Leukase N Puder Pulver zur Anwendung auf der Haut

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Framycetinsulfat (1:x)
Verfügbar ab:
Dermapharm Aktiengesellschaft
ATC-Code:
D06AX14
INN (Internationale Bezeichnung):
Framycetin sulfate (1: x)
Darreichungsform:
Pulver zur Anwendung auf der Haut
Zusammensetzung:
Framycetinsulfat (1:x) 20.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
6148671.00.00

Gebrauchsinformation, Seite 1 von 4

Dermapharm AG

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Leukase

®

N Puder

20 mg/g

Framycetinsulfat

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung

dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden

haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht:

1. Was ist Leukase N Puder und wofür wird er angewendet?

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Leukase N Puder beachten?

3. Wie ist Leukase N Puder anzuwenden?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist Leukase N Puder aufzubewahren?

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Leukase N Puder und wofür wird er angewendet?

Leukase N Puder wirkt lokal gegen bestimmte Bakterien (lokales Antibiotikum).

Leukase N Puder wird angewendet

zur kleinflächigen antibiotischen Behandlung von bakteriell bedingten oberflächlichen Ent-

zündungen durch framycetin- oder neomycinempfindliche Keime.

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Leukase N Puder beachten?

Leukase N Puder darf nicht angewendet werden

wenn Sie allergisch gegen Framycetin, Neomycin und andere Aminoglykosid-Antibiotika

sowie einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

Bei eingeschränkter Nierenfunktion oder bei einer Vorschädigung des Innenohres

(Vestibular- oder Cochlearorgans) soll das Präparat ebenfalls nicht angewandt werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Leukase N Puder anwenden.

Bei Patienten mit Muskelschwäche aufgrund neuromuskulärer Störungen wie Myasthenia

gravis oder bei Patienten, die Medikamente mit muskelerschlaffender Wirkung (Muskelrela-

xantien) einnehmen, ist Leukase N Puder wegen einer möglichen Verstärkung der Muskel-

schwäche bzw. der muskelerschlaffenden Wirkung nur mit Vorsicht anzuwenden.

Bitte Angaben unter 3. Wie ist Leukase N Puder anzuwenden? beachten!

Kinder

Bei Frühgeborenen und in den ersten Lebenswochen sollte Leukase N Puder wegen der

noch nicht ausgereiften Nierenfunktion möglichst nicht angewendet werden.

Gebrauchsinformation, Seite 2 von 4

Anwendung von Leukase N Puder zusammen mit anderen Arzneimitteln:

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwen-

den, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen

andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Die gleichzeitige Verabreichung anderer potentiell das Gehör oder die Nieren schädigenden

Arzneimittel, z.B. anderer Aminoglykosid-Antibiotika, Cephalosporine, Amphotericin B, Ciclo-

sporin, Methoxyfluran, Bumetanid, Furosemid oder Etacrynsäure ist wegen der Gefahr einer

Gehör- oder Nierenschädigung (oto- oder nephrotoxischer Schäden) zu vermeiden.

Aminoglykosid-Antibiotika können die Wirkung muskelerschlaffender Medikamente (Muskel-

relaxantien) um ein Vielfaches verstärken.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels

Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Leukase N Puder ist während der Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es liegen keine Erfahrungen hinsichtlich der Beeinträchtigung der Verkehrstüchtigkeit und

der Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen vor.

3. Wie ist Leukase N Puder anzuwenden?

Wenden

dieses Arzneimittel

immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt an.

Bitte

fragen

Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:

Leukase

Puder

wird 2mal täglich dünn

aufgestreut.

Die Behandlungsdauer sollte möglichst kurzfristig sein, nicht länger als 1 - 2 Wochen.

Hinweis:

Zur Vermeidung von Reinfektionen bei impetiginösen Prozessen, besonders im Gesicht, wird

empfohlen, Bettwäsche, Handtuch und Waschlappen wiederholt zu wechseln sowie Kämme

und Rasiergeräte zu desinfizieren.

Art der Anwendung

Zur Anwendung auf der Haut.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die

Wirkung von Leukase N Puder zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Leukase N Puder angewendet haben, als Sie

sollten:

können

die Behandlung mit der angegebenen Dosierung

fortsetzen.

einer

kurzfristigen

Überdosierung sind keine Beeinträchtigungen zu erwarten.

Wenn Sie die Anwendung von Leukase N Puder vergessen haben:

Wenden Sie nicht die doppelte Dosis an, wenn Sie die vorherige Anwendung vergessen

haben.

Wenn Sie die Anwendung von Leukase N Puder abbrechen:

Sie könnten den Behandlungserfolg gefährden. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apo-

theker, bevor Sie die Behandlung mit Leukase N Puder abbrechen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an

Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Gebrauchsinformation, Seite 3 von 4

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht

bei jedem Behandelten auftreten müssen. Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden

folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Sehr häufig

mehr als 1 Behandelter von 10

Häufig

1 bis 10 Behandelte von 100

Gelegentlich

1 bis 10 Behandelte von 1.000

Selten

1 bis 10 Behandelte von 10.000

Sehr selten

weniger als 1 Behandelter von 10.000

Nicht bekannt

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.

Mögliche Nebenwirkungen

Überempfindlichkeitsreaktionen:

Häufig kann es zum Auftreten eines Hautausschlages sowie zu einer schweren allergischen

Sofortreaktion

kommen.

Sehr

häufig besteht

gleichzeitig eine

Überempfindlichkeit

gegen Neo

mycin

andere Aminoglykosid-Antibiotika (z.B.

Gentamicin).

Niere/Zentrales Nervensystem/Sinnesorgane:

Die Resorptionsrate des in Leukase N Puder enthaltenen Wirkstoffs Framycetin ist nach ört-

licher (lokaler) Anwendung gering. Framycetin kann jedoch wie alle Aminoglykosid-Antibioti-

ka in höherer Dosis die Funktion der Niere und des Gehörs (bis zur Taubheit) schädigen.

Besonders gefährdet sind Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion. Die empfohlene

Dosierung und Anwendungsdauer soll deshalb nicht überschritten werden.

Blut:

Blutbildveränderungen (z.B. Eosinophilie) und Leberenzymwertveränderungen können häu-

fig auftreten.

Sonstiges:

Blutdruckabfall, Pulsanstieg, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel traten häufig auf.

Besondere Hinweise

Bitte informieren

Sie Ihren Arzt über aufgetretene Nebenwirkungen, damit er diese ggf. spezi-

fisch behandeln kann.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie

können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, 53175 Bonn,

Website: www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu

beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung

gestellt werden.

5. Wie ist Leukase N Puder aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel unzugänglich für Kinder auf.

Nicht über 25 °C lagern.

Die Haltbarkeit nach Anbruch des Behältnisses beträgt 3 Monate.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf Umkarton und Behältnis nach »Verwendbar

bis« angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf

den letzten Tag des angegebenen Monats.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Leukase N Puder enthält:

Der Wirkstoff ist Framycetinsulfat.

1 g Pulver enthält 20 mg Framycetinsulfat.

Gebrauchsinformation, Seite 4 von 4

Die sonstigen Bestandteile sind Lactose-Monohydrat, Siliciumdioxid.

Wie Leukase N Puder aussieht und Inhalt der Packung:

Leukase N Puder ist ein weißes Pulver und ist in Packungen zu 5 g, 20 g und 50 g erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer:

Hersteller:

Dermapharm AG

mibe GmbH Arzneimittel

Lil-Dagover-Ring 7

Münchener Straße 15

82031 Grünwald

06796 Brehna

Tel.: 089/64186-0

Fax: 089/64186-130

E-Mail: service@dermapharm.de

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im März 2015.

Fachinformation, Seite 1 von 5

Fachinformation

Dermapharm AG

Leukase

N Puder

1. Bezeichnung des Arzneimittels

Leukase N Puder, 20 mg/g

2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung

1 g Pulver enthält 20 mg Framycetinsulfat.

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. Darreichungsform

Weißes Pulver zur Anwendung auf der Haut

4. Klinische Angaben

4.1 Anwendungsgebiete

Zur kleinflächigen antibiotischen Behandlung von bakteriell bedingten oberflächlichen

Entzündungen durch framycetin- oder neomycinempfindliche Keime.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Leukase

N Puder wird 2mal täglich dünn aufgestreut.

Die Behandlungsdauer sollte möglichst kurzfristig sein, nicht länger als 1 - 2 Wochen.

Hinweis:

Zur Vermeidung von Reinfektionen bei impetiginösen Prozessen, besonders im Gesicht, wird

empfohlen, Bettwäsche, Handtuch und Waschlappen wiederholt zu wechseln sowie Kämme

und Rasiergeräte zu desinfizieren.

4.3 Gegenanzeigen

Bei bestehender Überempfindlichkeit gegen Framycetin, Neomycin und andere Aminoglyko-

sid-Antibiotika sowie einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile, bei einge-

schränkter

Nierenfunktion

oder

einer

Vorschädigung

des Innenohres (Vestibular- oder

Cochlearorgan) sollte dieses Präparat nicht angewandt werden.

Bei Patienten mit neuromuskulären Störungen wie Myasthenia gravis oder bei Patienten, die

Muskelrelaxanzien

einnehmen,

Leukase

Puder wegen

möglichen Steigerung des

neuromuskulären Blocks nur mit Vorsicht anzuwenden.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Kinder:

Bei Frühgeborenen und in den ersten Lebenswochen ist wegen der noch nicht ausgereiften

Nierenfunktion von der Anwendung möglichst abzusehen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Wegen der Gefahr oto- oder nephrotoxischer Schäden ist die gleichzeitige Verabreichung

anderer potenziell das Gehör oder die Nieren schädigender Arzneimittel, z.B. anderer

Aminoglykosid-Antibiotika, Cephalosporine, Amphotericin B, Ciclosporin, Methoxyfluran,

Bumetanid, Furosemid oder Etacrynsäure zu vermeiden.

Aminoglykosid-Antibiotika können die Wirkung von Muskelrelaxanzien um ein Vielfaches

verstärken.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Leukase N Puder ist während der Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert.

Fachinformation, Seite 2 von 5

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es liegen keine Erfahrungen hinsichtlich der Beeinträchtigung der Verkehrstüchtigkeit und

der Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen vor.

4.8 Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zu Grunde gelegt:

Sehr häufig

1/10)

Häufig

1/100

1/10)

Gelegentlich

1/1.000

1/100)

Selten

1/10.000

1/1.000)

Sehr selten

1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Unter der Behandlung mit Leukase N Puder können unerwünschte Wirkungen in folgenden

Organsystemen auftreten:

Überempfindlichkeitsreaktionen:

Häufig kann

zum Auftreten eines Exanthems sowie zu einer anaphylaktischen Reaktion

kommen. Sehr häufig besteht eine Kreuzsensibilisierung mit Neomycin und anderen

Aminoglykosid-Antibiotika. Zwischen Neomycin und Framycetin zeigte sich eine

Reaktionskopplung von

70 %.

Gleichzeitige

Reaktionen

Neomycin und Gentamicin

ergaben sich

bei knapp 40 % der Neomycin-Allergiker und knapp 50 % der Gentamicin-

Allergiker.

Niere/Zentrales Nervensystem/Sinnesorgane:

Resorptionsrate des in Leukase N Puder enthaltenen Wirkstoffs Framycetin ist nach

lokaler Anwendung gering. Framycetin kann jedoch wie alle Aminoglykosid-Antibiotika in

höherer Dosis

Funktion der Niere und des Gehörs (bis zur Taubheit) schädigen.

Besonders gefährdet sind Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion. Die empfohlene

Dosierung und Anwendungsdauer soll deshalb nicht überschritten werden.

Blut:

Blutbildveränderungen

(z.B. Eosinophilie) und Leberenzymwertveränderungen können häufig

auftreten.

Sonstiges:

Hypotonie, Tachykardie, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel traten häufig auf.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-

Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert,

jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn,

Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Spezielle Maßnahmen bei Überdosierung, außer dem Absetzen bzw. Entfernen des Medika-

ments, sind nicht erforderlich. Gegebenenfalls sollte eine symptomatische Behandlung even-

tuell auftretender Nebenwirkungen erfolgen.

5. Pharmakologische Eigenschaften

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antibiotika zur topischen Anwendung, Framycetin

ATC-Code: D06AX14

Wirkmechanismus

Fachinformation, Seite 3 von 5

Der Wirkungsmechanismus von Framycetin beruht auf einer Störung der Proteinbiosynthese

am bakteriellen Ribosom durch Interaktion mit der rRNS und nachfolgender Hemmung der

Translation. Hieraus resultiert eine bakterizide Wirkung.

Beziehung zwischen Pharmakokinetik und Pharmakodynamik

Die Wirksamkeit hängt im Wesentlichen von dem Quotienten aus maximaler Serumkonzen-

tration (C

) und minimaler Hemmkonzentration (MHK) des Erregers ab.

Resistenzmechanismen

Eine Resistenz gegenüber Framycetin kann auf folgenden Mechanismen beruhen:

Enzymatische Inaktivierung: Die enzymatischen Modifikationen der

Aminoglykosidmoleküle sind der häufigste Resistenzmechanismus. Hierfür sind

Acetyltransferasen, Phosphotransferasen oder Nukleotidyltransferasen verantwortlich,

die zumeist plasmidkodiert sind.

Verminderte Penetration und aktiver Efflux: Diese Resistenzmechanismen finden sich

vor allem bei Pseudomonas aeruginosa.

Veränderung der Zielstruktur: Zumeist kommen Modifikationen der Translokase als

Ursache einer Resistenz vor.

Es besteht eine vollständige Kreuzresistenz mit Kanamycin und eine partielle Kreuzresistenz

mit Gentamicin sowie mit anderen Aminoglykosidantibiotika.

Grenzwerte

Die Testung von Framycetin erfolgt unter Benutzung der üblichen Verdünnungsreihe. Da

Grenzwerte für minimale Hemmkonzentrationen für sensible und resistente Erreger für Fra-

mycetin von EUCAST nicht festgelegt wurden, liegen der folgenden Tabelle die EUCAST-

Grenzwerte zu Gentamicin zu Grunde. Diese Grenzwerte gelten für die systemische Anwen-

dung. Grenzwerte für die lokale Anwendung sind nicht etabliert.

EUCAST (European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing) Grenzwerte für

Gentamicin

Erreger

Sensibel

Resistent

Enterobacteriaceae

2 mg/l

> 4 mg/l

Pseudomonas spp.

4 mg/l

> 4 mg/l

Acinetobacter spp.

4 mg/l

> 4 mg/l

Staphylococcus spp.

1 mg/l

> 1 mg/l

Nicht speziesspezifische Grenzwerte*

2 mg/l

> 4 mg/l

Prävalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland

Die Prävalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies kann örtlich und im Verlauf der

Zeit variieren. Deshalb sind - insbesondere für die adäquate Behandlung schwerer Infektio-

nen - lokale Informationen über die Resistenzsituation erforderlich. Falls aufgrund der lokalen

Resistenzsituation die Wirksamkeit von Framycetin in Frage gestellt ist, sollte eine

Therapieberatung durch Experten angestrebt werden. Insbesondere bei schwerwiegenden

Infektionen oder bei Therapieversagen ist eine mikrobiologische Diagnose mit dem Nach-

weis des Erregers und dessen Empfindlichkeit gegenüber Framycetin anzustreben.

Basierend auf den Ergebnissen einer multizentrischen nationalen Studie im Jahr 2007 sind

Methicillin-sensible Staphylococcus aureus üblicherweise empfindlich gegenüber Framyce-

tin. Nach den Daten dieser Studie ist Streptococcus pyogenes – gemessen an den Grenz-

werten für die systemische Gabe von Gentamicin – resistent gegenüber Framycetin. Da bei

der lokalen Therapie mit Leukase N höhere Wirkstoffkonzentrationen von Framycetin als bei

der systemischen Gabe von Gentamicin erzielt werden, schließt die In-vitro-Resistenz von

Streptococcus pyogenes gegenüber Framycetin eine klinische Wirksamkeit von Leukase N

nicht aus.

Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) sind in der Regel resistent gegenüber

Framycetin.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Fachinformation, Seite 4 von 5

Framycetinsulfat wird ausschließlich als Lokalantibiotikum angewendet. Die gute Löslichkeit

Framycetinsulfat

Wundsekret garantiert

das Erreichen hoher Wirkstoffkonzentrationen,

das geringe Diffusionsvermögen ein langes Verbleiben am Applikationsort.

Framycetinsulfat unterliegt keinem enzymatischen Abbau, so dass antibakteriell wirksame

Konzentrationen über mehrere Stunden erhalten bleiben. Die Plasmaeiweißbindung von

Framycetinsulfat ist gering. Bei lokaler Verabreichung werden keine antibakteriell wirksamen

Blutspiegel erreicht.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität

Die LD

(Maus) von Framycetinsulfat liegt nach oraler Gabe bei über 5 g/kg Körpergewicht,

nach intramuskulärer Injektion bei 450 mg/kg und nach intravenöser Injektion bei 55 mg/kg.

Framycetinsulfat ist lokal gut verträglich. Wie alle Aminoglykosid-Antibiotika wirkt Framycetin

in hohen Dosierungen oto- und nephrotoxisch.

Chronische Toxizität

Untersuchungen

chronischen

Toxizität

vertrugen

Meerschweinchen

Gabe

mg/kg/d s.c. über 3 Monate ohne Beeinträchtigungen. Vom Hund wurden 100 mg/kg/d oral in

4-5 Einzeldosen gut vertragen.

Mutagenes und tumorerzeugendes Potenzial

Untersuchungen zur Mutagenität und/oder Kanzerogenität liegen nicht vor.

Reproduktionstoxizität

Framycetin ist plazentagängig und kann zu fetaler Ototoxizität führen. Framycetin geht wahr-

scheinlich in die Muttermilch über.

6. Pharmazeutische Angaben

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Lactose-Monohydrat

Siliciumdioxid

6.2 Inkompatibilitäten

Keine bekannt.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

4 Jahre

Die Haltbarkeit nach Anbruch der Dose beträgt 3 Monate.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Kunststoffdosen zu

5 g Pulver

20 g Pulver

50 g Pulver

7. Inhaber der Zulassung

Dermapharm AG

Lil-Dagover-Ring 7

82031 Grünwald

Tel.: 089/ 64186-0

Fax: 089/ 64186-130

E-Mail: service@dermapharm.de

Fachinformation, Seite 5 von 5

8. Zulassungsnummer

6148671.00.00

9. Datum der Erteilung der Zulassung/Verlängerung der Zulassung

17.10.2005

10. Stand der Information

März 2015

11. Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

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