der Gliedmaßen und der Nackenmuskulatur

Gelenkschmerzen oder -entzündung

Entzündung der Blutgefäße

ungewöhnlichen blauen Flecken, Ausschlägen und Schwellungen der Haut, Nesselsucht,

Sonnenempfindlichkeit der Haut, Fieber, Gesichtsrötung

Atemnot und Unwohlsein

Lupus-ähnlichem Krankheitsbild (mit Hautausschlag, Gelenkerkrankungen und

Veränderungen des Blutbildes)

Leberentzündung mit Gelbfärbung von Haut und Augen, Juckreiz, dunklem Urin oder hellem

Stuhl, Leberversagen (sehr selten)

Entzündung der Bauchspeicheldrüse, oft in Verbindung mit starken Bauchschmerzen

Folgende Nebenwirkungen wurden ebenfalls selten berichtet:

erniedrigte Anzahl der roten Blutkörperchen (Blutarmut oder Anämie)

taubes Gefühl oder Schwäche in den Armen und Beinen

Kopfschmerzen, Prickeln, Schwindel

Verdauungsstörungen (Bauchschmerzen, Verstopfung, Blähungen, Verdauungsbeschwerden,

Durchfall, Übelkeit, Erbrechen)

Hautausschlag, Juckreiz, Haarausfall

Schwäche

Schlaflosigkeit (sehr selten)

Beeinträchtigung des Erinnerungsvermögens (sehr selten)

Auch die folgenden Nebenwirkungen wurden berichtet, aber ihre Häufigkeit kann auf Grundlage der

verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden (Häufigkeit nicht bekannt):

erektile Dysfunktion

Depression

Entzündung der Lungen mit Atemproblemen, einschließlich anhaltendem Husten und/oder

Kurzatmigkeit oder Fieber

Sehnenbeschwerden.

Weitere mögliche Nebenwirkungen, die unter einigen Statinen berichtet wurden:

Schlafstörungen, wie Schlaflosigkeit und Albträume

Gedächtnisverlust

Sexuelle Funktionsstörungen

Diabetes. Die Wahrscheinlichkeit hierfür ist erhöht, wenn Sie hohe Blutzucker- oder Blutfettwerte

haben, übergewichtig sind oder Bluthochdruck haben. Ihr Arzt wird Sie überwachen, wenn Sie

dieses Arzneimittel nehmen.

Laborwerte:

Es wurden Erhöhungen einiger Leberwerte und erhöhte Werte eines Muskelenzyms (CK,

Kreatinkinase) festgestellt.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

5.

WIE IST Lipiduc AUFZUBEWAHREN?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Für Lipiduc sind keine besonderen Lagerungstemperaturen erforderlich.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Blister und dem Umkarton nach „Verwendbar bis“

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Die ersten beiden Ziffern beziehen sich auf den

Monat und die letzten vier Ziffern auf das Jahr. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegeben Monats.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

6.

INHALT DER PACKUNG UND WEITERE INFORMATIONEN

Was Lipiduc enthält

-

Der Wirkstoff ist Simvastatin. 1 Filmtablette enthält 20 mg Simvastatin.

-

Die sonstigen Bestandteile sind: Lactose, mikrokristalline Cellulose (E 460), vorverkleisterte

Maisstärke, Butylhydroxyanisol (Ph.Eur.) (E 320), Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Talkum (E 553b),

Hyprolose (E 463), Hypromellose (E 464)

und Titandioxid (E 171).

Wie Lipiduc aussieht und Inhalt der Packung

Lipiduc 20 mg Filmtabletten sind weiße, kapselförmige Filmtabletten. Die Tabletten tragen die

Prägung „SVT“ auf der Seite ohne Bruchrille und „20“ auf der Seite mit Bruchrille.

Lipiduc 20 mg Filmtabletten

ist in Packungen mit 30, 50 und 100 Filmtabletten in Blistern erhältlich.

Die Blister enthalten 10 Filmtabletten.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Genthon BV

Microweg 22

6545 CM Nijmegen

Niederlande

Alternative Hersteller

Synthon Hispania S.L.

Castello 1, Polígono Las Salinas

08830 San Boi de Llobregat

Spanien

Alternativ

Synthon BV

Microweg 22

6545 CM Nijmegen

Niederlande

Alternativ

Sandoz Pharmaceuticals GmbH

Dieselstrasse 5

D-70839 Gerlingen

Deutschland

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Deutschland:

Lipiduc 20 mg Filmtabletten

Irland:

Simvastatin SY 20 mg Film-coated Tablets

Portugal:

Simvastatina

20 mg comprimidos revestidos

Vereinigtes Königreich: Simvastatin 20 mg Tablets

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im April 2012

________________________

Verschreibungspflichtig.

*0,06 €/Anruf (dt. Festnetz); max. 0,42 €/min (Mobilfunk).

Fachinformation

Lipiduc 5 mg Filmtabletten

Lipiduc 10 mg Filmtabletten

Lipiduc 20 mg Filmtabletten

Lipiduc 40 mg Filmtabletten

1. BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL

Lipiduc 5 mg Filmtabletten

Lipiduc 10 mg Filmtabletten

Lipiduc 20 mg Filmtabletten

Lipiduc 40 mg Filmtabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 Tablette Lipiduc 5 mg Filmtabletten enthält 5 mg Simvastatin.

1 Tablette Lipiduc 10 mg Filmtabletten enthält 10 mg Simvastatin.

1 Tablette Lipiduc 20 mg Filmtabletten enthält 20 mg Simvastatin.

1 Tablette Lipiduc 40 mg Filmtabletten enthält 40 mg Simvastatin.

Sonstiger Bestandteil

mit bekannter Wirkung: Lactosemonohydrat.

Jede Lipiduc 5 mg Filmtablette enhält 79,5 mg Lactosemonohydrat

Jede Lipiduc 10 mg Filmtablette enhält 74,5 mg Lactosemonohydrat.

Jede Lipiduc 20 mg Filmtablette enhält 149,0 mg Lactosemonohydrat.

Jede Lipiduc 40 mg Filmtablette enhält 298,0 mg Lactosemonohydrat.

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Filmtablette.

Lipiduc 5 mg Filmtabletten: Längliche, bikonvexe, weiße bis cremefarbene Filmtabletten mit einer

Bruchrille auf einer Seite.

Lipiduc 10 mg Filmtabletten: Längliche, bikonvexe, weiße bis cremefarbene Filmtabletten mit einer

Bruchrille auf einer Seite.

Lipiduc 20 mg Filmtabletten:

Längliche, bikonvexe, weiße bis cremefarbene Filmtabletten mit einer

Bruchrille auf einer Seite

Lipiduc 40 mg Filmtabletten:

Längliche, bikonvexe, weiße bis cremefarbene Filmtabletten mit einer

Bruchrille auf einer Seite.

Die Filmtabletten können in gleiche Dosen geteilt werden.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Hypercholesterinämie

Zur Behandlung der primären oder kombinierten Hyperlipidämie begleitend zu Diät, wenn Diät und andere nicht

pharmakologische Maßnahmen (z. B. körperliches Training und Gewichtsabnahme) allein nicht ausreichen.

Zur Behandlung der homozygoten familiären Hypercholesterinämie. Lipiduc wird begleitend zu Diät und anderen

lipidsenkenden Maßnahmen (z. B. LDL-Apherese) angewandt oder wenn solche Maßnahmen nicht geeignet sind.

Kardiovaskuläre Prävention

Zur Senkung kardiovaskulärer Mortalität und Morbidität bei Patienten mit manifester atherosklerotischer

Herzerkrankung oder Diabetes mellitus, deren Cholesterinwerte normal oder erhöht sind. Begleitend zur Korrektur

anderer Risikofaktoren und kardioprotektiver Therapie (siehe 5.1).

4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Der Dosierungsbereich ist 5 mg - 80 mg Simvastatin pro Tag, oral als Einzeldosis am Abend. Dosisanpassungen -

falls erforderlich - sollten in Abständen von mindestens 4 Wochen durchgeführt werden, bis zu einem Maximum

von 80 mg Simvastatin einmal täglich als Einzeldosis am Abend. Die 80-mg-Dosis wird nur für Patienten mit

schwerer Hypercholesterinämie und hohem Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen empfohlen, die ihr

Behandlungsziel mit einer niedrigeren Dosis nicht erreicht haben und wenn zu erwarten ist, dass der Nutzen der

Behandlung ihre potenziellen Risiken überwiegt (siehe 4.4 und 5.1).

Hypercholesterinämie

Der Patient sollte eine geeignete lipidsenkende Diät einhalten, die er auch während der Therapie mit Lipiduc

fortsetzen sollte. Die übliche Anfangsdosis beträgt 10 mg bis 20 mg Simvastatin einmal täglich als Einzeldosis am

Abend. Patienten, deren LDL-Cholesterin stark gesenkt werden soll (mehr als 45%), können mit einer Dosis von

20 mg bis 40 mg Simvastatin einmal täglich als Einzeldosis am Abend beginnen. Dosisanpassungen - falls

erforderlich - sollten wie oben beschrieben durchgeführt werden.

Homozygote familiäre Hypercholesterinämie

Basierend auf den Ergebnissen einer kontrollierten klinischen Studie beträgt die empfohlene Dosis von Lipiduc

entweder 40 mg Simvastatin einmal täglich als Einzeldosis am Abend eingenommen oder 80 mg Simvastatin auf

3 Gaben pro Tag verteilt, d. h. 20 mg, 20 mg und 40 mg am Abend. Lipiduc sollte bei diesen Patienten begleitend

zu anderen lipidsenkenen Maßnahmen (z. B. LDL-Apherese), oder wenn solche Maßnahmen nicht zur Verfügung

stehen, angewendet werden.

Kardiovaskuläre Prävention

Die übliche Dosis von Lipiduc für Patienten mit hohem Risiko für eine koronare Herzerkrankung (KHK, mit oder

ohne Hyperlipidämie) beträgt 20 mg bis 40 mg Simvastatin pro Tag als Einzeldosis am Abend. Die

medikamentöse Therapie kann gleichzeitig mit Diät und körperlichem Training begonnen werden.

Dosisanpassungen - falls erforderlich - sollten wie oben beschrieben durchgeführt werden.

Gemeinsame Gabe mit anderen Arzneimitteln

Lipiduc ist allein oder zusammen mit Anionenaustauschern wirksam. Die Einnahme von Lipiduc sollte mindestens

2 Stunden vor oder mindestens 4 Stunden nach der Einnahme eines Anionenaustauschers erfolgen.

Bei Patienten, die Ciclosporin, Danazol, Gemfibrozil oder andere Fibrate (außer Fenofibrat) gleichzeitig mit

Lipiduc einnehmen, sollte eine Dosis von 10 mg Simvastatin pro Tag nicht überschritten werden. Bei Patienten,

die Amiodaron oder Verapamil gleichzeitig mit Lipiduc einnehmen, sollte eine Dosis von 20 mg Simvastatin pro

Tag nicht überschritten werden. Bei Patienten, die Diltiazem oder Amlodipin gleichzeitig mit Simvastatin

einnehmen, sollte eine Dosis von 40 mg Simvastatin pro Tag nicht überschritten werden (Siehe 4.4 und 4.5.)

Anwendung bei Nierenfunktionsstörung

Für Patienten mit mäßiger Nierenfunktionsstörung ist in der Regel keine Dosisanpassung erforderlich. Bei

Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min) sollten Dosen über 10 mg

pro Tag sorgfältig erwogen und, falls erforderlich, mit Vorsicht verordnet werden.

Anwendung bei älteren Patienten

Für ältere Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen (10 bis 17 Jahre)

Die übliche empfohlene Dosis bei Kindern und Jugendlichen (Jungen; Tanner-Stadium II und darüber, Mädchen:

mindestens 1 Jahr nach der Menarche, im Alter zwischen 10 und 17 Jahren) mit heterozygoter familiärer

Hypercholesterinämie beträgt zu Beginn der Behandlung 10 mg pro Tag als Einzeldosis am Abend. Kinder und

Jugendliche sollten vor Beginn der Therapie mit Simvastatin eine cholesterinsenkende Diät einhalten, die auch

während der Therapie mit Simvastatin fortgesetzt werden sollte.

Der empfohlene Dosierungsbereich liegt bei 10-40 mg Simvastatin pro Tag; die empfohlene Höchstdosis beträgt

40 mg pro Tag. Die jeweilige Dosis ist individuell gemäß den Empfehlungen zur Behandlung von Kindern dem

jeweiligen empfohlenen Therapieziel anzupassen (siehe 4.4 und 5.1). Dosisanpassungen sollten in Abständen

von mindestens 4 Wochen durchgeführt werden.

Die Erfahrung mit Simvastatin bei Kindern im vorpubertären Alter ist begrenzt.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegenüber Simvastatin oder einem der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Aktive Lebererkrankung oder unklare andauernde Erhöhung der Serum-Transaminasen.

Schwangerschaft und Stillzeit (siehe 4.6).

Gleichzeitige Anwendung von potenten CYP3A4-Inhibitoren (z. B., Itraconazol, Ketoconazol, Posaconazol, HIV-

Protease-Inhibitoren [z. B. Nelfinavir], Erythromycin, Clarithromycin, Telithromycin und Nefazodon) (siehe 4.5).

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Myopathie/Rhabdomyolyse

Wie andere HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren ruft Simvastatin gelegentlich eine Myopathie hervor, die sich in

Muskelschmerzen, -empfindlichkeit oder -schwäche verbunden mit Erhöhungen der Kreatinkinase (CK) (> das

Zehnfache des oberen Normwertes) äußert. Bisweilen manifestiert sich die Myopathie als Rhabdomyolyse mit

oder ohne akutes Nierenversagen aufgrund von Myoglobinurie, sehr selten mit tödlichem Ausgang. Das Risiko

einer Myopathie ist bei hoher HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoraktivität im Plasma erhöht.

Das Risiko für eine Myopathie/Rhabdomyolyse ist wie für andere HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren

dosisabhängig In einer Datenbank für klinische Studien wurden 41.413 Patienten erfasst, die mit Simvastatin

behandelt wurden, darunter 24.747 (ca. 60%) in Studien mit einer medianen Beobachtungsdauer von

mindestens 4 Jahren. Die Myopathiehäufigkeit lag annähernd bei 0,03 % unter 20 mg, bei 0,08 % unter 40 mg

und bei 0,61

% unter 80 mg Simvastatin pro Tag. In diesen Studien wurden die Patienten sorgfältig überwacht

und einige interagierende Arzneimittel wurden ausgeschlossen.

In einer klinischen Studie erhielten Patienten mit einem Myokardinfarkt in der Vorgeschichte 80 mg

Simvastatin pro Tag (mittlere Beobachtungsdauer 6,7 Jahre). Die Myopathiehäufigkeit lag bei ca. 1,0% im

Vergleich zu 0,02%bei Patienten unter 20 mg pro Tag. Etwa die Hälfte dieser Myopathiefälle ereignete sich im

ersten Jahr der Behandlung. Die Myopathiehäufigkeit in den folgenden Jahren lag jeweils bei ca. 0,1%. (Siehe

4.8 und 5.1.

Messungen der Kreatinkinase (CK)

Die Kreatinkinase (CK) sollte nicht nach körperlicher Anstrengung oder bei Vorliegen anderer plausibler Ursachen

für eine CK-Erhöhung gemessen werden, da dies eine Interpretation der Werte erschwert. Wenn die

Ausgangswerte der CK signifikant erhöht sind (> das Fünffache des oberen Normwertes), sollte die Messung

nach 5-7 Tagen wiederholt werden, um die Ergebnisse zu bestätigen.

Vor Beginn der Therapie

Alle Patienten, die auf Simvastatin eingestellt werden oder deren Simvastatin-Dosis erhöht wird, sollten über das

Risiko einer Myopathie aufgeklärt und aufgefordert werden, unklare Muskelschmerzen, -empfindlichkeit oder -

schwäche umgehend mitzuteilen.

Bei Patienten mit Risikofaktoren für eine Rhabdomyolyse ist Vorsicht angebracht. Um einen Ausgangswert als

Referenz festzustellen, sollten in folgenden Situationen vor Behandlungsbeginn Bestimmungen der CK

durchgeführt werden:

ältere Patienten (≥ 65 Jahre alt)

weibliche Patienten

Nierenfunktionsstörung

unbehandelte Hypothyreose

hereditäre Muskelerkrankungen in der eigenen oder in der Familienanamnese

muskuläre Symptomatik unter Behandlung mit Statinen oder Fibraten in der Anamnese

Alkoholmissbrauch.

In solchen Fällen wird eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung der Behandlung empfohlen. Die betroffenen

Patienten sollten engmaschig überwacht werden. Bei Patienten, bei denen bereits eine Myopathie unter

Behandlung mit Fibraten oder Statinen aufgetreten ist, sollte die Behandlung mit einer anderen Substanz dieser

Klasse nur mit Vorsicht begonnen werden. Wenn die CK-Ausgangswerte signifikant erhöht sind (> das Fünffache

des oberen Normwertes), sollte nicht mit der Therapie begonnen werden.

Im Behandlungsverlauf

Wenn während der Behandlung mit einem Statin Muskelschmerzen, - schwäche oder Krämpfe auftreten, sollten

die CK-Werte bestimmt werden. Wenn die CK-Werte ohne körperliche Anstrengung signifikant erhöht sind (> das

Fünffache des oberen Normwertes), ist die Therapie abzusetzen. Sollte die muskuläre Symptomatik

schwerwiegend sein und Beeinträchtigungen verursachen, sollte ein Absetzen der Behandlung in Erwägung

gezogen werden, auch wenn die CK-Werte weniger als auf das Fünffache des oberen Normwertes erhöht sind.

Bei Verdachtsdiagnose einer Myopathie anderer Ursache sollte die Therapie abgesetzt werden.

Wenn die Symptome verschwinden und die CK-Werte auf den Ausgangswert zurückgehen, kann die erneute

Behandlung mit diesem Statin oder mit einem alternativen Statin in der jeweils niedrigsten Dosis und bei

engmaschiger Überwachung in Erwägung gezogen werden.

Eine erhöhte Myopathierate wurde bei Patienten beobachtet, die auf die 80-mg-Dosis eingestellt wurden

(siehe 5.1). Es wird empfohlen, die CK-Werte regelmäßig zu überwachen, was bei der Identifizierung von

Myopathien ohne klinische Symptome von Nutzen sein könnte. Eine derartige Überwachung kann jedoch eine

Myopathie nicht mit Gewissheit verhindern.

Die Therapie mit Simvastatin sollte einige Tage vor geplanten chirurgischen Eingriffen sowie bei Eintritt eines

akuten ernsten Krankheitsbildes bzw. Notwendigkeit von chirurgischen Maßnahmen vorübergehend unterbrochen

werden.

Maßnahmen zur Verringerung des Myopathierisikos aufgrund von Arzneimittelwechselwirkungen (siehe auch 4.5)

Das Risiko einer Myopathie und Rhabdomyolyse ist signifikant erhöht bei gleichzeitiger Anwendung von

Simvastatin mit potenten Inhibitoren von CYP3A4 (wie z. B. Itraconazol, Ketoconazol, Posaconazol,

Erythromycin, Clarithromycin, Telithromycin, HIV-Protease-Inhibitoren (z. B. Nelfinavir) und Nefazodon) sowie mit

Gemfibrozil, Danazol und Ciclosporin (siehe 4.2).

Das Risiko einer Myopathie und Rhabdomyolyse ist ebenfalls erhöht bei gleichzeitiger Anwendung mit

anderen Fibraten oder bei gleichzeitiger Therapie von Amiodaron oder Verapamil mit höheren

Simvastatindosen (siehe 4.2 und 4.5). Das Risiko ist bei Kombination von Diltiazem oder Amlodipin mit 80 mg

Simvastatin erhöht (siehe 4.2 und 4.5). Das Risiko einer Myopathie, einschließlich einer Rhabdomyolyse,

kann durch die gleichzeitige Anwendung von Fusidinsäure und Statinen erhöht werden (siehe 4.5).

Folglich ist hinsichtlich der CYP3A4-Inhibitoren eine gleichzeitige Anwendung von Simvastatin mit ltraconazol,

Ketoconazol, Posaconazol, HIV-Protease-Inhibitoren (z. B. Nelfinavir), Erythromycin, Clarithromycin,

Telithromycin und Nefazodon kontraindiziert (siehe 4.3 und 4.5). Falls eine Behandlung mit Itraconazol,

Ketoconazol, Posaconazol, Erythromycin, Clarithromycin oder Telithromycin unabdingbar ist, muss die Therapie

mit Simvastatin während der Behandlungsdauer unterbrochen werden. Außerdem ist Vorsicht angebracht, wenn

Simvastatin mit bestimmten anderen weniger potenten CYP3A4-Inhibitoren kombiniert wird: Fluconazol,

Ciclosporin, Verapamil und Diltiazem (siehe 4.2 und 4.5).

Genuss von Grapefruitsaft sollte während der Behandlung mit Simvastatin vermieden werden.

Bei gleichzeitiger Behandlung mit Ciclosporin, Danazol oder Gemfibrozil sollte eine Dosis von 10 mg Simvastatin

pro Tag nicht überschritten werden. Die kombinierte Anwendung von Simvastatin und Gemfibrozil sollte

vermieden werden, sofern der Nutzen das erhöhte Risiko dieser Arzneimittelkombination nicht überwiegt. Vor

Gabe von anderen Fibraten (außer Fenofibrat), Danazol oder Ciclosporin mit 10 mg Simvastatin pro Tag sollte

eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Analyse erfolgen (siehe 4.2 und 4.5).

Bei der Verordnung von Fenofibrat mit Simvastatin ist Vorsicht angebracht, da jedes dieser Arzneimittel bei

Monotherapie eine Myopathie verursachen kann.

Die Kombination von Simvastatin in höheren Dosen als 20 mg pro Tag mit Amiodaron oder Verapamil sollte

vermieden werden, sofern der klinische Nutzen das erhöhte Risiko einer Myopathie nicht überwiegt (siehe 4.2

und 4.5).

Die Kombination von Simvastatin in höheren Dosen als 40 mg pro Tag mit Diltiazem oder Amlodipin sollte

vermieden werden, sofern der klinische Nutzen das erhöhte Risiko einer Myopathie nicht überwiegt (siehe 4.2

und 4.5).

Die Kombination von HMG-CoA-Reduktase-Hemmern und Niacin (Nicotinsäure) in lipidsenkenden Dosen (≥1

g/Tag) wurde mit selten auftretenden Fällen von Myopathie/Rhabdomyolyse in Verbindung gebracht; die

alleinige Gabe jeder dieser Einzelsubstanzen kann bereits eine Myopathie auslösen.

Ärzte, die eine Kombinationstherapie mit Simvastatin und Niacin (Nicotinsäure) in lipidsenkenden Dosen (≥1

g/Tag) in Erwägung ziehen, sollten eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Analyse durchführen und die Patienten

sorgfältig auf jegliche Anzeichen und Symptome von Schmerzen, Empfindlichkeit oder Schwäche der

Muskulatur überwachen, insbesondere in den ersten Monaten der Behandlung sowie bei Dosiserhöhung.

In einer laufenden klinischen Endpunktstudie zeigte eine Zwischenanalyse einer unabhängigen

Sicherheitskommission, dass die Myopathiehäufigkeit bei chinesischen Patienten unter Simvastatin 40mg

zusammen mit Nicotinsäure/Laropiprant 2.000 mg/40 mg höher als erwartet war. Daher ist Vorsicht geboten,

wenn chinesische Patienten mit Simvastatin (insbesondere mit Dosen ab 40mg und höher) zusammen mit

Niacin (Nicotinsäure) in lipidsenkenden Dosen (≥1 g/ Tag) oder niacinhaltigen Präparaten behandelt werden.

Da das Myopathierisiko unter Statinen dosisabhängig ist, wird Simvastatin 80 mg zusammen mit Niacin

(Nicotinsäure) in lipidsenkenden Dosen (≥1 g/Tag) oder niacinhaltigen Präparaten für die Anwendung an

chinesischen Patienten nicht empfohlen. Es ist nicht bekannt, ob für andere asiatische Patienten ein erhöhtes

Myopathierisiko bei gemeinsamer Anwendung von Simvastatin zusammen mit Niacin (Nicotinsäure) in

lipidsenkenden Dosen (≥1 g/Tag) oder niacinhaltigen Präparaten besteht.

Patienten unter Fusidinsäure und Simvastatin sollten engmaschig überwacht werden, wenn die Kombination

nachweislich notwendig ist (siehe 4.5). Eine vorübergehende Unterbrechung der Therapie mit Simvastatin

kann in Betracht gezogen werden.

Diabetes mellitus

Es gibt Hinweise darauf, dass die Gruppe der Statine den Blutglucosespiegel erhöht. Bei einigen Patienten mit

erhöhtem Risiko für Diabetes kann dies zu einer behandlungsbedürftigen Hyperglykämie führen. Dieses Risiko

wird jedoch durch die Reduktion des vaskulären Risikos durch Statine aufgewogen und sollte daher kein Grund

sein, die Statin-Therapie zu beenden. Prädisponierte Patienten (Nüchternglucosewerte zwischen 5,6 und 6,9

mmol/l, BMI > 30 kg/m2, erhöhte Triglyzeridspiegel, Hypertonie) sollten klinisch und laborchemisch gemäß

nationalen Leitlinien überwacht werden.

Wirkungen auf die Leber

Bei einigen erwachsenen Patienten, die Simvastatin erhielten, wurden in klinischen Studien persistierende

Erhöhungen (auf mehr als den dreifachen oberen Normwert) der Serum-Transaminasen beobachtet. Nach

Unterbrechung oder Beendigung der Therapie fielen die Transaminasenwerte gewöhnlich wieder langsam auf die

Ausgangswerte ab.

Leberfunktionstests werden vor Beginn der Behandlung empfohlen und danach, wenn klinisch angezeigt. Bei

Patienten, die auf eine Dosis von 80 mg eingestellt wurden, sollte eine zusätzliche Bestimmung vor der

Dosiserhöhung, drei Monate nach Dosiserhöhung auf 80 mg und danach regelmäßig (z. B. halbjährlich) im ersten

Behandlungsjahr erfolgen. Besondere Aufmerksamkeit sollte denjenigen Patienten gelten, die erhöhte

Transaminasen entwickeln; bei diesen Patienten sollten die Bestimmungen umgehend wiederholt und dann

häufiger durchgeführt werden. Wenn die Transaminasenerhöhungen weiter fortschreiten, insbesondere wenn sie

bis zum Dreifachen der oberen Normgrenze ansteigen und persistieren, sollte Simvastatin abgesetzt werden.

Das Arzneimittel sollte mit Vorsicht bei Patienten eingesetzt werden, die in erheblichem Maße Alkohol zu sich

nehmen.

Wie bei anderen Lipidsenkern wurden unter der Therapie mit Simvastatin mäßige Erhöhungen der Serum-

Transaminasen beobachtet (auf weniger als den dreifachen oberen Normwert). Diese Abweichungen traten bald

nach Beginn der Therapie mit Simvastatin auf, waren häufig vorübergehend und nicht von irgendwelchen

Symptomen begleitet; ein Abbruch der Therapie war nicht erforderlich.

Interstitielle Lungenkrankheit

Bei einigen Statinen, einschließlich Simvastatin, wurden, besonders bei Langzeittherapie, Fälle von interstitieller

Lungenkrankheit berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Die auftretenden Beschwerden können dabei Dyspnoe,

unproduktiven Husten und allgemeine Gesundheitsstörungen (Erschöpfung, Gewichtsverlust und Fieber)

einschließen. Wenn vermutet wird, dass ein Patient eine interstitielle Lungenkrankheit entwickelt hat, sollte die

Statin-Therapie abgebrochen werden.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen (10 bis 17 Jahre)

Sicherheit und Wirksamkeit von Simvastatin bei Patienten mit heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie im

Alter zwischen 10 und 17 Jahren wurden in einer kontrollierten klinischen Studie bei heranwachsenden Jungen,

Tanner-Stadium II und darüber, sowie bei Mädchen, mindestens 1 Jahr nach der Menarche, untersucht. Die mit

Simvastatin behandelten Patienten wiesen ein Nebenwirkungsprofil auf, das im Allgemeinen dem Profil der mit

Plazebo behandelten Patienten entsprach. Dosierungen über 40 mg wurden an dieser Population nicht

untersucht. In dieser limitierten kontrollierten Studie gab es keine Anzeichen für Auswirkungen auf das

Größenwachstum oder die sexuelle Entwicklung bei heranwachsenden Jungen und Mädchen, ebenso wenig

wurden Veränderungen an der Dauer des Menstruationszyklus bei Mädchen beobachtet (siehe 4.2, 4.8 und 5.1).

Heranwachsende Mädchen sollten für die Dauer der Therapie mit Simvastatin auf geeignete

Verhütungsmethoden hingewiesen werden (siehe 4.3 und 4.6). Wirksamkeit und Sicherheit bei Patienten unter 18

Jahren wurden nicht über eine Behandlungsdauer über 48 Wochen untersucht. Langzeitauswirkungen auf die

physische, intellektuelle und sexuelle Entwicklung sind derzeit nicht bekannt. Simvastatin wurde weder bei

Patienten unter 10 Jahren noch bei präpubertären Kindern und Mädchen vor der Menarche untersucht.

Hilfsstoffe

Diese Arzneimittel enthalten Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galaktose-Intoleranz, Lactase-

Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten diese Arzneimittel nicht einnehmen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Wechselwirkungsstudien wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.

Pharmakodynamische Wechsewirkungen

Wechselwirkungen mit lipidsenkenden Arzneimitteln, die bei Monotherapie eine Myopathie verursachen können.

Das Risiko einer Myopathie einschließlich einer Rhabdomyolyse ist während gemeinsamer Gabe mit Fibraten

erhöht. Mit Gemfibrozil besteht außerdem eine pharmakokinetische Interaktion, die zu erhöhten

Plasmakonzentrationen von Simvastatin führt (siehe unten Pharmakokinetische Wechselwirkungen sowie 4.2

und 4.4). Bei gleichzeitiger Gabe von Simvastatin und Fenofibrat gibt es keine Anzeichen dafür, dass das

Myopathierisiko über die Summe der Risiken der jeweiligen Einzelsubstanzen hinausgeht. Für andere Fibrate

stehen keine adäquaten Daten zu Pharmakovigilanz oder Pharmakokinetik zur Verfügung.

Die Kombination von Simvastatin und Niacin (Nicotinsäure) in lipidsenkenden Dosen (≥1 g/Tag) wurde mit

selten auftretenden Fällen von Myopathie/Rhabdomyolyse in Verbindung gebracht (siehe 4.4).

Pharmakokinetische Wechselwirkungen

Verordnungsempfehlungen zu interagierenden Arzneimitteln sind in der untenstehenden Tabelle

zusammengefasst (weitere Details sind im Text erläutert; siehe auch 4.2, 4.3 und 4.4).

Mit einem erhöhten Risiko für eine Myopathie/Rhabdomyolyse assoziierte Arzneimittelwechselwirkungen

Interagierende Stoffe

Verordnungsempfehlungen

Potente CYP-3A4-Inhibitoren:

Itraconazol

Ketoconazol

Posaconazol

Erythromycin

Clarithromycin

Telithromycin

Gleichzeitige Anwendung mit Simvastatin ist

kontraindiziert

HIV-Protease-Inhibitoren (z. B. Nelfinavir)

Nefazodon

Gemfibrozil

Vermeiden, falls aber notwendig, eine Dosis von 10mg

Simvastatin pro Tag nicht überschreiten

Ciclosporin

Danazol

Andere Fibrate (außer Fenofibrat)

Eine Dosis von 10mg Simvastatin pro Tag nicht überschreiten

Amiodaron

Verapamil

Eine Dosis von 20mg Simvastatin pro Tag nicht überschreiten

Diltiazem

Amlodipin

Eine Dosis von 40mg Simvastatin pro Tag nicht überschreiten

Fusidinsäure

Die Patienten sollten engmaschig überwacht werden. Eine

vorübergehende Unterbrechung der Therapie mit Simvastatin

kann in Betracht gezogen werden.

Grapefruitsaft

Während der Behandlung mit Simvastatin Grapefruitsaft

vermeiden

Wirkungen anderer Arzneimittel auf Simvastatin

Wechselwirkungen mit CYP3A4-Inhibitoren

Simvastatin ist ein Substrat von Cytochrom P450 3A4. Potente Inhibitoren von Cytochrom P450 3A4 erhöhen das

Risiko für eine Myopathie und Rhabdomyolyse durch die Erhöhung der Konzentration der inhibitorischen Aktivität

der HMG-CoA-Reduktase im Plasma während der Therapie mit Simvastatin.

Zu diesen Inhibitoren zählen Itraconazol, Ketoconazol, Posaconazol, Erythromycin, Clarithromycin, Telithromycin,

HIV-Protease-Inhibitoren (z. B. Nelfinavir) und Nefazodon. Die gleichzeitige Anwendung von Itraconazol führte zu

einer mehr als zehnfachen Erhöhung der Exposition mit Simvastatin (aktiver Betahydroxysäure-Metabolit).

Telithromycin führte zu einer elffachen Erhöhung der Exposition mit der Simvastatinsäure.

Eine gleichzeitige Anwendung von Simvastatin mit Itraconazol, Ketoconazol, Posaconazol, HIV-Protease-

Inhibitoren (z. B. Nelfinavir), Erythromycin, Clarithromycin, Telithromycin und Nefazodon ist daher kontraindiziert.

Falls eine Behandlung mit Itraconazol, Ketoconazol, Posaconazol, Erythromycin, Clarithromycin oder

Telithromycin unabdingbar ist, muss die Therapie mit Simvastatin während der Behandlungsdauer unterbrochen

werden. Vorsicht ist angebracht, wenn Simvastatin mit bestimmten anderen weniger potenten CYP3A4-

Inhibitoren kombiniert wird: Fluconazol, Ciclosporin, Verapamil oder Diltiazem (siehe 4.2 und 4.4).

Fluconazol

Bei der kombinierten Anwendung von Simvastatin und Fluconazol wurden seltene Fälle von Rhabdomyolyse

berichtet (siehe Abschnitt 4.4).

Ciclosporin

Das Risiko für eine Myopathie/Rhabdomyolyse wird durch die gleichzeitige Anwendung von Ciclosporin

insbesondere mit höheren Simvastatin-Dosen erhöht (siehe 4.2 und 4.4). Daher sollte eine Dosis von 10 mg

Simvastatin pro Tag nicht von Patienten überschritten werden, die gleichzeitig Ciclosporin erhalten. Obwohl

der Mechanismus noch nicht vollständig geklärt ist, wurde gezeigt, dass Ciclosporin die AUC von HMG-CoA-

Reduktase-Inhibitoren vergrößert. Die Vergrößerung der AUC der Simvastatinsäure ist vermutlich teilweise auf

eine CYP3A4-Hemmung zurückzuführen.

Danazol

Das Risiko für eine Myopathie/Rhabdomyolyse ist durch die gleichzeitige Anwendung von Danazol mit

höheren Simvastatin-Dosen erhöht (siehe 4.2 und 4.4).

Gemfibrozil

Gemfibrozil erhöht die AUC der Simvastatinsäure um das 1,9fache, möglicherweise aufgrund einer Hemmung

des Glukuronidierungsweges (siehe 4.2 und 4.4).

Amiodaron

Das Risiko einer Myopathie und Rhabdomyolyse ist bei gleichzeitiger Anwendung von Amiodaron und

Simvastatin in höheren Dosen erhöht (siehe 4.4). In einer klinischen Studie wurde bei 6% der Patienten, die

80mg Simvastatin und Amiodaron einnahmen, über eine Myopathie berichtet. Die Dosis von Simvastatin sollte

daher 20mg pro Tag bei Kombination mit Amiodaron nicht überschreiten, sofern der klinische Nutzen das

erhöhte Risiko einer Myopathie und Rhabdomyolyse nicht überwiegt.

Kalziumkanalblocker

Verapamil

Das Risiko einer Myopathie und Rhabdomyolyse ist bei gleichzeitiger Anwendung von Verapamil und

40mg oder 80 mg Simvastatin erhöht (siehe 4.4). In einer pharmakokinetischen Studie führte eine

gleichzeitige Anwendung mit Verapamil zu einer 2,3fachen Erhöhung der Exposition mit der

Simvastatinsäure, was vermutlich teilweise auf eine CYP3A4-Hemmung zurückzuführen ist. Die Dosis

von Simvastatin sollte daher 20 mg pro Tag bei Kombination mit Verapamil nicht überschreiten, sofern

der klinische Nutzen das erhöhte Risiko einer Myopathie und Rhabdomyolyse nicht überwiegt.

Diltiazem

Das Risiko einer Myopathie und Rhabdomyolyse ist bei gleichzeitiger Anwendung von Diltiazem und 80

mg Simvastatin erhöht (siehe 4.4). Unter einer Dosierung von 40 mg Simvastatin wurde das

Myopathierisiko nicht durch die gleichzeitige Einnahme mit Diltiazem erhöht (siehe 4.4). In einer

pharmakokinetischen Studie führte die gleichzeitige Anwendung mit Diltiazem zu einer 2,7fachen

Erhöhung der Exposition mit der Simvastatinsäure, was vermutlich teilweise auf eine CYP3A4-Hemmung

zurückzuführen ist. Die Dosis von Simvastatin sollte daher 40 mg pro Tag bei Kombination mit Diltiazem

nicht überschreiten, sofern der klinische Nutzen das erhöhte Risiko einer Myopathie und Rhabdomyolyse

nicht überwiegt.

Amlodipin

Für Patienten unter Amlodipin, die gleichzeitig 80 mg Simvastatin erhielten, besteht ein erhöhtes

Myopathierisiko. Das Risiko einer Myopathie war bei Patienten unter 40mg Simvastatin durch die

gleichzeitige Einnahme von Amlodipin nicht erhöht. In einer pharmakokinetischen Studie führte eine

gleichzeitige Anwendung mit Amlodipin zu einer ca. 1,6fachen Erhöhung der Exposition mit der

Simvastatinsäure. Die Dosis von Simvastatin sollte daher 40mg pro Tag bei Kombination mit Amlodipin

nicht überschreiten, es sei denn, der klinische Nutzen überwiegt das erhöhte Risiko einer Myopathie und

Rhabdomyolyse.

Niacin (Nicotinsäure)

Die Kombination von Simvastatin und Niacin (Nicotinsäure) in lipidsenkenden Dosen (≥1 g/Tag) wurde mit

selten auftretenden Fällen von Myopathie/Rhabdomyolyse in Verbindung gebracht. In einer

pharmakokinetischen Studie führte die gemeinsame Anwendung einer Einzeldosis von 2 g Nicotinsäure als

Retardpräparat mit 20 mg Simvastatin zu einer mäßigen Erhöhung der AUC von Simvastatin und der

Simvastatinsäure sowie der C

der Simvastatinsäure-Plasmakonzentration.

Fusidinsäure

Das Risiko einer Myopathie kann durch die gleichzeitige Anwendung von Fusidinsäure und Statinen,

einschließlich Simvastatin, erhöht werden. Unter Simvastatin wurden Einzelfälle einer Rhabdomyolyse berichtet.

Eine vorübergehende Unterbrechung der Therapie mit Simvastatin kann in Betracht gezogen werden. Patienten

unter Fusidinsäure und Simvastatin sollten engmaschig überwacht werden, wenn die Gabe beider Arzneimittel

nachweislich notwendig ist (siehe 4.4).

Grapefruitsaft

Grapefruitsaft hemmt Cytochrom P450 3A4. Genuß großer Mengen von Grapefruitsaft (über 1 Liter pro Tag) bei

gleichzeitiger Anwendung von Simvastatin führte zu einer 7fachen Erhöhung der Exposition mit der

Simvastatinsäure. Der Genuss von 240 ml Grapefruitsaft am Morgen und die Einnahme von Simvastatin am

Abend führte ebenso zu einer 1,9fachen Erhöhung. Der Genuss von Grapefruitsaft sollte deshalb während der

Therapie mit Simvastatin vermieden werden.

Colchicine

Für niereninsuffiziente Patienten liegen Berichte über Myopathie und Rhabdomyolyse bei gleichzeitiger

Anwendung von Colchicin und Simvastatin vor. Eine enge klinische Überwachung der Patienten mit dieser

Arzneimittelkombination wird empfohlen.

Rifampicin

Da Rifampicin ein Induktor des Cytochrom P450 3A4 ist, kann bei Patienten unter Dauertherapie mit

Rifampicin (z. B. bei Behandlung einer Tuberkulose)

ein Wirkungsverlust von Simvastatin eintreten. In einer

pharmakokinetischen Studie mit gesunden Probanden war unter gleichzeitiger Anwendung von Rifampicin die

Fläche unter der Plasmakonzentrationskurve (AUC) für Simvastatin-Säure um 93% erniedrigt.

Wirkungen von Simvastatin auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel

Simvastatin übt keine inhibitorische Wirkung auf Cytochrom P450 3A4 aus. Daher wird auch keine Wirkung

von Simvastatin auf die Plasmakonzentrationen von über CYP3A4 metabolisierten Substanzen erwartet.

Orale Antikoagulanzien

In zwei klinischen Studien, von denen die eine mit gesunden Probanden, die andere mit Patienten mit

Hypercholesterinämie durchgeführt wurde, führte Simvastatin 20-40 mg/Tag zu einer moderaten

Wirkungsverstärkung von Antikoagulanzien vom Typ der Cumarin-Derivate. Die Prothrombinzeit, angegeben in

der International Normalized Ratio (INR), erhöhte sich bei den Probanden von 1,7 auf 1,8 und bei den Patienten

von 2,6 auf 3,4. Es wurden sehr seltene Fälle von Erhöhungen der INR berichtet. Daher sollte bei Patienten, die

Cumarin-Derivate einnehmen, die Prothrombinzeit zu Beginn einer Therapie mit Simvastatin und danach in

häufigen Abständen bestimmt werden, um signifikante Veränderungen der Prothrombinzeit zu verhindern. Nach

Stabilisierung der Werte wird die Bestimmung der Prothrombinzeit anschließend in den Zeitabständen empfohlen,

wie sie für Patienten unter Therapie mit Cumarin-Derivaten üblich sind. Wird die Dosis von Simvastatin geändert

oder Simvastatin abgesetzt, sollte dieselbe Vorgehensweise eingehalten werden. Die Therapie mit Simvastatin

wurde nicht mit Blutungen oder Veränderungen der Prothrombinzeit bei Patienten, die keine Antikoagulanzien

einnahmen, in Zusammenhang gebracht.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Lipiduc ist während der Schwangerschaft kontraindiziert (siehe 4.3).

Die Sicherheit von Simvastatin bei schwangeren Frauen wurde nicht untersucht. Mit Simvastatin wurden keine

kontrollierten klinischen Studien mit schwangeren Frauen durchgeführt. Es liegen seltene Berichte über

kongenitale Anomalien nach intrauteriner Exposition mit HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren vor. Eine Analyse

bisheriger Erfahrungen mit ca. 200 Frauen, die versehentlich Simvastatin oder einen strukturverwandten HMG-

CoA-Reduktase-Inhibitor im ersten Trimenon der Schwangerschaft eingenommen hatten, zeigte kein erhöhtes

Risiko für kongenitale Anomalien gegenüber der Gesamtpopulation. Diese Fallzahl war statistisch ausreichend,

um eine Risikoerhöhung um das 2,5fache oder mehr im Vergleich zu der für eine Gesamtpopulation erwarteten

Häufigkeit ausschließen zu können.

Obwohl es keine Anzeichen dafür gibt, dass die Inzidenz kongenitaler Anomalien bei Kindern, deren Mütter

Simvastatin oder einen anderen eng verwandten HMG-CoA-Reduktase-Inhibitor eingenommen hatten, von der in

der Gesamtpopulation beobachteten abweicht, kann eine Behandlung der Mutter mit Simvastatin beim Fetus die

Spiegel der Mevalonsäure senken, welche als Vorstufe der Cholesterinsynthese eine Rolle spielt. Da

Atherosklerose eine chronische Erkrankung ist, sollte eine Unterbrechung lipidsenkender Therapien während

einer Schwangerschaft im Allgemeinen kaum Auswirkungen auf das mit der primären Hypercholesterinämie

verbundene Langzeitrisiko haben.

Lipiduc darf daher nicht von Frauen eingenommen werden, die schwanger sind, eine Schwangerschaft planen

oder vermuten schwanger zu sein. Die Behandlung mit Lipiduc muss unterbrochen werden, bis die

Schwangerschaft beendet oder definitiv ausgeschlossen ist (siehe 4.3.).

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Simvastatin oder seine Metaboliten in die menschliche Muttermilch übergehen. Da viele

Arzneimittel in die Muttermilch übergehen und aufgrund des Potenzials für schwerwiegende unerwünschte

Wirkungen bei Säuglingen, darf Lipiduc von stillenden Frauen nicht angewendet werden (siehe 4.3).

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Lipiduc hat keine oder zu vernachlässigende Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen. Bei der Teilnahme am Straßenverkehr oder dem Bedienen von Maschinen ist jedoch

zu berücksichtigen, dass nach Markteinführung selten über Schwindel berichtet wurde.

4.8 Nebenwirkungen

Die Häufigkeiten der nachfolgend aufgeführten unterwünschten Ereignisse, die im Rahmen klinischer Studien

und/oder nach der Markteinführung berichtet wurden, wurden anhand einer Bewertung der Inzidenzraten in groß

angelegten, plazebokontrollierten klinischen Langzeitstudien wie HPS und 4S mit 20.536 bzw. 4.444 Patienten

zugeordnet (siehe 5.1). In HPS wurden nur Myalgie und Anstiege der Serum-Transaminasen und des CK-Wertes

sowie schwerwiegende Nebenwirkungen dokumentiert. In 4S wurden alle unten aufgelisteten Ereignisse

berichtet. Inzidenzraten, die für Simvastatin in diesen Studien denen von Plazebo entsprachen oder darunter

lagen, und ähnliche Spontanberichte über Ereignisse mit möglichem Kausalzusammenhang zur Therapie wurden

unter „selten" eingeordnet.

In HPS (siehe 5.1) erhielten 20.536 Patienten entweder 40 mg Simvastatin/Tag (n = 10.269) oder Plazebo (n =

10.267). Das Sicherheitsprofil der mit 40 mg Simvastatin behandelten Patienten war über die mittlere

Studiendauer von 5 Jahren mit dem der Plazebo-Gruppe vergleichbar. Die Abbruchraten aufgrund von

Nebenwirkungen waren in beiden Gruppen vergleichbar (Simvastatin-Gruppe 4,8% vs. Plazebo-Gruppe 5,1%).

Myopathie trat bei weniger als 0, 1% der mit 40 mg Simvastatin behandelten Patienten auf. Die Häufigkeit der

Transaminasenerhöhungen (auf mehr als den dreifachen oberen Normwert; bestätigt durch eine Wiederholung

des Tests) betrug 0,21% (n = 21) bei den mit 40 mg Simvastatin behandelten Patienten und 0,09% (n = 9) bei den

mit Plazebo behandelten Patienten.

Die Häufigkeiten der unerwünschten Ereignisse sind wie folgt angegeben:

Sehr häufig (> 1/10), häufig (≥1//l00, < 1/10), gelegentlich (≥1/1.000, < 1/100), selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000), sehr

selten (< 1/10. 000), nicht bekannt (kann auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden)

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Selten: Anämie

Psychiatrische Erkrankungen

Sehr selten: Schlaflosigkeit.

Häufigkeit nicht bekannt: Depression.

Erkrankungen des Nervensystems

Selten: Kopfschmerzen, Parästhesien, Schwindel, periphere Neuropathie, periphere Polyneuropathy

Sehr selten: Beeinträchtigung des Erinnerungsvermögens

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufigkeit nicht bekannt: Fälle von interstitieller Pneumopathie, vor allem unter Langzeittherapie (siehe 4.4).

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Selten: Obstipation, Bauchschmerzen, Flatulenz, Dyspepsie, Diarrhö, Übelkeit, Erbrechen, Pankreatitis

Leber und Gallenerkrankungen

Selten: Hepatitis/Ikterus

Sehr selten: Leberversagen

Erkankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Selten: Hautausschlag, Pruritus, Alopezie

Skelettmuskulatur-, und Bindegewebserkrankungen

Selten: Myopathie* (einschließlich Myositis), Rhabdomyolyse mit oder ohne akutes Nierenversagen (siehe

4.4), Myalgie, Muskelkrämpfe, Myositis, Polymyositis* Myopathie trat in einer klinischen Studie häufig bei

Patienten unter 80mg Simvastatin pro Tag auf (1,0%), im Vergleich zu Patienten unter 20 mg Simvastatin pro

Tag (0,02%).

Häufigkeit nicht bekannt: Tendinopathie, manchmal mit Sehnenriss.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Häufigkeit nicht bekannt: erektile Dysfunktion

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Selten: Asthenie

Selten wurde über ein offensichtliches Hypersensitivitätssyndrom berichtet, das mit einem oder mehreren der

folgenden Symptome einherging: angioneurotisches Ödem, lupusähnliches Syndrom, Polymyalgia rheumatica,

Dermatomyositis, Vaskulitis, Thrombozytopenie, Eosinophilie, Beschleunigung der Blutsenkungsgeschwindigkeit,

Arthritis und Arthralgie, Urtikaria, Photosensitivität, Fieber, Gesichtsrötung, Dyspnoe und allgemeines

Krankheitsgefühl.

Untersuchungen

Selten: Erhöhungen der Serum-Transaminasen (ALT, AST,

-GT) (siehe 4.4 Wirkungen auf die Leber),

Erhöhungen der alkalischen Phosphatase und der CK-Werte im Serum (siehe 4.4).

Folgende weitere Nebenwirkungen wurden bei einigen Statinen berichtet:

Schlafstörungen, einschließlich Albträumen

Gedächtnisverlust

Störung der Sexualfunktion

Diabetes mellitus: die Häufigkeit hängt davon ab, ob Risikofaktoren vorliegen oder nicht (Nüchtern-

Blutglucose > 5,6 mmol/l, BMI ≥ 30 kg/m2, erhöhte Triglyzeridwerte, Hypertonie in der Anamnese).

Kinder und Jugendliche (10 bis 17 Jahre)

In einer 48-wöchigen Studie bei Kindern und Jugendlichen (Jungen: Tanner-Stadium II und darüber, Mädchen:

mindestens 1 Jahr nach der Menarche) im Alter zwischen 10 und 17 Jahren mit heterozygoter familiärer

Hypercholesterinämie (n = 175) war das Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil der mit Simvastatin behandelten

Gruppe im Allgemeinen dem Profil der Plazebo-Gruppe ähnlich. Langzeitauswirkungen auf die physische,

intellektuelle und sexuelle Entwicklung sind nicht bekannt. Nach einjähriger Behandlungsdauer liegen derzeit

noch keine ausreichenden Daten vor. (Siehe 4.2, 4.4 und 5.1).

4.9 Überdosierung

Einige Fälle von Überdosierung wurden bisher berichtet. Die höchste eingenommene Dosis betrug 3,6 g

Simvastatin. Bei keinem der Patienten kam es zu Folgeerscheinungen. Spezifische Erfahrungen zur Behandlung

einer Überdosierung mit Simvastatin liegen nicht vor.

Im Fall einer Überdosierung sollten symptomatische und unterstützende Maßnahmen ergriffen werden.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: HMG-CoA-Reduktase-Hemmer, ATC-Code: C 10A A01

Nach oraler Aufnahme wird Simvastatin, ein inaktives Lacton, in der Leber zur entsprechenden Betahydroxysäure

hydrolysiert. Dieser Hauptmetabolit ist ein potenter Inhibitor der 3-Hydroxy-3-methylglutaryl-Coenzym A(HMG-

CoA)-Reduktase; hierbei handelt es sich um ein Enzym, das die Umwandlung von HMG-CoA zu Mevalonat, einen

frühen und geschwindigkeitsbestimmenden Schritt in der Biosynthese des Cholesterins katalysiert.

Sowohl bei normalen als auch bei erhöhten Ausgangswerten führt Simvastatin zu einer Senkung des LDL-

Cholesterinspiegels. LDL entsteht aus VLDL und wird überwiegend über spezifische LDL-Rezeptoren abgebaut.

Der LDL-senkende Wirkmechanismus von Simvastatin beruht wahrscheinlich sowohl auf der Abnahme der

Konzentration von VLDL-Cholesterin als auch auf einer Induktion von LDL-Rezeptoren, also sowohl auf einer

verminderten Produktion als auch auf einem verstärkten Abbau von LDL-Cholesterin. Die Konzentration von

Apolipoprotein B nimmt bei der Behandlung mit Simvastatin ebenfalls deutlich ab. Lipiduc bewirkt zudem einen

mäßigen Anstieg des HDL-Cholesterins sowie eine Abnahme der Triglyzeride im Plasma. Insgesamt resultiert aus

diesen Veränderungen eine Abnahme des Verhältnisses von Gesamt- zu HDL-Cholesterin und LDL- zu HDL-

Cholesterin.

Hohes Risiko für eine koronare Herzkrankheit (KHK) oder bestehende koronare Herzkrankheit

In der Heart Protection Study (HPS) wurden die Effekte einer Therapie mit Simvastatin an 20.536 Patienten (40-

80 Jahre) mit oder ohne Hyperlipidämie, mit KHK, anderen Gefäßverschlußkrankheiten oder Diabetes melllitus

beurteilt. In dieser Studie erhielten über eine mittlere Studiendauer von 5 Jahren 10.269 Patienten 40 mg

Simvastatin pro Tag und 10.267 Patienten Plazebo. Bei Studienbeginn hatten 6.793 (33 %) Patienten LDL-

Cholesterinwerte unter 116 mg/dl; 5.063 (25%) hatten Werte zwischen 116 mg/dl und 135 mg/dl; und 8.680 (42%)

hatten Werte über 135 mg/dl.

Die Therapie mit 40 mg Simvastatin/Tag reduzierte im Vergleich zu Plazebo das Gesamtmortalitätsrisiko

signifikant (1.328 [12,9%] mit Simvastatin behandelte Patienten vs. 1.507 [14,7%] Patienten unter Plazebo; p =

0,0003), was auf einer Reduktion der KHK-Mortalität um 18 % beruht (587 [5,7%] vs. 707 [6,9%]; p = 0,0005;

absolute Risikoreduktion 1,2%). Die Senkung der Mortalitätsrate nicht kardiovaskulärer Ursache war nicht

statistisch signifikant.

Simvastatin senkte ebenfalls das Risiko für schwere koronare Ereignisse (kombinierter Endpunkt aus nicht

letalem Myokardinfarkt oder Tod durch KHK) um 27% (p < 0,0001). Simvastatin reduzierte erforderliche

gefäßchirurgische Eingriffe am Herzen (einschließlich Bypass-OP oder perkutaner transluminaler koronarer

Angioplastie) um 30% (p < 0,0001) sowie erforderliche periphere und andere nicht koronare revaskularisierende

Eingriffe um 16% (p = 0,006). Simvastatin senkte das Risiko für Schlaganfälle um 25% (p < 0,0001 ), was auf

einer Senkung des Risikos für ischämische Schlaganfälle um 30% (p < 0,0001) beruht. Zusätzlich senkte

Simvastatin in der Subgruppe der Diabetiker das Risiko für die Entwicklung makrovaskulärer Komplikationen

einschließlich peripherer revaskularisierender Eingriffe (chirurgisicher Eingriff oder Angioplastie), Amputation der

unteren Extremitäten oder Geschwüre an den Beinen um 21% (p: 0,0293). Die Risikoreduktion durch Simvastatin

war für alle Subgruppen von Patienten vergleichbar, einschließlich Patienten ohne KHK aber mit

zerebrovaskulärer Erkrankung oder peripherer Gefäßerkrankung, Frauen und Männern, älteren oder jüngeren

Patienten als 70 Jahre bei Studienbeginn, mit und ohne Hypertonie, und auch besonders jene mit

Ausgangswerten von LDL-Cholesterin unter 3,0 mmol/l bei Studieneinschluss.

In der Scandinavian Simvastatin Survival Study (4S) wurde der Effekt einer Therapie mit Simvastatin auf die

Gesamtmortalität bei 4.444 Patienten mit koronarer Herzerkrankung (KHK) sowie

Gesamtcholesterinausgangswerten von 212-309 mg/dl (5,5-8,0 mmol/l) untersucht. In dieser multizentrischen,

randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Studie wurden Patienten mit Angina pectoris oder

vorangegangenem Myokardinfarkt (MI) über eine mittlere Behandlungsdauer von 5,4 Jahren mit Diät und

Standardtherapie sowie entweder Simvastatin 20-40 mg/Tag (n = 2.221) oder Plazebo (n = 2.223) therapiert.

Simvastatin senkte das Mortalitätsrisiko um 30% (absolute Risikoreduktion 3,3%). Das Risiko der KHK-Mortalität

wurde um 42% (absolute Risikoreduktion 3,5%) reduziert. Ebenfalls verminderte Simvastatin das Risiko, ein

schwerwiegendes koronares Ereignis (KHK-Mortalität oder im Krankenhaus bestätigter und stummer nicht

tödlicher MI) zu erleiden um 34%. Des Weiteren reduzierte Simvastatin das Risiko für tödliche oder nicht tödliche

zerebrovaskuläre Ereignisse (Schlaganfälle und transitorische ischämische Attacken) um 28%. Hinsichtlich der

nicht kardiovaskulären Mortalität gab es zwischen den beiden Gruppen keinen statistisch signifikanten

Unterschied.

Die Studie “Study of the Effectiveness of Additional Reductions in Cholesterol and Homocysteine (SEARCH)“

verglich die Wirkung der Behandlung von 80 mg Simvastatin mit der von 20 mg Simvastatin (mediane

Nachbeobachtung von 6,7 Jahren) auf wichtige vaskuläre Ereignisse (MVE, major vascular events, definiert

als KHK mit Todesfolge, nicht tödlicher Myokardinfarkt, koronare Revaskularisierungseingriffe, nicht tödlicher

Schlaganfall oder Schlaganfall mit Todesfolge, periphere Revaskularisierungseingriffe) bei 12.064 Patienten

mit einem Myokardinfarkt in der Krankengeschichte. Es zeigte sich kein signifikanter Unterschied zwischen

beiden Gruppen hinsichtlich dieser Ereignisse: 20mg Simvastatin (n=1.553; 25,7%) vs. 80 mg Simvastatin

(n=1.477; 24,5%); RR 0,94, 95% KI: 0,88 – 1,01. Der absolute Unterschied der LDL-Cholesterinwerte

zwischen beiden Gruppen betrug im Verlauf der Studie 0,35±0,01 mmol/l. Das Sicherheitsprofil war ebenfalls

bei beiden Behandlungsgruppen ähnlich, mit der Ausnahme der Myopathiehäufigkeit, die bei Patienten unter

80mg Simvastatin ca. 1,0%und im Vergleich dazu bei Patienten unter 20mg Simvastatin 0,02% betrug. Etwa

die Hälfte dieser Myopathiefälle ereignete sich im ersten Jahr der Behandlung. Die Myopathiehäufigkeit in den

folgenden Jahren lag bei jeweils ca. 0,1%.

Primäre Hypercholesterinämie und gemischte Hypercholesterinämie

In Vergleichsstudien zur Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von Simvastatin an Patienten mit

Hypercholesterinämie führte eine Behandlung mit 10 mg, 20 mg, 40 mg und 80 mg Simvastatin pro Tag zu

mittleren Senkungen von LDL-Cholesterin um 30%, 38%, 41% und 47%. In Studien zur gemischten

Hypercholesterinämie führte die Behandlung von 40 mg und 80 mg Simvastatin zu mittleren Senkungen der

Triglyzeride um 28% bzw. 33% (Plazebo 2 %) und zu mittleren Anstiegen von HDL-Cholesterin um 13% bzw. 16%

(Plazebo 3%).

Klinische Studien bei Kindern und Jugendlichen (10 bis 17 Jahre)

In einer doppelblinden, plazebokontrollierten Studie erhielten 175 Patienten (99 Jungen: Tanner-Stadium II

und darüber, 76 Mädchen: mindestens 1 Jahr nach der Menarche) im Alter zwischen 10 und 17 Jahren

(Durchschnittsalter 14,1 Jahre) mit heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie (heFH) über einen Zeitraum

von 24 Wochen (Basisstudie) randomisiert Simvastatin oder Plazebo. Voraussetzung für die Aufnahme in die

Studie waren ein LDL-Cholesterin-Ausgangswert zwischen 160 und 400 mg/dl sowie mindestens ein Elternteil

mit einem LDLCholesterinwert> 189mg/dl. Die Dosierung von Simvastatin (täglich als Einzeldosis am Abend)

betrug in den ersten 8 Wochen 10 mg, in den nächsten 8 Wochen 20mg und danach 40mg. In einer 24-

wöchigen Studienerweiterung wurden 144 Patienten zur Fortsetzung der Therapie ausgewählt. Diese

erhielten 40mg Simvastatin oder Plazebo.

Simvastatin verringerte die Plasmakonzentrationen von LDL-Cholesterin, Triglyzeriden und Apo B signifikant.

Die Ergebnisse der Studienerweiterung nach der 48. Woche waren vergleichbar mit den Ergebnissen der

Basisstudie. Nach 24-wöchiger Behandlung lag der mittlere LDL-Cholesterinwert in der Gruppe, die

Simvastatin in einer Dosis von 40 mg erhielt, bei 124,9 mg/dl (Schwankungsbereich: 64,0 – 289,0 mg/dl), im

Vergleich dazu in der Plazebo-Gruppe bei 207,8 mg/dl (Schwankungsbereich: 128,0 – 334,0 mg/dl).

Nach 24-wöchiger Behandlung mit Simvastatin (mit im 8-wöchigen Abstand ansteigenden Dosierungen von

10, 20 und 40 mg pro Tag) führte die Einnahme von Simvastatin zu einer Senkung des mittleren LDL-

Cholesterinwertes um 36,8% (Plazebo: 1,1% Anstieg im Vergleich zum Ausgangswert), des Apo B um 32,4%

(Plazebo: 0,5 %) und der mittleren Triglyzeridwerte um 7,9% (Plazebo: 3,2 %) sowie zu einer Erhöhung der

HDL-Cholesterinwerte um 8,3% (Plazebo: 3,6%). Die positiven Langzeitauswirkungen von Simvastatin auf

kardiovaskuläre Ereignisse bei Kindern mit heFH sind nicht bekannt.

Sicherheit und Wirksamkeit von Dosierungen über 40 mg pro Tag bei Kindern mit heterozygoter familiärer

Hypercholesterinämie wurden nicht untersucht. Es liegen auch keine Daten zur Langzeitwirkung der

Simvastatin-Therapie im Kindesalter auf die Reduzierung von Morbidität und Mortalität im Erwachsenenalter

vor.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Simvastatin, ein inaktives Lacton, wird in vivo schnell zur entsprechenden Betahydroxysäure, einem potenten

Hemmer der HMG-CoA-Reduktase, hydrolysiert. Die Hydrolyse findet vor allem in der Leber statt; im

menschlichen Plasma verläuft sie sehr langsam.

Die Untersuchung der pharmakokinetischen Eigenschaften wurde an Erwachsenen durchgeführt. Für Kinder und

Jungendliche liegen keine pharmakokinetischen Daten vor.

Resorption

Beim Menschen wird Simvastatin gut resorbiert und unterliegt einem ausgeprägten First-Pass-Effekt in der Leber

- abhängig vom Blutfluss in der Leber. Die Leber ist der primäre Wirkort der aktiven Form. Die Verfügbarkeit der

Betahydroxysäure nach einer oralen Simvastatindosis betrug im systemischen Kreislauf weniger als 5% der

Dosis. Die maximalen Inhibitorkonzentrationen im Plasma traten ca. 1-2 Stunden nach der Einnahme auf. Eine

gleichzeitige Nahrungsaufnahme hatte keinen Einfluss auf die Resorption.

Die Pharmakokinetik bei einmaliger und mehrfacher Gabe von Simvastatin zeigte, dass die wiederholte

Verabreichung des Arzneimittels nicht zu einer Akkumulation führt.

Verteilung

Simvastatin und sein aktiver Metabolit sind beim Menschen zu mehr als 95% an Plasmaproteine gebunden.

Elimination

Simvastatin ist ein Substrat von CYP 3A4 (siehe 4.3 und 4.5). Die im menschlichen Plasma vorhandenen

Hauptmetaboliten von Simvastatin umfassen die Betahydroxysäure sowie vier weitere wirksame Metaboliten.

Nach oraler Gabe radioaktiv markierten Simvastatins an Probanden wurden innerhalb von 96 Stunden 13% der

Radioaktivität im Urin und 60% in den Fäzes wiedergefunden. Letztere Menge steht sowohl für resorbierte

Anteile, die über die Galle ausgeschieden werden, als auch für nicht resorbierte Substanz. Nach intravenöser

Injektion des Betahydroxysäure-Metaboliten betrug seine Halbwertszeit ca. 1,9 Stunden; nur durchschnittlich

0,3% der i.v. Dosis wurden im Urin als Inhibitoren ausgeschieden.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Basierend auf konventionellen Tierstudien zu Pharmakodynamik, Toxizität bei wiederholter Gabe, Genotoxiztät

und Kanzerogenität lassen sich keine Risiken für den Patienten ableiten, die nicht aufgrund des

pharmakologischen Mechanismus zu erwarten wären. In den höchsten von Ratte und Kaninchen vertragenen

Dosen rief Simvastatin keine fetalen Missbildungen hervor und hatte keine Auswirkungen auf Fertilität,

Fortpflanzung oder neonatale Entwicklung.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern:

Lactose

mikrokristalline Cellulose (E460)

vorverkleisterte Maisstärke

Butylhydroxyanisol (Ph.Eur.; E320)

Magnesiumstearat (Ph.Eur.)

Talkum (E553b)

Filmüberzug:

Hyprolose (E463)

Hypromellose (E464)

Titandioxid (E171)

Talkum (E553b

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

Lipiduc 5 mg Filmtabletten: 2 Jahre.

Lipiduc 10 mg Filmtabletten: 3 Jahre

Lipiduc 20 mg Filmtabletten: 3 Jahre

Lipiduc 40 mg Filmtabletten: 3 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für diese Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Packung mit 30, 50, 100 Filmtabletten, pro Blisterpackung 10 Filmtabletten (PVC/PE/PVDC/Al-

Blisterpackung).

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

Genthon BV

Microweg 22

6545 CM Nijmegen

Niederlande

8. ZULASSUNGSNUMMER(N)

Lipiduc 5 mg Filmtabletten:

54434.00.00

Lipiduc 10 mg Filmtabletten:

54434.01.00

Lipiduc 20 mg Filmtabletten:

54434.02.00

Lipiduc 40 mg Filmtabletten:

54434.03.00

9. DATUM DER ERTEILUNG ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

10. November 2010

10. STAND DER INFORMATION

April 2012

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

_________________________________________________

* 0,06 €/ Anruf (dt. Festnetz); max. 0,42 €/min (Mobilfunk).

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