Lariam Tablette

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Mefloquinhydrochlorid
Verfügbar ab:
Roche Pharma AG
INN (Internationale Bezeichnung):
mefloquine hydrochloride
Darreichungsform:
Tablette
Zusammensetzung:
Mefloquinhydrochlorid 274.093mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
8634.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Lariam

®

Tabletten

Mefloquin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie

Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Lariam und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Lariam beachten?

Wie ist Lariam einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Lariam aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Lariam und wofür wird es angewendet?

Lariam ist ein Arzneimittel zur Vorbeugung und Behandlung der Malaria.

Lariam wird angewendet zur

Behandlung, einschließlich der Notfallbehandlung („Stand-by“) unter den unter „3. Wie ist

Lariam einzunehmen?“ genannten Bedingungen,

Vorbeugung der Malaria, insbesondere zur Behandlung der gegen andere Malariamittel

resistenten Plasmodium-falciparum-Parasiten.

Eine Malariavorbeugung mit Lariam empfiehlt sich ausschließlich bei Reisen in Gebiete mit mehrfach

resistenten Plasmodium-falciparum-Parasiten. In Zweifelsfällen sollten die geeigneten Mittel zur

Malariavorbeugung erst nach tropenmedizinischer Beratung gewählt werden.

Es ist wichtig, dass Sie diese Packungsbeilage genau lesen, um die bestmögliche Wirksamkeit dieses

Arzneimittels zu erreichen und um sich vor möglichen schwerwiegenden Nebenwirkungen zu schützen.

Bitten Sie Ihren Arzt oder Apotheker, Ihnen alles zu erklären, was Sie nicht verstehen.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Lariam beachten?

Lariam darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Mefloquin, Chinin, Chinidin oder einen der in Abschnitt 6.

genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

bei Personen mit Depression, Selbstmordgedanken oder selbstgefährdendem Verhalten, auch in

der Vorgeschichte.

wenn Sie unter anderen psychischen Problemen, einschließlich allgemeiner Angstzustände,

Psychose (Verlust des Bezugs zur Wirklichkeit) oder Schizophrenie leiden oder gelitten haben.

wenn Sie Anfälle (epileptische Anfälle oder Krampfanfälle) in der Vorgeschichte haben oder

aktuell darunter leiden.

wenn Sie bereits mit Halofantrin (ein Arzneimittel zur Behandlung von Malaria) behandelt

wurden oder wenn Ihnen Halofantrin für eine Behandlung verschrieben wurde. Die

gleichzeitige Einnahme von Halofantrin und Lariam kann zu einer möglicherweise

lebensbedrohlichen Veränderung des Herzrhythmus führen. Um dieses Risiko zu vermeiden,

dürfen Sie Halofantrin nicht einnehmen, wenn Sie bereits Lariam einnehmen oder innerhalb

der letzten 15 Wochen eingenommen haben. Ebenso dürfen Sie Ketoconazol nicht

gemeinsam mit Lariam oder innerhalb von 15 Wochen nach der letzten Dosis von Lariam

einnehmen, da ebenso das Risiko einer Veränderung des Herzrhythmus besteht (siehe Abschnitt

2. „Einnahme von Lariam zusammen mit anderen Arzneimitteln“).

wenn Sie schwere Leberfunktionsstörungen haben oder gehabt haben.

wenn Sie unter Schwarzwasserfieber (eine Komplikation der Malaria, die das Blut und die

Nieren betrifft) leiden oder dies bei Ihnen früher vorgekommen ist.

Wenn einer der oben genannten Punkte auf Sie zutrifft, stellen Sie sicher, dass Ihr Arzt darüber

informiert ist. Ihr Arzt kann Ihnen dann ein anderes Arzneimittel zur Vorbeugung oder

Behandlung der Malaria verschreiben.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Lariam einnehmen.

Lariam kann psychiatrische Symptome, wie Angststörungen, Gefühl des Misstrauens gegenüber

anderen (Paranoia), Depressionen, Sehen oder Hören von Dingen, die nicht vorhanden sind

(Halluzinationen) und Psychosen hervorrufen. Psychische Veränderungen wie ungewöhnliche

Träume/Albträume, starke Angst, Depression, Gefühl der Unruhe, ungewöhnliches Verhalten

oder Verwirrtheit sind als Anzeichen einer schwerwiegenden psychischen Störung anzusehen

(siehe Abschnitt 4). Es wurden auch Fälle von Selbstmorden, Selbstmordgedanken und

selbstgefährdendem Verhalten, wie z.B. Selbstmordversuchen (siehe Abschnitt 4.), berichtet.

Bitte informieren Sie umgehend Ihren Arzt, wenn diese oder andere psychische Reaktionen bei

Ihnen unter der Einnahme von Lariam auftreten. In diesen Fällen ist Lariam unverzüglich

abzusetzen und durch ein anderes, nicht Mefloquin-haltiges Malariamittel zu ersetzen.

Einige Nebenwirkungen können auch noch nach Absetzen von Lariam auftreten. Bei einer

kleinen Anzahl von Patienten wurde berichtet, dass Depression, Schwindelgefühl sowie

Gleichgewichtsstörungen noch über Monate oder länger auch nach Absetzen von Lariam

andauern können.

Um das Risiko dieser Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten, darf Lariam zur

Vorbeugung oder Notfallbehandlung („Stand-by“) nicht bei Patienten mit psychischen

Problemen oder mit solchen Problemen in der Vorgeschichte, wie Depressionen, allgemeinen

Angstzuständen, Schizophrenie oder anderen psychiatrischen Störungen, verabreicht werden

(siehe Abschnitt 2. „Lariam darf nicht eingenommen werden“).

Es ist sehr wichtig, dass Sie sich vor der Einnahme von Lariam von Ihrem Arzt beraten lassen,

wenn Sie

Leber- oder Nierenprobleme haben

eine Unverträglichkeit gegen Milchzucker, wie Lactose oder Galactose, haben. Nehmen Sie in

diesem Fall Lariam nicht ein.

unter wiederkehrend oder permanent zu niedrigem Blutzucker leiden, der durch eine

Überproduktion von Insulin verursacht wird (angeborene hyperinsulinämische Hypoglykämie)

Halofantrin einnehmen oder wenn Ihnen Halofantrin für eine Behandlung verschrieben wurde

(siehe unter „Lariam darf nicht eingenommen werden“).

Arzneimittel, wie Chinin, Chinidin oder Chloroquin, einnehmen, die zur Vorbeugung oder

Behandlung von Malaria eingesetzt werden.

Arzneimittel zur Behandlung von Herzproblemen oder Bluthochdruck, wie Antiarrhythmika,

Beta-Rezeptorenblocker oder Kalziumkanalblocker, einnehmen.

Antihistaminika gegen Allergien einnehmen.

Arzneimittel zur Behandlung bestimmter psychischer Erkrankungen, wie trizyklische

Antidepressiva oder Phenothiazine, einnehmen.

Arzneimittel zur Behandlung von Epilepsie, wie Valproinsäure, Carbamazepin, Phenobarbital

oder Phenytoin, einnehmen.

Ketoconazol (eingesetzt zur Behandlung von Pilzinfektionen) einnehmen oder wenn Ihnen

Ketoconazol für eine Behandlung verschrieben wurde (siehe unter „Lariam darf nicht

eingenommen werden“).

Rifampicin (eingesetzt zur Behandlung von bakteriellen Infektionen) oder Efavirenz

(Arzneimittel zur Behandlung einer HIV-Infektion) einnehmen.

Arzneimittel zur Verdünnung des Blutes oder zur Behandlung von Diabetes einnehmen, da Ihr

Arzt die Einstellung der Arzneimittel vor der Abreise möglicherweise kontrollieren möchte.

Andere Arzneimittel einnehmen, da diese gegebenenfalls die Wirksamkeit von Lariam

beeinflussen können.

Wenn Lariam gleichzeitig mit oralem Typhus-Lebendimpfstoff verabreicht wird, lässt sich eine

Abschwächung des Impfschutzes nicht ausschließen. Impfungen mit abgeschwächten (attenuierten)

Lebendbakterien müssen mindestens 3 Tage vor der ersten Dosis Lariam abgeschlossen sein.

Informieren Sie Ihren Arzt darüber, wenn Sie während oder nach der Einnahme (siehe auch

Warnhinweis im Kasten)

Anfälle (epileptische Anfälle oder Krampfanfälle) haben.

Herzprobleme, insbesondere einen veränderten Herzrhythmus haben.

Probleme mit den Augen haben.

Erkrankungen des Blutes oder des Lymphsystems (ein Teil des Immunsystems des Menschen)

haben, wie veränderte Ergebnisse bei Blutuntersuchungen, z.B. eine Erniedrigung oder

Erhöhung der weißen Blutzellen, eine Erniedrigung der roten Blutzellen oder der Blutplättchen.

eine Nervenstörung mit Beschwerden, wie z.B. Kribbeln, Schwäche, neu auftretende oder sich

verschlimmernde Ungelenkigkeit oder Unsicherheit auf den Beinen oder Zittern der Hände oder

Finger, haben.

eine schwerwiegende, möglicherweise lebensbedrohende allergische Reaktion in den Lungen

(Pneumonitis) haben, die sich durch schweres Krankheitsgefühl, Fieber, Schüttelfrost oder

Husten äußert.

eine allergische Reaktion gegen Lariam oder einen sonstigen Bestandteil dieses Arzneimittels

haben. Diese Reaktionen können milde bis schwerwiegende, möglicherweise lebensbedrohende

Verläufe umfassen.

Kinder

Bei Säuglingen unter 3 Monaten oder einem Körpergewicht von weniger als 5 kg sind die Erfahrungen

mit Lariam gering. Lariam kann daher für Säuglinge unter 3 Monaten bzw. 5 kg Gewicht nicht zur

Vorbeugung der Malaria empfohlen werden.

Einnahme von Lariam zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker

um Rat, da das Arzneimittel für Sie ungeeignet sein könnte.

Falls Sie schwanger sind, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen schwanger

zu werden, sollten Sie aufgrund der hohen Gefährdung durch Malaria während der Schwangerschaft

von Reisen in Gebiete in denen Malaria auftritt absehen.

Eine ungeplante Schwangerschaft während der Malariaprophylaxe mit Lariam sollte jedoch nicht als

Grund für einen Schwangerschaftsabbruch betrachtet werden.

Mefloquin tritt in geringer Menge, deren Wirkung nicht bekannt ist, in die Muttermilch über. Es wir

empfohlen nicht zu stillen, wenn Sie Lariam einnehmen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Besondere Vorsicht ist bei Aktivitäten geboten, die Aufmerksamkeit, Koordination (präzise

Feinmotorik) und räumliche Wahrnehmung (Wahrnehmen von Entfernungen) erfordern, wie das

Führen von Fahrzeugen oder Flugzeugen, das Bedienen von Maschinen und Tauchen, da Lariam

Schwindelgefühl, Gleichgewichtsstörungen oder andere das Nervensystem oder die Psyche

betreffende Probleme verursachen kann (siehe weiter oben in diesem Abschnitt).

Bei einer kleinen Anzahl von Patienten wurde berichtet, dass Schwindelgefühl sowie

Gleichgewichtsstörungen noch über Monate oder länger auch nach Absetzen von Lariam andauern

können (siehe weiter oben in diesem Abschnitt).

Lariam enthält Lactose

Bitte nehmen Sie Lariam daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist,

dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

3.

Wie ist Lariam einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein.

Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

a) Vorbeugung der Malaria

Dosierung

Die empfohlene Dosierung von Mefloquin für die Malariavorbeugung beträgt etwa 5 mg/kg

Körpergewicht einmal wöchentlich.

Die erste Dosis sollte mindestens 1 Woche vor der Ankunft im Malaria-Verbreitungsgebiet

eingenommen werden.

Tabelle 1: Dosierung zur Vorbeugung der Malaria* (es handelt sich nachfolgend um

Dosierungsbeispiele; die Dosierung soll nach Körpergewicht – 5 mg/kg KG/Woche – erfolgen).

Körpergewicht

Dosis

5 – 10 kg**

⅛ Tablette***

10 – 20 kg

¼ Tablette

20 – 30 kg

½ Tablette

30 – 45 kg

¾ Tablette

> 45 kg

1 Tablette

Es liegen keine klinischen Prophylaxestudien zur Kinderdosierung vor; es handelt sich hierbei um extrapolierte Werte

von Therapiestudien.

Für Säuglinge unter 3 Monaten oder einem Körpergewicht von weniger als 5 kg kann Lariam derzeit nicht zur

Malariavorbeugung empfohlen werden, da hier die Erfahrungen noch gering sind.

*** Ungefähre Tablettenfraktion basierend auf der Dosierung von 5 mg/kg Körpergewicht. Die exakte Dosis für Kinder mit

einem Körpergewicht unter 10 kg sollte am besten durch den Apotheker zubereitet und abgegeben werden (siehe „Art

der Anwendung“).

Zeitlicher Ablauf der Vorbeugung:

Angegebene Dosis einmal wöchentlich, stets am gleichen Wochentag, vorzugsweise nach einer

Mahlzeit einnehmen.

Erste Dosis Lariam 10 Tage vor Beginn der Reise einnehmen, um sicherzustellen, dass die

Anwendung von Lariam gut vertragen wird.

Zweite Dosis Lariam 3 Tage vor Beginn der Reise einnehmen.

Lariam, während des Aufenthalts im Malariagebiet, weiterhin einmal wöchentlich am gleichen

Wochentag einnehmen.

Nach Verlassen des Malariagebietes noch 4 Dosen, ebenfalls in wöchentlichem Abstand,

einnehmen.

Wenn es zu Nebenwirkungen kommt, treten diese häufig schon nach der ersten oder zweiten

Einnahme auf. In bestimmten Fällen, wenn der Reisende noch andere Arzneimittel einnimmt, sollte

die Vorbeugung 2 bis 3 Wochen vor Reiseantritt begonnen werden, um die Verträglichkeit der

Kombination sicherzustellen (siehe Abschnitt 2. „Einnahme von Lariam zusammen mit anderen

Arzneimitteln“).

Spezielle Dosierungsanweisung

Kann bei Reisen in Gebiete mit einem hohen Infektionsrisiko nicht eine Woche vor der Ankunft im

Malariagebiet mit der vorbeugenden Einnahme begonnen werden, sollte in Ausnahmefällen eine

Aufbaudosis („Loading dose“) eingenommen werden. Diese besteht bei Erwachsenen mit einem

Körpergewicht über 45 kg aus täglich einer Tablette Lariam während 3 aufeinanderfolgenden Tagen.

Danach wird in wöchentlichen Abständen 1 Tablette eingenommen. Die Einnahme einer Aufbaudosis

kann mit einem erhöhten Auftreten von Nebenwirkungen verbunden sein.

Dosierungsschema:

1. Tag

erste Dosis

2. Tag

zweite Dosis

3. Tag

dritte Dosis

danach

normale Wochendosis

b) Behandlung der Malaria

Dosierung

Die empfohlene therapeutische Gesamtdosis von Mefloquin beträgt 20 bis 25 mg/kg Körpergewicht

(siehe Tabelle 2).

Tabelle 2: Empfohlene therapeutische Gesamtdosis von Lariam, Tabletten in Abhängigkeit vom

Körpergewicht (es handelt sich nachfolgend um Dosierungsbeispiele; die Dosierung soll nach Körpergewicht

- 20 bis 25 mg/kg KG/Behandlung – erfolgen).

Körpergewicht (kg)

Gesamtdosis

Aufteilung der

Dosis*

5 – 10 kg**

½ - 1 Tablette

10 – 20 kg

1 – 2 Tabletten

20 – 30 kg

2 – 3 Tabletten

2 + 1

30 – 45 kg

3 – 4 Tabletten

2 + 2

45 – 60 kg

5 Tabletten

3 + 2

> 60 kg***

6 Tabletten

3 + 2 + 1

Die Aufteilung der therapeutischen Gesamtdosis in 2 – 3 Gaben in Abständen von 6 – 8 Stunden kann das Auftreten

oder den Schweregrad von Nebenwirkungen reduzieren.

Die Erfahrungen mit Lariam bei Säuglingen unter 3 Monaten oder einem Körpergewicht unter 5 kg sind gering.

*** Es liegen keine Erfahrungen mit Dosierungen von mehr als 6 Tabletten bei schweren Patienten vor.

Notfallbehandlung („Stand-by“)

Bei Verdacht auf Malaria kann Lariam als Notfallmedikation angewandt werden, wenn eine ärztliche

Versorgung innerhalb der nächsten 24 Stunden nicht möglich ist. Die Behandlung sollte mit einer

Dosis von etwa 15 mg Mefloquin/kg Körpergewicht begonnen werden. Für Patienten mit einem

Körpergewicht von 45 kg oder mehr würde die Initialdosis somit 3 Tabletten betragen. Sofern keine

schweren Nebenwirkungen aufgetreten sind, sollte nach 6 bis 8 Stunden ein zweiter Teil der

therapeutischen Gesamtdosis von 10 mg Mefloquin/kg Körpergewicht (2 Tabletten bei Patienten mit

mindestens 45 kg Körpergewicht) eingenommen werden. Patienten, die mehr als 60 kg wiegen, sollten

1 zusätzliche Tablette nach weiteren 6 bis 8 Stunden einnehmen (siehe Dosierungsempfehlungen

Tabelle 2).

Nach einer Notfallbehandlung sollte bei der nächsten Gelegenheit unbedingt ein Arzt konsultiert

werden, auch wenn man sich wieder völlig gesund fühlt, um die Verdachtsdiagnose zu bestätigen

oder zu verwerfen.

Art der Anwendung

Lariam hat einen bitteren und leicht brennenden Geschmack. Die Tabletten werden unzerkaut und mit

reichlich Flüssigkeit eingenommen. Die Einnahme soll möglichst nach einer Mahlzeit erfolgen. Für die

Verabreichung an Säuglinge, Kleinkinder oder andere Personen, die Schwierigkeiten beim Schlucken

haben, können die Tabletten zerdrückt und in etwas Wasser, Milch oder einem anderen Getränk

aufgeschwemmt (suspendiert) werden. Beträgt die Dosis nur ⅛ Tablette, wird folgendes Vorgehen

empfohlen: ¼ Tablette zerdrücken, in z.B. Milch aufschwemmen, und dann die Hälfte dieser

Aufschwemmung verabreichen. Die andere Hälfte ist zu verwerfen.

Dauer der Anwendung

a) Vorbeugung der Malaria

Die Tabletteneinnahme (Dosierung wie in Tabelle 1) erfolgt in wöchentlichen Abständen, und zwar

stets am gleichen Wochentag. Sie beginnt 10 Tage vor Reiseantritt und ist nach Reiseende noch 4

Wochen lang fortzusetzen, um das Risiko einer Malariaerkrankung nach dem Verlassen des Malaria-

Verbreitungsgebietes zu verringern. So soll sichergestellt werden, dass das Arzneimittel in

ausreichend hoher Konzentration im Körper vorhanden ist, solange die Malariaerreger im Körper

vorhanden sein könnten.

b) Behandlung der Malaria

Die Aufteilung der Gesamtdosis auf 2 bis 3 Einzelgaben (z.B. 2 + 2, 3 + 2 oder 3 + 2 + 1 Tabletten),

die im Abstand von 6 bis 8 Stunden eingenommen werden, kann das Auftreten oder den Schweregrad

von Nebenwirkungen verringern.

Falls der Patient innerhalb von 30 Minuten nach der Einnahme von Lariam erbricht, sollte eine zweite

volle Dosis verabreicht werden. Wenn das Erbrechen 30 bis 60 Minuten nach der Einnahme erfolgt,

sollte eine halbe Dosis zusätzlich gegeben werden. Patienten mit mehr als einmal auftretendem

Erbrechen oder anhaltendem Durchfall sollten einen Arzt aufsuchen, da die Einleitung einer anderen

Malariatherapie in Erwägung gezogen werden muss.

Falls ein vollständiger Behandlungszyklus mit Lariam innerhalb von 48 bis 72 Stunden zu keiner

Besserung führt, sollte Lariam für eine weitere Behandlung nicht mehr eingesetzt, sondern eine andere

Therapie gewählt werden.

Falls während der Vorbeugung mit Lariam eine Malariaerkrankung auftritt, sollte diese nicht mit

Lariam, sondern einem anderen geeigneten Antimalariamittel behandelt werden. Hinsichtlich der

Verwendung von Halofantrin siehe Abschnitt 2. „Lariam darf nicht eingenommen werden“ und

„Einnahme von Lariam zusammen mit anderen Arzneimitteln“.

Wenn Sie eine größere Menge von Lariam eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie zu viele Tabletten eingenommen haben oder jemand anderes aus Versehen Ihr Arzneimittel

eingenommen hat, informieren Sie umgehend Ihren Arzt, Apotheker oder das nächstgelegene

Krankenhaus. Bei Überdosierung von Lariam können die unten aufgeführten Nebenwirkungen (siehe

Abschnitt 4.) in verstärktem Maße auftreten.

Es gibt kein spezifisches Antidot.

Wenn Sie die Einnahme von Lariam vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Unterlassene Einnahme von Lariam kann zu einer Verschlechterung der Arzneimittelwirkung führen.

Wenden Sie bitte deshalb Lariam so an, wie Ihr Arzt es Ihnen verordnet hat. Falls Sie Zweifel haben,

informieren Sie bitte einen Arzt oder Apotheker.

Wenn Sie die Einnahme von Lariam abbrechen

Vorzeitige Beendigung der Einnahme von Lariam kann zu einer Verschlechterung der

Arzneimittelwirkung führen. Wenden Sie bitte deshalb Lariam so an, wie Ihr Arzt es Ihnen verordnet

hat. Falls Sie Zweifel haben, informieren Sie bitte einen Arzt oder Apotheker.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei

jedem auftreten müssen.

Die folgenden Nebenwirkungen sind während der Einnahme von Lariam aufgetreten,

informieren Sie umgehend Ihren Arzt, wenn Sie Nebenwirkungen bemerken.

Lariam kann bei bestimmten Personen schwerwiegende psychische Probleme verursachen.

Das Nebenwirkungsprofil von Lariam ist vorrangig durch Wirkungen auf das Nervensystem und die

Psyche geprägt:

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

Schlafprobleme (nicht schlafen können, ungewöhnliche Träume)

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Depression

starke Angst

Schwindelgefühl

Kopfschmerzen

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Selbstmord

Selbstmordversuch

Selbstmordgedanken

selbstgefährdendes Verhalten

manisch-depressive Erkrankungen

Verlust des Bezugs zur Wirklichkeit (Psychose; einschließlich wahnhafte Störungen,

Depersonalisierung, Manie, Schizophrenie)

Gefühl des Misstrauens gegenüber anderen

Panikattacken

Gefühl der Verwirrung

Sehen oder Hören von Dingen, die nicht vorhanden sind (Halluzinationen)

neu auftretende oder sich verschlimmernde Wut (Aggression)

motorische Unruhe (Agitation)

Gefühl der Unruhe

ungewöhnliche Veränderungen Ihrer Stimmung

Aufmerksamkeitsstörungen

ungewöhnliches Verhalten

Lähmungen, die sich meist wieder zurückbilden (Guillain-Barré-Syndrom)

Hirnerkrankungen (Enzephalopathie)

Lähmung von Hirnnerven

Anfälle (epileptische Anfälle oder Krampfanfälle)

Gedächtnisverlust

Ohnmacht

Sprachschwierigkeiten

Vergesslichkeit

Gleichgewichtsstörungen

Gehstörungen

Nervenstörungen mit Beschwerden, wie z.B. Kribbeln, Schwäche, neu auftretende oder sich

verschlimmernde Ungelenkigkeit oder Unsicherheit auf den Beinen, Zittern der Hände oder

Finger

Schläfrigkeit

Bitte suchen Sie umgehend einen Arzt auf, wenn bei Ihnen unter Einnahme von Lariam

schwerwiegende psychische Probleme auftreten.

Lariam ist unverzüglich abzusetzen und durch

ein anderes Malariamittel zu ersetzen.

Informieren Sie umgehend Ihren Arzt, wenn bei Ihnen eine der folgenden möglicherweise

schwerwiegenden Symptome auftritt:

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

eine milde bis schwerwiegende, möglicherweise lebensbedrohende allergische Reaktion

(Anaphylaxie) gegen den Wirkstoff Mefloquin oder einen der sonstigen Bestandteile des

Arzneimittels, mit Symptomen wie Atembeschwerden, geschwollene Zunge, Juckreiz und

schweren Hautausschlägen

Herzprobleme, z.B. schwere Veränderungen des Herzschlages, einschließlich Herzklopfen,

Herzrasen oder Herzstolpern (Palpitationen)

schwere Hauterkrankung mit Entzündung der Haut und der Schleimhäute, Fieber,

Hautschuppung und Blasenbildung (Stevens-Johnson-Syndrom)

eine schwerwiegende, möglicherweise lebensbedrohende allergische Reaktion in den Lungen

(Pneumonitis) haben, die sich durch schweres Krankheitsgefühl, Fieber, Schüttelfrost oder

Husten äußert

schwerwiegende Leberprobleme, die sich durch eine Erhöhung der Leberenzyme bei

Blutuntersuchungen und durch andere Symptome, wie eine druckempfindliche, verhärtete

oder möglicherweise vergrößerte Leber, Gelbsucht (Gelbfärbung der Haut/Augen), dunklen

Urin, hell verfärbten Stuhl und Juckreiz am ganzen Körper, äußern können, bis hin zu

Leberversagen

Andere mögliche Nebenwirkungen

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Sehstörung

Schwindel

Übelkeit

Durchfall

Bauchschmerzen

Erbrechen

Juckreiz

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

veränderte Ergebnisse bei Blutuntersuchungen, wie eine Erniedrigung oder Erhöhung der

weißen Blutzellen, eine Erniedrigung der roten Blutzellen oder der Blutplättchen. Als

Anzeichen für diese Veränderungen können schmerzhafte Mund- oder Rachengeschwüre,

Fieber, Schüttelfrost, „blaue Flecken“ auf der Haut, Nasenbluten, Magen- oder

Scheidenblutungen auftreten

Nierenfunktionsstörung, Niereninsuffizienz oder Nierenentzündung, was zu einer

Beeinträchtigung oder einem Ausbleiben der Urinbildung, Infektionen der Harnwege oder zu

Blut im Urin führen kann. Folgende Symptome können dabei auftreten: veränderte Blutwerte

mit erhöhten Kreatininwerten, Durstgefühl, starke Müdigkeit (Fatigue), Schwellungen

(Ödeme), Kurzatmigkeit, Übelkeit oder Erbrechen, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen

verminderter Appetit

Trübung der Augenlinse (Katarakt)

verschwommenes Sehen, Geblendetsein bei Dunkelheit oder andere Sehstörungen

Veränderungen des Hörens, einschließlich Ohrgeräusche, Hörstörungen (einschließlich

partieller Taubheit, die manchmal andauern kann) oder Überempfindlichkeit des Gehörs

Veränderungen des Blutdruckes oder der Herzfrequenz

Hitzegefühl

Husten

Atemlosigkeit

Entzündung der Bauchspeicheldrüse

Verdauungsstörungen

Hautausschlag

Haarausfall

Schwitzen

Muskelschwäche

Muskelkrämpfe

Muskelschmerzen

Gelenkschmerzen

Ödeme

Schmerzen im Brustraum

Schwäche/Kraftlosigkeit

Unwohlsein

Müdigkeit

Fieber oder Schüttelfrost

Wenn bei Ihnen unter der Einnahme dieses Arzneimittels eine der aufgeführten Nebenwirkungen

oder andere Symptome auftreten, die Sie beunruhigen, informieren Sie bitte Ihren Arzt.

Einige Nebenwirkungen können auch nach Absetzen von Lariam auftreten. Bei einer kleinen

Anzahl von Patienten wurde berichtet, dass Depression, Schwindelgefühl sowie

Gleichgewichtsstörungen auch noch Monate oder länger auch nach Absetzen von Lariam andauern

können.

Bei der Anwendung von Lariam für die Behandlung der akuten Malaria können Nebenwirkungen

von Lariam unter Umständen nicht von Symptomen der Krankheit selbst unterschieden werden.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Lariam aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Blisterpackung nach

„Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht

sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen

Lariam Tabletten sollten bis zur Einnahme in der Blisterpackung aufbewahrt werden.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Lariam enthält

Der Wirkstoff ist: Mefloquin. 1 Tablette Lariam enthält 274,09 mg Mefloquinhydrochlorid,

entsprechend 250 mg Mefloquin.

Die sonstigen Bestandteile sind: Mikrokristalline Cellulose; Lactose-Monohydrat; Crospovidon;

Maisstärke; Ammonium-calcium-alginat; Talkum; Magnesiumstearat (Ph. Eur.); Poloxamer 331.

Wie Lariam aussieht und Inhalt der Packung

Lariam sind weiße, runde Tabletten mit einer einseitigen Prägung „ROCHE“ und dem Firmenzeichen

sowie einer beidseitigen Kreuzbruchrille.

Lariam ist in Packungen mit 8 Tabletten erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Roche Pharma AG

Emil-Barell-Straße 1

79639 Grenzach-Wyhlen

Telefon (07624) 14-0

Telefax (07624) 1019

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im August 2015.

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Lariam

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 Tablette enthält 274,09 mg Mefloquinhydrochlorid, entsprechend 250 mg Mefloquin.

Sonstiger Bestandteil: Lactose

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Tabletten

Weiße, runde Tabletten mit einer einseitigen Prägung „ROCHE“ und dem Firmenzeichen sowie

einer beidseitigen Kreuzbruchrille.

Durch das beidseitige Bruchkreuz kann die Tablette in zwei bzw. vier gleiche Dosen geteilt werden.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Behandlung, einschließlich der Notfallbehandlung („Stand-by“) unter den unter Abschnitt 4.2

„Dosierung“ genannten Bedingungen, und Vorbeugung der Malaria, insbesondere zur Behandlung

der gegen andere Malariamittel resistenten Plasmodium-falciparum-Parasiten.

Eine Malariavorbeugung mit Lariam empfiehlt sich ausschließlich bei Reisen in Gebiete mit

mehrfach resistenten Plasmodium-falciparum-Parasiten. In Zweifelsfällen sollten die geeigneten

Mittel zur Malariaprophylaxe erst nach tropenmedizinischer Beratung gewählt werden.

Offizielle Therapierichtlinien sowie aktuelle Informationen über geographische Resistenzmuster

sollten beachtet werden.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Wenn die Chemoprophylaxe mit Mefloquin versagt, sollte Mefloquin nicht zur Behandlung der

Malaria angewendet werden, da das Versagen ein Hinweis auf eine Resistenzbildung sein kann.

Halofantrin darf in diesen Fällen nicht angewendet werden, siehe Abschnitte 4.3, 4.4 und 4.5.

a) Vorbeugung der Malaria

Dosierung

Die empfohlene Dosierung von Mefloquin für die Malariaprophylaxe beträgt etwa 5 mg/kg

Körpergewicht einmal wöchentlich.

Die erste Dosis sollte mindestens 1 Woche vor der Ankunft im Endemiegebiet eingenommen

werden.

Tabelle 1: Dosierung zur Vorbeugung der Malaria* (es handelt sich nachfolgend um

Dosierungsbeispiele; die Dosierung soll nach Körpergewicht – 5 mg/kg KG/Woche – erfolgen)

Körpergewicht

Dosis

5 – 10 kg**

⅛ Tablette***

10 – 20 kg

¼ Tablette

20 – 30 kg

½ Tablette

30 – 45 kg

¾ Tablette

> 45 kg

1 Tablette

Es liegen keine klinischen Prophylaxestudien zur Kinderdosierung vor; es handelt sich hierbei

um extrapolierte Werte von Therapiestudien.

Für Säuglinge unter 3 Monaten oder einem Körpergewicht von weniger als 5 kg kann Lariam

nicht zur Malariaprophylaxe empfohlen werden, da hier die Erfahrungen gering sind.

Ungefähre Tablettenfraktion basierend auf der Dosierung von 5 mg/kg Körpergewicht. Die

exakte Dosis für Kinder mit einem Körpergewicht unter 10 kg sollte am besten durch den

Apotheker zubereitet und abgegeben werden (siehe „Art der Anwendung“).

Zeitlicher Ablauf der Vorbeugung:

Angegebene Dosis einmal wöchentlich, stets am gleichen Wochentag, vorzugsweise nach

einer Mahlzeit einnehmen.

Erste Einnahme mindestens 1 Woche vor Eintreffen im Malariagebiet.

Weitere Einnahme in wöchentlichen Abständen.

Nach Verlassen des Malariagebietes sollen noch 4 Dosen, ebenfalls in wöchentlichem

Abstand, eingenommen werden.

Wenn es zu Nebenwirkungen kommt, treten diese häufig schon nach der ersten oder zweiten

Einnahme auf. Um sicherzustellen, dass die Anwendung von Mefloquin gut vertragen wird, wird

empfohlen, die Chemoprophylaxe mit Mefloquin 10 Tage vor Beginn der Reise zu beginnen (d.h.

erste Einnahme 10 Tage vor Reisebeginn und zweite Einnahme 3 Tage vor Reisebeginn).

Darauffolgende Dosen sollen einmal pro Woche (immer am gleichen Wochentag) eingenommen

werden. In bestimmten Fällen, z.B. wenn der Reisende noch andere Arzneimittel einnimmt, sollte die

Chemoprophylaxe 2 bis 3 Wochen vor Reiseantritt begonnen werden, um die Verträglichkeit der

Kombination sicherzustellen (siehe Abschnitt 4.5).

Spezielle Dosierungsanweisung

Kann bei Reisen in Gebiete mit einem hohen Infektionsrisiko nicht eine Woche vor der Ankunft im

Endemiegebiet mit der Einnahme der Prophylaxe begonnen werden, sollte in Ausnahmefällen eine

Aufbaudosis („Loading dose“) verabreicht werden. Diese besteht bei Erwachsenen mit einem

Körpergewicht über 45 kg in täglich einer Tablette Lariam während 3 aufeinanderfolgenden Tagen.

Danach wird in wöchentlichen Abständen 1 Tablette eingenommen. Die Verabreichung einer

Aufbaudosis kann mit einem erhöhten Auftreten von Nebenwirkungen verbunden sein.

Dosierungsschema:

1. Tag

erste Dosis

2. Tag

zweite Dosis

3. Tag

dritte Dosis

danach

normale Wochendosis

b) Behandlung der Malaria

Dosierung bei unkomplizierter Malaria

Die empfohlene therapeutische Gesamtdosis von Mefloquin beträgt 20 bis 25 mg/kg Körpergewicht

(siehe Tabelle 2).

Tabelle 2: Empfohlene therapeutische Gesamtdosen von Lariam, Tabletten in Abhängigkeit vom

Körpergewicht (es handelt sich nachfolgend um Dosierungsbeispiele; die Dosierung soll nach

Körpergewicht – 20 bis 25 mg/kg KG/Behandlung – erfolgen)

Körpergewicht (kg)

Gesamtdosis

Aufteilung der

Dosis*

5 – 10 kg**

½ - 1 Tablette

10 – 20 kg

1 – 2 Tabletten

20 – 30 kg

2 – 3 Tabletten

2 + 1

30 – 45 kg

3 – 4 Tabletten

2 + 2

45 – 60 kg

5 Tabletten

3 + 2

> 60 kg***

6 Tabletten

3 + 2 + 1

Die Aufteilung der therapeutischen Gesamtdosis in 2 - 3 Gaben in Abständen von 6 - 8 Stunden

kann das Auftreten oder den Schweregrad von Nebenwirkungen reduzieren.

Die Erfahrungen mit Lariam bei Säuglingen unter 3 Monaten oder einem Körpergewicht unter

5 kg sind gering.

Es liegen keine Erfahrungen mit Dosierungen von mehr als 6 Tabletten bei schweren Patienten

vor.

Dosierung für die Folgebehandlung bei komplizierter (schwerer) Malaria

Nach initialer Therapie mit den empfohlenen Arzneimitteln kann Mefloquin bei schwerer akuter

Malaria bei den Patienten, bei denen initial keine Bewusstseinseintrübung vorgelegen hat, für die

orale Folgebehandlung angewendet werden. Wenn Chinin verabreicht wurde, ist darauf zu achten,

dass Mefloquin nicht früher als 12 Stunden nach der letzten Chinindosis eingenommen wird, um

verstärkte Nebenwirkungen zu vermeiden.

Notfallbehandlung („Stand-by“)

Bei Verdacht auf Malaria kann Lariam als Notfallmedikation angewandt werden, wenn

unverzügliche ärztliche Betreuung innerhalb von 24 Stunden nicht möglich ist. Die Behandlung

sollte mit einer Dosis von etwa 15 mg Mefloquin/kg Körpergewicht begonnen werden. Für Patienten

mit einem Körpergewicht von 45 kg oder mehr würde die Initialdosis somit 3 Tabletten betragen.

Wenn es nicht möglich ist, innerhalb von 24 Stunden ärztliche Hilfe zu erhalten, und sofern keine

schweren Nebenwirkungen aufgetreten sind, sollte nach 6 bis 8 Stunden ein zweiter Teil der

therapeutischen Gesamtdosis von 10 mg Mefloquin/kg Körpergewicht (2 Tabletten bei Patienten mit

mindestens 45 kg Körpergewicht) eingenommen werden. Patienten, die mehr als 60 kg wiegen,

sollten 1 zusätzliche Tablette nach weiteren 6 bis 8 Stunden einnehmen (siehe

Dosierungsempfehlungen Tabelle 2).

Die Patienten sollten angehalten werden, nach einer Notfallbehandlung bei der nächsten Gelegenheit

einen Arzt zu konsultieren, auch wenn sie sich wieder völlig gesund fühlen, um die

Verdachtsdiagnose zu bestätigen oder zu verwerfen.

Art der Anwendung

Mefloquin hat einen bitteren und leicht brennenden Geschmack. Die Tabletten werden unzerkaut und

mit reichlich Flüssigkeit eingenommen. Die Einnahme soll möglichst nach einer Mahlzeit erfolgen.

Für die Verabreichung an Säuglinge, Kleinkinder oder andere Personen, die Schwierigkeiten beim

Schlucken haben, können die Tabletten zerdrückt und in etwas Wasser, Milch oder einem anderen

Getränk suspendiert werden.

a) Vorbeugung der Malaria

Die Tabletteneinnahme (siehe Abschnitt 4.2 „Dosierung“) erfolgt in wöchentlichen Abständen, und

zwar stets am gleichen Wochentag. Sie beginnt mindestens 1 Woche vor Reiseantritt und ist nach

Reiseende noch 4 Wochen lang fortzusetzen, um das Risiko einer Malariaerkrankung nach dem

Verlassen des Endemiegebietes zu verringern. So soll sichergestellt werden, dass therapeutisch

wirksame Plasmaspiegel über den gesamten Entwicklungszyklus der Malariaerreger vorhanden sind.

b) Behandlung der Malaria

Die Aufteilung der Gesamtdosis auf 2 bis 3 Einzelgaben (z.B. 2 + 2, 3 + 2 oder 3 + 2 + 1 Tabletten),

die im Abstand von 6 bis 8 Stunden eingenommen werden, kann das Auftreten oder den

Schweregrad von Nebenwirkungen verringern.

Falls der Patient innerhalb von 30 Minuten nach der Einnahme von Lariam erbricht, sollte eine

zweite volle Dosis verabreicht werden. Wenn das Erbrechen 30 bis 60 Minuten nach der Einnahme

erfolgt, sollte zusätzlich eine halbe Dosis gegeben werden. Bei Patienten mit mehr als einmal

auftretendem Erbrechen oder anhaltender Diarrhö sollte die Einleitung einer anderen

Malariatherapie in Erwägung gezogen werden.

Falls ein vollständiger Behandlungszyklus mit Lariam innerhalb von 48 bis 72 Stunden zu keiner

Besserung führt, sollte Lariam für eine weitere Behandlung nicht mehr eingesetzt werden; eine

andere Therapie muss gewählt werden.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, verwandte Substanzen (z.B. Chinin, Chinidin) oder einen

der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Des Weiteren darf Lariam bei Personen mit aktiver Depression oder mit einer Depression in der

Anamnese, generalisierter Angsterkrankung, Psychose, Suizidversuchen, suizidalen Gedanken und

selbstgefährdendem Verhalten, Schizophrenie, anderen psychiatrischen Störungen oder

Krampfanfällen jeglichen Ursprungs in der Anamnese (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5) nicht zur

Prophylaxe oder „Stand-by“ Notfallbehandlung eingesetzt werden.

Aufgrund des Risikos einer potenziell tödlichen Verlängerung des QTc-Intervalls im EKG darf

Halofantrin nicht während einer Therapie mit Lariam zur Behandlung oder Vorbeugung der Malaria

oder innerhalb von 15 Wochen nach der letzten Mefloquin-Dosis eingenommen werden. Ebenso

kann das Risiko einer Verlängerung des QTc-Intervalls bestehen, wenn Ketoconazol während einer

Therapie mit Lariam zur Behandlung oder Vorbeugung der Malaria oder innerhalb von 15 Wochen

nach der letzten Dosis von Lariam eingenommen wird, da es bei gleichzeitiger Gabe zu einer

erhöhten Plasmakonzentration und Eliminationshalbwertszeit von Mefloquin kommt (siehe

Abschnitte 4.5 und 5.2).

Lariam darf bei Patienten mit Schwarzwasserfieber (einer Komplikation der Falciparum-Malaria mit

massiver intravaskulärer Hämolyse, welche Hämoglobinurie verursacht) in der Anamnese nicht

angewendet werden.

Bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen (siehe Abschnitte 4.4. und 4.8) darf Lariam

nicht angewendet werden.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Neuropsychiatrische Nebenwirkungen:

Das Nebenwirkungsprofil von Mefloquin bei prophylaktischer Anwendung ist vorrangig

durch neuropsychiatrische Wirkungen geprägt.

Mefloquin kann psychiatrische Symptome, wie Angststörungen, Paranoia, Depressionen,

Halluzinationen und Psychosen hervorrufen. Psychische Symptome wie ungewöhnliche

Träume/Albträume, akute Angstzustände, Depressionen, Unruhe oder Verwirrtheitszustände

sind als prodromal für schwerwiegendere Ereignisse anzusehen (siehe Abschnitt 4.8). Es

wurden auch Fälle von Selbstmorden, Selbstmordgedanken und selbstgefährdendem

Verhalten, wie z.B. Suizidversuchen (siehe Abschnitt 4.8), berichtet.

Patienten unter Malaria-Chemoprophylaxe mit Mefloquin sollen darüber informiert werden,

dass sie, wenn diese Reaktionen oder Veränderungen ihrer psychischen Verfassung während

der Anwendung von Mefloquin auftreten, die Einnahme von Mefloquin abbrechen und sofort

medizinischen Rat aufsuchen sollen, damit Mefloquin durch eine alternative

Malariaprophylaxe ersetzt werden kann.

Nebenwirkungen können auch noch nach Absetzen von Mefloquin auftreten. Bei einer kleinen

Anzahl von Patienten wurde berichtet, dass neuropsychiatrische Nebenwirkungen (z.B.

Depression, Schwindelgefühl oder Vertigo und Gleichgewichtsstörungen) noch über Monate

oder länger auch nach Absetzen von Mefloquin andauern können.

Um das Risiko dieser Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten, darf Mefloquin zur

Prophylaxe oder „Stand-by“ Notfallbehandlung nicht bei Patienten mit aktiven

psychiatrischen Störungen oder solchen in der Anamnese, wie Depressionen, generalisierten

Angststörungen, Schizophrenie oder anderen psychiatrischen Störungen, verabreicht werden

(siehe Abschnitt 4.3).

Überempfindlichkeit:

Überempfindlichkeitsreaktionen, von leichten Hautreaktionen bis zu Anaphylaxie, können auftreten

(siehe Abschnitt 4.8).

Kardiale Toxizität:

Die gleichzeitige Anwendung von Mefloquin und anderen verwandten Substanzen (z.B. Chinin,

Chinidin und Chloroquin) kann Veränderungen im Elektrokardiogramm hervorrufen.

Aufgrund des Risikos einer potenziell tödlichen Verlängerung des QTc-Intervalls darf Halofantrin

nicht während einer Chemoprophylaxe oder Behandlung einer Malaria mit Mefloquin oder innerhalb

von 15 Wochen nach der letzten Mefloquin-Dosis angewendet werden.

Aufgrund der Erhöhung der Plasmakonzentrationen und der Eliminationshalbwertszeit von

Mefloquin nach gleichzeitiger Anwendung mit Ketoconazol, kann das Risiko einer

QTc-Verlängerung auch bestehen, wenn Ketoconazol während einer Chemoprophylaxe oder

Behandlung von Malaria mit Mefloquin oder innerhalb von 15 Wochen nach der letzten Dosis

Mefloquin angewendet wird (siehe Abschnitte 4.5 und 5.2).

Bei Patienten mit Erregungsleitungsstörungen am Herzen sollte Lariam nur unter Vorsicht

angewendet werden.

Die Patienten sollen angewiesen werden, einen Arzt zu konsultieren, wenn bei ihnen während der

Chemoprophylaxe mit Mefloquin Anzeichen von Arrhythmie oder Palpitationen auftreten. In

seltenen Fällen können diese Symptome schweren kardiologischen Nebenwirkungen vorausgehen.

Epileptische Störungen:

Bei Patienten mit Epilepsie kann Mefloquin das Risiko von Konvulsionen erhöhen. Daher soll

Mefloquin in diesen Fällen nur zur kurativen Behandlung (d.h. nicht als

„Stand-by“ Notfallbehandlung) und hierbei nur bei zwingender medizinischer Indikation

angewendet werden (siehe Abschnitte 4.3 und 4.5).

Die gleichzeitige Anwendung von Mefloquin und Antikonvulsiva (z.B. Valproinsäure,

Carbamazepin, Phenobarbital oder Phenytoin) kann zu einer Verringerung der Plasmaspiegel der

Antikonvulsiva führen und damit zu einer verringerten Kontrolle der Anfälle. Deswegen sollen bei

Patienten, die gleichzeitig Mefloquin und ein Arzneimittel gegen Epilepsie einnehmen,

einschließlich Valproinsäure, Carbamazepin, Phenobarbital oder Phenytoin, die Blutspiegel der

Antiepileptika überwacht und die Dosis bei Bedarf angepasst werden.

Die gleichzeitige Anwendung von Mefloquin mit Arzneimitteln, die bekanntermaßen den

epileptogenen Schwellenwert verringern (Antidepressiva, wie trizyklische oder selektive

Serotonin-Wiederaufnahmehemmer [SSRIs]; Bupropion; Antipsychotika; Tramadol, Chloroquin

oder einige Antibiotika), kann das Risiko für Konvulsionen erhöhen (siehe Abschnitt 4.5).

Neuropathie:

Fälle von Polyneuropathie (basierend auf neurologischen Symptomen, wie Schmerzen, Brennen,

sensorischen Störungen oder Muskelschwäche, einzeln auftretend oder in Kombination) wurden bei

Patienten, die Mefloquin erhalten haben, berichtet.

Mefloquin soll bei Patienten abgesetzt werden, die Symptome einer Neuropathie aufweisen,

einschließlich Schmerzen, Brennen, Kribbeln, Taubheit und/oder Schwäche, um der Entwicklung

einer irreversiblen Störung vorzubeugen (siehe Abschnitt 4.8).

Augenerkrankungen:

Jeder Patient, der Sehstörungen aufweist, soll an einen Arzt überwiesen werden, da bestimmte

Störungen (wie retinale Erkrankungen oder Optikusneuropathie) einen Abbruch der Behandlung mit

Mefloquin erfordern können.

Leberfunktionsstörung:

Bei Patienten mit beeinträchtigter Leberfunktion kann die Elimination von Mefloquin verlängert sein,

was zu höheren Plasmaspiegeln führt. Das kann das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen.

Nierenfunktionsstörung:

Aufgrund begrenzter Daten soll Mefloquin bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung mit Vorsicht

angewendet werden.

Pneumonitis:

Bei Patienten, die Mefloquin erhalten haben, wurde über das Auftreten einer Pneumonitis berichtet,

die möglicherweise durch eine Allergie ausgelöst wurde (siehe Abschnitt 4.8). Patienten, die

während der Einnahme von Mefloquin Anzeichen einer Dyspnö, trockenen Husten oder Fieber etc.

entwickeln, sollen angewiesen werden, einen Arzt aufzusuchen, um sich medizinisch untersuchen zu

lassen.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems:

Es wurde während der Behandlung mit Mefloquin über Fälle von Agranulozytose und aplastischer

Anämie berichtet (siehe Abschnitt 4.8).

Inhibitoren und Induktoren von CYP3A4:

Inhibitoren und Induktoren des Isoenzyms CYP3A4 können die Pharmakokinetik bzw. den

Metabolismus von Mefloquin beeinflussen und zu einer Erhöhung oder Verringerung der

Plasmakonzentrationen von Mefloquin führen (siehe Abschnitt 4.5).

Wechselwirkung mit Impfstoffen:

Wenn Mefloquin gleichzeitig mit oralem Typhus-Lebendimpfstoff verabreicht wird, lässt sich eine

Abschwächung der Immunisierung nicht ausschließen. Oral verabreichte Impfungen mit attenuierten

Lebendbakterien müssen mindestens 3 Tage vor der ersten Dosis Mefloquin abgeschlossen sein

(siehe Abschnitt 4.5).

Langzeitanwendung:

In klinischen Studien wurde dieses Arzneimittel nicht länger als ein Jahr verabreicht. Wenn das

Arzneimittel über einen längeren Zeitraum verabreicht werden muss, sollen regelmäßige

Untersuchungen, darunter Leberfunktionstests und regelmäßige ophthalmologische Untersuchungen,

durchgeführt werden.

Galactose-Intoleranz:

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder

Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Lariam nicht einnehmen.

Geographisches Resistenzmuster:

Es gibt ein geographisches Resistenzmuster von P. falciparum gegenüber Malariamitteln und die

Wahl eines geeigneten Mittels zur Malariaprophylaxe kann je nach Region unterschiedlich sein. Eine

Resistenz von P. falciparum gegenüber Mefloquin ist beobachtet worden, hauptsächlich in Teilen

Südostasiens mit Mehrfachresistenzen. In einzelnen Regionen wurde eine Kreuzresistenz zwischen

Mefloquin und Halofantrin sowie zwischen Mefloquin und Chinin festgestellt.

Aktuelle Informationen über das geographische Resistenzmuster sollten von tropenmedizinischen

Zentren eingeholt werden.

Hypoglykämie:

Bei Patienten mit angeborener hyperinsulinämischer Hypoglykämie sollte verstärkt die Möglichkeit

einer Hypoglykämie in Betracht gezogen werden.

Kinder und Jugendliche

Die Erfahrungen mit Lariam bei Säuglingen unter 3 Monaten oder einem Körpergewicht von

weniger als 5 kg sind gering. Lariam kann daher für Säuglinge unter 3 Monaten bzw. 5 kg Gewicht

derzeit nicht zur Prophylaxe der Malaria empfohlen werden.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Lariam darf nicht gleichzeitig mit verwandten Substanzen (wie z.B. Chinin, Chinidin oder

Chloroquin) verabreicht werden, da dies zu Veränderungen im EKG führen und die Bereitschaft zu

Krampfanfällen erhöhen kann. Nach initialer Therapie mit den empfohlenen Arzneimitteln kann

Mefloquin bei schwerer akuter Malaria bei den Patienten, bei denen initial keine

Bewusstseinseintrübung vorgelegen hat, für die orale Folgebehandlung angewendet werden. Wenn

Chinin verabreicht wurde, ist darauf zu achten, dass Mefloquin nicht früher als 12 Stunden nach der

letzten Chinindosis eingenommen wird, um verstärkte Nebenwirkungen zu vermeiden.

Halofantrin:

Es gibt Hinweise, dass die Anwendung von Halofantrin während einer Chemoprophylaxe oder

Behandlung einer Malaria mit Mefloquin oder innerhalb von 15 Wochen nach der letzten

Mefloquin-Dosis zu einer signifikanten Verlängerung des QTc-Intervalls führt (siehe Abschnitte 4.3

und 4.4). Unter der alleinigen Gabe von Mefloquin wurde keine klinisch signifikante

QTc-Verlängerung festgestellt.

Ketoconazol:

Ebenso kann das Risiko einer Verlängerung des QTc-Intervalls bestehen, wenn Ketoconazol

während einer Therapie mit Lariam zur Behandlung oder Vorbeugung der Malaria oder innerhalb

von 15 Wochen nach der letzten Dosis von Lariam eingenommen wird, da es bei gleichzeitiger Gabe

zu einer erhöhten Plasmakonzentration und Eliminationshalbwertszeit von Mefloquin kommt (siehe

Abschnitte 4.3 und 5.2). Unter der alleinigen Gabe von Lariam haben sich solche Veränderungen

nicht als klinisch bedeutsam erwiesen.

Sonstige Arzneimittel, die das QTc-Intervall verlängern:

Die gleichzeitige Verabreichung von Lariam mit Arzneimitteln, die die Erregungsleitung des

Herzens beeinflussen (wie Antiarrhythmika, Beta-Rezeptorenblocker, Kalziumkanalblocker,

Antihistaminika oder H

-Blocker, trizyklische Antidepressiva oder Phenothiazine), könnte auch zu

einer Verlängerung des QTc-Intervalls beitragen. Spezifische Interaktionsstudien wurden nicht

durchgeführt.

Antikonvulsiva und Arzneimittel, die den epileptogenen Schwellenwert verringern:

Patienten, die gleichzeitig mit Mefloquin und Antikonvulsiva (z.B. Valproinsäure, Carbamazepin,

Phenobarbital oder Phenytoin) behandelt wurden, hatten einen Verlust der Anfallsbeherrschung und

einen niedrigeren Plasmaspiegel der Antikonvulsiva als erwartet. In einigen Fällen kann daher eine

Dosisanpassung des Antikonvulsivums erforderlich werden.

Die gleichzeitige Anwendung von Mefloquin mit Arzneimitteln, die bekanntermaßen den

epileptogenen Schwellenwert verringern (Antidepressiva, wie trizyklische oder selektive

Serotonin-Wiederaufnahmehemmer [SSRIs]; Bupropion; Antipsychotika; Tramadol, Chloroquin

oder einige Antibiotika), kann das Risiko für Konvulsionen erhöhen (siehe Abschnitt 4.4).

Sonstige Wechselwirkungen/Inhibitoren und Induktoren von CYP3A4:

Das Cytochrom-P450-Enzymsystem wird durch Mefloquin weder gehemmt noch induziert. Daher

ist nicht zu erwarten, dass die Metabolisierung von Arzneimitteln, die gleichzeitig mit Mefloquin

angewendet werden, beeinflusst wird. Jedoch können Induktoren (Rifampicin, Carbamazepin,

Phenytoin, Efavirenz) oder Inhibitoren des Isoenzyms CYP3A4 die Pharmakokinetik bzw. den

Metabolismus von Mefloquin beeinflussen und zu einem Absinken oder einer Erhöhung der

Plasmakonzentration von Mefloquin führen. Deshalb sollte die Anwendung von Mefloquin in

Kombination mit Induktoren bzw. Inhibitoren von CYP3A4 mit Vorsicht erfolgen. Die klinischen

Konsequenzen dieser Wirkungen sind nicht bekannt und eine engmaschige klinische Überwachung

ist notwendig (siehe Abschnitt 4.4).

Wechselwirkung mit Impfungen:

Wenn Mefloquin gleichzeitig mit oralem Typhus-Lebendimpfstoff verabreicht wird, lässt sich eine

Abschwächung der Immunisierung nicht ausschließen. Oral verabreichte Impfungen mit attenuierten

Lebendbakterien müssen mindestens 3 Tage vor der ersten Dosis Mefloquin abgeschlossen sein

(siehe Abschnitt 4.4).

Substrate und Inhibitoren des P-Glykoproteins:

Es wurde in vitro gezeigt, dass Mefloquin ein Substrat sowie ein Inhibitor des P-Glykoproteins ist.

Daher könnten Wechselwirkungen auch mit Arzneimitteln auftreten, die ebenso Substrate dieses

Transportproteins sind oder dessen Expression beeinflussen. Die klinische Relevanz dieser

Interaktion ist derzeit nicht bekannt.

Es sind keine anderen Arzneimittelwechselwirkungen bekannt. Trotzdem soll die Wirkung von

Mefloquin auf Reisende, insbesondere bei gleichzeitiger Behandlung mit Antikoagulanzien oder

Antidiabetika, vor der Abreise kontrolliert werden.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Im Tierversuch erwies sich Mefloquin als teratogen (Maus, Ratte) und embryotoxisch (Kaninchen).

Umfangreiche klinische Erfahrung mit Lariam in der Chemoprophylaxe haben jedoch weder eine

embryotoxische noch eine teratogene Wirkung gezeigt. Dennoch sollte aufgrund der hohen

Gefährdung durch Malaria während der Schwangerschaft schwangeren Frauen oder Frauen, die

beabsichtigen schwanger zu werden, von Reisen in endemische Gebiete abgeraten werden.

Eine Chemoprophylaxe mit Mefloquin kann unabhängig vom Zeitpunkt der Schwangerschaft in

Betracht gezogen werden, jedoch unter strikter Einhaltung der Indikationen. Die Verwendung von

Mefloquin zur Behandlung bei schwangeren Frauen ist auf die Behandlung von akuter

unkomplizierter Malaria beschränkt, wenn Chinin kontraindiziert ist oder Chinin-resistente

Plasmodium-falciparum-Parasiten vorliegen.

Im Fall einer ungeplanten Schwangerschaft wird die Chemoprophylaxe mit Lariam nicht als

Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch betrachtet.

Informationen zur Anwendung von Mefloquin während der Schwangerschaft sollen nationalen und

internationalen Empfehlungen entnommen werden.

Stillzeit

Mefloquin tritt in geringer Menge, deren Wirkung nicht bekannt ist, in die Muttermilch über.

Vorsichtshalber ist die Gabe von Mefloquin daher bei stillenden Frauen zu vermeiden.

Informationen zur Anwendung von Mefloquin bei stillenden Müttern sollen nationalen und

internationalen Empfehlungen entnommen werden.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

In Bezug auf Aktivitäten, welche volle Aufmerksamkeit und ungestörte Feinmotorik erfordern, wie

das Führen von Fahrzeugen und Flugzeugen, das Bedienen von Maschinen und Tiefseetauchen, ist

besondere Vorsicht geboten, da Schwindelgefühl oder Vertigo und Gleichgewichtsstörungen oder

andere Störungen des zentralen oder peripheren Nervensystems und psychiatrische Störungen

während und nach der Anwendung von Mefloquin berichtet wurden. Diese Auswirkungen können

auch noch nach Absetzen des Arzneimittels auftreten.

Bei einer kleinen Anzahl an Patienten wurde berichtet, dass neuropsychiatrische Nebenwirkungen

(z.B. Depression, Schwindelgefühl oder Vertigo und Gleichgewichtsstörungen auch nach Absetzen

des Arzneimittels über Monate oder länger andauern können (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8).

4.8

Nebenwirkungen

a) Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Bei der für die Behandlung der akuten Malaria verabreichten Dosierung können Nebenwirkungen

von Mefloquin unter Umständen nicht von Symptomen der Krankheit selbst unterschieden werden.

Das Sicherheitsprofil von Mefloquin ist bei einer Chemoprophylaxe vorrangig durch

neuropsychiatrische Nebenwirkungen geprägt. Nebenwirkungen können auch noch nach Absetzen

von Mefloquin auftreten. Die häufigsten Nebenwirkungen bei der Chemoprophylaxe mit Mefloquin

sind Übelkeit, Erbrechen und Schwindelgefühl. Übelkeit und Erbrechen sind im Allgemeinen

leichter Art und können trotz ansteigender Plasmaspiegel des Arzneimittels im Verlauf der

Anwendung abnehmen. Bei einer kleinen Anzahl von Patienten wurde berichtet, dass

neuropsychiatrische Nebenwirkungen (z.B. Depression, Schwindelgefühl oder Vertigo und

Gleichgewichtsstörungen) noch über Monate oder länger auch nach Absetzen von Mefloquin

andauern können.

b) Tabellarische Zusammenfassung der Nebenwirkungen

In Tabelle 3 ist ein Überblick über Nebenwirkungen zusammengefasst, basierend auf Daten nach der

Markteinführung und einer doppelblinden, randomisierten Studie mit 483 Patienten, die Mefloquin

erhielten (Overbosch et al. 2001). Die in der Tabelle aufgeführten Häufigkeiten basieren auf der

doppelblinden randomisierten Studie.

Tabelle 3: Zusammenfassung der Nebenwirkungen, basierend auf Daten nach der Markteinführung

und einer doppelblinden, randomisierten Studie mit 483 Patienten, die Mefloquin erhielten

(Overbosch et al. 2001)

Die Nebenwirkungen sind gemäß der MedDRA Systemorganklassen und Häufigkeitskategorien

angegeben. Die Häufigkeitskategorien sind nach folgenden Konventionen definiert:

Sehr häufig (≥ 1/10)

Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100)

Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten (< 1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad

angegeben.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

c)

Nicht bekannt

Agranulozytose, aplastische Anämie, Leukopenie, Leukozytose,

Thrombozytopenie

Erkrankungen des Immunsystems

c)

Nicht bekannt

Überempfindlichkeit von leichten Hautreaktionen bis zu Anaphylaxie

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Nicht bekannt

Verminderter Appetit

Psychiatrische Erkrankungen

a),b),

c

)

Sehr häufig

Ungewöhnliches Träumen, Insomnie

Häufig

Depression, Angst

Nicht bekannt

Selbstmord, Selbstmordversuch, Selbstmordgedanken und selbstgefährdendes

Verhalten, bipolare Störungen, psychotische Störungen (einschließlich z.B.

wahnhafte Störungen, Depersonalisation, Manie und

Schizophrenie/Schizophrenie-ähnliche Störungen), Paranoia, Panikattacken,

Verwirrtheit, Halluzinationen, Aggression, motorische Unruhe, Ruhelosigkeit,

Stimmungsschwankungen, Aufmerksamkeitsstörungen

Erkrankungen des Nervensystems

a),b),c)

Häufig

Schwindelgefühl, Kopfschmerzen

Nicht bekannt

Guillain-Barré-Syndrom, Enzephalopathie, Lähmungen der Kranialnerven,

Konvulsionen, Amnesie (manchmal langandauernd, über 3 Monate), Synkope,

Sprachstörung, Vergesslichkeit, Gleichgewichtsstörungen, Gehstörung, periphere

motorische Neuropathie (einschließlich Parästhesie, Tremor und Ataxie), periphere

sensorische Neuropathie, Somnolenz

Augenerkrankungen

c)

Häufig

Sehstörung

Nicht bekannt

Katarakt, Netzhauterkrankungen und Optikusneuropathie, die während oder nach

der Behandlung mit Latenz auftreten können, Verschwommensehen

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Häufig

Vertigo

Nicht bekannt

Vestibuläre Störungen einschließlich Tinnitus, partielle Taubheit (manchmal

andauernd), Hörstörungen, Hyperakusis

Herzerkrankungen

c)

Nicht bekannt

AV-Block, Tachykardie, Palpitation, Bradykardie, unregelmäßige Herzfrequenz,

Extrasystolen, andere vorübergehende Erregungsleitungsstörungen

Gefäßerkrankungen

Nicht bekannt

Kreislaufstörungen (Hypotonie, Hypertonie, Hitzegefühl)

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

c)

Nicht bekannt

Pneumonie, Pneumonitis mit möglicherweise allergischem Ursprung, Dyspnö

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig

Übelkeit, Diarrhö, Bauchschmerzen, Erbrechen

Nicht bekannt

Pankreatitis, Dyspepsie

Leber- und Gallenerkrankungen

c)

Nicht bekannt

Leberversagen, Hepatitis, Gelbsucht, asymptomatischer, vorübergehender Anstieg

der Transaminasen (ALT, AST, GGT)

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig

Pruritus

Nicht bekannt

Stevens-Johnson-Syndrom, Erythema multiforme, Ausschlag, Erythem, Urtikaria,

Alopezie, Hyperhidrose

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Nicht bekannt

Muskelschwäche, Muskelkrämpfe, Myalgie, Arthralgie

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Nicht bekannt

Ödem, Brustschmerzen, Asthenie, Unwohlsein, Müdigkeit, Schüttelfrost, Pyrexie

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Nicht bekannt

Akute Niereninsuffizienz, Nephritis, erhöhte Kreatininwerte im Blut

a)

Gelegentlich wurde berichtet, dass diese Symptome noch lange nach Absetzen von Mefloquin anhielten.

b)

Siehe Abschnitt 4.8 c)

c)

Siehe Abschnitt 4.4

c) Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Neuropsychiatrische Nebenwirkungen:

Für den Fall, dass während der Chemoprophylaxe mit Mefloquin neuropsychiatrische Reaktionen

oder Veränderungen des mentalen Zustands auftreten, sollen die Patienten angewiesen werden, die

Einnahme von Mefloquin abzubrechen und sofort ärztlichen Rat einzuholen, damit Mefloquin durch

eine alternative Malariaprophylaxe ersetzt werden kann (siehe Abschnitt 4.4).

Ungewöhnliche Träume/Albträume

Ungewöhnliche Träume stellen eine sehr häufige Nebenwirkung bei Mefloquin dar. Daher ist deren

Bedeutung in der Gesamtbewertung von Patienten zu berücksichtigen, die über Nebenwirkungen

oder Veränderungen ihres Geisteszustandes unter Mefloquin berichten (siehe Black-Box-Warning in

Abschnitt 4.4).

Sowohl In-vitro- als auch In-vivo-Studien ergaben keine Hinweise auf eine Hämolyse im

Zusammenhang mit einem Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit.

Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des

Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer

Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome der Intoxikation

Bei Überdosierung von Mefloquin können die unter Abschnitt 4.8 (Nebenwirkungen) aufgeführten

Symptome in verstärktem Maße auftreten.

Therapie von Intoxikationen

Bei Patienten sollte im Falle einer Überdosierung von Mefloquin eine symptomatische Behandlung

eingeleitet und supportive Maßnahmen ergriffen werden. Es gibt kein spezifisches Antidot. Die orale

Anwendung von Aktivkohle zur Verminderung der Mefloquin-Resorption kann innerhalb von einer

Stunde nach Einnahme einer Überdosierung in Betracht gezogen werden. Die Herzfunktion (nach

Möglichkeit mittels EKG) und der neuropsychiatrische Zustand sollten über mindestens 24 Stunden

überwacht werden. Gegebenenfalls ist eine symptomatische Behandlung und unterstützende

Intensivpflege angezeigt, insbesondere bei kardiovaskulären Störungen. Die Elimination von

Mefloquin und seiner Metabolite durch Hämodialyse ist begrenzt.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antimalariamittel.

Lariam ist ein Chinolin-Derivat zur Prophylaxe und Therapie der Malaria.

ATC-Code: P01BC02

Wirkmechanismus

Lariam wirkt gegen die intraerythrozytären ungeschlechtlichen Formen der Malariaerreger beim

Menschen (Plasmodium falciparum, P. vivax, P. malariae, P. ovale).

Lariam wirkt auch gegen Malariaparasiten, die eine Resistenz gegen andere Malariamittel, wie

Chloroquin, Proguanil, Pyrimethamin sowie Pyrimethamin-Sulfonamid-Kombinationen, entwickelt

haben.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

In einer randomisierten, doppelblinden Studie erhielten nicht immune Personen, die in ein

Malaria-Endemiegebiet gereist sind, eine Malariaprophylaxe mit Mefloquin (483 Probanden) oder

mit Atovaquon-Proguanil (493 Probanden). Die Wirksamkeit einer Prophylaxe wurde als sekundärer

Endpunkt beurteilt. Die durchschnittliche Reisedauer lag bei ca. 2,5 Wochen und 79 % der

Probanden reisten nach Afrika. 1.013 Probanden wurden initial randomisiert und erhielten entweder

eine Prophylaxe mit Mefloquin (n = 505) oder mit Atovaquon-Proguanil (n = 508). 37 Probanden

brachen die Studie aufgrund von unterschiedlichen Gründen ab. Von den 976 Probanden, die ≥ 1

Dosis der Studienmedikation erhielten, schlossen 966 (99 %) die Studie ab und 963 beendeten die 60

Tage lange Nachbeobachtungsphase. Von diesen 963 Probanden wurden Informationen bezüglich

Wirksamkeit gesammelt. Obwohl bei 10 Probanden (5 in jedem Studienarm) Antikörper gegen

Circumsporozoit gefunden wurden, trat bei keinem eine Malaria auf (die minimale Wirksamkeit von

Mefloquin und Atovaquon-Proguanil lag bei 100 %). Insgesamt gab es in dieser Studie keinen Fall

von bestätigter Malaria (die maximale Wirksamkeit von Mefloquin und Atovaquon-Proguanil lag

bei 100 %). Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass die Wirksamkeit von Mefloquin und

Atovaquon-Proguanil als Malariaprophylaxe bei nicht immunen Personen vergleichbar ist (siehe

Tabelle 4).

Tabelle 4:

Minimale und maximale Wirksamkeit der Malariaprophylaxe

Variable

Atovaquon-Proguanil

Mefloquin

Anzahl der Probanden, bei denen

60-Tage-Wirksamkeitsdaten vorliegen

Anzahl der Probanden mit Antikörpern gegen

Circumsporozoit

Anzahl der Probanden mit bestätigter Malaria

Minimale Wirksamkeit in % (95 % Cl)

100 (48 - 100)

100 (48 - 100)

Maximale Wirksamkeit in % (95 % Cl)

100 (99 - 100)

100 (99 - 100)

Minimale Wirksamkeit = 100 x (1 – [Anzahl der Probanden mit bestätigter Malaria/Anzahl der Probanden mit Antikörpern gegen

Circumsporozoit])

Maximale Wirksamkeit = 100 x (1 – [Anzahl der Probanden mit bestätigter Malaria/Anzahl der Probanden, bei denen

60-Tage-Wirksamkeitsdaten vorliegen])

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Nach einmaliger oraler Verabreichung von Lariam wird die maximale Plasmakonzentration von

Mefloquin innerhalb von 6 bis 24 Stunden erreicht (Median: etwa 17 Stunden). Ihre Höhe in

Mikrogramm pro Liter entspricht etwa der verabreichten Dosis in Milligramm (z.B. 1000

g/l nach

einer Einzeldosis von 1000 mg). Bei wöchentlicher Einnahme einer Einzeldosis von 250 mg wird

nach 7 bis 10 Wochen das Fließgleichgewicht mit maximalen Plasmakonzentrationen von 1000 bis

2000

g/l erreicht.

Verteilung

Bei gesunden Erwachsenen liegt das scheinbare Verteilungsvolumen bei etwa 20 l/kg, was auf eine

extensive Gewebsverteilung hinweist. Mefloquin kann sich in von Parasiten befallenen Erythrozyten

ungefähr um den Faktor 2 im Vergleich zur Konzentration im Plasma anreichern. Die

Proteinbindung beträgt rund 98 %. Die minimale hemmende Plasmakonzentration von Mefloquin

liegt entsprechend den klinischen Erfahrungen in der Größenordnung von 600

g/l.

Mefloquin passiert die Plazenta. Ein Übertritt in die Muttermilch erfolgt nur in geringen Mengen

(siehe Abschnitt 4.6).

Biotransformation

Mefloquin wird hauptsächlich in der Leber durch das Cytochrom-P450-System metabolisiert.

In-vitro- und In-vivo-Studien deuten stark darauf hin, dass das Isoenzym CYP3A4 hauptsächlich

daran beteiligt ist. Beim Menschen wurden zwei Metaboliten von Mefloquin identifiziert. Der

Hauptmetabolit, 2,8-bis-Trifluormethyl-4-chinolincarbonsäure, ist gegen P. falciparum unwirksam.

In einer Studie mit gesunden Probanden ließ sich der Carbonsäuremetabolit 2 bis 4 Stunden nach

einer oralen Einzeldosis im Plasma feststellen. Maximale Plasmakonzentrationen des Metaboliten,

die um 50 % höher lagen als die von Mefloquin, wurden nach 2 Wochen erreicht. Danach sanken die

Plasmaspiegel des Hauptmetaboliten und von Mefloquin etwa gleich schnell. Die Fläche unter der

Plasmakonzentrations-Zeit-Kurve (AUC) für den Hauptmetaboliten war 3- bis 5-mal größer als

diejenige von Mefloquin. Der andere Metabolit, ein Alkohol, lag nur in sehr geringen Mengen vor.

Elimination

In mehreren Studien mit gesunden Erwachsenen schwankte die mittlere Eliminationshalbwertszeit

von Mefloquin zwischen 2 und 4 Wochen und betrug im Durchschnitt etwa 3 Wochen. Die

Gesamtclearance, die im Wesentlichen über die Leber stattfindet, liegt in der Größenordnung von

30 ml/min. Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass Mefloquin hauptsächlich mit der Galle und den Fäzes

ausgeschieden wird. Bei Probanden erreichte die Ausscheidung von unverändertem Mefloquin und

die seines Hauptmetaboliten mit dem Urin 9 % bzw. 4 % der verabreichten Dosis. Weitere

Metaboliten konnten im Urin nicht bestimmt werden.

Pharmakokinetische/pharmakodynamische Zusammenhänge

Bei Kindern und älteren Personen wurden keine altersabhängigen Änderungen in der

Pharmakokinetik von Mefloquin beobachtet. Die Dosis für Kinder wurde daher durch Extrapolation

der empfohlenen Erwachsenendosis ermittelt.

Es wurden keine pharmakokinetischen Studien bei Patienten durchgeführt, die an Niereninsuffizienz

litten, da nur ein geringer Teil des Medikamentes über die Nieren eliminiert wird. Mefloquin und

sein Hauptmetabolit werden durch die Hämodialyse nicht nennenswert entfernt. Bei

Dialysepatienten ist keine besondere chemoprophylaktische Dosisanpassung angezeigt, um ähnliche

Plasmakonzentrationen wie bei gesunden Personen zu erreichen (Ergebnisse einer Studie an zwei

Patienten).

Eine Schwangerschaft hat keinen klinisch relevanten Einfluss auf die Pharmakokinetik von

Mefloquin.

Bei akuter Malaria kann die Pharmakokinetik von Mefloquin verändert sein.

Es wurden pharmakokinetische Unterschiede zwischen verschiedenen ethnischen Populationen

festgestellt. In der Praxis sind diese jedoch im Vergleich zum Immunstatus des Wirts und der

Empfindlichkeit des Parasiten von geringerer Bedeutung.

Während einer Langzeitprophylaxe bleibt die Eliminationshalbwertszeit von Mefloquin unverändert.

Die relative Bioverfügbarkeit der Tablette mit 250 mg Wirkstoff (Handelsform) wurde im Vergleich

zu einer oral verabreichten Lösung bestimmt. Sie beträgt 87

11 % (Streubreite 75 % bis 104 %).

Das Vorhandensein von Nahrung im Magen erhöht deutlich sowohl die Geschwindigkeit als auch

das Ausmaß der Absorption und führt so zu einer Zunahme der Bioverfügbarkeit um etwa 40 %.

Die absolute orale Bioverfügbarkeit von Mefloquin konnte nicht bestimmt werden, da keine

intravenöse Darreichungsform zur Verfügung steht.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität

Die LD

von Mefloquin lag nach oraler Verabreichung zwischen 275 mg/kg (Meerschweinchen)

und 1320 mg/kg (weibliche Maus). Vom Hund wurden einmalige Dosen bis 420 mg/kg symptomlos

vertragen.

Chronische Toxizität

Chronische Toxizitätsstudien über 2 Jahre an Mäusen ergaben bei täglich 5 oder 12,5 mg/kg keine

Nebenwirkungen; bei 30 mg/kg täglich trat bei Männchen eine leichte Abnahme des

Körpergewichtes auf, bei Weibchen kam es vermehrt zu Todesfällen.

Bei täglicher Verabreichung von hohen Dosen über einen längeren Zeitraum kommt es bei der Ratte

und beim Hund infolge der langen biologischen Halbwertszeit von Mefloquin rasch zu einer

Kumulation und demzufolge zur Manifestation toxischer Effekte in Form von Läsionen an der Leber

und im lymphatischen Gewebe. Untersuchungen an Rhesusaffen ergaben keine Hinweise auf

toxische Effekte.

Ein kanzerogener Effekt wurde weder in Studien mit Ratten noch in Studien mit Mäusen beobachtet.

Reproduktionstoxizität

In Embryotoxizitätsstudien sind Fehlbildungen bei Ratten und Mäusen sowie embryoletale

Wirkungen bei Ratten, Mäusen und Kaninchen beobachtet worden, wenn Mefloquin in der

Frühträchtigkeit in maternaltoxischen Dosen verabreicht wurde. Bei männlichen Ratten traten bei

Dosen im toxischen Bereich irreversible Fertilitätsstörungen auf. Für den Menschen liegen

umfangreiche Erkenntnisse über eine Anwendung von Mefloquin während der beiden letzten

Schwangerschaftsabschnitte vor, die keine nachteiligen Effekte auf das Kind erkennen lassen. Es

gibt bislang nur unzureichende Erfahrungen mit einer Anwendung von Mefloquin im ersten

Schwangerschaftsdrittel. Hinweise auf fruchtschädigende Effekte gab es bisher nicht.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Mikrokristalline Cellulose; Lactose-Monohydrat; Crospovidon; Maisstärke;

Ammonium-calcium-alginat; Talkum; Magnesiumstearat (Ph. Eur.); Poloxamer 331.

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

8 Tabletten

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Beträgt die Dosis nur ⅛ Tablette, wird folgendes Vorgehen empfohlen:

¼ Tablette zerdrücken, in z.B. Milch suspendieren und dann die Hälfte dieser Suspension

verabreichen. Die andere Hälfte ist zu verwerfen.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen

zu beseitigen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Roche Pharma AG

Emil-Barell-Straße 1

79639 Grenzach-Wyhlen

Telefon: (07624) 14-0

Telefax: (07624) 10 19

8.

ZULASSUNGSNUMMER

8634.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG / VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 15.09.1987

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 12.09.2007

10.

STAND DER INFORMATION

August 2015

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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