Lenalidomid Fresenius Kabi 25 mg Hartkapseln

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

18-10-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

21-09-2021

Wirkstoff:
LENALIDOMID
Verfügbar ab:
Fresenius Kabi Austria GmbH
ATC-Code:
L04AX04
INN (Internationale Bezeichnung):
LENALIDOMIDE
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur einmaligen Abgabe auf aerztliche Verschreibung
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
140833
Berechtigungsdatum:
2021-09-29

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Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Lenalidomid Fresenius Kabi 2,5 mg Hartkapseln

Lenalidomid Fresenius Kabi 5 mg Hartkapseln

Lenalidomid Fresenius Kabi 7,5 mg Hartkapseln

Lenalidomid Fresenius Kabi 10 mg Hartkapseln

Lenalidomid Fresenius Kabi 15 mg Hartkapseln

Lenalidomid Fresenius Kabi 20 mg Hartkapseln

Lenalidomid Fresenius Kabi 25 mg Hartkapseln

Wirkstoff: Lenalidomid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Lenalidomid Fresenius Kabi und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Lenalidomid Fresenius Kabi beachten?

Wie ist Lenalidomid Fresenius Kabi einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Lenalidomid Fresenius Kabi aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Lenalidomid Fresenius Kabi und wofür wird es angewendet?

Lenalidomid Fresenius Kabi enthält den Wirkstoff „Lenalidomid“. Dieses Arzneimittel gehört zu einer

Gruppe von Arzneimitteln, die die Funktionsweise Ihres Immunsystems beeinflussen.

Lenalidomid Fresenius Kabi wird angewendet bei Erwachsenen mit:

Multiplem Myelom

Myelodysplastischen Syndromen

Mantelzell-Lymphom

Follikulärem Lymphom

Multiples Myelom

Ein multiples Myelom ist eine Krebsart, die bestimmte weiße Blutzellen betrifft, die als Plasmazellen

bezeichnet werden. Diese Zellen sammeln sich im Knochenmark an und teilen sich unkontrolliert.

Dadurch können die Knochen und Nieren geschädigt werden.

Das multiple Myelom kann im Allgemeinen nicht geheilt werden. Allerdings können die Anzeichen

und Symptome stark abgeschwächt werden oder eine Zeitlang ganz verschwinden. In diesem Fall

spricht man von einer „Remission“.

Neu diagnostiziertes multiples Myelom – bei Patienten nach einer Knochenmarktransplantation

Lenalidomid Fresenius Kabi wird allein und nach angemessener Erholung von der Transplantation als

Erhaltungstherapie angewendet.

Neu diagnostiziertes multiples Myelom – bei Patienten, bei denen keine Knochenmarktransplantation

durchgeführt werden kann

Lenalidomid Fresenius Kabi wird zusammen mit anderen Arzneimitteln eingenommen, wie u.a.:

mit dem Chemotherapeutikum „Bortezomib“

mit dem entzündungshemmenden Arzneimittel „Dexamethason“

mit „Melphalan“ ein Chemotherapeutikum und

mit „Prednison“, ein das Immunsystem unterdrückendes Arzneimittel

Zu Beginn der Behandlung nehmen Sie diese anderen Arzneimittel zusammen mit Lenalidomid

Fresenius Kabi ein, später nehmen Sie nur noch Lenalidomid Fresenius Kabi allein ein.

Wenn Sie 75 Jahre oder älter sind oder wenn Ihre Nierenfunktion mäßig oder stark eingeschränkt ist,

wird Sie Ihr Arzt vor Behandlungsbeginn sorgfältig untersuchen.

Multiples Myelom – bei Patienten, die zuvor bereits eine Behandlung erhalten haben

Lenalidomid Fresenius Kabi wird in Kombination mit dem entzündungshemmenden Arzneimittel

„Dexamethason“ eingenommen.

Lenalidomid Fresenius Kabi kann die Verschlimmerung der Anzeichen und Symptome des multiplen

Myeloms aufhalten. Es wurde außerdem gezeigt, dass Lenalidomid Fresenius Kabi das

Wiederauftreten des multiplen Myeloms nach erfolgter Behandlung verzögert.

Myelodysplastische Syndrome (MDS)

Unter MDS wird eine Gruppe von verschiedenen Erkrankungen des Blutes und Knochenmarks

zusammengefasst. Die Blutzellen entwickeln sich abnormal und können ihre Funktion nicht mehr

richtig erfüllen. Die betroffenen Patienten können eine Reihe von Zeichen und Symptomen aufweisen,

darunter eine niedrige Zahl roter Blutzellen (Anämie), sie benötigen Bluttransfusionen und haben ein

erhöhtes Infektionsrisiko.

Lenalidomid Fresenius Kabi wird allein angewendet zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit

diagnostizierten MDS, wenn die folgenden Kriterien alle erfüllt sind:

Sie benötigen regelmäßige Bluttransfusionen zur Behandlung einer erniedrigten Zahl von roten

Blutzellen („transfusionsabhängige Anämie“).

Sie haben eine Anomalie der Knochenmarkszellen, die als „isolierte Deletion 5q zytogenetische

Anomalie“ bezeichnet wird. Dies bedeutet, dass Ihr Körper nicht genügend gesunde Blutzellen

bilden kann.

Andere Behandlungen, die Sie erhalten haben, waren ungeeignet oder nicht ausreichend wirksam.

Lenalidomid Fresenius Kabi kann die Anzahl von gesunden roten Blutzellen, die im Körper gebildet

werden, erhöhen, indem es die Anzahl der abnormalen Zellen verringert:

Dies kann die Anzahl der benötigten Bluttransfusionen senken, möglicherweise sind auch gar

keine Transfusionen mehr notwendig.

Mantelzell-Lymphom (MCL)

MCL ist eine Krebserkrankung eines Teils des Immunsystems (des Lymphgewebes). Sie geht von

bestimmten weißen Blutzellen, den sogenannten „B-Lymphozyten“ oder B-Zellen, aus. Beim MCL

wachsen die B-Zellen in unkontrollierter Weise und reichern sich im Lymphgewebe, im Knochenmark

oder im Blut an.

Lenalidomid Fresenius Kabi allein wird zur Behandlung von erwachsenen Patienten angewendet, die

mit anderen Arzneimitteln vorbehandelt sind.

Follikuläres Lymphom (FL)

Das FL ist ein langsam wachsender Krebstumor der B-Lymphozyten. Diese Zellen gehören zu den

weißen Blutzellen, die für die Infektionsbekämpfung des Körpers zuständig sind. Wenn Sie ein FL

haben, können sich zu viele dieser B-Lymphozyten in Ihrem Blut, Knochenmark, in den Lymphknoten

und in der Milz anreichern.

Lenalidomid Fresenius Kabi wird zusammen mit einem anderen Arzneimittel namens “Rituximab” zur

Behandlung von erwachsenen Patienten mit vorbehandeltem follikulärem Lymphom angewendet.

Wie wirkt Lenalidomid Fresenius Kabi?

Lenalidomid Fresenius Kabi wirkt durch Beeinflussung des Immunsystems des Körpers und durch

direkten Angriff an der Krebserkrankung. Es wirkt auf verschiedene Arten und Weisen:

Es unterbindet die Entwicklung der Krebszellen.

Es unterbindet das Wachstum von Blutgefäßen im Krebs.

Es regt einen Teil des Immunsystems dazu an, die Krebszellen anzugreifen.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Lenalidomid Fresenius Kabi beachten?

Vor dem Beginn der Behandlung mit Lenalidomid Fresenius Kabi müssen Sie die

Gebrauchsinformationen von allen Arzneimitteln durchlesen, die in Kombination mit

Lenalidomid Fresenius Kabi anzuwenden sind.

Lenalidomid Fresenius Kabi darf nicht eingenommen werden:

wenn Sie schwanger sind, vermuten, schwanger zu sein, oder eine Schwangerschaft planen, da

zu

erwarten ist

, dass Lenalidomid Fresenius Kabi

dem ungeborenen Kind schadet

(siehe

Abschnitt 2, „Schwangerschaft, Stillzeit und Empfängnisverhütung – Informationen für Frauen

und Männer“).

wenn Sie schwanger werden können, es sei denn, Sie befolgen alle notwendigen Maßnahmen, die

verhindern, dass Sie schwanger werden (siehe Abschnitt 2 „Schwangerschaft, Stillzeit und

Empfängnisverhütung – Informationen für Frauen und Männer”). Wenn Sie schwanger werden

können, wird Ihr Arzt bei jeder Verschreibung festhalten, dass die notwendigen Maßnahmen

ergriffen worden sind, und Ihnen dies bestätigen.

wenn Sie allergisch gegen Lenalidomid oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind. Wenn Sie vermuten, allergisch zu sein, fragen Sie Ihren

Arzt um Rat.

Wenn irgendeiner dieser Punkte auf Sie zutrifft, dürfen Sie Lenalidomid Fresenius Kabi nicht

einnehmen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Apotheker oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Sie

Lenalidomid Fresenius Kabi einnehmen, wenn:

Sie schon einmal ein Blutgerinnsel hatten ‒ während der Behandlung besteht für Sie in diesem

Fall ein erhöhtes Risiko, dass sich Gerinnsel in den Venen und Arterien bilden

Sie Anzeichen einer Infektion wie Husten oder Fieber haben

Sie eine Virusinfektion haben oder früher einmal eine Virusinfektion hatten, insbesondere eine

Hepatitis-B-Infektion, Windpocken, Gürtelrose oder eine HIV-Infektion. Falls Sie unsicher sind,

fragen Sie Ihren Arzt. Die Behandlung mit Lenalidomid Fresenius Kabi kann dazu führen, dass

das Virus bei Patienten, die das Virus in sich tragen, wieder aktiviert wird. Dies führt zum

Wiederauftreten der Infektion. Ihr Arzt sollte überprüfen, ob Sie schon einmal eine Hepatitis-B-

Infektion hatten.

Sie an einer Nierenfunktionsstörung leiden ‒ Ihr Arzt wird in diesem Fall eventuell Ihre

Lenalidomid Fresenius Kabi-Dosis anpassen.

Sie einen Herzinfarkt hatten, bei Ihnen früher einmal Blutgerinnsel aufgetreten sind, wenn Sie

rauchen, hohen Blutdruck oder hohe Cholesterinwerte haben.

Sie während der Einnahme von Thalidomid (einem anderen Medikament zur Behandlung des

multiplen Myeloms) eine allergische Reaktion, wie z. B. einen Hautausschlag, Juckreiz,

Schwellungen, Schwindel oder Atembeschwerden, hatten.

bei Ihnen schon einmal mehrere der folgenden Symptome gleichzeitig aufgetreten sind:

ausgedehnter Hautausschlag, rote Haut, hohes Fieber, grippeartige Symptome, Anstieg der

Leberenzyme, Blutanomalien (Eosinophilie), vergrößerte Lymphknoten. Dies sind Anzeichen

einer schweren Hautreaktion, die als Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen

Symptomen (auch bekannt als DRESS) oder Arzneimittelüberempfindlichkeits-Syndrom

bezeichnet wird (siehe auch Abschnitt 4, „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“).

Wenn irgendeiner dieser Punkte auf Sie zutrifft, müssen Sie Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal vor Beginn der Behandlung darüber informieren.

Informieren Sie Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal unverzüglich, wenn während oder

nach der Behandlung folgendes auftreten sollte:

verschwommenes Sehen, Verlust des Sehvermögens oder Doppeltsehen, Sprachschwierigkeiten,

Schwäche in einem Arm oder Bein, Veränderungen Ihrer Gangart oder Gleichgewichtsprobleme,

dauerhaftes Taubheitsgefühl, verminderte Sinnesempfindung oder Verlust der Sinnesempfindung,

Gedächtnisverlust oder Verwirrtheit. Dies können Symptome einer schweren und potenziell

tödlichen Hirnerkrankung sein, die als progressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML)

bezeichnet wird. Wenn Sie diese Symptome bereits vor der Behandlung mit Lenalidomid

Fresenius Kabi hatten, informieren Sie Ihren Arzt über jegliche Veränderungen Ihrer Symptome.

Kurzatmigkeit, Müdigkeit, Schwindel, Schmerzen in der Brust, schnellerer Herzschlag oder

Schwellung in den Beinen oder Knöcheln. Dies können Anzeichen einer schweren Erkrankung,

bekannt als pulmonale Hypertonie (siehe Abschnitt 4), sein.

Untersuchungen und Kontrollen

Vor und während der Behandlung mit Lenalidomid Fresenius Kabi werden bei Ihnen regelmäßige

Blutuntersuchungen durchgeführt. Das ist notwendig, weil Lenalidomid Fresenius Kabi dazu führen

kann, dass die Zahl der Blutzellen, die helfen, eine Infektion zu bekämpfen (weiße Blutzellen), und die

Zahl der Blutplättchen, die für die Blutgerinnung verantwortlich sind, abnehmen können. Ihr Arzt wird

Sie zu einer Blutuntersuchung auffordern:

vor der Behandlung,

während der ersten 8 Wochen der Behandlung wöchentlich,

danach mindestens einmal monatlich.

Vor und während der Behandlung mit Lenalidomid können Sie auf Anzeichen eines kardiopulmonalen

Problems untersucht werden.

Für Patienten mit MDS, die Lenalidomid Fresenius Kabi einnehmen

Wenn Sie an MDS leiden, besteht eine größere Wahrscheinlichkeit, dass Sie eine fortgeschrittenere

Erkrankung entwickeln, die als akute myeloische Leukämie (AML) bezeichnet wird. Außerdem ist

nicht bekannt, inwiefern Lenalidomid Fresenius Kabi die Wahrscheinlichkeit beeinflusst, dass Sie eine

AML entwickeln. Ihr Arzt wird deshalb möglicherweise Untersuchungen durchführen, um nach

Anzeichen zu suchen, die eine bessere Prognose des Risikos, dass Sie während Ihrer Behandlung mit

Lenalidomid Fresenius Kabi eine AML entwickeln könnten, erlauben.

Für Patienten mit MCL, die Lenalidomid Fresenius Kabi einnehmen

Ihr Arzt wird einen Bluttest bei Ihnen anordnen:

vor der Behandlung

in den ersten 8 Wochen (2 Zyklen) der Behandlung jede Woche

danach alle 2 Wochen in den Zyklen 3 und 4 (für weitere Informationen siehe Abschnitt 3

„Behandlungszyklus“)

danach zu Beginn eines jeden Zyklus und

mindestens einmal monatlich.

Für Patienten mit FL, die Lenalidomid Fresenius Kabi einnehmen

Ihr Arzt wird einen Bluttest bei Ihnen anordnen:

vor der Behandlung

in den ersten 3 Wochen (1 Zyklus) der Behandlung jede Woche

danach alle 2 Wochen in den Zyklen 2 bis 4 (für weitere Informationen siehe Abschnitt 3

„Behandlungszyklus“)

danach zu Beginn eines jeden Zyklus und

mindestens einmal monatlich.

Ihr Arzt kann gegebenenfalls prüfen, ob bei Ihnen insgesamt eine große Tumormenge im Körper,

einschließlich im Knochenmark, vorliegt. Dies könnte dazu führen, dass die Tumore zerfallen und zu

ungewöhnlich hohen Spiegeln von chemischen Substanzen im Blut führen, die wiederum zu

Nierenversagen führen können (diesen Zustand bezeichnet man als „Tumorlysesyndrom“).

Ihr Arzt wird Sie gegebenenfalls auf Hautveränderungen wie rote Flecken oder Ausschläge

untersuchen.

In Abhängigkeit von den Ergebnissen Ihrer Blutuntersuchungen und Ihres Allgemeinzustandes wird

Ihr Arzt eventuell die Lenalidomid Fresenius Kabi-Dosis anpassen oder die Behandlung beenden.

Wenn bei Ihnen die Erkrankung erstmals festgestellt wurde, wird Ihr Arzt Ihre Behandlung

gegebenenfalls auch unter Berücksichtigung Ihres Alters und weiterer bei Ihnen bereits vorliegender

Erkrankungen anpassen.

Blutspenden

Sie dürfen während der Behandlung und für mindestens 7 Tage nach Ende der Behandlung kein Blut

spenden.

Kinder und Jugendliche

Lenalidomid Fresenius Kabi wird nicht für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18

Jahren empfohlen.

Ältere Menschen und Patienten mit Nierenproblemen

Wenn Sie 75 Jahre oder älter sind oder an einer mittelschweren bis schweren Nierenerkrankung

leiden, wird Sie Ihr Arzt sorgfältig untersuchen, bevor die Behandlung beginnt.

Einnahme von Lenalidomid Fresenius Kabi zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal, wenn Sie andere Arzneimittel

einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder

beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden. Das ist notwendig, weil Lenalidomid

Fresenius Kabi die Wirkung einiger anderer Arzneimittel beeinflussen kann. Andererseits können auch

andere Arzneimittel die Wirkung von Lenalidomid Fresenius Kabi beeinflussen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal insbesondere dann, wenn Sie eines der

folgenden Arzneimittel einnehmen:

Bestimmte Arzneimittel zur Verhütung einer Schwangerschaft, wie z. B. orale Kontrazeptiva,

denn sie können unwirksam werden.

Bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Herzproblemen, wie z. B. Digoxin.

Bestimmte Arzneimittel zur Blutverdünnung, wie z. B. Warfarin.

Schwangerschaft, Stillzeit und Empfängnisverhütung ‒ Informationen für Frauen und Männer

Schwangerschaft

Für Frauen, die Lenalidomid Fresenius Kabi einnehmen

Wenn Sie schwanger sind, dürfen Sie Lenalidomid Fresenius Kabi nicht einnehmen, da zu

erwarten ist, dass es dem ungeborenen Kind schadet.

Sie dürfen nicht schwanger werden, solange Sie Lenalidomid Fresenius Kabi einnehmen. Deshalb

müssen Sie zuverlässige Methoden der Empfängnisverhütung anwenden, wenn Sie eine

gebärfähige Frau sind (siehe „Empfängnisverhütung“).

Wenn Sie während Ihrer Behandlung mit Lenalidomid Fresenius Kabi schwanger werden,

müssen Sie sofort die Behandlung abbrechen und Ihren Arzt informieren.

Für Männer, die Lenalidomid Fresenius Kabi einnehmen

Wenn Ihre Partnerin schwanger wird, während Sie selbst gerade Lenalidomid Fresenius Kabi

einnehmen, müssen Sie Ihren Arzt sofort informieren. Es wird empfohlen, dass auch Ihre

Partnerin einen Arzt aufsucht.

Auch Sie müssen zuverlässige Methoden der Empfängnisverhütung anwenden (siehe

„Empfängnisverhütung“).

Stillzeit

Sie dürfen nicht stillen, während Sie Lenalidomid Fresenius Kabi einnehmen, da nicht bekannt ist, ob

Lenalidomid Fresenius Kabi in die Muttermilch übergeht.

Empfängnisverhütung

Für Frauen, die Lenalidomid Fresenius Kabi einnehmen

Vor Beginn der Behandlung müssen Sie Ihren Arzt fragen, ob bei Ihnen die Möglichkeit besteht, dass

Sie schwanger werden können, auch wenn Sie denken, dass dies unwahrscheinlich ist.

Wenn bei Ihnen die Möglichkeit besteht, dass Sie schwanger werden können,

werden bei Ihnen unter Aufsicht Ihres Arztes Schwangerschaftstests durchgeführt (vor jeder

Behandlung, mindestens alle 4 Wochen während der Behandlung und mindestens 4 Wochen nach

Ende der Behandlung), außer im Fall einer bestätigten Sterilisation der Eileiter, bei der die

Eileiter durchtrennt und verschlossen wurden, damit keine Eizellen mehr in die Gebärmutter

gelangen können (Tubensterilisation)

Sie müssen mindestens 4 Wochen vor Behandlungsbeginn, während der Behandlung und bis

mindestens 4 Wochen nach Ende der Behandlung zuverlässige Methoden der

Empfängnisverhütung anwenden. Ihr Arzt wird Ihnen geeignete Verhütungsmethoden empfehlen.

Für Männer, die Lenalidomid Fresenius Kabi einnehmen

Lenalidomid Fresenius Kabi tritt in die menschliche Samenflüssigkeit über. Wenn Ihre Partnerin

schwanger ist oder schwanger werden kann und keine zuverlässigen Verhütungsmethoden verwendet,

müssen Sie während der Behandlung und für mindestens 7 Tage nach Ende der Behandlung Kondome

verwenden, auch wenn Sie sich einer Vasektomie unterzogen haben.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit

beeinträchtigen.

Sie dürfen kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen, wenn Sie sich benommen, müde,

schläfrig oder schwindelig fühlen oder bemerken, dass Sie verschwommen sehen, nachdem sie

Lenalidomid Fresenius Kabi eingenommen haben.

Lenalidomid Fresenius Kabi enthält Lactose

Lenalidomid Fresenius Kabi enthält Lactose. Bitte nehmen Sie Lenalidomid Fresenius Kabi erst nach

Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit

leiden.

Lenalidomid Fresenius Kabi enthält Natrium

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Hartkapsel, d.h. es ist nahezu

„natriumfrei“.

3.

Wie ist Lenalidomid Fresenius Kabi einzunehmen?

Die Behandlung mit Lenalidomid Fresenius Kabi muss unter der Aufsicht von Ärzten erfolgen, die

Erfahrung in der Behandlung des multiplen Myeloms, MDS, MCL oder FL besitzen.

Bei Anwendung von Lenalidomid Fresenius Kabi zur Behandlung des multiplen Myeloms bei

Patienten, die nicht transplantierbar sind oder zuvor andere Behandlungen erhalten haben, wird es

zusammen mit anderen Arzneimitteln eingenommen (siehe Abschnitt 1 „Was ist Lenalidomid

Fresenius Kabi und wofür wird es angewendet?“).

Bei Anwendung von Lenalidomid Fresenius Kabi zur Behandlung des multiplen Myeloms bei

Patienten nach einer Knochenmarktransplantation oder zur Behandlung von Patienten mit MDS

oder MCL wird es allein eingenommen.

Bei Anwendung von Lenalidomid Fresenius Kabi zur Behandlung des follikulären Lymphoms

wird es zusammen mit einem anderen Arzneimittel namens „Rituximab“ eingenommen.

Nehmen Sie Lenalidomid Fresenius Kabi immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen

Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Wenn Sie Lenalidomid Fresenius Kabi in Kombination mit anderen Arzneimitteln einnehmen,

beachten Sie bitte die Packungsbeilagen dieser Arzneimittel für weitere Informationen zu deren

Anwendung und Wirkung.

Behandlungszyklus

Lenalidomid Fresenius Kabi wird an bestimmten Tagen eines Zeitraums von 3 Wochen (21 Tagen)

eingenommen.

Jeder Zeitraum von 21 Tagen wird als „Behandlungszyklus“ bezeichnet.

Je nach Zyklustag nehmen Sie eines oder mehrere der Arzneimittel ein. An manchen Tagen

nehmen Sie jedoch keines der Arzneimittel ein.

Nach Abschluss jedes 21-tägigen Zyklus sollten Sie mit dem nächsten 21-tägigen Zyklus

beginnen.

ODER

Lenalidomid Fresenius Kabi wird an bestimmten Tagen eines Zeitraums von 4 Wochen (28 Tagen)

eingenommen.

Jeder Zeitraum von 28 Tagen wird als „Behandlungszyklus“ bezeichnet.

Je nach dem Tag des Zyklus nehmen Sie eines oder mehrere der Arzneimittel ein. An manchen

Tagen nehmen Sie jedoch keines der Arzneimittel ein.

Nach Abschluss jedes 28-tägigen Zyklus sollten Sie mit dem nächsten 28-tägigen Zyklus

beginnen.

Wie viel Lenalidomid Fresenius Kabi ist einzunehmen?

Bevor Sie mit der Behandlung beginnen, werden Sie von Ihrem Arzt darüber informiert:

wie viel Lenalidomid Fresenius Kabi Sie einnehmen sollen

wie viel Sie von den anderen Arzneimitteln einnehmen sollen, die Sie gegebenenfalls in

Kombination mit Lenalidomid Fresenius Kabi anwenden

an welchen Tagen Ihres Behandlungszyklus Sie das jeweilige Arzneimittel einnehmen sollen.

Wie und wann ist Lenalidomid Fresenius Kabi einzunehmen?

Schlucken Sie die Hartkapseln im Ganzen, vorzugsweise mit Wasser.

Die Hartkapseln dürfen nicht zerbrochen, geöffnet oder zerkaut werden. Wenn das Pulver einer

zerbrochenen Lenalidomid Fresenius Kabi-Hartkapsel mit der Haut in Berührung kommt, müssen

Sie die Haut sofort gründlich mit Wasser und Seife waschen.

Angehörige der Heilberufe, Pflegekräfte und Familienmitglieder müssen bei der Handhabung der

Blister oder Hartkapseln Einweghandschuhe tragen. Danach sind die Handschuhe vorsichtig

auszuziehen, um Hautkontakt zu vermeiden, und in einem verschließbaren Plastikbeutel aus

Polyethylen entsprechend den örtlichen Vorschriften zu entsorgen. Anschließend sind die Hände

gründlich mit Wasser und Seife zu waschen. Schwangere oder Frauen, die schwanger sein

könnten, dürfen die Blister oder Hartkapseln nicht handhaben.

Die Hartkapseln können mit oder ohne Mahlzeit eingenommen werden.

Nehmen Sie Lenalidomid Fresenius Kabi nach Möglichkeit an den vorgesehenen

Behandlungstagen etwa zur selben Zeit ein.

Einnahme dieses Arzneimittels

Zur Entnahme der Hartkapsel aus der Blisterpackung:

drücken Sie die Hartkapsel bitte nur an einem Ende aus der Folie heraus.

drücken Sie nicht auf die Mitte der Hartkapsel, sonst kann die Hartkapsel zerbrechen.

Dauer der Behandlung mit Lenalidomid Fresenius Kabi

Lenalidomid Fresenius Kabi wird in Behandlungszyklen eingenommen, jeder Zyklus dauert 21 oder

28 Tage (siehe oben „Behandlungszyklus“). Setzen Sie die Behandlungszyklen fort, bis Ihr Arzt Ihnen

sagt, dass Sie die Behandlung beenden sollen.

Wenn Sie eine größere Menge von Lenalidomid Fresenius Kabi eingenommen haben, als Sie

sollten

Wenn Sie eine größere Menge von Lenalidomid Fresenius Kabi eingenommen haben, als Ihnen

verschrieben wurde, teilen Sie dies Ihrem Arzt sofort mit.

Wenn Sie die Einnahme von Lenalidomid Fresenius Kabi vergessen haben

Wenn Sie vergessen haben, Lenalidomid Fresenius Kabi zu Ihrer gewohnten Zeit einzunehmen, und es

sind

weniger als 12 Stunden vergangen: Nehmen Sie Ihre Hartkapsel sofort ein.

mehr als 12 Stunden vergangen: Nehmen Sie keine Hartkapsel ein. Nehmen Sie die nächste

Hartkapsel zur gewohnten Zeit am nächsten Tag.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Brechen Sie die Einnahme von Lenalidomid Fresenius Kabi ab und suchen Sie sofort einen Arzt

auf, wenn Sie eine der nachfolgend genannten schwerwiegenden Nebenwirkungen bemerken -

Sie benötigen unter Umständen dringend eine medizinische Behandlung:

Nesselsucht, Hautausschläge, Anschwellen von Augen, Mund oder Gesicht, Atemnot oder

Juckreiz, die Anzeichen von einer schwerwiegenden allergischen Reaktionen sein können, die als

Angioödem und anaphylaktische Reaktion bezeichnet werden.

Eine schwerwiegende allergische Reaktion, die sich zu Beginn als örtlich begrenzter

Hautausschlag äußert, sich dann aber über den gesamten Körper mit großflächigen

Hautablösungen ausbreitet (Stevens-Johnson-Syndrom und/oder toxische epidermale Nekrolyse).

Ausgedehnter Hautausschlag, hohe Körpertemperatur, erhöhte Leberwerte, Blutanomalien

(Eosinophilie), vergrößerte Lymphknoten und Beteiligung anderer Organe (Arzneimittelreaktion

mit Eosinophilie und systemischen Symptomen, die auch als DRESS oder Arzneimittel-

Hypersensitivitätssyndrom bezeichnet wird). Siehe auch Abschnitt 2.

Informieren Sie sofort Ihren Arzt, wenn Sie eine der folgenden schwerwiegenden

Nebenwirkungen bemerken:

Fieber, Schüttelfrost, Halsentzündung, Husten, Geschwüre im Mund oder andere Symptome einer

Infektion, auch in der Blutbahn (Sepsis)

Blutungen oder Blutergüsse ohne Verletzung

Schmerzen in der Brust oder in den Beinen

Kurzatmigkeit

Knochenschmerzen, Muskelschwäche, Verwirrtheit oder Müdigkeit, die durch einen hohen

Kalziumspiegel im Blut hervorgerufen werden können

Lenalidomid Fresenius Kabi kann die Anzahl der weißen Blutkörperchen, die Infektionen bekämpfen,

sowie die der Blutzellen, die die Blutgerinnung fördern (Blutplättchen), reduzieren, was zu

Blutungsstörungen wie Nasenbluten und Blutergüssen führen kann. Lenalidomid Fresenius Kabi kann

auch Blutgerinnsel in den Venen verursachen (Thrombose).

Weitere Nebenwirkungen

Es ist wichtig zu beachten, dass es bei einer geringen Anzahl von Patienten zur Entwicklung weiterer

Krebsarten kommen kann, und es ist möglich, dass sich dieses Risiko bei einer Behandlung mit

Lenalidomid Fresenius Kabi eventuell erhöht. Daher sollte Ihr Arzt bei der Verschreibung von

Lenalidomid Fresenius Kabi eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Bewertung vornehmen.

Sehr häufig

auftretende Nebenwirkungen (können mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

Eine Abnahme der roten Blutzellen, die eine Anämie verursachen kann, die zu Müdigkeit und

Schwächegefühl führt

Hautausschläge, Juckreiz

Muskelkrämpfe, Muskelschwäche, Muskelschmerzen, Knochenschmerzen, Gelenkschmerzen,

Rückenschmerzen, Schmerzen in den Gliedmaßen,

Generalisierte Schwellungen einschließlich Schwellungen der Arme und Beine

Schwäche, Müdigkeit

Fieber und grippeartige Symptome einschließlich Fieber, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen,

Ohrenschmerzen, Husten und Schüttelfrost

Taubheitsgefühl, Kribbeln oder Brennen der Haut, Schmerzen an Händen oder Füßen, Schwindel,

Zittern, verminderter Appetit, Veränderungen der Geschmackswahrnehmung

Zunahme von Schmerzen, Tumorgröße oder Rötung um den Tumor

Gewichtsabnahme

Verstopfung, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Magenschmerzen, Sodbrennen

Erniedrigte Kalium- oder Kalzium- und/oder Natriumspiegel im Blut

Herabgesetzte Schilddrüsenfunktion

Beinschmerzen (dies könnte ein Anzeichen für eine Thrombose sein), Brustschmerzen oder

Kurzatmigkeit (dies könnten Anzeichen für Blutgerinnsel in der Lunge sein; diesen Zustand

bezeichnet man als Lungenembolie)

Infektionen aller Art, einschließlich Infektionen der Nasennebenhöhlen, Lunge und oberen

Atemwege

Kurzatmigkeit

Verschwommenes Sehen

Trübung der Augenlinse (grauer Star, Katarakt)

Nierenprobleme, wobei die Nieren nicht mehr richtig funktionieren oder nicht in der Lage sind,

eine normale Funktion aufrechtzuerhalten

Abnormale Leberwerte

Erhöhte Leberwerte

Veränderungen eines Eiweißstoffs (Protein) im Blut, wodurch es zu Schwellungen der Arterien

(Vaskulitis) kommen kann

Erhöhungen des Blutzuckerspiegels (Diabetes)

Absinken des Blutzuckerspiegels

Kopfschmerzen

Nasenbluten

Trockene Haut

Depression, Veränderungen der Stimmungslage, Schlafstörungen

Husten

Blutdruckabfall

Unklare körperliche Beschwerden, Unwohlsein

Entzündung der Mundschleimhaut, Mundtrockenheit

Austrocknung (Dehydrierung)

Häufig

auftretende Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Zerstörung von roten Blutzellen (hämolytische Anämie)

Bestimmte Arten von Hauttumoren

Zahnfleischbluten, Magen- oder Darmblutungen

Anstieg des Blutdrucks, langsamer, schneller oder unregelmäßiger Herzschlag

Anstieg der Menge einer Substanz, die beim normalen und abnormalen Abbau von roten

Blutzellen entsteht

Anstieg eines Eiweißes, das auf Entzündungen im Körper hinweist

Dunkelfärbung der Haut, Hautverfärbung durch Blutungen unter der Haut, die in der Regel durch

Prellungen bedingt sind; Anschwellen der mit Blut gefüllten Haut; Hämatom

Anstieg der Harnsäure im Blut

Hautausschlag, Hautrötung, rissige Haut, Abschuppen oder Schälen der Haut, Nesselsucht

Juckreiz, vermehrtes Schwitzen, Nachtschweiß

Schluckbeschwerden, Halsschmerzen, Schwierigkeiten mit der Stimmqualität oder

Stimmveränderungen

Laufende Nase

Bildung von sehr viel mehr oder sehr viel weniger Urin als normal oder Unfähigkeit, die

Harnentleerung zu kontrollieren

Ausscheidung von Blut im Urin

Kurzatmigkeit, insbesondere im Liegen (dies kann ein Anzeichen für Herzinsuffizienz sein)

Erektionsprobleme

Schlaganfall, Ohnmachtsanfall, Vertigo (Problem mit dem Innenohr, das zu einem

Schwindelgefühl führt), vorübergehende Bewusstlosigkeit

Brustschmerzen, die in Arme, Nacken, Kiefer, Rücken oder Magen ausstrahlen, Schwitzen und

Kurzatmigkeit, Übelkeit oder Erbrechen; dies können Symptome eines Herzinfarkts sein

(Myokardinfarkt)

Muskelschwäche, Energiemangel

Nackenschmerzen, Brustschmerzen

Schüttelfrost

Gelenkschwellung

Verlangsamter oder blockierter Gallefluss aus der Leber

Erniedrigte Phosphat- oder Magnesiumspiegel im Blut

Schwierigkeiten beim Sprechen

Leberschädigung

Gleichgewichtsstörungen, Bewegungsstörungen

Taubheit, Ohrensausen (Tinnitus)

Nervenschmerzen; unangenehmes abnormales Empfinden insbesondere bei Berührung

Eisenüberladung

/Version:1

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Lenalidomid Fresenius Kabi 2,5 mg Hartkapseln

Lenalidomid Fresenius Kabi 5 mg Hartkapseln

Lenalidomid Fresenius Kabi 7,5 mg Hartkapseln

Lenalidomid Fresenius Kabi 10 mg Hartkapseln

Lenalidomid Fresenius Kabi 15 mg Hartkapseln

Lenalidomid Fresenius Kabi 20 mg Hartkapseln

Lenalidomid Fresenius Kabi 25 mg Hartkapseln

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Hartkapsel enthält 2,5 mg Lenalidomid.

Jede Hartkapsel enthält 5 mg Lenalidomid.

Jede Hartkapsel enthält 7,5 mg Lenalidomid.

Jede Hartkapsel enthält 10 mg Lenalidomid.

Jede Hartkapsel enthält 15 mg Lenalidomid.

Jede Hartkapsel enthält 20 mg Lenalidomid.

Jede Hartkapsel enthält 25 mg Lenalidomid.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:

Jede Hartkapsel enthält 33,2 mg Lactose.

Jede Hartkapsel enthält 66,4 mg Lactose.

Jede Hartkapsel enthält 99,7 mg Lactose.

Jede Hartkapsel enthält 132,9 mg Lactose.

Jede Hartkapsel enthält 199,3 mg Lactose.

Jede Hartkapsel enthält 265,8 mg Lactose.

Jede Hartkapsel enthält 332,2 mg Lactose.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Hartkapsel.

Opakes weißes Kapselunterteil und opakes grünes bis hellgrünes Kapseloberteil, mit einer Länge von

ungefähr 14,3 mm, gekennzeichnet mit „L9NL“ und „2,5“.

Opakes weißes Kapselunterteil und opakes weißes Kapseloberteil, mit einer Länge von ungefähr 18,0

mm, gekennzeichnet mit „L9NL“ und „5“.

Opakes weißes Kapselunterteil und opakes gelbes Kapseloberteil, mit einer Länge von ungefähr 18,0

mm, gekennzeichnet mit „L9NL“ und „7,5“.

Opakes gelbes Kapselunterteil und opakes grünes bis hellgrünes Kapseloberteil, mit einer Länge von

ungefähr 21,7 mm, gekennzeichnet mit „L9NL“ und „10“.

Opakes weißes Kapselunterteil und opakes blaues bis hellblaues Kapseloberteil, mit einer Länge von

ungefähr 21,7 mm, gekennzeichnet mit „L9NL“ und „15“.

Opakes blaues bis hellblaues Kapselunterteil und opakes grünes bis hellgrünes Kapseloberteil, mit

einer Länge von ungefähr 21,7 mm, gekennzeichnet mit „L9NL“ und „20“.

Opakes weißes Kapselunterteil und opakes weißes Kapseloberteil, mit einer Länge von ungefähr 21,7

mm, gekennzeichnet mit „L9NL“ und „25“.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Multiples Myelom

Lenalidomid Fresenius Kabi als Monotherapie ist indiziert für die Erhaltungstherapie von

erwachsenen Patienten mit neu diagnostiziertem multiplem Myelom nach einer autologen

Stammzelltransplantation.

Lenalidomid Fresenius Kabi als Kombinationstherapie mit Dexamethason, oder Bortezomib und

Dexamethason, oder Melphalan und Prednison (siehe Abschnitt 4.2) ist indiziert für die Behandlung

von erwachsenen Patienten mit unbehandeltem multiplem Myelom, die nicht transplantierbar sind.

Lenalidomid Fresenius Kabi in Kombination mit Dexamethason ist indiziert für die Behandlung des

multiplen Myeloms bei erwachsenen Patienten, die mindestens eine vorausgegangene Therapie

erhalten haben.

Myelodysplastische Syndrome

Lenalidomid Fresenius Kabi als Monotherapie ist indiziert für die Behandlung von erwachsenen

Patienten mit transfusionsabhängiger Anämie infolge myelodysplastischer Syndrome mit Niedrig-

oder Intermediär-1-Risiko in Verbindung mit einer isolierten Deletion 5q als zytogenetische

Anomalie, wenn andere Behandlungsoptionen nicht ausreichend oder nicht angemessen sind.

Mantelzell-Lymphom

Lenalidomid Fresenius Kabi als Monotherapie ist indiziert für die Behandlung von erwachsenen

Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Mantelzell-Lymphom (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).

Follikuläres Lymphom

Lenalidomid Fresenius Kabi in Kombination mit Rituximab (Anti-CD20-Antikörper) ist indiziert für

die Behandlung von erwachsenen Patienten mit vorbehandeltem follikulärem Lymphom (Grad 1 – 3a).

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Die Lenalidomid Fresenius Kabi-Behandlung muss von einem Arzt überwacht werden, der Erfahrung

in der Anwendung von Krebstherapien hat.

Für alle nachfolgend beschriebenen Anwendungsgebiete gilt Folgendes:

Die Dosierung wird auf der Basis von klinischen Befunden und Laborbefunden modifiziert (siehe

Abschnitt 4.4).

Dosisanpassungen, während der Behandlung und bei Wiederaufnahme der Behandlung, werden

für den Umgang mit einer Grad 3 oder Grad 4 Thrombozytopenie oder Neutropenie sowie jeder

anderen Grad 3 oder Grad 4 Toxizität, die als Lenalidomid-bedingt bewertet wird, empfohlen.

Im Fall einer Neutropenie sollte der Einsatz von Wachstumsfaktoren im Patientenmanagement in

Betracht gezogen werden.

Wenn nach Vergessen einer Dosis weniger als 12 Stunden vergangen sind, kann der Patient die

Einnahme nachholen. Wenn nach Vergessen einer Dosis mehr als 12 Stunden seit dem üblichen

Einnahmezeitpunkt vergangen sind, darf der Patient die Dosis nicht mehr nachholen, sondern

muss die Einnahme zur gewohnten Zeit am nächsten Tag fortsetzen.

Dosierung

Neu diagnostiziertes multiples Myelom (NDMM)

Lenalidomid in Kombination mit Dexamethason bis zur Progression der Erkrankung bei Patienten,

die nicht transplantierbar sind

Die Behandlung mit Lenalidomid darf nicht begonnen werden, wenn die absolute Neutrophilenzahl

(ANC) < 1,0 x 10

/l und/oder die Zahl der Thrombozyten < 50 x 10

/l ist.

Empfohlene Dosierung

Die empfohlene Initialdosis Lenalidomid beträgt 25 mg oral einmal täglich an den Tagen 1 bis 21 der

sich wiederholenden 28-Tage-Zyklen. Die empfohlene Dosis von Dexamethason beträgt 40 mg oral

einmal täglich an den Tagen 1, 8, 15 und 22 der sich wiederholenden 28-Tage-Zyklen. Die

Behandlung mit Lenalidomid und Dexamethason kann bis zur Progression der Erkrankung oder

Unverträglichkeit fortgesetzt werden.

Schritte zur Dosisreduktion

Lenalidomid

Dexamethason

Initialdosis

25 mg

40 mg

Dosisstufe -1

20 mg

20 mg

Dosisstufe -2

15 mg

12 mg

Dosisstufe -3

10 mg

8 mg

Dosisstufe - 4

5 mg

4 mg

Dosisstufe -5

2,5 mg

Nicht zutreffend

ª Die Dosisreduktion für beide Arzneimittel kann unabhängig erfolgen.

Thrombozytopenie

Veränderung der Thrombozytenzahl

Empfohlene Vorgehensweise

Abfall auf < 25 x 10

Unterbrechung der Lenalidomid-Behandlung für

den Rest des Zyklus

Wiederanstieg auf ≥ 50 x 10

Verringern der Dosis um eine Dosisstufe bei

Wiederaufnahme der Behandlung im nächsten

Zyklus

ª Bei Auftreten einer dosislimitierenden Toxizität (DLT) an > Tag 15 eines Zyklus wird die Lenalidomid-Behandlung mindestens für den Rest

des jeweiligen 28-Tage-Zyklus unterbrochen.

Absolute Neutrophilenzahl (ANC) - Neutropenie

Veränderung der ANC

Empfohlene Vorgehensweise

Erstmaliger Abfall auf < 0,5 x 10

Unterbrechung der Lenalidomid-Behandlung

Wiederanstieg auf ≥ 1 x 10

/l bei Neutropenie

als einzige beobachtete Toxizität

Fortsetzung von Lenalidomid mit der Initialdosis

einmal täglich

Wiederanstieg auf ≥ 0,5 x 10

/l bei

Beobachtung anderer dosisabhängiger

hämatologischer Toxizitäten außer Neutropenie

Fortsetzung von Lenalidomid auf der Dosisstufe

-1 einmal täglich

Bei jedem weiteren Abfall unter < 0,5 x 10

Unterbrechung der Lenalidomid-Behandlung

Wiederanstieg auf ≥ 0,5 x 10

Fortsetzung von Lenalidomid auf der

nächstniedrigeren Dosisstufe einmal täglich.

Wenn bei einer beliebigen Dosisstufe Neutropenie als einzige Toxizität auftritt, kann nach Ermessen des Arztes Granulozytenkolonie-

stimulierender Faktor (G-CSF) zusätzlich angewendet und die Lenalidomid-Dosisstufe beibehalten werden.

Bei hämatologischer Toxizität kann die Dosis von Lenalidomid wieder auf die nächsthöhere

Dosisstufe gesteigert werden (bis zur Initialdosis), sobald sich die Knochenmarkfunktion gebessert hat

(keine hämatologische Toxizität für mindestens 2 aufeinanderfolgende Zyklen: ANC ≥ 1,5 x 10

/l bei

einer Thrombozytenzahl ≥ 100 x 10

/l zu Beginn eines neuen Zyklus).

Lenalidomid in Kombination mit Bortezomib und Dexamethason gefolgt von Lenalidomid und

Dexamethason bis zur Krankheitsprogression bei nicht transplantierbaren Patienten

Initiale Behandlung: Lenalidomid in Kombination mit Bortezomib und Dexamethason

Die Behandlung mit Lenalidomid in Kombination mit Bortezomib und Dexamethason darf nicht

begonnen werden, wenn die absolute Neutrophilenzahl (ANC) < 1,0 x 10

/l und/oder die

Thrombozytenzahl < 50 x 10

/l ist.

Die empfohlene Initialdosis Lenalidomid beträgt 25 mg oral einmal täglich an den Tagen 1 – 14 jedes

21-Tage-Zyklus in Kombination mit Bortezomib und Dexamethason. Bortezomib ist als subkutane

Injektion (1,3 mg/m

Körperoberfläche) zweimal wöchentlich an den Tagen 1, 4, 8 und 11 jedes 21-

Tage-Zyklus zu geben. Zusätzliche Informationen zur Dosierung, zum Behandlungsschema und zu

Dosisanpassungen von Arzneimitteln, die zusammen mit Lenalidomid angewendet werden, sind

Abschnitt 5.1 sowie den entsprechenden Fachinformationen zu entnehmen.

Bis zu acht 21-Tage-Zyklen (24-wöchige initiale Behandlung) werden empfohlen.

Weiterbehandlung: Lenalidomid in Kombination mit Dexamethason bis zur Krankheitsprogression

Die Behandlung mit Lenalidomid 25 mg oral einmal täglich an den Tagen 1 – 21 der sich

wiederholenden 28-Tage-Zyklen in Kombination mit Dexamethason fortsetzen. Die Behandlung soll

bis zur Krankheitsprogression oder bis zum Auftreten einer inakzeptablen Toxizität fortgesetzt

werden.

Schritte zur Dosisreduktion

Lenalidomid

Initialdosis

25 mg

Dosisstufe -1

20 mg

Dosisstufe -2

15 mg

Dosisstufe -3

10 mg

Dosisstufe -4

5 mg

Dosisstufe -5

2,5 mg

ª Die Dosisreduktion kann für alle Arzneimittel unabhängig erfolgen.

Thrombozytopenie

Veränderung der Thrombozytenzahl

Empfohlene Vorgehensweise

Abfall auf < 30 x 10

Unterbrechung der Lenalidomid-Behandlung

Wiederanstieg auf ≥ 50 x 10

Fortsetzung von Lenalidomid auf der Dosisstufe

-1 einmal täglich

Bei jedem weiteren Abfall unter 30 x 10

Unterbrechung der Lenalidomid-Behandlung

Wiederanstieg auf ≥ 50 x 10

Fortsetzung von Lenalidomid auf der

nächstniedrigeren Dosisstufe einmal täglich

Absolute Neutrophilenzahl (ANC) - Neutropenie

Veränderung der ANC

Empfohlene Vorgehensweise

Abfall auf < 0,5 x 10

Unterbrechung der Lenalidomid-Behandlung

Wiederanstieg auf ≥ 1 x 10

/l bei Neutropenie

als einzige beobachtete Toxizität

Fortsetzung von Lenalidomid mit der Initialdosis

einmal täglich

Wiederanstieg auf ≥ 0,5 x 10

/l bei

Beobachtung anderer dosisabhängiger

hämatologischer Toxizitäten außer Neutropenie

Fortsetzung von Lenalidomid auf der Dosisstufe

-1 einmal täglich

Bei jedem weiteren Abfall unter < 0,5 x 10

Unterbrechung der Lenalidomid-Behandlung

Wiederanstieg auf ≥ 0,5 x 10

Fortsetzung von Lenalidomid auf der

nächstniedrigeren Dosisstufe einmal täglich.

Wenn bei einer beliebigen Dosisstufe Neutropenie als einzige Toxizität auftritt, kann nach Ermessen des Arztes Granulozytenkolonie-

stimulierender Faktor (G-CSF) zusätzlich angewendet und die Lenalidomid-Dosisstufe beibehalten werden.

Lenalidomid in Kombination mit Melphalan und Prednison gefolgt von einer Erhaltungstherapie

mit Lenalidomid bei nicht transplantierbaren Patienten

Die Behandlung mit Lenalidomid darf nicht begonnen werden, wenn die ANC < 1,5 x 10

/l und/oder

die Zahl der Thrombozyten < 75 x 10

/l ist.

Empfohlene Dosierung

Die empfohlene Initialdosis beträgt Lenalidomid 10 mg oral einmal täglich an den Tagen 1 bis 21 der

sich wiederholenden 28-Tage-Zyklen über bis zu 9 Zyklen, Melphalan 0,18 mg/kg oral an den Tagen

1 bis 4 der sich wiederholenden 28-Tage-Zyklen, Prednison 2 mg/kg oral an den Tagen 1 bis 4 der

sich wiederholenden 28-Tage-Zyklen. Patienten, die 9 Zyklen abgeschlossen haben oder die die

Kombinationstherapie wegen Unverträglichkeit nicht zu Ende führen können, erhalten Lenalidomid

als Monotherapie wie folgt: 10 mg oral einmal täglich an den Tagen 1 bis 21 der sich wiederholenden

28-Tage-Zyklen, bis zur Progression der Erkrankung.

Schritte zur Dosisreduktion

Lenalidomid

Melphalan

Prednison

Initialdosis

10 mg

0,18 mg/kg

2 mg/kg

Dosisstufe -1

7,5 mg

0,14 mg/kg

1 mg/kg

Dosisstufe -2

5 mg

0,10 mg/kg

0,5 mg/kg

Dosisstufe -3

2,5 mg

Nicht zutreffend

0,25 mg/kg

ª Wenn bei einer beliebigen Dosisstufe Neutropenie als einzige Toxizität auftritt, ist Granulozytenkolonie-stimulierender Faktor (G-CSF)

zusätzlich anzuwenden und die Lenalidomid-Dosisstufe beizubehalten.

Thrombozytopenie

Veränderung der Thrombozytenzahl

Empfohlene Vorgehensweise

Erstmaliger Abfall auf < 25 x 10

Unterbrechung der Lenalidomid-Behandlung

Wiederanstieg auf ≥ 25 x 10

Fortsetzung von Lenalidomid und Melphalan auf

der Dosisstufe -1

Bei jedem weiteren Abfall unter 30 x 10

Unterbrechung der Lenalidomid-Behandlung

Wiederanstieg auf ≥ 30 x 10

Fortsetzung von Lenalidomid auf der

nächstniedrigeren Dosisstufe (Dosisstufe -2 oder

-3) einmal täglich.

Absolute Neutrophilenzahl (ANC) - Neutropenie

Veränderung der ANC

Empfohlene Vorgehensweise

Erstmaliger Abfall auf < 0,5 x 10

Unterbrechung der Lenalidomid-Behandlung

Wiederanstieg auf ≥ 0,5 x 10

/l bei Neutropenie

als einzige beobachtete Toxizität

Fortsetzung von Lenalidomid mit der Initialdosis

einmal täglich

Wiederanstieg auf ≥ 0,5 x 10

/l bei

Beobachtung anderer dosisabhängiger

hämatologischer Toxizitäten außer Neutropenie

Fortsetzung von Lenalidomid auf der Dosisstufe

-1 einmal täglich

Bei jedem weiteren Abfall unter < 0,5 x 10

Unterbrechung der Lenalidomid-Behandlung

Wiederanstieg auf ≥ 0,5 x 10

Fortsetzung von Lenalidomid auf der

nächstniedrigeren Dosisstufe einmal täglich.

Wenn bei einer beliebigen Dosisstufe Neutropenie als einzige Toxizität auftritt, kann nach Ermessen des Arztes Granulozytenkolonie-

stimulierender Faktor (G-CSF) zusätzlich angewendet und die Lenalidomid-Dosisstufe beibehalten werden.

Lenalidomid-Erhaltungstherapie bei Patienten nach einer autologen Stammzelltransplantation

(ASZT)

Mit der Lenalidomid-Erhaltungstherapie soll nach adäquater hämatologischer Erholung im Anschluss

an die ASZT bei Patienten ohne Nachweis einer Progression begonnen werden. Die Behandlung mit

Lenalidomid darf nicht begonnen werden, wenn die ANC < 1,0 x 10

/l und/oder die Zahl der

Thrombozyten < 75 x 10

/l ist.

Empfohlene Dosierung

Die empfohlene Initialdosis Lenalidomid beträgt kontinuierlich 10 mg oral einmal täglich (an den

Tagen 1 bis 28 der sich wiederholenden 28-Tage-Zyklen), wobei diese Behandlung bis zur

Progression der Erkrankung oder Unverträglichkeit fortgesetzt wird. Die Dosis kann nach 3 Zyklen

Lenalidomid-Erhaltungstherapie auf 15 mg oral einmal täglich erhöht werden, sofern der Patient die

Behandlung verträgt.

Schritte zur Dosisreduktion

Initialdosis (10 mg)

Bei erhöhter Dosis (15 mg)

Dosisstufe -1

5 mg

10 mg

Dosisstufe -2

5 mg (an den Tagen 1-21 jedes 28-Tage-

Zyklus)

5 mg

Dosisstufe -3

Nicht zutreffend

5 mg (an den Tagen 1-21 jedes 28-

Tage-Zyklus)

Nicht unter 5 mg dosieren (an den Tagen 1-21 jedes 28-Tage-Zyklus)

Die Dosis kann nach 3 Zyklen Lenalidomid-Erhaltungstherapie auf 15 mg oral einmal täglich erhöht werden, sofern der Patient die

Behandlung verträgt.

Thrombozytopenie

Veränderung der Thrombozytenzahl

Empfohlene Vorgehensweise

Abfall auf < 30 x 10

Unterbrechung der Lenalidomid-Behandlung

Wiederanstieg auf ≥ 30 x 10

Fortsetzung von Lenalidomid auf der Dosisstufe -

1 einmal täglich

Bei jedem weiteren Abfall unter 30 x 10

Unterbrechung der Lenalidomid-Behandlung

Wiederanstieg auf ≥ 30 x 10

Fortsetzung von Lenalidomid auf der

nächstniedrigeren Dosisstufe einmal täglich.

Absolute Neutrophilenzahl (ANC) - Neutropenie

Veränderung der ANC

Empfohlene Vorgehensweise

Erstmaliger Abfall auf < 0,5 x 10

Unterbrechung der Lenalidomid-Behandlung

Wiederanstieg auf ≥ 0,5 x 10

Fortsetzung von Lenalidomid auf der Dosisstufe

-1 einmal täglich

Bei jedem weiteren Abfall unter < 0,5 x 10

Unterbrechung der Lenalidomid-Behandlung

Wiederanstieg auf ≥ 0,5 x 10

Fortsetzung von Lenalidomid auf der

nächstniedrigeren Dosisstufe einmal täglich.

Wenn bei einer beliebigen Dosisstufe Neutropenie als einzige Toxizität auftritt, kann nach Ermessen des Arztes Granulozytenkolonie-

stimulierender Faktor (G-CSF) zusätzlich angewendet und die Lenalidomid-Dosisstufe beibehalten werden.

Multiples Myelom mit mindestens einer Vortherapie

Die Behandlung mit Lenalidomid darf nicht begonnen werden, wenn die ANC < 1,0 x 10

/l und/oder

die Zahl der Thrombozyten < 75 x 10

/l oder, abhängig von der Knochenmarksinfiltration durch

Plasmazellen, die Zahl der Thrombozyten < 30 x 10

/l ist.

Empfohlene Dosierung

Die empfohlene Initialdosis Lenalidomid beträgt 25 mg oral einmal täglich an den Tagen 1 bis 21 der

sich wiederholenden 28-Tage-Zyklen. Die empfohlene Dosis Dexamethason beträgt 40 mg oral einmal

täglich an den Tagen 1 bis 4, 9 bis 12 und 17 bis 20 eines jeden 28-Tage-Zyklus für die ersten 4

Zyklen der Therapie, und anschließend 40 mg einmal täglich an den Tagen 1 bis 4 eines jeden

weiteren 28-Tage-Zyklus.

Die verschreibenden Ärzte sollten die anzuwendende Dexamethason-Dosierung unter

Berücksichtigung des Zustandes und des Krankheitsstatus des Patienten sorgfältig abwägen.

Schritte zur Dosisreduktion

Initialdosis

25 mg

Dosisstufe -1

15 mg

Dosisstufe -2

10 mg

Dosisstufe -3

5 mg

Thrombozytopenie

Veränderung der Thrombozytenzahl

Empfohlene Vorgehensweise

Erstmaliger Abfall auf < 30 x 10

Unterbrechung der Lenalidomid-Behandlung

Wiederanstieg auf ≥ 30 x 10

Fortsetzung von Lenalidomid auf der Dosisstufe -1

Bei jedem weiteren Abfall unter 30 x 10

Unterbrechung der Lenalidomid-Behandlung

Wiederanstieg auf ≥ 30 x 10

Fortsetzung von Lenalidomid auf der

nächstniedrigeren Dosisstufe (Dosisstufe -2 oder -3)

einmal täglich. Nicht unter 5 mg einmal täglich

dosieren.

Absolute Neutrophilenzahl (ANC) - Neutropenie

Veränderung der ANC

Empfohlene Vorgehensweise

Erstmaliger Abfall auf < 0,5 x 10

Unterbrechung der Lenalidomid-Behandlung

Wiederanstieg auf ≥ 0,5 x 10

/l bei

Neutropenie als einzige beobachtete Toxizität

Fortsetzung von Lenalidomid mit der Initialdosis

einmal täglich

Wiederanstieg auf ≥ 0,5 x 10

/l bei

Beobachtung anderer dosisabhängiger

hämatologischer Toxizitäten außer

Neutropenie

Fortsetzung von Lenalidomid auf der Dosisstufe -1

einmal täglich

Bei jedem weiteren Abfall unter < 0,5 x 10

Unterbrechung der Lenalidomid-Behandlung

Wiederanstieg auf ≥ 0,5 x 10

Fortsetzung von Lenalidomid auf der

nächstniedrigeren Dosisstufe (Dosisstufe -1, -2 oder

-3) einmal täglich. Nicht unter 5 mg einmal täglich

dosieren.

Wenn bei einer beliebigen Dosisstufe Neutropenie als einzige Toxizität auftritt, kann nach Ermessen des Arztes Granulozytenkolonie-

stimulierender Faktor (G-CSF) zusätzlich angewendet und die Lenalidomid-Dosisstufe beibehalten werden.

Myelodysplastische Syndrome (MDS)

Die Behandlung mit Lenalidomid darf nicht begonnen werden, wenn die ANC < 0,5 x 10

/l und/oder

die Zahl der Thrombozyten < 25 x 10

/l ist.

Empfohlene Dosierung

Die empfohlene Initialdosis Lenalidomid beträgt 10 mg oral einmal täglich an den Tagen 1 bis 21 der

sich wiederholenden 28-Tage-Zyklen.

Schritte zur Dosisreduktion

Initialdosis

10 mg einmal täglich an den Tagen 1 bis 21 jedes 28-Tage-Zyklus

Dosisstufe -1

5 mg einmal täglich an den Tagen 1 bis 28 jedes 28-Tage-Zyklus

Dosisstufe -2

2,5 mg einmal täglich an den Tagen 1 bis 28 jedes 28-Tage-Zyklus

Dosisstufe -3

2,5 mg jeden zweiten Tag an den Tagen 1 bis 28 jedes 28-Tage-Zyklus

Thrombozytopenie

Veränderung der Thrombozytenzahl

Empfohlene Vorgehensweise

Abfall auf < 25 x 10

Unterbrechung der Lenalidomid-Behandlung

Wiederanstieg auf ≥ 25 x 10

/l - < 50 x 10

/l bei

mindestens 2 Messungen für ≥ 7 Tage oder

Wiederanstieg der Thrombozytenzahl zu einem

beliebigen Zeitpunkt auf ≥ 50 x 10

Fortsetzung von Lenalidomid auf der

nächstniedrigeren Dosisstufe (Dosisstufe -1, -2

oder -3)

Absolute Neutrophilenzahl (ANC) - Neutropenie

Veränderung der ANC

Empfohlene Vorgehensweise

Abfall auf < 0,5 x 10

Unterbrechung der Lenalidomid-Behandlung

Wiederanstieg auf ≥ 0,5 x 10

Fortsetzung von Lenalidomid auf der

nächstniedrigeren Dosisstufe (Dosisstufe -1, -2

oder -3)

Absetzen von Lenalidomid

Bei Patienten, die innerhalb von 4 Monaten nach Therapiebeginn nicht zumindest ein geringfügiges

erythrozytäres Ansprechen in Form einer mindestens 50 %-igen Abnahme des Transfusionsbedarfs

oder, wenn keine Transfusionen gegeben wurden, keinen Hämoglobin-Anstieg von 1 g/dl zeigen,

muss die Lenalidomid-Behandlung abgesetzt werden.

Mantelzell-Lymphom (MCL)

Empfohlene Dosis

Die empfohlene Initialdosis Lenalidomid beträgt 25 mg oral einmal täglich an den Tagen 1 bis 21 der

sich wiederholenden 28-Tage-Zyklen.

Schritte zur Dosisreduktion

Initialdosis

25 mg einmal täglich an den Tagen 1 bis 21, jedes 28-Tage-Zyklus

Dosisstufe -1

20 mg einmal täglich an den Tagen 1 bis 21, jedes 28-Tage-Zyklus

Dosisstufe -2

15 mg einmal täglich an den Tagen 1 bis 21, jedes 28-Tage-Zyklus

Dosisstufe -3

10 mg einmal täglich an den Tagen 1 bis 21, jedes 28-Tage-Zyklus

Dosisstufe -4

5 mg einmal täglich an den Tagen 1 bis 21, jedes 28-Tage-Zyklus

Dosisstufe -5

2,5 mg einmal täglich an den Tagen 1 bis 21, jedes 28-Tage-Zyklus

5 mg jeden zweiten Tag an den Tagen 1 bis 21, jedes 28-Tage-Zyklus

In Ländern, in denen die 2,5 mg Hartkapsel verfügbar ist.

Thrombozytopenie

Veränderung der Thrombozytenzahl

Empfohlene Vorgehensweise

Abfall auf < 50 x 10

Unterbrechung der Lenalidomid-Behandlung und

Kontrolle des Differentialblutbildes mindestens

alle 7 Tage

Wiederanstieg auf ≥ 60 x 10

Fortsetzung von Lenalidomid auf der

nächstniedrigeren Dosisstufe (Dosisstufe -1)

Bei jedem weiteren Abfall unter 50 x 10

Unterbrechung der Lenalidomid-Behandlung und

Kontrolle des Differentialblutbildes mindestens

alle 7 Tage

Wiederanstieg auf ≥ 60 x 10

Fortsetzung von Lenalidomid auf der

nächstniedrigeren Dosisstufe (Dosisstufe -2, -3, -

4 oder -5). Nicht unter Dosisstufe -5 dosieren.

Absolute Neutrophilenzahl (ANC) - Neutropenie

Veränderung der ANC

Empfohlene Vorgehensweise

Abfall auf < 1 x 10

/l für mindestens 7 Tage

oder

Abfall auf < 1 x 10

/l in Verbindung mit Fieber

(Körpertemperatur ≥ 38,5 °C) oder

Abfall auf < 0,5 x 10

Unterbrechung der Lenalidomid-Behandlung und

Kontrolle des Differentialblutbildes mindestens

alle 7 Tage

Wiederanstieg auf ≥ 1 x 10

Fortsetzung von Lenalidomid auf der

nächstniedrigeren Dosisstufe (Dosisstufe -1)

Bei jedem weiteren Abfall unter 1 x 10

/l für

mindestens 7 Tage oder Abfall auf < 1 x 10

in Verbindung mit Fieber (Körpertemperatur ≥

38,5 °C)

oder Abfall auf < 0,5 x 10

Unterbrechung der Lenalidomid-Behandlung

Wiederanstieg auf ≥ 1 x 10

Fortsetzung von Lenalidomid auf der

nächstniedrigeren Dosisstufe (Dosisstufe -2, -3, -

4 oder -5). Nicht unter Dosisstufe -5 dosieren.

Follikuläres Lymphom (FL)

Die Lenalidomid-Behandlung darf nicht begonnen werden, wenn die ANC < 1 x 10

/l und/oder die

Thrombozytenzahl < 50 x 10

/l beträgt, es sei denn, dies ist durch eine Lymphominfiltration des

Knochenmarks bedingt.

Empfohlene Dosis

Die empfohlene Initialdosis Lenalidomid beträgt 20 mg oral einmal täglich an den Tagen 1 bis 21 der

sich wiederholenden 28-Tage-Zyklen für bis zu 12 Behandlungszyklen. Die empfohlene Initialdosis

Rituximab beträgt 375 mg/m

intravenös (i.v.) jede Woche in Zyklus 1 (Tag 1, 8, 15 und 22) und an

Tag 1 jedes 28-Tage-Zyklus für Zyklus 2 bis einschließlich 5.

Schritte zur Dosisreduktion

Initialdosis

20 mg einmal täglich an den Tagen 1 bis 21, jedes 28-Tage-

Zyklus

Dosisstufe -1

15 mg einmal täglich an den Tagen 1 bis 21, jedes 28-Tage-

Zyklus

Dosisstufe -2

10 mg einmal täglich an den Tagen 1 bis 21, jedes 28-Tage-

Zyklus

Dosisstufe -3

5 mg einmal täglich an den Tagen 1 bis 21, jedes 28-Tage-Zyklus

Für Dosisanpassungen aufgrund einer Toxizität in Verbindung mit Rituximab siehe die entsprechende

Fachinformation (Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels).

Thrombozytopenie

Veränderung der Thrombozytenzahl

Empfohlene Vorgehensweise

Abfall auf < 50 x 10

Unterbrechung der Lenalidomid-Behandlung und

Kontrolle des Differentialblutbildes mindestens

alle 7 Tage

Wiederanstieg auf ≥ 50 x 10

Fortsetzung von Lenalidomid auf der

nächstniedrigeren Dosisstufe (Dosisstufe -1).

Bei jedem weiteren Abfall unter 50 x 10

Unterbrechung der Lenalidomid-Behandlung und

Kontrolle des Differentialblutbildes mindestens

alle 7 Tage

Wiederanstieg auf ≥ 50 x 10

Fortsetzung von Lenalidomid auf der

nächstniedrigeren Dosisstufe (Dosisstufe -2, -3).

Nicht unter Dosisstufe -3 dosieren.

Absolute Neutrophilenzahl (ANC) - Neutropenie

Veränderung der ANC

Empfohlene Vorgehensweise

Abfall auf < 1 x 10

/l für mindestens 7 Tage

oder Abfall auf < 1 x 10

/l in Verbindung mit

Fieber (Körpertemperatur ≥ 38,5 °C) oder

Abfall auf < 0,5 x 10

Unterbrechung der Lenalidomid-Behandlung und

Kontrolle des Differentialblutbildes mindestens

alle 7 Tage

Wiederanstieg auf ≥ 1 x 10

Fortsetzung von Lenalidomid auf der

nächstniedrigeren Dosisstufe (Dosisstufe -1)

Bei jedem weiteren Abfall unter 1 x 10

/l für

mindestens 7 Tage oder

Abfall auf < 1 x 10

/l in Verbindung mit Fieber

(Körpertemperatur ≥ 38,5 °C) oder

Abfall auf < 0,5 x 10

Unterbrechung der Lenalidomid-Behandlung

Wiederanstieg auf ≥ 1 x 10

Fortsetzung von Lenalidomid auf der

nächstniedrigeren Dosisstufe (Dosisstufe -2 oder

-3). Nicht unter Dosisstufe -3 dosieren.

Nach Ermessen des Arztes zusätzlich G-CSF, wenn Neutropenie die einzige Toxizität auf der Dosisstufe ist.

Mantelzell-Lymphom (MCL) oder follikuläres Lymphom (FL)

Tumorlysesyndrom (TLS)

Alle Patienten sollten eine TLS-Prophylaxe erhalten (Allopurinol, Rasburicase oder Ähnliches gemäß

den Leitlinien der Behandlungseinrichtung) und während der ersten Woche des ersten Zyklus oder

auch über einen längeren Zeitraum, wenn es klinisch angezeigt ist, gut (oral) hydriert sein. Während

des ersten Zyklus und wenn klinisch indiziert sollte zur Überwachung eines TLS wöchentlich eine

entsprechende laborchemische Kontrolle durchgeführt werden.

Bei laborchemischer Diagnose eines TLS oder klinischem Grad-1-TLS kann die Lenalidomid-

Behandlung (mit gleicher Dosis) fortgesetzt oder nach Ermessen des Arztes um eine Stufe reduziert

werden. Entsprechend des lokalen Behandlungsstandards sollte eine intensive intravenöse Hydratation

und eine angemessene medizinische Behandlung erfolgen, bis die Elektrolytabweichungen korrigiert

sind. Eine Behandlung mit Rasburicase kann notwendig sein, um eine Hyperurikämie zu reduzieren.

Eine stationäre Behandlung des Patienten liegt im Ermessen des behandelnden Arztes.

Bei Patienten mit klinischem Grad-2- bis Grad-4-TLS ist die Lenalidomid-Behandlung zu

unterbrechen und eine laborchemische Kontrolle des Blutes wöchentlich oder nach klinischer

Ausprägung zu kontrollieren. Es sollte eine intensive intravenöse Hydratation erfolgen und eine

angemessene medizinische Behandlung nach dem lokalen Behandlungsstandard durchgeführt werden,

bis die Elektrolytabweichungen behoben sind.

Eine Behandlung mit Rasburicase und eine stationäre Behandlung liegen im Ermessen des

behandelnden Arztes. Wenn sich das TLS auf Grad 0 zurückgebildet hat, kann die Lenalidomid-

Behandlung nach dem Ermessen des behandelnden Arztes mit der nächstniedrigeren Dosis fortgesetzt

werden (siehe Abschnitt 4.4).

Tumor-Flare-Reaktion

Nach Ermessen des behandelnden Arztes kann Lenalidomid bei Patienten mit einer Grad-1- oder

Grad-2-Tumor-Flare-Reaktion (TFR) ohne Unterbrechung oder Anpassung fortgesetzt werden. Eine

Behandlung mit nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR), eine Kortikosteroid-Behandlung von

begrenzter Dauer und/oder eine Behandlung mit Opioid-Analgetika liegt im Ermessen des Arztes. Bei

Patienten mit einer Grad-3- oder Grad-4-TFR ist die Behandlung mit Lenalidomid zu unterbrechen

und eine Therapie mit NSAR, Kortikosteroiden und/oder eine Gabe von Opioid-Analgetika

einzuleiten. Nach Besserung der TFR zu ≤ Grad 1, ist die Lenalidomid-Behandlung mit der gleichen

Dosis für den Rest des Zyklus wiederaufzunehmen. Die Patienten können zur Kontrolle der Symptome

entsprechend den Behandlungsleitlinien für eine Grad-1- und Grad-2-TFR behandelt werden (siehe

Abschnitt 4.4).

Alle Anwendungsgebiete

Bei Auftreten anderer Grad-3- oder Grad-4-Toxizitäten, die als Lenalidomid-bedingt bewertet werden,

sollte die Behandlung abgebrochen und nach Ermessen des behandelnden Arztes erst dann auf der

nächstniedrigeren Dosisstufe fortgesetzt werden, wenn sich die Toxizität auf ≤ Grad 2 zurückgebildet

hat.

Bei einem Grad-2- oder Grad-3-Hautausschlag sollte eine Unterbrechung oder das Absetzen der

Lenalidomid-Behandlung erwogen werden. Bei Auftreten eines Angioödems, einer anaphylaktischen

Reaktion, eines Grad-4-Hautausschlags, bei Auftreten exfoliativer oder bullöser Hautausschläge, oder

bei Verdacht auf das Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), eine toxische epidermale Nekrolyse (TEN)

oder eine Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS) muss

Lenalidomid abgesetzt werden und sollte nach Abklingen derartiger Reaktionen nicht wieder

aufgenommen werden.

Besondere Patientengruppen

Kinder und Jugendliche

Lenalidomid Fresenius Kabi darf bei Kindern und Jugendlichen von der Geburt bis zu einem Alter von

unter 18 Jahren nicht angewendet werden, da Bedenken hinsichtlich der Sicherheit bestehen (siehe

Abschnitt 5.1).

Ältere Patienten

Zurzeit vorliegende pharmakokinetische Daten werden in Abschnitt 5.2 beschrieben. Lenalidomid

wurde in klinischen Studien bei Patienten mit multiplem Myelom bis 91 Jahre, bei Patienten mit

myelodysplastischen Syndromen bis 95 Jahre und bei Patienten mit Mantelzell-Lymphom bis 88 Jahre

angewendet (siehe Abschnitt 5.1).

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